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April 27 2011

06:16

Ferner liefen: Die Newshappen

// Bis zum 1.Mai sollte sich eigentlich entscheiden, ob das Bahrain GP nun abgesagt wird, oder doch nur auf das Saisonende verschoben wird. Doch in Bahrain hat sich die Lage weiterhin nicht wirklich beruhigt. Zwar gibt es kaum noch gewalttätige Demonstrationen, aber es scheint nicht so, dass die regierende Königsfamilie die Sache im Griff hat. Kronprinz Salman bin Hamad Al-Khailfa hat auch seine Teilnahme an der Hochzeit von Prince William am Wochenende abgesagt, was nicht dafür spricht, dass die Lage entspannt ist. Eine komplette Absage wäre möglich und ich halte sie für sehr wahrscheinlich. Das gilt auch für einen GP in Bahrain in 2012. Gleichzeitig macht sich Bernie Ecclestone auch Sorgen um das Rennen in Japan. Auch dort hat sich die Lage nicht entspannt, das Land kämpft mit den Folgen des Erdbebens. Es gilt im Moment noch als sicher, dass der GP von Japan stattfinden wird, allerdings wird man vermutlich vor ziemlich leeren Rängen fahren müssen. (Don)

// In Indien geht der Bau der Rennstrecke dafür gut voran. Man ist wohl ziemlich weit fortgeschritten, eine Drama wie in Süd-Korea wird es nicht geben. Mittlerweile hat man auch schon einen Namen für die Strecke gefunden: “Buddh International Circuit“. Trotz des fehlenden “a”: Der Name orientiert sich an “Buddha” und soll “innere Ruhe” und “Frieden” symbolisieren. In den englischen Foren gibt es selbstverständlich schon die ersten “butt / buddh” Witze. (Don)

// Luca di Montezemolo hat sich mal wieder zu Wort gemeldet. Diesmal nicht um seinem Team zu sagen, dass es sich mehr anstrengen soll, sondern mit seiner alten Forderung nach einem dritten Wagen. Seiner Meinung nach würde es mehr Sinn machen, wenn die Top Teams einen dritten Wagen starten lassen, als irgendwelchen Hinterbänklern ein Startrecht zu geben. Gemeint sind wohl HRT und Virgin. Montezemolo hat sich schon mehrfach negativ über die neuen Teams geäußert, was ihm nicht viel Freunde eingebracht hat. (Don)

// Der Grand Prix der Türkei könnte in dieser Saison zum letzten Mal stattfinden. Was gerüchteweise schon länger im Raum steht, hat nun auch der Vorsitzende der städtischen Handeskammer von Istanbul, Murat Yalçintaş via Twitter bestätigt. Grund sollen nicht die miserablen Besucherzahlen, sondern überzogene finanzielle Forderungen von Bernie Ecclestone sein, der wohl in Zukunft das doppelte des bisher bezahlten Antrittsgeldes verlangt. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen: Momentan laufen noch Verhandlungen, und die Aussagen von Herrn Yalçintaş klingen ein wenig nach Verhandlungstaktik. Immerhin würde sich Ecclestone mit einer Absagen auch ins eigene Fleisch schneiden: Er ist nämlich auch Besitzer der Strecke, deren einzige große Einnahmequelle das aus öffentlichen Geldern geförderte F1-Rennen ist. (Vorsicht)

// In Indien scheint man derweil Überlegungen über die Errichtung einer zweiten indischen Grand Prix Strecke anzustellen. Die Tageszeitung Times of India berichtet, dass die Regierung des Bundesstaates Goa an der Südwestküste des Landes erwägt, eine F1-taugliche Bahn in Küstennähe zu errichten. Konkrete Planungen oder Gespräche mit Bernie Ecclestone scheint es aber vorerst noch nicht zu geben. (Vorsicht)

// In Abu Dhabi schreiten derweil die Planungen voran, die Strecke noch bis zum Rennen im Herbst überholfreundlicher zu gestalten – zum Teil mit Mitteln, die für die Formel 1 etwas ungewohnt erscheinen. Autosport will erfahren haben, welche Änderungen dort genau geplant sind: Zum einen soll die Strecke im Bereich der Schikane und Haarnadel vor der langen Gerade deutlich verbreitert werden, so dass dort mehrere Linien gefahren werden können. Das gleiche will man auch in der Schikane am Ende der Gerade erreichen – dort will man die Strecke allerdings nicht verbreitern, sondern den zweiten Teil der Schikane überhöhen. Schließlich sollen auch noch die Kurven 13 und 14 (zwei 90-Grad Kurven, die auf die zweite Gerade folgen) in eine schnelle Linkskurve umgewandelt werden. (Vorsicht)

// Wer schon mal das Vergnügen hatte, die VIP Hospitality der F1 zu besuchen, der darf sich nun über die folgende Meldung wundern. Die in der “Beta Holding” des F1 Imperiums verankerte Hospitality macht jedes Jahr ein kräftiges Minus. Das ist dann doch eine Überraschung, immerhin kosten die Tickets den geneigten Konsumenten zwischen 2000 und 3500 Euro für ein Wochenende. Dafür bekommt man einen Platz über den Boxen, einen Besuch der Boxengasse, freies Essen und Schampus, aber damit hat es sich dann auch schon. Ins Fahrerlager kommt man mit dem Ticket nicht, die kosten extra und können nur von den Teams und der FIA erworben werden. Im Grunde zahlt man halt 3000 Euro für einen etwas besseren Sitzplatz und einen Timingscreen. Natürlich ist der Aufwand der betrieben wird, nicht gerade klein, aber jetzt auch nicht so groß, dass man vor Ehrfurcht erstarrt. Ein Grund für die Probleme sind wohl ausgerechnet die Sponsoren, die ihre Kunden/Freunde/Geldgeber mit Hospitality Tickets versorgen können. Damit bleibt weniger Platz für die richtig zahlenden Kunden. Nicht dass das alles ein wirkliches Problem wäre, die Verluste sind mit rund 200 Millionen Dollar seit 2006 aber schon im Bereich “Bemerkenswert”. (Don)

// Von der STCC gibt es ja leider kaum Bilder, aber ein paar Onboard-Aufnahmen vom letzten Wochenende sind bei You Tube aufgetaucht. Beim Rennen am Jyllandsringen verunglückte der mehrfache Meister Serie, Richard Göransson, schwer. Was genau passiert ist, weiß man nicht, offenbar ist irgendetwas an seinem BMW gebrochen und er schlug hart in einer Böschung auf. Resultat: eine verletzte Wirbelsäule und drei Monate Pause.

// NASCAR-Pilot und -Teambesitzer Michael Waltrip tobt sich seit letztem Jahr auch gerne mal bei den Sportwagen aus, etwa bei den 24h von Spa 2010 oder in Le Mans dieses Jahr. Nun denkt Waltrip darüber nach, ermutigt von Co-Owner Robert Kauffman, der schon länger GT-Rennen bestreitet, auch mit seinem Team in diesen Bereich zu expandieren. ALMS, Grand-Am und sogar ILMC seien Möglichkeiten, die man sich anschaut; mit ALMS-Chef Atherton habe er in Sebring gesprochen, die Grand-Am liege vor allem wegen der NASCAR-Verbindung und den 24h von Daytona nahe. (Stefan)

//Aston Martin-Pilot Adrian Fernandez hat via Twitter verlautbart, dass er bei den 6h von Laguna Seca sowie beim Petit Le Mans fahren wird. Da die Briten eh schon laut angedacht hatten, in der zweiten Saisonhälfte einige ALMS-Rennen zu bestreiten, scheint es nun, dass man sich zumindest für diese beiden schon festgelegt hat. Weitere seien möglich, sagt Fernandez weiter. Mit dem bisher schwächelnden AMR-ONE kann man auch jeden Kilometer gut gebrauchen. (Stefan)

// Jemand Lust darauf, nach Le Mans zu fahren? Das könnte durchaus passieren, wenn man Zeit hat, sich mit Design auskennt und eine gute Idee hat. Dunlop sucht in Zusammenarbeit mit dem JMV Team jemanden, der einen Ferrari 458 eine neue Lackierung verpasst. Der Gewinner bekommt 1000 Euro und eine VIP Einladung zum 24H Rennen in Le Mans. Angesichts der dortigen Hotel Preise zum Event lohnt es sich eventuell seine Kreativität freien Lauf zu lassen, zu dem sind VIP Tickets für Le Mans extrem rar. (Via Probefahrer) (Don)

April 20 2011

06:00

Ferner liefen: Die Newshappen

#Formel 1: Sehr interessantes läuft im Moment hinter den Kulissen ab, so es denn stimmen sollte. Die Formel 1 gehört im Moment mehrheitlich der Delta Topco, welche eine Kombination von vielen verschiedenen Firmen hauptsächlich von Bernie Ecclestone ist. Delta Topco wiederrum gehört zu 70% den CVC Capital Partners, zu 20% JPMorgan und zu 10% Ecclestone selbst beziehungsweise seiner Familie . CVC hält also einen Großteil der Anteile an der Formel 1, wenn man so mag. Dies ist etwas vereinfacht dargestellt, denn ohne Ecclestone läuft nichts, da seine zahllosen Firmen verschiedene Rechte (Namen, TV, Vermarktung, etc…) halten. Wer mehr zu den extrem komplizierten Besitzverhältnissen wissen mag, kann gerne in diesem wunderbarem alten Artikel von Don mehr erfahren: http://www.racingblog.de/2008/12/07/formel-eins-das-finanzmonster-ein-blick-hinter-die-kulissen/ .

Es gibt einen Blog auf Sky News von Mark Kleinman ( http://blogs.news.sky.com/kleinman/Post:ba1e6a4b-b146-4edc-ae17-1bdcdcbeb360 ), der dort im Grunde folgendes schreibt: Die News Corp, eines der mächtigsten Medienunternehmen der Welt, denkt eventuell darüber nach, die Anteile von CVC an Delta Topco zu kaufen, was wohl faktisch einer Übernahme der Formel 1 durch die News Corp gleich kommen würde. Kurz zur News Corp: Dieser gehören unter anderem FOX, The Sun, The Times, Wall Street Journal und viele viele andere bedeutende (inter)nationale Zeitungen und TV-Sender. Das wichtigste ist jedoch, dass der News Corp auch unter anderem Sky Deutschland, Sky GB und Sky Italy gehören. Anmerkung: Vielen Dank an dogfood, der in den Kommentaren auf folgendes hinweist: “Kleine Ergänzung: News Corp gehört nicht BSkyB (Sky UK). Sie besitzen nur 39% und befinden sich gerade in fortgeschrittenen Übernahmegespräche (inkl. kartellrechtlichen Gesprächen). Das ist insofern etwas mehr als ein Detail, weil diese Übernahme News Corp zirka 8 bis 10 Milliarden Euro kosten dürfte und damit den Bewegungsspielraum der News Corp hinsichtlich einer möglichen Übernahme der F1 weiter verkleinert. Umgekehrt macht es deutlich, dass der Versuch BSkyB- *und* F1-Übernahme stemmen zu wollen, ein sehr aggressives/expanisionistisches Vorgehen wäre.”

Dies sind landestechnisch gesehen die absoluten Formel 1 Kernmärkte. Was eine Übernahme der Delta Tepco von der News Corp auf die Tv-Rechte für einen Einfluss haben würde, kann sich vermutlich jeder denken, auf alle Fälle wäre es vermutlich mit der breiten Free-Tv Präsenz der Formel 1 erstmal vorbei.

Aber selbst die News Corp mit ihren massiven Finanzreserven kann eine Übernahme der Formel 1 wohl nicht alleine stemmen, deswegen sondiert man wohl gerade Partner. Gesprochen hat man mit dem reichsten Mann der Welt, Carlos Slim. Diesem gehört unter anderem Telmex, die Sauber hauptsächlich sponsoren. Allerdings befinden sich die Pläne der News Corp, so es sie denn gibt in einem sehr frühen Stadium, es hat noch keine Kontakte zwischen der CVC und der News Corp gegeben. Unklar ist desweiteren ob und ab wann die Anteile von CVC an Delta Topco überhaupt zum Verkauf stehen und Ecclestone selbst schließt einen Verkauf innerhalb der nächsten 2 Jahre wohl aus, aber was heißt schon unverkäuflich in der heutigen Zeit? (Chaos)

#Le Mans: Am Ostersonntag steht auf dem Circuit de la Sarthe der Testtag an, den der ACO nach dreijähriger Pause wiederbelebt hat. 56 Fahrzeuge sind dafür gemeldet</a>, ebenso viele wie für das Rennen, doch es gibt einige Unterschiede. Audi und Peugeot sind aber mit je drei Werks-Fahrzeugen genauso aufgestellt wie in sechs Wochen zum 24 Stunden-Rennen. Lola wird <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">neue Aero-Teile an die Rebellion-Coupés montieren. Highcroft und Quifel lassen den Test aus, stattdessen ist das Reserveteam von Kronos Racing auf der Liste, die mit Vanina Ickx an der Spitze des Lineups noch auf einen freiwerdenden Platz für das Rennen hoffen. Keine Chancen auf einen Rennstart 2011 hat das Team MIK Corse, die Italiener bringen ihren neuen Hybrid-Zytek trotzdem an die Strecke. Aus der LMP2 lassen TDS und Strakka die Testmöglichkeit aus, aus der GTE-Pro u.a. die US-Teams Corvette Racing und Flying Lizard, die noch am vergangenen Wochenende in Long Beach um den Sieg fuhren. JMW verzichtet auf eine weitere Möglichkeit, den neuen F458 besser kennenzulernen. Robertson Racing, bringt beide Ford GT nach Le Mans, obwohl bisher nur einen einen festen Platz im Rennen hat, und auch Young Driver AMR testet seinen Vantage V8, während man in Paderborn weiter darauf hofft, nachrücken zu können. Wie üblich bei solchen Tests vor großen Rennen werden die Teams nicht ihr ganzes Potential zeigen, aber vielleicht wird der Test doch einige aufschlussreiche Informationen bringen. Viele Teams testen außerdem zurzeit auf anderen Strecken, so hat etwa Jetalliance erstmals den GT2-Lotus Evora auf die Strecke gebracht</a>, während AF Corse und Aston Martin in Spa a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">unterwegs sind, wo Anfang Mai auch der nächste ILMC-Lauf stattfinden wird, das letzte Rennen vor den 24h. (Stefan)

#WTCC: Die Rennserie plant wohl die Aufstockung des Kalenders auf 14 Rennen. Hinzukommen sollen Rennen in den USA, Russland und eventuell noch eine weitere Veranstaltung in Asien. (Chaos)

#GP2: Kurz vor dem Saisonstart testet die Serie nochmal in Barcelona. Am ersten Testtag war Davide Valsechhi vom Team Air Asia der schnellste Pilot auf der Strecke. Ganz knapp dahinter lag Luca Filippi, der ja für Supernova an den Start geht. 3. wurde Charles Pic. Saisonstart der GP2 ist zum Europaauftakt der Formel 1 in der Türkei am 7./8. Mai . (Chaos)

#Gp3: Auch hier wurde kurz vor Saisonstart nochmal getestet. Erster wurde Nigel Melker von Mücke Motorsport, Alexander Sims und Nico Muller wurden 2. und 3. Auch die GP3 beginnt am F1-Europaauftakt ihre neue Saison. (Chaos)

#Indycar: Pippa Mann, Fünfte der letzten Indylightssaison wird für Conquestracing das Indy 500 bestreiten, nun ja zumindest versucht sie sich zu qualifizieren. Sie konnte beim Indylightsrennen letztes Jahr sogar die Poleposition erringen, allerdings weiß ich nicht, ob es besonders schlau ist, jemanden im höchst anspruchsvollem Indy 500 sein Debut feiern zu lassen, aber den Themenkomplex “Fahrer-Erfahrung-Sicherheit” sieht man ja im Moment eher lasch bei den Indycars. (Chaos)

#NASCAR: Greg Biffle hat für 3 weitere Jahre bei Roush-Fenway-Racing unterschrieben. (Chaos)

#RoC: Das “Race of Champions” wird auch 2011 in Deutschland stattfinden, und zwar vom 3.-4. Dezember in der Commerzbankarena in Frankfurt. Am Grundkonzept wird sich wohl nichts ändern. (Chaos)

#Nissan hat angekündigt</a>, eine Rennversion des Elektroautos LEAF zu konstruieren. Der Wagen soll heute auf der New York Motor Show der Öffentlichkeit präsentiert werden. Noch sollen damit allerdings keine Rennen bestritten werden, die Schaffung einer eigenen Rennserie hält Nissan jedoch für möglich. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der NISMO-LEAF irgendwann in den kommenden Jahren im a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">EV Cup, der dieses Jahr startet, einen Platz finden wird. (Stefan)

April 14 2011

16:21

Formel Eins: Vorschau GP China 2011

Zwei Läufe innerhalb von einer Woche bedeutet für die Teams einen enormen Stress und normalerweise sieht man dann an den Wagen kaum Veränderungen. Das ist in diesem Jahr anders.

Der GP von Malaysia ist noch nicht ganz verarbeitet, da steht schon der Lauf in China auf dem Programm, der in diesem Jahr in das Frühjahr gerutscht ist. Die meisten Mitarbeiter sind in Malaysia geblieben oder schon in China, ein Rückflug macht da wenig Sinn und belastet vor allem die Fahrer zu stark. Einige machen sich aber die Mühe, vor allem von McLaren und Ferrari hört man, dass etliche Techniker nach Europa geflogen sind, die Taschen voller Daten. Grund für die Reisefreudigkeit: McLaren will wohl in China einen komplett neuen Unterboden einsetzen, der auch einen noch mal veränderte Auspuffluftführung hat. Bei Ferrari gibt es allerdinds wohl handfestere Probleme. Offenbar gibt stimmen die Messdaten nicht, die der Windkanal ausgeworfen hat, nicht mit jenen, die man auf der Strecke hat. Wenn das stimmen sollte, dann hat Ferrari ein riesen Problem.

Denn solche Meßfehler lassen sich nicht einfach mal so eben beseitigen. Das Problem ist auch, dass es einem nicht hilft zu wissen, dass der Windkanal fehlerhafte Daten abgibt, man muss auch wissen, warum das so ist. Dafür müsste man eigentlich in einen zweiten Windkanal, doch den hat Ferrari zum einen nicht, zum anderen fällt so etwas unter die freiwillige Testbeschränkung der FOTA. Außerdem kann man nicht einfach die Daten von Windkanal 1 mit Windkanal 2 vergleich, das ist ein schwieriger Prozess. Deswegen ist wohl auch die Spitze der Führungsmannschaft in der Woche nach Italien geflogen. Für Ferrari könnten die neuen Erkenntnisse bedeuten, dass sie die Saison abhaken müssten, oder wieder eine B-Variante auf die Beine stellen. Das Geld dafür hat man zwar, aber auch die Italiener müssen sich an die Ausgabengrenzen der FOTA halten. Man darf gespannt sein.

Shanghai ist eine Strecke, die den Red Bull mal wieder liegen sollte. Aber so viele schnelle Passagen wie in Malaysia gibt es nicht. Eigentlich ist es nur der Teil zwischen Turn 7 und 9, vielleicht noch der Ausgang von Turn 13 auf die lange Gerade. Der Vorteil, den der RB7 mit seinen hohen Abtriebswerten hat, ist also nicht so groß. Dazu kommt, dass die Gerade mit 1170 Metern sehr lang ist, auch die knapp 800 Meter lange Start/Zielgerade sollte man nicht vergessen. Und lange Geraden sind nicht die Welt der Red Bull, was die Höchstgeschwindigkeit angeht, denn in Malaysia war man zwischen sieben und zehn km/h langsamer als der Rest der Welt, insbesondere der Renault.

Die eher geringe Endgeschwindigkeit ist aber auch bei McLaren zu beobachten und da die im Moment offenbar die einzigen echten Verfolger von Red Bull sind, dürfte das in China mal wieder sehr, sehr eng werden zwischen beiden Teams. Einen gewichtigen Vorteil könnte McLaren aber haben: KERS.

Denn im eng gebauten Red Bull scheint das KERS nur kurzzeitig zu funktionieren. Offenbar wird es zu heiß um es die ganze Zeit einsetzen zu können. Auch Red Bull spricht von einer “steilen Lernkurve” die man in Sachen KERS noch vor sich hat. Aber ohne KERS ist man auf dem Kurs in China dann doch eher verloren. Für Red Bull könnte aber die Tatsache sprechen, dass das Wetter in Shanghai sehr schlecht und vor allem kühl sein soll. Vielleicht konnte man das KERS in Malaysia auf Grund der hohen Außentemperaturen nicht mehr einsetzen.

Wie erwähnt sind da aber noch die Renault, die man auch im Rennen nicht unterschätzen sollte. Auch wenn man von einem Sieg ohne die gnädige Mithilfe der Konkurrenz noch entfernt ist. Im Moment hat sich Renault aber durchaus Platz 3 der Hackordnung gesichert, weil Ferrari und Mercedes schwach gestartet sind.

Die Deutschen wird in China weiter versuchen, den Schaden zu begrenzen. Vielleicht schafft man es ja Ferrari etwas näher zu kommen, aber der Rennspeed des MGP02 ist einfach nicht da. Es war teilweise schon erschreckend zu sein, wie weit die Zeiten von Schumacher und Rosberg von den Top 3 entfernt sind. Eine schnelle Lösung wird man nicht finden, das Problem scheint ein wenig tiefer zu lieger. Dazu kommen die Probleme, die beide Piloten mit dem Heckflügel in den bisherigen Rennen hatten. Ohne DRS kann man in China dann auch gleich nach Hause fahren, das gilt vor allem für die Qualifikation.

Das Mittelfeld wird sich um die letzten Punkte balgen, aber vor allem Sauber könnte in China wieder profitieren. Ich hab noch keine Zeit gehabt, mit die Rundenzeiten von Kobayashi genau anzuschauen, aber die Schweizer sollten im Moment das beste Team im Mittelfeld sein. Dahinter folgt, etwas überraschend, Force India, die vor allem gute Long Runs produzieren. Toro Rosso hatte ein gutes und ein mieses Rennen, die sind sehr schwer einzuschätzen. Dagegen brennt bei Williams schon dir Hütte. Die Zeiten des FW33 in Malaysia waren katastrophal und wenn man die eilig zusammen gezimmerten Pressemeldungen von Williams so liest, dann muss man zum Schluss kommen, dass sie keine Ahnung haben, warum der Wagen so langsam ist.

Lotus wird in China sich nicht so gut in Szene setzen können, wie in Malaysia, wo man ja im Rennen durchaus mithalten konnte. In Shanghai wird sich die Entscheidung rächen, dass man dieses Jahr kein KERS an Bord hat, was auf den langen Geraden kein Spaß wird.

Die FIA hat auch bekannt gegeben, wie und wann man das DRS wird einsetzen können. Wie zu erwarten war, hat man die lange Gerade gewählt, aber erstaunlicherweise wird es nicht die gesamte Gerade sein. Man reduziert den Einsatz auf knapp 900 Meter. Offenbar hat man Angst, dass die Wagen mit KERS und DRS einfach zu schnell werden.

Das Wetter wird in China eine große Rolle spielen, denn es ist seit Tagen Regen für das Wochenende angesagt. Den hatte man zwar auch in Malaysia erwartet, aber in China sieht es tatsächlich so aus, als könne es vor allem Sonntag den ganzen Tag regnen.

Ich erwarte einen durchaus spannenden Grand Prix mit einem McLaren Team, dass den Red Bull auch im Rennen das erste Mal richtig auf die Pelle rücken könnte. Und das unabhängig vom Wetter. Vielleicht bekommen wir ja endlich das Regenduell zwischen Vettel und Hamilton.

April 07 2011

06:30

GT1-WM: Vorschau Zolder

Zolder ist an diesem Wochenende der Schauplatz für die zweite Runde der Sportwagen-Weltmeisterschaft und dort stehen die belgischen Ford GT-Teams sowie GT1-Debütantin Vanina Ickx im Rampenlicht.

Die GT1-WM soll nicht die zweite Geige spielen, hat sich Stephane Ratel gedacht, und den belgischen Lauf seiner Königsklasse aus dem Rahmenprogramm der 24h von Spa in den April und ins flämische Zolder verlegt. Ein Blick auf die Zuschauerzahlen am Wochenende sollte zeigen, ob diese Idee Sinn macht oder nicht. Zwar sind die Belgier begeisterungsfähig für Motorsport, doch dürfte es schwer werden, mehr Aufmerksamkeit auf die Serie zu lenken als beim gut besuchten 24h-Rennen im letzten Sommer. Davon abgesehen ist der Circuit Zolder natürlich allein schon als Rennstrecke kein Ersatz für die allseits beliebte Ardennen-Achterbahn.

Der erste Sektor der Strecke – auf der einige Wochen vor Saisonbeginn der Shakedown der Serie stattfand, sodass alle Teams und alle Fahrer erste Erfahrungen sammeln konnten – ist eine Schleife mit drei mittelschnellen Kurven, dann folgt nach der Gegengeraden die übrigen zwei Drittel mit insgesamt drei Schikanen, die im Laufe der Jahrzehnte eingebaut wurden, als letzte die Gilles Villeneuve-Schikane nach dem Tod des Kanadiers in der dortigen schnellen Rechtskurve.

Die Vorgängerserie FIA-GT fuhr hier bereits zwischen 2007 und 2009, einmal gewann ein Jetalliance-Aston Martin, die beiden letzten Male jeweils ein Vitaphone-Maserati. Maseratis sind im aktuellen GT1-feld nicht mehr dabei, und es wird sich zeigen, ob der Kurs den Aston Martin nach wie vor liegt.

