Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

June 17 2013

07:04

DTM: Analyse Lausitzring 2013

Die DTM lieferte am Lausitzring ein an der Spitze eher ruhiges Rennen ab. Immerhin ging es vergangenen Wochenende hinter den Top 3 gut zur Sache.

Mike Rockenfeller Christian VietorisIm Grunde war das Rennen schon am Start entschieden. Gary Paffett startete wie eine Rakete und ließ dem Polesitter Christian Vietoris nicht den Hauch einer Chance. Schon in der ersten Kurve setzte er sich ab und gab die Führung bis zum Ziel nicht mehr ab. Überraschend war dann eher schon die Tatsache, dass Mercedes plötzlich wieder vorne mitmischt. Der letzte Sieg eines Mercedes datierte aus dem letzten Jahr, als Jamie Green am Norisring gewinnen konnte. Seit dem schaute man beim Gewinnen nur zu. Woher kommt die also die Wiederauferstehung der Stuttgarter?

Bei AMG und den anderen Teams wird man hart gearbeitet haben, das ist klar. Ein leichter Aufwärtstrend war schon am Red-Bull-Ring zu sehen, hat man also nun den Anschluss an BMW und Audi geschafft? Ich vermute eher nicht. Denn auf der anderen Seite muss man sich am Lausitzring BMW anschauen. Die kamen mit der Strecke überhaupt nicht klar und verpassten schon in der Qualifikation zum ersten Mal seit Langem die Top 4. Nun werden weder Augusto Farfus noch Timo Glock das Fahren verlernt haben, beide krebsten im Rennen aber außerhalb der Top Ten herum und im letzten Jahr gewann man an selber Stelle. Was die Vermutung nahe legt, dass der Kurs am Eurospeedway den Mercedes einfach richtig gut passt.

Die BMW-Fahrer beschwerten sich unisono über ein schlecht liegendes Auto und Untersteuern. Das konnte man im Rennen bei Bruno Spengler sehen, dessen Linie deutlich weiter verlief, als die seiner Konkurrenten. Vielleicht hat man sich bei BMW wegen der kurzen Vorbereitungszeit auch mit der Abstimmung verhauen. Seitdem die ITR die Freitagstest verbannt hat, ist die Zeit für eine gute Abstimmung knapp geworden. Auf der anderen Seite ist da die FIA, die den Streckenbesitzern nun aufgetragen hat, auf der Strecke teilweise neuen Asphalt aufzutragen. Folgt man der Anweisung nicht, verliert man die FIA-Zertifizierung und damit auch die Top-Rennen.

Interessant war es an diesem Wochenende mal wieder in Sachen Strategie. Seit die DTM in diesem Jahr die etwas weicheren “Option” Reifen eingeführt hat und man wechseln kann, wann man will, ist das Rennen komplexer geworden. Zwei Beispiele machen das klar. Timo Scheider und Mattias Ekstörm. Beide Audi-Piloten erledigten ihre Pflichtboxenstopps in Runde 5 und Runde 8 und wollten mit den weichen Reifen dann bis zum Ende durchfahren. Bei Ekström ging die Rechnung auf. Nach dem zweiten Stopp lag er auf P19, kämpfte sich dann aber auf P8 vor, ohne noch einmal stoppen zu müssen. Bei Scheider klappte das nicht, er musste mit abbauenden Reifen 9 Runden vor Schluss noch mal reinkommen und landete so am Ende nur auf P20.

Immerhin sorgte Ekström mit seiner Fahrt dafür, dass es einiges an Überholmanövern zu sehen gab. In der letzten Runde attackierte er den bestplatzierten BMW mit Bruno Spengler, der auf P7 lag. Die beiden lagen auf der Geraden nebeneinander und berührten sich auf der Zielgeraden mehrfach. Spengler rettete sich mit einer knappen Zehntel Vorsprung und quittierte die Aktion des Schweden mit einem ausgetrekkten Mittelfinger. Die ausgefallene Strategie von Audi zahlte sich aber dennoch aus, denn Ekström war nur von P18 gestartet.

Überhaupt lief es für die Audi im Rennen etwas besser, als noch in der Qualifikation. Mike Rockenfeller, der in diesem Jahr einen richtig guten Lauf hat, verbesserte sich im Rennen von P6 auf P2. Auch hier half eine andere Strategie, die ihm erlaubte, sich an den vor ihm liegenden Mercedes vorbei zu schieben. Auch er hatte früh gestoppt, fuhr dann einen langen Mittelstint und kam erst im letzten Drittel des Rennens wieder an die Box. Danach lag er zunächst knapp hinter Gary Paffett, der sich aber nach und nach doch absetzen konnte.

Erwähnenswert ist noch das Rennen von Daniel Juncadella. Der Mercedes-Junior startete von P13 und zauberte einige sehenswerte Überholmanöver auf die Strecke. Bruno Spengler überraschte er mit einem wilden Manöver am Ende der Start/Zielgeraden, das sich zu den Besten des Rennens gehört.

Weil bei BMW am Wochenende nichts ging, blieben auch deren Piloten unter ferner liefer. Nur Spengler rettete sich in Top Ten, verlor aber in der Meisterschaft wichtige Punkte an Mike Rockenfeller, der der wegen der besseren Gesamtergebnisse die Gesamtführung übernommen hat. Die DTM-Saison 2013 scheint spannend zu werden, vor allem wenn Mercedes die Form vom Lausitzring in den nächsten Rennen bestätigen kann.

1. Mike Rockenfeller (Audi) 59 Punkte
2. Bruno Spengler (BMW) 59 Punkte
3. Gary Paffett (Mercedes-Benz) 47 Punkte
4. Christian Vietoris (Mercedes-Benz) 40 Punkte
5. Augusto Farfus (BMW) 33 Punkte
6. Marco Wittmann (BMW) 32 Punkte
7. Robert Wickens (Mercedes-Benz) 27 Punkte
8. Dirk Werner (BMW) 22 Punkte
9. Mattias Ekström (Audi) 20 Punkte
10. Joey Hand (BMW) 16 Punkte

ZF Race Reporter_Online-Banner

3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Start DTM Lausitzring 2013 Start DTM Lausitzring 2013 19 Mike Rockenfeller (D), Audi Sport Team Phoenix, Audi RS 5 DTM 12 Jamie Green (GB), Audi Sport Team Abt Sportsline, Audi RS 5 DTM 9 Christian Vietoris (D), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé 3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Mike Rockenfeller Christian Vietoris

78 total views, 72 views today

The post DTM: Analyse Lausitzring 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

May 22 2013

10:11

DTM – Brands Hatch – Das Rennen

Für Martin Tomczyk beginnt das Wochenende am Samstag mit der ersten Pole seit zwei Jahren. Beim offiziellen Wiegen stellt sich allerdings heraus, dass sein Schnitzer-BMW 0,5 kg zu leicht im Quali unterwegs war, weswegen er am Sonntag am Ende der Startaufstellung in Rennen gehen muss. Nutznieser ist Mike Rockenfeller der mit seinem Audi die Poleposition erbt, gefolgt von den BMW‘s von Augusto Farfus und Joey Hand. Der erste Mercedes startet mit Gary Paffett hinter dem Steuer erst von Platz 11.

DTM Brands Hatch 2013Direkt vom Start weg attackiert Farfus in den ersten beiden Runden den Audi von Rockenfeller. Weiter hinten kann sich sein Markenkollege Tomczyk vom 22. bis auf den 15. Platz vorarbeiten. Paffett und Ekström fahren bereits nach 4 Runden an die Box und wechseln von den Harten auf die Optionreifen, ihnen folgen Vietoris, Werner und Tambay. Die Idee hinter dieser Taktik ist nach dem Stopp hinter dem Feld Zeit aufzuholen und dann nach dem ersten Stopp der anderen Fahrer nach vorn gespült zu werden.

Unterdessen stellt sich Roberto Mehri bei Timo Glock vor und schickt den ehemaligen Formel 1 Fahrer bei einem Überholmanöver auf die Wiese, was dem zu diesem Zeitpunkt ganz gut liegenden Glock gehörig das Rennen versaut. Wenige Runden später nimmt sich Tambay ein Vorbild an Mehris Manöver und zwing Priaulx bei einem ganz ähnlichen Manöver in einen Dreher. Dafür kassiert Tambay direkt eine Durchfahrtstrafe. Um Tambay aber noch mal richtig zu zeigen, wie man einen Konkurrenten in die Wiese befördert, demonstriert Mehri ihm noch mal dasselbe Manöver an Martin Tomczyk, diesmal erhält auch Mehri seine Durchfahrtstrafe, auf die er es offensichtlich abgesehen hatte. Nach dem Rennen beschweren sich wenig überraschend Mehris „Opfer“ im Interview, Glock ist gar der Meinung dass Mehri nichts in diese Serie zu suchen hat.

An der Spitze kann Rockenfeller nach den ersten Stopps seine Führung vor Farfus problemlos halten und im Mittelfeld zeigt sich dass die Taktik von Paffett und Ekström auszugehen scheint. Nach rund 40 Runden liegen die beiden, die von Startplatz 11 und 12  ins Rennen gingen, nun auf Platz 6 und 8.  In Runde 44 wechselt Paffett in seinem 2. und letzten Stopp wieder auf harte Reifen.

Die einzige Gelbphase des Rennens gibt es in Runde 66. Farfus bekommt Elektronikprobleme, doch statt die Box anzusteuern fährt er an der Boxeneinfahrt vorbei, weit kommt er jedoch nicht mehr. Auf der Start-Ziel-Geraden bleibt der BMW gegenüber der Boxengasse liegen, Farfus versucht vergebens seinen M3 wieder in Gang zu setzen, was jedoch vergebens ist. Statt nun jedoch das Safetycar auf die Strecke zu bringen gibt es nur eine Gelbphase, die später übrigens Paffett zum Verhängnis werden soll. Ein etwas übermotivierter Fahrer eines Streckenfahrzeugs fährt zum liegen gebliebenen BMW von Farfus und sorgt kurz darauf für das vermutlich gefährlichste Manöver des ganzen Rennens. Das Steckenfahrzeug nimmt den BMW in Schlepptau um ihn von der Strecke zu bergen und zieht ihn dabei in einem vorsichtig ausgedrückt „Wagemutigen“ Manöver einmal quer über die Piste auf die andere Fahrbahnseite zum Ende der Boxenausfahrt, im Kamerabild sieht man von hinten schon herannahende Rennfahrzeuge. Vielleicht sah das Ganze in der Perspektive etwas enger aus, als es tatsächlich war, jedoch war dies mit Abstand das dümmste und unnötigste Manöver des Rennens.

Gegen Ende des Rennens kommt es zum nächsten Aufreger des Rennens. Der auf Platz 4 liegende Robert Wickens ist als Einziger in der Spitzengruppe noch mit den schnellen Optionsreifen unterwegs. Jedoch darf er nicht den vor ihm liegenden Paffett angreifen der nun schon seit etwas mehr als 40 Runden mit demselben Reifensatz unterwegs ist. Über Funk sagt man ihm er solle auf seine Reifen achten und „seinen Job machen“. Teamorder ist zwar in der DTM nicht verboten, aber so offen demonstriert von keinem gern gesehen. Das Rennen endet unspektakulär mit Rockenfeller als Start-Ziel-Sieger und Bruno Spengler auf Platz zwei. Als Dritter geht Gary Paffett über die Ziellinie, seine Taktik mit dem frühen ersten Stopp hat sich also ausgezahlt, doch auf den Treppchen landet er heut trotzdem nicht. Kurz nach Rennende erhält er eine 5 Sekundenstrafe. Eine neue Regel besagt, dass eine Runde unter Gelb mindestens eine halbe Sekunde langsamer sein muss als die vorherige Runde des Fahrers, sonst gibt es eine 5 Sekundenstrafe. Genau dies war bei Gary Paffett der Fall, der Brite (nun nur noch Sechster) zog also wutschnaufend von dannen, währen Wickens nun joggenderweise zur Siegerehrung spurtet und sich seine späte Wiedergutmachung in Form des dritten Platzes abholen durfte. Auf in Brands Hatch zeigte sich einmal mehr das Optionreifen und DRS (wie umstritten auch immer) für einige Überholmanöver sorgen konnten, grade auf der engen Strecke von Brands Hatch ist das schon bemerkenswert.

Bruno Spengler (CA) BMW Bank M3 DTM and Marco Wittmann (DE) ICE Watch BMW M3 DTM. Augusto Farfus (BR) Castrol EDGE BMW M3 DTM, Bruno Spengler (CA) BMW Bank M3 DTM and Marco Wittmann (DE) ICE Watch BMW M3 DTM. Marco Wittmann (DE) ICE Watch BMW M3 DTM Joey Hand (US) BMW M3 DTM and Augusto Farfus (BR) Castrol EDGE BMW M3 BMW Motorsport. Timo Glock (DE) DEUTSCHE POST BMW M3 DTM. Bruno Spengler (CA) BMW Bank M3 DTM Edoardo Mortara (ITA, Audi Sport Team Rosberg / Playboy Audi RS 5 DTM #11 Mattias Ekstroem (SWE, Audi Sport Team Abt Sportsline / Red Bull Audi RS 5 DTM) Mike Rockenfeller (GER, Audi Sport Team Phoenix / Schaeffler Audi RS 5 DTM), DTM Brands Hatch 2013 Red Bull Audi RS 5 DTM #11 (Audi Sport Team Abt Sportsline), Mattias Ekström Schaeffler Audi RS 5 DTM #19 (Audi Sport Team Phoenix

The post DTM – Brands Hatch – Das Rennen appeared first on Racingblog.

flattr this!

June 24 2011

05:39

Vorschau: 24H vom Nürburgring Teil 2

Nachdem der erste Teil der Vorschau über das Rennen an sich, BMW und Porsche handelte, handelt der 2. Teil nun über Audi, Mercedes, VW und die “Exoten”

Mercedes

Neben Porsche, welche in der Spitzengruppe zahlenmäßig am stärksten vertreten sind, schickt auch Mercedes eine ganze Armada an SLS GT3 ins Rennen. So werden sage und schreibe 9 Flügeltürer im ersten Einsatzjahr das Rennen um den Gesamtsieg aufnehmen.
Das stärkste Kontingent mit stellt hierbei Black Falcon Racing. Das Team welches letztes Jahr noch für den privaten Einsatz von 2 R8 LMS verantwortlich war, bringt heuer 3 SLS an den Start.
So wird die #20 von Ralf Schall, Maik Rosenberg, Hannes Plesse und Andrii Lebend gesteuert. Mit Maik Rosenberg und Ralf Schall hat man 2 zuverlässige und flotte Piloten, welche den Wagen zügig und routiniert über den Ring steuern können, aber bei den anderen 2 habe ich dort doch meine Bedenken.
Die #21 wird von den beiden Breslins, Sean Paul (welcher auch in Le Mans am Start war) und Sean-Patrick Breslin sowie Vimal Mehta und Stephan Rösler pilotiert. Hier dürfte ankommen und ohne Fehler durchkommen das Ziel sein – Wenn der Wagen hält, denn bisher hat der SLS nicht gerade den zuverlässigsten Eindruck gemacht.
Am stärksten wird man aber sicher das 3. Quartett nämlich Thomas Jäger, Kenneth Heyer, Jeroen Bleekemolen und Jan Seyfarth auf der #22 einschätzen dürfen. Von den Fahrern her, wäre man sicher ein Kadidat für die vorderen Plätze im Endklassement, aber dafür muss wie schon angesprochen die Technik erst einmal durchhalten, wobei es aber bei so vielen Startern durchaus möglich ist, dass 2 oder 3 Wagen ohne Probleme durchkommen werden. Von daher wird man hier abwarten müssen wie sich das Rennen entwickeln wird.

Ebenfalls stark besetzt ist die Nummer 25 von Horn Motorsport. Hier werden sich der sehr erfahrene aber auch sehr schnelle Sascha Bert sowie David Horn abwechseln. Eine faustdicke Überraschung gab es allerdings vor ein paar Monaten, als man ankündige sich bei den 24H vom Ring mit „Trommelwirbel“ Stephane Sarrazin http://www.sascha-bert.de/sascha-bert-startet-im-mercedes-sls-amg-gt3-mit-horn-motorsport-in-die-neue-saison/von Peugeot zu verstärken. In der VLN konnte man bisher überzeugen, wenn das Auto keine Mucken von sich gab, allerdings fuhr Stephane bisher nicht in der VLN, was sich vor allem in der Nacht bemerkbar machen sollte. Denn gerade hier braucht man viel Routine und Erfahrung um die Situationen richtig einzuschätzen.

Am stärksten schätze ich daher den SLS mit der Startnummer #30 ein. Hier werden sich Armin Hahne und keine geringeren als Pierre Kaffer sowie einer der schnellsten und besten Nordschleifenfahrer überhaupt und 2009 Fahrer das Jahres Chris Mamerow abwechseln. Dieses Auto von Mamerow Racing, welches vor der Saison von Porsche zu Mercedes gewechselt ist, konnte den 2. Lauf zur VLN von der Spitze weg kontrollieren und einen Sieg einfahren. Man wird diese Fahrer im Kampf um den Gesamtsieg sicher auf der Rechnung haben müssen, allerdings hatte man schon in der VLN über 4 bzw. 6 Stunden technische Probleme und dies kann man beim 24H Rennen natürlich gar nicht brauchen. Von der Zuverlässigkeit schätze ich halt z.b den GT3 RSR von Manthey oder die BMW M 3 GT durchaus ausgereifter ein als den Mercedes, aber wie schon angesprochen könnte es bei der schieren Anzahl an Starter auch gut möglich sein, dass 1 ein oder 2 Wagen ohne Probleme durchkommen können und wenn es ausgerechnet die #30 ist, dürfte einiges möglich sein.

Ein prominent besetzter SLS AMG GT3 wird mit der #32 von Heico Motorsport an den Start gehen. Hier hat man zwar mit Lance David Arnold einen absoluten Toppiloten verpflichten können und auch mit Christopher Brück einen mehr als soliden Mann, allerdings machte Christian Frankenhout in der VLN nicht so eine gute Figur wie seine 2 Kollegen. Ein Fragezeichen wird man wohl auch hinter Alex. Margaritis setzen dürfen. Der frühere DTM Pilot ist zwar im GT Masters mit Dino Lunardi im Alpina BMW sehr erfolgreich unterwegs, wie der Sieg in Zolder bewiesen hat, allerdings ist die Nordschleife doch noch eine andere Strecke als die im GT Masters. Viel wird also davon abhängen, wie gut sich die 2 im Verkehr und in der Nacht schlagen werden und ob eben die schon angesprochene Technik möglichst reibungslos mitspielt. Der Mercedes SLS ist aber wohl sehr angenehm und gutmütig zu fahren, was gerade bei einem 24H Stunden Rennen sehr von Vorteil ist, damit sich der Fahrer auf das fahren und den Verkehr konzentrieren muss, während er das Auto am absoluten Limit bewegt. Allerdings hat er die mit Abstand längste Nase im Feld und dies dürfte gerade beim Überrunden für die Piloten äußerst schwer sein, denn die Sicht nach vorne und zu den Radkästen wird dadurch sehr eingeschränkt sein. Auch dürfte das Thema Spritverbrauch wie bei allen anderen Teilnehmern wichtig sein. In der VLN schwankten die Anzahl der Runden zwischen 8 und vereinzelt 9 Runden. Jedoch ist der Tankinhalt per Reglement um 5 Liter auf 125 gestiegen und die 24H Variante ist um einen Kilometer länger. Wie massiv sich das auswirken kann, habe ich bereits in Teil1 dargestellt, nämlich bis zu gute 4 Sekunde die man pro Runde auf ein Auto mit 10 Runden rausfahren müsste. Sollte z.b die besser eingeschätzten SLS durch die Hatz somit nur 8 Runden fahren könnten, wäre dies aber großer Nachteil im Kampf um die vorderen Postionen.

