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October 21 2013

06:25

DTM: Analyse Hockenheim II 2013 – Regenglück

Jede Menge Regen sorgte für ein interessantes Rennen, dass aber über die gesamte Zeit von BMW dominiert wurde. Nur ein Mercedes sorgte dafür, dass BMW das Podium nicht komplett belegen konnte.

Motorsports / DTM 10. race HockenheimSchon in der Qualifikation zeigte sich, dass der Sieg nur über einen BMW führen würde. Spengler, Werner, Priaulx und Glock machten Q4 in dieser Reihenfolge unter sich aus. Molina lag im besten Audi auf P5, der beste Mercedes war mit Robert Wickens gar erst auf P13 zu finden. Das sah also nach einer eindeutigen Sache für die Münchner aus, die ja immerhin noch die Möglichkeit hatten, den Markentitel zu verteidigen. Aber am Renntag schüttete es wie aus Eimern. Die Strecke stand teilweise unter Wasser, aber die Rennkommissare entschlossen sich dennoch für einen regulären Start.

Bruno Spengler konnte seine Pole nutzen und genoss die gischtfreie Sicht nach vorne. Dahinter wurde es dann erwartungsgemäß eng. Glock kam nur schleppend los und musste unter anderem Farfus passieren lassen, der von P10 kam. Auf der Anfahrt zu Kurve 2 wurde es dann eng und ausgerechnet zwei BMW gerieten aneinander. Glock hatte innen zu spät gebremst und schoss dabei dann Farfus ab, der wiederum fast Rockenfeller mit ins Verderben riss. Für Farfus war das Rennen dann mehr oder weniger gelaufen. Der Sieger des letzten Rennens konnte zwar weiterfahren, spielte im Rennen aber keine Rolle mehr. Auch für Rocky ging danach nicht mehr viel nach vorne, weil seine Spurstange einen Schlag bekommen hatte und der Wagen nur noch bedingt gut lief. Timo Glock hatte dagegen viel Glück. Zum einen blieb sein BMW unbeschädigt, zum anderen konnte er sich in dem Trubel wieder auf P4 schieben. Ein paar Runden später lag er dann hinter Spengler und Werner, den er im ersten Drittel des Rennens dann auch noch überholen konnte, auf P3.

Vorne tat sich nicht viel, dafür passierte im Mittelfeld umso mehr. Es gab jede Menge Positionsverschiebungen und Überholmanöver, die nicht immer ohne Materialaustausch vonstatten gingen. Die Rennleitung blieb aber, im Gegensatz zu früheren Jahren, entspannt und ließ die Fahrer gewähren. Nur wenn es zu arg wurde, wie in dem Fall, als Juncadella dem vor ihm liegenden Ekström abschoss, griff man ein.

Die heimlichen Hauptdarsteller des Rennens waren aber die Regenreifen. Offensichtlich hatten die Teams aufgrund der niedrigen Temperaturen unterschiedliche Ansichten, was den Reifendruck anging. Einige gingen mit einem etwas höheren Druck ins Rennen, was die Reifen zwar schnell auf Temperatur brachte, dafür aber die Stintlänge verkürzte. Andere, unter anderem auch das Team von Timo Glock, entschieden sich für etwas weniger Luft in den Reifen. So dauerte es ein paar Runden, bis Glock richtig in Schwung kam, dafür hielten seine Reifen dann erstaunlich lange.

Ein Verlierer des Luft-Pokers war Bruno Spengler, der wegen abbauender Reifen früher an die Box kommen musste. Gegen Ende seines Stints nahm ihm Glock richtig viel Zeit ab und reduzierte den Abstand von sechs auf zwei Sekunden. Spengler kam rein, fiel dadurch ins Mittelfeld zurück und verlor dort etwas Zeit. Gleichzeitig konnte Glock vorne weiter seine guten Rundenzeiten beibehalten und dementsprechend seinen Vorsprung ausbauen. Dabei war die Idee eines frühen Stopps gar nicht mal so schlecht, wenn man denn den richtigen Reifendruck finden konnte.

Ungemach drohte allerdings aus dem Mercedes-Lager. Die Stuttgarter waren im Regen teilweise etwas besser aufgestellt, auch wenn keiner der Toppiloten vorne eingreifen konnte. Dafür lieferte etwas überraschend Roberto Mehri ein sensationelles Rennen ab. Vom letzten Platz gestartet erwischte man ihn auch noch bei einem Frühstart. Weil aber in den ersten Runden noch viel Wasser auf der Piste stand und die Rundenzeiten dementsprechend schlecht waren, verlor Mehri bei seiner Durchfahrtsstrafe nicht allzu viel Zeit. Er startete dann eine furiose Aufholjagd, wobei die Strategie seines Teams vorsah, dass Mehri einfach alles aus den Regenreifen rausholen sollte. Zwei etwas frühere Stopps, eine grandiose Fahrt und einige sehenswerte Überholmanöver später fand sich Mehri in Reichweite der Podiumsplätze.

Dass es am Ende nicht für den Sieg reichte, lag an den etwas früheren Stopps und daran, dass der zweite kurze Stint vor dem letzten Reifenwechsel nicht gut lief. Auch hier war der Reifendruck Schuld. Zwar kam Glock bei seinem letzten Stopp hinter Mehri auf die Strecke, dafür hatte er aber nagelneue Regenreifen. Nachdem diese nach zwei Runden auf Temperatur waren, ging Timo Glock relativ einfach an Roberto Mehri vorbei und fuhr einen Vorsprung raus, der bis ins Ziel reichen sollte.

Dass Glock am Ende gewinnen konnte, war etwas überraschend, aber in den letzten Rennen konnte man den Aufwärtstrend des Deutschen schon beobachten. Interessant war seine Aussage nach dem Rennen, dass er mit seinem Ingenieur endlich mal was ausprobieren konnte. Da klingt durch, was in der DTM wegen der fehlenden Trainingszeit Normalität ist. Die Teams haben ein Grundsetup, an dem der Fahrer meist nicht mehr allzu viel verändern kann. Offenbar hat BMW für die letzten Rennen MTEK freie Hand gegeben, Glock bestätigte, dass er seit drei Rennen mit dem Wagen besser klarkommt.

Der Sieg von Glock bedeutete auch, dass BMW den Markentitel verteidigen konnte. Und das recht deutlich mit 369 zu 347 Punkten vor Audi. In der Teammeisterschaft konnte sich Phoenix durchsetzen, weil Miguel Molina sein bestes Resultat des Jahres holte und RBM mit Farfus und Hand keinen einzigen Punkt holen konnten.

Alle Meisterschaftsstände gibt es hier.

Das war es dann mit der DTM für 2013, die eine gute Saison abgeliefert hat. Sieht man mal von der Farce vom Norisring ab und vergisst man die teilweise unterirdischen Vorberichte der ARD, hat die DTM in diesem Jahr durchaus etwas an Profil gewonnen. Für Audi hat sich der Umstieg auf den RS5 gelohnt, BMW zeigte erneut eine starke Leistung. Mercedes wird froh sein, dass die Saison vorbei ist. In der Markenwertung fehlen Mercedes knapp 100 Punkte auf BMW, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass man nur mit sechs Wagen unterwegs war.

Wie üblich macht die DTM nun eine lange Pause. Erst am 04. Mai 2014 wird es mit dem ersten Rennen in Hockenheim weitergehen.

DTM_Finale_2013 00003 DTM_Finale_2013 00002 DTM_Finale_2013 00001
DTM-Start 22 Timo Glock (D), BMW Team MTEK, BMW M3 DTM 4 Roberto Merhi (E), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé 3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé

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October 16 2013

06:47

DTM: Vorschau Hockenheim II 2013 – Der Krönungslauf

Auch wenn mit Mike Rockenfeller der Meister schon feststeht, es gibt noch ein paar Wertungen, die für die Hersteller und Teams sehr wichtig sind.

P90133391_highResTraditionell findet das letzte Rennen der DTM-Saison in Hockenheim statt. Nachdem sich die ITR auch von allen Experimenten in Sachen “kurzer Strecke” verabschiedet hat, kann man sich wieder auf die gesamte Strecke von Hockenheim freuen. Mike Rockenfeller wird versuchen, seine Meisterschaft mit einem Sieg zu krönen, aber leicht wird das nicht. Immerhin erlebte er beim Auftaktrennen im Mai in Hockenheim sein schlechtestes Saisonergebnis. Dazu kommt, dass es in der Meisterschaft noch Begehrlichkeiten anderer Teams gibt. Auch wenn der Fahrertitel weg ist, für die Hersteller und zwei Teams geht es noch um alles.

Ein Blick auf die Punktestände offenbart Folgendes:

Teamwertung
Team Phoenix (Audi) 151 Punkte
Team RBM (BMW) 148 Punkte
Team AMG (Mercedes) 141 Punkte

Schaut man sich die Punkteverteilung genau an, sieht man, dass bei Phoenix 142 der 151 Punkte von Mike Rockenfeller kommen. Teamkollege Miguel Molina hat eine extrem schwache Saison, wird aber im Finale auf jeden Fall gebracht. Bei RBM fahren Hand und Farfus, auch hier hat Farfus mit 116 Punkten den Löwenanteil besorgt. Hand hatte einzelne gute Ergebnisse und sich in dieser Saison auch deutlich verbessert, aber seine Form ist weiter eher schwankend. Wirklich gute Chancen hat AMG, die ja mit Vietoris und Wickens unterwegs sind. Beide Fahrer teilen sich die Punkteausbeute brüderlich, und auch wenn die Saison für Mercedes dieses Jahr eher zum Vergessen war, bei der Teammeisterschaft haben sie in Hockenheim sehr gute Chance, wenn Vietoris und Wickens in die Top 5 kommen.

Auch bei den Herstellern ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Audi 325 Punkte
BMW 317 Punkte
Mercedes 239 Punkte

Mercedes ist raus aus der Entscheidung, aber BMW hat gute Chancen, wenigstens einen Titel aus dem letzten Jahr zu verteidigen. Dieser Titel ist für die Hersteller durchaus wichtig, denn damit kann man sehr gut Werbung machen, selbst wenn man den Fahrertitel nicht gewonnen hat. Wie in der Formel Eins gilt intern der Herstellertitel mindestens genauso viel, wenn nicht mehr.

In den letzten Rennen schien BMW auch deutlich zugelegt zu haben, denn Farfus war immer vorne zu sehen. Dazu kommt, dass er das Auftaktrennen gewonnen hat, die Strecke liegt ihm also. Nicht vergessen sollte man auch, dass Dirk Werner im BMW im Mai den zweiten Platz belegen konnte. Es spricht also durchaus einiges für die Münchner, die in diesem Rennen auch den M3 verabschieden. Nächstes Jahr nimmt man das M4 Coupé als Silhouette.

Für Audi hat sich der Umstieg vom A4 auf den A5 auf jeden Fall gelohnt, wie man nach dem zweiten Titel innerhalb von drei Jahren sieht, nachdem man im letzten Jahr mit dem A4 etwas unterging. Mercedes wird sich das genau angeschaut haben, aber für die Marke ist es nicht so leicht, eine andere Silhouette zu bringen. Die E-Klasse ist zu groß, die neue C-Klasse kommt erst im Laufe des Jahres 2014. Man wird also vermutlich noch ein weiteres Jahr mit der “alten” C-Klasse unterwegs sein.

Überhaupt war Mercedes in diesem Jahr sehr schwach. Zwei Siege (Paffett, Red Bull Ring, und Wickens, Nürburgring) sind einfach zu wenig für den Anspruch der Marke. Die Idee, zwei Wagen weniger einzusetzen, damit man sich mehr auf die sechs Teams konzentrieren kann, ist nicht aufgegangen. Dabei hat man mit Paffett, Wickens und Vietoris drei sehr gute Fahrer unter Vertrag, denen man durchaus mehr zutrauen kann.

Hockenheim wird also noch einige spannende Momente bieten und das Wetter könnte auch eine Rolle spielen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht klar, ob es regnen wird, das könnte dem Rennen die zusätzliche Würze geben. Wie immer überträgt die ARD das Rennen.

Ein Blick auf 2014. Der Kalender für das nächste Jahr wird einige Änderungen bringen. Zandvoort wird rausfallen, vermutlich auch Brands Hatch. Obwohl die Rennen gut besucht waren. Aber die DTM hätte gerne, dass man den Traditionskurs umbaut, damit mehr Überholmanöver stattfinden können, was Dr. Palmer, der Streckenbesitzer, bisher kategorisch ablehnt. Sicher ist, dass die DTM wieder in China startet, hinzu sollen der Hungaroring und Barcelona kommen.

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September 29 2013

17:12

DTM: Analyse Zandvoort 2013 – Rocky rockt

Viel Spannung und viel Taktik bestimmten das vermutlich letzte Rennen der DTM in Zandvoort. Und am Ende sah man einen Sieger, der doch verloren hat.

Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, 9. race at ZandvoortAlles richtig gemacht, und doch verloren. Augusto Farfus und BMW waren in den holländischen Dünen nicht zu schlagen. Doch der Sieg half dem Brasilianer am Ende nicht, denn Mike Rockenfeller war ebenfalls gut unterwegs und konnte mit einem zweiten Platz seinen ersten DTM-Titel sichern. Dabei hatte das Rennen für Rocky auf den ersten Blick gar nicht mal so gut angefangen. Von P3 aus gestartet sah es für einen Moment so aus, als habe Rockenfeller einen Frühstart hingelegt. Er schoss als erster los, schien sogar für einen Moment noch mal auf die Bremse zu gehen um nicht los zu fahren bevor die Lichter ausgingen. Aber die Kameras lösten das Rätsel dann doch auf. Rockenfeller war einfach sensationell gut gestartet und praktisch perfekt losgefahren. Ob das allerdings so geplant war?

Die DTM-Piloten halten das Auto am Start unter Vorspannung. Das heißt, sie legen den ersten Gang ein, drehen den Motor auf ca. 6000 U/min hoch, lassen die Kupplung am Druckpunkt schleifen und stehen auf der Bremse. Es kann passieren, dass die Kupplung in dem Moment auch mal schneller nachgibt, als man das gewohnt ist. Das würde das kurze Zucken von Rockenfeller am Start erklären. Vielleicht war es aber auch einfach ein perfekter Start. Die Rennkommissare sahen jedenfalls kein Vergehen.

Vorne stürmte Farfus weg, Marco Wittmann, der die Pole geholt hatte, versuchte Rockefeller abzublocken. Doch der war auf den weichen Reifen unterwegs und ließ den Nachwuchspiloten schnell hinter sich. Danach holte der Audi-Mann Runde um Runde auf Farfus auf und hing ihm am Ende des ersten Stints im Getriebe. Vorbei kam Rocky aber nicht, er machte es sich hinter Farfus gemütlich und setzte den Brasilianer unter Druck. Mehr musste er auch nicht machen, der zweite Platz reichte für die Meisterschaft. BMW entschied sich, etwas überraschend, Farfus an die Box zu holen. Überraschend deswegen, weil Farfus ja vor Rockenfeller lag und ihn ein wenig aufhielt. Das gab Wittmann die Möglichkeit wieder etwas aufzuholen, was wiederum Rockenfeller unter Druck setzen konnte. Zudem war BMW klar, dass man gebrauchte harte Reifen aufziehen musste, da man den letzten neuen Satz für den letzten Wechsel aufsparen wollte. Farfus kam eine Runde vor Rocky an die Box, der wiederum versuchte eine schnelle Runde hinzulegen. Das reichte aber nicht, um Farfus unter Druck zu setzen.

Die Phoenix-Mannschaft hatte Farfus auch nicht im Blick, sondern Wittmann, der Rockenfeller den zweiten Platz hätte streitig machen können. Die dadurch etwas defensivere Strategie führte dazu, dass man Farfus ziehen ließ. Was auch daran lag, dass Rockenfeller im zweiten Stint nicht so gut mit seinen Reifen klar kam. BMW nutzte die Gelegenheit, und holte Wittmann wieder etwas näher ran, aber trotz der Reifenprobleme von Rockenfeller konnte Wittmann nicht profitieren. Im Gegenteil – er verlor Zeit und hatte plötzlich Timo Scheider im Kreuz.

Es hing also alles vom letzten Boxenstopp ab. Farfus war durch, sein Abstand war eh zu groß. Aber zwischen Rockenfeller, Wittmann und Scheider wurde es beim letzten Stopp sehr eng. Rockenfeller kam zuerst, dann Wittman, der aber hinter Rocky auf die Strecke kam. Als letzter kam Scheider an die Box und konnte etwas überraschend vor den beiden Kampfhähnen um P2 auf die Strecke kommen. Was dann dazu führte, dass sein Team ihm innerhalb einer Runde mehrfach mitteilte, dass da hinter ihm ein “schnellerer Audi” auf der Strecke sei. Die Nervosität war offenbar sehr groß bei Audi, sonst hätte man sich knapp 17 Runden vor Schluss sich mit dem “Überholmanöver” auch etwas Zeit lassen können. Denn Wittmann konnte Rockenfeller nicht unter Druck setzen. Scheider fügte sich dann, ließ Rocky vor und schirmte ihn nach hinten ab. Allerdings galt auch hier, dass Wittmann nicht die Mittel hatte, um beide Audi unter Druck zu setzen.

Eng wurde es dann noch einmal wenige Runden vor Schluss, als Jamie Green in einem merkwürdigen Manöver Dirk Werner abschoss. Der Audi stellte sich beim Anbremsen quer, was an den Bodenwellen in der Anbremszone gelegen haben könnte. Werner steckte im Kies fest und ein übereifriger Streckenposten löste von Außen auch noch den Feuerlöscher aus. Was die Bergung des Fahrzeugs verzögerte und man gleichzeitig den hustenden Werner auch noch abtransportieren wollte. In der letzten Runde ging es dann noch mal mit Renntempo los, vorne änderte sich nichts mehr. Nur Ekström schnitt auf weichen Reifen durchs Feld, kassierte zwei Audi-Kollegen und in der vorletzten Kurve auch noch Marco Wittmann. Aber da waren Rennen und Meisterschaft sowieso erledigt.

NAch dem Rennen kartete BMW Motorsportchef Jens Marquardt etwas unschön nach, als er meinte, dass man den Start und die Situation zwischen Green und Werner noch untersuchen würde. Mag ja sein, dass man noch berechtigte Bedenken wegen es Starts hatte, aber eine, wenn auch aus BMW-Sicht, vorläufige Gratulation wäre sicher auch eine faire Geste gewesen.

