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July 27 2010

08:15

NASCAR: Analyse Indianapolis Juli 2010 / News

Juan Pablo Montoya hatte nach dem Boxengassen-Desaster 2009 in diesem Jahr wieder Pech und konnte einmal mehr nicht seinen ersten Oval-Sieg einfahren. Allerdings brachte 2010 eine taktische Fehlentscheidung den Kolumbianer um den Erfolg, den sein Teamkollege dann einfuhr.

Es ist echt ein Wahnsinn, wie wenig Juan Pablo Montoya in diesem Jahr vom Glück verfolgt wird. Wieder führte er auf dem Indianapolis Motor Speedway in überlegener Manier die meisten Runden, nur um bei den letzten Boxenstopps den Sieg wegzuschmeißen. Crew Chief Brian Pattie entschied sich dazu, die 21-Runden-alten Reifen komplett zu wechseln, während viele andere Teams überraschenderweise nur zwei Reifen austauschten. Der große weitere Siegkandidat zu diesem Zeitpunkt, Greg Biffle, nahm ebenfalls vier neue Pneus und konnte danach nur den dritten Platz ins Ziel bringen. Goldrichtig lagen außer dem späteren Sieger Jamie McMurray unter anderem noch Kevin Harvick (2.), sowie Tony Stewart (5.); Clint Bowyer (4.) wechselte ebenfalls alle Reifen. Der Crew Chief von McMurrays #1, Kevin „Bono“ Manion, sicherte Chip Ganassi damit nach dem Daytona 500 und dem Indy 500 einen Sieg im drittwichtigsten US-Rennen des Jahres.

Das Brickyard 400 ging auch ebenso turbulent los, wie es beendet wurde: Das Feld schaffte es auf der ersten Runde nur bis in Turn 2, als sich unabhängig voneinander Kyle Busch und Sam Hornish Jr im Hinterfeld auf vermutlich kalten Reifen drehten. Dabei nahmen sie auch Elliott Sadler aus dem Rennen, der erst nach einer langen Reparaturphase zur Schadensbegrenzung noch einmal auf die Strecke kam. In Runde 8 stand nach einer wirklich sehr langen Gelbphase, die ESPN für ausgiebige Werbeunterbrechungen nutzte, der Restart an. Die Meute hielt dann allerdings nur acht Umläufe durch, bis zeitgleich Robby Gordons rechter Vorderreifen, sowie der Motor von Max Papis ihren Geist aufgaben.

Zwischenzeitlich waren einige Fahrer wegen Überhitzung ihrer Motoren mit der üblichen Geysir-Erscheinung an die Box gekommen. Das lag wohl daran, dass die vier Turns so eng und tief durchfahren wurden, dass ein Teil der Grasnarbe auf die Strecke geriet und die Kühler verstopfte. Betroffen davon waren unter anderem Carl Edwards, Denny Hamlin und AJ Allmendinger. Währenddessen platzten auch Ryan Newman durch einen „fender rub“ zwei Reifen in Folge, was ihm dann sehr früh sein Rennen zunichte machte. Bei vielen Beobachtern wurde derweil die Befürchtung laut, dass wir ein ähnliches Reifen-Debakel wie 2008 erleben könnten, doch alle wurden später eines besseren belehrt. Denn Montoya verlor vermutlich das Rennen, weil die Goodyears zu gut funktionierten.

In dieser zweiten Caution sollte auch die Führung zum ersten Mal wechseln, nachdem Montoya die #48 von Jimmie Johnson beim Rennstart hinter sich halten konnte. Unter Gelb konnten Landon Cassill und Kevin Conway sich einige Führungskilometer abholen, während Johnson die #42 beim Rennen aus der Boxengasse schlagen konnte. Nach dem Restart eroberte Montoya die Führung allerdings bereits in Turn 3 zurück. Jimmie Johnson fiel daraufhin auch noch weiter zurück und ward nicht mehr gesehen. Rang 22 blieb am Ende für den vierfachen Meister übrig, einen Platz vor seinem Teamkollegen Jeff Gordon. Die Hendrick-Zwillinge hatten in Indy mit massiven Abstimmungsproblemen zu kämpfen.

