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December 30 2013

07:00

Best of 2013 – Sebastian

Zum Jahreswechsel schauen die Racingblog-Autoren auf das vergangene Jahr zurück und stellen ihre persönlichen Highlights und Enttäuschungen zusammen.

Wie wohl vielen andere auch, wird mir das Motorsportjahr 2013 mit gemischten Gefühlen in Erinnerung bleiben. Tollen Rennen standen schlimme Unfälle mit tragischem Ausgang gegenüber. Und gut anzusehender Sport wird zunehmend überschattet von politischen Entscheidungen und dem steigenden finanziellen Druck mit dem viele Teams in verschiedensten Serien zu kämpfen haben. Die Formel 1 ist hier nur das prominenteste Beispiel.

Bestes Rennen
Um hierzu eine Entscheidung fällen zu können, urteile ich einfach mal höchst parteiisch und rein subjektiv. Meine beiden besten Rennen 2013 waren die BTCC-Läufe in Knockhill und das Saisonfinale in Brands Hatch. Und das nicht, weil es in der an Spannung ja ohnehin nicht gerade armen BTCC-Saison bei diesen beiden Rennen besonders unterhaltsam zuging, sondern ganz einfach, weil das meine ersten beiden BTCC-Rennen waren, die ich vor Ort live besuchen konnte.

Kurz gefasst: Es waren tolle Tage mit Motorsport zum Anfassen in entspannter Atmosphäre. Insbesondere Knockhill war hier eine ganz besondere Erfahrung. Im Paddock geht man auf Tuchfühlung mit Fahrern und Teams und die knackig kurze Strecke bietet viele tolle Stellen, um echtes Racing vom Streckenrand aus zu erleben. So eine Atmosphäre kenne ich eigentlich sonst nur aus der VLN – und da ist das in der Form eigentlich auch schon ein paar Jahre her.

Brands Hatch im Oktober lebte dann vor allem davon, dass hier die Meisterschaftsentscheidung in einem spannenden Finish fiel – und vom Regen, der am Rennsonntag keine einzige Pause einlegte. Meine Schuhe waren abends so aufgeweicht und verschlammt, dass ich sie direkt entsorgen konnte. Mit welchem Herz die britischen Fans aber trotz des miesen Wetters dabei sind und ohne ein einziges Dach zum Unterstellen an der Strecke ausharren, ist bemerkenswert und Racing pur.

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Bestes Finish
Hier muss ich irgendwie an die letzten Runden der V8 Supercars in Pukekohe denken. Mark Winterbottom folgte Jamie Whincup wie ein Schatten und man konnte kaum erwarten, wann der Ford-Pilot den finalen Angriff setzen würde. Dass die Sache dann in einer Kollision endete ist zwar nicht so schön – insgesamt ist dieser klassische Kampf Fahrer gegen Fahrer aber ein Beispiel dafür, was die Faszination Motorsport ausmacht. Und die mit einer riesigen Begeisterung begleitenden australischen Kommentatoren verliehen der ganzen Situation noch das i-Tüpfelchen.

Vielleicht also nicht wirklich das allerbeste Finish, das es im letzten Jahr gab. Für mich aber in schöner Erinnerung.

Bester Fahrer
hi_10468_7785In dieser Kategorie bleibe ich meinem Steckenpferd BTCC treu. Auch wenn die Leistungen so mancher Fahrer im letzten Jahr beeindruckend waren – Sebastian Vettel, Jimmie Johnson, Yvan Muller oder Mike Rockenfeller wären hier u.a. zu nennen – gebührt der Titel „Bester Fahrer“ doch dem BTCC-Champion Andrew Jordan. Die Werksmannschaften von Honda und MG und so arrivierte Namen wie Matt Neal, Gordon Shedden, Jason Plato und Colin Turkington hat der Eurotech-Pilot in die Schranken gewiesen und ist definitiv ein verdienter Meister. Keiner kann den BTCC-Honda Civic auf eine Runde so schnell um einen Kurs prügeln wie der Engländer und das, was ihm in den letzten Jahren oft fehlte, zeigte er in der zurückliegenden Saison mit Bravour: Eine eindrucksvolle Konstanz gepaart mit intelligenter Fahrweise über die gesamte Saison hinweg.