2 weitere SLS mit den Startnummern #36 und #46 werden noch von Rowe Racing an den Start gebracht. So wird die #36 von den Piloten Marco Schelp, Roland Rehfeld sowie Hupert Haupt und Alexander Roloff pilotiert während hinter der #46 Dominik Schwager, Michael Zehe, Klaus Rader und der Amerikaner Mark Bullit Platz nehmen. Diese 2 Besatzungen sind normal nicht für eine vordere Platzierung im Gesamtklassement gut, was die Geschwindigkeit der Fahrer angeht, obwohl man mit Dominik Schwager einen sehr schnellen und zuverlässigen Piloten hat, schätze ich die #36 etwas ausgeglichener ein als das Schwesterauto. Ein Top 10 könnte möglich sein, denn Erfahrung hat man in diesem Auto sehr wohl, und man wird daher ein 24H Rennen nicht mit biegen und brechen angehen wollen um dann im Laufe des Rennen sich Stück für Stück nach vorne zu arbeiten. Allerdings kommt muss auch hier die Technik mitspielen und da schätze ich den SLS einfach noch als zu unausgereift ein, denn im ersten Jahr musste auch Audi Tribut zollen.
Audi

Im 3. Versuch will man mit wieder mit einem Großaufgebot versuchen die Phalanx von Porsche und BMW zu brechen, denn seit 2004 (!) haben nur diese beiden Marken gewonnen. Um dies zu erreichen, hat man den R8 LMS nochmals weiterentwickelt und bringt 4 hochkarätig besetzte Wagen an den Ring, welche alle für einen Gesamtsieg gut sind.
Die #14 von Phoenix Racing wird hierbei von Frank Stippler, Marc Basseng und Le Mans Sieger Marcel Fässler gesteuert. Fehlen wird hier leider Mike Rockenfeller, welcher ursprünglich für dieses Auto vorgesehen war, aber leider in Le Mans diesen fürchterlichen Abflug hatte und noch nicht in der Lage ist ins Cockpit zu steigen. Ersetzt wird er von Andrea Piccini, welcher ursprünglich für den TT RS mit der #126 genannt wurde. Das Schwesterauto wird derweil von Markus Winkelhock, welcher im Vorjahr völlig überraschend 3. wurde sowie Marc Hennerici und Christopher Hasse gesteuert. Auf diesem Wagen ist auch noch Frank Stippler genannt, allerdings wird dieser wohl seine meiste Zeit in der #14 verbringen, nachdem Rocky dort ja nicht starten kann und man mit 2 Fahrern ungern ein solches Rennen angeht.
In Sachen Speed wird man wohl ziemlich sicher mit den Ton angeben können, denn man hat beim 4. Lauf zur VLN die bisher schnellste Rennrunde in diesem Jahr absolvieren können und seitdem keine stärkeren Restriktionen in der BoP erfahren. Im Gegenteil, so darf man nun noch 5 Liter mehr im Tank haben, was dazu führen könnte, dass man im Rennen nicht mehr 9 Runden wie letztes Jahr, sondern womöglich 10 Runden gehen könnte, womit man dem Hybrid-Porsche oder den BMW sicher in nichts nachstehen wird. Und wie wichtig die Reichweite ist, habe ich oben in Teil 1 meiner Vorschau schon mal dargestellt.
Allerdings war Phoenix in der Vergangenheit immer recht erfolgreich darin, sich selbst ein Bein zu stellen wie falsche Reifenwahl, falsche Strategie oder Strafen wegen Überholen unter doppelt Gelb wie beim 10. Lauf 2010.
Sollte man aber keine solche Fehler machen, sind diese 2 Audis allesamt absolute Kandidaten für den Gesamtsieg, denn im 3. Jahr seines bestehen dürfte der R8 LMS mittlerweile auch technisch ausgereift sein um das Rennen durchzustehen.

Selbiges gilt auch für die 2 anderen Wagen von Abt Sportsline. Hier wechseln sich auf der #16 Matthias Ekström, der letztjährige Pole-Inhaber Marco Werner, Christian Abt sowie 2003 Gewinner Timo Scheider ab. Damit steht man den anderen 2 Wagen sicherlich in nichts nach und wird ein 24H Sprintrennen sicher nicht von der konservativen Seite aus angehen, sondern man wird sicher in der Lage sein voll an zugasen.
Das gleiche wird wohl auch das Schwesterauto versuchen mit den aus dem GT-Masters bekannten Fahrer Luca Ludwig, Christopher Mies, Christian Jöns sowie Christian Abt als Springer auf dem Wagen. Dass die 3 jungen sehr schnell sind, haben sie bewiesen, allerdings bleibt hier die Gefahr, dass einer aufgrund der noch eher geringen Erfahrung eventuell mal die Nerven verliert und das Auto in die Leitplanken setzt. Allerdings wird der sehr erfahrene Christian Abt schon dafür sorgen, dass dies nicht passiert und die jungen schnellen Fahrer den Wagen heile lassen.

Dies sind aber nicht die einzigen stark besetzten Audis, denn man hat sich wohl ein Hintertürchen offen gelassen, welches zum einen im trockenen sehr schnell ist, aber sicher gegen Regen nichts einzuwenden hätte.

Die Rede ist vom Audi TT-RS aus der SP4T. Jenes Auto, welches gegen Ende der letzten Saison in der VLN sein Debüt feiern konnte, verfügt über einen 2,5l Reihenfünfzylinder mit Turbolader und Frontantrieb im Gegensatz zu all den anderen heckgetriebenen Wagen. Dies dürfte sich vor allem bei nassen und wechselhaften Bedingungen als Vorteil gegenüber der Konkurrenz herausstellen, denn so war man letztes Jahr beim 9. VLN Lauf in der Lage mit diesem Konzept phasenweise die schnellsten Rundenzeiten zu fahren. Dass man diesen Einsatz sehr ernst nimmt, zeigen auch die Besatzungen, welche man für die 2 TT-RS ausgewählt hat und mit Raeder Motorsport an den Start gebracht werden.
So wird die #125 von Michael Ammermüller, Le Mans Sieger Frank Biela, Jens Klingmann und dem aus der DTM bekannten Martin Tomczyk gesteuert. Das 2. Auto die #126 wird hingegen von dem aus der GT1-WM bekannten Christian Hohenadel sowie Jimmy Johansson und dem DTM-Piloten Miguel Molina bewegt.
Viel wird daher darauf ankommen, wie zuverlässig das Auto ist und wie gut bzw. hier wie schlecht das Wetter während des Rennen ist denn man hat hier gute Fahrer und mit Raeder auch ein sehr gutes Team am Start. In der Klasse wird man sie normal nicht schlagen können, denn dafür dürften sie zu schnell sein, allerdings wird der Ford Focus der FH Köln sicher zur stelle sein, wenn es hier Probleme geben sollte. So war man in der Lage, dem TT-RS in der VLN schon das ein oder andere male zu schlagen, weil man selber keine Probleme hatte.

VW

Ein weiteres Auto welches sicher nichts gegen schlechtes Wetter haben dürfte, wird der VW Golf24H sein. Jener Golf, der von VW für das 24H Rennen aufgebaut wurde, konnte schon in der VLN von sich hören machen. Angetrieben wird das Auto von einem 2,51L Turbomotor und Allradantrieb, womit man in der SP8T start, vermutlich um sich in der SP4T nicht selber Konkurrenz zu machen. Wie schnell der Wagen ist, musste Wolfgang Kaufmann in der VLN erfahren, als er von dem Golf außen um Karussel überholt worden ist. Auch konnte der Wagen den Nadelstreifen Porsche GT3 R Ausgangs Hatzenbach ausbeschleunigen und auch noch Vorsprung herausfahren. Dies alles wohlgemerkt unter trockenen Bedingungen. So darf es nicht verwundern, dass man bei einer Bestzeit von 8:28.9 davon ausgeht, dass der Golf noch lange nicht sein wahres Potential gezeigt hat und dies vermutlich erst beim 24H Rennen tun wird. Auch kann ich die offizielle Leistungsangabe von 440 PS kaum glauben und es würde alles andere als verwundern, sollte da eine 5 vorne dran stehen.
Als Piloten werden auf der #135 Thomas Mutsch, Patrick Simon, Fredrik Ekblom und Edoardo Mortara genannt. Viel dürfte also davon abhängen, wie viel die ersten 2 Piloten fahren werden, denn Ekblom und Motora schätze ich deutlich schwächer als ihre Teamkollegen ein. Sollten Simon und Mutsch den Löwenanteil der Distanz fahren, was auch alles andere als einfach ist, dürfte der Golf doch noch etwas weiter nach vorne fahren können. Eine große Unbekannte stellt allerdings die Zuverlässigkeit des Wagens dar. Immerhin ist eine Leistung von knapp 200 PS pro Liter Hubraum auch sehr materialmordend und mit dem Allradantrieb hat man mehr Komponenten verbaut, welche halt auch kaputt gehen können.

Etwas ausgeglichener besetzt erscheint mir hier der VW Golf mit der #35 und der Besatzung Peter Terting, Nicki Thiim, sowie Rene Rast und Frank Mailleucx. Wichtig wäre für das Team, dass sich Nicki Thiim im Zaun hält und kein Kleinholz produziert, denn von der Geschwindigkeit her wäre nicht der schlechteste auf dem Auto.
Dies dürften auf jeden Fall die 2 VW Golf mit den meisten Chancen haben, denn den Golf mit den Leuten Johnny Herbert, Mark Blundell, Edoardo Mortara und Frank Mailleucx sehe ich nicht der Lage vorne mit zu mischen, da hier allen Piloten viele Kilometer auf der Nordschleife fehlen. Und das wird sich zum einen beim Überrunden, noch mehr in der Nacht bemerkbar machen und erst recht, wenn es zu regnen beginnt.

Die Exoten

Neben all diesen Marken und Wagen gibt es aber auch noch ein paar richtige Exoten für das Rennen, wie man schon alleine auf dem Bild links erkennen kann. Hierbei handelt es sich um den Glickenhaus Ferrari P4/5 Competizione, welchen es nur ein einziges mal auf der Welt gibt. Dieses Auto soll eine Hommage an den alten Ferrari 330 P4 sein, welcher seiner Zeit 1967 einen Doppelsieg für die Roten einfuhr. Der Multi-Milliardär James Glickenhaus wollte diesen Wagen wieder auf der Rennstrecke sehen und entschloss sich daher mit viel Liebe zum Detail und viel viel eigenem Geld diesen Prototyp bauen zu lassen. Die technische Basis, also Motor und Getriebe sowie ein Teil der Elektronik bildet der alte Ferrari F430 nach GT2-Regelement. Der Rest, also das Chassis welches komplett aus Carbon gefertigt ist, Cockpit, Aerodynamik, Fahrwerk, etc. musste alles selber entwickelt werden und dementsprechend groß war auch der Finanzielle und technische Aufwand. Nach dem 24H Rennen soll damit aber nicht Schluss sein, denn James Glickenhaus hat vor diesen Wagen später auch bei anderen Rennen wie den 24H von Le Mans starten zu lassen. Dass man hier allerdings nicht geizt, zeigt auch die Fahrerbesatzung die man angeheuert hat. So werden Mika Salo, Luca Capellari, Nicola Larini und Frabrizio Giovanardi den Wagen mit der #23 aus der E1-XP steuern. Dies sind zwar alles sehr namhafte Piloten, allerdings haben alle 4 bisher trotz der Testläufe kaum Kilometer auf der Nordschleife gesammelt und gerade Giovanardi ist aus der BTCC kommend nicht gerade dafür bekannt besonders schonend mit dem Material um zu gehen. Das Ziel bei diesem Projekt dürfte daher auch vollkommen richtig auf ankommen lauten und den schönen Wagen heile lassen.

Mehr Ambitionen wird man allerdings beim 2. Ferrari haben, nämlich den 2.platzierten des Vorjahres von Farnbacher Racing welche dieses Jahr einen neuen F458 GT2 Italia in der SP8 an den Start bringen. Damit konnte man auch gleich beim 3. Lauf zur VLN über 6 Stunden den Gesamtsieg knapp vor dem Manthey RSR erringen, wohl gleich dem Manthey RSR eine Runde abgezogen wurde, da er unter doppelt Gelb nicht genug vom Gas ging. Trotzdem konnte man mit einer 8:18 die schnellste Rennrunde erzielen, welche auch noch von AF-Corse Fahrer Jaime Melo bei seinem erst 2. Rennen auf der Nordschleife gefahren wurde. Der Ferrari scheint sehr viel Abtrieb zu erzeugen und geht auf sehr schnellen Kurven wie in Spa anscheinend sehr sehr flott, denn beim 6 Stunden Rennen waren die F458 kaum zu schlagen. Die große Schwachstelle dürfte aber vermutlich auch hier die Standfestigkeit sein. So hatte man in Le Mans technische Probleme und musste aufgrund dessen das Rennen vorzeitig beenden und auch die anderen Ferrari erwiesen sich bei diesem Dauerlauf nicht gerade als die Zuverlässigsten. Mit Dominik Farnbacher, Marco Seefried, Allan Simonsen sind 3 Fahrer von der letztjährigen Überschungsmannschaft an Board. Nur der 4. Mann ist nicht mehr Lehman Keen, sondern nun Jaime Melo welcher zwar sicher nochmals ne Ecke schneller ist, aber auch sehr unerfahren auf der Nordschleife und vor allem in der Nacht. Viel wird daher davon abhängen, wie sie ihr Rennen anlegen werden – wobei ich nicht glaube dass man die Hatz vorne mitgehen will, und ob sie die Probleme in den knapp 1,5 Wochen nach Le Mans aussortieren konnten.

Ein anderes Auto, wo Le Mans drin steckt, ist der Lexus LF-A von Gazzoo Racing aus der SP8 mit der #88. Dieses Auto konnte in der VL N bisher positiv überraschen, da man im Winter wohl mehrere Schritte in die richtig Richtung gemacht hat und nun in der Lage war teilweise in der Spitzengruppe mitzufahren bzw. hinten dran zu bleiben was früher nicht möglich war. Auf diesem Auto werden Takayuki Kinoshita, Juichi Wakisaka und der „Man of the race“ der 24H von Le Mans, Andre Lotterer fahren. Das Schwesterauto mit der #87 werden derweil von den 3 Japanern Akira Iida, Hiroaki Ishiura und Kazuya Oshima pilotiert, nachdem man im letzten Jahr mit dem LF-A den 18. Platz erreichen konnte. Sollte man ohne große technische Probleme und Unfälle durchfahren können, so dürfte es dieses Jahr noch ein paar Positionen weiter von vorne gehen. Vor allem Andre Lotterer wird extrem viel Selbstvertrauen und Momentum an den Ring bringen. Hoffentlich geht es für ihn heuer besser als letztes Jahr, als man in seinem Auto bereits nach nur 67 Runden zur Aufgabe gezwungen war.
Ein 3. Auto aus Japan wird der ISF mit der #86 und Akira Iida und Minoru Takaki sein.

Auch 2 bisher unbekannte Fahrzeuge sind die beiden Aston Martin Zagato, welche auch in der SP8 an den Start gehen werden. Dieses Fahrzeug mit der #3, welches erst beim 4. Lauf zur VLN sein Debüt feierte wird hier von Aston Martin Chef Dr. Ullrich Bez, Horst von Saurma und Matthey Marsch gesteuert wird, dürfte aufgrund der kurzen Vorbereitung aber keine Chance auf ein Durchkommen haben. Selbiges gilt für Richard Maedden, Peter Cate und Oliver Mathai im baugleichen Wagen mit der #5.

Auch Freunde der Australischen V8 dürften auf ihre Kosten kommen, denn Mai Rose wird zusammen mit Anthony Alford, Peter Leemhuis und Damien Flack einen Original Holden Commodore aus der Australischen V8 Meisterschaft an den Start bringen. Im Kampf um den Gesamt oder Klassensieg wird man damit zwar keine Chance haben, aber im Kampf um den besten Sound wird man sicher weit vorne sein.

Beenden möchte ich die Vorschau über die Teilnehmer mit einem weiteren Italienischen Auto, welches aber gar nicht so Italienisch ist. Es ist kein Ferrari, sondern der Lamborghini LP600+ von Reiter Engineering. Dies hat einen ganz einfachen Grund: Meine Vorschau zu den 24H habe ich mit Hans Joachim Stuck begonnen, wie er das erste Rennen gewinnen konnte. Daher möchte ich diese auch mit ihm beenden, denn auf diesem Lambo wird Striezel Stuck mit seinen beiden Söhnen Ferdinand und Johannes Stuck sein letztes Rennen überhaupt bestreiten. Das Team Stuck³, welches Unterstützung von Dennis Rostek erhält, makiert seinen Traum, einmal mit seinen Söhnen ein Rennen zu fahren und gleichzeitig das Ende seiner Karriere. Um den Sieg wird man damit wohl kaum fahren können, denn dafür hat das Auto bisher zu wenig Kilometer auf dem Buckel, aber das Auto wird sicher für viele Tränen sorgen. So oder so.

Der Zeitplan für die Trainings und das Rennen schaut wie folgt aus:

Freitag
16.55 – 18.55 Uhr 2. Zeittraining

Samstag
13.30 – 15.10 Uhr Startaufstellung
16.00 Uhr Start aller 3 Gruppen

flattr this!

June 22 2011

13:30

Vorschau: 24H vom Nürburgring Teil 1

2 Wochen nach den dramatischen 24H von Le Mans trifft sich die Elite der Sportwagen-, GT- und Langstreckenpiloten am Nürburgring erneut um die Distanz 2 mal gegen die Uhr zu absolvieren. Das Rennen welches 1970 zum ersten mal ausgetragen wurde und von Hans Joachim “Striezel” Stuck auf einem BMW 2002 TI gewonnen wurde hat sich mittlerweile zum wohl 2. wichtigsten 24H Rennen der Welt entwickelt.

Das Rennen, welches damals wirklich noch auf 20832 Meter langen Nordschleife stattfand und noch richtiger Breitensport war, hat sich in den letzten Jahren zu einem prestigeträchtigen Lauf entwickelt, bei dem sich mittlerweile Jahr für Jahr Werksteams um den Sieg streiten.
So treten dieses Jahr Teams von Audi, Porsche, BMW, VW, Mercedes und anderen namhaften Herstellern an um den Gesamtsieg und/oder einen Klassen oder Wertungsgruppensieg zu erringen. Eine solche Dichte an der Spitze hat es wohl bei diesem Rennen noch nicht gegeben.