Bis Runde 66 wurde nun erstmal unter Grün gefahren und Montoya musste während dieses „green flag runs“ auch gleich den ersten Rückschlag des Abends hinnehmen: Am Funk berichtete er über Vibrationen im Auto und gab kurz danach die Führung an Mark Martin ab, um sicherheitshalber die Reifen zu wechseln. Dabei stellte sich heraus, dass tatsächlich größere Stücke aus der Lauffläche seines rechten Vorderreifens herausgelöst waren. Aufgrund der Länge der Strecke reihte Montoya sich noch am Ende der Führungsrunde ohne Rundenrückstand wieder ein und konnte mit den neuen Reifen die Zeiten der Spitze bügeln. Allerdings war er nun außerhalb der Sequenz unterwegs.

In Runde 49 musste Martin die Führung wieder abgeben, weil die ersten „green flag stops“ des Nachmittags anstanden. So kamen nacheinander Greg Biffle und Tony Stewart für kurze Zeit an die Spitze, bis Montoya „out of sequence“ wieder vorne das Tempo angab. Mark Martin (11.) war später sehr unauffällig unterwegs, konnte für Hendrick Motorsports aber das beste Ergebnis des Tages einfahren, weil auch Dale Earnhardt Jr in Probleme geriet. Er war später ohne eigenes Verschulden an einer der rennentscheidenden Szenen beteiligt.

In Runde 62 hatten Montoyas ältere Reifen dann so weit abgebaut, dass Greg Biffle die Führung übernehmen konnte. Der Fahrer der #16 zeigte sich bis zum Rennende als ernst zu nehmender Konkurrent um den Rennsieg und brachte Ford wieder ein Stückchen näher an den so dringend benötigten ersten Saisonsieg. Was Montoya jetzt brauchte war eine Caution und ausgerechnet NASCAR fand eine für ihn, bzw. fand ein Staubkorn außerhalb der Rennlinie, welches zu einer Debris-Caution führte. ESPN blendete das winzige Teil ein, das die findigen Streckenbeobachter wohl nur durch die Zoomobjektive einiger Fotografen entdecken konnten.

Da alle Fahrer den Stopp für einen Reifenwechsel nutzten, konnte sich Montoya nun wieder in die Sequenz einreihen, musste sich beim Rennen aus der Boxengasse aber Greg Biffle geschlagen geben. Vor dem Restart in Runde 70 schaute ich durch das Livetiming und konnte im Nachhinein feststellen, dass schon zu diesem Zeitpunkt die drei Wagen von Richard Childress Racing konstant unauffällig in den Top10 unterwegs waren. Auch der spätere Sieger Jamie McMurray verpasste nie den Anschluss an die Spitze.

Die „clean air“ an der Spitze des Feldes tat dem Wagen von Greg Biffle sichtlich gut, denn er stürmte zur Halbzeit des Rennens mit Montoya im Schlepptau auf und davon. Ereignislose Runden (außer für die weiterhin von Handlingsproblemen geplagten Johnson und Gordon) zogen vorbei, bis in Runde 96 die nächste Serie von „green flag stops“ auf dem Plan stand, bei denen Montoya wieder die Führung übernehmen konnte. Seine Crew arbeitete von der Geschwindigkeit her auf dem Niveau der Großen, auch wenn ihm aufgrund seiner Pole Position ein guter Boxenplatz sicher geholfen hat.

In Runde 117 von 160 begann die entscheidende Phase des Rennens: Ryan Newman traf ein Teil, welches vermutlich David Reutimann verlor und zuvor nur knapp von Juan Montoya verfehlt wurde – allerdings ohne Konsequenzen. Bei einem Spritfenster von 30-35 Runden war zu diesem Zeitpunkt klar, dass noch ein letzter Boxenstopp folgen musste, um die 43 verbleibenden Umläufe unter die Räder bringen zu können. Die #42 führte dann das Feld zum Restart, gefolgt von den, für die Schlussphase wichtigen, Beteiligten Greg Biffle, Jamie McMurray, Clint Bowyer und Kevin Harvick in den Top5. Mit einem super Draft-Manöver konnte McMurray seinem Teamkollegen dabei helfen, die Führung gegen den Ford mit der #16 zu verteidigen. Biffle biss sich daraufhin die Zähne an der #1 aus, während Montoya an der Spitze den Abstand zum Rest des Feldes enorm vergrößern konnte.

Dann wurde es interessant, NASCAR fand noch einmal Debris und zwar einen Krümel ganz oben an der Mauer zwischen einer Menge „marbles“, wo normalerweise eh keiner fährt. In meinen Aufzeichungen steht Zitat:

debris so weit oben an der mauer? muss man da unterbrechen? ich rieche eine verschwörung, wenn montoya wieder nicht gewinnt!

Herzlichen Glückwunsch, so kam es dann auch, wenn gleich es keine Verschwörung gewesen sein kann, da eine Fehlentscheidung von Crew Chief Brian Pattie für den Verlust der Führung verantwortlich war. Wie bereits erwähnt vertraute ein Großteil des Feldes auf die 21-Runden-alten Goodyear-Reifen und sollte damit recht behalten. Komischerweise hatten komplett neue Gummis keine erkennbaren Vorteile in den letzten 20(!!!) Runden. An dieser Stelle möchte ich dann einmal ausdrücklich die Arbeit von Goodyear loben, die in diesem Jahr einen ausgezeichneten Reifen zum Brickyard mitgebracht haben.

Von Position 7 und 8 gingen Montoya und Biffle in den Kampf an die Spitze des Feldes, den alle Beobachter jetzt erwarteten. Auch die ESPN-Kommentatoren waren sich unsicher, ob das „gambling“ von McMurray und Co sich denn auszahlen könnte. Beim Restart konnte Kevin Harvick Tony Stewart auf den dritten Rang verweisen und setzte sich in den nächsten drei Runden gemeinsam mit der #1 von McMurray vom Verfolgerfeld ab. Weiter hinten gerieten Biffle und Montoya in große Probleme, die für die #42 dann in einem Unfall endeten. Ich bin mir nicht sicher, ob es die nun fehlende „clean air“ war, welche dem Auto ein mieses Handling verpasste oder ob das durchgehende Temperament des Kolumbianers für das übersteuernde Heck verantwortlich war.

Wie während der Zusammenfassung erwähnt musste nun auch Junior die Segel streichen, weil er von Montoya bei diesem Dreher in die Boxengasse eingefangen wurde. Dummerweise schob ihn Paul Menard(?) direkt davor im Positionskampf ein Stückchen nach unten, wodurch er der #42 genau in die Schlusslinie geriet. Alles in allem kann man da aber niemandem einen Vorwurf machen, es sei denn Montoya war tatsächlich so aufgebracht, dass er sein eigenes Auto „überfuhr“.

Direkt vor dieser letzten Caution setzte sich Kevin Harvick vor Jamie McMurray und durfte damit die Führung während der Gelbphase übernehmen. Das letzte Duell des Nachmittags war also McMurray gegen Harvick, gefolgt von Stewart, Jeff Burton und Biffle. Nach dem ersten Umlauf des 10-Runden-Sprints war die #1 dann schon wieder an der #29 vorbei, während sich dahinter erst jetzt die vier neuen Reifen von Biffle bezahlt machten. Die #16 kam zwar noch auf Rang drei nach vorne, für Harvick reichte die Zeit allerdings nicht mehr. An der Spitze fuhr Jamie McMurray ungefährdet seinen zweiten Saisonsieg nach Hause und gewann damit für Earnhardt-Ganassi Racing doch noch das Rennen. Mit einem Sieg von Ganassi rechneten viele Beobachter, doch dass es McMurray vorbehalten sein sollte, nach dem Daytona 500 auch noch das zweitwichtigste NASCAR-Rennen zu gewinnen, ahnten die wenigsten.

Für Juan Pablo Montoya war die Reifen-Fehlentscheidung natürlich ganz bitter und so wollte sich auch niemand aus dem Team vor der Kamera äußern. Jamie Little gab zu Protokoll, dass Brian Pattie die Verantwortung für das Geschehene sofort nach dem Ausfall von Montoya übernahm und auch Chip Ganassi bedachte seinen langjährigen Fahrer kurz, während er in der „victory lane“ eintraf.

Was machten die anderen?

- RCR komplettierte mit drei Wagen in den Top6 ein tolles Mannschaftsergebnis: Kevin Harvick auf Platz 2 vor Bowyer (4.) und Burton (6.).
- Greg Biffle mit einer Siegchance für Ford auf Rang 3, sowie Carl Edwards der seinen Ford Fusion auf den 7. Rang stellte.
- Joe Gibbs Racing mit Kyle Busch (8.) und Joey Logano (9.) sehr unauffällig in den Top10, Hamlin nach einigen Schwierigkeiten auf der 15.
- Die Top10 komplettierte Kurt Busch im besten Dodge.

Noch kurz zu Jacques Villeneuve: Er landete in seinem ersten Cup-Rennen seit zwei Jahren am Ende mit einem neuen Team ohne größere Streckenkenntnisse (bezieht sich auf das Team #32 Braun Racing) mit drei Runden Rückstand auf Platz 29. Später gab der Kanadier zu Protokoll, dass er ebenfalls Probleme mit dem Handling gehabt hätte. Schlecht ist er sicher nicht gefahren, außerdem hat Villeneuve sich aus allen Scharmützeln rausgehalten. Sein Resultat bestätigt aber lediglich die Erwartungen.

In der Meisterschaft hat sich kaum etwas getan: Denny Hamlin ist nach dem Pech von Jimmie Johnson an ihm vorbeigezogen von Platz 4 auf 3. Außerhalb des Chase haben nur noch Mark Martin (-62) und Dale Earnhardt Jr (-93) weniger als 100 Punkte Rückstand auf die Top12. Rennsieger Jamie McMurray ist mit zwei Saisonerfolgen nur 16ter und hinkt bereits 151 Zähler hinterher. Es wäre sicherlich eine Überlegung der Offiziellen wert, ob man die jährlichen Rennsieger nicht ebenfalls zum Chase zulässt. Erst im letzten Jahr verpasste Kyle Busch mit 4(!!!) Siegen die Playoffs, ebenso ging Matt Kenseth mit zwei Erfolgen (darunter das Daytona 500!) leer aus.

Die Owner Points sahen ebenfalls wenig Änderungen: Da sich die beiden engsten Verfolger der Top35 nicht qualifizieren konnten, stieg ihr Rückstand weiter an. TRG Motorsports rutschte nach einigen „start & park“-Rennen mit Landon Cassill am Steuer bis an den Cut zurück. Wenn sich Bill Jenkins kein Bein ausreißt, wird vermutlich nicht mehr viel passieren in nächster Zeit, zumal Boris Said ja in Watkins Glen für Red Bull unterwegs ist.

Nach dieser sehr ausführlichen Zusammenfassung gibt es noch ganz ganz viel interessante Sachen aus dem Newssektor zu berichten, mit denen ich nicht bis zu den Newshappen am Mittwoch warten möchte:

- Bei RCR soll angeblich ein neuer Sponsor für die #29 von Kevin Harvick gefunden worden sein. Vermutlich gibt man in der Woche des Watkins-Glen-Rennens bekannt, dass Budweiser die Nachfolge von Shell antreten wird.

- Mobil1 verlässt bekanntlich die #77 von Sam Hornish und auch dessen Cockpit ist derzeit bei weitem nicht sicher. Der Motorenöl-Hersteller stand mit Jeff Gordons Team in Verhandlungen, doch bei Hendrick Motorsports setzt man in Zukunft weiterhin auf die Konkurrenz von Quakerstate. Es könnte aber sein, dass Mobil1 bei Stewart-Haas Racing andockt.

- Richard Petty Motorsports steht derweil vor einem großen Problem: Kasey Kahne verlässt das Unternehmen, ebenso vermutlich auch Budweiser. Daneben trennte man sich bereits von Elliott Sadler, es verbleibt lediglich Sponsor Stanley Tools an der #19. Der Vertrag mit AJ Allmendinger wurde noch nicht verlängert und der Kalifornier sieht sich sogar anderweitig um. Wenn Allmendinger und Sponsor Best Buy nicht bei RPM bleiben, dann würde Paul Menard gehen wollen, möglicherweise als viertes, komplett finanziertes Auto zu RCR. Düstere Aussichten für Richard Petty, der sich dann womöglich gänzlich aus der NASCAR zurückziehen würde.

anicht mehr ausschließen</a>, dass <strong>Mark Martin 2011 vielleicht nicht mehr in der #5</strong> sitzt, während dieser noch a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">felsenfest an sein Cockpit glaubt. Das könnte demnächst interessant werden, hoffentlich mobbt man Martin nicht aus dem Team, das wäre äußerst unfair gegenüber dem verdienten Fahrer. Wenn Hendrick da Mist baut mit den Vertragslaufzeiten, dann muss er auch persönlich dazu stehen.

- Eine weitere Möglichkeit für Kahne oder Martin könnte ein Cockpit bei Red Bull sein, wo man im August die aEliminationsverfahren</a>, an dem nach 26 Rennen bald 15 Fahrer teilnehmen könnten. Bis zum Saisonfinale soll die <strong>Teilnehmerzahl dann schrittweise reduziert</strong> werden, bis beim letzten Rennen nur noch einige wenige (drei oder vier) Fahrer um den Titel kämpfen und dabei a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">bei Null anfangen. Ob die Idee eines finalen Shootouts so gut ist? Andererseits ist es in diversen anderen Sportarten nun mal auch so, dass die Finalmannschaften in den Playoffs beim alles entscheidenden Match bei Null beginnen (oder vgl. WM-Finale im Fußball). Trotzdem ist es ein Bruch mit den Traditionen des Motorsports.

- Passend dazu steht auch der Cup-Kalender 2011 vor großen Veränderungen. Gerüchte besagen, dass Homestead auf den Fontana-Termin im Februar wandert und Las Vegas ein zweites Saisonrennen bekommt, welches gleichzeitig den letzten Meisterschaftslauf</a> des Jahres darstellen würde. Somit wäre man für die Saisonabschlussfeier gleich am richtigen Ort, denn besagtes Fest findet seit 2009 nicht mehr in New York sondern in Las Vegas statt. Dazu könnte ein <strong>zweites Kansas-Rennen</strong> kommen und endlich ein a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Lauf auf dem Kentucky Speedway. New Hampshire steht ebenso wie Fontana auf der Kippe.

- Ganz neu noch das hier: Mindestens zwei Fahrer wurden in dieser Saison schon wegen Kritik an der NASCAR zu Geldstrafen verurteilt, eine davon angeblich in Höhe von 50.000 US-Dollar. Das ist in anderen Sportarten ebenfalls üblich, jedoch werden hüben wie drüben keine Namen der Bestraften veröffentlicht. Kommentatoren unter dem a

June 02 2010

17:11

NASCAR: Analyse Charlotte Mai 2010

Beim Coca-Cola 600 sicherte sich Kurt Busch in dominanter Manier seinen zweiten Saisonsieg und festigte damit seine Chase-Platzierung. In 4h:08min:20sek war diese Ausgabe des längsten NASCAR-Saisonrennens mit nur acht Cautions während der 400 Runden schnell absolviert.

Kurt Busch hatte in diesem Rennen, welches sich durch viele „green flag runs“ auszeichnete, eigentlich zu jeder Zeit das perfekte Auto. Die Gelbphasen lagen für den Fahrer der blauen #2 so günstig, dass er während 252 der 400 Runden in Führung lang. Zwar führten noch 16 andere Fahrer bei insgesamt 33 Führungswechseln das Feld an, doch das sind bis auf wenige Ausnahmen die normalen Verschiebungen bei den Boxenstopps unter grüner Flagge gewesen. Eigentlich hatten außer Kurt Busch nur vier andere Piloten eine ernsthafte Chance auf den Rennsieg: Jamie McMurray, Jimmie Johnson, Kyle Busch und David Reutimann.

Der Polesitter Ryan Newman wurde bereits nach elf Runden von Kurt Busch gefressen und landete am Schluss auf dem neunten Platz. Auch Dale Earnhardt Jr konnte 50 Runden vor dem Ende noch zehn Umläufe anführen, was jedoch an einer veränderten Boxenstrategie lag. Alle Fahrer absolvierten den letzten „green flag stop“ schnellstmöglich, nachdem sie rechnerisch im Benzinfenster für den finalen Run angekommen waren, um mit neuen Reifen schneller unterwegs zu sein. Da aber zu diesem Zeitpunkt noch Sprit für zehn Runden im Tank war, konnte Earnhardt wenigstens einige Führungskilometer schnuppern, bevor er dann am Ende der Führungsrunde auf Platz 22 abgewinkt wurde.

Das Rennen startete wie erwähnt mit dem Führungsverlust von Ryan Newman an Kurt Busch in Runde 12. Der erste „fuel run“ war nach 50 Umläufen beendet und unter grüner Flagge standen die ersten Boxenstopps an, welche für einige Teams die herbeigesehnte Möglichkeit zur Veränderung des Autos bot. Es zeigte sich nämlich, dass viele Wagen ziemlich „loose“ unterwegs waren und wohl erst in der hereinbrechenden Dunkelheit besser funktioniert hätten. Auch Jimmie Johnson konnte das Übersteuern nie so ganz loswerden, was später auch das Ende seines Rennens bedeuten sollte. In Runde 61 erwischte es dann wie so oft einmal wieder Juan Pablo Montoya, der übersteuernd abflog. Er konnte die #42 zwar noch wieder fangen, schlug aber mit der linken Front an die innere SAFER-Barrier, was ihn dann zu einer längeren Zwangspause in der Garage zwecks Splitter-Wechsel zwang.

Da der letzte Reifenwechsel zu diesem Zeitpunkt noch nicht so weit zurücklag, zogen einige Teams nur zwei neue Reifen auf, während Denny Hamlin gleich gar nicht erst an die Boxen fuhr. Eine Runde später setzte Kurt Busch dann seine Dominanz fort und schnappt sich erneut die Führung, welche anhielt bis Marcos Ambrose in Runde 91 sein Auto in der Mauer versenkte. Nun kam zum ersten Mal Jimmie Johnson ins Spiel, der nach den folgenden Boxenstopps als Erster wieder auf die Strecke zurückkehrte. Kurt Busch musste jetzt zum einzigen Mal zurückstecken, denn es gelang ihm nicht, Johnson sofort nach der grünen Flagge zu überholen. Das Duell dauerte zwar einige Runden, aber letztendlich musste Busch sich dem Dauermeister geschlagen geben. 15 Umläufe später berichtete Jimmie Johnson seinem Crew Chief Chad Knaus wieder von einem übersteuernden Auto, was dieser allerdings in Anbetracht der bald untergehenden Sonne nicht negativ bewertete.

Damit sollte er aber nicht Recht behalten, denn Johnsons Spiel war im Grunde genommen jetzt schon vorbei. Seinen mehrsekündigen Vorsprung war er in Runde 130 dann endgültig los, als sich beide Busch-Brüder an der strauchelnden #48 vorbeischoben. Zwanzig Umläufe später standen erneut „green flag stops“ auf dem Plan und Kyle Busch bekam 15 Runden lang den Platz an der Sonne, den eigentlich sein Bruder gebucht hatte – bei den Boxenstopps war die Crew der #18 aber schneller am Werk. Dann kam es nämlich zum ersten Zwischenfall, der einen übersteuernden Jimmie Johnson involviert sah. Während er sich im Ausgang von Turn 4 fast von der Strecke drehte, schickte er Denny Hamlin zum Rasenmähen ins Infield, wobei sich dieser den Splitter beschädigte. Bei den folgenden Boxenstopps warf dann Kyle Busch fast sein Rennen weg, als er nach dem Stopp mit Brad Keselowski kollidierte.

Dann begann nach dem Restart in Runde 172 die gähnende Langeweile im Mittelteil des Rennens: Nach einer Debris-Caution (Runde 213) war zwar Clint Bowyer kurz vorne, aber eben nur für eine Runde bevor Kurt Busch die blaue #2 wieder an die Spitze verfrachtete. Bei den „green flag stops“ nach weiteren 50 Umläufen war dann plötzlich Matt Kenseth vorne, weil er zuerst auf neue, schnellere Reifen wechselte. Dieser kluge Schachzug zahlte sich allerdings nur drei Runden lang aus, denn nun war Jimmie Johnson wieder an der Reihe; dieses Mal aber damit, seinen übersteuernden Chevrolet gänzlich zu zerlegen. Nach der grünen Flagge in Runde 277 hatte Kurt Busch erneut nach einem Umlauf die Führung zurückerobert. Spätestens hier zeigte sich, dass Buschs Auto auf den „short runs“ unschlagbar war.

Gegen Ende hätte dann nur noch Jamie McMurray den Busch-Dodge stoppen können

Jedoch ging es nun bereits auf das Finale zu und aus dem Verfolgerfeld schickte sich der letzte Gegner von Kurt Busch an diesem Abend an, dem Dodge von Roger Penske Konkurrenz zu machen. Wie beim Indy 500 hieß es nun: Ganassi gegen Penske! Da aber Montoya bekanntlich schon aus dem Rennen war, bleibt es an Jamie McMurray hängen, dem siegreichen IndyCar-Teamchef auch noch einen Erfolg beim Coca-Cola 600 zu schenken. In Runde 299 zeigte McMurray, dass die #1 auf den „long runs“ gegen Ende hin unschlagbar war. Lediglich 20 bis 30 Runden kostete es McMurray in der Folge, Kurt Busch immer wieder die Führung abzuluchsen. Jetzt stellte sich nur noch die Frage, wie lange wohl der letzte Run des Rennens gehen würde, denn das war für den Ausgang zwischen Busch und McMurray entscheidend.

In kurzer Folge verabschiedeten sich daraufhin zunächst Robby Gordon und dann Greg Biffle in die Mauer, bevor sich das Spiel zwischen Busch und McMurray von Runde 313 über den Führungswechsel in Runde 339 bis zu den letzten Boxenstopps unter grüner Flagge 50 Umläufe vor Schluss wiederholte. Wie bereits erwähnt führt hier Dale Earnhardt Jr noch kurzzeitig zehn Runden, bevor Jamie McMurray wieder übernahm. Sollten die letzten 50 Runden nun tatsächlich unter Grün beendet werden, so wäre der #1 von Chip Ganassi wohl der Sieg nicht mehr zu nehmen gewesen, da Kurt Buschs Wagen im späteren Verlauf der Runs immer an Speed verlor, während McMurray noch zulegen konnte.

Doch dann kam es tatsächlich noch zu einer Caution, weil Marcos Ambrose seinen Toyota wie so viele Fahrer an diesem Abend in die Mauer schickte. Kurt Busch nahm für das Finale noch einmal zwei neue Reifen mit und Jamie McMurray verlor an der Box ein paar Positionen. Jeff Gordon und Mark Martin blieben draußen und sicherten sich wertvolle „track position“, die ihnen schließlich noch Top6-Ergebnisse sicherte. Nach der ersten Runde des nun folgenden, 19 Runden lagen Shootouts hatten sich Kurt Busch (von Platz 4) und Jamie McMurray (von Rang 6) schon wieder an die Spitze gesetzt. Nun stellte sich nur noch die Frage, ob der Chevy von McMurray innerhalb dieser kurzen Distanz schon wieder auf volle Touren kommen würde.

Am Ende kam Jamie McMurray jedoch nur bis auf 0,737 Sekunden an den Rennsieger Kurt Busch ran, der damit seinen ersten Erfolg beim Coca-Cola 600 feiern durfte. Roger Penske bekam somit noch seine Revanche an Chip Ganassi für das verlorene Indy 500. Die Top5 komplettierten Kyle Busch, Mark Martin und ein starker David Reutimann. Auf den Plätzen 6-10 landeten Jeff Gordon, Clint Bowyer, der beste Ford mit Paul Menard, Ryan Newman und Matt Kenseth; der Tabellenführer Kevin Harvick fuhr in einem unauffälligen Rennen Platz 11 ein. Viele Top-Fahrer wie Kasey Kahne, Tony Stewart, Carl Edwards und Denny Hamlin waren kaum im Bild und mussten sich mit einem Top20-Ergebnis zufrieden geben.

Auch Martin Truex Jr, der über weite Strecken in den Top5 unterwegs war, kam am Ende nicht über Rang 23 hinaus. Jeff Burton hatte ebenfalls kein Glück und beendete das Rennen letztlich mit einer Runde Rückstand auf Position 25. Ganz schlecht schnitten die RedBulls ab: Im gesamten Rennen nicht zu sehen und mit mehreren Runden Rückstand nur am Ende der Top30 klassifiziert. Außer den fünf am Anfang genannten Fahrern, hatte keiner etwas mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Es hat mich dann doch überrascht, dass ausgerechnet die so schwach vertretene Dodge-Truppe und das eher vom Pech verfolgte Earnhardt-Ganassi Racing sich im Finale um den Rennsieg stritten.

Harvick führt weiterhin die Meisterschaft an / Cockpittausch bei Front Row bewährt sich

In der Fahrerwertung musste sich Martin Truex Jr wieder aus den Top12 verabschieden, dafür ist nun Ryan Newman nach einem Top10-Ergebnis vorläufig für den Chase qualifiziert. Clint Bowyer und Jamie McMurray konnten Plätze auf den Chase gutmachen, während Tony Stewart zwei Ränge abgeben musste. In den Top12 ging es für Rennsieger Kurt Busch und Jeff Gordon gleich einige Plätze nach vorne. Dagegen rutschte Jimmie Johnson nach seinem erneuten De-facto-DNF drei Plätze ab. Die Pechsträhne des amtierenden Meisters scheint sich mit dem vierten Ergebnis schlechter als Platz 30 fortzusetzen. An der Spitze steht nach wie vor Kevin Harvick, der durch extreme Konstanz die Tabellenführung hält. Nach 13 Rennen hat er zwar erst einen Sieg, aber schon neun Top10-Ergebnisse auf dem Konto. Dahinter lauert Kyle Busch nun als ernsthafter Herausforderer.

Chancen auf den Chase haben unter dem in der Grafik aufgelisteten Jamie McMurray noch Tony Stewart (-27), Dale Earnhardt Jr (-54), Joey Logano (-86) und mit Abstrichen vielleicht David Reutimann (-125). Auf Platz 20 und 21 folgen dann Juan Pablo Montoya und Kasey Kahne, für die es mit 176 bzw. 183 Punkten Rückstand vermutlich bereits zu spät ist. Das wiederholte Pech Montoyas sowie die andauernde Unterperformance bei Richard Petty Motorsports werden 2010 wohl größere Erfolge verhindern. Doch bei Jimmie Johnson hat man zuletzt gesehen, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Die beiden letztjährigen Chaser können vielleicht noch mit Einzelsiegen auf sich aufmerksam machen, das Potenzial dazu haben zumindest beide Fahrer.

Bei den Owner Points hat sich wieder etwas gedreht, denn nach Charlotte findet sich plötzlich Robby Gordon außerhalb der Top35 wieder. Nach dem genialen Fahrertausch bei Front Row Motorsports brachte David Gilliland die #38 wieder zurück „on the bubble“ und auch Travis Kvapil konnte in der #37 vor Gordon ins Ziel kommen. Rookie Kevin Conway holte in Charlotte weniger Punkte als Gordon und macht sich auf, den Vorsprung der #34 auf Platz 36 wieder zu dezimieren. Die Punktetabellen sehen dann letztendlich so aus:

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