Doch zumindest die beiden Hexis-Wagen sind nach dem starken Hauptrennen in Abu Dhabi, als alle vier DBR9 unter die ersten sechs fuhren, mit einigem Zusatzgewicht beladen: 30kg müssen die Sieger Clivio Piccione und Stef Dusseldorp zuladen, nur 5kg ihre Teamkollegen Christian Hohenadel und Andrea Piccini. Im Sprintrennen werden zumindest Piccione und Dusseldorp also wohl kaum um den Sieg fahren können.

Damit dürften dann eher Young Driver AMR zu den Favoriten gehören, die in Abu Dhabi bereits top in Form waren, aber nach Ausfällen im Qualifikationsrennen im Hauptrennen „nur“ die Plätze 5 und 6 erreichten und so sogar leicht unter ihrem Normalgewicht in Zolder starten werden. Für Stephan Mücke, Tomas Enge und Alex Müller (der als gebürtiger Emmericher Zolder auch als ein Heimrennen sieht) sowie die Mechaniker des Teams ist es dabei das dritte Rennwochenende in Folge, nachdem sie auch beim LMS-Rennen in Le Castellet antraten.

Für die vier Ford GT im Feld ist Zolder das Heimspiel, doch nicht nur deswegen ist ihnen ein erfolgreiches Wochenende zu wünschen: gestern wurde bekannt, dass Martin Bartek, Gründer von Matech Concepts, verstorben ist. Das Schweizer Unternehmen mit Werkstatt in Mayen in der Eifel hat den Ford GT für die GT1-WM konstruiert und im vergangenen Jahr unter dem Matech Competition-Banner auch selbst eingesetzt, bei dem Bartek als Teamchef fungierte.

Das stärkere der beiden  diesjährigen Ford GT-Teams ist MarcVDS Racing, bei denen mit Bas Leinders/Marc Hennerici und Maxime Martin/Frédérik Makowiecki in jedem Wagen ein Belgier an Bord ist. Und obwohl Martin und Makowiecki das Qualifikationsrennen gewinnen konnten, werden beide untergewichtig an den Start gehen, denn das Hauptrennen verlief weniger erfolgreich.

Das Rampenlicht werden Leinders und Martin jedoch teilen müssen, und zwar mit Vanina Ickx, Tochter der Rennsport-Legende Jacky, denn die sechsunddreißigjährige feiert an diesem Wochenende ihr Debüt in der GT1-Weltmeisterschaft. An Sportwagen-Erfahrung fehlt es ihr natürlich nach zahlreichen Einsätzen in Le Mans-Prototypen, in der Belcar sowie der alten FIA-GT nicht, doch die GT1-WM mit ihren knackigen Sprintrennen ist eine andere Geschichte. Jedenfalls ersetzen Ickx und der Schweizer Mathias Beche beim MarcVDS-Satellitenteam namens Belgian Racing die beiden Franzosen Leclerc und Giroix, während den zweiten Wagen Milos Pavlovic und Martin Matzke (2010 in der GT Masters unterwegs) steuern. Beide Fahrzeuge konnten in Abu Dhabi nur mäßige Ergebnisse einfahren.

Den vier Nissan GT-R von Sumo Power und JR Motorsport – wie die beiden Ford-Teams gehören auch diese zum selben Stall – kommt die Strecke mit ihren zahlreichen langsamen Ecken zwar nicht unbedingt entgegen, doch die vier starken, erfahrenen Fahrerpaarungen sollten trotzdem in der Lage sein, um gute Platzierungen zu kämpfen – am wenigsten noch die nach zwei zweiten Rängen in Abu Dhabi mit 25kg Erfolgsgewicht „gesegneten“ Peter Dumbreck und Richard Westbrook, die in beiden Läufen dort nur knapp geschlagen wurden.

Gehandicapt ist auch der All-Inkl.com Münnich Motorsport-Lamborghini von Marc Basseng und Markus Winkelhock. Es wird spannend sein, zu sehen, ob diese konstant erfolgreich sein können, nachdem es im vergangenen Jahr nicht besonders gut lief. Zieht man allerdings einmal die 2010er Rennen aus Navarra, einem ebenfalls recht eckigen Kurs mit nur wenigen schnellen Kurven, heran, könnten die Lamborghini stark sein.

Das dortige Event räumten Frank Kechele und Ricardo Zonta im Reiter-Murcielago in dominanter Manier komplett ab. Das war einer der wenigen Erfolge für Lamborghini im ersten Jahr, doch Reiter und Kechele sind nicht mehr dabei und Zonta fährt Nissan. Stattdessen ist das Swiss Racing Team von Nissan zu den Italienern gewechselt. Deren stärkere Fahrerpaarung besteht aus den beiden Veteranen Wendlinger und Kox, die auf dem Yas Island die Plätze 10 und 7 einfuhren – hier dürfte noch Steigerungspotential schlummern.

Bleiben noch die Corvette-Teams. Nach all dem Hin und Her vor Saisonbeginn sind zwar die notwendigen vier Fahrzeuge eingeschrieben, doch nur für zwei sind bisher Fahrer gemeldet. Vermutlich werden die beiden anderen Corvettes also auch in Zolder fehlen. Deren Fehlen in Abu Dhabi hat bereits dazu geführt, dass beide Mannschaften keine Punkte für die Team-Wertung sammeln können, für die Fahrer zählen die erfahrenen Punkte allerdings.

Doch ob das ganze nun „(rennsport-)politisch korrekt“ ist oder nicht, die Fans dürften sich auch über zwei der amerikanischen V8-Boliden freuen, denn zwei sind immerhin mehr als gar keine. Zudem war die rote Exim Bank Team China-Corvette in Abu Dhabi auch nicht schlecht unterwegs, die beiden Niederländer Nicky Catsburg und Mike Hezemans erreichten immerhin die Ränge 7 und 10.

Das Qualifying-Rennen in Zolder findet am Samstag um 16:15 Uhr statt, die Startaufstellung für diesen Lauf wird um 10:05 Uhr am Vormittag ausgefahren. Start zum Hauptrennen ist am Sonntag um 14:45 Uhr. Die drei Sessions werden im offiziellen Livestream der Serie zu sehen sein. Sport 1 zeigt das Samstagsrennen in voller Länge live (ab 16:00 Uhr), vom entscheidenden Hauptrennen jedoch nur eine halbstündige Aufzeichnung am Sonntag um 16:30 Uhr.

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(Bilder: DPPI/GT1)

 

March 26 2011

17:00

Formel Eins: Quali Analyse GP Australien 2011

“Boom”. Das beschreibt das Ergebnis der Qualifikation in Australien wohl am genausten. Red Bull war eine Klasse für sich und die seine schnellste Runde Vettel auch noch ohne KERS. Weil er kein richtiges an Bord.

Nach der ersten Qualifikation des Jahres gab es nur zwei zufriedene Gesichter, der Rest schaute drein, als habe man ihnen gerade gesagt, dass sie es eh mit dem Weltmeistertitel vergessen können. Nur Vettel und Hamilton blickten zufrieden in die Runde. Wobei der Brite vermutlich deswegen so erleichtert wirkte, weil er der einzige war, der Vettel halbwegs folgen konnte. Mclaren hat aus der Großbaustelle MP4-26 innerhalb von zwei Wochen ein wirklich gut gehendes Auto gezaubert, weil man einen großen Teil der experimentellen Neuentwicklungen wieder aus dem Wagen geschmissen hat. Doch außerhalb von Reihe Eins herrschte fast ausschließlich großer Katzenjammer. Webber, dem Vettel fast 9 Zehntel abgenommen hatte, wirkte zerknirscht, Alonso wusste nicht so wirklich, was er zu den 1.4 Sekunden Rückstand sagen sollte und bei Mercedes verstand man die Welt nicht mehr. Doch trotz der großen Abstände könnte das Rennen enger werden.

Vettel fuhr seine schnellste Zeit gegen Ende der Qualifikation und legte gleich zwei Runden hin, die fast aufs Zehntel gleich schnell waren. Das zeigt auch, dass der Red Bull so schlecht nicht mit den Reifen umgeht. Die Sensation ist allerdings, dass Vettel seine Zeit ohne KERS gefahren ist. James Allen spekulierte als erster, dass Red Bull gar kein “richtiges” KERS an Bord hat. Stattdessen setzt man wohl auf ein “Start only KERS”, das heißt, dass die Batterie für KERS in der Box aufgeladen wird, und nur einmal, nämlich beim Start, abgerufen werden kann. Red Bull äußert sich zu den Gerüchten nicht, dementiert aber auch nur schwach. Offenbar denkt man, dass man auf den recht kurzen Geraden in Australien kaum in die Verlegenheit gerät, überholt zu werden. Ob dem dann wirklich so ist, wird sich morgen zeigen. Aber es wäre schon ein Hammer, wenn Red Bull ohne KERS einem Mclaren 8 Zehntel abnehmen kann.
Ungewöhnlich ist auch, dass Webber mehr als acht Zehntel auf den Deutschen verloren hat. Das ist dann doch etwas viel und Webber zeigte sich nach der Qualifikation völlig überrascht über den Abstand. Er hatte keine Erklärung, wo er die Zeit verloren hatte. Vettel zeigte sich zufrieden und denkt auch, dass es für das Rennen gut aussieht, da sich der Reifenverschleiss in Grenzen hält.

Bei McLaren lief es das gesamte Wochenende richtig gut. Überraschenderweise war man von Anfang an vorne mit dabei, was angesichts der zäh verlaufenden Tests überraschend ist. Das Hamilton seinem Teamkollegen Button knapp vier Zehnteln abnehmen kann, scheint auch etwas viel, allerdings ist nicht klar, ob Button auf gebrauchten Reifen unterwegs war. Im Rennen wird der Abstand nach vorne auch kleiner sein, was das Rennen spannend machen könnte.

Der Verlierer der Quali war aber nicht Webber oder Schumacher, sondern Heidfeld. Der Deutsche schaffte nicht einmal mehr den Sprung in Q2 und lag in der ersten Quali-Session knapp 1.7 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Petrov. Das ist dann selbst für die bekannt notorische Quali-Schwäche von Heidfeld etwas sehr viel. Nach der Quali bekannte Heidfeld, dass sein KERS für Probleme sorgte und er deswegen eine Runde nicht fahren konnte. Sein letzter Versuch endete dann im Verkehr und er verpasst Q2 um 17 Tausendstel. Mag Pech gewesen sein, aber das Ergebnis ist trotzdem desaströs. Denn Petrov, der ja nun nicht gerade unter dem Verdacht steht, ein Top 5 Fahrer zu sein, knallte den Renault problemlos auf Platz 6 in der Startaufstellung und die unfaire Frage “Was hätte Kubica” gemacht” ist natürlich da.

Bei Ferrari lief es ebenfalls recht zäh. Der gute Speed aus den Tests ist weg, zumindest, was eine schnelle Runde angeht. Massa klebte in Q1 lange auf Platz 18, fand dann aber doch noch die nötige Sekunde um weiter zu kommen. Im der restlichen Quali blieb Ferrari weiter unter dem Radar. Massa wurde am Ende achter, Alonso kam auf Platz 5. Der Spanier meinte am Ende, dass man überrascht sei, sich aber auf die Rennpace verlassen würde. Auf jeden Fall ist Ferrari morgen nicht in der Lage, um den Sieg zu fahren, es sei denn, sie können mit einem Stopp durchfahren und dabei gute Rundenzeiten abliefern.

Hängende Köpfe gibt es auch bei Mercedes. Schumacher, der eigentlich sehr optimistisch wirkte, schaute nach dem Rennen ziemlich sauer drein. Egal, ob wir siebter oder elfter sind, wir sind nicht da, wo wir sein wollen.”. Rosberg setzte sogar hinzu “Da ging nicht mehr, erschreckend.” Dabei hatten die Mercedes in allen vorherigen Sessions gar nicht schlecht ausgesehen und offenbar hatte selbst Schumacher mit einem Start in den ersten drei Reihen gerechnet. Doch am Ende kam Rosberg auf sieben und Schumacher war nur elfter. Noch schlimmer wird, es wenn man weiß, das Schumacher und Rosberg in Q2 schon mit weichen Reifen unterwegs waren. Selbst wenn die gebraucht waren – Schumacher gelang es nicht, die 1.25.9 min zu unterbieten, Rosberg war in Q2 auch nur 3 Zehntel besser, hatte aber wohl ein funktionierndes KERS an Bord, während es bei Schumacher Probleme gab. Mit KERS hätte Schumacher vermutlich Q3 erreicht, allerdings muss der elfte Startplatz kein Nachteil sein, denn der Ex-Weltmeister kann auf frischen Reifen starten, während der Rest vor ihm gebrauchte hat. Wenn die Rennpace stimmt, sind Punkte auf jeden Fall drin, mehr aber nicht.

Zwei Überraschungen gab es am Ende dann doch. Sebastian Buemi schlich sich in Q3 und belegte dort den zehnten Platz. Sein Teamkollege Alguersuari kam immerhin auf die 12. Position. Eine Position vor ihm steht Kamui Kobayashi im Sauber. Wenn man bedenkt, dass Sauber mit Ferrari-Technik unterwegs ist, und Massa nur 0.178 Sekunden schneller war, dann ist schon bemerkenswert. Noch besser wirkt die Zeit, nachdem Kobayhashi erwähnte, dass er nur einen Satz gebrauchter weicher Reifen hatte. Neue Reifen bringen wohl um die drei Zehntel. Perez sah zunächst ähnlich stark aus, verlor aber in Q2 knapp sieben Zehntel auf den Japaner.

Weiter hinten gab es wenig Überraschungen. Williams, die eigentlich nicht schlecht unterwegs waren, verloren Rubens Barrichello direkt zu Beginn von Q2, als sich dieser einen seiner seltenen Fehler erlaubte und den FW33 in den Kies setzte. Das Maldonado in Q2 hängen blieb, war dann nicht weiter überraschend.

Die Schlusslichter bleiben Lotus, Virgin und HRT. Lotus überraschte negativ, weil man die guten Testeindrücke nicht umsetzen konnte. Kovalainen fehlten 2 Sekunden auf Heidfeld auf Platz 17, was bei den Grünen für enttäuschte Gesichter sorgte. Besser lief es dagegen bei Virgin, die sich im Training noch weit von Lotus weg sahen. Glock fehlten zwar 0.5 Sekunden auf Kovalainen, aber das war weniger Abstand, als befürchtet hatte. Auch die 107% Barriere wurde einigermaßen sicher genommen. Neuling D’Ambrosio blieb vier Zehntel über der Grenze.

Nicht starten werden beide HRT. Zwar schafften es die Mechaniker beide Wagen in Q3 starten zu lassen, aber die Zeiten waren wirklich zu schlecht. Zwei Sekunden war Liuzzi langsamer als der letzte Virgin, 1.6 Sekunden, damit man die 107% Grenze geschafft hätte. Klingt desaströs, aber angesichts der Tatsache, dass beide HRT in Q3 ihre ersten Runden gedreht haben, ist das gar nicht mal so schlecht. Vielleicht klappt es ja in Malaysia.

Das morgige Rennen dürfte aber etwas enger werden, als es die Quali vermuten lässt. Die Pirelli Reifen halten bei den niedrigen Temperaturen deutlich besser durch und alle Teams konnten längere Stints fahren, als man das vermutet hat. Teilweise wurden 25 Runden absolviert, was knapp die Hälfte der Renndistanz von 58 Runden ist. Im Verdacht, eventuell nur einen Stopp zu absolvieren zu müssen, stehen Ferrari und Mercedes, die bei den Tests ähnliche Zeiten abgeliefert haben. Bei McLaren und Red Bull rechnet man mindestens mit zwei Stopps, was dann auch schnellere Zeiten im Rennen garantieren würde. Ferrari sieht durchaus Chancen auf ein Podium, wobei es schwer werden wird, die Mclaren auf der Strecke zu schlagen.

Alle Runden- und Sektorenzeiten gibt es bei der FIA.

Australian F1 Grand Prix - Qualifying GP_Aus_Quali_2011_1 GP_Aus_Quali_2011_2 GP_Aus_Quali_2011_3 GP AUSTRALIA F1/2011 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Australia Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Australia FORMULA 1 / QANTAS AUSTRALIAN GRAND PRIX GP_Aus_Quali_2011_8 Formula One World Championship Formula One World Championship Formula One World Championship Formula One World Championship Formula One World Championship GP_Aus_Quali_2011_14 Australian F1 Grand Prix - Practice Australian F1 Grand Prix - Qualifying Australian F1 Grand Prix - Practice Australian F1 Grand Prix - Practice GP_Aus_Quali_2011_21 GP_Aus_Quali_2011_22 GP_Aus_Quali_2011_23 GP_Aus_Quali_2011_24 GP_Aus_Quali_2011_25 GP_Aus_Quali_2011_26 GP_Aus_Quali_2011_27
Bilder: FerrariF1, SauberF1, Renault, Team Lotus, McLaren, Red Bull/Gepa, STR/Gepa, Virgin, HRT, Williams, Mercedes, Force India

March 25 2011

16:25

GT1-WM: Saisonauftakt in Abu Dhabi

Es ist mittlerweile Ende März und langsam nehmen alle namhaften Serien wieder Fahrt auf bzw. haben es wie die Nascar schon getan. An diesem Wochenende startet nun eine Serie in ihre 2. Saison und es könnte auch bereits ihre letzte Saison in der bisherigen Konstellation werden. Die Rede ist von der GT1-WM, der mittlerweile einzigen verbliebenen Serie in der noch Wagen nach GT1-Reglement eingesetzt werden, nachdem die GT1 aus diversen Serien und Rennen wie den 24H von Le Mans oder der ALMS aus dem Reglement gestrichen wurde. Nichts desto trotz konnte man bereits in der 1. Saison über die komplette Saison und quer durch das gesamte Feld fantastische Rennen abliefern.

Die wichtigste Meldung welche vermutlich bereits viele mitbekommen haben, möchte ich natürlich gleich am Anfang hinsetzen: Die Titelverteidiger, Michael Bartels & Andrea Bertolini sowie ihr Team Vitaphone Racing werden mit ihren Maserati 2011 nicht mehr teilnehmen. Schuld ist nicht etwa das Team selber, sondern die von Stephane Ratel eigens geschaffenen Regeln in Bezug auf die Anzahl der Wagen sowie das Thema Sponsoren, aber der Reihe nach. Also eine der wichtigsten Regeln für die Fahrzeuge steht im Reglement der GT1 Weltmeisterschaft, dass ein Wagen wie der Maserati in 4facher Ausführung am Start sein muss und das ganz klassisch auf 2 Team à 2 Wagen verteilt.


Soweit so gut, werden aber z.b nur 2 Maserati genannt wie eben heuer geschehen, dann werden diese nicht zugelassen – begründet wurde diese Regel 2010 bei der Einführung mit einer möglichst großen Chancengleichheit sowie einer möglich fairen Einstufung der Fahrzeuge im Rahmen der BoP. Dies führte dazu, dass oft Satellitenteams entstanden welche zwar die Gelder für den Einsatz der Wagen aufbringen oder gar nicht aufbringen mussten wie z.b Hegersport mit den 2 Maserati welche de facto von Vitaphone betreut werden oder wie Belgian Racing – einem Unterteam von Marc VDS welche für den Einsatz von allen 4 Ford GT verantwortlich zeichnen.
Im Falle der Maserati war aber die Saison nur bei den 2 Hauptwagen von Vitaphone gesichert und es konnten daher nur diese 2 Wagen eingeschrieben werden, da für zwei Maserati egal unter welchem Banner sie gelaufen wären keine ausreichende Finanzierung stand oder kurz gesagt, keine Sponsoren auftauchten. Daher wird dieses Jahr der Titelverteidiger nicht am Start sein.

Wer nun meint dies wäre das einzige Opfer der neue Regeln, sieht sich getäuscht, denn beinahe hätte diese Regel dazu geführt, dass Ratel nicht die mindestens 20 benötigten Wagen für die Saison zusammenbekommen hätte, da der Einsatz der Corvetten auch auf Messers Schneide stand. Ratel benötigt diese Wagen, da in TV Verträgen gerne Mindeststarterzahlen sowie eine festgelegte Anzahl an Läufen festgeschrieben wird und bei nicht einhalten teils hohe Strafen drohen.

Jedoch hat man es noch auf die Reihe bekommen zumindest 2 Vetten für Abu Dhabi an den Start zu bringen und dann für den Rest der Saison auf 4 aufzustocken um somit eben jene 20 Wagen beisammen zu haben. Wer finanziell genau dahinter steckt ist teils ungewiss, es könnte aber auch gut sein dass Stephane Ratel hier noch ein paar Euro selber nach schießen muss.

Nachdem die Maseratis ja nun nicht mehr am Start sind, bleiben aber alle anderen Hersteller an Bord und man wird somit weiter den Aston Martin DBR9 (Hexis und Young Driver AMR), die mittlerweile auch schon betagte Corvette Z06-GT1 (Exim Bank China Team sowie DKR Engineering, wo aber Bamboo Racing hinter dem Einsatz stehen wird), wo ein Chassis anscheinend noch von Pratt & Miller aus den USA per Flieger nach Europa transportiert werden soll um genügend Chassis zu haben, den Lamborghini Murcielago All-Ink sowie Swiss Racing welche von Nissan auf den Lambo gewechselt sind) , den Ford GT (Marc VDS sowie Belgian Luxury Team) sowie die Nissan GT-R (Sumo Power und JR Motorsports).
Nicht mehr am Start sein werden sind Phoenix, Vitaphone sowie Matech welche sich ja komplett als Einsatzteam zurückziehen wollen. Die Ford GT von Matech hingegen bleiben der GT1 weiterhin erhalten, da beide von Belgian Racing übernommen worden)

Eine komplette Übersicht über die Wagen und deren Fahrer welche für Abu Dhabi gemeldet sind:

Aston Martin DB9

Yound Driver AMR #7 Thomas Enge/Alex Müller
Young Driver AMR #8 Stefan Mücke/Darren Turner

Hexis AMR #3 Clivio Piccione/Stef Dusseldorp
Hexis AMR #4 Christian Hohenadel/Andrea Piccini

 
 
 

Lamborghini Murcielago 670 R-SV

Swiss Racing Team #5 Karl Wendlinger/Peter Kox
Swiss Racing Team #6 Max Nilssen/Jiri Janak

All Ink. #37 Marc Basseng/Markus Winkelhock
All Ink. #38 Dominick Schwager/Nicki Pastorelli

 
 
 

Nissan GT-R

Sumo Power GT #20 Enrique Bernoldi/Ricardo Zonta
Sumo Power GT #21 Jame Campbell-Walter/David Brabham

JR Motorsports #22 Peter Dumbreck/Richard Westbrook
JR Motorsports #23 Lucas Luhr/Michael Krumm

 

Ford GT

Marc VDS Racing #40 Bas Leinders/Marc Hennerici
Marc VDS Racing #41 Maxime Martin/Frederic Makowiecki

Belgian Racing #9 Antoine Leclerc/Fabien Giroix
Belgian Racing #10 Martin Matzke/Milos Pavlovic

 

Corvette ZO6-GT1

DKR Engineering #47 Jean-Clause Police/Laurent Cazaneve

EXIM Bank Team China #11 Mike Hezemans/Nick Catsburg

 
 
 
 

Auffällig ist vor allem dass Nissan 4 sehr namhaft besetzte Wagen an den Start bringt und man darf vor allem auf die Auftritt von David Brabham sowie GT1 Neuling Lucas Luhr gespannt sein.

Den Auftakt zur offiziellen Weltmeisterschaft bildet in diesem Jahr wie schon 2010 der Yas Marina Circuit in Abu Dhabi. Dieser Kurs welcher schon aus der F1 und dem ein oder anderen aus der V8 oder der GP2 bekannt sein dürfte hat trotz seines Tielke-Characters letztes Jahr bereits für einen fulminanten Auftakt gesorgt, wie man hier nachlesen kann. Gefahren wird wie in der F1 und 2010 beim Auftakt auch heuer die lange Variante und man darf davon ausgehen dass vor allem am Ende der langen Geraden es zu einigen Ausbremsversuchen kommen wird, aber man wird auch im Infield nicht davor geschützt sein bei einem Fehler an einer nicht gerade üblichen Stelle überholt zu werden wie das letzte Jahr bewiesen hat.

Damals gewann der Ford GT mit Thomas Mutsch und Romain Grosjean am Steuer das Rennen überlegen, jedoch lag dies auch an einer damals noch nicht ausgereiften Einstufung. Auch dieses Jahr wird es daher neben der BoP wieder Zusatzgewichte für die Erstplatzierten geben, welche sich auf bis zu 150kg im Extremfall aufaddieren können um ein möglichst ausgeglichenes Feld zu haben. Mann kann nun darüber streiten ob es Sinn macht den 1. zu bestrafen, jedoch hat diese Regelung zumindest für sehr spannende Rennen gesorgt.

Aber es gibt ja auch nicht nur alte bekannte Strecken im Kalender, sondern auch neue Strecken haben es ins Programm geschafft.
So fährt man dieses Jahr z.B in Belgien, genauer gesagt in Zolder anstatt in Spa, einem Asia Rennen in Ordos (die Strecke auf der die SLF letztes Jahr fuhr und durch die Schanze in der Schikane zu beeindrucken wusste), sowie und das ist nun für alle deutschen Fans sehr wichtig: Am 13. Mai fährt man gemeinsam mit dem ADAC GT Masters einen Doubleheader auf dem Sachsenring welcher den Nürbrugring im Programm ersetzen wird. Wer auf viele schöne GT1, GT3 Wagen, auf enge Rennen und ein ausgiebiges Rahmenprogramm steht sollte sich echt überlegen dort hin zu fahren.