Bestes Team
Hier komme ich nicht um Red Bull herum. Vettels Leistung in der zweiten Saisonhälfte war sicherlich makellos, aber ohne die Weiterentwicklung, die Red Bull über die Sommerpause am RB9 betrieben hat, wäre die Titelverteidigung nicht so leicht möglich gewesen. Was auch immer da entwickelt wurde und ob es nun legal war oder nicht (Stichwort versteckte Traktionskontrolle?) hat den Ausschlag gegeben. Und neben Vettels fehlerfrier Leistung agierte auch das Team meist makellos und höchst professionell. Einzig getrübt haben die teaminterne Querelen zwischen den Fahrern und die vergleichsweise durchwachsene Leistung von Mark Webber. Ob der Australier aber nun teamintern tatsächlich benachteiligt wurde, lässt sich nicht sagen und daher ist Red Bull das Team des Jahres.

Feinde/Duell des Jahres
Kimi gegen Lotus, Lotus gegen Kimi. Das Jahr hatte mit dem Auftaktsieg beim Australien GP so verheißungsvoll angefangen – am Ende war es dann eine zerrüttete Ehe die in der Scheidung zwei Rennen vor Saisonende mündete.

Szene des Jahres
Der Moment als Matias Ekströms Vater seinem Sohn nach dessen Sieg an der Nürnberger Noris eine Flasche Wasser in den Overall goss. Ob nun aus freudigem Überschwang, wie die einen sagen, oder mit absichtlichem Kalkül, wie die anderen sagen – diese Szene läutete eine der bizarrsten Diskussionen ein, die ich im Motorsport erlebt habe. Klar, Reglement ist Reglement und da steht drin, dass nach der Zieldurchfahrt Parc Ferme-Bestimmung herrscht und am Auto und am Fahrer bis zur Waage nichts manipuliert werden darf. Aber die Art und Weise wie hier im Einzelnen um möglicherweise nachträglich hinzugefügtes Gewicht argumentiert und gestritten wurde war (leider) mal wieder so typisch unrühmlich für die DTM und hat unterm Strich dem Sport nur geschadet. Und die im Nachhinein am grünen Tisch getroffene Entscheidung, Ekström zu disqualifizieren aber auch keinen neuen Sieger zu küren, setze dem Fass noch die Krone auf. Das traurigste daran: Das Norisring-Rennen war bis dato eines der besten, das ich seit langem in der DTM gesehen hatte.

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Schönster Moment des Jahres
Als mir beim Betreten des Paddock in Knockhill Jason Plato mit Kaffee, Kippe und Handy am Ohr entgegenkam.

 

 

 

Überraschung des Jahres
Hier fällt mir doch noch was Positives zur DTM ein. Mal ehrlich, mit einem Champion Mike Rockenfeller hatte man vor der Saison nicht wirklich gerechnet, oder? Dabei ist für mich nicht nur überraschend, dass der sympathische Audi-Pilot den Titel holen konnte, sondern auch in welch cooler und souveräner Art und Weise. Und das alles rund zwei Jahre nach seinem schweren Le Mans-Unfall. Toll gemacht, Rocky!

Weitere positive Überraschung aus der DTM, die ich nicht unerwähnt lassen möchte: Timo Glock, der sich nach anfänglichen Schwierigkeiten super eingefunden hat und seine Debütsaison mit einem Sieg krönen konnte. Da haben wir schon ganz andere ehemalige F1-Piloten in der DTM erleben dürfen, die sich deutlich schlechter verkauft haben …

Enttäuschung des Jahres
Da war leider so einiges. McLaren, die Mercedes-Performance in der DTM, die ARD-Berichterstattung über die DTM, das Hick Hack um den Nürburgring, das Fehlen so mancher angekündigter Autos in der BTCC usw.

Aber für mich ganz persönlich war es leider Le Mans. Nicht etwa weil das Rennen schlecht war, sondern wegen dem Tod von Allan Simonsen. Ich hatte mich riesig auf das Le Mans-Wochenende gefreut, auf das verheißungsvolle Duell Audi gegen Toyota, auf die neue Ausgabe des größten Autorennens der Welt. Mit dem Tod von Alan Simonsen war um 18:00 Uhr dann schlagartig die Luft raus. Wie kann man Leitplanken direkt vor einen Baum stellen?! An so einer Stelle, bei so einem Rennen?!

