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October 22 2013

07:00

IndyCar: Analyse MAVTV 500 – Das große Finale

Will Power konnte die letzten 500 Meilen der IndyCar Series 2013 für sich entscheiden. Die großen Sieger waren aber Scott Dixon und Chip Ganassi.

Scott Dixon mit der Trophäe (C) IndyCar Media/Chris Jones

Scott Dixon mit der Trophäe
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Vollkommen verdient hat sich Scott Dixon seine dritte Meisterschaft gesichert. Bis er sie in den letzten Runden gemütlich nach Hause fahren konnte, durchlebte aber auch Dixon ein aufregendes Rennen. Er war nur von Platz 17 ins Rennen gegangen und konnte sich auch lange Zeit nicht deutlich verbessern. Sein einziger Konkurrent Helio Castroneves hingegen arbeitete sich in den ersten sieben Runden von Platz 12 auf 3 nach vorne. Zwischenzeitlich übernahm Castroneves so die virtuelle Führung in der Meisterschaft. Etwa ab Rennhalbzeit wurden aber alle drei Ganassi-Piloten schneller und die Aussichten für Castroneves wurden schlechter. Seine letzten Hoffnungen wurden durch einen gebrochen Fronflügel zerstört und da Dixons Honda-Motor durchhielt, war die Meisterschaft entschieden.

Neben dem spannenden Kampf um die Meisterschaft hatte das Rennen aber noch viel mehr zu bieten. Von Rennbeginn an bestimmten die Penske- und Andretti-Piloten das Tempo an der Spitze. Dazu gesellten sich Tony Kanaan und der wieder sehr gut aufgelegte Sebastien Bourdais. Zwischen den Fahrern ging es sehr eng zu und bis zur ersten Caution ab Runde 71 wechselte die Führung fünfmal zwischen Will Power, Sebastien Bourdais, Ryan Hunter-Reay und James Jakes, während der ersten Runde der Boxenstopps.

Die erste Gelbphase wurde durch einem Unfall von Sebastian Saavedra ausgelöst, der mit einem Schnitt im Hinterreifen in Kurve 3 die Kontrolle über seinen Dallara verlor. Pippa Mann rutschte beim Versuch, Saavedra auszuweichen, ebenfalls in die Mauer. Für beide war das Rennen auf den Plätzen 24 (Saavedra) und 25 (Mann) beendet. Nach dem Restart machte vor allem Carlos Munoz, der kurzfristig den erkranken EJ Viso bei Andretti Autosport ersetzte, Druck. Er konnte eine deutlich tiefere Linie fahren und trotzdem die Geschwindigkeit auf die Geraden mitnehmen. Dieses Risiko ging aber nur bis Runde 100 gut, als er in Kurve 2 hart in der Mauer einschlug. Trotzdem hat er sich wieder für ein Cockpit empfohlen.

Durch die Gelbphase war das Feld natürlich wieder ganz dicht beisammen und reihenweise fuhren drei oder vier Piloten nebeneinander durch die Kurven. Auf Platz 16 liegend verlor Justin Wilson seinen Dallara in Kurve 2, als er zu lange mit seinem Hinterrad auf dem Teerstreifen zwischen zwei Asphaltbahnen fuhr. Josef Newgarden konnte Wilson noch gerade so ausweichen, kollidierte aber mit Oriol Servia und beide schlugen in die Mauer ein. Tristan Vautier konnte nicht ausweichen und traf Wilson seitlich in Höhe der Vorderradaufhängung. James Jakes und Simona de Silvestro beschädigten sich auch noch die Wagen. Für Jakes war das Rennen auf Platz 16 beendet, de Silvestro konnte nach zwei Runden Reparaturstopp weiterfahren.

Justin Wilson zog sich Brüche an der Hüfte, die nicht operiert werden müssen, sowie eine Quetschung der Lunge zu. Alle anderen Piloten blieben bei diesem, wie auch bei allen anderen Unfällen am Wochenende, unverletzt. Trotz der Verletzungen von Dario Franchitti in Houston und jetzt Justin Wilson muss man den DW12 Dallara ausdrücklich loben. Die Sicherheit der Piloten wurde durch die Einführung 2012 deutlich verbessert und steht der anderer Monoposto-Fahrzeugen ins nichts nach.

Spätestens mit diesem Massenunfall wechselte das Rennen in den Last-Car-Driving-Modus. Die Strecke war ziemlich dreckig und vor allem größere Teile aus Kunststofffolie setzten sich in die Kühler der Wagen. Marco Andretti musste regelmäßig die Leistung seines Triebwerks aufgrund von Überhitzung reduzieren und verlor so zwei Runden auf die Spitze. Ryan Hunter-Reay überfuhr ein Carbonteil und beschädigte sich einen Reifen. Durch den unplanmäßigen Stopp verlor er eine Runde und hatte später auch mit Überhitzung zu kämpfen. In Runde 142 stellte er seinen Dallara in der Box ab. Auch Takuma Sato (Platz 17), Graham Rahal (Platz 15), Simon Pagenaud (Platz 13), JR Hildebrand (Platz 11) und Charlie Kimball (Platz 10) mussten mit Motorschäden und/oder Überhitzung das Rennen beenden. Scott Dixon fuhr in Runde 229 unplanmäßig zur Kühlerreinigung an die Box. Sein Honda-Triebwerk blieb aber zum Glück intakt. Es war das einzige von Honda, das die 500 Meilen überstand.

An der Spitze des Feldes änderte dies jedoch wenig. Will Power verlor in Runde 111 den Kontakt noch ganz vorne, weil sein Visier gewechselt werden musste. Durch den ganzen Dreck auf der Strecke war es so verkratzt, dass er kaum noch etwas sehen konnte. Auch bei Helio Castroneves bereitete man einen Wechsel vor, führte ihn aber nicht durch. Weitere Piloten klagten über mangelnde Sicht. In Runde 134 eroberte Power aber schon wieder die Führung. Zu dieser Zeit wurden auch Scott Dixon und Alex Tagliani deutlich schneller und schoben sich in die Spitzengruppe zu Power, Hinchcliffe und Carpenter. Im Verkehr hatte nun aber Helio Castroneves mit einem übersteuernden Wagen zu kämpfen und verlor einige Plätze. Das Pendel der Meisterschaft schlug also deutlich in Richtung von Scott Dixon.

Durch Fahrfehler dezimierte sich das Feld weiter. In Runde 189 rutschte AJ Allmendinger (Platz 16), der wie in Indianapolis ein sehr gutes Rennen bis dahin abgeliefert hatte, in Kurve 4 in die Mauer. Nur zwanzig Runden später drehte sich Alex Tagliani (Platz 14), der zu diesem Zeitpunkt um die Spitze kämpfte, in Kurve 2. Er touchierte zwar nur leicht die Mauer, konnte aber trotzdem das Rennen nicht fortsetzten. Bei der folgenden Gelbphase herrschte dann einige Verwirrung an der Box von Helio Castroneves. Roger Penske persönlich rief den Brasilianer an die Box, obwohl diese noch geschlossen war. Durch das langsame Durchfahren der Boxengasse verlor er natürlich einige Plätze.

Beim Restart oder bei den engen Kämpfen danach beschädigte sich Castroneves seinen Frontflügel. Durch den Reparaturstopp fiel er eine Runde zurück und die Meisterschaft war entschieden. Als letzter Fahrer verabschiedete sich dann Sebastien Bourdais in Runde 229 aus der Spitzengruppe. Beim Kampf mit James Hinchcliffe bog er recht seltsam, eventuell mit einem Reifenschaden, in die Mauer ab. Die letzte Gelbphase lösten die Motorenschäden von Kimball und Hildebrand in Runde 237 aus.

Podium in Fontana (C) IndyCar Media/Richard Dowdy

Podium in Fontana
(C) IndyCar Media/Richard Dowdy

Zum Restart in Runde 242 waren nur noch neun Wagen ünrig, davon fünf in der Führungsrunde. Vorne setzte sich Will Power ab und fuhr vor Ed Carpenter zu seinem dritten Sieg in den letzten fünf Saisonrennen. Es folgten Tony Kanaan und James Hinchcliffe. Fast gemütlich kam auf Platz 5 mit einigem Abstand Scott Dixon ins Ziel. Helio Castroneves auf Platz 6 hatte eine, Marco Andretti auf Platz 7 zwei Runden Rückstand. Einen erstaunlichen achten Platz sicherte sich Simona de Silvestro mit drei Runden Rückstand. Das ganze Wochenende war sie deutlich von den Zeiten der Top-10-Fahrer entfernt, aber am Ende saß sie in einem der letzten fahrenden Wagen. Platz 9 ging an Ryan Hunter-Reay, der acht Runden vor dem Ende seinen Dallara in der Box abstellte.

Das ganze Ergebnis findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Herzlichen Glückwunsch an Scott Dixon, der mit 27 Punkten Vorsprung die Meisterschaft gewonnen hat. Diesen Erfolg holte er sich vor allem auf den Stadt- und Straßenkursen, auf denen er 85 Punkte mehr einfuhr als Helio Castroneves. Der Brasilianer holte hingegen auf den Ovalen die meisten Punkte vor Ryan Hunter-Reay. Bei Penske Racing sollte man sich fragen, wie man es schon wieder geschafft hat, die Meisterschaft in den letzten beiden Rennen einer Saison zu vermasseln.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Trotz des kleinen Feldes am Ende und der schweren Unfälle, waren die 500 Meilen in Fontana ein fantastischer Abschluss einer guten IndyCar-Saison. Das Rennen hatte alles, was man sich als Fan nur wünschen kann. Es gab eine Vielzahl an engen Manövern und elf Führende im Rennen bei 28 Führungswechseln. Dazu wurde es teilweise nochmal richtig spannend in der Meisterschaft. Zum Abschluss wünschen wir den verletzten Justin Wilson und Dario Franchitti eine schnelle und vollständige Genesung und dass sie im nächsten wieder angreifen können.

Die IndyCar Series macht jetzt Winterpause, bis es Ende März in St. Petersburg wieder los geht.

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October 08 2013

16:00

IndyCar: Analyse The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston

Scott Dixon war der große Gewinner des Double-Headers in Houston, auch weil Helio Castroneves unter massiven technischen Problemen litt. Überschattet wurde das Wochenende aber von einem schweren Unfall Dario Franchittis im zweiten Rennen.

Scott Dixon (C) IndyCar Media/Chris Owens

Scott Dixon
(C) IndyCar Media/Chris Owens

Mit jeweils einem Getriebeschaden pro Rennen hatte Helio Castroneves ein schwarzes Wochenende. Durch den Sieg im Rennen am Samstag und Platz 2 am Sonntag konnte Scott Dixon den Rückstand von 49 Punkten in der Meisterschaft auf Castroneves in einen Vorsprung von 21 Punkten umwandeln. So richtig freuen konnte er sich aber nicht, da sein Teamkollege in einen schweren Unfall in der letzten Runde verwickelt war.

Takuma Sato verlor in der schnellen Kurve 5 die Kontrolle über seinen Dallara und Dario Franchitti wollte außen herum ausweichen. Er stieg aber über Satos Wagen auf und zerschellte am Zaun. Während Sato und, der ebenfalls noch aufgefahrene EJ Viso, langsam eigenständig aussteigen konnten, blieb Franchitti in seinen Wrack sitzen. Der Unfall erinnerte an die Unfälle von Kenny Bräck oder auch Dan Weldon. Auch durchdrangen wieder diverse Teile den Zaun und verletzten einige Zuschauer, zum Glück aber nicht schwer. Nach langen Minuten des Bangens überbrachte Chip Ganassi erste positive Nachrichten. Franchitti war bei Bewusstsein und klagte über Schmerzen in Rücken und Beinen. Im Krankenhaus wurden zwei gebrochene Wirbel, eine Fraktur des rechten Knöchels sowie eine Gehirnerschütterung diagnostiziert. Wir wünschen sowohl Franchitti als auch den verletzten Zuschauern eine schnelle und vollständige Genesung.

Rennen 1

Podium Rennen 1 (C) IndyCar Media/Chris Jones

Podium Rennen 1
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Stehende Starts und die IndyCar werden keine Freunde mehr. Der erste Versuch musste abgebrochen werden, weil bei Charlie Kimball die Kupplung versagte und der Motor so abgewürgt wurde. Kimball konnte das Rennen zwar aufnehmen, hatte aber bei jedem Boxenstopp Probleme beim Anfahren. Beim zweiten Start blieb James Hinchcliffe stehen und Ed Carpenter konnte ihm nicht mehr ganz ausweichen. Er touchierte Hinchcliffe zum Glück nur leicht, für beide aber war das Rennen beendet. Takuma Sato, der die Qualifikation gewonnen hatte, fuhr über ein Trümmerteil und musste unter Gelb mit einem schleichenden Plattfuß an die Box.

In Runde 9 wurde dann das Rennen endlich freigegeben mit Will Power vor Scott Dixon. Beide konnten sich von Simon Pagenaud und Simona de Silvestro absetzten. Ab Platz 3 blieb das Feld aber dicht beisammen. Mit den ersten Boxenstopps konnte sich Dixon an Power vorbei schieben. Der Neuseeländer war zum einen eine Runde früher in der Box, zum anderen gab es Probleme mit dem Wagenheber bei Power.

Nach dieser ersten Serie der Stopps drehte sich Dario Franchitti im Hinterfeld und sorgte so für die dritte Caution. Am Ende kam der Schotte nur auf Platz 15 ins Ziel. Beim Restart in Runde 43 hatte Simon Pagenaud auf Platz 3 Probleme und verlor drei Plätze an den sehr gut aufgelegten Luca Fillippi, Sebastien Bourdais und Simona de Silvestro. In Runde 61 absolvierten de Silvestro und Pagenaud ihren zweiten und letzten Boxenstopp, da sie in der Gruppe hinter Fillippi festhingen. In Runde 64 musste Oriol Servia seinen Wagen in Kurve 4 mit Getriebeschaden abstellen, als gerade Scott Dixon in der Box war. Die folgende Caution war natürlich ein großer Glücksfall für alle, die ihren letzten Stopp bereits absolviert hatten.

Beim Restart konnte sich Simona de Silvestro in einem schönen Manöver an Pagenaud vorbei schieben und den Platz direkt hinter Scott Dixon sichern. Auch Justin Wilson konnte am Franzosen vorbei, der immer Probleme mit der Lage seines Autos mit kälteren Reifen nach den Gelbphasen hatte. Auch die letzten Cautions und Restarts änderten nichts mehr an dieser Reihenfolge.

Vollkommen verdient gewann Scott Dixon sein viertes Rennen in dieser Saison. Dahinter sicherte sich Simona de Silvestro ihre erste Podiumsplatzierung vor Justin Wilson und Simon Pagenaud. Ein sehr gutes Rennen zeigten auch Josef Newgarden, James Jakes und Graham Rahal auf den folgenden Plätzen. Mit Platz 8 zeigte Sebastien Bourdais wieder ein gute Leistung. Auf Platz 9 folgte mit EJ Viso der erste Fahrer von Andretti Autosport vor Luca Fillippi, der Will Power auf der Strecke überholen konnte.

Trotz der Probleme mit der Kupplung konnte sich Charlie Kimball noch auf Platz 11 ins Ziel retten. Durch die unglückliche Caution und dem Boxenstopp in Runde 64 bzw. 73 fiel Will Power ins Hinterfeld und konnte sich nicht mehr über Platz 12 hinaus verbessern. Marco Andretti hatte große Handlingsprobleme und kam nie wirklich auf gute Zeiten. Auf Platz 13 war er aber schon der letzte Fahrer in der Führungsrunde.

Noch viel größere Probleme hatten Helio Castroneves und Ryan Hunter-Reay. Bei beiden, wie auch bei Oriol Servia, gab es Schäden am Getriebe. In fantastischen acht Minuten konnte man bei Penske Racing das Getriebe wechseln und mit insgesamt zehn Runden Rückstand kam der Führende in der Meisterschaft noch auf Platz 18 ins Ziel. Mit dem Sieg von Scott Dixon hatte er aber nur noch acht Punkte Vorsprung. Platz 20 für Ryan Hunter-Reay beendete natürlich alle seine Träume von einer Titelverteidigung. Bei ihm war Benzin beim Tankvorgang ausgelaufen und hatte sich entzündet. Das Feuer wurde zwar schnell gelöscht, hatte aber das Datenkabel zum Getriebe beschädigt.

Tony Kanaan, der im nächsten Jahr für Chip Ganassi fahren wird, schied mit einem Defekt an den Bremsen aus. Takuma Sato und Mike Conway sorgten mit Fahrfehlern und Mauerkontakt für zwei der letzten drei Cautions in den Runden 72 und 88. Diese letzte Caution führte auch zum Rennende unter Gelb.

Das ganze Ergebnis von Rennen 1 findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Rennen 2

Podium Rennen 2 (C) IndyCar Media/Bret Kelley

Podium Rennen 2
(C) IndyCar Media/Bret Kelley

Aufgrund starker Regenfälle musste die Qualifikation am Vormittag abgesagt werden. Die Startaufstellung wurde gemäß der Owner-Points vor dem Houston-Wochenende erstellt. Traditionell wurde der erste Startversuch wieder abgebrochen, da diesmal Takuma Sato seinen Startplatz nicht gefunden hatte. Den zweiten Versuch gewann Helio Castroneves vor Scott Dixon und Simon Pagenaud. Ab Runde 2 beklagte sich Dixon darüber, dass Castroneves Öl aus seinem Getriebe verlieren würde. Es zeichnete sich also der nächste Getriebeschaden am Penske mit der Nummer 3 ab und in Runde 10 musste der Brasilianer seinen Dallara abstellen. Diesmal war das Getriebegehäuse bei einem heftigen Aufsetzten in Kurve 1 gebrochen. Die Reparatur dauerte erheblich länger als am Samstag und am Ende stand nur Platz 23 zu Buche.

Will Power konnte sich von Startplatz 9 schnell nach vorne auf Platz 2 hinter Scott Dixon schieben. Beide waren, wie am Samstag, das Maß der Dinge und konnten sich schnell vom Feld absetzten. Ein Crash von Luca Fillippi führte zu vierten Caution ab Runde 28, die alle Spitzenfahrer für den ersten Boxenstopp nutzten. Tony Kanaan löste mit einem Fahrfehler in Runde 33 die nächste Caution aus und in Folge des Restarts konnte sich Power an Dixon vorbei schieben.

Weder die zweite Runde der Boxenstopps, noch die Gelbphasen sechs bis acht änderten etwas an Situation an der Spitze. Dixon kam zwar mehrfach nahe an Power heran, zu einem ernsthaften Angriff kam es aber nicht. Der Neuseeländer konnte und wollte natürlich nicht seine gute Position in der Meisterschaft gefährden. Will Power konnte sich so den zweiten Saisonsieg sichern und half damit auch seinem Teamkollegen.

Mit Platz 3 hat James Hinchcliffe nochmal gezeigt, dass er auch im nächsten Jahr in einem Topteam fahren sollte. Dasselbe gilt für Justin Wilson mit seiner vierten Top-4-Platzierung in Folge. Und auch Sebastien Bourdais setzte seine Serie von guten Platzierungen auf Platz 5 fort. Es ist schon erstaunlich, welchen großen Schritt er mit seinem Dragon Racing Team gemacht hat.

Simon Pagenaud hatte am Sonntag bei kühleren Temperaturen deutlich mehr mit dem Handling seines Dallaras zu kämpfen. Schon am Samstag verlor er mit kälteren Reifen bei den Restarts jeweils Plätze. Durch Platz 6 hat auch er keine Chancen mehr auf den Meistertitel. Mit einem guten Rennen und Platz 7 brachte sich auch Oriol Servia ins Gespräch für einen Stammplatz im nächsten Jahr.

Nach den Kupplungsproblemen am Samstag konnte sich Charlie Kimball am Sonntag immerhin Platz 8 sichern. Abgesehen von Scott Dixon lief es beim Team von Chip Ganassi aber in Houston nicht rund. Auch Dario Franchitti lag vor seinem Unfall nur auf Platz 11. Leicht enttäuscht dürfte auch Mike Conway aus Houston abreisen. Die Plätze 11 und 9 entsprechen nicht seinem wahren Leistungsvermögen, vor allem im Vergleich zu seinem Teamkollegen Justin Wilson.

Den letzten Platz in den Top 10 sicherte sich Simona de Silvestro. Mit einem haarsträubenden Manöver beförderte sie schon in Runde 2 Tristan Vautier und Graham Rahal in die Mauer von Kurve 8. Diese Aktion wurde vollkommen zu recht mit einer Drive-Through-Penalty bestraft. Ihr Opfer Vautier kam direkt hinter ihr auf Platz 11 ins Ziel. Beide profitierten dabei natürlich vom Unfall von Sato, Franchitti und Viso, die ansonsten vor ihnen ins Ziel gekommen wären.

Auf Platz 12 und damit wieder die üblichen fünf bis zehnPlätze hinter Bourdais kam Sebastian Saavedra ins Ziel. Nach seinem sehr guten fünften Platz am Samstag lief es für Josef Newgarden am Sonntag nicht mehr so gut. In Runde 73 drehte er Marco Andretti um, der nach Frühstart und entsprechender Strafe im ganzen Rennen im Hinterfeld fuhr. Auch Newgarden wurde für „Avoidable Contact“ mit einer Drive-Through-Penalty bestraft.

Auf den Plätzen 14 bis 16 wurden die verunfallten Sato, Franchitti und Viso gewertet. Es folgten die beiden Rahal Lettermann Lanigan Piloten James Jakes und Graham Rahal. Beide waren, wie auch Luca Fillippi und Marco Andretti, in diverse Zwischenfälle verwickelt. Ryan Hunter-Reay hatte wieder Probleme mit seinem Getriebe und rollte mit kaum Vortrieb in Runde 33 in die Box. Mit 37 Runden Rückstand kam Helio Castroneves auf Platz 23 ins Ziel. Hinter ihm wurde nur noch Tony Kanaan gewertet.

Das ganze Ergebnis von Rennen 2 findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt nun Scott Dixon mit 23 Punkten vor Helio Castroneves. Nur noch zwischen diesen beiden Piloten wird in Fontana die Meisterschaft entschieden. Mit dem Sieg und Platz 2 hat sich Scott Dixon natürlich auch die Mario Andretti Trophy für den besten Stadt-Straßenkursfahrer der Saison gesichert.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Das große Finale auf dem Auto Club Speedway in Fontana findet am 19. Oktober (bzw. für uns am Morgen des 20. Oktobers) statt.

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October 04 2013

15:00

IndyCar: Vorschau The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston

Nach fünf Wochen Pause, in der sich hoffentlich die Gemüter ein wenig beruhigt haben, finden die beiden letzten Straßenrennen der IndyCar-Saison in Houston statt. Die Augen werden sich vor allem auf Helio Castroneves und seine Verfolger in der Meisterschaftswertung richten.

Helio Castroneves in Baltimore (C) IndyCar Media/Bret Kelley

Helio Castroneves in Baltimore
(C) IndyCar Media/Bret Kelley

Durch eine strittige Strafe in Sonoma und einen diskussionswürdigen Unfall mit Will Power in Baltimore büßte Scott Dixon viele Punkte auf Helio Castroneves ein. Aktuell liegt er 49 Punkte hinter dem Brasilianer, der seit seinem Sieg in Texas die Meisterschaftswertung anführt. Bei einem Rennen kann man – bei 24 Teilnehmern – maximal 47 Punkte aufholen und nach dem Double-Header in Houston steht nur noch das Finale in Fontana auf dem Programm. Insgesamt hat Castroneves also gute Chancen, seinen ersten Meistertitel zu gewinnen.

Das Double-Header-Format hingegen sollte Scott Dixon noch einmal Mut geben. Bei den vier Double-Header-Rennen in diesem Jahr konnte sich der Neuseeländer immer in den Top 5 platzieren, in Toronto gab es sogar zwei Siege. Das ergibt eine durchschnittliche Zielankunft auf Position 2,5. Helio Castroneves durchschnittliche Platzierung ist mit 5,25 aber nur geringfügig schlechter. Wir können uns also auf einen spannenden Zweikampf freuen.

Nur wenn Helio Castroneves sich ein komplett schwarzes Wochenende leisten sollte, könnten auch noch Simon Pagenaud und die beiden Andretti-Autosport-Piloten Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay in den Meisterschaftskampf eingreifen. Vor allem Pagenaud wird als exzellenter Pilot auf Stadtkursen alles daran setzten, die Entscheidung noch enger werden zu lassen.

Neben eventuell der Meisterschaft wird auf jeden Fall die Mario Andretti Trophy für den besten Stadt/Straßenkurs-Fahrer der Saison vergeben. In dieser Wertung führt Dixon mit elf Punkten vor Castroneves. Es folgen mit geringem Abstand Pagenaud, Andretti und Dario Franchitti. Wie in den Jahren zuvor bei Will Power, könnte sich der Verlierer der Meisterschaft also wieder mit der Mario Andretti Trophy trösten müssen.

Strecke

Der Grand Prix in Houston findet zum ersten Mal im Rahmen der IndyCar Series statt. Man nutzt aber eine Streckenführung im Reliant Park, die schon die Champ Car World Series in den Jahren 2006 und 2007 befuhr. Beide Rennen gewann damals übrigens Sebastien Bourdais für Newman/Haas Racing. Mit 1,7 Meilen (2,7 km) ist die Strecke sehr kurz und bei zehn Kurven trägt selbst die längste Gerade diesen Namen fast zu Unrecht. Die Start-Ziel-Gerade an der Reliant Arena mündet in einen leichten Linksknick. Eine Links-Rechts-Schikane führt zur ersten 90° Linkskurve. Kurve 4, eine Spitzkehre, endet in eine lange Rechtskurve um den Reliant Dome herum. Es folgen vier der üblichen 90° Stadtkurs-Kurven. Kurve 7 ist wenigsten etwas weiter. Ein Linksknick bringt die Fahrer schon wieder zurück auf die Start-Ziel-Gerade.

Überholen war mit den Champ Cars fast unmöglich und dank der Kürze der Strecke steckte der Führende schnell im Überrundungsverkehr fest. Zu allem Überfluss versucht die IndyCar es beim ersten Rennen wieder mit einem stehenden Start. Dallara wird sich also über viele Aufträge freuen können.

Favoriten

Die Fahrer, die um Meisterschaft und Mario Andretti Trophy kämpfen, werden auch in den Straßen von Houston vorne zu finden sein. Wobei Helio Castroneves auf Sicherheit fahren kann und seine Verfolger schon gewinnen müssen. Dies ist am ehesten Scott Dixon und Simon Pagenaud zuzutrauen, die drei der vier Double-Header-Stadtrennen gewinnen konnten.

In den letzten Jahren war Will Power der beste Fahrer auf Stadt- und Straßenkursen. In diesem Jahr lief es nicht rund und erst in den letzten Rennen konnte er seine Qualitäten wieder nachweisen. Auch in Houston sollte man ihn auf dem Zettel haben. Immerhin kennt er die Strecke und konnte 2007 auch die Qualifikation gewinnen.

Ganz vergessen darf man Andretti Autosport auch nicht, die bis Pocono eigentlich das beste Team waren. Diese Position mussten sie aber an Chip Ganassi Racing abgeben, sodass man auch Dario Franchitti und Charlie Kimball zum engeren Favoritenkreis zählen muss. Auf James Hinchcliffe sollte man aber genau achten, der in den Straßen von St. Peterburg und Sao Paulo gewinnen konnte und für nächstes Jahr noch kein Cockpit hat.

Auf der Suche nach einem Platz für 2014 ist Tony Kanaan wahrscheinlich nicht mehr. Es deutet vieles darauf hin, dass er für Chip Ganassi fahren wird. Abgesehen von seinem Sieg beim Indy 500 fährt er eine unterdurchschnittliche Saison. Gerade auf Stadtkursen stehen nur zwei Top-10-Ergebnisse zu Buche. Besser lief es für seine Teamkollegin Simona de Silvestro auch nicht, sodass es auch ein Problem vom ganzen Team sein kann. Immerhin zeigte die Formkurve der Schweizerin zuletzt mit den Plätzen 11, 9 und 5 deutlich nach oben.

Dies gilt auch Sebastien Bourdais, der in den letzten fünf Rennen dreimal das Podium erreichen konnte. Für Houston, immerhin hat er dort schon zweimal gewonnen, ist er sicherlich einer der aussichtsreichsten Außenseiter. Sein Teamkollege Sebastian Saavedra wird sich wie üblich fünf bis zehn Plätze hinter Bourdais platzieren.

Zu den Außenseitern darf man Justin Wilson eigentlich nicht mehr zählen. Er fährt zwar für das kleine Team von Dale Coyne, aber Platz 6 in der Meisterschaft, noch vor Dario Franchitti und James Hinchcliffe, ist sicher kein Zufall. Zu konstant ist Wilson in diesem Jahr. Nur zweimal konnte er sich nicht in den Top 15 platzieren. Sein Teamkollege an diesem Wochenende ist wieder Mike Conway. Der Engländer ist natürlich, nach seinem Sieg in Detroit und Top-7-Ergebnissen bei seinen weiteren Einsätzen für Dale Coyne, ein sicherer Kandidat für ein Top-10-Ergebnis.

Bei Panther Racing übernimmt wieder Oriol Servia das Steuer der Nummer 4. Für Dreyer & Reinbold Racing hat er in Long Beach und Sao Paulo zwei sehr gute Platzierungen in den Top 10 geholt. Bei seinem Unfall im ersten Rennen in Toronto hat er sich leider verletzt, sodass er zum zweiten nicht mehr antreten konnte. Da er auch noch auf der Suche nach einem freien Cockpit für 2014 ist, wird er alles für ein gutes Ergebnis geben.

Für Graham Rahal und James Jakes dürfte es wieder ein zähes Wochenende werden. Bei Rahal Lettermann Lanigan Racing fuhr man die meiste Zeit deutlich der Konkurrenz hinterher. Dragon Racing hat mit Bourdais aber zuletzt gezeigt, dass es plötzlich den Schritt nach vorne geben kann. Unter normalen Umständen sind Plätze in den Top 15 für Rahal und Jakes schon das maximal Erreichbare.

Einen, besser noch zwei bis drei Schritte nach vorne sollte auch Takuma Sato machen. Er ist eigentlich zu schnell für die ständigen Platzierungen außerhalb der Top 20. Um eine Platzierung innerhalb der Top 20 geht es auch für Ed Carpenter. So gut wie er auf Ovalen unterwegs ist, so schlecht macht er seinen Job auf Straßen- und Stadtkursen. Für sein eigenes Team wäre es vielleicht nicht schlecht, wenn er sich das Cockpit mit einem anderen Fahrer wie zum Beispiel Mike Conway teilen würde.

Zeitplan

Freitag

11:30 am EST (17:30 MESZ) – 13:00 pm freie Training
4:05 pm EST (22:05 MESZ) – 5:15 pm Qualifikation Race 1

Samstag

11:45 am EST (17:45 MESZ) – 12:15 pm Qualifikation Race 2
1:30 pm EST (19:30 MESZ) – 2:30 pm Rennen Indy Lights

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Übertragungsbeginn NBC Sports Network; Sport 1 US
3:40 pm EST (21:40 MESZ) IndyCar Series Race 1, 90 Runden

Sonntag

9:45 am EST (15:15 MESZ) – 9:15 am Warm Up

12:00 pm EST (18:00 MESZ) Übertragungsbeginn NBC Sports Network
12:00 pm EST (18:00 MESZ) – 1:00 pm Rennen Indy Lights as-live
1:30 pm EST (19:40 MESZ) IndyCar Series Race 2, 90 Runden

Rennen 2 am Sonntag wird aufgrund der NFL nicht live bei Sport 1 US gezeigt. Am Montag kann man sich aber ab 14:00 Uhr Rennen 1 und ab 16:30 Uhr auch Rennen 2 as-live bei Sport 1 US ansehen.

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August 06 2013

16:00

IndyCar: Analyse Honda Indy 200 at Mid-Ohio

Die IndyCar Series hat sich mit einem richtig interessanten Rennen – ohne eine einzige Gelbphase – beim deutschen Fernsehzuschauer zurückgemeldet. Es gewann Charlie Kimball, der mit seinem ersten Sieg überhaupt die Dominanz von Chip Ganassi Racing fortsetzte.

(c) IndyCar Media/Chris Jones

(c) IndyCar Media/Chris Jones

Nach den drei Siegen von Scott Dixon mag ein weiterer Sieg für Chip Ganassi Racing nicht sonderlich überraschend wirken, aber mit Charlie Kimball hatte vor dem Rennen keiner gerechnet. Der Brite war zwar schon häufiger gut unterwegs, aber so das letzte Quäntchen zum Sieg schien ihm immer zu fehlen. In Mid-Ohio lieferte er aber ein blitzsauberes Rennen ab. Im entscheidenden Moment zeigte er die nötige Aggressivität und überholte in Runde 73 Simon Pagenaud für die Führung. Sowohl Kimball als auch Pagenaud müssen sich aber auch bei ihren Teams bedanken, da diese die richtige Strategie für das Rennen gewählt hatten.

Charlie Kimball war von Platz 5 gestartet und konnte sich früh an Marco Andretti vorbei auf Platz 4 schieben. Den hielt er bis zu seinem ersten Stopp in Runde 19. Bei Chip Ganassi setzte man also auf eine 3-Stopp-Strategie, vielleicht auch als Test für Scott Dixon und Dario Franchitti. Als dann in Runde 30 die meisten anderen Fahrer ihren ersten Stopp absolvierten, ging Kimball in Führung und konnte dort in der sauberen Luft sehr schnelle Runden fahren. Simon Pagenaud startete von Platz 9 und besuchte in Runde 25 zum ersten Mal die Box. In Runde 30 fuhren die Führenden an die Box und kamen genau vor und hinter Pagenaud wieder auf die Strecke. Mit seinen aufgewärmten Reifen konnte sich Pagenaud aber in einem engen Manöver direkt an Ryan Hunter-Reay vorbei schieben und lag damit auf Position 2 hinter Kimball.

Auf Platz 3 musste dann Ryan Hunter-Reay auf seiner 2-Stopp-Strategie sowohl mit den Reifen als auch mit dem Benzin haushalten. Kimball und Pagenaud nutzten die freie Fahrt und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus, sodass sie auch nach ihren nächsten Stopps in den Runden 41 (Kimball) und 47 (Pagenaud) die Führung behalten konnten. Charlie Kimball absolvierte in Runde 65 seinen letzten Boxenstopp, blieb danach aber hinter dem zur Überrundung anstehenden EJ Viso hängen und verlor so viel Zeit. Als Pagenaud dann in Runde 73 nach seinem letzten Stopp aus der Box kam, konnte er sich zwischen Viso und Kimball schieben. Kimball nutzte aber den Vorteil der wärmeren Reifen und überholte Pagenaud für die Führung. Die letzten 17 Runden fuhr er dann ungefährdet zum Sieg.

Für seine Teamkollegen Scott Dixon und Dario Franchitti wählte man bei Chip Ganassi hingegen die falsche Strategie. Beide begannen auf einer 2-Stopp-Strategie und einem ersten Stopp in Runde 29 bzw. 30. Als man dann bemerkte, dass man hinter Ryan Hunter-Reay und Will Power viel Zeit auf Kimball und Pagenaud verlor, holte man Franchitti in Runde 44 und Dixon in Runde 48 wieder an die Box. Mit dem letzten Stopp in Runde 69 konnte man Franchitti immerhin noch auf Platz 3 nach vorne bringen. Dixon hingen steckte auch nach seinem Stopp in Runde 66 im Verkehr fest und kam nur auf Platz 7 ins Ziel. Das ist ein recht enttäuschendes Ergebnis, auch weil sich Helio Castroneves von Startplatz 14 kommend noch vor ihm platzieren konnte.

Helio Castroneves konnte in den ersten Runden schon vier Plätze gut machen und als es nicht weiter nach vorne ging, absolvierte er in Runde 16 seinen ersten Boxenstopp. Diese aggressive 3-Stopp-Strategie zahlte sich auch für ihn aus. In den letzten Runden wurde es hinter ihm im Kampf um Platz 6 zwar richtig eng, aber er konnte sich gegen Justin Wilson, Scott Dixon und Marco Andretti behaupten. Mit diesem Platz konnte er natürlich auch die Führung in der Meisterschaft behalten. Will Power war von Startplatz 2 ins Rennen gegangen, aber mit der langsameren 2-Stopp-Strategie musste er Kimball, Pagenaud und Franchitti ziehen lassen. Am Ende blieb nur Platz 4.

Bei Andretti Autosport hatte man Probleme sowohl mit der Strategie als auch mit dem Speed der Wagen. Ryan Hunter-Reay ging von der Pole ins Rennen und man setzte auf die 2-Stopp-Strategie. Beim letzten Stopp gab es auch noch Probleme beim Ansetzten des Tankstutzens, weil Hunter-Reay ein wenig zu weit von der Boxenmauer stehen geblieben war, und so verlor er auch noch einen Platz an Will Power. So konnte er sich nur 2,5 Sekunden vor Helio Castroneves auf Platz 5 ins Ziel retten. Marco Andretti war als einziger in der Spitzengruppe auf den langsameren schwarzen Reifen gestartet und verlor in den ersten 14 Runden fünf Plätze an die Fahrer mit den schnelleren roten Reifen. Mit seinem ersten Stopp in Runde 16 war er auf derselben Strategie wie Castroneves und lieferte sich mit diesem auch ein spannendes Duell über die ganze Renndistanz. Am Ende verlor er aber noch zwei Plätze an Dixon und Justin Wilson und kam nur auf Platz 9 ins Ziel. EJ Viso und James Hinchcliffe hatten mit der Balance ihrer Wagen zu kämpfen. Auch über die 3-Stopp-Strategie konnten sie sich nur wenig nach vorne arbeiten und beendeten das Rennen auf den Plätzen 10 für Hinchcliffe und 17 für Viso.

Beide Fahrer für Dale Coyne lieferten ein eher unauffälliges Rennen ab. Justin Wilson blieb konstant in den Top 10 und überholte dann Marco Andretti in Runde 84 in einem spektakulären Manöver für Platz 8, den er auch bis zum Rennende hielt. James Davidson, der sein erstes IndyCar-Rennen überhaupt bestritt, konnte sich von Startplatz 16 um einen Platz bis zum Rennende verbessern. Er schlug damit immerhin EJ Viso, Graham Rahal und Takuma Sato. Er hat sich auf jeden Fall für weitere Einsätze empfohlen.

Das gilt auch für Luca Filippi, der zum ersten Mal für Barracuda Racing an den Start ging. Nach einem Unfall in der Qualifikation wurden ihm die beiden besten Zeiten gestrichen und er musste von Platz 24 starten. In den ersten drei Runden konnte er aber direkt Ed Carpenter, Graham Rahal und Josef Newgarden überholen. Insgesamt war er sehr gut unterwegs und kam auf Platz 16 ins Ziel. Der Ovalspezialist Ed Carpenter kam nie wirklich mit dem Kurs zurecht und platzierte sich am Ende auf Platz 20. Gleiches gilt auch für Josef Newgarden, der sogar noch drei Plätze schlechter war.

Simona de Silvestro ging von Startplatz 9 ins Rennen und blieb auch während des Rennens in dieser Region. Sie konnte am Ende nicht ganz mit der Gruppe hinter Castroneves mithalten und kam auf Platz 11 ins Ziel. Nach einigen sehr schlechten Ergebnissen im Juni war es immerhin die vierte Top-15-Platzierung in Folge. Tony Kanaan hatte größere Probleme mit der Abstimmung und konnte sich von Startplatz 19 nur langsam verbessern. Nach seinem letzten Stopp in Runde 65 löste sich ein Rad und er musste seinen KV Technology Dallara an der Strecke abstellen.

Die Fahrer von Dragon Racing und Rahal Lettermann Lanigan Racing bewegten sich leider auch wieder in den bekannten Regionen. Sebastien Bourdais und James Jakes hatten auf den Plätzen 12 und 13 wenigstens ein wenig Sichtkontakt zu den Top 10. Für ihre Teamkollegen lief es hingegen überhaupt nicht. Vor allem für Graham Rahal ist Platz 18, hinter den Rookies Davidson und Filippi, eine Enttäuschung. Platz 19 für Sebastian Saavedra ist auch nicht besser zu bewerten.

Zu den großen Enttäuschungen zählt auch Takuma Sato auf Platz 22. Ohne Unfall oder sichtbaren technischen Defekt ist das schon eine recht blamable Vorstellung des Japaners. Ab dem Rennen in Iowa stehen nun die Plätze 23, 22, 24, 20 und nun 22 zu Buche. Von dem starken Saisonstart mit dem Sieg in Long Beach und Platz 2 in Sao Paulo ist nicht mehr viel übrig.

Das komplette Ergebnis vom Rennen findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (453 Punkte) vor Scott Dixon (422), der an diesem Wochenende keine Punkte gutmachen konnte. Auf Platz 3 folgt Titelverteidiger Ryan Hunter-Reay (388) mit schon 65 Punkten Rückstand. Bei noch fünf Rennen wird es für ihn schwer und er muss auf einen Ausfall von Castroneves hoffen. Der ist aber extrem gut und konstant unterwegs. Ähnlich konstant ist auch Marco Andretti (377) auf Platz 4 in dieser Saison. Es folgen Simon Pagenaud (350) und Dario Franchitti (342). Auf den Plätzen 7 und 8 liegen punktgleich James Hinchcliffe und Charlie Kimball mit 325 Punkten. Die Top 10 komplettieren Justin Wilson (320) und Tony Kanaan (313).

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung, sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Der Kalender der IndyCar Series bleibt unregelmäßig und so geht es erst am 25. August in Sonoma weiter.

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August 02 2013

11:00

IndyCar: News, Vorschau Honda Indy 200 at Mid-Ohio

Mit dem Rennen in Mid-Ohio beginnt nicht nur das letzte Saisondrittel der IndyCar Series, sondern auch wieder die Übertragung der Rennen im deutschsprachigen Fernsehen. Diese kleine Sensation ist aber nicht die einzige Entscheidung, die in der kurzen Pause getroffen wurde.

(c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

(c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Der neue Sender Sport1US hat sich die Rechte an den Rennen der IndyCar Series bis 2015 gesichert. Ob alle Rennen auch live gezeigt werden, steht noch nicht fest. Wahrscheinlicher ist, dass andere Sportarten wie die NFL am Sonntag Vorrang haben. Zumindest das Rennen in Mid-Ohio wird aber live ab 21:00 Uhr übertragen. Auf deutschen Kommentar müssen wir verzichten, was allerdings nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.

Die bedeutsamste Entscheidung in zumindest technischer Hinsicht ist aber, dass ab nächster Saison nur Motoren mit zwei Turboladern verwendet werden. Honda setzte mit den neuen Motoren im letzten Jahr auf ein Konzept mit einem Turbolader, Chevrolet hingen auf zwei. Die Unterschiede in den Konzepten führten immer wieder zu Diskussionen, die mit der Festlegung auf zwei Turboladern nun hoffentlich beendet wurden.

James Davison wird sein Debut in der IndyCar Series an diesem Wochenende geben. Der 25 jährige Australier wird Teamkollege von Justin Wilson bei Dale Coyne und wird den Dallara mit der Nummer 18 fahren.

Für uns Fans hier ist aber wohl das Debut von Lucas Luhr in Sonoma noch interessanter. Der ehemalige FIA GT1 Weltmeister wird neben Josef Newgarden einen zweiten Dallara für Sarah Fisher Hartman Racing pilotieren.

Luca Filippi wird für Barracuda Racing in Mid-Ohio testen. Der unter anderem aus der GP2 bekannte Italiener wollte schon im Vorjahr in die IndyCar Series einsteigen, nur zerschlug sich kurzfristig der Deal mit Rahal Letterman Lanigan Racing. Vielleicht ist dieser Test eine Chance für ihn, das Cockpit von Alex Tagliani zu übernehmen. Dessen Ergebnisse waren in diesem Jahr nicht wirklich gut.

Im Fahrerlager geht auch das Gerücht um, dass Tony Kanaan im nächsten Jahr für Chip Ganassi Racing antreten könnte. Für diese Saison hat Chip Ganassi sein Team um ein Auto verkleinert, sodass es genug Kapazitäten für ein viertes Auto gibt. Außerdem würden die guten Freunde Kanaan und Franchitti dann im selben Team fahren.

Bevor die neue Saison beginnt, muss aber erst einmal die laufende Saison zu Ende gefahren werden. Der Endspurt um die Meisterschaft beginnt mit dem Rennen in Mid-Ohio.

Strecke

Der Mid-Ohio Sports Car Course in der Nähe von Lexingston ist im Prinzip eine schöne Strecke, produziert aber in der Regel nur mäßige Rennen. Die Strecke ist 2,258 Meilen (3,634 km) lang und umfasst 13 Kurven. Nach Start-Ziel führt eine schnelle Linkskurve auf eine längere Gerade. Durch die schnelle Kurve führt nur eine Linie, weshalb der Start auf der Gegengeraden erfolgt. Auf diese gelangen die Fahrer durch Kurve 2, eine 180° Rechtskurve. Diese wurde mehrfach umgebaut, bietet aber immer noch keine gute Überholmöglichkeit. Kurz vor der genutzten Startlinie wird die Gegengerade durch einen schnellen Rechtsknick, der aber mit Vollgas durchfahren werden kann, unterbrochen. Die Rechtskurve am Ende der Gegengeraden ist beste Überholstelle der Strecke. Es ist auch der Beginn einer Passage aus immer schneller werden Rechts-Linkskurven, an deren Ende Kurve 9 in das „Thunder Valley“ führt. Die schnelle Kombination endet im Karussell, einer 180° Rechtskurve. Die anschließende Linkskurve führt das Feld wieder auf die Start-Ziel-Gerade.

Favoriten

Der heißeste Fahrer im IndyCar-Feld ist sicherlich Scott Dixon nach seinen drei Siegen zuletzt. Aber nicht nur er zeigte sich deutlich verbessert, sondern das ganze Chip Ganassi Racing Team, auch Dario Franchitti und Charlie Kimball waren besser unterwegs. Von den letzten sechs Rennen in Mid-Ohio gewann außerdem Scott Dixon vier und Dario Franchitti ein weiteres. Ich würde nicht gegen einen weiteren Sieg von Dixon wetten.

Vor dem Wochenende in Toronto war Andretti Autosport noch das absolute Topteam. Auch wenn Chip Ganassi Racing aufgeholt hat, darf man Ryan Hunter-Reay, James Hinchcliffe und Marco Andretti nicht vergessen. Hunter-Reay und Hinchcliffe haben zusammen in diesem Jahr schon fünf Rennen gewonnen und Andretti ist einfach reif für einen Sieg. Außerdem brauchen Hunter-Reay und Andretti Topergebnisse, um im Meisterschaftskampf zu bleiben. Bei dem Test am Mittwoch war Hunter-Rey Schnellster vor Simon Pagenaud und Will Power.

In der Meisterschaft führt aber Helio Castroneves mit konstant sehr guten Ergebnissen. Er ist zwar nicht unbedingt ein Siegkandidat, die Top 5 sind aber immer möglich. Sein Teamkollege Will Power hatte einiges Pech, teilweise aber auch selbstverschuldet, in dieser Saison. Wenn aber mal alles zusammen passen sollte, ist er auf jedem Straßenkurs für ein absolutes Topergebnis gut.

Zu den aussichtsreichsten Außenseitern auf Straßenkursen gehören in diesem Jahr auch immer Takuma Sato und Justin Wilson. Für den Japaner lief es in den letzten Rennen mit vier Platzierungen außerhalb der Top 20 nicht mehr so gut. Trotzdem sollte man ihn im Auge behalten. Justin Wilson wird, wenn sein Auto ihn nicht im Stich lässt, wieder mindestens um die Top 10 fahren.

Bei Dragon Racing hofft man, an die Erfolge von Sebastien Bourdais in Toronto anknüpfen zu können. Nach vielen richtig schlechten Rennen waren die beiden Podiumsplatzierungen eine Befreiung für das Team von Jay Penske. Ein erneutes Podium wird sehr schwer, aber die Top 10 sollte man mit Bourdais zumindest anpeilen können. Beim Test am Mittwoch konnte sich der Franzose zwischen die beiden Penske-Fahrer auf Platz 4 schieben.

KV Technologie gehört auch zu den Teams, denen es an Konstanz fehlt. Sowohl Tony Kanaan als auch Simona de Silvestro können in die Top 10 fahren. Es sind aber leider auch immer Ausreißer nach ganz hinten möglich. Das Gleiche gilt im Prinzip auch für das Team von Bobby Rahal. Hier sind zwar die Top-10-Ergebnisse seltener, mit den zweiten Plätzen von Graham Rahal in Long Beach und James Jakes in Detroit hat man aber gezeigt, dass man auch nach ganz vorne fahren kann.

Ein recht sicherer Anwärter auf die Top 10 ist Simon Pagenaud für Sam Schmidt. Wenn es nicht dafür reicht, fährt er auf die Plätze 12 und 13. Diese Konstanz, inklusive dem Sieg in Detroit, bringt im immerhin Platz 5 in der aktuellen Meisterschaftswertung. Sein Teamkollege Tristan Vautier ist insgesamt etwas schlechter, aber konstante Ergebnisse in den Top 20 sind für den Rookie in Ordnung. Oriol Servia übernimmt für den verletzten Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4. Die Aussichten für den erfahrenen Piloten sind nur schwer einzuschätzen.

Auch wenn sich Ed Carpenter auf Straßenkursen verbessert hat, so ist doch mit keinem Top-15-Ergebnis für den Ovalspezialisten zu rechnen. Alex Tagliani muss Topergebnisse abliefern, ansonsten wird sein Vertrag bei Barracuda Racing nicht verlängert. Der Test von Luca Filippi ist ein klares Zeichen. Für den Rest der Saison ist sein Cockpit aber, gemäß Aussage von Teamteilhaber Brian Hertha, sicher. Dass Tagliani aber nach Toronto wieder in die Top 10 fahren kann, bezweifle ich stark.
Edit: Alex Tagliani hat vorerst sein Cockpit bei Barracuda Racing verloren und Luca Filippi ersetzt ihn im Dallara mit der Nummer 98.

Zeitplan

Freitag

11:00 am EST (17:00 MESZ) – 11:45 am freies Training
3:30 pm EST (21:30 MESZ) – 4:15 pm freies Training

Samstag

10:30 am EST (16:30 MESZ) – 11:15 am freies Training
2:00 pm EST (20:00 MESZ) – 3:10 pm Qualifikation

Sonntag

11:00 am EST (17:00) – 11:30 Warm Up
12:00 pm EST (18:00 MESZ) Indy Lights Rennen; as-live ab 2:00 pm auf NBC Sports

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports und Sport1US

3:40  pm EST (21:40 MESZ) Honda Indy 200 at Mid-Ohio

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July 16 2013

12:00

IndyCar: Analyse Honda Indy Toronto

Am Wochenende setzte sich die Dominanz der letzten Woche von Chip Ganassi Racing fort. Scott Dixon gewann beide Rennen und damit auch den Bonus von 100.000 Dollar.

Doppelsieger Scott Dixon  (c) John Cote/IndyCarMedia

Doppelsieger Scott Dixon
(c) John Cote/IndyCar Media

Mit jetzt drei Siegen in Folge machte Scott Dixon natürlich auch einen großen Schritt in Richtung Tabellenführer Helio Castroneves. Im Vorjahr hatte Ryan Hunter-Reay mit drei Siegen im Sommer den Grundstein für den Gewinn der Meisterschaft gelegt. Helio Castroneves hat zwar nur einen Sieg errungen, ist aber sehr konstant unterwegs. Nur bei seinem Heimrennen in Sao Paulo konnte er sich nicht in den Top 10 platzieren. Diese Konstanz ließen bisher Ryan Hunter-Reay und Scott Dixon etwas vermissen. Bei ihnen stehen schon sieben (Hunter-Rey) und fünf (Dixon) Platzierungen außerhalb der Top 10 zu Buche. Abschreiben darf man auch Marco Andretti nicht, der nur zweimal außerhalb der Top 10 ins Ziel kam. Im letzten Saisondrittel wird das ein heißer Kampf zwischen diesen vier Fahrern.

Race 1

Podium Rennen 1 (c) Chris Jones/IndyCar Media

Podium Rennen 1
(c) Chris Jones/IndyCar Media

Das Rennen hatte alles, was man sich als Fan nur wünschen kann. Neben engen Duellen um die Spitze, spektakulären Überholmanövern und verschiedenen Reifenstrategien gab es auch die ganz besonderen WTF-Momente, wie sie eigentlich nur die IndyCar Series und die DTM produzieren können. Direkt mit so einem Moment fing das Rennen auch an: Der geplante stehende Start wurde abgebrochen, weil Josef Newgardens Motor mit elektronischem Defekt oder nach Fehlbedienung aus ging. Der Start erfolgte dann fliegend in Runde 5! Ein zweiter stehender Start erfolgte nicht, da eine thermische Überlastung der Motoren, aufgrund der nicht für stehende Starts ausgelegten Kühler, befürchtet wurde. Warum man dann mit solchen Wagen stehend starten muss, sollte man mal die Verantwortlichen in Indianapolis fragen.

Beim Start setzte sich dann Dario Franchitti von der Pole kommend gegen Sebastien Bourdais und Will Power durch. Abgesehen von Bourdais war das Feld auf den weicheren, roten Reifen unterwegs und wollte diese schneller abbauenden Reifen möglichst schnell wechseln. Mit einem Benzinfenster von etwa 30 Runden und einer Renndistanz von 85 Runden musste man aber bis etwa Runde 25 durchhalten, um dann ungefähr in Runde 55 einen zweiten und letzten Stopp durchführen zu können. Ab Runde 18 bauten die Reifen bei Franchitti aber deutlich ab und in Runde 21 konnte ihn Bourdais für die Führung überholen. Franchitti wechselte dann in Runde 23 die Reifen und musste in Folge ein wenig Benzin und Reifen sparen. Er konnte dann im Mittelteil nicht mehr ganz die Zeiten von Dixon, Bourdais und Power mitgehen.

Nach der Serie der ersten Boxenstopps führte Power knapp vor Bourdais und Dixon. Bei den zweiten Stopps wurde es dann ganz eng zwischen den Dreien. Power kam in Runde 61 als erster in die Box und die eine freie Runde nutzte dann Dixon, um Zeit gut zu machen und 0,5 Sekunden vor Power wieder aus der Box zu kommen. Bourdais blieb eine weitere Runde draußen und konnte sich auch ganz knapp vor Power setzten. In derselben Runde gerieten Justin Wilson, Charlie Kimball und Ryan Briscoe aneinander und lösten die dritte Caution aus. Dabei brach sich Ryan Briscoe das rechte Handgelenk. Nach Tony Kanaan in Sao Paulo ist dies die zweite schwere Handverletzung nach einem relativ harmlosen Unfall.

Beim Restart in Runde 69 schoss Bourdais regelrecht in Führung. Laut Rennleitung war es kein Frühstart. In den letzten 15 Runden spielten dann die Reifen und die aufgesparten Push-to-Pass-Einsätze (PTP) die entscheidende Rolle. Bourdais war auf den weicheren Reifen unterwegs und hatte in Runde 75 kein PTP mehr zu Verfügung. Mit abbauenden Reifen konnte er sich so nicht gegen Dixon verteidigen. In Runde 84 sorgte ein Dreher von Pagenaud für eine letzte Caution und für einen Sprint über einer Runde ins Ziel. Dixon blieb beim Restart vorne und auch Bourdais hielt sich auf Platz 2. Im Kampf um Platz 3 wurde es in Kurve 3 zwischen Franchitti und Power sehr eng und Power rutschte, weil er zu spät bremste, in die Reifenstapel.

Auf Platz 4 setzte Marco Andretti mit einem unauffälligen Rennen seine Serie an konstant guten Ergebnissen fort. Sein Teamkollege Ryan Hunter-Reay hatte bei beiden Boxenstopps Probleme mit dem Anti-Stall-System und beim zweiten Stopp musste sogar der Motor neu gestartet werden. Er verlor viel Zeit und kam nur auf Platz 18 ins Ziel. Fünfter wurde Kanaan, dahinter platzierte sich Helio Castroneves auf Platz 6 und konnte so den Vorsprung in der Meisterschaft auf seinen ersten Verfolger Hunter-Reay ausbauen. Teilzeit-Rückkehrer Mike Conway fuhr wieder in die Top 10 und landete auf Rang 7 vor James Hinchcliffe und Simon Pagenaud. Mit Platz 10 zeigte Simona de Silvestro, dass sie auf Stadtkursen in der Regel gut zurecht kommt.

Das ganze Ergebnis vom ersten Rennen findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Die IndyCar Series wäre aber nicht die IndyCar Series, wenn sie nicht auch einen WTF-Moment nach dem Rennen im Köcher gehabt hätte. Franchitti wurde für den Kampf gegen Power wegen Blocking bestraft und auf Platz 13 zurückgestuft. Dies erfuhr Franchitti auf dem Siegespodest nach der Überreichung der Trophäen. Erst für die offiziellen Photos wurde dann Marco Andretti auf das Podium geholt. Rund zwei Stunden später wurde die Strafe gegen Franchitti aber zu Recht wieder aufgehoben. Ein Sinnbild für den Zustand der IndyCar Series gab dann auch die Trophäe für den zweiten Platz ab: Die Kristallschale löste sich bei Bourdais vom Holzsockel und zerbrach beim Sturz auf das Podium.

Race 2

Podium Rennen 2 (c) Chris Jones/IndyCar Media

Podium Rennen 2
(c) Chris Jones/IndyCar Media

Das Rennen am Sonntag war trotz des stehenden Starts weniger spektakulär als das am Samstag. Das lag zum einen an einer langen Grünphase vom Start bis Runde 65 und zum anderen an einer unglaublich guten Leistung von Scott Dixon. Vom Start an übernahm er die Führung und baute diese über beide Boxenstopps hinweg kontinuierlich aus. Auch hinter ihm hielten Helio Castroneves, Will Power, Ryan Hunter-Reay und Sebastien Bourdais ihre Positionen. Nur nach dem ersten Stopp wurde es zwischen Power, Hunter-Reay und Bourdais mal richtig eng. In Runde 65 verlor James Jakes in Kurve 5 das Lenkrad aus den Händen, als er unsanft innen über die Randsteine fuhr. In der Folge bekam er die Kurve nicht und setzte seinen Rahal Racing Dallara in die Betonmauer.

Der Restart in Runde 71 mischte dann das Feld durcheinander. Die überrundeten Fahrer werden nämlich nicht ans Ende des Feldes versetzt, sondern starten inmitten der Topfahrer. An Spitze änderte dies aber wenig und nur Bourdais und Hunter-Reay tauschten die Plätze. Durch die Gelbphase war aber Dario Franchitti auf Platz 6 wieder ganz nah an den Podestplätzen. Beim ersten Start hatte er sich den Frontflügel an beiden Penske Dallara beschädigt und musste zu einem unplanmäßigen Stopp an die Box. Mit sehr guten Rundenzeiten hatte er sich durch das Feld gearbeitet.

In Runde 80 verlor Ed Carpenter ebenfalls in Kurve 5 seinen Dallara auf den Randsteinen und löste sowohl eine Caution als auch den nächsten Sprint ins Ziel aus. Beim Restart kollidierte Ryan Hunter-Reay mit Will Power und der unschuldige Takuma Sato konnte nicht mehr ausweichen. Unter Gelb fuhr Scott Dixon dem Sieg entgegen. Helio Castroneves verteidigte mit Platz 2 die Führung in der Meisterschaft und Sebastien Bourdais feierte sein zweites Podium in Folge. Sehr bemerkenswert an diesem dritten Platz war, dass Bourdais wegen eines technischen Defekts im ganzen Rennen kein Push-To-Pass einsetzen konnte.

Dario Franchitti sicherte sich Platz 4 vor EJ Viso, dem besten Fahrer von Andretti Autosport am Sonntag. Auf Platz 6 folgte mit Charlie Kimball schon der dritte Fahrer von Chip Ganassi. Das zeigt, dass sich das ganze Team gesteigert hat. Mit Platz 7 und 9 fuhren auch Mike Conway und Marco Andretti wieder in die Top 10. Zwischen ihnen platzierte sich Justin Wilson im zweiten Wagen von Dale Coyne. Einen sehr guten zehnten Platz eroberte Alex Tagliani. Es ist die erste Top 10 Platzierung für das kleine Barracuda Racing Team in diesem Jahr.

Carlos Munoz sprang kurzfristig für Ryan Briscoe ein, der sich ja im ersten Rennen verletzt hatte. In Anbetracht der Umstände, dass er nur das kurze Warm-Up am Sonntag hatte, um sich an den Wagen zu gewöhnen, lieferte er ein ganz gutes Rennen ab. Am Ende kam er auf Platz 17 ins Ziel, nur knapp geschlagen von Sebastien Saavedra und Tristan Vautier. Viel Pech hatte James Hinchcliffe bei seinem Heimrennen, als bei ihm schon vor dem Start das Gaspedal klemmte. Es musste getauscht werden und er verlor so vier Runden. Es blieb ein enttäuschender Platz 21.

Das ganze Ergebnis vom zweiten Rennen findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Die Führung in der Meisterschaft hat weiterhin Helio Castroneves (425 Punkte) inne. Auf Platz 2 folgt nach drei Siegen nun Scott Dixon (396). Mit einem Abstand von schon 69 bzw. 70 Punkten folgen Ryan Hunter-Reay (356) und Marco Andretti (355). Keine Chancen auf die Meisterschaft dürften die Fahrer ab Platz 5 mit Simon Pagenaud (309), Tony Kanaan (307), Dario Franchitti (307) und James Hinchcliffe (305) haben. Justin Wilson (296) auf Platz 9 ist zuletzt ein wenig zurückgefallen. Die Abstände bis Platz 5 sind aber sehr gering. Die Top 10 komplettiert Will Power (273), der auch in Toronto keine guten Ergebnisse ablieferte.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Ich mag die IndyCar Series sehr, deshalb mache ich das hier und in der Regel verteidige ich sie auch. An diesem Wochenende waren aber einige Entscheidungen an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Angefangen mit dem stehenden Start, der aufgrund der Kühler am Samstag nicht wiederholt wurde. Am Sonntag wäre er übrigens wiederholt worden, trotz der um 10° Fahrenheit höheren Temperaturen. Gut, dass der erste Versuch direkt geglückt ist. Natürlich gehört auch die zurückgenommene Strafe für Franchitti im ersten Rennen in die Liste der Sonderbarkeiten. Die chaotischen Restarts mit dem unsortierten Feld aus Fahrern in unterschiedlichen Runden sind im Übrigen auch unnötig.

Wirklich erschreckend fand ich aber, dass man Regeln während des Rennens geändert hat. Im Fahrermeeting wurde das Überfahren der inneren Randsteine in Kurve 5 noch verboten. Im Rennen dann durften die Fahrer dort mit allen vier Rädern die Strecke verlassen. Die Unfälle von James Jakes und Ed Carpenter waren eine direkte Folge davon. Außerdem gibt es die Regel, dass die Fahrer mindestens zwei Runden auf jeder Reifenmischung absolvieren müssen. Nach seinem Startunfall wechselte Dario Franchitti aber direkt nach Runde 1 von den roten auf die schwarzen Reifen und blieb auch bei diesen. Dies wurde später wegen „besonderer Umstände“ erlaubt. Ob diese „besondere Umstände“ der Startunfall, die Strafe am Samstag, das Double-Header-Format oder doch nur die Namen Chip Ganassi und Dario Franchitti waren, wurde nicht kommuniziert.

Die IndyCar Series macht eine kurze Pause und erst am 04. August geht in Mid-Ohio weiter.

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July 12 2013

07:00

IndyCar: Vorschau Honda Indy Toronto

Der Pocono Raceway war vorerst das letzte Oval im Kalender der IndyCar Series und es geht jetzt weiter mit einer Reihe von Straßenkursen. Den Auftakt macht der Double-Header in Toronto.

Vorjahressieger Ryan Hunter-Reay (C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Vorjahressieger Ryan Hunter-Reay
(C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Seit fast sechs Wochen kennen die Fahrer der IndyCar Series nur noch Linkskurven und besonders James Hinchcliffe freut sich auf die Rechtskurven in Toronto. Es ist seine Heimatstadt und mit 18 Monaten besuchte er dort schon sein erstes IndyCar-Rennen. Seitdem hat er kein Heimrennen als Zuschauer oder Pilot verpasst. Für den Bürgermeister von Hinchtown wäre es natürlich großartig, seinen vierten Saisonsieg an diesem Wochenende zu feiern.

Beim ersten Rennen am Samstag kehrt auch der stehende Start zurück. Zuletzt war man so beim Abschiedsrennen der ChampCar in Long Beach 2008 gestartet. Besonders Will Power, der zur ersten Kurve direkt drei Kontrahenten überholen konnte, wird sich gerne an diesen Start erinnern. Bei der Startprozedur orientiert man sich am gewohnten Ablauf der Formel 1. Nach der Einführungsrunde schaltet die Ampelanlage in sechs Schritten komplett Rot und nach 0,5 bis 3 Sekunden erfolgt mit dem Erlöschen der Ampel der Start.

Strecke

Die Strecke mit einer Länge von 1,75 Meilen (2,82 km) führt durch den Exhibition Place, einen multifunktionalen Veranstaltungsort direkt am Ontario See. Die Start-Ziel-Gerade, an der die größte Messehalle Kanadas liegt, endet in eine 90°-Rechtskurve. Die folgende schnelle Rechtskurve führt auf die längste Gerade der Strecke. Die enge Rechtskurve an deren Ende lädt zu Überholmanövern ein. Eine schnelle Linkskurve führt auf eine kurze Gerade, die in einer 90°-Linkskurve endet. Nach einer langgezogenen Rechtskurve, um das Queen Elizabeth Theater herum, folgt eine weitere, leicht gebogene Gerade. Vor dem Horse Palace biegt die Strecke in einer 90°-Rechtskurve in Richtung BOM Field ab. Eine 90°-Linkskurve führt in eine schnelle Rechts-Links-Passage, die die Fahrer schon wieder auf die Start-Ziel-Gerade bringt. Im Prinzip ist es einer der üblichen amerikanischen Stadtkurse, mit den üblichen Problemen: enge Strecke, nahe Betonwände, nicht unbedingt überholfreundlich.

Favoriten

Beim ersten Double-Header in Detroit, und damit beim letzten Straßenrennen, trumpften die Außenseiter groß auf. Besonders Mike Conway kehrte grandios mit dem Sieg am Samstag und Platz 3 am Sonntag für Dale Coyne Racing zurück. Auch an diesem Wochenende wird er wieder den Dallara mit der Nummer 18 pilotieren und natürlich muss man ihn, auch nach Platz 3 im Vorjahr, auf dem Zettel haben. Auch sein Teamkollege Justin Wilson ist ein sicherer Top-10- eventuell sogar Top-5-Kandidat.

Das zweite Rennen in Detroit gewann Simon Pagenaud vor James Jakes. Nach zwei sechsten Plätzen auf den Ovalen von Iowa und Pocono ist für Pagenaud auch in Toronto sicher ein Platz in den Top 10 möglich. Für Jakes gilt das nicht, da seine Leistungen und die des gesamten Teams von Bobby Rahal viel zu schwankend sind. Neben guten Ergebnissen, wie zum Beispiel Platz 2 von Graham Rahal in Long Beach, gibt es Wochenenden, an denen beide überhaupt nicht zurechtkommen.

Zu den Topfavoriten muss man natürlich auch die Fahrer von Andretti Autosport, insbesondere Vorjahressieger Ryan Hunter-Reay, zählen. Über die Stärke des gesamten Teams habe ich ja schon genug geschrieben. Für James Hinchcliffe wäre es etwas ganz Besonderes, sein Heimrennen gewinnen zu können. Mit drei Siegen hat er auch die meisten bisher in dieser Saison gesammelt. Marco Andretti ist sicherlich auch ein Kandidat für die Top 5 und Charlie Kimball hat einen zweiten Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen.

In Pocono konnte das Team von Chip Ganassi eine kleine Auferstehung feiern. Auch in Toronto muss man wieder mit ihnen rechnen. In Detroit fuhren sowohl Scott Dixon als auch Dario Franchitti und Charlie Kimball in die Top 7. Leider fehlt es dem Team an Konstanz, sodass auch Plätze außerhalb der Top 15 möglich sind. Im Honda-Lager muss man auch auf Takuma Sato achten. Auf den Stadtkursen zu Saisonbeginn war sehr stark unterwegs, wie die Plätze 8 (St. Petersburg), 2 (Sao Paulo) und der Sieg in Long Beach zeigten.

Der auf Straßenkursen beste Fahrer der letzten Jahre, Will Power, wartet noch auf seinen ersten Saisonsieg. Trotzdem ist ihm wie auch seinem Teamkollegen Helio Castroneves bei Penske Racing jederzeit ein Sieg zuzutrauen. Castroneves will zudem seine Führung in der Meisterschaft verteidigen. Für Panther Racing fährt wieder Ryan Briscoe. Im Vorjahr, noch für Penske fahrend, kam er nur auf Platz 19 ins Ziel. Ob es in diesem Jahr deutlich besser wird, ist fraglich.

Simona de Silvestro freut sich sicherlich nach den schlechten Ovalergebnissen auf die folgenden Straßenrennen. Auf den Stadtkursen zu Saisonbeginn lief es mit Plätzen in den Top 10 ganz gut. In Detroit konnte sie, auch aufgrund von technischen Defekten, daran nicht anknüpfen. Vom reinen Talent ist sie auch eine Anwärterin für die Top 10. Über Talent muss man bei Tony Kanaan nicht sprechen und Platz 4 aus dem Vorjahr ist in Reichweite.

Zu den Außenseitern auf Straßenkursen zählen Ed Carpenter und Alex Tagliani. Beide fühlen sich auf Ovalen deutlich wohler und auch die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache. Bei einem normalen Rennverlauf sind die Top 15 für beide nur sehr schwer zu erreichen. Selbiges gilt im Prinzip auch für die beiden Fahrer von Dragon Racing. Sebastien Saavedra und Sebastian Bourdais haben bzw. hatten Potential, aber in diesem Jahr können sie es kaum zeigen.

Zeitplan

Freitag

10:25 am EST (16:25 MESZ) – 11:55 am freie Training
2:15 pm EST (20:15 MESZ) – 3:25 Qualifikation #1

Samstag

10:35 am EST (16:35 MESZ) – 11:05 am Qualifikation #2
11:30 am EST (17:30 MESZ) Firestone Indy Lights Race

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
3:40 pm EST (21:45 MESZ) Race #1

Sonntag

10:50 am EST (16.50) – 11:20 Warm Up

3:00 pm EST (20:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
3:40  pm EST (21:40 MESZ) Race #2

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June 25 2013

12:00

IndyCar: Analyse Iowa Corn Indy 250

Nach nur 1,5 Stunden hatte James Hinchcliffe sein drittes Rennen gewonnen, das erste auf einem Oval. Trotz dreier Cautions war dies das kürzeste Rennen der bisherigen IndyCar-Saison.

Iowa Corn Indy 250 Podium (C) Chris Jones/IndyCar Media

Iowa Corn Indy 250 Podium
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Insgesamt sind die Ovalrennen in diesem Jahr deutlich kürzer als in den Vorjahren. Das liegt kaum an den gestiegenen Geschwindigkeiten der Wagen, sondern an einer erfreulich geringen Zahl an Unfällen. In Iowa gab es zwar wieder, wie auch in Texas und Milwaukee, einige sehr enge Duelle auf der Strecke, teilweise sogar mit Berührungen, trotzdem sind die DW12 von Dallara so gutmütig, dass die Fahrer in der Regel die Kontrolle behalten können. Da die IndyCar auf „mystery cautions“ verzichtet, zieht sich das Feld meist in die Länge und vor allem die Spitzenposition ist wenig umkämpft. Darunter leidet ein wenig die Spannung, obwohl es um das Podium und im Mittelfeld eigentlich genug spannende Duelle gibt. Den amerikanischen Fans scheint es aber, bei einem overnight rating von 0.7 für ABC, nicht zu gefallen.

Qualifikation, Heat Races

Das freie Training umfasste am Samstag nur eine Stunde und 15 Minuten und so blieb den Teams nur wenig Zeit, an der Abstimmung der Wagen zu arbeiten. Wer also nicht schon mit einem guten Wagen angereist war, hatte Probleme in der Qualifikation und auch später im Rennen. In der kurzen Session waren die üblichen Verdächtigen in Form von Tony Kanaan, den beiden Penske-Piloten und natürlich auch den Fahrern von Andretti Autosport vorne dabei. Ryan Hunter-Reay hatte aber Probleme und kam nicht über Platz 13 hinaus. Im Einzelzeitfahren blieb ihm sogar nur Platz 22.

Die drei Heat Races litten unter dem angesprochenen Mangel an Spannung um die ersten Positionen. Im Mittelfeld gab es aber einige schöne Duelle. Im ersten Lauf dominierte Scott Dixon von Runde 1 bis Runde 50 vor Takuma Sato. Nur Ana Beatriz konnte sich vom letzten Platz noch auf Platz 6 deutlich verbessern. Im zweiten Sprintrennen zeigte Graham Rahal eine sehr gute Aufholjagd von Startplatz 7 bis an Spitze in Runde 47. Die restlichen Runden führte Ed Carpenter, der am Ende auch Zweiter wurde. James Jakes riskierte in der vorletzten Runde zu viel und zerstörte seinen Rahal Dallara nachhaltig. Das Hauptrennen musste er im Ersatzwagen bestreiten. Dreimal überrundet wurde Simona de Silvestro, die schon im Training nie auf gute Zeiten kam.

In Heat Race 3 kämpften dann abschließend Helio Castroneves, Marco Andretti, Will Power, Tony Kanaan, James Hinchcliffe und Oriol Servia mit Scott Dixon, Graham Rahal, Takuma Sato und Ed Carpenter um die Pole Position. Vom Start an dominierte Castroneves und nur Power konnte ab Runde 40 durch die Überrundungen von Rahal und Servia aufschließen. Einen wirklichen Angriff auf seinen Teamkollegen startete er aber nicht. Hinter den beiden Penske-Fahrern hielten sich Hinchcliffe und Andretti. Dixon, Carpenter und Sato konnten ihre Leistungen aus den vorigen Heat Races bestätigen und sich auf die Plätze 5 bis 7 verbessern. Seinen guten Platz aus dem Einzelzeitfahren verlor hingegen Kanaan mit Platz 8 vor den beiden überrundeten Rahal und Servia.

Helio Castroneves kassierte zwar die 9 Bonuspunkte für die Pole Position, musste nach einer Strafe aufgrund eines Motorenwechsels das Rennen aber von Platz 11 in Angriff nehmen.

Iowa Corn Indy 250

Das Rennen über 223,5 Meilen wurde nur durch drei Gelbphasen unterbrochen. Die erste wurde in Runde 38 durch ein Frontflügelteil, das sich Ryan Hunter-Reay am Hinterrad von Graham Rahal abgefahren hatte, auf der Gegengeraden ausgelöst. In Runde 137 touchierte Alex Tagliani nur leicht die Mauer und musste das Rennen aber aufgeben. Die letzte Caution in Runde 155 wurde wieder nur durch ein Teil, diesmal auf Start-Ziel, ausgerufen. Insgesamt hatte nur die zweite Gelbphase Einfluss auf die Strategien. Am Ende der Führungsrunde, somit ohne Verlust der Position, nutzen Ed Carpenter, Tony Kanaan und Justin Wilson diese Caution für einen zusätzlichen Reifenwechsel. Vor allem für Tony Kanaan und Ed Carpenter sollte sich dies auszahlen.

Das ganze Rennen dominierte James Hinchcliffe. In der ersten Runde konnte er schon Will Power für die Führung überholen und behielt diese, von wenigen Runden nach Boxenstopps, durchgehend. Am Ende sprechen 226 Führungsrunden eine deutliche Sprache. Eventuell hätte sein Teamkollege Ryan Hunter-Reay ihm gefährlich werden können, wenn er nicht mit einigen Problemen hätte kämpfen müssen. Nur von Platz 12 gestartet musste Hunter-Reay sich erst durch das Mittelfeld arbeiten und kollidierte dabei leicht mit Graham Rahal. Ein Wechsel des Frontflügels beförderte ihn ans Ende des Feldes nach der ersten Gelbphase. Dank sehr guten Rundenzeiten belegte er final mit nur 1,5 Sekunden Rückstand Platz 2.

Die Plätze 3 und 4 sicherten sich Tony Kanaan, der seine Serie von Podiumsplatzierungen in Iowa fortsetzte, und Ed Carpenter. Beide waren innerhalb der Top 5 gestartet, hatten zwischenzeitlich aber mit dem Handling ihrer Wagen zu kämpfen und verloren entsprechend einige Plätze. Zu Beginn der zweiten Gelbphase lag Carpenter auf Platz 12 und damit am Ende der Führungsrunde. Mit Platz 9 war Kanaan nicht viel besser. Beide nutzten dies für einen zusätzlichen Stopp ab Runde 141 ohne Positions- und Zeitverlust. Als die Spitze dann ab Runde 193 zu ihrem letzten Stopp in die Box fuhr, konnten sie bis Runde 210 bzw. 214 draußen bleiben. Da weniger Benzin bis zum Rennende benötigt wurde, konnten Kanaan und Carpenter kürzer stehen und mit neueren Reifen waren sie auch auf der Strecke schneller unterwegs. Von Platz 6 und 7 nach den Stopps konnten sie sich noch in die Top 4 vorfahren.

Auf Platz 5 fiel in der vorletzten Runde noch Graham Rahal zurück. Nach den eher mäßigen Leistungen in Indianapolis, Texas und Milwaukee war dies aber eine deutliche Leistungssteigerung. Wie schon in den Heat Races zeigte sich Rahal von Beginn an sehr aggressiv. In der Anfangsphase hatte er rundenlang enge Duelle zuerst mit Simon Pagenaud und später mit Ryan Hunter-Reay. In den letzten zehn Runden konnte er sich mit schlechteren Reifen dann nicht mehr gegen Tony Kanaan und Ed Carpenter verteidigen.

Auf den Plätzen 7 und 8 zeigten Simon Pagenaud und Oriol Servia unauffällige, aber gute Rennen. Vor allem für Oriol Servia, der nach dem Ende von Dreyer & Reinbold Racing einen festen Platz in einem neuen Team sucht, war es ein sehr erfreuliches Ergebnis. In Pocono wird wieder Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4 pilotieren. Auch Pagenauds Teamkollege Tristan Vautier fiel nicht weiter auf und belegte im Ziel Platz 13 mit zwei Runden Rückstand.

Mit Platz 8 konnte Helio Castroneves die Führung in der Meisterschaft vor Ryan Hunter-Reay verteidigen. Von der Überlegenheit in Heat Race 3 war am Sonntag aber nichts mehr zu sehen. Er kämpfe mit dem Fahrverhalten seines Dallaras und auch im Laufe des Rennens wurde es nicht besser. Noch viel schlechter erging es aber seinem Teamkollegen Will Power. Von Platz 1 gestartet wurde er schnell nach hinten durchgereicht und belegte am Ende mit zwei Runden Rückstand nur Platz 17.

Den Abschluss der Top 10 bildeten Marco Andretti und EJ Viso für Andretti Autosport. Auch wenn sie im Rennen nicht die Geschwindigkeiten ihrer Teamkollegen James Hinchcliffe und Ryan Hunter-Reay mitgehen konnten, so rundeten sie doch das ausgezeichnete Teamergebnis ab. Ohne Frage bilden die Fahrer von Andretti Autosport zurzeit die Spitze im Feld der IndyCar-Piloten.

Das (ehemalige) Spitzenteam von Chip Ganassi hatte wieder ein recht schwaches Wochenende. Scott Dixon konnte noch Heat Race 1 dominieren, verlor aber wie Will Power im Hauptrennen das Handling seines Dallaras. Am Ende blieb nur Platz 16 und er war damit noch vier Plätze schlechter als Charlie Kimball. Dario Franchitti hingegen war ab Samstagmittag immer zu langsam und mit vier Runden Rückstand auf Platz 20 war er zweitschlechtester der nicht ausgefallenen Fahrer. Nur Simona de Silvestro war am ganzen Wochenende noch langsamer.

Auf Platz 11 kam Justin Wilson ins Ziel. Er war auf einer ähnlichen Strategie wie Tony Kanaan und Ed Carpenter unterwegs, hatte aber mehr Rückstand und konnte diesen dann mit neuen Reifen nicht mehr aufholen. Seine Teamkollegin Ana Beatriz war teilweise sehr ordentlich unterwegs, zum Beispiel im Vergleich zu Dario Franchitti oder Simona de Silvestro, schied aber mit einem mechanischen Defekt in Runde 183 aus. Das gleiche Schicksal ereilte auch Takuma Sato in Runde 162.

Ein wenig im Niemandsland des IndyCar-Feldes bewegten sich auch wieder die beiden Fahrer von Dragon Racing. Sebastien Bourdais erreichte zumindest Platz 14 mit zwei Runden Rückstand auf James Hinchcliffe. Sebastian Saavedra hatte auf Platz 19 noch eine Runde mehr verloren. In derselben Runde wie Vautier und Bourdais beendete auch Josef Newgarden auf Platz 15 das Rennen.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar Series zu finden.

In der Meisterschaftswertung führt weiterhin Helio Castroneves (332 Punkte) vor Ryan Hunter-Reay (323). Auf Platz 3 und 4 folgen mit Marco Andretti (277) und James Hinchcliffe (266) die nächsten beiden Fahrer von Andretti Autosport. Platz 5 belegt Tony Kanaan (253) vor dem besten Honda mit Simon Pagenaud (241). Mit Scott Dixon (240), Takuma Sato (233) und Justin Wilson (227) folgen drei weitere Honda-Fahrer. Die Top 10 schließt Will Power (209) ab. Schlechtester Fahrer bei Andretti Autosport ist dann EJ Viso (203) auf Platz 11.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Die IndyCar Series macht ein Wochenende Pause und trägt erst am 7. Juli auf dem Pocono Raceway ihr nächstes Rennen aus

Zum Abschluss noch ein Hinweis auf unser Forum, in dem nun auch regelmäßig News zur IndyCar Series veröffentlicht werden.

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June 21 2013

06:00

IndyCar: Vorschau Iowa Corn Indy 250

Nach der Milwaukee Mile steht schon der nächste Short Track auf dem Programm der IndyCar Series. Wiederum ist es Ryan Hunter-Reay, der seinen Sieg aus dem Vorjahr verteidigen will.

Ryan Hunter-Reay (c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Ryan Hunter-Reay
(c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Der Iowa Speedway ist eine der jüngsten Strecken im Kalender der IndyCar Series. In der kurzen Siegerstatistik dominiert vor allem der Name „Andretti“. Die Premiere gewann Dario Franchitti 2007 für Andretti Green Racing. In den Jahren 2008 und 2009 konnte sich Chip Ganassi Racing mit Dan Wheldon und wieder Dario Franchitti den Sieg sichern. Die letzten drei Ausgaben gingen dann aber geschlossen an die Fahrer von Andretti Autosport. Nach Tony Kanaan und Marco Andretti hat Ryan Hunter-Reay im Vorjahr einen wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht.

Qualifikation

Um ein wenig Abwechslung in die ganzen Ovalrennen ab dem Indy 500 zu bringen, hat sich die IndyCar einen besonderen Qualifikationsmodus für das Iowa Corn Indy 250 erdacht. Im Prinzip ist es eine Mischung der gewohnten Modi für Oval- und Straßenrennen:

Single-Car/Single-Lap-Qualifiying

Anders als auf den sonstigen Ovalen bestreitet der Fahrer nur eine fliegende Runde. Gemäß den erreichten Rundenzeiten wird das Feld erstellt und in drei Gruppen geteilt. Gruppe 3 umfasst dabei die schnellsten sechs Piloten, die direkt ins Heat Race 3 einziehen. Ab Position 7 wird das Feld nach ungeraden und geraden Platzierungen geteilt. Dies kennt man von der Qualifikation für Straßenrennen.

Heat Race 1 und 2

Die Heat Races sind kurze Sprintrennen von nur 50 Runden. In Race 1 kämpfen die Fahrer auf geraden Plätzen um die geraden Startplätze ab Platz 12. Die ersten Beiden qualifizieren sich nämlich auch noch für Race 3. In Race 2 werden entsprechend die ungeraden Startplätze ab Platz 11 vergeben.

Heat Race 3

Aus den ersten drei Startreihen von Race 3 starten die schnellste sechs Fahrer des Single-Car/Single-Lap-Qualifyings. Dahinter folgen die Sieger aus Rennen 2 und 1 vor den jeweiligen Zweitplatzierten. Die zehn Piloten fahren in 50 Runden dann die Pole Position und die ersten fünf Startreihen für das Hauptrennen aus. Für die ersten zwölf Qualifizierten gibt es auch Meisterschaftspunkte angefangen bei 9 Punkten für die Pole Position bis runter zu einem Punkt für die Plätze 11 und 12.

Auf der Homepage der IndyCar ist dieser Qualifikationsmodus mit einer schönen Grafik erklärt.

Strecke

Der Iowa Speedway wurde von Rusty Wallace mit entworfen und orientiert sich am Richmond International Speedway. Der Kurs ist nur 0,875 Meilen (1,4 km) lang und die Kurven habe eine Überhöhung von 12° bis 14°. Die geschwungene Start/Ziel-Gerade hat noch eine Überhöhung von 10°, die Gegengerade nur von 2°. Entscheidenden Einfluss werden wieder die Reifen und vor allem der Reifenverschleiß haben. Wichtig ist auch die Abstimmung für die Dirty-Air, da es sehr schnell zu Überrundungen kommen wird. Wenn man zu viel aerodynamische Haftung in der verwirbelten Luft verliert, strapaziert man die Reifen noch mehr und man verliert doppelt Zeit.

Favoriten

Eigentlich könnte ich hier den Absatz aus der Vorwoche hinein kopieren. Denn wieder sind die Fahrer von Andretti Autosport die absoluten Favoriten. Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay haben auf dem Iowa Speedway schon gewonnen und waren auch letzte Woche auf der Milwaukee Mile mit die schnellsten Fahrer im Feld. Aber auch James Hinchcliffe und EJ Viso darf man nicht vergessen.

Helio Castroneves wird versuchen, seine Meisterschaftsführung gegen den Angriff von Andretti Autosport zu verteidigen. In den letzten Jahren war er aber nicht besonders erfolgreich in Iowa. Das gilt auch für seinen Teamkollegen Will Power sowie das ganze Penske-Team. Sehr gut hingegen kam Tony Kanaan in Iowa zurecht. Seinem Sieg 2010 ließ er noch Platz 2 und 3 in den beiden Jahren danach folgen.

Schon nicht mehr zu den ganz großen Favoriten muss man die Fahrer von Chip Ganassi Racing zählen. Dario Franchitti mag die Strecke und konnte sich im Vorjahr auch die Pole Position sichern. Trotzdem sind er, Scott Dixon und Charlie Kimball gefühlt weit von einem Sieg entfernt. Sie waren in diesem Jahr mehrfach gut unterwegs, aber nie wirkliche Sieganwärter. Anders als zum Beispiel Takuma Sato in der Vorwoche, den man natürlich auch in Iowa wieder beachten sollte.

Dahinter folgen die aussichtsreichen Außenseiter in den kleinen Teams. Dazu gehören die ausgezeichneten Ovalpiloten Ed Carpenter und Alex Tagliani. Konstant noch besser unterwegs waren in diesem Jahr bisher Justin Wilson für Dale Coyne Racing und Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartmann Racing. Achten sollte man auch auf Rahal Lettermann Lanigan Racing, ob die schwachen Leistungen von Graham Rahal und James Jakes auf Ovalen anhalten.

Für Ryan Briscoe, der für Level 5 an diesem Wochenende in Le Mans fährt, sitzt wieder Oriol Servia im Panther Dallara mit der Nummer 4. Mit etwas Glück wird er um die Top 10 mitfahren. Einen besonderen Blick werde zumindest ich auf die Fahrer von Dragon Racing und Simona de Silvestro haben. In Milwaukee überraschten Sebastien Bourdais und Sebastian Saavedra im ersten Rennviertel mit Platzierungen innerhalb der Top 10. Simona de Silvestro hatte in den letzten Rennen doch einiges Pech, sodass man ihr nur wünschen kann, ohne Strafe, ohne technischen Defekt und ohne Unfall durchzukommen.

In den Heat Races wird es darauf ankommen, seinen Wagen unbeschädigt über die Renndistanz zu bringen. Eine vordere Startposition ist wie eine gute Track-Position sehr wichtig, aber zu hohes Risiko dürfte sich in der Qualifikation nicht lohnen. Mit einem frisch reparierten Auto hat man dann neben einer schlechten Startposition auch neue Probleme im Rennen. Es muss sich zeigen, ob die Sprintrennen Spannung generieren, so wie sich die IndyCar Series das vorstellt. Das Iowa Corn Indy 250 ist ein wichtiges Rennen und daran ändern auch die wenigen Bonuspunkte nichts, die man in den Top 12 erlangen kann.

Zeitplan

Samstag

11:45 am EST (17:45 MESZ) – 13:00 pm freie Training
4:00 pm EST (22:00 MESZ) – 4:45 pm single-car/single-lap-Qualifying
6:45 pm EST (0:45 MESZ) – 8:15 pm Heat Races

Sonntag

2:30 pm EST (20:30 MESZ) Übertragungsbegin ABC

3:05 pm EST (21:05 MESZ) IZOD IndyCar Series Race

Die Heat Races werden auf der Seite der IndyCar gestreamt. Der Einsatz eines Geo-Blocks ist nicht auszuschließen, aber bei bisherigen Streamings der IndyCar, z.B. Training für das Indy 500, wurde aber darauf verzichtet.

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June 18 2013

16:00

IndyCar: Analyse Milwaukee IndyFest

Wie im Vorjahr sicherte sich auch diesmal Ryan Hunter-Reay den Sieg auf der Milwaukee Mile. Nicht nur Andretti Autosport, sondern die gesamte IndyCar Series lieferte ein fast perfektes Wochenende ab.

Ryan Hunter-Reay, Michael Andretti (C) Chris Jones/IndyCar Media

Ryan Hunter-Reay, Michael Andretti
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Wie schon in Texas spielten die Reifen auch an diesem Wochenende eine wichtige Rolle. Eine Tankfüllung reichte mit etwas Sparen oder einer Gelbphase für etwa 65 Runden. Nach 40 Runden hingegen bauten die Firestone-Reifen deutlich ab. Eine 3-Stopp-Strategie war theoretisch möglich, aber alle Teams schwenkten spätestens beim zweiten Reifenwechsel zur schnelleren 4-Stopp-Strategie um. Diese wurde auch durch die Gelbphasen begünstigt. Simona de Silvestro löste mit einem Fahrfehler die erste Gelbphase schon in Runde 20 aus. Beim Restart in Runde 27 drehte sich Tagliani im hinteren Feld und verlängerte die erste Caution bis Runde 31. Marco Andretti rollte in Runde 97 auf der Gegengeraden aus und die letzte Gelbphase löste dann Ana Beatriz mit einem Dreher in Runde 210 aus. Vor allem die letzte Gelbphase hatte einen entscheidenden Einfluss auf das Rennergebnis.

Der Sieg von Ryan Hunter-Reay war wahrlich keine Überraschung, trotzdem war sein Sieg lange nicht gesichert. Andretti Autosport dominierte alle Trainingssitzungen und auch die Qualifikation. Marco Andretti war immer schnellster und startete auch von Position 1. Seine drei Teamkollegen waren kaum langsamer und nahmen innerhalb der Top 5 das Rennen auf. Die meisten Führungsrunden sicherte sich aber Takuma Sato für AJ Foyt Enterprises und bis zur letzten Caution war er auch auf einem guten Weg, das Rennen zu gewinnen.

Von Position 15 nahm Takuma Sato das Rennen auf und fiel in den ersten Runden bis auf Platz 21 zurück. Die erste Gelbphase nutzte er, wie unter anderem auch Helio Castroneves, Justin Wilson und Dario Franchitti, zum ersten Boxenstopp. Das ganze vordere Feld blieb hingegen draußen und musste ab Runde 64 unter Grün zur Box. So wurde Sato vor Castroneves und Wilson an die Spitze des Feldes gespült. Mit ihren Stopps ab Runde 89 änderte sich das nur kurz, da in der Gelbphase ab Runde 98 das restliche Feld auf eine 4-Stopp-Strategie umschwenkte und stoppte. Abgesehen von den Phasen der Boxenstopps blieben Sato und Castroneves an der Spitze des Feldes. Im Überrundungsverkehr bauten Satos Reifen stärker ab als bei Castroneves und er musste schon in Runde 200 seine Reifen zum letzten Mal wechseln. Die Positionen, die er dabei verlor, konnte er nicht mehr gut machen, da das restliche Spitzenfeld bis zur Gelbphase ab Runde 211 fahren konnte. Mit dem Stopp unter Gelb sparten sie natürlich Zeit und hatten auch noch die besseren Reifen gegenüber Sato. Am Ende blieb für den kleinen Japaner nur Platz 7.

Ryan Hunter-Reay ging von Platz 4 ins Rennen und konnte sich locker hinter Marco Andretti auf Platz 2 halten. Beim ersten Stopp von Marco Andretti verkantete der Tankstutzen und er verlor einige Zeit und Positionen. In Runde 97 blieb er dann auch noch mit einem Elektronikdefekt auf der Gegengeraden liegen. Nach Andrettis Pech war Ryan Hunter-Reay immer der Führende innerhalb der Gruppe der Fahrer auf derselben Strategie. Nach dem letzten Boxenstopp bzw. dem Restart in Runde 220 konnte er sich zügig von Helio Castroneves absetzten. Er war etwas 2 MPH im Rundendurchschnitt schneller als das restliche Feld und fuhr ungefährdet zum Sieg.

Helio Castroneves war lange auf derselben Strategie wie Takuma Sato, konnte aber seinen vorletzten Stint bis Runde 213 verlängern. Wie schon in Texas war das Reifenschonen der Schlüssel zum Erfolg. Mit Platz 2 konnte er auch die Führung in der Meisterschaft verteidigen. Ein richtig gutes Ovalrennen zeigte auch Will Power. Vier Runden vor Ende versuchte er einen Angriff auf seinen Teamkollegen und nicht nur Roger Penske wird in dem Moment die Luft angehalten haben. Power kam mit den linken Reifen auf den Apron und fast hätte er sein und auch Castroneves Rennen beendet. Das war aber nur das letzte einer Vielzahl an engen Duellen im ganzen Feld. Alle blieben aber im fairen Rahmen und insgesamt war es perfektes Ovalracing.

Hinter den beiden Penske Dallara kamen die restlichen Andretti-Autosport-Piloten ins Ziel. EJ Viso und James Hinchcliffe folgten der Strategie von Ryan Hunter-Reay, waren aber unauffälliger und auch etwas langsamer als ihr Teamkollegen unterwegs. Scott Dixon und Dario Franchitti auf den Plätzen 6 und 8 waren die letzten Fahrer in der Führungsrunde. So ganz Rund läuft es bei Chip Ganassi Racing in diesem Jahr nicht. Auch Platz 17 für Chalie Kimball zeigt dies. Es fehlt nicht nur ein Sieg, sondern vor allem fehlt auch die Konstanz. Neben Ergebnissen in den Top 10 bzw. sogar Top 5 sind auch einige Platzierungen außerhalb der Top 20 zu finden.

Justin Wilson sicherte Dale Coyne Racing mit Platz 9 wieder ein Top-10-Ergebnis. Seine Teamkollegin Ana Beatriz fiel nur durch ihren Mauerkontakt in Runde 210 auf. Ihr fehlt einfach die Fähigkeit, wirklich schnell zu sein, nur die beiden Rahal-Lettermann-Lanigan-Racing-Fahrer Graham Rahal mit Platz 16 und James Jakes mit Platz 18 waren ähnlich langsam unterwegs. Beide hatten aber auch Pech beim ersten Restart in Runde 27, als sich direkt vor ihnen Alex Tagliani drehte. Jakes konnte rechtzeitig bremsen aber Rahal fuhr ihm hinten in den Diffusor und beschädigte seinen Frontflügel. Tagliani schied dann in Runde 146 mit Getriebeschaden aus.

Toni Kanaan bildete den Abschluss der Top 10. Ganz zufrieden dürfte er damit nach den sehr guten Ovalergebnissen in Indianapolis und Texas nicht sein. Noch viel schlechter verlief das Rennen für seine Teamkollegin Simona de Silvestro. Schon in Training und Qualifikation kam sie mit Strecke und Auto nicht zu recht und in Runde 20 drehte sie sich auf Platz 22 liegend in die Mauer. Platz 11 ging an Josef Newgarden vor Simon Pagenaud. Tristan Vautier, Teamkollege von Pagenaud bei Sam Schmidt, schied in Runde 173 mit einem mechanischen defekt aus.

Entgegen meiner Vermutung in der Vorschau sind beide Dragon-Racing-Fahrer zumindest zeitweise sehr positiv aufgefallen. Bis zur ersten Runde der Boxenstopps konnten sich Sebastien Bourdais und Sebastian Saavedra in den Top 10 halten. Bourdais bekam in Runde 52 aber Probleme mit dem Benzindruck und rollte langsam in die Box. Dort überfuhr er den Schlauch zu einem Pressluftschrauber und musste zur Strafe direkt wieder durch die Boxengasse fahren. In Runde 152 musste er dann sein Auto mit defekter Benzinpumpe ganz abstellen. Saavedra rutschte in Runde 202 leicht nach außen in den Dreck neben der Ideallinie und touchierte leicht die Mauer. In Folge konnte er nicht mehr ganz das Tempo mitgehen, doch am Ende blieb mit Platz 13 ein ordentliches Ergebnis.

Mit zwei Runden Rückstand belegten Ed Carpenter und Ryan Briscoe die Plätze 14 und 15. Im ersten Renndrittel fuhr Ed Carpenter lange in den Top 10. Ab Runde 150 hatte er mit einem schleichenden Reifenschaden zu kämpfen und verlor auf dem Weg in die Boxengasse viel Zeit. Ryan Briscoe tauchte hingegen nie weiter vorne auf und profitierte eher von Ausfällen bei seiner Top-15-Platzierung.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar zu finden.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (299 Punkte) mit jetzt 16 Punkten Vorsprung auf Ryan Hunter-Reay (283). Mit seinem Ausfall büßt Marco Andretti (249) Platz 2 und viele Punkte ein. Bester Honda-Pilot ist Takuma Sato (223) auf Platz 4 vor Scott Dixon (221). Auf den Plätzen 6 und 7 sind mit jeweils einem Saisonsieg Tony Kanaan (215) und Simon Pagenaud (212) zu finden. Auf den Plätzen 8 bis 10 mit Justin Wilson (207), James Hinchcliffe (206) und Dario Franchitti (192) gab es keine Veränderungen zur Vorwoche. Will Power (188) hat sich zumindest auf Platz 11 verbessert.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Die Rennen auf den Ovalen von Indianapolis und Texas zeigten, dass es den Motoren von Honda ein wenig an maximaler Leistung im Vergleich zu denen von Chevrolet fehlt. Sie besitzen im Gegenzug aber ein breiteres Drehzahlband. In den Kurven der Milwaukee Mile schalteten die Chevrolet Fahrer in den vierten Gang zurück. Takuma Sato im Honda hingegen konnte im fünften Gang durch die Kurven fahren. Je nach Strecke gleicht dies den Leistungsunterschied aus. Die neun Rennen teilen sich in sechs Chevrolet- und drei Honda-Siege auf. Von den sechs Chevrolet-Siegen gehen aber alleine vier auf das Konto von Andretti Autosport, die sicherlich nicht nur aufgrund des Motors zurzeit das Maß der Dinge sind.

Am nächsten Sonntag findet schon das nächste Ovalrennen mit dem Iowa Corn Indy 250 statt.

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June 14 2013

15:00

IndyCar: Vorschau Milwaukee IndyFest

Die IndyCar Series behält ihr Tempo bei und fährt an diesem Wochenende in West Allis. Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay gewinnen und damit den ersten Schritt zur Meisterschaft machen.

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Ryan Hunter-Reay und Helio Castroneves
(C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Die Milwaukee Mile besitzt eine große Tradition, die bis in die Zeit vor der Erfindung des Autos zurückreicht. Bereits 1876 wurde auf einem 1 Meile langen Kurs das erste Rennen ausgetragen – damals natürlich noch auf Pferden. Das erste Rennen mit deutlich mehr Pferdestärken fand dann 1937 statt und ab 1947 war es traditionell das erste Rennen nach den Indianapolis 500. Auch in den Jahren der Trennung der Formelserien behielt Milwaukee den Platz. Erst finanzielle Schwierigkeiten aufgrund mangelnder Zuschauer führten zu einer Absage 2010 und einer Verlegung auf Mitte Juni ab 2011. Seit letztem Jahr ist Michael Andretti für die Ausrichtung des Rennens verantwortlich. Nicht nur die Traditionalisten hoffen, dass die Veranstaltung unter ihm wieder profitabel wird und die Milwaukee Mile ihren festen Platz im Kalender der IndyCar Series bekommt.

Strecke

Die Milwaukee Mile ist ein wenig der kleine Bruder des Indianapolis Motor Speedway. Mit einer Länge von 1,03 Meilen (1,66 km) ist sie natürlich deutlich kürzer, besitz mit vier symmetrischen 90° Kurven aber ein sehr verwandtes Layout. Auch die Kurvenüberhöhung von nur 9,25° ist dem IMS sehr ähnlich. Die Geschwindigkeiten sind natürlich deutlich niedriger. In der Qualifikation des Vorjahres über zwei fliegende Runden wurden trotzdem Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 160 mph (257 km/h) erreicht.

Favoriten

Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay das Milwaukee IndyFest gewinnen. Es war der Auftakt zu drei Siegen in Folge, die ihm dann auch den Gewinn der Meisterschaft eingebracht haben. Er zählt, wie auch seine Kollegen bei Andretti Autosport, zu den größten Favoriten in diesem Jahr. Seit genau einem Jahr ist Andretti Autosport das Team, das es zu schlagen gilt. Fast die Hälfte der Rennen (7 von 16) gingen an Ryan Hunter-Rey und James Hinchcliffe. EJ Viso und Marco Andretti sind zwar ohne Sieg, aber vor allem Andretti ist konstant gut unterwegs.

Penske Racing hat sich mit dem Sieg von Helio Castroneves in Texas wieder zurück gemeldet. Auch Will Power hat mit dem Gewinn der Qualifikation aufhorchen lassen. Ein ganz starkes letztes Wochenende hatten auch die Piloten von KV Racing: Tony Kanaan wurde dritter und auch Simona de Silvestro hat mit Platz 16, in Anbetracht der Strafen, überzeugt. Einen sehr guten Oval-Lauf hat auch Ed Carpenter mit Pole und Platz 10 in Indianapolis und Platz 4 in Texas. Eine Wiederholung von Platz 8, den er im Vorjahr erreichte, sollte möglich sein.

Von den Honda-Teams muss man in erster Linie auf das Team von Chip Ganassi achten. Nach schlechtem Saisonstart nimmt Dario Franchitti mit drei Top-6-Ergebnissen in Folge langsam Fahrt auf und vor einem Jahr startete er von Platz 1. Die sehr gut in die Saison gestarteten Takuma Sato für AJ Foyt und Justin Wilson für Dale Coyne konnten zuletzt nicht mehr ganz dieses Niveau halten. Trotzdem sind beide für Überraschungen gut.

Ein Auge sollte man auch auf die beiden Franzosen bei Sam Schmidt haben. Tristan Vautier fährt eine solide Rookiesaison, aber Simon Paugenaud ist richtig gut in diesem Jahr. Einem DNF stehen immerhin fünf Top 10 und zwei weiter Top 15 Ergebnisse entgegen. Gar nicht gut waren die beiden bisherigen Ovalauftritte von Graham Rahal im Team seines Vaters. Mit den Plätzen 25 und 21 können weder Graham noch Bobby Rahal zufrieden sein. James Jakes war mit den Plätzen 20 und 12 deutlich besser, aber auch nicht wirklich gut unterwegs.

Nicht zu vergessen sind auch die kleinen Teams, Sarah Fisher Hartmann Racing und Barracuda Racing. Josef Newgarden und Alex Tagliani sind auf Ovalen immer für eine Überraschung gut. Eine große Überraschung wäre es dagegen, wenn Sebastian Saavedra und Sebastian Bourdais für Dragon Racing positiv auffallen würden. Leider geht es bei dem Team von Jay Penske nicht voran. Für Oriol Servia, der nächste Woche in Iowa fahren wird, übernimmt wieder Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4. Briscoe wird versuchen, sein erstes Top-10-Ergebnis in diesem Jahr einzufahren. In den letzten beiden Jahren, noch für Penske Racing, ist ihm dies aber auf der Milwaukee Mile nicht gelungen. Ana Beatriz fährt nach drei Rennen Pause wieder den Dale Coyne Racing Dallara mit der Nummer 18.

In Summe ist eine Vorhersage für das sehr ausgeglichene Feld der IndyCar Series in diesem Jahr nicht ganz einfach. Andretti Autosport dominiert zwar mit konstant guten Ergebnissen, aber die Zeiten als eigentlich nur zwei Teams für einen Sieg in Frage kamen, sind zum Glück vorbei. In den acht bisherigen Rennen gab es immerhin sieben verschiedene Sieger. Für James Hinchcliffe, Takuma Sato und Simon Pagenaud war es auch jeweils der erste Sieg in der IndyCar Series überhaupt.

Zeitplan

Freitag

11:00 pm EST (17:00 MESZ) – 12:00 pm freie Training
2:00 pm EST (20:00 MESZ) – 3:00 pm freie Training
5:15 pm EST (23:15 MESZ) – 6:30 pm Qualifikation

Samstag

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Firestone Indy Lights Race

4:00 pm EST (22:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
4:40 pm EST (22:40 MESZ) IZOD IndyCar Series Race

Für die Gegend um West Allis besteht eine geringe Chance auf Regen am Samstag. Bisher hatte die IndyCar Series Glück mit dem Wetter und so können wir hoffen, dass das Rennen pünktlich am späten Samstagabend stattfinden kann.

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June 11 2013

11:15

IndyCar: Analyse Firestone 550

Helio Castroneves gewann deutlich überlegen das Nachtrennen in Fort Worth. Er bewies damit, dass Penske Racing doch noch gewinnen kann und dass er ein ernsthafter Kandidat für die Meisterschaft der IndyCar Series ist.

Helio Castroneves  (C) John Cote/IndyCar Media

Helio Castroneves
(C) John Cote/IndyCar Media

Wie schon beim Indy 500 zeigten sich die IndyCar-Fahrer in Texas sehr diszipliniert. Auch wenn die Starts bzw. die Restarts noch ausbaufähig sind, kamen sie ohne Unfall über die 220 Runden. Diese Entwicklung ist sehr positiv, auch wenn einigen „Fans“ sicher die „Action“ fehlt. Da aber in Fort Worth im Gegensatz zu Indianapolis die engen Windschattenduelle, vor allem um die Spitze, fehlten, waren die 550 km eine eher zähe Angelegenheit. Die Kommentatoren und die Regie von ABC hatten auch nicht ihren besten Tag, sodass Zuschauen keine absolute Freude war. Immerhin waren die Tribünen am Texas Motor Speedway sehr ordentlich gefüllt.

Um das Pack-Racing zu verhindern, wurde wie schon im Vorjahr der aerodynamische Abtrieb stark vermindert. Umso wichtiger wurde so natürlich die mechanische Haftung der Reifen. Firestone hatten auf Wunsch der IndyCar Reifen geliefert, die im Laufe des Stintes deutlich an Haftung verloren. Mit neuen Reifen konnten die Fahrer ohne Probleme 5 mph pro Runde schneller fahren. Der schonende Umgang mit den Reifen stellte sich als einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg von Helio Castroneves heraus. Sein Haftungsverlust zum Ende des Stintes war deutlich geringer als bei seinen Konkurrenten.

Neben den Reifen waren die Abstimmung der Wagen und natürlich die Fähigkeit der Fahrer entscheidend für schnelle Rundenzeiten. Entsprechend groß waren die Unterschiede in der Geschwindigkeit der einzelnen Wagen. An der Spitze legten die Andretti Autosport Dallara von Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay sowie die Penske Racing Dallara von Helio Castroneves und Will Power ein sehr hohes Tempo vor. In Runde 31 wurde schon Graham Rahal überrundet, obwohl eine frühe Gelbphase, ausgelöst durch einen Motorschaden bei Pippa Mann, erst in Runde 13 endete. Schnell folgten ihm Sebastian Saavedra, Oriol Servia, Simon Pagenaud.

Mitten in die erste Runde der Boxenstopps fiel die zweite Gelbphase als Scott Dixon nach seinem Boxenstopp nicht beschleunigen konnte und in Turn 4 seinen Wagen abstellen musste. Unter Grün verlor man mindestens eine Runde auf die Spitzenreiter bei einem Boxenstopp. Dadurch, dass nun einige Fahrer unter Gelb stoppten, konnten sich viele auch nicht mehr zurückrunden. Zum Restart in Runde 62 waren nur noch die Top 14 in der Führungsrunde. Da die IndyCar das Feld unter Gelb nicht sortiert, wie z.b. die NASCAR, waren überrundete Fahrer mitten unter den Top 14 und Charlie Kimball konnte sich so auch zurückrunden. Die Spitze übernahm Ryan Hunter-Reay vor Marco Andretti und Helio Castroneves. Im Mittelfeld gab es einige enge Kämpfe, meist aber zwischen Autos in unterschiedlichen Runden.

Ab Runde 90 verschlechterte sich das Fahrverhalten von Hunter-Reays Dallara deutlich durch abbauende Reifen und in Runde 94 musste er einen frühen dritten Stopp einlegen. In der Folge sah man sehr gut den Faktor, den neue Reifen ausmachten. Hunter-Reay schnitt durch das Feld und konnte sich in Runde 108 zurückrunden. In Runde 112 drehte sich Oriol Servia in Turn 1 und löste so die letzte Gelbphase aus. Wieder fiel sie mitten in die Runde der Boxenstopps. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch die Top 7, bestehend aus Helio Castroneves, Justin Wilson, EJ Viso, Ed Carpenter, Will Power, Dario Franchitti und Ryan Hunter-Reay in der Führungsrunde. Da aber alle geschlossen in Runde 116/117 in die Box fuhren, konnten sich einige Fahrer, unter anderem Simona de Silvestro, eine Runde zurückholen.

Simona de Silvestro hatte ein sehr bewegtes Rennen. Durch einen Motorwechsel musste sie von Platz 22 starten, konnte sich aber durch sehr schnelle Runden bis zur zweiten Gelbphase auf Platz 16 verbessern. Durch die Problematik mit den Boxenstopps verlor sie dann aber eine Runde, blieb aber deutlich Schnellste unter den überrundeten Fahrern. In der unübersichtlichen Situation um Runde 116/117 überholte Simona de Silvestro das Pace Car und musste nach dem Restart eine 30-Sekunden-Strafe absitzen. Mit drei Runden Rückstand und Platz 22 nahm sie das Rennen wieder auf. Mit extrem schnellen und konstanten Runden, nur Helio Castroneves war in der Regel ähnlich schnell unterwegs, konnte sie sich am Ende Platz 16 mit nur zwei Runden Rückstand sichern. Ohne das Pech mit Motorenwechsel und dem Rundenverlust während der zweiten Gelbphase sowie den Fehler mit dem Überholens des Pace Cars wäre ein absolutes Top-Ergebnis drin gewesen, vergleichbar mit Toni Kanaan, der Platz 3 holte.

Während Simona de Silvestro ihr eigenes Rennen unbemerkt bestritt, entschied sich vorne das eigentliche Rennen. Helio Castroneves konnte sich problemlos von Will Power und Ryan Hunter-Reay absetzten. Je tiefer die Sonne sank und damit auch die Temperatur der Strecke, umso besser wurde das Fahrverhalten von Castroneves Penske Dallara. Er nutzte dabei nicht die von den anderen Piloten favorisierte unterste oder die mittlere Linie, sondern fuhr erheblich höher durch die Kurven. Da Castroneves auch sehr schonend mit den Reifen umging, konnte er ohne Probleme auf eine Strategie mit nur einem weiteren Stopp setzten. Dieser Strategie folgten Will Power, Dario Franchitti, Ed Carpenter, Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe aus der Spitzengruppe. Marco Andretti und Toni Kanaan waren die Topfahrer der Gruppe, die auf zwei weitere Stopps setzten. Für beide sollte sich diese aggressive Strategie auszahlen. Beim letzten Restart in Runde 122 lagen sie noch auf den Plätzen 8 und 9. Bis zum Ziel konnten sie sich auf Platz 3 (Toni Kanaan) und Platz 5 (Marco Andretti) verbessern. Ein Angriff auf Helio Castroneves und Ryan Hunter-Reay war dann aber nicht mehr möglich. Nur die Top 5, mit Ed Carpenter auf Platz 4, konnten die volle Renndistanz von 228 Runden bzw. 550 km beenden. Das restliche Feld hatte mindesten eine Runde Rückstand.

Auf Platz 6 kam Dario Franchitti im besten Honda vor Will Power und Josef Newgarden ins Ziel. Newgarden hat sich im kleinen Team von Sarah Fisher zu einem guten, konstanten Fahrer entwickelt. Das war immerhin schon seine vierte Top-10-Platzierung in diesem Jahr. Die Top 10 in Texas schlossen die beiden restlichen Fahrer von Andretti Autosport James Hinchcliffe und EJ Viso ab. Auf Platz 11 folgte Takuma Sato, der bis zur Rennmitte noch gut in den Top 10 gelegen hatte. Mit kühler werdender Strecke kam er dann aber nicht mehr so gut zurecht. Letzter Pilot mit nur einer Runde Rückstand war James Jakes. Er war auf einer ähnlichen Strategie wie Marco Andretti und Toni Kanaan, absolvierte seinen letzten Stopp aber deutlich später. Für ihn zahlte sich diese Strategie nicht aus und von Platz 4 zum Zeitpunkt des Stopps fiel er noch auf Platz 12 zurück. Immerhin war er so noch deutlich besser als ein Teamkollege Graham Rahal. Dieser kam vom Beginn an nicht mit Strecke und Wagen zurecht und beendete mit fünf Runden Rückstand das Rennen auf Platz 21. Nur Alex Tagliani war, vor den ausgefallenen Scott Dixon und Pippa Mann, noch schlechter.

Nach dem guten Wochenende in Detroit waren die Fahrer von Sam Schmidt in Fort Worth deutlich unauffälliger unterwegs. Simon Pagenaud wurde auf Platz 13 und Tristan Vautier, der sein erstes Rennen auf einem so stark überhöhten Oval fuhr, auf Platz 18 gewertet. Sebastian Saavedra konnte sich mit Platz 14 zwar erheblich vor seinen Kollegen Sebastien Bourdais auf Platz 20 fahren, aber man muss sich schon fragen, ob Katherine Legge nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Besonders positiv sind beide Dragon Racing Piloten in diesem Jahr noch nicht aufgefallen. Mit Platz 15 dürfte Justin Wilson nicht ganz zufrieden sein. Zeitweise lag er in den Top 5, aber auch er kämpfte später mit der sich veränderten Strecke.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar zu finden.

In der Meisterschaft führt nun Helio Castroneves (256 Punkte) mit 22 Punkten Vorsprung auf Marco Andretti (237). Vorjahresmeister Ryan Hunter-Reay (232) liegt auf Platz 3 vor Indy-500-Sieger Toni Kanaan (195). Dahinter folgen punktgleich Simon Pagenaud und Takuma Sato mit jeweils 194 Punkten und einem Sieg. Noch ohne Sieg in dieser Saison belegen Scott Dixon (193) und Justin Wilson (184) die Plätze 7 und 8. Der zweimalige Sieger James Hinchcliffe liegt nur auf Platz 9 (176) vor Dario Franchitti (168).

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Das Rennen hatte Samstag ein Overnight-Rating von 1.1 auf ABC. Abgesehen vom tragischen Saisonfinale 2011 in Las Vegas war das das beste Rating für ein Rennen der IndyCar auf ABC seit dem Saisonauftakt in St. Petersburg 2011. Eigentlich könnte man dies positiv sehen, wenn die 1.1 nicht ein absolute katastrophaler Wert für Sportübertragungen zur Prime Time wären. Zum Vergleich hatten NBC mit einem NHL Playoff Spiel (Kings, Blackhawks) ein Rating von 2.9 und Fox (regionale MLB-Spiele) sogar 3.2. Die beiden Detroit Rennen jeweils am frühen Nachmittag hatten ein endgültiges Rating von 0.6 (Samstag) und 0.7 (Sonntag). Das dürften die letzten rund 900.000 treusten Fans der IndyCar Series in den USA sein, die sich wirklich jedes Rennen anschauen. Auf eine ähnliche Quote kommt ja auch NBC Sports regelmäßig, das aber natürlich nicht über die Verbreitung eines großen Networks wie ABC verfügt.

Am nächsten Sonntag steht schon das Rennen auf der Milwaukee Mile auf dem IndyCar-Programm.

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May 11 2013

12:00

IndyCar: Indianapolis 500 Trainings- und Qualifikationsvorschau

Nach dem Ausflug nach Brasilien steht der restliche Mai ganz im Zeichen des Indy 500. Das Rennen findet zwar erst am Ende des Monats statt, aber schon heute beginnen die umfangreichen Trainingssitzungen.

lat abbott indy512 08381 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

Indianapolis Motor Speedway 2012
(C) LAT USA/IndyCar Media

Bis zum Rennen am 26. Mai stehen insgesamt acht Trainings- und zwei Qualifikationstage auf dem Programm. Das ist zwar kein Vergleich mehr zu früher, als die Teams im Mai fast unbegrenzt Zeit zum Testen auf dem Indianapolis Motor Speedway hatten, aber trotzdem deutlich umfangreicher als bei jedem anderen Rennen. Die Qualifikation erstreckt sich mit dem Pole Day und dem folgenden Bumb Day über zwei Tage. Ob der Bump Day aber seinem Namen wieder gerecht wird, steht noch nicht fest. Bisher sind zwar 34 Teams gemeldet und damit müsste schon ein Team nach der Qualifikation die Heimreise antreten. Aber für den zweiten Wagen von Ed Carpenter sind bisher aber werder Fahrer noch Sponsoren bekannt. Ob uns also ein ähnlich dramatischer Bump Day wie 1995, als Penske Racing kein Auto qualifizieren konnte, bevor steht, ist noch fraglich. Ed Carpenter ließ schon verlauten, dass er sich ganz auf den Wagen mit der Nummer 20, den erst selbst pilotieren wird, konzentrieren will. Vielleicht gibt es ja auch noch kurzfristige Deals. Die Namen Buddy Rice und Sam Schmidt Motorsport sowie Brian Clauson und KV Racing machen die Runde.

Qualifikatiosmodus

Am Pole Day, der noch mal in zwei Segmente unterteilt ist, werden die ersten 24 Startplätze für das Indy 500 vergeben. In Segment 1 starten alle gemeldeten Autos zu mindestens einem Qualifikationsversuch. Die Reihenfolge, in der Wagen auf die Strecke gehen, wird am Freitag ausgelost. Ein Versuch besteht dabei aus vier fliegende Runden. Nachdem alle Autos ihren ersten Versuch abgeschlossen haben, stehen jedem Wagen-Fahrer-Gespann zwei weitere Versuche offen, sich zu verbessern. Startet man aber zu einem weiteren Versuch wird die bestehende Zeit gestrichen. Nach Ablauf von Segment 1 rücken die schnellsten neun Piloten in Segment 2 vor. Die Startplätze 10 bis 24 sind über die erreichten Zeiten in Segment 1 fest belegt.

Für Segment 2 bekommen die Teams für jeden Versuch einen frischen Satz Reifen. In umgekehrter Reihenfolge der Zeiten aus Segment 1 starten die Fahrer jeweils einen Qualifikationsversuch über vier fliegende Runden. Haben alle neun Fahrer ihren Versuch abgeschlossen, stehen jedem zwei weitere Versuche frei. Aber auch hier wird die vorher erzielte Zeit wieder gestrichen. Aus den Zeiten von Segment 2 ergibt sich die Startreihenfolge der Plätze 1 bis 9.

Nach dem Pole-Day sind 24 der maximal 33 Startplätze schon vergeben. Diese restlichen neun Plätze sind ausgehend von Segment 1 provisorisch gesetzt und können am Bump-Day noch verändert werden. Sollten mehr als 33 Autos gemeldet sein, können sich diese wiederum durch Versuche über vier fliegende Runden in das Feld der Qualifizierten fahren. Dabei stehen einem wieder drei Versuche zu und mit jedem gestarteten Versuch verliert man die gesetzte Zeit. Der Fahrer auf Qualifikationsplatz 33 sitzt auf der “Bubble” und kann von einem schnelleren Fahrer aus dem Indy 500 “gebumped” werden. Bei nur 33 gemeldeten Autos sind natürlich alle qualifiziert und am Bump Day wird nur die Startfolge ab Position 25 ausgefahren.

Rookie Orientation Program (ROP)

Rookies d.h. Fahrer ohne IndyCar-Erfahrung auf dem Indianapolis Motor Speedway, müssen das ROP durchlaufen. Zum einen werden sie langsam an die hohen Geschwindigkeiten gewöhnt, zum anderen müssen sie aber auch beweisen, dass sie keine Gefahr für sich und die anderen Piloten auf der Strecke darstellen. Für die Zulassung zur Qualifikation muss ein Rookie drei Stufen meistern: Zehn Runden mit einer Geschwindigkeit von 200 bis 205 mph, 15 Runden mit 105 bis 210 mph und 15 Runden mit Geschwindigkeiten konstant über 210 mph.

Im letzten Jahr hatte Jean Alesi Probleme mit der dritten Stufe, was aber vor allem dem schwachen Lotusmotor und dem unerfahrenen Team geschuldet war. Eigentlich stellt das ROP keine wirkliche Hürde für die Rookies dar.

Entry List

1 Ryan Hunter-Reay Andretti Autosport 2 AJ Allmendinger Team Penske 3 Helio Castroneves Team Penske 4 JR Hildebrand Panther Racing 5 EJ Viso Andretti Autosport 6 Sebastian Saavedra Dragon Racing 7 Sebastian Bourdais Dragon Racing 8 Ryan Briscoe* Chip Ganassi Racing 9 Scott Dixon Target Chip Ganassi Racing 10 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing 11 Tony Kanaan KV Racing Technologie 12 Will Power Team Penske 14 Takuma Sato AJ Foyt Enterprises 15 Graham Rahal Rahal Lettermann Lanigan Racing 16 James Jakes Rahal Lettermann Lanigan Racing 17 Michel Jourdain jr.* Rahal Lettermann Lanigan Racing 18 Ana Beatriz Dale Coyne Racing 19 Justin Wilson Dale Coyne Racing 20 Ed Carpenter Ed Carpenter Racing 21 Josef Newgarden Sarah Fisher Hartmann Racing 22 Oriol Servia Panther Dreyer & Reinbold Racing 25 Marco Andretti Andretti Autosport 26 Carloz Munoz(R)* Andretti Autosport 27 James Hinchcliffe Andretti Autosport 40 TBA Ed Carpenter Racing 41 Conor Daly(R)* AJ Foyt Enterprises 55 Tristan Vautier (R) Schmidt Peterson Motorsport 60 Townsend Bell* Panther Racing 77 Simon Pargenaud/td> Schmidt Hamilton HP Motorsport 78 Simona de Silvestro KV Racing Technologie 83 Charlie Kimball Novo Nordisk Chip Ganassi Racing 91 Buddy Lazier* Buddy Lazier 98 Alex Tagliani Barracuda Racing tba Pipa Mann* Dale Coyne Racing

(R)    Rookie
*     nicht Vollzeit

Zeitplan

11.05. Practice Day 1:      12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

12.05. Practice Day 2:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

13.05. Practice Day 3:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

14.05.Practice Day 4:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

15.05.Practice Day 5:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

16.05.Practice Day 6:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

17.05.Fast Friday:

12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

18.05. Pole Day:

8:00 am (14:00 MESZ) – 8:30 am freies Training Gruppe 1
8:30 am (14:30 MESZ) – 9:00 am freies Training Gruppe 2
9:00 am (15:00 MESZ) – 11:00 am freies Training
11:00 am (17:00 MESZ) – 4:00 pm Qualifikationssegment 1
4:30 pm (22:30 MESZ) – 6:00 pm Qualifikationssegment 2

19.05. Bump Day:

12.00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm Bump Day Qualification

24.05. Carb Day:

11:00 am (17:00 MESZ) – 12:00 pm Abschlusstraining
12:30 pm (18:30 MESZ) Firestone Freedom 100 Race Indy Lights

Am Fast Friday wird hauptsächlich an der Abstimmung für die Qualifikation gearbeitet. Deshalb sind dann höhere Geschwindigkeiten als während der sonstigen Trainingssitzungen, in denen an der Rennabstimmung gearbeitet wird, zu erwarten.Das Abschlusstraining am Carb Day diente früher zur Einstellung der Vergaser (caburator). Heutzutage werden die nach der Qualifikation überholten Wagen ein letztes Mal vor den 500 Meilen getestet.

 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

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May 09 2013

10:18

IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

James Hinchcliffe ist, nach seinem primären Sieg bei den IndyCars überhaupt in St. Petersburg, der erste Fahrer in dieser Saison mit seinem zweiten Saisonsieg. Für sein Team Andretti Autosport ist es schon der dritte Sieg im vierten Rennen.

Hichcliffe Sao Paulo IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

James Hinchcliffe
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Das Rennen kann man eigentlich in zwei Abschnitte teilen: Die ersten 60 Runden, inklusive der Qualifikation, in denen schon ein Teil der großen und kleinen Favoriten strauchelten und einer wahnsinnig intensiven Schlussphase. In dieser sich dann der Zweikampf von Takuma Sato und Josef Newgarden zu einem Fünfkampf mit James Hinchcliffe, Marco Andretti und Oriol Servia um den Sieg und das Podium entwickelte. Erst in der letzten Kurve des Rennens konnten sich Hinchcliffe gegen Sato und Andretti gegen Newgarden und Servia durchsetzen. Mit hartem aber immer fairen Racing zeigten sie das spektakulärste Rennende in dieser Saison.

Das sehr gute Abschneiden von Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartman Racing und Oriol Servia für Dreyer & Reinbold Racing wurde begünstigt durch die Probleme der größeren Teams. Für Penske Racing fingen diese schon in Qualifikationssegment 1 an. James Jakes verursachte mit einem Unfall einen Abbruch und weil die Zeit weiterlief konnten weder Will Power noch Helio Castroneves eine Zeit setzen und mussten von Platz 18 (Castroneves) und 22 (Power) aus starten. Will Power konnte sich bis Runde 18 sehr gut nach vorne arbeiten, musste aber nach einem technischen Defekt, Öl trat aus und endzündete sich am heißen Auspuff, seinen Penske Dallara auf Position 11 liegend abstellen. Helio Castroneves war in mehrere kleine Unfälle verwickelt. So wurde er z.B. bei einem Restart in Runde 26 von Scott Dixon in einen Dreher geschickt. Am Ende blieben für die beiden Penske Piloten nur die Plätze 13 und 24. Mit Platz 13 verlor Helio Castroneves auch die Führung in der Meisterschaftswertung.

Bei der Aktion gegen Castroneves beschädigte sich Scott Dixon seinen Frontflügel und musste diesen später in einem Extrastopp wechseln lassen. Im Mittelfeld steckend, konnte er sich auch nicht mehr nach vorne arbeiten und musste sich mit Platz 18 begnügen. Sein Teamkollege Dario Franchitti war von der Pole gestartet, konnte im Rennen diese Zeiten aber nie bestätigen. Er wurde früh von Ryan Hunter-Reay überholt und fiel sukzessive nach hinten. Probleme am linken Hinterrad beim letzten Pitstop verhinderten endgültig, dass er in den Kampf um das Podium eingreifen konnte. Mit Platz 7 betrieb er aber Schadensbegrenzung.

Ryan Hunter-Rey blieb, nachdem er Franchitti überholt hatte,  für  weite Teile des Rennens in führender Position. In Runde 10 musste er die Führung an Toni Kanaan abgeben, konnte sich diese aber beim Stopp unter Gelb in Runde 19 zurückholen. Takuma Sato überholte Hunter-Reay in Runde 34, musste aber aufgrund eines leicht anderen Boxenrhythmus, die Führung bei seinem Stopp zwei Runden später wieder abgeben. In Runde 46 verlor Ryan Hunter-Reay durch einen Luftverlust im Hinterreifen  massiv an Zeit und der folgende Reifenwechsel beförderte ihn ins umkämpfte Mittelfeld, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Mit Platz 11 war er am Ende schlechtester Pilot von Andretti Autosport.

Nach Hunter-Reys Problemen erbte Toni Kanaan die Führung. Das Publikum hatte aber nur wenige Runden Freude an der Führung des heimischen Piloten, da dieser mit mangelndem Benzindruck erst zurückfiel und dann seinen KV Dallara ganz abstellen musste. Nach kurzer Reparaturpause, während der so ausgelösten Gelbphase, konnte er das Rennen auf Platz 21 beenden. Da auch Ana Beatriz ihren Dale Coyne Racing Dallara früh mit technischem Defekt abstellen musste, gab es in diesem Jahr wieder kein gutes Ergebnis für die brasilianischen Piloten in Sao Paulo.

In Runde 55 führte ein Unfall von Justin Wilson, der bis dahin nicht an seine gute Form anknüpfen konnte, zur letzten Caution. Der Restart in Runde 59 läutete dann die atemberaubende Schlussphase ein. Hinter Takuma Sato hatte sich Josef Newgarden geschoben, der von seiner Box aufgefordert wurde, an die Punkte zu denken und nicht zu viel zu riskieren. So ganz hielt er sich nicht an die Anweisung und blieb nah an Sato dran. Mit etwas Abstand folgten James Hinchcliffe und Simon Pagenaud, der aber Probleme mit den Reifen bekam und auf Platz 9 zurückfiel. Ab Runde 66 wurde der Kampf zwischen Sato und Newgarden härter und durch die Kampflinien konnte Hinchcliffe aufschließen. Dieser hatte sich mehr Push-to-pass Einsätze aufgespart, konnte so in den Zweikampf eingreifen und in Runde 72 Newgarden in der Spitzkehre am Ende der lange Gerade überholen. An dieser Stelle sollten sich auch alle weiteren kritischen Manöver abspielen. Mittlerweile fanden auch Marco Andretti und Oriol Servia den Anschluss an die Kampfgruppe. Sato verteidigte seine Führung geschickt erst gegen Newgarden dann gegen Hinchcliffe indem er klassisch innen die Tür zumachte. Die Aktionen waren hart aber noch absolut im normalen Rahmen. In der letzten Runde rutschte er aber etwas weit heraus und James Hinchcliffe konnte innen zum Sieg vorbei gehen. Auf gleiche Art und Weise konnten sich auch Marco Andretti und Oriol Servia noch an Josef Newgarden vorbei schieben. Das fantastische Finish entschädigte doch für ein nicht immer spannendes Rennen.

Sehr interessant sind die verschiedenen Boxenstrategien der Top-5, die trotzdem für jeden einzelnen erfolgreich waren. Josef Newgarden musste nach einer Strafe das Rennen von Startplatz 23 in Angriff nehmen und setzte mit einem Stopp während der ersten Gelbphase in Runde 7 auf eine aggressive 3-Stopp-Strategie. Hinchcliffe, Sato, Andretti und Servia hingegen nutzen erst die zweite Caution in Runde 21 für ihren ersten Stopp. Mit Benzinsparen konnte man mit einem weiteren Stopp durchfahren, was Oriol Servia auch gemacht hat. James Hinchcliffe und Marco Andretti hingegen füllten in der direkt folgenden Caution in Runde 25 bzw. 26 ihre Tanks auf und waren auch ohne Sparmodus auf der sicheren Seite. Takuma Sato setzte direkt auf drei Stopps und kam jeweils in der Doppel-Caution in Runde 38 und 42 in die Box. Die letzte Gelbphase führte dann alle Strategien wieder zusammen. Josef Newgarden konnte sich dank seiner aggressiven Strategie von Platz 23 auf Platz 5 verbessern. Aber auch Takuma Sato (12 auf 2), Oriol Servia (13 auf 4), und Marco Andretti (10 auf 3) können sich sicher nicht bei ihren Teams beschweren.

Hinter der Kampfgruppe kamen EJ Viso, Dario Franchitti, Simona de Silvestro, Simon Pagenaud und Charlie Kimball ins Ziel. Außer Franchitti, hatten alle ein sehr unauffälliges Rennen und waren entsprechend auch kaum im Fernsehen zu sehen. Im hinteren Mittelfeld platzierten sich, abgesehen von Ryan Hunter-Reay (Platz 11), Helio Castroneves (Platz 13) und Scott Dixon (Platz 18), die üblichen Verdächtigen in Form von Alex Tagliani, Sebastian Bourdais, JR Hildebrand, Tristan Vautier , James Jakes und Sebastian Saavedra.  Mit Rundenrückstand komplettierten ab Platz 20 Justin Wilson, Toni Kanaan und Ed Carpenter das Feld vor den ausgefallenen Will Power und Ana Beatriz.

In der Meisterschaft führt nun Takuma Sato mit 136 Punkten vor Marco Andretti (123) und Helio Castroneves (116). James Hinchcliffe folgt, mit zwei Siegen aber auch zwei DNF, auf Platz 4 (112) vor Scott Dixon (101) und dem amtierenden Meister Ryan Hunter-Reay (94). Sehr gut liegen auch Justin Wilson (91) und Oriol Servia (89) für die kleinen Teams von Dale Coyne und Dreyer & Reinbold Racing in der Meisterschaft. Simona de Silvestro (86) und Charlie Kimball (80) vervollständigen die Top 10. Die eigentlichen Toppiloten Dario Franchitti, Tony Kanaan und Will Power sind nur auf den Plätzen 15, 17 und 18 zu finden.

Zum Abschluss noch die Links zum Rennergebnis und zur Meisterschaftswertung.
Am nächsten Wochenende geht es schon weiter mit der Eröffnung des Indianapolis Motor Speedway für die freien Trainingssitzungen. Das Indianapolis 500 findet dann am 26.05. statt.

 IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

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February 15 2012

10:50

Ferner liefen: Die Newshappen für 15.2.2012

// Lotus expandiert weiter mit seiner Marke und sponsort in diesem Jahr das Motopark Team aus Oscherleben. Lotus steigt damit auch in einer kleinen Klasse ein, um den eigenen Nachwuchs besser fördern zu können. Das sind auch gute Nachrichten für den F3 Cup, der sich im Gegensatz zur F3 Euro Serie immer besser entwickelt. Das sich Lotus für den Cup entschieden hat, dürfte auch Kostengründe haben, zeigt aber, dass die Serie auf dem richtigem Weg ist.

// Beim F1 Lotus Team ist man derweil guter Stimmung. Die Tests letzte Woche haben wohl bessere Ergebnisse eingebracht, als man erwartet hatte. In der Tat waren die Zeiten vor allem bei den Longruns sehr gut, auch fuhr Grosjean eine der schnellsten Zeiten in Jerez. Es gibt weiterhin Gerüchte, dass Lotus über den Winter irgendwas gefunden haben soll, was dem Team einen großen Schritt nach vorne erlaubt. Bei Ferrari ist man bei weitem nicht so optimistisch. Alonso vermeldete, dass seine Bestzeit in Jerez gar nichts wert sei und man immer noch dabei sei, die Abstimmung zu verstehen. Da habe man ca. 20% erreicht, weil der Wagen derartig komplex sein, dass man einfach Zeit benötigen würde. Weitere Einschätzungen gibt es morgen im Racingblog Podcast.

// Keine guten Nachrichten gibt es aus Bahrain. Die Proteste sind in den letzten Wochen wieder etwas heftiger geworden, zum Jahrestag der Proteste hat man am Demonstrationsverbot geschraubt. Gerade in England mehren sich die Stimmen, dass ein F1-Rennen eventuell keine gute Idee sein könnte. Ecclestone hält offiziell am Grand Prix fest.

// Rubens Barrichello steht wohl kurz vor einem Vertragsabschluss mit KV Racing. Er wird nächste Woche erneut testen und Jimmy Vasser vermeldete, dass man “good to go” sei. Offen Fragen betreffen wohl das endgültige Sponsorenpaket und die “Heimatfront”. Barrichello hatte seiner Familie versprochen, dass er keine Oval-Rennen fahren wolle, sieht das jetzt aber wohl etwas anders.

// Ed Carpenter Racing tritt in diesem Jahr mit Chevrolet-Motoren in der IndyCar an.

// Neuigkeiten gibt es auch in Sachen Sponsoren bei der IndyCar. Mit Firestone hat man den Deal um 2 weitere Jahre verlängert, dazu kommen mit Discover Network und Frist Bankcard zwei weitere potente Geldgeber. Etwas ungewöhnlich ist ein weiterer Sponsor: Die Firma “Fuzzy’s Ultra Premium Vodka” darf sich nun “Offizeller Vodka der IndyCar” nennen. Na dann Prost.

// Etwas untergegangen ist die Meldung, dass Sprint Network den Vertrag mit der NASCAR verlängert hat. Man wird bis 2016 weiter Titelsponsor sein.

// Ryan Pemberton, ehemaliger Crew Chief von Brian Vickers bei Red Bull, hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Er wird ab sofort bei Tommy Baldwin Racing für den Wagen von Dave Blaney zuständig sein.

// Tom Onslow-Cole hat in der BTCC bei West Surrey Racing angedockt und wird dort neben Nick Foster und Rob Collard unterwegs sein. WSR setzt wieder auf ein BMW-Chassis, dem aber ein ein NGTC-Motor eingepflanzt wird.

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June 11 2011

04:03

Vorschau: IndyCar Firestone Twin 275s

Die IndyCar probiert was Neues diesen Sommer – und es ist nicht Coke bei drei Grad. Stattdessen schneidet man das 550km-Renen in Texas in zwei Teile. Das verspricht Spektakel und Unwegbarkeiten, birgt aber auch Gefahren.

Wäre es ein normales Rennen in Texas, dann würde ich jetzt über die spannende Rad-and-Rad Duelle schreiben, die auf dem ultraschnellen Speedway in Fort Worth traditionell zu erwarten sind. Ich würde vermutlich auch wieder auf die Gefahren hinweisen, die damit in Verbindung stehen – und zur Debatte stellen, ob die IndyCar dieses künstliche Zusatzrisiko wirklich braucht. Das alles könnte man auch in diesem Jahr schrieben – 2011 gibt es aber ein noch größeres Thema, das diese Fragen überschattet. Die IndyCar testet in Texas nämlich ein neues Format: Statt einem längeren Rennen wird es zwei kurze geben, die direkt aufeinander folgen. Die Startaufstellung für Lauf 2 wird nach dem ersten Durchgang ausgelost. Allemal ein interessantes Experment. Der Modus wirft aber auch einige Fragen auf.

So überraschend die Idee klingen mag, ein IndyCar Rennen in zwei Teile zu schneiden – ganz neu ist der Einfall nicht. In den späten 1960er und in den 1970er-Jahren gab es insgesamt 17 sogenannte “Doubleheader”. Zunächst setzte die USAC den Modus vor allem für Rundkurse ein, etwas später und vor allem in frühen CART-Zeiten fanden die Veranstaltungen auf Ovalen statt. Dann gerieten sie in Vergesseneheit – bis IndyCar CEO Randy Bernard in der vergangenen Saison das Runder übernahm. Der neue Chef sucht fieberhaft nach “Pillar”-Veranstaltungen, die die Serie neben dem Indy 500 tragen könnten. Dabei ist er auch zu Experimenten bereit. Die “IndyCar Word Championships” im Herbst in Las Vegas sind so ein Versuch. Und das Twin-Rennen in der Nacht auf Sonntag eben auch.

Und so soll der Renntag ablaufen: Um 19:45 Uhr Ortszeit (das ist 2:45 Uhr CEST) ist Start des ersten Rennens, die Grid ergibt sich aus den Ergebnissen der Qualifikation (siehe unten). Dieser Lauf soll 275 Kilometer (= 114 Runden) lang sein – für den Rennsieger gibt es die halbe Punktezahl eines normalen Rennens. Danach haben die Teams dann Zeit für allfällige Reparaturen – während die Zusher auf andere Weise unterhalten werden. Denn dann erfolgt in umgekehter Reihenfolge des Zieleinlaufs die Verlosung der Startplätze für den zweiten Durchgang, der ebenfalls über 275 Kilometer geht. Start des zweiten Rennens ist dann um 21:45 Uhr Ortszeit (4:45 Uhr CEST). Auch hier wird die halbe Punktezahl eines “normalen” Laufes vergeben.

Das Format verspricht sicherlich Spannung. Dass die Zuseher gleich zweimal in den Genuss eines Zieleinlaufes kommen, ist sicherlich ein großes Plus. Und die umgekehrte Startreihenfolge im zeiten Lauf sorgt gewiss  für zusätzliche Würze – immerhin kann der Sieger dann durchaus auch aus der letzten Reihe ins Rennen gehen müssen.

Ob es diese Zusatz-Spannung aber ausgerechnet in Texas gebraucht hätte, ist dann wieder eine ganz andere Frage. Die Verlosung könnte dafür sorgen, dass ein Meisterschaftskandidat an der Spitze des Feldes in den zweiten Lauf geht, und der andere ganz hinten – so richtig fair ist das nicht. Außerdem hat die Strecke auch ohne Gimmicks in den vergangenen Jahren immer äußerst spannende Läufe mit zahlreichen, teils rundenlangen Rad-an-Rad Duellen ermöglicht. Und die sind im Grunde auch dann schon gefährlich genug, wenn sie zwischen den Top-Autos stattfinden, und nicht an der Spitze des Feldes langsamere Wagen “lauern”.

Die Qualifikation

Eine erste – kleine – Überraschung gab es schon bei der Qualifikation am Freitagabend: Zum zweiten Mal in Folge nach dem Indy 500 steht Alex Tagliani auf der Pole. Das Auto von Sam Schmidt Motorsports scheint im Training weiter ganz hervorragend zu gehen – ob sie diesen Speed auch im Rennen halten können, ist weniger klar. Der Rennverlauf in Indianapolis lässt eher vermuten, dass man den Kanadier vielleicht in der vorderen Mitte des Feldes wiederfinden wird.

Dahinter lauern Dario Franchitti und Will Power. Die beiden Meisterschaftsanwärter liegen damit deutlich vor ihren Teamkollegen, die sich allesamt rund um Platz zehn wiederfinden (Dixon: 7, Briscoe 9, Castroneves 13). Vierter ist Takuma Sato, der seinen Aufwärtstrend aus den vergangenen Zeittrainings auch hier fortsetzen konnte – entsprechend strahlte Sato dann auch im Interview nach der Quali. Bleibt zu hoffen, dass es der Japaner auch einmal ins Ziel schafft. Fast schon sensationell: Platz fünf ging an Ed Carpenter im Auto von Sarah Fisher Racing – die Kombination aus dem gereiften Ovalspezialisten und dem engagierten Team scheint weiter Früchte zu tragen. Auf Rang sechs bestätigt Tony Kanaan die gute Forum vom KV Racing.

Sonst noch interessant: Rookie Wade Cunningham aus Neuseeland steht bei seinem allerersten Auftritt auf Rang acht, Danica Patrick auf zehn. Indy 500 Fast-Sieger JR Hildebrand auf Rang 11, Newman/Haas mit Servia und Hinchcliffe auf 14 und 15. Das Ganassi-Farmteam mit Kimball und Rahal auf 17 und 20. Paul Tracy geht bei einem seiner vermutlich letzten Ovalauftritte von 21 ins Rennen; Simona de Silvestro hatte im Training noch einige Probleme, und startet nur vom vorletzten Rang 29.

Ungemach

Hinter den Kulissen gärt es nach dem etwas merkwürdigen Indy 500 gleich an einigen Stellen ein wenig.

Zunächst brachte die kanadische Globe and Mail im Internet einen Artikel, in dem sie einen anonymen IndyCar-Fahrer mit der Vermutung zitierte, JR Hildbrand sei beim Indy 500 mit einem illegalen Auto unterwegs gewesen. (mehr dazu in den Newshappen) Mittlerweile wurde der Artikel von der Zeitung wieder gelöscht. Beweise gibt es für diese schwerwiegenden Vorwürfe freilich nicht. Das Thema ist aber deshalb keineswegs von Tisch, wie Nate Ryan für den Internetauftritt der USA Today berichtet.

Und als ob das nicht ungut genug wäre, hatte JR Hildebrand in der vergangenen Woche gleich nochmal kräftig Pech: Bei einem Sponsorevent verletzte sich der Amerikaner am Knie, und muss nun mit einer Schiene ins Rennen gehen. Gerüchte sprechen davon, dass er sich wohl das Krezband gerissen hat. Eine Operation dieser Verletzung wird auf lange Sicht wohl notwendig sein, im Interview mit Versus meinte Hildebrand aber, dass er das vielleicht erst nach dem Ende der Saison erledigen wird.

Neben Hidebrand schaffte es noch ein weiterer Pilot auf eher kontroversielle Weise ins Rampenlicht: Graham Rahal verlinkte auf seinem Twitter-Account die (mittlerweile gelöschte) Globe and Mail-Story über Hildebrands angeblich illegales Indy 500-Auto – und brach damit offenbar ein Tabu in der IndyCar Community. Aufgebrachte Twitter-Antworten waren die Folge. Im oben verlinkten USA-Today Artikel äußert sich Rahal zu dieser Causa. Er greift dabei Hildebrand nicht persönlich an – die Vorwürfe, Panther Racing könnte geschummelt haben, nimmt er aber nicht vom Tisch.

Das ist aber noch nicht alles: Im Interview mit Versus kritisierte Rahal dann auch noch sein eigenes Team. Das Auto sei im Qualifikationstrimm einfach zu langsam. Außerdem könne er nicht ganz verstehen, wieso sein Wagen zwei km/h langsamer sei, als jene der Teamkollegen Franchitti und Dixon. An sich eine berechtigte Frage – ob es beim Team allerdings gut ankommt, wenn man sie im TV-Interview statt bei internen Besprechungen aufbringt, ist dann aber wieder fraglich.

Schließlich gibt es noch Neuigkeiten zum Rennen in Motegi. Das soll trotz Erdbeben-Schäden an der Strecke zum geplanten Termin stattfinden – allerdings nicht auf dem Oval, sondern auf der Rundstrecke. Grund: Das Oval ist stärker beschädigt, und eine Reparatur würde zu viele Ressourcen von deutlich wichtigeren Wiederaufbau-Vorhaben in der Region abzweigen.

Dieser im Grunde eingängliche Umstand ist wiederum bei Danica Patrick auf wenig Verständnis gestoßen. Weil durch die Änderung nur noch sieben Ovalrennen im Kalender stehen (im vergleich zu zehn Rundstrecken), fürchtet sie, dass sich die Serien zu stark von ihren Oval-Wurzeln entfernt. Dass man in motegi nicht im Oval fahre, sei “enttäuschend“, so wie auch der gesamte Rennplan für 2011. Offene Kritik dieser Art ist im US-Sport eher selten – man darf also vermuten, dass Patrick damit ein konkretes Ziel verfolgt. Womöglich möchte sie den Kalender für 2012 in eine oval-lastigere Richtung bewegen – oder sich einfach eine praktische Ausrede für den Abschied in Richtung NASCAR zurechtlegen.

Im TV

Nach der eher mäßigen Leistung von ABC beim Indy 500 kommt in Texas wieder Versus zum Zug. Die Kommentatoren Bob Jenkins und Jon Beekhuis werden dabei von einem spezillen Gast unterstützt: Indy 500 Sieger Dan Wheldon saß bereits zum Qualifying mit in der Kabine, und wird auch beim Rennen als Experte fungieren. Die Übertragung beginnt laut Zeitplan um 1:30 CEST. Um etwas vom Rennen sehen zu können, wird auch diesmal wieder etwas Internet-Recherche nötig sein. Einen offziellen TV-Anbieter im deutschsprachigen Raum gibt es nicht.

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May 27 2011

06:49

Vorschau: Indy 500 Centennial

Nach einer spannenden Qualifikation mit einigen Überrschungen ist alles für ein spektakuläres Jubiläumsrennen bereit. Leider gibt es aber auch wieder etwas Ärger.

Das mit Abstand wichtigeste Rennen der IndyCar-Saison steht vor der Tür: Am Sonntag gegen 18 Uhr (CEST) wird IMS-Eignerin Mari Hulman George wieder den Command zum Starten der Motoren erteilen. Diesmal schwingt ganz besonders viel Tradition mit: Denn vor fast genau 100 Jahren, am 30. Mai 1911 fand das erste Indy 500 statt. (Das hundertste Rennen ist es trotzdem nicht – während der beiden Weltkriege mussten einige Läufe abgesagt werden.) Die Ergebnisse der Qualifikation versprechen zu diesem Anlass ein spannendes Rennen: Vorne sind einige Außenseiter dabei, und manch vermeintliche Favoriten starten von weit hinten im Feld. Für Gesprächsstoff sorgte allerdings eine etwas fragwürdige Entscheidung nach der Qualifikation.

Die Qualifikation

Es war vor allem der Pole Day, der diesmal voller Überraschungen steckte: Da war zunächst die verblüffende Stärke einiger Fahrer, die in der bisherigen Saison entweder nur im hinteren Teil des Feldes zu finden waren, oder heuer noch gar nicht in Erscheinung getreten sind.

Insbesondere gilt das für Polemann Alex Tagliani. Der Kanadier war zwar auch auf den Road Courses schon recht gut dabei, und hat sich auch im vergangenen Jahr im Indy 500-Qualifying recht achtbar geschlagen – dass er aber im Sam Schmidt-Wagen die Qualifikation gewinnen würde, das hätten wohl nur die wenigsten erwartet. In Punkto Rennpace muss man wohl abwarten – 2010 war er im Rennen nicht ganz so gut wie im Training.

Nicht ganz unerwartet, aber dennoch erstaunlich: Oriol Servia auf Rang 3. Die gute Oval-Performance von Newman-Haas überrascht nach dem Katastrophenjahr 2010. Man darf aber nicht vergessen, dass die Truppe schon einmal, Ende 2009, fast den Speed der großen zwei mitgehen konnte. James Hinchchliffes 13. Position beim ersten IndyCar Oval-Auftritt bestätigt die gute Pace des Autos. Ähnliches gilt für den viertplatzierten Townsend Bell (etwas kontroverserweise mit Greg Moores Startnummer 99 unterwegs), dessen vierte Position die Performance von Sam Schmidt Racing unterstreicht.

Dan Whelson (für Bryan Herta Autosport auf Rang sechs) zeigt, dass er eine volle Saison in der IndyCar verdient hätte; Gleichfalls die dahinter liegenden Oval-Spezialisten Buddy Rice und Ed Carpenter.

Ganz gut im Mittelfeld unterwegs: Die drei KV Racing-Wagen von Takuma Sato (10), EJ Viso (18) und Tony Kanaan (23). Ebenso Dreyer & Reinbold mit Davey Hamilton (15) und Justin Wilson (20). Beeindruckend die Leistung von Simona de Silvestro, die sich trotz schwerem Unfall und Verbrennungen an den Händen im Erstazauto auf Platz 24 qualifiziert hat.

Erstaunlich: Die Schwäche der beiden Top Teams. Mag schon sein, dass man bei Penske und Ganassi vielleicht etwas mehr in Richtung Rennsetup gearbeitet hat. Dass allerdings die beiden “echten” Ganassi Piloten fast beide Opfer eines Sprit-Rechenfehlers werden – das ist schon erstaunlich. Immerhin haben sich beide innerhalb der ersten neun platzieren können (Dixon: 2, Franchitti: 9). Ganz im Vergleich zum “Juniorteam” mit Kimball und Rahal, die sich beide ihren Platz am Grid erst am Bump Day gesichert haben.

Auch bei Penske lief es nicht viel besser: Lediglich Will Power hat es unter die ersten neun geschafft – sein fürnfter Platz ist vermutlich unter dem Ansprüchen des erfolgsverwöhnten Teams. Für Dreifach-Champion Helio Castroneves reichte es nur für Rang 16; Ryan Briscoe schaffte es nach einem Crash am Pole Day zunächst gar nicht, sich in die Ränge der Qualifizierten zu fahren – am Sonntag holte er dann Startplatz 26.

Das alles ist aber nichts nichts gegen das Desaster, dass das einstige Spitzenteam von Andretti Autosport erleben musste. Innerhalb der ersten 24 konnte sich am Pole Day allein John Andretti platzieren – auf Rang 17. Damit waren vor Beginn des Bump Day noch alle vier Stars (Danica Patrick, Marco Andretti, Ryan Hunter-Reay und Mike Conway) ohne Platz im wichtigsten Rennen des Jahres. Patrick und Andretti fuhren dann immerhin noch ins Feld (auf die Startpositionen 26 und 28), Conway und Hunter-Reay mussten draußen bleiben.

Die Kontroverse

Sollte man zumindest meinen. Denn im Laufe des Montag wurde klar, dass Ryan Hunter-Reay doch am Rennen teilnehmen würde. Möglich ist das, weil AJ Foyt den Startplatz von Bruno Junqueira an Andretti Autosport verkauft hat. Damit ist der Brasilianer trotz Qualifikation auf Rang 19 nicht im Rennen dabei. Und Hunter-Reay muss den Lauf von Startplatz 33 in Angriff nehmen.

Anlass für diesen Schritt war offenbar weniger der sportliche Ehrgeitz, als vielmehr das liebe Geld: AJ Foyt hatte Junqueira den Startplatz im Rennen quasi geschenkt – der Brasilianer selbst bringt keine Sponsoren mit ins Team. Das finanzielle Angebot von Andretti war für Foyt also umso attraktiver, als er nun unabhängig vom Resultat mit seinem Auto Geld verdient.

Für Andretti wiederum ging es darum, die Sponsoren von Hunter-Reay (SunDrop und die bewährten DTM-Förderer von DHL) im Rennen unterzubringen – möglicherweise war ein Auftritt beim Indy 500 Teil des Sponsorvertrages mit diesen Firmen.

Das Wagen wird jetzt mit einer Mischung aus den genannten Hunter-Reay-Sponsoren und jenen von AJ Foyt ins Rennen gehen, und Junqueiras (ehemalige) Startnummer 41 tragen. Noch nicht ganz klar ist, wer den Wagen technisch betreuen wird. Aktuelle Meldungen deuten aber darauf hin, dass auch das von AJ Foyt Enterprises erledigt wird.

Junqueira hat in ersten interviews recht besonnen auf die Aktion reagiert – für den Brasilianer kann das Ergebnis aber ganz sicher nicht erfreulich sein, zumal er ja um das Wiederaufleben seiner Karriere kämpft. Schon 2009 hatte er seinen Startplatz an Conquest Teamkollege Alex Tagliani abgeben müssen. Dass er den Speed für die Teilnahme am Rennen (oder auch an einer vollen Saison) nach wie vor hat, hat er bewiesen. Die Chance, das auch einer größeren Öffentlichkeit zu demonstrieren, bleibt ihm aber wieder verwehrt.

Das Rennen – Vorschau

Mit Vorhersagen muss man beim Indy 500 immer ganz besonders vorsichtig sein. Nicht nur, weil in einem 500 Meilen-Rennen ohnehin ziemlich viel passieren kann. Sondern auch deswegen, weil nach dem Qualifying noch unklar ist, wer vor allem am Speed auf vier Quali-Runden gearbeitet – und wer stattdessen an der Rennpace gefeilt hat.

Von der schwachen Performance bei Penske und Ganassi sollte man sich nicht beeindrucken lassen. Die beiden Spitzenteams haben für das Rennen ganz sicher noch den einen oder anderen Trumph in der Hand – das betrifft auch die zweite Garde rund um Rahal oder möglicherweise sogar Kimball.

Ein weiterer heißer Tipp ist, wie oben schon angedeutet, Newman-Haas. Vor allem dem Ovalfreund Oriol Servia ist durchaus zuzutrauen, dass er auch an der Spitze des Feldes mithalten kann.

Wo sehen?

Wie schon in den vergangenen Jahren hat sich auch heuer kein Sender im deutschen Sprachraum gefunden, der den Lauf überträgt – anders als etwa im benachbarten Ausland, wo etwa sky UK, sky Italia und Motors TV Frankreich das Rennen zeigen. Wie auch immer: Man wird sich wohl auch diesmal wieder in den Weiten des Internets auf die Suche nach einem Stream begeben müssen, wenn man den Lauf live verfolgen will. Los geht die Übertragung in den USA um 12Uhr ET (also 18Uhr CEST) auf ABC. Außerdem angeblich in Internet auf ESPN3.com – die Homepage des Senders bietet allerdings keine Bestätigung für diese in manchen Foren kursierende Information. Zum Einstimmen zeigt Versus schon am heutigen Freitag um 17 Uhr CEST live das “Firestone Freedom 100″ – das Rennen der Indy Lights.

March 24 2011

06:24

IndyCar Series: Saisonstart in St. Petersburg

Eine teils chaotische, teils erfreuliche Off-Season geht endlich zu Ende – am Sonntagabend kehrt die IndyCar Series zurück auf die Strecke. Das dürfte spannend werden, denn seit dem Finale 2010 hat sich einiges getan.

Eine stille Winterpause sieht anders aus: Die IndyCar Series bedachte seit der Meisterschaftsentscheidung in Homestead Fans und Medien mit einem steten Fluss an Neuigkeiten, wie das sonst sogar während der laufenden Saison ungewöhnlich ist. CEO Randy Bernard hat bewiesen, dass er weiß, wie man mit der zuletzt eher unscheinbaren Monoposto-Serie Aufsehen erregt. Ob seine Ideen auch auf der Rennstrecke funktionieren, das muss sich allerdings noch beweisen. Immerhin: Zum Saisonstart stehen 25 Fahrer bereit, die meisten davon werden wohl das ganze Jahr lang dabei sein. Ein paar alte Stars haben es in die Serie zurückgeschafft, wenn auch zum Teil in letzter Minute. Zusammen mit einigen interessanten Rookies bescheren sie der IndyCar Series das wahrscheinlich stärkste Starterfeld seit CART-Zeiten.

Spannende Zeiten also auch für Fans, daher eine kurze Zusammenfassung der Meldungen aus dem Winter – für alle, die in der Off-Season nicht ganz so aktiv waren wie Randy Bernard. Eine Vorschau auf das Rennen in St. Petersburg folgt dann weiter unten.

Neue Hersteller

Auch, wenn sich die Nachricht eher auf die kommende Saison bezieht, als auf die aktuelle: Die wichtigste Meldung des Winters war wohl die Rückkehr von Chevrolet in die IndyCar Series. Der US-Hersteller wird dabei 2012 nicht nur Motoren liefern, sondern auch selbst eines jener Aero-Kits anbieten, mit denen die Teams das Standard-Chassis von Dallara erweitern können. Gleiches hat auch Lotus angekündigt, die ab kommendem Jahr als dritter Hersteller in der Serie aktiv sein werden. Richtig gelesen: Der in malaysischer Hand befindliche Sportwagenhersteller hat angekündigt, nicht nur ein Aero-Kit zu liefern, sondern auch einen Motor. Woher der kommen soll, wurde bisher allerdings nicht enthüllt. Als vierter Hersteller könnte auch noch das französische ORECA-Team dazukommen. Dort will man sich allerdings mit der Fertigung von Aero-Kits bescheiden.

Teams und Fahrer 2011

Gleich vorneweg eine kurze Entschuldigung: Die IndyCar Serie bietet leider zur Stunde noch keine Fotos aus St. Petersburg an. Bei den Bildern unten handelt es sich daher um Aufnahmen vom Test am Barber Motorsports Park in der vergangenen Woche. Dort waren leider nicht alle Teams und Piloten anwesend, von manchen gibt es also leider keine Bilder. Auch bei den Lackierungen könnte es also noch Änderungen geben. Die IndyCar Serie veröffentlicht normalerweise vor Rennstart einen Spotter’s Guide auf indycar.com. Den werde ich nachreichen, sobald bzw. sofern er verfügbar wird.

Penske

Die Mannschaft unter der Leitung von “Captain” Roger Penske wird wohl auch 2011 zu den Favoriten im Starterfeld zählen. Das haben auch die Ergebnisse der Testfahrten in Alabama noch einmal unterstrichen. Bei den Piloten hat sich nichts verändert, auch in diesem Jahr greifen Helio Castroneves, Will Power und Ryan Briscoe ins Lenkrad. Abseits der Ovale ist wohl Power der schnellste aus diesem Dreiergespann, als besserer Allrounder könnte sich aber einmal mehr Castroneves erweisen. Ryan Briscoe hat in der vergangenen Saison nicht so wirklich überzeugt, und wird in diesem Jahr etwas kräftiger aus Gaspedal treten müssen, wenn er sich die Gunst des Captains erhalten will.

Ganassi

Das zweite Top-Team der IndyCar Series hat sich über den Winter verdoppelt. Neben dem bisherigen Fahrergespann Dario Franchitti und Scott Dixon (die wieder in den klassischen, links abgebildeten Target-Farben starten), treten 2011 auch Graham Rahal und Charlie Kimball für Ganassi an, die jeweils von anderen Sponsoren unterstützt werden. Weil Target aber keine Konkurrenz im gleichen Team wollte, musste man bei Ganassi zu einem etwas ungewöhnlichen Trick greifen – und einfach ein zweites Team eröffnen. Offiziell wird man zwar nicht müde, die Unabhängigkeit der beiden Teams voneinander zu betonen. Inoffiziell darf man aber wohl schon davon ausgehen, dass sich die Verantwortlichen der beiden Teams gelegentlich mal über den Wag laufen werden. Und dabei wohl nicht nur über Baseball reden. Bei den Test hatte man noch ein paar Probleme, bei den Rennen darf man aber auch in diesem Jahr die Mannschaft vorne erwarten. Fahrerisch sind von Franchitti und Dixon wohl auch in dieser Saison wieder konstant gute bis sehr gute Ergebnisse zu erwarten. Auch Rahal hat in der Vergangenheit (vor allem 2009 bei Newman/Haas) schon Talent bewiesen. Inwieweit auch Charlie Kimball mithalten kann, muss sich noch weisen.

Andretti Autosport

Einige Überraschungen bot über den Winter die traditionell dritte Kraft der IndyCar Series. Erst wurde Tony Kanaan freigestellt (und ihm “erlaubt, mit anderen Teams zu verhandeln”) – vermutlich deshalb, weil man sich sein hohes Gehalt nicht mehr leisten konnte. Und dann tritt man 2011 doch wieder mit vier Fahrern an: Marco Andretti und Danica Patrick waren ohnehin schon gesetzt, Ryan Hunter-Reay konnte auch genügend Sponsoren auftreiben, um sich im Team zu halten. Keiner der drei hat bisher das Talent gezeigt, konstant um Siege oder gar Meisterschaften mitzufahren. Aber: Alle sind solide Piloten, und auf ihre Art wichtig für die Serie. Erstaunlich ist dagegen die Verpflichtung des beim Indy 500 schwer verunglückten (aber mittlerweile wohl wieder genesenen) Mike Conway. Der Brite hat zwar in diversen Juniorserien gute Leistungen gezeigt, in der IndyCar Series konnte er allerdings bislang (außer beim schicksalsvollen Indy 500) nicht wirklich überzeugen. Und seit seinem Unfall fehlt ihm überhaupt jegliche Erfahrung im Auto. Ein erfolgreiches Comeback wäre ihm zu vergönnen – bis es soweit ist, muss man aber vermutlich noch ein paar Rennen Geduld haben. Abzuwarten bleibt außerdem, ob es das Team nach einer sehr mäßigen Saison 2010 wieder schafft, an alte Stärken anzuknüpfen.

KV Racing

Mit drei Piloten geht das Team von Kevin Kalkhoven und Jimmy Vasser an den Start. Zur bisherigen Stammmanschaft mit EJ Viso und Takuma Sato ist in letzter Sekunde noch ein weiterer großer Name gestoßen. Der bei Andretti entlassene Tony Kanaan hat es am Wochenende vor dem Saisonstart geschafft, ausreichend Sponsoren für eine volle Saison im Teams zu sammeln. Das könnte sich für beide als gutes Geschäft erweisen: KV wird von der Erfahrung des Tony Kanaan (vor allem in Fragen der Abstimmung) gewiss profitieren, der Brasilianer bekommt von KV Racing ein in seinem Speed womöglich unterschätztes Autos zu Verfügung gestellt. Das mag zwar in dieser Saison noch nicht für Siege reichen – wenn Sato und Viso aber ihr Temperament diesmal etwas öfter in Zaum halten können, als im vergangenen Jahr, dann könnte das Team durchaus einen Sprung nach vorne machen.

Dreyer & Reinbold

Ein weiteres Team aus dem Bereich “solides Mittelfeld”, das sich 2011 nach oben entwicklen könnte. Justin Wilson ist ein Pilot, der gewiss immer wieder einmal für eine Überraschung gut ist – ganz besonders auf den Rundkursen. Außerdem hat man sich mit Ana Beatriz verstärkt. Die Brasilianerin bringt einige Sponsoren an Bord, und konnte auch bei ihren Einsätzen in der vergangenen Saison durchaus Potenzial beweisen. Sie könnte sich also als gute Mischung aus Pay-Driver und solider Pilotin herausstellen. Beim Indy 500 wird außerdem Haudegen Paul Tracy für Dreyer & Reinbold an den Start gehen. Weitere Einsätze sind in Planung, aber bisher nicht fix. Beim Saisonstart ist der Kanadier jedenfalls nicht dabei.

Dale Coyne Racing

Eine faustdicke Überraschung gibt es beim ewig unterfinanzierten Traditionsteam: Champ-Car Dominator (und Toro-Rosso Mittelfeldpilot) Sebastian Bourdais kehrt in den US-Rennsport zurück. Allerdings nicht für die ganze Saison: Der Franzose wird aus Sponsormangel und wegen Terminkollisionen mit seinen Sportwagen-Projekten bei den Oval-Rennen nicht antreten. Dass Bourdais mit den amerikanischen Open Wheelern und hemdsärmeligen Stadt- und Rundkursen gut zurecht kommt, hat er bewiesen. Unklar ist dagegen, ob die Autos von Dale Coyne gut genug sind, um ein ernsthafter Kandidat auf die Mario Andretti Rundstrecken-Trophy zu sein. Ebenfalls unerwartet ist der zweiten Pilot: James Jakes, bisher bekannt aus GP2 und GP3 hat wohl einen zahlungskräftigen Sponsor gefunden, und wird die gesamte Saison mit dabei sein.

Newman/Haas Racing

In 50%-Stärke startet die Mannschaft von Newman/Haas in St. Petersburg in die Saison. Ursprünglich hatte man gehofft, Oriol Servia und James Hinchcliffe zu verpflichten – schließlich hat es aber nur Servia geschafft, die nötigen Sponsorgelder aufzutreiben. Das ist schade, denn beim Test in Alabama waren beide sehr gut unterwegs. Hinchcliffe hofft nun, bis zu einem der kommenden Rennen ausreichend Gelder zu finden, um doch noch in die Serie einsteigen zu können. Immerhin hat Newman/Haas mit Oriol Servia aber einen erfahrenen und meist schnellen Piloten verpflichtet, mit dem man hoffen kann, das Abschneiden vom vergangenen Jahr (als der Pilot Hideki Mutoh hieß) vergessen zu machen.

Der Rest

Fans von Simona de Silvestro dürfen sich auch in dieser Saison auf ein dauerhaftes Antreten der Schweizerin freuen. Einziger Wehrmutstropfen: Ihr Sponsor, “Nuclear Clean Air Energy”, ein Projekt, das für “sauberen” Atomstrom werben soll, dürfte sich momentan nicht an der Spitze seiner Popularität befinden. Alex Tagliani und das FAZZT-Team sind auch wieder mit dabei – allerdings nach Kauf durch Sam Schmidt unter dem Namen von dessen Team “Sam Schmidt Motorsports”. Sebastian Saavedra wird die gesamte Saison bei Conquest Racing bestreiten, Raphael Matos hat in letzter Minute einen Deal mit dem neuen AFS Racing zustande gebracht. Vitor Meira bleibt bei Foyt. Und JR Hildebrand bei Panther Racing vervollständigt ein starkes und wieder etwas US-lastigeres IndyCar Feld. Sarah Fisher Racing wollte eigentlich die gesamte Saison mit Ed Carpenter bestreiten, musste sich nach einen Crash beim Testen aber für dieses Wochenende zurückziehen. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft bald wieder dabei sein kann.

Nicht dabei sind beim Saisonstart der schon erwähnte Paul Tracy – und Dan Wheldon, der sich im Streit von Panther Racing getrennt hat. Der Brite scheint bei der Suche nach einem neuen Cockpit keine große Eile an den Tag zu legen, und wird nach eigener Aussage nur dann wieder in die Serie einsteigen, wenn er ein Angebot von einem konkurrenzfähigen Team bekommt.

Der Kalender

Nach dem Saisonstart am kommenden Wochenende geht es im Zwei-Wochen Takt mit Rennen am Barber Motorsports Park, in Long Beach und dem Brasilien-Lauf in Sao Paulo weiter.

Ohne vorheriger Übung auf einem Oval beginnt dann der Monat Mai, und damit die Vorbereitung auf das Indy 500 am 29.5.

Zwei Wochen später gibt es die erste Kalender-Neuerung – und die ist durchaus als Experiment zu bezeichnen. In Texas wird es nämlich zwei Rennen geben, die am selben Tag stattfinden werden. Die Punkte dafür werden ganz einfach geteilt, die Startaufstellung für das zweite Rennen wird ausgelost. Das kann spektakuläres Rennen geben – aber auch ebenso spektakulär in die Hose gehen. Es ist sicher nicht schlecht, frischen Wind in die Serie zu bringen. Ob man das aber unbedingt auf die High-Speed Oval in Texas machen muss, ist eine andere Frage.

Nur eine Woche danach feiert Milwaukee die Rückkehr in den IndyCar Kalender – ein Ort der Tradition aber auch der kleineren Geschwindigkeiten und nicht immer wahnsinnig spannenden Rennen. Danach folgt Iowa, bevor es im Rahmen der Kanada-Tournee wieder auf die Rundkurse geht. Zuerst startet die Serie in Toronto, zwei Wochen später auf dem völlig umgebauten Flugplatzkurs in Edmonton.

Wieder zurück in den USA folgt der Klassiker von Mid-Ohio. Dann steht wieder eine “Premiere” auf dem Programm: Das erste größere Open-Wheel-Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon seit mehreren Jahren. Besonderheit: Damit die Teams nicht umbauen müssen, wird auch dort in Road-Konfiguration fahren.

Es folgt eine weitere Premiere: Das erste Rennen auf dem neuen Stadtkurs in Baltimore. Dort hatte man wohl über den Winter finanzielle Anlaufschwierigkeiten. Nach aktuellem Stand wird die Strecke aber rechtzeitig fertig.

Für die letzten drei Rennen der Saison folgen dann wieder Ovale. Zunächst plant man, in Motegi zum vorerst letzten Japan-Auftritt der Serie anzutreten. Dass man dort ab 2012 nicht mehr antreten wird, haben INDYCAR und Motegi-Betreiber schon vor einiger Zeit bekannt gegeben. Ob man sich nach Erbeben und Tsunami heuer wirklich noch einmal auf die Reise macht, darüber gibt es im Moment noch keinen Beschluss.

Als vorletztes Rennen der Saison steht Kentucky auf dem Programm, wo es in letzter Zeit immer spannende Rad-an-Rad Duelle gegeben hat.

Schließlich folgt das Finale am baulich recht ähnlichen Oval in Las Vegas, für das sich Randy Bernard allerdings einen besondere Dreh einfallen hat lassen: Bei der Veranstaltung mit dem bescheidenen Titel “IndyCar World Championship” werden neben den regulären IndyCar Piloten noch fünf weitere Fahrer aus anderen Serien antreten. Sollte einer dieser fünf das Rennen gewinnen, winkt ein Preisgeld in der Höhe von 5 Millionen Dollar. Im Sommer soll ein Komitee entscheiden, welche Fahrer antreten dürfen. Bis dahin gibt es nur Spekulationen – etwa um den ehemaligen F1 und CART Piloten Mark Blundell, den Motocross Star James Stewart oder möglicherweise sogar Alex Zanardi.

Neue Regeln

Mit dem Ziel, eine bessere Show zu liefern, wurden in der Winterpause außerdem einige neue Regeln beschlossen: Commitment Cone, Double-File Restart, Einführung einer “Lucky Dog”-ähnlichen Regel, eine Höchst-Teilnehmerzahl von 26 Autos.

Oder auch nicht: Denn nach heftigen Beschwerden zahlreicher Fans wurden “Lucky Dog” und das 26-Starter Limit wieder gestrichen. Ausnahme: Auf Kursen, in denen die Pitlane nicht lang genug ist, etwa in Mid Ohio, wird es weiterhin eine Beschränkung des Startfeldes geben.

Geblieben ist die neue Regelung für Restarts: Die werden ab sofort in Double File absolviert. Außerdem wird die grüne Flagge deutlich später fallen als bisher. Die Autos werden also beim Überqueren der Zielflagge wieder näher beieinander liegen. Das sieht spektakulärer aus, ist bei den Teambesitzern aber nicht besonders beliebt, weil es auch zu einer Häufung an teurem Schrott führen könnte.

Vorschau: St. Petersburg

Wie das ganze in der Praxis funktioniert, werden wir am Wochenende in St. Petersburg sehen. Die IndyCar Series gastiert dort schon zum siebten, zählt man ein Champ Car Rennen 2003 dazu sogar schon zum achten Mal. Der Kurs liegt einigermaßen pittoresk in der 250.000 Einwohner-Stadt am Golf von Mexiko. Die Kursführung ist aber leider auch ziemlich eng. Die Rennen sind daher nicht immer wahnsinnig spannend. Mit etwas Glück und ein bisschen Regen wird das ganze allerdings schon wieder interessanter – so etwa 2008, als Graham Rahal das zweite Rennen nach der Wiedervereinigung von IRL und Champ Car Series gewann. Im vergangenen Jahr war es dann doch etwas zu viel des Guten, so dass der Lauf wegen Überflutungen auf den Montag verschoben werden musste. Gewonnen hat dann Will Power – der vierte Penske-Sieg in sechs Jahren. Heuer soll es aktuellen Wetterberichten zufolge trocken bleiben.

Zum Kurs selbst: Nach der Start/Zielgerade, die über eine für das Rennen stillgelegte Landebahn führt, geht es in eine recht enge Rechtskurve, wo in der Vergangenheit die meisten Überholmanöver stattgefunden haben. Es folgt eine kürzere Gerade, an deren Ende eine 90 Grad-Kurve auf die Fahrer wartet. Überholversuche gibt es dort immer wieder, gelungene Überholmanöver eher selten. Gelbphasen dafür wieder ziemlich häufig. Nach einem kurzen, ziemlich eckigen Intermezzo geht es entlang der Promenade in zwei schnelle Linkskurven und eine schnelle Schikane. Diese Passage ist landschaftlich besonders schön am Meeresufer gelegen – merkwürdig, dass dort nie Kameras postiert sind, die das entsprechend einfangen. Überholmanöver sind dort nicht zu empfehlen, und Fehler auch nicht – denn die Wand ist ziemlich nah. Über eine langgezogene, mittelschnelle Kehre geht es dann wieder zurück auf Start und Ziel. Wer sich hier einen Fehler erlaubt, läuft Gefahr, überholt zu werden. Die Versuchung für hinterherfahrende Piloten, beim Vordermann in NASCAR-Manier “anzuklopfen” scheint ziemlich groß zu sein. Helio Castroneves hat das am Ende einer SC-Phase vor ein paar Jahren mit Scott Dixon erfolgreich praktiziert. Ein aktuelles Onboard-Video hat die IndyCar Series zwar noch nicht veröffentlicht. Die Kursführung hat sich aber seit 2009 meines Wissens nach nicht verändert, so dass ich hier einfach die Onboard-Vorschau vom letzten Jahr, begleitet von Ryan Briscoe, poste.

Leider auch neu: Kein Stream

Alles in allem also gute Voraussetzungen für eine spannende Saison. Für Fans im deutschen Sprachraum hat die Sache aber leider einen Haken: Die Serie wird auch heuer (nach derzeitigem Stand) auf keinem Sender übertragen. Und auch den offiziellen Internet-Stream, der zwar nicht besonders gut, 2010 aber trotzdem oft die einzige Rettung war, gibt es auf Geheiß des amerikanischen Rechteinhabers Comcast/NBC (den neuen Versus-Besitzern) heuer nicht mehr.

Für die USA ist das verständlich, denn die INDYCAR hatte offenbar nie die Rechte, ihre Rennen im Internet zu streamen. Versus hat das wohl bisher trotz schlechter Quoten geduldet. Weil aber die Fans offenbar immer in der Werbeunterbrechung den Stream angeschalten haben, hat man diese Praxis nun beendet.

Weniger verständlich ist dagegen, wieso man auch die Trainings und die nicht im TV übertragenen Qualifying-Sessions mehr zeigen will. Und völlig unverständlich ist, wieso man nicht gegen Gebühr einen Stream des von ESPN produzierten internationalen Feeds der Serie in jenen Ländern anbietet, wo die Rechte für die IndyCar Serie nicht verkauft wurden. Leider ist man im Moment derartig auf den Aufbau einer amerikanischen Fanbase konzentriert, dass man es noch nicht mal geschafft hat, eine Liste der internationalen Broadcaster auf die Homepage zu stellen. Stattdessen gibt es dort noch immer jene vom vergangenen Jahr. Wird man sich also wieder in den Untiefen des Internets umsehen müssen, wenn man das Rennen trotzdem sehen will.

27.03.2011 LIVE 18:30 Uhr IndyCar Series St. Petersburg ABC LIVEx 23:00 Uhrx Asian F BMWxxx Bud Shootout Practicex sky sport2x

December 01 2010

06:57

Ferner liefen: Die Newshappen

# Die FIA hat die Formel 1-Nennliste für 2011 veröffentlicht. Große Überraschungen sucht man vergebens, einiges sticht aber doch ins Auge: Das Team von Tony Fernandes ist als “Team Lotus” aufgeführt – ob die Verhandlungen über den Namen aber von Erfolg gekrönt waren, oder ob Fernandes es einfach drauf ankommen lässt, ist daraus nicht zu erschließen.  Renault nennt sich weiterhin “Renault”, Sauber heißt jetzt nicht mehr “BMW”, dafür ist Virgin offiziell als “Marussia Virgin Racing” eingetragen. Als Lotus-Fahrer sind Jarno Trulli und Heikki Kovalainen laut Meldeliste bestätigt. Je ein freies Cockpit gibt es dagegen noch bei Renault und bei Williams. Etwas überraschend sind bei einigen Teams noch beide Autos unbesetzt: Force India, wo Adrian Sutil lange als gesetzt galt; Toro Rosso, wo ebenfalls beide Piloten einigermaßen sicher erschienen – und Virgin, wo Timo Glock im Grunde noch unter Vertrag stehen sollte. Bei HRT sind ebenfalls noch beide Cockpits zu haben. Vorsicht

# Heikki Kovalainen und seine Freundin Catherine Hyde haben sich beim Crash im Rahmen des Race of Champions in Düsseldorf doch etwas schwerer verletzt, als vermutet. Kovalainen selbst hat sich eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen, und muss “als Vorsichtsmaßnahme” einige Tage das Bett hüten. Gleiches gilt für Hyde, die sich Ermüdungsbrüche im Becken und der Hüfte sowie eine Verletzung der Beinmuskulatur zugezogen hat. Vorsicht

# Bernie Ecclestone könnte drauf und dran sein, dem British Racing Driver’s Club die Kontrolle über die Rennstrecke von Silverstone abzuluchsen. Laut einem Bericht von pitpass.com sieht die finanzielle Situation der Strecke alles andere als rosig aus, nachdem sich die Umbauten an der Strecke als wesentlich teurer herausgestellt hatten, als geplant. Demnach suchen die Betreiber ziemlich angestrengt nach einem Retter, der die angeblich fehlenden Gelder in Höhe von immerhin 70 Mio. GBP aufbringt – und könnten schließlich gezwungen sein, Bernie Ecclestone als “weißen Ritter” zu akzeptieren. Ja, genau: Den selben Bernie Ecclestone, der jahrelang von den Streckenbetreibern verlangt hat, Umbauten durchzuführen, die sich diese nicht leisten konnten. Vorsicht

# Mikhail Aleshin hat sich in einem Interview äußerst positiv über seine Aussichten für 2011 gezeigt. Angeblich sei die Frage seiner Formel 1-Teilnahme bereits “gelöst”, eine Verlautbarung soll unmittelbar bevorstehen. Wo der WSbR-Champion starten soll, ist noch nicht bekannt – in Frage kommt wohl vor allem das vom russischen Sportwagenhersteller Marussia unterstützte Virgin-Team. Aber auch ein Cockpit bei Force India, HRT oder gar Renault scheint denkbar. Vorsicht

# Bei Force India könnte aber auch Nico Hülkenberg unterkommen. Das berichtet zumindest die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf einen gewissen Timo Gans, der im Management-Team des jungen Deutschen arbeitet. Zuvor hatten sich demnach Chancen auf einen Platz im Team von Toro Rosso zerschlagen. Vorsicht

# Schon wieder eine Woche mit zahlreichen Indycar-Neuigkeiten:
Ed Carpenter wird Sarah Fisher ersetzen, welche in die Leitung ihres Teams wechseln wird und vermutlich nicht mal mehr zum 500 ins Volant greifen wird. Geplant sind neun Rennen, wobei natürlich die Ovale im Vordergrund stehen werden und man auf den Rundkursen eher am Ende des Feldes sein wird. Flo aus N
- Das Rennen in Edmonton könnte nun doch gerettet sein – und womöglich im kommenden Jahr mit einer interessanteren Streckenführung überraschen. Der Stadtrat hat vergangene Woche einem Plan zugestimmt, zusätzliche 3 Mio. kanadische Dollar für Umbauten am Kurs bereitzustellen. Ursprünglich waren die Pläne für den Lauf ja deswegen ins Trudeln geraten, weil die Rennstrecke wegen des regen Flugaufkommens auf dem internationalen Flughafen auf einen stillgelegten Teil der Landebahn ausweichen muss – aber weder Promotor Octane noch die Stadt bereit waren, dafür zu bezahlen. Eine Bestätigung der Rückkehr seitens offizieller Indycar-Stellen steht noch aus. Vorsicht
- Dafür sind vergangene Woche Gerüchte aufgetaucht, wonach es ab 2012 einen zweiten Indycar-Lauf in Brasilien geben könnte. Das nach der südamerikanischen Freihandelszone “GP Mercosur de Indycar” getaufte Rennen würde demnach in Porto Alegre stattfinden – einer Stadt im Süden von Brasilien, in der Nähe von Uruguay und Argentinien. Dementsprechend wäre es auch das Ziel, diese beiden Länder bei der Ausrichtung mit an Bord zu nehmen. Vorsicht
- Und dann gibt es noch eine kleine Meldung aus der Kategorie “mysteriös”: Dienstagabend tauchten in mehreren Twitter-Feeds Meldungen auf, wonach der kanadische Indy Lights-Pilot James Hinchcliffe Mitte Dezember für Newman-Haas testen solle. Der in den Meldungen angegebene Link ist allerdings nicht aufrufbar – und auch sonst ist im Internet nichts dazu zu finden. Ob an der Meldung also was dran ist? Abwarten… Vorsicht

#Int. GT Open: In der nächsten Saison wird man an 8 Wochenenden Rennen fahren. Saisonstart ist am 1. Mai in Imola, das Finale findet am 30. Oktober in Barcelona statt. Ansonsten wird die Serie unter anderem in Monza, Magny Cours, Spa, Brands Hatch und am Nürburgring am Start sein. Neu dabei ist außerdem ein Termin am österreichischen Red Bull Ring. Die F3 Open wird bei den meisten Rennen wieder als Support unterwegs sein, hat aber auch ein paar Standalone-Termine in Spanien.

1. Mai: Imola (GT)
15. Mai: Magny-Cours (GT & F3)
17. April: Valencia (F3)
26. Juni: Spa (GT & F3)
3. Juli: Nürburgring (GT & F3)
24. Juli: Brands Hatch GP Kurs (GT & F3)
28. August: Red Bull Ring (GT)
2. Oktober: Monza (GT & F3)
16. Oktober: Jerez (F3)
30.Oktober: Barcelona (GT & F3)
Flo aus N & Vorsicht

#LMS: Der ACO hat das Programm für die LMS vorgestellt (Achtung, .pdf). Leider ist wieder kein Lauf in Deutschland dabei, dafür fährt man in Imola, welches den Hungaroring ersetzen wird. Finale ist in Portimao geplant, wobei 1 Woche später des Petit Le Mans ansteht und man daher davon ausgehen kann, dass sich hier noch was tun wird. Die Distanz wurde von 1000 km auf 6h geändert, um den TV-Sendern entgegen kommen zu können.

11.&12. März: Testfahrten Paul Ricard
3. April: Paul Ricard
8. Mai: Spa
3. Juli: Imola
11. September: Silverstone
25. September: Portimao
Flo aus N

# Außerdem wurde auch ein überarbeiteter Kalender für den ILMC bekannt: Insgesamt wird es sieben Rennen geben, Das Petit Le Mans wird Teil der Serie sein, außerdem auch, etwas überraschend,  die 6 Stunden von Imola. Als Saisonabschluss wird ein 6-Stunden-Rennen in China fungieren, wo genau sich die sicher hervorragend präparierte Strecke dafür befinden wird, ist derzeit noch unbekannt.

19. März: 12h Sebring
8. Mai: 6h Spa
11.&12. Juni: 24h LeMans
3. Juli: 6h Imola
11. September: 6h Silverstone
1. Oktober: Petit LeMans (12h, Road Atlanta)
12. November: 6h China (Strecke noch unbekannt)
Vorsicht

September 06 2010

16:44

Kentucky Indy 300: Helio-Man Returns

Nicht dauerndes Rad-an-Rad, aber viele schöne Zweikämpfe: Zum 200. Rennjumbiläum haben sich die Indycars in Kentucky auf klassische Oval-Kost besonnen. Gut so!

Am Ende war es mal wieder gut, dass US-Ovale mittlerweile in stabile Zäune investieren – wie in seinen besten Jugendzeiten ließ sich Helio Castroneves von den Fans für seinen zweiten Saisonsieg feiern. Das ganze Penske-Team dürfte allerdings nicht in Jubelstimmung verfallen sein: Denn erstens wird manchnen aufgefallen sein, dass Castroneves seinen Sieg im Grunde einem Fehler seiner Mannschaft verdankt. Zweitens konnte Will Power trotz guter Vorstellung wieder nur den enttäuschenden achten Rang einfahren. Immerhin schaffte es Dario Franchitti auch nur auf Platz fünf – damit ist die Meisterschaft auch zwei Rennen vor Schluss immer noch völlig offen.


Der Dank dafür gebührt vor allem der starken Vorstellung von Panther Racing: Schon am Freitag hatte Ed Carpenter mit der Pole Position überrascht, am Samstag fuhr er dann zum zweiten Mal in Folge in Kentucky auf Rang zwei. Direkt dahinter vervollständigte Dan Wheldon das großartige Mannschaftsergebnis. Und hätte Penske nicht den angesprochenen Fehler gemacht, hätten die beiden durchaus auch gewinnen können.

So waren sie allerdings chancenlos. Weil Helio Castroneves nämlich nach einem verpatzten Boxenstopp den Eindruck hatte, dass ein Rad locker sei, fuhr er unter Gelb noch einmal in die Box – und war somit out of sequence. Und genau das sollte sich am Ende als versteckter Segen erweisen. Denn als alle andern ein paar Runden vor Schluss noch zum “Splash & Dash”-Stop gen Box abtauchten, konnte Helio draußen bleiben. Und gewann schließlich mit 13 Sekunden Vorsprung.

Ein Abstand, der den falschen Eindruck vom Rennen vermittelt: Denn über 195 der 200 Runden gab es im gesamten Feld immer wieder spannende Positionskämpfe. Anders, als noch in Chicago bleib der Pulk allerings nicht im halsbrecherischen Zentimeter-Abstand. Stattdessen zog sich das Feld immer wieder etwas auseinander, die Duelle fanden oft in Zweier- und Dreiergruppen statt. Das mag für etwas weniger Nervenkitzel sorgen – vernünftigerweise muss man aber anerkennen, dass es sich die Indycar unter einem Sicherheits-Gesichtspunkt eigentlich nicht leisten kann, oft so zu fahren, wie in Chicago. Denn so spannend das auch sein mag: Es ist nicht auszudenken, was passieren würde, sollte bei so einem Lauf mal wirklich ein Auto in Richtung Tribüne abheben.

Aber auch in Kentucky gab es ein paar haarige Momente. Vor allem Simona de Silvestros frontaler Einschlag in die Infield-Leitplanke nach der Kollision mit Meira und Briscoe war nicht schön anzusehen – gut, dass die Schweizerin dabei unverletzt bleibt.

Ein unschönes Wochenende erwischte auch einmal mehr Takuma Sato, der sich direkt nach dem Start recht unsanft in Richtung Außenwand verabschiedete. Ich bleibe nach wie vor überzeugt, dass der Japaner das besser kann. Aber wenn der Knoten nicht sehr bald platzt – idealerweise beim Honda-Heimrennen in zwei Wochen – wird er wohl im kommenden Jahr vor ziemlich schwierigen Vertragsverhandlungen mit KV-Racing und Lotus stehen.

Ein gutes Rennen erwischte dagegen einmal mehr die Mannschaft von Andretti Autosport: Tony Kanaan auf Platz vier, Marco Andretti auch sechs und Danica Patrick auf neun lieferten ordentliche Leitungen ab. Etwas auf der Reihe fällt leider Ryan Hunter-Reay, der seinen Wagen in Runde 174 abstellen musste. Verblüffend: Just seitdem klar ist, dass er die ganze Saison fahren darf, bringt der Texaner keine Resultate mehr auf die Reihe.

Nicht so schön sind auch ein paar Gerüchte, durch den Paddock schwirren: Demnach soll Andretti Autosport in Chicagoland  mit regelwirdigem Flügelwerk erwischt worden sein. Strafen wurden nicht ausgesprochen, und die IRL schweigt dazu. Dass sich die Teamverantwortlichen nicht durchringen konnten, zu dementieren, sondern stattdessen keinen Kommentar zur Causa abgaben, legt nahe, dass vielleicht ein Körnchen Wahrheit hinter der Geschichte steht. Oder, dass man die Anglegeheit für so lächerlich hält, dass man sie lieber keines Kommentares würdigt.

Andere Gerüchte sind erfreulicher: Die Serie soll nämlich nach langen Gesprächen doch vor einem Vertragsabschluss mit dem Las Vegas Motor Speedway über die Austragung des Saisonfinales stehen. Bis Freitag wird es wohl Klarheit geben, dann soll nämlich der lange erwartete Kalender für die kommende Saison veröffentlicht werden. Schon bekannt: Auch 2011 wird es wieder 17 Rennen geben – das hat der derzeit zu Gesprächen in Europa weilende Serien-CEO Randy Bernard bereits bestätigt.

Zum Schluss noch ein Blick auf die Meisterschaft: Will Power (552 Punkte) hat trotz anhaltendem Pech immer noch 17 Zähler Vorsprung auf Dario Franchitti (535). Ein Rechenbeispiel: Sollte er bei den kommenden Rennen mit der gleichen Rate Punkte verlieren, gewinnt er die Meisterschaft mit fünf Punkten Vorsprung. Für einen Sieg von Scott Dixon (469) würde es schon ein mittleres Wunder brauchen, Helio Castroneves (418) ist, wenn ich mich nicht verrechnet habe, bereits chancenlos.

In der “AJ Foyt Trophy” führt ein Rennen vor Schluss Dario Franchitti (228) 27 Zähler vor Scott Dixon und 29 vor Helio Castroneves. Bereits ein 16.Rang in Motegi würde Franchitti zum sicheren Gewinn reichen.

Ob er das auch wirklich schafft, werden Schlafrhythmus-Samurai, Nespresso-Werbeträger und die berühmten “echten Fans” in knapp zwei Wochen, am Sonntag, 19.9., ab 5 Uhr Früh erfahren.

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