Zumindest diese wird die GT1-WM dieses Jahr auf jeden Fall benötigen, denn nach dieser Saison werden für 2012 nicht alten GT1 wie der Aston Martin oder die Corvette nicht mehr zugelassen sein und man wird sich nach neuen Herstellern umsehen müssen, will man nächstes Jahr nicht mit max. 4 Wagen an den Start gehen, denn aus den offziell angekündigten Herstellern wie Veritas oder Aurora wurde bisher nichts als heiße Luft vermeldet und man darf davon ausgehen dass diese Projekte nicht mehr realisiert werden. Mann kann daher nur hoffen dass die GT1 möglichst viel Werbung in eigener Sache produzieren kann welche man dann aber auch vernünftig ansehen kann. Mann kann nur hoffen dass Sport 1 möglichst viel Live und wenn als Aufzeichnung, dann bitte ordentlich und nicht als 45 Minuten dauernde Zusammenfassung des Wochenendes welche auch noch von 50% Werbung unterbrochen wird. Verdient hätte die GT1-WM es auf jeden Fall.

Zu guter letzt hier noch das offzielle Timetable für Abu Dhabi:

Freitag:
08:00 FIA GT1 World Championship – Free Practice
12:35 FIA GT1 World Championship – Pre-Qualifying
16:45 FIA GT1 World Championship – Qualifying

Samstag:
08:50 FIA GT1 World Championship – Warm up
10:15 FIA GT1 World Championship – Qualifying Race
16:45 FIA GT1 World Championship – Championship Race

Die Zeitangaben sind in (MEZ) angegeben.
Zu sehen sein wird das Qualifying live im Netz und beide Rennen wie immer vom Sender Sport1 oder auf GT1world. Das Live Timing samt Stream findet man unter folgenden Link Und damit man die Wagen samt Fahrer erkennt gibts wie immer einen Spotterguide welche die Kollegen von Spotterguides.com erstellt haben:

March 21 2011

06:58

Formel Eins: Vorschau 2011 – Die Teams

Es geht, mit ein wenig Verspätung, wieder los. Der ausgefallene Grand Prix von Bahrain war für einige Teams offenbar Gold wert, denn bei den Tests sah nicht alle gut aus.

Es gibt viel neues in diesem Jahr. Der bewegliche Frontflügel ist weg, dafür kann man den Heckflügel jetzt in bestimmten Situationen flacher stellen. Doch die wichtigste Änderung betrifft wohl den Diffusor. Der darf nur noch einfach und nicht doppelt gebaut sein, was die Konstruktion des gesamten Hecks verändert. Dazu kommen die neuen Reifen von Pirelli, die auf Wunsch der FIA eine völlig neue Mischungen anliefern. Während die Bridgestone auch mal ein ganzes Rennen durch gehalten haben, zerbröseln die Pirelli schon nach wenigen Runden. Das wird die Strategie aller Teams in diesem Jahr komplett ändern, aber dazu dann am Donnerstag in der Vorschau mehr. Heute geht es erstmal um die Form der Teams, die ich so sortiert habe, wie ich sie im Moment zum Saisonstart sehe.

Eins noch vorweg: Während es vorne schon eng ist, kann man im Mittelfeld kaum sagen, wer da die Nase vorne hat. Im Grunde wird es bis in den Mai dauern, bis man einen einigermaßen sicheren Überblick haben wird. Das Problem ist auch, dass sich die Rangfolge wegen der neuen Reifen praktisch in jedem Rennen ändern kann. Keiner weiß, wie die Pirelli auf den verschiedenen Asphaltsorten und Temperaturen reagieren werden. Kann sein, dass Williams plötzlich in China in den Top 3 ist, um beim nächsten Rennen in der Versenkung zu verschwinden. Es geht nicht mehr nur um die reine Geschwindigkeit, sondern auch darum, wie gut man mit den Reifen umgeht. Ein “langsames”, konservativ gebautes Auto kann auf einer Renndistanz einen viel schnelleren Wagen schlagen, weil die Reifen nicht so schnell abbauen. Deswegen ist die folgende Vorschau eher ein Blick in die Kristallkugel.

1. Red Bull
Die Österreicher muss man auch in diesem Jahr ganz vorne sehen. Der RB7 machte bei den Tests einen sehr guten Eindruck. Und zwar nicht nur, was die Pace angeht, sondern auch was die Stabilität der Rundenzeiten betrifft. Denn die dürfte in diesem Jahr extrem wichtig sein. Der neue Red Bull ist wohl kein “Reifenfresser” was den Strategen 2011 viel Freiheiten gibt. Die Longruns sahen sehr gut aus, und zwar bei Webber wie Vettel, was ja auch nicht unwichtig ist. Ein paar Sorgen macht aber wohl die Kühlung. Die extrem kleinen und scharf eingezogenen Seitenkästen bergen die für Renault typischen kleinen Kühler, doch bisher waren die Temperaturen bei den Tests nicht sehr hoch. Es gibt also zumindest ein kleines Fragezeichen, aber der Grundspeed des Red Bull ist über den Winter nicht verschwunden.

2. Ferrari
Der 150° Italia ist keine Schönheit, das gesamte Design wirkt, verglichen mit anderen Wagen, sehr konservativ. Den Fehler, dass man Ferrari zu schnell einschätzt, begeht man schnell, weil man die Italiener ja immer vorne sieht. Bemerkenswert war allerdings die Zuverlässigkeit des neuen Wagen und die sehr konstanten Zeiten bei den Longruns. Auch der “Drop off”, also der Zeitenverlust gegen Ende eines Stints, ist wie bei Red Bull überschaubar. Ferrari hat sich, wie letztes Jahr, für ein Basis-Design entschieden, dass man updaten kann. Allerdings will man nicht, wie 2010, eine B-Variante bauen müssen. Ob das gelingt, bleibt mal abzuwarten. Mir fehlen bei Ferrari etwas die schnellen Zeiten bei den Tests, auch wenn sie meist in den Top 5 unterwegs waren. Den Italienern traue ich zu dem zu, dass sie das “sand bagging”, also das bewusste zurückhalten der eigenen Leistung, sehr weit getrieben haben.

3. Renault
Mit Robert Kubica hätte ich Renault auf Augenhöhe mit Red Bull gesetzt. Den Renault Designer ist ein guter Wurf gelungen, und das nicht nur wegen des Auspuffs, der vorne gerichtet ist. Der ganze Wagen macht einen sehr stabilen und guten Eindruck, bei den ersten Tests im Februar war man sofort vorne dabei. Nun ist Kubica, mit dessen Input man den Wagen entwickelt hat, nicht da und auch wenn Heidfeld laut Eric Boullier sehr ähnliche Vorstellungen von einem Wagen hat, wie der Pole, ist Renault doch etwas schlechter dran. Dennoch hat man mal wieder ein Auto, dass zumindest für ein paar Podien gut ist und Heidfeld ist ein Fahrer, dem das gelingen könnte. Renault ist in diesem Jahr für mich das “dark horse” schlechthin, und das nicht nur wegen der Farbe.

4. Mercedes
Mercedes und Ross Brawn stehen unter Druck. Noch so eine Saison wie 2010 kann man sich nicht erlauben, aber der Abstand zur Spitze ist nicht so leicht zu verringern. Brawn hat sich für eine nicht ungefährliche Strategie entschieden. Erst testete man ein Basis-Chassis um eine Grundabstimmung zu finden, dann klebte man die Updates auf den Wagen. Das hat in letzten Jahr schon nicht so richtig geklappt. Der Wagen wurde erst dann besser, als man nicht mehr weiterentwickelte und die Fahrer ihre Abstimmung finden ließ. So hatten Schumacher und Rosberg fiel damit zu tun, die Updates auf den Wagen anzupassen. Kein Wunder, dass beide Piloten auch vorsichtig sind. Im schlimmsten Fall sieht man sich rund 0,7 Sekunden hinter Red Bull, was auch mein Eindruck war. Grundsätzlich habe ich aber das Gefühl, dass Mercedes zum Start der Saison besser da steht, als im letzten Jahr. Interessant dürfte sein, wie der W02 mit dem doch sehr kurzen Radstand klar kommt. Der Abstand nach vorne ist aber geringer, ein Podium sollte drin sein, wenn die Quali-Ergebnisse stimmen.

5. McLaren
Die Briten haben das mit Abstand aggressivste Design in diesem Jahr. Nase, die L-förmigen Lufteinlässe, ein komplett neues Auspuffsystem. Dazu hat man bei den Tests einen neuen Unterboden angeschleppt und einiges am Frontflügel ausprobiert. Man wird den Eindruck nicht los, dass der McLaren eine Baustelle ist. Aber eine durchaus schnelle. Das neue aerodynamische Konzept scheint durchaus zu passen, man muss es halt erst einmal komplett verstehen. Und dafür fehlte wohl die Zeit. Völlig unverständlich finde ich in diesem Zusammenhang auch die Entscheidung, dass man erst den alten Wagen mit dem Pirellis getestet hat. McLaren hat so von allen Top-Teams am wenigsten Kilometer gefahren, was sich zu Beginn der Saison rächen wird. Das Team hat die Erfahrung und die Ressourcen den Wagen an die Spitze zu bekommen, aber ich habe die Vermutung, dass man die ersten Rennen kaum eine Chance haben wird. Das könnte dann auch die WM-Chancen schmälern, allerdings ist die WM ja sehr lang und man hat im letzten Jahr bei Ferrari gesehen, was ein Zwischenspurt bringen kann.

6. Williams
Williams überrascht dieses Jahr mit einem Wagen, der ein sehr extrem gebautes Heck hat. Kein anderes Team, auch nicht der hinten sehr eng gebaute Red Bull, sind derartig knapp gebaut, wie der FW33. Die eigenartige Bauweise sorgt dafür, dass Heckflügel und vor allem der Diffusor ungestört angeströmt werden und damit mehr Abtrieb generiert. Das Team kämpfte bei den Tests zwar mit einem sehr bockigen, unruhig liegenden Wagen, zeigte aber auch hervorragende Zeiten. Bei Williams muss man allerdings immer etwas vorsichtig sein, da sie die Eigenart haben, bei den Tests schon mal etwas leichter als der Rest unterwegs zu sein. Das ist angesichts der klammen Finanzen nachvollziehbar, macht die Einschätzung des Teams aber nicht leichter. Barrichello zeigte sich zufrieden, aber nicht euphorisch. Ein weiteres Problem für Williams in der Konstrukteurs-WM dürfte der Einsatz des unerfahrenen Pastor Maldonado sein. Ob der direkt mithalten kann, möchte ich mal bezweifeln. Dennoch – wenn der FW33 ein Volltreffer ist, wird man Williams öfter in Q3 sehen. Ein Podium wird allerdings schwer werden.

7. Sauber
Nach dem Übergangsjahr 2010 muss Sauber in diesem Jahr einen Schritt nach vorne machen. Mit James Key hat man einen vielversprechenden Designer geholt, der allerdings dann auch dementsprechen unter Druck steht. Der C30 ist unspektakulär und hat einige Elemente, gerade im Bereich der Front, die an die letzten beiden Force India erinnern, wo Key ja vorher gearbeitet hat. Der Wagen wirkt konservativ, eher eine Basis für die kommenden Weiterentwicklungen im Jahr 2011. Klar, Sauber wird nicht um Siege fahren, aber der Schritt in die Top Ten sollte regelmäßig passieren. Und das wird dieses Jahr sehr schwer werden. Der C30 zeigte sich in den Tests unauffällig, aber schnell. Key ist bekannt dafür, dass seine Wagen einen guten Topspeed haben, dafür mangelt es schon mal an Abtrieb. Das Problem scheint dieses Jahr nicht da zu sein, die Zeiten der Longruns in Barcelona sahen gut aus. Dazu kommt, dass Kobayashi sicher wieder für Aufsehen sorgen wird, aber auch Perez in den Tests gezeigt hat, dass er vielleicht besser ist, als man vermutet.

8. Toro Rosso
Beim zweiten Red Bull Team muss man sehr wachsam sein. Die Idee mit dem quasi geteilten Chassis ist interessant und man zeigte sich bei den Tests sehr zufrieden. Im Grunde liegen Williams, Sauber und Toro Rosso so eng beieinander, dass die Unterschiede sich, wie im letzten Jahr, wohl nur im Tausendstel-Bereich werden messen lassen. Problematisch ist bei Toro Rosso in diesem Jahr wohl nicht das Chassis, sondern eher der interne Druck. Sebastian Buemi muss zeigen, dass er in den letzten zwei Jahren was gelernt, auch Jaime Alguersuari steht unter Druck. Denn als Ersatzfahrer hat man Überflieger Daniel Ricciardo im Team, der an einigem Freitagen unterwegs sein wird. Franz Tost hat schon vor der Saison klar gemacht, dass beide Einsatzfahrer jederzeit gegen Ricciardo ausgetauscht werden können. Ich bin kein Freund dieses Systems, da es mehr Unruhe ins Team bringt und die Fahrer zu mehr Risiken zwingt. Bei Renault hat man gesehen, dass die “hire und fire” Menatalität von Briatore dem Team nicht geholfen hat.

9. Force India
Das Team von Vijay Mallya leidet immer noch unter der erzwungenen Umstrukturierung des Design- und Aeroabteilung. Das merkt man dem neuen Wagen wohl auch an, auf den ersten Blick nicht viel anders, als das Modell des Jahres 2010 aussieht. Doch man hat schon einiges geändert und der Wagen wirkt insgesamt kompakter. Die Frage wird nur sein, ob das neue, sehr junge kaum eingespielte Entwicklungsteam mit dem Tempo mithalten kann, in dem die anderen Teams entwickeln werden. Klar, man wird sich im Mittelfeld aufhalten, aber ich sehe in diesem Jahr nicht, dass Force India der Sprung in Q3 oft gelingen wird. Ich habe eher die Befürchtung, dass man sich mehr nach hinten wird orientieren müssen, denn da drückt Lotus. Weit vorne wird man weder Sutil noch di Resta sehen. Und ob der Schotte das Zeug für die F1 hat, muss er auch erst noch zeigen. Bei den Tests machte er keinen sehr schnellen Eindruck.

10. Lotus
Von all den neuen Teams hat Team Lotus mit Sicherheit den größten Schritt gemacht. Der neue T128 sieht nicht nur gut aus, sondern war auf Anhieb auch schon schnell. Probleme machen wohl ein sehr nervöses Heck und ein damit verbundener hoher Reifenverschleiss. Das könnte sich gerade dann als Nachteil erweisen, wenn Lotus mal mit viel Glück an den Punkten kratzen wird. In der Quali wird man versuchen Q2 zu erreichen, aber der Abstand nach vorne ist doch noch so groß, dass man dafür die Hilfe der anderen Teams brauchen wird. Dennoch wird Lotus in diesem Jahr nicht mit den anderen “neuen” hinten rum kurven, sondern durchaus im hinteren Mittelfeld mit Force India kämpfen.

11. Marussia Virgin
Man hatte sich bei Virgin viel vorgenommen, zu mal man mit dem Geld von Marussia auch mehr Spielraum hat. Das Ergebnis ist alledings mehr als enttäuschend. Der Virgin MVR-02 fuhr bei den Tests nur hinterher und quälte die Fahrer zu dem mit jeder Menge Kinderkrankheiten. Teilweise kam man nur auf Installationsrunden, und das den ganzen Tag. Die Idee, den Wagen komplett per CFD zu entwickeln, zahlt sich auch im zweiten Jahr nicht aus, die Probleme des Wagens sind in allen Bereichen mehr als deutlich. Das bedeutet, dass Virgin in diesem Jahr wieder regelmäßig die letzten Plätze belegen wird. Ohne das Geld aus Russland hätte ich noch geschrieben, dass sie ein Wackelkandidat sind, aber man wird die Saison wohl überstehen.

12. HRT
Kein Geld, kein vernünftiges Auto. Was bei HRT zählt, ist der Sportsgeist. Der HRT 111 ist nur eine Weiterentwicklung des Dallara-Chassis, das im letzten Jahr schon teilweise so langsam war, dass ein GP2 Chassis mit dem Cosworth vielleicht besser gewesen wäre. Der erfahrerne Designer Goeff Willis hat sich dem HRT angenommen und vermutlich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten sein Bestes gegeben. Ich ziehe jetzt schon den Hut vor Colin Kolles, der es irgendwie schafft, dass das Team doch weiter existiert. Ob man die gesamte Saison überleben wird? Schwer zu sagen, es blickt kaum einer durch, wo das Geld für HRT überhaupt herkommt. Die Besetzung in diesem Jahr ist auch eher als exotisch zu beschreiben. Narain Karthikeyan ist nicht unerfahren, aber langsam. Vitantonio Liuzzi wird ihn regelmäßig schlagen, aber selbst wenn der Italiener all seine schlechten Eigenschaften ablegt wird er mit dem HRT nichts reißen können.

Fazit:
Die Vorschau ist nur eine Momentaufnahme. Die Saison ist lang, da wird sich viel ändern. Aber grundsätzlich kann man schon sehen, dass das Feld in drei Teile zerfällt. Die schnellsten, also Red Bull, Ferrari, Renault, Mercedes und McLaren, dann das kompakte Mittelfeld und am Ende kurven Virgin und HRT rum. Daran wird sich grundsätzlich auch nichts ändern. Ich glaube kaum, dass Sauber oder Toro Rosso der Sprung unter die ersten fünf gelingen wird, ebenso wenig wird ein Top Team im Nirvana der Mittelklasse versinken. Die Klassen sind also besetzt, die Frage wird nur sein, wer am Ende vorne sein wird. Da traue ich einigen Teams durchaus eine Überraschung zu. Es wird in diesem Jahr nicht leicht sein, den Konstrukteurstitel zu gewinnen und das Team, dass den Fahrer-Weltmeister stellt, wird nicht zwingend auch Team-Weltmeister werden.

March 09 2011

09:03

Ferner liefen: Die Newshappen

// Steht das nächste neue Formel 1-Rennen vor der Türe? Angeblich soll Kroatien an der Austragung eines Grand Prix interessiert sein. Wie mehrere kroatische Nachrichtenseiten berichten, gibt es Pläne für die Errichtung einer 250 Millionen Euro teuren Anlage nahe der Hauptstadt Zagreb. Private Investoren stehen angeblich schon bereit. Offenbar sind die Planungen sogar schon in einem eher vorgerückten Stadium – es existiert bereits ein Streckenplan von Hermann Tilke. Dieser Grundriss sieht der geplanten Anlage in Austin, Texas ziemlich ähnlich. Allerdings würde diese Strecke in die andere Richtung (also rechtsherum) führen – und somit über reichlich schnelle Kurven und ein paar interessante Passagen verfügen. Überholmöglichkeiten scheinen dagegen etwas dünn gesäht. Ein paar Jahre wird es bis zum ersten kroatischen Grand Prix aber in jedem Fall noch dauern – Joe Saward meldet, dass die Anlage im Idealfall 2014 fertiggestellt sein könnte. (Vorsicht)

// Das FIA World Motor Sport Council ist am Dienstag wieder einmal zusammengetreten, und hat dabei einige kleine Änderungen beschlossen, die bereits in der kommenden F1-Saison in Kraft treten werden. So wird in den Freitagstrainings 2011 eine zusätzliche Reifenmischung zum Einsatz kommen, um Pirelli mehr Möglichkeit zu geben, Weiterentwicklungen auch während der Saison zu testen. Außerdem gibt es kleinere Änderungen bei den Safety Car Regeln: Das Geschwindigkeitslimit gilt ab jetzt in den ersten beiden Runden nach dem Einsatz des Safety Cars, und nicht mehr nur in der ersten; Die Ampel an der Boxenausfahrt bleibt während der gesamten SC-Phase auf grün geschalten. Außerdem wurde eine “Circuit Commission” ins Leben gerufen, die gemeinsam mit Rennstreckenbetreibern an der Schaffung von Überholmöglichkeiten arbeiten soll. (Vorsicht)

// Vitantonio Liuzzi hat sich gegenüber autosport.com sehr zuversichtlich gezeigt, 2011 bei HRT unterzukommen. Bestätigt ist er dort zwar noch nicht, er scheint aber wohl fix damit zu rechnen, dass es bald so weit sein wird. Interesant: Offenbar hätte man sich dann bei HRT entschieden, auf einen besser zahlenden Fahrer zu verzichten, und dafür den passablen Entwickler Liuzzi anzustellen. Ob man sich das auch wirklich finanziell leisten kann, bleibt abzuwarten. Vor kurzem hat auch Christian Klien sein Interesse an dem Cockpit bekundet. Und das Team hatte verlauten lassen, man werde mit der Fahrerentscheidung “notfalls” auch bis zum Vorabend des GP von Melbourne warten – was ja ein wenig nach Versteigerung des Cockpits klang. (Vorsicht)

// Die Entscheidung um einen Ersatztermin für den vorläufig abgesagten Grand Prix von Bahrain ist vertagt. Die FIA möchte den Veranstaltern bis 1. Mai Zeit geben, die Entwicklung der Lage zu sondieren. (Vorsicht)

// Eine Mischung auf bitteren und überraschenden Meldungen gibt es aus der IndyCar Series. Bitter: Firestone hat bekannt gegeben, dass man die Serie mit Ende des Jahres verlassen wird. Damit bleiben nur wenige Monate Zeit, einen neuen Reifenpartner für 2012 zu finden. Realistischerweise sollte die Entscheidung sogar möglichst noch früher fallen, um dem neuen Hersteller die Möglichkeit zu geben, Reifen zu produzieren, die auch bei den hohen Ovalgeschwindigkeiten noch sicher sind. Der Aussteig von Firestone bedeutet auch Probleme für die Indy Lights, die sich nun einen neuen Titelsponsor suchen müssen. Randy Bernard hat bereits erste Gespräche mit den möglichen Kandidaten Goodyear, Michelin, Hoosier und Avon aufgenommen. (Vorsicht)

// Überraschend: Die IndyCar Serie rechnet offenbar für 2011 mit einem besonders vollen Fahrerfeld, und hat daher die Maximalteilnehmerzahl bei Rennen auf 26 begrenzt. Grund für diese Annahme ist der neue Wagen, der 2012 eingeführt wird. Der alte Dallara wird somit nicht mehr gebraucht und die Nachfrage sollte gegen Ende der Saison deutlich sinken – was den Wagen auch für kleinere Börsen erschwinglich machen könnte. Effekt: Der Samstag wird wieder spannender werden, denn 24 der 26 Plätze werden nach dem Zeiten im Qualifying ausgefahren. Zusätzlich wird es zwei “Provisionals” geben, die nach einem festgelegten Kriterienkatalog, der sich an bisherigen Erfolgen der Fahrer orientiert vergeben werden. Damit soll verhindert werden, dass etwa aktuelle Meister oder Indy 500-Sieger wegen eines Defektes oder Ausrutschers im Qualifying nicht an den Start gehen dürfen. Ausnahmen von der neuen Regel sind das Indy 500 mit seinen 33 Startern und das Finale in Las Vegas, wo man ja mit fünf zusätzlichen All-Star-Fahrern antreten will (und das Feld daher auf 30 Autos ausweitet). (Vorsicht)

// Noch sind allerdings einige Cockpits unbesetzt. So soll Conquest gerüchteweise mit dem Gedanken spielen, heuer zwei Autos einzusetzen.  Das eine der beiden Autos soll dabei die gesamte Saison lag von Sebastian Saavedra pilotiert werden, das andere gerüchteweise auf den Rundstrecken von Paul Tracy und auf den Ovalen von Pippa Mann. Newsman/Haas arbeitet derweil weiter mit Hochdruck daran, Sponsoren für Vollzeiteinsätze von Oriol Seriva und James Hinchcliffe zu finden – die beiden werden jedenfalls in dieser Woche wieder für das Team testen. (Vorsicht)

// Das WTCC-Rennen in Marrakesch wurde wegen finanzieller Probleme des Veranstalters abgesagt. Bei 12 WTCC-Rennen soll es angeblich aber trotzdem bleiben – zumindest rechnet man beim der Partnerserie AutoGP damit, dass innerhalb des kommenden Monats ein Ersatzrennen “in Zentraleuropa” zum gleichen Termin verkündet wird. Schon besetzt sind am fraglichen Wochenende der Red Bull Ring (DTM), Assen (SLF) und Silverstone (GT1). (Vorsicht)

// Bei den Indy Lights ist derweil endgültig der Einsatz des Argentiniers Esteban Guerrieri, der WSbR-Überraschung von 2010 bestätigt worden. (Vorsicht)

// Eurosport wird auch die Imola-Rennen der GP2-Asia übertragen. Allerdings (zumindest laut aktuellem Programmplan) nicht live, sondern in halbstündigen Zusammenfassungen am Sonntagmorgen (Hauptrennen) und Sonntagabend (Sprint). (Vorsicht)

March 06 2011

08:00

Die WTCC – Hintergründe und Diskussionspunkte

Zum Start dieser Artikelreihe: In ein paar Wochen geht die Rennsaison wieder richtig los. Und damit für uns Fans auch der Stress: Jedes Jahr kommen neue Klassen dazu. Andere Rennformeln sterben aus, oder werden wiederbelebt. Findige Organisatoren mogeln, wie etwa bei der F2, ein wenig bei den Bezeichnungen. Kurz: Auch der größte Petrolhead kann schon mal den Überblick verlieren.
Daher die Idee zu dieser Artikelserie: Hier soll es um die Hintergründe der wichtigsten Rennklassen gehen. Dazu gehören ein paar “historische” Daten – aber auch die Eckpunte zur aktuellen Position in der Motorsportwelt, etwa zur Präsentation in der Medien oder der Vermarktung. Und dann will ich auch noch die wichtigsten Streitfragen beleuchten, mit die mir zur Serie im Gedächtnis sind – Meinungsaustausch in den Kommentaren ist sehr erwünscht. Den Anfang macht heute die WTCC.