Langweiligstes Rennen
Leider viele Rennen in F1 und DTM.

Racecontrol-Moment des Jahres
Eindeutig der Geländewagen, der beim GP von Südkorea auf einmal über die Gegengerade „bretterte“.

Spruch des Jahres
Sebastian Vettel nach dem Singapur GP über die Dominanz von Red Bull:

„Wenn andere die Eier in den Pool hängen lassen am frühen Freitag, arbeiten wir immer noch hart für ein starkes Rennen.“

Und vielleicht noch besser Nico Rosbergs Reaktion darauf:

“Er sollte sich weniger Gedanken machen über meine Eier und mehr auf sich selbst gucken.”

Glückspilz des Jahres
Fahrer und Streckenmarschall bei diesem Rennen zur Ferrari Challenge in Suzuka. Beide kamen mit dem Leben davon, was angesichts der Bilder mehr als ein Wunder ist.

Wünsche für 2014
Ich wünsche mir vor allem, dass die Formel 1 von den Regeländerungen profitiert und wir am Ende von 2014 noch immer elf Teams beisammen haben.
Ähnliches lässt sich auch für die WTCC wünschen.
Ansonsten hoffe ich auf viele spannende Rennen ohne verletzte oder gar tote Fahrer, Streckenmarschalls und Zuschauer.

 

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October 21 2013

06:25

DTM: Analyse Hockenheim II 2013 – Regenglück

Jede Menge Regen sorgte für ein interessantes Rennen, dass aber über die gesamte Zeit von BMW dominiert wurde. Nur ein Mercedes sorgte dafür, dass BMW das Podium nicht komplett belegen konnte.

Motorsports / DTM 10. race HockenheimSchon in der Qualifikation zeigte sich, dass der Sieg nur über einen BMW führen würde. Spengler, Werner, Priaulx und Glock machten Q4 in dieser Reihenfolge unter sich aus. Molina lag im besten Audi auf P5, der beste Mercedes war mit Robert Wickens gar erst auf P13 zu finden. Das sah also nach einer eindeutigen Sache für die Münchner aus, die ja immerhin noch die Möglichkeit hatten, den Markentitel zu verteidigen. Aber am Renntag schüttete es wie aus Eimern. Die Strecke stand teilweise unter Wasser, aber die Rennkommissare entschlossen sich dennoch für einen regulären Start.

Bruno Spengler konnte seine Pole nutzen und genoss die gischtfreie Sicht nach vorne. Dahinter wurde es dann erwartungsgemäß eng. Glock kam nur schleppend los und musste unter anderem Farfus passieren lassen, der von P10 kam. Auf der Anfahrt zu Kurve 2 wurde es dann eng und ausgerechnet zwei BMW gerieten aneinander. Glock hatte innen zu spät gebremst und schoss dabei dann Farfus ab, der wiederum fast Rockenfeller mit ins Verderben riss. Für Farfus war das Rennen dann mehr oder weniger gelaufen. Der Sieger des letzten Rennens konnte zwar weiterfahren, spielte im Rennen aber keine Rolle mehr. Auch für Rocky ging danach nicht mehr viel nach vorne, weil seine Spurstange einen Schlag bekommen hatte und der Wagen nur noch bedingt gut lief. Timo Glock hatte dagegen viel Glück. Zum einen blieb sein BMW unbeschädigt, zum anderen konnte er sich in dem Trubel wieder auf P4 schieben. Ein paar Runden später lag er dann hinter Spengler und Werner, den er im ersten Drittel des Rennens dann auch noch überholen konnte, auf P3.

Vorne tat sich nicht viel, dafür passierte im Mittelfeld umso mehr. Es gab jede Menge Positionsverschiebungen und Überholmanöver, die nicht immer ohne Materialaustausch vonstatten gingen. Die Rennleitung blieb aber, im Gegensatz zu früheren Jahren, entspannt und ließ die Fahrer gewähren. Nur wenn es zu arg wurde, wie in dem Fall, als Juncadella dem vor ihm liegenden Ekström abschoss, griff man ein.

