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October 08 2013

16:00

IndyCar: Analyse The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston

Scott Dixon war der große Gewinner des Double-Headers in Houston, auch weil Helio Castroneves unter massiven technischen Problemen litt. Überschattet wurde das Wochenende aber von einem schweren Unfall Dario Franchittis im zweiten Rennen.

Scott Dixon (C) IndyCar Media/Chris Owens

Scott Dixon
(C) IndyCar Media/Chris Owens

Mit jeweils einem Getriebeschaden pro Rennen hatte Helio Castroneves ein schwarzes Wochenende. Durch den Sieg im Rennen am Samstag und Platz 2 am Sonntag konnte Scott Dixon den Rückstand von 49 Punkten in der Meisterschaft auf Castroneves in einen Vorsprung von 21 Punkten umwandeln. So richtig freuen konnte er sich aber nicht, da sein Teamkollege in einen schweren Unfall in der letzten Runde verwickelt war.

Takuma Sato verlor in der schnellen Kurve 5 die Kontrolle über seinen Dallara und Dario Franchitti wollte außen herum ausweichen. Er stieg aber über Satos Wagen auf und zerschellte am Zaun. Während Sato und, der ebenfalls noch aufgefahrene EJ Viso, langsam eigenständig aussteigen konnten, blieb Franchitti in seinen Wrack sitzen. Der Unfall erinnerte an die Unfälle von Kenny Bräck oder auch Dan Weldon. Auch durchdrangen wieder diverse Teile den Zaun und verletzten einige Zuschauer, zum Glück aber nicht schwer. Nach langen Minuten des Bangens überbrachte Chip Ganassi erste positive Nachrichten. Franchitti war bei Bewusstsein und klagte über Schmerzen in Rücken und Beinen. Im Krankenhaus wurden zwei gebrochene Wirbel, eine Fraktur des rechten Knöchels sowie eine Gehirnerschütterung diagnostiziert. Wir wünschen sowohl Franchitti als auch den verletzten Zuschauern eine schnelle und vollständige Genesung.

Rennen 1

Podium Rennen 1 (C) IndyCar Media/Chris Jones

Podium Rennen 1
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Stehende Starts und die IndyCar werden keine Freunde mehr. Der erste Versuch musste abgebrochen werden, weil bei Charlie Kimball die Kupplung versagte und der Motor so abgewürgt wurde. Kimball konnte das Rennen zwar aufnehmen, hatte aber bei jedem Boxenstopp Probleme beim Anfahren. Beim zweiten Start blieb James Hinchcliffe stehen und Ed Carpenter konnte ihm nicht mehr ganz ausweichen. Er touchierte Hinchcliffe zum Glück nur leicht, für beide aber war das Rennen beendet. Takuma Sato, der die Qualifikation gewonnen hatte, fuhr über ein Trümmerteil und musste unter Gelb mit einem schleichenden Plattfuß an die Box.

In Runde 9 wurde dann das Rennen endlich freigegeben mit Will Power vor Scott Dixon. Beide konnten sich von Simon Pagenaud und Simona de Silvestro absetzten. Ab Platz 3 blieb das Feld aber dicht beisammen. Mit den ersten Boxenstopps konnte sich Dixon an Power vorbei schieben. Der Neuseeländer war zum einen eine Runde früher in der Box, zum anderen gab es Probleme mit dem Wagenheber bei Power.

Nach dieser ersten Serie der Stopps drehte sich Dario Franchitti im Hinterfeld und sorgte so für die dritte Caution. Am Ende kam der Schotte nur auf Platz 15 ins Ziel. Beim Restart in Runde 43 hatte Simon Pagenaud auf Platz 3 Probleme und verlor drei Plätze an den sehr gut aufgelegten Luca Fillippi, Sebastien Bourdais und Simona de Silvestro. In Runde 61 absolvierten de Silvestro und Pagenaud ihren zweiten und letzten Boxenstopp, da sie in der Gruppe hinter Fillippi festhingen. In Runde 64 musste Oriol Servia seinen Wagen in Kurve 4 mit Getriebeschaden abstellen, als gerade Scott Dixon in der Box war. Die folgende Caution war natürlich ein großer Glücksfall für alle, die ihren letzten Stopp bereits absolviert hatten.

Beim Restart konnte sich Simona de Silvestro in einem schönen Manöver an Pagenaud vorbei schieben und den Platz direkt hinter Scott Dixon sichern. Auch Justin Wilson konnte am Franzosen vorbei, der immer Probleme mit der Lage seines Autos mit kälteren Reifen nach den Gelbphasen hatte. Auch die letzten Cautions und Restarts änderten nichts mehr an dieser Reihenfolge.

Vollkommen verdient gewann Scott Dixon sein viertes Rennen in dieser Saison. Dahinter sicherte sich Simona de Silvestro ihre erste Podiumsplatzierung vor Justin Wilson und Simon Pagenaud. Ein sehr gutes Rennen zeigten auch Josef Newgarden, James Jakes und Graham Rahal auf den folgenden Plätzen. Mit Platz 8 zeigte Sebastien Bourdais wieder ein gute Leistung. Auf Platz 9 folgte mit EJ Viso der erste Fahrer von Andretti Autosport vor Luca Fillippi, der Will Power auf der Strecke überholen konnte.

Trotz der Probleme mit der Kupplung konnte sich Charlie Kimball noch auf Platz 11 ins Ziel retten. Durch die unglückliche Caution und dem Boxenstopp in Runde 64 bzw. 73 fiel Will Power ins Hinterfeld und konnte sich nicht mehr über Platz 12 hinaus verbessern. Marco Andretti hatte große Handlingsprobleme und kam nie wirklich auf gute Zeiten. Auf Platz 13 war er aber schon der letzte Fahrer in der Führungsrunde.

Noch viel größere Probleme hatten Helio Castroneves und Ryan Hunter-Reay. Bei beiden, wie auch bei Oriol Servia, gab es Schäden am Getriebe. In fantastischen acht Minuten konnte man bei Penske Racing das Getriebe wechseln und mit insgesamt zehn Runden Rückstand kam der Führende in der Meisterschaft noch auf Platz 18 ins Ziel. Mit dem Sieg von Scott Dixon hatte er aber nur noch acht Punkte Vorsprung. Platz 20 für Ryan Hunter-Reay beendete natürlich alle seine Träume von einer Titelverteidigung. Bei ihm war Benzin beim Tankvorgang ausgelaufen und hatte sich entzündet. Das Feuer wurde zwar schnell gelöscht, hatte aber das Datenkabel zum Getriebe beschädigt.

Tony Kanaan, der im nächsten Jahr für Chip Ganassi fahren wird, schied mit einem Defekt an den Bremsen aus. Takuma Sato und Mike Conway sorgten mit Fahrfehlern und Mauerkontakt für zwei der letzten drei Cautions in den Runden 72 und 88. Diese letzte Caution führte auch zum Rennende unter Gelb.

Das ganze Ergebnis von Rennen 1 findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Rennen 2

Podium Rennen 2 (C) IndyCar Media/Bret Kelley

Podium Rennen 2
(C) IndyCar Media/Bret Kelley

Aufgrund starker Regenfälle musste die Qualifikation am Vormittag abgesagt werden. Die Startaufstellung wurde gemäß der Owner-Points vor dem Houston-Wochenende erstellt. Traditionell wurde der erste Startversuch wieder abgebrochen, da diesmal Takuma Sato seinen Startplatz nicht gefunden hatte. Den zweiten Versuch gewann Helio Castroneves vor Scott Dixon und Simon Pagenaud. Ab Runde 2 beklagte sich Dixon darüber, dass Castroneves Öl aus seinem Getriebe verlieren würde. Es zeichnete sich also der nächste Getriebeschaden am Penske mit der Nummer 3 ab und in Runde 10 musste der Brasilianer seinen Dallara abstellen. Diesmal war das Getriebegehäuse bei einem heftigen Aufsetzten in Kurve 1 gebrochen. Die Reparatur dauerte erheblich länger als am Samstag und am Ende stand nur Platz 23 zu Buche.

Will Power konnte sich von Startplatz 9 schnell nach vorne auf Platz 2 hinter Scott Dixon schieben. Beide waren, wie am Samstag, das Maß der Dinge und konnten sich schnell vom Feld absetzten. Ein Crash von Luca Fillippi führte zu vierten Caution ab Runde 28, die alle Spitzenfahrer für den ersten Boxenstopp nutzten. Tony Kanaan löste mit einem Fahrfehler in Runde 33 die nächste Caution aus und in Folge des Restarts konnte sich Power an Dixon vorbei schieben.

Weder die zweite Runde der Boxenstopps, noch die Gelbphasen sechs bis acht änderten etwas an Situation an der Spitze. Dixon kam zwar mehrfach nahe an Power heran, zu einem ernsthaften Angriff kam es aber nicht. Der Neuseeländer konnte und wollte natürlich nicht seine gute Position in der Meisterschaft gefährden. Will Power konnte sich so den zweiten Saisonsieg sichern und half damit auch seinem Teamkollegen.

Mit Platz 3 hat James Hinchcliffe nochmal gezeigt, dass er auch im nächsten Jahr in einem Topteam fahren sollte. Dasselbe gilt für Justin Wilson mit seiner vierten Top-4-Platzierung in Folge. Und auch Sebastien Bourdais setzte seine Serie von guten Platzierungen auf Platz 5 fort. Es ist schon erstaunlich, welchen großen Schritt er mit seinem Dragon Racing Team gemacht hat.

Simon Pagenaud hatte am Sonntag bei kühleren Temperaturen deutlich mehr mit dem Handling seines Dallaras zu kämpfen. Schon am Samstag verlor er mit kälteren Reifen bei den Restarts jeweils Plätze. Durch Platz 6 hat auch er keine Chancen mehr auf den Meistertitel. Mit einem guten Rennen und Platz 7 brachte sich auch Oriol Servia ins Gespräch für einen Stammplatz im nächsten Jahr.

Nach den Kupplungsproblemen am Samstag konnte sich Charlie Kimball am Sonntag immerhin Platz 8 sichern. Abgesehen von Scott Dixon lief es beim Team von Chip Ganassi aber in Houston nicht rund. Auch Dario Franchitti lag vor seinem Unfall nur auf Platz 11. Leicht enttäuscht dürfte auch Mike Conway aus Houston abreisen. Die Plätze 11 und 9 entsprechen nicht seinem wahren Leistungsvermögen, vor allem im Vergleich zu seinem Teamkollegen Justin Wilson.

Den letzten Platz in den Top 10 sicherte sich Simona de Silvestro. Mit einem haarsträubenden Manöver beförderte sie schon in Runde 2 Tristan Vautier und Graham Rahal in die Mauer von Kurve 8. Diese Aktion wurde vollkommen zu recht mit einer Drive-Through-Penalty bestraft. Ihr Opfer Vautier kam direkt hinter ihr auf Platz 11 ins Ziel. Beide profitierten dabei natürlich vom Unfall von Sato, Franchitti und Viso, die ansonsten vor ihnen ins Ziel gekommen wären.

Auf Platz 12 und damit wieder die üblichen fünf bis zehnPlätze hinter Bourdais kam Sebastian Saavedra ins Ziel. Nach seinem sehr guten fünften Platz am Samstag lief es für Josef Newgarden am Sonntag nicht mehr so gut. In Runde 73 drehte er Marco Andretti um, der nach Frühstart und entsprechender Strafe im ganzen Rennen im Hinterfeld fuhr. Auch Newgarden wurde für „Avoidable Contact“ mit einer Drive-Through-Penalty bestraft.

Auf den Plätzen 14 bis 16 wurden die verunfallten Sato, Franchitti und Viso gewertet. Es folgten die beiden Rahal Lettermann Lanigan Piloten James Jakes und Graham Rahal. Beide waren, wie auch Luca Fillippi und Marco Andretti, in diverse Zwischenfälle verwickelt. Ryan Hunter-Reay hatte wieder Probleme mit seinem Getriebe und rollte mit kaum Vortrieb in Runde 33 in die Box. Mit 37 Runden Rückstand kam Helio Castroneves auf Platz 23 ins Ziel. Hinter ihm wurde nur noch Tony Kanaan gewertet.

Das ganze Ergebnis von Rennen 2 findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt nun Scott Dixon mit 23 Punkten vor Helio Castroneves. Nur noch zwischen diesen beiden Piloten wird in Fontana die Meisterschaft entschieden. Mit dem Sieg und Platz 2 hat sich Scott Dixon natürlich auch die Mario Andretti Trophy für den besten Stadt-Straßenkursfahrer der Saison gesichert.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Das große Finale auf dem Auto Club Speedway in Fontana findet am 19. Oktober (bzw. für uns am Morgen des 20. Oktobers) statt.

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August 27 2013

16:00

IndyCar: Analyse GoPro Grand Prix of Sonoma

In einem turbulenten Rennen konnte sich Will Power seinen ersten Sieg in dieser IndyCar Saison sichern. Sieben Gelbphasen zeugen von vielen Unfällen auf der Strecke, die größte Aufregung gab es aber in der Boxengasse.

Podium von Sonoma (C) IndyCar Media/Chris Jones

Podium von Sonoma
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Ungefähr ab Runde 30 zeichnete sich ein Kampf zwischen Will Power und Scott Dixon um den Sieg ab. Eine besondere Brisanz bekam das Duell durch die Tatsache, dass Dixon der gefährlichste Verfolger von Powers Teamkollegen Helio Castroneves in der Meisterschaft ist. Castroneves hatte einige Probleme im Rennen und kam nur auf Platz 7 ins Ziel. In der virtuellen Meisterschaftswertung lag so Dixon zeitweise nur noch 6 Punkte hinter ihm.

In Runde 64 fuhren Dixon und Power, auf den Plätzen 1 und 2 liegend, zu ihrem letzten Stopp in die Boxengasse. Die beiden Boxen lagen dabei direkt hintereinander. Als Dixon losfuhr kollidierte er mit dem Mechaniker, der Powers rechtes Hinterrad zur Boxenmauer trug. Dieser stürzte auf einen weiteren Kollegen, aber alle blieben mehr oder weniger verletzungsfrei. Für diese „Pit Safety Infraction“ bekam Dixon in Runde 70 eine Drive-Trough-Penalty aufgebrummt und damit war der Sieg dahin. Am Ende rettete er sich auf Platz 15.

Bei Chip Ganassi Racing war man natürlich ziemlich sauer. Sowohl Dixon als auch sein Rennstratege gingen von einer Absicht des Penske Mechanikers aus. Auch die Kommentatoren bei NBC- Sports teilten diese Ansicht. Tim Cindric, Präsident von Penske Racing, hat gestern nochmals bestätigt, dass das Verhalten des Mechanikers, auch nach Vergleich der Boxenstopps in Mid-Ohio mit denen in Sonoma, absolut normal war. Von einem absichtlichen Behindern bzw. der Provokation der Strafe kann keine Rede sein.

Nachdem Rennen erklärte Rennleiter Beaux Barfield wie er die Situation gesehen hat. Dixon fuhr demnach durch den Boxenbereich von Power, in dem der Mechaniker seinem gewohnten Ablauf nachging. Durch die Boxenmarkierungen der NASCAR, die für die IndyCar keine Bedeutung haben, und den schwer sichtbaren Markierungen der IndyCar, konnte man dies am Fernsehschirm nicht erkennen. Sollte Dixon durch die Box von Power gefahren sein, ist die Strafe natürlich absolut korrekt.

Nachdem Dixon seine Strafe abgesessen hatte, musste sich Will Power beim letzten Restart des Rennens in Runde 80 noch gegen Justin Wilson durchsetzten. Dies gelang ihm und er konnte dann die letzten Runden ungefährdet zum Sieg fahren. In den 17 Saisonrennen gibt es jetzt somit 10 verschiedene Sieger. Das müssen andere Serien der IndyCar erst einmal nachmachen. Während der CART- Saison 2001 gab es 11 verschiedene Sieger in 20 Rennen. In diesem Jahr gibt es mit Marco Andretti und Justin Wilson noch zwei aussichtsreiche Siegkandidaten.

Justin Wilson war auf den langsameren schwarzen Prime-Reifen von Platz 7 aus gestartet. Die zweite Gelbphase ab Runde 7 löste EJ Viso aus, der ihn in Turn 7 umdrehte. Leittragender war auch James Hinchcliffe, der aufgehalten wurde. Diese Caution nutzten Wilson und Hinchcliffe, um auf die deutlich schnelleren roten Option-Reifen zu wechseln. Mit den neuen Reifen waren sie im Vorteil und Wilson konnte in Runde 24, als alle anderen Fahrer auch ihren ersten Boxenstopp absolviert hatten, die Führung übernehmen. Ab Runde 30 hatte er aber mit abbauenden Reifen zu kämpfen und musste in Runde 37 seinen zweiten Stopp absolvieren. Im Feld verlor er Zeit auf Dixon und Power. Ein zweiter Platz ist aber ein hervorragendes Ergebnis und auch die beste Platzierung für ihn und Dale Coyne Racing in diesem Jahr. In Runde 25 gab es eine leichte Berührung zwischen Saavedra und Hinchcliffe, der dabei fast sein Auto nur mit großer Mühe ohne Dreher auf der Strecke halten konnte. In Folge verlor er einige Plätze und musste in Runde 31 seinen zweiten Stopp absolvieren. Die folgenden langen Stints kosteten Zeit, so dass er nur auf Platz 8 ins Ziel kam.

Auf Platz 3 kam Dario Franchitti ins Ziel. Er war von Platz 1 ins Rennen gegangen, verlor die Führung aber beim ersten Boxenstopp. In Folge konnte er sich zwar immer in den Top 5 halten, zu einem Angriff nach vorne fehlte es aber ein wenig an Geschwindigkeit. Für den Schotten ist es das fünfte Top 5 Ergebnis in Folge. Hinter ihm kamen nach recht unauffälligen Rennen Marco Andretti und Simon Pagenaud ins Ziel. Beide bestätigten so wieder ihre große Konstanz was Top 10 Ergebnisse angeht.

Vor Helio Castroneves, der mit einem nicht perfekten Auto zu kämpfen hatte und nur auf Schadensbegrenzung aus war, konnte sich Ryan Hunter-Reay platzieren. Bei Andretti Autosport beging man einen Fehler, als man ihn während der dritten Gelbphase, auf Platz 3 liegend, nicht mit den anderen Spitzenfahrer zum ersten Stopp in die Box holte. Nach seinem Stopp in Runde 25 fiel er ins Mittelfeld zurück und konnte sich nicht wieder ganz nach vorne fahren. So konnte er nur drei Punkte auf Castroneves gut machen, was eindeutig zu wenig ist.

Charlie Kimball war von Platz 6 gestartet, drehte sich aber direkt beim Rennstart und würgte dabei den Motor ab (Caution 1). Er verlor eine Runde, konnte sich diese aber mit einem sehr gelungenen Manöver bei einem Restart in Runde 18 zurückholen, in dem er Ryan Hunter-Reay überholte. Leider war er beim letzten Unfall in Turn 7 unschuldig involviert, als Ryan Briscoe ihn von hinten abschoss (Caution 7). Ed Carpenter und Takuma Sato waren weitere Opfer dieser Kollision. Kimball musste den beschädigten Dallara abstellen und so blieb nur Platz 20.

Turn 7, die Spitzkehre am Ende der längsten geraden, war Schauplatz von insgesamt vier Unfällen und noch vielen kleinen Kollisionen. Neben EJ Viso und Ryan Briscoe räumte dort auch Sebastien Bourdais in Runde 16 Simona de Silvestro und Tony Kanaan in Runde 21 JR Hildebrand ab. Alle Schuldigen durften eine Drive-Through-Penalty aufgrund von „Avoidable Contact“ antreten. Entsprechend war nicht nur das Rennen der meisten Opfer, sondern auch der Täter gelaufen. Simona de Silvestro und Sebastian Bourdais konnten sich immerhin auf die Plätze 9 und 10 vorfahren. Beide zeigten dabei einige schöne Überholmanöver, vor allem in Turn 7.

Graham Rahal konnte sich in der Qualifikation Platz 8 sichern. Nach gutem Start hatte er sich sogar in die Top 6 gefahren. Beim Restart in Runde 18 kollidierte er aber mit Takuma Sato und beide mussten zur Reparatur an die Box. Ohne Rundenverlust, aber am Ende des Feldes nahm Rahal das Rennen wieder auf und konnte sich noch auf Platz 11 bis zum Ende verbessern. Ohne den Unfall wäre eine Top 10 Platzierung möglich gewesen. Bei Takuma Sato musste die rechte Vorderradaufhängung getauscht werden und mit 18 Runden Rückstand blieb wieder nur ein Platz außerhalb der Top 20. Dem Japaner klebt das Pech gerade richtig an den Hacken.

Auf Platz 12 kam Tristan Vautier ins Ziel. Damit ist er zwar weiterhin deutlich schlechter als sein Teamkollege Simon Pagenaud, aber er hat als Rookie auch keinen Unfall gebaut, wie einige seiner viel erfahreneren Mitstreiter. James Davison, Rookie bei Panther Racing, war deutlich auffälliger. Durch sehr gute Runden konnte er sich in der ersten Rennhälfte in die Top 10 vorfahren. Nach seinem zweiten Boxenstopp, bei dem er auf die härteren Option-Reifen wechselte, ging sein Auto nicht mehr so gut. In Runde 81 kollidierte er auch noch mit Sebastian Saavedra vor Turn 9 und mit dem beschädigten Auto konnte er sich nur auf Platz 18 ins Ziel retten. Saavedra hatte in Folge einen heftigen Unfall und musste das Rennen auf Platz 21 liegend beenden.

Lucas Luhr war bei seinem ersten IndyCar Wochenende immer der langsamste Fahrer. Auf dem Straßenkurs-Antispezialisten Ed Carpenter verlor er aber nur wenige Zehntel Sekunden. Luhr fehlte zum Einen einfach Zeit zur Gewöhnung, zum Anderen ist Sarah Fisher Racing sicherlich auch kein Topteam. Stammfahrer Josef Newgarden schied mit mechanischem Defekt in Runde 63 (Caution 6) aus, nachdem er durch einen reparaturstopp zu Beginn des Rennens schon 6 Runden verloren hatte. Mit einem Schaden am Antrieb schied schon James Jakes in Runde 28 (Caution 5) aus. Luhr zeigte ein eigentlich blitzsauberes Rennen und hielt sich aus allen Scharmützeln raus. In Runde 81 musste aber auch seinen Dallara mit technischem Defekt abstellen.

Das ganze Ergebnis findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (479 Punkte) vor Scott Dixon (440). Die Strafe hat ihm mächtig Punkte gekostet und wird wahrscheinlich noch für viel Gesprächsstoff sorgen. Auf Platz 3 folgt Titelverteidiger Ryan Hunter-Reay (417), der nur magere drei Punkte gut machen konnte. Marco Andretti (409) verteidigt weiterhin Platz 4 vor Simon Pagenaud (380) Dahinter folgen ganz knapp Dario Franchitti (379) und Justin Wilson (361).Mit seinem ersten Saisonsieg konnte sich Will Power (356) auf Platz 8 vor James Hinchcliffe (350) und Charlie Kimball (335) verbessern.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung, sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Weiter im Kalender der IndyCar Series geht es schon am nächsten Wochenende mit dem Grand Prix of Baltimore.

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July 16 2013

12:00

IndyCar: Analyse Honda Indy Toronto

Am Wochenende setzte sich die Dominanz der letzten Woche von Chip Ganassi Racing fort. Scott Dixon gewann beide Rennen und damit auch den Bonus von 100.000 Dollar.

Doppelsieger Scott Dixon  (c) John Cote/IndyCarMedia

Doppelsieger Scott Dixon
(c) John Cote/IndyCar Media

Mit jetzt drei Siegen in Folge machte Scott Dixon natürlich auch einen großen Schritt in Richtung Tabellenführer Helio Castroneves. Im Vorjahr hatte Ryan Hunter-Reay mit drei Siegen im Sommer den Grundstein für den Gewinn der Meisterschaft gelegt. Helio Castroneves hat zwar nur einen Sieg errungen, ist aber sehr konstant unterwegs. Nur bei seinem Heimrennen in Sao Paulo konnte er sich nicht in den Top 10 platzieren. Diese Konstanz ließen bisher Ryan Hunter-Reay und Scott Dixon etwas vermissen. Bei ihnen stehen schon sieben (Hunter-Rey) und fünf (Dixon) Platzierungen außerhalb der Top 10 zu Buche. Abschreiben darf man auch Marco Andretti nicht, der nur zweimal außerhalb der Top 10 ins Ziel kam. Im letzten Saisondrittel wird das ein heißer Kampf zwischen diesen vier Fahrern.

Race 1

Podium Rennen 1 (c) Chris Jones/IndyCar Media

Podium Rennen 1
(c) Chris Jones/IndyCar Media

Das Rennen hatte alles, was man sich als Fan nur wünschen kann. Neben engen Duellen um die Spitze, spektakulären Überholmanövern und verschiedenen Reifenstrategien gab es auch die ganz besonderen WTF-Momente, wie sie eigentlich nur die IndyCar Series und die DTM produzieren können. Direkt mit so einem Moment fing das Rennen auch an: Der geplante stehende Start wurde abgebrochen, weil Josef Newgardens Motor mit elektronischem Defekt oder nach Fehlbedienung aus ging. Der Start erfolgte dann fliegend in Runde 5! Ein zweiter stehender Start erfolgte nicht, da eine thermische Überlastung der Motoren, aufgrund der nicht für stehende Starts ausgelegten Kühler, befürchtet wurde. Warum man dann mit solchen Wagen stehend starten muss, sollte man mal die Verantwortlichen in Indianapolis fragen.

Beim Start setzte sich dann Dario Franchitti von der Pole kommend gegen Sebastien Bourdais und Will Power durch. Abgesehen von Bourdais war das Feld auf den weicheren, roten Reifen unterwegs und wollte diese schneller abbauenden Reifen möglichst schnell wechseln. Mit einem Benzinfenster von etwa 30 Runden und einer Renndistanz von 85 Runden musste man aber bis etwa Runde 25 durchhalten, um dann ungefähr in Runde 55 einen zweiten und letzten Stopp durchführen zu können. Ab Runde 18 bauten die Reifen bei Franchitti aber deutlich ab und in Runde 21 konnte ihn Bourdais für die Führung überholen. Franchitti wechselte dann in Runde 23 die Reifen und musste in Folge ein wenig Benzin und Reifen sparen. Er konnte dann im Mittelteil nicht mehr ganz die Zeiten von Dixon, Bourdais und Power mitgehen.

Nach der Serie der ersten Boxenstopps führte Power knapp vor Bourdais und Dixon. Bei den zweiten Stopps wurde es dann ganz eng zwischen den Dreien. Power kam in Runde 61 als erster in die Box und die eine freie Runde nutzte dann Dixon, um Zeit gut zu machen und 0,5 Sekunden vor Power wieder aus der Box zu kommen. Bourdais blieb eine weitere Runde draußen und konnte sich auch ganz knapp vor Power setzten. In derselben Runde gerieten Justin Wilson, Charlie Kimball und Ryan Briscoe aneinander und lösten die dritte Caution aus. Dabei brach sich Ryan Briscoe das rechte Handgelenk. Nach Tony Kanaan in Sao Paulo ist dies die zweite schwere Handverletzung nach einem relativ harmlosen Unfall.

Beim Restart in Runde 69 schoss Bourdais regelrecht in Führung. Laut Rennleitung war es kein Frühstart. In den letzten 15 Runden spielten dann die Reifen und die aufgesparten Push-to-Pass-Einsätze (PTP) die entscheidende Rolle. Bourdais war auf den weicheren Reifen unterwegs und hatte in Runde 75 kein PTP mehr zu Verfügung. Mit abbauenden Reifen konnte er sich so nicht gegen Dixon verteidigen. In Runde 84 sorgte ein Dreher von Pagenaud für eine letzte Caution und für einen Sprint über einer Runde ins Ziel. Dixon blieb beim Restart vorne und auch Bourdais hielt sich auf Platz 2. Im Kampf um Platz 3 wurde es in Kurve 3 zwischen Franchitti und Power sehr eng und Power rutschte, weil er zu spät bremste, in die Reifenstapel.

Auf Platz 4 setzte Marco Andretti mit einem unauffälligen Rennen seine Serie an konstant guten Ergebnissen fort. Sein Teamkollege Ryan Hunter-Reay hatte bei beiden Boxenstopps Probleme mit dem Anti-Stall-System und beim zweiten Stopp musste sogar der Motor neu gestartet werden. Er verlor viel Zeit und kam nur auf Platz 18 ins Ziel. Fünfter wurde Kanaan, dahinter platzierte sich Helio Castroneves auf Platz 6 und konnte so den Vorsprung in der Meisterschaft auf seinen ersten Verfolger Hunter-Reay ausbauen. Teilzeit-Rückkehrer Mike Conway fuhr wieder in die Top 10 und landete auf Rang 7 vor James Hinchcliffe und Simon Pagenaud. Mit Platz 10 zeigte Simona de Silvestro, dass sie auf Stadtkursen in der Regel gut zurecht kommt.

Das ganze Ergebnis vom ersten Rennen findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Die IndyCar Series wäre aber nicht die IndyCar Series, wenn sie nicht auch einen WTF-Moment nach dem Rennen im Köcher gehabt hätte. Franchitti wurde für den Kampf gegen Power wegen Blocking bestraft und auf Platz 13 zurückgestuft. Dies erfuhr Franchitti auf dem Siegespodest nach der Überreichung der Trophäen. Erst für die offiziellen Photos wurde dann Marco Andretti auf das Podium geholt. Rund zwei Stunden später wurde die Strafe gegen Franchitti aber zu Recht wieder aufgehoben. Ein Sinnbild für den Zustand der IndyCar Series gab dann auch die Trophäe für den zweiten Platz ab: Die Kristallschale löste sich bei Bourdais vom Holzsockel und zerbrach beim Sturz auf das Podium.

Race 2

Podium Rennen 2 (c) Chris Jones/IndyCar Media

Podium Rennen 2
(c) Chris Jones/IndyCar Media

Das Rennen am Sonntag war trotz des stehenden Starts weniger spektakulär als das am Samstag. Das lag zum einen an einer langen Grünphase vom Start bis Runde 65 und zum anderen an einer unglaublich guten Leistung von Scott Dixon. Vom Start an übernahm er die Führung und baute diese über beide Boxenstopps hinweg kontinuierlich aus. Auch hinter ihm hielten Helio Castroneves, Will Power, Ryan Hunter-Reay und Sebastien Bourdais ihre Positionen. Nur nach dem ersten Stopp wurde es zwischen Power, Hunter-Reay und Bourdais mal richtig eng. In Runde 65 verlor James Jakes in Kurve 5 das Lenkrad aus den Händen, als er unsanft innen über die Randsteine fuhr. In der Folge bekam er die Kurve nicht und setzte seinen Rahal Racing Dallara in die Betonmauer.

Der Restart in Runde 71 mischte dann das Feld durcheinander. Die überrundeten Fahrer werden nämlich nicht ans Ende des Feldes versetzt, sondern starten inmitten der Topfahrer. An Spitze änderte dies aber wenig und nur Bourdais und Hunter-Reay tauschten die Plätze. Durch die Gelbphase war aber Dario Franchitti auf Platz 6 wieder ganz nah an den Podestplätzen. Beim ersten Start hatte er sich den Frontflügel an beiden Penske Dallara beschädigt und musste zu einem unplanmäßigen Stopp an die Box. Mit sehr guten Rundenzeiten hatte er sich durch das Feld gearbeitet.

In Runde 80 verlor Ed Carpenter ebenfalls in Kurve 5 seinen Dallara auf den Randsteinen und löste sowohl eine Caution als auch den nächsten Sprint ins Ziel aus. Beim Restart kollidierte Ryan Hunter-Reay mit Will Power und der unschuldige Takuma Sato konnte nicht mehr ausweichen. Unter Gelb fuhr Scott Dixon dem Sieg entgegen. Helio Castroneves verteidigte mit Platz 2 die Führung in der Meisterschaft und Sebastien Bourdais feierte sein zweites Podium in Folge. Sehr bemerkenswert an diesem dritten Platz war, dass Bourdais wegen eines technischen Defekts im ganzen Rennen kein Push-To-Pass einsetzen konnte.

Dario Franchitti sicherte sich Platz 4 vor EJ Viso, dem besten Fahrer von Andretti Autosport am Sonntag. Auf Platz 6 folgte mit Charlie Kimball schon der dritte Fahrer von Chip Ganassi. Das zeigt, dass sich das ganze Team gesteigert hat. Mit Platz 7 und 9 fuhren auch Mike Conway und Marco Andretti wieder in die Top 10. Zwischen ihnen platzierte sich Justin Wilson im zweiten Wagen von Dale Coyne. Einen sehr guten zehnten Platz eroberte Alex Tagliani. Es ist die erste Top 10 Platzierung für das kleine Barracuda Racing Team in diesem Jahr.

Carlos Munoz sprang kurzfristig für Ryan Briscoe ein, der sich ja im ersten Rennen verletzt hatte. In Anbetracht der Umstände, dass er nur das kurze Warm-Up am Sonntag hatte, um sich an den Wagen zu gewöhnen, lieferte er ein ganz gutes Rennen ab. Am Ende kam er auf Platz 17 ins Ziel, nur knapp geschlagen von Sebastien Saavedra und Tristan Vautier. Viel Pech hatte James Hinchcliffe bei seinem Heimrennen, als bei ihm schon vor dem Start das Gaspedal klemmte. Es musste getauscht werden und er verlor so vier Runden. Es blieb ein enttäuschender Platz 21.

Das ganze Ergebnis vom zweiten Rennen findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Die Führung in der Meisterschaft hat weiterhin Helio Castroneves (425 Punkte) inne. Auf Platz 2 folgt nach drei Siegen nun Scott Dixon (396). Mit einem Abstand von schon 69 bzw. 70 Punkten folgen Ryan Hunter-Reay (356) und Marco Andretti (355). Keine Chancen auf die Meisterschaft dürften die Fahrer ab Platz 5 mit Simon Pagenaud (309), Tony Kanaan (307), Dario Franchitti (307) und James Hinchcliffe (305) haben. Justin Wilson (296) auf Platz 9 ist zuletzt ein wenig zurückgefallen. Die Abstände bis Platz 5 sind aber sehr gering. Die Top 10 komplettiert Will Power (273), der auch in Toronto keine guten Ergebnisse ablieferte.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Ich mag die IndyCar Series sehr, deshalb mache ich das hier und in der Regel verteidige ich sie auch. An diesem Wochenende waren aber einige Entscheidungen an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Angefangen mit dem stehenden Start, der aufgrund der Kühler am Samstag nicht wiederholt wurde. Am Sonntag wäre er übrigens wiederholt worden, trotz der um 10° Fahrenheit höheren Temperaturen. Gut, dass der erste Versuch direkt geglückt ist. Natürlich gehört auch die zurückgenommene Strafe für Franchitti im ersten Rennen in die Liste der Sonderbarkeiten. Die chaotischen Restarts mit dem unsortierten Feld aus Fahrern in unterschiedlichen Runden sind im Übrigen auch unnötig.

Wirklich erschreckend fand ich aber, dass man Regeln während des Rennens geändert hat. Im Fahrermeeting wurde das Überfahren der inneren Randsteine in Kurve 5 noch verboten. Im Rennen dann durften die Fahrer dort mit allen vier Rädern die Strecke verlassen. Die Unfälle von James Jakes und Ed Carpenter waren eine direkte Folge davon. Außerdem gibt es die Regel, dass die Fahrer mindestens zwei Runden auf jeder Reifenmischung absolvieren müssen. Nach seinem Startunfall wechselte Dario Franchitti aber direkt nach Runde 1 von den roten auf die schwarzen Reifen und blieb auch bei diesen. Dies wurde später wegen „besonderer Umstände“ erlaubt. Ob diese „besondere Umstände“ der Startunfall, die Strafe am Samstag, das Double-Header-Format oder doch nur die Namen Chip Ganassi und Dario Franchitti waren, wurde nicht kommuniziert.

Die IndyCar Series macht eine kurze Pause und erst am 04. August geht in Mid-Ohio weiter.

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June 25 2013

12:00

IndyCar: Analyse Iowa Corn Indy 250

Nach nur 1,5 Stunden hatte James Hinchcliffe sein drittes Rennen gewonnen, das erste auf einem Oval. Trotz dreier Cautions war dies das kürzeste Rennen der bisherigen IndyCar-Saison.

Iowa Corn Indy 250 Podium (C) Chris Jones/IndyCar Media

Iowa Corn Indy 250 Podium
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Insgesamt sind die Ovalrennen in diesem Jahr deutlich kürzer als in den Vorjahren. Das liegt kaum an den gestiegenen Geschwindigkeiten der Wagen, sondern an einer erfreulich geringen Zahl an Unfällen. In Iowa gab es zwar wieder, wie auch in Texas und Milwaukee, einige sehr enge Duelle auf der Strecke, teilweise sogar mit Berührungen, trotzdem sind die DW12 von Dallara so gutmütig, dass die Fahrer in der Regel die Kontrolle behalten können. Da die IndyCar auf „mystery cautions“ verzichtet, zieht sich das Feld meist in die Länge und vor allem die Spitzenposition ist wenig umkämpft. Darunter leidet ein wenig die Spannung, obwohl es um das Podium und im Mittelfeld eigentlich genug spannende Duelle gibt. Den amerikanischen Fans scheint es aber, bei einem overnight rating von 0.7 für ABC, nicht zu gefallen.

Qualifikation, Heat Races

Das freie Training umfasste am Samstag nur eine Stunde und 15 Minuten und so blieb den Teams nur wenig Zeit, an der Abstimmung der Wagen zu arbeiten. Wer also nicht schon mit einem guten Wagen angereist war, hatte Probleme in der Qualifikation und auch später im Rennen. In der kurzen Session waren die üblichen Verdächtigen in Form von Tony Kanaan, den beiden Penske-Piloten und natürlich auch den Fahrern von Andretti Autosport vorne dabei. Ryan Hunter-Reay hatte aber Probleme und kam nicht über Platz 13 hinaus. Im Einzelzeitfahren blieb ihm sogar nur Platz 22.

Die drei Heat Races litten unter dem angesprochenen Mangel an Spannung um die ersten Positionen. Im Mittelfeld gab es aber einige schöne Duelle. Im ersten Lauf dominierte Scott Dixon von Runde 1 bis Runde 50 vor Takuma Sato. Nur Ana Beatriz konnte sich vom letzten Platz noch auf Platz 6 deutlich verbessern. Im zweiten Sprintrennen zeigte Graham Rahal eine sehr gute Aufholjagd von Startplatz 7 bis an Spitze in Runde 47. Die restlichen Runden führte Ed Carpenter, der am Ende auch Zweiter wurde. James Jakes riskierte in der vorletzten Runde zu viel und zerstörte seinen Rahal Dallara nachhaltig. Das Hauptrennen musste er im Ersatzwagen bestreiten. Dreimal überrundet wurde Simona de Silvestro, die schon im Training nie auf gute Zeiten kam.

In Heat Race 3 kämpften dann abschließend Helio Castroneves, Marco Andretti, Will Power, Tony Kanaan, James Hinchcliffe und Oriol Servia mit Scott Dixon, Graham Rahal, Takuma Sato und Ed Carpenter um die Pole Position. Vom Start an dominierte Castroneves und nur Power konnte ab Runde 40 durch die Überrundungen von Rahal und Servia aufschließen. Einen wirklichen Angriff auf seinen Teamkollegen startete er aber nicht. Hinter den beiden Penske-Fahrern hielten sich Hinchcliffe und Andretti. Dixon, Carpenter und Sato konnten ihre Leistungen aus den vorigen Heat Races bestätigen und sich auf die Plätze 5 bis 7 verbessern. Seinen guten Platz aus dem Einzelzeitfahren verlor hingegen Kanaan mit Platz 8 vor den beiden überrundeten Rahal und Servia.

Helio Castroneves kassierte zwar die 9 Bonuspunkte für die Pole Position, musste nach einer Strafe aufgrund eines Motorenwechsels das Rennen aber von Platz 11 in Angriff nehmen.

Iowa Corn Indy 250

Das Rennen über 223,5 Meilen wurde nur durch drei Gelbphasen unterbrochen. Die erste wurde in Runde 38 durch ein Frontflügelteil, das sich Ryan Hunter-Reay am Hinterrad von Graham Rahal abgefahren hatte, auf der Gegengeraden ausgelöst. In Runde 137 touchierte Alex Tagliani nur leicht die Mauer und musste das Rennen aber aufgeben. Die letzte Caution in Runde 155 wurde wieder nur durch ein Teil, diesmal auf Start-Ziel, ausgerufen. Insgesamt hatte nur die zweite Gelbphase Einfluss auf die Strategien. Am Ende der Führungsrunde, somit ohne Verlust der Position, nutzen Ed Carpenter, Tony Kanaan und Justin Wilson diese Caution für einen zusätzlichen Reifenwechsel. Vor allem für Tony Kanaan und Ed Carpenter sollte sich dies auszahlen.

Das ganze Rennen dominierte James Hinchcliffe. In der ersten Runde konnte er schon Will Power für die Führung überholen und behielt diese, von wenigen Runden nach Boxenstopps, durchgehend. Am Ende sprechen 226 Führungsrunden eine deutliche Sprache. Eventuell hätte sein Teamkollege Ryan Hunter-Reay ihm gefährlich werden können, wenn er nicht mit einigen Problemen hätte kämpfen müssen. Nur von Platz 12 gestartet musste Hunter-Reay sich erst durch das Mittelfeld arbeiten und kollidierte dabei leicht mit Graham Rahal. Ein Wechsel des Frontflügels beförderte ihn ans Ende des Feldes nach der ersten Gelbphase. Dank sehr guten Rundenzeiten belegte er final mit nur 1,5 Sekunden Rückstand Platz 2.

Die Plätze 3 und 4 sicherten sich Tony Kanaan, der seine Serie von Podiumsplatzierungen in Iowa fortsetzte, und Ed Carpenter. Beide waren innerhalb der Top 5 gestartet, hatten zwischenzeitlich aber mit dem Handling ihrer Wagen zu kämpfen und verloren entsprechend einige Plätze. Zu Beginn der zweiten Gelbphase lag Carpenter auf Platz 12 und damit am Ende der Führungsrunde. Mit Platz 9 war Kanaan nicht viel besser. Beide nutzten dies für einen zusätzlichen Stopp ab Runde 141 ohne Positions- und Zeitverlust. Als die Spitze dann ab Runde 193 zu ihrem letzten Stopp in die Box fuhr, konnten sie bis Runde 210 bzw. 214 draußen bleiben. Da weniger Benzin bis zum Rennende benötigt wurde, konnten Kanaan und Carpenter kürzer stehen und mit neueren Reifen waren sie auch auf der Strecke schneller unterwegs. Von Platz 6 und 7 nach den Stopps konnten sie sich noch in die Top 4 vorfahren.

Auf Platz 5 fiel in der vorletzten Runde noch Graham Rahal zurück. Nach den eher mäßigen Leistungen in Indianapolis, Texas und Milwaukee war dies aber eine deutliche Leistungssteigerung. Wie schon in den Heat Races zeigte sich Rahal von Beginn an sehr aggressiv. In der Anfangsphase hatte er rundenlang enge Duelle zuerst mit Simon Pagenaud und später mit Ryan Hunter-Reay. In den letzten zehn Runden konnte er sich mit schlechteren Reifen dann nicht mehr gegen Tony Kanaan und Ed Carpenter verteidigen.

Auf den Plätzen 7 und 8 zeigten Simon Pagenaud und Oriol Servia unauffällige, aber gute Rennen. Vor allem für Oriol Servia, der nach dem Ende von Dreyer & Reinbold Racing einen festen Platz in einem neuen Team sucht, war es ein sehr erfreuliches Ergebnis. In Pocono wird wieder Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4 pilotieren. Auch Pagenauds Teamkollege Tristan Vautier fiel nicht weiter auf und belegte im Ziel Platz 13 mit zwei Runden Rückstand.

Mit Platz 8 konnte Helio Castroneves die Führung in der Meisterschaft vor Ryan Hunter-Reay verteidigen. Von der Überlegenheit in Heat Race 3 war am Sonntag aber nichts mehr zu sehen. Er kämpfe mit dem Fahrverhalten seines Dallaras und auch im Laufe des Rennens wurde es nicht besser. Noch viel schlechter erging es aber seinem Teamkollegen Will Power. Von Platz 1 gestartet wurde er schnell nach hinten durchgereicht und belegte am Ende mit zwei Runden Rückstand nur Platz 17.

Den Abschluss der Top 10 bildeten Marco Andretti und EJ Viso für Andretti Autosport. Auch wenn sie im Rennen nicht die Geschwindigkeiten ihrer Teamkollegen James Hinchcliffe und Ryan Hunter-Reay mitgehen konnten, so rundeten sie doch das ausgezeichnete Teamergebnis ab. Ohne Frage bilden die Fahrer von Andretti Autosport zurzeit die Spitze im Feld der IndyCar-Piloten.

Das (ehemalige) Spitzenteam von Chip Ganassi hatte wieder ein recht schwaches Wochenende. Scott Dixon konnte noch Heat Race 1 dominieren, verlor aber wie Will Power im Hauptrennen das Handling seines Dallaras. Am Ende blieb nur Platz 16 und er war damit noch vier Plätze schlechter als Charlie Kimball. Dario Franchitti hingegen war ab Samstagmittag immer zu langsam und mit vier Runden Rückstand auf Platz 20 war er zweitschlechtester der nicht ausgefallenen Fahrer. Nur Simona de Silvestro war am ganzen Wochenende noch langsamer.

Auf Platz 11 kam Justin Wilson ins Ziel. Er war auf einer ähnlichen Strategie wie Tony Kanaan und Ed Carpenter unterwegs, hatte aber mehr Rückstand und konnte diesen dann mit neuen Reifen nicht mehr aufholen. Seine Teamkollegin Ana Beatriz war teilweise sehr ordentlich unterwegs, zum Beispiel im Vergleich zu Dario Franchitti oder Simona de Silvestro, schied aber mit einem mechanischen Defekt in Runde 183 aus. Das gleiche Schicksal ereilte auch Takuma Sato in Runde 162.

Ein wenig im Niemandsland des IndyCar-Feldes bewegten sich auch wieder die beiden Fahrer von Dragon Racing. Sebastien Bourdais erreichte zumindest Platz 14 mit zwei Runden Rückstand auf James Hinchcliffe. Sebastian Saavedra hatte auf Platz 19 noch eine Runde mehr verloren. In derselben Runde wie Vautier und Bourdais beendete auch Josef Newgarden auf Platz 15 das Rennen.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar Series zu finden.

In der Meisterschaftswertung führt weiterhin Helio Castroneves (332 Punkte) vor Ryan Hunter-Reay (323). Auf Platz 3 und 4 folgen mit Marco Andretti (277) und James Hinchcliffe (266) die nächsten beiden Fahrer von Andretti Autosport. Platz 5 belegt Tony Kanaan (253) vor dem besten Honda mit Simon Pagenaud (241). Mit Scott Dixon (240), Takuma Sato (233) und Justin Wilson (227) folgen drei weitere Honda-Fahrer. Die Top 10 schließt Will Power (209) ab. Schlechtester Fahrer bei Andretti Autosport ist dann EJ Viso (203) auf Platz 11.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Die IndyCar Series macht ein Wochenende Pause und trägt erst am 7. Juli auf dem Pocono Raceway ihr nächstes Rennen aus

Zum Abschluss noch ein Hinweis auf unser Forum, in dem nun auch regelmäßig News zur IndyCar Series veröffentlicht werden.

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June 21 2013

06:00

IndyCar: Vorschau Iowa Corn Indy 250

Nach der Milwaukee Mile steht schon der nächste Short Track auf dem Programm der IndyCar Series. Wiederum ist es Ryan Hunter-Reay, der seinen Sieg aus dem Vorjahr verteidigen will.

Ryan Hunter-Reay (c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Ryan Hunter-Reay
(c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Der Iowa Speedway ist eine der jüngsten Strecken im Kalender der IndyCar Series. In der kurzen Siegerstatistik dominiert vor allem der Name „Andretti“. Die Premiere gewann Dario Franchitti 2007 für Andretti Green Racing. In den Jahren 2008 und 2009 konnte sich Chip Ganassi Racing mit Dan Wheldon und wieder Dario Franchitti den Sieg sichern. Die letzten drei Ausgaben gingen dann aber geschlossen an die Fahrer von Andretti Autosport. Nach Tony Kanaan und Marco Andretti hat Ryan Hunter-Reay im Vorjahr einen wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht.

Qualifikation

Um ein wenig Abwechslung in die ganzen Ovalrennen ab dem Indy 500 zu bringen, hat sich die IndyCar einen besonderen Qualifikationsmodus für das Iowa Corn Indy 250 erdacht. Im Prinzip ist es eine Mischung der gewohnten Modi für Oval- und Straßenrennen:

Single-Car/Single-Lap-Qualifiying

Anders als auf den sonstigen Ovalen bestreitet der Fahrer nur eine fliegende Runde. Gemäß den erreichten Rundenzeiten wird das Feld erstellt und in drei Gruppen geteilt. Gruppe 3 umfasst dabei die schnellsten sechs Piloten, die direkt ins Heat Race 3 einziehen. Ab Position 7 wird das Feld nach ungeraden und geraden Platzierungen geteilt. Dies kennt man von der Qualifikation für Straßenrennen.

Heat Race 1 und 2

Die Heat Races sind kurze Sprintrennen von nur 50 Runden. In Race 1 kämpfen die Fahrer auf geraden Plätzen um die geraden Startplätze ab Platz 12. Die ersten Beiden qualifizieren sich nämlich auch noch für Race 3. In Race 2 werden entsprechend die ungeraden Startplätze ab Platz 11 vergeben.

Heat Race 3

Aus den ersten drei Startreihen von Race 3 starten die schnellste sechs Fahrer des Single-Car/Single-Lap-Qualifyings. Dahinter folgen die Sieger aus Rennen 2 und 1 vor den jeweiligen Zweitplatzierten. Die zehn Piloten fahren in 50 Runden dann die Pole Position und die ersten fünf Startreihen für das Hauptrennen aus. Für die ersten zwölf Qualifizierten gibt es auch Meisterschaftspunkte angefangen bei 9 Punkten für die Pole Position bis runter zu einem Punkt für die Plätze 11 und 12.

Auf der Homepage der IndyCar ist dieser Qualifikationsmodus mit einer schönen Grafik erklärt.

Strecke

Der Iowa Speedway wurde von Rusty Wallace mit entworfen und orientiert sich am Richmond International Speedway. Der Kurs ist nur 0,875 Meilen (1,4 km) lang und die Kurven habe eine Überhöhung von 12° bis 14°. Die geschwungene Start/Ziel-Gerade hat noch eine Überhöhung von 10°, die Gegengerade nur von 2°. Entscheidenden Einfluss werden wieder die Reifen und vor allem der Reifenverschleiß haben. Wichtig ist auch die Abstimmung für die Dirty-Air, da es sehr schnell zu Überrundungen kommen wird. Wenn man zu viel aerodynamische Haftung in der verwirbelten Luft verliert, strapaziert man die Reifen noch mehr und man verliert doppelt Zeit.

Favoriten

Eigentlich könnte ich hier den Absatz aus der Vorwoche hinein kopieren. Denn wieder sind die Fahrer von Andretti Autosport die absoluten Favoriten. Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay haben auf dem Iowa Speedway schon gewonnen und waren auch letzte Woche auf der Milwaukee Mile mit die schnellsten Fahrer im Feld. Aber auch James Hinchcliffe und EJ Viso darf man nicht vergessen.

Helio Castroneves wird versuchen, seine Meisterschaftsführung gegen den Angriff von Andretti Autosport zu verteidigen. In den letzten Jahren war er aber nicht besonders erfolgreich in Iowa. Das gilt auch für seinen Teamkollegen Will Power sowie das ganze Penske-Team. Sehr gut hingegen kam Tony Kanaan in Iowa zurecht. Seinem Sieg 2010 ließ er noch Platz 2 und 3 in den beiden Jahren danach folgen.

Schon nicht mehr zu den ganz großen Favoriten muss man die Fahrer von Chip Ganassi Racing zählen. Dario Franchitti mag die Strecke und konnte sich im Vorjahr auch die Pole Position sichern. Trotzdem sind er, Scott Dixon und Charlie Kimball gefühlt weit von einem Sieg entfernt. Sie waren in diesem Jahr mehrfach gut unterwegs, aber nie wirkliche Sieganwärter. Anders als zum Beispiel Takuma Sato in der Vorwoche, den man natürlich auch in Iowa wieder beachten sollte.

Dahinter folgen die aussichtsreichen Außenseiter in den kleinen Teams. Dazu gehören die ausgezeichneten Ovalpiloten Ed Carpenter und Alex Tagliani. Konstant noch besser unterwegs waren in diesem Jahr bisher Justin Wilson für Dale Coyne Racing und Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartmann Racing. Achten sollte man auch auf Rahal Lettermann Lanigan Racing, ob die schwachen Leistungen von Graham Rahal und James Jakes auf Ovalen anhalten.

Für Ryan Briscoe, der für Level 5 an diesem Wochenende in Le Mans fährt, sitzt wieder Oriol Servia im Panther Dallara mit der Nummer 4. Mit etwas Glück wird er um die Top 10 mitfahren. Einen besonderen Blick werde zumindest ich auf die Fahrer von Dragon Racing und Simona de Silvestro haben. In Milwaukee überraschten Sebastien Bourdais und Sebastian Saavedra im ersten Rennviertel mit Platzierungen innerhalb der Top 10. Simona de Silvestro hatte in den letzten Rennen doch einiges Pech, sodass man ihr nur wünschen kann, ohne Strafe, ohne technischen Defekt und ohne Unfall durchzukommen.

In den Heat Races wird es darauf ankommen, seinen Wagen unbeschädigt über die Renndistanz zu bringen. Eine vordere Startposition ist wie eine gute Track-Position sehr wichtig, aber zu hohes Risiko dürfte sich in der Qualifikation nicht lohnen. Mit einem frisch reparierten Auto hat man dann neben einer schlechten Startposition auch neue Probleme im Rennen. Es muss sich zeigen, ob die Sprintrennen Spannung generieren, so wie sich die IndyCar Series das vorstellt. Das Iowa Corn Indy 250 ist ein wichtiges Rennen und daran ändern auch die wenigen Bonuspunkte nichts, die man in den Top 12 erlangen kann.

Zeitplan

Samstag

11:45 am EST (17:45 MESZ) – 13:00 pm freie Training
4:00 pm EST (22:00 MESZ) – 4:45 pm single-car/single-lap-Qualifying
6:45 pm EST (0:45 MESZ) – 8:15 pm Heat Races

Sonntag

2:30 pm EST (20:30 MESZ) Übertragungsbegin ABC

3:05 pm EST (21:05 MESZ) IZOD IndyCar Series Race

Die Heat Races werden auf der Seite der IndyCar gestreamt. Der Einsatz eines Geo-Blocks ist nicht auszuschließen, aber bei bisherigen Streamings der IndyCar, z.B. Training für das Indy 500, wurde aber darauf verzichtet.

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June 18 2013

16:00

IndyCar: Analyse Milwaukee IndyFest

Wie im Vorjahr sicherte sich auch diesmal Ryan Hunter-Reay den Sieg auf der Milwaukee Mile. Nicht nur Andretti Autosport, sondern die gesamte IndyCar Series lieferte ein fast perfektes Wochenende ab.

Ryan Hunter-Reay, Michael Andretti (C) Chris Jones/IndyCar Media

Ryan Hunter-Reay, Michael Andretti
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Wie schon in Texas spielten die Reifen auch an diesem Wochenende eine wichtige Rolle. Eine Tankfüllung reichte mit etwas Sparen oder einer Gelbphase für etwa 65 Runden. Nach 40 Runden hingegen bauten die Firestone-Reifen deutlich ab. Eine 3-Stopp-Strategie war theoretisch möglich, aber alle Teams schwenkten spätestens beim zweiten Reifenwechsel zur schnelleren 4-Stopp-Strategie um. Diese wurde auch durch die Gelbphasen begünstigt. Simona de Silvestro löste mit einem Fahrfehler die erste Gelbphase schon in Runde 20 aus. Beim Restart in Runde 27 drehte sich Tagliani im hinteren Feld und verlängerte die erste Caution bis Runde 31. Marco Andretti rollte in Runde 97 auf der Gegengeraden aus und die letzte Gelbphase löste dann Ana Beatriz mit einem Dreher in Runde 210 aus. Vor allem die letzte Gelbphase hatte einen entscheidenden Einfluss auf das Rennergebnis.

Der Sieg von Ryan Hunter-Reay war wahrlich keine Überraschung, trotzdem war sein Sieg lange nicht gesichert. Andretti Autosport dominierte alle Trainingssitzungen und auch die Qualifikation. Marco Andretti war immer schnellster und startete auch von Position 1. Seine drei Teamkollegen waren kaum langsamer und nahmen innerhalb der Top 5 das Rennen auf. Die meisten Führungsrunden sicherte sich aber Takuma Sato für AJ Foyt Enterprises und bis zur letzten Caution war er auch auf einem guten Weg, das Rennen zu gewinnen.

Von Position 15 nahm Takuma Sato das Rennen auf und fiel in den ersten Runden bis auf Platz 21 zurück. Die erste Gelbphase nutzte er, wie unter anderem auch Helio Castroneves, Justin Wilson und Dario Franchitti, zum ersten Boxenstopp. Das ganze vordere Feld blieb hingegen draußen und musste ab Runde 64 unter Grün zur Box. So wurde Sato vor Castroneves und Wilson an die Spitze des Feldes gespült. Mit ihren Stopps ab Runde 89 änderte sich das nur kurz, da in der Gelbphase ab Runde 98 das restliche Feld auf eine 4-Stopp-Strategie umschwenkte und stoppte. Abgesehen von den Phasen der Boxenstopps blieben Sato und Castroneves an der Spitze des Feldes. Im Überrundungsverkehr bauten Satos Reifen stärker ab als bei Castroneves und er musste schon in Runde 200 seine Reifen zum letzten Mal wechseln. Die Positionen, die er dabei verlor, konnte er nicht mehr gut machen, da das restliche Spitzenfeld bis zur Gelbphase ab Runde 211 fahren konnte. Mit dem Stopp unter Gelb sparten sie natürlich Zeit und hatten auch noch die besseren Reifen gegenüber Sato. Am Ende blieb für den kleinen Japaner nur Platz 7.

Ryan Hunter-Reay ging von Platz 4 ins Rennen und konnte sich locker hinter Marco Andretti auf Platz 2 halten. Beim ersten Stopp von Marco Andretti verkantete der Tankstutzen und er verlor einige Zeit und Positionen. In Runde 97 blieb er dann auch noch mit einem Elektronikdefekt auf der Gegengeraden liegen. Nach Andrettis Pech war Ryan Hunter-Reay immer der Führende innerhalb der Gruppe der Fahrer auf derselben Strategie. Nach dem letzten Boxenstopp bzw. dem Restart in Runde 220 konnte er sich zügig von Helio Castroneves absetzten. Er war etwas 2 MPH im Rundendurchschnitt schneller als das restliche Feld und fuhr ungefährdet zum Sieg.

Helio Castroneves war lange auf derselben Strategie wie Takuma Sato, konnte aber seinen vorletzten Stint bis Runde 213 verlängern. Wie schon in Texas war das Reifenschonen der Schlüssel zum Erfolg. Mit Platz 2 konnte er auch die Führung in der Meisterschaft verteidigen. Ein richtig gutes Ovalrennen zeigte auch Will Power. Vier Runden vor Ende versuchte er einen Angriff auf seinen Teamkollegen und nicht nur Roger Penske wird in dem Moment die Luft angehalten haben. Power kam mit den linken Reifen auf den Apron und fast hätte er sein und auch Castroneves Rennen beendet. Das war aber nur das letzte einer Vielzahl an engen Duellen im ganzen Feld. Alle blieben aber im fairen Rahmen und insgesamt war es perfektes Ovalracing.

Hinter den beiden Penske Dallara kamen die restlichen Andretti-Autosport-Piloten ins Ziel. EJ Viso und James Hinchcliffe folgten der Strategie von Ryan Hunter-Reay, waren aber unauffälliger und auch etwas langsamer als ihr Teamkollegen unterwegs. Scott Dixon und Dario Franchitti auf den Plätzen 6 und 8 waren die letzten Fahrer in der Führungsrunde. So ganz Rund läuft es bei Chip Ganassi Racing in diesem Jahr nicht. Auch Platz 17 für Chalie Kimball zeigt dies. Es fehlt nicht nur ein Sieg, sondern vor allem fehlt auch die Konstanz. Neben Ergebnissen in den Top 10 bzw. sogar Top 5 sind auch einige Platzierungen außerhalb der Top 20 zu finden.

Justin Wilson sicherte Dale Coyne Racing mit Platz 9 wieder ein Top-10-Ergebnis. Seine Teamkollegin Ana Beatriz fiel nur durch ihren Mauerkontakt in Runde 210 auf. Ihr fehlt einfach die Fähigkeit, wirklich schnell zu sein, nur die beiden Rahal-Lettermann-Lanigan-Racing-Fahrer Graham Rahal mit Platz 16 und James Jakes mit Platz 18 waren ähnlich langsam unterwegs. Beide hatten aber auch Pech beim ersten Restart in Runde 27, als sich direkt vor ihnen Alex Tagliani drehte. Jakes konnte rechtzeitig bremsen aber Rahal fuhr ihm hinten in den Diffusor und beschädigte seinen Frontflügel. Tagliani schied dann in Runde 146 mit Getriebeschaden aus.

Toni Kanaan bildete den Abschluss der Top 10. Ganz zufrieden dürfte er damit nach den sehr guten Ovalergebnissen in Indianapolis und Texas nicht sein. Noch viel schlechter verlief das Rennen für seine Teamkollegin Simona de Silvestro. Schon in Training und Qualifikation kam sie mit Strecke und Auto nicht zu recht und in Runde 20 drehte sie sich auf Platz 22 liegend in die Mauer. Platz 11 ging an Josef Newgarden vor Simon Pagenaud. Tristan Vautier, Teamkollege von Pagenaud bei Sam Schmidt, schied in Runde 173 mit einem mechanischen defekt aus.

Entgegen meiner Vermutung in der Vorschau sind beide Dragon-Racing-Fahrer zumindest zeitweise sehr positiv aufgefallen. Bis zur ersten Runde der Boxenstopps konnten sich Sebastien Bourdais und Sebastian Saavedra in den Top 10 halten. Bourdais bekam in Runde 52 aber Probleme mit dem Benzindruck und rollte langsam in die Box. Dort überfuhr er den Schlauch zu einem Pressluftschrauber und musste zur Strafe direkt wieder durch die Boxengasse fahren. In Runde 152 musste er dann sein Auto mit defekter Benzinpumpe ganz abstellen. Saavedra rutschte in Runde 202 leicht nach außen in den Dreck neben der Ideallinie und touchierte leicht die Mauer. In Folge konnte er nicht mehr ganz das Tempo mitgehen, doch am Ende blieb mit Platz 13 ein ordentliches Ergebnis.

Mit zwei Runden Rückstand belegten Ed Carpenter und Ryan Briscoe die Plätze 14 und 15. Im ersten Renndrittel fuhr Ed Carpenter lange in den Top 10. Ab Runde 150 hatte er mit einem schleichenden Reifenschaden zu kämpfen und verlor auf dem Weg in die Boxengasse viel Zeit. Ryan Briscoe tauchte hingegen nie weiter vorne auf und profitierte eher von Ausfällen bei seiner Top-15-Platzierung.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar zu finden.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (299 Punkte) mit jetzt 16 Punkten Vorsprung auf Ryan Hunter-Reay (283). Mit seinem Ausfall büßt Marco Andretti (249) Platz 2 und viele Punkte ein. Bester Honda-Pilot ist Takuma Sato (223) auf Platz 4 vor Scott Dixon (221). Auf den Plätzen 6 und 7 sind mit jeweils einem Saisonsieg Tony Kanaan (215) und Simon Pagenaud (212) zu finden. Auf den Plätzen 8 bis 10 mit Justin Wilson (207), James Hinchcliffe (206) und Dario Franchitti (192) gab es keine Veränderungen zur Vorwoche. Will Power (188) hat sich zumindest auf Platz 11 verbessert.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Die Rennen auf den Ovalen von Indianapolis und Texas zeigten, dass es den Motoren von Honda ein wenig an maximaler Leistung im Vergleich zu denen von Chevrolet fehlt. Sie besitzen im Gegenzug aber ein breiteres Drehzahlband. In den Kurven der Milwaukee Mile schalteten die Chevrolet Fahrer in den vierten Gang zurück. Takuma Sato im Honda hingegen konnte im fünften Gang durch die Kurven fahren. Je nach Strecke gleicht dies den Leistungsunterschied aus. Die neun Rennen teilen sich in sechs Chevrolet- und drei Honda-Siege auf. Von den sechs Chevrolet-Siegen gehen aber alleine vier auf das Konto von Andretti Autosport, die sicherlich nicht nur aufgrund des Motors zurzeit das Maß der Dinge sind.

Am nächsten Sonntag findet schon das nächste Ovalrennen mit dem Iowa Corn Indy 250 statt.

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June 14 2013

15:00

IndyCar: Vorschau Milwaukee IndyFest

Die IndyCar Series behält ihr Tempo bei und fährt an diesem Wochenende in West Allis. Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay gewinnen und damit den ersten Schritt zur Meisterschaft machen.

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Ryan Hunter-Reay und Helio Castroneves
(C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Die Milwaukee Mile besitzt eine große Tradition, die bis in die Zeit vor der Erfindung des Autos zurückreicht. Bereits 1876 wurde auf einem 1 Meile langen Kurs das erste Rennen ausgetragen – damals natürlich noch auf Pferden. Das erste Rennen mit deutlich mehr Pferdestärken fand dann 1937 statt und ab 1947 war es traditionell das erste Rennen nach den Indianapolis 500. Auch in den Jahren der Trennung der Formelserien behielt Milwaukee den Platz. Erst finanzielle Schwierigkeiten aufgrund mangelnder Zuschauer führten zu einer Absage 2010 und einer Verlegung auf Mitte Juni ab 2011. Seit letztem Jahr ist Michael Andretti für die Ausrichtung des Rennens verantwortlich. Nicht nur die Traditionalisten hoffen, dass die Veranstaltung unter ihm wieder profitabel wird und die Milwaukee Mile ihren festen Platz im Kalender der IndyCar Series bekommt.

Strecke

Die Milwaukee Mile ist ein wenig der kleine Bruder des Indianapolis Motor Speedway. Mit einer Länge von 1,03 Meilen (1,66 km) ist sie natürlich deutlich kürzer, besitz mit vier symmetrischen 90° Kurven aber ein sehr verwandtes Layout. Auch die Kurvenüberhöhung von nur 9,25° ist dem IMS sehr ähnlich. Die Geschwindigkeiten sind natürlich deutlich niedriger. In der Qualifikation des Vorjahres über zwei fliegende Runden wurden trotzdem Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 160 mph (257 km/h) erreicht.

Favoriten

Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay das Milwaukee IndyFest gewinnen. Es war der Auftakt zu drei Siegen in Folge, die ihm dann auch den Gewinn der Meisterschaft eingebracht haben. Er zählt, wie auch seine Kollegen bei Andretti Autosport, zu den größten Favoriten in diesem Jahr. Seit genau einem Jahr ist Andretti Autosport das Team, das es zu schlagen gilt. Fast die Hälfte der Rennen (7 von 16) gingen an Ryan Hunter-Rey und James Hinchcliffe. EJ Viso und Marco Andretti sind zwar ohne Sieg, aber vor allem Andretti ist konstant gut unterwegs.

Penske Racing hat sich mit dem Sieg von Helio Castroneves in Texas wieder zurück gemeldet. Auch Will Power hat mit dem Gewinn der Qualifikation aufhorchen lassen. Ein ganz starkes letztes Wochenende hatten auch die Piloten von KV Racing: Tony Kanaan wurde dritter und auch Simona de Silvestro hat mit Platz 16, in Anbetracht der Strafen, überzeugt. Einen sehr guten Oval-Lauf hat auch Ed Carpenter mit Pole und Platz 10 in Indianapolis und Platz 4 in Texas. Eine Wiederholung von Platz 8, den er im Vorjahr erreichte, sollte möglich sein.

Von den Honda-Teams muss man in erster Linie auf das Team von Chip Ganassi achten. Nach schlechtem Saisonstart nimmt Dario Franchitti mit drei Top-6-Ergebnissen in Folge langsam Fahrt auf und vor einem Jahr startete er von Platz 1. Die sehr gut in die Saison gestarteten Takuma Sato für AJ Foyt und Justin Wilson für Dale Coyne konnten zuletzt nicht mehr ganz dieses Niveau halten. Trotzdem sind beide für Überraschungen gut.

Ein Auge sollte man auch auf die beiden Franzosen bei Sam Schmidt haben. Tristan Vautier fährt eine solide Rookiesaison, aber Simon Paugenaud ist richtig gut in diesem Jahr. Einem DNF stehen immerhin fünf Top 10 und zwei weiter Top 15 Ergebnisse entgegen. Gar nicht gut waren die beiden bisherigen Ovalauftritte von Graham Rahal im Team seines Vaters. Mit den Plätzen 25 und 21 können weder Graham noch Bobby Rahal zufrieden sein. James Jakes war mit den Plätzen 20 und 12 deutlich besser, aber auch nicht wirklich gut unterwegs.

Nicht zu vergessen sind auch die kleinen Teams, Sarah Fisher Hartmann Racing und Barracuda Racing. Josef Newgarden und Alex Tagliani sind auf Ovalen immer für eine Überraschung gut. Eine große Überraschung wäre es dagegen, wenn Sebastian Saavedra und Sebastian Bourdais für Dragon Racing positiv auffallen würden. Leider geht es bei dem Team von Jay Penske nicht voran. Für Oriol Servia, der nächste Woche in Iowa fahren wird, übernimmt wieder Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4. Briscoe wird versuchen, sein erstes Top-10-Ergebnis in diesem Jahr einzufahren. In den letzten beiden Jahren, noch für Penske Racing, ist ihm dies aber auf der Milwaukee Mile nicht gelungen. Ana Beatriz fährt nach drei Rennen Pause wieder den Dale Coyne Racing Dallara mit der Nummer 18.

In Summe ist eine Vorhersage für das sehr ausgeglichene Feld der IndyCar Series in diesem Jahr nicht ganz einfach. Andretti Autosport dominiert zwar mit konstant guten Ergebnissen, aber die Zeiten als eigentlich nur zwei Teams für einen Sieg in Frage kamen, sind zum Glück vorbei. In den acht bisherigen Rennen gab es immerhin sieben verschiedene Sieger. Für James Hinchcliffe, Takuma Sato und Simon Pagenaud war es auch jeweils der erste Sieg in der IndyCar Series überhaupt.

Zeitplan

Freitag

11:00 pm EST (17:00 MESZ) – 12:00 pm freie Training
2:00 pm EST (20:00 MESZ) – 3:00 pm freie Training
5:15 pm EST (23:15 MESZ) – 6:30 pm Qualifikation

Samstag

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Firestone Indy Lights Race

4:00 pm EST (22:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
4:40 pm EST (22:40 MESZ) IZOD IndyCar Series Race

Für die Gegend um West Allis besteht eine geringe Chance auf Regen am Samstag. Bisher hatte die IndyCar Series Glück mit dem Wetter und so können wir hoffen, dass das Rennen pünktlich am späten Samstagabend stattfinden kann.

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May 11 2013

12:00

IndyCar: Indianapolis 500 Trainings- und Qualifikationsvorschau

Nach dem Ausflug nach Brasilien steht der restliche Mai ganz im Zeichen des Indy 500. Das Rennen findet zwar erst am Ende des Monats statt, aber schon heute beginnen die umfangreichen Trainingssitzungen.

lat abbott indy512 08381 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

Indianapolis Motor Speedway 2012
(C) LAT USA/IndyCar Media

Bis zum Rennen am 26. Mai stehen insgesamt acht Trainings- und zwei Qualifikationstage auf dem Programm. Das ist zwar kein Vergleich mehr zu früher, als die Teams im Mai fast unbegrenzt Zeit zum Testen auf dem Indianapolis Motor Speedway hatten, aber trotzdem deutlich umfangreicher als bei jedem anderen Rennen. Die Qualifikation erstreckt sich mit dem Pole Day und dem folgenden Bumb Day über zwei Tage. Ob der Bump Day aber seinem Namen wieder gerecht wird, steht noch nicht fest. Bisher sind zwar 34 Teams gemeldet und damit müsste schon ein Team nach der Qualifikation die Heimreise antreten. Aber für den zweiten Wagen von Ed Carpenter sind bisher aber werder Fahrer noch Sponsoren bekannt. Ob uns also ein ähnlich dramatischer Bump Day wie 1995, als Penske Racing kein Auto qualifizieren konnte, bevor steht, ist noch fraglich. Ed Carpenter ließ schon verlauten, dass er sich ganz auf den Wagen mit der Nummer 20, den erst selbst pilotieren wird, konzentrieren will. Vielleicht gibt es ja auch noch kurzfristige Deals. Die Namen Buddy Rice und Sam Schmidt Motorsport sowie Brian Clauson und KV Racing machen die Runde.

Qualifikatiosmodus

Am Pole Day, der noch mal in zwei Segmente unterteilt ist, werden die ersten 24 Startplätze für das Indy 500 vergeben. In Segment 1 starten alle gemeldeten Autos zu mindestens einem Qualifikationsversuch. Die Reihenfolge, in der Wagen auf die Strecke gehen, wird am Freitag ausgelost. Ein Versuch besteht dabei aus vier fliegende Runden. Nachdem alle Autos ihren ersten Versuch abgeschlossen haben, stehen jedem Wagen-Fahrer-Gespann zwei weitere Versuche offen, sich zu verbessern. Startet man aber zu einem weiteren Versuch wird die bestehende Zeit gestrichen. Nach Ablauf von Segment 1 rücken die schnellsten neun Piloten in Segment 2 vor. Die Startplätze 10 bis 24 sind über die erreichten Zeiten in Segment 1 fest belegt.

Für Segment 2 bekommen die Teams für jeden Versuch einen frischen Satz Reifen. In umgekehrter Reihenfolge der Zeiten aus Segment 1 starten die Fahrer jeweils einen Qualifikationsversuch über vier fliegende Runden. Haben alle neun Fahrer ihren Versuch abgeschlossen, stehen jedem zwei weitere Versuche frei. Aber auch hier wird die vorher erzielte Zeit wieder gestrichen. Aus den Zeiten von Segment 2 ergibt sich die Startreihenfolge der Plätze 1 bis 9.

Nach dem Pole-Day sind 24 der maximal 33 Startplätze schon vergeben. Diese restlichen neun Plätze sind ausgehend von Segment 1 provisorisch gesetzt und können am Bump-Day noch verändert werden. Sollten mehr als 33 Autos gemeldet sein, können sich diese wiederum durch Versuche über vier fliegende Runden in das Feld der Qualifizierten fahren. Dabei stehen einem wieder drei Versuche zu und mit jedem gestarteten Versuch verliert man die gesetzte Zeit. Der Fahrer auf Qualifikationsplatz 33 sitzt auf der “Bubble” und kann von einem schnelleren Fahrer aus dem Indy 500 “gebumped” werden. Bei nur 33 gemeldeten Autos sind natürlich alle qualifiziert und am Bump Day wird nur die Startfolge ab Position 25 ausgefahren.

Rookie Orientation Program (ROP)

Rookies d.h. Fahrer ohne IndyCar-Erfahrung auf dem Indianapolis Motor Speedway, müssen das ROP durchlaufen. Zum einen werden sie langsam an die hohen Geschwindigkeiten gewöhnt, zum anderen müssen sie aber auch beweisen, dass sie keine Gefahr für sich und die anderen Piloten auf der Strecke darstellen. Für die Zulassung zur Qualifikation muss ein Rookie drei Stufen meistern: Zehn Runden mit einer Geschwindigkeit von 200 bis 205 mph, 15 Runden mit 105 bis 210 mph und 15 Runden mit Geschwindigkeiten konstant über 210 mph.

Im letzten Jahr hatte Jean Alesi Probleme mit der dritten Stufe, was aber vor allem dem schwachen Lotusmotor und dem unerfahrenen Team geschuldet war. Eigentlich stellt das ROP keine wirkliche Hürde für die Rookies dar.

Entry List

1 Ryan Hunter-Reay Andretti Autosport 2 AJ Allmendinger Team Penske 3 Helio Castroneves Team Penske 4 JR Hildebrand Panther Racing 5 EJ Viso Andretti Autosport 6 Sebastian Saavedra Dragon Racing 7 Sebastian Bourdais Dragon Racing 8 Ryan Briscoe* Chip Ganassi Racing 9 Scott Dixon Target Chip Ganassi Racing 10 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing 11 Tony Kanaan KV Racing Technologie 12 Will Power Team Penske 14 Takuma Sato AJ Foyt Enterprises 15 Graham Rahal Rahal Lettermann Lanigan Racing 16 James Jakes Rahal Lettermann Lanigan Racing 17 Michel Jourdain jr.* Rahal Lettermann Lanigan Racing 18 Ana Beatriz Dale Coyne Racing 19 Justin Wilson Dale Coyne Racing 20 Ed Carpenter Ed Carpenter Racing 21 Josef Newgarden Sarah Fisher Hartmann Racing 22 Oriol Servia Panther Dreyer & Reinbold Racing 25 Marco Andretti Andretti Autosport 26 Carloz Munoz(R)* Andretti Autosport 27 James Hinchcliffe Andretti Autosport 40 TBA Ed Carpenter Racing 41 Conor Daly(R)* AJ Foyt Enterprises 55 Tristan Vautier (R) Schmidt Peterson Motorsport 60 Townsend Bell* Panther Racing 77 Simon Pargenaud/td> Schmidt Hamilton HP Motorsport 78 Simona de Silvestro KV Racing Technologie 83 Charlie Kimball Novo Nordisk Chip Ganassi Racing 91 Buddy Lazier* Buddy Lazier 98 Alex Tagliani Barracuda Racing tba Pipa Mann* Dale Coyne Racing

(R)    Rookie
*     nicht Vollzeit

Zeitplan

11.05. Practice Day 1:      12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

12.05. Practice Day 2:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

13.05. Practice Day 3:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

14.05.Practice Day 4:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

15.05.Practice Day 5:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

16.05.Practice Day 6:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

17.05.Fast Friday:

12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

18.05. Pole Day:

8:00 am (14:00 MESZ) – 8:30 am freies Training Gruppe 1
8:30 am (14:30 MESZ) – 9:00 am freies Training Gruppe 2
9:00 am (15:00 MESZ) – 11:00 am freies Training
11:00 am (17:00 MESZ) – 4:00 pm Qualifikationssegment 1
4:30 pm (22:30 MESZ) – 6:00 pm Qualifikationssegment 2

19.05. Bump Day:

12.00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm Bump Day Qualification

24.05. Carb Day:

11:00 am (17:00 MESZ) – 12:00 pm Abschlusstraining
12:30 pm (18:30 MESZ) Firestone Freedom 100 Race Indy Lights

Am Fast Friday wird hauptsächlich an der Abstimmung für die Qualifikation gearbeitet. Deshalb sind dann höhere Geschwindigkeiten als während der sonstigen Trainingssitzungen, in denen an der Rennabstimmung gearbeitet wird, zu erwarten.Das Abschlusstraining am Carb Day diente früher zur Einstellung der Vergaser (caburator). Heutzutage werden die nach der Qualifikation überholten Wagen ein letztes Mal vor den 500 Meilen getestet.

 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

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February 29 2012

07:38

Ferner liefen: Die Newshappen für 29.02.2012

// Rückschlag für Marussia: Das ehemalige Virgin-Team wird nun doch nicht bei den morgen startenden Testfahrten in Barcelona dabei sein. Das ohnehin spät fertiggestellte Auto hat einen der 18 von der FIA vorgeschriebenen Crashtests nicht bestanden. Dabei wird dem russischen Team eine Regeländerung der FIA für die laufende Saison zu Verhängnis, wonach die Autos alle Crashtests bestanden haben müssen, bevor sie für die Testfahrten zugelassen werden. Bisher hatten die Boliden die Crashtests nur bis zum ersten Rennen bestehen müssen. Der spanische Marussia-Konkurrent HRT hat dagegen nun auch den letzten Crashtest bestanden, und wird vermutlich im Laufe der Testfahrten in Barcelona erstmals das neue Auto zeigen. (Vorsicht)

// Doch schon ab Donnerstag wird man die Autos von Red Bull und Ferrari in Barcelona bewundern dürfen: Die FIA hat das Ansuchen der beiden Teams abgelehnt, statt von Donnerstag bis Sonntag von Freitag bis Montag testen zu dürfen. (Vorsicht)

// Erfreuliche Nachrichten gibt es aus der IndyCar-Serie: Sarah Fisher Hartman Racing hat doch noch einen Honda-Motor bekommen, und wird somit bereis ab Saisonbeginn in St. Petersburg in der Serie antreten können. Edler Spender ist Rahal Letterman Racing, die statt der bestellten zwei Motoren doch nur einen brauchen werden. Der Grund: Man hat es nicht geschafft, ein zweites Autos die gesamte Saison hindurch zu finanzieren. (Vorsicht)

// Auch EJ Viso wird in St. Petersburg an den Start gehen. Der Venezolaner hat das nötige Sponsorenpaket geschnürt, der lange erwartete Deal mit KV-Racing ist damit in trockenen Tüchern. Dort könnte er Teamkollege von Rubens Barrichello werden, dessen Engagement aber noch immer nicht fix ist. Bei den Testfahrten in Sonoma war er dabei, angeblich soll er knapp vor der Unterzeichnung eines Sponsorenvertrages stehen. (Vorsicht)

// Gleichzeitig waren andere Teams auf dem Texas Speedway unterwegs. Glaubt man den Aussagen, scheint das neue Auto nun auch auf dem Oval besser zu laufen. Gleich schnell wie der alte Dallara ist die neue Oval-Version aber immer noch nicht. (Vorsicht)

// Einige Fahrer-News gibt es auch aus der GP2: Der Vorjahresfünfte, Giedo van der Garde wird die Saison bei Caterham Racing in Angriff nehmen, der Brasilianer Luiz Razia bei Arden, und der indonesische GP3- und AutoGP-Pilot Rio Haryanto wird bei Carlin sein GP2-Debut geben. Dienstag fanden erste Testfahrten statt: Tagesschnellster war Davide Valsecchi (DAMS), konstant gut unterwegs waren außerdem die beiden Lotus-Junioren Esteban Gutierrez und James Calado. Auch iSport-Routinier Marcus Ericssion war in beiden Sessions vorne mit dabei. (Vorsicht)

// Verzichten muss die GP2 dagegen auf Sam Bird. Der Brite wechselt nämlich 2012 in die Formel Renault 3.5 (zu ISR), wo er auf Force India-Tester Jules Bianchi (Tech1) treffen wird. Auch Mikhail Aleshin (RFR), der 2010 den Meistertitel gewonnen hatte, ist im kommenden Jahr wieder dabei – was er sich davon erhofft, ist nicht ganz klar. (Vorsicht)

// Neuigkeiten gibt es auch aus der DTM. Die Kollegen von touringcartimes.com wollen Gerüchte gehört haben, wonach Formel Renault-Champion Robert Wickens und Euro-F3-Meister Roberto Merhi die verbleibenden Mercedes-Cockpits erhalten sollen. Wenn das stimmt, ist es eine löbliche Chance für zwei vielversprechende, aber vielleicht etwas unterfinanzierte Talente. (Vorsicht)

// Nissan hat am 24. Februar 2012 seinen GT500-Fahrerkader für die Super GT vorgestellt. Wenig überraschend wurde dabei Michael Krumm als Nachfolger von Benoît Tréluyer an der Seite von Satoshi Motoyama bei Nismo im Motul Autech GT-R bestätigt. Japan ist für Krumm keine fremde Welt, schließlich kehrte der Deutsche 1994 Europa erstmals den Rücken, um sich in der japanischen Formel-3-Meisterschaft zu beweisen, die er auch auf Anhieb gewann. Es folgten Jahre in der japanischen Tourenwagen-Meisterschaft sowie der japanischen F3000 (Vorgänger der Formel Nippon) sowie der JGTC (Vorgänger der heutigen Super GT). Die JGTC gewann er zusammen mit seinem Freund und gleichzeitigen Rivalen Satoshi Motoyama im Jahr 2003, ehe er das Land des Lächelns 2009 verließ und in der FIA GT respektive der GT1-WM unterwegs war. Nach drei Jahren Abstinenz kehrt Krumm nun wieder nach Japan zurück. Krumm stellt die Einzige Änderung im GT500-Fahrerkader von Nissan dar. Neu ist hingegen der Sponsorenzuwachs auf dem Meisterwagen von Quiantarelli und Yanagida — der Wagen heißt in diesem Jahr S Road Reito Mola GT-R.

Im nachfolgenden das GT500-Aufgebot von Nissan:

Mola
Ronnie Quintarelli / Masataka Yanagida

Team Impul
Joao Paulo de Oliveira / Tsugio Matsuda

Nismo
Satoshi Motoyama / Michael Krumm

Kondo Racing
Hironobu Yasuda / Björn Wirdheim
(Yankee)

// Nissan die Zweite: In die GT300 hält der Nismo GT-R GT3 dieses Jahr Einzug, der Anfang des Jahres von Michael Krumm beim 24-Stunden-Rennen in Dubai pilotiert wurde. Nissan setzt dabei auf  Katsumasa Chiyo und Yuhi Sekiguchi, zwei hoffnungsvolle Nachwugspiloten. Sekiguchi konnte letztes Jahr unter anderem die japanische Formel-3-Meisterschaft gewinnen und fuhr für JLOC bereits in der GT300 mit, während Chiyo aus dem Nachwuchsprogramm von Nissan stammt und ebenfalls in der japanischen F3 unterwegs war. (Yankee)

// Honda tat es schon vor ein paar Wochen, nun hat Toyota pünktlich zu den offiziellen Testfahrten der Formel Nippon endlichen seinen Fahrerkader vorgestellt. Wie bereits vor rund zwei Wochen berichtet, kehrt Loic Duval, Meister von 2009, in die Serie zurück — er steigt für Team Kygnus Sunoco ins Cockpit. Erfreulich ist der Verbleib letztjährigen Champions André Lotterer. Der Deutsche bleibt Toyota treu und wird mit neben seinem Teamkollegen Kazuki Nakajima für Petronas Team Tom’s zur etwaigen Titelverteidigung antreten. Noch ist allerdings nicht sicher, an wie vielen Rennen Lotterer am Ende teilnehmen wird, da er bei Terminüberschneidungen sein Engagement bei Audi in der WEC selbstredend vorrang hat.

Im nachfolgenden alle von Toyota und Honda ernannten Teams und Fahrer der diesjährigen Formel-Nippon-Saison. Bitte beachten, dass es sich hierbei noch um keine offizielle Nennliste handelt:

Petronas Team Tom’s (Toyota)
André Lotterer
Kazuki Nakajima

Kondo Racing (Toyota)
Hironobu Yasuda

Team Le Mans (Toyota)
Kazuya Oshima

Team Kygnus Sunoco (Toyota)
Loic Duval

HP Real Racing (Honda)
Toshihiro Kaneishi

Team Mugen (Honda)
Naoki Yamamoto

Team Impul (Toyota)
Joao Paulo de Oliveira
Tsugio Matsuda

Nakajima Racing (Honda)
Daisuke Nakajima
Takashi Kogure

Project μ/cerumo・INGING (Toyota)
Kohei Hirate
Yuji Kunimoto

Docomo Dandelion (Honda)
Takuya Izawa
Koudai Tsukakoshi

Le Beausset (Toyota)
Hiroki Saga

TBA (Honda)*
TBA

*Beim bisher noch unbenannten Honda-Boliden handelt es sich um aller Wahrscheinlichkeit um den Wagen für Takuma Sato. Die offizielle Nennung von Sato sowie das mögliche Team stehen allerdings noch aus. (Yankee)

 

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June 21 2011

16:43

Indycar Milwaukee: Guter Sport, schlecht verkauft

Eine klassische Strecke, viele Überholmanöver und ein interessantes Finish – was will man eigentlich mehr? Die IndyCar Series hat es trotzdem nicht geschafft, Fans auf die Tribünen zu locken. Und ABCs Dauerwerbesendung vertrieb sie von den Schirmen.

Und wieder eine vergebene Chance. Die Milwaukee Mile ist für die IndyCars historischer Grund, noch in den 1990er-Jahren strömten 50.000 Fans am Renntag der CART-Serie an die Strecke. Nach einem Jahr Pause kehrte man heuer wieder zurück. Und wurde von nur etwa 15.000 Besuchern begrüßt. Schade. Nicht zuletzt deswegen, weil das Rennen durchaus sehenswert war. Wenn man denn etwas davon zu sehen bekam. Denn wesentlich öfter als die Action von der Strecke zeigte ABC im Sonntag leider Werbeeinschaltungen. Immerhin: Die Schlussphase gab es ohne Werbeunterbrechung zu sehen. Und die lieferte, trotz eines am Ende ungefährdeten Siegers, noch einmal richtig Spannung. Abseits der Strecke brodeln derweil Spannungen zwischen den Teams.

Auch, wenn sie am Ende doch meist gewinnen – die Dominanz von Penske und Ganassi schien während den letzten Rennen zunehmend in Gefahr zu geraten. Diesmal hätte es fast geklappt: Tony Kanaan konnte an der Spitze mithalten, und lag zeitweise sogar recht komfortabel in Führung. Leider warf er den Wagen 29 Runden von Schluss mit einem Fahrfehler in die Wand, so dass Franchitti schließlich doch wieder ziemlich unbedrängt den Sieg nach Hause fuhr.

Auf Rang zwei landete Graham Rahal, der seinen Aufwärtstrend der vergangenen (Oval-)Rennen mit einem weitern starken Rennen verfestigte. Ebenso beeindruckend war abermals die Performance von Newman/Haas Racing: Oriol Seriva landete unauffällig aber effektiv auf Rang drei, James Hinchcliffe bewies mit Rang sechs erneut, dass er nicht zu Unrecht in der IndyCar Serie unterwegs ist. Besonders beim Spanier scheint es, als müsst nur der letzte Knoten noch platzen – der erste Sieg scheint heuer durchaus in Reichweite.

Auch KV Racing war wieder flott unterwegs: Kanaan hätte fast gewonnen, EJ Viso war konstant in den Top Ten unterwegs, bis auch er den Wagen etwa nach Rennmitte in der Mauer parkte. Auch der dritte im Bunde, Takuma Sato, fuhr zunächst in der Spitzengruppe mit. Bei einem Boxenstopp traf er dann aber einen Reifen (und fast auch noch einen Mechaniker), was die Rennleitung mit einer Durchfahrtsstrafe quittierte. Dass es trotzdem noch für Rang acht (in der Führungsrunde) reichte, spricht für die Performance von Team und Fahrer.

Etwas unter den Erwartungen: Team Penske. Einzig Powers guter (aber keineswegs überragender) vierter Rang rettete das Wochenende. Helio Castroneves lag zwar zeitweise in Führung – Druckverlust in einem Hinterreifen zwang ihn dann aber in die Box. Der enttäuschende neunte Rang war die Folge. Ryan Briscoe war zwar oft im Bild (weil als einer von wenigen mit einer Onboard-Kamera unterwegs), dass es ohne gröbere Probleme aber nur für Rang elf gereicht hat, ist für den Australier aber gewiss eine weitere Enttäuschung. Fährt er so weiter, ist sein Penske Cockpit für 2012 sicher in beträchtlicher Gefahr.

Die deprimierende Story des Wochenendes lieferte aber einmal mehr Simona de Silvestro. Die Schweizerin flog im Qualifying schon wieder hart in die Wand, und musste die Nacht im Krankenhaus verbringen. Für den Renntag gab es zwar eine Starterlaubnis – weder das Auto noch (wenn die Fernsehbilder nicht sehr trügen) sie selbst waren aber in wirklich konkurrenzfähiger Rennverfassung. Nach tapferem Startversuch stellte sie den Wagen elf Runden später wieder ab.

Die Meisterschaft beginnt beim nächsten Rennen quasi von neuem. Denn sowohl Will Power als auch Dario Franchitti liegen nach dem Lauf in Milwaukee gleichauf bei 271 Punkten. Mit gehörigem Respektabstand folgt dann auf Rang drei der erstaunliche Oriol Servia (198) denkbar knapp vor Scott Dixon (195) und dem dritten Ganassi in den Top fünf, Graham Rahal (176). In der Ovalwertung führt Franchitti nach drei Läufen mit 117 Zählern von Scott Dixon (111), Power (103), Rahal (94) und Servia (88).

Ein wenig Unbill gab es wieder einmal nach dem Rennen – und in beiden Fällen stand Dario Franchitti im Fokus. Denn ob Niederlage wie in Texas oder Sieg wie in Milwaukee: Kritik im Post-Race Interview scheint bei Franchitti neuerdings zum guten Ton zu gehören. Diesmal war Helio Castroneves dran, bei dem der Schotte Blocking-Manöver im Kampf im Platz eins ortete. In einem anderen Aspekt stand Franchitti selbst in der Kritik: Denn auch der spätere Rennsieger soll bei einem Boxenstopp den Reifen eines Konkurrenzteams (der Penske-Crew von Will Power) berührt haben. Anders als Takuma Sato ereilte den Schotten aber keine Durchfahrtsstrafe – angeblich gab es keine schlüssigen Videobeweise.

Und auch wenn es sie gegeben hätte: Die Chance, sie zu sehen wäre zumindest für den TV-Zuseher verschwindend gering gewesen. Denn Broadcaster ABC behandelte das IndyCar Rennen einmal mehr als Dauerwerbesendung mit kurzen Rennunterbrechungen. Dass man als Network am Ende schnell aus der Übertragung raus muss, und wenig Zeit für Nachberichte hat – verständlich. Wenn aber auch während des Rennens in jeder Sekunde zu merken ist, dass man die IndyCar Serie viel lieber nicht zeigen würde – dann kann das für keinen der Beteiligten eine weise Business-Entscheidung sein. Auch die Zuseher in den USA waren diesmal wohl nicht begeistert: Ein Overnight Rating von nur 0.9 (Erklärung zum US-Ratings-System im Indy 500 Artikel) dürfte wohl weder die Serie, noch Team und Sponsoren, noch ABC nachhaltig begeistern.

Hoffentlich tröstet man sich bei ABC nicht damit, dass auch die Besucherzahlen vor Ort ziemlich enttäschend waren. Nach der Pleite des Milwaukee-Promoters im vergangenen Jahr hat man diesmal einen handverlesenen Veranstalter aus dem Serien-Heimatstaat Indiana mit der Ausrichtung beauftragt. Auch der hatte keinen Erfolg: Nur etwa 15.000 Zuseher waren am Sonntag vor Ort. Eine Rückkehr der Serie an die Traditonsstrecke wollte CEO Randy Bernard zwar am Rande des Rennens noch nicht ausschließen, sie scheint aber zunehmend unwahrscheinlich. Zumal auch, was ja im Grunde erfreulich ist, Strecken wie Elkhart Lake und Chicagoland (die beiden einen ähnlichen Markt bedienen) offenbar gute Chancen haben, 2012 wieder ein IndyCar Rennen austragen zu dürfen.

Vorschau: Iowa

Schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag (2:00 Uhr) steht in Iowa das nächste Rennen auf dem Plan. In früherer Zeit war das progressiv überhöhte Oval eher als Langweiler verschrien. Der Plan, dort mehrere Fahrspuren zu schaffen, schien nicht immer so richtig so funktionieren. 2010 gab es aber zur allgemeinen Überraschung ein ziemlich enges und spannendes Rennen – vielleicht hat man also nun auch in Iowa den richtigen Modus für knappes Racing gefunden. Damals gewann Tony Kanaan, vielleicht schafft ja auch in diesem Jahr ein Außenseiter die Überraschung.

In einer Hinsicht dürfen Fans jedenfalls aufatmen: Statt der desinteressierten Truppe von ABC übernimmt diesmal wieder Versus die Übertragung. Man soll den Sender ja nicht in den Himmel loben, denn auch dort könnte man manches besser machen. Im Vergleich mit ABC ist der Spartenkanal aber geradezu Oscar-verdächtig. Das gilt leider nicht für die Empfangbarkeit im deutschen Sprachraum, wo man auch am kommenden Sonntag wieder auf alternative Quellen angewiesen sein wird.

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Fotos: INDYCAR

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May 27 2011

06:49

Vorschau: Indy 500 Centennial

Nach einer spannenden Qualifikation mit einigen Überrschungen ist alles für ein spektakuläres Jubiläumsrennen bereit. Leider gibt es aber auch wieder etwas Ärger.

Das mit Abstand wichtigeste Rennen der IndyCar-Saison steht vor der Tür: Am Sonntag gegen 18 Uhr (CEST) wird IMS-Eignerin Mari Hulman George wieder den Command zum Starten der Motoren erteilen. Diesmal schwingt ganz besonders viel Tradition mit: Denn vor fast genau 100 Jahren, am 30. Mai 1911 fand das erste Indy 500 statt. (Das hundertste Rennen ist es trotzdem nicht – während der beiden Weltkriege mussten einige Läufe abgesagt werden.) Die Ergebnisse der Qualifikation versprechen zu diesem Anlass ein spannendes Rennen: Vorne sind einige Außenseiter dabei, und manch vermeintliche Favoriten starten von weit hinten im Feld. Für Gesprächsstoff sorgte allerdings eine etwas fragwürdige Entscheidung nach der Qualifikation.

Die Qualifikation

Es war vor allem der Pole Day, der diesmal voller Überraschungen steckte: Da war zunächst die verblüffende Stärke einiger Fahrer, die in der bisherigen Saison entweder nur im hinteren Teil des Feldes zu finden waren, oder heuer noch gar nicht in Erscheinung getreten sind.

Insbesondere gilt das für Polemann Alex Tagliani. Der Kanadier war zwar auch auf den Road Courses schon recht gut dabei, und hat sich auch im vergangenen Jahr im Indy 500-Qualifying recht achtbar geschlagen – dass er aber im Sam Schmidt-Wagen die Qualifikation gewinnen würde, das hätten wohl nur die wenigsten erwartet. In Punkto Rennpace muss man wohl abwarten – 2010 war er im Rennen nicht ganz so gut wie im Training.

Nicht ganz unerwartet, aber dennoch erstaunlich: Oriol Servia auf Rang 3. Die gute Oval-Performance von Newman-Haas überrascht nach dem Katastrophenjahr 2010. Man darf aber nicht vergessen, dass die Truppe schon einmal, Ende 2009, fast den Speed der großen zwei mitgehen konnte. James Hinchchliffes 13. Position beim ersten IndyCar Oval-Auftritt bestätigt die gute Pace des Autos. Ähnliches gilt für den viertplatzierten Townsend Bell (etwas kontroverserweise mit Greg Moores Startnummer 99 unterwegs), dessen vierte Position die Performance von Sam Schmidt Racing unterstreicht.

Dan Whelson (für Bryan Herta Autosport auf Rang sechs) zeigt, dass er eine volle Saison in der IndyCar verdient hätte; Gleichfalls die dahinter liegenden Oval-Spezialisten Buddy Rice und Ed Carpenter.

Ganz gut im Mittelfeld unterwegs: Die drei KV Racing-Wagen von Takuma Sato (10), EJ Viso (18) und Tony Kanaan (23). Ebenso Dreyer & Reinbold mit Davey Hamilton (15) und Justin Wilson (20). Beeindruckend die Leistung von Simona de Silvestro, die sich trotz schwerem Unfall und Verbrennungen an den Händen im Erstazauto auf Platz 24 qualifiziert hat.

Erstaunlich: Die Schwäche der beiden Top Teams. Mag schon sein, dass man bei Penske und Ganassi vielleicht etwas mehr in Richtung Rennsetup gearbeitet hat. Dass allerdings die beiden “echten” Ganassi Piloten fast beide Opfer eines Sprit-Rechenfehlers werden – das ist schon erstaunlich. Immerhin haben sich beide innerhalb der ersten neun platzieren können (Dixon: 2, Franchitti: 9). Ganz im Vergleich zum “Juniorteam” mit Kimball und Rahal, die sich beide ihren Platz am Grid erst am Bump Day gesichert haben.

Auch bei Penske lief es nicht viel besser: Lediglich Will Power hat es unter die ersten neun geschafft – sein fürnfter Platz ist vermutlich unter dem Ansprüchen des erfolgsverwöhnten Teams. Für Dreifach-Champion Helio Castroneves reichte es nur für Rang 16; Ryan Briscoe schaffte es nach einem Crash am Pole Day zunächst gar nicht, sich in die Ränge der Qualifizierten zu fahren – am Sonntag holte er dann Startplatz 26.

Das alles ist aber nichts nichts gegen das Desaster, dass das einstige Spitzenteam von Andretti Autosport erleben musste. Innerhalb der ersten 24 konnte sich am Pole Day allein John Andretti platzieren – auf Rang 17. Damit waren vor Beginn des Bump Day noch alle vier Stars (Danica Patrick, Marco Andretti, Ryan Hunter-Reay und Mike Conway) ohne Platz im wichtigsten Rennen des Jahres. Patrick und Andretti fuhren dann immerhin noch ins Feld (auf die Startpositionen 26 und 28), Conway und Hunter-Reay mussten draußen bleiben.

Die Kontroverse

Sollte man zumindest meinen. Denn im Laufe des Montag wurde klar, dass Ryan Hunter-Reay doch am Rennen teilnehmen würde. Möglich ist das, weil AJ Foyt den Startplatz von Bruno Junqueira an Andretti Autosport verkauft hat. Damit ist der Brasilianer trotz Qualifikation auf Rang 19 nicht im Rennen dabei. Und Hunter-Reay muss den Lauf von Startplatz 33 in Angriff nehmen.

Anlass für diesen Schritt war offenbar weniger der sportliche Ehrgeitz, als vielmehr das liebe Geld: AJ Foyt hatte Junqueira den Startplatz im Rennen quasi geschenkt – der Brasilianer selbst bringt keine Sponsoren mit ins Team. Das finanzielle Angebot von Andretti war für Foyt also umso attraktiver, als er nun unabhängig vom Resultat mit seinem Auto Geld verdient.

Für Andretti wiederum ging es darum, die Sponsoren von Hunter-Reay (SunDrop und die bewährten DTM-Förderer von DHL) im Rennen unterzubringen – möglicherweise war ein Auftritt beim Indy 500 Teil des Sponsorvertrages mit diesen Firmen.

Das Wagen wird jetzt mit einer Mischung aus den genannten Hunter-Reay-Sponsoren und jenen von AJ Foyt ins Rennen gehen, und Junqueiras (ehemalige) Startnummer 41 tragen. Noch nicht ganz klar ist, wer den Wagen technisch betreuen wird. Aktuelle Meldungen deuten aber darauf hin, dass auch das von AJ Foyt Enterprises erledigt wird.

Junqueira hat in ersten interviews recht besonnen auf die Aktion reagiert – für den Brasilianer kann das Ergebnis aber ganz sicher nicht erfreulich sein, zumal er ja um das Wiederaufleben seiner Karriere kämpft. Schon 2009 hatte er seinen Startplatz an Conquest Teamkollege Alex Tagliani abgeben müssen. Dass er den Speed für die Teilnahme am Rennen (oder auch an einer vollen Saison) nach wie vor hat, hat er bewiesen. Die Chance, das auch einer größeren Öffentlichkeit zu demonstrieren, bleibt ihm aber wieder verwehrt.

Das Rennen – Vorschau

Mit Vorhersagen muss man beim Indy 500 immer ganz besonders vorsichtig sein. Nicht nur, weil in einem 500 Meilen-Rennen ohnehin ziemlich viel passieren kann. Sondern auch deswegen, weil nach dem Qualifying noch unklar ist, wer vor allem am Speed auf vier Quali-Runden gearbeitet – und wer stattdessen an der Rennpace gefeilt hat.

Von der schwachen Performance bei Penske und Ganassi sollte man sich nicht beeindrucken lassen. Die beiden Spitzenteams haben für das Rennen ganz sicher noch den einen oder anderen Trumph in der Hand – das betrifft auch die zweite Garde rund um Rahal oder möglicherweise sogar Kimball.

Ein weiterer heißer Tipp ist, wie oben schon angedeutet, Newman-Haas. Vor allem dem Ovalfreund Oriol Servia ist durchaus zuzutrauen, dass er auch an der Spitze des Feldes mithalten kann.

Wo sehen?

Wie schon in den vergangenen Jahren hat sich auch heuer kein Sender im deutschen Sprachraum gefunden, der den Lauf überträgt – anders als etwa im benachbarten Ausland, wo etwa sky UK, sky Italia und Motors TV Frankreich das Rennen zeigen. Wie auch immer: Man wird sich wohl auch diesmal wieder in den Weiten des Internets auf die Suche nach einem Stream begeben müssen, wenn man den Lauf live verfolgen will. Los geht die Übertragung in den USA um 12Uhr ET (also 18Uhr CEST) auf ABC. Außerdem angeblich in Internet auf ESPN3.com – die Homepage des Senders bietet allerdings keine Bestätigung für diese in manchen Foren kursierende Information. Zum Einstimmen zeigt Versus schon am heutigen Freitag um 17 Uhr CEST live das “Firestone Freedom 100″ – das Rennen der Indy Lights.

March 24 2011

06:24

IndyCar Series: Saisonstart in St. Petersburg

Eine teils chaotische, teils erfreuliche Off-Season geht endlich zu Ende – am Sonntagabend kehrt die IndyCar Series zurück auf die Strecke. Das dürfte spannend werden, denn seit dem Finale 2010 hat sich einiges getan.

Eine stille Winterpause sieht anders aus: Die IndyCar Series bedachte seit der Meisterschaftsentscheidung in Homestead Fans und Medien mit einem steten Fluss an Neuigkeiten, wie das sonst sogar während der laufenden Saison ungewöhnlich ist. CEO Randy Bernard hat bewiesen, dass er weiß, wie man mit der zuletzt eher unscheinbaren Monoposto-Serie Aufsehen erregt. Ob seine Ideen auch auf der Rennstrecke funktionieren, das muss sich allerdings noch beweisen. Immerhin: Zum Saisonstart stehen 25 Fahrer bereit, die meisten davon werden wohl das ganze Jahr lang dabei sein. Ein paar alte Stars haben es in die Serie zurückgeschafft, wenn auch zum Teil in letzter Minute. Zusammen mit einigen interessanten Rookies bescheren sie der IndyCar Series das wahrscheinlich stärkste Starterfeld seit CART-Zeiten.

Spannende Zeiten also auch für Fans, daher eine kurze Zusammenfassung der Meldungen aus dem Winter – für alle, die in der Off-Season nicht ganz so aktiv waren wie Randy Bernard. Eine Vorschau auf das Rennen in St. Petersburg folgt dann weiter unten.

Neue Hersteller

Auch, wenn sich die Nachricht eher auf die kommende Saison bezieht, als auf die aktuelle: Die wichtigste Meldung des Winters war wohl die Rückkehr von Chevrolet in die IndyCar Series. Der US-Hersteller wird dabei 2012 nicht nur Motoren liefern, sondern auch selbst eines jener Aero-Kits anbieten, mit denen die Teams das Standard-Chassis von Dallara erweitern können. Gleiches hat auch Lotus angekündigt, die ab kommendem Jahr als dritter Hersteller in der Serie aktiv sein werden. Richtig gelesen: Der in malaysischer Hand befindliche Sportwagenhersteller hat angekündigt, nicht nur ein Aero-Kit zu liefern, sondern auch einen Motor. Woher der kommen soll, wurde bisher allerdings nicht enthüllt. Als vierter Hersteller könnte auch noch das französische ORECA-Team dazukommen. Dort will man sich allerdings mit der Fertigung von Aero-Kits bescheiden.

Teams und Fahrer 2011

Gleich vorneweg eine kurze Entschuldigung: Die IndyCar Serie bietet leider zur Stunde noch keine Fotos aus St. Petersburg an. Bei den Bildern unten handelt es sich daher um Aufnahmen vom Test am Barber Motorsports Park in der vergangenen Woche. Dort waren leider nicht alle Teams und Piloten anwesend, von manchen gibt es also leider keine Bilder. Auch bei den Lackierungen könnte es also noch Änderungen geben. Die IndyCar Serie veröffentlicht normalerweise vor Rennstart einen Spotter’s Guide auf indycar.com. Den werde ich nachreichen, sobald bzw. sofern er verfügbar wird.

Penske

Die Mannschaft unter der Leitung von “Captain” Roger Penske wird wohl auch 2011 zu den Favoriten im Starterfeld zählen. Das haben auch die Ergebnisse der Testfahrten in Alabama noch einmal unterstrichen. Bei den Piloten hat sich nichts verändert, auch in diesem Jahr greifen Helio Castroneves, Will Power und Ryan Briscoe ins Lenkrad. Abseits der Ovale ist wohl Power der schnellste aus diesem Dreiergespann, als besserer Allrounder könnte sich aber einmal mehr Castroneves erweisen. Ryan Briscoe hat in der vergangenen Saison nicht so wirklich überzeugt, und wird in diesem Jahr etwas kräftiger aus Gaspedal treten müssen, wenn er sich die Gunst des Captains erhalten will.

Ganassi

Das zweite Top-Team der IndyCar Series hat sich über den Winter verdoppelt. Neben dem bisherigen Fahrergespann Dario Franchitti und Scott Dixon (die wieder in den klassischen, links abgebildeten Target-Farben starten), treten 2011 auch Graham Rahal und Charlie Kimball für Ganassi an, die jeweils von anderen Sponsoren unterstützt werden. Weil Target aber keine Konkurrenz im gleichen Team wollte, musste man bei Ganassi zu einem etwas ungewöhnlichen Trick greifen – und einfach ein zweites Team eröffnen. Offiziell wird man zwar nicht müde, die Unabhängigkeit der beiden Teams voneinander zu betonen. Inoffiziell darf man aber wohl schon davon ausgehen, dass sich die Verantwortlichen der beiden Teams gelegentlich mal über den Wag laufen werden. Und dabei wohl nicht nur über Baseball reden. Bei den Test hatte man noch ein paar Probleme, bei den Rennen darf man aber auch in diesem Jahr die Mannschaft vorne erwarten. Fahrerisch sind von Franchitti und Dixon wohl auch in dieser Saison wieder konstant gute bis sehr gute Ergebnisse zu erwarten. Auch Rahal hat in der Vergangenheit (vor allem 2009 bei Newman/Haas) schon Talent bewiesen. Inwieweit auch Charlie Kimball mithalten kann, muss sich noch weisen.

Andretti Autosport

Einige Überraschungen bot über den Winter die traditionell dritte Kraft der IndyCar Series. Erst wurde Tony Kanaan freigestellt (und ihm “erlaubt, mit anderen Teams zu verhandeln”) – vermutlich deshalb, weil man sich sein hohes Gehalt nicht mehr leisten konnte. Und dann tritt man 2011 doch wieder mit vier Fahrern an: Marco Andretti und Danica Patrick waren ohnehin schon gesetzt, Ryan Hunter-Reay konnte auch genügend Sponsoren auftreiben, um sich im Team zu halten. Keiner der drei hat bisher das Talent gezeigt, konstant um Siege oder gar Meisterschaften mitzufahren. Aber: Alle sind solide Piloten, und auf ihre Art wichtig für die Serie. Erstaunlich ist dagegen die Verpflichtung des beim Indy 500 schwer verunglückten (aber mittlerweile wohl wieder genesenen) Mike Conway. Der Brite hat zwar in diversen Juniorserien gute Leistungen gezeigt, in der IndyCar Series konnte er allerdings bislang (außer beim schicksalsvollen Indy 500) nicht wirklich überzeugen. Und seit seinem Unfall fehlt ihm überhaupt jegliche Erfahrung im Auto. Ein erfolgreiches Comeback wäre ihm zu vergönnen – bis es soweit ist, muss man aber vermutlich noch ein paar Rennen Geduld haben. Abzuwarten bleibt außerdem, ob es das Team nach einer sehr mäßigen Saison 2010 wieder schafft, an alte Stärken anzuknüpfen.

KV Racing

Mit drei Piloten geht das Team von Kevin Kalkhoven und Jimmy Vasser an den Start. Zur bisherigen Stammmanschaft mit EJ Viso und Takuma Sato ist in letzter Sekunde noch ein weiterer großer Name gestoßen. Der bei Andretti entlassene Tony Kanaan hat es am Wochenende vor dem Saisonstart geschafft, ausreichend Sponsoren für eine volle Saison im Teams zu sammeln. Das könnte sich für beide als gutes Geschäft erweisen: KV wird von der Erfahrung des Tony Kanaan (vor allem in Fragen der Abstimmung) gewiss profitieren, der Brasilianer bekommt von KV Racing ein in seinem Speed womöglich unterschätztes Autos zu Verfügung gestellt. Das mag zwar in dieser Saison noch nicht für Siege reichen – wenn Sato und Viso aber ihr Temperament diesmal etwas öfter in Zaum halten können, als im vergangenen Jahr, dann könnte das Team durchaus einen Sprung nach vorne machen.

Dreyer & Reinbold

Ein weiteres Team aus dem Bereich “solides Mittelfeld”, das sich 2011 nach oben entwicklen könnte. Justin Wilson ist ein Pilot, der gewiss immer wieder einmal für eine Überraschung gut ist – ganz besonders auf den Rundkursen. Außerdem hat man sich mit Ana Beatriz verstärkt. Die Brasilianerin bringt einige Sponsoren an Bord, und konnte auch bei ihren Einsätzen in der vergangenen Saison durchaus Potenzial beweisen. Sie könnte sich also als gute Mischung aus Pay-Driver und solider Pilotin herausstellen. Beim Indy 500 wird außerdem Haudegen Paul Tracy für Dreyer & Reinbold an den Start gehen. Weitere Einsätze sind in Planung, aber bisher nicht fix. Beim Saisonstart ist der Kanadier jedenfalls nicht dabei.

Dale Coyne Racing

Eine faustdicke Überraschung gibt es beim ewig unterfinanzierten Traditionsteam: Champ-Car Dominator (und Toro-Rosso Mittelfeldpilot) Sebastian Bourdais kehrt in den US-Rennsport zurück. Allerdings nicht für die ganze Saison: Der Franzose wird aus Sponsormangel und wegen Terminkollisionen mit seinen Sportwagen-Projekten bei den Oval-Rennen nicht antreten. Dass Bourdais mit den amerikanischen Open Wheelern und hemdsärmeligen Stadt- und Rundkursen gut zurecht kommt, hat er bewiesen. Unklar ist dagegen, ob die Autos von Dale Coyne gut genug sind, um ein ernsthafter Kandidat auf die Mario Andretti Rundstrecken-Trophy zu sein. Ebenfalls unerwartet ist der zweiten Pilot: James Jakes, bisher bekannt aus GP2 und GP3 hat wohl einen zahlungskräftigen Sponsor gefunden, und wird die gesamte Saison mit dabei sein.

Newman/Haas Racing

In 50%-Stärke startet die Mannschaft von Newman/Haas in St. Petersburg in die Saison. Ursprünglich hatte man gehofft, Oriol Servia und James Hinchcliffe zu verpflichten – schließlich hat es aber nur Servia geschafft, die nötigen Sponsorgelder aufzutreiben. Das ist schade, denn beim Test in Alabama waren beide sehr gut unterwegs. Hinchcliffe hofft nun, bis zu einem der kommenden Rennen ausreichend Gelder zu finden, um doch noch in die Serie einsteigen zu können. Immerhin hat Newman/Haas mit Oriol Servia aber einen erfahrenen und meist schnellen Piloten verpflichtet, mit dem man hoffen kann, das Abschneiden vom vergangenen Jahr (als der Pilot Hideki Mutoh hieß) vergessen zu machen.

Der Rest

Fans von Simona de Silvestro dürfen sich auch in dieser Saison auf ein dauerhaftes Antreten der Schweizerin freuen. Einziger Wehrmutstropfen: Ihr Sponsor, “Nuclear Clean Air Energy”, ein Projekt, das für “sauberen” Atomstrom werben soll, dürfte sich momentan nicht an der Spitze seiner Popularität befinden. Alex Tagliani und das FAZZT-Team sind auch wieder mit dabei – allerdings nach Kauf durch Sam Schmidt unter dem Namen von dessen Team “Sam Schmidt Motorsports”. Sebastian Saavedra wird die gesamte Saison bei Conquest Racing bestreiten, Raphael Matos hat in letzter Minute einen Deal mit dem neuen AFS Racing zustande gebracht. Vitor Meira bleibt bei Foyt. Und JR Hildebrand bei Panther Racing vervollständigt ein starkes und wieder etwas US-lastigeres IndyCar Feld. Sarah Fisher Racing wollte eigentlich die gesamte Saison mit Ed Carpenter bestreiten, musste sich nach einen Crash beim Testen aber für dieses Wochenende zurückziehen. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft bald wieder dabei sein kann.

Nicht dabei sind beim Saisonstart der schon erwähnte Paul Tracy – und Dan Wheldon, der sich im Streit von Panther Racing getrennt hat. Der Brite scheint bei der Suche nach einem neuen Cockpit keine große Eile an den Tag zu legen, und wird nach eigener Aussage nur dann wieder in die Serie einsteigen, wenn er ein Angebot von einem konkurrenzfähigen Team bekommt.

Der Kalender

Nach dem Saisonstart am kommenden Wochenende geht es im Zwei-Wochen Takt mit Rennen am Barber Motorsports Park, in Long Beach und dem Brasilien-Lauf in Sao Paulo weiter.

Ohne vorheriger Übung auf einem Oval beginnt dann der Monat Mai, und damit die Vorbereitung auf das Indy 500 am 29.5.

Zwei Wochen später gibt es die erste Kalender-Neuerung – und die ist durchaus als Experiment zu bezeichnen. In Texas wird es nämlich zwei Rennen geben, die am selben Tag stattfinden werden. Die Punkte dafür werden ganz einfach geteilt, die Startaufstellung für das zweite Rennen wird ausgelost. Das kann spektakuläres Rennen geben – aber auch ebenso spektakulär in die Hose gehen. Es ist sicher nicht schlecht, frischen Wind in die Serie zu bringen. Ob man das aber unbedingt auf die High-Speed Oval in Texas machen muss, ist eine andere Frage.

Nur eine Woche danach feiert Milwaukee die Rückkehr in den IndyCar Kalender – ein Ort der Tradition aber auch der kleineren Geschwindigkeiten und nicht immer wahnsinnig spannenden Rennen. Danach folgt Iowa, bevor es im Rahmen der Kanada-Tournee wieder auf die Rundkurse geht. Zuerst startet die Serie in Toronto, zwei Wochen später auf dem völlig umgebauten Flugplatzkurs in Edmonton.

Wieder zurück in den USA folgt der Klassiker von Mid-Ohio. Dann steht wieder eine “Premiere” auf dem Programm: Das erste größere Open-Wheel-Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon seit mehreren Jahren. Besonderheit: Damit die Teams nicht umbauen müssen, wird auch dort in Road-Konfiguration fahren.

Es folgt eine weitere Premiere: Das erste Rennen auf dem neuen Stadtkurs in Baltimore. Dort hatte man wohl über den Winter finanzielle Anlaufschwierigkeiten. Nach aktuellem Stand wird die Strecke aber rechtzeitig fertig.

Für die letzten drei Rennen der Saison folgen dann wieder Ovale. Zunächst plant man, in Motegi zum vorerst letzten Japan-Auftritt der Serie anzutreten. Dass man dort ab 2012 nicht mehr antreten wird, haben INDYCAR und Motegi-Betreiber schon vor einiger Zeit bekannt gegeben. Ob man sich nach Erbeben und Tsunami heuer wirklich noch einmal auf die Reise macht, darüber gibt es im Moment noch keinen Beschluss.

Als vorletztes Rennen der Saison steht Kentucky auf dem Programm, wo es in letzter Zeit immer spannende Rad-an-Rad Duelle gegeben hat.

Schließlich folgt das Finale am baulich recht ähnlichen Oval in Las Vegas, für das sich Randy Bernard allerdings einen besondere Dreh einfallen hat lassen: Bei der Veranstaltung mit dem bescheidenen Titel “IndyCar World Championship” werden neben den regulären IndyCar Piloten noch fünf weitere Fahrer aus anderen Serien antreten. Sollte einer dieser fünf das Rennen gewinnen, winkt ein Preisgeld in der Höhe von 5 Millionen Dollar. Im Sommer soll ein Komitee entscheiden, welche Fahrer antreten dürfen. Bis dahin gibt es nur Spekulationen – etwa um den ehemaligen F1 und CART Piloten Mark Blundell, den Motocross Star James Stewart oder möglicherweise sogar Alex Zanardi.

Neue Regeln

Mit dem Ziel, eine bessere Show zu liefern, wurden in der Winterpause außerdem einige neue Regeln beschlossen: Commitment Cone, Double-File Restart, Einführung einer “Lucky Dog”-ähnlichen Regel, eine Höchst-Teilnehmerzahl von 26 Autos.

Oder auch nicht: Denn nach heftigen Beschwerden zahlreicher Fans wurden “Lucky Dog” und das 26-Starter Limit wieder gestrichen. Ausnahme: Auf Kursen, in denen die Pitlane nicht lang genug ist, etwa in Mid Ohio, wird es weiterhin eine Beschränkung des Startfeldes geben.

Geblieben ist die neue Regelung für Restarts: Die werden ab sofort in Double File absolviert. Außerdem wird die grüne Flagge deutlich später fallen als bisher. Die Autos werden also beim Überqueren der Zielflagge wieder näher beieinander liegen. Das sieht spektakulärer aus, ist bei den Teambesitzern aber nicht besonders beliebt, weil es auch zu einer Häufung an teurem Schrott führen könnte.

Vorschau: St. Petersburg

Wie das ganze in der Praxis funktioniert, werden wir am Wochenende in St. Petersburg sehen. Die IndyCar Series gastiert dort schon zum siebten, zählt man ein Champ Car Rennen 2003 dazu sogar schon zum achten Mal. Der Kurs liegt einigermaßen pittoresk in der 250.000 Einwohner-Stadt am Golf von Mexiko. Die Kursführung ist aber leider auch ziemlich eng. Die Rennen sind daher nicht immer wahnsinnig spannend. Mit etwas Glück und ein bisschen Regen wird das ganze allerdings schon wieder interessanter – so etwa 2008, als Graham Rahal das zweite Rennen nach der Wiedervereinigung von IRL und Champ Car Series gewann. Im vergangenen Jahr war es dann doch etwas zu viel des Guten, so dass der Lauf wegen Überflutungen auf den Montag verschoben werden musste. Gewonnen hat dann Will Power – der vierte Penske-Sieg in sechs Jahren. Heuer soll es aktuellen Wetterberichten zufolge trocken bleiben.

Zum Kurs selbst: Nach der Start/Zielgerade, die über eine für das Rennen stillgelegte Landebahn führt, geht es in eine recht enge Rechtskurve, wo in der Vergangenheit die meisten Überholmanöver stattgefunden haben. Es folgt eine kürzere Gerade, an deren Ende eine 90 Grad-Kurve auf die Fahrer wartet. Überholversuche gibt es dort immer wieder, gelungene Überholmanöver eher selten. Gelbphasen dafür wieder ziemlich häufig. Nach einem kurzen, ziemlich eckigen Intermezzo geht es entlang der Promenade in zwei schnelle Linkskurven und eine schnelle Schikane. Diese Passage ist landschaftlich besonders schön am Meeresufer gelegen – merkwürdig, dass dort nie Kameras postiert sind, die das entsprechend einfangen. Überholmanöver sind dort nicht zu empfehlen, und Fehler auch nicht – denn die Wand ist ziemlich nah. Über eine langgezogene, mittelschnelle Kehre geht es dann wieder zurück auf Start und Ziel. Wer sich hier einen Fehler erlaubt, läuft Gefahr, überholt zu werden. Die Versuchung für hinterherfahrende Piloten, beim Vordermann in NASCAR-Manier “anzuklopfen” scheint ziemlich groß zu sein. Helio Castroneves hat das am Ende einer SC-Phase vor ein paar Jahren mit Scott Dixon erfolgreich praktiziert. Ein aktuelles Onboard-Video hat die IndyCar Series zwar noch nicht veröffentlicht. Die Kursführung hat sich aber seit 2009 meines Wissens nach nicht verändert, so dass ich hier einfach die Onboard-Vorschau vom letzten Jahr, begleitet von Ryan Briscoe, poste.

Leider auch neu: Kein Stream

Alles in allem also gute Voraussetzungen für eine spannende Saison. Für Fans im deutschen Sprachraum hat die Sache aber leider einen Haken: Die Serie wird auch heuer (nach derzeitigem Stand) auf keinem Sender übertragen. Und auch den offiziellen Internet-Stream, der zwar nicht besonders gut, 2010 aber trotzdem oft die einzige Rettung war, gibt es auf Geheiß des amerikanischen Rechteinhabers Comcast/NBC (den neuen Versus-Besitzern) heuer nicht mehr.

Für die USA ist das verständlich, denn die INDYCAR hatte offenbar nie die Rechte, ihre Rennen im Internet zu streamen. Versus hat das wohl bisher trotz schlechter Quoten geduldet. Weil aber die Fans offenbar immer in der Werbeunterbrechung den Stream angeschalten haben, hat man diese Praxis nun beendet.

Weniger verständlich ist dagegen, wieso man auch die Trainings und die nicht im TV übertragenen Qualifying-Sessions mehr zeigen will. Und völlig unverständlich ist, wieso man nicht gegen Gebühr einen Stream des von ESPN produzierten internationalen Feeds der Serie in jenen Ländern anbietet, wo die Rechte für die IndyCar Serie nicht verkauft wurden. Leider ist man im Moment derartig auf den Aufbau einer amerikanischen Fanbase konzentriert, dass man es noch nicht mal geschafft hat, eine Liste der internationalen Broadcaster auf die Homepage zu stellen. Stattdessen gibt es dort noch immer jene vom vergangenen Jahr. Wird man sich also wieder in den Untiefen des Internets umsehen müssen, wenn man das Rennen trotzdem sehen will.

27.03.2011 LIVE 18:30 Uhr IndyCar Series St. Petersburg ABC LIVEx 23:00 Uhrx Asian F BMWxxx Bud Shootout Practicex sky sport2x

August 24 2010

21:51

IRL: Analyse Sonoma 2010

Ein eher schwaches Rennen lieferte die IRL in Kalifornien ab, dass Versus noch weiter verstümmelte.

Die puristischen IRL-Fans atmen auf. Endlich sind die Rundstreckenkurse vorbei und die Ovale stehen bis zum Ende der Saison auf dem Programm. Wenn man sich das Rennen in Sonoma angesehen hat, kann man den Rundstreckenhassern nur Recht geben. Überholmanöver gab es kaum, vorne tat sich lange Zeit überhaupt nichts und Überraschungen waren Fehlanzeige. Der einzige, dem das Recht gewesen sein dürfte, war Will Power, der fast ungefährdet einen weiteren Sieg einstreichen konnte. Aber auch bei Ganassi war man nicht unzufrieden, weil man mit den Plätzen zwei und drei den Schaden relativ gering halten konnte. Genervt hat aber nicht nur das langweilige Rennen, sondern auch der Sender Versus.


Natürlich ist da erst einmal die “Cinderella” Story um Will Power. Die Amis lieben ja sowas, dementsprechend verging kaum eine Stunde, in der nicht erwähnt wurde, dass Power genau hier und genau vor einem Jahr seinen schweren Unfall hatte, bei der sich zwei Wirbel brach. Und irgendwie ist man auch froh, dass es noch solche Geschichten im Rennsport gibt. Dass ein Team seinen dritten Fahrer die Treue hält, auch wenn Experten und Sponsoren skeptisch sind. Der Sieg von ihm in Sonoma ist also allein aus dem Grund schon verdient.

Er war allerdings an diesem Wochenende auch nicht zu schlagen. Bis auf einen ganz kleinen Wackler in der Qualifikation, als er erst in letzter Sekunde die Pole-Gruppe erreichte, war Power nicht zu schlagen. Weder beim Restart, noch im Rennen leistete er sich eine Unsicherheit. Er hatte sogar noch die Zeit, zu Beginn der Stints seine Reifen zu schonen. Zunächst hielt er die Konkurrenz auf 1.5 Sekunden Abstand, als denen dann die Reifen eingingen, legte er wenig nach und vergrößerte den Vorsprung nach Belieben. Weder seine Teamkollegen, noch die Ganassi Piloten waren in der Lage Power zu gefährden.

Überraschend war allerdings, wie schwer sich die Penske Piloten am Wochenende taten. Helio Castroneves macht aber schon seit einigen Wochen einen etwas lustlosen Eindruck, Ryan Briscoe kämpfte, versuchte es mit einer “Out-of-sequence” Strategie, aber die Cautions fielen so unglücklich, dass er am Ende, wie alle anderen, dann doch im gleichen Fenster unterwegs war.

So hatte das Rennen also noch nicht mal die Spannung, dass es am Ende bei einem mit dem Benzin knapp werden könnte, was die Sache nicht besser machte. Dabei war der Start sehr spektakulär, weil Betrand Baguette und Dan Wheldon sich ins Gehege kamen. Wheldon bezahlte die Berührung mit einer Überschlag, der gefährlich nah an der Boxenmauer stattfand. Die Sache “offenes Cockpit” und “schmale Boxenmauer” will man ja nicht wirklich sehen. Wheldon konnte aber unverletzt aussteigen. Im weiteren Verlauf des Rennens sorgten Simona di Silvestro und Marco Andretti für die einzigen Aufreger aus sportlicher Sicht. Die Schweizerin legte sich mit dem KV Team an. Erst bugsierte sie Mario Moraes in der Schikane recht unsanft ins Off, ein paar Runden später war es EJ Viso, der di Silvestro mit einem fast identischen Manöver in Turn 2 aus dem Weg räumte. Viso gelang noch das Kunststück, Mutho und Baguette anzurempeln, was Paul Tracy zu dem hübschen Satz:”The kv team has hit everything but the helicopter today” anregte.

Andretti hatte, wie das gesamte Team, mal wieder ein maues Wochenende. Danica Patrick und Rundstrecken sind ja auch eher wie Feuer und Wasser und Marco Andretti hatte die Quali verhauen. Zwischendurch probierte man es auch mal mit einer etwas anderen Strategie, doch Marco machte ein besseres Ergebnis auch zunichte, weil er erst JR Hildebrand rammte, später eine Berührung mit EJ Viso hatte. Am Ende wurde er nur 12. Ryan Hunter-Reay lag zwischenzeitlich zwischen den “Todesstern” Teams, konnte aber auch nichts ausmachen. Tony Kanaan fuhr ebenfalls unauffällig, wurde aber vor RHR auf Platz 7 immerhin bester Andretti-Pilot. Bester “Nicht Penske, nicht Ganassi” Pilot wurde Justin Wilson, der auf Platz 6 einlief.

Weil die Rennleitung Milka Duno mal nicht aus dem Rennen genommen hatte, sorgte die aus Dankbarkeit dann gleich für eine letzte Safety Car Phase ein paar Runden vor Schluss. Es gab also einen netten Shootout, der ab Runde 7 los ging. Power konnte sich nicht von Scott Dixon lösen, der dem Penske-Mann mehrfach im Zentimeterabstand im Genick hing. Endlich hatte das Rennen also einen echten Spitzenkampf, auf den man so lange verzichten musste. Es wäre eine nette Entschädigung gewesen, doch Versus entschloss sich mitten im Zweikampf und vier Runden vor Schluss noch mal eine Werbepause einzulegen. Ein deutlicheres “Fuck you” in Richtung der Fans kann man glaube ich nicht abgeben.

Tatsächlich kann man erst kurz vor der “white flag” wieder aus der Unterbrechnung zurück. Passiert war nichts, aber wenn man drei Minuten lang nicht mal einen Split-Screen sieht, ist die Spannung natürlich weg. Danke, Versus.

In der Meisterschaft sieht es weiter eng aus für Power. Wenn man nach seinen bisherigen Ergebnissen auf den Ovalen ausgeht, wird sehr, sehr schwer für ihn, den Titel zu holen.

1. Will Power 514
2. Dario Franchitti 455 -59
3. Scott Dixon 419 -95
4. Ryan Briscoe 384 -130
5. Helio Castroneves 370 -144

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August 10 2010

16:14

Indycar: Wenig Spannung in Mid Ohio

Besonders aufregend war das Rennen am Sonntag ja nicht gerade. Einzig in der Startphase wurde ein paar Mal überholt – und in den letzten Runden weckte das Duell um den Sieg noch einmal kurz aus dem Schlaf.

Wenn sich auch eingefleischte IRL-Fans lieber das NASCAR-Finish in Watkins Glen ansehen, als die Indycars, dann handelt es sich beim Rennen wohl nicht grade um einen Thriller. Über weite Strecke hatte der Lauf in Mid Ohio vielmehr den Spannungsgrad des BR-alpha Nachtprogramms. Immerhin: Am Ende wurde es dank Will Powers couragierter Angriffe auf Leader Dario Franchitti  noch einmal spannend. Aber auch da gab es am winkeligen “Sports Car Course” am Ende kein vorbeikommen – auch, wenn der Australier schneller wirkte. Power darf sich aber trösten: Denn zumnidest mit einem Titel wird er in Zukunft höchstprominent in der Indycar Historie aufgeführt sein.

Die “Mario Andretti Trophy”, also die Rundkurs-Meisterschaft, ist ihm eine Runde vor dem Saisonabschluss nämlich nicht mehr zu nehmen. Doch auch da war die Luft im eigentlichen Rennen schon draußen – denn schon Powers Pole vom Samstag reichte für den Gewinn dieses Titels.

Doch zurück zum Rennen: Zumindest in der Anfangsphase gab es nämlich doch etwas Spannung. Hauptverantwortlich dafür: Takuma Sato, der sich nach einer tollen Qualifikationsleistung (P3) beim Start hinter Power auf den zweiten Rang schob. Diesen Platz verlor er zwar schnell wieder an Dario Franchitti, das Tempo der Spitzengruppe konnte er in Folge aber recht gut halten. Schade für den Japaner, dass er beim ersten Boxenstopp massiv Positionen verlor, und sich dann beim Restart selbt aus dem Rennen kegelte.

Weitere Überraschung: Alex Tagliani hat mal wieder Führungsluft geschnuppert. Dank einer cleveren Boxenstratiegie hatte sich der Kanadier nach dem ersten Stint an die Spitze gearbeitet, wo er bis zur letzten Runde der Boxenstopps auch bleib. Weil er dabei aber zwei Runden vor Power, Franchitti und Castroneves rein musste, verlor er mit den kalten Reifen ein paar Positionen. Trotzdem: Rang vier ist für Tagliani und das neu gegründete FAZZT-Team ein super Ergebnis – ganz besonders auf einem Rundkurs.

Auch eine lobende Erwähnung verdient hat sich Simona de Silvestro. Rang acht, nur geschlagen vom Todesstern, Tagliani und Matos ist für die Schweizerin aus dem nicht eben finanzstarken HVM Team ein tolles Ergebnis. Ein, zwei zusätzliche Ränge wären aber bei einem besseren letzten Boxenstopp schon noch drinnen gewesen – im Mittelteil des Rennens konnte sie sich sogar (mit gleichem Stoprhythmus!) vor Scott Dixon halten. Schon in Edmonton hatte sie für ihr gutes Qualifying eine Menge Komplimente eingeheimst – die Rennvorstellung in Lexington war aber sicher nochmal eine Klasse besser. Man darf gespannt sein, was de Silvestro in Sonoma zeigen kann.

Trotz fünf verschiedenen Wegen zum Sieg weiter enttäuschend: Andretti Autosport. Marco Andretti landete als bester Pilot auf Rang neun, Ryan Hunter-Reay auf Platz 10. Tony Kanaan, dem auch der Sieg in Iowa nicht aus seinem fundamentalen Formtief geholfen hat, beendete das Rennen gar nur auf Position 17. Der vierte im Bunde, Adam Carrol, konnte seine tolle Leistung vom Serien-Einstand in Watkins Glen nicht bestätigen, und lief nach farbloser Fahrt auf Platz 19 ein. Damit war er immer noch zwei Ränge vor Danica Patrick, die als letzte in der Führungsrunde ins Ziel kam.

Bei KV Racing holte Mario Moraes nach Satos Ausfall zumindest noch ein paar Kohlen aus dem Feuer – Rang 12 entspricht aber gewiss nicht den Erwartungen des Teams. Unter den gegebenen Umständen ist Moraes’ Renn-Leistung trotzdem nicht so übel: Nach einem Unfall am Samstag in der neu verkleinerten Boxengasse (mehr dazu in der Vorschau) musste seine Boxencrew mit zwei Mann weniger auskommen. Fast schon erwartungsgemäß: Teamkollege EJ Viso nahm sich mit einer reichlich unklugen Kollision mit Justin Wilson in Runde 22 einmal mehr selbst aus dem Rennen.

Das Duell der beiden Neulinge entschied ganz klar JR Hildebrand für sich, der mit Rang 16 ein recht achtbares Ergebnis einfahren konnte. Francesco Dracones Einstand lief erwartungsgemäß mau: Nachdem er sich in der ersten Hälfte des Rennens immerhin in der Führungsrunde halten konnte, lieferte er dann in Folge gleich zwei Dreher hintereinander, die jeweils in Gelbphasen mündeten.

Milka Duno stand einmal mehr beim Überholen im Weg, zeigte sich sonst aber gegenüber ihren bisherigen Saisonvorstellungen etwas verbessert. Folglich musste die Renneleitung diesmal auch keine “Handlingprobleme” verordnen – Duno konnte das Rennen mit vier Runden Rückstand immerhin beenden.

Ein paar Neuigkeiten für die kommende Saison und darüber hinaus wurden in Mid Ohio ebenfalls bekannt: So hat Hondy nun auch offiziell verlautbart, dass man für 2012 einen Turbomotor nach neuen Reglement für die Serie bereitstellen wird. Auf zusätzliche Motorenhersteller wartet man bei der Indycar weiterhin vergebens – mittlerweile ist davon die Rede, dass es womöglich erst 2013 Konkurrenz für Honda geben könnte.

Außerdem haben sich im Rahmen des Rennens die Teamowner zu Gesprächen mit Dallara getroffen – und dieses sehr enttäuscht (weiter unten) wieder verlassen. Die italienische Chassis-Schmiede scheint in Punkto Details noch nicht sehr viel Auskünft geben zu wollen bzw. (wahrscheinlicher) können.

Und CEO Randy Bernard hat sich im Interview mit planet-irl.com wiedermal zum Kalender 2011 geäußert. Viel Neues hat er allerdings nicht verraten: Das Premierenrennen in Baltimore wird wohl ein anderes Austragungsdatum erhalten, als bisher verlautbart. Motegi bleibt im Kalender, und wird antiklimatischerweise wieder gegen Ende der Saison stattfinden. Gegenüber USA Today hat Bernard außerdem verraten, dass insgesamt 24 Streckenbetreiber Interesse an der Indycar Series gezeigt hätten – im kommenden Jahr wird es aber aus Kostengründen trotzdem eher bei 17 oder 18 Veranstaltungen bleiben. Mehr Gewissheit in Form eines provisorischen Kalenders soll es bis Ende August geben – bis alle Rennen bestätigt sind, könnte es aber bis Mitte September dauern.

Noch schnell ein Blick auf die Gesamt-Meisterschaft: Dort konnte Franchitti (420 Punkte) seinen Rückstand auf Will Power (461) etwas verringern. Mit nur noch einem Rundkurs aber vier Ovalen auf dem verbleibenden Kalender sieht es für den Schotten in Sachen Titelverteidigung also gar nicht so schlecht aus. Aber auch Scott Dixon (379) und Ryan Brscoe (352) haben mit etwas Glück – etwa einer Kollision zwischen Power und Franchitti – noch Außenseiterchancen. Dahinter hat sich Helio Castroneves (340) wieder an Ryan Hunter-Reay (336) vorbeigeschoben.

Das nächste Rennen ist der Rundkurs-Saisonabschluss in einenhalb Wochen im schönen (aber nicht zwingend überholfreudlichen) Sonoma Valley.

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July 27 2010

16:27

Indycar: Edmonton und der regelkonforme Skandal

Die IRL hatte richtig Glück, dass am Wochenende schon die Ferrari-Teamorder aus Hockenheim die Skandalspalten einnahm. Denn sonst wäre man selbst dort gelandet. Und das, obwohl man eigentlich alles richtig gemacht hat.

Dabei hätte alles so gut ausgehen können: Nach einer eher drögen ersten Rennhälfte schaukelte sich das Rennen in Folge einiger Gelbphasen am Ende zu einer richtig spannenden Angelegenheit auf: Schöne Zweikämpfe, ein paar sogar an der Spitze und “local hero” Paul Tracy direkt hinter den Ganassi und Penske-Autos als “best of the rest” auf Rang 6. Als die letzte Caution ein paar Runden vor Schluss zu Ende geht, greift Power Castroneves an. Der fährt innen und verteidigt in einem sehenswerten aber fairen Manöver seine Position – und Power wird von Dixon überholt. Und dann die verblüffende Meldung: Durchfahrtsstrafe wegen Blockierens für Castroneves. Die tritt er zwar nicht an, und fährt als erster durchs Ziel – zum Sieger wird aber Dixon erklärt. Es folgen wütende Proteste von Castroneves und Buhrufe der Zuseher. Mittlerweile hat die IRL ein Video veröffentlicht (nach dem Jump), das die Entscheidung erklärt. Sie war wohl regelkonform. Was nicht heißt, dass man die Sache darauf beruhen lassen sollte.

Wie aus dem Video ersichtlich besagen also die Regeln tatsächlich, dass sich Fahrer nicht gegen Überholmanöver verteidigen dürfen, indem sie vor der Kurven nach Innen fahren. Geahndet wird ein solches Verhalten dann, wenn sich die verteidigenden Piloten über eine fiktive Linie in der Mitte der Strecke hinweg bewegen. In der Fahrerbesprechung vor dem Rennen wurde das, wie auch im Video zu sehen, noch einmal ganz klar erklärt. Castroneves hat es aber trotzdem getan. Die Mindeststrafe dafür ist eine Drive-Through unter Grün – und die hat er dann ja auch bekommen. Die Strafe war also den Regeln nach gerechtfertigt, die Rennleitung konnte gar nicht anders, als so zu reagieren.

Aber: Ist die Regeln an sich sinnvoll? Wohl kaum. In den Ovalen – wo Blockieren ja tatsächlich gefährliche Folgen haben kann – mag sie ihre Berechtigung haben. Auch dort hat sie aber schon für Diskussionen gesorgt, vor allem deshalb, weil sie nicht konsequent eingesetzt wure: Graham Rahal wurde beim Indy 500 bestraft, Danica Patrick eine Woche später in Texas nicht – obwohl ihr Manöver gefährlicher war. Da entsteht schnell mal der Eindruck von Willkür – und das kann der Serie wohl kaum gut tun.

Und davon abgesehen: Auf den Rundstrecken haben die Indycars das doch überhaupt nicht nötig. Schon am engen Stadtkurs von Toronto gab es genug Überhol-Action. Und auf der 25 Meter breiten Landebahn von Edmonton wird die Regel dann endgültig lächerlich. Denn dort liegt ja der Reiz gerade darin, dass mehrere verschiedene Linien funktionieren. Renndirektor Brian Barnhart stand jedenfalls schon vor der Entscheidung schwer in der Kritik, und selbige ist nun nicht gerade leiser geworden. Nicht alles, was im verlinkten Artikel gesagt wird ist fair, manches ist wohl noch auf alte Feindschaften rund um den IRL-CART-Split zurückzuführen. Insgesamt muss man sich aber wohl trotzdem fragen, ob es die Indycar Series nicht mal mit einem neuen Mann an dieser verantwortungsvollen Stelle probieren sollte.

Etwas unter der Oberfläche war dann noch ein zweites Reglement-Thema im Gespräch: In einigen Internet-Foren geistern Gerüchte herum, dass Penske, Ganassi und Andretti Autosport Aufhängungsteile benützen sollen, die nicht vom eigentlichen Alleinausstatter Dallara hergestellt wurden. Während sich dies bei Ganassi und Andretti aber noch im Rahmen des Legalen bewege, seien die Penske-Teile so konstruiert, dass sie dem Team insbesondere auf den Rundkursen unfaire Vorteile bringe. Schwerwiegend: Angeblich weiß die IRL davon, hat sich aber entschlossen, das nicht zu verfolgen, weil man den Verlust von Penske und Konsorten nicht verschmerzen könnte. Die Vorwürfe klingen, insbesondere in der Art ihrer Formulierung, ein wenig dubios. Sie stammen aber angeblich wirklich von einem Insider. Ich gebe das jetzt hier einfach mal so weiter. Man muss aber wohl schon nochmal betonen, dass es an sich nicht ungewöhnlich ist, dass Teams – gerade in einer Serie mit Alleinausstattern – jeden letzten Millimeter des Reglements ausnützen.

Zum Rennen an sich: Der Leistung nach ist der Sieg von Scott Dixon nicht so ganz gerechtfertigt. Ganassi war den ganzen Tag lang den Penskes – vor allem Castroneves und Power – ein wenig unterlegen. Das Resultat fällt eher unter “Abstauber”. Will Power hat wieder ein großartiges Rennen gefahren, und hat lediglich am Ende zur falschen Reifenmischung gegriffen. Castroneves hätte sich den Sieg verdient. Aber gar so aufregen hätte er sich nach dem Rennen auch nicht müssen – denn so unsinng die Blocking-Regel ist, musste ihm doch bewusst sein, dass er ganz klar dagegen verstoßen hatte. Auch hier hat er übrigens mal wieder seine Klasse bewiesen, und sich mittlerweile für sein Verhalten entschuldigt. Weniger toll war das Rennen von Penskes Nr. 3 – Ryan Brsicoe war in Edmonton eher unauffällig unterwegs.

Ein Leistung lieferte war es für Paul Tracy. Nach eher mittelmäßiger Qualifikationsleistung fuhr sich der kanadische Altstar im Laufe des Rennens bis an die “best of the rest”-Position 6 vor, zum Teil mit sehenswerten Manövern. Am Ende wurde er noch vom erneut starken Ryan-Hunter Reay geschnappt. Es wäre sehr schade, hätten wir ihn das letzte Mal in dieser Saison (oder, man muss es in diesem Alter ja sagen: überhaupt) in einem Indycar gesehen.
Auch für die anderen drei KV-Autos war es ein gutes Rennen. Hinter Tracy landeten Moraes, Viso und Sato auf den Rängen sieben bis neun.

Dem Vernehmen nach verhandelt Tracy nun mit Dreyer & Reinbold über ein paar weitere Rennen in dieser Saison. Der Einsatz wäre in dem Fall aber wohl davon abhängig, dass Mike Conway nicht rechtzeitig wieder fit wird. Denn vor kurzem hat ja schon J.R. Hildebrand einen Vertrag mit dem Team abgeschlossen, demnach er drei Rennen bestreiten soll. Und zwar gegebenenfalls auch neben Mike Conway, sofern der ab Sonoma wieder zurückkehrt. Kaum vorstellbar, dass das kleine D&RR-Team noch ein weiteres Auto einsetzen könnte. Angeblich könnte aber auch ein Platz bei Conquest Racing frei werden – Mario Romancini soll nämlich gerüchteweise das Geld ausgegangen sein. Mal sehen, ob sich da was entwickelt.

Im Abwärtstrend befand sich in Edmonton Andretti Autosport. Der einzige Lichtblick blieb Ryan Hunter-Reay auf Rang fünf. Marco Andretti landete nach einem problembehafteten Rennen als erster Überrundeter auf Platz elf, Tony Kanaan direkt dahinter auf P12. Danica Patrick wurde nach einem Dreher nur 15. Viel besser wäre das Ergebnis aber wohl auch ohne den Ausrutscher nicht geworden, denn auch davor war sie nicht im vorderen Teil des Feldes zu finden.

Auf positive Weise von sich Reden machte dagegen wieder mal Simona de Silvestro. Die Schweizerin zeigte eine tolle Quali-Leitung und ging mit Rang sieben von ihrer bisher besten IRL-Startposition ins Rennen. Am Sonntag konnte sie dann auch noch EJ Viso überholen, und fuhr in der ersten Rennhälte auf Platz sechs, direkt hinter den fünf Wagen vom “Todesstern”. Die gute Leistung blieb aber unbelohnt – denn gegen Rennende wurde sie von Viso recht unsanft in den Reifenstapel geschickt.

In der Meisterschaft hat Will Power (420 Punkte) seine Führung wieder ausgebaut, und liegt nun wieder 50 Zähler (also einen ganzen Sieg) vor Dario Franchitti (370). Mit etwas Abstand folgen dann Scott Dixon (349) und Ryan Briscoe (324). In der Mario Andretti Trophy liegt Power (318) zwei Rennen vor Schluss schon fast uneinholbar in Führung, ebenfalls vor Franchitti (222) und Ryan Hunter-Reay (220).

Weiter gehts in zwei Wochen auf dem pittoresken aber nur mäßig Open Wheel geeigneten Mid-Ohio Sports Car Course, eine Vorschau darauf folgt wie immer in der kommenden Woche.

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