Die Anfänge:
1963 wurde die European Touring Car Challenge im Auftrag der FIA ins Leben gerufen. Der Rennkalender bestand unter anderem aus den Traditionsstrecken Nürburgring, Zandvoort, Zolder und Brands Hatch. Das Starterfeld setzte sich aus wahnwitzigen 9 Klassen zusammen, nach Hubraum geordnet. Trotzdem gab es nur einen Gesamtsieger. Dies führte am Ende der ersten Saison zu der kuriosen Situation , dass gleich 5 Fahrer gleich viele Punkte hatten. Die Serie gewann relativ schnell an Popularität und mehr Hersteller und Fahrzeuge kamen hinzu.
In den 70er Jahren wurde die Serie in European Touring Car Championship umbenannt – und hatte wegen der Ölkrisen mit kleineren Starterfeldern zu kämpfen.

Die 80er und 90er:
Anfang der 80er feilte man massiv am Regelwerk, was effektiv den Tod der Serie bedeuten sollte. Es gab nur noch 4 Klassen, die Kosten explodierten und die Rennsieger waren mit Ford, Toyota und BMW immer die Gleichen. 1988 wurde sie Serie eingestellt, nicht jedoch ohne vorher 1987 unter dem Namen World Touring Championship die internationale Expansion zu versuchen. Diese endete jedoch in einem ziemlichen Disaster. Auf Grund der hohen 60.000 $ Meisterschaftsstartgeld gab es nur 15 Fahrzeuge, die um die Punkte fuhren. Dies sollte für lange Zeit die einzige Saison der WTCC bleiben.
Die Idee von einer Tourenwagenweltmeisterswchaft lebte aber natürlich weiter. Von 1993-1995 wurden Einzelevents, die so genannten Touring Car World Cups ausgetragen, jedoch nur auf jeweils einer Strecke pro Jahr und zwar in Monza, Donington und Le Castellet. Die Bestrebungen für eine Tourenwagenweltmeisterschaft wurden immer konkreter und schließlich wurde 1995 die International Touring Car Championship (=ITC) ins Leben gerufen. Diese war im Prinzip eine “Internationalisierung der DTM”, in der die Kosten explodiert waren. Man brauchte also einen “Grund” so hohe Summen auszugeben, folglich gründete man die ITC. Die Rennen wurden mit gleichen Fahrzeugen und Fahrern ausgetragen, die Veranstaltungen im Deutschland brachten Punkte für die DTM, jene im Ausland für die ITC. Als die Verantwortlichen merkten, dass dieses Konzept (besonders im Bezug aufs Marketing) “überraschenderweise” nicht ganz aufging, strich man die DTM-Saison 1996 und es gab nur noch die ITC. Diese bot sehr spannende Rennen, da fast alle Marken gleich stark waren. Auch das Fahrerfeld liest sich beeindruckend: Alten DTM-Hasen wie Hans-Joachim Stuck oder Klaus Ludwig und ehemalige Formel 1-Piloten wie JJ Lehto oder Aguri Suzuki. Außerdem junge Talente vom Schlage eines Juan-Pablo Montoya, Jan Magnussen oder Alex Wurz – vielleicht eines der wenigen Jahre in jüngerer Zeit, in denen der Weg Richtung Formel 1 über eine Tourenwagenklasse geführt hat. Allerdings waren die Eintrittspreise enorm hoch. Desweiteren ging das Wettrüsten auch in der ITC weiter, welche zum damaligen Zeitpunkt wohl weiter entwickelte Autos als die Formel 1 hatte. Die Kosten explodierten in astronomische Höhen. Schließlich war auf für die ITC nach 1996 Schluss.

2000 und heute:
2000 wurde die Italian Superturismo Championship von der FIA zum European Supertouring Cup umbenannt, auch wenn ein Großteil der Rennen noch in Italien und mit italienischen Fahrern stattfand. 2002 folgte die nächste Namensänderung in European Touring Car Championship (ETCC). Hier tritt Eurosport das erste Mal auf den Plan. Diese übertrugen alle Rennen der ETCC live. 2004 wurde von der FIA beschlossen, die ETCC in die World Touring Car Championship umzuwandeln. Diese weitere Internationalisierung war vorher durch außereuropäische Gehversuche der ETCC vorbereitet worden.
2005 wurde die WTCC schließlich das zweite Mal (nach 1987) ausgetragen. Wieder dabei war Eurosport, die die WTCC auch heute noch mitvermarkten und somit mehr als “nur ein TV-Partner” sind, mehr dazu im weiteren Verlauf des Artikels. Die Rennen wurden damals noch zusammen mit der FIA-GT ausgetragen. 2006 wollte Eurosport, die auch diese Serie live übertrugen, die FIA-GT dazu bringen ihre Rennen um 1 Stunde auf 120 Minuten Rennzeit zu verkürzen. Dies lehnte jedoch die SRO, Organisator der FIA-GT ab. Somit gingen FIA-GT und WTCC ab 2006 getrennte Wege. 5 Hersteller waren in der ersten Saison entweder werksseitig oder auf Kundenbasis dabei: SEAT, BMW, Ford, Alfa Romeo und Chevrolet. 2006 stieg Alfa Romeo werksseitig etwas überraschend aus der WTCC aus und lieferte nur noch technische Unterstützung für Privatteams. Um weiterhin wohl etwas präsenter in der Serie zu bleiben, überwies man das Startgeld an die FIA, womit man in der normalen Fahrerwertung fuhr, und nicht in der Independents Trophy. Erwartet worden war hingegen der Ausstieg von Ford nach einer schlechten Saison 2005.

In den folgenden Jahren gab es kurze Gastspiele von Lada und Honda, die jedoch in keinem großen Engagement mündeten. 2010 stieg dann SEAT werksseitig aus, blieb der Serie aber durch umfrangreiche Betreuung der Privatteams erhalten. Auch BMW begann den schrittweisen Rückzug und war 2010 nur noch mit zwei Werks-Autos dabei. Die Privatteams konnten den Verlust an Fahrzeugen aber in Grenzen halten, so dass man im Durchschnitt immer noch mit mindestens 20 Autos antrat.
2011 wird man mit Volvo immerhin einen weiteren Hersteller in die Serie bekommen, und zwar in Form eines 1-Wagen-Teams. Volvo wird eventuell 2012 komplett werksseitig einsteigen. Auch Subaru denkt wohl über einen Einstieg nach, genau so wie Ford, Honda und – über den Umweg einer argentinischen Niederlassung – Toyota.

Vermarktung:
Die Vermarktung und Organisation der WTCC liegt bei der KSO, Kigema Sport Organisation. Diese war von der FIA schon dazu beauftragt worden die ETCC zu vermarkten, den Schritt der KSO nun auch die Vermarktung der WTCC zu übergeben, erscheint logisch. Noch nachvollziehbarer wird der Schritt, wenn man sich die Besitzverhältnisse an der KSO anschaut. Diese gehört zu 60% nämlich Eurosport. Die KSO an sich wiederrum ist eine Tochterfirma SRW Events Ltd (Super Racing Weekend Events), an der der TV-Sender ebenfalls Anteile hält. Als Eursosport 2003 dort einstieg wurde ein Eurosportmann Vorsitzender von SRW Events.
Wie groß das Gewicht des Senders für die Serie ist, zweigt auch das gelegentliche Verschieben der Startzeiten – manchmal sogar kurzfristig , um sie an das aktuelle Liveprogramm anzupassen. Immerhin wird die WTCC so weltweit in 160 Ländern übertragen.
Es ist schon interessant zu sehen, dass die FIA sich so extrem auf einen Partner eingelassen hat. Man ist schon sehr von Eurosport abhängig. Sollten diese sich entscheiden auszusteigen, steht man plötzlich nicht nur ohne TV-Sender, sondern auch ohne Hauptsponsor und Marketingpartner dar. Derzeit scheint das allerdings unwahrscheinlich – wie kürzlich bei allesaußersport.de zu lesen war, verdient Eurosport mit der WTCC nämlich immer noch gutes Geld.

Diskussionspunkte:
Eurosport: Ein so starker Partner bringt natürlich auch Probleme mit sich. Eurosport möchte aus Programmplanungsgründen die WTCC Rennen möglichst gut zwischen anderen Livevents einbinden. Deshalb gibt es kaum einheitliche Startzeiten oder diese werden kurzerhand verschoben. Dies macht es dem Fan nicht gerade einfacher die Serie zu verfolgen. Auch das Abschieben einiger weniger Rennen zu Eurosport 2 ist zumindest in Deutschland alles andere als erfreulich, da nicht jeder das Programm empfängt. Immerhin dieses Problem ist aber großteils auf Deutschland begrenzt, da nur in Eurosport nur hierzulande Free-TV ist. In allen anderen Staaten ist auch “Eurosport 1″ Pay-TV und in diesen Paketen ist meistens Eurosport 2 mit drin. Über die Gefahren eines Ausstiegs von Eurosport hab ich oben schon geschrieben.

Die Rennlänge: Grundsätzlich ist die Idee von 2 kurzen Sprintrennen ja ganz nett. Allerdings möchte dabei nicht wirkliches Rennfeeling aufkommen, weil zum Beispiel keine Strategie erforderlich ist.Die Rennen haben öfters eher “Destructionsprint”-Charakter, was aber auch durchaus ansehbar ist. Da die WTCC es nicht lassen kann auf Strecken wie Marrakesh und Macao zu fahren ist es auch gut möglich, dass 2/3 des Rennens hinter dem Safetycar stattfinden. Es kommt bei Tourenwagenrennen aber so oder so gerne mal zu Safetycarphasen, deshalb wäre schon viel gewonnen, wenn die angesetzte Distanz kopmplett als Rennrunden gefahren wird und Safetycarrunden nicht ab der dritten als Rennrunden zählen würden. Dass die Rennen nicht länger sind liegt aber vermutlich auch an Eurosport, weil sie so viele Liverechte haben, dass die Wochenenden im Programm immer vollkomen überladen sind.

Reglement: Ganz heikles Thema für die Serie. Oft wurden Entscheidungen, wie der Ladedruck der Seats von Rennen zu Rennen auf Grund von Beschwerden der Hersteller geändert. Dies tut weder der Serie noch ihrer Glaubwürdigkeit gut. Aber die Krone setzte man sich selber 2010 auf, als man die Meisterschaft am grünen Tisch entschied. Eine Meisterschaft nicht auf der Rennstrecke zu entscheiden, ist ein absolutes no-go. Wenn man weitere Hersteller in dier Serie locken will, die man dringend braucht, sollte man dort eine konsequente und fanfreundliche Linie einschlagen.

Nur 1 vollständiges Werksteam: Mit Chevrolet ist nur noch ein vollständiges Werksteam in der Serie vertreten. Das ist auf lange Sicht einfach zu wenig, man kann das Feld nicht nur mit Privatfahrern auffüllen. Auch Konkurrenz zu den Chevrolets wäre angebracht, die diese auf Dauer die Serie wohl doch dominieren würden, deswegen braucht man dringend einen Gegner. Außerdem schaden vollere Startferfelder einer Serie nie.

December 16 2010

11:00

Saisonrückblick: Die FIA GT1-Weltmeisterschaft

Was den auf der Strecke stattfindenden Sport anbetrifft, war 2010 ein gutes Jahr für die neue GT1-WM, die Speerspitze des im Umbruch befindlichen Arsenals an internationalen GT-Serien unter der Kontrolle der FIA und der SRO. Blickt man jedoch neben das schmale Asphaltband, tun sich viele Fragen auf.

2009 kündigte Stephane Ratel sein Konzept für eine neue Weltmeisterschaft für GT1-Sportwagen vor. Vieles war neu und die Motorsport-Fachwelt wie auch die Fans wussten nicht wirklich, was sie davon halten sollen. Einstündige Sprintrennen statt Langstrecke und die strikte Reglementierung von sechs Fahrzeugtypen, paarweise eingesetzt von je zwei Teams waren die neuen Ideen, hinzu kam die schon lange in der FIA GT und anderen SRO-Serien eingesetzte Regelung mit Erfolgsballast und Balance of Performance-Nachregulierung auch in der Saison waren schon länger bekannt. Spektakuläre, TV- und fanfreundliche Rennen sollten so geboten werden.

Und, so zeigte die Debutsaison mit ihren 10 Events mit jeweils zwei Rennen, dieses Ziel wurde erreicht. An Spannung und Spektakel auf der Rennstrecke hat es in der Saison selten gemangelt. Fünf der sechs Hersteller haben mindestens ein Hauptrennen gewonnen, lediglich Corvette-Siege gab es nur in zwei Qualifikationsläufen, acht der zwölf Teams konnten Siege feiern. Die strengen Regeln sorgten für ein ausgewogenes Kräfteverhältnis und eine Meisterschaft, die bis zum Ende hin eng hätte sein können, wäre der in Silverstone siegreiche Young Driver-Aston Martin von Darren Turner und Tomas Enge nicht wegen einer um  etwa einen Millimeter zu stark abgenutzt Bodenplatte disqualifiziert worden.

Diese Spannung und Chancengleichheit steht aber stets im Konflikt mit der ursprünglichen Idee des Motorsport, in der die Leistung des Konstrukteurs ebenso viel zählt wie die des Fahrers. Die „Bestrafung“ erfolgreicher Teams führte oft zu einem Wellenrhythmus, zur entscheidenden Frage wurde es, welche Teams auch mit zusätzlichem Ballast noch in der Lage sind, Punkte zu sammeln. Dies gelang wie in den letzten Jahren in der FIA GT Michael Bartels und Andrea Bertolini im Maserati des von Bartels geleiteten Vitaphone-Teams am besten und so dehnten die beiden mit dem vierten Fahrer- und sechstem Team-Titel ihre Serie auch in die neue Serie aus. Doch der Weg zum Titel war lang, umfasste er doch insgesamt zehn Rennwochenenden…

Die Rennen

Die Saison begann mit einem Schockmoment: ausgerechnet auf dem hochmodernen Formel 1-Kurs in Abu Dhabi verunfallte Natacha Gachnang im Qualifying schwer. Am Ende der langen Gerade schoss ihr Matech-Ford GT geradeaus und stauchte mit kaum verminderter Geschwindigkeit die TecPro-Barrieren zusammen. Der hintere Bremskreislauf hatte versagt und zudem erwischte Gachnang beim reflexartigen Durchtreten des Bremspedals auch das Gaspedal. Ein komplizierter Bruch des rechten Beins war die Folge, sie konnte erst im Juni bei den 24h von Le Mans ins Cockpit zurückkehren.

In den Rennen beeindruckten vor allem Thomas Mutsch und der von Renault in der Formel 1 nicht mehr gebrauchte Romain Grosjean: nach mäßigen Qualifying fuhren sie von Rang 11 auf Rang 2 hinter Marc Hennerici und Andreas Zuber nach vorn, im Hauptrennen überholte das Ford-Duo die beiden sogar und siegte dominant mit 23 Sekunden Vorsprung. Vor allem Grosjean beeindruckte mit schnellen Runden und Überholmanövern und zeigte seine Klasse, wozu er in seiner kurzen und schwierigen Formel 1-Karriere keine Chance hatte.

Für die Lamborghini- und Aston Martin-Teams lief es mäßig, gar kein Land sahen die beiden Nissan-Teams Swiss Racing und Sumo Power. Nach dem Wochenende beklagten sich beide über Mängel an der Balance of Performance. Das Problem: bei den Einstufungstests vor der Saison zeigten die Teams selbstverständlich nicht ihre volle Leistungsfähigkeit. Bei von Heinz Harald Frentzen in der Woche vor dem ersten Rennen in Abu Dhabi durchgeführten Vergleichsfahrten zur Feineinstellung wurden dann den Nissan noch einmal 30kg aufgebrummt. Und das Qualifying, das Maßstab für eine kurzfristige letzte Korrektur hätte sein können, war früh abgebrochen worden.

Swiss Racing drohte gar mit dem Rückzug seiner Fahrzeuge für Silverstone, doch die FIA nahm sich des Problems an und stufte alle Fahrzeuge neu ein. Nur der Ford GT blieb unangetastet und diente quasi als Referenz. Aston Martin und Lamborghini bekamen jeweils über 100kg erlassen, Nissan 50kg – das sollte sich als wirksam erweisen, in der Folge war das Feld tatsächlich recht ausgeglichen, wenn auch selbstverständlich mit streckenspezifischen Schwankungen.

In Silverstone wirkte sich die Erleichterung prompt aus, im Qualifikationsrennen gab es einen Doppelsieg für die Hexis-Aston Martin, im Hauptrennen die Markenkollegen Enge/Turner vom Young Driver Team – doch der Sieg wurde aberkannt, wie bereits erwähnt wegen einer zu stark abgenutzten Bodenplatte. Auch die Zweitplatzierten Accary/Makowiecki wurden wegen zu spät angetretener Durchfahrtsstrafe noch einmal bestraft und so fiel der Sieg an Jamie Campbell-Walter und Warren Hughes im Sumo Power-Nissan. Es hatte sich jedoch gezeigt, dass der Aston Martin DBR9 am besten mit langgezogenen, schnellen und mittelschnellen Kurven klarkommt.

Und das bewies er auch beim folgenden Lauf in Brünn, wo Turner und Enge zwei zweite Plätze infuhren. Es siegten jedoch erst Bartels/Bertolini, dann im Hauptrennen Mutsch und Grosjean, die somit die Meiterschafsführendung zurückeroberten. Jedoch nur weil im Hauptrennen einiges schiefgelaufen war – schon der Start war konfus: der Maserati in Front beschleunigte zu früh, der Aston Martin von Turner/Enge fiel im entstehenden Chaos auf Rang 16 zurück, von wo aus sie sich wieder bis auf Rang 2 vorarbeiteten, während Bartels und Bertolini eine Durchfahrtsstrafe auferlegt bekamen. Durch einen schnellen Boxenstopp unter Safety Car-Bedingungen ging der Matech-Ford GT in Führung und hielt diese bis zum Rennende.

Vom Rennwochenende auf dem Circuit Paul Ricard wird wohl vor allem Jamie Campbell-Walters Überholmanöver gegen zwei Konkurrenten auf der Start-Ziel-Geraden in der Schlussphase des Hauptrennens in Erinnerung bleiben. Die Rennen bewiese vor allem zwei Dinge: zum Einen, dass der Kurs es verdient hat, häufiger Rennen zu sehen und nicht nur eine reine Teststrecke zu sein; zum Anderen, dass Bartels und Bertolini im Vitaphone-Maserati immer noch so dominant sein konnten wie in der Vorjahren: Pole und ungefährdete Siege in beiden Läufen. Dabei waren die Maserati von der BoP-Änderung vor diesem Lauf am stärksten betroffen: Corvette, Ford, Aston Martin und Maserati wurden verlangsamt, letztere durch 55kg zusätzlichen Ballast.

In Spa zeigte dann der junge Deutsche Frank Kechele, zusammen mit Ricardo Zonta im Reiter-Lamborghini unterwegs, seine Fähigkeiten. Nachdem er nur zwei der vorangegangenen vier Rennwochenende bestreiten durfte, sicherte er sich mit dem zweiten Rang im Qualifikationsrennen und einem dominanten Sieg im Hauptrennen das Cockpit für den Rest der Saison.

Es folgte Chaos bei Matech: unvermittelt gab man den Abschied von Romain Grosjean bekannt, der zurück in die GP2 wollte, um sich eine weitere Formel 1-Chance zu erkämpfen. Zudem hatte es Streit im Team gegeben, Thomas Mutsch sei zu langsam gewesen, und auch mit dem für Spa eingestellten neuen Teamkollegen Neel Jani habe es Probleme gegeben. Das Schweizer Damen-Auto hatte auch nicht die erhofften Erfolge eingefahren und war bereits nach dem Lauf in Le Castellet aufgelöst worden; die neuen Kombinationen für die folgenden Rennen lauteten: Richard Westbrook/Thomas Mutsch und Neel Jani/Nicolas Prost, wobei letzteres für die letzten drei Rennwochenenden durch Nicolas Armindo ersetzt wurde.

Nach diesem Aufreger zur Saisonmitte stand der nächste Lauf auf dem Nürburgring an – und die zahlreichen deutschen Teams dominierten das Heimatrennen. Darren Turner und Tomas Enge sicherten sich die Pole Position mit vier Zehnteln Vorsprung und gewannen beide Rennen um zehn Sekunden, damit war das Young Driver-Aston Martin-Team – dessen Management sitzt zwar in Kopenhagen, doch die Fahrzeuge werden von Fischer Racing in Paderborn vorbereitet – das erste mit zwei Siegen an einem Wochenende. Dahinter zeigten sich Reiter und Phoenix stark, für letztere war es nach dem Auftaktsieg einer der wenigen weiteren Saisonhöhepunkte.

Vor dem Rennwochenende in der Algarve korrigierte die FIA das Kräfteverhältnis, dem Ford GT wurde ein vergrößerter Luftmengenbegrenzer zugestanden. Dennoch konnten Mutsch und Westbrook trotz grandioser Aufholjagd nichts gegen den Vitaphone-Maserati von Bartels und Bertolini ausrichten: nach schwacher Qualifikation fuhren sie im Qualifikationslauf von Rang 22 auf 5 vor, während Dumbreck/Krumm im Sumo Power-Nissan und Bartels Bertolini wenige Minuten vor Schluss die trotz 20kg Erfolgsballast von der Pol gestartete und bis dahin führende Phoenix-Corvette von Zuber/Hennerici schnappten. In den letzten Minuten des Hauptrennens jagte Westbrook den nach missglücktem Boxenstopp des Sumo Power-Nissan führenden Maserati, doch näher als bis auf 1,4 Sekunden kam er nicht mehr heran.

Der geplante Lauf auf dem Stadtkurs im südafrikanischen Durban, wo auch die A1GP einige Male unterwegs war, musste noch mitten in der Saison gestrichen werden, da der Kurs aus finanziellen Gründen nicht aufgebaut werden konnte. Ein adäquater Ersatz wurde in der brandneuen Strecke im spanischen Navarra gefunden. Mit der Strecke, die zwar auch über einige schnelle Kurven, überwiegend aber über enge mit sehr kleinen Radien verfügt, kamen Ricardo Zonta und Frank Kechele im Reiter-Lamborghini am besten zurecht. Damit konnten sie wichtige Punkte auf die in der Meitserschaft vorn platzierten gutmachen, denn während Bartels/Bertolini zwar mit schwerem Auto noch einige Zähler sichern konnten, ging das Wochenende für Thomas Mutsch punktelos zu Ende.

Noch härter sollte es den deutschen Fahrer/Teammanager in Interlagos treffen: durch eine unverschuldete Kollision früh im Qualifikationsrennen verloren er und Richard Westbrook (der in der Fahrer-WM wegen dem nachträglichen Einstieg aber keine Rolle spielte) jede Chance auf einen echten Eingriff in den Meisterschaftskampf. Tomas Enge und Darren Turner erhielten sich eine kleine Titelchance durch den Sieg im Qualifikationsrennen, doch im Hauptrennen wurden sie durch die schnellere Boxenarbeit des Vitaphone-Teams von Enrique Bernoldi und Gastfahrer Alexandre Negrao im zweiten – oft erstaunlich schwachen – Maserati überholt, die damit einen Heimsieg (vor allerdings spärlichem Publikum) errangen.

Es folgte das Finale auf dem grandiosen und anspruchsvollen Kurs von Potrero de los Funes nahe San Luis in Argentinien. Der Vorsprung von Bartels und Bertolini war groß, so dass die Chance auf den Titel für die engsten Verfolger Turner und Enge bereits vor dem Rennen als klein eingeschätzt werden konnte. Mit dem 17. Rang in der Qualifikation war es dann beinahe endgültig vorbei – dem Erfolgsballast geschuldet, denn die anderen drei Aston Martin fanden sich in den Top 5 wieder mit dem Young Driver-Schwesterauto nach starker Qualifikation des Lokalmatadoren Jose Maria Lopez auf Pole.

Zwar wurde der #1-Maserati früh im Qualifikationsrennen unverschuldet umgedreht und fiel weit ins Mittelfeld zurück, doch auch das änderte nichts mehr. Vorn lieferten Frederic Makowiecki und Yann Claray – nachdem sie bereits beim fliegenden Start die Führung übernommen und danach die von Stefan Mücke ausgelöste Startkollision zwischen drei Aston Martins knapp überstanden hatten – makellose Arbeit ab und siegten mit 13 Sekunden Vorsprung vor Mutsch und Westbrook im Ford GT – damit war die Meisterschaft entschieden. Im zweiten Rennen änderte sich an der Spitze nichts, jedoch gab es im Mittelfeld viele spannende Duelle und Überholmanöver zu bewundern, Michael Krumm schnappte sich vor einer der schwierigen mittelschnellen Kurven gleich zwei Konkurrenten in einer sehenswerten Aktion.

Die Meister

Michael Bartels und Andrea Bertolini sind also zum vierten Mal in Folge Fahrerweltmeister in der höchstklassigen internationalen GT-Meisterschaft. Was sie in der alten FIA GT begonnen haben, konnten sie in der runderneuerten Serie fortsetzen. Ohne die Disqualifikation von Turner und Enge in Silverstone wäre der Kampf um die Krone deutlich enger geworden; dennoch ist der Titel verdient. Von allen Fahrerduos hat dieses die meisten Konstanz bewiesen. Der MC12 wurde von Maserati für den Renneinsatz konstruiert – was im GT-Sport eigentlich unerwünscht ist – doch der Vergleich zu den drei Schwesterfahrzeugen zeigt, dass es nicht nur am Fahrzeug gelegen hat, das ja auch von der strikten Balance of Performance zurückgehalten wurde.

Die Vitaphone-Mannschaft, deren Teamchef Bartels auch ist, sicherte sich ebenso die Team-Meisterschaft, trotz der schwachen Performance des zweiten Fahrzeuges, das nur in vier der 20 Rennen Punkte sammeln konnte. Mit 195 Punkten (138 eingefahren durch die #1) reichte es am Ende deutlich, um vor den oft unauffälligen, aber relativ konstanten Hexis AMR (177) und dem Reiter-Team (155) zu bleiben.

Dessen Fahrer Frank Kechele erreichte trotz zweier verpasster Rennwochenenden einen guten sechsten Rang in der Fahrer-WM. Der von Romain Grosjean kritisierte Thomas Mutsch errang Platz 2 mit 119 Zählern, vor dem Aston Martin-Trio Makowiecki (Hexis, 105), Enge und Turner (104, Young Driver) sowie Marc Hennerici in der Phoenix Corvette, der genausoviele Podiumsplätze einfuhr, wie das Meister-Duo.

Da Aston Martin die einzige Marke ist, die durch zwei etwa gleich starke Teams vertreten wurde, ging die Konstrukteurs-Trophäe, die vom SRO, aber nicht offiziell von der FIA verliehen wird, an den englischen Sportwagenbauer mit 305 Punkten, gefolgt von Maserati mit 270. Es schwächelten vor allem Corvette (über weite Strecken der Saison nur mit drei Fahrzeugen) und Nissan, denn deren Teams  Swiss Racing bzw. Mad-Croc Racing bekamen das ganze Jahr über kaum ein Bein auf den Boden. Zudem wurden beiden Corvette-Teams sämtliche eingefahrenen Punkte für die Teamwertung abgezogen, weil beide (aus finanziellen Gründen) nicht an allen Rennwochenenden jeweils zwei Fahrzeuge einsetzen konnten.

Die Zukunft I – Neue Horizonte!

Der Kalender für das Jahr 2011 wurde auf der FIA-Weltrats-Sitzung am vergangenen Freitag beschlossen und weist einige große Änderungen auf. Ob diese der Serie nützen oder nicht vielleicht eher schaden, das wird sich im Laufe des nächsten Jahres herausstellen müssen.

Im Rahmen der 24 Stunden von Spa, die dieses Jahr als Einzelevent für Fahrzeuge der Klasse GT2, GT3 und GT4 ausgetragen wurde, trug die GT1-Weltmeisterschaft ihre Rennen am Freitag und Samstag aus. Das soll sich nun für 2011 ändern. Denn Stephane Ratel will nicht, dass sein liebstes Kind, die Weltmeisterschaft, „nur“ ein Rahmenrennen ist. Also verlegt man den belgischen GT1-Lauf auf ein anderes Wochenende und eine andere Strecke: nach Zolder. Und ob der Organisator der Serie damit einen Gefallen tut, das darf doch stark bezweifelt werden. Denn viele der GT1-Rennwochenenden in der Debütsaison waren nicht besonders gut besucht. In Spa jedoch konnte man die WM als eine Hälfte eines Doubleheaders einem großen Publikum präsentieren.

Nicht so im nächsten Jahr. Sicher ist der Grundgedanke richtig, die Weltmeisterschaft als Headliner präsentieren zu wollen. Doch noch ist die runderneuerte Serie nicht so etabliert, dass man auf das Synergiepotential verzichten könnte. So wird sich zeigen müssen, ob die Rennaction, die die Meisterschaft 2010 geboten hat, ausreicht, um 2011 die Tribünen und damit auch die Kassen zu füllen.

Das dürfte für die Zukunft auch dringend nötig sein. Viel Geld dürfte man 2010 nämlich auch nicht mit der Vermarktung von Fernsehbildern verdient haben. Doch hier tat die SRO wohl tatsächlich einen guten Schritt: man bot für alle Rennen und Qualifying-Sessions einen qualitativ hochwertigen und kostenfreien Internet-Livestream an, zudem sind alle Events „on demand“ abrufbar. Wenn man keine wirklich großen TV-Verträge aufzuweisen hat, ist das der einzig richtige Weg, eine Fanbasis aufzubauen. In Deutschland zeigte Sport 1 die Rennen nach Gutdünken manchmal live, oft aber auch nur als Aufzeichnung oder Zusammenfassung. Diese durchwachsene Berichterstattung zieht sich durch die meisten großen Märkte, der Deal mit dem Börsensender Bloomberg, der zu Saisonbeginn präsentiert wurde, passt zwar zur Zielgruppe der in der Serie vertretenen Marken, mutet aber dennoch seltsam an. Es bleibt abzuwarten, ob und wie schnell sich daran etwas ändern wird. Für nächstes Jahr wird man aber wohl am Stream als Hauptmedium für Live-Übertragungen festhalten, um den Bekanntheitsgrad der Serie weiter zu erhöhen.

Zurück zum Kalender: Abu Dhabi, Portimao, Navarra, Silverstone, Le Castellet und San Luis bleiben erhalten, letzteres dürfte wiederum ein Doubleheader mit der argentinischen TC2000 werden und entsprechend einige Zuschauer anlocken. Auch die übrigen Bahnen in der Liste stellen keine schlechte Auswahl dar. Vor allem in Silverstone sollte man jedoch einen Blick auf die Tribünen werfen. Sollte die Meisterschaft nicht in der Lage sein, mehr der prinzipiell motorsportbegeisterten Briten an die Strecke zu locken als 2010 – als der Kurs zugegebenermaßen noch eine halbe Baustelle war – wäre das kein gutes Zeichen. Brünn wurde zugunsten der Chinareise gestrichen, da man den Teams verständlicherweise keine zu lange Saison zumuten möchte, zehn bis elf Rennen hat Ratel als Maß für die ersten Jahre festgesetzt.

Für die angesprochene China-Reise erweitert man anscheinend die Kooperation mit der Superleague Formula, die zwar ebenfalls ansprechende Rennen bietet, aber in Fan-Kreisen aufgrund der ungewohnten Verbindung zum Fußball immer noch einen etwas zweifelhaften Ruf hat. 2010 fuhr man bereits gemeinsam auf der neuen spanischen Strecke in Navarra, 2011 wird man die Reise nach Fernost gemeinsam bestreiten, die für Ratel so wichtig ist, und Rennen  auf der einem Steppenpferd nachempfundenen Bahn in Ordos sowie dem engen Peking-Stadtkurs austragen. Da letzterer nicht von der FIA homologiert ist – wohl zurecht, wenn man sich die Bilder du Berichte vom chaotischen SLF-Event dort anschaut – wird das nur ein Showrennen außerhalb der Wertung werden. Ein Rennen in den USA wird 2011 a

December 14 2010

08:16

Formel Eins: Neue Regeln, mehr Chaos

Die FIA hat die Teamorder gekippt, gleichzeitig aber den Stewards vor Ort mehr Rechte gegeben. Das Resultat könnte sein, dass noch mehr Streit droht.

Ab 2011 gibt es keine Teamorder mehr. Das kommt nicht unerwartet, denn die bestehende Regel hatte sich als nutzlos erwiesen. Ferrari hatte dies in Hockenheim eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Aber es war nicht nur diese offensichtliche Missachtung der Regel, andere Teams haben das halt nur etwas geschickter gelöst. Man kann geteilter Meinung über das Verbot sein, ich halte es aber für richtig. Verschlüsselte Meldungen wie “Shift to mode 4″ oder anderer Quatsch könnte auch eine Anweisung darstellen. Dann lieber ein ehrlicher Funkspruch, dann wissen alle, woran sie sind. Ich glaube auch nicht, dass, mal abgesehen von Ferrari, ein Team früh zu einer solchen Maßnahme greift. Ab Saisonmitte sieht die Sache natürlich anders aus. Man wird aber abwarten müssen, wie sich das entwickelt. Als positives Beispiel dient hier auch Red Bull und die Tatsache, dass Sponsoren es auch nicht gerade gerne sehen, wenn ihr Team in der Presse für unsportliches Verhalten abgestraft wird. Und genau das bleibt eine Teamorder ja durchaus. Problematischer als die Teamorder könnte der erweiterte Strafenkatalog sein, den die Stewarts an der Strecke nun haben.

Die neuen Regeln (pdf) besagen zum einen, dass es weiterhin nur 3 Stewarts pro Rennen geben wird, dazu ein Renndirektor. Von einem “Berater” (Ex-Fahrer), so wie in dieser Saison, ist nicht die Rede, aber da der eh keine Stimme in Sachen Strafen hat, muss der auch nicht aufgeführt werden. Ich nehme an, dass es diese Position wieder geben wird, zu mal sie sich als gute Entscheidung bewährt hat.

Interessant wird es ab Punkt 16, denn hier definiert die FIA bestrafungswürdige Vergehen (“Incidents”). Genau heißt es da:

- necessitated the suspension of a race under Article 41 ;
- constituted a breach of these Sporting Regulations or the Code ;
- caused a false start by one or more cars ;
- caused a collision ;
- forced a driver off the track ;
- illegitimately prevented a legitimate overtaking manoeuvre by a driver ;
- illegitimately impeded another driver during overtaking.

Unter dem Arikel 41 wird nur beschrieben, was passieren muss, damit ein Rennen unterbrochen wird. Eine bewusst herbeigeführte Unterbrechung wird bestraft, aber das war schon immer so.

Ab dem Artikel 20 (“Driving”) geht es um weitere Dinge, die bestraft werden können:

20.2 Manoeuvres liable to hinder other drivers, such as more than one change of direction to defend a position, deliberate crowding of a car beyond the edge of the track or any other abnormal change of direction, are not permitted.

20.3 Drivers must use the track at all times. For the avoidance of doubt the white lines defining the track edges are considered to be part of the track but the kerbs are not. A driver will be judged to have left the track if no part of the car remains in contact with the track. Should a car leave the track for any reason the driver may rejoin. However, this may only be done when it is safe to do so and without gaining any advantage.

20.4 As soon as a car is caught by another car which is about to lap it during the race the driver must allow the faster driver past at the first available opportunity. If the driver who has been caught does not allow the faster driver past, waved blue flags will be shown to indicate that he must allow the following driver to overtake. Any driver who is deemed to be ignoring the waved blue flags will be reported to the stewards of the meeting.

Die Passage in 20.2 “…deliberate crowding of a car beyond the edge of the track…” dürfte mal wieder eine “Lex Schumacher” sein, die sich auf den Vorfall in Ungarn bezieht. So klar dieser Punkt ist, viele andere könnten für Ärger sorgen. “Abnormal change of directions” ist ein so windelweich formuliert, dass Ärger vorprogrammiert ist. Das man seine Linie nur einmal wechseln darf ist bekannt, was ist in einem Zweikampf dann eine “abnormale Änderung”? Ein leichtes Zucken, rüberziehen, oder blockieren der Ideallinie? In einem harten, rundenlangen Kampf dürfte der Bereich, in dem man etwas auslegen kann, sehr groß sein.

Das ist aber alles nicht das Problem. Denn das geht erst mit der gewachsenen Macht der Stewarts los. denn die dürfen jetzt tief in die Strafkiste greifen.

The stewards may impose any one of the penalties below on any driver involved in an Incident :
a) A drive-through penalty. The driver must enter the pit lane and re-join the race without stopping.
b) A ten second time penalty. The driver must enter the pit lane, stop at his pit for at least ten seconds and then re-join the race.
c) A time penalty.
d) A drop of any number of grid positions at the driver’s next Event.
e) A reprimand.
f) Exclusion from the results.
g) Suspension from the driver’s next Event.

However, should either of the penalties under a) and b) above be imposed during the last five laps, or after the end of a race, Article 16.4b) below will not apply and 20 seconds will be added to the elapsed race time of the driver concerned in the case of a) above and 30 seconds in the case of b).

Neu ist die in Punkt C nicht weiter definierte Zeitstrafe, die Verwarnung, der Ausschluss aus dem Rennen und die Sperre für das folgende Rennen. Die Punkte F und G werden sicher eher selten aufgerufen, aber wenn dürfte der Streit und das Chaos groß werden. Denn gegen ein solches Urteil kann ein Team vor dem Berufungsgericht Beschwerde einlegen. Aber das braucht seine Zeit, und bei nur 14 oder 7 Tagen zwischen den meisten Rennen, geht der Ärger los. Die Stewarts haben in der Vergangenheit nicht immer über die nötige Sensibilität verfügt, das wird in Zukunft nicht anders sein. Bei hochemotionalen Entscheidungen könnte das schnell zu Problemen führen, die dann ein Gericht klären muss. Das hilft dem Sport nicht wirklich. Da kann man ja fast nur hoffen, dass FIA im Hintergrund ein Auge drauf hat, auch wenn das die Verschwörungstheorien wieder wachsen lassen wird.

Neu ist auch die Rückkehr der 107% Regel. Wer in Q1 107% über der schnellsten Zeit liegt, darf am Sonntag nicht starten. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Die Stewarts können Ausnahmen genehmigen, wenn ein Fahrer in den freien Trainings eine “annehmbare” Zeit gefahre hat. Also gezeigt hat, dass er schneller sein könnte. Grund für die Ausnahme: Wenn ein Spitzenpilot in Q1 den Wagen in die Botanik wirft, könnte er nicht im Rennen teilnehmen, was auch keiner will. Ich vermute schwer, dass man die 107% Regel vor allem in der ersten Saisonhälfte kaum anwenden wird. Sonst dürfte es HRT auch schwer haben. Grundsätzlich halte ich die gesamte Regel für überflüssig. Sie wurde in den 90ern mal eingeführt, weil das Starterfeld riesig war und einige Teams im Rennen nur im Weg rumstanden. Da die FIA den Neuzugang von Teams stark regelementiert und die drei “neuen” Teams 2011 etwas näher dran sein sollten, braucht es die Regel nicht.

In Sachen Reifen gibt es auch Neuigkeiten. Unter 25.4 heißt es

Three sets of dry-weather tyres will be allocated by the FIA technical delegate to each nomina driver for use during P1 and P2, two of “prime” specification and one of “option” specification.

Eight further sets of dry-weather tyres will be allocated by the FIA technical delegate to each nominated driver, four of each specification, for use during the remainder of the Event.

Lustig ist Punkt e)

If the race is suspended and cannot be re-started, thirty seconds will be added to the elapsed time of any driver who was unable to use both specifications of dry-weather tyre during the race. However, any driver who completes the race without using both specifications of dry-weather tyre will be excluded from the race results.

Vermutlich wird ein trockenes Rennen nie so früh abgebrochen, aber die Regel lässt zur Not Hektik an der Box entstehen.

Das Getriebe muss nun 5 Rennen durchhalten, allerdings ist der erste Wechsel noch “umsonst”, also ohne Strafe.

Rumschleichen nach dem Ende der Quali ist auch nicht mehr. Was für eine Runde unter SC-Bedingungen gilt, wird nun auf die Auslaufrunde übertragen. Langsamer als 145% der schnellsten Zeit, die in P1/P2 gefahren wurde, darf man nicht sein.

Spaßig dürfte Regel sein, die sich unter 36.8 verbirgt:

When the green lights are illuminated, the cars will begin the formation lap with the pole position driver leading.

When leaving the grid all drivers must respect the pit lane speed limit until they pass pole position.

Man darf vor der Ziellinie/Pole-Linie also nicht vergessen, dass man den Knopf vom Limiter gedrückt hält. Auch das dürfte dem ein oder anderen schwer fallen.

Auf der technischen Seite gibt es auch einige Änderungen. Bekannt ist, dass der einstellbare Heckflügel kommt. Ist ein Fahrer weniger als eine Sekunde hinter einem Konkurrenten wird ihm per Signal im Cockpit bedeutet, dass er den Heckflügel per Knopfdruck flacher stellen kann. Der Flügel stellt sich automatisch wieder in seine Ausgangsposition, wenn der Fahrer die Bremse berührt. In den ersten zwei Runden darf der Heckflügel nicht verstellt werden. In der FTs und in der Quali kann der Fahrer aber den Heckflügel verstellen wie und wann er will. Dafür fallen der F-Schacht und der verstellbare Frontflügel weg.

Verboten werden auch die Doppel-Diffuser und die angeblasenen Doppel-Diffuser. Biegsame Splitter, wie sie Red Bull, Ferrari und McLaren eingesetzt haben sollen, werden ebenfalls verboten. Damit bei den neuen Reifen zumindest im Bereich der Gewichtsverteilung alle gleichstellt sind, wird diese von der FIA vorgeschrieben. Natürlich wird der Reifenabrieb aber nicht nur darüber, sondern auch über die Aufhängung verursacht, aber so haben alle Teams zumindest die gleichen Hausaufgaben und sparen sich teure Experimente mit Gewichten.

Alle weiteren Änderungen betreffen nur Lücken im Reglement. Der britische Kollege Scrabs hat eine genauere Übersicht.

December 08 2010

07:20

Ferner liefen: Die Newshappen

# Update: Die Group Lotus um den malaysischen Hersteller Proton hat wie erwartet Anteile an Renault gekauft. Das Team soll unter dem Namen “Lotus Renault F1″ und mit der zu sehenden Lackierung 2011 an den Start gehen. In der FIA Startliste ist das diesjährige Team “Lotus Racing” von Tony Fernandes allerdings weiter gemeldet. Auch Fernandes hatte angekündigt, dass er 2011 mit der an die “John Player Special” Lackierung der späten 70er und 80er Jahre des alten Lotus Team an den Start gehen zu wollen. Allerdings steht Fernandes mittlerweile auch in seiner Heimat unter Druck, den Namen fallen zu lassen. Angeblich steht steht in England noch ein Gerichtsentscheid aus, ob die Group Lotus den Namen überhaupt in die Formel 1 tragen darf, da die Rechte Formel Eins bekanntlich bei David Hunt liegen, der sie wiederum an Tony Fernandes verpachtet/verkauft hat. Der Namensstreit dürfte sich noch bis zum Start der Saison hinziehen. Angesicht der engen, finanziellen Verpflechtungen von Fernandes in Malaysia, gehe ich aber davon aus, dass er am Ende sein Team umbenennen wird.

# Mark Webber hat berichtet, dass seit dem Rennen in Suzuka mit einer gebrochenen Schulter gefahren ist. Davon habe er seinem Team auch nichts erzählt. Es ist mir ein kleines Rätsel, wie man mit einer solchen Verletzung überhaupt noch fahren kann und noch mehr, dass es niemanden aufgefallen sein soll. Teamchef Christian Horner zeigte sich “enttäuscht”, dass Webber ihm nicht die Wahrheit gesagt. Das ist nachvollziehbar, immerhin handelte es sich nicht gerade um eine Kleinigkeit. Die Vermutung liegt nahe, dass Webber nichts sagen wollte, weil er Angst hatte, das Team würde dann Vettel bevorzugen. Auf die Idee, dass Red Bull sich für seine Situation etwas einfallen lassen würde, scheint er nicht gekommen zu sein. Das ist schon erstaunlich, und zwar auch deswegen, weil es etwas über die Distanz aussagt, die beide Seiten zu einander haben. Eine gute Voraussetzung für 2011 ist das nicht. (Don)

# Renault hat nach einem verloren Rechtsstreit mit der Familie Piquet offenbar die Geldbörse aufgemacht. Die Piquets hatten das Team nach dem Rauswurf im letzten Jahr verklagt und nun vor einem britischen Gericht Recht bekommen. Renault hat sich entschuldigt und wird wohl eine erkleckliche Menge Schadensersatz zahlen. Piquet jr. hat auch verlauten lassen, dass er nicht mehr in die F1 zurückkehren wird, sondern sein Glück in der NASCAR Truckserie versuchen wird. Dort hatte er in diesem Jahr ein paar sporadische, aber durchaus erfolgreiche Auftritte. Im Moment sucht er ein Team um eine komplette Saison bestreiten zu können. (Don)

# Bernie Ecclestone ist schon ein harter Hund mit einer Menge Selbstironie. Statt die Blessuren des Überfalls hinter einer dicken Sonnenbrille zu verstecken, hat er sich für eine Uhrenmarke ablichten lassen. Unter seinem deformierten Gesicht ist der Satz zu lesen: “Was Menschen für eine Hublot machen”. Etwas überraschend hat Bernie auch den Manager David Campbell für seinen Ein-Mann-Betrieb namens Formel Eins engagiert. Der soll in Zukunft über die zu Ecclestone gehörende Firma “Allsport” für die Werbung, das Sponsoring und die Vermarktung der VIP Bereiche an der Strecke zuständig sein. Campbell hat sich in England einen Namen gemacht, weil er defizitären Millenium Dome in ein profitables Geschäft verwandelt hat. (Don)

# BMW hat sein Motorsportprogramm für 2011 bekannt gemacht. Im Grunde gab es keine großen Überraschungen, außer vielleicht, dass man die WTCC als Werksteam verlässt und die ALMS bevorzugt. Das klingt auf den ersten Blick merkwürdig, weil die ALMS nun nicht gerade große Aufmerksamkeit garantiert, während die WTCC immerhin weltweit unterwegs ist. Aber Ausstieg aus der Tourenwagenweltmeisterschaft kommt nicht gerade unerwartet. Die FIA hatte mit dem Urteil von Okayama den Münchnern die Serie nicht gerade schmackhaft gemacht und man wird auch abwarten müssen, was “Ausstieg” wirklich bedeutet. Man wird den neuen Motor wohl kaum ausschließlich den Independent Teams anbieten wollen. Kann sein, dass sich über den Winter vielleicht eine Art “verdecktes” Werksteam mit Ravaglia oder Engstler ergibt. Sicher ist, dass man die 24H am Ring fahren wird und beim Showrennen der DTM in München zum ersten Mal den DTM Wagen zeigt. In der ALMS ersetzt im übrigen Dirk Werner den etwas glücklos agierenden Tommy Milner. Falls es untergegangen ist: Mario Theissen nimmt ebenfalls seinen Abschied. Ab dem 1.1.2011 wird von Jens Marquardt ersetzt, der vorher Chef von Toyota Motorsport in Köln war. Der Wechsel ist schon etwas überraschend, auch die Neubesetzung mit dem zumindest in seiner Toyota-Zeit in Sachen Tourenwagen eher unerfahrenen Marquardt. Auf der anderen Seite holt man sich jemanden, der dank seiner Formel Eins Erfahrung jede Menge Kontakte mitbringt. Was Theissen macht ist nicht bekannt, würde mich aber wundern, wenn er lange von der Bildfläche verschwinden würde. (Don)

# Die WTCC überdenkt die Idee, den Saisonstart in Curitiba stattfinden zu lassen. Offenbar ist Interlagos im Gespräch, was mit Sicherheit eine bessere Alternative wäre. (Don)

# In der australischen V8 Supercars Serie hat James Courtney den mehrfachen Meister Jamie Whincup mit dem Gewinn der diesjährigen Meisterschaft entthront. (Don)

# Der Lausitzring bleibt drei weitere Jahre im Kalender der DTM. (Don)

# Beim ADAC GT Masters haben sich für 2011 schon jetzt 31 Teams angemeldet, darunter sechs (!) neue AMG SLS GT3. Gut, da werden viele nur mit einem Wagen starten, aber nur so zum Vergleich: In der DTM gehen 2011 wohl wieder 18 Wagen an den Start. (Don)

# Das US Pendant zum ADAC, der AAA, greift wieder tief ins Geldsäckel. Man sponsort nicht nur das Penske Team in der IRL, sondern taucht auch wieder in der NASCAR auf. Man wird bei vier Rennen Hauptsponsor von Kurt Busch, der im nächsten Jahr von “Miller Light” auf “Shell” umsteigt. (Don)

# Jeff Gordon hat eines seiner neuen Paint Schemes für 2011 vorgestellt. Dupont verabschiedet sich ja bekanntermaßen, also musste man sich was anderes einfallen lassen. Ein Sponsor ist wohl “Drive to end hunger”, was angesichts der üppigen Fast Food Werbungen im Rahmen der NASCAR ein klitzekleines bisschen zynisch wirken könnte. Das interessante ist aber nicht nur die neue (recht gelungene) Lackierung, sondern vor allem der auf den Fotos fehlende Splitter des Chevys. Bisher gab mit der neuen Front nur ein paar Tests und ein inoffizielles Foto von Montoya. Das die neue Front auf offiziellen Fotos von Hendrick auftaucht, deutet wohl darauf hin, dass der ungeliebte Splitter komplett verschwinden wird. [Fotos weiter unten] (Don)

# Da kann er hinterher fahren, wie er will, es ändert nichts. Dale Earnhardt jr. hat zum achten Mal in Folge den Publikumspreis als “Beliebtester Fahrer der NASCAR” gewonnen. Leider verrät man nicht, in welcher Reihenfolge der Rest eingelaufen ist, aber erstaunlicherweise findet sich unter den restlichen neun auch Kyle Busch. (Don)

#Scott Speed hat von Red Bull offiziell seine Entlassungspapiere bekommen. Nach der Verpflichtung von Kasey Kahne und dem OK der Ärzte für Brian Vickers, war das erwartet worden. Speed, der im Cup eine eher flache Lernkurve gezeigt hat, ist als “Free Agent” unterwegs und wird vermutlich nur bei einem der “Start & Park” Teams unterkommen. (Don)

# Audi wird den neuen R18 am Freitag der Öffentlichkeit vorstellen. Ein Diesel soll es sein, man tippt auf ein geschlossenes Coupé. An dem Tag wird Audi auch das weitere Motorsportprogramm bekannt geben. Viel Überraschungen dürfte es aber nicht geben, man wird die DTM und Le Mans im Auge haben. Eine gesamte Saison in der ALMS ist auch eher unwahrscheinlich, man konzentriert sich wohl auf den ILMC. (Don)

# Etwas untergangen ist das für viele Fans überraschende Comeback von Toyota in der Le Mans Serie. Man wird einen LMP1 Motor bauen, der in einem Lola-Rebellion (Twitter Meldung) seine Arbeit verrichten soll. Natürlich wiegelt Toyota die Gerüchte ab, dass dies nur die Vorstufe für ein komplettes Comeback ist. Aber die Dementis sind nicht wirklich glaubhaft. Immerhin gab es eine “Blitzmeldung” der Toyota PR-Leute zu dem Thema. Der Motor ist im übrigen schon längst fertig und hat Ende Oktober die ersten Tests hinter sich gebracht. (Don)

# Am Dienstag machte ein aeinzusetzen</a>. Bisher war die Mannschaft, die zwar anscheinend über keine funktionsfähige Website, aber eine <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Facebook-Fanseite und einen Twitter-Account</a> verfügt, in britischen Tourenwagen-Serien kleineren Formats unterwegs. 2009 und 2010 legte man eine Pause ein, um den großen Sprung auf die internationale Bühne vorzubereiten. Als wichtigsten Sponsor hat Woodard bisher das umweltfreundliche Mode-Label a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Dirtball Fashion präsentiert. Fahrer sucht man noch, auf Fahrzeugseite wird sich das Team wohl zwischen Lola und Riley entscheiden. Letztere suchen noch einen Abnehmer für ihren LMP2-Boliden, um endlich ein voll funktionsfähiges Fahrzeug aufbauen und testen zu können. (Stefan)

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December 04 2010

14:00

Formel Eins: Neue Motoren ab 2013

Seit Jahren wurde es diskutiert, nun scheint es sicher zu sein: Die 1.6 Liter Turbomotoren werden kommen. Damit soll das Image der F1 “grüner” werden.

Laut einem Bericht der BBC haben sich FOTA und FIA auf neue Regeln im Bereich der Motoren verständigt. Ab 2013 sollen 1.6 Liter Vierzylindermotoren eingesetzt werden, die mittels eines einzelnen Turboladers ca. 600 PS leisten sollen. Damit man die momentane Leistungswerte von ca. 750 bis 780 PS erreicht, werden KERS und andere Energierückgewinnungsysteme eine größere Rolle spielen. Interessanterweise begrenzt man nicht nur den Ladedruck (genaue Zahlen sind unbekannt) sondern auch die Drehzahl. Sie soll bei 10.000 U/min eingefroren werden, was dem Sound der Motoren sicher gut tun wird. Die momentan eingesetzten 2.4 Liter V8 klingen bei 18.000 U/min ja eher wie eine Kreissäge. FIA und FOTA geht es aber nicht nur um bessere Verbrauchswerte. Die neue Motorformel soll auch wieder mehr Hersteller anlocken.

Der Wechsel zu den Turbomotoren war allgemein erwartet worden. Max Mosley hatte die Idee, eine Art “Weltmotor” auf die Bühne viele Rennserien zu schieben. Ein 1.6 Liter Vierzylinder als Basisaggregat, der für verschiedene Rennserien (WTCC, WRC, F1) passt. Damit sollen Hersteller in die Rennserien gelockt werden, da sie im Prinzip nur noch einen Block bauen müssen, der dann für die verschiedenen Serien angepasst werden kann. Ob das dann am Ende wirklich Geld spart ist wieder eine völlig andere Frage. Klar, der nackte Block bleibt in Sachen Bohrung/Hub identisch, aber die verwendeten Komponenten sehen dann doch völlig anders aus. Es ist bisher nicht bekannt ob zum Beispiel in der F1 andere Kolben/Ventile/Pleuel usw. eingesetzt werden, als in der WTCC. Die WRC Motoren benötigen zu dem einen komplett völlig anderen Turbo, da sie eine andere Leistungscharakteristik nutzen müssen. Auch bei den Getrieben sieht es komplett anders aus.

Der Wechsel auf die kleinen Turbomotoren ist vor allem für Hersteller interessant, die im Kleinwagensegement unterwegs ist. Da wären natürlich die Japaner, aber auch VW, die immer wieder betont haben, dass man über die F1 erst dann nachdenkt, wenn man die FIA die passenden Motoren einsetzt. Seit Monaten wird darüber spekuliert, dass VW die Marke Audi in die F1 schieben möchte, während Porsche an alte Le Mans Zeiten anknüpfen soll und die Marke VW sich in der NASCAR versucht. Möglich wäre diese Variante schon. Klar ist auch, dass mit dem neuen Reglement wieder deutlich mehr Bewegung in die F1 kommt. Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten 3 bis 5 Jahren einige überraschende Markennamen in die F1 kommen sehen werden. Dazu könnten auch die US-Hersteller gehören, die nach der Neuordnung des heimischen Marktes einiges auf dem Weltmarkt nachzuholen haben. Denkbar ist auch, dass eher exotische Namen auftauchen. Die Teilhaberschaft von Marussia an Virgin ist so ein Hinweis. Es ist durchaus denkbar, dass (wie schon mal bei Petronas erlebt) sich eine kleine Marke einen Motor bei einem Hersteller kauft. Subaru wäre ein Hersteller, der einen Motor bauen und verkaufen kann.

Grundsätzlich sehe ich den Motorwechsel durchaus positiv. Die 80er Jahre haben gezeigt, dass der Sport darunter nicht leidet. Da die Motoren weniger Sprit verbrauchen werden, haben die Konstrukteure auch mehr Spielraum, was sicher zu einigen interessanten Versuchen führen wird. Der Brabham BT 52 war ja so ein ausgefallenes und sehr erfolgreiches, Modell.

Das Argument, dass dadurch die Kosten gesenkt werden, sehe ich allerdings sehr skeptisch. Die Anfangsinvestitionen werden enorm sein, die weiteren Entwicklungskosten, vor allem wenn der Druck durch verschiedene Hersteller wächst, müssen ebenfalls hoch angesetzt werden. Zwar wird die FIA die Regeln in Richtung “Einheitsmotoren” schieben, aber die Streitigkeiten, wer wann wie nachbessern darf usw., kann man jetzt schon erahnen. Vermutlich wird die FIA versuchen einen Status quo zu erreichen, analog zum Einfrieren der bisherigen Motorregel. Da wird man aber das endgültige technische Reglement abwarten müssen. Wünschenswert wäre allerdings, wenn die FIA, in einem gewissen Rahmen, die Entwicklung der Motoren freigeben würde. Ein Einheitsmotor, der im Prinzip von jedem beliebigen Hersteller problemlos nach gebaut werden kann, ist nicht unbedingt im Sinne der Formel Eins.

November 24 2010

07:12

Ferner liefen: Die Newshappen

// Unterstützung für Hermann Tilke? Neben dem Büro des Aachener Streckendesigners wird, wie am Montag bekannt wurde, auch die amerikanische Architektur-Firma HKS an der Konstruktion der Anlage in Austin, Texas beteiligt sein. Vermutlich werden die amerikanischen Stadionbau-Experten vor allem Know-How bei der Errichtung der Boxengasse und der Tribünen beisteuern – für die Strecke selbst wird wohl weiterhin nur Tilke verantwortlich zeichnen. Zum Streckendesign hat sich übrigens kürzlich FIA-Präsident Jean Todt zu Wort gemeldet, dem wohl mittlerweile auch die Häufung von Überhol-armen Rennen auf Strecken wie Bahrain, Valencia oder Abu Dhabi aufgefallen ist. Daher fordert der Franzose im Interview mit autosport.com, bei der Evaluierung von Strecken durch die FIA künftig neben der Sicherheit auch das Potential für Überholmanöver zu überprüfen. Sogar Änderungen an bereits existierenden Strecken könnte es demnach geben – und zwar möglicherweise schon im kommenden Jahr. Einen Entwurf für eine Änderung gibt es bereits: Silverstone-Umgestalter Populous haben für f1fanatic.co.uk einen Vorschlag mit Ideen zur Umgestaltung der Strecke von Abu Dhabi erstellt. Vorsicht

// Muss Vitantonio Liuzzi am Ende doch noch um seinen Platz bei Force India bangen? Trotz nur mittelmäßiger Leistungen war man ja bisher eher davon ausgegangen, dass das Team den Italiener mangels attraktiver Alternativen am Ende doch behalten würde. Nun hat aber Teamchef Vijay Mallya im Interview mit den Gulf News davon gesprochen, dass man in den kommenden Wochen die “new drivers” für 2011 bekannt geben will. Das ist natürlich etwas missverständlich formuliert, was auch an Mallyas Englischkenntnissen liegen kann (spekuliert jedenfalls Joe Saward) – einige britische F1-Kenner haben die Aussage aber dennoch als einen Wink in Richtung Paul di Resta verstanden. Vorsicht

// Die Formula Palmer Audi ist Geschichte. Jonathan Palmer, Ex-Formel 1-Rennfahrer und seit zwei Jahren mit seiner Firma MotorSport Vision auch Organisator der Formel 2, die auf dem FPA-Konzept basiert, sperrt den Laden nach 13 Saison zu. Der Grund ist, dass die Van Diemen-Chassis (Aluminim-Monocoque, H-Schaltung) aus dem Jahre 1998 mit nicht mehr zeitgemäß sind. Mit neu konstruierten Fahrzeugen nach aktuellen Standards ließe sich das günstige Preisniveau nicht halten, sodass die Serie in der aktuellen wirtschaftlichen Lage und bei der großen Zahl konkurrierender Serien (u.a. Formel Renault) ihre Rechtfertigung verlieren würde. Einige bekannte Namen haben die FPA in den vergangenen 13 Jahren durchlaufen, vor allem in den Anfangsjahren der Serie: die erste Meisterschaft gewann Justin Wilson (heute IndyCar) vor Darren Turner (Sportwagen), Andy Priaulx und Rob Huff ( beide WTCC) wurden jeweils Zweite in der Winter-Serie und auch Romain Dumas und Gary Paffett durchliefen die FPA-Schule. In den letzen Jahren sind Jolyon Palmer und Kazim Vasiliauskas in die F2 aufgestiegen, jedoch fanden sich auch mehr ältere Gentlemen Driver ein. Die Fahrzeuge werden nun von MotorSport Vision für andere Zwecke verwendet, etwa die Formula Jaguar und Firmenevents. (Quelle: Print-Autosport) Stefan

// Überraschung bei der WTCC:  Anfang der Woche wurde bekannt, dass die Formel 2 im Rahmenprogramm durch die AutoGP-Serie ersetzt wird. Die AutoGP, die in diesem Jahr erstmals unter diesem Namen aufgetreten ist, ist die ehemalige Euro F3000 – die seit zwei Jahren mit modifizierten A1GP-Lolas unterwegs ist. Die Partnerschaft betrifft auch das TV-Programm. Alle Rennen der AutoGP werden live auf Eurosport oder Eurosport 2 übertragen – ein großer Schritt für eine Serie, die bisher nur gelegentlich auf Motors TV zu sehen war. Veröffentlicht wurde zu diesem Anlass auch gleich der komplette AutoGP-Kalender für 2011: Neben den sechs Rennen im Rahmen der WTCC (Monza, Marrakesch, Brünn, Donington, Oschersleben und Valencia) wird die Serie Ende August zusätzlich auf dem Stadtkurs von Bukarest gastieren. Vorsicht

// Die Pläne von Lotus, sein Motorsport-Engagement auszudehnen, nehmen Form an: man steht kurz vor dem Abschluss eines Vertrages mit Jetalliance Racing über den Einsatz von zwei Lotus Evora in der GT Endurance-Kategorie der Le Mans Series einsetzen. Bis 2008 setzte das österreichische Team Aston Martin in der FIA GT-Meisterschaft ein, seitdem nahm man nur noch an ausgewählten Sportwagenevents teil, bei den 24h von Spa in diesem Jahr fuhren Lichtner-Hoyer/Seefried/Eckert/Rich einen Porsche 997 GT3 Cup auf Gesamtrang 17 bzw. Rang 4 in der GTN. (Quelle: Print-Autosport) Stefan

// Auch ART könnte sich nach dem Ende des Engagements in der F3-Euroserie einen Wechsel in die Le Mans Series vorstellen. Das Team von Frederic Vasseur evaluiert die Möglichkeit eines Einsatzes in einer der Protoypen-Klassen. Die technische Entwicklung wäre eine willkommene Herausforderung, so der Teamboss. Trotz der Verbindung mit Lotus in der GP2/GP3 und den LMP-Plänen des Sportwagenherstellers will ART zunächst aber als unabhängiges Privatteam antreten. (Quelle: Print-Autosport) Stefan

// Riley Technologies möchte nach Le Mans zurückkehren. Anfang Oktober hat man den Bau eines LMP2-Fahrzeugs angekündigt, das soll es nun sowohl als Coupe als auch als offenes Fahrzeug geben. Das Problem bei der Sache: man findet keine Abnehmer. Lola und Oreca, die ihre Fahrzeuge schon früher vorgestellt haben, stellen starke Konkurrenz dar, denn unter der neuen Budgetgrenzen-Regelung muss man mit Qualität punkten und die trauen die Teams offenbar eher den etablierten Le Mans-Konstrukteuren zu als Riley, die in den letzten Jahren der Sarthe ferngeblieben sind. Und solange man keinen Kunden hat, kann man es sich auch nicht leisten, überhaupt ein Fahrzeug aufzubauen. Stefan

// Fahrer-News gibt es in der Indycar-Serie:
- Roger Penske hat in der Radio-Sendung Trackside Ende vergangener Woche stätigt, dass Ryan Briscoe auch im kommenden Jahr den dritten Wagen neben Will Power und Helio Castroneves pilotieren wird.
- Im FAZZT-Team bahnt sich derweil eine Überraschung an: Ho-Pin Tung hat am Sonntag in Sebring für die kanadische Mannschaft getestet. Gerüchte sprechen davon, dass man kurz davor steht, einen Fahrer-Vertrag mit dem chinesisch-niederländischen GP2-Piloten zu unterzeichnen.
- Außerdem soll Graham Rahals Engagement bei Ganassi Racing mal wieder kurz vor der offiziellen Bekanntgabe stehen. Bisher sollen die Verhandlungen daran gespießt haben, dass Rahal das dritte Auto mit seinem eigenen, persönlichen Sponsor finanzieren möchte – was Ganassi-Geldgeber Target gar nicht gefällt. Eine Lösung in Form eines Satelliten-Teams für Rahal scheint aber in Sicht.
- Und schließlich hat auch noch (Group) Lotus-Chef Dany Bahar bei der Präsentation angedeutet, dass seine Firma im kommenden Jahr das Engagement bei KV Racing ausbauen will – und optimistisch von “drei oder mehr Autos” in den Lotus-Farben (im kommenden Jahr übrigens in der IRL das klassische Schwarz-Gold) gesprochen. Gerüchteweise möchte man trotz der vielen Totalschäden 2010 zumindest EJ Viso und Takuma Sato im Team behalten.
Vorsicht

// Und gleich nochmal Lotus-News: ART, die ja neuerdings auch unter dem klingenderen Namen “Lotus ART” firmieren, werden Williams-Tester Valtteri Bottas nach zwei guten, wenn auch nicht sensationell erfolgreichen Jahren in der F3 Euroseries in die GP3 Serie verschiebenVorsicht

// Nach de Erfolgen in Macau gibt es für die F3 Euroseries gleich wieder gute Neuigkeiten: Peter Mückes Team bleibt der strauchelnden Serie auch im kommenden Jahr erhalten – und plant dafür im Moment mit drei Autos. Vorsicht

// Die Fahrzeuge der eingemotteten Formel BMW werden eine neue Heimat in der britischen Intersteps-Nachwuchsserie finden, die Fahrern ab 15 Jahren eine Aufstiegschance bieten soll. Diese entsteht aus der bisherigen “Young Guns”-Meisterschaft, die in Zukunft von der britischen Racing Steps Foundation unterstützt wird. Die RSF pflegt Kontakte zu den Teams Carlin und Fortec, die entsprechend einen Einstieg in die Serie erwägen. (Quelle: Print-Autosport) Stefan

November 18 2010

10:21

WTCC und Formel 3: Vorschau Macau 2010

Wie jedes Jahr, endet die Saison der Tourenwagen in Macau. Der Weltmeister steht allerdings schon fest, nachdem es mal wieder Chaos bei Regeln gab. Im Rahmenprogramm kämpfen beim internationalen Formel 3 Rennen die jungen Talente um den prestigereichen Sieg.

Die noch ziemlich junge Geschichte der WTCC hat neben ein paar guten Rennen vor allem immer wieder dann für Aufsehen gesorgt, wenn sich die Hersteller gegenseitig vor ein Sportgericht gezerrt haben. Und das hat man sehr oft und sehr gerne gemacht. Vor allem die Rechtsabteilungen von Seat und BMW hatten gut zu tun und die Arien um den Ladedruck, den Unterboden und das Mindestgewicht der Seat füllen mehrere Aktenordner. Nicht ganz schuldlos daran ist die für die WTCC verantwortliche Abteilung der FIA, die immer wieder widersprüchliche und zaghafte Urteile gesprochen hat. Mal senkte man den Ladedruck der Seat, mal hob man das Gewicht der BMW an, nur um ein paar Rennen später wieder alles anders zu entscheiden. Doch den größten Witz erlaubte sich die FIA und die Kommissare des letzten Rennens in Okayama. Denn man warf alle BMW nachträglich aus der Wertung, so dass Yvan Muller nun Meister ist. Nur was ist passiert? Die Sache ist, wie sollte es anders sein, kompliziert.

BMW fährt seit Jahren mit einem normalen Fünfgang-Getriebe, während der Rest der Welt schon längst auf ein sequentielles Sechsgang-Getriebe setzt. Das Problem: BMW hat den 320si angeblich nie mit einem sequentiellen Getriebe bei der FIA homologiert. Allerdings gab es eine Ausnahme, die man für Alex Zanardi gemacht hatte. Aufgrund seiner Behinderung erlaubte die FIA in seinem Wagen, und nur dort, den Einsatz des neuen Getriebes. Allerdings setzte Franz Engstler beim Fahrzeug von Romanov in der Independent Klasse ebenfalls ein neues Getriebe ein, und das in diesem Jahr sechs Rennen lang. Die FIA beanstandete diese Sache nicht. In Okayama überraschte BMW die Rennkommissare aber damit, dass man die Werkswagen mit einem sequentiellen Sechsgang-Getriebe ausgestattet hatte. Man argumentierte, dass durch den Einsatz von Romanov und die früheren Fahrten von Zanardi, das Getriebe quasi-homologiert sei, also dürfe man es auch einsetzen. Die Japaner vor Ort sahen das auch so, die Konkurrenz, in dem Fall Chevrolet, allerdings nicht und man legte vor der FIA Berufung ein. Das Argument lautete: Da BMW das Getriebe nie offiziell bei der FIA angemeldete hatte (also mit Papieren und die übliche Bezahlung von Gebühren), ist es auch illegal. Nur weil der FIA die Sache bei Romanov bisher nicht aufgefallen sei, bedeute dies ja nicht, dass sie deswegen legal werden würde. Allerdings dürfte es auch Chevy nicht entgangen sein, dass das Engstler Team das nun nicht mehr legale Getriebe die halbe Saison eingesetzt hat. Warum man jetzt erst mit einem Protest anrückt, ist dann wieder eine ganz andere Frage.

Der Ärger von Chevy richtete sich nicht nur gegen das neue Getriebe, sondern auch gegen die neue Gewichtseinstufung, die BMW durch das neue Getriebe erhalten hatte. Die richtet sich ja nach den Erfolgen der Wagen, da Romanov ja eher selten die Strecke so trifft, dass er ganz weit vorne ist, hatte der “neue” BMW eine bessere Einstufung, als der BMW mit dem alten Getriebe. Verstehen muss man das vermutlich nicht, aber tatsächlich waren die BMW in Okayama mit der sequentiellen Schaltung satte 30 kg leichter, als die BMW mit der H-Schaltung. Allein diese Sache zeigt, wie absurd das gesamte Ballastsystem der FIA ist.

Die FIA schloss sich der Meinung von Chevrolet dann auch an. Man nahm beide BMW aus der Wertung des zweiten Laufs in Okayama, was immerhin dazu führte, dass Colin Turkington (der mit H-Schaltung unterwegs war) seinen ersten Sieg erlangt hat. Gleichzeitig bedeutete dies aber auch, dass Yvan Muller vor den Rennen in Macau endgültig Meister ist. Schön für Muller, der es sicher auch verdient hat, schlecht für den Sport, wo man eine andere Entscheidung erwarten würde.

Aber die WTCC wäre nicht die WTCC wenn diese, teilweise ja durchaus nachvollziehbare Entscheidung, nicht noch einen Haken hätte. Denn man untersagt BMW zwar den Einsatz eines sequentiellen Getriebe und streicht die Punkte, aber diese Entscheidung gilt ausdrücklich nicht für die Independent Trophy. Romanov darf seine Punkte dort also behalten, wobei mir jetzt nicht klar ist, ob das auch bedeutet, dass er weiter mit der neuen Schaltung unterwegs sein darf.

Was für ein Chaos, kann man da nur sagen, wobei man sich auch fragen kann, was BMW da eigentlich geritten hat.

Zum Rennen in Macau. Der Stadtkurs ist bekanntermaßen ebenso eng, wie schnell. Es geht mitten durch die Stadt, ein paar Serpentinen hoch, später muss man seinen Wagen um eine schon absurd enge Haarnadel wuchten, bevor es bergab wieder Richtung Hafen geht. Fahrerisch ist die Strecke schon lustig, in Sachen Sicherheit ist sie ein Albtraum. Was man letzten Jahr sehen konnte, als Gelegenheitspilot Cuoto nicht sämtliche gelbe Flaggen und Trümmerteile auf der Strecke ignorierte und in den BMW von Franz Engstler rauschte, der sich ein paar Rippen brach. Auch der erste Knick nach Start/Ziel gehört zu den Stellen, an denen es gerne mal kracht. Sehr anschaulich kann man das in diesem Video aus dem F3 Rennen im letzten Jahr sehen.

Die Rennen in Macau sind ohne Unfälle allerdings auch oft recht spannend. Wegen der fehlenden Überholmöglichkeiten, wird halt gerne mal angeklopft oder man schiebt den Kollegen gleich ganz zur Seite.

Die WTCC verabschiedet sich damit auch in die Winterpause. Im März geht es dann mit den neuen Motoren weiter, die dann hoffentlich auch dafür sorgen, dass die elendigen Streitigkeiten um das Gewicht, den Ladedruck usw. aufhören. Besser wäre es, sonst verkommt die WTCC noch völlig zu einer Lachnummer.

F3 Grand Prix in Macau
(von Vorsicht)

Auch, wenn man das Rennen fast nirgendwo verfolgen kann – unter Experten gilt der Formel 3 Grand Prix in Macau immer noch als besonderer Gradmesser für junge Talente. Und das nicht ganz zu Unrecht. Seit 1983 die Veranstaltung zum ersten Mal unter Formel 3-Regeln abgehalten wurde, haben sich eine ganze Reihe illustrer Namen in die Siegerlisten eingeschriben: Ayrton Senna zur Premiere, Michael (1990) und Ralf (1995) Schumacher, David Coulthard (1991) und Takuma Sato (2001). Ein Sieg ist zwar nicht immer die Eintrittskarte für die große Karriere – siehe etwa Soheil Ayari und André Couto – und über die Sicherheit an der Strecke müsste man ebenfalls mal diskutieren. Massiv Prestige bringt es aber immer noch, auf den Straßen der ehemaligen protugiesischen Kolonie den ersten Platz einzufahren.

Immerhin 31 Piloten sind (nach derzeitigem Stand) dem Ruf der Tradition gefolgt, und werden am Wochenende an den Start gehen. Auch Vorjahressieger Edoardo Mortara – der neue und möglicherweise letzte Meister der F3 Euroseries – ist wieder mit dabei. Sollte er den Sieg holen, wäre er der erste Fahrer seit Riccardo Patrese 1977 und 1978, dem der Doppelschlag in der Glücksspielstadt gelingt.

Auch zwei weitere Meister sind am Wochenende am Start: Jean-Eric Vergne vertritt die britische F3, Yuji Kunimoto (der Bruder des 2008er-Siegers Keisuke) die All-Japan-F3. Der deutsche Formel 3-Cup wird vom Gesamtzweiten Daniel Abt repräsentiert. Auch ein Pilot aus der (großteils spanischen) Open F3 ist dabei: Local Hero Michael Ho hat dort heuer ein paar Rennen bestritten. “Hauptberuflich” ist der Macanese (ja, ich musste auch nachschlagen, wie das korrekt heißt) in der Chinesischen Tourenwagenmeisterschaft unterwegs, wo er heuer Vierter wurde. Und dann ist da noch Ryo Harianto. Die F3-Kenntnisse des indonesischen GP3-Fünften aus diesem Jahr beschränken sich zwar auf zwei Rennwochenenden in der Australischen F3 – es wird aber trotzdem spannend zu sehen sein, wie er sich beim Sprung zurück aus dem Virgin F1-Cockpit so schlägt.