Wie oben schon angesprochen, wird das Rennen auf dem Nürburgring ausgetragen, jedoch nicht mehr nur alleine auf der Nordschleife, sondern auf der Nordschleife samt GP-Kurs. Man nutzt hier im wesentlichen den Verlauf, welcher aus der F1 oder dem GT Masters bekannt ist, jedoch mit 2 Unterschieden: Zum einen fährt man nicht die Mercedes Arena, sondern nach der Start/Ziel Geraden eine rechts-links Schikane, da der Raum der Mercedes Arena für die etwa 220 Teams und ihr Material benötigt wird. Von dieser Schikane aus, führt eine Gerade hinunter zur bekannten Ford-Kurve, wo man allerdings nicht wie in der VLN gewohnt rechts über die Kurzanbindung fährt, sondern über die Ford-Kurve bis runter zur Dunlopkurve.
Der 2. Unterschied betrifft die Schikane, bevor es auf die Nordschleife geht. Hier fährt man nicht die langsamere Variante der F1, sondern die schnellere Variante bevor man dann auf die Nordschleife abbiegt. In Sachen Klassen orientiert man sich an denen der VLN, bzw. die VLN an den 24H. Allerdings werden hier keine SP und V Klassen unter 1600 ccm sowie die H-Klassen ausgeschrieben und die Cup2 sowie die Cup3 gehen in die SP7 und SP3 auf. Dies führt dazu, dass am Samstag knapp über 210 Wagen das Rennen aufnehmen werden, was heißt, dass bei gleichmäßiger Veteilung alle 120 Meter ein Auto kommt. In Le Mans sind es bei 56 Wagen (oder 54…) 242 Meter, aber ohne die langen Geraden, welche in Le Mans den Löwenanteil ausmachen. Daher ist gerade die Erfahrung sprich die Nordschleifenkilometer der Fahrer ein noch entscheidender Faktor als auf anderen Rennstrecken, wenn die schnellen Wagen durch den dichten Verkehr müssen. Eine Runde mit Sabine Schmitz in ihrem Porsche sieht dann wie folgt aus :

Im absoluten Mittelpunkt des Interesses stehen aber die zahlreichen Fahrer, Teams und ihre Wagen welche hier um den Gesamtsieg kämpfen wollen und diese möchte ich einmal vorstellen:

Die Titelverteidiger

Im letzten Jahr konnte BMW bei seiner Rückkehr an den Ring gleich im ersten Anlauf das 24H Rennen gewinnen. Man wird auch dieses Jahr 2 BMW M3 GT in unveränderten Besetzungen ins Rennen schicken. So wird die Startnummer #1 wie im Vorjahr von Pedro Lamy, Jörg Müller, Augusto Farfus und Uwe Alzen pilotiert, während das Schwesterauto die Nummer #7, welches nach dem Abflug und der 45 Minuten langen Reparaturpause mit Dirk Adorf, Dirk Müller, Dirk Werner und Andy Priaulx noch auf Platz 7 fahren konnte.
Allerdings wird Andy Priaulx nicht am Steuer der #7 sitzen, da er sich einer Operation unterziehen musste und somit für das Rennen ausfällt. Als Ersatz hat man Pedro Lamy auf dem Wagen genannt, welcher somit als Springer fungieren wird und bei einem Sieg von BMW mit 6 Siegen alleiniger Rekordhalter werden könnte.
Beide Besatzungen halte ich für sehr schnell und erfahren und sind vom Speed her sicher für ein Top 3 Ergebnis gut. Von der Ausgewogenheit, würde ich die #7 etwas besser einschätzen, allerdings hatte die #1 in der VLN die besseren Ergebnisse(1. und 3. Platz gegen einen 2. Platz), wodurch ich alle 2 Wagen auf dem gleichen Niveau sehen würde.
Viel wird davon abhängen, wie schnell der BMW M3 in seiner im Vergleich zum Vorjahr überarbeiteten Version ist. In der VLN schien es so, als hätte man die Karten noch nicht aufgedeckt, wobei das für alle Teams gelten dürfte. Es ist durch das Sandbagging und den überarbeiteten Einstufungen schwer zu voraussagen, wer nun das schnellste Auto hat, aber die M3 GT werden sich hier sicher nicht verstecken müssen. Zu Gute kommen dürfte dem M3 sicher der spätere Termin, denn dadurch sollte es nicht so kalt werden wie letztes Jahr, wo die Dunlop-Reifen nicht so recht auf Temperatur kommen wollten. Allerdings hatte man in Le Mans kleinere technische Probleme welche das Team immer wieder leicht zurückgeworfen haben.
Sollte das Auto aber halten, dann sind beide Wagen absolute Siegkandidaten. Wichtig dürfte auch noch die Reichweite des Wagens sein. Letztes Jahr konnte man mit 100 Liter 9 Runden am Stück fahren, jedoch hat man heuer 50 kg mehr, dafür aber auch 10 Liter mehr Tankvolumen. Dadurch könnte es möglich sein, dass die BMW 10 Runden gehen könnten.

Allerdings werden dies nicht die einzigen BMW sein, welche um eine Topplatzierung vorne mitmischen wollen. So setzen Dörr Motorsport einen und Schuberth gleich 4 weiterentwickelte Z4 GT3 in der SP9 ein.
In der GT3-EM konnte das Auto mit 2 Siegen schon einmal zeigen dass man hier definitiv in die richtige Richtung entwickelt hat. Die größte Frage dürfte hier allerdings die Zuverlässigkeit sein. Letztes Jahr konnte man dank der Beständigkeit die Plätze 4 und 9 holen, allerdings hatte man in der VLN bisher gerade in diesem Punkt massive Probleme. So mussten z.b beim 4. Lauf alle 3 Z4 GT3 von Schuberth vorzeitig die Segel streichen.
Man hat zwar auf der #4 mit Tom Coronel, Jörg Viebahn, Marko Hartung sowie Claudia Hürtgen 4 sehr flotte Piloten, allerdings hat man mit Tom Coronel und Jörg Viebahn zwar schnelle, aber auch sehr temperamentvolle Fahrer am Start und gerade Jörg Viebahn hat in der Vergangenheit den ein oder anderen Unfall verursacht. Daher blicke ich einem Top10 Ergebnis sehr skeptisch gegenüber, auch wenn eine Claudia Hürtgen über alle Zweifel erhaben ist.
Daher schätze ich auch das Auto mit der #76 und Tommy Milner, Fredrik Larsson, Edward Sandström sowie Claudia Hürtgen als stärksten Z4 ein, denn hier fehlen einfach die heißsporne wie ein Jörg Viebahn oder Tom Coronel. Von den Fahrern und vom Speed des Wagen ehr sollte man in der Lage sein in die Top10 fahren zu können, wenn wie schon angesprochen das Auto hält. Man wird zwar sicher fleißig getestet haben, jedoch darf man Zweifel haben ob das Auto die 24H durchhält.
Der 3. Z4 von Schurberth mit der #77 wird derweil von den 3 Norwegern Stian Sorlie, Anders Burchardt, Nils Tronrud sowie dem Amerikaner John Mayes pilotiert. Man ist hier fahrerisch sicher nicht schlecht aufgestellt, aber hier werden doch eingie Sekunden pro Runde auf das Schwesterauto mit der #76 fehlen.

Der 4. Z4 GT3 wird von Dörr Motorsport eingesetzt. Hier hat man sich zu Beginn positiv über die Fortschritte beim Auto geäußert und scheint wohl mit dem Wagen zufrieden sein, was den Speed anbelangt. Mit Rudi Adams und Arno Klasen hat man auf jeden Fall 2 starke Fahrer, der Knackpunkt dürfte allerdings Chris Godwin sein. Man hat mit ihm sicherlich keinen schlechten Fahrer, allerdings dürften sich die fehlenden Kilometer auf der Nordschleife gerade in der Nacht beim überrunden bemerkbar machen.

Bei den GT4 Wagen wird Johannes Scheid mit seinem Team seinen Eifelbliz mit der Besatzung Dennis Rostek, Andreas Simonsen Stefan Landmann und Marathonmann Duncan Huisman den Start bringen. Nachdem man im letzten Jahr kein Auto von Scheid bewundern konnte, bringt man heuer den M3 GT4 an den Start. Man hat zwar auch hier wieder eine sehr sehr schnelle Besatzung, wobei das bei einem 24H nicht alles ist und man zu erst einmal ins Ziel kommen muss. Allderings hat es Johannes Scheid schon immer verstanden wie man ein 24H Rennen richtig angehen muss.

In der Klasse wird man sich vermutlich hauptsächlich mit dem M3 GT4 von Bonk und den von mir als stärksten Wagen der Klasse eingeschätzten, Aston Martin von Mathol Racing (gewann die ersten 4 Läufe der VLN in seiner Klasse der SP10 GT4) duellieren. Dieser M3 GT4 von Bonk mit der #62 wird von Andreas Montmann, Tim Mullen, Adam Chrsitodolou und Phil Quaify gesteuert. So kannte man unter anderem den letzten Lauf in der VLN gewinnen und liegt auch mit Rundenzeiten von knapp über 9 Minuten (auf der etwa 1 km kürzeren VLN-Variante) fast gleichauf mit dem Auto von Scheid und dem Mathol Aston Martin.

Ein weiterer BMW, welcher für eine Position zwischen 15 und 25 gut sein dürfte – wenn der Wagen hält ist der in der SP6 eingesetzt Z4 von Dörr Motorsport. Mit Rundenzeiten von ~8:40 in der VLN und dem schnellen Stefan Aust, Hanspeter Strehler und Uwe Ebertz. Hier wird natürlich viel davon abhängen, ob viele schnellere Wagen ausfallen (wo von ich persöhnlich ausgehen) werden und ob man selber ohne Probleme durchkommt.

Porsche

Der vermutlich stärkste Herausforderer von BMW dürften die Sportwagen aus Weissach sein und dort vor allem die Truppe rund um Olaf Manthey. Immerhin konnte man von 2006 bis 2009 alle 24H Rennen abräumen und auch heuer wird man ein Großaufgebot an den Start bringen um für alles gerüstet zu sein. Dies beginnt beim Sieger des 3. Laufes zur VLN und den 22 Stunden und 15 Minuten Sieger von 2010, dem Hybrid-Porsche. Über den Winter hat man bei Porsche den GT3 R Hybrid deutlich weiterentwickelt. So wiegt er nun 75 kg weniger, hat einer bessere Aero und die Elektromotoren haben mehr Leistung. Dafür musste man aber den Tankinhalt von 120 Liter auf 110 Liter reduzieren und liegt damit auf dem gleichen Niveau wie BMW mit dem M3 GT oder einem GT3 RSR. Beim 4. Lauf zur VLN hat man mit dem Sieg schon mal angedeutet was dieser Wagen leisten kann. Allerdings wurde man vor dem 24H Rennen durch die BoP nochmals massiv ausgebremst. So hat man dem Hybriden nur noch eine max. Motorleistung von 466 PS auf dem Rollenprüfstand erlaubt, während der normale GT3 R bei gleichen Gewicht 525 PS haben darf.
Pilotiert wird der Porsche von Richard Lietz, Marco Holzer sowie dem ALMS Duo von Flying Lizard, nämlich Jörg Bergmeister und Patrick Long, welcher sein 24H Debut feiern wird. Dies dürfte auch eines der Probleme des Wagen sein. Sicher sind alle 4 Piloten sehr schnell, aber vor allem bei Patrick Long fehlen mir doch noch einige Runden auf der Nordschleife, denn hier ist Erfahrung so wichtig wie sonst nirgends, gerade wenn es ums Überrunden geht, gerade in der Nacht. Ein Knackpunkt dürfte auch die Zuverlässigkeit sein, denn letztes Jahr sind alle namhaften Porsche vorzeitig ausgeschieden, auch wenn der Hybride als letzter die Segel streichen musste.
Sollte man aber ohne Probleme durchkommen, sollte eine Topplatzierung möglich sein.

Als stärkste Besatzung von Porsche und im gesamten Felde würde ich allerdings Timo Bernhard, Romain Dumas, Marc Lieb und Lucas Luhr einschätzen. Die ersten 3 konnten mit Marcel Tiemann zwischen 2007 und 2009 3 mal hintereinander die 24H gewinnen und man wäre auch heuer wieder mit Marcel gefahren, wäre nicht der Unfall in Imola gewessen. An dieser Stelle möchte ich und das gesamte Blog Marcel alles Gute für die Zukunft und seinem weiteren Genesungsprozess wünschen, damit sein Traum wahr wird und er eines Tages wieder in einem Rennwagen sitzen kann.
Aber mit Lucas Luhr hat man sich einen weiteren Hochkaräter geholt. Man besitzt hier die 2 erfolgreichsten Langstreckenprofis der letzten Jahr mit Bernhard/Dumas, mit Luhr einen 24H Gewinner von 2005 und mit Marc Lieb den schnellsten Piloten aller Starter hier im Felde. Daher ist diese Besatzung mein Siegfavorit. Interesant wird allerdings sein, auf welchem Wagen man fahren wird. Nachdem der GT3 R in diesem Jahr in allen Serien noch nichts reisen konnte und man laut Christian Menzel kaum mehr Luft nach oben habe, während die anderen noch mauern hat man sich bei Manthey entschieden in die Trickkiste zu greifen und hat den guten alten GT3 RSR aus der SP7 hervorgeholt. Diesen hat man beim 6 Stunden-Rennen eingesetzt, wo man fast noch den Ferrari geschlagen hat und auch beim 4. Lauf konnte man damit einen 2. Platz erreichen. Dabei hat man sogar den GT3 R und den RSR gleichzeitig eingesetzt um Vergleiche anstellen zu können.
Offensichtlich ist man sich bei Manthey aber wohl immer noch nicht sicher bzw. will sich beide Optionen offen halten und so hat man sowohl den GT3 R (#11) als auch den RSR (#18) mit allen 4 Fahrern für das Rennen genannt. Immerhin ist der GT3 RSR ein sehr ausgereiftes Auto mit dem man die 3 letzten Siege bei den 24H einfahren konnte und man hat 2009 damit eindrucksvoll bewießen, dass man damit ein 24H Sprintrennen ohne Fehler durchfahren kann. Außerdem konnte man damit bei der VLN 10 Runden am Stück fahren, genauso wie der Hybride. Allerdings ist die Strecke bei den 24H einen Kilometer länger und Marc Lieb sagte nach dem Rennen bei Sport1, dass er etwas Sprit sparen musste. Allerdings könnte man mit einer Reichweite von 9 Runden vermutlich immer noch eine Runde länger fahren als der GT3 R.

Und um zu verdeutlichen, wie wichtig die Reichweite ist, habe ich mal eine folgende Rechnung aufgemacht, welche für alle Fahrzeuge gültig ist: Ausgehend von einer Gesamtdistanz von 155 Runden, welche die Distanz von vor 2 Jahren war, muss man bei einer Reichweite von 10 Runden genau 155- 10 (Startturn) / 10 = 14.5 mal also 15 Stoppen. Bei einem Spritfenster von 9 Runden müsste man hingegen 16 mal an die Box kommen und bei einer Reichweite von nur 8 Runden, wie sie z.b letztes Jahr die GT3 R hatten wären es sogar 18 Stopps. Ausgehend von einer Zeit von 190 Sekunden pro Boxenstopp (144 sek sind durch den Tank-Pilot fix plus An und Abfahrt ) muss also ein Wagen mit einer Reichweite von 9 Runden jede Runde 1,3 Sekunden auf einen 10-Runden Fahrer rausfahren. Bei einer Reichweite von nur 8 Runden, müsste man sogar 3,7 Sekunden jede Runde schneller fahren um den Nachteil wieder egalisieren zu können.

Mich würde es daher auch nicht wundern, wenn der alte Fuchs Olaf Manthey sogar beide Wagen starten lässt und erst dann während des Rennen entscheidet, mit welchen Wagen er das Rennen zu Ende fährt. Allerdings gehe ich davon aus, dass man sich dann für den RSR entscheiden wird.

Dies sind aber nicht die einzigen Porsche. So wird auch dieses Jahr der Haribo Porsche mit der Nummer #8 an den Start gehen. Hier werden die sehr schnellen und erfahrenen Piloten Richard Westbrook, Christian Menzel und Mike Stursberg fahren, allerdings auch der deutlich langsamere Hans Guido Riegel. Es wird daher viel davon abhängen, wie oft Hans-Guido Riegel fahren wird, denn in der Vergangenheit hat er doch immer etliche Sekunden pro Runde auf seine Mitstreiter verloren, und bei einem erwarteten Sprintrennen wird es wohl um jede Sekunde ankommen.

Ein weiterer Porsche von Manthey, welcher auch Aussichtsreich sein dürfte ist der Wochenspiegel Porsche mit der #12. Es wird zwar eher kaum für ganz nach vorne reichen, allerdings hat die Besatzung Jochen Krumbach, Oliver Kainz, Georg Weiß und Michael Jacobs sehr viel Erfahrung und Routine. Man hat zwar mit den ersten 2 auch Fahrer welche den Speed an der Spitze mitgehen könnten, allerdings wird man hier eher nicht gleich alles geben und sich im Laufe des Rennen stetig nach vorne arbeiten, wenn die Topfahrzeuge sich zu Tode hetzen werden. Dazu kommt auch, dass man nicht mit dem etwas anfälligeren GT3 R sondern mit dem SP7 Porsche startet.

Wie wichtig Konstanz, Disziplin und Besonnenheit sind, hat im letzten Jahr Farnbacher demonstriert, als man zwar nicht das schnellste Auto hatte aber man sich durch die Probleme der Konkurrenten immer weiter nach vorne bis auf Platz 2 arbeiten konnte. Eine ähnliche Devise traue ich nicht nur dem WTM-Porsche zu, sondern auch dem Alzen Porsche mit der #31. Mit Jürgen Alzen, Klaus Ludwig, Sascha Bert und Artur Deutgen wird man sicher nicht das Höllen-Tempo der Spitze mitgehen, aber man hat extrem viel Erfahrung und Rountine auf der Nordschleife. So wird man sich sicher in die Top10 fahren können, wenn das Auto hält, aber da wird Jürgen Alzen schon dafür sorgen, dass der Cup S keine Probleme macht.

Selbiges gilt vermutlich auch für das Team Frikadelli Racing von Sabine Schmitz und Klaus Abbelen. So wird man heuer einen GT3 R einsetzen, mit welchen man heuer im 1. Lauf zur VLN Platz 5 und beim letzten Lauf den 2. Gesamtplatz erreichen konnte. Die beiden werden sich das Steuer der #26 mit dem sehr schnellen Niclas Kenntenich sowie dem Bruder von Jörg Bergmeister, Tim Bergmeister teilen. Ich denke nicht, dass man hier ab dem 1. Meter volles Risiko fahren wird, was man mit Sabine Schmitz und Niclas machen könnte, allerdings wissen die 2 Teaminhaber nur zu gut, wie man ein 24H Rennen angehen muss, als man 2008 mit einem 911 Cup den 3. Gesamtrang holen konnte.

Ein weiterer GT3 R wird von Falken Tyres eingesetzt und hier kann durchaus mit einer prominenten Besatzung aufwarten. So werden sich Wolf Henzler, Martin Ragginger, Sebastian Asch und Peter Dumbreck am Steuer der #44 abwechseln. Sicher hat das Team, welches in der Vergangnheit u.a den berühmten Nissan Skyline einsetze eine sehr schnelle Besatzung, aber es gibt hier doch einige mögliche Fehlerquelle, welche ein problemloses durchfahren relativ unwahrscheinlich machen. Zum einen setzt man auch hier auf den GT3 R, welche wie schon angesprochen im letzten Jahr nicht duch Zuverlässigkeit glänzten. Dazu kommen die Falkren Reifen, wo man nicht weiß wie gut die Schluss endlich sind. Sie können sehr gut sein, wie z.b die Hankook Reifen, aber auch nicht so toll.

Erfreulich ist auch, dass das erfolgreichste Deutsche Rennteam der Geschichte, Kremer Racing wieder am Start ist. Nachdem man in dieser Saison wieder mit 2 Porsche 911 Cup am Ring antritt wird man zum 24H Rennen einen nagel neuen GT3 R mit den Fahrern Daniel Schrey, Dirk Leßmeister sowie Adam Osieka und Wolfgang Kaufmann. Man hat sicher schnelle Piloten, die Frage wird allerdings sein, ob man das Rennen ohne Unfall bzw. Defekt über die Bühne bringen kann. Wenn ja, sollte eine Top10 Ankunft im Bereich des möglichen sein.

