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November 01 2013

08:00

NASCAR: Vorschau Texas November 2013

Kopf an Kopf liegend gehen Matt Kenseth und Jimmie Johnson in den drittletzten Lauf der Saison des NASCAR Sprint Cups, auf einem der schnellsten Intermediate-Ovale des Kalenders. Jeff Gordon, Kevin Harvick und Kyle Busch brauchen einen Sieg, wenn sie noch ein Wörtchen um den Titel mitreden wollen.

aaatexas500_13Drei Rennen noch, dann steht der Meister fest! 33 Rennen wurden bereits mehr oder weniger erfolgreich absolviert und trotzdem gehen Matt Kenseth und Jimmie Johnson mit der gleichen Punktezahl auf dem Konto als Führende nach Texas. Der Texas Motor Speedway in Fort Worth gilt als eines der schnellsten Intermediate-Ovale der Saison, weist er doch starke Ähnlichkeiten zu den Speedways in Atlanta und Charlotte auf. Wie diese beiden Strecken besitzt auch das 1995 erbaute Oval eine Kurvenüberhöhung von 24°. Die meisten Siege mit deren drei konnten hier Carl Edwards und Jimmie Johnson einfahren. Von den fünf verbleibenden Meisterschaftsanwärtern scheint hier also Johnson die Nase vorn zu haben, aber Kenseth zeigt sich diese Saison besonders stark auf auf den Intermediate-Ovalen und ist auch hier definitiv ein Siegkandidat. Doch auch auf Kyle Busch sollte man achten, denn die #18 konnte bereits das Frühlingsrennen für sich entscheiden. Stellt sich noch die Frage nach Jeff Gordon und Kevin Harvick. Gordon konnte in Texas bereits ein Mal gewinnen und durch den lang ersehnten Sieg in Martinsville sollte er dieses Wochenende mit einer guten Portion Extra-Motivation an den Start gehen. Kevin Harvick wusste hier bis jetzt nicht wirklich zu überzeugen und wird es in Texas wohl am schwersten haben. 

Doch um den Sieg im AAA Texas 500 werden nicht nur unsere fünf Meisterkandidaten mitreden, es gibt durchaus noch weitere Piloten, die auf dieser Strecke zu beachten sind. Als erstes ist hier der schon weiter oben erwähnte Carl Edwards zu nennen, der in Texas bereits drei Mal in die Victory Lane einfahren konnte, zuletzt im Herbst 2008. Aber auch auf Denny Hamlin sollte man ein Auge haben, denn er gewann beide Rennen in der Saison 2010 und hat beim letzten Rennen in Martinsville einen kleinen Aufwärtstrend erkennen lassen. Auch immer vorn dabei in Texas ist Greg Biffle, der hinter Kenseth und Johnson die beste Durchschnittsplatzierung auf dieser Strecke vorweisen kann und das Frühjahrsrennen 2012 für sich entschied. Im weiteren Kreis befinden sich noch Dale Earnhardt Jr., Clint Bowyer, Martin Truex Jr. und Kurt Busch, die hier fast immer vorn dabei sind, aber – mit Ausnahme von Kurt Busch – noch nie gewonnen haben. Aber wer weiß, vielleicht schafft ja auch Juan Pablo Montoya kurz vor seinem NASCAR-Ende noch seinen ersten Oval-Sieg?

Beim Blick auf die Entry List für das AAA Texas 500 fallen folgende Änderungen auf: Die Wood Brothers nehmen mit der #21 und Trevor Bayne mal wieder teil, während in der #30 von Swan Racing Parker Kligerman sein Cup-Debüt feiert. In der #32 nimmt diese Woche Timmy Hill Platz und Austin Dillon ist nach seinem Start in der #14 in Talladega auch wieder dabei, allerdings dieses Mal in der #33. Alle gemeldeten Fahrer dürfen auch das Rennen unter die Räder nehmen, da nur 43 Teams gemeldet wurden.

In den letzten Tagen haben sich auch wieder einige Neuigkeiten und Gerüchte angesammelt, die ich hier mal kurz erläutern werde:

- Die NASCAR möchte das Qualifying wieder spannender gestalten und dabei mehrere Autos gleichzeitig auf der Strecke haben. Aktuell ist ein Qualifying-Format geplant, wie es bereits auf den Rundkursen seit dieser Saison eingesetzt wird, wo die Fahrzeuge in kleinen Gruppen mit einigen Sekunden Abstand untereinander auf die Strecke geschickt werden. Auf den Superspeedways in Daytona und Talladega soll hingegen eine “drafting session” mit einer Dauer von 45 bis 60 Minuten abgehalten werden, um den Pole-Sitter zu ermitteln. Ob es zu diesem Qualifying-Format kommt, wird aber erst in den nächsten Wochen oder Monaten entschieden.

- Wie ESPNs Allen Bestwick erfahren haben will, wird Ken Shrader sich vom Sprint Cup zurückziehen und dieses Jahr in Homestead sein letztes Rennen absolvieren.

- Michael McDowell wird nächstes Jahr die #95 für Leavine Family Racing fahren, wie das Team am Montag bekannt gab. Außerdem möchte man versuchen, eine komplette Sprint-Cup-Saison zu fahren und ausgewählte Rennen der Nationwide Series zu absolvieren. McDowell wird sein Debüt in der #95 beim nächstjährigen Daytona 500 geben.

Die Vorschau beenden wie immer die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung und die Auflistung der TV-Zeiten für das Rennwochenende:

Freitag, 01.11.2013
17:30 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 1
19:00 Uhr Nationwide Practice, Fox Sports 1
20:00 Uhr Truck Qualifying, Fox Sports 1
21:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN2
23:00 Uhr Nationwide Final Practice, Fox Sports 2

Samstag, 02.11.2013
01:30 Uhr Trucks Rennen (Winstar World Casino 300), Fox Sports 1 (Green Flag: 01:49)
16:00 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 2
17:00 Uhr Nationwide Qualifying, Fox Sports 2
19:00 Uhr Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 2
20:30 Uhr Nationwide Rennen (O’Reilly Auto Parts Challenge), ESPN2 (Green Flag: 20:47 Uhr)

Sonntag, 03.11.2013
20:00 Uhr Sprint Cup Rennen (AAA Texas 500), ESPN & MotorvisionTV (Green Flag: 21:16 Uhr)

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July 26 2013

18:00

NASCAR: Vorschau Indianapolis 2013

Nachdem der Sprint Cup letzte Woche eine Pause eingelegt hatte, lassen die Fahrer der V8-Boliden dieses Wochenende in Indianapolis ihre Motoren wieder aufheulen. Im Mittelpunkt stehen zum einen die neuen TV-Verträge der NASCAR und, wie immer, Jimmie Johnson, der das Vorjahresrennen gewinnen konnte.

Brickyard 400Indianapolis, ein Mythos, eine legendäre Strecke, die 1909 erbaut wurde und die erste Rennstrecke mit dem “Speedway” im Namen war. Berühmt ist Indianapolis für seine IndyCars, doch seit 1994 traut sich auch der NASCAR Sprint Cup auf das Oval. Dieses Jahr findet das 20. Brickyard 400, oder kurz und bündig “Crown Royal Presents the Samuel Deeds 400 at the Brickyard Powered by BigMachineRecords.com”, auf dem 2,5 Meilen langen mit einer Kurvenüberhöhung von 9° 12′ versehenen Speedway statt. Der Indianapolis Motor Speedway zeichnet sich nicht nur durch seine unverwechselbare Form, sondern auch durch die zwei langen Geraden aus, auf denen das Windschatten-Fahren wieder im Vordergrund steht. Hier gilt es, aus den flachen Kurven genügend Geschwindigkeit mitzunehmen, um sich auf der Geraden heranzusaugen und schließlich zu überholen. Im Gegensatz zu den Superspeedways von Daytona und Talladega werden hier aber keine Restrictor Plates eingesetzt, da durch die geringe Überhöhung der Kurven keine so hohen Geschwindigkeiten möglich sind. Mit diesen Bedingungen kamen bis jetzt Jeff Gordon und Jimmie Johnson am besten klar, denn beide sind jeweils vier Mal als Erster über die Ziellinie aus Ziegelsteinen gefahren. Jimmie Johnson ist auch gleichzeitig der Gewinner des Vorjahresrennens und ihn gilt es, auch dieses Mal wieder zu schlagen. Ebenfalls sollte man den zweifachen Sieger Tony Stewart nicht vergessen, der in den letzten Wochen gut dabei war und sich in New Hampshire fast seinen zweiten Saisonsieg geholt hätte, wären da nicht Brian Vickers und der leere Tank gewesen.