Mike Rockenfeller ist ein verdienter DTM-Meister, er hat sich den Titel redlich verdient. Nicht nur, weil er in jedem Rennen Punkte holen konnte, er war auch der einzige, der sich permanent vorne halten konnten. Während seine Konkurrenten mit technischen Problemen zu kämpfen hatten, oder mit unregelmäßigen Rennergebnissen haderten, blieben das Phoenix-Team und Rockenfeller besonnen, ruhig und vor allem an der Spitze. Selbst wenn es mal in der Quali nicht so gut lief, wie am Nürburgring, gelang dem Team über die Strategie und die sehr gute Rennperformance von Rockenfeller ein vordere Platzierung oder sogar einen Sieg.

Für Rockenfeller ist die Meisterschaft etwas ganz Besonderes. Nach seinem Horror-Crash 2011 in Le Mans, als er mit über 300 km/h in die Leitplanken einschlug und monatelang mit den Folgen zu kämpfen hatte, erholte er sich 2012 wieder und legte 2013 eine fanstastiche Saison hin. Egal ob Spengler, Farfus, Vietoris oder Paffett – er konnte sie mit seiner Konstanz in Schach halten und am Ende auch vor dem letzten Rennen schon die Meisterschaft für sich entscheiden.

Das letzte Rennen in Hockenheim ist allerdings kein Showlauf. In Sachen Team- und Herstellerwertung ist die Sache noch sehr offen. In der Teamwertung sieht es so aus:

Audi Sport Team Phoenix – 151 Punkte
BMW-Team-RBM – 148 Punkte
STIHL / AMG Mercedes – 141 Punkte

Hersteller
Audi – 325 Punkte
BMW – 317 Punkte
Mercedes 239 Punkte

Start 22 Timo Glock (D), BMW Team MTEK, BMW M3 DTM dtm_2013-09-29-023 dtm_2013-09-29-024 dtm_2013-09-29-027 dtm_2013-09-29-029 dtm_2013-09-29-030 dtm_2013-09-29-031 dtm_2013-09-29-032 19 Mike Rockenfeller (D), Audi Sport Team Phoenix, Audi RS 5 DTM

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September 12 2013

14:32

DTM: Vorschau Oschersleben 2013

Die DTM biegt auf die Zielgerade ihrer Saison ein und startet die letzten drei Rennen. Oschersleben verspricht, eine spannende Angelegenheit zu werden.

Mike Rockenfeller (GER, Audi Sport Team Phoenix / Schaeffler Audi RS 5 DTM),35 Punkte beträgt der Vorsprung von Mike Rockenfeller auf seinen besten Verfolger, Chrisitan Vietoris. Das genau diese beiden Fahrer am Ende Saison an der Spitze der Tabelle stehen würden, hätte so vermutlich auch niemand erwartet. Auch der drittplatzierte Robert Wickens, der nur einen weiteren Zähler zurückliegt, ist eine kleine Überraschung. Bruno Spengler, dem 39 Punkte fehlen, ist schon eher ein Name, den man im Titelkampf erwartete hat. Auch Augusto Farfus (-40 Punkte) konnte man vorne erwarten. Die Abstände zu Rockenfeller sind schon groß, aber bei noch drei zu fahrenden Rennen ist das letzte Wort sicher noch nicht gesprochen. Oschersleben könnte aber eine Vorentscheidung bringen.

ZF Race Reporter_Online-Banner

Der enge Kurs in der Mageburger Börde ist bisher ein gutes Pflaster für die DTM gewesen. Obwohl die Strecke schmal ist und kaum über vernünftig lange Geraden verfügt, sind die Rennen hier oft sehr abwechslungsreich und spannend. Und weil man meist nur mit Kontakt überholen kann, sind Ausfälle nicht selten. Audi und Rockenfeller werden versuchen, sich in der Qualifikation so weit vorne wie möglich zu positionieren, um dem Schlamassel im Mittelfeld aus dem Weg zu gehen. Bisher waren die Quali-Ergebnisse von Rocky auch gut, sieht man mal vom Nürburgring ab, aber dass kann sich auch schnell wiederholen.

Je weiter Rockenfeller in Oschersleben vorne steht, desto schlechter für die Konkurrenz. Vietoris und Co. müssen Punkte gut machen, sonst wird es in den letzten zwei Rennen schwer, den Audi-Piloten von der Meisterschaft fernzuhalten. In Sachen Siege sieht es in Oschersleben ausgeglichen aus: BMW gewann im letzten Jahr, Audi 2011 und Mercedes 2010. Eine Tendenz, dass einer Marke die Strecke besser liegt, gibt es also nicht.

Viel wird vom Wetter abhängen, das im Momment mehr als unsicher ist. Die Wetterdienste sagen zwar nur eine geringe Regenwahrscheinlichkeit für Samstag und Sonntag voraus, aber dass kann sich ja bekanntermaßen schnell ändern. Ein Rennen mit wechselnden Bedingungen ist also nicht ausgeschlossen.

Sollte es trocken bleiben, kommt die Strategie wieder ins Spiel. Den “Option”-Reifen hat man bisher noch nicht bei eher kühlen Temperaturen gesehen, also ist es schwer vorherzusagen, was der Reifen bringen wird. Bisher gilt aber, dass die Unterschiede nicht so groß waren, was die Rundenzeiten angeht. Auch der Verschleiß des “Option” hielt sich in Grenzen. Ob man ihn bei niedrigen Asphalttemperaturen über das gesamte Rennen nutzen kann oder ob er dann zum Graining neigt, weil die Reifentemperatur zu niedrig ausfällt, ist schwer zu sagen. Spannend wird die Sache aber allemal, es lohnt sich also, am Samstag den Fernseher anzuschalten.

Ich bin am Samstag vor Ort und treffe mich unter anderem auch mit den Kollegen von “ZF Motorsport”, die uns in den letzten Jahren unterstützen. Geplant sind ein paar Hintergrundgespräche zum Thema “Stoßdämpfer” und “Kupplung” in der DTM und ein Ausblick auf das Jahr 2014. Dazu kommt ein Blick hinter die Kulissen vom “ZF Race Reporter”. Das Format hat sich richtig gut entwickelt und bietet vor allem Einsteigern einen schönen Einblick in die Welt der DTM. Ein kleiner Ausschnitt vom letzten Rennen am Nürburgring.

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August 19 2013

15:34

DTM: Analyse Nürburgring 2013

Die DTM, der Nürburgring und ein wenig Eifelwetter. Das war eine erstaunlich gute Mischung für ein spannendes Rennen.

Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, Race at NuerburgringFür Mike Rockenfeller fing das Wochenende am Nürburgring nicht gerade gut an. In der Quali schaffte er es überraschenderweise nicht in die Top 10, obwohl er im freien Training noch auf P2 gelegen hatte. Aber allzu sehr ärgern musste er sich nicht, denn Gary Paffett und Bruno Spengler standen nicht viel weiter vor ihm. Das Rennen bekam noch vor dem Start die richtige Würze. Denn gerade, als es in die Einführungsrunde ging, kam der Regen runter. Und statt eines kurzen Schauers wurde es dann ein lang anhaltender Regenguss, der die Strategie der meisten Teams auf den Kopf stellte.

Der Start auf feuchter Strecke ging erstaunlich gut, nur in der ersten Kurve wurde es natürlich mal wieder eng. Es erwischte ausgerechnet Mike Rockenfeller, der sich drehte, um den vor ihm querstehenden Joey Hand nicht zu erwischen. Damit war das Rennen für Rocky eigentlich schon gelaufen, aber da der Regen weiter anhielt, entschied sich das Phoenix-Team zu einer riskanten Strategie. Man holte Rockenfeller eine Runde vor der Eröffnung des offiziellen Boxenstoppfensters rein und setzte ihn auf Regenreifen. Da das Feld noch eine weitere Runde auf Slicks unterwegs war, konnte man so den Rückstand aufholen und sogar in Führung gehen. Denn trotz seines großen Rückstandes lag der Vorteil weiter bei Rocky. Während seine Reifen schon auf Temperatur waren, mussten die anderen Piloten die Regenreifen erst einmal einfahren. Und so wurde aus einem letzten Platz in wenigen Runden die Führung.

Die Strategie hatte nur einen Nachteil: Rockenfeller musste noch zweimal an die Box, während der Rest das offizielle Boxenstoppfenster abgewartet hatte und nur noch einmal stoppen musste. Damit wurde die Strategie etwas schwieriger. Rockenfeller gelang es zwar, einen Vorsprung von 26 Sekunden herauszufahren, doch sein Team zögerte genau in dem Moment. Offenbar spekulierte man noch darauf, dass sich die Abstände hinter P3 weiter vergrößern würden, gleichzeitig trocknete die Strecke ab und man hoffte wohl, dass ein weiterer Regenschauer einsetzen würde. Dann hätte der Rest auch wieder rein gemusst und der Nachteil des fehlenden Boxenstopps wäre weg gewesen. Phoenix konnte sich dieses Spiel allerdings auch erlauben, weil der Rest der Meisterschaftskonkurrenten auch nicht gerade ein gutes Wochenende hatte.

Richtig schlimm erwischte es Gary Paffett und HWA. In der Quali lief es für Paffett auch nicht viel besser, im Rennen konnte er sich in den ersten Runden aber ein paar Plätze nach vorne schieben. Doch bei Mercedes spekulierte man in Sachen Wetter falsch. Man rechnete mit einem kurzen Schauer und zog Paffett beim ersten Stopp noch einmal Slicks auf. Eine fatale Fehlentscheidung, der Brite wurde so lange durchgereicht, bis er auf dem letzten Platz lag. Zur Krönung wurde er dann auch noch von Rockenfeller überrundet. Einen Vorwurf kann man seinem Team aber nicht machen. Es hätte auch gut gehen können, das Risiko war es angesichts des eh großen Rückstands von Paffett in der Meisterschaft auch wert.

Für Bruno Spengler lief es ein bisschen besser. Er hielt sich rund um die Top 6 auf, kam allerdings auch nicht wirklich nach vorne. Grund dafür war wohl auch eine Beschädigung an der linken Seite seines Wagens, die zwar nicht schlimm war, aber die Aerodynamik nachhaltig störte. Zudem verklemmte sich ein Teil im Radhaus und schliff ab und an am Reifen. Da er nach vorne wenig ausrichten konnte, rückte von hinten die Konkurrenz an und schob sich nach und nach an Spengler vorbei. Im späteren Verlauf des Rennens verlor er viele Plätze, als er im “Haug-Haken” mit einer Horde Audi aneinandergeriet, die sich dann auch noch vor in setzen.

Da beide Meisterschaftskonkurrenten nun aus dem Spiel waren, entspannte sich die Lage für Rockenfeller. Von hinten nahte Robert Wickens, der Miguel Molina niedergekämpft hatte, auf P3 lag Christian Vietoris. Warum man den letzten Stint von Rockenfeller dann allerdings länger als nötig machte, war mir nicht so ganz klar. P3 wäre drin gewesen, allerdings wäre es zwischen ihm und Vietoris eng geworden. Es kann auch sein, dass man bewusst auf den Zweikampf verzichten wollte. Rockenfeller war wohl mit einem etwas steiler angestellten Heckflügel unterwegs, der im Regen natürlich Gold wert ist. Auf der mittlerweile fast trockenen Strecke war das aber etwas hinderlich. P4 ist aber am Ende, vor allem nach der Startphase, wie ein kleiner Sieg. Wer hätte in den ersten Minuten des Rennens gedacht, dass er seinen Vorsprung in der Meisterschaft würde ausbauen können.

Viel besser hätte es für Audi jedenfalls nicht laufen können. In der Meisterschaft hat man Rockenfeller zwar noch lange nicht abgesichert, aber der Vorsprung für die letzten drei Rennen ist schon beeindruckend.

Rockenfeller 106
Vietoris 71
Wickens 70
Spengler 67
Farfus 66
Paffett 57

Paffett ist damit raus aus der Meisterschaft, aber Mercedes hat mit Vietoris und Wickens noch zwei richtige gute Eisen im Feuer. Theoretisch muss Rockenfeller nur noch in die Top Ten fahren, dann sollte der Titel sicher sein. Aber wie das so oft in einer Meisterschaft sein kann: Es ist leichter gesagt, als getan. Da man pro Sieg 25 Punkte erlangt, reicht schon ein Ausfall von Rockenfeller, der seit dem Start in Hockenheim immer in den Top 5 unterwegs war.

Es war ein spannendes und abwechslungsreiches Rennen der DTM, bei dem wirklich alles drin war. Nächstes Rennen ist in knapp vier Wochen in Oschersleben.

(Leider hat die DTM nicht mehr Fotos vom Renntag in ihrem Pressebereich)

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August 15 2013

13:50

DTM: Vorschau Nürburgring 2013

Die DTM macht ihren obligatorischen Stopp am Nürburgring und wenn für Mike Rockenfeller alles gut läuft, dann kann er seine Meisterschaftschancen am Ring schon erheblich verbessern.

P90130811_highResDamit hatte zu Beginn der DTM-Saison 2013 auch niemand gerechnet. Das Audi nach der schwierigen Saison 2012 plötzlich um die Meisterschaft fährt ist schon mal die eine Überraschung. Die andere, dass es mit Mike Rockenfeller geschieht. Ohne “Rocky” dabei irgendetwas von seinem fahrerischen Können abzusprechen – auf dem Schirm hatte man ihn für die Meisterschaft nicht. Da fielen eher Namen wie Gary Paffett, Bruno Spengler oder Timo Scheider. Aber diese DTM-Saison läuft sowieso etwas anders, als man gedacht hatte. Vor allem Mercedes dürfte enttäuscht sein.

Da hat man den Kader auf sechs Auto beschränkt, was theoretisch dafür sorgen sollte, dass man die einzelnen Fahrer besser unterstützen kann. Aber irgendwie funktioniert das in diesem Jahr bei Mercedes nicht so, wie man sich das gedacht hat. Zwar hat Gary Paffett noch Chancen auf den Titel, aber die sind wohl eher gering und es bedarf schon eines Ausfalls von Mike Rockenfeller um überhaupt in die Nähe des Audi-Piloten zu kommen. Immerhin wird man sich freuen, dass Christian Vietoris nur einen Zähler hinter dem Mercedes-Leader Paffett liegt.

BMW hat, nach der großartigen Saison 2012, in diesem Jahr etwas Federn lassen müssen. Merkwürdig ist vor allem, dass es eigentlich aussschließlich für Bruno Spengler läuft, während gute Piloten wie Jamie Green und Martin Tomczyk mehr oder weniger hinter her fahren. Vor allem Tomczyk merkt man eine gewisse Ratlosigkeit an. Der Ex-Meister wird das Fahren ja nicht verlernt haben, aber in der sehr engen DTM fehlen ihm einfach die drei bis vier Zehntel, die ihn ganz noch vorne bringen würde. Man kann sich vorstellen, wie frustrierend es sein muss, wenn man seine Zeiten sieht, nur einen halben Wimpernschlag langsamer ist und dennoch gerade so in den Top Ten ist.

Aber er steht da nicht so ganz alleine. Ekström, Scheider, Priaulx, Mortara, Glock – alles gute Namen, die in der Tabelle weit, weit zurückliegen. Und da die Saison nur noch vier Rennen (Nürburgring, Oschersleben, Zandvoort, Hockenheim) hat, bevor es in eine Pause bis Mai 2014 geht, wird die Zeit knapp und der Druck grösser.

Für das Rennen am Ring braucht man schon mal eine gute Startposition, denn Überholen ist nicht so ganz einfach. Das DRS wird sicher helfen, zumal man es in der DTM ja schon ab einem Abstand von 2 Sekunden nutzen kann. Entscheidend wird aber auch mal wieder die Strategie sein. Wie lange wird man gute Zeiten mit den Options-Reifen fahren können? In den letzten Rennen hat man immer wieder gesehen, dass man mit einem langen ersten Stint viele Plätze gut machen kann, wenn denn der Rest des Feldes mitspielt und früh an die Box geht. Wenn man am Ring einen guten Top-Speed hat, kann man das Wagnis eines späten Stopps durchaus eingehen.

Wer vorne liegt, wird nach hinten schauen. Was macht die Konkurrenz, wie entwickeln sich deren Zeiten? Es lohnt sich also auch als Zuschauer ein Auge auf das Livetiming zu haben.

Mit einer Prognose halte ich mich mal zurück, aber ich vermute mal, dass Audi vor allem Rockenfeller nach vorne bringen will, möglichst abgeschirmt durch einen weiteren Audi. Im Grunde müssen sie aber nur in der Nähe von Spengler bleiben und schauen, dass der nicht zu viele Punkte sammelt.

Stand in der Meisterschaft

Rockenfeller 94
Spengler 67
Paffett 57
Vietoris 56
Farfus 48

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June 17 2013

07:04

DTM: Analyse Lausitzring 2013

Die DTM lieferte am Lausitzring ein an der Spitze eher ruhiges Rennen ab. Immerhin ging es vergangenen Wochenende hinter den Top 3 gut zur Sache.

Mike Rockenfeller Christian VietorisIm Grunde war das Rennen schon am Start entschieden. Gary Paffett startete wie eine Rakete und ließ dem Polesitter Christian Vietoris nicht den Hauch einer Chance. Schon in der ersten Kurve setzte er sich ab und gab die Führung bis zum Ziel nicht mehr ab. Überraschend war dann eher schon die Tatsache, dass Mercedes plötzlich wieder vorne mitmischt. Der letzte Sieg eines Mercedes datierte aus dem letzten Jahr, als Jamie Green am Norisring gewinnen konnte. Seit dem schaute man beim Gewinnen nur zu. Woher kommt die also die Wiederauferstehung der Stuttgarter?

Bei AMG und den anderen Teams wird man hart gearbeitet haben, das ist klar. Ein leichter Aufwärtstrend war schon am Red-Bull-Ring zu sehen, hat man also nun den Anschluss an BMW und Audi geschafft? Ich vermute eher nicht. Denn auf der anderen Seite muss man sich am Lausitzring BMW anschauen. Die kamen mit der Strecke überhaupt nicht klar und verpassten schon in der Qualifikation zum ersten Mal seit Langem die Top 4. Nun werden weder Augusto Farfus noch Timo Glock das Fahren verlernt haben, beide krebsten im Rennen aber außerhalb der Top Ten herum und im letzten Jahr gewann man an selber Stelle. Was die Vermutung nahe legt, dass der Kurs am Eurospeedway den Mercedes einfach richtig gut passt.