Die erste von zwei Qualifying-Sitzungen ist bereits vorbei, und bisher sieht es so aus, als dürfe die F3 Euroseries nocheinmal stolz auf sich sein: Auf der provisorischen Pole steht Edoardo Mortara, gefolgt von Valtteri Bottas, Marco Wittmann und Laurens Vanthoor. Carlos Huertas (Rang fünf) hat als erste Fahrer aus der britischen F3 schon fast eine Sekunde Rückstand. Daniel Abt landete auf Rang zehn, noch vor dem hoch eingeschätzten britischen F3 Meister Jean-Eric Vergne, dem auf Platz zwölf immerhin schon fast 1,7 Sekunden auf Mortara fehlen. Mag aber sein, dass da auch noch der Jetlag mitspielt – immerhin war Vergne bis vorgestern, Dienstag, beim Young Driver Test in Abu Dhabi für Toro Rosso unterwegs. Für die Fahrer aus der japanischen F3 scheint es bisher noch nicht ganz so gut zu laufen – bester Fahrer ist Alexandre Imperatori auf Rang neun, Meister Yuji Kunimoto folgt mit 2,7 Sekunden Rückstand auf Rang 17.

Bleibt noch die bange Frage, wo bzw. ob man das ganze überhaupt sehen kann. Und das ist leider ziemlich ungewiss. Die offiziellen Möglichkeiten halten sich nach dem Ende der Partnerschaft mit Eurosport vor einigen Jahren jedenfalls in engen Grenzen. Allenfalls ist irgendwann im Dezember mit einer Zusammenfassung auf Motors TV zu rechnen – zumindest in Großbritannien ist diese für den 11.12. angekündigt. Eine Liveübertragung gibt es wohl nirgendwo zu sehen. Bleibt also noch der Weg ins Netz. Und auch dort sieht es ein wenig blass aus. Denn live übertragen laut offiziellem Broadcast-Plan nur zwei Sender: der macanesische TDM (alle Trainings und Rennen sowohl in Porutgiesisch als auch in Mandarin) und “TVB Jade” aus Hong-Kong. Dem Vernehmen nach sind diese beiden Kanäle über einschlägige P2P-Streaming-Dienste zu sehen. Immerhin: Einen offiziellen Live-Audiostream gibt es auf der Event-Homepage. Ansonsten bleibt mir leider nur zu sagen: Happy Hunting!

Nach Macau wollte der Formel 3-Zirkus übrigens nach Korea weiterziehen, wo es ebenfalls ein internationales Rennen hätte geben sollen. Wird es aber nicht: Wegen “jursitischen Problemen” mit der Strecke (angeblich hat man mit der hastigen Fertigstellung massive Schulden angehäuft) musste die Veranstaltung vor kurzem abgesagt werden.

September 22 2010

06:31

Ferner liefen: Die Newshappen

Heute etwas kürzer als gewohnt, aber wir leiden momentan etwas an Personalmangel ;)

#ALMS Butch Leitzinger kehrt in die ALMS zurück. Er wird bei Petit Le Mans den 2 Jaguar des RSR Teams in der GT-Klasse pilotieren. Die anderen 2 Fahrer des Wagens sind Paul Gentilozzi, der Teameigner und Trans-Am-Champion Tomy Drissi. Butch Leitzinger hat unter anderem 1997, 1999 und 2004 die 24 Stunden von Daytona gewonnen. Sein letzter Einsatz in diesem Jahr beim Alex Job Team.

#BritishF3 Jack Harvey, Zweitplatzierter der diesjährigen und letzten Formel-BMW-Europa-Meisterschaft wird nächstes Jahr in der britischen Formel 3 antreten. Bei welchem Team indessen ist noch nicht klar. Das “Racing-Steps-Foundation-Programm”, welches die Karriere von Harvey fördert hat in der Vergangenheit jedoch mit “Carlin-Racing” zusammengearbeitet, hier könnte er also unterkommen. Der diesjährige Meister der britischen Formel 3, Jean-Eric Vergne, fuhr für “Carlin-Racing”.

#Nochmal BritishF3 : Der ehemalige Meisterschaftsführende in der A1Gp, Robbie Kerr, wird an diesem Rennwochenende in Brands Hatch einen Wagen des Litespeed-Teams pilotieren. Es ist jeodch bei weitem nicht sein erster Einsatz in der BritishF3, er gewann die Serie 2001.

#F1 Da war teuer: Der Grand-Prix von  Australien hat die dortigen Steuerzahler 46 Millionen (!) Dollar gekostet und das trotz der höchsten Zuschauerzahl der letzten 5 Jahre. Damit haben sich die Kosten des Events seit 2006 verdoppelt. Natürlich prasselt jetzt Kritik von vielen Seiten auf die Politik und Veranstalter ein, die jedoch an dem Event festhalten möchten. Was bleibt Ihnen auch anderes übrig, der Vertrag läuft bis 2014 und die Vertragstrafen von Ecclestone dürften ähnliche Ausmaße haben.


#F1 Ex-Renault-Fahrer Romain Grosjean ersetzt Nick Heidfeld als Pirelli-Testfahrer. Allerdings gilt sein Kontrakt zuerst mal nur für den nächsten Testtermin in Monza, Weiteres soll danach geklärt werden. Damit könnte der Franzose für einige Teams für die Saison 2011 interessant werden, da er neben Nick Heidfeld der einzige Fahrer ist, der Erfahrung mit den neuen Reifen hat.

#F1: Jerome D’Ambrosio, bisher Testfahrer bei Renault wird für 4 der verbleibenden 5 Rennen im 1. freien Training am Freitag das Auto von Lucas di Grassi übernehmen. Das kommt schon etwas überraschend und ist vielleicht die Vorbereitung darauf, dass di Grassi nächstes Jahr nicht mehr bei VirignGp fahren wird. Seine Leistungen sind im Vergleich zu Glocks ziemlich schlecht, und di Grassi hat keinen Vertrag für 2011 mit VirginGP, diese haben lediglich eine Option, ihn für ein weiteres Jahr zu verpflichten.

#F1 Der neue Formel 3 Meister, Esteban Gutierrez ist neuer Testfahrer bei Sauber. Das ist schon nicht schlecht, einige GP2-Piloten würden sich über den Job freuen.

#F1 Korea, die unendliche Geschichte Teil 567: Die Streckenabnahme durch Charlie Whiting, die eigentlich am 21.09 stattfinden sollte, wurde um eine Woche auf den 28.09 verschoben. Angeblich macht ein Feiertag das Reisen in Korea am 21.09 so kompliziert, dass man sich entschloss die Abnahme eben zu verlegen. Die Abnahme findet damit nur 23 Tage vor dem Grand-Prix statt. Dass man damit das eigene Regelwerk mal wissentlich übergeht, was 90 Tage fordert, scheint man zu ignorieren. Allerdings kann das Rennen sollten die Baumaßnahmen nicht wie geplant voranschreiten, auch nach der Abnahme noch abgesagt werden. Doch damit nicht genug: Die Asphaltschicht, auf der Karun Chandhok Demorunden im RedBull drehte war noch nicht die finale, weshalb die Tilke GmbH ihren besten Asphaltexperten jetzt runter nach Asien geschickt hat.

#GP2 2 neue Teams wird es nächstes Jahr in der Serie geben: Carlin kommt aus der British Formel 3 und GP3, während Air Asia neu gegründet wird und Lotus Teambesitzer Tony Fernandes gehört. Damit hat man nächstes Jahr ein volles Starterfeld mit 26 Autos in der GP2.

#LMS/LeMans “Jotasport” hat als erstes Kundenteam angekündigt, dass sie den neuen LMP1-Aston-Martin einsetzen möchten. Jedoch noch nicht nächstes Jahr, wo man zunächst mal in der LMP2 sein Glück versuchen wird. 2012 und 2013 möchte man dann den LMP1-Aston-Martin mit nach LeMans bringen.

#NASCAR Für Ekström scheint das Thema erledigt zu sein, sagte er zumindest in einem Interview letzte Woche. Das kommt jetzt schon sehr überraschend und ging vermutlich auch nicht von ihm aus. Eher hat Audi ihn zurückgepfiiffen. Audi muss Ekström für jeden NASCAR-Einsatz eine Freigabe erteilen, da er einen mehrjährigen Vertrag mit Audi hat. Dazu scheint Audi nun nicht mehr bereit. RedBull bekundet jedoch weiterhin auch gerne öffentlich Interesse an weiteren NASCAR-Einsätzen von Ekström. Brisant: RedBull sponsort Ekström in der DTM, droht dort ein Machtkampf Sponsor gegen Hersteller?

#NASCAR Und nochmal dementierte Wechselabsichten: Das Management von Kimi Raikkönnen teilte mit, dass kein Interesse an einem Wechsel in die NASCAR 2012 bestehe.

#RaceofChampions Kleine Sensation: Carl Edwards wird wieder am Race of Champions teilnehmen! Nach seiner ersten Teilnahme 2008 wo er Michael Schumacher aus dem Wettbewerb warf, wird er dieses Jahr zusammen mit Travis Pastrana die USA repräsentieren. Das diesjährige “Race of Champions” findet am 27./28 November in Düsseldorf statt. (alle News von Chaos)


September 13 2010

06:30

Formel Eins: Analyse GP Monza 2010

Ferrari hat sich zurück gemeldet, Hamilton eine sichere WM-Führung weggeworfen und bei Red Bull hat man offenbar magische, sich selbstheilende Bremsen.

Wirklich viel los war auf der Strecke in Monza ja nicht, aber es war trotzdem ein sehenswerter Grand Prix. Überholmanöver gab es zwar, aber die entscheidenden Momente konnte man an der Box beobachten. Ein “strategischer Leckerbissen” war das Rennen, und das aber auch nur für die wirklich Eingeweihten. Denn es war schwer zu verstehen, warum manche Entscheidungen getroffen wurden, oder warum es Vettel gelang mit einer Strategie nach vorne zu fahren, die so gar nicht hätte funktionieren sollen. Am Ende brachten die unterschiedlichen Herangehensweisen aber ein Ergebnis zusammen, dass die WM so richtig spannend macht. Die geht nun in den Überseerennen erst richtig los.


Dass Ferrari in Monza um den Rennsieg fahren würde, konnte man spätestens am Samstagmorgen erkennen. Luca di Montezemolo wollten einen Sieg und offenbar war Ferrari in der Lage dem nach zu kommen. Zwar war man nicht so viel schneller, wie man sich das gewünscht hatte, aber die paar Zehntel die man rausholen konnte, reichten am Ende für die Pole. Ärgerlich war nur der Umstand, dass Massa nicht den zweiten Platz erreichte. Das Button zunächst in Führung ging war dann fast vorprogrammiert, auch wenn der Start den Briten schon sensationell gut war. Die Innenseite des Grids war nicht schmutzig, gleichzeitig hatte er die bessere Linie zur ersten Schikane. Die entscheidende Frage war dann halt, wie man Alonso am McLaren vorbei bekommen würde. Die Antwort lautete natürlich: An der Box.

Und McLaren machte Ferrari das Geschenk, sich unter Druck setzen zu lassen. Statt zu warten bis Ferrari zum Reifenwechsel kommt, zog man die eigene Strategie durch. Ein seltener Fehler von McLaren. Zum einen war klar, dass Alonso ohne Button vor ihm etwas schneller unterwegs sein würde, zum anderen ist die Outlap zumindest in den ersten beiden Sektoren langsamer, weil die Reifen nicht auf Temperatur sind. So lange beide vorne ähnliche Zeiten fuhren, gab es keinen Grund, die Reifen so früh zu wechseln. Zur Verteidigung von McLaren muss man aber auch sagen, dass ihnen der zweite Wagen zum Vergleich gefehlt hat. Ein Hamilton auf Platz 4 mit einem früheren Stopp, hätte die Sache klarer gemacht. Ferrari musste also nur warten, bzw. in dem sie Mannschaft zum Wechsel bereit stellten, McLaren zum Handeln täuschen. Dazu kam auch noch, dass der Stopp von Ferrari 7 Zehntel schneller war, als der von Button. Und man sollte nicht vergessen, dass McLaren auch ein Auge auf Massa haben musste. Der Rest war dann zwar kein Kinderspiel, aber doch eindeutig.

Der zweite Aufreger des Wochenendes war der plötzliche Leistungsabfall des Motors von Sebastian Vettel, als Webber vorbei ging. Christian Horner meinte nach dem Rennen, dass Vettel entweder ein Abreissvisier in der Ansaughutze hatte, oder dass die Bremse nach dem Fahren über die Kerbs kurz fest gehangen habe. Beide Erklärungen sind relativ dünn. Ein Abreissvisier verschwindet nicht so einfach, das die Bremsen festgehen und sich wieder lösen kann passieren, bleibt dann aber meist ein Problem, dass immer wieder auftaucht, weil entweder etwas mit Scheibe, den Belägen oder der Entlüftung nicht stimmt. Das passierte aber nicht.

Magischerweise tauchte das Problem auch genau dann auf, als Webber im Diffusor von Vettel hing und klar schneller war. Ich vermute, dass eine verkappte Anweisung war, allerdings nicht im Sinne von Teamorder. Offenbar hatte man Vettel von Anfang an auf einen sehr langen Stint gesetzt, während Webber mit den Führenden an die Box kommen sollte. Es machte daher Sinn, Webber vorbei zu lassen, um beiden Strategien die größtmögliche Chance zu geben. Was sich am Ende, zumindest für Vettel, ja auch ausgezahlt hat. Bei Webber ging es in die Hose, weil er hinter Hülkenberg fest hing. Mit dem vierten Platz hat Red Bull auch das bestmögliche Ergebnis gezogen, ohne den Fehler von Hamilton wäre es nur ein fünfter Rang geworden. Webber verpasste ein besseres Ergebnis allerdings auch, weil er den Start versemmelte. Natürlich hätte Red Bull auch einfach sagen können, dass man Webber nach vorne geschickt hat, weil man zwei Strategien hatte, aber das hätte vielleicht 100.000 Dollar gekostet und zu dem wären die Gerüchte, von wegen das Red Bull sich auf Webber als WM-Kandidat festgelegt habe, dann erst recht explodiert.

Mercedes machte es genau umgekehrt. Man startete, wie immer, sehr gut. Rosberg war nach der ersten Runde schon “Best of the Rest” und blieb es auch bis zum Ende des Rennens. Der Deutsche hatte schon nach der Quali angedeutet, dass man im Renntrimm besser aussehen würde, was aber nur beim ihm passierte. Schumacher blieb das ganze Wochenende schwach und wirkte relativ lustlos. Zwar lieferte er sich einen schönen und fairen Zweikampf mit Webber und Kubica, aber dann verschwand er nach hinten. Selbst wenn er nach dem Start noch weiter vorne gewesen wäre, seine Zeiten waren im gesamten Verlauf des Rennens so schwach, dass er vermutlich eh zurück gefallen wäre. In Monza wurden mal wieder Gerüchte laut, dass Mercedes darüber nachdenkt, Schumacher zu ersetzen. Die Namen Sutil und Glock fielen relativ häufig, aber ich glaube weiter nicht daran, dass man Schumacher wieder los werden möchte, zumal es auch nicht sicher ist, ob die genannten Fahrer schneller wären. Sein Comeback ist zwar nicht sonderlich toll, aber ich bin weiterhin der Meinung, dass man das Jahr 2011 abwarten muss.

Ein tolles Rennen fuhr Nico Hülkenberg, bei dem mir seit einigen Rennen auffällt, dass er immer besser in Schwung kommt. Seine anfängliche Quali-Schwäche hat er offenbar in den Griff bekommen, auch wenn Barrichello hier und da noch ein Zehntel schneller ist. Im Rennen ist konstant unterwegs und macht kaum Fehler. Das er in Monza sich mehrfach verbremste – geschenkt, dass ist Alonso auch passiert und der hatte nicht Webber im Rücken. Ich bin ziemlich sicher, dass Hülkenberg, sollte Williams ein passables Auto 2011 auf die Strecke bringen, noch häufiger auffallen wird. Was man Williams auch zu Gute halte muss: Statt wie sonst in der Saison abzubauen, hat man in diesem Jahr zugelegt. In der Quali boxt man regelmäßig einen Renault oder Mercedes raus und wäre man nicht so schlecht in die Saison gestartet, würde man durchaus Chancen haben um Platz 5 der Team-WM kämpfen zu können. Wenn man weiter so gut unterwegs ist, wird man zumindest Force India noch Platz 6 streitig machen können.

Bei den Indern lief am Wochenende alles schief, Luizzi mit Defekt in der Quali, Sutil drehte sich im Rennen in der ersten Runde und blieb dann später hinter Alguersuari stecken. Das Motto “schnell vergessen” dürfte auch bei Sauber herrschen. Kobayashi hatte vor dem Start schon einen Getriebedefekt, de la Rosa verschwand im Hinterfeld. Allerdings hatten die Schweizer auch schon vorher mit einem schlechten Abschneiden gerechnet.

Am Ende des Tages ist das Ergebnis für die WM perfekt. Der Ausfall von Hamilton hat die Spitze eng zusammengeführt und war ein Segen für Alonso und Vettel. Die sind beide jetzt wieder nur einen Sieg von der WM-Spitze entfernt und Vettel hat die drohende Teamorder zugunsten von Webber auf das nächste Rennen verschoben. Die kommenden Rennen werden also allein vom Setting her genügend Dramatik bringen. Irgendwann wird die Spitze auf zwei oder drei WM-Aspiranten zusammenschmelzen, obwohl es ja auch lustig wäre, wenn in Abu Dhabi noch alle 5 Chancen hätten.

Red Bull hat mit Spa und Monza die “schwachen” Strecken nun hinter sich gelassen. Aber so klar sehe ich sie auf den verbleibenden Kursen nicht in der Favoritenrolle. Zum einen wird man sehen müssen, ob die veränderten Flex-Test der FIA Red Bull nicht doch zu der ein oder anderen Umbaumaßnahme gezwungen hat. Das wird aber frühestens in Suzuka zu sehen sein. Zum anderen schläft McLaren ja nun auch nicht. Was Ferrari angeht, bin ich skeptisch, ich glaube Monza war ein Ausreißer nach oben. Ein kurzer Überblick:

- Singapur: McLaren hat letztes Jahr hier die Pole und den Sieg geholt, es ist also nicht so, dass ihnen die Strecke nicht liegt. Die Strecke ist schwer mit anderen zu vergleichen. Valencia, wo Red Bull dominierte, ist schneller, Ungarn hat mehr schnelle Kurven. Wird sehr eng zwischen McLaren und Red Bull.

- Suzuka: Eindeutig Red Bull Land. Da wird es vermutlich für die anderen Teams nur darum gehen, Schadensbegrenzung zu betreiben.

- Korea: Vom Layout her ebenfalls eher für Red Bull, vor allem die vielen, mittelschnellen Kurven sollten dem Wagen liegen. Wegen der vielen Unwägbarkeiten, vor allem beim Asphalt, kann man hier nichts sagen.

- Brasilien: Nicht so gut für Red Bull, wie man im ersten Moment meinen würde. Es gibt keine richtige schnelle Kurve, die lange Bergaufgerade dürfte dem Mercedes Motor mehr liegen.

- Abu Dhabi: Die beiden langen Geraden sprechen für McLaren und Ferrari, vor allem der letzte Sektor dürfte aber Red Bull gehören.

Oder anders gesagt: Die WM könnte noch einige Wendungen nehmen.

Noch zwei kurze Meldungen aus Monza:

1. Während des Rennens stand ein Krankenwagen in der Box. Grund: Yamamoto war zu früh los gefahren und hatte einen Mechaniker übersehen. Offenbar hatte der Lollipop-Mann auch Mist gebaut. Der Mechaniker ist zwar verletzt, aber wohl soweit ok. Der Vorfall kostet HRT zu dem 20.000 Dollar wegen “unsafe release”.

2. Tony Fernandes hat auf der BBC faktisch bestätigt, dass man 2011 mit Motoren und Getrieben von Renault unterwegs sein wird. Im gleichen Interview kündigte er auch an, ein eigenes GP2 Team unter der Marke “Lotus” für 2011 aufbauen zu wollen. Und man wird ab 2011 den Namen “Team Lotus” verwenden, statt wie bisher den Zwitter “Lotus Racing”. Man hat offenbar die Rechte entweder von der Chapman Familie gekauft oder geleast.
F1_Italien_2010_13 F1_Italien_2010_1 F1_Italien_2010_2 F1_Italien_2010_3 F1_Italien_2010_4 Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Italy Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Italy F1_Italien_2010_7 F1_Italien_2010_8 F1_Italien_2010_9 F1_Italien_2010_10 F1_Italien_2010_11 F1_Italien_2010_12 GP ITALIA F1_2010 F1_Italien_2010_15 F1 Italian Grand Prix - Race F1 Italian Grand Prix - Race F1 Italian Grand Prix - Race F1 Italian Grand Prix - Practice

September 09 2010

15:42

Formel Eins: Vorschau GP Monza 2010

Die schnellste Strecke im Kalender könnte schon die ersten Vorentscheidungen in der WM bringen. Dazu eine Round-up der gestrigen WMSC Entscheidungen.

Monza – seit 1950 werden hier, mit einer Ausnahme, Rennen zur Formel Eins Weltmeisterschaft ausgetragen. Der einzige GP von Italien, der nicht in Monza gefahren wurde, fand 1980 statt, als das Rennen wegen Umbauarbeiten in Monza nach Imola verlegt wurde. Es gibt keinen anderen Formel Eins Kurs, auf dem häufiger ein WM-Rennen stattgefunden hat, als auf dem Autodromo Nazionale Monza. Die Strecke stand schon immer für ihre enorme Geschwindigkeit, vor allem in den 50er Jahren, als man sich dachte, dass die Strecke nicht schnell genug sei und eine weitere, 5km lange Variante baute, die sogar Steilkurven hatte. Der Film “Grand Prix” zeigt die Strecke noch in der alten Form. Heute ist Monza weiter sehr schnell und vor allem sehr gefährlich. Die Auslaufzonen wurden zwar verbreitert, aber an manchen Stellen hat man halt keine, weil der königliche Park, der die Strecke umschliesst, unter Naturschutz steht. Monza ist vor allem eins: Vollgas und Bremsen. Kein Wunder, dass die Red Bull die Fahnen schon mal tief hängen.


Der Red Bull mag zwar schnelle und mittelschnelle Kurven, aber Geraden mag er nicht. Er produziert mit seiner Aerodynamik so viel Abtrieb, dass der eh schon etwas schwächliche Renault ganz ausser Puste kommt. In Spa konnte man schon sehen, wie Vettel regelmäßig auf der langen Kemmel-Geraden verhungerte und selbst dann keine Chance hatte, wenn er direkt im Windschatten einen Konkurrenten lag. Red Bull wird versuchen Schadensbegrenzung zu betreiben, vielleicht ein Podium anvisieren, aber mehr wird wohl nicht drin sein. Für Vettel, der nach seinem desatrösen Rennen in Spa weltweit Kritik einstecken musste, kommt so ein Rennen zu einen ungünstigen Zeitpunkt. Nach Monza folgen noch fünf Rennen und wenn er weiter Punkte auf Webber verliert, wird das Team wohl oder übel eine Entscheidung in Richtung Webber fällen müssen.

Aber nicht nur bei Red Bull ist man nervös. Der größte Druck lastet mit Sicherheit auf Ferrari. Zum einen, weil es der Heim-GP ist und gefühlte 324 Trilliarden Italiener in den Bäumen hängen und Ferrari nach vorne brüllen. Zum anderen hat man gar keine andere Chance, als den Grand Prix zu gewinnen. Und zwar mit Alonso, der nach seinem auch nicht gerade gut verlaufenen Rennen in Belgien die letzte Chance auf den WM-Titel wahren muss. Der Sieg muss her, egal wie. Sollte man in der WM nicht aufholen, hat man schon verkündet sich zu enthaupten die Saison 2010 abzuhaken. Nachdem man schon 2009 frühzeitig die Segel gestrichen hat, wäre das eine selbst für italienische Verhältnisse herbe Ohrfeige. Jedenfalls möchte ich nicht in der Nähe von Luca di Montezemolo sein, sollte der Grand Prix verloren gehen, denn der wirft ja dann gerne mal mit Fernsehern um sich. Allerdings ist da schon die Frage, ob Ferrari überhaupt in der Lage ist McLaren zu gefährden.

McLaren ist klarer Favorit auf den Sieg. Nach der Demonstrationsfahrt von Hamilton erwartet man auch, dass die Briten in Monza dank des Mercedes-Motor das schnellste Auto haben. Aber haben sie das wirklich? Ein Blick auf die Topspeeds aus Spa zeigt erstaunliches. Nicht Hamilton, sondern Massa und Sutil waren die schnellsten in Belgien. McLaren folgt erst auf Platz 5. Also doch Chancen für Ferrari? Die Topspeed-Messung ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen, weil man nicht weiß, wer da wann im Windschatten gehangen hat. Das Hamilton nur fünftschnellster war, spricht eigentlich schon wieder für den McLaren. Jenson Button wird Monza mit gemischten Gefühlen entgegen sehen. Diese Highspeed Strecken sind seine Sache nicht, auf der anderen Seite muss er Hamilton unbedingt schlagen, wenn er in der WM noch etwas erreichen möchte.

Monza ist, obwohl vom Layout eigentlich einfach, eine knifflige Geschichte in Sachen Abstimmung. Sicher, man schraubt alles vom Wagen, was den Luftfluss stören könnte, aber in den Lesmos und der Parabolica braucht man viel Abtrieb. Hier kann man sehr viel Zeit liegen lassen, was aber in der Vergangenheit nicht weiter schlimm war. Weil alle den Heckflügel flach legten, hatten auch alle die gleichen Probleme in den Lesmos. Doch in diesem Jahr ist dank des F-Schachts alles anders. Der sorgt bekanntermaßen dafür, dass der Abtrieb auf den Heckflügel abreisst, der Wagen also schneller wird. Dafür hat man mehr Abtrieb, wenn man in den Kurven unterwegs ist. Die Frage ist halt: Lohnt sich der F-Schacht in Monza?

McLaren hat schon vor Wochen angedeutet, dass man das Ding zu Hause lässt, Renault und Williams waren erstaunt ob der Ansage. Es gibt dabei zwei Ansätze, die in den Simulationen einen Rolle gespielt haben.

1. F-Schacht hin oder her, selbst wenn man ihn auf der Geraden benutzt, steht der Heckflügel immer noch sinnlos im Weg rum und bremst den Wagen. Man erreicht eine größere Endgeschwindigkeit, wenn man den Flügel flach stellt, was den F-Schacht überflüssig macht. Die Zeit, die man in den Kurven verliert, holt man auf der Geraden wieder rein.

2. Au contraire, sagen die Franzosen von Renault und …äääh… die Briten von Williams. Zwar verliert man auf der Geraden leicht an Speed, aber weil man aus den Lesmos, der Variante Ascari und vor allem der Parabolica dank des mehr an Abtrieb schneller rauskommt, gleicht sich das am Ende der Geraden wieder halbwegs aus. Bis der Kollege sich rangesaugt hat, ist die Gerade auch wieder zu Ende. Am Ende könnte der höhere Abtrieb in den Kurven sogar den Zeitvorteil bringen, den man sich wünscht.

Welche Variante nun schneller ist, werden die Teams vermutlich am Freitag ausprobieren, weswegen das freie Training richtig interessant werden dürfte.

Aber neben Ferrari und McLaren muss man wohl auch ein Auge Renault und Force India haben. Die Inder werden mit Sicherheit vorne dabei sein, auch wenn es wohl nicht um ein Podium geht. Renault hat in Spa schon gezeigt, dass der Wagen auf den Geraden sehr, sehr schnell ist und die paar Kurven sollten ihm auch nichts ausmachen. Beide Teams könnten also durchaus in der Lage sein, Red Bull und Mercedes zu ärgern. Obwohl ich mich immer noch wundere, wie diese breite Kiste von Renault auf den Geraden so schnell sein kann.

Von Mercedes sollte man in Italien nicht viel erwarten. Man bastelt zwar immer noch am Chassis rum, aber die Saison ist abgehakt. Allerdings – langsam ist der MGP W01 auf der Geraden nicht und da es halt wenig rechts und links rum geht, fällt das Untersteuern auch nicht so ins Gewicht. Vielleicht ist Schumacher, der die Strecke liebt, ja für eine Überraschung gut.

Von hinten dürfte es ansonsten kaum richtigen Druck geben. Williams ist im Moment “the best of the rest” mit starker Tendenz nach vorne, wenn man sich mittels mieser Strategie nicht wieder selbst ein Bein stellt. Toro Rosso hat den starken Ferrarimotor und wird auch einen F-Schacht mitbringen. Da könnte es wohl einen Sprung nach vorne geben, während Sauber das Rennen schon vorher abgehakt hat. Lotus, Virgin und HRT haben nur die Aufgabe, nicht allzu auffällig im Weg rum zu stehen.

Die Reifen werden in Monza keine große Rolle spielen, Bridgstone bringt Soft/Hard mit, das sollte allen passen. In Sachen Wetter wird man auch keine Überraschungen erleben, es bleibt schön sonnig. Ein Rennen im Regen will in Monza auch keiner. Sicher ist auch: Das Rennen wird kurz. Rubens Barrichello brauchte im letzten Jahr gerade mal 76 Minuten, bis er als Sieger abgewunken wurde.

Noch kurz zu den WMSC Entscheidungen, die wir gestern schon intensiv gecovert hatten:

- Ferrari bleibt zwar nicht ungestraft, da sie schon 100.000 Euro Strafe gezahlt haben, aber die FIA belässt es dabei. Was zu erwartten war, denn mal ehrlich – die ganze Team Order Gesetzgebung ist Müll. Sie ist weder dazu in der Lage, Team Order zu unterbinden, noch hilft sie in der Form den Sport. Die FIA ist sich dem auch klar und will die gesamte Regelung an die Formula One Sporting Working Group weiterreichen, also wird die FOTA ein Wörtchen mitreden. Auf der anderen Seite hat die FIA allen weiteren Teamordern in diesem Jahr Tür und Tor geöffnet. Hätte man nachträglich Alonso eine 5 Sekunden Strafe gegeben, wäre der nun zweiter und Massa hätte den Sieg geerbt. Und man hätte eine wichtige Botschaft an die Teams geschickt: “Wir wissen es, ihr wisst es, also lasst es, sonst Strafe”. Stattdessen sagt man “Uh, echt Teamorder? Also das kostet, wenn das stimmt. Vielleicht. Mal sehen.” Was der WM-Endspurt hoffentlich nicht schaden wird.
Grundsätzlich denke ich, dass man die gesamte Teamorder überdenken muss. Es macht keinen Sinn, sie zu verbieten, da sie eh ausgeführt. Wenn man selbst per Code und Absprache ganze Unfälle in die Wege leitet, wird ein simples “Mach mal langsam” leicht auszuführen sein (es sei denn man heißt Ferrari). Teamorder sind unschön, aber es gibt sie. Man sie ganz offensichtlich – nicht bestrafen, man kann nicht verbieten. Natürlich könnte man die Strafen erhöhen. Wer erwischt wird, hat ein Rennen Pause. Aber das führt nur dazu, dass noch mehr geschummelt wird. Teamorder zu verbieten, ist wie Alkohol zu verbieten. Klappt einfach nicht.

- Der F1 Kalender hat mich vor allem in seiner Länge überrascht. Es gibt drei Doppel-Wochenende (Spanien/Monaco, Deutschland/Ungarn und Japan/Korea) und nur die übliche Sommerpause. Ansonsten geht es vom 13.3 bis zum 27.11 an einem Stück durch. Damit ist der Saisonabschluss sogar später als jener der NASCAR (20.11). Das ist sehr spät, dazu kommen 2011 auch noch die beide zusätzlichen Testtermine in Bahrain. Mit anderen Worten: für die Teams beginnt die Saison im Februar. Daher ist der Saisonabschluss in Brasilien zwar für die Fans nett, für die Teams aber eine weitere Belastung am Saisonende.

- Das die FIA kein neues Team für 2011 zugelassen hat, kommt nicht so überraschend. Euskadi hat kein Geld, bzw. hätte es erst (vielleicht) bekommen, wenn die FIA Zusage da gewesen wäre. Durango mangelt es wohl an Geld und Technik und Stefan GP ha eh keiner ernst genommen. Ecclestone hat auch keine Angst, dass mit HRT ein Team abrauchen könnte, ihm reichen, nach eigenere Aussage, 10 Teams. Ehrlich gesagt ist die Entscheidung richtig. Mehr als drei Teams, die hinterher fahren braucht auch keiner, ein weiteres Team, dessen Finanzierung auf wackeligen Beinen steht, will man nicht haben, weil deren Zusammenbruch das gesamte wirtschaftliche Umfeld mit negativer PR schädigen könnte.

Kurze News:

- Sauber hat Kobayashi wie erwähnt für ein weiteres Jahr unter Vertrag genommen. Pedro de la Rosa wird wohl gehen müssen und, glaubt man den Gerüchten, durch Nick Heidfeld ersetzt. Der sucht a) dringend ein Cockpit und bringt b) jede Menge Erfahrung mit den Pirelli-Reifen mit. Da auch nicht langsamer als de la Rosa sein sollte, ist die Verpflichtung eigentlich ein No-Brainer.

- Lotus würde gerne 2011 mit Motoren von Renault fahren. Angeblich ist man sich handeleinig, wäre da nicht ein langfristiger Deal mit Cosworth, aus dem man sich wohl rauskaufen muss.

- Romain Grosjean, bei Flavio Briatore seinerzeit in Ungnade gefallen, fährt mit nicht wenig Erfolg in einem weniger siegverwönten Team der GP2 und macht wieder auf sich aufmerksam. Er hat jetzt wieder bei Gravity Management angedockt, die zur Renault Familie gehören. Man hört, dass Grosjean evtl. bei einem Deal mit Lotus dort eingesetzt werden soll. Wer bei Lotus ersetzt werden könnte, ist unklar, aber wenn man auf Trulli wetten würde, hätte man vermutlich keine schlechten Chancen.

September 08 2010

05:47

Ferner liefen: Die Newshappen

# Karun Chandok hatte am letzten Wochenende die Ehre, die ersten Runden in einem Formel Eins auf der neuen Strecke in Korea zu drehen. Es wird viel spekuliert, ob man rechtzeitig zum Rennen überhaupt fertig wird, und nach Ansicht des Videos sind die Zweifel nicht gerade kleiner geworden. Wie man sehen kann, fehlt noch mindestens eine Asphaltlage, die Curbs und die gesamte Infrastruktur um die Strecke herum. Tribünen gibt es bisher nur an Start/Ziel. Nun sind Tribünen nicht das Problem, die kann man in einer Woche provisorisch erreichten. Weitaus schlimmer wiegt die Tatsache, dass auch vieles um die Strecke nicht fertig erscheint. Die FIA, die den Abnahmetermin eh schon in einem Verstoss gegen die eigenen Regeln weit nach hinten geschoben hat, will die Strecke nun endgültig um den 22.09 abnehmen. Keine Ahnung, wie so eine Abnahmeprozess aussieht, aber ich vermute mal, die FIA wird sehr oft beide Augen zumachen müssen. Der Kurs selber sieht zwar nicht schlecht aus, Überholmöglichkeiten gibt es aber nur am Ende der langen Geraden. (Don)


# Kamui Kobayashi, der in seiner kurzen F1-Laufbahn immer schon zwei schöne Spitznamen aufgesammelt hat (Kamikazeyashi und Cowboyyashi) wird auch 2011 für Spektakel sorgen. Das unbestritten größte Talent Japans seit Jahrzehnten wird auch weiter bei Sauber an den Start gehen. Wie es mit Pedro de la Rosa weitergeht, ist allerdings völlig unklar. Weder sein Input noch seine Ergebnisse scheinen eine Weiterverpflichtung zwingend erforderlich zu machen. Sponsoren hat er ja nun auch nicht gerade mitgebracht. Die Gerüchteküche vermeldet, dass Nick Heidfeld wieder bei Peter Sauber andocken könnte. (Don)

# Vielleicht kommt es aber auch anders: Peter Sauber wollte nämlich am Wochenende im Gespräch mit formula1.com auch nicht dementieren, dass er mit dem mexikanischen Milliardär Carlos Slim, dem angeblich reichsten Mann der Welt, über einen Sponsorenvertrag verhandelt. Dessen Telekommunikationsunternehmen Telmex unterstützt seit geraumer Zeit zwei große mexikanische Talente: Den zweiten der aktuellen GP2-Wertung, Sergio Pérez und GP3-Überflieger Esteban Gutiérrez. Sollte der Deal tatsächlich zustande kommen, wären die beiden wohl heiße Kandidaten auf das zweite Cockpit. Gutiérrez hat sogar schon einmal für Sauber getestet – als Belohnung für den Formel BMW-Titel 2008. (Vorsicht)

# Die letzten Reifensätze, die Bridgestone in ihrer Eigenschaft als F1-Ausrüster mit an die Strecke nehmen wird, werden wie folgt aussehen:

Italien: Soft & Hard
Singapore: Super Soft & Medium
Japan: Soft & Hard
Korea: Soft & Hard
Brasilien: Super Soft & Medium
Abu Dhabi: Super Soft & Medium

Mutig erscheint vor allem die Wahl für Brasilien. Wenn es da heiß ist, dürften einige Teams schwere Kopfschmerzen bekommen. (Don)

# Die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass sich die FIA wohl entschieden hat, im kommenden Jahr keinem weiteren Formel 1-Team die Starterlaubnis zu erteilen. Demnach habe letztlich keiner der drei Bewerber (Epsilon Euskadi, Villeneuve-Durango und Stefan F1) die notwendige Kombination aus technischen Fähigkeiten und finanzieller Unterstützung präsentieren können. Klarheit wird es vielleicht schon in ein paar Stunden geben, wenn der FIA -Weltrat die Ergebnisse seiner heutigen Sitzung veröffentlicht. (Vorsicht)

# Pirelli wird vermutlich in der GP2 und in der F1 die gleichen Reifenmischungen einsetzen. Wenn sie das machen, dürfte die Nachfrage nach den Daten bei den GP2 Team rasant ansteigen. (Don)

# Wenn man sich das NASCAR-Fahrerfeld so anschaut fällt einem auf, dass es im Sprintcup kaum hispanische, farbige oder weibliche Fahrer gibt. Dies ist anscheinend auch den NASCAR-Offiziellen beim Betrachten der Entry-Lists ins Gedächtnis gerufen worden. Nicht, dass es ein neues Problem wäre, aber man könnte es mal angehen. Die Diskussionen in Charlotte dazu dürften in etwa so ausgesehen haben:

NASCAR-Marketing-Mensch-1: Hey wir haben den Auftrag für mehr hispanische, farbige und weibliche Fahrer in die NASCAR zu sorgen. Allerdings müssen wir das auch gut vermarkten können, denn unsere TV-Ratings sinken, wir brauchen neue Zuschauerschichten.
NASCAR-Marketing-Mensch-2: Das heißt wir brauchen etwas neues, innovatives, marketing-starkes mit dem wir hispanische, farbige und weibliche Fahrer in die NASCAR holen können, mmh. Ich habs wir machen eine TV-Show!
NASCAR-Marketing-Mensch-1: Ja genau und zwar Reality-Tv, eine CASTING SHOW mit hispanischen, farbigen und weiblichen Nachwuchsfahrern!
NASCAR-Marketing-Mensch-2: Super Idee!

Ähm ja oder auch nicht. Das Format “Changing Lines” sieht folgendermaßen aus: 10 farbige, weibliche und hispanische Nachwuchsfahrer aus dem “NASCAR’s Drive for Diversity Programm” treten gegeneinander an, wo sie um 4 Plätze in einem Team konkurrieren. In welcher Serie konnte ich leider nirgendwo finden. Sie leben zusammen in einem Haus und werden einer nachdem anderen eliminiert. Das Grundkonzept dahinter ist die Hoffnung, dass so Sponsoren auf die Talente aufmerksam werden und sie unterstützen. Ausgestrahlt wird das Format übrigens nicht auf ESPN, Versus oder einem anderen Sports Network sondern auf dem Sender BET. BET steht für Black Entertainement Television und ist hauptsächlich ein Musiksender für afro-amerikanische Bevölkerungsgruppen in den USA. Ich bezweifel stark, dass dieses Konzept aufgeht.Quelle</a> . (Link gefunden bei <a href=" http:="" plugins="" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">www.allesaussersport.de) (Chaos)

# Freude bei Traditionalisten: 2011 werden die Indycars wieder auf der Milwaukee Mile Station machen. Wie die Autoweek recherchiert hat, wird der Deal wohl am kommenden Freitag bei der Präsentation des neuen IRL-Kalenders bekannt gegeben. Vermutlich werden dabei nur 16 der 17 geplanten Rennen vorgestellt: Wo das Saisonfinale stattfinden soll, ist nämlich noch unklar – CEO Randy Bernard verhandelt seit geraumer Zeit mit Las Vegas, als Ausweichmöglichkeit würde sich aber auch Fontana anbieten. Die sonstigen Änderungen am Kalender: Watkins Glen, Chicagoland, Kansas und Homestead fliegen raus. Baltimore, New Hamshire, Milwaukee sowie das angesprochene Saisonfinale sind dafür neu dabei. (Vorsicht)

# Die Kollegen von den TouringCarTimes berichten, dass SEAT 2011 wieder werksseitig in der WTCC einsteigen könnte. Als Antrieb würde dabei ein 1.6 Liter Turbomotor fungieren – und zwar der gleiche, den auch Schwestermarke Skoda in der IRC einzusetzen gedenkt. Wie von Don schon erwähnt, hat auch BMW in Oschersleben bestätigt, dass man den Kundenteams im kommenden Jahr einen 1.6 Liter Turbo samt Umbau-Kits bereitstellen wird. Noch nicht entschieden ist dagegen, ob die Münchner im kommenden Jahr auch ein Werksteam an der Start bringen werden. (Vorsicht)

# Wegen der Motorenumstellung soll es für die Teams im kommenden Jahr etwas mehr Vorbereitungszeit geben, als sonst: Wie motorsport-total.com in Erfahrung gebracht hat, wird die Saison 2011 erst am 20. März in Brasilien beginnen. Danach folgt Argentinien und der Beginn der Europa-Tournee. Marrakesch ist im Juni geplant, auch Oschersleben behält sein Rennen. Neu: Aller Wahrscheinlichkeit wird der drittletzte Lauf der Saison am Guandong International Circuit in China ausgetragen, bevor es dann weiter nach Japan (Suzuka) und zum traditionellen WM-Abschluss in Macao geht. (Vorsicht)

September 01 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

# Der GP von Korea hängt immer noch ziemlich in der Schwebe. Zwar soll diese Woche Karun Chandhok eine Testrunde mit einem Red Bull Auto auf der Strecke drehen, Quellen von der FIA sprechen aber gegenüber Adam Cooper davon, dass diese geplante Veranstaltung ihnen nicht vorstellbar erscheint. Auch die Veranstalter haben sich Anfang der Woche mal wieder zu Wort gemeldet, mit der freudigen Meldung, dass die Strecke nun “zu 90% fertig gestellt” sei – was man darunter zu verstehen hat, wird allerdings nicht erklärt. Außerdem wurden ein paar Fotos veröffentlicht, die den Baufortschritt belegen sollen. Dass es sich dabei lediglich um Bildern von Gebäuden, nicht aber von der Strecke selbst handelt, stimmt allerdings nicht gerade zuversichtlich. Klar verpasst hat das “Korea International Circuit” jedenfalls die Frist von 90 Tagen vor dem Rennen, die die FIA an sich bei neuen Strecke für die finale Inspektion vorschriebt. Sollte das Rennen nicht stattfinden können, steht jedenfalls auch die Ausgabe von 2011 auf dem Spiel – denn die Regeln der FIA besagen, dass auch Rennstrecken, die kurzfristig Rennen absagen aus Strafgründen auch im folgenden Jahr nicht gefahren werden darf. [Vorsicht]


# Sollte es mit Korea in Folge gar nichts mehr werden, steht jedenfalls schon ein weiterer potentieller Austragungsort vor der Tür: Bulgarien. Die lokale Tageszeitung Standart News soll wohl berichtet haben, dass sich das Land mit den Besitzern der Strecke in Abu Dhabi auf ein Abkommen geeinigt habe. Demnach soll der bulgarische Staat ein Stück Land auf dem Gebiet eines ehemaligen Militärflugplatzes zur Verfügung stellen, auf der die Abu Dhabi-Betreiberfirma dann eine Strecke bauen würden. Bereits 2012, spätestens aber 2013 könnte demnach schon der erste GP stattfinden, der das motorsportnahe Image Bulgariens mit der Streckenbaukunst Abu Dhabis vereint. [Vorsicht]

# Nach den starken Beschränkungen der vergangenen Jahr gab es bei der FOTA Diskussionen, den Formel 1-Teams im kommenden Jahr wieder etwas mehr Testfahrten erlauben. Präsident Martin Whitmarsh wurde dahingehend zitiert, dass man sich wohl auf sechs Testsessions im kommenden Winter geeinigt hat. Bei zwei davon handelt es sich um den Young Driver Test sowie den Pirelli-Test, die beide zum Ende dieser Saison über die Bühne gehen sollen, einer weiterer Test sollte demnach unmittelbar vor Beginn der Saison 2011 in Bahrain stattfinden.  Autosport meldet dementgegen allerdings, dass alles beim Alten bleiben soll: 15 Testtage an vier verschiedenen Terminen. Kleine Änderung: Der letzte Testtermin soll wohl tatsächlich vor dem Rennen an der Strecke in Bahrain stattfinden. [Vorsicht]

# Lucas di Grassi scheint bei Virgin nicht sooo schlecht zu verdienen. Er hat sich gerade in das GP3 Team von Addax eingekauft. [Don]

# Es ist ein japanischer Trailer des kommenden Films über Ayrton Senna aufgetaucht. Warum erst auf japanisch? Senna wird in Japan weiterhin wie ein Halbgott verehrt, der Film scheint dort auch zu erst zu starten. (Via NobleF1) [Don]

# Der unzerstörbare Paul Tracy kehrt wieder in die Indycar Series zurück, und zwar im Dreyer & Reinbold-Auto des leider nicht unzerstörbaren Mike Conway. Wie indycar.com meldet, gilt der Vertrag für die kommenden beiden Rennen in Kentuky und Motegi – zum Saisonfinale könnte demnach vielleicht Conway wieder sein Comeback feiern. [Vorsicht]

# Die ADAC GT Masters werden auch 2011 live auf Kabel 1 übertragen. Wie aus einer am Wochenende veröffentlichen Pressemeldung hervorgeht, gibt es auch bereits einen provisorischen Kalender für die Deutsche Sportwagen-Serie. Dieser umfasst acht Rennen – eines mehr, als in dieser Saison. Neu sind zwei zusätzliche Auslandsauftritte in Zolder sowie am renovierten Österreich-Ring – weichen musste dafür der zweite Auftritt Oschersleben. [Vorsicht]

# Die ALMS hatte geplant, im nächsten Jahr ein Rennen auf einem Stadtkurs in Oklahoma City zu fahren. Das wird aber nicht passieren, die Stadtverwaltung hat sich dagegen entschieden. [Don]

# Rästelraten um den nächstjährigen Sponsor von Jeff Gordon. Sein bisheriger Geldgeber, Dupont, der seit 1994 dabei ist, schränkt sein Engagement ab 2011 etwas ein und sponsort nur noch wenige Rennen. Stattdessen sollte, so die Gerüchteküche, Walmart einsteigen. Der Einzelhandelsgigant bastelt seit ein paar Jahren an einem neuen Image. Weg vom Ausbeuter/Billigheimer, hin zu etwas mehr Qualität. Die Ehe NASCAR/Walmart würde eigentlich gut passen, aber offenbar wird die erst einmal nicht zu Stande kommen. Laut Jayski hat Walmart ein Sponsoring der #24 abgelehnt. [Don]

# Die DTM hat mal wieder eine Idee, die einen fassungslos macht. Die dazu gehörige Pressemitteilung ist… ach, lest einfach selbst: ” [...] Der neunte DTM-Lauf auf dem Hockenheimring am 17. Oktober wird auf einer um ca. 20 Prozent gekürzten Streckenvariante ausgetragen. Eigens dafür werden die Rennstrecken-Verantwortlichen den notwendigen Umbau vor der Mercedes-Benz-Tribüne in die Wege leiten und vom DMSB abnehmen lassen. Die Spitzkehre des GP-Kurses wird in der modifizierten Variante ausgelassen, dafür werden die DTM-Fahrzeuge knapp 400 Meter vorher in der Parabolika zwei Mal scharf nach rechts in Richtung Motodrom abbiegen. [...] Eine 20 Prozent kürzere Strecke bedeutet für die Fans auch mehr Action. Durch das veränderte Layout kommen die DTM-Piloten in ihren Boliden auch rund 20 Prozent häufiger an den Fans vorbei und haben somit öfter die Möglichkeit, die Konkurrenten vor der neugestalteten Doppelkurve auszubremsen.” Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Verkürzung die Überholmanöver noch mehr reduzieren wird, weil man auf dem kurzen Stück der Geraden keine Möglichkeit mehr hat, sich anzusagen. Aber – hey – 20% mehr Runden! [Don]

# Heute vor genau 25 Jahren verstarb Stefan Bellof bei seinem schrecklichen Unfall in Spa. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, dass ich die Meldung von seinem Tod im Radio hörte und vollkommen schockiert war. Erst Manfred Winkelhock, dann Stefan Bellof. Es war das “schwarze Jahr” des deutschen Motorsport, nachdem zwei Jahre zuvor auch schon Rolf Stommelen verstorben war. Winkelhocks Tod war schon ein schwerer Schlag, aber die Meldung von Bellof riss vielen Fans den Boden unter den Füssen weg. Er galt als das Talent in Deutschland, einer, der er es nach Graf Berghe von Trips in der Formel Eins endlich wieder ganz nach vorne bringen würde. Seine beiden Jahren bei Tyrell (1984 und 85) waren eher zäh, aber in dem wirklich schlechten Chassis zeigte er immer, was er drauf hatte. Unvergessen sein Wahnsinnsrennen 1984 in Monte Carlo, als er im strömenden Regen auf Platz 3 landete (Dieses und alle anderen Resultate wurden Tyrell am Ende der Saison aberkannt, weil man mit dem Gewicht getrickst hatte). Die 85er Saison lief auch gut, ein vierter Platz in Detroit war dabei, und das noch mit einem Saugmotor. Angeblich hatte Ferrari Interesse daran, den Deutschen für die Saison 1986 zu verpflichten. Weil er bei Tyrell nichts verdiente und weil er dazu Lust hatte, startete er nebenbei in der Sportwagenweltmeisterschaft. Es gibt eine ganz interessante Doku, die neulich im Hessischen Rundfunk lief. Die ist noch ein paar Tage in der Mediathek abrufbar. Dazu unten den Sonntag (29.8.) auswählen und dann die Bellof Doku. [Don]

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