Die heimlichen Hauptdarsteller des Rennens waren aber die Regenreifen. Offensichtlich hatten die Teams aufgrund der niedrigen Temperaturen unterschiedliche Ansichten, was den Reifendruck anging. Einige gingen mit einem etwas höheren Druck ins Rennen, was die Reifen zwar schnell auf Temperatur brachte, dafür aber die Stintlänge verkürzte. Andere, unter anderem auch das Team von Timo Glock, entschieden sich für etwas weniger Luft in den Reifen. So dauerte es ein paar Runden, bis Glock richtig in Schwung kam, dafür hielten seine Reifen dann erstaunlich lange.

Ein Verlierer des Luft-Pokers war Bruno Spengler, der wegen abbauender Reifen früher an die Box kommen musste. Gegen Ende seines Stints nahm ihm Glock richtig viel Zeit ab und reduzierte den Abstand von sechs auf zwei Sekunden. Spengler kam rein, fiel dadurch ins Mittelfeld zurück und verlor dort etwas Zeit. Gleichzeitig konnte Glock vorne weiter seine guten Rundenzeiten beibehalten und dementsprechend seinen Vorsprung ausbauen. Dabei war die Idee eines frühen Stopps gar nicht mal so schlecht, wenn man denn den richtigen Reifendruck finden konnte.

Ungemach drohte allerdings aus dem Mercedes-Lager. Die Stuttgarter waren im Regen teilweise etwas besser aufgestellt, auch wenn keiner der Toppiloten vorne eingreifen konnte. Dafür lieferte etwas überraschend Roberto Mehri ein sensationelles Rennen ab. Vom letzten Platz gestartet erwischte man ihn auch noch bei einem Frühstart. Weil aber in den ersten Runden noch viel Wasser auf der Piste stand und die Rundenzeiten dementsprechend schlecht waren, verlor Mehri bei seiner Durchfahrtsstrafe nicht allzu viel Zeit. Er startete dann eine furiose Aufholjagd, wobei die Strategie seines Teams vorsah, dass Mehri einfach alles aus den Regenreifen rausholen sollte. Zwei etwas frühere Stopps, eine grandiose Fahrt und einige sehenswerte Überholmanöver später fand sich Mehri in Reichweite der Podiumsplätze.

Dass es am Ende nicht für den Sieg reichte, lag an den etwas früheren Stopps und daran, dass der zweite kurze Stint vor dem letzten Reifenwechsel nicht gut lief. Auch hier war der Reifendruck Schuld. Zwar kam Glock bei seinem letzten Stopp hinter Mehri auf die Strecke, dafür hatte er aber nagelneue Regenreifen. Nachdem diese nach zwei Runden auf Temperatur waren, ging Timo Glock relativ einfach an Roberto Mehri vorbei und fuhr einen Vorsprung raus, der bis ins Ziel reichen sollte.

Dass Glock am Ende gewinnen konnte, war etwas überraschend, aber in den letzten Rennen konnte man den Aufwärtstrend des Deutschen schon beobachten. Interessant war seine Aussage nach dem Rennen, dass er mit seinem Ingenieur endlich mal was ausprobieren konnte. Da klingt durch, was in der DTM wegen der fehlenden Trainingszeit Normalität ist. Die Teams haben ein Grundsetup, an dem der Fahrer meist nicht mehr allzu viel verändern kann. Offenbar hat BMW für die letzten Rennen MTEK freie Hand gegeben, Glock bestätigte, dass er seit drei Rennen mit dem Wagen besser klarkommt.

Der Sieg von Glock bedeutete auch, dass BMW den Markentitel verteidigen konnte. Und das recht deutlich mit 369 zu 347 Punkten vor Audi. In der Teammeisterschaft konnte sich Phoenix durchsetzen, weil Miguel Molina sein bestes Resultat des Jahres holte und RBM mit Farfus und Hand keinen einzigen Punkt holen konnten.

Alle Meisterschaftsstände gibt es hier.

Das war es dann mit der DTM für 2013, die eine gute Saison abgeliefert hat. Sieht man mal von der Farce vom Norisring ab und vergisst man die teilweise unterirdischen Vorberichte der ARD, hat die DTM in diesem Jahr durchaus etwas an Profil gewonnen. Für Audi hat sich der Umstieg auf den RS5 gelohnt, BMW zeigte erneut eine starke Leistung. Mercedes wird froh sein, dass die Saison vorbei ist. In der Markenwertung fehlen Mercedes knapp 100 Punkte auf BMW, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass man nur mit sechs Wagen unterwegs war.