Die BMW-Fahrer beschwerten sich unisono über ein schlecht liegendes Auto und Untersteuern. Das konnte man im Rennen bei Bruno Spengler sehen, dessen Linie deutlich weiter verlief, als die seiner Konkurrenten. Vielleicht hat man sich bei BMW wegen der kurzen Vorbereitungszeit auch mit der Abstimmung verhauen. Seitdem die ITR die Freitagstest verbannt hat, ist die Zeit für eine gute Abstimmung knapp geworden. Auf der anderen Seite ist da die FIA, die den Streckenbesitzern nun aufgetragen hat, auf der Strecke teilweise neuen Asphalt aufzutragen. Folgt man der Anweisung nicht, verliert man die FIA-Zertifizierung und damit auch die Top-Rennen.

Interessant war es an diesem Wochenende mal wieder in Sachen Strategie. Seit die DTM in diesem Jahr die etwas weicheren “Option” Reifen eingeführt hat und man wechseln kann, wann man will, ist das Rennen komplexer geworden. Zwei Beispiele machen das klar. Timo Scheider und Mattias Ekstörm. Beide Audi-Piloten erledigten ihre Pflichtboxenstopps in Runde 5 und Runde 8 und wollten mit den weichen Reifen dann bis zum Ende durchfahren. Bei Ekström ging die Rechnung auf. Nach dem zweiten Stopp lag er auf P19, kämpfte sich dann aber auf P8 vor, ohne noch einmal stoppen zu müssen. Bei Scheider klappte das nicht, er musste mit abbauenden Reifen 9 Runden vor Schluss noch mal reinkommen und landete so am Ende nur auf P20.

Immerhin sorgte Ekström mit seiner Fahrt dafür, dass es einiges an Überholmanövern zu sehen gab. In der letzten Runde attackierte er den bestplatzierten BMW mit Bruno Spengler, der auf P7 lag. Die beiden lagen auf der Geraden nebeneinander und berührten sich auf der Zielgeraden mehrfach. Spengler rettete sich mit einer knappen Zehntel Vorsprung und quittierte die Aktion des Schweden mit einem ausgetrekkten Mittelfinger. Die ausgefallene Strategie von Audi zahlte sich aber dennoch aus, denn Ekström war nur von P18 gestartet.

Überhaupt lief es für die Audi im Rennen etwas besser, als noch in der Qualifikation. Mike Rockenfeller, der in diesem Jahr einen richtig guten Lauf hat, verbesserte sich im Rennen von P6 auf P2. Auch hier half eine andere Strategie, die ihm erlaubte, sich an den vor ihm liegenden Mercedes vorbei zu schieben. Auch er hatte früh gestoppt, fuhr dann einen langen Mittelstint und kam erst im letzten Drittel des Rennens wieder an die Box. Danach lag er zunächst knapp hinter Gary Paffett, der sich aber nach und nach doch absetzen konnte.

Erwähnenswert ist noch das Rennen von Daniel Juncadella. Der Mercedes-Junior startete von P13 und zauberte einige sehenswerte Überholmanöver auf die Strecke. Bruno Spengler überraschte er mit einem wilden Manöver am Ende der Start/Zielgeraden, das sich zu den Besten des Rennens gehört.

Weil bei BMW am Wochenende nichts ging, blieben auch deren Piloten unter ferner liefer. Nur Spengler rettete sich in Top Ten, verlor aber in der Meisterschaft wichtige Punkte an Mike Rockenfeller, der der wegen der besseren Gesamtergebnisse die Gesamtführung übernommen hat. Die DTM-Saison 2013 scheint spannend zu werden, vor allem wenn Mercedes die Form vom Lausitzring in den nächsten Rennen bestätigen kann.

1. Mike Rockenfeller (Audi) 59 Punkte
2. Bruno Spengler (BMW) 59 Punkte
3. Gary Paffett (Mercedes-Benz) 47 Punkte
4. Christian Vietoris (Mercedes-Benz) 40 Punkte
5. Augusto Farfus (BMW) 33 Punkte
6. Marco Wittmann (BMW) 32 Punkte
7. Robert Wickens (Mercedes-Benz) 27 Punkte
8. Dirk Werner (BMW) 22 Punkte
9. Mattias Ekström (Audi) 20 Punkte
10. Joey Hand (BMW) 16 Punkte

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3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Start DTM Lausitzring 2013 Start DTM Lausitzring 2013 19 Mike Rockenfeller (D), Audi Sport Team Phoenix, Audi RS 5 DTM 12 Jamie Green (GB), Audi Sport Team Abt Sportsline, Audi RS 5 DTM 9 Christian Vietoris (D), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé 3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Mike Rockenfeller Christian Vietoris

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May 21 2013

05:14

24H Rennen: Kurzanalyse Nürburgring 2013

Ein wirkliches 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring war es dieses Jahr ja nicht, aber es gab viel Abwechslung an der Spitze. Der Regen spielte beim Ausgang eine entscheidende Rolle.

Aston Martin Nuerburgring 2013Zunächst sei kurz vermerkt, dass dies nur eine Kurzanalyse der Spitzengruppe ist. Eine genauere Betrachtung des Rennens folgt in den nächsten Tagen, wenn Flo und Gok vom Ring zurück sind und Zeit haben, ihre Geschichte zu schreiben. Daher bitte ich um Nachsicht, wenn ich nicht in die Klassen einsteige.
Bei bestem Wetter startete am Sonntag pünktlich um 17.00 Uhr das diesjährige 24H-Rennen am Nürburgring. Die Top40 Quali hatte schon ein paar Überraschungen parat gehalten. Dass die Audis schnell sein würden, hatte man erwartet, dass aber der Aston Martin mit der #007 um ein Haar die Pole erobert hätte, war dann schon eine kleine Überraschung. Ebenso erstaunlich war die eher schwache Performance der beiden Manthey Porsche, die mit Werksfahrern erstklassig besetzt waren. Doch beide Ergebnisse hatten mit dem Wetter zu tun.

Schon beim Start war klar, dass es irgendwann im Laufe der Nacht regnen würde. Einige Vorhersagen sprachen sogar von einem Unwetter mit Hagel und Gewitter, das jedoch ausblieb. Aston Martin Pilot Pedro Lamy zeigte sich beim Start schon recht skeptisch. Man sei im Trockenen schnell, im Nassen jedoch nicht. Man habe keine Abstimmung gefunden, die für Regen wirklich geeignet sei. Auch die Audi-Mannschaft schaute eher sorgenvoll zum Himmel. Der R18 mit seinem Mittelmotor ist im Regen eher schwierig zu fahren, wie alle Piloten einmütig durchblicken ließen. Entspannte Gesichter sah man bei Porsche, denn die eher mauen Rundenzeiten basierten auf einer Mischabstimmung, die der alte Nordschleifen-Fuchs Olaf Manthey ausgetüftelt hatte.

In den ersten, trockenen Stunden, nahm das Rennen den Verlauf aus der Top40 Qualifikation. Frank Stippler fuhr im Stuck-Audi sensationelle Zeiten, konnte sich aber nicht vom Aston Martin absetzen. Auch die #3, der Audi R8 mit Biela, Joens, Ludwig, Rusinov von Phoenix, klemmte sich an die Spitzengruppe. Der Aston übernahm dann die Führung und fuhr sich einen kleinen Vorsprung heraus. Doch schon nach einer knappen Stunde konnte man sehen, dass der Vorsprung auch bitter nötig war. Die R8 konnten mindestens eine Runde länger draußen bleiben, was sich im Verlauf des Rennens summiert hätte, denn ein Stopp kostet am Ring locker zwei Minuten.

Die beiden Werks-Porsche hatten zunächst das Nachsehen und verloren schon in den ersten Stunden massig viel Zeit. Weder hatten sie die Rundenzeiten, noch konnten sie über die Stintlänge etwas ausrichten. Wer geglaubt hatte, dass Manthey mal wieder hübsch geblufft hatte, sah sich zunächst enttäuscht.

Richtig miserabel lief es dagegen für die beiden Schubert BMW Z4. Gleich in den ersten Runden kam es zu einem unglücklichen Zwischenfall, als Uwe Alzen seiner Teamkollegin Claudia Hürtgen in einer Intervention-Zone, die hinter einer Kuppe lag, ins Heck krachte. Beide schafften es an die Box, doch die #19 konnte nicht mehr repariert werden. Pech vor allem für Augusto Farfus, der auf dem Wagen gemeldet war, und extra aus Brands Hatch an den Ring geflogen war. Der zweite Schubert BMW stand auch lange, und ging mit knapp zwei Runden Rückstand wieder auf die Strecke.

Das Bild an der Spitze änderte sich in den ersten Stunden kaum. Die Audi hetzten den Aston, die SLS hielten sich zurück, gleichzeitig den Abstand unter Kontrolle, während die Manthey Wagen weiter zurückfielen und gar mit einer Überrundung rechnen mussten.

Die Rettung kam dann so gegen 21.00 Uhr, als die ersten Regentropfen fielen. Die Situation war, wie meist am Ring, undurchsichtig. Zunächst war es auf der Döttinger Höhe und bei Start/Ziel nass, der Rest der Strecke blieb trocken. Das führte zu kniffligen Entscheidungen in Sachen Slicks vs. Regenreifen. Der Aston Martin erwischte es dann perfekt. Gerade, als es richtig anfing zu schütten, kam er an die Box und nahm sich Regenreifen. Fast gleichzeitig fuhren die Manthey Porsche auf Slicks weiter, ebenso einige R18. Nachdem sich das Wechselchaos gelichtet hatte, sah man den Aston immer noch vor den Audi und den ersten SLS.

Nachdem die Porsche dann endlich an der Box waren, ging es allerdings zur Sache. Die Mischabstimmung machte sich nun bezahlt und beide Wagen schnitten im Gleichschritt durchs Feld. Innerhalb einer knappen Stunde reduzierten sie ihren Rückstand von knapp 7 Minuten auf unter 10 Sekunden auf den Aston. Die Audi vielen hingegen zurück und mussten beide Rowe und den Black Falcon SLS mit Schneider, Bleekemolen, Edwards, Thiim passieren lassen. Noch noch weiter hinten nahten die beiden Marc VDS BMW Z4, die man bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig auf dem Schirm hatte. Die lagen ebenfalls gut eine Runde zurück, hatten aber wohl auch auf eine Regenabstimmung gesetzt.

Die Strategie von Olaf Manthey wäre auch beinahe aufgegangen, wenn der Regen nicht so stark geworden wäre. Die Fahrer berichteten von massivem Aquaplaning auf der Döttinger Höhe, dazu kam Nebel im Bereich Pflanzgarten. Das führte dann um 22.42 Uhr zu einer roten Flagge und der Unterbrechung des Rennens. Die Rennleitung hatte zu dem ein Einsehen mit vielen kleinen Teams, die ihren Wagen im Regen an etlichen Leitplanken onduliert hatten, und hob die Parc Fermé Bestimmungen auf. Man konnte also an den Autos arbeiten, was aber den Vorteil von Manthey zunichte machte. Aus dem SLS-Lager hörte man dann gegen Ende des Rennens, dass die veränderte Abstimmung einiges gebracht habe.

Die Unterbrechung dauerte dann sehr lange. Der Regen fiel kräftig und der Rennleiter wollte die Piloten zu Recht nicht gefährden. Selbst nach Sonnenaufgang stand die Strecke noch mächtig unter Wasser, so dass der Restart erst am Montagmorgen um 08.20 Uhr erfolgte. Immerhin blieben so noch etwas mehr als acht Stunden Rennzeit.

Der Restart erfolgte immer noch unter schlechten Bedingungen und sah zunächst die Audi vorne. Der Aston fiel mit schlechten Rundenzeiten schnell zurück, aber auch die R8 konnten die Spitze nicht für sich beanspruchen. Beide Rowe SLS und der Black Falcon mit Bernd Schneider schoben sich nachdrücklich an die Spitze. Vor allem der Mercedes von Black Falcon setzte sich im Verlauf des Vormittags mit guten Rundenzeiten von beiden Markenkollegen ab.

Die beiden Manthey Porsche konnten ihre Dominanz vom Vorabend nicht mehr zeigen. Das lag sicher daran, dass die Konkurrenz in Sachen Abstimmung über Nacht nachgezogen hatte, aber auch an der BoP, die die Porsche offenbar weiter einbremst. Es ist bezeichnend, dass der beste Porsche auf P7 ins Ziel kam und aus der SP7 stammte (Manthey). Im Rennen wurden die Porsche teilweise von kleineren Problemen geplagt. So brachen beim “Frikadelli Porsche” zwei Stoßdämpfer, der “Dicke” von Manthey hatte ebenfalls kleinere Probleme.

Besser lief es am Vormittag für die verbliebenen BMW. Der Schubert-BMW mit Adorf, Hürtgen, Klingmann, Tomczyk holte eine Runde Rückstand auf und brannte sehr gute Rundenzeiten in den Asphalt. Noch besser lief es für den Marc VDS Z4 mit Martin, Piccini, Buurman, Göransson. Vor allem Maxime Martine zauberte Zeiten, die der Konkurrenz den Atem raubten. Sowohl am späten Abend als auch am Vormittag und Nachmittag war man teilweise 40 Sekunden schneller, als der Rest. Das wurde am Nachmittag zwar weniger, aber rund 15 Sekunden pro Runde reichten dem Team um beide Rowe SLS abzufangen. Wäre das Rennen durch die Nacht gegangen, der Z4 wäre nur schwer zu schlagen gewesen. So sah BMW das Rennen mit einem lachenden und weinenden Auge, denn am Ende fehlten nur 2.39min auf den siegreichen SLS von Black Falcon.

Die Dominanz der SLS, die am späten Sonntagabend mit dem einsetzenden Regen begann, war schon sehr beeindruckend. Der SLS war auf der Geraden das schnellste Auto und schien auch in den technisch anspruchsvollen Passagen kaum Schwächen zu haben. Weder die Reifen noch der Verbrauch spielten eine Rolle. Bernd Schneider hat zusammen mit seinem Team nun auch zum ersten Mal das 24H-Rennen gewonnen.

Ergebnis gesamt (pdf)
Ergebnis nach Klassen (pdf)

TV-Übertragung

Sport1 machte mit Hans-Peter Kohl und Eric Engesser einen sehr guten Job. Kohl war jederzeit auf der Höhe des Geschehens und warf auch einen Blick in die kleinen Klassen. Schade ist weiterhin, dass Sport1 nicht den Zweitsender Sport 1+ weiter nutzt. Der wurde nur von 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr am Sonntag eingesetzt. Um 20.00, nach nur drei Stunden, war Schluss mit der Übertragung, die erst wieder am nächsten Morgen einsetzte. Und auch am Sonntag unterbrach man für 2 Stunden, um eine Aufzeichnung zu zeigen, ohne Sport1+ einzusetzen. Das ist ein wenig schade, auf der anderen Seite bot man einen 24H Livestream an und mit Radio Le Mans wurde man auch gut versorgt.

Vielleicht würde Sport1 ja mehr zeigen, wenn man nach Einbruch der Dunkelheit mehr Bilder senden könnte. Aber bekanntermaßen dürfen die Helikopter, die auch als Relaisstation für die Onboard und stationären Kameras auf der Nordschleife dienen, nach 22.00 Uhr nicht fliegen. Man müsste ein Glasfaserkabel und die dazu nötige Technik mit Verteilern und Verstärkern um die Nordschleife legen, was angesichts der Topografie des Rings keine leichte Sache ist. Und Geld hat man dafür auch nicht, der Ring soll ja verkauft werden.

SAVE_THE_RING_blackDer Verkauf des Nürburgrings stand auch oft im Fokus der Berichterstattung von Sport1. Die Redaktion und die Journalisten vor Ort waren offenbar klar gegen einen Verkauf und stellten jedem Fahrer und Teamchef die dementsprechenden Fragen. Die Stimmung war dementsprechend gegen einen Verkauf, auch wenn sich einige Teamchefs und Fahrer sehr diplomatisch äußerten. Sport1 servierte das Thema so oft, dass man gar nicht anders konnte, als es es wahrzunehmen.

Ein Wort noch zum Schluss. Ich war von Anfang an skeptisch, was die Verlegung des Starts auf den Sonntag angeht. Was sollte das bringen, denn die meisten Fans mussten wegen der Arbeit und weiten Rückfahrt sowieso am Montagmittag los. Die leer gefegten Zeltplätze gegen Mittag sprachen dann auch Bände. Das Pfingstwochenende zu nutzen ist sicher eine gute Idee gewesen, aber man hätte das Rennen besser Samstag starten sollen. Das wäre vor allem den Fans entgegen gekommen.
Am Ende steht aber wieder ein schönes 24H-Rennen, das dann eher ein 14H-Rennen war. Aber das tat der Stimmung offenbar keinen Abbruch. Immerhin konnte man so mal eine Nacht schlafen, was der Party-Stimmung nach dem Rennen sicher zu Gute kam. Besonders positiv ist, dass das Rennen trotz des schlechten Wetters von wirklich schweren Unfällen verschont wurde. Freuen wir uns also auf das nächste Jahr.

Michael Ammermueller / Frank Stippler / Ferdinand Stuck / Johannes Stuck (Phoenix Racing, Audi R8 LMS ultra, Startnummer 4) Laurens Vanthoor / Edward Sandstroem / Christopher Mies / Christopher Haase (Belgian Audi Club Team WRT, Audi R8 LMS ultra, Frank Biela / Christer Joens / Luca Ludwig / Roman Rusinov (G-Drive Racing by Phoenix, Audi R8 LMS ultra, Startnummer 3), 41. ADAC Zurich 24h- Georg Weiss / Oliver Kainz / Michael Jacobs / Jochen Krumbach (Wochenspiegel Team Manthey, Porsche 911 GT3 RSR, Startnummer 12)Georg Weiss / Oliver Kainz / Michael Jacobs / Jochen Krumbach (Wochenspiegel Team Manthey, Porsche 911 GT3 RSR, Startnummer 12) Bernd Schneider / Jeroen Bleekemolen / Sean Edwards / Nicki Thiim (Black Falcon, Mercedes-Benz SLS GT3, Startnummer 9) Richard Westbrook / Emmanuel Collard / Mike Stursberg / Hans Guido Riegel (Haribo Racing Team, Porsche 911 GT3 R, Startnummer 8), Michael Ammermueller / Frank Stippler / Ferdinand Stuck / Johannes Stuck (Phoenix Racing, Audi R8 LMS ultra, Startnummer 4) Klaus Graf / Thomas Jaeger / Jan Seyffarth / Nico Bastian (ROWE Racing, Mercedes-Benz SLS GT3, Startnummer 22) Darren Turner / Stefan Muecke / Allan Simonsen / Pedro Lamy (Aston Martin Racing, Aston Martin Vantage GT3, Startnummer 7), Marc Lieb / Roman Dumas / Lucas Luhr / Timo Bernhard (Manthey Racing, Porsche 911 GT3 RSR Wolf Henzler / Peter Dumbreck / Martin Ragginger / Sebastian Asch (Falken Motorsport, Porsche 911 GT3 R Darren Turner / Stefan Muecke / Allan Simonsen / Pedro Lamy (Aston Martin Racing, Aston Martin Vantage GT3 24h-Rennen Nuerburgring Nordschleife Nissan BMW Z4 VLN Mercedes SLS VLN Porsche GT3 VLN Audi R8 VLN

Bilder: ADAC Nordrhein

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May 13 2011

15:28

VLN: Vorschau 42. Adenauer ADAC Rundstrecken-Tophy

Am Samstag startet mit dem 3. von 5 VLN Rennen vor dem 24H Rennen gleich einer der beiden Höhepunkte der VLN-Saison, denn es steht das erste von insgesamt 2 6h Rennen der VLN an. Gewöhnlich gehen die Rennen über max. 4 Stunden, jedoch machte man seit Jahren mit dem 6 Stunden ADAC-Ruhr Pokal-Rennen eine Ausnahme, welche mit 6 Stunden in der Regel den Höhepunkt der VLN-Saison markierte.