Abrunden möchte ich die Porsche mit dem Überraschungsteam des bisherigen Saisonverlaufes in der VLN, nämlich Pinta Racing mit der #27 auf ihrem GT3 R. Man hat hier mit Jörg van Ommen, Altfried Heger, Michael Illbruck und dem jungen aber sau schnellen Manuel Lauck eine gute Besatzung, welche Routine und Speed gut vereinigt, allerdings war man bisher eher glücklos unterwegs und musste Aufgrund von Unfällen und Technischen Defekten die Segel immer vorzeitig streichen. Sollte sich das nicht ändern, dann dürfte es für das Team welches teilweiße vorne so erfrischend mitmischen konnte, sehr schwer werden.

Man sollte hier aber nicht vergessen, dass ein Porsche von Manthey in der Regel immer etwas schneller ist als andere Porsche, was unter anderem auch daran liegt, dass Manthey zu den 24H immer Entwicklungsreifen von Michelin bekommen, während die anderen Teams diese nicht haben.

flattr this!

June 01 2011

15:26

VLN: Analyse 53. ADAC ACAS H&R-Cup

Mittlerweile sind die Themen Effizienz und Energierückgewinnungssysteme in der gesamten Automobilbranche und auch im Rennsport eines der dominierenden Themen. So hat man in der F1 wieder den Einsatz von KERS erlaubt und in Le Mans wird ein Hybrid-Protoyp an den Start gehen. Das größte Echo in der medialen Welt dürfte aber bisher Porsche mit ihrem 911 GT3 R Hybrid erzeugt haben, als man 2010 am Ring debütierte.

Jenes Auto gewann fast den 3. Lauf zur VLN und führte bis gute 2 Stunden vor Schluss das 24H Rennen souverän an, als der Verbrennungsmotor und nicht das Hybrid-System den Geist aufgab. Seitdem hat Porsche jenen Wagen stetig weiterentwickelt und man sinnt auf Revanche für das diesjährige 24H Rennen und zumindest am Samstag hat dies prächtig funktioniert, als man den 4. Wertungslauf für sich entscheiden konnte. Nachdem das Zeittraining durch einen schweren Unfall im Bereich Kallenhard (u.a mit dem R8 von Graig Lowndes am Steuer) mit mehreren involvierten Wagen 20 Minuten vor Ende abgebrochen werden musste, ging man von Rang 8 ins Rennen.

Die Pole hatte zu diesem Zeitpunkt mit einer 8:18 der schon mehrmals auftrumpfende Pinta-Porsche mit Manuel Lauck erobert, dicht gefolgt vom Sieger des 2. Laufes, dem SLS von Mamerow Racing und dem 1. R8 von Phoenix, u.a mit Marc Basseng und Le Mans Sieger Mike Rockenfeller. Auf den Plätzen folgten ein weiterer SLS von Heico Motorsport (mit LD Arnold) sowie vor 4 Porsche aus dem Hause Manthey (Nadelstreifen vor dem GT3 RSR und dem GT3 R und den Hybriden), während 2 weitere Audi R8 mit u.a Mattias Ekström und
Frank Stipler die Top 10 komplettierten. Der eigentlich von Platz 9 startende R8 mit Craig Lowndes und Warren Luff musste aufgrund des Unfalles schon nach dem Training die Segel streichen und konnte gar nicht wieder antreten, was für die 2 Australier sehr schade ist, denn mit Rang 9 war man bisher recht flott unterwegs. Auch konnte der RSR nicht von seiner angestrebten Position starten, sondern musste sich 10 Plätze weiter hinten einordnen, da man unter Gelb wohl überholt hatte.

Da half ihnen auch kaum die Datenpanne bei der Zeitmessung, welche dafür sorgte dass der Rennstart erst mit gut 45 min Verspätung vonstattenging. Bei diesem Start konnte sich Patrick Long im Hybriden beim Anbremsen der 1. Kurve auf Rang 4 einsortierten, während die ersten 3 unverändert auf die Nordschleife abbogen.

So kamen sie auch mehr oder weniger unverändert aus der 1. Runde zurück und hier offenbarte “Wild Wild West Long” nun schon mal, was in dem weiterentwickelten Hybriden so alles steckt, und scheint so einiges zu sein, wie die Kollegen Mamerow und Lauck gleich im Bereich Mercedes Arena spüren sollten. So konnte er sich auf der Start und Ziel Geraden den SLS von Chris Mamerow dank guten 200 extra PS schnappen und machte gleich mal Jagd auf den Pinta Porsche, welchen er einen guten Kilometer später dann auch aufschnupfen konnte und als 1. auf die Nordschleife abbiegen konnte. Dahinter formierten sich dann die R8 von Audi sowie die Porsche von Manthey und dem Frikadelli Team sowie die SLS von Heico und Mamerow in sehr knappen Abständen.

So entwickelten sich mehrere schöne und enge Zweikämpfe, denn die Top14 lagen zu diesem Zeitpunkt nur 10 Sekunden auseinander! Dies ging bis zum 3. Umlauf gut, als sich im Bereich Wehrseifen ein folgenschwerer Unfall ereignete, welcher vor allem auf Porsche Seite für einiges an Ungemach sorgen sollte. Da wollte sich der Manuel Lauck außen an einem langsameren Auto vorbeibremsen, was ihm aber nicht gelang und wohl in der Begrenzung landete, was das Aus bedeutete. Dahinter wurde es natürlich sofort sehr eng. So konnte Marc Lieb gerade noch rechtzeitig bremsen um einen Unfall zu vermeiden, allerdings hing im zu diesem Zeitpunkt Niclas Kentenich im Frikadelli Porsche so dich im Getriebe, dass er kaum mehr reagieren konnte und dem Porsche hinten traf. Für das Auto von Sabine Schmitz war das Rennen sofort gelaufen, während Marc Lieb noch bis zur Box fahren konnte, wo erstmal größere Reparaturen anstanden und das Rennen für den 1. Dicken gelaufen war.

Bis zur 7. Runde konnten sich die 2 Führenden, Chris Mamerow und Patrick Long etwas vom Feld absetzen, um es sich dann aber mal richtig zu geben. Da wollte nun “Wild Wild West Long (O-Ton P. Simon) mit aller Gewalt an Chris Mamerow vorbei. Er versuchte es im Bereich Mercedes-Arena beim Anbremsen sich außen vorbei zu drücken. Als dies nichts half, versuchte er es ein paar Meter später wieder und klopfte dabei mehrmals herzhaft an der Tür von Chris Mamerow im SLS an. Dieser gab sich aber nicht geschlafen und konnte somit seine 1. Position verteidigen. Unterdessen kam auch das Feld im Zuge dieses Kampfes wieder im Formationsflug heran, angeführt von den R8 mit Mike Rockenfeller an der Spitze um einen Dreikampf zu eröffnen und Long auf der Nordschleife dann zu holen, während die Top 3 innerhalb von 0,6 Sekunden lagen.

In der 8. Runde wollte es dann Mike Rockenfeller sogar übers Gras versuchen, was ihm aber nicht gelang und er noch rechtzeitig zurückstecken konnte, um seine Position zu verteidigen, denn mittlerweile dachte sich Romain Dumas “Hey, aller guten Dinge sind zwar 3, aber 4 ist besser” und wollte nun seinerseits Rockenfeller kassieren. Nur ein Blick auf die Uhr und die angesetzte Distanz von 4 Stunden zeigte auf, dass noch gute 3 Stunden zu fahren sind.

Dies hat sich wohl auch über die Nordschleife fortgesetzt und fand erst ein Ende, als die R8 und der SLS von Chris Mamerow an die Box kamen zum 1. planmäßigen Service. Nur der Hybride und der RSR blieben draußen auf der Strecke und mussten erst 1 Runde später an die Box, was sich als rennentscheidend erweisen sollte.

Hierzu ein kleiner Exkurs in Sachen Rennlänge und Pit Window von mir: Bei einer Distanz von 4 Stunden ergeben sich im trockenen bzw. leicht feuchten Zustand in der Regel Distanzen von 27 oder 28 Runden. Die Tankgröße richtet sich nach dem Gewicht der Wagen, was bedeutete, dass der Hybrid und der RSR (1300 kg) 110 Liter tanken durften während der R8 und der SLS (beide 1350 kg) 120 Liter Tankinhalt haben. Aber da der R8 und der SLS einen etwas verbrauchsintensiveren Motor (größerer Air Restriktor) und mehr Gewicht haben, können sie 9 Runden draußen bleiben, während es der RSR und der Hybrid schafften, 10 Runden am Stück fahren zu können. Daraus ergeben sich für die GT3 Jungs 2 volle Stopps und ein kurzer Splash and Dash (wenn man das Fuel Window immer ausnutzt), während sich die 2 Porsche diesen Splash an Dash dann sparen können.

So konnten sich vor allem die 4 R8 LMS mit schnellen Zeiten und der schnellsten Runden einen Vorsprung von gut einer Minute auf die Gegner rausfahren, mussten aber einmal mehr an die Box und so kamen sie bereits Ende der 14. Runde an die Box, wobei man vermutlich absichtlich etwas früher kommen wollte, während die Porsche gegen Ende des 19. Umlaufes erst an die Box mussten.
In derselben Runde fiel auch der Mamerow SLS aus, wodurch sich nun endgültig ein Kampf zwischen Porsche und Audi entwickelte.

Denn die BMW in Form der Z4 GT3 hatten 0 Chance, denn der Auftritt der 3 Wagen von Schuberth entwickelte sich völlig zu einem Fiasko, als alle 3 in den Runden 22 und 23 die Segel streichen mussten. Der Alpina BMW kam gar nicht erst über den 1. Umlauf hinaus. Einzig der von Dörr eingesetzte Z4 GT3 konnte mit Platz 13 in der SP9 die Fahnen hochhalten, während der neue von Getrag nach SP7 aufgebaute Z4 ebenfalls vorzeitig die Fahnen senken musste. Mit einer 8:30 hat man aber schon mal aufgezeigt, dass man durchaus sehr sehr flott unterwegs ist.

Ebenfalls ein Fiasko erlebte der VW Golf24H, welcher mit Nicki Thiim bereits in der 2. Runde ausgerollt ist und nicht mehr ins Geschehen eingreifen konnte, genauso wie der VW Scirocco von LMS Engineering mit der #302, welcher mit seinem “Bruder” dem anderen Scirocco und dem TT-RS von Raeder Motorsport den Ton in der SP3T angibt.

Diese Klasse wurde nun wieder gewertet, welche die 3 Norweger von Schijaern knapp vor dem 2. Scirocco von LMS in ihrem TT gewinnen konnten. Mit 8:50 war man aber auch hier wieder 20 Sekunden schneller unterwegs als die meisten Konkurrenten und man darf gespannt sein, wie sich das nun noch entwickeln wird.

Ein weiterer sehr schneller Wagen war mal wieder der Audi TT-RS von Reader Motorsport mit Frank Biela, Jens Klingmann und Andrea Picinni, welcher den 14. Gesamtrang erreichen konnte und somit erstmals die FH Köln in der SP4T schlagen konnten.

Zurück an die Spitze und dort bahnte sich in der 19. Runde eine Vorentscheidung an. Gegen Ende dieses Umlaufes kamen nämlich die 2 Porsche an die Box und Marco Holzer übernahm von Lietz und Lieb übernahm von Luhr das Volant bis zum Ende. Diese hatten ab dem 27. Umlauf eine Doppelführung, da die Audi wie erwartet zum 3. Stopp mussten. Allerdings war Frank Stippler im besten R8 LMS nur 7 Sekunden hinter Marc Lieb im RSR und Marco Holzer begann anscheinend nicht mehr ganz am Limit zu fahren, sodass die 2 Verfolger mit 20 Sekunden Rückstand die vorletzte Runde in Angriff nahmen und immer näher kommen konnten.

Allerdings konnte Marco Holzer seine Vorsprung von guten 3 Sekunden über die Linie retten, während sich Marc Lieb noch erfolgreich gegen Stippler zur Wehr setzen konnte. Somit waren 3 Klassen und 2 verschiedene Wagen auf dem Gesamt-Podium.

Dies wird das letzte Aufeinandertreffen der Top Piloten vor den 24H vom Ring gewesen sein, denn der letzt Lauf vor dem Saisonhöhepunkt findet am gleichen Wochenende wie Le Mans statt und dann werden sich Müller, Lamy, Lieb, Luhr, Bernhard, Rockenfeller und Co. an der Sarthe einen Tanz auf der Rasierklinge liefern.

Mindestens genauso eng ging es aber auch in den anderen Klassen zu: So konnten sich Olivo Janek und Elmar Jurek den Sieg in der Renault Clio Cup mit einer Minute Vorsprung sichern, nachdem es auch dort stundenlang hin und her ging und man wenige Runden vor Schluss nur 3 Sekunden vor den späteren 2. Platzierten Dominik Brinkmann und Stefan Epp lag. 3. wurden in der Klasse die Linther Brüder während Schläppi Race-Tec, die Sieger des 1. Laufes auf Platz 4 ins Ziel kamen.

In der Serienwagen-Klasse bis 3000 ccm, der V5 ging es auch hoch her. Hier fährt seit Beginn des Jahres nicht nur das Black Falcon Junior Team mit den Führenden der Gesamtwertung, Metzger/Scheerbarth/Knechtges, sondern nun auch die Titelverteidiger von Bonk Motorsport, welche nach den wenigen Nennungen in ihrer Klasse (am Samstag waren es wieder nur 2 und dementsprechend wenig Punkte), der SP3 den Rücken kehrten und nun in der V5 direkt im Revier ihrer Rivalen Punkte holen wollen.

Dies ist ihnen schon mal sehr gut gelungen, denn man konnte gegen Endes des Rennens die Führung vom schon angesprochenen Black Falcon-Trio übernehmen, und mit gut 30 Sekunden Vorsprung die Klasse gewinnen.

Somit führt in der Meisterschaft weiterhin das Trio von Black Falcon, vor Wolfgang Weber/Norbert Bermes und Nilsson Rickardd vom Mathol Racing aus der SP10 vor dem 2. Black Falcon Trio aus der V6, nämlich Sean Paul Breslin, Leisen Phillip und Volin Oleg.

Der nächste Lauf findet wie schon angesprochen in 2 Wochen am Le Mans Weekend statt und gilt als Generalprobe, bevor 2 Wochen später die Hatz 2 mal um die Uhr durch die Eifel losgeht.

VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 42. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup

January 09 2011

09:14

Tourenwagen 2010: Spannung, Not & Elend

Die Tourenwagensaison 2010 wird nicht gerade bei vielen blendender Erinnerung bleiben. Schon gar nicht bei BMW, die den WM-Titel vor dem Sportgericht verloren haben.

BTCC und WTCC hatten nicht gerade ihr bestes Jahr. So viel kann man schon am Anfang eines Saisonrückblicks feststellen, aber die Gründe, warum sich beide Serien im Moment nicht gerade in Höchstform befinden, fallen sehr unterschiedlich aus. Bei der BTCC sind die Probleme offensichtlich: Mit Chevrolet hat man nur ein Werksteam, dessen finanzielle Mittel ausreichend vorhanden ist und somit fehlt ein wenig die Konkurrenz. Honda hat zwar ein Semi-Werksprogramm, steckt aber, verglichen mit Chevy Europe, wenig Geld rein. Ähnliches gilt für Ford, die das Team Aon vorgeschickt haben, um den neuen gasbetriebenen Turbomotor aus zu testen. Ein richtiger Werkseinsatz ist das auch nicht, aber immerhin ein Lichtblick. Die BTCC Saison 2010 blieb auch nur bis zum Ende spannend, weil sich Chevrolet ein paar Fehler erlaubte und die Veranstalter Ford an der langen Leinen ließen. Und weil Team Dynamics die Hondas richtig gut in Schwung bekam.

Für Ray Mallock Ltd., die die Chevrolet an den Start gebracht haben, war der Einsatz in der BTCC eigentlich nur ein “Abfallprodukt”, allerdings ein mit einem Hintergedanken. Man setzt sowieso die drei Cruze in der WTCC, und da der Wagen zu Beginn der Saison neu war, auf der anderen Seite aber die Testzeit begrenzt ist, konnte man die Daten aus der BTCC gut gebrauchen. Auf der anderen Seite war schon zum Start der Saison klar, dass alles andere als der Titel in der BTCC eine herbe Enttäuschung gewesen wäre. Denn man setzte ja nicht nur mit der WTCC baugleiche Wagen ein, man hatte mit Jason Plato auch einen der besten britischen Fahrer engagiert. Aber es ging dann doch eine Menge schief. Der Motor litt unter Kinderkrankheiten, besonders die Elektronik spielte gerne mal verrückt. Auch rächte sich ein wenig der Umstand, dass man mit Michael McDowell zwar einen hochtalentierten, aber eben auch sehr unerfahrenen Piloten neben Plato gesetzt hatte. Dem oblag die gesamte Verantwortung und man machte sich in der Teamwertung das Leben selber ein wenig schwer.

Dennoch hat sich der verlängerte Testeinsatz des Cruze in der BTCC gelohnt. Das merkte man vor allem nach den Tests in Brands Hatch im Juli. Offenbar fand man damals etwas wichtiges bei der Abstimmung des Fahrwerks, denn sowohl bei Plato, als auch bei den drei WTCC-Wagen lief es nach den Tests deutlich besser. So hatte sich der Einsatz der zwei Cruze auf der britischen Insel durchaus gelohnt. Zwar konnte Plato den Titel erst am letzten Rennwochenende gewinnen, aber zumindest gab es beide Titel für RML.

Ford tat sich zunächst schwer, was angesichts des neuen S2000 Motors, der mit Gas befeuert wurde, auch nicht weiter verwunderlich war. Weil die BTCC Ford beim Motor lange freie Hand gab, konnte man den schweren Focus einigermaßen gut vorne platzieren. Irgendwann wurde es der Konkurrenz aber zu dumm. Nachdem die Focus in Snetterton und Silverstone auf den Geraden quasi nach Belieben die Konkurrenz überholten, musste die BTCC schließlich eingreifen und bremste die Ford etwas ein. Das Ergebnis konnte man bei den folgenden Rennen dann gut erkennen. Da der Focus lieber geradeaus als um die Ecke fahren, waren sie im Titelkampf dann auch eher Außenseiter. Das hatte sich das Team teilweise auch selber zu zuschreiben, denn man setzte komplett auf Tom Chilton, wobei der hierzulande eher unbekannte Tom Onslow-Cole in der Meisterschaft zeitweise mehr Chancen hatte. Dennoch pfiff ihn sein Team ein paar Mal zurück, um Chilton nach vorne zu schieben.

Team Dynamics, dass offizielle Honda Team in England, war zu Beginn der Saison als Hauptkonkurrent von Chevrolet ausgemacht worden und sah mit Matt Neal und Gordon Shedden in der Saison auch gut aus. Schwachpunkt des kantigen Civic war aber der Motor, der einfach zu wenig Leistung hatte. Erst in Silverstone kam das neue Aggregat, was ein wenig zu spät war. Vier Siege waren das Ergebnis, aber die ebenfalls auftrumpfenden Chevrolet konnte man nicht mehr abfangen. Dennoch keine schlechte Saison für beide Piloten.

BMW war in diesem Jahr chancenlos. Der überalterte 320si, den das Airwaves Team ohne Unterstützung aus München weiter entwickelt hatte, kam nur zu Beginn der Saison zu zwei Siegen und auch nur, weil es in Rennen 3 den Reverse Grid gab. Immerhin waren die BMW noch gut genug um oft unter den ersten Fünf und sorgten für spannende Positionskämpfe.