Wie üblich macht die DTM nun eine lange Pause. Erst am 04. Mai 2014 wird es mit dem ersten Rennen in Hockenheim weitergehen.

DTM_Finale_2013 00003 DTM_Finale_2013 00002 DTM_Finale_2013 00001
DTM-Start 22 Timo Glock (D), BMW Team MTEK, BMW M3 DTM 4 Roberto Merhi (E), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé 3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé

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September 29 2013

17:12

DTM: Analyse Zandvoort 2013 – Rocky rockt

Viel Spannung und viel Taktik bestimmten das vermutlich letzte Rennen der DTM in Zandvoort. Und am Ende sah man einen Sieger, der doch verloren hat.

Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, 9. race at ZandvoortAlles richtig gemacht, und doch verloren. Augusto Farfus und BMW waren in den holländischen Dünen nicht zu schlagen. Doch der Sieg half dem Brasilianer am Ende nicht, denn Mike Rockenfeller war ebenfalls gut unterwegs und konnte mit einem zweiten Platz seinen ersten DTM-Titel sichern. Dabei hatte das Rennen für Rocky auf den ersten Blick gar nicht mal so gut angefangen. Von P3 aus gestartet sah es für einen Moment so aus, als habe Rockenfeller einen Frühstart hingelegt. Er schoss als erster los, schien sogar für einen Moment noch mal auf die Bremse zu gehen um nicht los zu fahren bevor die Lichter ausgingen. Aber die Kameras lösten das Rätsel dann doch auf. Rockenfeller war einfach sensationell gut gestartet und praktisch perfekt losgefahren. Ob das allerdings so geplant war?

Die DTM-Piloten halten das Auto am Start unter Vorspannung. Das heißt, sie legen den ersten Gang ein, drehen den Motor auf ca. 6000 U/min hoch, lassen die Kupplung am Druckpunkt schleifen und stehen auf der Bremse. Es kann passieren, dass die Kupplung in dem Moment auch mal schneller nachgibt, als man das gewohnt ist. Das würde das kurze Zucken von Rockenfeller am Start erklären. Vielleicht war es aber auch einfach ein perfekter Start. Die Rennkommissare sahen jedenfalls kein Vergehen.

Vorne stürmte Farfus weg, Marco Wittmann, der die Pole geholt hatte, versuchte Rockefeller abzublocken. Doch der war auf den weichen Reifen unterwegs und ließ den Nachwuchspiloten schnell hinter sich. Danach holte der Audi-Mann Runde um Runde auf Farfus auf und hing ihm am Ende des ersten Stints im Getriebe. Vorbei kam Rocky aber nicht, er machte es sich hinter Farfus gemütlich und setzte den Brasilianer unter Druck. Mehr musste er auch nicht machen, der zweite Platz reichte für die Meisterschaft. BMW entschied sich, etwas überraschend, Farfus an die Box zu holen. Überraschend deswegen, weil Farfus ja vor Rockenfeller lag und ihn ein wenig aufhielt. Das gab Wittmann die Möglichkeit wieder etwas aufzuholen, was wiederum Rockenfeller unter Druck setzen konnte. Zudem war BMW klar, dass man gebrauchte harte Reifen aufziehen musste, da man den letzten neuen Satz für den letzten Wechsel aufsparen wollte. Farfus kam eine Runde vor Rocky an die Box, der wiederum versuchte eine schnelle Runde hinzulegen. Das reichte aber nicht, um Farfus unter Druck zu setzen.

Die Phoenix-Mannschaft hatte Farfus auch nicht im Blick, sondern Wittmann, der Rockenfeller den zweiten Platz hätte streitig machen können. Die dadurch etwas defensivere Strategie führte dazu, dass man Farfus ziehen ließ. Was auch daran lag, dass Rockenfeller im zweiten Stint nicht so gut mit seinen Reifen klar kam. BMW nutzte die Gelegenheit, und holte Wittmann wieder etwas näher ran, aber trotz der Reifenprobleme von Rockenfeller konnte Wittmann nicht profitieren. Im Gegenteil – er verlor Zeit und hatte plötzlich Timo Scheider im Kreuz.

