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May 11 2013

12:00

IndyCar: Indianapolis 500 Trainings- und Qualifikationsvorschau

Nach dem Ausflug nach Brasilien steht der restliche Mai ganz im Zeichen des Indy 500. Das Rennen findet zwar erst am Ende des Monats statt, aber schon heute beginnen die umfangreichen Trainingssitzungen.

lat abbott indy512 08381 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

Indianapolis Motor Speedway 2012
(C) LAT USA/IndyCar Media

Bis zum Rennen am 26. Mai stehen insgesamt acht Trainings- und zwei Qualifikationstage auf dem Programm. Das ist zwar kein Vergleich mehr zu früher, als die Teams im Mai fast unbegrenzt Zeit zum Testen auf dem Indianapolis Motor Speedway hatten, aber trotzdem deutlich umfangreicher als bei jedem anderen Rennen. Die Qualifikation erstreckt sich mit dem Pole Day und dem folgenden Bumb Day über zwei Tage. Ob der Bump Day aber seinem Namen wieder gerecht wird, steht noch nicht fest. Bisher sind zwar 34 Teams gemeldet und damit müsste schon ein Team nach der Qualifikation die Heimreise antreten. Aber für den zweiten Wagen von Ed Carpenter sind bisher aber werder Fahrer noch Sponsoren bekannt. Ob uns also ein ähnlich dramatischer Bump Day wie 1995, als Penske Racing kein Auto qualifizieren konnte, bevor steht, ist noch fraglich. Ed Carpenter ließ schon verlauten, dass er sich ganz auf den Wagen mit der Nummer 20, den erst selbst pilotieren wird, konzentrieren will. Vielleicht gibt es ja auch noch kurzfristige Deals. Die Namen Buddy Rice und Sam Schmidt Motorsport sowie Brian Clauson und KV Racing machen die Runde.

Qualifikatiosmodus

Am Pole Day, der noch mal in zwei Segmente unterteilt ist, werden die ersten 24 Startplätze für das Indy 500 vergeben. In Segment 1 starten alle gemeldeten Autos zu mindestens einem Qualifikationsversuch. Die Reihenfolge, in der Wagen auf die Strecke gehen, wird am Freitag ausgelost. Ein Versuch besteht dabei aus vier fliegende Runden. Nachdem alle Autos ihren ersten Versuch abgeschlossen haben, stehen jedem Wagen-Fahrer-Gespann zwei weitere Versuche offen, sich zu verbessern. Startet man aber zu einem weiteren Versuch wird die bestehende Zeit gestrichen. Nach Ablauf von Segment 1 rücken die schnellsten neun Piloten in Segment 2 vor. Die Startplätze 10 bis 24 sind über die erreichten Zeiten in Segment 1 fest belegt.

Für Segment 2 bekommen die Teams für jeden Versuch einen frischen Satz Reifen. In umgekehrter Reihenfolge der Zeiten aus Segment 1 starten die Fahrer jeweils einen Qualifikationsversuch über vier fliegende Runden. Haben alle neun Fahrer ihren Versuch abgeschlossen, stehen jedem zwei weitere Versuche frei. Aber auch hier wird die vorher erzielte Zeit wieder gestrichen. Aus den Zeiten von Segment 2 ergibt sich die Startreihenfolge der Plätze 1 bis 9.

Nach dem Pole-Day sind 24 der maximal 33 Startplätze schon vergeben. Diese restlichen neun Plätze sind ausgehend von Segment 1 provisorisch gesetzt und können am Bump-Day noch verändert werden. Sollten mehr als 33 Autos gemeldet sein, können sich diese wiederum durch Versuche über vier fliegende Runden in das Feld der Qualifizierten fahren. Dabei stehen einem wieder drei Versuche zu und mit jedem gestarteten Versuch verliert man die gesetzte Zeit. Der Fahrer auf Qualifikationsplatz 33 sitzt auf der “Bubble” und kann von einem schnelleren Fahrer aus dem Indy 500 “gebumped” werden. Bei nur 33 gemeldeten Autos sind natürlich alle qualifiziert und am Bump Day wird nur die Startfolge ab Position 25 ausgefahren.

Rookie Orientation Program (ROP)

Rookies d.h. Fahrer ohne IndyCar-Erfahrung auf dem Indianapolis Motor Speedway, müssen das ROP durchlaufen. Zum einen werden sie langsam an die hohen Geschwindigkeiten gewöhnt, zum anderen müssen sie aber auch beweisen, dass sie keine Gefahr für sich und die anderen Piloten auf der Strecke darstellen. Für die Zulassung zur Qualifikation muss ein Rookie drei Stufen meistern: Zehn Runden mit einer Geschwindigkeit von 200 bis 205 mph, 15 Runden mit 105 bis 210 mph und 15 Runden mit Geschwindigkeiten konstant über 210 mph.

Im letzten Jahr hatte Jean Alesi Probleme mit der dritten Stufe, was aber vor allem dem schwachen Lotusmotor und dem unerfahrenen Team geschuldet war. Eigentlich stellt das ROP keine wirkliche Hürde für die Rookies dar.

Entry List

1 Ryan Hunter-Reay Andretti Autosport 2 AJ Allmendinger Team Penske 3 Helio Castroneves Team Penske 4 JR Hildebrand Panther Racing 5 EJ Viso Andretti Autosport 6 Sebastian Saavedra Dragon Racing 7 Sebastian Bourdais Dragon Racing 8 Ryan Briscoe* Chip Ganassi Racing 9 Scott Dixon Target Chip Ganassi Racing 10 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing 11 Tony Kanaan KV Racing Technologie 12 Will Power Team Penske 14 Takuma Sato AJ Foyt Enterprises 15 Graham Rahal Rahal Lettermann Lanigan Racing 16 James Jakes Rahal Lettermann Lanigan Racing 17 Michel Jourdain jr.* Rahal Lettermann Lanigan Racing 18 Ana Beatriz Dale Coyne Racing 19 Justin Wilson Dale Coyne Racing 20 Ed Carpenter Ed Carpenter Racing 21 Josef Newgarden Sarah Fisher Hartmann Racing 22 Oriol Servia Panther Dreyer & Reinbold Racing 25 Marco Andretti Andretti Autosport 26 Carloz Munoz(R)* Andretti Autosport 27 James Hinchcliffe Andretti Autosport 40 TBA Ed Carpenter Racing 41 Conor Daly(R)* AJ Foyt Enterprises 55 Tristan Vautier (R) Schmidt Peterson Motorsport 60 Townsend Bell* Panther Racing 77 Simon Pargenaud/td> Schmidt Hamilton HP Motorsport 78 Simona de Silvestro KV Racing Technologie 83 Charlie Kimball Novo Nordisk Chip Ganassi Racing 91 Buddy Lazier* Buddy Lazier 98 Alex Tagliani Barracuda Racing tba Pipa Mann* Dale Coyne Racing

(R)    Rookie
*     nicht Vollzeit

Zeitplan

11.05. Practice Day 1:      12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

12.05. Practice Day 2:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

13.05. Practice Day 3:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

14.05.Practice Day 4:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

15.05.Practice Day 5:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

16.05.Practice Day 6:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

17.05.Fast Friday:

12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

18.05. Pole Day:

8:00 am (14:00 MESZ) – 8:30 am freies Training Gruppe 1
8:30 am (14:30 MESZ) – 9:00 am freies Training Gruppe 2
9:00 am (15:00 MESZ) – 11:00 am freies Training
11:00 am (17:00 MESZ) – 4:00 pm Qualifikationssegment 1
4:30 pm (22:30 MESZ) – 6:00 pm Qualifikationssegment 2

19.05. Bump Day:

12.00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm Bump Day Qualification

24.05. Carb Day:

11:00 am (17:00 MESZ) – 12:00 pm Abschlusstraining
12:30 pm (18:30 MESZ) Firestone Freedom 100 Race Indy Lights

Am Fast Friday wird hauptsächlich an der Abstimmung für die Qualifikation gearbeitet. Deshalb sind dann höhere Geschwindigkeiten als während der sonstigen Trainingssitzungen, in denen an der Rennabstimmung gearbeitet wird, zu erwarten.Das Abschlusstraining am Carb Day diente früher zur Einstellung der Vergaser (caburator). Heutzutage werden die nach der Qualifikation überholten Wagen ein letztes Mal vor den 500 Meilen getestet.

 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

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April 21 2011

17:03

IndyCar: Analyse Long Beach

Ein bekanntes Sprichwort lautet: 1. kommt es anders und 2. als man denkt. Unter diesen Motto stand am Wochenende der jährliche Aufgalopp der Indy Car Series beim Toyota Grand Prix of Long Beach. Bereits im Vorfeld des Rennen wurden hohe Erwartungen geschürrt, woran die beiden Rückkehrer Paul Tracy und dessen Lieblingsgegner Sebastian Bourdais sicher nicht ganz unschuldig waren.

Nach den freien Trainings sah alles noch so aus, als würde das Wochenende seinen üblichen Verlauf nehmen. Vorne weg fuhren die beiden Teams des Todessternes in Person von Will Power und Ryan Briscoe welcher 2 Trainings gewinnen konnte, dicht gefolgt von Ryan Hunter Reay und den anderen Wagen der beiden Big Teams. Dieser Trend setzte sich auch im Zeittraining fort, aber bei Leibe nicht mehr so stark wie man erwartet hatte bzw. dauerte nur bis zum vorletzten Segment. So schafften es Dario Franchitti und Scott Dixon als 7. und 8. nicht sich fürs Firestone Fast 6 zu qualifizieren, da sie in aller letzter Sekunde noch von Justin Wilson verdrängt wurden. Etwas überaschend verpasste auch Ryan Briscoe das Fast 6 als 12. und letzter der 2. Runde, während sich Will Power vor RHR, dem überaschend starken Mike Conway, Oriol Servia im überaschend starken NH-Dallara und Justin Wilson die Pole sichern konnte während Helio die 6 Fahrer komplettierte.

Dass mit Newman Haas in dieser Saison auf den Rundkursen zu rechnen scheint, bestätigte auch James Hinchcliffe auf P11, hinter Tony Kanann im besten KV. Beste Dame wurde Simona de Silvestro im HVM auf Startplatz 18, noch vor Matos und Patrick, während sich Sebastian Bourdais und Pault Tracy nur mit den Startpositionen 21 bzw. 25 begnügen mussten. Ein herber Rückschlag für beiden schon vor dem Rennen, da man in Long Beach schon traditionell nur sehr schwer überholen kann und sich die beiden Rückkehrer sicher mehr ausgrechnet haben.

Somit war alles perfekt für das Rennen angerichtet und auch die anfänglich befürchteten Regenschauer blieben – so viel sei schon mal gesagt, aus.

Leider vermasselte sich Ana Beatriz das Rennen schon vor dem Start, als sie sich in der Einführungsrunde ausgangs der Fountain Kurve drehte und den Motor dabei 2 mal abwürgte, was bedeutete, dass sie von ganz hinten beginnen musste.
Den Start konnte Will Power gewinnen, nachdem er sehr früh ausgangs der Hairpin aufs Gas trat und sich nur die ersten 2 Reihen in Formation bringen konnten, vor Ryan Hunter Reay und Mike Conway, während sich Oriol Servia auf Platz 4 halten konnte und auch die anderen Piloten mehr oder unverändert zu ihrer Startposition durch die ersten Kurven kamen, denn der befürchtete Massencrash in Turn 1 blieb nämlich aus.

So blieb dann auch alles bis zur 7. Runde mehr oder weniger unverändert, bis Ryan Briscoe – immer noch auf Platz 12 liegend sich entschlossen hat an die Box zu kommen, harte Reifen zu nehmen und somit out of Seqenze zu gehen, denn die ersten Stopss wurden nach normalen Rennverlauf erst gegen Runde 27 erwartet. Da Brisoce aber einen ordentlichen Vorsprung auf Platz 13 derweil herausfahren konnte blieb er nach dem Stopp unverändert auf Platz 12.
Währenddessen konnten sich Power, RHR und Conway etwas vom Rest des Feldes absetzen und gute 5 Sekunden Vorsprung auf das Duo Orial Servia und Justin Wilson herausfahren.

Leider blieben die folgenden 10 Runden ohne Ereignisse und er einzige Fahrer, welcher etwas Boden gut machen konnte, war Bourdais, der sich in Runde 17 Simona de Silvestro und damit Rang 18 holen konnte.

Mehr Action gab es dann allerdings erst ab der 24. Runde, als auf einmal Justin Wilson in der in der Hairpin quer stand, nachdem er von Helio Castroneves (welcher nochmals von sich reden machen wird) leicht angestoßen wurde. Dies nutzten sofort Ryan Briscoe, Tony Kanann, Alex Tagliani und Helio um in die Box zu kommen, da sie fest mit einer bald ausgerufenen Full-Course Yellow rechneten. Da aber Justin Wilson den Rückwärtsgang einlegen konnte und somit die Stelle schnell räumen konnte, schien es so als haben sich diese Herren getäuscht.

Aber da man im Leben manchmal Glück hat, wurde 1 Runde später Simona de Silvestro von PT an der selben Stelle angestupst, was ebenfalls einen Dreher zur Folge hatte und diesmal aber eine Full-Course Yellow ausgelöst hat. Für Simona war das Rennen somit schon sehr frühzeitig gegessen, da sie bald vom PaceCar überrundet wurde und somit das Rennen nur mit Rundenrückstand wieder aufnehmen konnte.
Auch PT kam nicht ohne Folgen davon, denn er erhielt im Gegensatz zu Helio eine drive Through was ihn ans Ende der Lead Lap befördert hatte, was aber nicht viele Postionen waren, denn er hielt sich eh nur ab Position 20 aufwärts auf.

In dieser Gelbphase kamen nun natürlich all jene zum tanken welche nicht vorher auch schon beim tanken waren und somit war in der Boxengase ordentlich Betrieb vorprogrammiert, was nicht ohne Folgen blieb. Zum einen verpasste Mike Conway beim 1. Versuch die Box um einen guten Meter weil er sich verbremste, was dazu führte dass er nicht betankt und somit ein 2. Mal zum Service kommen musste. Blieb dieser Vorfall noch ohne Folgen außer dass er auf Platz 21 zurückfiel und man meinte das Rennen sei auch für ihn gelaufen, blieb ein 2. Vorfall definitiv nicht ohne Folgen.

Nachdem Bourdais und Marco Andretti dicht beinander zum Service kamen, hatte Marco beim ausfahren aus seiner Box als das Go-Signal kam einen Moment lang nicht aufgepasst und den nebenihm fahrenden Bourdais komplett übersehen was eine Kollision in der Pit Road zur folge hatte. Das Rennen war für Seabass sofort gelaufen, da er einen mittelschweren Aufhängungsschaden hatte, da halfen ihm auch die Entschludigungen von Andretti nix und auch Marco musste kurze Zeit später das Segel streichen, nachdem man noch versucht hatte das Rennen wieder aufzunehmen. Jedoch war der Schaden auch an seinem Auto nach seinem Aussetzer zu groß.

Die Führung hatte nun aufgrund der Ereignisse Alex Tagliani vor Ryan Briscoe und Will Power übernommen, während Ryan Hunter Reay auf P4 vor Helio Castroneves und Dario Franchitti lag. Oriol Servia hat leider ein paar Positionen verloren und lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 7, noch vor Scott Dixon und James Hinchcliffe während Vitor Meira die Top 10 komplettierte. Danica Patrick lag als beste Dame auf P.15, 8 Plätze besser als Paul Tracy welcher dieses Wochende sicher gerne ganz schnell vergessen möchte, denn auch im weiteren Verlauf verlief es für ihn katastrophal und es sprang am Ende für ihn nicht mehr als ein 16. Platz heraus.

Beim folgenden Restart musste Alex Tagliani die sitting duck spielen, denn er wurde sofort von Ryan Briscoe und Ryan Hunter Reay kassiert, nachdem dieser erst Will Power eingangs Turn 1 überholen konnte. Jener Will Power konnte dann aber auch Tags schnell überholen. Unterdessen konnte sich Ryan Briscoe als einziger auf den schnelleren Reds sich etwas absetzen, denn seine Strategie ging bis jetzt perfekt auf.

Auch jetzt zog sich das Feld wieder sehr schnell auseinander, was dazu führte dass es auch hier kaum Überholmanöver gab und man wie auf einer Perlenschnurr druch die Straßen fuhr und auch an der Spitze gab es kaum Duelle, so fuhren die ersten 3 jeweils mit gut 1 Sekunde Abstand vor sich her. Die einzige Ausnahme bildetete aber Mike Conway für Andretti Autosport welcher an jenem Tag über ein Bomben-Auto verfügte und sich Stück für Stück wieder nach vorne arbeiten konnte.

Erst ab Runde 42 entwickelte sich wieder etwas Spannung, denn Justin Wilson kam in die Box auf P13 liegend zum Service, da er keine Möglichkeit besaß sich weiter nach vorne zu arbeiten. Ob diese Entscheidung sinnvoll oder nicht war, darüber kann man streiten denn das Fuel Window war hier 25-30 Runden und kurz Halbzeit hätte er es somit nicht ins Ziel geschafft. Aber hätte wäre wenn, in Runde 62 hat Justin Wilson beim anbremsen einen Achsschaden als ihm beim anbremsen von Turn 8 auf die Gegengerade das Heck wegging. Er schlug zwar nur leicht ein, jedoch war die Hinterachse dermaßen kaputt dass das Aus besiegelt war.

In Runde 54 läuteten dann Tony Kanann und Oriol Servia die Phase der 2. und letzten Stopps ein und nacheinander kamen dann auch alle Piloten zum Service rein, welche im Gegensatz zu den 1. Stops diesmal ohne Probleme verliefen. Jedoch konnte Will Power eine Runde länger als Ryan Hunter Reay draussen bleiben, was dazu führte dass er beim anbremsen von Turn1 die 2. Position erobern konnte, was zu diesem Zeitpunkt eine Penske Doppelführung bedeutete da Ryan Briscoe seinen Platz an der Sonne verteidigen konnte. Jedoch sah man dann in den folgenden Kurven den Unterschied zwischen kalten und warmen Reifen mehr als deutlich, sodass RHR sich wieder Platz 2 zurückerobern konnte.

Quizfrage: “Was gehört zu jedem normalen IndyCar Rennen dazu was wir bisher im Verlaufe des Rennen nicht haten ?” – Richtig ein Crash. und die 2. Frage lautet: “Von wem ?” auch wieder richtig, von E.J Viso in Diensten von KV Racing welcher seinen Dallara im 60. Umlauf in die Reifen setzte und somit mit KV-Kleinholz Nummero 8, wovon alleine 7 auf seine Kappe gehen (!!!) eine local yellow auslöste, als er beim anbremsen der links vor der Haarnadel sehr optimitisch nach innen zu Danica Patrick zog, worauf sich die Wagen berührten und er nach rechts in die Reifen abbog.

In Runde 62 kam es dann zum schon vorher angesprochenen Unfall von Justin Wilson welcher aber nun eine Full-Courese Catuon auslöste. Diese Caution sollte aber dann beim restart von rennentscheidender Bedeutung sein. Aber der Reihe nach. Vor dem Restart lag Briscoe, vor RHR, Power und Castroneves während sich Servia auf Platz 5 vor Dario und Scott Dixon platzieren konnte. Mike Conway war derweil der “biggest mover” und fand sich auf Platz 11 vor dem Restart wieder.
Beim Resart in Runde 66 konnte sich Ryan Briscoe durchsetzen, während Will Power versuchte sich aussen an RHR in Turn 1 zu bremsen. Dies gelang jedoch nicht und so wollte Will Power hinter RHR in Turn 1 biegen. Wollte deshalb weil Helio dachte “hey da ist ja eine Lücke, die ist zwar 40m vor mir und Will Power zieht da gleich rein, aber was Matt Jackson, Jason Plato und Co in der BTCC können, das kann ich doch auch!” So verlegte Castroneves seinen Bremspunkt einfach mal um gute 30m nach vorne. Will Power zog natürlich nach innen in Turn1, da da natürlich (noch) niemand war. Als er innen in Turn war, rauschte ihm jedoch Helio natürlich ins Heck und drehte somit sich und den auf Platz 3 liegenden Will Power weg.
Da aber beide keine Schäden davon trugen, konnten sie das Rennen sofort wieder aufnehmen und es wurde keine Caution ausgelöst.

Eine vorsichtig ausgedrückt “sehr optimistische” Aktion von Helio, da sich nach diesem Unfall beide auf Platz 12 und 13 wiederfanden. Dass Helio dieses Jahr anscheinend gerne sehr auf Verdacht in die Kurven beim restart bremst, konnte man ja schon in St. Pete sehen, aber hier räumte er seinen eigenenden Teamkollegen ab, welcher sicher höchstwahrscheinlich auf das Podest gekommen wäre. Für Will Power sprang am Ende ein 10. Platz raus, deutlich weniger als man sich in seinem Lager erhofft hatte.
Ein weiterer Verlierer dieser Aktion war Scott Dixon, welcher sich dabei die vordere linke Spurstange verbogen hatte. Jedoch konnten seine Mechaniker dieses Teil an der Box sehr zügig wechseln, so dass er auf Platz 18 mit 1 Runde Rückstand ins Ziel rollte.

Eine Runde später zeigte sich, dass die Entscheidung, noch schnell ein paar Dallara-Aktien zu kaufen absolut die richtige Entscheidung war, denn Takuma Sato kollidierte mit Charlie Kimball leicht, was dazu führte dass beide nicht sofort die Stelle räumen konnten und somit eine weitere Gelbphase zur Folge hatte. Während für Chalie Kimball, Teamkollege von Rahal bei Ganassi das Rennen sofort zu Ende war, kam Sato mit 4 Runden Rückstand ins Ziel.

Profiteure der Unfälle war zum einen Daio Franchitti welcher sich nun auf einmal auf Position 4 fand, vor Alex Tagliani und James Hinchcliffe, während Mike Conway bereits auf Position 6 lag, vor seiner Kollegin Danica Patrick und Orial Servia im 2. Newman/Haas Auto.

Beim Restart in Runde 70 schlug dann endgültig die Stunde von Mike Conway. Als Alex Tagliani aussen denn 3. Dario Franchitti angreifen will, schafft es Mike sich auf P4 reinzudrücken nur um dann kurze Zeit sogar Dario von Platz 3 zu verdrängen. Ziemlich zeitgleich, bekamm der bis dato beste Fahrer von Andretti Autosport, Ryan Hunter Reay Probleme mit der Bordelektronik sodass er auf einmal keine Vortrieb mehr hatte und aufgeben musste.
Da aber Ryan Briscoe nur 1,5 Sekunden Vorsprung auf Mike Conway hatte, war die Jagd auf Platz 1 eröffnet.

Etwas mehr als 1 Runde später hatte Conway den Rückstand bereits aufgeholt und holte sich eingangs Turn 7 beim anbremsen den Australier, welcher sich kaum zur Wehr setzen konnte, denn Mike hatte zu diesem Zeitpunkt ein unglaublich gutes Auto und konnte seinen Vorsprung daher innerhalb kurzer Zeit auf mehrere Sekunden ausbauen.

So gewann Mike Conway vöölig überaschend das Rennen vor Ryan Briscoe welcher dank kluger Strategie am Anfang von 12 auf 1 fahren konnte. 3. wurde Dario Franchitti als bester Ganassi Pilot, denn die anderen 3 bleiben mit Rahal auf 3, Dixon auf 18 und Kimball mit seinem Ausfall absolt unter den Erwartungen. Platz 4 ging an Indy-Rookie James Hinchcliffe welcher in seinem 2. Rennen völlig überaschend noch fast aufs Podest gekommen wäre, vor dem erfahrenen Alex Tagliani.
Dieser Erfolg wird Tags sicher auch gut tun, denn sein Teams stand kurz vor Beginn vor dem Aus, bevor es noch von Sam Schmidt aufgekauft wurde. Platz 6 ging an Oriol Servia im 2. Newman Haas welcher Danica Patrick als beste Dame auf Platz 7 verweißen konnte. Achter wurde Tony Kanann im KV, der wieder der einzige KV-Pilot war der ohne Unfall auskamm. Die Top 10 wurde noch von Vitir Meria und Will Power komplettiert, während R. Matos einen grundsoliden 11. Rang nach Hause fahren konnte.

Auf 12 und 13 fanden sich somit die schon angesprochenen Rahal, (welcher bis jetzt ziemlich unter seinen Möglichkeiten liegt) und Helio Castroneves. Platz 14 holte sich der Kollege von Bourdais, James Jakes welcher damit immerhin Paul Tracy in Schacht halten konnte. Mann kann für PT und Jay Penskes Dragon Team nur hoffen, dass sei bei ihrem nächsten Einsatz in Texas die Probleme gefunden haben und auf Speed kommen können, denn in Sao Paulo und Indy wird PT nicht im Dienste von Rogers Sohn stehen.
platz 17 ging an den enttäuschenden Jr Hildebrand, welchen man vor der Saison auch eher weiter vorne erwartet hätte.

Ein ebenfalls sehr schelchtes Wochenende hatte wie schon angesprochen Simona de Silvestro, was sehr schade war, denn bei diesem Rennverlauf hätte es durchaus weiter nach vorne gehen können, aber man war die ganze Zeit auf der Suche nach dem Speed. Hoffentlich hat man ihn bis Sao Paulo am 1. Mai wieder gefunden.

In der Meisterschaft führt nun Dario Franchitti mit 122 Zählern 5 vor Will Power, bevor Tony Kanaan mit 87 Zählern auf Platz 3 folgt. 4. ist nun Oriol Servia vor dem vorgerückten Mike Conway und Alex Tagliani für Sam Schmidt auf Platz 6, während sich Dixon, de Silvestro und Ryan Briscoe Platz 7 teilen.

In der Andretti Road Course Wertung sieht es gleich aus, denn bisher standen noch keine Ovale auf dem Programm und das wird auch so bleiben, denn am nächsten Wochenende pausiert die Indy Car Series, bevor es am 1. Mai in Sao Paulo zum letzten Lauf vor dem Indy 500 kommt.

2011 IndyCar Long Beach Priority _MG_3075 [1600x1200] 02DH6076 [1600x1200] 02DH6136 [1600x1200] 02DH6143 [1600x1200] 2011 IndyCar Long Beach Priority 04CJ7296 [1600x1200] 04CJ7057 [1600x1200] 04CJ2353 [1600x1200]

March 24 2011

06:24

IndyCar Series: Saisonstart in St. Petersburg

Eine teils chaotische, teils erfreuliche Off-Season geht endlich zu Ende – am Sonntagabend kehrt die IndyCar Series zurück auf die Strecke. Das dürfte spannend werden, denn seit dem Finale 2010 hat sich einiges getan.

Eine stille Winterpause sieht anders aus: Die IndyCar Series bedachte seit der Meisterschaftsentscheidung in Homestead Fans und Medien mit einem steten Fluss an Neuigkeiten, wie das sonst sogar während der laufenden Saison ungewöhnlich ist. CEO Randy Bernard hat bewiesen, dass er weiß, wie man mit der zuletzt eher unscheinbaren Monoposto-Serie Aufsehen erregt. Ob seine Ideen auch auf der Rennstrecke funktionieren, das muss sich allerdings noch beweisen. Immerhin: Zum Saisonstart stehen 25 Fahrer bereit, die meisten davon werden wohl das ganze Jahr lang dabei sein. Ein paar alte Stars haben es in die Serie zurückgeschafft, wenn auch zum Teil in letzter Minute. Zusammen mit einigen interessanten Rookies bescheren sie der IndyCar Series das wahrscheinlich stärkste Starterfeld seit CART-Zeiten.

Spannende Zeiten also auch für Fans, daher eine kurze Zusammenfassung der Meldungen aus dem Winter – für alle, die in der Off-Season nicht ganz so aktiv waren wie Randy Bernard. Eine Vorschau auf das Rennen in St. Petersburg folgt dann weiter unten.

Neue Hersteller

Auch, wenn sich die Nachricht eher auf die kommende Saison bezieht, als auf die aktuelle: Die wichtigste Meldung des Winters war wohl die Rückkehr von Chevrolet in die IndyCar Series. Der US-Hersteller wird dabei 2012 nicht nur Motoren liefern, sondern auch selbst eines jener Aero-Kits anbieten, mit denen die Teams das Standard-Chassis von Dallara erweitern können. Gleiches hat auch Lotus angekündigt, die ab kommendem Jahr als dritter Hersteller in der Serie aktiv sein werden. Richtig gelesen: Der in malaysischer Hand befindliche Sportwagenhersteller hat angekündigt, nicht nur ein Aero-Kit zu liefern, sondern auch einen Motor. Woher der kommen soll, wurde bisher allerdings nicht enthüllt. Als vierter Hersteller könnte auch noch das französische ORECA-Team dazukommen. Dort will man sich allerdings mit der Fertigung von Aero-Kits bescheiden.

Teams und Fahrer 2011

Gleich vorneweg eine kurze Entschuldigung: Die IndyCar Serie bietet leider zur Stunde noch keine Fotos aus St. Petersburg an. Bei den Bildern unten handelt es sich daher um Aufnahmen vom Test am Barber Motorsports Park in der vergangenen Woche. Dort waren leider nicht alle Teams und Piloten anwesend, von manchen gibt es also leider keine Bilder. Auch bei den Lackierungen könnte es also noch Änderungen geben. Die IndyCar Serie veröffentlicht normalerweise vor Rennstart einen Spotter’s Guide auf indycar.com. Den werde ich nachreichen, sobald bzw. sofern er verfügbar wird.

Penske

Die Mannschaft unter der Leitung von “Captain” Roger Penske wird wohl auch 2011 zu den Favoriten im Starterfeld zählen. Das haben auch die Ergebnisse der Testfahrten in Alabama noch einmal unterstrichen. Bei den Piloten hat sich nichts verändert, auch in diesem Jahr greifen Helio Castroneves, Will Power und Ryan Briscoe ins Lenkrad. Abseits der Ovale ist wohl Power der schnellste aus diesem Dreiergespann, als besserer Allrounder könnte sich aber einmal mehr Castroneves erweisen. Ryan Briscoe hat in der vergangenen Saison nicht so wirklich überzeugt, und wird in diesem Jahr etwas kräftiger aus Gaspedal treten müssen, wenn er sich die Gunst des Captains erhalten will.

Ganassi

Das zweite Top-Team der IndyCar Series hat sich über den Winter verdoppelt. Neben dem bisherigen Fahrergespann Dario Franchitti und Scott Dixon (die wieder in den klassischen, links abgebildeten Target-Farben starten), treten 2011 auch Graham Rahal und Charlie Kimball für Ganassi an, die jeweils von anderen Sponsoren unterstützt werden. Weil Target aber keine Konkurrenz im gleichen Team wollte, musste man bei Ganassi zu einem etwas ungewöhnlichen Trick greifen – und einfach ein zweites Team eröffnen. Offiziell wird man zwar nicht müde, die Unabhängigkeit der beiden Teams voneinander zu betonen. Inoffiziell darf man aber wohl schon davon ausgehen, dass sich die Verantwortlichen der beiden Teams gelegentlich mal über den Wag laufen werden. Und dabei wohl nicht nur über Baseball reden. Bei den Test hatte man noch ein paar Probleme, bei den Rennen darf man aber auch in diesem Jahr die Mannschaft vorne erwarten. Fahrerisch sind von Franchitti und Dixon wohl auch in dieser Saison wieder konstant gute bis sehr gute Ergebnisse zu erwarten. Auch Rahal hat in der Vergangenheit (vor allem 2009 bei Newman/Haas) schon Talent bewiesen. Inwieweit auch Charlie Kimball mithalten kann, muss sich noch weisen.

Andretti Autosport

Einige Überraschungen bot über den Winter die traditionell dritte Kraft der IndyCar Series. Erst wurde Tony Kanaan freigestellt (und ihm “erlaubt, mit anderen Teams zu verhandeln”) – vermutlich deshalb, weil man sich sein hohes Gehalt nicht mehr leisten konnte. Und dann tritt man 2011 doch wieder mit vier Fahrern an: Marco Andretti und Danica Patrick waren ohnehin schon gesetzt, Ryan Hunter-Reay konnte auch genügend Sponsoren auftreiben, um sich im Team zu halten. Keiner der drei hat bisher das Talent gezeigt, konstant um Siege oder gar Meisterschaften mitzufahren. Aber: Alle sind solide Piloten, und auf ihre Art wichtig für die Serie. Erstaunlich ist dagegen die Verpflichtung des beim Indy 500 schwer verunglückten (aber mittlerweile wohl wieder genesenen) Mike Conway. Der Brite hat zwar in diversen Juniorserien gute Leistungen gezeigt, in der IndyCar Series konnte er allerdings bislang (außer beim schicksalsvollen Indy 500) nicht wirklich überzeugen. Und seit seinem Unfall fehlt ihm überhaupt jegliche Erfahrung im Auto. Ein erfolgreiches Comeback wäre ihm zu vergönnen – bis es soweit ist, muss man aber vermutlich noch ein paar Rennen Geduld haben. Abzuwarten bleibt außerdem, ob es das Team nach einer sehr mäßigen Saison 2010 wieder schafft, an alte Stärken anzuknüpfen.

KV Racing

Mit drei Piloten geht das Team von Kevin Kalkhoven und Jimmy Vasser an den Start. Zur bisherigen Stammmanschaft mit EJ Viso und Takuma Sato ist in letzter Sekunde noch ein weiterer großer Name gestoßen. Der bei Andretti entlassene Tony Kanaan hat es am Wochenende vor dem Saisonstart geschafft, ausreichend Sponsoren für eine volle Saison im Teams zu sammeln. Das könnte sich für beide als gutes Geschäft erweisen: KV wird von der Erfahrung des Tony Kanaan (vor allem in Fragen der Abstimmung) gewiss profitieren, der Brasilianer bekommt von KV Racing ein in seinem Speed womöglich unterschätztes Autos zu Verfügung gestellt. Das mag zwar in dieser Saison noch nicht für Siege reichen – wenn Sato und Viso aber ihr Temperament diesmal etwas öfter in Zaum halten können, als im vergangenen Jahr, dann könnte das Team durchaus einen Sprung nach vorne machen.

Dreyer & Reinbold

Ein weiteres Team aus dem Bereich “solides Mittelfeld”, das sich 2011 nach oben entwicklen könnte. Justin Wilson ist ein Pilot, der gewiss immer wieder einmal für eine Überraschung gut ist – ganz besonders auf den Rundkursen. Außerdem hat man sich mit Ana Beatriz verstärkt. Die Brasilianerin bringt einige Sponsoren an Bord, und konnte auch bei ihren Einsätzen in der vergangenen Saison durchaus Potenzial beweisen. Sie könnte sich also als gute Mischung aus Pay-Driver und solider Pilotin herausstellen. Beim Indy 500 wird außerdem Haudegen Paul Tracy für Dreyer & Reinbold an den Start gehen. Weitere Einsätze sind in Planung, aber bisher nicht fix. Beim Saisonstart ist der Kanadier jedenfalls nicht dabei.

Dale Coyne Racing

Eine faustdicke Überraschung gibt es beim ewig unterfinanzierten Traditionsteam: Champ-Car Dominator (und Toro-Rosso Mittelfeldpilot) Sebastian Bourdais kehrt in den US-Rennsport zurück. Allerdings nicht für die ganze Saison: Der Franzose wird aus Sponsormangel und wegen Terminkollisionen mit seinen Sportwagen-Projekten bei den Oval-Rennen nicht antreten. Dass Bourdais mit den amerikanischen Open Wheelern und hemdsärmeligen Stadt- und Rundkursen gut zurecht kommt, hat er bewiesen. Unklar ist dagegen, ob die Autos von Dale Coyne gut genug sind, um ein ernsthafter Kandidat auf die Mario Andretti Rundstrecken-Trophy zu sein. Ebenfalls unerwartet ist der zweiten Pilot: James Jakes, bisher bekannt aus GP2 und GP3 hat wohl einen zahlungskräftigen Sponsor gefunden, und wird die gesamte Saison mit dabei sein.

Newman/Haas Racing

In 50%-Stärke startet die Mannschaft von Newman/Haas in St. Petersburg in die Saison. Ursprünglich hatte man gehofft, Oriol Servia und James Hinchcliffe zu verpflichten – schließlich hat es aber nur Servia geschafft, die nötigen Sponsorgelder aufzutreiben. Das ist schade, denn beim Test in Alabama waren beide sehr gut unterwegs. Hinchcliffe hofft nun, bis zu einem der kommenden Rennen ausreichend Gelder zu finden, um doch noch in die Serie einsteigen zu können. Immerhin hat Newman/Haas mit Oriol Servia aber einen erfahrenen und meist schnellen Piloten verpflichtet, mit dem man hoffen kann, das Abschneiden vom vergangenen Jahr (als der Pilot Hideki Mutoh hieß) vergessen zu machen.

Der Rest

Fans von Simona de Silvestro dürfen sich auch in dieser Saison auf ein dauerhaftes Antreten der Schweizerin freuen. Einziger Wehrmutstropfen: Ihr Sponsor, “Nuclear Clean Air Energy”, ein Projekt, das für “sauberen” Atomstrom werben soll, dürfte sich momentan nicht an der Spitze seiner Popularität befinden. Alex Tagliani und das FAZZT-Team sind auch wieder mit dabei – allerdings nach Kauf durch Sam Schmidt unter dem Namen von dessen Team “Sam Schmidt Motorsports”. Sebastian Saavedra wird die gesamte Saison bei Conquest Racing bestreiten, Raphael Matos hat in letzter Minute einen Deal mit dem neuen AFS Racing zustande gebracht. Vitor Meira bleibt bei Foyt. Und JR Hildebrand bei Panther Racing vervollständigt ein starkes und wieder etwas US-lastigeres IndyCar Feld. Sarah Fisher Racing wollte eigentlich die gesamte Saison mit Ed Carpenter bestreiten, musste sich nach einen Crash beim Testen aber für dieses Wochenende zurückziehen. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft bald wieder dabei sein kann.

Nicht dabei sind beim Saisonstart der schon erwähnte Paul Tracy – und Dan Wheldon, der sich im Streit von Panther Racing getrennt hat. Der Brite scheint bei der Suche nach einem neuen Cockpit keine große Eile an den Tag zu legen, und wird nach eigener Aussage nur dann wieder in die Serie einsteigen, wenn er ein Angebot von einem konkurrenzfähigen Team bekommt.

Der Kalender

Nach dem Saisonstart am kommenden Wochenende geht es im Zwei-Wochen Takt mit Rennen am Barber Motorsports Park, in Long Beach und dem Brasilien-Lauf in Sao Paulo weiter.

Ohne vorheriger Übung auf einem Oval beginnt dann der Monat Mai, und damit die Vorbereitung auf das Indy 500 am 29.5.

Zwei Wochen später gibt es die erste Kalender-Neuerung – und die ist durchaus als Experiment zu bezeichnen. In Texas wird es nämlich zwei Rennen geben, die am selben Tag stattfinden werden. Die Punkte dafür werden ganz einfach geteilt, die Startaufstellung für das zweite Rennen wird ausgelost. Das kann spektakuläres Rennen geben – aber auch ebenso spektakulär in die Hose gehen. Es ist sicher nicht schlecht, frischen Wind in die Serie zu bringen. Ob man das aber unbedingt auf die High-Speed Oval in Texas machen muss, ist eine andere Frage.

Nur eine Woche danach feiert Milwaukee die Rückkehr in den IndyCar Kalender – ein Ort der Tradition aber auch der kleineren Geschwindigkeiten und nicht immer wahnsinnig spannenden Rennen. Danach folgt Iowa, bevor es im Rahmen der Kanada-Tournee wieder auf die Rundkurse geht. Zuerst startet die Serie in Toronto, zwei Wochen später auf dem völlig umgebauten Flugplatzkurs in Edmonton.

Wieder zurück in den USA folgt der Klassiker von Mid-Ohio. Dann steht wieder eine “Premiere” auf dem Programm: Das erste größere Open-Wheel-Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon seit mehreren Jahren. Besonderheit: Damit die Teams nicht umbauen müssen, wird auch dort in Road-Konfiguration fahren.

Es folgt eine weitere Premiere: Das erste Rennen auf dem neuen Stadtkurs in Baltimore. Dort hatte man wohl über den Winter finanzielle Anlaufschwierigkeiten. Nach aktuellem Stand wird die Strecke aber rechtzeitig fertig.

Für die letzten drei Rennen der Saison folgen dann wieder Ovale. Zunächst plant man, in Motegi zum vorerst letzten Japan-Auftritt der Serie anzutreten. Dass man dort ab 2012 nicht mehr antreten wird, haben INDYCAR und Motegi-Betreiber schon vor einiger Zeit bekannt gegeben. Ob man sich nach Erbeben und Tsunami heuer wirklich noch einmal auf die Reise macht, darüber gibt es im Moment noch keinen Beschluss.

Als vorletztes Rennen der Saison steht Kentucky auf dem Programm, wo es in letzter Zeit immer spannende Rad-an-Rad Duelle gegeben hat.

Schließlich folgt das Finale am baulich recht ähnlichen Oval in Las Vegas, für das sich Randy Bernard allerdings einen besondere Dreh einfallen hat lassen: Bei der Veranstaltung mit dem bescheidenen Titel “IndyCar World Championship” werden neben den regulären IndyCar Piloten noch fünf weitere Fahrer aus anderen Serien antreten. Sollte einer dieser fünf das Rennen gewinnen, winkt ein Preisgeld in der Höhe von 5 Millionen Dollar. Im Sommer soll ein Komitee entscheiden, welche Fahrer antreten dürfen. Bis dahin gibt es nur Spekulationen – etwa um den ehemaligen F1 und CART Piloten Mark Blundell, den Motocross Star James Stewart oder möglicherweise sogar Alex Zanardi.

Neue Regeln

Mit dem Ziel, eine bessere Show zu liefern, wurden in der Winterpause außerdem einige neue Regeln beschlossen: Commitment Cone, Double-File Restart, Einführung einer “Lucky Dog”-ähnlichen Regel, eine Höchst-Teilnehmerzahl von 26 Autos.

Oder auch nicht: Denn nach heftigen Beschwerden zahlreicher Fans wurden “Lucky Dog” und das 26-Starter Limit wieder gestrichen. Ausnahme: Auf Kursen, in denen die Pitlane nicht lang genug ist, etwa in Mid Ohio, wird es weiterhin eine Beschränkung des Startfeldes geben.

Geblieben ist die neue Regelung für Restarts: Die werden ab sofort in Double File absolviert. Außerdem wird die grüne Flagge deutlich später fallen als bisher. Die Autos werden also beim Überqueren der Zielflagge wieder näher beieinander liegen. Das sieht spektakulärer aus, ist bei den Teambesitzern aber nicht besonders beliebt, weil es auch zu einer Häufung an teurem Schrott führen könnte.

Vorschau: St. Petersburg

Wie das ganze in der Praxis funktioniert, werden wir am Wochenende in St. Petersburg sehen. Die IndyCar Series gastiert dort schon zum siebten, zählt man ein Champ Car Rennen 2003 dazu sogar schon zum achten Mal. Der Kurs liegt einigermaßen pittoresk in der 250.000 Einwohner-Stadt am Golf von Mexiko. Die Kursführung ist aber leider auch ziemlich eng. Die Rennen sind daher nicht immer wahnsinnig spannend. Mit etwas Glück und ein bisschen Regen wird das ganze allerdings schon wieder interessanter – so etwa 2008, als Graham Rahal das zweite Rennen nach der Wiedervereinigung von IRL und Champ Car Series gewann. Im vergangenen Jahr war es dann doch etwas zu viel des Guten, so dass der Lauf wegen Überflutungen auf den Montag verschoben werden musste. Gewonnen hat dann Will Power – der vierte Penske-Sieg in sechs Jahren. Heuer soll es aktuellen Wetterberichten zufolge trocken bleiben.

Zum Kurs selbst: Nach der Start/Zielgerade, die über eine für das Rennen stillgelegte Landebahn führt, geht es in eine recht enge Rechtskurve, wo in der Vergangenheit die meisten Überholmanöver stattgefunden haben. Es folgt eine kürzere Gerade, an deren Ende eine 90 Grad-Kurve auf die Fahrer wartet. Überholversuche gibt es dort immer wieder, gelungene Überholmanöver eher selten. Gelbphasen dafür wieder ziemlich häufig. Nach einem kurzen, ziemlich eckigen Intermezzo geht es entlang der Promenade in zwei schnelle Linkskurven und eine schnelle Schikane. Diese Passage ist landschaftlich besonders schön am Meeresufer gelegen – merkwürdig, dass dort nie Kameras postiert sind, die das entsprechend einfangen. Überholmanöver sind dort nicht zu empfehlen, und Fehler auch nicht – denn die Wand ist ziemlich nah. Über eine langgezogene, mittelschnelle Kehre geht es dann wieder zurück auf Start und Ziel. Wer sich hier einen Fehler erlaubt, läuft Gefahr, überholt zu werden. Die Versuchung für hinterherfahrende Piloten, beim Vordermann in NASCAR-Manier “anzuklopfen” scheint ziemlich groß zu sein. Helio Castroneves hat das am Ende einer SC-Phase vor ein paar Jahren mit Scott Dixon erfolgreich praktiziert. Ein aktuelles Onboard-Video hat die IndyCar Series zwar noch nicht veröffentlicht. Die Kursführung hat sich aber seit 2009 meines Wissens nach nicht verändert, so dass ich hier einfach die Onboard-Vorschau vom letzten Jahr, begleitet von Ryan Briscoe, poste.

Leider auch neu: Kein Stream

Alles in allem also gute Voraussetzungen für eine spannende Saison. Für Fans im deutschen Sprachraum hat die Sache aber leider einen Haken: Die Serie wird auch heuer (nach derzeitigem Stand) auf keinem Sender übertragen. Und auch den offiziellen Internet-Stream, der zwar nicht besonders gut, 2010 aber trotzdem oft die einzige Rettung war, gibt es auf Geheiß des amerikanischen Rechteinhabers Comcast/NBC (den neuen Versus-Besitzern) heuer nicht mehr.

Für die USA ist das verständlich, denn die INDYCAR hatte offenbar nie die Rechte, ihre Rennen im Internet zu streamen. Versus hat das wohl bisher trotz schlechter Quoten geduldet. Weil aber die Fans offenbar immer in der Werbeunterbrechung den Stream angeschalten haben, hat man diese Praxis nun beendet.

Weniger verständlich ist dagegen, wieso man auch die Trainings und die nicht im TV übertragenen Qualifying-Sessions mehr zeigen will. Und völlig unverständlich ist, wieso man nicht gegen Gebühr einen Stream des von ESPN produzierten internationalen Feeds der Serie in jenen Ländern anbietet, wo die Rechte für die IndyCar Serie nicht verkauft wurden. Leider ist man im Moment derartig auf den Aufbau einer amerikanischen Fanbase konzentriert, dass man es noch nicht mal geschafft hat, eine Liste der internationalen Broadcaster auf die Homepage zu stellen. Stattdessen gibt es dort noch immer jene vom vergangenen Jahr. Wird man sich also wieder in den Untiefen des Internets umsehen müssen, wenn man das Rennen trotzdem sehen will.

27.03.2011 LIVE 18:30 Uhr IndyCar Series St. Petersburg ABC LIVEx 23:00 Uhrx Asian F BMWxxx Bud Shootout Practicex sky sport2x

September 29 2010

11:25

Ferner liefen: Die Newshappen

// Nun könnte es doch schon im kommenden Jahr so weit sein: Bernie Ecclestone hat im Interview mit der BBC verkündet, dass die FOTA möglicherweise schon 2011 alle Formel 1-Rennen in HD produzieren wird. Wenn auch die Aussage noch etwas schwammig wirkt: Denn im selben Atemzug meint er auch, dass es das Signal nur dann geben wird, wenn sichegestellt ist, dass alles in “Top Qualität” vorliegt – was “wahrscheinlich erst 2012″ der Fall sein dürfte. Immerhin: Fans hochauflösender Bilder dürfen nun wieder hoffen. Und mit ihnen sky, die sichsicher darüber freuen würden, dieses neue Feature exklusiv vermarkten zu können. (Vorsicht)

// Sofern sie denn überhaupt weiter übertragen: Denn laut Aussage von sky-Sportchef Carsten Schmidt in den Stuttgarter Nachrichten, steht die Formel 1 beim deutschen Bezahlfernsehen “auf dem Prüfstand“. Grund: Angeblich lassen sich mit der Königsklasse keine Neukunden gewinnen – der Erhalt von Bestandskunden spielt in diesem Kalkül wohl keine größere Rolle. Das Problem besteht vor allem auch darin, dass die Konkurrenz durch die Übertragung bei RTL im Free TV zu groß sei. Stattdessen will sich sky auf Sportarten konzentrieren, die in Deutschland nicht gratis zu empfangen sind. Wie gut diese Strategie bisher funktioniert hat, zeigt der durchschlagende Erfolg der sky-Übertragungen von NASCAR oder der Indycar-Series, aber auch der zahlreichen weiteren Sportarten, die derzeit im reichhaltigen, um nicht zu sagen “üppigen” Angebot des Senders zu bewundern sind. Natürlich kann man die Aussage auch als Taktik in den derzeit stattfindenden Verhandlungen mit Bernie Ecclestone betrachten – aber wären da die “Stuttgarter Nachrichten”, bei allem Respekt, wirklich das Medium der Wahl? Siehe dazu auch der Eintrag von gestern. (Vorsicht)

// Wie jedes Wochenende auch diesmal ein Korea-Update. Auf einer lokalen Internetseite ist ein Video davon aufgetaucht, wie die Strecke angeblich am 23.9. ausgesehen haben soll. Für alle, die Probleme mit der hierzulande äußerst langen Ladezeit haben: Die Strecke sieht so aus, als habe sich seit Chandhoks Demo-Run nicht besonders viel verändert. Überall stehen Baumaschinen herum, die Streckenbegrenzungen sind zum Teil noch unverankert, Auslaufzonen unbefestigt und die oberste Asphaltschicht liegt auch noch immer nicht. Neu: Einige sehr unschöne Schlaglöcher in der Sicht darunter, die angeblich vom unsachgermäßen Einsatz schweren Baugeräts stammen sollen. Auch Bernie Ecclestone kommentierte die Wahrscheinlichkeit, dass das Rennen stattfinden wird in Singapur eher verhalten – wenn auch weiterhin eher davon augegangen wird, dass am Ende doch alles knapp gutgeht. Der Inspektionstermin wurde jedenfalls schon mal auf den Montag nach dem Japan-GP verschoben. Was im Grunde für ein Rennen spricht – denn eine Absage zu derart später Stunde kann sich wohl keiner leisten. (Vorsicht)

// Weitere Streckennews gibt es gleich im Viererpack:
1. war die BBC gemeinsam mit Karun Chandhok zu Gast auf der indischen Baustelle, wo innerhalb des nächsten Jahres ein Formel1-Strecke entstehen soll. Und das Video zeigt, dass auch dort noch so Einiges zu tun bleibt. Ein Höhenterrain für die Bahn wurde wohl geschaffen, und die Streckenführung wohl mittlerweile notdürftig befestigt. Allerdings: Bisher steht kein einziges Gebäude. Dort, wo in Kurve Eins eine Senke entstehen soll, befindet sich derzeit ein kleiner See. Aber auch, wenn nach dem Desaster um die heuer von Indien ausgetragenen Commonwealth-Spiele und den langsamen Baufortschritt in Korea  im Fahrerlager einige Fragezeichen um den GP aufgekommen sind: Noch ist wohl ausreichend Zeit, um rechtzeitig fertig zu werden.

2. Ist erstaunlicherweise noch immer unklar, ob der erfolgreiche Grand Prix in Singapur auch nach Auslaufen des aktuellen Vertrages im Jahr 2012 weiter ausgetragen wird. Der Handels- und Industrieminister des Stadtstaates hat sich in einem Interview mit den Straights Times (via crash.net) jedenfalls ein wenig vorsichtig geäußert, und von einer “robusten Kosten-Nutzen-Analyse” gesprochen, die man zu diesem Thema durchführen will. Anders ausgedrückt soll das wohl heißen, dass man sich von Bernie Ecclestone einen besseren Vertrag erwartet, wenn er das von ihm als “Kronjuwel” bezeichnete Rennen noch länger durchführen will.

3. Gleichzeitig stehen möglicherweise schon wieder neue Austragungsorte vor der Tür: Wie Joe Saward berichtet, war der Premierminister des wohlhabenden afrikanischen Inselstaates Mauritius zu Gesprächen in Singapur vor Ort. Die Insel hat sich in den vergangenen Jahren als Sponsor diverser Nobelsport- und Kulturevents, wie etwa dem Pferderennen in Ascot oder den Filmfestspielen in Cannes einen Namen gemacht, und könnte daran interessiert sein, ihr Tourismusproil mit einem Formel 1-Rennen zu steigern. Und für die Königsklasse könnte ein WM-Lauf einen glamourösen Weg darstellen, auch in Afrika präsent zu sein.

4. Der Traditionsstrecke in Snetterton steht über den Winter ein Umbau bevor. Jonathan Palmer, Besitzer von MotorsportVison, denen wiederum die Strecke gehört, hat gegenüber Autosport bekannt gegeben, dass die Bahn und auf den Stand einer FIA Frade 2-Lizenz gebracht werden soll. Damit wäre man dann berechtigt, alle Wettbewerbe unterhalb der Formel 1 auszutragen. Der traditionalle Streckenverlauf soll weitgehend bestehen bleiben, einzig Kurve zwei wird zu einer Haarnadel umgebaut, die in einen neuen Streckenteil münden soll. Außerdem soll aus der Schikane vor Start und Ziel eine enge Linkskuve werden – ein Plan findet sich im verlinkten Autosport-Artikel. Palmer hofft unter anderem darauf, auf der “neuen” Strecke ein DTM-Rennen auszurichten. (Vorsicht)

// Die Auto GP-Serie hat es zwar nicht geschafft, am Wochenende eine Liveübertragung ihres Rennen auf der neuen Bahn von Navarra zu produzieren, hat aber wohl große Pläne für 2011. So wurde in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass für das kommende Jahr ein Stadtrennen auf dem Kurs in der rumänischen Hauptstadt Bukarest geplant ist. Wann, und im Rahmenprogramm welcher größeren Serie  der Lauf stattfinden soll, ist noch unklar. Bisher war auf dem “Bukarest Ring” in den Jahren 2007 und 2008 zweimal die FIA GT, Vorgängerin der aktuellen GT1 WM zu Gast. (Vorsicht)

// Auch bei den Indycars tut sich Einiges: Zwar ist immer noch unklar, wo das Saisonfinale 2011 stattfinden wird, allerdings blickt Serien-CEO Randy Bernard schon weiter in die Zukunft. Und da scheint er sehr interessiert, den Traditionskurs von Road America wieder in den IRL-Kalender aufzunehmen. Problem: Die Strecke liegt ein wenig abseits größerer Bevölkerungszentren, und tut sich schwer, einen zahlungskräftigen Promoter zu finden. (Vorsicht)

// Aktueller gibt es zu vermelden, dass Ana Beatriz und Sebastian Saavedra in Homestead wieder im Cockpit sitzen werden. Die Brasilianerin übernimmt dank “bigger cheque”, wie Paul Tracy etwas frustriert twittert, den Dreyer & Reinbold Wagen des nach wie vor nicht fahrbereiten Mike Conway. Und Sebastian Saavedra wird im zweiten Conquest-Wagen Platz nehmen. (Vorsicht)

// Außerdem sind mal wieder ein paar TV-Quoten bekannt geworden. Demnach hat sich die Zuseherzahl für die IRL auf Versus in diesem Jahr um 15 Prozent erhöht. In ganzen Zahlen ausgedrückt klingt die Sache dann allerdings weniger beeindruckend: Im Schnitt haben 2010 366.000 Zuseher bei Versus eingeschalten – 2009 waren es nur 319.000. (Vorsicht)

// Sicher ist derweil, dass Lotus (also die, die in der F1 unterwegs sind, glaube ich, nicht die anderen) ein weiteres Jahr bei KV-Racing angedockt haben. Vielleicht kommt Takuma Sato ja 2011 etwas häufiger in Ziel. (Don)

// In der Superleague Formula ist derweil zwar noch nicht klar, wo in einenhalb Wochen des zweiten Rennen der China-Tournee stattfinden wird (mutmaßlich im Transportflugzeug Richtung Europa, gerüchteweise aber vielleicht auch im olympischen Ruder- und Kanupark Shunyi nahe Beijing): Dafür ist nun immerhin bekannt, dass WSbR-Titelkandidat Esteban Guerrieri beim Lauf im innermongolischen Ordos am kommenden Wochenende den Wagen des PSV Eindhoven pilotieren wird, in dem in dieser Saison zuvor schon Hywel Lloyd und Narain Karthikeyan Platz genommen hatten. Auch sonst gibt es ein paar Verschiebungen: Vorjahreschampion Adrian Vallés kehrt im Cockpit von Sporting Lissabon in die Serie zurück,  Frank Pereira wird für Bordeaux starten, Andy Soucek für Flamengo un Ben Hanley wird im Olypmpiacos-Auto wieder Chris von der Drift ersetzen.  (Vorsicht)

// Trevor Bayne ist sein Cockpit bei Diamond-Waltrip in der Nationwide Serie los. Den Rest der Saison wird Ryan Truex, der ältere Bruder von Martin Truex jr. hinter Steuer sitzen. Etwas mehr Hintergründe gibt es bei NASCAR Insider. (Don)

// Noch eine Entlassung: Brain Scott, in der Rookie-Wertung gar nicht so schlecht, fährt nicht mehr für Braun Racing. Die Entscheidung hat wohl etwas mit dem Verkauf des Teams an Turner Motorsport zu tun, richtige Klarheit gibt es diesbezüglich aber noch nicht. (Don)

// Der als “The Stig” bekannt gewordene Ben Collins wird beim Saisonfinale der BTCC einen dritten Airwaves BMW pilotieren. Collins, den man sonst von den Rennstrecken eher nicht so kennt, wird aber nur dieses eine Rennen abliefern. (Don)

// Volvo hat bekannt gegeben, dass man 2011 werksseitig in die WTCC einsteigt. Auch wenn man erst einmal nur mit einem Wagen an den Start geht, sind das gute Nachrichten für die Serie, zu mal es weder von Seat noch von BMW eine Zusage für 2011 gibt. Fahrer wird Robert Dahlgren sein. (Don)

// Sehr interessantes Interview mit Ferdinand Piëch in der AMS. Im vorletzten Absatz lässt er durchblicken, dass der VW Konzern gerne Audi und Porsche in Le Mans sehen würde. Audi mit dem Diesel, Porsche mit einem Benzinmotor, vermutlich aber ein Hybrid. Das ist das erste Mal, dass etwas über die neue Motorsportstrategie von VW durchsickert. Ein Verantwortlicher bei Porsche Motorsport hat mir gegenüber vor ein paar Wochen schon mal angedeutet, dass Porsche mit dem Hybrid noch einiges vor hat und das sich das nicht nur auf den bekannten Hybrid 911er beziehen würde. Ich vermute mal, dass Porsche auf Dauer an einem neuen Prototypen arbeiten wird. Ob das schon 2011 so weit sein wird, bleibt abzuwarten, aber das halte ich für unwahrscheinlich. Man wird erst mehr Erfahrung mit dem 911er suchen, bevor man einen komplett neuen Motor für einen LMP1 bauen wird. (Don)

// DTM Kalender 2011.
01. Mai -Hockenheimring Baden-Württemberg (D)
15. Mai -Circuit Park Zandvoort (NL)
05. Juni – Red-Bull-Ring Spielberg (A)
19. Juni – EuroSpeedway Lausitz (D)
03. Juli – Norisring (D)
17. Juli – Showevent Olympiastadion München (D)
07. August – Nürburgring (D)
04. September – Brands Hatch (GB)
18. September – Oschersleben (D)
02. Oktober – Valencia (E)
23. Oktober – Hockenheimring Baden-Württemberg (D)
06. November – Shanghai (CN)

September 16 2010

16:32

Indycar: Vorschau Motegi 2010

Die Indycars biegen auf die Zielgerade der 2010er Saison ein. Es sind noch 2 Rennen zu fahren und man begibt sich über den  großen Teich nach Japan, wo die Meisterschaft im Land der aufgehenden Sonne  entschieden werden könnte.

Zunächst zu den Punktezahlen:

1. Will Power: 552 Punkte

2. Dario Franchitti: 535 Punkte

3. (Scott Dixon: 469 Punkte)

Bei folgenden Szenarien ist Will Power Gesamtsieger der IZOD Indycar Series 2010 (angenommen er nimmt am nächsten Rennen teil und qualifiziert sich)

(Anmerkung: Ich habe das selber ausgerechnet. Dies Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständig- oder gar Fehlerlosigkeit!):


  • Wenn er die Pole holt, die meisten Führungsrunden hat, gewinnt und Dario Franchitti nicht 6. oder besser wird.
  • Wenn er die meisten Führungsrunden hat, gewinnt und Dario Franchitti nicht 7. oder besser wird.
  • Wenn er die Pole holt, gewinnt und Dario Franchitti nicht 7. oder besser wird.
  • Wenn er die Pole holt, gewinnt und Dario Franchitti trotz der meisten Führungsrunden nicht 8. oder besser wird.
  • Wenn er gewinnt und Dario Franchitti nicht 7. oder besser wird.
  • Wenn er gewinnt und Dario Franchitti nicht 8. oder besser trotz der meisten Führungsrunden und/oder Pole wird.
  • Wenn er 2. wird und Dario Franchitti nicht 14. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird ,die meisten Führungsrunden hat und Dario Franchitti nicht 12. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird, die Pole holt und  Dario Franchitti nicht 13. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird ,die meisten Führungsrunden hat, die Pole holt und Dario Franchitti nicht 12. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird und Dario Franchitti trotz Pole nicht 16. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird und Dario Franchitti trotz Pole und meiste Führungsrunden nicht 25. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird, die meisten Führungsrunden hat und Dario Franchitti trotz der Pole nicht 14. oder besser wird.
  • Wenn er 2 wird, die Pole hat und Dario Franchitti trotz der meisten Führungsrunden nicht 12. oder besser wird
  • Wenn er 3. wird, die Pole holt und Dario Franchitti nicht 24. oder besser wird.
  • Wenn er 3. wird, die meisten Führungsrunden ,die Pole holt und Dario Franchitti nicht besser als 17. wird.

Dario Franchitti kann in Japan auch schon A. J. Foyt Trophy für die meisten Punkte auf Ovalen gewinnen. Das genau durchzurechnen erspare ich mir, er führt mit 27 Punkten vor Scott Dixon, der 2 weitere Punkte vor Helio Castroneves liegt, welcher wiederrum 2 Punkte Vorspung auf Tony Kanaan hat.

Die Strecke auf der gefahren wird ist der “Twin Ring Motegi”, genauer gesagt auf einem der “Ringe”. Die moderne Anlage die in etwa 80 Kilometer von Tokyo entfernt liegt, berherbergt neben dem 1,5 Meilen langem Oval mit zwei 180° Kurven, dass die Indycars benutzen nämlich auch noch einen knapp 5 km langen Rundkurs, daher der Name “Twin Ring”. Die Indycars sind hier seit 2003 unterwegs. Die Rennen hier waren bisher eher so durchschnittlich und haben aber natürlich wie viele Ovalrennen der Indycars einen erhöhten Spannungsfaktor durch einen eventuellen Spritpoker.

Beim Blick in die Siegerliste fällt auf, dass weder Will Power noch Dario Franchitti hier schon einmal gewinnen konnten. Aber natürlich standen auch hier Fahrer von den “Todesternteams” schon in der Victory Lane. Zweimal konnte bereits Dan Wheldon hier siegen, während Scott Dixon letztes Jahr gewann. Aber auch Andretti-Green-Racing war hier immer stark, 2007 gewann Tony Kanaan und 2008 Danica Patrick in einem Spritpoker, damals ging der “Hype” um sie erst richtig los. Nicht vergessen möchte ich allerdings auch Scott Sharps Sieg aus dem Jahr 2003.

Die Todessternteams werden am Wochenende ganz sicher wieder vorne mit dabei sein, aber auch AGR sollte man auf dieser Strecke keinesfalls unterschätzen.  Ich traue es speziell jetzt im Meisterschaftskampf keinem der kleineren Teams zu, hier eine Sensation zu landen, außer es wird ein völlig verrücktes Rennen. Besonders ins Zeug legen werden sich aber natürlich Hideki Mutoh und Takuma Sato, in Japan sind sie so etwas wie Volkshelden.

“Nur” 25 Autos werden am Sonntagmorgen unserer Zeit an den Start gehen. Roger Yakusawa ein Us-Amerikaner japanischer Abstammung wird für Scheckter im Team Conquest Racing ins Lenkrad greifen. Er fuhr dieses Jahr noch kein Rennen, seine letzte vollständige Saison hatte er 2005. Sein letzter Start war 2009 in Motegi, wo er 20. wurde. Ebenfalls nicht dabei ist Ed Carpenter von Panther Racing. Das Team von Sarah Fischer ist auch nicht mit nach Japan geflogen, Rahal wird jedoch trotzdem am Rennen in einem Newman-Haas-Racing Auto teilnehmen. Das Wetter sieht etwas wackelig aus, am Freitag soll es regnen und Samstag und Sonntag trocken bleiben, hoffentlich bleibt das so.

Übertragen wird das Rennen wieder von Versus, allerdings für uns durch die Zeitverschiebung zu unmenschliche Zeiten: Sonntagnacht ab 5.00 Uhr, wenn ich mich mit den Zeitzonen nicht vertan habe. Wie immer gibt es natürlich auch den offiziellen Stream unter www.indycar.com. Ob eine Meisterschaftsentscheidung gefallen ist, erfährt man also Sonntagmorgen beim Frühstück.

September 01 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

# Der GP von Korea hängt immer noch ziemlich in der Schwebe. Zwar soll diese Woche Karun Chandhok eine Testrunde mit einem Red Bull Auto auf der Strecke drehen, Quellen von der FIA sprechen aber gegenüber Adam Cooper davon, dass diese geplante Veranstaltung ihnen nicht vorstellbar erscheint. Auch die Veranstalter haben sich Anfang der Woche mal wieder zu Wort gemeldet, mit der freudigen Meldung, dass die Strecke nun “zu 90% fertig gestellt” sei – was man darunter zu verstehen hat, wird allerdings nicht erklärt. Außerdem wurden ein paar Fotos veröffentlicht, die den Baufortschritt belegen sollen. Dass es sich dabei lediglich um Bildern von Gebäuden, nicht aber von der Strecke selbst handelt, stimmt allerdings nicht gerade zuversichtlich. Klar verpasst hat das “Korea International Circuit” jedenfalls die Frist von 90 Tagen vor dem Rennen, die die FIA an sich bei neuen Strecke für die finale Inspektion vorschriebt. Sollte das Rennen nicht stattfinden können, steht jedenfalls auch die Ausgabe von 2011 auf dem Spiel – denn die Regeln der FIA besagen, dass auch Rennstrecken, die kurzfristig Rennen absagen aus Strafgründen auch im folgenden Jahr nicht gefahren werden darf. [Vorsicht]


# Sollte es mit Korea in Folge gar nichts mehr werden, steht jedenfalls schon ein weiterer potentieller Austragungsort vor der Tür: Bulgarien. Die lokale Tageszeitung Standart News soll wohl berichtet haben, dass sich das Land mit den Besitzern der Strecke in Abu Dhabi auf ein Abkommen geeinigt habe. Demnach soll der bulgarische Staat ein Stück Land auf dem Gebiet eines ehemaligen Militärflugplatzes zur Verfügung stellen, auf der die Abu Dhabi-Betreiberfirma dann eine Strecke bauen würden. Bereits 2012, spätestens aber 2013 könnte demnach schon der erste GP stattfinden, der das motorsportnahe Image Bulgariens mit der Streckenbaukunst Abu Dhabis vereint. [Vorsicht]

# Nach den starken Beschränkungen der vergangenen Jahr gab es bei der FOTA Diskussionen, den Formel 1-Teams im kommenden Jahr wieder etwas mehr Testfahrten erlauben. Präsident Martin Whitmarsh wurde dahingehend zitiert, dass man sich wohl auf sechs Testsessions im kommenden Winter geeinigt hat. Bei zwei davon handelt es sich um den Young Driver Test sowie den Pirelli-Test, die beide zum Ende dieser Saison über die Bühne gehen sollen, einer weiterer Test sollte demnach unmittelbar vor Beginn der Saison 2011 in Bahrain stattfinden.  Autosport meldet dementgegen allerdings, dass alles beim Alten bleiben soll: 15 Testtage an vier verschiedenen Terminen. Kleine Änderung: Der letzte Testtermin soll wohl tatsächlich vor dem Rennen an der Strecke in Bahrain stattfinden. [Vorsicht]

# Lucas di Grassi scheint bei Virgin nicht sooo schlecht zu verdienen. Er hat sich gerade in das GP3 Team von Addax eingekauft. [Don]

# Es ist ein japanischer Trailer des kommenden Films über Ayrton Senna aufgetaucht. Warum erst auf japanisch? Senna wird in Japan weiterhin wie ein Halbgott verehrt, der Film scheint dort auch zu erst zu starten. (Via NobleF1) [Don]

# Der unzerstörbare Paul Tracy kehrt wieder in die Indycar Series zurück, und zwar im Dreyer & Reinbold-Auto des leider nicht unzerstörbaren Mike Conway. Wie indycar.com meldet, gilt der Vertrag für die kommenden beiden Rennen in Kentuky und Motegi – zum Saisonfinale könnte demnach vielleicht Conway wieder sein Comeback feiern. [Vorsicht]

# Die ADAC GT Masters werden auch 2011 live auf Kabel 1 übertragen. Wie aus einer am Wochenende veröffentlichen Pressemeldung hervorgeht, gibt es auch bereits einen provisorischen Kalender für die Deutsche Sportwagen-Serie. Dieser umfasst acht Rennen – eines mehr, als in dieser Saison. Neu sind zwei zusätzliche Auslandsauftritte in Zolder sowie am renovierten Österreich-Ring – weichen musste dafür der zweite Auftritt Oschersleben. [Vorsicht]

# Die ALMS hatte geplant, im nächsten Jahr ein Rennen auf einem Stadtkurs in Oklahoma City zu fahren. Das wird aber nicht passieren, die Stadtverwaltung hat sich dagegen entschieden. [Don]

# Rästelraten um den nächstjährigen Sponsor von Jeff Gordon. Sein bisheriger Geldgeber, Dupont, der seit 1994 dabei ist, schränkt sein Engagement ab 2011 etwas ein und sponsort nur noch wenige Rennen. Stattdessen sollte, so die Gerüchteküche, Walmart einsteigen. Der Einzelhandelsgigant bastelt seit ein paar Jahren an einem neuen Image. Weg vom Ausbeuter/Billigheimer, hin zu etwas mehr Qualität. Die Ehe NASCAR/Walmart würde eigentlich gut passen, aber offenbar wird die erst einmal nicht zu Stande kommen. Laut Jayski hat Walmart ein Sponsoring der #24 abgelehnt. [Don]

# Die DTM hat mal wieder eine Idee, die einen fassungslos macht. Die dazu gehörige Pressemitteilung ist… ach, lest einfach selbst: ” [...] Der neunte DTM-Lauf auf dem Hockenheimring am 17. Oktober wird auf einer um ca. 20 Prozent gekürzten Streckenvariante ausgetragen. Eigens dafür werden die Rennstrecken-Verantwortlichen den notwendigen Umbau vor der Mercedes-Benz-Tribüne in die Wege leiten und vom DMSB abnehmen lassen. Die Spitzkehre des GP-Kurses wird in der modifizierten Variante ausgelassen, dafür werden die DTM-Fahrzeuge knapp 400 Meter vorher in der Parabolika zwei Mal scharf nach rechts in Richtung Motodrom abbiegen. [...] Eine 20 Prozent kürzere Strecke bedeutet für die Fans auch mehr Action. Durch das veränderte Layout kommen die DTM-Piloten in ihren Boliden auch rund 20 Prozent häufiger an den Fans vorbei und haben somit öfter die Möglichkeit, die Konkurrenten vor der neugestalteten Doppelkurve auszubremsen.” Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Verkürzung die Überholmanöver noch mehr reduzieren wird, weil man auf dem kurzen Stück der Geraden keine Möglichkeit mehr hat, sich anzusagen. Aber – hey – 20% mehr Runden! [Don]

# Heute vor genau 25 Jahren verstarb Stefan Bellof bei seinem schrecklichen Unfall in Spa. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, dass ich die Meldung von seinem Tod im Radio hörte und vollkommen schockiert war. Erst Manfred Winkelhock, dann Stefan Bellof. Es war das “schwarze Jahr” des deutschen Motorsport, nachdem zwei Jahre zuvor auch schon Rolf Stommelen verstorben war. Winkelhocks Tod war schon ein schwerer Schlag, aber die Meldung von Bellof riss vielen Fans den Boden unter den Füssen weg. Er galt als das Talent in Deutschland, einer, der er es nach Graf Berghe von Trips in der Formel Eins endlich wieder ganz nach vorne bringen würde. Seine beiden Jahren bei Tyrell (1984 und 85) waren eher zäh, aber in dem wirklich schlechten Chassis zeigte er immer, was er drauf hatte. Unvergessen sein Wahnsinnsrennen 1984 in Monte Carlo, als er im strömenden Regen auf Platz 3 landete (Dieses und alle anderen Resultate wurden Tyrell am Ende der Saison aberkannt, weil man mit dem Gewicht getrickst hatte). Die 85er Saison lief auch gut, ein vierter Platz in Detroit war dabei, und das noch mit einem Saugmotor. Angeblich hatte Ferrari Interesse daran, den Deutschen für die Saison 1986 zu verpflichten. Weil er bei Tyrell nichts verdiente und weil er dazu Lust hatte, startete er nebenbei in der Sportwagenweltmeisterschaft. Es gibt eine ganz interessante Doku, die neulich im Hessischen Rundfunk lief. Die ist noch ein paar Tage in der Mediathek abrufbar. Dazu unten den Sonntag (29.8.) auswählen und dann die Bellof Doku. [Don]

August 27 2010

16:42

Indycar: Vorschau Chicagoland

Für viele Fans ist das, was Samstagnacht auf dem Programm steht eines der Highlights der IRL-Saison. Fahrerisch ist Chicagoland zwar nicht besonders schwierig – aber dafür geht es dort immer unglaublich eng zur Sache.

Auch sonst hat die Indycar Series am kommenden Wochenende so einiges zu bieten: Etwa mit 29 Autos das größte Feld, das es jemals außerhalb des Indy 500 gegeben hat. Und dementsprechend auch die Rückkehr einiger Fan-Favoriten, die in diesem Jahr bisher gefehlt haben. Außerdem geht die bisher so spannende Meisterschaft in die Endphase. Dort wird die große Frage sein, ob es Dario Franchitti auf den Ovalen gelingt, den Rückstand auf “Rundkursmeister” Will Power zu schließen. Aber nicht alles ist eitel Wonne in der IRL: Hinter den Kulissen begehren die Teams gegen die bereits getroffene Chassis-Entscheidung für 2012 auf.


Aber zuerst mal zum sensationell großen Starterfeld. Mit 29 Autos in einem ganz normalen Ovalrennen hätte in dieser Saison wohl kaum jemand gerechnet. Die IRL musste sogar extra ihre Regeln ändern, so dass nun auch außerhalb des Indy 500 29 statt bisher 28 Wagen an den Start gehen dürfen. (Wieso es diese Regel gibt, wenn man sie bei Bedarf einfach ändert, das darf man sich allerdings schon fragen…) Außerdem musste man deshalb das Qualifying-Format verändern: Es bleibt beim gewohnten Einzelzeitfahren, allerdings drehen die Piloten nicht mehr vier, sondern nur noch zwei gezeitete Runden.

Ganz neu ist diesmal keiner der Fahrer dabei, das Feld wird also von “Rückkehrern” vergrößert. Da wäre etwa Ed Carpenter, der nach dem Aus von Vision Racing (das ja bekanntermaßen von seinem Stiefvater Tony George geführt wurde) dank neuem Sponsor mit Panther Racing zurückkehrt. Carpenter hatte in der Vergangenheit nicht den allerbesten Ruf, sicher waren auch die Familienbande zum damaligen Indycar-CEO nicht gerade hilfreich dabei, ein eigenständiges Image aufzubauen. Er hat aber, vor allem im vergangenen Jahr, einige äußerst respektable Vorstellungen abgeliefert. Man denke etwa an seinen zweiten Platz in Kentucky. In Chacagoland reichte es 2009 immerhin für Rang sechs.

Ebenfalls zurück im Cockpit, diesmal in jenem von Conquest, ist Tomas Scheckter. Conquest mag jetzt nicht gerade ein Team sein, das zu vorauseilenden Jubelschreien verleitet, aber Scheckter ist auf schnellen Ovalen eigentlich noch immer recht gut dabei gewesen. Vielleicht schafft er am Wochenende ja eine Überraschung.

Mike Conway ist immer noch nicht im Dreyer & Reinbold Cockpit zurück, er wird diesmal von Ana Beatriz ersetzt. Die Dritte der Indy Lights Saison 2009 (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Model) war schon in Sao Paulo und beim Indy 500 mit dabei, und hat dort eigentlich recht ansehnliche Leistungen abgeliefert. Sarah Fisher Racing ist diesmal gleich mit zwei Autos vertreten: Neben Fisher selbst ist auch Jay Howard am Start. Veteran Davey Hamilton rundet schließlich mit seinem zweiten Einsatz nach dem Indy 500 das Feld ab.

Zum Chicagoland Speedway gibt es hier im Blog ja dank NASCAR-Vorschau schon eine eigene Seite, folglich brauche ich dazu nicht mehr allzuviele Worte zu verlieren. Die IRL ist seit 2001 auf der Strecke unterwegs, und die Rennen hier haben eigentlich noch fast jedes Mal enge Manöver und eine Menge Spannung geboten. Wer bisher noch kein IRL-Rennen dort gesehen hat, der sollte das diesmal unbedingt tun. Umso mehr deshalb, weil man munkelt, dass es der vorläufig letzte Auftritt der Indycars auf dem Kurs sein könnte. Normalerweise folgt jetzt an dieser Stelle noch eine Onboard-Runde. Die gibt es diesmal zwar auch, hier im Blog wollte ich aber diesmal einfach die letzten drei Runden vom vergangenen Jahr einbinden. Die sagen eigentlich alles, was man zu Indycar-Rennen in Chicagoland wissen muss.

Sonstige Neuigkeiten

Die Indycar spielt weiter mit dem Kalender für die kommende Saison herum, zum Teil mit etwas kreativen Ideen. Am Texas Motor Speedway soll es 2011 statt einem 550Km-Rennen zwei direkt aufeinanderfolgende Läufe mit einer Länge von jeweils 275Km geben. Bei beiden Rennen soll dann jeweils die halbe Punktezahl eines “normalen” Wertungslaufes ausgeschrieben werden. Wie man mit Autos verfährt, die im ersten Rennen beschädigt werden, ist noch unklar.

Baltimore hat, wie schon in den Newshappen geschrieben, noch einmal das Streckenlayout etwas verändert. Die neue Streckenführung ist hier zu sehen. Außerdem wurde auch das Datum auf das Labor Day Weekend (1. Septemberwochenende) verschoben.

Der Iowa Speedway hat inzwischen wenig überraschend bestätigt, dass die IRL auch im kommenden Jahr dort zu Gast sein wird. Datum ist der 25. Juni.

IRL-Kenner Curt Cavin hat dieser Tage auch ein wenig spekuliert, was den Kalender betrifft. Aus den bisher bekannten Fakten würde sich also das folgende Bild ergeben:

? St. Petersburg ? Barber Motorsports Park 17. April Long Beach 1. Mai Sao Paulo 29. Mai Indy 500 11. Juni Texas Twin 275 25. Juni Iowa ? Toronto ? Edmonton 7. August Mid Ohio 14. August New Hampshire ? Sonoma 4. Septemberx Baltimore ? Kentucky ? Motegi ? Las Vegas

Text

insgesamt also 16 Rennen, möglicherweise (etwa dann, wenn doch Chicagoland noch dazukommt) 17.

Und damit noch schnell zum Unbill, den ich im ersten Absatz schon angekündigt hatte: Die Teams scheinen mit der Entscheidung über das neue Chassis für 2012 ganz und gar nicht glücklich zu sein – und schon gar nicht mit der Informationspolitik, die die IRL danach betrieben hat. Ganassi, Penske und Dreyer & Reinbold drohen gar damit, das Ding ganz einfach nicht zu kaufen. Tenor: Die Umstellung auf ein neues Auto sei zu teuer. Es muss aber wohl etwas mehr dahinter stecken: Immerhin schien Ganassi die Umstellung noch keineswegs zu teuer, als auch der (über Umwege) im Auftrag des Teams entwickelte Delta Wing noch im Rennen war.

Übertragungszeiten

Der Lauf in Chicagoland wird – wie alle restlichen Rennen dieser Saison – von Versus übertragen. Im Vergleich zu ESPN/ABC ist also das gewohnte Bild zu erwarten: Bessere Übertragung, aber weniger Zuseher und weniger Streams. Immerhin findet die Veranstaltung diesmal nicht zeitgleich mit einem NASCAR-Wettbewerb statt, die IRL dürfte also die Interessen der Motorsport-Zuseher auf sich vereinen können. Start der Übertragung ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 01:00 Uhr.

June 23 2010

06:27

Ferner liefen: Die Newshappen

// Eine gerade Linie ist es nicht gerade, was die Formel 1 in Sachen KERS fährt: Im vergangenen Jahr noch im Einsatz, in diesem Jahr “aus Kostengründen” verboten. Und 2011 wohl wieder dabei, wie in Kanada beschlossen wurde. Und zwar nicht, wie auch einmal angedacht, als Einheits-System, sondern von jedem Team selbst entwickelt. Es soll aber, wie bei den Motoren, für die Teams die Möglichkeit geben, KERS zu einem Maximalpreis von 1 Mio. Dollar von einem anderen Team zu kaufen – man darf vermuten, dass das wohl im Verbund mit den Motoren geschehen wird.

// Eine weitere Folge gibt es bei der Reifensaga, die in dieser Hinsicht bald der Lindenstraße Konkurrenz machen wird. Es gibt nämlich trotz zahlloser verstrichener Deadlines immer noch keine endgültige Entscheidung, welcher Hesteller nun den Zuschlag für die nächste Saison bekommen wird. Joe Saward berichtet, dass Ferrari, McLaren, Renault und die FIA wohl für die (teureren) Michelin-Gummis sind, der Rest für die scheinbar günstigeren Pirellis. Allerdings: Auch die italienischen Reifen könnten teuer werden – dann nämlich, wenn für die neuen Reifen massive Umbauten an den Autos notwenidig würden.

// Der Noch-Reifenausrüster der F1 Bridgestone hat derweil bekannt gegeben</a>, welche <strong>Mischungen </strong>man zu den <strong>kommenden Grand Prix</strong> mitbringen wird. Dabei gibt es einige Änderungen zur 2009 getroffenen Wahl, für Hockenheim, wo die F1 seit der Wiedereinführung von Slicks noch nicht wieder gefahren ist, werden sogar die beiden Extrem-Mischungen <em>Hart </em>und <em>Superweich </em>herangekarrt. Für die darauf folgenden Rennen in Budapest (Medium & Superweich), Spa und Monza (jeweils Hart & Weich) entschied man sich dafür, im Gegensatz zu 2009 eine Mischung zu überspringen. Die Idee dahinter ist, nach dem spannenden Kanada-Grand Prix häufiger solche interessanten Rennen durch sehr unterschiedliche Reifen zu produzieren. Was in Montreal ein unvorhergesehenes Problem war, soll also mehr Spektakel in eine F1-Saison bringen, die auch so schon viel Spannung und Abwechslung bietet – und ob das nötig ist, wird auch von den Teamchefs a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">diskutiert.

// Pat Fry, ehemaliger Chefentwickler in Sachen Aerodynamik bei McLaren, hat bei Ferrari angeheuert. Das muntere gegenseitige Abwerben von Entwicklungskräften beider Rennställe geht damit in die nächste Runde. Fry wird als zweiter Mann hinter Aldo Costa am 2011er Wagen arbeiten und vermutlich die ein oder andere Idee aus England mitbringen.

// Raider heißt immer noch Twix, aber aus “BMW-Sauber-Ferrari” wird wohl wieder “Sauber-Ferrari“. Peter Sauber hat die Namensänderung bei der FIA eingereicht, die bei der nächsten Weltratsitzung im Juli darüber abstimmen wird.

// Ein wenig Off-Topic, aber womöglich trotzdem die Story der Woche: Der unzerstörbare Alex Zanardi hat in seiner Klasse den italienischen Handbike-Meistertitel errungen. Ziel des CART- sowie Lebenschampions: Eine Teilnahme bei den paralympischen Sommerspielen 2012 in London.

// Trotz der großen Enttäuschung am Bump Day für das Indy 500 scheint die IRL-Saison für Paul Tracy noch nicht gelaufen zu sein: Ein Autritt mit KV Racing in Edmonton scheint bereits bestätigt zu sein, auch eine Teilnahme am Rennen in Toronto, ebenfalls für KV Racing, scheint wahrscheinlich. Zudem soll Dreyer & Reinbold daran interessiert sein, Tracy in Watkins Glen einzusetzen – was Tracy selbst schon mehr oder weniger indirekt bestätigt hat. Der Kanadier würde dort den Wagen des verufallten Mike Conway übernehmen, den in Texas Tomas Scheckter und in Iowa Graham Rahal pilotiert haben. Das Aus für Rahal müsste dies trotzdem nich bedeuten – D&R Racing bemüht sich derzeit wohl, genügend Geld für einen dritten Wagen aufzutreiben.

// Der Lauf in Watkins Glen könnte übrigens das vorübergehend letzte IRL-Rennen auf der Traditionsstrecke in Upstate New York sein. Zumindest haben die gewähnlich verlässlichen Indycar-Journalisten Kurt Cavin und Kevin Lee in der Radiosendung “Trackside” entsprechende Andeutungen gemacht. Der Grund: Der andauernde Streit zwischen der IRL und der Streckenbetreiber-Firma ISC (International Speedway Corporation), der die IRL schlechte Vermarktung ihrer Rennen vorwirft. Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnte das überhaupt große Auswirkungen auf den IRL-Kalender für 2011 haben. Denn der NASCAR-nahen ISC gehören neben Watkins Glen auch noch die Ovale in Kansas, Chicagoland und Homestead, auf denen die IRL in diesem Jahr ebenfalls noch unterwegs ist.

// Beschlossen ist derweil wohl eine Rückkehr auf das Oval in Loudon, New Hampshire, wo man bereits 1996 bis 1998 (und davor als CART-Serie) einige Auftritte absolviert hat. Der Indianapolis Star berichtet, dass der Vertrag mit den Streckenbetreibern kommendes Wochenende beim NASCAR-Rennen verlautbart werden soll. Außerdem verhandelt IRL-Präsident Randy Bernard demnach über Rennen auf den Ovalen von Phoenix, Las Vegas und Fontana - wobei Phoenix und Fontana auch der ISC gehören, also wohl allenfalls als Teil eines Paket-Deals auf dem Kalender aufscheinen dürften. Nicht so viel Hoffnung gibt es für eine Rückkehr auf die Milwaukee Mile – Bernard möchte zwar schon allein aus Traditionsgründen dort unbedingt fahren, die finanziellen Hürden scheinen derzeit aber zu groß. Insgesamt soll es auch 2011 wieder 17 Rennen geben, ein endgültiger Kalender ist für den Juli angekündigt.

// Romain Grosjeans Karriere befindet sich weiter im Rückwärtsgang. Von der Formel 1 führte der Weg geradeaus zur GT1-Weltmeisterschaft. Der nächste Schritt ist eine Formel-Nachwuchsserie: Der Franzose wird am kommenden Wochenende beim Rennen der AutoGP in Spa für das DAMS-Team antreten.

//Volvo setzt die Reihe der sporadischen Einsätze in der WTCC mit dem Bio-Fuel C30 weiter fort. Man wird in Brands Hatch und in Okayama an den Start gehen. Derweil überlegen die Veranstalter der Serie, ob man 2011 in Macau antreten wird. Man hätte vom Veranstalter gerne etwas Entgegenkommen in Sachen Startzeit, damit das Rennen in Europa mehr Einschaltquote bekommt. Zu dem gibt es Sicherheitsbedenken. So die offizielle Seite. Inoffiziell würde man wohl lieber in Shanghai an den Start gehen.

// Alexandre Premat, Bruchpilot in Diensten von Audi, wird sich wohl demnächst bis sehr bald einen neuen Job suchen müssen. Bei Audi ist man weiterhin “not amused” über seine Leistungen. Der Crash am Eurospeedway, als er Ekström und Scheider abräumte, dürfte auch nicht geholfen haben. Mögliche Nachfolger sind bisher erstaunlicherweise nicht bekannt, vielleicht bedient sich Audi aus dem Heer der Nachwuchs GT3 Piloten (Johannes Stuck?)

//Marcel Tiemann, bei einem Lauf der GT Open in Imola Ende Mai schwer verunglückt, wurde gestern aus dem künstlichen Koma erweckt. Laut seines Blogs, das vom Admin der Seite geführt wird, geht es ihm besser und die ersten Tests waren wohl vielversprechend. Wir drücken Marcel weiter die Daumen, dass er schnell wieder gesund wird und wieder auf den Beinen ist!

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June 18 2010

16:36

IRL-Vorschau: Iowa Corn Indy 250

Das vorläufig letzte Ovalrennen steht bei den Indycars am kommenden Sonntag in Iowa auf dem Programm. Und anders als in Texas werden hier auch Fans von traditionellerem Open Wheel Motorsport auf ihre Kosten kommen.

Schon zum vierten Mal ist die Indycar Series auf der Rennstrecke unweit Iowas Hauptstadt Des Moines unterwegs – und so ein richtiger Garant für tolle Rennen war das Oval bisher leider nicht. Im vergangenen Jahr war es sogar eines aus jener Serie fader Läufe, nach der sich die Fahrer schließlich gezwungen sahen, sich für das mangelnde Spektakel bei den Fans zu entschuldigen. In diesem Jahr könnte es allerdings besser laufen – immerhin gab es seitdem die Modifikationen an den Autos samt Push to Pass Button, die das Überholen erleichtern sollen. Ob das reicht, um auch am kommenden Wochenende für Spannung zu sorgen, muss man abwarten. Ein großes Problem hat die Indycar aber vorläufig schon mal abgewandt: Die zwei US-Boys Ryan Hunter-Reay und Graham Rahal bleiben der Serie vorerst erhalten.

Der Iowa Speedway wurde 2006 mit hohen Erwarungen eingeweiht: Eine der modernsten Rennstrecken der USA sollte er sein. Die progressiv mit 12 bis 14 Grad überhöhten Kurven sollten es den Fahrern ermöglichen, nebeneinander mehrere Linien zu fahren. Allein: So richtig hat das bisher nur in Ausnahmefällen wie beim grandiosen Start von Tomas Scheckter im vergangenen Jahr funktioniert. Ansonten bot die IRL dort eher Prozessionen, nicht selten kamen die Wagen schließlich mit Sekundenabständen ins Ziel. Grund: Die Aerodynamik verhinderte in den langen Ovalkurven ein zu enges Auffahren, die Geraden waren bei weitem nicht lang genug, um wieder entsprechend aufholen zu können. Aber wie schon gesagt: In diesem jahr könnte dank veränderter Technik alles besser werden. Auf anderen Ovalen hat das ja erstaunlich gut funktioniert… Mal sehen.

Doch auch, wenn das Spektakel etwas hinter dem flat-out Rennen in Texas zurückbleiben sollte – Fans werden sich damit trösten dürfen, dass es in Iowa wieder mehr auf die Fähigkeiten der Fahrer ankommt, als vor eineinhalb Wochen.

Auch auf die große Gefahr hin, mich zu wiederholen: In Iowa werden wohl wieder die Wagen von Ganassi und Penske die sein, die es zu schlagen gilt. Spannend wird dabei sein, ob die sonst so streng geführte Penske-Organisation es endlich geschafft hat, die in Indy und Texas viel zu hohe Fehlerquote wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen. Und, ob man bei Ganassi diesmal eine Abstimmung findet, die nicht nur dann schnell ist, wenn man vorne wegbläst, sondern auch dann, wenn man im Pulk hinter anderen Autos herfahren muss. Dazu wird es nämlich dank Überrundungen auf dem vergeleichsweise kurzen Oval in Iowa wieder wesentlich häufiger kommen, als in Kansas, Indianapolis und Fort Worth.

Außerdem bleibt abzuwarten, ob es Andretti Autosport geschafft hat, den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen beizubehalten. Im Rennen waren sie ja in Texas schon fast gleichauf mit Ganassi und Penske – der nächste Schritt müsste dazu führen, dass man auch im Qualifying die schnellsten Zeiten mitgehen kann.

Immerhin wird das Team auch weiterhin vier heiße Eisen im Feuer haben: Neben Tony Kanaan, Marco Andretti und Danica Patrick wird auch Ryan Hunter-Reay in Iowa für die Truppe antreten können. Denn zumindest für dieses eine Rennen hat sich ein Sponsor für den Texaner gefunden: Ethanol USA wird ihm den Einsatz am kommenden Wochenende ermöglichen. Entgegen meiner etwas optimistischen ersten Twitter-Meldung ist der Rest der Saison aber leider noch nicht gesichert. Michael Andretti zeigte sich aber auch diesbezüglich im Interview mit der Website von Speed TV “vorsichtig optimistisch”.

Ebenfalls dabei sein wird am kommenden Wochenende wieder Graham Rahal: Der US-Hoffnungsträger hat einen Deal mit Dreyer & Reinbold gelandet, in Iowa den verletzten Mike Conway zu ersetzen. Allerdings gilt auch dieser Vertrag wieder nur für dieses eine Rennen. Ob Rahal auch in Watkins Glen wieder in den Wagen mit der Nummer 24 steigen wird, ist noch völlig unklar. Immerhin: Rahal, der jetzt schon für das dritte Team in dieser Saison unterwegs sein wird, kann auf diese Art der vor der Saison geäußerten Kritik entgegentreten, er wäre nur daran interessiert, für ein gewinnversprechendes Team anzutreten. Die Saison mag zwar für ihn nach Punkten nicht besonders erfolgreich verlaufen: Die Sympathien der Fans hat er aber allemal gewonnen.

Auch Rahals altes Team Newman/Haas Racing darf sich am kommenden Wochenende ein besseres Ergebnis als bei den vergangenen Läufen erhoffen. Denn deren Fahrer Hideki Mutoh ist soetwas wie ein Iowa-Spezialist: 2008 landete der Japaner im Andretti-Green-Wagen auf Platz zwei, im vergangenen Jahr reichte es für Rang drei – die zwei besten IRL-Platzierungen des Piloten aus Tokio. Ob auch im etwas schwächeren Newman/Haas Team eine Podiumsplatzierung drinnen ist, darf bezweifelt werden. Aber zumindest mit einem Auge sollte man Mutoh am kommenden Wochenende gelegentlich im Blick behalten.

Sonst noch zu beachten: Alex Lloyd, der bei den vergangenen beiden Ovalrennen sehr beachtliche Leistungen zeigen konnte; Bertrand Baguette, der zumindest in Texas den Eindruck vermittelte, er habe sich langsam an sein neues Arbeitsgerät gewöhnt; Und Takuma Sato: Der Japaner konnte zwar schon gelegentliche Glanzlichter setzen – ein gutes Resultat fehlt aber noch. Schön langsam sollte er auch in den USA mal zeigen, was er so drauf hat. Sonst kann es nämlich sein, dass es auch mit der Zweit-Karriere im Land der unbegrentzen Möglichkeiten ein wenig eng wird.

Neben der Indycar Series fährt in Iowa auch wieder die gesamte Palette der “Road to Indy”-Nachwuchsklassen. Zumindest das Rennen der Indy Lights (in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 3:30 Uhr) sollte wieder live in der Indycar Race Control zu sehen sein. Die Star Mazda fährt direkt davor um 2:15, die USF2000 um 20:30. Als sie im Rahmenprogramm des Indy 500 fuhren, wurden die Rennen der beiden Serien ebenfalls live übertragen – allerdings nicht in der Racecontrol sondern auf deren beiden Homepages. Ob das diesmal auch so ein wird, ist noch unbekannt.

Das Indycar Rennen selbst findet diesmal wieder am Sonnatg statt – Versus überträgt ab 19:30 MESZ. Bekanntlich hat sich weiterhin kein Sender gefunden, der die Serie im deutschen Sprachraum überträgt. Man wird sich also auch diesmal wieder auf den offiziellen Stream der Indycar Racecontrol oder auf einen der hoffentlich zahlreichen inoffiziellen Streams aus den Weiten des Internets verlassen müssen. Leider überschneidet sich das Ende des Rennens mit dem Start des NASCAR-Laufes, so dass sich die Suche etwas schwieriger als sonst gestalten könnte.

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June 16 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Schlappe 70 Prozent der von LG kürzlich befragten Formel 1 Fans wünschen sich Übertragungen in HD. Bernie Ecclestone ist trotzdem von der Technologie nicht überzeugt: In Kanada ließ der F1-Chef jedenfalls schon mal wissen, dass mit einer Einführung des Übertragungsstandards in der Königsklasse nicht vor 2012 zu rechnen ist. Grund ist angeblich mangelndes Interesse seitens der TV-Stationen. Außerdem sagte ein Techniker von LG im Interview, man müsse auch noch einige technische Probleme – etwa durch die Vibrationen der Autos – lösen. Vielleicht könnte LG ja mal bei der NASCAR, Indycar oder auch bei WTCC und Formel 2 nachfragen – denn dort wird bereits seit geraumer Zeit ohne gröbere Probleme in HD übertragen.

//F1-Reifen-Update aus Montreal: Es gibt immer noch keine endgültige Entscheidung, aber die Teams scheinen nach wie vor Pirelli zu bevorzugen. Angeblich soll sogar schon ein fertiger Vertragsentwurf zwischen den Italienern und den Teams im Umlauf sein. Nicht so ganz ernst zu nehmen scheinen die Teams die Äußerungen von Jean Todt, die FIA werde über die Reifen für die Königsklasse entscheiden. Red Bull-Mann Christian Horner wurde dazu mit den Worten zitiert, er hoffe doch sehr, die FIA würde sich gegebenenfalls einen Konsens der Teams akzeptieren.

// Neuigkeiten gibt es mal wieder zu den amerikanschen Ambitionen, in die Formel 1 einzusteigen. Von der mysteriösen Cypher-Group war zwar nichts mehr zu hören, dafür war Parris Mullins in Montreal im Paddock zu Gast. Der ehemalige Verhandler von Youtube-Chef Chad Hurley beim geschieterten USF1-Projekt soll dort unter Beteiligung von Bernie Ecclestone Gespräche über die Übernehme eines bestehenden Formel 1 Teams mit Hilfe amerikanischer Investoren geführt haben. Wie autosport.com berichtet, soll es sich bei den möglichen Übernahmekandidaten vor allem um Sauber und Toro Rosso handeln. Die Gespräche scheinen sich allerdings noch in einem recht frühem Stadium zu befinden, bis Valencia könnte angeblich aber schon mehr bekannt werden.

//Ferrari wird in Valencia wohl mit einer komplett neuen B-Version ihres Einsatzwagens erscheinen. Vor allem hat man wohl das Heck einer kompletten Renovierung unterzogen um den Abtrieb zu höhen. Beide Fahrer beklagten beim F10 bisher nicht den Speed oder Fahrbarkeit des Boliden, sondern schlicht und ergreifend mangelnden Grip. Allerdings wird Ferrari nicht das einzige Team sein, dass große Upgrades mit nach Spanien bringt. Wegen des Einsatzes in Kanada mussten die Teams ihre Einsatzwagen nach dem GP in der Türkei etwas früher verpacken und konnten die Updates nicht anbringen. Red Bull, McLaren, Mercedes, Renault und Sauber wollen ebenfalls mit einigen Neuerungen antanzen.

//Aufgelöst hat sich mitterweile die Frage, worauf sich Graham Rahals freudige Tweets aus der vergangenen Woche bezogen haben: Der IRL-Youngster wird am kommenden Wochenende in Iowa den Dreyer & Reinbold-Wagen des in Indianapolis verunglückten Mike Conway übernehmen. Der Deal gilt worerst nur für dieses eine Rennen, ob weitere Drives dazukommen, ist derzeit noch unklar. Von Ryan Hunter-Reay war in der vergangenen Tagen zu hören, dass zumindest für Iowa wohl Sponsoren gefunden sind. Der Rest der Saison ist weiterhin nicht gesichert, Michael Andretti zeigte sich aber auch diesbezüglich “vorsichtig optimistisch”.

// Mike Conway hat das Krankenhause mittlerweile wieder verlassen, und denkt bereits daran, möglicherweise noch in dieser Saison ins Cockpit zurückzukehren. Davor wird sich der Brite allerdings noch einer längeren Rehabilitätionsphase unterziehen müssen – mindestens drei Monate soll es dauern, bis er wieder rennfähig ist. Im Interview mit dem Indianapolis Star befürwortet Conway übrigens die Einführung einer Mindestmenge Benzin, die nach dem Rennen noch im Auto sein muss. Alernativ wird bei die IRL derzeit auch die Einführung eines Warnlichtes bei niedrigem Benzinstand, oder eine Regel, die Fahrer mit wenig Benzin verpflichten soll, auf Ovalen nicht auf der Rennlinie zu fahren diskutiert.

// Alain Menu und Rob Huff waren schon öfter dabei, diesmal wird auch Gabriele Tarquini beim traditionsreichen 200km-Rennen der argentinischen TC2000 in Buenos Aires antreten. Der Italiener wird sich dort ein Auto mit Vorjehresmeister José María López teilen – dem Piloten, der beim missglückten USF1-Team unter Vertrag war. Das Rennen findet am 7. November statt, für eine Übertragung wird man sich wohl in die Untiefen der Stream-Szene begeben müssen.

// Nach der bitteren Niederlage in Le Mans, mottet Peugeot den 908 HDI wohl vorzeitig ein. So zumindest das Gerücht aus einem Forum. Angeblich hat man sich nach dem Schock vom letzten Wochenende nun voll auf den Nachfolger des 908 gestürzt. Seitens Audi hört man, dass der Konzern auch an einem Nachfolger des R15+ bastelt. Der soll dann R18 genannt werden, wenn denn Audi überhaupt 2011 wieder dabei ist. Aus Hause VW schwappen seit Monaten Gerüchte, dass man die Motorsportaktivitäten neu sortieren möchte. Darunter zählt auch ein eventueller Einsatz der Marke Porsche in der LMP1. Geäußert hat sich Audi bisher nicht zur Zukunft des Prototypen-Programms. Das soll, wie üblich, erst im November erfolgen. Leider startet damit wohl weder Peugeot noch Audi beim Petit Le Mans. (Link via Apollo im Chat. Danke!)

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