Das tat auch der Rest des Feldes, aber um die Siege konnten die meist privaten Teams nicht mitfahren. Nur dem Pirtek Team gelangen zwei Siege mit Andrew Jordan, der einen Vetra mit dem neuen NGTC Motor einsetze. Immerhin, kann man sagen, aber es zeigt eben auch, dass der Abstand zwischen dem Mittelfeld und der Spitze nicht so groß ist, wie in anderen Serien. Es gab viele spannende Rennen, vor allem im Mittelfeld und die alte englische Tourenwagentradition erlebte ein weiteres Jahr. Grandiose Rennen gab es einige (Donnigton, Thruxton) aber auch ein paar langweilige Läufe. Dennoch waren die BTCC-Rennen immer ein Highlight und zeigten der Konkurrenz, wie guter Motorsport funktionieren kann.

Ihre Krise hat die BTCC aber noch nicht überwunden. Chevrolet wird auch 2011 wieder dabei sein, ebenso Ford und Honda, aber dahinter tut sich wenig. Interessant ist aber die Ankündigung von STR (Special Tuning UK) die in der kommenden Saison gleich vier Seats einsetzten wollen. Die werden aber nach dem S2000 Reglement eingesetzt und in diesem Jahr waren die Seat eher chancenlos.

Ab 2011 wird die BTCC auf ein gemischtes Reglement setzten. Die Spitze wird schon nach dem neuen NGTC Reglement mit dem Weltmotor unterwegs sein, der Rest wird wohl weiter die S2000 Wagen einsetzen. Man kann jetzt schon davon ausgehen, dass die Balance of Power Diskussionen lange anhalten werden. Dazu dann aber mehr, wenn die Saison los geht.

WTCC 2010

Die FIA Tourenwagenweltmeisterschaft hat mich dieses Jahr etwas enttäuscht. Schuld daran waren mal wieder die Rangeleien um die “Balance of Performance”, die mehr oder weniger hinter den Kulissen permanent betrieben wurden. BMW und Chevrolet war die Einstufung der Seats meist zu lasch, Seat, die ja in diesem Jahr nur als “Quasi” Werksteam unterwegs waren, wehrten sich meist erfolgreich in dem sie mit Rückzug drohten. Die Veranstalter sahen sich in der Zwickmühle und handelten teilweise kopflos. Mal wurde der Ladedruck der Seat-Diesel runter gesetzt, dann wieder hoch. Es wurden die Gewichte verändert, die Einstufungen dafür auch und man traf sich mehr hinter den Kulissen, als das Rennen gefahren wurden. Und wenn einer nicht gewinnen konnte, war es natürlich die Einstufung schuld.

Natürlich ist es normal, dass man in einer Weltmeisterschaft hinter den Kulissen rangelt. Das war schon immer so, aber die Art und Weise, wie es in diesem Jahr in der WTCC ablief, erinnert dann schon teilweise an eine Slapsick-Komödie. Jeder trickst, jeder versuchte die Offiziellen zu beeinflussen und nebenbei wurden ein paar Rennen gefahren. Trauriger Höhepunkt war dann die Affäre von Okayama. BMW war ja in diesem Jahr immer noch mit der normalen H-Schaltung unterwegs. Grund: Mit einem sequentiellen Getriebe wurde der 320si nie homologiert. Man griff tief in die Trickkiste und argumentierte, dass der Zanardi ja auch mit einem sequentiellen Getriebe all die Jahre gefahren sei, dementsprechend könne man ja jetzt wohl auch damit fahren. Vielleicht wären die Bayern mit dem Trick auch durch gekommen, wenn sie ihn zu Beginn der Saison ausprobiert hätten, aber im vorletzten Rennen war es doch etwas sehr dreist und offensichtlich. Am Ende verloren sie nicht nur die Punkte, sondern da durch auch die WM.

Diese, für die WTCC in Sachen PR, nicht gerade positive Sache war symptomatisch für die gesamte Saison. Die Offiziellen wirkten teilweise hilflos im Spiel der Hersteller und wankten von Entscheidung zu Entscheidung, die nicht immer nachvollziehbar waren. Ein schönes Beispiel für die teilweise grotesken Momente des Jahres war das “Rennen” im Marrakesch. Ein Kurs, der gerade mal so eben den FIA-Richtlinien entsprach, eine Ampelanlage, die nicht funktionierte, völlig überforderte Streckenposten, chrashfreundliche Piloten und eine Rennleitung, die teilweise offenbar nicht wusste was sie tun sollte, sorgten für die lächerlichste Veranstaltung, die je den Namen “Weltmeisterschaft” getragen hat.

Aber es war ja nicht alles schlecht. Wenn man die Politik ausblenden konnte, waren die Rennen zeitweise sehr ansehnlich. Die Rennen in Zolder (mit Abstrichen), Portimao, Brands Hatch, Oschersleben und Valencia boten richtig guten Motorsport und zeigten, dass die WTCC nicht komplett tot war. Zumindest in der Phase schien die FIA endlich eine vernünftige BoP gefunden zu haben.

Das Chevrolet mit dem brandneuen Cruze die Meisterschaft gewinnen konnte, war am Ende aber doch etwas überraschend. Es ist schon eine kleine Kunst in einer so engen Serie mit einem neuen Auto direkt an der Spitze zu lande, auch wenn man sich zunächst etwas schwer getan hat. Dennoch hatte ich eher die Seat auf der Rechnung, aber ein Tarquini gegen die Cruze war dann doch zu wenig. Wirklich fasziniert hat mich die Leistung von BMW, die aus dem alten 320si immer noch genug Leistung raus quetschen konnten, damit Farfus und Andy Priaulx Chancen auf den Titel hatten. Diese Leistung fand ich doch schon sehr beachtenswert und fünf Siege für Priaulx machen das mehr als deutlich. Vergessen sollte man auch nicht die private BMW-Truppe um das Team Avira, die zunächst in der Independent-Wertung mit Colin Turkington in einem BMW unterwegs waren. Auf Grund der besseren Einstufung in Sachen Gewicht und dank der sehr guten Leistung des letztjährigen BTCC-Meisters war man so schnell, dass die FIA Avira schleunigst aus der Wertung nahm.

Sportlich also durchaus eine abwechslungsreiche Saison, politisch betrachtet ein kleines Desaster. Da die Diesel 2011 endgültig kastriert werden, bzw. verschwinden, bleibt zumindest die Hoffnung, dass man sich etwas weniger streiten wird.

DTM 2010
Ich hatte die DTM nach den, mal wieder, lächerlichen Entscheidungen der Rennleitung in Oschersleben, aus der Berichterstattung hier im Blog genommen. Das wird sich auch 2011 nicht ändern, es sei denn, die Serie überrascht mit einer komplett neuen Einstellung.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Es geht mir nicht um die Technik, die Teams oder die Fahrer. Man kann das technische Reglement und vor allem die aus dem Ruder gelaufene Aerodynamik kritisieren, aber von reinen technischen Standpunkt ausgesehen, ist die DTM hochklassig. Die Wagen sind kompliziert und stellen hohe Anforderungen an die Fahrer, die Motoren sind exzellent und halten auch durch. Die Teams leisten Schwerstarbeit, die Qualität der Fahrer ist hoch, wie man auch beim NASCAR Ausflug von Ekström, oder dem Einsatz von Scheider in Le Mans sehen konnte. Aber das alles hilft ja nicht, wenn die Regeln teilweise nur noch Kopfschütteln auslösen und eine Rennleitung dabei ist, jedes Überholmanöver zu bestrafen. Das bremst die Fahrer ein, die sich nichts mehr trauen, und tötet jede Spannung.

Bleibt zu hoffen, dass 2012 neben BMW vielleicht noch ein weiterer Hersteller (Opel?, Toyota?) in die Serie kommt. Oder das geplante Globalisierung über die SuperGT und die mysteriöse Rennserie im Rahmen der NASCAR etwas mehr Schwung auch nach Deutschland bringen wird.

hi_6544_4213 hi_6519_28bf hi_6515_79f7 hi_6473_f973 hi_6467_9b49 hi_6433_115b hi_6435_b2cd hi_6412_f264 hi_6371_fb76 hi_6363_bcfe hi_6333_34a6 hi_6311_3d1d hi_6260_c5a1 hi_6254_3c8a hi_6228_9c46 hi_6207_5899 hi_6182_365a hi_6015_2d62 hi_5968_81bd hi_5915_2a3b hi_5851_4bee hi_5773_a269

September 06 2010

06:16

BTCC, DTM, WTCC: Analyse Knockhill, Brands Hatch & Oschersleben

Erstaunliche ruhige Rennen der BTCC in einem trockenen Knockhill, erwartete Langeweile bei der DTM und viel Chaos bei der WTCC in Oschersleben.

Es war schon vorher klar, dass die 98 Runden der DTM in Brands Hatch nicht gerade zu den Leckerbissen gehören würde. Fahrer und Wagen sind einfach zu identisch gut, als dass man auf der kurzen Strecke wirklich überholen konnte. Allein Paul di Resta fuhr am gesamten Wochenende in einer völlig eigenen Liga und ließ den Rest der Welt um bis zu 5 Zehntel hinter sich. Wenn man bedenkt, dass der Abstand zwischen Platz 3 und 11 5 Zehntel beträgt, kann man erkenne, wie überlegen di Resta war. Dementsprechend tat sich in Sachen Spitzenkampf wirklich gar nichts, nach dem der Start erfolgt war. Der sorgte auch dafür, das Audi seinen letzten Titelkandidaten in diesem Jahr abschreiben musste. Womit dann klar ist, dass man den Titel nicht mehr verteidigen kann.

Wer keine Lust zu lesen hat: Kollege Basic-Groove war in Oschersleben beim WTCC Rennen und hat jede Menge Fotos mitgebracht!


Im Startgetümmel waren sich Ralf Schumacher und Mattias Ekström ins Gehege gekommen. Schumacher berührte unglücklich die linke Hinterachse des Schweden, dessen Aufhängung sich verabschiedete. Die Berührung war wirklich minimal, umso erstaunlicher, dass die Aufhängung sofort nachgab. Den Rest erledigte Susie Stottard, die Ekström abräumte als er hinter der Kuppe des Paddock Hill Bend auf der Ideallinie rumschlich. Ekström meinte nach dem Rennen auch, dass die DTM-Wagen wegen ihrer extremen Bausweise einfach zu empfindlich seinen. Für Schumacher war das Rennen nicht sehr viel später beendet, als er durchs Kiesbett rumpelte und seiner Aufhängung offenbar ebenfalls den Rest gab.

Nachdem das aussortiert war, tat sich eigentlich nicht mehr viel. Timo Scheider versuchte auf Platz 3 liegend, den vor ihn fahrenden Spengler mittels besserer Boxenstrategie unter Druck zu setzen, was beim zweiten Stopp auch fast gelang. Scheider fehlten vielleicht 1 oder 2 Zehntel und er wäre durch gewesen. Da konnte man erahnen, wie hart auf der Strecke gefahren wurde, wie sehr die Fahrer um jeden Meter kämpfen mussten.

Mal wieder ein gutes Rennen lieferte der Spanier Molina. Von Platz 8 ins Rennen gegangen, fiel er nach dem Start auf Platz 10 zurück. Doch sein Team setzte einfach darauf, dass zwei sehr lange Stints helfen könnten, so lange die Reifen mitmachen. Da der Audi mit den Reifen etwas schonender umgeht, gelang Molina das Kunststück am Ende sogar einen neuen Rundenrekord für die DTM aufzustellen. So rutschte er von Platz 10 auf Platz 4 (!), den er bis ins Ziel halten konnte. Was der Nachwuchsfahrer abliefert, ist wirklich beachtenswert. Meist ist er fehlerlos unterwegs und kämpft um Punkte. Er ist definitiv ein Mann für einen aktuellen Wagen, sollte Ekström sich Richtung NASCAR verabschieden.

Paul di Resta gewann am Ende völlig ungefährdet vor Spengler, der unauffällig unterwegs war und Scheider, der seinen Aufwärtstrend bestätigte. Weil Paffett hinter Molina ins Ziel kam, verlor er wichtige Punkte auf seine beiden Mercedes-Kollegen. Spengler führt zwar noch, aber sein Vorsprung ist vor den letzten vier Rennen auf schmale 9 Punkte zusammen geschmolzen. Stand im Moment:

Spengler 52
di Resta 43
Paffett 39
Scheider 29
Ekström 28

BTCC
Erstaunlich gesittet ging es zumindest in den ersten beiden Rennen der BTCC zu. Vielleicht war man auch einfach so erschrocken, dass es in Knockhill trocken war. Klar war, dass die beiden Hondas das Tempo vorgeben würden. Sie sind auf der eher engen Strecke in Knockhill wendiger und seit Silverstone hat man auch einen neuen, stärkeren Motor unter der Haube. Um so erstaunlicher war es, dass der junge Alex MacDowell sich die Pole im Chevy Cruze sichern konnte. Doch im Rennen konnten die Honda zurückschlagen.

Rennen 1
MacDowell konnte seine Pole nicht umsetzten. Ein bisschen zu viel Wheelspin am Start und schon war Shedden vorbei. In Turn 1 reihte sich der junge Cruze Pilot etwas zu optimistisch hinter Shedden ein und berührt ihn im Heck. Shedden stand fast komplett quer, rettete den Wagen aber irgendwie und blieb vorne. Dahinter reihten sich Neal und Plato ein, der im ersten Rennen den Speed seines Teamkollegen nicht mit gehen konnte. Um ihn herum ballten sich aber die Kollegen, die ihn massiv unter Druck setzten. Onslow-Cole versuchte sich als erster an Plato, der ihn aber abtropfen ließ. Nutzniesser der Aktion war Steven Kane mit seinem BMW, der an beiden vor ging und sich sofort von Plato absetzen konnte. Auch dahinter gab es viele gute Zweikämpfe, die meist fair blieben. Nur Rob Collard stand plötzlich in den Reifenstapeln, wie das passiert ist, haben die Kameras aber nicht aufgelöst. Vorne tat sich zunächst aber relativ wenig. Shedden hatte sich um 2 Sekunden abgesetzt, MacDowell war ein gutes Stück vor Matt Neal, der es ruhig angehen ließ. Dann hatte irgendjemand eine ein riesiges Werbebanner mitgenommen und in der Weir-Chicane abgelegt. Ein Safety Car war die Folge, was für Neal Folgen haben sollte. Denn beim Restart war Steven Kane plötzlich hinter ihm, der ihn dann eine Runde später auch in der Hairpin stellte und überholen konnte. Am Ende gewann Shedden vor MacDowell, Kane, Neal, Chilton, Plato, Cole, O’Neill, Jordon und Jackson. Für BTCC und Knockhill Verhältnisse war es ein eher ruhiges Rennen.

Rennen 2
Es ging schon mal damit los, dass MacDowell den Start versaut und weit zurückfällt. Im Hinterfeld dreht sich Pinkney, der gleich noch Rob Collard mitnimmt. Beide raus, die Marshalls legten eine kleine Slapstick-Nummer ein. Erst schieben sie Collards Wagen noch in die Reifenstapel, dann bekommen sie Pinkneys Wagen nicht weg. Nach dem Restart schnappt sich Matt Neal den Führenden Gordon Shedden, in dem er seinen Bremspunkt jenseits von Gut und Böse legt und sich in der Haipin vorbei drückt. Obwohl Shedden das Platzierungsgewicht aus Lauf 1 mit sich rumschleppt, kann sich Neal aber nicht absetzten. Vorne bildet sich dann schnell ein schöner Zug aus 5 Wagen mit Neal, Shedden, Kane, Chilton und Plato, der sich zurückhält und offenbar lange die Reifen schonen wollte. Zwar schenkte man sich nichts vorne, aber es passierte bis kurz vor Schluss nichts. Erst in den letzten 4 Runden kam wieder Schwung in die Bude, als Plato den Ford von Chilton in der Hairpin aus dem Weg schob und vorbei ging. Zwei Runden später machte er ein ähnliches Manöver mit Steven Kane, der sich gleich auch noch mit Chilton auseinandersetzen musste. Der schnelle Ford setzte sich in Turn 1 neben den BMW und natürlich wollte keiner nachgeben. Kane hatte das schlechtere Ende auf seiner Seite und drehte sich raus. Leider nahm er dabei auch noch Paul O’Neill mit, der weit zurück fiel. Neal gewann dann vor Shedden und Plato, der seinen Vorsprung in der Meisterschaft halten konnte. Zwar ein netter Kampf an der Spitze, aber ansonsten relativ wenig Bewegung im Feld.

Rennen 3
Nachdem die beiden ersten Rennen ja für BTCC Verhältnisse eher ruhig waren, sollte das dritte Rennen dann schon etwas ruppiger werden. Die Auslosung des Reverse Grids hatte Cole auf die Pole geschoben, hinter ihm lauerten aber mit Kane und Jackson gleich zwei BMWs, deren Hinterradantrieb am Start besser sein sollte. Pechvogel war aber Kane, der seinen BMW noch vor dem Start mit einer defekten Antriebswelle abstellen musste. Onslow-Cole konnte sich am Start knapp gegen Mat Jackson durchsetzen, der allerdings von hinten drängelte. Plato schnappte sich Shedden und war plözlich auf Platz drei. In der zweiten Runde versuchte Jackson in der Schikane an Cole vorbei zu gehen, was ihn allerdings ins Gras beförderte. Das halbe Feld zog an ihm vorbei und mit dem Hals von der Größe eines Baumstamms machte er sich auf die Verfolgung.
Vorne blieb es lange ruhig, auch ein Restart, nachdem Pinckney seinen Wagen mal wieder versenkt hatte, änderte nichts an der Reihenfolge. Plato blieb an Cole dran, machte aber erst mal nichts. Andrew Jordan war sicherer Dritter, und fuhr mit einem Respektabstand hinter den beiden Führenden her. Hinter ihm gab es eine Lücke, weil James Nash im Triple 8 Wagen Matt Neal und den Rest aufhielt. In den letzten Runden wurde es allerdings noch mal richtig hektisch.
Plato erhöhte massiv den Druck auf Cole. Dreimal versuchte er in der Hairpin eine weitere Linie um mehr Schwung auf der Geraden zu haben, jedesmal spielte Cole die überlegene Beschleunigung des Focus aus und ließ Plato stehen. Erst beim vierten Mal konnte sich Plato neben ihn setzten und setzte sich in Turn 1 auf der besseren Linie durch. Das Manöver erlaubte Jordan näher zu kommen, der seinen Wagen aber mit Übermut in die Wiese warf und weit zurückfiel. Matt Neal hatte mittlerweile James Nash aus dem Weg geräumt und klebte an Onslow-Cole, aber der rettete sich mit knappen Vorsprung ins Ziel.

Ein sehenswertes Rennen, mit einem nicht ganz erwarteten Sieger. Plato Sieg ist Gold wert, denn in der Meisterschaft bedeutet dies 20 Punkte Vorsprung. Das ist zwar noch zu wenig, da noch zwei Rennwochenenden kommen, aber ein besser als nichts ist es in jedem Fall.

WTCC
Kaum zu glauben, aber BMW ist mit dem schon fast altersschwachen 320si dank eines gut aufgelegten Andy Priaulx wieder mittendrin in der Meisterschaft. Das tut nicht nur der WTCC gut, sondern offenbar auch BMW. Zwar hat man sich noch nicht entschieden, ob man 2011 als Werksteam unterwegs sein will, dafür gab man aber bekannt, dass man für alle BMW-Teams ein Upgrade-Kit auf die neuen Regeln für 2011 bereithalten will. So können alle den neuen 1.6 Liter Turbomotor von BMW erwerben und die nötigen Umbau-Kits gibt es auch. BMW wird also in jedem Fall vertreten sein, selbst wenn man nicht als Werk unterwegs ist, wird man vermutlich eines der “Haus und Hof Teams” unterstützen.

Beide Rennen in Oschersleben waren sehr abwechslungsreich und sehenswert.