Wenn man einen Blick auf die Meisterschafts-Tabelle wirft, ist natürlich Jimmie Johnson mit inzwischen 696 Punkten, 56 Zähler vor dem Zweiten Clint Bowyer, wiedermal ganz oben. Doch weiter unten herrscht der pure Kampf um die letzten Plätze im diesjährigen Chase. Kurt Busch hatte in New Hampshire ein gutes Auto und durchaus eine Siegchance, bis es zum Zwischenfall mit Matt Kenseth und Ryan Newman kam. Das kostete ihn seine Top-Ten-Platzierung und nun findet er sich auf Platz 14 wieder. Vorjahres-Champion Brad Keselowski ist mit Platz acht hingegen aktuell wieder im Chase, aber noch ohne Sieg. Dies könnte noch zum Problem werden, denn seine Verfolger Kahne, Stewart und Truex Jr. haben bereits einen Saisonsieg auf dem Konto und nur wenige Punkte Rückstand auf den Penske-Piloten. Noch kritischer ist die Lage für Keselowskis Teamkollegen Joey Logano, der in den letzten Wochen bis auf Platz 18 zurückfiel, aber mit nur 46 Punkten Rückstand auf Platz zehn ist auch bei ihm noch alles möglich. Abschließend kann man sagen, dass wir uns auf einen spannenden Kampf bis hin zum letzten Rennen vor dem Chase in Richmond einrichten können.

Doch vor dem Chase gilt es, noch sieben Rennen möglichst erfolgreich zu absolvieren, inklusive dem nächsten auf dem Brickyard. Hier nehmen insgesamt 45 Teams das Training und Qualifying unter die Räder, von denen im Rennen wie gewohnt 43 an den Start gehen werden. Trevor Bayne sitzt wieder im Ford mit der #21 von den Wood Brothers, Timmy Hill übernimmt die #32, die in New Hampshire noch von Ken Shrader pilotiert wurde. Der Sieger des letzten Rennens, Brian Vickers, wird diesmal nicht dabei sein und das Cockpit der #55 an Mark Martin abgeben. Auch die #95 von Leavine ist mit Scott Speed wieder am Start, nachdem sein Team zuletzt beim Coke Zero 400 in Daytona auf der Entry List stand. Landon Cassill tritt in der #40 an, den frei werdenden Platz in der #33 übernimmt Austin Dillon, der nächstes Jahr höchstwahrscheinlich für Richard Childress fahren wird. Childress könnte außerdem in der nächsten Saison ein viertes Auto einsetzen, mit wahrscheinlich Ryan Newman oder Kurt Busch am Steuer.

Doch in den letzten Wochen stand nicht unbedingt das Geschehen auf der Strecke im Mittelpunkt. Vielmehr gab es einige Neuigkeiten außerhalb des Rennbetriebes. Zum einen hat James Finch sein Phoenix-Team verkauft und wird seine Bemühungen nach dem Brickyard 400 einstellen. Der Käufer des Rennstalls mit der #51 auf dem Auto ist bis jetzt unbekannt, aber das Nationwide-Team Turner/Scott Motorsport wird als Käufer hoch gehandelt. Fakt ist, dass dies das letzte Rennen für Finch als Owner von Phoenix Racing ist. AJ Allmendinger wird wie beim letzten Saisonlauf hinter dem Steuer der #51 sitzen.

Kommen wir zur wahrscheinlich wichtigsten Meldung der letzten Tage, und zwar den neuen TV-Verträgen der NASCAR ab 2015. Zuerst die gute Nachricht: TNT ist raus! Nur noch nächstes Jahr und dann kann man den NASCAR-Sommer ohne diese “Übertragungen” verbringen. Ebenfalls zieht sich ABC/ESPN ab 2015 von der Übertragung zurück und macht Platz für NBC, welche zuletzt den Sprint Cup 2006 zeigten, aber aufgrund von schwachen Quoten ausstiegen. Somit werden sich Fox und NBC die Sprint Cup-Saison ab 2015 untereinander aufteilen, wobei NBC die letzten 20 und Fox die ersten 13 Rennen ausstrahlt. Die verbleibenden drei Rennen stehen noch offen, werden aber wahrscheinlich auch von Fox übernommen. Die Übertragungen bei NBC werden größtenteils auf dem Spartensender “NBC Sports Network” laufen, bei dem bereits die Formel 1 und IndyCars zu sehen sind. Nur sieben Rennen werden direkt auf NBC gezeigt. Zusätzlich zum Sprint Cup werden von NBC auch noch 19 Rennen der Nationwide Series ausgestrahlt, hier vier direkt bei NBC und die restlichen 15 Rennen bei NBC Sports Network. Der Vertrag von Fox läuft bis 2022 mit einem Umfang von 2,4 Milliarden Dollar pro Saison, der von NBC bis 2024 und umfasst 4,4 Milliarden Dollar. Das Paket von NBC umfasst neben dem Sprint Cup auch die Nationwide, die sie sich vermutlich ebenfalls mit Fox teilen werden.

Doch kommen wir zurück zum aktuellen Geschehen. Nachdem TNT in New Hampshire seine Sommer-Übertragung beendet hat, übernimmt für die restliche Saison ABC/ESPN. Für die Freunde von deutschen Kommentatoren ist auch Motorvision TV wieder ab Sonntag 18:00 Uhr live dabei.

Zu guter Letzt gibt es wie gewohnt die Entry List und die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung. Der Zeitplan gestaltet sich folgendermaßen:

Freitag, 26.07.2013
14:30 Uhr Nationwide Practice, nicht im TV
16:30 Uhr Nationwide Practice, SPEED
17:35 Uhr Sprint Cup Practice, SPEED

Samstag,27.07.2013
15:00 Uhr Sprint Cup Practice, ESPN2
18:05 Uhr Nationwide Qualifying, SPEED
20:10 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN
22:30 Uhr Nationwide Rennen (Indiana 250),ESPN

Sonntag, 28.07.2013
19:00 Uhr Sprint Cup Rennen (Brickyard 400), ESPN & Motorvision TV (Vorberichterstattung ab 18:00 Uhr)

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March 24 2011

06:24

IndyCar Series: Saisonstart in St. Petersburg

Eine teils chaotische, teils erfreuliche Off-Season geht endlich zu Ende – am Sonntagabend kehrt die IndyCar Series zurück auf die Strecke. Das dürfte spannend werden, denn seit dem Finale 2010 hat sich einiges getan.

Eine stille Winterpause sieht anders aus: Die IndyCar Series bedachte seit der Meisterschaftsentscheidung in Homestead Fans und Medien mit einem steten Fluss an Neuigkeiten, wie das sonst sogar während der laufenden Saison ungewöhnlich ist. CEO Randy Bernard hat bewiesen, dass er weiß, wie man mit der zuletzt eher unscheinbaren Monoposto-Serie Aufsehen erregt. Ob seine Ideen auch auf der Rennstrecke funktionieren, das muss sich allerdings noch beweisen. Immerhin: Zum Saisonstart stehen 25 Fahrer bereit, die meisten davon werden wohl das ganze Jahr lang dabei sein. Ein paar alte Stars haben es in die Serie zurückgeschafft, wenn auch zum Teil in letzter Minute. Zusammen mit einigen interessanten Rookies bescheren sie der IndyCar Series das wahrscheinlich stärkste Starterfeld seit CART-Zeiten.

Spannende Zeiten also auch für Fans, daher eine kurze Zusammenfassung der Meldungen aus dem Winter – für alle, die in der Off-Season nicht ganz so aktiv waren wie Randy Bernard. Eine Vorschau auf das Rennen in St. Petersburg folgt dann weiter unten.

Neue Hersteller

Auch, wenn sich die Nachricht eher auf die kommende Saison bezieht, als auf die aktuelle: Die wichtigste Meldung des Winters war wohl die Rückkehr von Chevrolet in die IndyCar Series. Der US-Hersteller wird dabei 2012 nicht nur Motoren liefern, sondern auch selbst eines jener Aero-Kits anbieten, mit denen die Teams das Standard-Chassis von Dallara erweitern können. Gleiches hat auch Lotus angekündigt, die ab kommendem Jahr als dritter Hersteller in der Serie aktiv sein werden. Richtig gelesen: Der in malaysischer Hand befindliche Sportwagenhersteller hat angekündigt, nicht nur ein Aero-Kit zu liefern, sondern auch einen Motor. Woher der kommen soll, wurde bisher allerdings nicht enthüllt. Als vierter Hersteller könnte auch noch das französische ORECA-Team dazukommen. Dort will man sich allerdings mit der Fertigung von Aero-Kits bescheiden.

Teams und Fahrer 2011

Gleich vorneweg eine kurze Entschuldigung: Die IndyCar Serie bietet leider zur Stunde noch keine Fotos aus St. Petersburg an. Bei den Bildern unten handelt es sich daher um Aufnahmen vom Test am Barber Motorsports Park in der vergangenen Woche. Dort waren leider nicht alle Teams und Piloten anwesend, von manchen gibt es also leider keine Bilder. Auch bei den Lackierungen könnte es also noch Änderungen geben. Die IndyCar Serie veröffentlicht normalerweise vor Rennstart einen Spotter’s Guide auf indycar.com. Den werde ich nachreichen, sobald bzw. sofern er verfügbar wird.

Penske

Die Mannschaft unter der Leitung von “Captain” Roger Penske wird wohl auch 2011 zu den Favoriten im Starterfeld zählen. Das haben auch die Ergebnisse der Testfahrten in Alabama noch einmal unterstrichen. Bei den Piloten hat sich nichts verändert, auch in diesem Jahr greifen Helio Castroneves, Will Power und Ryan Briscoe ins Lenkrad. Abseits der Ovale ist wohl Power der schnellste aus diesem Dreiergespann, als besserer Allrounder könnte sich aber einmal mehr Castroneves erweisen. Ryan Briscoe hat in der vergangenen Saison nicht so wirklich überzeugt, und wird in diesem Jahr etwas kräftiger aus Gaspedal treten müssen, wenn er sich die Gunst des Captains erhalten will.

Ganassi

Das zweite Top-Team der IndyCar Series hat sich über den Winter verdoppelt. Neben dem bisherigen Fahrergespann Dario Franchitti und Scott Dixon (die wieder in den klassischen, links abgebildeten Target-Farben starten), treten 2011 auch Graham Rahal und Charlie Kimball für Ganassi an, die jeweils von anderen Sponsoren unterstützt werden. Weil Target aber keine Konkurrenz im gleichen Team wollte, musste man bei Ganassi zu einem etwas ungewöhnlichen Trick greifen – und einfach ein zweites Team eröffnen. Offiziell wird man zwar nicht müde, die Unabhängigkeit der beiden Teams voneinander zu betonen. Inoffiziell darf man aber wohl schon davon ausgehen, dass sich die Verantwortlichen der beiden Teams gelegentlich mal über den Wag laufen werden. Und dabei wohl nicht nur über Baseball reden. Bei den Test hatte man noch ein paar Probleme, bei den Rennen darf man aber auch in diesem Jahr die Mannschaft vorne erwarten. Fahrerisch sind von Franchitti und Dixon wohl auch in dieser Saison wieder konstant gute bis sehr gute Ergebnisse zu erwarten. Auch Rahal hat in der Vergangenheit (vor allem 2009 bei Newman/Haas) schon Talent bewiesen. Inwieweit auch Charlie Kimball mithalten kann, muss sich noch weisen.

Andretti Autosport

Einige Überraschungen bot über den Winter die traditionell dritte Kraft der IndyCar Series. Erst wurde Tony Kanaan freigestellt (und ihm “erlaubt, mit anderen Teams zu verhandeln”) – vermutlich deshalb, weil man sich sein hohes Gehalt nicht mehr leisten konnte. Und dann tritt man 2011 doch wieder mit vier Fahrern an: Marco Andretti und Danica Patrick waren ohnehin schon gesetzt, Ryan Hunter-Reay konnte auch genügend Sponsoren auftreiben, um sich im Team zu halten. Keiner der drei hat bisher das Talent gezeigt, konstant um Siege oder gar Meisterschaften mitzufahren. Aber: Alle sind solide Piloten, und auf ihre Art wichtig für die Serie. Erstaunlich ist dagegen die Verpflichtung des beim Indy 500 schwer verunglückten (aber mittlerweile wohl wieder genesenen) Mike Conway. Der Brite hat zwar in diversen Juniorserien gute Leistungen gezeigt, in der IndyCar Series konnte er allerdings bislang (außer beim schicksalsvollen Indy 500) nicht wirklich überzeugen. Und seit seinem Unfall fehlt ihm überhaupt jegliche Erfahrung im Auto. Ein erfolgreiches Comeback wäre ihm zu vergönnen – bis es soweit ist, muss man aber vermutlich noch ein paar Rennen Geduld haben. Abzuwarten bleibt außerdem, ob es das Team nach einer sehr mäßigen Saison 2010 wieder schafft, an alte Stärken anzuknüpfen.

KV Racing

Mit drei Piloten geht das Team von Kevin Kalkhoven und Jimmy Vasser an den Start. Zur bisherigen Stammmanschaft mit EJ Viso und Takuma Sato ist in letzter Sekunde noch ein weiterer großer Name gestoßen. Der bei Andretti entlassene Tony Kanaan hat es am Wochenende vor dem Saisonstart geschafft, ausreichend Sponsoren für eine volle Saison im Teams zu sammeln. Das könnte sich für beide als gutes Geschäft erweisen: KV wird von der Erfahrung des Tony Kanaan (vor allem in Fragen der Abstimmung) gewiss profitieren, der Brasilianer bekommt von KV Racing ein in seinem Speed womöglich unterschätztes Autos zu Verfügung gestellt. Das mag zwar in dieser Saison noch nicht für Siege reichen – wenn Sato und Viso aber ihr Temperament diesmal etwas öfter in Zaum halten können, als im vergangenen Jahr, dann könnte das Team durchaus einen Sprung nach vorne machen.

Dreyer & Reinbold

Ein weiteres Team aus dem Bereich “solides Mittelfeld”, das sich 2011 nach oben entwicklen könnte. Justin Wilson ist ein Pilot, der gewiss immer wieder einmal für eine Überraschung gut ist – ganz besonders auf den Rundkursen. Außerdem hat man sich mit Ana Beatriz verstärkt. Die Brasilianerin bringt einige Sponsoren an Bord, und konnte auch bei ihren Einsätzen in der vergangenen Saison durchaus Potenzial beweisen. Sie könnte sich also als gute Mischung aus Pay-Driver und solider Pilotin herausstellen. Beim Indy 500 wird außerdem Haudegen Paul Tracy für Dreyer & Reinbold an den Start gehen. Weitere Einsätze sind in Planung, aber bisher nicht fix. Beim Saisonstart ist der Kanadier jedenfalls nicht dabei.

Dale Coyne Racing

Eine faustdicke Überraschung gibt es beim ewig unterfinanzierten Traditionsteam: Champ-Car Dominator (und Toro-Rosso Mittelfeldpilot) Sebastian Bourdais kehrt in den US-Rennsport zurück. Allerdings nicht für die ganze Saison: Der Franzose wird aus Sponsormangel und wegen Terminkollisionen mit seinen Sportwagen-Projekten bei den Oval-Rennen nicht antreten. Dass Bourdais mit den amerikanischen Open Wheelern und hemdsärmeligen Stadt- und Rundkursen gut zurecht kommt, hat er bewiesen. Unklar ist dagegen, ob die Autos von Dale Coyne gut genug sind, um ein ernsthafter Kandidat auf die Mario Andretti Rundstrecken-Trophy zu sein. Ebenfalls unerwartet ist der zweiten Pilot: James Jakes, bisher bekannt aus GP2 und GP3 hat wohl einen zahlungskräftigen Sponsor gefunden, und wird die gesamte Saison mit dabei sein.

Newman/Haas Racing

In 50%-Stärke startet die Mannschaft von Newman/Haas in St. Petersburg in die Saison. Ursprünglich hatte man gehofft, Oriol Servia und James Hinchcliffe zu verpflichten – schließlich hat es aber nur Servia geschafft, die nötigen Sponsorgelder aufzutreiben. Das ist schade, denn beim Test in Alabama waren beide sehr gut unterwegs. Hinchcliffe hofft nun, bis zu einem der kommenden Rennen ausreichend Gelder zu finden, um doch noch in die Serie einsteigen zu können. Immerhin hat Newman/Haas mit Oriol Servia aber einen erfahrenen und meist schnellen Piloten verpflichtet, mit dem man hoffen kann, das Abschneiden vom vergangenen Jahr (als der Pilot Hideki Mutoh hieß) vergessen zu machen.

Der Rest

Fans von Simona de Silvestro dürfen sich auch in dieser Saison auf ein dauerhaftes Antreten der Schweizerin freuen. Einziger Wehrmutstropfen: Ihr Sponsor, “Nuclear Clean Air Energy”, ein Projekt, das für “sauberen” Atomstrom werben soll, dürfte sich momentan nicht an der Spitze seiner Popularität befinden. Alex Tagliani und das FAZZT-Team sind auch wieder mit dabei – allerdings nach Kauf durch Sam Schmidt unter dem Namen von dessen Team “Sam Schmidt Motorsports”. Sebastian Saavedra wird die gesamte Saison bei Conquest Racing bestreiten, Raphael Matos hat in letzter Minute einen Deal mit dem neuen AFS Racing zustande gebracht. Vitor Meira bleibt bei Foyt. Und JR Hildebrand bei Panther Racing vervollständigt ein starkes und wieder etwas US-lastigeres IndyCar Feld. Sarah Fisher Racing wollte eigentlich die gesamte Saison mit Ed Carpenter bestreiten, musste sich nach einen Crash beim Testen aber für dieses Wochenende zurückziehen. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft bald wieder dabei sein kann.

Nicht dabei sind beim Saisonstart der schon erwähnte Paul Tracy – und Dan Wheldon, der sich im Streit von Panther Racing getrennt hat. Der Brite scheint bei der Suche nach einem neuen Cockpit keine große Eile an den Tag zu legen, und wird nach eigener Aussage nur dann wieder in die Serie einsteigen, wenn er ein Angebot von einem konkurrenzfähigen Team bekommt.

Der Kalender

Nach dem Saisonstart am kommenden Wochenende geht es im Zwei-Wochen Takt mit Rennen am Barber Motorsports Park, in Long Beach und dem Brasilien-Lauf in Sao Paulo weiter.

Ohne vorheriger Übung auf einem Oval beginnt dann der Monat Mai, und damit die Vorbereitung auf das Indy 500 am 29.5.

Zwei Wochen später gibt es die erste Kalender-Neuerung – und die ist durchaus als Experiment zu bezeichnen. In Texas wird es nämlich zwei Rennen geben, die am selben Tag stattfinden werden. Die Punkte dafür werden ganz einfach geteilt, die Startaufstellung für das zweite Rennen wird ausgelost. Das kann spektakuläres Rennen geben – aber auch ebenso spektakulär in die Hose gehen. Es ist sicher nicht schlecht, frischen Wind in die Serie zu bringen. Ob man das aber unbedingt auf die High-Speed Oval in Texas machen muss, ist eine andere Frage.

Nur eine Woche danach feiert Milwaukee die Rückkehr in den IndyCar Kalender – ein Ort der Tradition aber auch der kleineren Geschwindigkeiten und nicht immer wahnsinnig spannenden Rennen. Danach folgt Iowa, bevor es im Rahmen der Kanada-Tournee wieder auf die Rundkurse geht. Zuerst startet die Serie in Toronto, zwei Wochen später auf dem völlig umgebauten Flugplatzkurs in Edmonton.

Wieder zurück in den USA folgt der Klassiker von Mid-Ohio. Dann steht wieder eine “Premiere” auf dem Programm: Das erste größere Open-Wheel-Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon seit mehreren Jahren. Besonderheit: Damit die Teams nicht umbauen müssen, wird auch dort in Road-Konfiguration fahren.

Es folgt eine weitere Premiere: Das erste Rennen auf dem neuen Stadtkurs in Baltimore. Dort hatte man wohl über den Winter finanzielle Anlaufschwierigkeiten. Nach aktuellem Stand wird die Strecke aber rechtzeitig fertig.

Für die letzten drei Rennen der Saison folgen dann wieder Ovale. Zunächst plant man, in Motegi zum vorerst letzten Japan-Auftritt der Serie anzutreten. Dass man dort ab 2012 nicht mehr antreten wird, haben INDYCAR und Motegi-Betreiber schon vor einiger Zeit bekannt gegeben. Ob man sich nach Erbeben und Tsunami heuer wirklich noch einmal auf die Reise macht, darüber gibt es im Moment noch keinen Beschluss.

Als vorletztes Rennen der Saison steht Kentucky auf dem Programm, wo es in letzter Zeit immer spannende Rad-an-Rad Duelle gegeben hat.

Schließlich folgt das Finale am baulich recht ähnlichen Oval in Las Vegas, für das sich Randy Bernard allerdings einen besondere Dreh einfallen hat lassen: Bei der Veranstaltung mit dem bescheidenen Titel “IndyCar World Championship” werden neben den regulären IndyCar Piloten noch fünf weitere Fahrer aus anderen Serien antreten. Sollte einer dieser fünf das Rennen gewinnen, winkt ein Preisgeld in der Höhe von 5 Millionen Dollar. Im Sommer soll ein Komitee entscheiden, welche Fahrer antreten dürfen. Bis dahin gibt es nur Spekulationen – etwa um den ehemaligen F1 und CART Piloten Mark Blundell, den Motocross Star James Stewart oder möglicherweise sogar Alex Zanardi.

Neue Regeln

Mit dem Ziel, eine bessere Show zu liefern, wurden in der Winterpause außerdem einige neue Regeln beschlossen: Commitment Cone, Double-File Restart, Einführung einer “Lucky Dog”-ähnlichen Regel, eine Höchst-Teilnehmerzahl von 26 Autos.

Oder auch nicht: Denn nach heftigen Beschwerden zahlreicher Fans wurden “Lucky Dog” und das 26-Starter Limit wieder gestrichen. Ausnahme: Auf Kursen, in denen die Pitlane nicht lang genug ist, etwa in Mid Ohio, wird es weiterhin eine Beschränkung des Startfeldes geben.

Geblieben ist die neue Regelung für Restarts: Die werden ab sofort in Double File absolviert. Außerdem wird die grüne Flagge deutlich später fallen als bisher. Die Autos werden also beim Überqueren der Zielflagge wieder näher beieinander liegen. Das sieht spektakulärer aus, ist bei den Teambesitzern aber nicht besonders beliebt, weil es auch zu einer Häufung an teurem Schrott führen könnte.

Vorschau: St. Petersburg

Wie das ganze in der Praxis funktioniert, werden wir am Wochenende in St. Petersburg sehen. Die IndyCar Series gastiert dort schon zum siebten, zählt man ein Champ Car Rennen 2003 dazu sogar schon zum achten Mal. Der Kurs liegt einigermaßen pittoresk in der 250.000 Einwohner-Stadt am Golf von Mexiko. Die Kursführung ist aber leider auch ziemlich eng. Die Rennen sind daher nicht immer wahnsinnig spannend. Mit etwas Glück und ein bisschen Regen wird das ganze allerdings schon wieder interessanter – so etwa 2008, als Graham Rahal das zweite Rennen nach der Wiedervereinigung von IRL und Champ Car Series gewann. Im vergangenen Jahr war es dann doch etwas zu viel des Guten, so dass der Lauf wegen Überflutungen auf den Montag verschoben werden musste. Gewonnen hat dann Will Power – der vierte Penske-Sieg in sechs Jahren. Heuer soll es aktuellen Wetterberichten zufolge trocken bleiben.

Zum Kurs selbst: Nach der Start/Zielgerade, die über eine für das Rennen stillgelegte Landebahn führt, geht es in eine recht enge Rechtskurve, wo in der Vergangenheit die meisten Überholmanöver stattgefunden haben. Es folgt eine kürzere Gerade, an deren Ende eine 90 Grad-Kurve auf die Fahrer wartet. Überholversuche gibt es dort immer wieder, gelungene Überholmanöver eher selten. Gelbphasen dafür wieder ziemlich häufig. Nach einem kurzen, ziemlich eckigen Intermezzo geht es entlang der Promenade in zwei schnelle Linkskurven und eine schnelle Schikane. Diese Passage ist landschaftlich besonders schön am Meeresufer gelegen – merkwürdig, dass dort nie Kameras postiert sind, die das entsprechend einfangen. Überholmanöver sind dort nicht zu empfehlen, und Fehler auch nicht – denn die Wand ist ziemlich nah. Über eine langgezogene, mittelschnelle Kehre geht es dann wieder zurück auf Start und Ziel. Wer sich hier einen Fehler erlaubt, läuft Gefahr, überholt zu werden. Die Versuchung für hinterherfahrende Piloten, beim Vordermann in NASCAR-Manier “anzuklopfen” scheint ziemlich groß zu sein. Helio Castroneves hat das am Ende einer SC-Phase vor ein paar Jahren mit Scott Dixon erfolgreich praktiziert. Ein aktuelles Onboard-Video hat die IndyCar Series zwar noch nicht veröffentlicht. Die Kursführung hat sich aber seit 2009 meines Wissens nach nicht verändert, so dass ich hier einfach die Onboard-Vorschau vom letzten Jahr, begleitet von Ryan Briscoe, poste.

Leider auch neu: Kein Stream

Alles in allem also gute Voraussetzungen für eine spannende Saison. Für Fans im deutschen Sprachraum hat die Sache aber leider einen Haken: Die Serie wird auch heuer (nach derzeitigem Stand) auf keinem Sender übertragen. Und auch den offiziellen Internet-Stream, der zwar nicht besonders gut, 2010 aber trotzdem oft die einzige Rettung war, gibt es auf Geheiß des amerikanischen Rechteinhabers Comcast/NBC (den neuen Versus-Besitzern) heuer nicht mehr.

Für die USA ist das verständlich, denn die INDYCAR hatte offenbar nie die Rechte, ihre Rennen im Internet zu streamen. Versus hat das wohl bisher trotz schlechter Quoten geduldet. Weil aber die Fans offenbar immer in der Werbeunterbrechung den Stream angeschalten haben, hat man diese Praxis nun beendet.

Weniger verständlich ist dagegen, wieso man auch die Trainings und die nicht im TV übertragenen Qualifying-Sessions mehr zeigen will. Und völlig unverständlich ist, wieso man nicht gegen Gebühr einen Stream des von ESPN produzierten internationalen Feeds der Serie in jenen Ländern anbietet, wo die Rechte für die IndyCar Serie nicht verkauft wurden. Leider ist man im Moment derartig auf den Aufbau einer amerikanischen Fanbase konzentriert, dass man es noch nicht mal geschafft hat, eine Liste der internationalen Broadcaster auf die Homepage zu stellen. Stattdessen gibt es dort noch immer jene vom vergangenen Jahr. Wird man sich also wieder in den Untiefen des Internets umsehen müssen, wenn man das Rennen trotzdem sehen will.

27.03.2011 LIVE 18:30 Uhr IndyCar Series St. Petersburg ABC LIVEx 23:00 Uhrx Asian F BMWxxx Bud Shootout Practicex sky sport2x

January 14 2011

09:30

TV Rechte 2011: Was wird wo gezeigt?

Wer in diesem Jahr viel Motorsport sehen möchte, der kommt um eine gute Internetleitung nicht herum. Die Zahl der Streams steigt, einige Serien sind ohne Rechner überhaupt nicht mehr zu sehen.

Es gibt auch 2011 viel Motorsport im Fernsehen zu sehen, aber einige Serien bekommt man weiterhin nur um Netz. Das gilt vor allem für die US-Serien, wobei sich die Lage etwas entspannt. Denn so wie es im Moment ausssieht, wird die ALMS ab 2011 ihre Rennen komplett live auf der eigenen Webseite zeigen. Düster sieht es aber weiterhin bei der NASCAR aus. Die NASCAR selber würde gerne die Rennen, vor allem für das internationale Publikum, gerne im Netz zeigen. ESPN und TNT ziehen schon mit aber FOX stellt sich quer. Der Grund: FOX ist der einzige Sender, der nicht allein per Kabel übertragen wird, sondern auch über die sogenannten “Affiliates” vertrieben wird. Und denen will FOX nicht die Zuschauer und damit die regionalen Werbeeinnahmen wegnehmen. Die NASCAR steckt da in einer Zwickmühle. Zum einen ist FOX, zusammen mit Speed, einer der wichtigsten Partner, andererseits laufen die Verträge noch bis Ende 2015 und so lange will man wohl nicht warten, bis man im Netz präsent ist. Das gilt auch für die sportlich zwar gute, ansonsten aber vor sich hinschwächelnde GrandAm Serie. Warum man die nicht per SpeedTV im Netz zeigt, ist nicht nachvollziehbar.

Ohne Rechner geht in diesem Jahr immer weniger. Die Streams werden mehr und laufen teilweise parallel zu den TV-Übertragungen. Einige Serien bieten sogar einen “On-Demand” Service an, aber das ist eher noch selten. Grundsätzlich ist die Tendenz aber zu erkennen, dass man das Netz als Verbreitungsplattform nicht ignorieren kann. Die Menge und die Qualität der Streams nimmt zu, es gibt immer weniger Serien, die völlig darauf verzichten. Dazu kommt, dass man Geo-IP-Blocking mittlerweile relativ einfach umgehen kann.

Verwunderlich ist aber weiterhin, dass MotorsTV das Internet komplett ignoriert. Die Webseite war schon immer eine Baustelle, der Youtube Kanal beitet nur Fitzel des Programms. Nachdem Kabel Deutschland den Sender aus dem Programmangebot genommen hat, sieht es mit der Verbreitung nicht so doll aus. Zwar ist Motors in England relativ stark, aber es würde Sinn machen, wenn man ein kostenpflichtes Abo-Modell für einen Stream anbieten würde. Warum da bei MotorsTV in dieser Richtung nichts passiert, ist mir ein Rätsel. Für die von MotorsTV übertragenden Serien dürfte die Netzrechte nicht allzu teuer sein, zudem hätte man die Chance sich vor allem für internationale Serien als zuverlässiger Verbreiter zu etablieren.

Interessant ist aber auch, dass die meisten Serien ihr internationales Potential bisher brach liegen lassen. Die Grand Am hatte ich erwähnt, aber auch teilweise hochklassig besetzte europäische Serien gehören dazu. Gemeint sind unter anderem die BTCC und die britische F3. Vor allem letztere ist gerade dabei eine, eine Chance zu verpassen. Die letzten Meister haben es allesamt in die F1 geschafft, die Qualität der Rennen ist enorm, die Konkurrenz hoch, dazu kommt der klassische britische Touch der Serie. Vermarktet wird sie mittlerweile von SRO, die ja auch die FIA GT organisieren, und die wohl auch für die weitere internationalisierung der britischen F3 zuständig sind. Im Moment gibt es nicht mal eine Liveübertragung der Rennen irgendwo im Fernsehen, MotorsTV strahlt eine Zusammenfassung mit ein bis zwei Wochen Verspätung aus. Das kann es ja nun nicht sein, wenn man gegen die F3 Euro usw. antreten möchte. Ein Stream wäre hier besonders dringend zu empfehlen.

Die folgende Übersicht hat noch ein paar Lücken, ich ergänze den Eintrag, sobald ich die Infos habe.

Formelserien
F1 – sky/RTL
sky hat den Vertrag mit der F1 nach viel Hin und Her um ein Jahr verlängert. Grund für die kurze Vertragslaufzeit: Bei RTL laufen die Rechte Ende 2011 aus, beide Sender müssen dann neuverhandeln. sky erhofft sich, dass man Exklusivpartner bei HD/3D werden wird, plus weitere Kameraperspektiven usw.

GP2 – sky
Weiter bei sky.

GP3 – Euro?
Lief 2010 auf Eurosport, habe aber keine Antwort, ob das auch 2011 so sein wird.

Formel Renault 3.5 – Euro
Sollte weiter auf Euro laufen.

Auto GP – Euro
Neu bei Eurosport, weil sie im Rahmen der WTCC die F2 ersetzt.

F2- MotorsTV, Stream
Die F2 wandert zu MotorsTV, wird alle Rennen aber auch als Livestream auf der eigenen Webseite anbieten. Ob es auch On-Demand sein wird, ist nicht bekannt. Ob sich Serienorganisator Dr. Jonathan Palmer damit einen Gefallen getan, bleibt abzuwarten. Hauptgrund für seinen Rückzug aus der WTCC sind wohl die unregelmäßigen Startzeiten der Serie, die Europosrt immer wieder dem Programm anpasst und vor allem im Sommer wild zwischen allen Sendern hin und her schiebt.

F3 Euro – n-tv
Bleibt bei n-tv, die letztes Jahr einen guten Job gemacht haben.

SLF – Stream
Hier bleibt es beim Stream auf der Webseite.

Tourenwagen
WTCC – Euro
Wie gehabt. Eurosport ist Host-Broadcaster und wird die Startzeiten wieder dem Programm anpassen.

BTCC – itv4
Bleibt die nächsten Jahre auch dort, einen legalen Stream gibt es nicht. Wobei man abwarten muss, ob itv4 eventuell auf der Webseite was zeigt. Das könnte man mit einem britischen VPN dann sehen.

DTM – ARD
Nicht neues.

GT1/GT3/GT Endurance – Stream
Ob Sport 1 die GT1-Übertragung fortsetzt ist mir nicht bekannt. Kann auch sein, dass es zu Sport1+ weiter geschoben wird. Die Streams laufen aber weiter, von daher ist es egal. Die GT3-EM wird außerdem live auf MotorsTV gesendet. Ob die dreistündigen Rennen der neuen GT Endurance Series von FIA und SRO im TV zu sehen sein werden, oder ob es wie bei den beiden anderen internationalen GT-Serien auch hier einen Stream geben wird, ist noch unbekannt.

ADAC GT – Kabel 1
Trotz schwacher Einschaltquote hält Kabel 1 an der ADAC GT ein weiteres Jahr fest.

VLN – ??
Es wird Ausschnitte aus den Rennen in verschiedenen Programmen (DMAX, Motorvision, Sport1) zu sehen geben, mehr aber nicht. Die 24H werden bei Sport1 laufen.

Porsche Supercup – sky/Euro
sky überträgt die Serie auch 2011. Sollte auch bei Eurosport zu sehen sein.

Porsche Cup – ??
Sport1, Motorvision?

Scirocco Cup – ??
Sport 1? Motorvision? Auf jeden Fall hatte VW im letzten Jahr ein verstecktes Livestream Angebot, das dieses Jahr wieder da sein sollte.

V8 Supercars – MotorsTV (1 Woche zeitversetzt)
MotorsTV. Bathhurst 1000 wird live gezeigt. Muss man auch abwarten, wie sich das bei MotorsTV entwickelt. Ohne eigenen Stream macht das bei denen langsam keinen Sinn mehr.

Prototypen
LMS – Euro
Vermutlich gibt es wieder die zerstückelte Berichterstattung auf Europsort. Einen Livestream scheint es auch in diesem Jahr nicht zu geben, was mir immer noch ein Rätsel ist. Bleibt Radio Le Mans.

24 H Le Mans – Eurosport
Auch in diesem Jahr gibt es wieder die kompletten 24 Stunden bei Eurosport.

USA
NASCAR – ??
ServusTV verhandelt mit der NASCAR über eine Verlängerung der Rechte. Es bleibt aber bei der Zusammenfassung am Montag. Gerüchteweise könnte das Daytona 500 live bei Servus laufen, weil die Amis das als Paket verkaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das stimmt, liegt aber bei unter 10%.

ALMS – Stream?
Es herrscht immer noch eine leichte Verwirrung darüber, ob die ALMS nun alle ihre Rennen live über die eigene Webseite streamt oder doch “nur” on-demand. Wenn es stimmt, wäre das natürlich toll. Das Angebot auf espn3.com soll nur ein Zusatz für die Amis sein. Die Rennen laufen in den USA nur noch teilweise live, der Rest zeitversetzt und zurechtgestutzt oder gar in dem 2010 erprobten “Doku-Drama”-Format, aber immer über ABC/ESPN. SpeedTV ist raus. Über die internationale Verbreitung hat man noch nichts gesagt. Laut Midweek Motorsport ist Radio Le Mans auch noch in Verhandlungen, allerdings ist man ziemlich sicher, dass man wieder dabei ist.

GrandAm – ??
Da wird man auf einen Stream von SpeedTV zurückgreifen müssen.

IRL – Stream
Die IRL streamt auch in diesem Jahr fast alle Rennen. Ausgenommen ist das Indy 500, das muss man sich woanders “besorgen”.

January 05 2011

07:46

Ferner liefen: Die Newshappen

# Stühlerücken bei Ferrari. Chris Dyer, bisher Chefingenieur, wird ab sofort durch Pat Fry ersetzt, der seine bisherige Position als stellvertretender technischer Direktor unter Aldo Costa aber gleichzeitig behält. Dyer soll bei Ferrari bleiben, aber laut PR-Mitteilung wird seine Rolle in den nächsten Tage “neu definiert”. Heißt: Man weiß noch nicht so recht, wo hin mit ihm. Costa und Fry bekommen aber Hilfe, da man sich Neil Martin von Red Bull geholt hat. Der war bisher Head of Strategic Operations bei den Bullen, also auch für die Rennstrategie zuständig. Das scheint direkt mit der desaströsen Fehlentscheidung in Abu Dhabi zusammen zu hängen. (Don)

# Bei Force India ist offenbar Feuer unterm Dach. Selbst über Weihnachten wollten die Gerüchte nicht verstummen, dass das Team in Schwierigkeiten steckt. Was etwas merkwürdig ist, lief die Saison für die Inder doch gar nicht so schlecht und von offenen Rechnungen hat man auch nicht gehört. Zu dem findet 2011 ja der erste Grand Prix in Indien statt, da sollten sich einheimische Sponsoren finden lassen. Gerangel gibt es auch um die Cockpits. Sutil gilt als gesetzt, unterschrieben ist der Vertrag aber nicht. Offenbar würde man gerne Liuzzi los werden, der aber einen angeblich wasserdichten Vertrag hat und ausgekauft werden müsste. Mercedes scheint sich auch nicht schlüssig sein. Erst wollte man Paul di Resta ins Team hieven, aber jetzt ist auch Nico Hülkenberg frei, der a) seine Qualitäten schon gezeigt hat und den man b) langfristig als Schumacher-Ersatz aufbauen könnte. Es hat eine, mittlerweile aus dem Netz verschwundene, Meldung des “Blick” gegeben, wonach di Resta fahren soll und Hülkenberg der Freitagsfahrer wird. Mitte Januar will sich Vijay Mallya offenbar endgültig entscheiden. Das ist ziemlich spät, denn das Cockpit muss ja noch für den Fahrer angepasst werden. (Don)

# Die Formel Eins erwacht so langsam aus ihrem Winterschlaf. Erstaunlicherweise gibt es in diesem Jahr bisher kaum Ankündigungen, wann die neuen Wagen zu sehen sein werden. Sauber hat eine kleine Präsentation für den 31.1. angekündigt, STR folgt einen Tag später, beide vermutlich aber in Valencia. Ferrari hat heute bekannt gegeben, dass am das neue Chassis “Ende Januar” zeigen wird, aber genauer ist man nicht geworden. Vermutlich wird man die Sache auch eher klein halten. Von den anderen Teams hat man noch gar nicht gehört, was vermutlich daran liegt, dass sich absolut niemand vor den Tests in Valencia in die Karten schauen lassen möchte. Ein wenig bedauerlich, waren die Präsentationen doch bisher immer ein nettes Highlight im Januar. (Don)

# Um Lotus-Renault (also Ex-Renault) gibt es mal wieder finanzielle Gerüchte. Joe Saward berichtet, er habe eine Quelle aufgetan, die ihm glaubwürdig versichert habe, dass GenII alle Anteile am Team an die Group Lotus verkauft habe, korrigiert aber später, dass es nur um weitere Anteile an Lotus Renault ginge. Offenbar möchte die Group den Anteil auf knapp 50% aufstocken. Mich wundert sowieso, wo die Group Lotus all das Geld her hat. Man hat ein irrsinniges Marketing für Lotus laufen, presst in jede erdenkliche Serie einen Wagen rein (neulich bei Top Gear US), gründete eigene Rennserien, kauft sich in einem F1-Team ein, gründet weitere IRL-Teams und baut die Motoren selbst, plant einen Einsatz in der LMS und überlegt einen eigenen F1-Motor für 2013 zu bauen. Wird interessant zu hören sein, wie Dany Bahar das alles refinanzieren möchte. (Don)

# Noch mal Ferrari. Stefano Domenicali hat der Repubblica ein interessantes Interview gegeben. Wichtigste Punkte: 1. Er wollte nach dem Desaster von Abu Dhabi als Teamchef zurücktreten. 2. Massa hat trotz Vertragsverlängerung die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen. Entweder, er liefert 2011 wieder was ab, oder er wird am Ende der Saison gehen müssen. (Don)

# Interessante Neuigkeiten gibt es aus der ALMS. Die haben ihren langjährigen Partner “SpeedTV” fallen lassen und sind nun mit allen Rennen zu ABC/ESPN gewandert. Beide Sender zeigen die Rennen aber meist nur zeitlich versetzt oder in Ausschnitten. Live wird es Bilder auf espn3.com und angeblich auch auf der Webseite der ALMS geben. Ob das was kosten wird, und ob das Angebot auf der ALMS Seite nur für Kunden außerhalb der USA gilt, ist dann wieder eine andere, leider noch offene Frage. espn3.com lässt sich jedenfalls nicht (also nicht ohne VPN) in Deutschland empfangen.
Interessant ist die Ankündigung aber auch, weil ABC plötzlich auf die in den USA nicht gerade übermäßig populäre Serie setzt, während man die NASCAR komplett raus geworfen hat. Das ist mit Sicherheit ein Zeichen in Richtung der NASCAR und deren Konkurrenzserie GrandAm. Gleichzeitig ist ein wichtiger Schritt für die ALMS, die damit vermutlich auch versuchen, die Hersteller etwas stärker zu locken. (Don)

# Schöne Neuigkeiten aus der NASCAR: Die Preseason Tests, die zwischen dem 20. und 22.1 in Daytona laufen, werden von Speed im Netz gestreamt. Übertragungszeiten sind wie folgt:
20.01
13.00 bis 18.00
19.00 bis 23.00

21.01
13.00 bis 18.00
20.00 bis 23.00

22.01
13.00 bis 18.00
20.00 bis 23.00

Alles zu sehen über speedtv.com (Don)

# Reiter Engineering plant die nächste Ausbaustufe des Gallardo LP560 GT3 zu zünden. Das große Update enthält unter anderem einen neuen Splitter, Heckflügel, Motor sowie ein überarbeitetes Fahrwerk und geänderte Übersetzungen für das Getriebe. Flo aus N

# Cytosport wird 2011 in der ALMS mit einem Lola-Aston Martin an den Start gehen. Das Fahrzeug welches anscheinend in der 2010er Konfiguration an den Start geht, wird von einem 6l V12 angetrieben und auch wieder von Greg Pickett und Klaus Graf gesteuert.

# Nach den zahlreichen freudigen Meldungen der vergangenen Wochen könnten nun wieder ein Problem auf die Indycar Series zu kommen: Angeblich denkt der langjährige Partner Firestone daran, Ende 2011 die Reifenlieferungen einzustellen. Indycar-Chef Randy Bernard gibt sich zwar derzeit noch optimistisch – sollte Firestone die Serie aber tatsächlich verlassen, wäre das ein herber Schlag. Denn die Reifenfirma hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur mit tadellosen Reifen präsentiert, sonden auch viel Geld für Werbung und Promotion rund um die Rennen ausgegeben, man denke nur an die endlosen Fernsehwerbungen in Gedichtform. Über diese Spots kann man denken was man will – ein völliger Wegfall der damit verbundenen Gelder würde die knappen Kassen so mancher Teams und Veranstalter aber sicher empfindlich treffen. (Vorsicht)

October 20 2010

14:57

NASCAR: Probleme mit den Quoten

Die Einschaltquoten der NASCAR sinken seit Jahren. Auch in diesem Jahr macht vor allem der Chase Sorgen. Was macht die NASCAR falsch? Wo ist sie schuldlos?

Die Welt der NASCAR ist mehr ganz so glänzend, wie sie noch vor ein paar Jahren ausschaute. 2010 ist ABC aus dem Chase ausgestiegen, stattdessen überträgt nur noch ESPN die Rennen, sieht man mal vom Rennen wenigen Rennen ab. Der Verlust von ABC ist nicht ganz so schlimm, wie man auf den ersten Blick denken könnte. ESPN erreicht rund 100 Millionen Zuschauer, bei ABC liegt die technische Reichweite 16 Millionen Zuschauer höher. Aber ein Zeichen ist es schon, wenn ein Hauptsender in den USA auf die NASCAR verzichtet. Allerdings hatte die NASCAR noch nie besonders viel Glück mit einem der vier Prime-Sender. Nur NBC war eine gewisse Zeit in der Lage, vernünftige Quoten zu erreichen. Die Gründe für den Verfall sind vielfältig, aber die Frage ist auch, ob das wirklich so schlimm ist.

Ein Blick auf die Quoten in diesem und ein Vergleich mit den letzten Jahren ist schon sehr ernüchternd. Auf der Webseite von Jayski kann sich die Zahlen genau anschauen. Im Schnitt hat die NASCAR in den letzten vier Jahren rund 1 Millionen Zuschauer pro Rennen verloren. Bei einigen Rennen ist Verlust richtig groß (Fontana, Daytona), bei anderen hält es sich in Grenzen (Bristol, Talladega). Tatsache bleibt aber, dass das Interesse an der NASCAR schrumpft. Und zwar gewaltig. Es gibt mehrere Gründe, die für den Rückgang verantwortlich gemacht werden:

1. CoT
Die Einführung des CoT wurde unzureichend und schlecht kommuniziert. Das veränderte Aussehen sorgte erst einmal für Ablehnung, wobei sie die Kritik vor allem am Splitter, Heckflügel und am langweiligen Aussehen der Wagen festmachte. Splitter und Heckflügel ist die Verantwortung der NASCAR, beim Aussehen haben allerdings die Hersteller Mist gebaut. Die neuen Wagen der NW-Serie, wo Ford zum Beispiel den Mustang einsetzt, kamen deutlich besser an. Die Idee der Marketingabteilungen, möglichst Großserien Limousinen einzusetzen, mit denen sich die Fans besser identifizieren können, ist deutlich nach hinten losgegangen. Wie leicht zu erraten war, interessieren sich die Fans nicht für Alltags-Wagen, denen sie sonst auch im Straßenverkehr begegnen. Sie wollen “richtige” Rennwagen sehen. Mittlerweile wird im Sprint Cup offen diskutiert, ob man den Mustang etc. nicht in die Top-Liga holen soll. Den auch von den Fahrern massiv kritisierten Heckflügel hat man wieder gegen die Bordsteinkante ausgetauscht, die in den USA “Spoiler” heißt.

2. Zu wenig Action
Tatsächlich hat der Spoiler dazu geführt, dass die Rennen wieder besser geworden sind. Die Wagen produzieren weniger “dirty Air” sondern ziehen halt wieder ein riesiges Luftloch hinter sich her. Auch das Quasi-Verbot des “bump drafting” hat der Serie nicht geholfen, dazu kam die zeitweise strenge Regulierung der in der NASCAR seit Generationen üblichen harten Fahrweise. Erst seit diesem Jahr hat die Fahrer wieder “von der Leine gelassen”, wie es so schön heißt. Das führte dann immerhin Fehden zwischen Keselowski/Edwards, Kyle Busch/Alle anderen und selbst Jeff Gordon und Jimmie Johnson kamen sich ins Gehege.

3. Zu viele Rennen
36 Meisterschaftsläufe plus das Budweiser Shootout und das All-Star. Das ist machen Fan einfach zu viel. Es bedeutet, dass man 38 Wochenende rund 4 Stunden vor dem Fernseher verbringen muss, was nicht in jeder Familie auf Gegenliebe stößt. Kritiker sind zu dem der Meinung, dass die vielen Rennen die Marke verwässern. Die Frage ist halt auch: Braucht es zwei Rennen in Fontana und Pocono? Oder in Kansas? Sollte man nicht wieder so Fan-Favoriten wie Rockingham reinnehmen? Oder Fontana wenigstens als Restictor Plate Rennen fahren?

4. Zu lange Rennen
Die Diskussion hatten wir hier auch schon mal. Grundsätzlich bin ich weiter der Meinung, dass der Langstreckencharakter der NASCAR erhalten bleiben muss, aber die Frage, ob es immer 500 Meilen sein müssen, ist dann wieder eine andere. Dass man das zweite Rennen in Fontana um 100 Meilen verkürzt hat, war sicher nicht die schlechteste Idee. Das könnte man sich auch für andere Strecken überlegen.

5. Zu viele “Milchgesichter”.
Ein sehr oft gehörter Vorwurf ist, dass das Fahrerfeld nur noch aus narzisstischen, glatt-rasierten Marketing-Bubis besteht, deren Charisma gerade knapp über dem eines Versicherungsvertreters liegen. Das ist nicht so ganz falsch, weil die Fahrer selbst für NASCAR-Verhältnisse immer jünger werden. Joey Logano & Brad Keselowski sind so Prototypen einer neuer Generation. Aber ein wenig ungerecht ist es auch, denn wenn man ehrlich ist, fuhren auch in den 70er und 80er Jahren jede Menge Fahrer mit, die auch nicht weiter auffielen. Mit Tony Stewart, Juan Pablo Montoya, Kyle Busch, Mark Martin, Kevin Harvick, Dale Earnhardt jr, Kurt Busch oder Carl Edwards hat man schon genügend Fahrer, die man als “Charakterköpfe” bezeichnen kann.

6. Jimmie Johnson
Stimmt. Noch ein Meistertitel von Johnson muss wirklich nicht sein. Schon jetzt, nach drei Rennen im Chase, droht die Sache zu einer Soloshow von Johnson zu werden. Aber der kann ja nun auch nichts dafür, wenn das Team die Sache besser als die Konkurrenz macht. Die Meisterorgie von Schumacher in der F1 hat der Serie auch nicht geschadet.

7. Schlechte Übertragungen
An den Bildern liegt es nicht, die kommen eh von der NASCAR. FOX, TNT und ESPN bringen nur das Studio, die Boxencrews und ein paar zusätzliche Kameras mit. Mittlerweile lässt man den Führenden auch mal Führenden sein und die Regie schaltet ins Mittelfeld, wenn sich vorne nichts tut. Kritisiert werden vor allem die Werbung und die teilweise hanebüchenen Kommentare. In Sachen Werbung liefert das Blog Cawsnjaws jede Woche eine minutiöse Abrechnung der Werbung, inkl. verpennter Restarts. Die Menge der Spots (und deren endlose Wiederholungen) sind eine Sache, eine andere, wie die Breaks gesetzt werden. Bei ESPN kann man die Uhr danach stellen, dass bei 1.5 Meilen Ovalen nach acht bis neun Runden die erste Unterbrechung kommt, was viele Fans als deutlich zu früh empfinden. ESPN argumentiert, dass man nur beim Start auf die meisten Zuschauer kommen würde. Mag sein, führt aber wohl dazu, dass eben viele Zuschauer ab- bzw. wegschalten. FOX und TNT probierten dieses Jahr eine extrem nervige Programmierung aus, in dem sie zur Mitte des Rennens teilweise alle acht bis zehn Minuten in eine Werbepause gingen. ESPN bekleckerte sich nicht gerade mit Ruhm, als man bei einigen Rennen 5 Runden vor Schluss noch mal kurz einen Boxenstopp einlegte.
Bei den Kommentatoren liegt auch einiges im Argen. Darrell Waltrip war in diesem Jahr, vorsichtig formuliert, nicht gerade in der Form seinen Lebens, TNT versagte beim Rennen in Infinion derartig, dass man denn Kommentar unter “Slapstick” ablegen musste, und Rusty Wallace redet sich bei ESPN jede Woche um Kopf und Kragen. Alle Sender verteidigen die teilweise absurden Rennkommentare damit, dass man “neue” Zuschauer nicht mit zu viel Insider-Wissen vertreiben möchte (Ja, “neue Zuschauer” da habe ich auch gelacht). Aber das scheint ja eine Sache zu sein, die die Amis allein falsch machen, Heiko Waßer erklärt auf RTL ja auch seit 15 Jahren, warum ein Reifen rund ist.

8. Schlechte Übertragungszeiten
Früher starteten die Rennen um 12 Uhr. Das hatte seinen Grund, denn im sehr gläubigen Teil der USA, aus dem die NASCAR stammt, passte die Anfangszeit perfekt. Man kam gerade aus der Kirche und konnte beim Mittagessen nebenbei NASCAR schauen. Auf Wunsch der Fernsehsender schob die NASCAR die Anfangszeiten teilweise auf 14.00 Uhr, was nicht ankam. Mittlerweile ist man bei 13.00 Uhr gelandet, was aber auch nur mittelmäßig gut ist. Denn ab September kämpft man dann Sonntags gegen die mächtige NFL. Würde man eine Stunde früher starten, hätte man zumindest die Chance, ein paar NFL-Fans zu halten, wenn denn das Rennen spannend ist.

Aber – es mag auch noch ein paar andere Gründe geben, warum die Quote in den Keller geht. Und dafür kann die NASCAR nicht unbedingt was.

1. Ende der linearen Fernsehkultur
Früher musste man dem Ablauf des Programms folgen, man hatte vielleicht noch ein paar Filme auf Video. Heute kann man in den USA dank Hulu alles zu der Zeit sehen, wann man es möchte. Die Idee, sich am Sonntag ein paar Folgen der Lieblingserie anzuschauen, die man verpasst hat, liegt ziemlich nahe. Je mehr Alternativen es gibt, desto mehr machen die Leute davon Gebrauch. Warum sollte ich mir ein langweiliges Rennen in Fontana anschauen, wenn ich zwei Folgen “House” sehen kann?

2. Streams
Nicht nur die NASCAR, für die Fernsehsender generell gilt, dass man sich nach und nach etwas einfallen lassen muss, wenn es um die Zählung der Quoten geht. Die Leute schauen das Rennen mittlerweile nicht mehr vor dem Fernseher, sondern neben am Rechner als Stream. Das gilt insbesondere für all jene, die die NASCAR nur per Stream empfangen können. Die NASCAR hat schon im letzten Winter versucht, einen Stream auf der eigenen Seite zu installieren, scheiterte allerdings am Widerstand von FOX, die Angst haben, dass die eh schwache Quote noch weiter absinkt. Aber wie das eben so ist – wenn die Industrie nicht schnell genug reagiert, sucht sich der User eben andere, in dem Fall halblegale Angebote.

3. Aufsplittung der Aufmerksamkeitsökonomie
Die NASCAR konkurriert nicht nur gegen andere Sportarten, sondern auch gegen Spielekonsolen, das Internet, DVDs und andere Sachen. Ihnen geht es wie der jeder “alten” Branche. Man muss sich in der neuen Ordnung auch erst einmal seinen Platz suchen. Der Konkurrenz geht es ja teilweise auch nicht besser. Die NHL ist bei Versus verschwunden, viele der regulären Saisonspiele der MLB kratzen am Rande der Bedeutungslosigkeit.

4. Relativierung des Erfolgs
Die NASCAR hat zwischen 2000 und 2005 eine beispiellose Karriere hingelegt. Das lag nicht zuletzt am Jahr 2001, als man zum einen durch den Tod von Dale Earnhardt plötzlich einen Schub bekam, und an den Anschlägen vom 11. September. Das dadurch verstärkte “Wir-Gefühl”, die Zuwendung zu US-Sportarten und das eh sehr stark propagierte Nationalbewusstseinn der NASCAR, die sich schon immer mit dem Militär eng verbunden war (Fly Over, Troop Day, Veteranen Tag usw.) halfen der Serie ein breites Interesse zu entfachen. Dass das so nicht bleiben würde, war klar, allerdings hat die NASCAR, wie oben beschrieben, auch einige strategische Fehler gemacht. Die fehlenden Internationalisierung, der Verlust der Märkte in Europa (England, Deutschland) sind da nur zwei Beispiele. Jedenfalls macht es den Eindruck, als ob die NASCAR sich von ihrem Peak verabschiedet hat und wieder auf “Normalmaß” zurück gestuft wird.

Bleibt am Ende die Frage, was die NASCAR gegen einen weiteren Absturz machen kann. Eine schnelle Lösung wäre, vor allem für die internationalen Zuschauer, dass man auf der eigenen Webseite einen vernünftigen Stream anbietet. Das scheint im Moment weiterhin am Widerstand von FOX zu scheitern, aber man wird sehen müssen, was die Verhandlungen über den Winter ergeben. Wenn die NASCAR Pech hat, wird sich das Problem erst 2013 lösen, denn die momentanen TV-Verträge laufen bis Ende 2012.

Der Chase wird 2011 renoviert werden. Vermutlich wird ihn deutlich erweitern. Entweder wird man auf die ersten 15 setzten, oder weiterhin auf die Top 12 plus jene, die ein Rennen in der laufenden Saison gewonnen haben. So hätte man dieses Jahr immerhin Montoya in den Chase geschubst und Junior wird ja wohl auch irgendwann mal wieder ein Rennen gewinnen.

Man sieht aber schon, dass die NASCAR nach den massiven Änderungen, die man in diesem Jahr vorgenommen hat, kaum noch Spielraum hat. Im Grunde stimmt das Paket eigentlich. Man könnte den Sprint Cup noch in Road Atlanta und in Montreal fahren lassen, aber das würde wohl eher den Wünschen der europäischen Fans entsprechen. Vielleicht hilft es auch, wenn man Jimmie Johnson nach dem vermutlich fünften Titel in Folge einfach die nächsten 10 Jahre aus der Wertung nimmt.

September 29 2010

20:54

TV-Rechte: MotorsTV weg bei Kabel Deutschland

Motorsport Fans haben es in Deutschland nicht leicht. Jetzt ist auch noch MotorsTV bei Kabel Deutschland aus dem Programm geflogen.

Seit Mittwochabend leuchtet den Kunden des Kabel Deutschland “Premium Paket” ein hässliches gelbes Schild entgegen, wenn sie auf MotorsTV schalten. Auf dem steht nur lapidar, dass der Sender ab sofort nicht mehr Bestandteil des Programmpaket von Kabel Deutschland ist. Weg ist auch ESPN Classic, was Motorsport Fans aber eher verkraften werden. Für beide Sender wird KD demnächst FOX und Sport1+ ausstrahlen. Der Verlust von MotorsTV ist ziemlich herb, denn es gibt keine Möglichkeit, den Sender über Satellit oder per Stream ins Haus zu holen. Damit fallen für die Fans viele Motorsportserien weg, die man nur auf MotorsTV sehen konnte. Darunter sind:

- ALMS
- V8 Supercars
- diverse GT-Serien, darunter die Liveübertragung der GT3 Europameisterschaft
- Britische F3
- Auto GP
- WRC

All diese Serien sind auf legalem Weg im Austrahlungsgebiet von KD nicht mehr zu empfangen. Nur die Kunden von Unity Media und T-Home können weiterhin MotorsTV sehen.

Interessant auch, dass Kabel Deutschland in schon fast stalinistischer Manier zwei Sender einfach abschaltet, ohne die Kunden wenigstens ein paar Tage vorher per Laufband zu informieren. Per Post wäre es auch gegangen, immerhin landet bei mir alle paar Wochen ein dämlicher Spambrief ein Brief in Sachen Kundenwerbung und Internetanschluss von Kabel Deutschland im Briefkasten. Wenn für so einen Unsinn Geld da ist, könnte man ja auch nebenbei ankündigen, was sich für die Kunden ändert.

Bedauerlicherweise werden Rennsportfans damit weiter ins Netz und auf die Suche nach mehr oder weniger legalen Streams geschickt. Ich habe sowohl Kabel Deutschland, als auch MotorsTV um eine Stellungnahme gebeten.

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