Es hing also alles vom letzten Boxenstopp ab. Farfus war durch, sein Abstand war eh zu groß. Aber zwischen Rockenfeller, Wittmann und Scheider wurde es beim letzten Stopp sehr eng. Rockenfeller kam zuerst, dann Wittman, der aber hinter Rocky auf die Strecke kam. Als letzter kam Scheider an die Box und konnte etwas überraschend vor den beiden Kampfhähnen um P2 auf die Strecke kommen. Was dann dazu führte, dass sein Team ihm innerhalb einer Runde mehrfach mitteilte, dass da hinter ihm ein “schnellerer Audi” auf der Strecke sei. Die Nervosität war offenbar sehr groß bei Audi, sonst hätte man sich knapp 17 Runden vor Schluss sich mit dem “Überholmanöver” auch etwas Zeit lassen können. Denn Wittmann konnte Rockenfeller nicht unter Druck setzen. Scheider fügte sich dann, ließ Rocky vor und schirmte ihn nach hinten ab. Allerdings galt auch hier, dass Wittmann nicht die Mittel hatte, um beide Audi unter Druck zu setzen.

Eng wurde es dann noch einmal wenige Runden vor Schluss, als Jamie Green in einem merkwürdigen Manöver Dirk Werner abschoss. Der Audi stellte sich beim Anbremsen quer, was an den Bodenwellen in der Anbremszone gelegen haben könnte. Werner steckte im Kies fest und ein übereifriger Streckenposten löste von Außen auch noch den Feuerlöscher aus. Was die Bergung des Fahrzeugs verzögerte und man gleichzeitig den hustenden Werner auch noch abtransportieren wollte. In der letzten Runde ging es dann noch mal mit Renntempo los, vorne änderte sich nichts mehr. Nur Ekström schnitt auf weichen Reifen durchs Feld, kassierte zwei Audi-Kollegen und in der vorletzten Kurve auch noch Marco Wittmann. Aber da waren Rennen und Meisterschaft sowieso erledigt.

NAch dem Rennen kartete BMW Motorsportchef Jens Marquardt etwas unschön nach, als er meinte, dass man den Start und die Situation zwischen Green und Werner noch untersuchen würde. Mag ja sein, dass man noch berechtigte Bedenken wegen es Starts hatte, aber eine, wenn auch aus BMW-Sicht, vorläufige Gratulation wäre sicher auch eine faire Geste gewesen.

Mike Rockenfeller ist ein verdienter DTM-Meister, er hat sich den Titel redlich verdient. Nicht nur, weil er in jedem Rennen Punkte holen konnte, er war auch der einzige, der sich permanent vorne halten konnten. Während seine Konkurrenten mit technischen Problemen zu kämpfen hatten, oder mit unregelmäßigen Rennergebnissen haderten, blieben das Phoenix-Team und Rockenfeller besonnen, ruhig und vor allem an der Spitze. Selbst wenn es mal in der Quali nicht so gut lief, wie am Nürburgring, gelang dem Team über die Strategie und die sehr gute Rennperformance von Rockenfeller ein vordere Platzierung oder sogar einen Sieg.

Für Rockenfeller ist die Meisterschaft etwas ganz Besonderes. Nach seinem Horror-Crash 2011 in Le Mans, als er mit über 300 km/h in die Leitplanken einschlug und monatelang mit den Folgen zu kämpfen hatte, erholte er sich 2012 wieder und legte 2013 eine fanstastiche Saison hin. Egal ob Spengler, Farfus, Vietoris oder Paffett – er konnte sie mit seiner Konstanz in Schach halten und am Ende auch vor dem letzten Rennen schon die Meisterschaft für sich entscheiden.

Das letzte Rennen in Hockenheim ist allerdings kein Showlauf. In Sachen Team- und Herstellerwertung ist die Sache noch sehr offen. In der Teamwertung sieht es so aus:

Audi Sport Team Phoenix – 151 Punkte
BMW-Team-RBM – 148 Punkte
STIHL / AMG Mercedes – 141 Punkte

Hersteller
Audi – 325 Punkte
BMW – 317 Punkte
Mercedes 239 Punkte

Start 22 Timo Glock (D), BMW Team MTEK, BMW M3 DTM dtm_2013-09-29-023 dtm_2013-09-29-024 dtm_2013-09-29-027 dtm_2013-09-29-029 dtm_2013-09-29-030 dtm_2013-09-29-031 dtm_2013-09-29-032 19 Mike Rockenfeller (D), Audi Sport Team Phoenix, Audi RS 5 DTM

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August 15 2013

13:50

DTM: Vorschau Nürburgring 2013

Die DTM macht ihren obligatorischen Stopp am Nürburgring und wenn für Mike Rockenfeller alles gut läuft, dann kann er seine Meisterschaftschancen am Ring schon erheblich verbessern.