Rennen 1
Wie üblich brachte die Startphase in Oschersleben jede Menge Trubel. Farfus, der etwas überraschend die Pole geholt hatte, kam gut weg, deckte die Innenlinie ab und wollte als erster in Führung gehen. Doch von hinten drückten Rob Huff und Yvan Muller. Der Franzose schob Huff an, Huff denn den BMW von Farfus, der wieder weit raus geschoben wurde. Was zu Folge hatte, dass die beiden Chevys in Führung langen. Im Startgetümmel muss Tarquini dann auch eine Berührung gehabt haben, jedenfalls humpelte der Seat kurz um die Strecke. Etwas unfair stellte Tarquini den Wagen nicht am Streckenrand ab, sondern mitten auf die Ideallinie nach der Schikane. Man wollte offenbar eine SC-Phase erzwingen. Die Rennleitung ließ sich nicht ärgern, und man räumte das Auto unter einer lokalen Gelbphase weg. Das war ziemlich gefährlich, aber auch extrem unsportlich von Tarquini.
In der Zwischenzeit hatte sich die Rennleitung auch noch mal den Start angesehen und war zum Schluss gekommen, dass Rob Huff wohl absichtlich gehandelt hatte, als er Farfus bedrängte. Man verhängte eine Durchfahrtstrafe, die Huff allerdings nicht antrat. Was verständlich war, denn das, was am Start passierte, war halt das übliche Tourenwagengemetzel. Zu dem kann auch keiner sagen, ob Farfus nicht etwas zu früh gebremst hatte, weil er ganz innen, auf der dreckigen Spur war. Weil Chevy Huff draussen ließ und mit der Rennleitung diskutierte, kam es dann, wie es kommen musste: Huff wurde mit einer schwarzen Flagge rein geholt.
Nutzniesser von allem war Yvan Muller. Tarquini draussen, Priaulx, der ein zähes Rennen hatte, nur auf Platz 6, Huff disqualifiziert. Das gab satte Punkte. Am Ende gewann mal wieder Menu vor Farfus, Muller, Coronel, Monteiro, Priaulx, Nykjaer, Michelisz, der damit für Rennen 2 auf der Pole stand.

Rennen 2
Am Start schoss Priaulx aus der zweiten Reihe an beiden Seats vorbei. Fast konnte man meinen, dass der Brite einen Frühstart hingelegt hat, aber offenbar kamen beide Seat mit ihrem Frontantrieb einfach nicht weg. Nach der ersten Runde und nachdem alle Rangeleien durch waren, führte Prilaux vor Michelisz, Nykjaer, Monteiro, Farfus, Menu, Coronel, Poulsen. Von Yvan Muller war zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen. Tiago Monteiro dagegen war offenbar auf einer ganz besonderen Mission. Erst schubste er Markenkollegen Nykjaer aus dem Weg, ein paar Runden später rüpelte er sich am ebenfalls einen Seat fahrenden Michelisz vorbei. Die Rennleitung war ob der robusten Fahrweise des Portugiesen nicht erfreut und schickte ihn einmal durch die Boxengasse. Der bedauernswerte Michelisz fiel im Laufe des Rennens auch noch Rob Huff und Gabriele Tarquini zum Opfer und kam ohne Punkte ins Ziel. Das Seat-Chaos half vor allem Yvan Muller, der sich aus allem raushielt und am Ende Dritter werden konnte. Auch Farfus profitierte und eroberte den zweiten Platz Nykjear schaffte es immerhin nach der Attacke von Monteiro auf Platz vier. Vorne fuhr aber Priaulx einem ungefährdeten Sieg entgegen, der zweite Platz von Farfus erfreute BMW dann doppelt.

Allerdings – die Rennleitung hatte angekündigt, dass man sich das ein oder andere Manöver aus Rennen Eins und Zwei noch mal genau anschauen wollte. Bisher habe ich aber nichts in Sachen Strafen gehört. Wenn sich was ändert, trage ich es nach.
DTM_BrandsH_2010_6 BTCC_Knockhill_2010_1 BTCC_Knockhill_2010_2 BTCC_Knockhill_2010_3 BTCC_Knockhill_2010_4 BTCC_Knockhill_2010_5 BTCC_Knockhill_2010_6 BTCC_Knockhill_2010_7 BTCC_Knockhill_2010_8 DTM_BrandsH_2010_1 DTM_BrandsH_2010_2 DTM_BrandsH_2010_3 DTM_BrandsH_2010_4 DTM_BrandsH_2010_5 WTCC_Oschersleben_2010_1 WTCC_Oschersleben_2010_2 WTCC_Oschersleben_2010_3 WTCC_Oschersleben_2010_4 WTCC_Oschersleben_2010_5 WTCC_Oschersleben_2010_6

September 03 2010

15:54

BTCC, DTM, WTCC: Vorschau Knockhill, Brands Hatch & Oschersleben

Ganz schön viel Tourenwagensport am Wochenende, der natürlich auch fast zeitgleich stattfindet. Aber immerhin weiß man ja, wo es spannend wird.

Ich muss die Vorschau diese Woche etwas kürzer halten, deswegen gibt es heute nur eine Art Schnelldurchlauf. Die DTM verbringt ein Wochenende auf den britischen Inseln, genauer gesagt in Brands Hatch. Dort fährt man den Indy Kurs, also die winzige Schleife, die der Aussage “…im Kreis fahren…” ihre Bedeutung gibt. Das man nicht die GP-Schleife nimmt, ist verständlich. Die DTM Wagen sind recht flott mit ihrem V8 und nach den Unfällen der letzten Zeit sollte klar sein, dass Brands Hatch ein echtes Sicherheitsproblem hat. Auf der anderen Seite – warum muss man ausgerechnet in Brands Hatch fahren? Donington hatte man ja mal im Programm, Silverstone wäre mit den DTM-Wagen auch mal interessant. Der Vorteil von Brands Hatch besteht eigentlich nur darin, dass sich die Zuschauer auf der Ministrecke nicht verlaufen und die Tribünen selbst bei 15.000 Besucher schön voll aussehen.


Auf der sportlichen Seite gibt es wenig zu berichten. Die Regeln für 2012 sind immer noch nicht gesichtet, allerdings hat sich angeblich Nissan bei der ITR gemeldet, die sich einen Einstieg in die Serie vorstellen können. Aber das konnten ja in den letzten Jahren auch schon Citroen und Lexus. Seitens BMW hat man nichts mehr gehört, was ja auch ein gutes Zeichen sein kann. Zudem hat die DTM beschlossen (Wir hatten es schon in den News), das Rennen in Hockenheim auf einer verkürzten Version der Strecke zu starten. Man biegt nach noch nicht mal der Hälfte der Parabolica rechts ab in Richtung der Mercedes Arena. Womit man der Strecke dann auch die letzte Überholmöglichkeit und Mutkurve genommen hat.

Egal – in Brands Hatch wird es darum gehen, ob Audi mit Ekström die letzte Chance auf den Titel noch halten kann. Eigentlich gehen die Audis auf dem Kurs in den letzten Jahren immer etwas besser, aber in diesem Jahr scheinen die Mercedes, trotz Entwicklungstopp, etwas gefunden zu haben. Ich vermute, dass sich die Armada aus Paffett, di Resta und Spengler in England weiter von Audi wird absetzen können. Spengler, der in Zandvoort ein zähes Wochenende hatte, könnte einen großen Schritt Richtung Meisterschaft machen. Mercedes ist der Titel wohl eh nicht mehr zu nehmen, das wird Norbert Haug reichen. Aber der hat ja auch andere Baustellen, auf denen es brennt.

WTCC
Beatin’ and bangin’ in Oschersleben. Die Tourenwagenweltmeisterschaft macht Halt auf dem Kartkurs engen Kurs nahe Magdeburg und wenn ich das richtig gelesen habe, sind ja einige Leser auch vor Ort. Oschersleben ist keine schlechte Strecke für die WTCC. Eng, ja, aber fahrerisch sehr fordernd und daher interessant zu sehen. Der irrsinnige 90 Grad Knick am Ende der Start/Zielgeraden sieht zwar dämlich aus, erfüllt aber seinen Zweck in Sachen Überholmöglichkeit. Da man ansonsten nicht überholen kann, werden die Herren wohl wieder mal die Brechstange rausholen müssen, was man mitunter ja gerne macht.

In der Meisterschaft liegen Muller mit 199, Tarquini mit 194 und der von mir schon mehrfach abgeschriebene Priaulx mit 183 Punkten immer noch ziemlich gleich auf. Da nach Oschersleben nur noch drei Wochenenden folgen, wird es also langsam eng. Für Chevy wäre der Gewinn der WM natürlich extrem wichtig und zu gönnen wäre es ihnen auch. Ein bisschen eng wird die Luft bei den Herstellern. Chevy macht 2011 auf jeden Fall weiter, Seat ist mehr oder weniger weg, das hängt aber noch von Entscheidungen des VW-Konzerns ab, die gerade das gesamte Motorsportprogramm neu sortieren. BMW ist unentschlossen. Man hat zwar den Weltmotor, ob man allerdings als Werksteam weiter macht, ist noch nicht klar. Hier hängt es an der Entscheidung, ob das mit der DTM nun klappt und ob man die WTCC oder die GT Entwicklung stoppt.

BTCC
In der Reihe “Aberwitzige Strecke, aber doch ganz lustig” steht der Kurs von Knockhill in Schottland ziemlich weit oben. Mitten in die Highlands gebaut, handelt es sich, ganz offiziell, um das schottische Motorsportzentrum. Die gerade 2.1 Kilometer lange Strecke wurde erst 1974 gebaut, obwohl sie älter wirkt. Das liegt wohl daran, dass man für die Strecke alte Landstrassen zusammengelegt, bzw. verbunden hat. Knockhill ist zwar kurz, hat aber alles, was eine gute Rennstrecke braucht: Enge, blinde Kurven, eine lange Gerade und viel Höhenunterschiede. Da sieht man mal, was man auf 2 Kilometer so alles hinbekommen kann, Herr Tielke. Dazu kommt natürlich der Regen, der auch für Sonntag angekündigt ist. Meist ähneln die Rennen in Knockhill dann einem kleinen Schlachtfest.

Ganz besonders freut sich Honda auf das Wochenende. Der Civic dürfte in Schottland wegen seines kurzen Radstandes richtig gut gehen, dazu kommt, dass man den neuen Motor, der seit Silverstone im Wagen steckt, wieder mit dabei hat. Daher gehören Shedden und Neal zu den Top-Favoriten des Wochenendes. Wenn ihnen denn die Focus nicht einen Strich durch die Rechnung machen. Der Focus ist ebenfalls recht wendig, dazu kommt der bärenstarke LPG-Turbomotor, der auf der Berg/Tal Bahn in Knockhill ein großer Vorteil sein sollte. Daher sehen einige britische Kollegen schon die Möglichkeit, das Onslow-Cole am Wochenende die Führung in der Meisterschaft übernehmen könnte. Möglich wäre das, aber in Sachen Abstimmung und Kurven hat mich der Focus in diesem Jahr noch nicht überzeugt. Daher würde ich eher auf Honda setzen.

Jason Plato weiß, dass er am Wochenende nur Schadensbegrenzung betreiben kann. Der Cruze ist für die enge Strecke etwas schwerfällig und hat noch nicht mal den Vorteil eines Heckantriebes. Es wäre sehr überraschend, wenn Plato den Chevy nach vorne wuchten kann. Viel wird von der Quali abhängen, wenn Plato sich wenigstens hinter oder zwischen die Ford und Honda schieben kann, wird es einigermaßen gehen. Wird er von einem Privatier oder BMW verdrängt, wird man Plato bis nach Deutschland fluchen hören. Allerding sieht sein Vorsprung in der Meisterschaft so schlecht nicht aus. Er führt mit 171 Punkten vor Cole, der 157 Punkte hat. Dahinter liegen Neal mit 148 und Shedden mit 138. Da nur noch Donington und Brand Hatch folgen, wird die Sache für Honda also langsam eng, was dem Wochenende gleich noch mehr Würze gibt.

Wie immer, wenn drei Tourenwagenserien gleichzeitig unterwegs sind, überschneiden sich die Rennen deutlich. Ohne Stream wird am Wochenende nichts gehen, wenn man alles gleichzeitig sehen möchte. Manchmal empfiehlt sich in so Momenten dann auch, das ein oder andere Rennen aufzunehmen, um es später in Ruhe anzuschauen.

August 23 2010

06:33

BTCC & DTM: Analyse Silverstone & Zandvoort 2010

Ein paar gute Rennen lieferten die Tourenwagen am Wochenende ab. Selbst die DTM musste sich nicht verstecken.

Die BTCC machte in Silverstone Station und befuhr dort die “National” Variante. Die ist jetzt nicht unbedingt zwingend für Tourenwagen geeignet. Es gibt zu wenig Kurven, die Strecke ist mit einer Rundenzeit von 1 Minute jetzt nicht gerade lang, also gibt es auch wenig Möglichkeiten für Action. Dazu kam an diesem Wochenende, dass die Ford auf der schnellen Strecke kaum zu schlagen waren. Der Speedvorteil der mit Gas angetriebenen Fords war schon die gesamte Saison zu sehen, vor allem aber in Snetterton, wo Onslow-Cole und Chilton auf der langen Geraden den Rest des Feldes einfach stehen ließen. In Silverstone legte man in der Quali einen derartigen Speed hin, dass sich die Serien-Verantwortlichen genötigt sahen endlich einzugreifen. Der Airrestrictor wurde verkleinert, der Ladedruck verringert. Gebracht hat es allerdings wenig.



Rennen Eins
Schon im ersten Lauf gab es nichts, was man gegen die eingebremsten Ford machen konnte. Cole und Chilton zogen vorne weg, dahinter reihten sich Plato und MacDowell im Chevrolet Cruze ein. Erwartungsgemäß schwer taten sich beide Hondas mit Matt Neal und Gordon Shedden. Dem Civic fehlt es auf den langen geraden einfach an Leistung, man spricht von 15 bis 20 PS, die beiden fehlen. Zwar passt der Topspeed einigermaßen, aber in Sachen Beschleunigung geht halt nicht so viel, wie man bei den Onboardaufnahmen sehen konnte.
In den ersten Runden tat sich vorne wenig, dann kam Matt Neal so langsam in Schwung machte Druck. Er lag auf dem achten Platz, vor ihm fuhr Steven Kane im BMW, der auch nicht richtig gut unterwegs war. Der Kampf sollte bis zum Ende des Rennens gehen, und erst in der letzten Runde machte Kane einen Fehler und Neal gewann ein paar wichtige Punkte.
Vorne kam es zu einem etwas merkwürdigen Platztausch zwischen dem bis dahin führenden Onslow-Cole und Max Chilton. Dazu muss man sagen, dass Teamorder in der BTCC ausdrücklich nicht verboten sind, aber sie werden aus sportlich/moralischen Gründen nicht gerne gesehen, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Cole gab nach dem Rennen an, er habe sich verschaltet. Nun ja. Das Manöver brachte Plato in Schlagdistanz, der auch kurz an Cole vorbei kam, dann aber auf der Geraden wieder aufgeschnupft wurde. Am Ende gewann Chilton vor Cole, Plato, MacDowell, Jordan, Collard, O Neill, Neal, Kane, Shedden.

Rennen Zwei
Die Ford gingen wieder locker in Führung, aber beide Chevy Piloten kamen schlecht weg. MacDowell fiel auf Platz 9 zurück, Plato musste Andrew Jordan im Honda Integra und Rob Collard im BMW passieren lassen, Matt Neal kurvte auf Platz 7 rum. Lange tat sich nichts im Rennen, was ja in der BTCC eher ungewöhnlich ist. Ein Reifenschaden des unglücklichen Andrew Jordan auf Platz 3 brachte dann aber wieder Bewegung. Nach dem die Ford schon wieder die Plätze getauscht hatten (dies mal gab es keine “Entschuldigung”) gingen deren Vorderreifen langsam den Bach runter. Offenbar frisst das massive Drehmoment des Turbomotors die Reifen etwas schneller auf, als beim Rest des Feldes. Gegen Ende des Rennens kam Rob Collard, der sich lange zurück gehalten hatte, sehr dicht auf und schnappte sich in zwei sehenswerten und typisch britischen Manövern Onslow-Cole. Gleich zweimal setzte er sich Eingangs Luffield neben Cole und schob ihn freundlich, aber bestimmt, zur Seite. Beim ersten Versuch schnappte sich Cole den BMW wieder auf der Geraden, den zweiten Versuch setzte Collard dann in der letzten Runde, was auch gut ging.

Weiter hinten mühte sich Matt Neal weiter ab, nach vorne zu kommen, befand sich allerdings in einem sehr engen Zweikampf mit dem Integra Piloten Paul O’Neill, der nicht einen Millimeter nachgeben wollte. Der Kampf der beiden war spannend, die Plätze wurden oft getauscht. Aber am Ende setzte sich dann Neal sehr knapp durch. Ergebnis: Chilton, Collard, Cole, Plato, Neal, O’Neill, Shedden, Kane, MacDowell, Jackson.

Rennen Drei
Auslosung für den Reverse Grid brachte dann Paul O’Neill auf die Pole, was Matt Neal auf Platz zwei brachte und er damit gute Chancen hatte, ein paar Punkte auf Plato gut zu machen. Doch startete nur einen Rang weiter hinten. Der Start sollte also lustig werden und er wurde es auch. Plato kam besser weg, wurde aber von Neal in Copps umgedreht. Ein paar Meter weiter rutschte Neal aber weit raus und fiel ebenso weit zurück. Hinten war MacDowell am Start stehen geblieben und wurde von Martin Depper im BMW voll getroffen. Das Safety Car musste erst Mal das Feld sortieren. Nach der ersten Runde führte O’Neill vor Onslow-Cole, Chilton, Collard, Kane, Jackson, Neal und Shedden. Plato war nur auf Platz 17.

Den Restart konnte O’Neill knapp für sich entscheiden, aber beide Ford machten jede Menge Druck. Nach zwei hart umkämpften Runden ging Cole dank der besseren Beschleunigung erstmal vorbei. Dahinter prügelten sich Jackson, Neal, Collard und Shedden um den vierten Platz, während Plato nur auf Platz 14 fest hing. Wie üblich gab es dann das normale Hauen und Stechen. Andrew Jordon und Rob Collard kamen sich etwas zu nah und Jordan landete im Kiesbett.

Vorne tat sich zunächst wenig, erstaunlicherweise konnte Chilton den alten Integra nicht überholen, nur Neal und Jackson lagen im Infight. Plato rutschte so langsam in Richtung Punkte und lag in Runde 15 auf Platz 11, und konnte 3 Runden später dann den 10. Platz erobern. Vorne fiel Chilton erstaunlicherweise schrittweise weiter zurück und die Gruppe Jackson, Neal und Shedden klebte an seinem Heck. Jackson probierte es in Brooklands mit einem überraschenden Angriff auf Chilton und schob ihn zur Seite. Dabei fielen Neal und Shedden auch noch über den ondulierten Ford her. Auch Jacksons BMW sah nicht mehr so gut aus, so dass Neal sich in den Windschatten hängen konnte.

In der letzten Runde gaben es sich Neal und Jackson noch mal so richtig. Neal versuchte alles, war aber auch vorsichtig, denn einen Ausfall konnte er sich nach dem schlechten Wochenende nicht leisten. Er schaute in Luffield zwar noch mal rein, aber Jackson blieb vorne. Endergebnis: Cole, O’Neill, Jackson, Neal, Shedden, Chilton, Kane, Nash, Plato, MacDowell.