Im vergangenen Jahr war jenes einzige 6 Stunden Rennen fest in der Porsche-Hand, denn von den ersten 13 Wagen, welche das Ziel erreichten hatten 12 Autos die Zahl 911 im Namen stehen. Dabei dominierte vor allem ein Team: Manthey. Die Truppe um Olaf Manthey schaffte es das Podium komplett für sich alleine zu besetzen und dabei die Nordschleife ganze 42 mal zu umrunden, was unter dem Strich eine Distanz von sage und schreibe 1023,5 km bedeutete – Noch nie in der Geschichte der Nordschleife wurde vorher von Tourenwagen oder GT-Wagen innerhalb eines 6h-Rennen die 1000km geknackt. Damals gewann der Haribo-Porsche vor dem grün gelben “Dicken” und dem Nadelstreifen Wodka-Porsche GT3 R, welche allesamt über 1 Runde Vorsprung vor dem 4. Platzierten hatten.


So erstaunlich jene Dominanz im letzten Jahr war, ein 3-Fach Sieg für das Team Manthey erscheint in diesem Jahr allerdings etwas unrealistisch, wenn man sich die Konkurrenz ansieht. So ist auf dem Haribo Porsche nicht mehr der sehr schnelle Lance David Arnold Teamkollege von Christian Menzel (welcher hier auch noch Doppelstart fährt!), sondern Mike Stursberg und der Nadelstreifen GT3 R geht mit dem sehr schnellen Jochen Krumbach und Phillip Wlazik ins Rennen.

Konkurrenz werden sie hier vor allem vom Gewinner des letzten Laufes, dem Mamerow-SLS mit Armin Hahne und Chris Mamerow bekommen, welche für das Rennen Unterstützung von Pierre Kaffer erhalten. Konkurrenz werden sie auch vom SLS von ROWE Racing mit der #15 erhalten, wo sich Thomas Jäher, Alexander Roloff und Roland Rehfeld am Steuer abwechseln werden und vor allem auch von Horn Motorsport, welche wieder mit David Horn und dem sehr schnellen Sascha Bert an den Start gehen werden. Es fehlen aber die Top-Besetzten SLS GT3 von Black Falcon, welche bei den 2 letzten Läufen in der VLN noch am Start waren, so dass man “nur” auf 5 Sternenkrieger kommt.

Der einzige Nicht-Porsche unter den besten 13 im letzten Jahr, war ein BMW Z4 GT3, eingesetzt von Dörr Motorsport welche mit Platz 7 den totalen Porsche Triumph verhindern konnten. Dass ein solcher Triumph nicht nochmal geschieht, dafür sorgen an diesem Wochenende gleich 5 Wagen aus München. So wird Schuberth Motorsport sein 2011-Debüt in der VLN mit dem kräftig überarbeiteten Z4 GT3 feiern und dabei versuchen mit den Trio’s Marco Hartung, Jörg Viebahn und dem aus den USA bekannten Tommy Milner (#16) sowie dem rein norwegischen Trio Anders Burchardt/ Nils Tonrud/ Stian Sorlie im Rahmen ihrer Möglichkeiten vorne mitzumischen. Ein 3. Z4 mit Claudia Hürtgen findet sich leider Stand Mittwochabend nicht in der Liste wieder.

Teamchef Rainer Dörr, welcher wieder seinen Z4 GT3 mit der gewohnten Besatzung ins Rennen schickt, hat nach dem letzten Lauf schon mal angedeutet, dass man mit dem Z4 bei BMW wohl einen sehr guten Schritt in die richtige Richtung gemacht hat und man mit dem komplett erneuerten Auto sicher noch Zeit finden wird. Unter anderem hat man mehr Leistung, eine deutlich veränderte Aero welche an dem neuen großen Heckflügel erkennbar ist. Der Z4 hat bei der GT3-EM in Portimao mit 2 Laufsiegen schon mal aufgezeigt dass man hier ein sehr flottes Auto entwickeln konnte.

Die beiden anderen Gesamtsiegfähigen BMW stellen die 2 M3 GT2 von AC Schnitzer dar, welche am Samstag ihren planmäßig letzten Auftritt vor den 24H haben werden mit den 2 bekannten Trios Jörg Müller/Augusto Farfus/Pedro Lamy sowie das “Dirk-Auto” mit Dirk Adorf, Dirk Müller und “Dirk” Priaulx dar.

In der gleichen Klasse, der E1-XP findet sich auch der Ferrari P4/5 Competizione wieder, nachdem man den letzten Lauf zu Gunsten von Testfahren ausgelassen hat wieder. Man wollte lauf Facebook Kommentaren hier Erfahrungen sammeln und eine neue Einstufung austesten, welche auf mehr Gewicht, dafür aber einem größeren Air Restriktor setzen würde. Anscheinend hat man sich aber für die letztmals benutzte ursprüngliche Variante entschieden, denn in der BoP Tabelle taucht man nach wie vor mit 2 x 28,6mm und 1200 kg Gewicht auf.

Ein weiterer Ferrari, und da muss man den Jungs von Farnbacher für ihre Ausdauer echt ein Kompliment aussprechen, ist der F458 von Farnbacher Racing. Nach RCN-Lauf, LM-Test, VLN-Lauf mit Unfall, 1000km von Spa steht nun der fünfte Ausdauer Einsatz innerhalb von 5 Wochen für das Team an! Unterstützt werden Dominik “Dominator” Farnbacher und Marco Seefried hier von Jaime Melo, seines Zeichens Ferrari-Werksfahrer. Vor allem für Dominik Farnbacher wir das ein stressiger Samstag werden, denn er wird zuerst beim GT Masters am Sachsenring starten und dann vermutlich per Heli zum Ring transportiert um dort dann in das Geschehen einzugreifen.

Neben den Gesamtsiegfähigen SLS von Black Falcon, dem Lambo von Stuck³ und dem Hybrid-Porsche glänzen auch die R8 LMS von ABT und Phoenix durch Abwesenheit in der Nennliste. So werden zwar 2 R8 LMS von Audi Race Expierence an die Strecke rollen, welche mit jeweils einem Profi (wie hier Marco Werner und Florian Gruber) und Amateuren besetzt sind. Die Leitung dieses Projekts, hat seit kurzem ein alter Bekannter von Porsche und Eurosport-Zeiten inne: Manfred Jantke.

Ein Porsche fehlt hier allerdings bis jetzt: Der “Dicke” von Manthey mit Marc Lieb, Arno Klasen sowie Timo Bernhard. Dies liegt allerdings nicht daran, dass man nicht startet, sondern die Klasse gewechselt hat. Man startet nun wie 2009 in der SP7 mit dem 911 GT3 RSR in der gleichen Klasse wie der WTM, welche allerdings keinen RSR fahren. Aber anscheinend war man seitens der TK nicht so begeistert von der Idee und hat veranlasst, dass alle Air Restriktoren für Wagen der SP7 um 0,5mm kleiner werden und der Tankinhalt auf 105 Liter gesenkt wird.
Ob das alles nur gemacht wird, um im Hause Manthey einem Vergleich in der SP9 aus dem Weg zu gehen, oder ob man ernsthaft überlegt wieder in die SP7 zu gehen, ist leider nicht bekannt. Seitens der VLN wurde die max. erlaubte Leistung der Motoren, welche auf einer Tabelle in Abhängigkeit vom Gewicht und Hubraum ermittelt wird, erneut auf offiziell knapp unter 500 PS für die Porsche gesenkt. Etwas verwirrend sind jedoch die damit einhergehenden Einstufungsvarianten, denn so ist es möglich denn GT3 R mit 1250 kg und einmal mit 1300 kg, mehr Leistung sowie 110 Liter Tank starten zu lassen. Dies zieht sich mittlerweile durch mehrere Klassen und Fahrzeuge, denn so kann man auch den BMW M3 GT2 in 2 verschiedenen Einstufungen starten lassen. Eine Regelung welche nicht gerade für mehr Klarheit in der BoP sorgt wie ich finde.

Der Verzicht von Nennungen von SP9-Teams könnte Möglichkeiten für Teams eröffnen, welche bisher zwar schnell waren, aber nicht ohne Probleme über die Distanz gekommen sind. Allen voran wäre dies der Frikadelli Porsche rund um Sabine Schmitz sowie der Pinta-Porsche, welcher beim letzten Lauf leider technische Probleme hatte und somit nur wenige Runden fahren konnte. Ein anderes Auto, welches vom Speed her sicher auch vorne mitmischen könnte, wenn es denn will ist der VW Golf24H welcher seit seinem ersten Auftritt nur noch als “Übergolf” bezeichnet wird. Grund sind Szenen wie diese, als Peter Terting Wolfgang Kaufmann von Kremer Racing im Karussel außen (!!!) überholte :

Daher hat man auch seitens der Technischen Kommission reagiert und den Air Restriktor für den 2,51l Turbo auf 42,3mm und das Gewicht auf 1300 kg heraufgesetzt. Gesteuert wird der Wagen von Thomas Mutsch, Frederik Ekblom sowie Franck Mailleux.

In der SP3T werden sich hingegen wieder der Audi TT von Raeder Motorsport sowie die beiden von LMS Engineering eingesetzten VW Scirocoo um sehr wichtige Punkte für die Meisterschaft duellieren. Ein weiterer sehr prominent besetzter Scirocco wird in der SP11 für alternative Kraftstoffe genannt. Pilotiert wird dieser Wagen von Carlos Sainz, Peter Wyss ,Dr. Ulrich Hackenberg und Mark Blundell. Anscheinend hat man noch keinen 2. Golf zur Hand und möchte jenen Piloten Rennpraxis sammeln lassen, denn jene Piloten werden auf den insgesamt 3 Golf24 vermutet.

Etwas stärker ist wieder die zuletzt sehr schmal besetzte SP3 besetzt. So werden immerhin 8 Wagen versuche Mario Merten und Wolf Sylvester den Klassensieg streitig zu machen, während jene versuchen werden die Klasse zu gewinnen um ordentlich punkten zu können. Auch gut Punkten wollen, wird das Trio von Black Falcon aus der V5 Klasse wollen, denn nachdem mal 2 mal die Klasse gewinnen konnte, werden nun auch Tim Scheerbath Manuel Matzger und Carsten Knechtges versuchen die Klasse ein 3. mal zu gewinnen um im Kampf um die Meisterschaft weiter tatkräftig vorne mitmischen zu können.

Auch sehr knapp dürfte es im Kampf um den Sieg um die Renault Clio Cup Klasse hergehen, wo mehrere Wagen das Potential zu siegen haben wie die Wagen Flepper Racing, Schläppi RaceTec oder der Clio Cup von Olivo Jannik und Elmar Jurek. Vll. gewinnt hier aber auch ein anderer Wagen ?

Den Besuchern vor Ort wird also definitiv was geboten, wenn das Rennen eine halbe Stunde früher, um 11:30 gestartet wird und über 6 Stunden geht. Daher verschiebt sich auch der Beginn des Zeittrainings auf 8:05. Wer in der Nähe der Eifel wohnt, kann das Fan-TV über DVB-T empfangen. Für alle anderen wird vermutlich wieder das Live Radio mit Olli Martini und Lars Gutsche sowie der Live Ticker und das Live Timing herhalten müssen.

April 06 2011

15:04

VLN: Analyse 58. ADAC Westfalenfahrt

Als am Samstag um Punkt 12.00 Uhr die grüne Flagge den Beginn der neuen Saison markierte, waren viele Fragezeichen in der Luft. Einige konnten beantwortet werden, einige nicht und vermutlich ist während des Rennens das ein oder andere Fragezeichen hinzugekommen.

Bereits der frühe Morgen an jenem Samstag machte allen Teilnehmern, Streckenposten und Fans klar warum die Eifel unberechenbar bleibt und mit nichts zu vergleichen ist, denn es gab einen kürzeren aber doch stärkeren Regenschauer welcher dazu führen sollte, dass vor allem gegen Ende des Zeittrainings viel Betrieb herrschte da die Strecke immer mehr abtrocknete und somit Stück für Stück immer schneller wurde. Aber nicht jeder kam mit diesen Bedingungen am besten zu Recht und für das ein oder andere Team war somit schon vor dem Start das 1. Rennen gelaufen. Andere schafften es keinen Abflug zu produzieren, fanden sich aber nur im Mittelfeld wieder und andere konnten stark auftrumpfen. Für ein spannendes Rennen war also gesorgt.

Am besten kamen damit wie man auf dem Bild vom Start links sehen kann, die BMW M3 GT2 von AC Schnitzer. So konnte sich die #43 mit Andy Priaulx/Dirk Müller und Dirk Werner am Steuer die Pole mit einer Zeit von 8:39 vor dem Schwesterauto mit #43 und der Besatzung Augusto Farfus/Jörg Müller und Nordschleifen-veteran Uwe Alzen sichern. Auf Platz 3 folgte mit geringem Abstand der 1. Wagen der SLS-Meute mit der Startnummer #2 und der Besatzung Kenneth Heyer/ Jan Seyfarth/Thomas Jäger sowie Jeroen Bleekemolen vom Team Black Falcon. Auf Platz 4 folgte dann der beste Porsche von Manthey, dies war aber nicht einer der beiden favorisierten GT3 R, sondern der WTM aus der SP7, gefolgt vom sympathischen Team von Sabine Schmitz welche sich mit Niclas Kentenich am Steuer abwechselte. Unterstützt wurden die 2 dabei noch überraschend von Marc Basseng. Manthey kam anscheinend im Zeittraining generell nicht so mit den Bedingungen zu recht oder wollte damit nicht so zurechtkommen, was ich aber weniger nachvollziehen kann, denn auf den Startplätzen 7 und 8 landeten zum einen etwas überraschend der Porsche 911 aus der SP7 mit den Busch-Zwillingen am Steuer welche sich knapp vor dem Falken-Porsche von Jörg Bergmeister durchsetzen konnten.

Komplettiert wurden die ersten 10 Startplätze von Chris Mamerow im SLS GT3, und dem besten Audi, eingesetzt von Phoenix Racing mit Ja-Olaf Brunstedt/Marc Hennerici und Frank Stippler während Manuel Lauck als 11. gerade noch so in die Top 10 verpasste.
Auf Platz 12 landete der 2. Audi R8 LMS u.a mit Marc Bronzel und Christopher Haase am Steuer. Die große Frage war natürlich wo die beiden favorisierten Manthey lagen: So lag der Haribo Porsche auf Platz 13 während der “Dicke” nur von Platz 17 ins Rennen ging. Dass dies aber nur eine Momentaufnahme war, zeigten dann aber schon die ersten Runden…

So blieb schon in der Einführungsrunde der Porsche der Busch-Zwillinge stehen und das Rennen war daher für die 2 schon vor dem Start gelaufen. Beim Start konnten sich unter mittlerweile nun trockenen Bedingungen die führenden BMW mit Uwe Alzen und Andy Priaulx durchsetzen während Thomas Jäger gleich versuchte den 2. BMW anzugreifen dabei aber einen weiten Weg gehen musste und dabei noch von Oliver Kainz im WTM-Porsche attackiert und überholt wurde. Den größten Sprung in der Startrunde machte aber Manuel Lauck im Pinta Porsche welcher auf P5 liegend aus der 1. Kurve zurück kehrte und dicht im Auspuff des vor ihm liegenden Mercedes hing. Dieser konnte sich aber Manuel Lauck noch vom Leibe halten indem er Oli Kainz beim anbremsen der 1. Schikane überholte und sich dieser nun den Angriffen von Manuel Lauck ausgesetzt war. Unterdessen hat sich Timo Bernhard in der 1. Runde schon auf P7 nach vorne gearbeitet und in der Mercedes Arena sich auch noch Niclas Kentennich im Frikadelli Porsche geschnappt und dabei 11 Plätze gut gemacht während der Haribo Porsche auf P9 gezeigt wurde, dicht gefolgt vom Nadelstreifen/Wodka Porsche aus dem Hause Manthey.
Für Jörg Bergmeister und Peter Dumbreck im Falken Porsche war aber schon nach der 1. Runde das Rennen de facto zu Ende als man in die Box rollte und erst Minuten später wieder zurück auf die Strecke konnte. Jedoch folgte eine nicht enden wollende Serie von Kurzrunden und weiteren unplanmäßigen Boxenstopps aufgrund massiver Probleme mit dem Wagen so dass der Tag für das Team schon sehr früh im Rennen hinüber war.

Dass die anderen Porsche aber noch lange nicht genug hatten wurde auch in den darauf folgenden Runden mehr als deutlich. So holte sich Manuel Lauck zu Beginn der 3. Runde Andy Priaulx – welcher dann zugleich auch noch von Thomas Jäger in der Mercedes Arena kassiert wurde, und wollte sofort den führenden BMW mit Uwe Alzen am Steuer auf P2 verweisen. Dieser konnte sich jedoch noch gegen Manuel Lauck beweisen und die Führung bis eingangs Hatzenbach verteidigen als sich diese der entfesselnd fahrende Manuel Lauck holte.
Da die gesamten Top innerhalb von ein paar Sekunden lagen gab es somit immer schöne Zweikämpfe, von denen man als auswärtiger leider nichts sehen konnte. Es gibt zwar das Fan-TV der VLN, welches aber nur per DVB-T rund um den Ring zu sehen ist. Alle anderen wie ich hatten leider keine Chance auf bewegte Bilder zu kommen, denn der angebliche Justin Stream hielt auch nicht das was er versprach. Man kann daher nur hoffen dass die VLN auf dieses Problem reagiert und hoffentlich bald einen eigenen Online-Stream anbietet.

Aber nun zurück zum Rennen: So lag gegen Ende der 4. Runde Manuel Lauck knapp vor Uwe Alzen und vor Timo Bernhard welcher Thomas Jäger im SLS auf P4 verweisen konnte. In jeder Runde kam auch bereits der Mamerow-Mercedes an die Box da man anscheinend über das Fahrverhalten nicht ganz so glücklich war nach kleine Veränderungen welche man alle während des Stopps tätigen konnte war dieser aber wieder im Rennen und es wäre sehr spannend gewesen was passieren würde, würde z.b während des Rennen Regen einsetzen, da der SLS ja nun off-sequenze war da das Pit-Window für den 1. Stopp in der Regel zwischen Runde 7 und Runde 9 liegt.
Unterdessen konnte sich Duncan Huisman auf P38 im Gesamtklassement und auf P1 in seiner Klasse SP10 im Eifelblitz für Scheid Motorsport verbessern und die Klasse souverän anführen während der Ferrari P4/5 von James Glickenhaus konstante Runden um die 8:45 drehen konnte und auf Platz 20 rangierte.
Die Titelverteidiger Mario Merten und Wolf Sylvester lagen zu diesem Zeitpunkt auf P1 in der Klasse SP3 und Platz 64 Gesamt während die Gebrüder Schall auf Platz 54 mit ihrem Mercedes E190 lagen.

In der sehr stark besetzen SP3T lange zu diesem Zeitpunkt Maik Rosenberg und Peter Terting im VW Scirocco vor dem bekannten Trio von Raeder Motorsport welche wieder auf ihren Audi TT S vertrauten. Auf Platz folgte ihnen der 2. Scirocco mit wenigen Sekunden Abstand und Emin Akata am Steuer.
In der SP4T lag der Ford Focus der FH Köln vorne da der einzige verbliebene Konkurrent in der Klasse schon raus war während es in der SP5 deutlich enger zuging.
Dort führte die #210 von Kappeler wenig überraschend die Klasse an, jedoch dicht gefolgt von dem BMW M3 vom MSC Rhön e.V und dem 130 mit Udo Schauland/Koritz Kröner/Lars Gerdau.
Der Dörr Z4 aus der SP6 führte seine Klasse dort schon mit guten 75 Sekunden Vorsprung an, nachdem das neu aufgebaute Auto nach einem schweren Unfall am Ende der letzten Saison die Speerspitze bildete, da die Upgrade-Kits für den Z4 GT3 noch nicht fertig geworden sind.

Kommen wir nun noch zur am stärksten besetzten Klasse, nämlich der Renault Clio Cup welche 20 Wagen an den Start brachte welche zu diesem Zeitpunkt vom Clio von Schläppi Racing knapp vor den Renault Clio von Tim und Dirk Gronck sowie vor Flepper Racing.

In der Zwischenzeit konnten sich die ersten 4 bis zum Beginn der 7. Runde der bis dahin kaum veränderten Topgruppe um knappe 5 Sekunden vor den Verfolgern absetzen, während erst ab Position 7 mit Oli Kainz eine etwas größere Lücke von 16 Sekunden entstand. Überraschenderweise kam der letztjährige mehrfache Laufsieger Christian Menzel im Haribo Porsche nicht weiter nach vorne und hatte auf P8 fast 30 Sekunden Rückstand auf die Spitze welche in der nächsten Runde mit den Boxenstopps beginnen würde nachdem am Ende der 7. Runde bereits Christopher Haase im Audi R8 und Thomas Jäger im Mercedes an die Box kamen.

Nur wie bereits erkannt, habe ich vorhin gerade den Konjunktiv benutzt, denn anscheinend haben sich 2 ganz heiße Sieganwärter bei der Benzinmenge verpokert. So rollte der Dicke von Manthey mit Timo Bernhard im Bereich Schwalbenschwanz aus, während der führende Manuel Lauck kurz vor der Boxeneinfahrt in der Hohenrain-Schikane für mehrere Minuten stehen blieb. Anscheinend hat ihm dann jemand etwas Spirt in den Tank gefüllt, aber der Kampf und den Gesamtsieg des 1. Wertungslaufes war damit natürlich gelaufen. So kamen bis auf Uwe Alzen und den 2 angesprochenen Porsche alle anderen Wagen aus der Topgruppe zu ihrem 1. Stopp und konnten nachher in unveränderter Reihenfolge wieder auf die Strecke gehen während Uwe Alzen erst gegen Ende der 9. Runde die Box ansteuerte.
Von nun an führte der Mercedes SLS von Armins Hahne, welcher das Steuer von Chris Mamerow übernommen hatte mit 1:11 Min, da man ja schon nach 4 Runden zum Service kam und daher deutlich weniger Standzeit hatte während der Rest kaum unverändert folgte wobei sich die beiden BMW und der Mercedes von Black Falcon etwas absetzen konnten nachdem sich der Black Falcon SLS Platz 2 knapp vor dem BMW mit der #42 sichern konnte.

Zu diesem Zeitpunkt kam dann auch Mika Salo im bis dahin auf Platz 17 vorgerückten Ferrari P4/5 an die Box während man vorher doch konstante Zeiten um die 8:40 ein erstaunlich gutes Tempo vorlegen konnte, denn dies war sowohl für Mika Salo als auch für den Wagen der 1. Einsatz in der Grünen Hölle. Da kann man dem Team nur gratulieren. Leider wehrte die Freude nicht lange, denn in der darauf folgenden Runde wurde der Wagen in langsamer Fahrt im Bereich Steilstrecke/Karussel gesehen und als der Wagen an die Box rollte fing der Wagen leider etwas Feuer. Man kann nur hoffen dass der Wagen keine größeren Schäden davon getragen hat und möglichst bald wieder auf der Nordschleife zu sehen sein wird, denn dass dieser Wagen Potential hat, hat er schon mal bewiesen.

An der Spitze steuerte dann in der 13. Runde der Mamerow SLS zum 2. Mal (diesmal allerdings planmäßig) die Box an womit nun der Black Falcon Mercedes vor den beiden BMW in unveränderter Reihenfolge das Feld anführte, dies währte aber auch nur bis zum Ende der 15. Runde, denn dann steuerte der Mercedes die Box zum 2. Stopp des Tages an, wo nun Jan Seyfarth das Steuer von Kenneth Heyer übernommen hat während die BMW nun ihre schnellsten Runden mit ~8:25 drehten.
Unterdessen konnte sich aber ein anderes Auto still und leise langsam aber sicher nach vorne arbeiten: Der Horn SLS mit David Horn und Sascha Bert am Steuer konnte sich bis auf P4 zu diesem Zeitpunkt nach vorne fahren. Ebenfalls sehr gut lag der Frikadelli Porsche, aber leider hat man den 2. Stopp verpatzt und gute 2 Minuten auf die Konkurrenten verloren, jedoch stand am Ende immer noch ein sehr guter 5. Platz zu Buche nachdem nun Marc Basseng das Steuer übernommen hatte.

Gegen Ende der 17. Runde bog dann auch der bis dahin 3. platzierte BMW #43 an die Box zum 2. Stopp des Tages ab, während die #42 wieder eine Runde länger draußen bleiben konnte und somit erst gegen Ende der 18. Ende an die Box fuhr.
Zu dieser Zeit konnte auch der Eifelblitz von Scheid Motorsport immer noch seine Führung in der Klasse der SP10 halten und man muss hier Duncan Huisman mal ein riesen Lob aussprechen, denn er fuhr das gesamte Rennen alleine und ohne Fehler. Respekt.

Leider hat es für Scheid und Duncan Huisman nicht ganz zum Sieg in der SP10 gereicht, denn der größtenteils 2. Platzierte Aston Martin von Mathol Racing startete am Ende in Person von Wolfgang Weber noch eine beachtenswerte Aufholjagd und der Vilshofener kassierte kurz vor Ende noch den Eifelblitz um sich den Sieg in der Klasse SP10 zu sichern.
In den anderen Klassen wie der SP5, lag weiterhin der M3 von Kappeler unangefochten vorne, welcher Schluss endlich auf mit 2 Runden Vorsprung seine Klasse mehr als deutlich gewinnen würde.
In der SP6 hat sich derweil nach wenigen Runden der Porsche 911 von Bonk vor dem Z4 von Dörr geschoben. Jedoch hielt diese Führung nicht lange und man schied bereits nach wenigen Runden aus und machte somit den Weg für Dörr zum Klassensieg frei, aber auch diese schafften es nicht und auch hier kam das Aus mehr als vorzeitig so dass ein Trio aus Frankreich in ihrem BMW M3 die Klasse der Specials bis 3500 ccm gewinnen konnte.
Zu guter Letzt noch ein Blick in die am stärksten besetzte Klasse, die Renault Clio Cup: Dort führte zu diesem Zeitpunkt noch die #655 von den Gronecks knapp vor der #667 von Schläppi, konnte diese Führung aber nur noch 1 Runde lang halten da man dann in der darauf folgenden Runde einen technischen Defekt hatte und das Rennen vorzeitig beenden musste. Somit war der Weg für Schläppi zum Sieg in der Cup-Klasse frei.

Nicht anders erging es auch zu diesem Zeitpunkt des Rennens den Jungs von Raeder Motorsport. Man konnte zwar seine Klasse die SP3T knapp gegen die 2 VW Sciroccos anführen aber kurz vor Ende schlug auch hier das Pech zu und man schied nach 24 Umläufen aus was den Weg für Maik Rosenberg und Peter Terting in ihrem VW Scirocco frei machte, während ihre Teamkollegen Emin Akata Christian Krognes mit 1 Runde Rückstand auf Platz 2 ins Ziel kamen.
Und auch die Aussichtsreich in der Cup2, der 911 Cup-Klasse liegenden Piloten von Manthey u.a mit Christopher Mies am Steuer hatten kein Glück und mussten nach 23 Runden die Segel vorzeitig streichen wodurch der 911 Cup um Wolfgang Kohler, Frank Kräling und Christian Menzel den Klassensieg holen konnte.

Die letztjährigen Meister von Bonk Motorsport konnten sich zwar den Sieg in der SP3 Klasse sichern, da aber nur 2 Wagen im Ziel gewertet wurden, ist die Punkteausbeute dementsprechend Mager und man wird sich im Team der letztjährigen Meister sicher die Frage stellen ob und in welche Klasse man möglicherweise wechseln wird um eine Chance zur Titelverteidigung zu haben.

Zurück nun an die Spitze: Nach 21 absolvierten Umläufen lag hier der SLS von Armin Hahne noch gute 27 Sekunden vor dem BMW mit der #42 und gute 70 Sekunden vor dem BMW mit #43 und Dirk Werner am Steuer. Auf P4 lag der Black Falcon Mercedes mit Kenneth Heyer am Steuer, welcher aber in die Box abbog um zu stoppen, nachdem die BMW mehr und mehr Zeit auf beide SLS gutmachen konnten.

Gegen Ende der 22. Runde bahnte sind dann die Entscheidung des Rennens an: Armin Hahne kam im Mamerow SLS auf P1 liegend planmäßig an die Box. Dort stellte man dann aber fest dass der Wagen massive Bremsprobleme hatte und keinen richtigen Bremsdruck mehr aufbauen konnte. Man ging daher auf Nummer sicher und beließ den Wagen in der Box was natürlich dazu führt dass die beiden Werks-BMW nun gute 2 bzw. 1 Minute Vorsprung auf den SLS von Black Falcon hatten.

Der Weg war somit für die 2 BMW frei und man fuhr dann weiter Zeiten von 8:30 und musste gegen Ende des Rennen nur noch zu einem kurzen Splash and Dash (was bei einer solchen Strategie aber normal ist, denn mit 2 Stopps kommt man in der VLN kaum durch) kurz vor Schluss in der 26 bzw. 27 Runde reinkommen. Da auch dies ohne Probleme vonstattenging konnte man einen verdienten Gesamtsieg feiern. Auf Platz 3 und 4 landeten die SLS GT3 von Black Falcon bzw. der schon vorhin angesprochene Horn SLS bevor auf Platz 5 der beste Porsche in Form des Frikadelli Racing Teams landete, welcher von Niclas Kentenich, Marc Basseng und “Speedbee” Sabine Schmitz gesteuert wurde.
Schade dass dieses Team den letzten Stopp etwas vermasselt hatte und dabei gute 2 Minuten verloren hat, denn sonst wäre noch Platz im Endresultat möglich gewesen.
Auf Platz 6 landete dann der Haribo Porsche von Christian Menzel, Mike Stursberg und Hans Guido Riegel.

Während der besten Audi R8, eingesetzt von Phoenix Racing nicht über Platz 8 hinauskam
Fairerweise muss man aber auch sagen dass der R8 nie vorne aufgetaucht ist und auch nicht den Eindruck erweckte als könnte er um die Top5 kämpfen. Aber man hat sich noch sehr achtbar geschlagen denn anfangs sah es ja noch schlechter für das Team um Mike Bronzel aus.
Die Top 10 werden noch vom WTM Manthey Porsche aus der SP7 und dem vor allem am Anfang so stark angasenden Pinta Porsche GT3 R um Manuel Lauck und Michael Illbruck komplettiert welche nach ihrem Missgeschick keine Chance mehr nach ganz vorne hatten.

Das komplette Gesamtklassement kann man hier und nach Klassen aufgeteilt hier nachlesen.
In der Meisterschaftstabelle führt nun Schläppi Racing vor dem VW Scirocco von Peter Terting und Maik Rosenberg und dem SLS AMG GT3 von Black Falcon welcher ja seine SP9 gewinnen konnte.

Wer jetzt aber meinen könnte das BMW die stärkste Marke 2011 am Ring wäre, der sollte aufpassen, denn die schnellste Runde fuhr ein Mercedes SLS von Black Falcon, aber auch “nur” mit 8:24 während die BMW M3 GT2 8:25 hinlegten. Die schnellsten Zeiten aus dem letzten Jahr, wurden jedoch von Manthey mit dem GT3 R gefahren und zwar im Bereich von 8:11 im Rennen. Man darf also davon ausgehen dass bis zum 24H Rennen noch weiter massives sandbagging betrieben wird um nicht per BoP eingebremst zu werden.
Dies wird auch ein Grund gewesen sein warum am Anfang alle Top-Wagen so eng beieinander waren, denn keiner musste ans Limit gehen und die wahre Performance wird man vermutlich erst bei jenem 24H Rennen sehen. Daher wird es sehr schwer sein treffsichere Prognosen über die Wagen zu erstellen, auch wenn man nun die max. Leistung der Wagen in der BoP niedergeschrieben hat und zumindest bei Porsche den Air Restriktor verkleinert hat. Man darf nicht vergessen dass Manthey letztes Jahr mit offiziellen 490 Pferden in der Lage war Zeiten von 8:11-8:14 im Renntrimm oder 8:07 im Quali zu fahren und die Teams werden in Sachen Entwicklung sicher nicht geschlafen haben.

Das nächste Rennen wird am 30.04 wieder über 4 Stunden gehen; hoffentlich auch mit bewegten Bildern über das Internet.

VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt

January 09 2011

09:14

Tourenwagen 2010: Spannung, Not & Elend

Die Tourenwagensaison 2010 wird nicht gerade bei vielen blendender Erinnerung bleiben. Schon gar nicht bei BMW, die den WM-Titel vor dem Sportgericht verloren haben.

BTCC und WTCC hatten nicht gerade ihr bestes Jahr. So viel kann man schon am Anfang eines Saisonrückblicks feststellen, aber die Gründe, warum sich beide Serien im Moment nicht gerade in Höchstform befinden, fallen sehr unterschiedlich aus. Bei der BTCC sind die Probleme offensichtlich: Mit Chevrolet hat man nur ein Werksteam, dessen finanzielle Mittel ausreichend vorhanden ist und somit fehlt ein wenig die Konkurrenz. Honda hat zwar ein Semi-Werksprogramm, steckt aber, verglichen mit Chevy Europe, wenig Geld rein. Ähnliches gilt für Ford, die das Team Aon vorgeschickt haben, um den neuen gasbetriebenen Turbomotor aus zu testen. Ein richtiger Werkseinsatz ist das auch nicht, aber immerhin ein Lichtblick. Die BTCC Saison 2010 blieb auch nur bis zum Ende spannend, weil sich Chevrolet ein paar Fehler erlaubte und die Veranstalter Ford an der langen Leinen ließen. Und weil Team Dynamics die Hondas richtig gut in Schwung bekam.

Für Ray Mallock Ltd., die die Chevrolet an den Start gebracht haben, war der Einsatz in der BTCC eigentlich nur ein “Abfallprodukt”, allerdings ein mit einem Hintergedanken. Man setzt sowieso die drei Cruze in der WTCC, und da der Wagen zu Beginn der Saison neu war, auf der anderen Seite aber die Testzeit begrenzt ist, konnte man die Daten aus der BTCC gut gebrauchen. Auf der anderen Seite war schon zum Start der Saison klar, dass alles andere als der Titel in der BTCC eine herbe Enttäuschung gewesen wäre. Denn man setzte ja nicht nur mit der WTCC baugleiche Wagen ein, man hatte mit Jason Plato auch einen der besten britischen Fahrer engagiert. Aber es ging dann doch eine Menge schief. Der Motor litt unter Kinderkrankheiten, besonders die Elektronik spielte gerne mal verrückt. Auch rächte sich ein wenig der Umstand, dass man mit Michael McDowell zwar einen hochtalentierten, aber eben auch sehr unerfahrenen Piloten neben Plato gesetzt hatte. Dem oblag die gesamte Verantwortung und man machte sich in der Teamwertung das Leben selber ein wenig schwer.

Dennoch hat sich der verlängerte Testeinsatz des Cruze in der BTCC gelohnt. Das merkte man vor allem nach den Tests in Brands Hatch im Juli. Offenbar fand man damals etwas wichtiges bei der Abstimmung des Fahrwerks, denn sowohl bei Plato, als auch bei den drei WTCC-Wagen lief es nach den Tests deutlich besser. So hatte sich der Einsatz der zwei Cruze auf der britischen Insel durchaus gelohnt. Zwar konnte Plato den Titel erst am letzten Rennwochenende gewinnen, aber zumindest gab es beide Titel für RML.

Ford tat sich zunächst schwer, was angesichts des neuen S2000 Motors, der mit Gas befeuert wurde, auch nicht weiter verwunderlich war. Weil die BTCC Ford beim Motor lange freie Hand gab, konnte man den schweren Focus einigermaßen gut vorne platzieren. Irgendwann wurde es der Konkurrenz aber zu dumm. Nachdem die Focus in Snetterton und Silverstone auf den Geraden quasi nach Belieben die Konkurrenz überholten, musste die BTCC schließlich eingreifen und bremste die Ford etwas ein. Das Ergebnis konnte man bei den folgenden Rennen dann gut erkennen. Da der Focus lieber geradeaus als um die Ecke fahren, waren sie im Titelkampf dann auch eher Außenseiter. Das hatte sich das Team teilweise auch selber zu zuschreiben, denn man setzte komplett auf Tom Chilton, wobei der hierzulande eher unbekannte Tom Onslow-Cole in der Meisterschaft zeitweise mehr Chancen hatte. Dennoch pfiff ihn sein Team ein paar Mal zurück, um Chilton nach vorne zu schieben.

Team Dynamics, dass offizielle Honda Team in England, war zu Beginn der Saison als Hauptkonkurrent von Chevrolet ausgemacht worden und sah mit Matt Neal und Gordon Shedden in der Saison auch gut aus. Schwachpunkt des kantigen Civic war aber der Motor, der einfach zu wenig Leistung hatte. Erst in Silverstone kam das neue Aggregat, was ein wenig zu spät war. Vier Siege waren das Ergebnis, aber die ebenfalls auftrumpfenden Chevrolet konnte man nicht mehr abfangen. Dennoch keine schlechte Saison für beide Piloten.

BMW war in diesem Jahr chancenlos. Der überalterte 320si, den das Airwaves Team ohne Unterstützung aus München weiter entwickelt hatte, kam nur zu Beginn der Saison zu zwei Siegen und auch nur, weil es in Rennen 3 den Reverse Grid gab. Immerhin waren die BMW noch gut genug um oft unter den ersten Fünf und sorgten für spannende Positionskämpfe.

Das tat auch der Rest des Feldes, aber um die Siege konnten die meist privaten Teams nicht mitfahren. Nur dem Pirtek Team gelangen zwei Siege mit Andrew Jordan, der einen Vetra mit dem neuen NGTC Motor einsetze. Immerhin, kann man sagen, aber es zeigt eben auch, dass der Abstand zwischen dem Mittelfeld und der Spitze nicht so groß ist, wie in anderen Serien. Es gab viele spannende Rennen, vor allem im Mittelfeld und die alte englische Tourenwagentradition erlebte ein weiteres Jahr. Grandiose Rennen gab es einige (Donnigton, Thruxton) aber auch ein paar langweilige Läufe. Dennoch waren die BTCC-Rennen immer ein Highlight und zeigten der Konkurrenz, wie guter Motorsport funktionieren kann.

Ihre Krise hat die BTCC aber noch nicht überwunden. Chevrolet wird auch 2011 wieder dabei sein, ebenso Ford und Honda, aber dahinter tut sich wenig. Interessant ist aber die Ankündigung von STR (Special Tuning UK) die in der kommenden Saison gleich vier Seats einsetzten wollen. Die werden aber nach dem S2000 Reglement eingesetzt und in diesem Jahr waren die Seat eher chancenlos.

Ab 2011 wird die BTCC auf ein gemischtes Reglement setzten. Die Spitze wird schon nach dem neuen NGTC Reglement mit dem Weltmotor unterwegs sein, der Rest wird wohl weiter die S2000 Wagen einsetzen. Man kann jetzt schon davon ausgehen, dass die Balance of Power Diskussionen lange anhalten werden. Dazu dann aber mehr, wenn die Saison los geht.

WTCC 2010

Die FIA Tourenwagenweltmeisterschaft hat mich dieses Jahr etwas enttäuscht. Schuld daran waren mal wieder die Rangeleien um die “Balance of Performance”, die mehr oder weniger hinter den Kulissen permanent betrieben wurden. BMW und Chevrolet war die Einstufung der Seats meist zu lasch, Seat, die ja in diesem Jahr nur als “Quasi” Werksteam unterwegs waren, wehrten sich meist erfolgreich in dem sie mit Rückzug drohten. Die Veranstalter sahen sich in der Zwickmühle und handelten teilweise kopflos. Mal wurde der Ladedruck der Seat-Diesel runter gesetzt, dann wieder hoch. Es wurden die Gewichte verändert, die Einstufungen dafür auch und man traf sich mehr hinter den Kulissen, als das Rennen gefahren wurden. Und wenn einer nicht gewinnen konnte, war es natürlich die Einstufung schuld.

Natürlich ist es normal, dass man in einer Weltmeisterschaft hinter den Kulissen rangelt. Das war schon immer so, aber die Art und Weise, wie es in diesem Jahr in der WTCC ablief, erinnert dann schon teilweise an eine Slapsick-Komödie. Jeder trickst, jeder versuchte die Offiziellen zu beeinflussen und nebenbei wurden ein paar Rennen gefahren. Trauriger Höhepunkt war dann die Affäre von Okayama. BMW war ja in diesem Jahr immer noch mit der normalen H-Schaltung unterwegs. Grund: Mit einem sequentiellen Getriebe wurde der 320si nie homologiert. Man griff tief in die Trickkiste und argumentierte, dass der Zanardi ja auch mit einem sequentiellen Getriebe all die Jahre gefahren sei, dementsprechend könne man ja jetzt wohl auch damit fahren. Vielleicht wären die Bayern mit dem Trick auch durch gekommen, wenn sie ihn zu Beginn der Saison ausprobiert hätten, aber im vorletzten Rennen war es doch etwas sehr dreist und offensichtlich. Am Ende verloren sie nicht nur die Punkte, sondern da durch auch die WM.

Diese, für die WTCC in Sachen PR, nicht gerade positive Sache war symptomatisch für die gesamte Saison. Die Offiziellen wirkten teilweise hilflos im Spiel der Hersteller und wankten von Entscheidung zu Entscheidung, die nicht immer nachvollziehbar waren. Ein schönes Beispiel für die teilweise grotesken Momente des Jahres war das “Rennen” im Marrakesch. Ein Kurs, der gerade mal so eben den FIA-Richtlinien entsprach, eine Ampelanlage, die nicht funktionierte, völlig überforderte Streckenposten, chrashfreundliche Piloten und eine Rennleitung, die teilweise offenbar nicht wusste was sie tun sollte, sorgten für die lächerlichste Veranstaltung, die je den Namen “Weltmeisterschaft” getragen hat.

Aber es war ja nicht alles schlecht. Wenn man die Politik ausblenden konnte, waren die Rennen zeitweise sehr ansehnlich. Die Rennen in Zolder (mit Abstrichen), Portimao, Brands Hatch, Oschersleben und Valencia boten richtig guten Motorsport und zeigten, dass die WTCC nicht komplett tot war. Zumindest in der Phase schien die FIA endlich eine vernünftige BoP gefunden zu haben.

Das Chevrolet mit dem brandneuen Cruze die Meisterschaft gewinnen konnte, war am Ende aber doch etwas überraschend. Es ist schon eine kleine Kunst in einer so engen Serie mit einem neuen Auto direkt an der Spitze zu lande, auch wenn man sich zunächst etwas schwer getan hat. Dennoch hatte ich eher die Seat auf der Rechnung, aber ein Tarquini gegen die Cruze war dann doch zu wenig. Wirklich fasziniert hat mich die Leistung von BMW, die aus dem alten 320si immer noch genug Leistung raus quetschen konnten, damit Farfus und Andy Priaulx Chancen auf den Titel hatten. Diese Leistung fand ich doch schon sehr beachtenswert und fünf Siege für Priaulx machen das mehr als deutlich. Vergessen sollte man auch nicht die private BMW-Truppe um das Team Avira, die zunächst in der Independent-Wertung mit Colin Turkington in einem BMW unterwegs waren. Auf Grund der besseren Einstufung in Sachen Gewicht und dank der sehr guten Leistung des letztjährigen BTCC-Meisters war man so schnell, dass die FIA Avira schleunigst aus der Wertung nahm.

Sportlich also durchaus eine abwechslungsreiche Saison, politisch betrachtet ein kleines Desaster. Da die Diesel 2011 endgültig kastriert werden, bzw. verschwinden, bleibt zumindest die Hoffnung, dass man sich etwas weniger streiten wird.

DTM 2010
Ich hatte die DTM nach den, mal wieder, lächerlichen Entscheidungen der Rennleitung in Oschersleben, aus der Berichterstattung hier im Blog genommen. Das wird sich auch 2011 nicht ändern, es sei denn, die Serie überrascht mit einer komplett neuen Einstellung.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Es geht mir nicht um die Technik, die Teams oder die Fahrer. Man kann das technische Reglement und vor allem die aus dem Ruder gelaufene Aerodynamik kritisieren, aber von reinen technischen Standpunkt ausgesehen, ist die DTM hochklassig. Die Wagen sind kompliziert und stellen hohe Anforderungen an die Fahrer, die Motoren sind exzellent und halten auch durch. Die Teams leisten Schwerstarbeit, die Qualität der Fahrer ist hoch, wie man auch beim NASCAR Ausflug von Ekström, oder dem Einsatz von Scheider in Le Mans sehen konnte. Aber das alles hilft ja nicht, wenn die Regeln teilweise nur noch Kopfschütteln auslösen und eine Rennleitung dabei ist, jedes Überholmanöver zu bestrafen. Das bremst die Fahrer ein, die sich nichts mehr trauen, und tötet jede Spannung.

Bleibt zu hoffen, dass 2012 neben BMW vielleicht noch ein weiterer Hersteller (Opel?, Toyota?) in die Serie kommt. Oder das geplante Globalisierung über die SuperGT und die mysteriöse Rennserie im Rahmen der NASCAR etwas mehr Schwung auch nach Deutschland bringen wird.

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September 20 2010

11:33

BTCC/WTCC: Analyse Donington & Valencia

Der Kampf um die britische Tourenwagenmeisterschaft ist nach den Rennen in Donington ist so spannend wie nie. Gleich vier Fahrer können sich noch den Titel holen.

Nach dem Nicht-Umbau von Donington startete die BTCC zum ersten Rennen auf der Strecke. Die geplante Renovierung ist ja bekanntlich ins Wasser gefallen, weil den alten Besitzern das Geld ausgegangen ist. Allerdings hatte man schon angefangen, Veränderungen vorzunehmen, die Donington ein wenig verändert haben. Zum einen fehlt die berühmte Dunlop Brücke auf der Gegengerade, was schon etwas merkwürdig aussieht. Die Schikane vor Start/Ziel wurde neu angelegt, aber offenbar hat man das gut hinbekommen. Sie ist jetzt schneller und flüssiger zu fahren. Auch gut: Auf der rechten Seite nach der “Old Hairpin” fehlt die Böschung, die in die Auslaufzone gereicht hat und an der einige bös zerschellt sind. Hier ist jetzt mehr Platz. Insgesamt hat der Umbau der Strecke nicht geschadet, was man an den guten Rennen der BTCC sehen konnte.


1. Rennen
Praktischerweise lange nach der Qualifikation die Führenden der Meisterschaft auf den ersten fünf Plätzen. Chilton hatte die Pole gewonnen, hinter ihm der zweite Ford Focus mit Onslow-Cole. Danach folgten Shedden im Honda und Plato mit dem Cruze. Auf Platz 5 stand Matt Neal. Den Start gewann dann Cole, weil Chilton alle Hände voll damit zu tun hatte, Gordon Shedden hinter sich zu lassen, der sogar versuchte den Ford auf dem Gras zu überholen. Plato kam zäh weg und fand sich schnell in einem Kampfpaket wieder, dass ihn schnell aufschnupfte. Neal ging als letzter an ihm auf der Gegengerade vorbei und schob ihn zurück auf Platz sieben. Cole flog vorne weg, hatte aber wohl die Ansage auf Chilton zu warten, der immer noch mit Shedden beschäftigt war. Das hatte zur Folge, dass auch Shedden aufholen konnte und mit Chilton auf der Gegengerade im heftigen Infight lag. Mittendrin dann auch Andrew Jordan und Rob Collard, der Matt Neal und Jason Plato im Schlepptau hatte. Neal spielte Rammbock und schob sowohl Collard als auch Jordan zur Seite, so dass Plato freie Bahn hatte. Nach einer kurzen Safety Car Phase (O’Neill stand blöd am Rand) ging es dann richtig zur Sache. Shedden bekam den Restart als erster nur so mittelgut hin, hinter ihm staute sich alles. Cole, Chilton, Jordan, Neal und Plato versuchten irgendwie gemeinsam durch die letzte Schikane zu kommen, was natürlich nicht gut gehen konnte. Plato berührte Neal, Neal wurde rumgeschubst und schoss dabei Plato ab, während Cole seine Front an der Streckenbegrenzung ondulierte. Plato hatte aber Pech und war als einziger der Titelanwärter raus. Die Reihenfolge nach dem Restart sah dann so aus: Shedden, Chilton, Jackson, McDowell, Neal, Cole, Boardman. Aber nun blieb es ruhig, nur BMW-Mann Kane schnappte sich noch Boardman und den um die Strecke humpelden Cole.

2. Rennen
Plato musste also im zweiten Rennen von ganzz hinten starten, genauer gesagt auf Position 17. Sein einziger Vorteil war, dass das gesamte Platzierungsgewicht aus seinem Wagen raus war und er richtig los legen konnte. Matt Neal, der als fünfter eigentlich eine gute Ausgangsposition hatte, zerstörte gleich zu Beginn seine Chancen, weil er einen fulminanten Frühstart hinlegt und eine Durchfahrtsstrafe kassierte. Der BMW mit Jackson schnappt sich Platz 2, während Shedden vorne wegzieht. Jason Plato zeigte, was mit dem Cruze geht, wenn er kein Gewicht im Auto hat. Nach nur drei Runden hatte sich der Alt-Meister schon auf Platz acht vorgearbeitet und damit war seine Lust auf mehr noch lange nicht beendet. Ausgangs Coppice konnte deutlich früher aufs Gas und eine viel engere Linie fahren und dort schnappte er sich einen nach dem anderen. Auch Onslow-Cole war nach seinem mauen ersten Lauf auf einer Mission und krallte sich MacDowell in einem sehenswerten Manöver in der Schikane, als er sich irgendwie innen durchdrückte. Damit war dann die Schonzeit von Shedden vorne vorbei und er musste sich heftiger Attacken des Focus erwehren. In der zehnten Runde war die Sache dann gegessen und Cole ging in Führung. Plato hatte sich in der Zwischenzeit auch noch Chilton geschnappt und in der gleichen Runde musste auch noch Jackson auf Platz drei dran glauben. Der Speed des Cruze war überirdisch. Matt Neal hatte sich nach seiner Strafe immerhin wieder auf Platz neun vorgearbeitet, konnte aber nur noch einen weiteren Platz gut machen. Vorne fuhr Cole in aller Ruhe sein Rennen zu Ende, während Shedden auf Platz zwei plötzlich Plato im Rückspiegel hatte. Die Reihenfolge im Ziel: Cole, Shedden, Plato, Chilton. Jackson, Kane, Collard, Neal, Jordan, Nash

3. Rennen
Die Auslosung hatte Andrew Jordan auf die Pole geschoben, dahinter Rob Collard und Matt Neal Platz 3 eingebracht. Für den Honda-Piloten bedeutete die gute Startposition die letzte Chance, das einigermaßen verkorkste Wochenende noch umzubiegen. Ein Sieg musste her, aber Andrew Jordan, der schon den nächstjährigen Turbomotor unter der Haube hat, sah das naturgemäß anders. Der Start war ebenso wie die ersten Runden sehr ruhig, Neal konnte nur an Collard vorbei gehen. Offenbar hatten die Fahrer sich schon in den ersten beiden Läufen ausgetobt, jedenfalls ging man ziemlich zahm miteinander um. Nur Plato kam während seines Aufholkampfes kurzeitig in die Bredoullie. In Runde 3 versuchte er gemeinsam mit Chilton am BMW von Steven Kane vorbei zu gehen. Zu dritt ging es das Geschlängel zur Old Hairpin runter, was nicht gut gehen kann. Chilton war das erste Opfer, er wurde von Plato, dem auch die Strecke ausging, auf die Wiese geschoben, reihte sich aber wieder ein. In der Hairpin waren sich Kane und Plato auch nicht richtig einig, was den Chevy-Mann nach vorne brachte und Chilton die Möglichkeit eröffnete, auch noch am BMW vorbei zu gehen.
In Runde 5 war es dann mit der Führung von Jordan vorbei, der Eingangs Redgate querstand und Neal nur noch hinterher schauen konnte. Neal bekam also die Führung die geschenkt, aber auch Plato konnte sich nicht beschweren, da sich Matt Jackson auf Platz 4 einen kleinen Ausflug in die Botanik erlaubte. Das Rennen blieb, für BTCC-Verhältnisse, richtig ruhig. Den einzigen Aufreger lieferte MacDowell, der von Onslow-Cole kurz vor der Hairpin bei Topspeed in einen Dreher und damit ins Kiesbett geschickt wurde.

Neal führte vor Rob Collard und Andrew Jordan, der allerdings so langsam unter Druck von Plato kam, der es mal wieder eilig hatte. Aus Onboard von Plato konnte man sehen, dass Jordan mit seinem Vectra auf der letzten Rille unterwegs war. Der Wagen sprang wie ein Ziegenbock auf Drogen in den Kurven und es war nur eine Frage der Zeit, bis Plato die Lücke präsentiert bekam. Wiedermal war es in der ersten Rechts, wieder fuhr man nebeneinander auf die Hairpin zu. Jordan kämpfte verbissen, blieb sogar neben dem Cruze, als es in die Haarnadel ging, aber der drückte ihn gelassen aufs Gras. Das warf Jordan weit zurück, am Ende wurde er nur siebter. Im Rennen passierte danach aber nichts mehr dramatisches, das Endergebnis sah dann so aus: Neal, Collard, Plato, Kanse, Chilton, Shedden, Jordan, Jackson, Cole, Nash

Für die Meisterschaft hätten die Rennen gar nicht besser besser ausgehen. Zum ersten Mal in der Geschichte der BTCC gehen gleich vier Fahrer in das letzte Rennwochenende, die noch Meister werden können. Der Stand in der Meisterschaft ist im Moment der folgende:

1 Jason Plato 224
2 Matt Neal 207
3 Gordon Shedden 203
4 Tom Onslow-Cole 200

Im Rennen kann man maximal 17 Punkte holen (Sieg & schnellste Runde), bei drei Rennen sind das also 51 Punkte. Da ist also für alle noch alles drin. Plato kann sich nicht zurücklehnen, zumal das letzte Rennen in Brands Hatch auch noch auf dem Indy-Kurs gefahren wird. Der enge Kurs spricht eher für beide Hondas, als für den Cruze, aber der ging in Knockhill ja auch besser als erwartet. Das wird vermutlich ein sensationelles Saisonfinale Anfang Oktober.

WTCC
Warum die WTCC auf dem zwar fahrerisch anspruchsvollen, aber für die Zuschauer eher langweiligen Kurs in Valencia fährt, ist mir nach beiden Rennen immer noch nicht klar. Die Strecke führt nicht wirklich zu guten Rennen, meist zieht sich das Feld schnell auseinander. Zwar kann man mit ein wenig Fantasie etliche Überholstellen ausmachen, aber so richtig rockt die Strecke nicht. Dazu kommt, dass die 120.000 (!) Zuschauer fassende Strecke meist menschenleer ist, wenn die WTCC kommt. Vielleicht sollte man mal überlegen, statt Valencia eine Alternative zu nehmen. Selbst Barcelona in der kurzen Variante scheint dagegen interessanter.

Und so waren die Rennen, bei aller Spannung in der Meisterschaft, nicht sonderlich gut. Meine Notizen passten auf einen gelben Post-It, so wenig war los. Für die meiste Abwechslung sorgten die BMW, die nach einer miesen Quali das dringende Bedürfnis hatten, schnell nach vorne zu kommen.

1. Rennen
Pole-Mann Tarquini kam bestens weg und setzte sich an die Spitze. Dahinter reihten sich die drei Cruze ein, die Yvan Muller nach vorne und hinten abschirmten. Priaulx lag nach der ersten Runde auf Platz sieben, Farfus war nur neunter. Der Brite im BMW lag aber mitten zwischen den ganzen Seat, was keine gute Position war. Vor allem Freddy Barth knabberte an seinem Heck und machte ihm das Leben schwer. Netterweise kam dann Farfus und versuchte an dem Schweizer vorbei zu kommen, doch das Ende in Tränen, bzw. für Farfus an der Box, weil er vorne und hinten einen Reifenschaden hatte. Es tat sich wenig, Priaulx rutschte noch auf Platz 5, dies aber deswegen, weil Chevrolet mal wieder zu unschönen Mitteln griff. Man beorderte Alan Menu zurück, der sich auf Platz 8 zurückfallen lassen musste, damit er für Lauf 2 auf der Pole stand. Ich wiederhole es gerne noch mnal für die WTCC: Einfach wie die BTCC die Reihenfolge des letzten Rennens per Los bestimmen. Irgendwo zwischen Platz 4 und 10 wird eine Nummer gezogen, der Wagen, der auf der Position ins Ziel gekommen ist, steht dann halt auf der Pole. Dann hören die blöden Spiele auch auf.

2. Rennen
Hier gab es immerhin eine schöne Auseinandersetzung zwischen Priaulx, Muller und Tarquini erleben. Doch zunächst war nach dem Start Freddy Barth in Führung gegangen, nachdem Menu nicht richtig los kam. Hinter Barth hatte sich Monteiro eingeordnet, danach folgten Menu und Priaulx. Der Brite schickte den Cruze-Piloten aber noch in der ersten Runden in einen Dreher und zog vorbei. Aber das Chaos nutzte vor allem Yvan Muller aus, der sich gleich mehrere Konkurrenten auf der Außenbahn schnappte und plötzlich auf Platz drei lieg. Für Priaulx war der Tag aber noch nicht gelaufen, denn von hinten drängelten Tarquini und Marc Gene, die sich auch beide den BMW Piloten schnappten. Muller gewann noch einen weiteren Platz, weil der unglückliche Barth einen Reifenschade hatte. Danach war das Rennen aber einigermaßen durch. Monteiro war vorne durch, Muller hielt sich vornehm zurück und behielt seinen zweiten Platz, Tarquini musste sich gegen Ende noch mal gegen Priaulx erwehren, der sich Gene geschnappt hatte und mit einem verzweifelten Bremsmanöver an Tarquini vorbei wollte. Doch der Brite war etwas zu spät auf der Bremse, und musste den Seat wieder passieren lassen.

Zwei eher schwache Rennen, nicht wirklich sehenswert, wenn man mal vom Duell zwischen Tarquini und Priaulx absieht. In der Meisterschaft ist es weiter ziemlich eng, hier können noch drei Fahrer in den verbleibenden zwei Rennen Meister werden.

Yvan Muller 265
Andy Priaulx 240
Tarquini 236

Wenn man ein richtig gutes Wochenende erwischt, kann man gerne mal 40 Punkte und mehr erlangen, wobei in dieser Saison noch niemand mehr als 40 Punkte erreicht hat. Die WM wird vermutlich also in Macau entschieden.
BTCC_Donington_2010_1 WTCC_Valencia_2010_1 WTCC_Valencia_2010_2 WTCC_Valencia_2010_3 WTCC_Valencia_2010_4 WTCC_Valencia_2010_5 WTCC_Valencia_2010_6 BTCC_Donington_2010_2 BTCC_Donington_2010_3 BTCC_Donington_2010_4 BTCC_Donington_2010_5 BTCC_Donington_2010_6 BTCC_Donington_2010_7 BTCC_Donington_2010_8 BTCC_Donington_2010_9 BTCC_Donington_2010_10 BTCC_Donington_2010_11 BTCC_Donington_2010_12 BTCC_Donington_2010_13

September 06 2010

06:16

BTCC, DTM, WTCC: Analyse Knockhill, Brands Hatch & Oschersleben

Erstaunliche ruhige Rennen der BTCC in einem trockenen Knockhill, erwartete Langeweile bei der DTM und viel Chaos bei der WTCC in Oschersleben.

Es war schon vorher klar, dass die 98 Runden der DTM in Brands Hatch nicht gerade zu den Leckerbissen gehören würde. Fahrer und Wagen sind einfach zu identisch gut, als dass man auf der kurzen Strecke wirklich überholen konnte. Allein Paul di Resta fuhr am gesamten Wochenende in einer völlig eigenen Liga und ließ den Rest der Welt um bis zu 5 Zehntel hinter sich. Wenn man bedenkt, dass der Abstand zwischen Platz 3 und 11 5 Zehntel beträgt, kann man erkenne, wie überlegen di Resta war. Dementsprechend tat sich in Sachen Spitzenkampf wirklich gar nichts, nach dem der Start erfolgt war. Der sorgte auch dafür, das Audi seinen letzten Titelkandidaten in diesem Jahr abschreiben musste. Womit dann klar ist, dass man den Titel nicht mehr verteidigen kann.

Wer keine Lust zu lesen hat: Kollege Basic-Groove war in Oschersleben beim WTCC Rennen und hat jede Menge Fotos mitgebracht!


Im Startgetümmel waren sich Ralf Schumacher und Mattias Ekström ins Gehege gekommen. Schumacher berührte unglücklich die linke Hinterachse des Schweden, dessen Aufhängung sich verabschiedete. Die Berührung war wirklich minimal, umso erstaunlicher, dass die Aufhängung sofort nachgab. Den Rest erledigte Susie Stottard, die Ekström abräumte als er hinter der Kuppe des Paddock Hill Bend auf der Ideallinie rumschlich. Ekström meinte nach dem Rennen auch, dass die DTM-Wagen wegen ihrer extremen Bausweise einfach zu empfindlich seinen. Für Schumacher war das Rennen nicht sehr viel später beendet, als er durchs Kiesbett rumpelte und seiner Aufhängung offenbar ebenfalls den Rest gab.

Nachdem das aussortiert war, tat sich eigentlich nicht mehr viel. Timo Scheider versuchte auf Platz 3 liegend, den vor ihn fahrenden Spengler mittels besserer Boxenstrategie unter Druck zu setzen, was beim zweiten Stopp auch fast gelang. Scheider fehlten vielleicht 1 oder 2 Zehntel und er wäre durch gewesen. Da konnte man erahnen, wie hart auf der Strecke gefahren wurde, wie sehr die Fahrer um jeden Meter kämpfen mussten.

Mal wieder ein gutes Rennen lieferte der Spanier Molina. Von Platz 8 ins Rennen gegangen, fiel er nach dem Start auf Platz 10 zurück. Doch sein Team setzte einfach darauf, dass zwei sehr lange Stints helfen könnten, so lange die Reifen mitmachen. Da der Audi mit den Reifen etwas schonender umgeht, gelang Molina das Kunststück am Ende sogar einen neuen Rundenrekord für die DTM aufzustellen. So rutschte er von Platz 10 auf Platz 4 (!), den er bis ins Ziel halten konnte. Was der Nachwuchsfahrer abliefert, ist wirklich beachtenswert. Meist ist er fehlerlos unterwegs und kämpft um Punkte. Er ist definitiv ein Mann für einen aktuellen Wagen, sollte Ekström sich Richtung NASCAR verabschieden.

Paul di Resta gewann am Ende völlig ungefährdet vor Spengler, der unauffällig unterwegs war und Scheider, der seinen Aufwärtstrend bestätigte. Weil Paffett hinter Molina ins Ziel kam, verlor er wichtige Punkte auf seine beiden Mercedes-Kollegen. Spengler führt zwar noch, aber sein Vorsprung ist vor den letzten vier Rennen auf schmale 9 Punkte zusammen geschmolzen. Stand im Moment:

Spengler 52
di Resta 43
Paffett 39
Scheider 29
Ekström 28

BTCC
Erstaunlich gesittet ging es zumindest in den ersten beiden Rennen der BTCC zu. Vielleicht war man auch einfach so erschrocken, dass es in Knockhill trocken war. Klar war, dass die beiden Hondas das Tempo vorgeben würden. Sie sind auf der eher engen Strecke in Knockhill wendiger und seit Silverstone hat man auch einen neuen, stärkeren Motor unter der Haube. Um so erstaunlicher war es, dass der junge Alex MacDowell sich die Pole im Chevy Cruze sichern konnte. Doch im Rennen konnten die Honda zurückschlagen.

Rennen 1
MacDowell konnte seine Pole nicht umsetzten. Ein bisschen zu viel Wheelspin am Start und schon war Shedden vorbei. In Turn 1 reihte sich der junge Cruze Pilot etwas zu optimistisch hinter Shedden ein und berührt ihn im Heck. Shedden stand fast komplett quer, rettete den Wagen aber irgendwie und blieb vorne. Dahinter reihten sich Neal und Plato ein, der im ersten Rennen den Speed seines Teamkollegen nicht mit gehen konnte. Um ihn herum ballten sich aber die Kollegen, die ihn massiv unter Druck setzten. Onslow-Cole versuchte sich als erster an Plato, der ihn aber abtropfen ließ. Nutzniesser der Aktion war Steven Kane mit seinem BMW, der an beiden vor ging und sich sofort von Plato absetzen konnte. Auch dahinter gab es viele gute Zweikämpfe, die meist fair blieben. Nur Rob Collard stand plötzlich in den Reifenstapeln, wie das passiert ist, haben die Kameras aber nicht aufgelöst. Vorne tat sich zunächst aber relativ wenig. Shedden hatte sich um 2 Sekunden abgesetzt, MacDowell war ein gutes Stück vor Matt Neal, der es ruhig angehen ließ. Dann hatte irgendjemand eine ein riesiges Werbebanner mitgenommen und in der Weir-Chicane abgelegt. Ein Safety Car war die Folge, was für Neal Folgen haben sollte. Denn beim Restart war Steven Kane plötzlich hinter ihm, der ihn dann eine Runde später auch in der Hairpin stellte und überholen konnte. Am Ende gewann Shedden vor MacDowell, Kane, Neal, Chilton, Plato, Cole, O’Neill, Jordon und Jackson. Für BTCC und Knockhill Verhältnisse war es ein eher ruhiges Rennen.

Rennen 2
Es ging schon mal damit los, dass MacDowell den Start versaut und weit zurückfällt. Im Hinterfeld dreht sich Pinkney, der gleich noch Rob Collard mitnimmt. Beide raus, die Marshalls legten eine kleine Slapstick-Nummer ein. Erst schieben sie Collards Wagen noch in die Reifenstapel, dann bekommen sie Pinkneys Wagen nicht weg. Nach dem Restart schnappt sich Matt Neal den Führenden Gordon Shedden, in dem er seinen Bremspunkt jenseits von Gut und Böse legt und sich in der Haipin vorbei drückt. Obwohl Shedden das Platzierungsgewicht aus Lauf 1 mit sich rumschleppt, kann sich Neal aber nicht absetzten. Vorne bildet sich dann schnell ein schöner Zug aus 5 Wagen mit Neal, Shedden, Kane, Chilton und Plato, der sich zurückhält und offenbar lange die Reifen schonen wollte. Zwar schenkte man sich nichts vorne, aber es passierte bis kurz vor Schluss nichts. Erst in den letzten 4 Runden kam wieder Schwung in die Bude, als Plato den Ford von Chilton in der Hairpin aus dem Weg schob und vorbei ging. Zwei Runden später machte er ein ähnliches Manöver mit Steven Kane, der sich gleich auch noch mit Chilton auseinandersetzen musste. Der schnelle Ford setzte sich in Turn 1 neben den BMW und natürlich wollte keiner nachgeben. Kane hatte das schlechtere Ende auf seiner Seite und drehte sich raus. Leider nahm er dabei auch noch Paul O’Neill mit, der weit zurück fiel. Neal gewann dann vor Shedden und Plato, der seinen Vorsprung in der Meisterschaft halten konnte. Zwar ein netter Kampf an der Spitze, aber ansonsten relativ wenig Bewegung im Feld.

Rennen 3
Nachdem die beiden ersten Rennen ja für BTCC Verhältnisse eher ruhig waren, sollte das dritte Rennen dann schon etwas ruppiger werden. Die Auslosung des Reverse Grids hatte Cole auf die Pole geschoben, hinter ihm lauerten aber mit Kane und Jackson gleich zwei BMWs, deren Hinterradantrieb am Start besser sein sollte. Pechvogel war aber Kane, der seinen BMW noch vor dem Start mit einer defekten Antriebswelle abstellen musste. Onslow-Cole konnte sich am Start knapp gegen Mat Jackson durchsetzen, der allerdings von hinten drängelte. Plato schnappte sich Shedden und war plözlich auf Platz drei. In der zweiten Runde versuchte Jackson in der Schikane an Cole vorbei zu gehen, was ihn allerdings ins Gras beförderte. Das halbe Feld zog an ihm vorbei und mit dem Hals von der Größe eines Baumstamms machte er sich auf die Verfolgung.
Vorne blieb es lange ruhig, auch ein Restart, nachdem Pinckney seinen Wagen mal wieder versenkt hatte, änderte nichts an der Reihenfolge. Plato blieb an Cole dran, machte aber erst mal nichts. Andrew Jordan war sicherer Dritter, und fuhr mit einem Respektabstand hinter den beiden Führenden her. Hinter ihm gab es eine Lücke, weil James Nash im Triple 8 Wagen Matt Neal und den Rest aufhielt. In den letzten Runden wurde es allerdings noch mal richtig hektisch.
Plato erhöhte massiv den Druck auf Cole. Dreimal versuchte er in der Hairpin eine weitere Linie um mehr Schwung auf der Geraden zu haben, jedesmal spielte Cole die überlegene Beschleunigung des Focus aus und ließ Plato stehen. Erst beim vierten Mal konnte sich Plato neben ihn setzten und setzte sich in Turn 1 auf der besseren Linie durch. Das Manöver erlaubte Jordan näher zu kommen, der seinen Wagen aber mit Übermut in die Wiese warf und weit zurückfiel. Matt Neal hatte mittlerweile James Nash aus dem Weg geräumt und klebte an Onslow-Cole, aber der rettete sich mit knappen Vorsprung ins Ziel.

Ein sehenswertes Rennen, mit einem nicht ganz erwarteten Sieger. Plato Sieg ist Gold wert, denn in der Meisterschaft bedeutet dies 20 Punkte Vorsprung. Das ist zwar noch zu wenig, da noch zwei Rennwochenenden kommen, aber ein besser als nichts ist es in jedem Fall.

WTCC
Kaum zu glauben, aber BMW ist mit dem schon fast altersschwachen 320si dank eines gut aufgelegten Andy Priaulx wieder mittendrin in der Meisterschaft. Das tut nicht nur der WTCC gut, sondern offenbar auch BMW. Zwar hat man sich noch nicht entschieden, ob man 2011 als Werksteam unterwegs sein will, dafür gab man aber bekannt, dass man für alle BMW-Teams ein Upgrade-Kit auf die neuen Regeln für 2011 bereithalten will. So können alle den neuen 1.6 Liter Turbomotor von BMW erwerben und die nötigen Umbau-Kits gibt es auch. BMW wird also in jedem Fall vertreten sein, selbst wenn man nicht als Werk unterwegs ist, wird man vermutlich eines der “Haus und Hof Teams” unterstützen.

Beide Rennen in Oschersleben waren sehr abwechslungsreich und sehenswert.

Rennen 1
Wie üblich brachte die Startphase in Oschersleben jede Menge Trubel. Farfus, der etwas überraschend die Pole geholt hatte, kam gut weg, deckte die Innenlinie ab und wollte als erster in Führung gehen. Doch von hinten drückten Rob Huff und Yvan Muller. Der Franzose schob Huff an, Huff denn den BMW von Farfus, der wieder weit raus geschoben wurde. Was zu Folge hatte, dass die beiden Chevys in Führung langen. Im Startgetümmel muss Tarquini dann auch eine Berührung gehabt haben, jedenfalls humpelte der Seat kurz um die Strecke. Etwas unfair stellte Tarquini den Wagen nicht am Streckenrand ab, sondern mitten auf die Ideallinie nach der Schikane. Man wollte offenbar eine SC-Phase erzwingen. Die Rennleitung ließ sich nicht ärgern, und man räumte das Auto unter einer lokalen Gelbphase weg. Das war ziemlich gefährlich, aber auch extrem unsportlich von Tarquini.
In der Zwischenzeit hatte sich die Rennleitung auch noch mal den Start angesehen und war zum Schluss gekommen, dass Rob Huff wohl absichtlich gehandelt hatte, als er Farfus bedrängte. Man verhängte eine Durchfahrtstrafe, die Huff allerdings nicht antrat. Was verständlich war, denn das, was am Start passierte, war halt das übliche Tourenwagengemetzel. Zu dem kann auch keiner sagen, ob Farfus nicht etwas zu früh gebremst hatte, weil er ganz innen, auf der dreckigen Spur war. Weil Chevy Huff draussen ließ und mit der Rennleitung diskutierte, kam es dann, wie es kommen musste: Huff wurde mit einer schwarzen Flagge rein geholt.
Nutzniesser von allem war Yvan Muller. Tarquini draussen, Priaulx, der ein zähes Rennen hatte, nur auf Platz 6, Huff disqualifiziert. Das gab satte Punkte. Am Ende gewann mal wieder Menu vor Farfus, Muller, Coronel, Monteiro, Priaulx, Nykjaer, Michelisz, der damit für Rennen 2 auf der Pole stand.

Rennen 2
Am Start schoss Priaulx aus der zweiten Reihe an beiden Seats vorbei. Fast konnte man meinen, dass der Brite einen Frühstart hingelegt hat, aber offenbar kamen beide Seat mit ihrem Frontantrieb einfach nicht weg. Nach der ersten Runde und nachdem alle Rangeleien durch waren, führte Prilaux vor Michelisz, Nykjaer, Monteiro, Farfus, Menu, Coronel, Poulsen. Von Yvan Muller war zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen. Tiago Monteiro dagegen war offenbar auf einer ganz besonderen Mission. Erst schubste er Markenkollegen Nykjaer aus dem Weg, ein paar Runden später rüpelte er sich am ebenfalls einen Seat fahrenden Michelisz vorbei. Die Rennleitung war ob der robusten Fahrweise des Portugiesen nicht erfreut und schickte ihn einmal durch die Boxengasse. Der bedauernswerte Michelisz fiel im Laufe des Rennens auch noch Rob Huff und Gabriele Tarquini zum Opfer und kam ohne Punkte ins Ziel. Das Seat-Chaos half vor allem Yvan Muller, der sich aus allem raushielt und am Ende Dritter werden konnte. Auch Farfus profitierte und eroberte den zweiten Platz Nykjear schaffte es immerhin nach der Attacke von Monteiro auf Platz vier. Vorne fuhr aber Priaulx einem ungefährdeten Sieg entgegen, der zweite Platz von Farfus erfreute BMW dann doppelt.

Allerdings – die Rennleitung hatte angekündigt, dass man sich das ein oder andere Manöver aus Rennen Eins und Zwei noch mal genau anschauen wollte. Bisher habe ich aber nichts in Sachen Strafen gehört. Wenn sich was ändert, trage ich es nach.
DTM_BrandsH_2010_6 BTCC_Knockhill_2010_1 BTCC_Knockhill_2010_2 BTCC_Knockhill_2010_3 BTCC_Knockhill_2010_4 BTCC_Knockhill_2010_5 BTCC_Knockhill_2010_6 BTCC_Knockhill_2010_7 BTCC_Knockhill_2010_8 DTM_BrandsH_2010_1 DTM_BrandsH_2010_2 DTM_BrandsH_2010_3 DTM_BrandsH_2010_4 DTM_BrandsH_2010_5 WTCC_Oschersleben_2010_1 WTCC_Oschersleben_2010_2 WTCC_Oschersleben_2010_3 WTCC_Oschersleben_2010_4 WTCC_Oschersleben_2010_5 WTCC_Oschersleben_2010_6

August 03 2010

06:20

WTCC: Analyse Brünn 2010 Es wird eng vorne

Zwei ruppige Rennen und jede Menge Probleme bei den Meisterschaftsführenden sorgten für sehr viel Abwechslung in Brünn.

Mit Vorhersagen ist es ja immer so eine Sache. Ich hatte in der Vorschau die Seat vorne gesehen, knapp gefolgt von den Chevys, während BMW eher schlecht sortiert sein sollte. Doch nach zwei Rennen sind die Münchner und vor allem Andy Priaulx die großen Gewinner. Man konnte den Abstand in der Meisterschaft mächtig verkürzen und hat nun wieder echte Chancen auf den Titel. Ein rabenschwarzes Wochenende erwischten Yvan Müller und Gabriele Tarquini, die jeweils einen Nuller einstecken mussten. Dafür erlebten die Zuschauer zwei Rennen, die zumindest im Mittelfeld sehr abwechslungsreich waren. Aber natürlich gab es vor und nach dem Rennen mal wieder Ärger.

Vor dem Rennen war Colin Turkington betroffen. Der britische Tourenwagenmeister hat einen kurzen Deal mit Ebay UK, die seinen Wagen unterstützen. Er startet mit einem 2008er BMW 320si, der nicht unter das Strafgewichtreglement fällt, also rund 60kg Kilo leichter ist, als die Werkswagen. Da er als “Privatteam” antritt, reihte ihn der Veranstalter in der Independent Trophy ein, doch kurz vor dem Rennen am Sonntag schmiss man ihn aus der Wertung. Den Grund für den harschen Entschluss erklärte Marcello Lotti, der Promoter der Serie, damit, dass man die Sache bei den Privatfahrern nicht aus den Fugen geraten lassen wollte. Turkington ist weder Privatier, noch fährt er mit privaten Material. Das “alte” BMW 320si fuhr früher schon in der WTCC. Dazu kommt, dass “Turky” nicht die gesamte Saison fährt, sondern nur sporadisch startet. Gleichzeitig liegt er aber in der Trophy schon auf Platz 2, und das nach nur zwei Starts. Da stimmt die Relation für die “normalen” Starter also nicht, daher kann man die Entscheidung schon nachvollziehen. Schuld an dem Chaos sind halt weiter die undurchsichtigen Motoren- und Gewichtsregeln der FIA. Christian Menzel, Gastkommentator bei Europsort am Wochenende, meinte flapsig, dass er die Regeln auch nicht mehr in ihrer Gesamtheit verstehen würde. Das ist vermutlich knapp übertrieben, aber weit weg von der Wahrheit ist es nicht. Man freut sich geradezu auf den Weltmotor und das damit der Diesel verschwindet.

Das Chaos um seine Einstufung hielt Turkington aber nicht davon ab, wieder zwei gute Rennen zu zeigen. In Lauf 1 stürmte aber erstmal Rob Huff vorne weg, dicht gefolgt von Gabriele Tarquini, während Priaulx sich in den Grabenkämpfen im Mittelfeld wiederfand. Dort krachte es auch bald zwischen Gene und dem Briten, mit dem schlechteren Ende für den Seat-Mann. Nach der daraus entstanden SC-Phase war das Rennen dann für den bis dahin auf vier liegenden Yvan Muller beendet. Weil Norbert Michelisz im Seat durch den BMW von Turkington fahren wollte, kam es zur Kollision, dessen unschuldiges Opfer dann Muller wurde. Der Wagen war lädiert und er musste aufgeben. Michelisz darf dann beim nächsten Rennen in Oschersleben 10 Plätze weiter hinten starten.
Rund um Turkington und Priaulx entwickelten sich dann sehr sehenswerte Zweikämpfe, die über das gesamte Rennen anhielten. Erst gegen Ende konnten sich die BMWs dank besserer Reifenperformance durchsetzen und Turkington ließ seinen Landsmann kurz vor Schluss dann auch noch passieren. Das Rennen gewann aber ungefährdet Rob Huff, der Tarquini auf Distanz halten konnte. Dritter wurde Alain Menu vor Farfus, Priaulx, Trukington, Nykjaer und O’Young.

In Lauf 2 stand dann also der Privatier Darryl O’Young mit seinem alten Lancetti auf der Pole. Den Start verpennte er aber, so dass Turkington und Priaulx, die aus der zweiten Reihe gestartet waren, in Führung gingen. Das nötige Teammanöver wurde dann in Runde 2 erledigt, allerdings sah es nicht so aus, als würde Turkington gerne Platz machen. Hinten den BMW-Piloten lag Tarquini auf Platz drei und zwischenzeitlich konnte er auch am zweiten BMW vorbei ziehen, doch kurze Zeit später sah man ihn mit qualmenden Motor am Rand der Strecke stehen. Glück für Yvan Muller, der auch im zweiten Rennen ohne Punkte blieb. Am Ende lautete die Reihenfolge: Priaulx, Turkington, Menu, Huff, Farfus, Monteiro, und O’Young.

Nach dem Rennen ging die Strafenorgie los. Michelisz hatte ich erwähnt, es folgten aber noch Strafen gegen Darryl O’Young und Mehdi Bennani. O’Young verlor seinen achten Platz aus dem ersten Rennen, weil er angeblich einen Unfall verursacht haben soll. Bennani hatte im Lauf 2 den BMW Piloten Poulsen abgeschossen und bekam dafür nachträglich eine 30 Sekundenstrafe.

In der Meisterschaft sieht es nach den schlechten Ergebnissen von Muller und Tarquini richtig eng aus:

Yvan Muller – 199 Punkte
Gabriele Tarquini – 194 Punkte
Andy Priaulx – 183 Punkte
Robert Huff – 167 Punkte

Chevy hat es geschafft, mit Rob Huff noch einen zweiten Fahrer aussichtsreich in der WM zu platzieren, aber Huff wird dennoch die zweite Geige spielen. Nächstes Rennen ist Ende August in Oschersleben.

July 19 2010

08:52

WTCC/F2: Analyse Brands Hatch 2010

Während die WTCC zwei muntere Rennen lieferte, war es bei der Formel 2 doch eher ruhig. Angesichts der schwierigen Strecke war das wohl auch besser so.

Da schimpft man einmal über die Chevy Cruze, und schon legen sie zwei gute Rennen hin. Schon in der Qualifikation belegten die drei Werkspiloten Muller, Huff und Menu die ersten drei Plätze, während die Seat geschlossen die Plätze fünf bis sieben belegten. Sogar der Privatier Michelisz schaffte es auf den achten Platz. Dahinter wartete dann Farfus auf seine Chance. Andy Prilaux musste auf Grund eines Motorwechsels von Platz 16 starten. Und Platz vier? Da stand Colin Turkington und zeigte der FIA, dass das momentande Reglement ein völliger Witz ist. Es gab aber auch noch weitere Aufreger um BMW und Chevy.

Ich hatte in der Vorschau schon auf das Problem hingewiesen, dass einige Privatiers seit neustem mit einem 2008er BMW an Start gehen. Da dieser nicht unter die Gewichts”bestrafung” der FIA fällt, liegt deren Gewicht 75 Kilo niedriger, als bei den aktuellen Fahrzeugen. Dafür muss der Wagen zwar in Sachen Aerodynamik umgebaut werden, aber das scheint, zumindest in Brands Hatch ein kleineres Problem zu sein. Weil Turkington in einem alten BMW unterwegs war, tobte der amtierende BTCC Meister auf Platz vier in der Quali. Die BWM Werkswagen von RML hatten sich was ähnliches überlegt, allerdings fand die FIA das weniger lustig. Privatteams dürfen das, Werksteams nicht, hieß es mehr oder weniger klar in der Entscheidung der Rennleitung und BMW musste wieder zurückbauen.

Zu Beginn des ersten Rennens zogen die drei Cruze vorne weg, während “Turky” seinen Platz an Gabriele Tarquini verlor. Es sah für einen Moment so aus, als könnte der Seat-Pilot auch die Chevys unter Druck setzen, doch die waren einfach zu stark. Zudem sah Turkington überhaupt nicht ein, den Seat Pilot vorne wegziehen zu lassen. Immerhin war es sein Heimrennen und er sucht dringend nach einem Cockpit für 2011, entweder in der BTCC oder der WTCC. Demtsprechend setzte er den Italiener unter Druck, ging dann aber recht überraschend in Druids vorbei, als ihm Tarquini die Tür sperrangelweit aufmachte.

Weiter hinten wühlte sich Prilaux durchs Feld und schloss recht bald zu Farfus auf. Es wurde eng um Platz 8, der ja für das zweite Rennen die Pole Position bedeutet. Farfus, Prilaux und der Sieger aus Portimao, Tiago Monteiro, balgten sich rundenlang um den Platz, bis es Farfus zu blöd wurde, und er sich an Monteiro vorbeidrückte um den Portugiesen auf Platz neun zu schicken. Der war dann nach dem Rennen wenig beeindruckt und nicht eben glücklich über die Aktion.

Ansonsten tat sich vorne relativ wenig, nur Turkington nagte am Heck am Alan Menu, der plötzlich langsamer zu werden schien. Relativ mühelos holte sich der BTCC-Fahrer den dritten Platz, während Menü scheinbar mit Problemen zurück fiel. Doch das war eine reine taktische Maßnahme, denn Chevy wollte auch im zweiten Rennen einen Cruze in der ersten Reihe haben. Teamchef Neve sprach nach dem Rennen von “Reifenproblemen”, aber die unsportliche Aktion war mehr als deutlich. Und auch ein Problem der Regeln der FIA. In der BTCC gibt es zwar auch einen “reverse grid” im dritten Rennen, aber ab welchem Platz der stattfindet, wird er erst nach dem zweiten Rennen ausgelost. So weiß keiner, ob der sechste oder neunte Platz die Pole für das nächste Rennen bedeutet. Diese einfache Methode sollte die FIA vielleicht dann auch mal übernehmen.

Im zweiten Rennen stand Andy Prilaux auf der Pole, neben ihm Alan Menu, der trotz einer Untersuchung der Rennleitung seinen Platz behalten durfte, dahinter Farfus, dann Tom Coronel und Tarquini. Die erste Reihe startete kollektiv schlecht, so dass sich Farfus an die Spitze setzen konnte. Turkington düpierte beide Seat in dem er einfach zwischen beiden durchfuhr. So weit, so gut, nur führte der falsche BMW, den Farfus ist in der WM schon chancenlos. Prilaux schien auch schneller zu sein, also war ein Platztausch dringend nötig. Aber der Brasilianer suchte sich die denkbar blödeste Stelle aus, und ließ dem Markenkollegen die Tür in Druids auf. Aber nicht nur der Brite, auch Menu sah sich freundlich eingeladen und stach in die Lücke, die Farfus versuchte hektisch zu schliessen. Das Ende war klar: Berührung, Dreher, Tränen. Menü war raus, Farfus stand quer auf der Strecke. Freuen konnte sich erneut Colin Turkington, der es sich auf Platz zwei gemütlich machte und damit die Independent Trophy deutlich gewann.

Weil sich vorne nichts mehr tat, verlagerte sich die Action zu den Privatteams, wo sich Franz Engstler, Tom Boardmann und Mehdi Bennani einen hübschen Kampf lieferten, den der Marokkaner dann beendete, als er Engstler in die Wiese schickte. Kurz darauf steckte Bennani selber im Kies, was zu einer Safety Car Phase führte. Aber auch der Restart änderte vorne nichts mehr, jeder war mit seinen Positionen zufrieden.

Zwei okaye Rennen, zeitweilig unterhaltsam, aber die unschöne Sache mit Menu und die nicht vollziehbaren Gewichtsregelungen machen der WTCC gerade zu schaffen. Aber wie schon erwähnt – es ist das letzte Jahr mit diesen Regeln. Die (bildschönen) Volvo sah man leider nur selten im Bild. In Rennen Eins fuhr Dahlgren um Platz 10 rum, in Rennen 2 konnte er nicht starten. Die leidigen 40 Kilo Mehrgewicht machten dem Schweden zu schaffen, da wird man sich beim chinesischen Inhaber von Volvo einen Einsatz in der WTCC sicher überlegen.

F2
Zwei eher lahme Rennen zeigte die F2 in Brands Hatch. Im ersten Rennen dominierte Dean Stoneman den Lauf nach Belieben. Der Brite nutzte sogar nicht einmal seinen Boost-Button, so viel schneller war er an diesem Wochenende. Weiter hinten mühte sich der bisher führende in der Meisterschaft, Jolyon Palmer, hatte kein gutes Wochenende. Schon in der Quali lief es nicht besonders, er startete nur von Platz 7 und fiel beim Start auch noch einen Platz zurück. Irgendwie hatte er sich beim Setup verhauen, man konnte sehen, dass er untersteuernd in die Kurven einlenkte, und mit mächtigem Übersteuern wieder rauskam. Da war nichts zu holen und er blieb dementsprechend auf Platz 8 hängen. Vorne hatte Stoneman schnell 8 Sekunden Vorsprung heraus gefahren, die er dann nur noch verwaltete. Etwas enger war es um Platz 3, wo Samarin, Bratt und Gladdis sich ein Duell lieferten, aber eine richtige Überholmöglichkeit brachte das niemanden.

In Rennen 2 stand Kazim Vasiliauskas auf der Pole, der diese auch in eine Führung umsetzen konnte. Philipp Eng, der eine zähe Saison hat, konnte Platz zwei verteidigen, stand aber unter Druck von Tom Gladdis, der sich mehrfach neben dem Österreicher zeigte. Dean Stoneman zeigte erneut, dass er mittlerweile richtig gut in Schwung gekommen ist. Er schnupfte die Kollegen reihenweise auf, bis er hinter dem gut gestarteten Palmer lag. Doch der hatte wohl immer noch die Probleme, die ihn Lauf Eins behinderten und Stoneman hing knapp hinter dem Palmer. Eingangs des Paddock Hill Bend kam es dann, wie es kommen musste. Stoneman zog innen rein, Palmer machte zu und die Autos berührten sich. Mit dem schlechteren Ende für Palmer, der von Stoneman in den Kies geschickt wurde und das Rennen aufgeben musste. Obwohl der Wagen von Stoneman sogar kurz in der Luft war, konnte der Brite weiterfahren.
Vorne sah es nach einem ungefährdeten Sieg von Vasiliauskas aus, als dieser seinen F2 Boliden plötzlich in die britische Wiese schickte. Zur eigenen Überraschung nahm Eng die Spitze ein, während der Ex-Spitzenreiter weiter zurückfiel. Es waren wohl Getriebeprobleme, die ihn um den Sieg brachten, jedenfalls musste er das Rennen später aufgeben. Stoneman holte zwar noch auf den zweitplatzierten Gladdis auf, der seinerseits Philipp Eng nicht aus den Augen ließ, aber es passierte nichts mehr und Eng konnte seinen zweiten Saisonsieg einfahren.

Ein bitteres Rennen für Palmer, der seine Führung in der Meisterschaft an Stoneman abgeben musste. Die Saison dürfte noch einiges an Spannung zu bieten haben.

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