P90130811_highResDamit hatte zu Beginn der DTM-Saison 2013 auch niemand gerechnet. Das Audi nach der schwierigen Saison 2012 plötzlich um die Meisterschaft fährt ist schon mal die eine Überraschung. Die andere, dass es mit Mike Rockenfeller geschieht. Ohne “Rocky” dabei irgendetwas von seinem fahrerischen Können abzusprechen – auf dem Schirm hatte man ihn für die Meisterschaft nicht. Da fielen eher Namen wie Gary Paffett, Bruno Spengler oder Timo Scheider. Aber diese DTM-Saison läuft sowieso etwas anders, als man gedacht hatte. Vor allem Mercedes dürfte enttäuscht sein.

Da hat man den Kader auf sechs Auto beschränkt, was theoretisch dafür sorgen sollte, dass man die einzelnen Fahrer besser unterstützen kann. Aber irgendwie funktioniert das in diesem Jahr bei Mercedes nicht so, wie man sich das gedacht hat. Zwar hat Gary Paffett noch Chancen auf den Titel, aber die sind wohl eher gering und es bedarf schon eines Ausfalls von Mike Rockenfeller um überhaupt in die Nähe des Audi-Piloten zu kommen. Immerhin wird man sich freuen, dass Christian Vietoris nur einen Zähler hinter dem Mercedes-Leader Paffett liegt.

BMW hat, nach der großartigen Saison 2012, in diesem Jahr etwas Federn lassen müssen. Merkwürdig ist vor allem, dass es eigentlich aussschließlich für Bruno Spengler läuft, während gute Piloten wie Jamie Green und Martin Tomczyk mehr oder weniger hinter her fahren. Vor allem Tomczyk merkt man eine gewisse Ratlosigkeit an. Der Ex-Meister wird das Fahren ja nicht verlernt haben, aber in der sehr engen DTM fehlen ihm einfach die drei bis vier Zehntel, die ihn ganz noch vorne bringen würde. Man kann sich vorstellen, wie frustrierend es sein muss, wenn man seine Zeiten sieht, nur einen halben Wimpernschlag langsamer ist und dennoch gerade so in den Top Ten ist.

Aber er steht da nicht so ganz alleine. Ekström, Scheider, Priaulx, Mortara, Glock – alles gute Namen, die in der Tabelle weit, weit zurückliegen. Und da die Saison nur noch vier Rennen (Nürburgring, Oschersleben, Zandvoort, Hockenheim) hat, bevor es in eine Pause bis Mai 2014 geht, wird die Zeit knapp und der Druck grösser.

Für das Rennen am Ring braucht man schon mal eine gute Startposition, denn Überholen ist nicht so ganz einfach. Das DRS wird sicher helfen, zumal man es in der DTM ja schon ab einem Abstand von 2 Sekunden nutzen kann. Entscheidend wird aber auch mal wieder die Strategie sein. Wie lange wird man gute Zeiten mit den Options-Reifen fahren können? In den letzten Rennen hat man immer wieder gesehen, dass man mit einem langen ersten Stint viele Plätze gut machen kann, wenn denn der Rest des Feldes mitspielt und früh an die Box geht. Wenn man am Ring einen guten Top-Speed hat, kann man das Wagnis eines späten Stopps durchaus eingehen.

Wer vorne liegt, wird nach hinten schauen. Was macht die Konkurrenz, wie entwickeln sich deren Zeiten? Es lohnt sich also auch als Zuschauer ein Auge auf das Livetiming zu haben.

Mit einer Prognose halte ich mich mal zurück, aber ich vermute mal, dass Audi vor allem Rockenfeller nach vorne bringen will, möglichst abgeschirmt durch einen weiteren Audi. Im Grunde müssen sie aber nur in der Nähe von Spengler bleiben und schauen, dass der nicht zu viele Punkte sammelt.

Stand in der Meisterschaft

Rockenfeller 94
Spengler 67
Paffett 57
Vietoris 56
Farfus 48

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