Damit konnte Ford alle drei Rennen am Wochenende gewinnen. Und der eigentliche Sieger wäre Tom Onslow-Cole gewesen, der ja in den beiden Rennen zuvor Chilton hatte passieren lassen müssen. Da fragt man sich, warum Ford zu dieser Strategie gegriffen haben, denn am Ende haben sie die Ford-Piloten gegenseitig die Punkte weggenommen. Neal konnte zumindest am Ende ein paar Punkte aufholen, die aber zuvor verloren hatte.

Plato bleibt in der Meisterschaft vorne, allerdings hat er jetzt nicht nur mit Matt Neal zu tun, sondern auch mit Tom Onslow-Cole, der auf Platz zwei liegt. Da mit Knockhill ein Kurs folgt, der vor allem die Wagen mit kurzem Radstand liegen sollte, könnte es in der Meisterschaft noch mal richtig eng werden.

Jason Plato – 171 Punkte
Onslow-Cole – 157 Punkte
Matt Neal – 148 Punkte
Gordon Shedden – 138 Punkte
Tom Chilton – 127 Punkte

DTM
Achtung, die ITR vermeldet nach dem Rennen: “Aufgrund von weiteren Untersuchungen an einem Reifen des Fahrzeugs von Audi-Pilot Timo Scheider, wurde das Rennergebnis in Zandvoort nicht offiziell bestätigt und bleibt somit vorläufig. Nach Rennende war an einem Reifen von Scheiders Fahrzeug festgestellt worden, dass der obligatorische Identifikations-Barcode von Serienpartner Dunlop fehlte. Dies ist ein Verstoß gegen das Technische Reglement des DMSB. Der Reifen wird nun von Dunlop eingehend untersucht, um zu prüfen, wie sich der Barcode lösen konnte. Nach Analyse und Auswertung des DMSB erfolgt die Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses in den kommenden Tagen.”

—schnipp—

Der versprochene Regen brach zwar nicht während des Rennens aus, aber das musste auch nicht sein. Die DTM lieferte auch so eines ihrer besseren Rennen in Zandvoort ab, auch wenn sich das nicht unbedingt auf den Kampf an der Spitze bezog. Dort drehten Gary Paffett und Paul di Resta einsam ihre Runden, nachdem Timo Scheider seinen Audi auf der Pole beim Start fast abgewürgt hatte. Das Glück ist dem zweifachen Meister in Holland einfach nicht hold, auch wenn er nach dem Rennen klar sagte, dass der Fehlstart auf seine Kappe geht. Damit war Audi schon nach wenigen Sekunden im Kampf um den Sieg raus, aber es ging vor allem darum, dass man Bruno Spengler möglichst viele Punkte abnehmen konnte, damit Ekström und Scheider in der Meisterschaft ein wenig aufholen konnten. Allerdings ist der Abstand der drei führenden Mercedes Piloten schon so groß, dass eine Titelverteidigung von Audi sehr unwahrscheinlich ist.

Mercedes bemühte sich, Spengler im Rennen zu halten, der auf Platz sechs rumfuhr, sich aber nicht nach vorne orientieren konnte. Stattdessen musste er in den Rückspiegel schauen, wo sich nach einigen Runden wieder Timo Scheider eingefunden hatte. Trotz seines miserablen Starts hatte er eines der schnellsten Autos auf der Strecke und konnte seine Gegner aufschnupfen. An Spengler kam er aber auf normalen Weg nicht vorbei, also beschloss man bei Audi den ersten Boxenstopp von Scheider sehr spät zu legen. Mercedes konzentrierte sich zu sehr auf Spengler und übersah dabei, dass der Audi-Zug bestehend aus Jarvis und Rockenfeller dank einer guten Strategie plötzlich Spengler gefährlich wurde. Nach dem Stopp fand sich der Mercedes Pilot plötzlich mitten im Audi-Gewühl, während Scheider weiter vorne schnellere Zeiten hin legen konnte. Das reichte am Ende sogar, um Ekström zu schlagen, der nicht gerade eines seiner besten Wochenenden hatte. Spengler drehte dann 10 Runden vor Schluss auch noch Rockenfeller in einem optimistischen Überholmanöver um, was überraschenderweise nicht bestraft wurde.

Am Ende gewann Paffett locker vor di Resta und Scheider, der seinen Platz behalten durfte, obwohl der in der Meisterschaft besser platzierte Ekström hinter ihm war. Allerdings hatte die Rennleitung in den letzten Runden Audi auch einen Warnschuss verpasst, als man ankündigte, dass man ein Überholmanöver aus dem Drittel des Rennens zwischen Ekström und Molina wegen mögliche Teamorder untersuchen würde. Scheider, der zwischendrin schon plötzlich eine Sekunde auf Ekström verloren hatte, konnte einen Abstand dann konservieren.

Ein Wort noch zu Molina: der junge Spanier hatte ein sehr gutes Wochenende. Vierter in der Quali, dann lange dritter im Rennen, bis er sich Ekström beugen musste. Scheider ging an Molina auf Grund der besseren Strategie vorbei. Offenbar hat Audi da aber einen richtig guten Neuling an Land gezogen. Wird interessant sein, wie er sich entwickelt.

Bei Audi ist aber nicht alles eitel Sonnenschein. Die Gerüchte um die Abwanderungsgelüste von Ekström in die NASCAR wollen nicht verstummen, egal wie sehr beide Seiten das dementieren. Man muss die Sache aber auch mal etwas kühler sehen. Ekström hat null Oval-Erfahrung, auch wenn er schon einen Test hatte und vermutlich in Richmond fahren wird. Aber wie man bei Montoya oder Ambrose gesehen hat, braucht es mindestens zwei Jahre, bis man einigermaßen vorne dran ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Red Bull dazu Lust hat. Zudem müsste man einen dritten Wagen einsetzen, denn Kahne und Vickers gelten als gesetzt. Wobei hinter Vickers noch ein Fragezeichen steht, nachdem er im Juli am Herzen operiert wurde. Das NASCAR Unterfangen kostet schon so viel Geld, einen dritten Wagen, der durch die Quali muss, wird man wohl eher nicht riskieren. Dazu kommt, dass Audi Ekström mit einem Einsatz in Le Mans ködert, was den Schweden durchaus reizt. Offenbar überlegt man bei Audi auch, wie lange das “Alt-Herren-Team” mit Capello und Kristensen noch schnell genug ist. Ekström wäre da eine gute Ergänzung.

In der DTM Meisterschaft ist es vorne nach dem mauen Rennen von Spengler etwas enger geworden.

Spengler – 44 Punkte
Paffett – 35 Punkte
di Resta – 33 Punkte
Ekström – 28 Punkte
Green – 26 Punkte
Scheider – 23 Punkte

Bei noch fünf ausstehenden Rennen ist noch eine Menge möglich, aber es ist unwahrscheinlich, dass alle drei führenden Mercedes-Fahrer mal gemeinsam ausfallen. Zudem scheint die C-Klasse in diesem Jahr auf allen Strecken deutlich besser zu sein.

BTCC_Silverstone_2010_1 BTCC_Silverstone_2010_2 BTCC_Silverstone_2010_3 BTCC_Silverstone_2010_4 BTCC_Silverstone_2010_5 BTCC_Silverstone_2010_6 BTCC_Silverstone_2010_7 BTCC_Silverstone_2010_8 Motorsports / DTM: race 6, Zandvoort Motorsports / DTM: race 6, Zandvoort Motorsports / DTM: race 6, Zandvoort Motorsports / DTM: race 6, Zandvoort Motorsports / DTM: german touring cars championship 2010 Motorsports / DTM: german touring cars championship 2010 Motorsports / DTM: german touring cars championship 2010

August 19 2010

06:08

DTM & BTCC: Vorschau Zandvoort & Silverstone

Am Wochenende gibt es die DTM und die BTCC mal wieder im Doppelpack. Doch richtig spannend wird es wohl nur in England.

Das mit der Spannung liegt jetzt aber nicht an der DTM alleine. Das Problem ist einfach, dass die Meisterschaft einfach schon klar zu sein scheint. Bruno Spengler hat 16 Punkte Vorsprung auf Jamie Green und 17 Punkte sind es bis zu Paffett und di Resta. Da das alles Markenkollegen sind, wird man sich wohl kaum gegenseitig von der Strecke schieben. Bester Audi-Mann ist Mattias Ekström, der 19 Punkte Rückstand hat. Allerdings – die Saison hat noch sechs Rennen, da kann also eine Menge passieren. Aber es wäre ein kleines Wunder, wenn nicht einer der bekannten Mercedes-Piloten den Titel gewinnen würde.

Oder anders ausgedrückt – es würde der Serie helfen, wenn Ekström noch einen Zwischenspurt hinlegen würde. Sechs Rennen, die letztlich dann so aussehen, dass ein Mercedes den anderen vorne abschirmt, sind dann eher suboptimal für Zuschauer und Fans. Aber damit rechnen muss man wohl. Ekström hat nur eine Chance, wenn er in der Quali unter die ersten vier kommt. Da man mit den Dingern, die in der DTM rumfahren, kaum überholen kann und leichte Anklopfer ja sofort zu hyperventilierenden Rennkommissaren führen, dürfte Ekström an den sehr breiten Mercedes C-Klasse eher nicht vorbei kommen.

Aber immerhin ist man auf einer Strecke unterwegs, die trotz ihrer Enge zwei Überholmöglichkeiten bietet. Zandvoort ist ein kleiner Anachronismus im Kalender der DTM. Eigentlich gehören die dann ja doch recht schnellen DTM-Wagen nicht dorthin. Die Strecke ist zu eng, die Auslaufzonen sind teilweise nicht vorhanden. Abflüge ehen daher meist sehr übel aus. Dafür ist die Strecke schön anzusehen und fahrerisch eine große Herausforderung. Wer Zandvoort schon mal in einer Simulation ausprobiert hat, weiß, wie biestig abfallend die Kurven sind. Dazu kommen die Wellen vor den teilweise sehr harten Anbremszonen und der wenige Platz. Langweilig wird es zumindest den Fahrern nicht.

Neuigkeiten gibt es aus der DTM nur wenige. BMW hat wohl angefangen am Motor für die DTM zu basteln. Vermutlich wird das auch weiterhin ein V8 sein, und davon haben die Münchner ja genug im Regal. Am Wagen selber arbeitet man noch nicht, da es immer noch kein endgültiges Reglement gibt, das BWM abnicken könnte. Die Entscheidung, ob BMW nun wirklich kommt, steht also noch aus.
In Sachen Reglement sickerte aber durch, dass man eine Art US-DTM plant, die 12 Rennen bestreiten soll. Sechs im Rahmen der GrandAm, sechs weitere im Rahmen der NASCAR. Letzteres verwundert dann schon, denn das würde bedeuten, dass die diese US-Variante auf einem Oval fahren würde. Aber warum sollte die NASCAR eine weitere Silhouettenserie als Rahmenprogramm haben wollen? Die keiner kennt? Und wann sollen die fahren? Das klingt nicht wirklich überzeugend.

Das Programm der DTM am Wochenende ist bekannt. Die ARD überträgt Quali und Rennen.

BTCC
Ruhig ist es auch in der BTCC. In Sachen NGTC tut sich im Moment noch nichts, ebenso wenig weiß man, welche Teams 2011 auf das neue Chassis setzen wollen. Immerhin sind die Super2000 Wagen ja noch weiter erlaubt. Am Wochenende ist die Serie erst mal auf der National-Variante von Silverstone unterwegs. Das ist jene, wo man nach Becketts scharf rechts abbiegt auf die ellenlange Gerade, bevor es nach links Richtung Brooklands geht. Spannend ist der Kurs nicht wirklich, aber dafür auch kurz genug, dass das Feld eng zusammen bleibt. Die Streckenvariante ist recht flott, dem Kurs in Thruxton oder Snetterton nicht unähnlich. Von daher dürfte man an diesem Wochenende ein ähnliches Bild wie vor 14 Tagen haben. Die Chevys blasen vorne weg, dahinter kommen die Ford Focus, dazwischen vielleicht ein Airwaves BMW und dann erst die Honda. Jason Plato wird es freuen, dass er wieder einen Strecke hat, die eher dem Cruze liegt. denn der Vorsprung auf Matt Neal und Gordon Shedden beträgt doch schon um die 20 Punkte.

Nach den Rennen in Silverstone kommen allerdings Kurse, die dem Honda liegen sollten. Knockhill ist eins, das letzte Rennen in Brand Hatch auf der Indy-Schleife, dann das andere Rennen. Dazwischen liegt aber noch Donington. Aber erst Mal muss die Honda Truppe das Rennen in Silverstone überstehen. In Snetterton bekam man richtig eins auf die Mütze, auch wenn man das letzte Rennen dann gewinnen konnte. Aber in Rennen 1 und 2 sah man gegen Chevy, Ford und teilweise auch gegen die BMW kaum Land. Es fehlte vor allem an Topspeed, der in Silverstone auch wichtig ist und den man vermutlich in den letzten 14 Tagen nicht massenweise gefunden hat.

Vorne sollte man also Plato auf seinem Cruze erwarten, dahinter der übliche Mix aus Ford und BMW. Letztere haben in Silverstone den Vorteil, dass sie bei den Erfolgsgewichten nicht ganz so heftig beschwert wurden. Das Wetter dürfte aber am Wochenende für Abwechslung sorgen. Es ist zwar kein stetiger Regen angesagt, aber die Schauerwahrscheinlichkeit liegt relativ hoch, so dass es durchaus nass werden kann.

itv4 zeigt mal wieder den gesamten Rennsonntag ab 12.30 Uhr.

August 09 2010

14:05

BTCC & DTM: Analyse Snetterton & Nürburgring

Während die BTCC drei ganz brauchbare Rennen hinlegte, herrschte am Ring leider mal wieder gähnende Langweile.

Eine lange Pause war das, die sich die BTCC genommen hat. Der Grund: man möchte die Saison in diesem Jahr etwas später beenden, statt wie in manchen Jahren Anfang September. Das führte dazu, dass man im Juli eine zweitägige Testsession in Snetterton einlegte, bei dem vor allem die Ford Focus und die Chevrolets richtig schnell waren. Vor dem Wochenende meinte Jason Plato noch, dass man kaum eine Chance gegen die Turbomotoren des Ford haben würde, aber im Rennen sah das alles auch doch etwas anders aus. Richtig mies lief es für Matt Neal, der bisher in der Meisterschaft gut unterwegs war, um so besser waren dafür die BMWs drauf.

Mit den BMW hatte ich in Snetterton nicht gerechnet. Wenn man sieht, wie groß die Probleme in der WTCC sind, kann man den nicht werksunterstützten Teams in England nicht gerade zutrauen, dass die Cruze unter Druck setzen können. Aber genau das gelang Mat Jackson im ersten Rennen fast das gesamte Rennen. Vom Start weg hing der Airwaves BMW im Heck von Plato, der sich nicht absetzen konnte. Weiter hinten ging das Hauen und Stechen los. Tom Chilton im Ford war nach dem Start zwei Plätze zurückgefallen, doch auf den Geraden war der Focus eine Klasse für sich. Er wühlte sich dann schnell auf Platz drei, und ließ die Civics hinter sich ohne allerdings in den Spitzenkampf eingreifen zu können. Dort tat sich bis zum Ende nichts mehr, obwohl man eigentlich damit gerechnet hatte, dass der BMW im Laufe des Rennens den besseren Reifenverschleiß haben würde. Aber Plato, der alte Fuchs, hatte das in sein Rennen mit eingeplant und war reifenschonend unterwegs. Am Ende gelang es ihm sogar, sich von Jackson abzusetzen. Richtig Pech hatte Matt Neal, der eine Runde vor Schluss vorne rechts einen Platten hatte und nicht mal klassifiziert wurde.

Rennen 2 sah dann wieder Jason Plato auf der Pole, der diese auch sofort umsetzte. Trotz der maximalen Gewichtszuladung von 5 Kilo fuhr wieder allen davon. Nicht so gut lief es für Jackson im BMW, der ebenfalls viel Gewicht in Rennen 2 mitnahm. Er verlor seinen zweiten Platz schnell und musste sich den beiden Ford und seinem Teamkollegen Steven Kane geschlagen geben. Mann des Rennens war aber Matt Neal. Der musste von ganz hinten starten, kämpfte sich aber auf Platz 9 vor, was ihm eine gute Ausgangsposition für das letzte Rennen bescherte, weil als Pole der 10. Platz ausgelost wurde.

Dort stand in Rennen 3 dann James Nash im Triple Eight Astra, der das Startduell auch gewinnen konnte. Doch nach wenigen Runden warf er seinen Wagen unbedrängt ins Maisfeld. Naturgemäß ist in der BTCC bei einem reverse Grid jede Menge los. Es wurde hart um jeden Platz gekämpft, die eigentlich als “No-Go-Area” deklarierten Auslaufzonen interessierten auch nicht so wirklich jemanden. Plato biss sich auf Platz 5, aber vorne bestimmten die Honda das Rennen. Erstaunlicherweise war es aber Gordon Shedden und nicht Matt Neal, der sich vorne absetzen konnte. Zwar wäre ein Platztausch angesichts der Meisterschaft möglich gewesen, aber zum einen ist das BTCC zum anderen beharkte sich Neal mit Rob Collard und Tom Chilton, so dass Shedden vorne weg fahren konnte. Collard sah sich den wild blockenden Neal lange an, bis er ihm in der letzten Runde leicht einen ins Heck gab, was der Civic mit einem kleinen Quersteher quittierte. Collard schlüpfte durch und Neal hatte in den letzten Kurven alle Hände voll zu tun, den fair drängelnden Chilton hinter sich zu halten.

Es waren drei gute Rennen der BTCC, auch wenn an der Spitze in allen Läufen vorne wenig passierte. Dafür ging es auf den Plätzen mächtig zur Sache und die Ergebnisse haben zu einem interessanten Meisterschaftsstand geführt.

1. Jason Plato – 151
2. Matt Neal – 131
3. Gordon Shedden – 127
4. Tom Onslow-Cole – 113
5. Steven Kane – 109
6. Mat Jackson – 101

Nach Lage der Dinge sollte sich die Meisterschaft zwischen Plato, Neal und Shedden entscheiden, aber auch Cole hat durchaus noch Chancen. Man kennt ja die BTCC und die verrückten Rennen.

DTM
Das verrückteste beim Rennen der DTM war dann nicht auf der Strecke zu finden. Frankie Cheng musste die größte Überraschung einstecken. Erst wurde er vor der NGK-Schikane abgeschossen, dann, als er die Schikane auf Grund des Rammstoss auslassen musste, bestrafte ihn die Rennleitung, weil die Schikane ausgelassen hatte. Vermutlich rätselt der Chinese immer noch über die Bestrafung. Selbst die beiden Kommentatoren Sohmer und Reuter fiel dazu außer einem gefühlten “WTF?” auch nicht viel ein. Aber man ist so lächerliche Entscheidungen ja gewohnt. Ebenso wie das “Blue Flag”, wenn man nach dem Boxenstopp raus kommt.

Das Rennen selber plätscherte dann leider wie erwartet vor sich hin. Ekström, der die Mercedes in der Quali noch schlagen konnte, versemmelte den Start und musste schon nach wenigen Metern Spengler passieren lassen. Die restliche Mercedes-Meute drängelte dann von hinten und der Schwede verbremste sich vor dem Castrol-S dann so heftig, dass er auf Platz sieben zurückfiel. Damit war das Rennen dann für Audi gelaufen. Einzig Timo Scheider rettet einen vierten Platz ins Ziel.

Überholmanöver waren leider Fehlanzeige, es wurde demzufolge auch wenig gegeneinander gekämpft. Die dauernd über der Strecke drohenden schwarzen Wolken hatten offenbar auch keine Lust, auch wenn die ARD in ihrer Verzweiflung alle 10 Minuten zum Wettermenschen schaltete, der aber auch nicht mehr sagen konnte, als das es bald regnen könnte. Tat es aber nicht. Also segelte Spengler völlig verdient zum Sieg. Paul di Resta und Gary Paffett rundet das gute Ergebnis für Mercedes ab.

Ein gutes, aber ruhiges Rennen hatte auch Ralf Schumacher. Der konnte zwar sein Quali-Ergebis vom Norisring nicht wiederholen, hatte aber einen guten Start und landete am Ende auf Platz sechs. Da ist definitiv ein Aufwärtstrend zu sehen. Richtig gut, aber leider abseits der Kameras, unterwegs, war David Coulthard. Der Schotte einen miserablen Start und kam nach der ersten Runde fast als letzter zurück, wurde am Ende aber zehnter. Das ist angesichts des miesen Starts ein gutes Rennen gewesen.
BTCC_Snetterton_2010_9 BTCC_Snetterton_2010_8 BTCC_Snetterton_2010_7 BTCC_Snetterton_2010_6 BTCC_Snetterton_2010_5 BTCC_Snetterton_2010_4 BTCC_Snetterton_2010_3 BTCC_Snetterton_2010_2 BTCC_Snetterton_2010_10 BTCC_Snetterton_2010_1 DTM_Ring_2010_6 DTM_Ring_2010_5 DTM_Ring_2010_4 DTM_Ring_2010_3 DTM_Ring_2010_2 DTM_Ring_2010_1

August 05 2010

06:37

DTM: Vorschau Nürburgring 2010

Die DTM beendet ihre Sommerpause, aber das, was sich hinter den Kulissen bewegt, ist spannender, als manches Rennen. Und dann gibt es eine erstaunliche Meldung aus der italienischen Superstar Serie.

Nürburgring und DTM – da stossen zwei Dinge zusammen, die sich gerade in einer Krise befinden. Am Ring stellt sich raus, dass die Neubauten, nebst des völlig überflüssigen “Eifeldorf”, von Finanzierungsskandalen gebeutelt sind. Der SWR hatte neulich eine deprimierende Dokumentation über die Machenschaften hinter den Kulissen, Wilhelm Hahne veröffentlicht demnächst ein Buch über die Hintergründe des pompösen Geschäfts. Hahne hatte eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen müssen, weil er allzu kritisch über die Geschäfte am Ring berichtet hatte. Ich selber, der früher fast jedes Wochenende am Ring war, bin geteilter Meinung, was die neuen Bauten angeht.

Ich war letztes Jahr kurz nach der Eröffnung zum F1 Rennen vor Ort, später noch einmal beim Oldtimer GP. Die neue überdachte Flaniermeile gefällt mir eigentlich recht gut, auch weil man bei schlechtem Wetter (soll ja vorkommen in der Eifel) trocken zur Tribüne kommt. Den Rest, das neue Hotel, die …öhhmmm… Achterbahn und vor allem das Eifeldorf hätte man sich sparen können. Wer ist auf die Idee gekommen, mitten in der Eifel, wo es Eifeldörfer noch und nöcher gibt, ein künstliches Eifeldorf aufzubauen? Das ist ungefähr so, als würde man in Berlin eine verkleinerte Version des Brandenburger Tors nachbauen. Wie viel Ignoranz gegenüber dem Ring und seiner Geschichte, muss man haben, um auf so eine Idee zu kommen. Egal – jetzt steht es. Meist leer, wie ich höre, und die “richtigen” Ring-Fans ignorieren die GP-Strecke sowieso.

Der DTM geht es auch nicht besonders, wobei man vorsichtig sein sollte. Verglichen mit anderen Rennserien ist die DTM in Deutschland immer noch deutlich erfolgreicher, sowohl was Zuschauerzahlen, TV-Quoten als auch den Marketing-Effekt angeht. Die nackten Zahlen stimmen bei der Serie, sie ist ein gutes Geschäft, sowohl für die Hersteller, als auch für die Sponsoren. Das sportliche Konzept funktioniert allerdings, aus hier mehrfach beschrieben Gründen, nicht. Ein Mitarbeiter eines anderen Konzerns meinte neulich während eines kurzen Gesprächs über die Serie, dass die ITR vor zwei bis drei Jahren versäumt habe, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Aber das sei halt das Problem, wenn eine Serie in den Händen der Hersteller sei und es keine Gegenpol in Form eines Organisator geben würde. 2008 habe man nicht mit einer Wirtschaftskrise gerechnet, danach hatte man dann andere Probleme, als den Motorsport gehabt. Zu dem habe man innerhalb der ITR nicht immer das rechte Augenmaß für die eigene Größe.

Das merkt die Serie jetzt, denn eigentlich hat man schon seit 2005, als Opel ausgestiegen ist, eine Erneuerung der DTM verschlafen. Jetzt bastelt man an einem Konzept, dass die GrandAm und die JapanGT mit einschließt und, wenn man BMW glaubt, irgendwie mit dem GT-Reglement verknüpft ist. Was genau man plant ist geheim, genaue Angaben lassen sich Insider nicht entlocken. Vielleicht auch, weil es noch keine gibt. Bei BMW, so hört man, wird man immer skeptischer, was die DTM angeht. Im Herbst muss man sich aber entscheiden, will man nächsten Sommer ein fertiges Auto haben, mit dem man testen kann. Sicher ist der Einsatz aber noch lange nicht.

Von den Untoten auferstanden ist auch Opel, die bestätigt haben, dass man mit Williams über einen Einsatz in der DTM redet. Geplant wäre der Einsatz eines Insignia, welche Rolle Williams dabei spielen soll, ist unbekannt. Eine Tochterfirma von Williams, Williams Hybridpower, hat das KERS System mit dem Schwungrad entwickelt, dass auch vom Porsche 911 Hybrid beim 24H am Ring eingesetzt wurde, allerdings hat Porsche das System nach eigenen Vorstellungen verändert und umgebaut. Logisch wäre, dass Williams sein System nun auch Opel anbietet, was bedeuten würde, dass das neue Reglement auch “grüne” Bestandteile haben würde. Williams und Opel betonen aber, dass man weit von einem Vertragsabschluss entfernt ist, auch wenn beide Seiten großes Interesse zeigen. Eine Entscheidung soll in zwei Monaten fallen. Angesichts der sehr angespannten Lage bei Opel, wäre ein Einsatz in der DTM schon eine kleine Sensation.

Doch selbst wenn er kommt – vor 2012 passiert nichts, weil die ITR Zeit braucht, den Reglementswechsel zu vollziehen. Weder Opel, noch BMW oder andere Hersteller werden 2011 in der DTM auftauchen, also bleibt es beim gewohnten Bild. Zu dem besteht durchaus die Gefahr, dass die DTM eines ihrer Zugpferde verlieren könnte. Die NASCAR Ambitionen von Mattias Ekström sind nach seinem Einsatz in Watkins Glen gestiegen, zu dem hat Red Bull noch nicht verlauten lassen, ob Vickers jemals wieder wird Rennen fahren können. Zwar macht der Einsatz von Ekström für Red Bull in den USA keinen Sinn, weil ihn da keiner kennt, aber um die Serie in Europa attraktiver zu machen, wäre selbst ein sporadischer Einsatz durchaus interessant. Unklar ist allerdings, wie lange der Vertrag von Ekström mit Audi läuft, die ihn sicher auch nicht gerne gehen lassen würden, und ihm zusätzlich mit einem Einsatz in Le Mans ködern können.

Am Ring wird man wieder, wie gewohnt, eine gute Show abliefern, zumindest, was das drumherum angeht. Man fährt die kleine Anbindung, biegt also nach dem “Haug-Haken” direkt wieder rechts ab. Der Grund für die Entscheidung lautet offiziell, dass man den Zuschauern mehr Runden und damit öfter die Ansicht der Wagen bieten möchte. Inoffiziell ist es wohl so, dass man nicht möchte, dass die Fans sich auf der dann doch weitläufigen Strecke verlaufen und die Tribünen an Start und Ziel etwas leerer aussehen.

Sportlich passiert natürlich auch etwas. Timo Scheider kann seinen dritten Titel in Folge wohl abschreiben, da es in diesem Jahr bei ihm recht zäh läuft. Überhaupt sieht es schlecht aus für Audi in Sachen Titelverteidigung. In der Meisterschaft liegt Bruno Spengler mit 32 Punkten vorne, Jamie Green hat schon 10 Punkte weniger. Ekström hat 21 Zähler, es folgen Paffet mit 19, di Resta mit 17 und Rockenfeller mit 12 Punkten. Es wäre schon ein kleines Wunder, wenn Audi Ekström als Meister durchbringen könnte. Auf der anderen Seite – Mercedes wäre auch mal wieder dran. Interessant wird auch zu beobachten sein, ob Ralf Schumacher sein gutes Quali-Ergebnis vom Norisring wiederholen kann, oder ob es eine einmalige Sache war.

Spaß könnte am Wochenende das Wetter machen. Regenrennen sind in der DTM ja leider selten, aber wie in jeder Serie sorgen sie für etwas Abwechslung. Der Trend spricht für Samstag und Sonntag jedenfalls von Schauern.

Kleine Meldung am Rande aus einer völlig anderen Serie. In der leider hier kaum bekannten “Superstar” Serie aus Italien, startet seit dem letzten Rennen ein Porsche Panamera. Nein, kein Tippfehler, ich meine tatsächlich einen Panamera. Die ehemalige Alfa-Schmiede N.Technology hat sich dem Schlachtschiff aus Weissach angenommen, und es tatsächlich siegfähig gemacht. Gleich beim ersten Einsatz in Mugello erreichte man die Pole und sackte den ersten Sieg ein. Am Steuer saß allerdings auch kein geringer als der zur Zeit arbeitslose Fabrizio Giovanardi.

Die italienische Serie besteht aus viersitzigen Sportwagen, die mit einem V8 ausgestattet sind und ein wenig an die leider zu früh verstorbene V8STAR Serie erinnern, bzw. die australische V8-Serie. Das Starterfeld besteht aus Audi RS4, M3s, AMG C63, Jaguar S-Type, aber auch Chrysler 300C oder Cadillac CTS. Allerdings tritt meist eine recht überschaubare Zahl an Autos an. In Deutschland ist die Serie mit mehrwöchiger Verspätung und in einer Kurzzusammenfassung auf MotorsTV zu sehen. Eigentlich ein sehr interessantes Konzept, aber den meisten Herstellern passen Rennen mit Oberklasse Limosinen nicht ins Marketingkonzept. Entweder nutzt man halt die typische Familienkutsche (WTCC) oder einen “richtigen” Sportwagen (GT-Serie).
Interessant ist der Einsatz des Panamera zwar schon, aber gleichzeitg weiß man, dass man es bei Porsche insgesamt ungern sieht, wenn andere Wagen als der 911er für Rennen eingesetzt werden. Die Gebrüder Alzen hatten eine zeitlang auf einen Cayman gesetzt, der dank seines Mittelmotors das eigentlich modernere Konzept bietet. Da war man bei Porsche aber nicht sonderlich erfreut und das Projekt verschwand dann auch schnell wieder von der Rennstrecke.

giovanardi38 LF5U1370 IMG_6216 IMG_3541

June 07 2010

22:45

NASCAR: Mattias Ekström startet im Sprint Cup

Kleine Sensation am Abend. Mattias Ekström macht einen Abstecher in die NASCAR und wird am Infinion Raceway starten!

Vor ein paar Wochen hatte DTM Pilot Mattias Ekström einen ganztägigen Test im NASCAR Team von Red Bull Racing. Die Ergebnisse waren wohl überzeugend, denn heute wurde bekannt, dass der Schwede in 14 Tagen bei Rundkursrennen in Sonoma an den Start gehen soll. Das ganze riecht im ersten Moment nach einer spontanen Angelegenheit, aber so spontan war es dann wohl doch nicht. Seit dem Brian Vickers wegen seiner Erkrankung aus der #83 raus ist, hat man wohl überlegt, wenn man für die Rundstreckenrennen ins Auto setzen kann. In der NASCAR ist es ja nicht ungewöhnlich, dass einige Teams für die Strassenrennen einen Fahrer ins Team holen, der auch rechts rum schnell fahren kann. Ekström war in diesem Jahr schon in den USA und er hat mehrfach in den letzten Jahren seine Leidenschaft für die NASCAR bekannt gegeben. Offenbar wollte Red Bull nicht auf einen der üblichen Ersatzfahrer setzten (Scott Pruett wäre zum Beispiel frei) und auch aus der Nachwuchsriege (Ricciardo, Hartley usw.) war wohl keiner zu haben. Warum nicht Ekström? Den Test hat er jedenfalls gut bestanden, auch wenn man keine offiziellen Zeiten zu sehen bekam. Offiziell heißt es nur, dass er schon sehr schnell gewesen sein soll. So ist der Einsatz von Ekström vermutlich schon relativ lange geplant worden.

Erstaunlicherweise hat Audi die Freigabe erteilt, was mich schon ein wenig überrascht, denn immerhin sitzt Ekström in den USA in einem Toyota. Um so netter, dass sie es dennoch getan haben. Eventuell könnte leichter Druck von Red Bull, da nach geholfen haben, immerhin ist man Hauptsponsor des Abt-Audi-Teams.

Für Red Bull ist das vor allem in Europa ein netter Coup und der NASCAR wird der Einsatz vor allem in Deutschland sehr helfen. Die Medienberichterstattung dürfte sich angesichts des Einsatzes von Ekström bei diesem Rennen deutlich erhöhen.

Der Einsatz ist aber wohl eine einmalige Sache. Für das zweite Rundkursrennen in Watkins Glen ist er nicht bestätigt. Dürfte auch eng werden, denn an dem Wochenende ist Ekström in der DTM auf dem Nürburgring unterwegs.

Digg This  Reddit This  Stumble Now!  Buzz This  Vote on DZone  Share on Facebook  Bookmark this on Delicious  Kick It on DotNetKicks.com  Shout it  Share on LinkedIn  Bookmark this on Technorati  Post on Twitter  Google Buzz (aka. Google Reader)  

June 02 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Es wäre ja auch fast schon eine Überraschung gewesen: Die Formel 1 hat sich auch in Istanbul nicht auf einen Reifenausstatter für 2011 einigen können. Vergangene Woche hatten einige Medien (unter anderm auch dieses Blog) noch von Gerüchten berichtet, Pirelli habe für die kommenden drei Jahre den Zuschlag erhalten – doch am Wochenende war davon keine Rede mehr. Stattdessen war im Fahrerlager Michelin-Mann Nick Shorrock unterwegs, um die Team doch noch von den Vorzügen der französischen Pneus zu überzeugen. Ein verbessertes Angebot hatte er allerdings laut eigenen Angaben nicht im Aktenkoffer. Mit expliziten Deadlines ist man inzwischen zwar geworden -  es heißt aber, man wolle sich nun “innerhalb der nächsten paar Tage” entscheiden. Bernie Eccelestone soll derweil Techniker angewiesen haben, Machbarkeitsstudien zum Einsatz von Hovercrafts durchzuführen.

// Änderungen könnnte es 2011 auch bei den Motoren geben. Wie die Speedweek berichtet, sind vor allem die Cosworth-Kunden zunehmend mit dem Motor unzufrieden. Angeblich soll das Aggregat nämlich mit zunehmender Beanspruchung schneller an Leistung verlieren als die Konkurrenz – besonders, wenn gegen Ende der Saison dann die ungebrauchten Motoren zur Neige gehen, wäre man dann im Nachteil. Lotus soll deshalb bereits die Fühler in Richtung Mercedes und Renault ausgestreckt haben, auch das ART-Teams soll für den Fall, dass es 2011 in der Königsklasse antreten darf an einem Vertrag mit Mercedes interessiert sein.

// Gerüchten aus Hinwil zufolge könnte ART übrigens 2011 womöglich nicht als eigenständiges Team, sondern als Fusionspartner von Sauber in der Formel 1 dabei sein. ART-Teilhaber Nicolas Todt war vergangene Woche in der Sauber-Fabrik zu Gast – was die spanische Zeitung El Mundo als Anlass zu entsprechenden Spekulationen genommen hat. Peter Sauber hat allerdings gegenüber der schweizer Boulevardzeitung Blick versichtert, er werde sein Team nicht verkaufen.

// In den kommenden Wochen möchte IRL-Meister Dario Franchitti mit Chip Ganassi über einen neuen Vertrag für 2011 sprechen. Franchitti schließt gewöhnlich nur einjährige Verträge ab – die Verhanldungen über eine Fortführung der Zusammenarbeit dürften also eher eine Formsache sein, zumal Franchitti in Interviews auch seine Zufriedenheit mit Ganassi und dem Engegement in der Indycar Series zum Ausdruck gebracht hat.

// Die Chemie zwischen Mattias Ekström und der NASCAR scheint zu stimmen: Der Schwede zeigte sich nach den Testfahrten für Red Bull am Virginia Internatinal Raceway von seinem Auto begeistert, und auch umgekeht dürfte man bei Red Bull mit der Vorstellung des DTM-Piloten zufrieden gewsesen sein. Gerüchten zufolge war Ekström eine halbe Sekunde schneller als Juan Pablo Montoya, und in etwa auf dem Niveau von Marcos Ambrose. Auch, wenn man Testzeiten nicht überbewerten soll – eine starke Vorstellung wäre das allemal gewesen.

// Macht die DTM 2011 wieder am ehemaligen A1-Ring Station? Die österreichische Sportwoche (Print) will erfahren haben, dass die renovierte Rennstrecke im Mai des kommenden Jahres mit einem Rennen der Tourenwagenserie eröffnet werden soll.

// Mercedes hat sich derweil wohl entschieden, doch im kommenden Jahr noch keine Autos nach dem Reglement für 2012 in der DTM einzusetzen. Die ITR hatte zuvor entschieden, dass schon im kommenden Jahr Autos nach dem Reglement für die übernächste Saison antreten dürften, allerdings dann keine Punkte bekommen würden. Mercedes hatte ursprünglich mit einem solchen Einsatz geliebäugelt, nun die Pläne aber wieder fallen gelassen.

// Der Austragungsort für das Asien-Event des Intercontinental Le Mans Cup wurde bekanntgegeben: am 6. und 7. November werden die Sportwagen auf dem Zhuhai International Circuit zu einem 1000km-Rennen antreten. Nicht die attraktivste Wahl unter den asiatischen Rennstrecken, aber immerhin weniger eng und abgelegen als der Okayama Int’l Circuit, auf dem letztes Jahr die Asian Le Mans Series ausgetragen wurde. Zu der neu ins Leben gerufenen Meisterschaft, die in den kommenden Jahren zu einer Neuauflage der Sportwagen-Weltmeisterschaft weiterentwickelt werden könnte, gehören außerdem noch das LMS-Saisonfinale in Silverstone (1000 km) und das Petit Le Mans (1000 Meilen) in den USA, sowohl Audi als auch Peugeot haben die Teilnahme bereits zugesagt.

// Esteban Guerrieri hat ofenbar ein wenig Geld zusammegekratzt, und kann am kommenden Wochenende in Brünn wieder bei der WSbR dabei sein. Der Argentinier musste wegen Zahlungsschwierigkeiten die Läufe in Monaco auslassen, nachdem er beim Rennen in Spa unmittelbar davon noch gewonnen hatte. Für den Rest der Saison fehlen allerdings wohl noch die Finanzen, Fans haben sich mittlerweile mit Bittschreiben an die argentinische Regierung und an Privatfirmen gewendet.

Digg This  Reddit This  Stumble Now!  Buzz This  Vote on DZone  Share on Facebook  Bookmark this on Delicious  Kick It on DotNetKicks.com  Shout it  Share on LinkedIn  Bookmark this on Technorati  Post on Twitter  Google Buzz (aka. Google Reader)  
Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl