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June 24 2011

05:39

Vorschau: 24H vom Nürburgring Teil 2

Nachdem der erste Teil der Vorschau über das Rennen an sich, BMW und Porsche handelte, handelt der 2. Teil nun über Audi, Mercedes, VW und die “Exoten”

Mercedes

Neben Porsche, welche in der Spitzengruppe zahlenmäßig am stärksten vertreten sind, schickt auch Mercedes eine ganze Armada an SLS GT3 ins Rennen. So werden sage und schreibe 9 Flügeltürer im ersten Einsatzjahr das Rennen um den Gesamtsieg aufnehmen.
Das stärkste Kontingent mit stellt hierbei Black Falcon Racing. Das Team welches letztes Jahr noch für den privaten Einsatz von 2 R8 LMS verantwortlich war, bringt heuer 3 SLS an den Start.
So wird die #20 von Ralf Schall, Maik Rosenberg, Hannes Plesse und Andrii Lebend gesteuert. Mit Maik Rosenberg und Ralf Schall hat man 2 zuverlässige und flotte Piloten, welche den Wagen zügig und routiniert über den Ring steuern können, aber bei den anderen 2 habe ich dort doch meine Bedenken.
Die #21 wird von den beiden Breslins, Sean Paul (welcher auch in Le Mans am Start war) und Sean-Patrick Breslin sowie Vimal Mehta und Stephan Rösler pilotiert. Hier dürfte ankommen und ohne Fehler durchkommen das Ziel sein – Wenn der Wagen hält, denn bisher hat der SLS nicht gerade den zuverlässigsten Eindruck gemacht.
Am stärksten wird man aber sicher das 3. Quartett nämlich Thomas Jäger, Kenneth Heyer, Jeroen Bleekemolen und Jan Seyfarth auf der #22 einschätzen dürfen. Von den Fahrern her, wäre man sicher ein Kadidat für die vorderen Plätze im Endklassement, aber dafür muss wie schon angesprochen die Technik erst einmal durchhalten, wobei es aber bei so vielen Startern durchaus möglich ist, dass 2 oder 3 Wagen ohne Probleme durchkommen werden. Von daher wird man hier abwarten müssen wie sich das Rennen entwickeln wird.

Ebenfalls stark besetzt ist die Nummer 25 von Horn Motorsport. Hier werden sich der sehr erfahrene aber auch sehr schnelle Sascha Bert sowie David Horn abwechseln. Eine faustdicke Überraschung gab es allerdings vor ein paar Monaten, als man ankündige sich bei den 24H vom Ring mit „Trommelwirbel“ Stephane Sarrazin http://www.sascha-bert.de/sascha-bert-startet-im-mercedes-sls-amg-gt3-mit-horn-motorsport-in-die-neue-saison/von Peugeot zu verstärken. In der VLN konnte man bisher überzeugen, wenn das Auto keine Mucken von sich gab, allerdings fuhr Stephane bisher nicht in der VLN, was sich vor allem in der Nacht bemerkbar machen sollte. Denn gerade hier braucht man viel Routine und Erfahrung um die Situationen richtig einzuschätzen.

Am stärksten schätze ich daher den SLS mit der Startnummer #30 ein. Hier werden sich Armin Hahne und keine geringeren als Pierre Kaffer sowie einer der schnellsten und besten Nordschleifenfahrer überhaupt und 2009 Fahrer das Jahres Chris Mamerow abwechseln. Dieses Auto von Mamerow Racing, welches vor der Saison von Porsche zu Mercedes gewechselt ist, konnte den 2. Lauf zur VLN von der Spitze weg kontrollieren und einen Sieg einfahren. Man wird diese Fahrer im Kampf um den Gesamtsieg sicher auf der Rechnung haben müssen, allerdings hatte man schon in der VLN über 4 bzw. 6 Stunden technische Probleme und dies kann man beim 24H Rennen natürlich gar nicht brauchen. Von der Zuverlässigkeit schätze ich halt z.b den GT3 RSR von Manthey oder die BMW M 3 GT durchaus ausgereifter ein als den Mercedes, aber wie schon angesprochen könnte es bei der schieren Anzahl an Starter auch gut möglich sein, dass 1 ein oder 2 Wagen ohne Probleme durchkommen können und wenn es ausgerechnet die #30 ist, dürfte einiges möglich sein.

Ein prominent besetzter SLS AMG GT3 wird mit der #32 von Heico Motorsport an den Start gehen. Hier hat man zwar mit Lance David Arnold einen absoluten Toppiloten verpflichten können und auch mit Christopher Brück einen mehr als soliden Mann, allerdings machte Christian Frankenhout in der VLN nicht so eine gute Figur wie seine 2 Kollegen. Ein Fragezeichen wird man wohl auch hinter Alex. Margaritis setzen dürfen. Der frühere DTM Pilot ist zwar im GT Masters mit Dino Lunardi im Alpina BMW sehr erfolgreich unterwegs, wie der Sieg in Zolder bewiesen hat, allerdings ist die Nordschleife doch noch eine andere Strecke als die im GT Masters. Viel wird also davon abhängen, wie gut sich die 2 im Verkehr und in der Nacht schlagen werden und ob eben die schon angesprochene Technik möglichst reibungslos mitspielt. Der Mercedes SLS ist aber wohl sehr angenehm und gutmütig zu fahren, was gerade bei einem 24H Stunden Rennen sehr von Vorteil ist, damit sich der Fahrer auf das fahren und den Verkehr konzentrieren muss, während er das Auto am absoluten Limit bewegt. Allerdings hat er die mit Abstand längste Nase im Feld und dies dürfte gerade beim Überrunden für die Piloten äußerst schwer sein, denn die Sicht nach vorne und zu den Radkästen wird dadurch sehr eingeschränkt sein. Auch dürfte das Thema Spritverbrauch wie bei allen anderen Teilnehmern wichtig sein. In der VLN schwankten die Anzahl der Runden zwischen 8 und vereinzelt 9 Runden. Jedoch ist der Tankinhalt per Reglement um 5 Liter auf 125 gestiegen und die 24H Variante ist um einen Kilometer länger. Wie massiv sich das auswirken kann, habe ich bereits in Teil1 dargestellt, nämlich bis zu gute 4 Sekunde die man pro Runde auf ein Auto mit 10 Runden rausfahren müsste. Sollte z.b die besser eingeschätzten SLS durch die Hatz somit nur 8 Runden fahren könnten, wäre dies aber großer Nachteil im Kampf um die vorderen Postionen.

2 weitere SLS mit den Startnummern #36 und #46 werden noch von Rowe Racing an den Start gebracht. So wird die #36 von den Piloten Marco Schelp, Roland Rehfeld sowie Hupert Haupt und Alexander Roloff pilotiert während hinter der #46 Dominik Schwager, Michael Zehe, Klaus Rader und der Amerikaner Mark Bullit Platz nehmen. Diese 2 Besatzungen sind normal nicht für eine vordere Platzierung im Gesamtklassement gut, was die Geschwindigkeit der Fahrer angeht, obwohl man mit Dominik Schwager einen sehr schnellen und zuverlässigen Piloten hat, schätze ich die #36 etwas ausgeglichener ein als das Schwesterauto. Ein Top 10 könnte möglich sein, denn Erfahrung hat man in diesem Auto sehr wohl, und man wird daher ein 24H Rennen nicht mit biegen und brechen angehen wollen um dann im Laufe des Rennen sich Stück für Stück nach vorne zu arbeiten. Allerdings kommt muss auch hier die Technik mitspielen und da schätze ich den SLS einfach noch als zu unausgereift ein, denn im ersten Jahr musste auch Audi Tribut zollen.
Audi

Im 3. Versuch will man mit wieder mit einem Großaufgebot versuchen die Phalanx von Porsche und BMW zu brechen, denn seit 2004 (!) haben nur diese beiden Marken gewonnen. Um dies zu erreichen, hat man den R8 LMS nochmals weiterentwickelt und bringt 4 hochkarätig besetzte Wagen an den Ring, welche alle für einen Gesamtsieg gut sind.
Die #14 von Phoenix Racing wird hierbei von Frank Stippler, Marc Basseng und Le Mans Sieger Marcel Fässler gesteuert. Fehlen wird hier leider Mike Rockenfeller, welcher ursprünglich für dieses Auto vorgesehen war, aber leider in Le Mans diesen fürchterlichen Abflug hatte und noch nicht in der Lage ist ins Cockpit zu steigen. Ersetzt wird er von Andrea Piccini, welcher ursprünglich für den TT RS mit der #126 genannt wurde. Das Schwesterauto wird derweil von Markus Winkelhock, welcher im Vorjahr völlig überraschend 3. wurde sowie Marc Hennerici und Christopher Hasse gesteuert. Auf diesem Wagen ist auch noch Frank Stippler genannt, allerdings wird dieser wohl seine meiste Zeit in der #14 verbringen, nachdem Rocky dort ja nicht starten kann und man mit 2 Fahrern ungern ein solches Rennen angeht.
In Sachen Speed wird man wohl ziemlich sicher mit den Ton angeben können, denn man hat beim 4. Lauf zur VLN die bisher schnellste Rennrunde in diesem Jahr absolvieren können und seitdem keine stärkeren Restriktionen in der BoP erfahren. Im Gegenteil, so darf man nun noch 5 Liter mehr im Tank haben, was dazu führen könnte, dass man im Rennen nicht mehr 9 Runden wie letztes Jahr, sondern womöglich 10 Runden gehen könnte, womit man dem Hybrid-Porsche oder den BMW sicher in nichts nachstehen wird. Und wie wichtig die Reichweite ist, habe ich oben in Teil 1 meiner Vorschau schon mal dargestellt.
Allerdings war Phoenix in der Vergangenheit immer recht erfolgreich darin, sich selbst ein Bein zu stellen wie falsche Reifenwahl, falsche Strategie oder Strafen wegen Überholen unter doppelt Gelb wie beim 10. Lauf 2010.
Sollte man aber keine solche Fehler machen, sind diese 2 Audis allesamt absolute Kandidaten für den Gesamtsieg, denn im 3. Jahr seines bestehen dürfte der R8 LMS mittlerweile auch technisch ausgereift sein um das Rennen durchzustehen.

Selbiges gilt auch für die 2 anderen Wagen von Abt Sportsline. Hier wechseln sich auf der #16 Matthias Ekström, der letztjährige Pole-Inhaber Marco Werner, Christian Abt sowie 2003 Gewinner Timo Scheider ab. Damit steht man den anderen 2 Wagen sicherlich in nichts nach und wird ein 24H Sprintrennen sicher nicht von der konservativen Seite aus angehen, sondern man wird sicher in der Lage sein voll an zugasen.
Das gleiche wird wohl auch das Schwesterauto versuchen mit den aus dem GT-Masters bekannten Fahrer Luca Ludwig, Christopher Mies, Christian Jöns sowie Christian Abt als Springer auf dem Wagen. Dass die 3 jungen sehr schnell sind, haben sie bewiesen, allerdings bleibt hier die Gefahr, dass einer aufgrund der noch eher geringen Erfahrung eventuell mal die Nerven verliert und das Auto in die Leitplanken setzt. Allerdings wird der sehr erfahrene Christian Abt schon dafür sorgen, dass dies nicht passiert und die jungen schnellen Fahrer den Wagen heile lassen.

Dies sind aber nicht die einzigen stark besetzten Audis, denn man hat sich wohl ein Hintertürchen offen gelassen, welches zum einen im trockenen sehr schnell ist, aber sicher gegen Regen nichts einzuwenden hätte.

Die Rede ist vom Audi TT-RS aus der SP4T. Jenes Auto, welches gegen Ende der letzten Saison in der VLN sein Debüt feiern konnte, verfügt über einen 2,5l Reihenfünfzylinder mit Turbolader und Frontantrieb im Gegensatz zu all den anderen heckgetriebenen Wagen. Dies dürfte sich vor allem bei nassen und wechselhaften Bedingungen als Vorteil gegenüber der Konkurrenz herausstellen, denn so war man letztes Jahr beim 9. VLN Lauf in der Lage mit diesem Konzept phasenweise die schnellsten Rundenzeiten zu fahren. Dass man diesen Einsatz sehr ernst nimmt, zeigen auch die Besatzungen, welche man für die 2 TT-RS ausgewählt hat und mit Raeder Motorsport an den Start gebracht werden.
So wird die #125 von Michael Ammermüller, Le Mans Sieger Frank Biela, Jens Klingmann und dem aus der DTM bekannten Martin Tomczyk gesteuert. Das 2. Auto die #126 wird hingegen von dem aus der GT1-WM bekannten Christian Hohenadel sowie Jimmy Johansson und dem DTM-Piloten Miguel Molina bewegt.
Viel wird daher darauf ankommen, wie zuverlässig das Auto ist und wie gut bzw. hier wie schlecht das Wetter während des Rennen ist denn man hat hier gute Fahrer und mit Raeder auch ein sehr gutes Team am Start. In der Klasse wird man sie normal nicht schlagen können, denn dafür dürften sie zu schnell sein, allerdings wird der Ford Focus der FH Köln sicher zur stelle sein, wenn es hier Probleme geben sollte. So war man in der Lage, dem TT-RS in der VLN schon das ein oder andere male zu schlagen, weil man selber keine Probleme hatte.

VW

Ein weiteres Auto welches sicher nichts gegen schlechtes Wetter haben dürfte, wird der VW Golf24H sein. Jener Golf, der von VW für das 24H Rennen aufgebaut wurde, konnte schon in der VLN von sich hören machen. Angetrieben wird das Auto von einem 2,51L Turbomotor und Allradantrieb, womit man in der SP8T start, vermutlich um sich in der SP4T nicht selber Konkurrenz zu machen. Wie schnell der Wagen ist, musste Wolfgang Kaufmann in der VLN erfahren, als er von dem Golf außen um Karussel überholt worden ist. Auch konnte der Wagen den Nadelstreifen Porsche GT3 R Ausgangs Hatzenbach ausbeschleunigen und auch noch Vorsprung herausfahren. Dies alles wohlgemerkt unter trockenen Bedingungen. So darf es nicht verwundern, dass man bei einer Bestzeit von 8:28.9 davon ausgeht, dass der Golf noch lange nicht sein wahres Potential gezeigt hat und dies vermutlich erst beim 24H Rennen tun wird. Auch kann ich die offizielle Leistungsangabe von 440 PS kaum glauben und es würde alles andere als verwundern, sollte da eine 5 vorne dran stehen.
Als Piloten werden auf der #135 Thomas Mutsch, Patrick Simon, Fredrik Ekblom und Edoardo Mortara genannt. Viel dürfte also davon abhängen, wie viel die ersten 2 Piloten fahren werden, denn Ekblom und Motora schätze ich deutlich schwächer als ihre Teamkollegen ein. Sollten Simon und Mutsch den Löwenanteil der Distanz fahren, was auch alles andere als einfach ist, dürfte der Golf doch noch etwas weiter nach vorne fahren können. Eine große Unbekannte stellt allerdings die Zuverlässigkeit des Wagens dar. Immerhin ist eine Leistung von knapp 200 PS pro Liter Hubraum auch sehr materialmordend und mit dem Allradantrieb hat man mehr Komponenten verbaut, welche halt auch kaputt gehen können.

Etwas ausgeglichener besetzt erscheint mir hier der VW Golf mit der #35 und der Besatzung Peter Terting, Nicki Thiim, sowie Rene Rast und Frank Mailleucx. Wichtig wäre für das Team, dass sich Nicki Thiim im Zaun hält und kein Kleinholz produziert, denn von der Geschwindigkeit her wäre nicht der schlechteste auf dem Auto.
Dies dürften auf jeden Fall die 2 VW Golf mit den meisten Chancen haben, denn den Golf mit den Leuten Johnny Herbert, Mark Blundell, Edoardo Mortara und Frank Mailleucx sehe ich nicht der Lage vorne mit zu mischen, da hier allen Piloten viele Kilometer auf der Nordschleife fehlen. Und das wird sich zum einen beim Überrunden, noch mehr in der Nacht bemerkbar machen und erst recht, wenn es zu regnen beginnt.

Die Exoten

Neben all diesen Marken und Wagen gibt es aber auch noch ein paar richtige Exoten für das Rennen, wie man schon alleine auf dem Bild links erkennen kann. Hierbei handelt es sich um den Glickenhaus Ferrari P4/5 Competizione, welchen es nur ein einziges mal auf der Welt gibt. Dieses Auto soll eine Hommage an den alten Ferrari 330 P4 sein, welcher seiner Zeit 1967 einen Doppelsieg für die Roten einfuhr. Der Multi-Milliardär James Glickenhaus wollte diesen Wagen wieder auf der Rennstrecke sehen und entschloss sich daher mit viel Liebe zum Detail und viel viel eigenem Geld diesen Prototyp bauen zu lassen. Die technische Basis, also Motor und Getriebe sowie ein Teil der Elektronik bildet der alte Ferrari F430 nach GT2-Regelement. Der Rest, also das Chassis welches komplett aus Carbon gefertigt ist, Cockpit, Aerodynamik, Fahrwerk, etc. musste alles selber entwickelt werden und dementsprechend groß war auch der Finanzielle und technische Aufwand. Nach dem 24H Rennen soll damit aber nicht Schluss sein, denn James Glickenhaus hat vor diesen Wagen später auch bei anderen Rennen wie den 24H von Le Mans starten zu lassen. Dass man hier allerdings nicht geizt, zeigt auch die Fahrerbesatzung die man angeheuert hat. So werden Mika Salo, Luca Capellari, Nicola Larini und Frabrizio Giovanardi den Wagen mit der #23 aus der E1-XP steuern. Dies sind zwar alles sehr namhafte Piloten, allerdings haben alle 4 bisher trotz der Testläufe kaum Kilometer auf der Nordschleife gesammelt und gerade Giovanardi ist aus der BTCC kommend nicht gerade dafür bekannt besonders schonend mit dem Material um zu gehen. Das Ziel bei diesem Projekt dürfte daher auch vollkommen richtig auf ankommen lauten und den schönen Wagen heile lassen.

Mehr Ambitionen wird man allerdings beim 2. Ferrari haben, nämlich den 2.platzierten des Vorjahres von Farnbacher Racing welche dieses Jahr einen neuen F458 GT2 Italia in der SP8 an den Start bringen. Damit konnte man auch gleich beim 3. Lauf zur VLN über 6 Stunden den Gesamtsieg knapp vor dem Manthey RSR erringen, wohl gleich dem Manthey RSR eine Runde abgezogen wurde, da er unter doppelt Gelb nicht genug vom Gas ging. Trotzdem konnte man mit einer 8:18 die schnellste Rennrunde erzielen, welche auch noch von AF-Corse Fahrer Jaime Melo bei seinem erst 2. Rennen auf der Nordschleife gefahren wurde. Der Ferrari scheint sehr viel Abtrieb zu erzeugen und geht auf sehr schnellen Kurven wie in Spa anscheinend sehr sehr flott, denn beim 6 Stunden Rennen waren die F458 kaum zu schlagen. Die große Schwachstelle dürfte aber vermutlich auch hier die Standfestigkeit sein. So hatte man in Le Mans technische Probleme und musste aufgrund dessen das Rennen vorzeitig beenden und auch die anderen Ferrari erwiesen sich bei diesem Dauerlauf nicht gerade als die Zuverlässigsten. Mit Dominik Farnbacher, Marco Seefried, Allan Simonsen sind 3 Fahrer von der letztjährigen Überschungsmannschaft an Board. Nur der 4. Mann ist nicht mehr Lehman Keen, sondern nun Jaime Melo welcher zwar sicher nochmals ne Ecke schneller ist, aber auch sehr unerfahren auf der Nordschleife und vor allem in der Nacht. Viel wird daher davon abhängen, wie sie ihr Rennen anlegen werden – wobei ich nicht glaube dass man die Hatz vorne mitgehen will, und ob sie die Probleme in den knapp 1,5 Wochen nach Le Mans aussortieren konnten.

Ein anderes Auto, wo Le Mans drin steckt, ist der Lexus LF-A von Gazzoo Racing aus der SP8 mit der #88. Dieses Auto konnte in der VL N bisher positiv überraschen, da man im Winter wohl mehrere Schritte in die richtig Richtung gemacht hat und nun in der Lage war teilweise in der Spitzengruppe mitzufahren bzw. hinten dran zu bleiben was früher nicht möglich war. Auf diesem Auto werden Takayuki Kinoshita, Juichi Wakisaka und der „Man of the race“ der 24H von Le Mans, Andre Lotterer fahren. Das Schwesterauto mit der #87 werden derweil von den 3 Japanern Akira Iida, Hiroaki Ishiura und Kazuya Oshima pilotiert, nachdem man im letzten Jahr mit dem LF-A den 18. Platz erreichen konnte. Sollte man ohne große technische Probleme und Unfälle durchfahren können, so dürfte es dieses Jahr noch ein paar Positionen weiter von vorne gehen. Vor allem Andre Lotterer wird extrem viel Selbstvertrauen und Momentum an den Ring bringen. Hoffentlich geht es für ihn heuer besser als letztes Jahr, als man in seinem Auto bereits nach nur 67 Runden zur Aufgabe gezwungen war.
Ein 3. Auto aus Japan wird der ISF mit der #86 und Akira Iida und Minoru Takaki sein.

Auch 2 bisher unbekannte Fahrzeuge sind die beiden Aston Martin Zagato, welche auch in der SP8 an den Start gehen werden. Dieses Fahrzeug mit der #3, welches erst beim 4. Lauf zur VLN sein Debüt feierte wird hier von Aston Martin Chef Dr. Ullrich Bez, Horst von Saurma und Matthey Marsch gesteuert wird, dürfte aufgrund der kurzen Vorbereitung aber keine Chance auf ein Durchkommen haben. Selbiges gilt für Richard Maedden, Peter Cate und Oliver Mathai im baugleichen Wagen mit der #5.

Auch Freunde der Australischen V8 dürften auf ihre Kosten kommen, denn Mai Rose wird zusammen mit Anthony Alford, Peter Leemhuis und Damien Flack einen Original Holden Commodore aus der Australischen V8 Meisterschaft an den Start bringen. Im Kampf um den Gesamt oder Klassensieg wird man damit zwar keine Chance haben, aber im Kampf um den besten Sound wird man sicher weit vorne sein.

Beenden möchte ich die Vorschau über die Teilnehmer mit einem weiteren Italienischen Auto, welches aber gar nicht so Italienisch ist. Es ist kein Ferrari, sondern der Lamborghini LP600+ von Reiter Engineering. Dies hat einen ganz einfachen Grund: Meine Vorschau zu den 24H habe ich mit Hans Joachim Stuck begonnen, wie er das erste Rennen gewinnen konnte. Daher möchte ich diese auch mit ihm beenden, denn auf diesem Lambo wird Striezel Stuck mit seinen beiden Söhnen Ferdinand und Johannes Stuck sein letztes Rennen überhaupt bestreiten. Das Team Stuck³, welches Unterstützung von Dennis Rostek erhält, makiert seinen Traum, einmal mit seinen Söhnen ein Rennen zu fahren und gleichzeitig das Ende seiner Karriere. Um den Sieg wird man damit wohl kaum fahren können, denn dafür hat das Auto bisher zu wenig Kilometer auf dem Buckel, aber das Auto wird sicher für viele Tränen sorgen. So oder so.

Der Zeitplan für die Trainings und das Rennen schaut wie folgt aus:

Freitag
16.55 – 18.55 Uhr 2. Zeittraining

Samstag
13.30 – 15.10 Uhr Startaufstellung
16.00 Uhr Start aller 3 Gruppen

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June 22 2011

13:30

Vorschau: 24H vom Nürburgring Teil 1

2 Wochen nach den dramatischen 24H von Le Mans trifft sich die Elite der Sportwagen-, GT- und Langstreckenpiloten am Nürburgring erneut um die Distanz 2 mal gegen die Uhr zu absolvieren. Das Rennen welches 1970 zum ersten mal ausgetragen wurde und von Hans Joachim “Striezel” Stuck auf einem BMW 2002 TI gewonnen wurde hat sich mittlerweile zum wohl 2. wichtigsten 24H Rennen der Welt entwickelt.

Das Rennen, welches damals wirklich noch auf 20832 Meter langen Nordschleife stattfand und noch richtiger Breitensport war, hat sich in den letzten Jahren zu einem prestigeträchtigen Lauf entwickelt, bei dem sich mittlerweile Jahr für Jahr Werksteams um den Sieg streiten.
So treten dieses Jahr Teams von Audi, Porsche, BMW, VW, Mercedes und anderen namhaften Herstellern an um den Gesamtsieg und/oder einen Klassen oder Wertungsgruppensieg zu erringen. Eine solche Dichte an der Spitze hat es wohl bei diesem Rennen noch nicht gegeben.

Wie oben schon angesprochen, wird das Rennen auf dem Nürburgring ausgetragen, jedoch nicht mehr nur alleine auf der Nordschleife, sondern auf der Nordschleife samt GP-Kurs. Man nutzt hier im wesentlichen den Verlauf, welcher aus der F1 oder dem GT Masters bekannt ist, jedoch mit 2 Unterschieden: Zum einen fährt man nicht die Mercedes Arena, sondern nach der Start/Ziel Geraden eine rechts-links Schikane, da der Raum der Mercedes Arena für die etwa 220 Teams und ihr Material benötigt wird. Von dieser Schikane aus, führt eine Gerade hinunter zur bekannten Ford-Kurve, wo man allerdings nicht wie in der VLN gewohnt rechts über die Kurzanbindung fährt, sondern über die Ford-Kurve bis runter zur Dunlopkurve.
Der 2. Unterschied betrifft die Schikane, bevor es auf die Nordschleife geht. Hier fährt man nicht die langsamere Variante der F1, sondern die schnellere Variante bevor man dann auf die Nordschleife abbiegt. In Sachen Klassen orientiert man sich an denen der VLN, bzw. die VLN an den 24H. Allerdings werden hier keine SP und V Klassen unter 1600 ccm sowie die H-Klassen ausgeschrieben und die Cup2 sowie die Cup3 gehen in die SP7 und SP3 auf. Dies führt dazu, dass am Samstag knapp über 210 Wagen das Rennen aufnehmen werden, was heißt, dass bei gleichmäßiger Veteilung alle 120 Meter ein Auto kommt. In Le Mans sind es bei 56 Wagen (oder 54…) 242 Meter, aber ohne die langen Geraden, welche in Le Mans den Löwenanteil ausmachen. Daher ist gerade die Erfahrung sprich die Nordschleifenkilometer der Fahrer ein noch entscheidender Faktor als auf anderen Rennstrecken, wenn die schnellen Wagen durch den dichten Verkehr müssen. Eine Runde mit Sabine Schmitz in ihrem Porsche sieht dann wie folgt aus :

Im absoluten Mittelpunkt des Interesses stehen aber die zahlreichen Fahrer, Teams und ihre Wagen welche hier um den Gesamtsieg kämpfen wollen und diese möchte ich einmal vorstellen:

Die Titelverteidiger

Im letzten Jahr konnte BMW bei seiner Rückkehr an den Ring gleich im ersten Anlauf das 24H Rennen gewinnen. Man wird auch dieses Jahr 2 BMW M3 GT in unveränderten Besetzungen ins Rennen schicken. So wird die Startnummer #1 wie im Vorjahr von Pedro Lamy, Jörg Müller, Augusto Farfus und Uwe Alzen pilotiert, während das Schwesterauto die Nummer #7, welches nach dem Abflug und der 45 Minuten langen Reparaturpause mit Dirk Adorf, Dirk Müller, Dirk Werner und Andy Priaulx noch auf Platz 7 fahren konnte.
Allerdings wird Andy Priaulx nicht am Steuer der #7 sitzen, da er sich einer Operation unterziehen musste und somit für das Rennen ausfällt. Als Ersatz hat man Pedro Lamy auf dem Wagen genannt, welcher somit als Springer fungieren wird und bei einem Sieg von BMW mit 6 Siegen alleiniger Rekordhalter werden könnte.
Beide Besatzungen halte ich für sehr schnell und erfahren und sind vom Speed her sicher für ein Top 3 Ergebnis gut. Von der Ausgewogenheit, würde ich die #7 etwas besser einschätzen, allerdings hatte die #1 in der VLN die besseren Ergebnisse(1. und 3. Platz gegen einen 2. Platz), wodurch ich alle 2 Wagen auf dem gleichen Niveau sehen würde.
Viel wird davon abhängen, wie schnell der BMW M3 in seiner im Vergleich zum Vorjahr überarbeiteten Version ist. In der VLN schien es so, als hätte man die Karten noch nicht aufgedeckt, wobei das für alle Teams gelten dürfte. Es ist durch das Sandbagging und den überarbeiteten Einstufungen schwer zu voraussagen, wer nun das schnellste Auto hat, aber die M3 GT werden sich hier sicher nicht verstecken müssen. Zu Gute kommen dürfte dem M3 sicher der spätere Termin, denn dadurch sollte es nicht so kalt werden wie letztes Jahr, wo die Dunlop-Reifen nicht so recht auf Temperatur kommen wollten. Allerdings hatte man in Le Mans kleinere technische Probleme welche das Team immer wieder leicht zurückgeworfen haben.
Sollte das Auto aber halten, dann sind beide Wagen absolute Siegkandidaten. Wichtig dürfte auch noch die Reichweite des Wagens sein. Letztes Jahr konnte man mit 100 Liter 9 Runden am Stück fahren, jedoch hat man heuer 50 kg mehr, dafür aber auch 10 Liter mehr Tankvolumen. Dadurch könnte es möglich sein, dass die BMW 10 Runden gehen könnten.

Allerdings werden dies nicht die einzigen BMW sein, welche um eine Topplatzierung vorne mitmischen wollen. So setzen Dörr Motorsport einen und Schuberth gleich 4 weiterentwickelte Z4 GT3 in der SP9 ein.
In der GT3-EM konnte das Auto mit 2 Siegen schon einmal zeigen dass man hier definitiv in die richtige Richtung entwickelt hat. Die größte Frage dürfte hier allerdings die Zuverlässigkeit sein. Letztes Jahr konnte man dank der Beständigkeit die Plätze 4 und 9 holen, allerdings hatte man in der VLN bisher gerade in diesem Punkt massive Probleme. So mussten z.b beim 4. Lauf alle 3 Z4 GT3 von Schuberth vorzeitig die Segel streichen.
Man hat zwar auf der #4 mit Tom Coronel, Jörg Viebahn, Marko Hartung sowie Claudia Hürtgen 4 sehr flotte Piloten, allerdings hat man mit Tom Coronel und Jörg Viebahn zwar schnelle, aber auch sehr temperamentvolle Fahrer am Start und gerade Jörg Viebahn hat in der Vergangenheit den ein oder anderen Unfall verursacht. Daher blicke ich einem Top10 Ergebnis sehr skeptisch gegenüber, auch wenn eine Claudia Hürtgen über alle Zweifel erhaben ist.
Daher schätze ich auch das Auto mit der #76 und Tommy Milner, Fredrik Larsson, Edward Sandström sowie Claudia Hürtgen als stärksten Z4 ein, denn hier fehlen einfach die heißsporne wie ein Jörg Viebahn oder Tom Coronel. Von den Fahrern und vom Speed des Wagen ehr sollte man in der Lage sein in die Top10 fahren zu können, wenn wie schon angesprochen das Auto hält. Man wird zwar sicher fleißig getestet haben, jedoch darf man Zweifel haben ob das Auto die 24H durchhält.
Der 3. Z4 von Schurberth mit der #77 wird derweil von den 3 Norwegern Stian Sorlie, Anders Burchardt, Nils Tronrud sowie dem Amerikaner John Mayes pilotiert. Man ist hier fahrerisch sicher nicht schlecht aufgestellt, aber hier werden doch eingie Sekunden pro Runde auf das Schwesterauto mit der #76 fehlen.

Der 4. Z4 GT3 wird von Dörr Motorsport eingesetzt. Hier hat man sich zu Beginn positiv über die Fortschritte beim Auto geäußert und scheint wohl mit dem Wagen zufrieden sein, was den Speed anbelangt. Mit Rudi Adams und Arno Klasen hat man auf jeden Fall 2 starke Fahrer, der Knackpunkt dürfte allerdings Chris Godwin sein. Man hat mit ihm sicherlich keinen schlechten Fahrer, allerdings dürften sich die fehlenden Kilometer auf der Nordschleife gerade in der Nacht beim überrunden bemerkbar machen.

Bei den GT4 Wagen wird Johannes Scheid mit seinem Team seinen Eifelbliz mit der Besatzung Dennis Rostek, Andreas Simonsen Stefan Landmann und Marathonmann Duncan Huisman den Start bringen. Nachdem man im letzten Jahr kein Auto von Scheid bewundern konnte, bringt man heuer den M3 GT4 an den Start. Man hat zwar auch hier wieder eine sehr sehr schnelle Besatzung, wobei das bei einem 24H nicht alles ist und man zu erst einmal ins Ziel kommen muss. Allderings hat es Johannes Scheid schon immer verstanden wie man ein 24H Rennen richtig angehen muss.

In der Klasse wird man sich vermutlich hauptsächlich mit dem M3 GT4 von Bonk und den von mir als stärksten Wagen der Klasse eingeschätzten, Aston Martin von Mathol Racing (gewann die ersten 4 Läufe der VLN in seiner Klasse der SP10 GT4) duellieren. Dieser M3 GT4 von Bonk mit der #62 wird von Andreas Montmann, Tim Mullen, Adam Chrsitodolou und Phil Quaify gesteuert. So kannte man unter anderem den letzten Lauf in der VLN gewinnen und liegt auch mit Rundenzeiten von knapp über 9 Minuten (auf der etwa 1 km kürzeren VLN-Variante) fast gleichauf mit dem Auto von Scheid und dem Mathol Aston Martin.

Ein weiterer BMW, welcher für eine Position zwischen 15 und 25 gut sein dürfte – wenn der Wagen hält ist der in der SP6 eingesetzt Z4 von Dörr Motorsport. Mit Rundenzeiten von ~8:40 in der VLN und dem schnellen Stefan Aust, Hanspeter Strehler und Uwe Ebertz. Hier wird natürlich viel davon abhängen, ob viele schnellere Wagen ausfallen (wo von ich persöhnlich ausgehen) werden und ob man selber ohne Probleme durchkommt.

Porsche

Der vermutlich stärkste Herausforderer von BMW dürften die Sportwagen aus Weissach sein und dort vor allem die Truppe rund um Olaf Manthey. Immerhin konnte man von 2006 bis 2009 alle 24H Rennen abräumen und auch heuer wird man ein Großaufgebot an den Start bringen um für alles gerüstet zu sein. Dies beginnt beim Sieger des 3. Laufes zur VLN und den 22 Stunden und 15 Minuten Sieger von 2010, dem Hybrid-Porsche. Über den Winter hat man bei Porsche den GT3 R Hybrid deutlich weiterentwickelt. So wiegt er nun 75 kg weniger, hat einer bessere Aero und die Elektromotoren haben mehr Leistung. Dafür musste man aber den Tankinhalt von 120 Liter auf 110 Liter reduzieren und liegt damit auf dem gleichen Niveau wie BMW mit dem M3 GT oder einem GT3 RSR. Beim 4. Lauf zur VLN hat man mit dem Sieg schon mal angedeutet was dieser Wagen leisten kann. Allerdings wurde man vor dem 24H Rennen durch die BoP nochmals massiv ausgebremst. So hat man dem Hybriden nur noch eine max. Motorleistung von 466 PS auf dem Rollenprüfstand erlaubt, während der normale GT3 R bei gleichen Gewicht 525 PS haben darf.
Pilotiert wird der Porsche von Richard Lietz, Marco Holzer sowie dem ALMS Duo von Flying Lizard, nämlich Jörg Bergmeister und Patrick Long, welcher sein 24H Debut feiern wird. Dies dürfte auch eines der Probleme des Wagen sein. Sicher sind alle 4 Piloten sehr schnell, aber vor allem bei Patrick Long fehlen mir doch noch einige Runden auf der Nordschleife, denn hier ist Erfahrung so wichtig wie sonst nirgends, gerade wenn es ums Überrunden geht, gerade in der Nacht. Ein Knackpunkt dürfte auch die Zuverlässigkeit sein, denn letztes Jahr sind alle namhaften Porsche vorzeitig ausgeschieden, auch wenn der Hybride als letzter die Segel streichen musste.
Sollte man aber ohne Probleme durchkommen, sollte eine Topplatzierung möglich sein.

Als stärkste Besatzung von Porsche und im gesamten Felde würde ich allerdings Timo Bernhard, Romain Dumas, Marc Lieb und Lucas Luhr einschätzen. Die ersten 3 konnten mit Marcel Tiemann zwischen 2007 und 2009 3 mal hintereinander die 24H gewinnen und man wäre auch heuer wieder mit Marcel gefahren, wäre nicht der Unfall in Imola gewessen. An dieser Stelle möchte ich und das gesamte Blog Marcel alles Gute für die Zukunft und seinem weiteren Genesungsprozess wünschen, damit sein Traum wahr wird und er eines Tages wieder in einem Rennwagen sitzen kann.
Aber mit Lucas Luhr hat man sich einen weiteren Hochkaräter geholt. Man besitzt hier die 2 erfolgreichsten Langstreckenprofis der letzten Jahr mit Bernhard/Dumas, mit Luhr einen 24H Gewinner von 2005 und mit Marc Lieb den schnellsten Piloten aller Starter hier im Felde. Daher ist diese Besatzung mein Siegfavorit. Interesant wird allerdings sein, auf welchem Wagen man fahren wird. Nachdem der GT3 R in diesem Jahr in allen Serien noch nichts reisen konnte und man laut Christian Menzel kaum mehr Luft nach oben habe, während die anderen noch mauern hat man sich bei Manthey entschieden in die Trickkiste zu greifen und hat den guten alten GT3 RSR aus der SP7 hervorgeholt. Diesen hat man beim 6 Stunden-Rennen eingesetzt, wo man fast noch den Ferrari geschlagen hat und auch beim 4. Lauf konnte man damit einen 2. Platz erreichen. Dabei hat man sogar den GT3 R und den RSR gleichzeitig eingesetzt um Vergleiche anstellen zu können.
Offensichtlich ist man sich bei Manthey aber wohl immer noch nicht sicher bzw. will sich beide Optionen offen halten und so hat man sowohl den GT3 R (#11) als auch den RSR (#18) mit allen 4 Fahrern für das Rennen genannt. Immerhin ist der GT3 RSR ein sehr ausgereiftes Auto mit dem man die 3 letzten Siege bei den 24H einfahren konnte und man hat 2009 damit eindrucksvoll bewießen, dass man damit ein 24H Sprintrennen ohne Fehler durchfahren kann. Außerdem konnte man damit bei der VLN 10 Runden am Stück fahren, genauso wie der Hybride. Allerdings ist die Strecke bei den 24H einen Kilometer länger und Marc Lieb sagte nach dem Rennen bei Sport1, dass er etwas Sprit sparen musste. Allerdings könnte man mit einer Reichweite von 9 Runden vermutlich immer noch eine Runde länger fahren als der GT3 R.

Und um zu verdeutlichen, wie wichtig die Reichweite ist, habe ich mal eine folgende Rechnung aufgemacht, welche für alle Fahrzeuge gültig ist: Ausgehend von einer Gesamtdistanz von 155 Runden, welche die Distanz von vor 2 Jahren war, muss man bei einer Reichweite von 10 Runden genau 155- 10 (Startturn) / 10 = 14.5 mal also 15 Stoppen. Bei einem Spritfenster von 9 Runden müsste man hingegen 16 mal an die Box kommen und bei einer Reichweite von nur 8 Runden, wie sie z.b letztes Jahr die GT3 R hatten wären es sogar 18 Stopps. Ausgehend von einer Zeit von 190 Sekunden pro Boxenstopp (144 sek sind durch den Tank-Pilot fix plus An und Abfahrt ) muss also ein Wagen mit einer Reichweite von 9 Runden jede Runde 1,3 Sekunden auf einen 10-Runden Fahrer rausfahren. Bei einer Reichweite von nur 8 Runden, müsste man sogar 3,7 Sekunden jede Runde schneller fahren um den Nachteil wieder egalisieren zu können.

Mich würde es daher auch nicht wundern, wenn der alte Fuchs Olaf Manthey sogar beide Wagen starten lässt und erst dann während des Rennen entscheidet, mit welchen Wagen er das Rennen zu Ende fährt. Allerdings gehe ich davon aus, dass man sich dann für den RSR entscheiden wird.

Dies sind aber nicht die einzigen Porsche. So wird auch dieses Jahr der Haribo Porsche mit der Nummer #8 an den Start gehen. Hier werden die sehr schnellen und erfahrenen Piloten Richard Westbrook, Christian Menzel und Mike Stursberg fahren, allerdings auch der deutlich langsamere Hans Guido Riegel. Es wird daher viel davon abhängen, wie oft Hans-Guido Riegel fahren wird, denn in der Vergangenheit hat er doch immer etliche Sekunden pro Runde auf seine Mitstreiter verloren, und bei einem erwarteten Sprintrennen wird es wohl um jede Sekunde ankommen.

Ein weiterer Porsche von Manthey, welcher auch Aussichtsreich sein dürfte ist der Wochenspiegel Porsche mit der #12. Es wird zwar eher kaum für ganz nach vorne reichen, allerdings hat die Besatzung Jochen Krumbach, Oliver Kainz, Georg Weiß und Michael Jacobs sehr viel Erfahrung und Routine. Man hat zwar mit den ersten 2 auch Fahrer welche den Speed an der Spitze mitgehen könnten, allerdings wird man hier eher nicht gleich alles geben und sich im Laufe des Rennen stetig nach vorne arbeiten, wenn die Topfahrzeuge sich zu Tode hetzen werden. Dazu kommt auch, dass man nicht mit dem etwas anfälligeren GT3 R sondern mit dem SP7 Porsche startet.

Wie wichtig Konstanz, Disziplin und Besonnenheit sind, hat im letzten Jahr Farnbacher demonstriert, als man zwar nicht das schnellste Auto hatte aber man sich durch die Probleme der Konkurrenten immer weiter nach vorne bis auf Platz 2 arbeiten konnte. Eine ähnliche Devise traue ich nicht nur dem WTM-Porsche zu, sondern auch dem Alzen Porsche mit der #31. Mit Jürgen Alzen, Klaus Ludwig, Sascha Bert und Artur Deutgen wird man sicher nicht das Höllen-Tempo der Spitze mitgehen, aber man hat extrem viel Erfahrung und Rountine auf der Nordschleife. So wird man sich sicher in die Top10 fahren können, wenn das Auto hält, aber da wird Jürgen Alzen schon dafür sorgen, dass der Cup S keine Probleme macht.

Selbiges gilt vermutlich auch für das Team Frikadelli Racing von Sabine Schmitz und Klaus Abbelen. So wird man heuer einen GT3 R einsetzen, mit welchen man heuer im 1. Lauf zur VLN Platz 5 und beim letzten Lauf den 2. Gesamtplatz erreichen konnte. Die beiden werden sich das Steuer der #26 mit dem sehr schnellen Niclas Kenntenich sowie dem Bruder von Jörg Bergmeister, Tim Bergmeister teilen. Ich denke nicht, dass man hier ab dem 1. Meter volles Risiko fahren wird, was man mit Sabine Schmitz und Niclas machen könnte, allerdings wissen die 2 Teaminhaber nur zu gut, wie man ein 24H Rennen angehen muss, als man 2008 mit einem 911 Cup den 3. Gesamtrang holen konnte.

Ein weiterer GT3 R wird von Falken Tyres eingesetzt und hier kann durchaus mit einer prominenten Besatzung aufwarten. So werden sich Wolf Henzler, Martin Ragginger, Sebastian Asch und Peter Dumbreck am Steuer der #44 abwechseln. Sicher hat das Team, welches in der Vergangnheit u.a den berühmten Nissan Skyline einsetze eine sehr schnelle Besatzung, aber es gibt hier doch einige mögliche Fehlerquelle, welche ein problemloses durchfahren relativ unwahrscheinlich machen. Zum einen setzt man auch hier auf den GT3 R, welche wie schon angesprochen im letzten Jahr nicht duch Zuverlässigkeit glänzten. Dazu kommen die Falkren Reifen, wo man nicht weiß wie gut die Schluss endlich sind. Sie können sehr gut sein, wie z.b die Hankook Reifen, aber auch nicht so toll.

Erfreulich ist auch, dass das erfolgreichste Deutsche Rennteam der Geschichte, Kremer Racing wieder am Start ist. Nachdem man in dieser Saison wieder mit 2 Porsche 911 Cup am Ring antritt wird man zum 24H Rennen einen nagel neuen GT3 R mit den Fahrern Daniel Schrey, Dirk Leßmeister sowie Adam Osieka und Wolfgang Kaufmann. Man hat sicher schnelle Piloten, die Frage wird allerdings sein, ob man das Rennen ohne Unfall bzw. Defekt über die Bühne bringen kann. Wenn ja, sollte eine Top10 Ankunft im Bereich des möglichen sein.

Abrunden möchte ich die Porsche mit dem Überraschungsteam des bisherigen Saisonverlaufes in der VLN, nämlich Pinta Racing mit der #27 auf ihrem GT3 R. Man hat hier mit Jörg van Ommen, Altfried Heger, Michael Illbruck und dem jungen aber sau schnellen Manuel Lauck eine gute Besatzung, welche Routine und Speed gut vereinigt, allerdings war man bisher eher glücklos unterwegs und musste Aufgrund von Unfällen und Technischen Defekten die Segel immer vorzeitig streichen. Sollte sich das nicht ändern, dann dürfte es für das Team welches teilweiße vorne so erfrischend mitmischen konnte, sehr schwer werden.

Man sollte hier aber nicht vergessen, dass ein Porsche von Manthey in der Regel immer etwas schneller ist als andere Porsche, was unter anderem auch daran liegt, dass Manthey zu den 24H immer Entwicklungsreifen von Michelin bekommen, während die anderen Teams diese nicht haben.

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May 13 2011

15:28

VLN: Vorschau 42. Adenauer ADAC Rundstrecken-Tophy

Am Samstag startet mit dem 3. von 5 VLN Rennen vor dem 24H Rennen gleich einer der beiden Höhepunkte der VLN-Saison, denn es steht das erste von insgesamt 2 6h Rennen der VLN an. Gewöhnlich gehen die Rennen über max. 4 Stunden, jedoch machte man seit Jahren mit dem 6 Stunden ADAC-Ruhr Pokal-Rennen eine Ausnahme, welche mit 6 Stunden in der Regel den Höhepunkt der VLN-Saison markierte.

Im vergangenen Jahr war jenes einzige 6 Stunden Rennen fest in der Porsche-Hand, denn von den ersten 13 Wagen, welche das Ziel erreichten hatten 12 Autos die Zahl 911 im Namen stehen. Dabei dominierte vor allem ein Team: Manthey. Die Truppe um Olaf Manthey schaffte es das Podium komplett für sich alleine zu besetzen und dabei die Nordschleife ganze 42 mal zu umrunden, was unter dem Strich eine Distanz von sage und schreibe 1023,5 km bedeutete – Noch nie in der Geschichte der Nordschleife wurde vorher von Tourenwagen oder GT-Wagen innerhalb eines 6h-Rennen die 1000km geknackt. Damals gewann der Haribo-Porsche vor dem grün gelben “Dicken” und dem Nadelstreifen Wodka-Porsche GT3 R, welche allesamt über 1 Runde Vorsprung vor dem 4. Platzierten hatten.


So erstaunlich jene Dominanz im letzten Jahr war, ein 3-Fach Sieg für das Team Manthey erscheint in diesem Jahr allerdings etwas unrealistisch, wenn man sich die Konkurrenz ansieht. So ist auf dem Haribo Porsche nicht mehr der sehr schnelle Lance David Arnold Teamkollege von Christian Menzel (welcher hier auch noch Doppelstart fährt!), sondern Mike Stursberg und der Nadelstreifen GT3 R geht mit dem sehr schnellen Jochen Krumbach und Phillip Wlazik ins Rennen.

Konkurrenz werden sie hier vor allem vom Gewinner des letzten Laufes, dem Mamerow-SLS mit Armin Hahne und Chris Mamerow bekommen, welche für das Rennen Unterstützung von Pierre Kaffer erhalten. Konkurrenz werden sie auch vom SLS von ROWE Racing mit der #15 erhalten, wo sich Thomas Jäher, Alexander Roloff und Roland Rehfeld am Steuer abwechseln werden und vor allem auch von Horn Motorsport, welche wieder mit David Horn und dem sehr schnellen Sascha Bert an den Start gehen werden. Es fehlen aber die Top-Besetzten SLS GT3 von Black Falcon, welche bei den 2 letzten Läufen in der VLN noch am Start waren, so dass man “nur” auf 5 Sternenkrieger kommt.

Der einzige Nicht-Porsche unter den besten 13 im letzten Jahr, war ein BMW Z4 GT3, eingesetzt von Dörr Motorsport welche mit Platz 7 den totalen Porsche Triumph verhindern konnten. Dass ein solcher Triumph nicht nochmal geschieht, dafür sorgen an diesem Wochenende gleich 5 Wagen aus München. So wird Schuberth Motorsport sein 2011-Debüt in der VLN mit dem kräftig überarbeiteten Z4 GT3 feiern und dabei versuchen mit den Trio’s Marco Hartung, Jörg Viebahn und dem aus den USA bekannten Tommy Milner (#16) sowie dem rein norwegischen Trio Anders Burchardt/ Nils Tonrud/ Stian Sorlie im Rahmen ihrer Möglichkeiten vorne mitzumischen. Ein 3. Z4 mit Claudia Hürtgen findet sich leider Stand Mittwochabend nicht in der Liste wieder.

Teamchef Rainer Dörr, welcher wieder seinen Z4 GT3 mit der gewohnten Besatzung ins Rennen schickt, hat nach dem letzten Lauf schon mal angedeutet, dass man mit dem Z4 bei BMW wohl einen sehr guten Schritt in die richtige Richtung gemacht hat und man mit dem komplett erneuerten Auto sicher noch Zeit finden wird. Unter anderem hat man mehr Leistung, eine deutlich veränderte Aero welche an dem neuen großen Heckflügel erkennbar ist. Der Z4 hat bei der GT3-EM in Portimao mit 2 Laufsiegen schon mal aufgezeigt dass man hier ein sehr flottes Auto entwickeln konnte.

Die beiden anderen Gesamtsiegfähigen BMW stellen die 2 M3 GT2 von AC Schnitzer dar, welche am Samstag ihren planmäßig letzten Auftritt vor den 24H haben werden mit den 2 bekannten Trios Jörg Müller/Augusto Farfus/Pedro Lamy sowie das “Dirk-Auto” mit Dirk Adorf, Dirk Müller und “Dirk” Priaulx dar.

In der gleichen Klasse, der E1-XP findet sich auch der Ferrari P4/5 Competizione wieder, nachdem man den letzten Lauf zu Gunsten von Testfahren ausgelassen hat wieder. Man wollte lauf Facebook Kommentaren hier Erfahrungen sammeln und eine neue Einstufung austesten, welche auf mehr Gewicht, dafür aber einem größeren Air Restriktor setzen würde. Anscheinend hat man sich aber für die letztmals benutzte ursprüngliche Variante entschieden, denn in der BoP Tabelle taucht man nach wie vor mit 2 x 28,6mm und 1200 kg Gewicht auf.

Ein weiterer Ferrari, und da muss man den Jungs von Farnbacher für ihre Ausdauer echt ein Kompliment aussprechen, ist der F458 von Farnbacher Racing. Nach RCN-Lauf, LM-Test, VLN-Lauf mit Unfall, 1000km von Spa steht nun der fünfte Ausdauer Einsatz innerhalb von 5 Wochen für das Team an! Unterstützt werden Dominik “Dominator” Farnbacher und Marco Seefried hier von Jaime Melo, seines Zeichens Ferrari-Werksfahrer. Vor allem für Dominik Farnbacher wir das ein stressiger Samstag werden, denn er wird zuerst beim GT Masters am Sachsenring starten und dann vermutlich per Heli zum Ring transportiert um dort dann in das Geschehen einzugreifen.

Neben den Gesamtsiegfähigen SLS von Black Falcon, dem Lambo von Stuck³ und dem Hybrid-Porsche glänzen auch die R8 LMS von ABT und Phoenix durch Abwesenheit in der Nennliste. So werden zwar 2 R8 LMS von Audi Race Expierence an die Strecke rollen, welche mit jeweils einem Profi (wie hier Marco Werner und Florian Gruber) und Amateuren besetzt sind. Die Leitung dieses Projekts, hat seit kurzem ein alter Bekannter von Porsche und Eurosport-Zeiten inne: Manfred Jantke.

Ein Porsche fehlt hier allerdings bis jetzt: Der “Dicke” von Manthey mit Marc Lieb, Arno Klasen sowie Timo Bernhard. Dies liegt allerdings nicht daran, dass man nicht startet, sondern die Klasse gewechselt hat. Man startet nun wie 2009 in der SP7 mit dem 911 GT3 RSR in der gleichen Klasse wie der WTM, welche allerdings keinen RSR fahren. Aber anscheinend war man seitens der TK nicht so begeistert von der Idee und hat veranlasst, dass alle Air Restriktoren für Wagen der SP7 um 0,5mm kleiner werden und der Tankinhalt auf 105 Liter gesenkt wird.
Ob das alles nur gemacht wird, um im Hause Manthey einem Vergleich in der SP9 aus dem Weg zu gehen, oder ob man ernsthaft überlegt wieder in die SP7 zu gehen, ist leider nicht bekannt. Seitens der VLN wurde die max. erlaubte Leistung der Motoren, welche auf einer Tabelle in Abhängigkeit vom Gewicht und Hubraum ermittelt wird, erneut auf offiziell knapp unter 500 PS für die Porsche gesenkt. Etwas verwirrend sind jedoch die damit einhergehenden Einstufungsvarianten, denn so ist es möglich denn GT3 R mit 1250 kg und einmal mit 1300 kg, mehr Leistung sowie 110 Liter Tank starten zu lassen. Dies zieht sich mittlerweile durch mehrere Klassen und Fahrzeuge, denn so kann man auch den BMW M3 GT2 in 2 verschiedenen Einstufungen starten lassen. Eine Regelung welche nicht gerade für mehr Klarheit in der BoP sorgt wie ich finde.

Der Verzicht von Nennungen von SP9-Teams könnte Möglichkeiten für Teams eröffnen, welche bisher zwar schnell waren, aber nicht ohne Probleme über die Distanz gekommen sind. Allen voran wäre dies der Frikadelli Porsche rund um Sabine Schmitz sowie der Pinta-Porsche, welcher beim letzten Lauf leider technische Probleme hatte und somit nur wenige Runden fahren konnte. Ein anderes Auto, welches vom Speed her sicher auch vorne mitmischen könnte, wenn es denn will ist der VW Golf24H welcher seit seinem ersten Auftritt nur noch als “Übergolf” bezeichnet wird. Grund sind Szenen wie diese, als Peter Terting Wolfgang Kaufmann von Kremer Racing im Karussel außen (!!!) überholte :

Daher hat man auch seitens der Technischen Kommission reagiert und den Air Restriktor für den 2,51l Turbo auf 42,3mm und das Gewicht auf 1300 kg heraufgesetzt. Gesteuert wird der Wagen von Thomas Mutsch, Frederik Ekblom sowie Franck Mailleux.

In der SP3T werden sich hingegen wieder der Audi TT von Raeder Motorsport sowie die beiden von LMS Engineering eingesetzten VW Scirocoo um sehr wichtige Punkte für die Meisterschaft duellieren. Ein weiterer sehr prominent besetzter Scirocco wird in der SP11 für alternative Kraftstoffe genannt. Pilotiert wird dieser Wagen von Carlos Sainz, Peter Wyss ,Dr. Ulrich Hackenberg und Mark Blundell. Anscheinend hat man noch keinen 2. Golf zur Hand und möchte jenen Piloten Rennpraxis sammeln lassen, denn jene Piloten werden auf den insgesamt 3 Golf24 vermutet.

Etwas stärker ist wieder die zuletzt sehr schmal besetzte SP3 besetzt. So werden immerhin 8 Wagen versuche Mario Merten und Wolf Sylvester den Klassensieg streitig zu machen, während jene versuchen werden die Klasse zu gewinnen um ordentlich punkten zu können. Auch gut Punkten wollen, wird das Trio von Black Falcon aus der V5 Klasse wollen, denn nachdem mal 2 mal die Klasse gewinnen konnte, werden nun auch Tim Scheerbath Manuel Matzger und Carsten Knechtges versuchen die Klasse ein 3. mal zu gewinnen um im Kampf um die Meisterschaft weiter tatkräftig vorne mitmischen zu können.

Auch sehr knapp dürfte es im Kampf um den Sieg um die Renault Clio Cup Klasse hergehen, wo mehrere Wagen das Potential zu siegen haben wie die Wagen Flepper Racing, Schläppi RaceTec oder der Clio Cup von Olivo Jannik und Elmar Jurek. Vll. gewinnt hier aber auch ein anderer Wagen ?

Den Besuchern vor Ort wird also definitiv was geboten, wenn das Rennen eine halbe Stunde früher, um 11:30 gestartet wird und über 6 Stunden geht. Daher verschiebt sich auch der Beginn des Zeittrainings auf 8:05. Wer in der Nähe der Eifel wohnt, kann das Fan-TV über DVB-T empfangen. Für alle anderen wird vermutlich wieder das Live Radio mit Olli Martini und Lars Gutsche sowie der Live Ticker und das Live Timing herhalten müssen.

April 06 2011

15:04

VLN: Analyse 58. ADAC Westfalenfahrt

Als am Samstag um Punkt 12.00 Uhr die grüne Flagge den Beginn der neuen Saison markierte, waren viele Fragezeichen in der Luft. Einige konnten beantwortet werden, einige nicht und vermutlich ist während des Rennens das ein oder andere Fragezeichen hinzugekommen.

Bereits der frühe Morgen an jenem Samstag machte allen Teilnehmern, Streckenposten und Fans klar warum die Eifel unberechenbar bleibt und mit nichts zu vergleichen ist, denn es gab einen kürzeren aber doch stärkeren Regenschauer welcher dazu führen sollte, dass vor allem gegen Ende des Zeittrainings viel Betrieb herrschte da die Strecke immer mehr abtrocknete und somit Stück für Stück immer schneller wurde. Aber nicht jeder kam mit diesen Bedingungen am besten zu Recht und für das ein oder andere Team war somit schon vor dem Start das 1. Rennen gelaufen. Andere schafften es keinen Abflug zu produzieren, fanden sich aber nur im Mittelfeld wieder und andere konnten stark auftrumpfen. Für ein spannendes Rennen war also gesorgt.

Am besten kamen damit wie man auf dem Bild vom Start links sehen kann, die BMW M3 GT2 von AC Schnitzer. So konnte sich die #43 mit Andy Priaulx/Dirk Müller und Dirk Werner am Steuer die Pole mit einer Zeit von 8:39 vor dem Schwesterauto mit #43 und der Besatzung Augusto Farfus/Jörg Müller und Nordschleifen-veteran Uwe Alzen sichern. Auf Platz 3 folgte mit geringem Abstand der 1. Wagen der SLS-Meute mit der Startnummer #2 und der Besatzung Kenneth Heyer/ Jan Seyfarth/Thomas Jäger sowie Jeroen Bleekemolen vom Team Black Falcon. Auf Platz 4 folgte dann der beste Porsche von Manthey, dies war aber nicht einer der beiden favorisierten GT3 R, sondern der WTM aus der SP7, gefolgt vom sympathischen Team von Sabine Schmitz welche sich mit Niclas Kentenich am Steuer abwechselte. Unterstützt wurden die 2 dabei noch überraschend von Marc Basseng. Manthey kam anscheinend im Zeittraining generell nicht so mit den Bedingungen zu recht oder wollte damit nicht so zurechtkommen, was ich aber weniger nachvollziehen kann, denn auf den Startplätzen 7 und 8 landeten zum einen etwas überraschend der Porsche 911 aus der SP7 mit den Busch-Zwillingen am Steuer welche sich knapp vor dem Falken-Porsche von Jörg Bergmeister durchsetzen konnten.

Komplettiert wurden die ersten 10 Startplätze von Chris Mamerow im SLS GT3, und dem besten Audi, eingesetzt von Phoenix Racing mit Ja-Olaf Brunstedt/Marc Hennerici und Frank Stippler während Manuel Lauck als 11. gerade noch so in die Top 10 verpasste.
Auf Platz 12 landete der 2. Audi R8 LMS u.a mit Marc Bronzel und Christopher Haase am Steuer. Die große Frage war natürlich wo die beiden favorisierten Manthey lagen: So lag der Haribo Porsche auf Platz 13 während der “Dicke” nur von Platz 17 ins Rennen ging. Dass dies aber nur eine Momentaufnahme war, zeigten dann aber schon die ersten Runden…

So blieb schon in der Einführungsrunde der Porsche der Busch-Zwillinge stehen und das Rennen war daher für die 2 schon vor dem Start gelaufen. Beim Start konnten sich unter mittlerweile nun trockenen Bedingungen die führenden BMW mit Uwe Alzen und Andy Priaulx durchsetzen während Thomas Jäger gleich versuchte den 2. BMW anzugreifen dabei aber einen weiten Weg gehen musste und dabei noch von Oliver Kainz im WTM-Porsche attackiert und überholt wurde. Den größten Sprung in der Startrunde machte aber Manuel Lauck im Pinta Porsche welcher auf P5 liegend aus der 1. Kurve zurück kehrte und dicht im Auspuff des vor ihm liegenden Mercedes hing. Dieser konnte sich aber Manuel Lauck noch vom Leibe halten indem er Oli Kainz beim anbremsen der 1. Schikane überholte und sich dieser nun den Angriffen von Manuel Lauck ausgesetzt war. Unterdessen hat sich Timo Bernhard in der 1. Runde schon auf P7 nach vorne gearbeitet und in der Mercedes Arena sich auch noch Niclas Kentennich im Frikadelli Porsche geschnappt und dabei 11 Plätze gut gemacht während der Haribo Porsche auf P9 gezeigt wurde, dicht gefolgt vom Nadelstreifen/Wodka Porsche aus dem Hause Manthey.
Für Jörg Bergmeister und Peter Dumbreck im Falken Porsche war aber schon nach der 1. Runde das Rennen de facto zu Ende als man in die Box rollte und erst Minuten später wieder zurück auf die Strecke konnte. Jedoch folgte eine nicht enden wollende Serie von Kurzrunden und weiteren unplanmäßigen Boxenstopps aufgrund massiver Probleme mit dem Wagen so dass der Tag für das Team schon sehr früh im Rennen hinüber war.

Dass die anderen Porsche aber noch lange nicht genug hatten wurde auch in den darauf folgenden Runden mehr als deutlich. So holte sich Manuel Lauck zu Beginn der 3. Runde Andy Priaulx – welcher dann zugleich auch noch von Thomas Jäger in der Mercedes Arena kassiert wurde, und wollte sofort den führenden BMW mit Uwe Alzen am Steuer auf P2 verweisen. Dieser konnte sich jedoch noch gegen Manuel Lauck beweisen und die Führung bis eingangs Hatzenbach verteidigen als sich diese der entfesselnd fahrende Manuel Lauck holte.
Da die gesamten Top innerhalb von ein paar Sekunden lagen gab es somit immer schöne Zweikämpfe, von denen man als auswärtiger leider nichts sehen konnte. Es gibt zwar das Fan-TV der VLN, welches aber nur per DVB-T rund um den Ring zu sehen ist. Alle anderen wie ich hatten leider keine Chance auf bewegte Bilder zu kommen, denn der angebliche Justin Stream hielt auch nicht das was er versprach. Man kann daher nur hoffen dass die VLN auf dieses Problem reagiert und hoffentlich bald einen eigenen Online-Stream anbietet.

Aber nun zurück zum Rennen: So lag gegen Ende der 4. Runde Manuel Lauck knapp vor Uwe Alzen und vor Timo Bernhard welcher Thomas Jäger im SLS auf P4 verweisen konnte. In jeder Runde kam auch bereits der Mamerow-Mercedes an die Box da man anscheinend über das Fahrverhalten nicht ganz so glücklich war nach kleine Veränderungen welche man alle während des Stopps tätigen konnte war dieser aber wieder im Rennen und es wäre sehr spannend gewesen was passieren würde, würde z.b während des Rennen Regen einsetzen, da der SLS ja nun off-sequenze war da das Pit-Window für den 1. Stopp in der Regel zwischen Runde 7 und Runde 9 liegt.
Unterdessen konnte sich Duncan Huisman auf P38 im Gesamtklassement und auf P1 in seiner Klasse SP10 im Eifelblitz für Scheid Motorsport verbessern und die Klasse souverän anführen während der Ferrari P4/5 von James Glickenhaus konstante Runden um die 8:45 drehen konnte und auf Platz 20 rangierte.
Die Titelverteidiger Mario Merten und Wolf Sylvester lagen zu diesem Zeitpunkt auf P1 in der Klasse SP3 und Platz 64 Gesamt während die Gebrüder Schall auf Platz 54 mit ihrem Mercedes E190 lagen.

In der sehr stark besetzen SP3T lange zu diesem Zeitpunkt Maik Rosenberg und Peter Terting im VW Scirocco vor dem bekannten Trio von Raeder Motorsport welche wieder auf ihren Audi TT S vertrauten. Auf Platz folgte ihnen der 2. Scirocco mit wenigen Sekunden Abstand und Emin Akata am Steuer.
In der SP4T lag der Ford Focus der FH Köln vorne da der einzige verbliebene Konkurrent in der Klasse schon raus war während es in der SP5 deutlich enger zuging.
Dort führte die #210 von Kappeler wenig überraschend die Klasse an, jedoch dicht gefolgt von dem BMW M3 vom MSC Rhön e.V und dem 130 mit Udo Schauland/Koritz Kröner/Lars Gerdau.
Der Dörr Z4 aus der SP6 führte seine Klasse dort schon mit guten 75 Sekunden Vorsprung an, nachdem das neu aufgebaute Auto nach einem schweren Unfall am Ende der letzten Saison die Speerspitze bildete, da die Upgrade-Kits für den Z4 GT3 noch nicht fertig geworden sind.

Kommen wir nun noch zur am stärksten besetzten Klasse, nämlich der Renault Clio Cup welche 20 Wagen an den Start brachte welche zu diesem Zeitpunkt vom Clio von Schläppi Racing knapp vor den Renault Clio von Tim und Dirk Gronck sowie vor Flepper Racing.

In der Zwischenzeit konnten sich die ersten 4 bis zum Beginn der 7. Runde der bis dahin kaum veränderten Topgruppe um knappe 5 Sekunden vor den Verfolgern absetzen, während erst ab Position 7 mit Oli Kainz eine etwas größere Lücke von 16 Sekunden entstand. Überraschenderweise kam der letztjährige mehrfache Laufsieger Christian Menzel im Haribo Porsche nicht weiter nach vorne und hatte auf P8 fast 30 Sekunden Rückstand auf die Spitze welche in der nächsten Runde mit den Boxenstopps beginnen würde nachdem am Ende der 7. Runde bereits Christopher Haase im Audi R8 und Thomas Jäger im Mercedes an die Box kamen.

Nur wie bereits erkannt, habe ich vorhin gerade den Konjunktiv benutzt, denn anscheinend haben sich 2 ganz heiße Sieganwärter bei der Benzinmenge verpokert. So rollte der Dicke von Manthey mit Timo Bernhard im Bereich Schwalbenschwanz aus, während der führende Manuel Lauck kurz vor der Boxeneinfahrt in der Hohenrain-Schikane für mehrere Minuten stehen blieb. Anscheinend hat ihm dann jemand etwas Spirt in den Tank gefüllt, aber der Kampf und den Gesamtsieg des 1. Wertungslaufes war damit natürlich gelaufen. So kamen bis auf Uwe Alzen und den 2 angesprochenen Porsche alle anderen Wagen aus der Topgruppe zu ihrem 1. Stopp und konnten nachher in unveränderter Reihenfolge wieder auf die Strecke gehen während Uwe Alzen erst gegen Ende der 9. Runde die Box ansteuerte.
Von nun an führte der Mercedes SLS von Armins Hahne, welcher das Steuer von Chris Mamerow übernommen hatte mit 1:11 Min, da man ja schon nach 4 Runden zum Service kam und daher deutlich weniger Standzeit hatte während der Rest kaum unverändert folgte wobei sich die beiden BMW und der Mercedes von Black Falcon etwas absetzen konnten nachdem sich der Black Falcon SLS Platz 2 knapp vor dem BMW mit der #42 sichern konnte.

Zu diesem Zeitpunkt kam dann auch Mika Salo im bis dahin auf Platz 17 vorgerückten Ferrari P4/5 an die Box während man vorher doch konstante Zeiten um die 8:40 ein erstaunlich gutes Tempo vorlegen konnte, denn dies war sowohl für Mika Salo als auch für den Wagen der 1. Einsatz in der Grünen Hölle. Da kann man dem Team nur gratulieren. Leider wehrte die Freude nicht lange, denn in der darauf folgenden Runde wurde der Wagen in langsamer Fahrt im Bereich Steilstrecke/Karussel gesehen und als der Wagen an die Box rollte fing der Wagen leider etwas Feuer. Man kann nur hoffen dass der Wagen keine größeren Schäden davon getragen hat und möglichst bald wieder auf der Nordschleife zu sehen sein wird, denn dass dieser Wagen Potential hat, hat er schon mal bewiesen.

An der Spitze steuerte dann in der 13. Runde der Mamerow SLS zum 2. Mal (diesmal allerdings planmäßig) die Box an womit nun der Black Falcon Mercedes vor den beiden BMW in unveränderter Reihenfolge das Feld anführte, dies währte aber auch nur bis zum Ende der 15. Runde, denn dann steuerte der Mercedes die Box zum 2. Stopp des Tages an, wo nun Jan Seyfarth das Steuer von Kenneth Heyer übernommen hat während die BMW nun ihre schnellsten Runden mit ~8:25 drehten.
Unterdessen konnte sich aber ein anderes Auto still und leise langsam aber sicher nach vorne arbeiten: Der Horn SLS mit David Horn und Sascha Bert am Steuer konnte sich bis auf P4 zu diesem Zeitpunkt nach vorne fahren. Ebenfalls sehr gut lag der Frikadelli Porsche, aber leider hat man den 2. Stopp verpatzt und gute 2 Minuten auf die Konkurrenten verloren, jedoch stand am Ende immer noch ein sehr guter 5. Platz zu Buche nachdem nun Marc Basseng das Steuer übernommen hatte.

Gegen Ende der 17. Runde bog dann auch der bis dahin 3. platzierte BMW #43 an die Box zum 2. Stopp des Tages ab, während die #42 wieder eine Runde länger draußen bleiben konnte und somit erst gegen Ende der 18. Ende an die Box fuhr.
Zu dieser Zeit konnte auch der Eifelblitz von Scheid Motorsport immer noch seine Führung in der Klasse der SP10 halten und man muss hier Duncan Huisman mal ein riesen Lob aussprechen, denn er fuhr das gesamte Rennen alleine und ohne Fehler. Respekt.

Leider hat es für Scheid und Duncan Huisman nicht ganz zum Sieg in der SP10 gereicht, denn der größtenteils 2. Platzierte Aston Martin von Mathol Racing startete am Ende in Person von Wolfgang Weber noch eine beachtenswerte Aufholjagd und der Vilshofener kassierte kurz vor Ende noch den Eifelblitz um sich den Sieg in der Klasse SP10 zu sichern.
In den anderen Klassen wie der SP5, lag weiterhin der M3 von Kappeler unangefochten vorne, welcher Schluss endlich auf mit 2 Runden Vorsprung seine Klasse mehr als deutlich gewinnen würde.
In der SP6 hat sich derweil nach wenigen Runden der Porsche 911 von Bonk vor dem Z4 von Dörr geschoben. Jedoch hielt diese Führung nicht lange und man schied bereits nach wenigen Runden aus und machte somit den Weg für Dörr zum Klassensieg frei, aber auch diese schafften es nicht und auch hier kam das Aus mehr als vorzeitig so dass ein Trio aus Frankreich in ihrem BMW M3 die Klasse der Specials bis 3500 ccm gewinnen konnte.
Zu guter Letzt noch ein Blick in die am stärksten besetzte Klasse, die Renault Clio Cup: Dort führte zu diesem Zeitpunkt noch die #655 von den Gronecks knapp vor der #667 von Schläppi, konnte diese Führung aber nur noch 1 Runde lang halten da man dann in der darauf folgenden Runde einen technischen Defekt hatte und das Rennen vorzeitig beenden musste. Somit war der Weg für Schläppi zum Sieg in der Cup-Klasse frei.

Nicht anders erging es auch zu diesem Zeitpunkt des Rennens den Jungs von Raeder Motorsport. Man konnte zwar seine Klasse die SP3T knapp gegen die 2 VW Sciroccos anführen aber kurz vor Ende schlug auch hier das Pech zu und man schied nach 24 Umläufen aus was den Weg für Maik Rosenberg und Peter Terting in ihrem VW Scirocco frei machte, während ihre Teamkollegen Emin Akata Christian Krognes mit 1 Runde Rückstand auf Platz 2 ins Ziel kamen.
Und auch die Aussichtsreich in der Cup2, der 911 Cup-Klasse liegenden Piloten von Manthey u.a mit Christopher Mies am Steuer hatten kein Glück und mussten nach 23 Runden die Segel vorzeitig streichen wodurch der 911 Cup um Wolfgang Kohler, Frank Kräling und Christian Menzel den Klassensieg holen konnte.

Die letztjährigen Meister von Bonk Motorsport konnten sich zwar den Sieg in der SP3 Klasse sichern, da aber nur 2 Wagen im Ziel gewertet wurden, ist die Punkteausbeute dementsprechend Mager und man wird sich im Team der letztjährigen Meister sicher die Frage stellen ob und in welche Klasse man möglicherweise wechseln wird um eine Chance zur Titelverteidigung zu haben.

Zurück nun an die Spitze: Nach 21 absolvierten Umläufen lag hier der SLS von Armin Hahne noch gute 27 Sekunden vor dem BMW mit der #42 und gute 70 Sekunden vor dem BMW mit #43 und Dirk Werner am Steuer. Auf P4 lag der Black Falcon Mercedes mit Kenneth Heyer am Steuer, welcher aber in die Box abbog um zu stoppen, nachdem die BMW mehr und mehr Zeit auf beide SLS gutmachen konnten.

Gegen Ende der 22. Runde bahnte sind dann die Entscheidung des Rennens an: Armin Hahne kam im Mamerow SLS auf P1 liegend planmäßig an die Box. Dort stellte man dann aber fest dass der Wagen massive Bremsprobleme hatte und keinen richtigen Bremsdruck mehr aufbauen konnte. Man ging daher auf Nummer sicher und beließ den Wagen in der Box was natürlich dazu führt dass die beiden Werks-BMW nun gute 2 bzw. 1 Minute Vorsprung auf den SLS von Black Falcon hatten.

Der Weg war somit für die 2 BMW frei und man fuhr dann weiter Zeiten von 8:30 und musste gegen Ende des Rennen nur noch zu einem kurzen Splash and Dash (was bei einer solchen Strategie aber normal ist, denn mit 2 Stopps kommt man in der VLN kaum durch) kurz vor Schluss in der 26 bzw. 27 Runde reinkommen. Da auch dies ohne Probleme vonstattenging konnte man einen verdienten Gesamtsieg feiern. Auf Platz 3 und 4 landeten die SLS GT3 von Black Falcon bzw. der schon vorhin angesprochene Horn SLS bevor auf Platz 5 der beste Porsche in Form des Frikadelli Racing Teams landete, welcher von Niclas Kentenich, Marc Basseng und “Speedbee” Sabine Schmitz gesteuert wurde.
Schade dass dieses Team den letzten Stopp etwas vermasselt hatte und dabei gute 2 Minuten verloren hat, denn sonst wäre noch Platz im Endresultat möglich gewesen.
Auf Platz 6 landete dann der Haribo Porsche von Christian Menzel, Mike Stursberg und Hans Guido Riegel.

Während der besten Audi R8, eingesetzt von Phoenix Racing nicht über Platz 8 hinauskam
Fairerweise muss man aber auch sagen dass der R8 nie vorne aufgetaucht ist und auch nicht den Eindruck erweckte als könnte er um die Top5 kämpfen. Aber man hat sich noch sehr achtbar geschlagen denn anfangs sah es ja noch schlechter für das Team um Mike Bronzel aus.
Die Top 10 werden noch vom WTM Manthey Porsche aus der SP7 und dem vor allem am Anfang so stark angasenden Pinta Porsche GT3 R um Manuel Lauck und Michael Illbruck komplettiert welche nach ihrem Missgeschick keine Chance mehr nach ganz vorne hatten.

Das komplette Gesamtklassement kann man hier und nach Klassen aufgeteilt hier nachlesen.
In der Meisterschaftstabelle führt nun Schläppi Racing vor dem VW Scirocco von Peter Terting und Maik Rosenberg und dem SLS AMG GT3 von Black Falcon welcher ja seine SP9 gewinnen konnte.

Wer jetzt aber meinen könnte das BMW die stärkste Marke 2011 am Ring wäre, der sollte aufpassen, denn die schnellste Runde fuhr ein Mercedes SLS von Black Falcon, aber auch “nur” mit 8:24 während die BMW M3 GT2 8:25 hinlegten. Die schnellsten Zeiten aus dem letzten Jahr, wurden jedoch von Manthey mit dem GT3 R gefahren und zwar im Bereich von 8:11 im Rennen. Man darf also davon ausgehen dass bis zum 24H Rennen noch weiter massives sandbagging betrieben wird um nicht per BoP eingebremst zu werden.
Dies wird auch ein Grund gewesen sein warum am Anfang alle Top-Wagen so eng beieinander waren, denn keiner musste ans Limit gehen und die wahre Performance wird man vermutlich erst bei jenem 24H Rennen sehen. Daher wird es sehr schwer sein treffsichere Prognosen über die Wagen zu erstellen, auch wenn man nun die max. Leistung der Wagen in der BoP niedergeschrieben hat und zumindest bei Porsche den Air Restriktor verkleinert hat. Man darf nicht vergessen dass Manthey letztes Jahr mit offiziellen 490 Pferden in der Lage war Zeiten von 8:11-8:14 im Renntrimm oder 8:07 im Quali zu fahren und die Teams werden in Sachen Entwicklung sicher nicht geschlafen haben.

Das nächste Rennen wird am 30.04 wieder über 4 Stunden gehen; hoffentlich auch mit bewegten Bildern über das Internet.

VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 58. ADAC Westfalenfahrt

March 31 2011

10:07

VLN: Vorschau und Saisonauftakt 58. ADAC Westfalenfahrt

Nachdem in den letzten Wochen und Monaten der Nürburgring ja bekanntlich nicht gerade durch die Leistungen der Teams und Piloten, welche hier ihre Runden drehen in die Schlagzeilen gekommen ist, wird es nun Zeit dies zu ändern, denn es beginnt endlich wieder die Motorsportsaison am Ring. Nachdem am letzten Samstag und auch inoffiziell am Freitag die offiziellen Test und Einstellfahrten stattgefunden haben nimmt die VLN nun endlich wieder die Nürburgring Nordschleife im Renntempo unter die Räder.

Wenn am Samstag um 12.00 Uhr deutscher Zeit die 1. Startgruppe zur 58. ADAC Westfalenfahrt auf die Reise geschickt wird, beginnt eine vielversprechende Saison mit einigen Neuerungen und sehr interessanten Wagen, Teams und Piloten. Nachdem das diesjährige 24H Rennen vom Nürburgring ja bekanntlich recht spät im Juni über die Bühne geht (23.06 – 26.06), bleibt das natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die VLN. Dies bedeutet im Klartext dass nun bereits 5 Rennen und somit die Hälfte der Saison bereits vor dem Saisonhöhepunkt Ende Juni über die Bühne geht, während die letzten 5 Rennen dann ab Ende Juli bis Ende Oktober gefahren werden. Außerdem gesellt sich neben dem Saisonhighlight der VLN, dem 6H ADAC Ruhr-Pokal Rennen nun ein 2. 6H Rennen in den Kalender, nachdem es ja in der Winterzeit ja sogar danach ausgesehen hat, als würde am 10. September ein 12H Rennen ausgetragen vom MSC Ruhrblitz stattfinden.

Leider ist es aufgrund von diversen Problemen wie angeblichen Ärgernissen mit den Anwohnern nicht dazu gekommen und man hat sich dazu entschieden am 27.08 das ADAC Ruhr Pokal Rennen auszutragen welches über 6 H geht und das 12H Rennen findet somit nicht statt. Der genaue Zeitplan sieht dann wie folgt aus:

02.04.2011 58. ADAC Westfalenfahrt
30.04.2011 36. DMV 4-Stunden-Rennen
14.05.2011 42. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy
28.05.2011 53. ADAC ACAS H&R-Cup
11.06.2011 51. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen
30.07.2011 34. RCM DMV Grenzlandrennen
27.08.2011 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen
24.09.2011 43. ADAC Barbarossapreis
15.10.2011 35. DMV 250-Meilen-Rennen
29.10.2011 36. DMV Münsterlandpokal

Beendet wird die Saison wie immer mit der Jahresabschlussfeier sowie Siegerehrung der Klassen am 10.12 im Dorinth Hotel.

Aber nicht nur im Kalender hat sich was getan, auch im technischen Reglement gab es Veränderungen. Nachdem ja das Thema downsizing immer mehr in Mode kommt wie etwa in der F1, hat man sich auch in der VLN entschieden diesem Thema Rechnung zu tragen indem man 2 neue Klassen eingeführt hat, nämlich die V1T und die V2T in der Divison der VLN Serienwagen für Straßennahe Wagen bis 1.600 ccm bzw. 2.000 ccm Tubomotoren.

Überhaupt erleben die kleinen Klassen wie die SP3T (Turbomotoren bis 2000ccm) in der sich viele Opel Astra, Seat Leon, Audi TT tummeln oder die SP3 (Sauger bis 2000ccm) einen starken Zuwachs und so gehen alleine in diesen Klassen am Samstag knappe 40 Wagen an den Start (Rechenfehler mal außen vor gelassen ;-)). Auch ist in die SP3 die Renault Clio Cup Klasse eingebettet welche sich regelmäßig über sehr viele Nennungen erfreut und somit wesentlich dazu beiträgt und auch ein Grund war, warum sich Bonk den Titel sichern konnten. Wenn sich die Klassenstärke einigermaßen auf diesen Niveau halten kann dann stehen die Chancen sehr gut dass der diesjährige Meister aus einer dieser Klassen kommen wird.
Dies wird natürlich die Titelverteidiger von Bonk Motorsport sicher sehr freuen, aber gleichzeitig bedeutet dies auch dass man selber kaum Fehler machen darf, denn sonst kann ein direkter Konkurrent wie etwa Raeder Motorsport oder Black Falcon oder ein Team welches in einer der sehr beliebten VLN Serienwagenklassen oft die Nase vorne hat ein gutes Wörtchen um die Meisterschaft mitreden.

Dies ist auch sicher ein Grund warum z.b Derscheid Motorsport, das beständigste Team in der V2 in der Vergangenheit sich nun dazu entschlossen hat mit den Fahrern Rolf Derscheid/Michael Flehmer/Ralph-Peter Moog einen BMW 325i in der deutlich stärker besetzten V4 an den Start zu bringen.
Es ist daher sehr schwierig Favoriten vorherzusagen, da zwar ein jedes 2 Streichresultate besitzt da die besten 8 Ergebnisse in die Jahresgesamtwertung einfließen, aber ein Unfall auf der Nordschleife sehr schnell passieren kann oder dass die Nennungen in der ein oder anderen Klasse nach dem 24H Rennen unter Umständen stark zurückgehen, was eben dazu führt dass man in seiner Klasse nicht mehr so viele Punkte holen kann.
Eine Erklärung über die Klassen sowie das Punktesystem kann man hier nachlesen: http://www.racingblog.de/2010/10/15/vln-vorschau-34-dmv-250-meilen-rennen/
Es fällt aufgrund dessen zwar schwer wirklich treffsichere Voraussagen zu möglichen Jahressiegern zu treffen, aber man darf die Favoriten aus den zahlenmäßig stärksten Klassen schon weiter vorne erwarten. Dies wären somit natürlich wieder Mario Merten/Wolf Sylvester mit der #1 von Bonk Motorsport aus der SP3 (mit Clio Cup). Aus der SP3T wird man daher auch sicher wieder das bekannte Trio von letztem Jahr mit der Startnummer #333 auf ihrem Audi TTS vorne sehen können. Dies wären Elmar Degeener/Christoph Breuer/Jürgen Wohlfarth, von dem Team welches im 1. Lauf leider keinen Audi TT RS aus der SP4T an den Start bringt was meiner Meinung nach sehr schade ist, denn ich wäre sehr gespannt gewesen in wie weit dieses Auto bei sehr wechselhaften regnerischen Bedingungen vorne mitmischen hätte können.
Aber auch das Team Black Falcon welches dieses Jahr mit einem Großaufgebot an den Start geht (dazu mehr dann weiter unten) wird man mit der Startnummer #376 aus der V6 mit dem Trio Volin Oleg/Leisen Phillip/ sowie Sean-Paul Breslin auf einem BMW M3 auf jeden Fall auf der Rechnung haben müssen, nachdem ja letztes Jahr das Trio Leisen/Phillip/Knechtges den Kampf um den Titel gegen Bonk verlor.
Um die Chancen auf einen Sieg aber möglichst hoch zu halten hat man bei Black Falcon neben dem Wagen in der V6 auch einen Wagen in der Serienklasse darunter, der V5 genannt. Auf der Startnummer #396, einem BMW Z4 werden sich Carsten Knechtges/Tim Scheerbarth und Manuel Metzger am Steuer abwechseln.
Mein persönliches Dark Horse wären aber Oliver Jannik und Elmar Jurek auf einem Renault Clio Cup mit der #678, denn haben die beiden doch letztes Jahr schon stark in der Renault Clio Cup Klasse aufgezeigt, dass man hier gewinnen kann und aufgrund der großen Starterzahlen würde das halt immer ordentlich Punkte bedeuten.

Überhaupt spielen die Klassen eigne ganz wichtige Rolle in der Meisterschaft und so gibt es auch zum neuen Jahr hin Teams, welche entweder die Klasse gewechselt haben oder neu in die Meisterschaft und somit in die dazu gehörige Klasse gekommen sind. Ein paar möchte ich davon nun vorstellen:

Das bisher bekannteste und sicher mit am meisten Aufsehen erregendste Projekt welches die VLN bereichert dürfte ohne Zweifel der Ferrari P4/5 von der Scuderia Cameron Glickenhaus sein welcher in der E1-XP genannt wurde. James Glickenhaus hat sich hierbei einen Traum erfüllt und sich einen Nachbau des originalen Ferrari P4/5 bauen lassen welcher hier noch ohne Lackierung im reinen Carbon-Stil antritt. Die Basis für dieses Auto bildet noch der alte Ferrari F430 GT2, wovon unter anderem der Motor übernommen wurde jedoch wird schon beim 1. Blick klar dass hier mächtig eigenentwickelt werden musste, denn dieses Auto ist ein weltweites Unikat ! Dass man damit aber nicht nur optisch auffallen will, zeigt alleine schon die Fahrerpaarung, denn hier werden sich Nicola Larini, Luca Cappellari, Mika Salo und den einigen aus der BTCC bekannten Frabrizio Giovanardi am Steuer abwechseln.

Ein weiteres Team welches nun endlich wieder in gewohnter Manier ist Scheid Motorsport mit seinem Eifelblitz. Nachdem man ja im letzten Jahr aus bekannten Gründen erst wieder am Saisonende mit einem Wagen dank Hilfe von BMW antreten konnte, steht man nun schon beim 1. Rennen in der Nennliste. Als Auto wird wie beim letzten Lauf der BMW M3 GT4 in der Klasse SP10 eingesetzt jedoch nun in seiner standesgemäßen Farbe: Blau. Als Fahrer wird unter anderem Duncan Huisman am Steuer sitzen. Man wird damit zwar sicher nicht um Gesamtsiege mitfahren können, jedoch stellt es doch die beste Wahl für das Team dar, denn der finanzielle Einsatz welche Topteams wie Manthey, Phoenix oder Schnitzer im Kampf um die Gesamtsiege bringen ist für das sympathische Team rund um Johannes Scheid einfach kaum machbar. Aber es erfreut sicher jeden dass dieses Traditionsteam wieder am Start ist und vll. ist man ja für die ein oder andere Überraschung gut wenn das Wetter wechselhaftig ist und Konkurrenten welche auf dem Papier zwar schneller sind, aber Fehler machen.

Ein weiteres sehr prominentes Team was man man in der Nennliste findet ist Kremer Motorsport. Eines der erfolgreichsten Deutschen Motorsport-Teams in den vergangen Jahre/Jahrzehnten tritt nun wieder in der VLN mit 2 Wagen an. Nachdem man jedoch die letzten 15 Jahre nicht ins Geschehen eingreifen konnte, hat man nun endlich wieder die Mittel um wieder anzugreifen. Dass man trotz 15 Jahren Pause aber immer noch das erfolgreichste Amateuer Team in der deutschen Motorsportgeschichte ist zeigt welch außergewöhnliche Leistungen dieses Team in der Vergangenheit abliefern konnte. Der am stärksten eingeschätzt Wagen dürfte der Porsche 911 Cup in der SP7 sein welcher von den sehr erfahrenen Michael Küke und dem Teaminhaber Eberhard A. Baunach um den Ring pilotiert wird. Ein 2. 911 Cup wird in der Cup-Klasse antreten welche auch dieses Jahr wieder hart umkämpft sein wird und auch sicher den ein oder anderen Wagen aus der SP9/7 ärgern wird. Gerade wenn es regnet kann so ein Cup-Porsche in guten Händen und mit guter Strategie für richtig Furore sorgen.

Dazu wird sich ein weiterer Porsche 911 gesellen und zwar einen welchen man auf den 1. Blick dort vll. nicht erwartet hätte, in Anbetracht der starken Werksteams samt Profifahrern aber doch verständnisvollen Schritt getan haben. Die Rede ist vom WTM-Porsche welcher letztes Jahr noch in der SP9 am Start war und nun in der SP7 genannt wird um die Chance auf Klassensiege zu haben. Nachdem Peter Paul-Pietsch nicht mehr ins Volant greifen wird, wird dieser Wagen nun von Oliver Kainz/Georg Weiß/ sowie Michael Jacobs gesteuert.
Dort bekommen sie aber auch von Frikadelli Gesellschaft welche heuer einen 2. Wagen, einen 911 Cup in der SP7 an den Start bringen werden welcher am Samstag von Klaus Abbelen und Florian Fricke über den Ring gesteuert wird, während sich Sabine Schmitz und Niclas Kentennich in der #30 einem Porsche 911 GT3 R in der SP9 abwechseln werden.

Somit sind wir nun in der Top besetzten Klasse, der SP9 angelangt. Hier tummeln sich al die Wagen welche nach FIA GT3 Reglement aufgebaut sind und aktuell am schnellsten sind. Gerade hier wird sich ein richtig schöner Zweikampf um die Gesamtsiege entwickeln, wobei man aber gerade im Vorfeld zu den 24H aber davon ausgehen muss dass hier zum teils massives Sandbagging betrieben wird um nicht vor den 24H noch zusätzliches Gewicht oder einen kleineren Air Restriktor verpasst zu bekommen. Man sollte daher diese Zeiten sowie der anderen Gesamtsiegfähigen wie dem BMW M3 GT2 (E1-XP) oder dem Farnbacher Ferrari F458 nicht für bare Münze nehmen, da man im letzten Jahr hier im Vergleich zu den Rennen nach dem Saisonhöhepunkt um gute 10-15 Sekunden langsamer war. Ähnliches erscheint auch hier möglich, auch wenn alle Wagen per Datalogger und vorgesehener Mindest-PS Zahlen reglementiert sind. In wie weit das aber funktionieren wird wird sich dann zeigen müssen. Beginnen möchte ich bei den Top-Wagen mit der Marke welche 2010 gesamte 9 von 10 Rennen gewinnen konnte:

Porsche 911 GT3 R

Auch heuer werden die Gesamtsiege sicher wieder über die Marke aus Zuffenhausen führen. Alleine Manthey wird wieder mehrere Wagen einsetzen, darunter die Top besetzen Wagen in der SP9 mit dem bekannten “Dicken” #11, wo sich am Samstag Lucas Luhr, Timo Bernhard und der Überaschungsmann des letzten Jahres, Arno Klasen abwechseln werden. Die #8 der Haribo Porsche wird indes hingegen von dem bekannten Christian Menzel sowie Neuzugang Mike Stusberg gesteuert, nachdem Lance David Arnold ja nun bei Heico einen Mercedes SLS AMG GT3 im GT Masters pilotieren wird. Auch auf dem Nadelstreifen(/Wodka)-Porsche bleibt nicht alles beim alten, nachdem Armin Hahne ebenfalls das Lager in Richtung Mercedes verlassen hat, wird die #10 nun vom schnellen Jochen Krumbach sowie Marc Gindorf und Philipp Wlazik gesteuert.
Dies sind aber nicht die einzigen Porsche 911 GT3 R mit Siegchancen, denn auch den Illbruck (welcher offiziel als Pinta Porsche) GT3 R mit der Startnummer #14 mit Michael Illbruck und Manuel Lauck wird man auf jeden Fall zum erweiterten Favoritenkreis zählen müssen, ebenso wie den Falken Porsche mit der #34 welcher von niemand geringerem als Peter Dumbreck und Jörg Bergmeister über den Ring pilotiert wird.
Leider fehlt auf der Liste Mühlner Motorsport nachdem Jörg Bergmeister im Mühlner-Porsche im letzten Rennen das Feld über die ersten Runden anführen konnte, dann aber aufgrund von technischen Problemen erst zurückgeworfen wurde, eher dann später der endgültige Ausfall feststand. Bis jetzt ist der Porsche 911 GT3 R mit 1250kg, 67,7mm Air Restriktor und 100 Liter Tank eingestuft und somit in etwa auf den Niveau des Vorjahres wobei natürlich der kleiner Air Restriktor schon Auswirkungen haben wird, aber wie stark wird abzuwarten sein.

Mercedes SLS AMG GT3

Ein wahres Großaufgebot an siegfähigen Wagen schickt Mercedes in das Rennen. Nicht weniger als 7 (!!!) Wagen wurden von ROWE, Mamerow, Horn und Black Falcon für das Rennen am Samstag genannt und man unterstreicht die Absicht alles zu tun damit beim 24. H Rennen 2011 ein Stern ganz oben auf dem Podest steht. Angeführt wird das Aufgebot des “Kundeneinsatzes” von Black Falcon welche in der Startnummer #2 die 4 Toppiloten Kenneth Heyer, Thomas Jäger, Jan Seyffarth sowie Jeroen Bleekemolen fahren lassen. Unterstützung im Kampf um den Gesamtsieg erhalten sie dabei von der #7 Mamerow Racing wo der Fahrer des Jahres 2009, Chris Mamerow und der vorher angesprochene Armin Hahne hinter dem Volant Platz nehmen werden.
ROWE Racing wird dabei auch unter anderem die #15 mit dem aus der GT1-WM bekannten Dominik Schware/Hubert Paupt sowie Klaus Rader einsetzen.
Als 4. Team komplettiert Horn Racing das Quartett und tritt dabei mit keinem geringeren als Sascha Bert sowie Teameigner David Horn an, man wird abwarten müssen wie sie die oben geannten Paarungen schlagen werden, denn bei den 24H von Dubai war teilweise zwischen den Zeilen zu hören dass man in Sachen Speed noch nicht ganz so zufrieden ist, aber sollte es Probleme geben/gegeben haben wird dem dort sicher mit Hochdruck nachgegangen. Es kann aber auch gut sein dass mögliche Performance Probleme über die Saison hinweg auf einmal um Punkt 15.00 Uhr am 25. Juni verflogen sind wenn die 24H starten ;-). Von daher sollte man die Performance der Wagen wie oben schon einmal angesprochen generell mit Vorsicht genießen. Als Einstufungsergebnisse liegen bis jetzt 1350 kg, 120 Liter und ein noch zu definierender Air Restriktor vor.

Audi R8 LMS

Relativ bescheiden wirkt dagegen das Aufgebot von Audi. Nur 2 R8 LMS sind in der Nennliste für Samstag zu finden, nachdem ja letztes Jahr am Anfang bis zu 4 Wagen direkt von Abt und Phoenix eingesetzt wurden. Auch sind die 2 R8 von Black Falcon nicht mehr am Start da man ja bekanntlich auf Mercedes umgestiegen ist. Dafür haben es die 2 Besatzungen aber def. in sich und man wird Fahrerseitig sicher Chancen auf einen Podestplatz haben. So steuern die #27 Andreas Simonson (bekannt vom Farnbacher Ferrari), Christopher Haase (Mercedes SLS AMG GT3 in der VLN letztes Jahr) sowie Marc Bronzel welche sicher eine starke aber eben komplett neue Paarung bilden. Das Schwesterauto, die #21 wird von Marc Brunstedt und Marc Hennerici pilotiert, vor allem Marc sollte so ziemlich jedem bekannt sein. Auch hier bleibt es abzuwarten wie sich die Audi schlagen werden da Audi dem R8 im Winter sicher wieder ein Upgrade spendiert hat, was sich auch in der Einstufung im Rahmen der BoP zeigt. So muss der R8 nur noch 1300 kg auf die Wage bringen was nochmals 25 kg weniger sind als beim letzten Rennen 2010, darf dafür aber auch nur mehr 110 Liter Tankvolumen besitzen.

Dies war nun eine Übersicht über die Topklasse SP9, jedoch existiert ja auch noch die E1-XP in welcher ja z.b der Ferrari P4/5 genannt wurde. In jeder besagten Klasse sind aber noch 2 andere Wagen gemeldet und da aller guten Dinge zwar 3 sind, aber 4 große Hersteller natürlich noch mehr Spannung versprechen hat auch BMW wieder 2 M3 GT2 für das Rennen am Samstag genannt.

BMW

Auch in diesem Jahr wird man mit dem Team aus München rechnen müssen, hat man sich doch schon frühzeitig in der vergangenen Saison entschieden auch heuer wieder in der VLN starten zu wollen. So hat man 2 überarbeitete BMW M3 nach GT2 Reglement genannt um ein Wörtchen um die Gesamtsiege mitreden zu können. Erkennbar sind die M3 an der leicht überarbeitenden Front wie z.b den geänderten Flaps über den Splitter. Pilotiert werden diese Wagen mit den gleichen Besatzungen wie im Vorjahr. So wird die #42 von Jörg Müller, Augustu Farfus und Nordschleifenverteran Uwe Alzen pilotiert, während das Schwesterauto von Dirk Werner, Dirk Müller und Andy Priaulx gesteuert wird. Es fehlen leider Dirk Adorf sowie Pedro Lamy.

Zum Abschluss möchte ich noch einen kleinen Überblick über die etwas älteren aber keinesfalls langsamen Gruppe H Wagen geben, denn hier tauchen echte Sehenswürdigkeiten auf.
Zum einen wäre hier der Porsche dp 935 vom MSC Osnabrück e.V mit den Piloten Michael und Wolfgang Schreyl und der Startnummer #568. Wer nicht weiß welcher Porsche das ist, der kann sich mal hier durch die Trefferliste von Google arbeiten um zu sehen welch historisches Fahrzeug hier an den Start gebracht worden ist.

Ein weiteres historisches und sehr schnelles Auto ist der Mercedes Benz E190 Evo der Gebrüder Schall. Nachdem sie im letzten Lauf zur VLN bereits auf diesem Auto angetreten sind haben sie sich dazu entschlossen mit Hilfe von Black Falcon und Michael Bäder dieses Auto auch heuer wieder einzusetzen. Wer mehr über die Geschichte dieses Autos wissen, will, soll bitte hier (Absatz 5) klicken, denn sonst wird meine Vorschau noch länger ;-)

Leider ist der BMW M1 nicht in der Liste zu finden, ebenso wenig wie Hans Joachim Stuck welcher sein Comeback auf der Nordschleife daher nicht am Samstag feiern wird, ebenso wenig wie seine Söhne Johannes und Ferdinand welche ja im GT Masters auf einem Lamborghini LP600 von Reiter starten.

Das Zeittraining zum Rennen startet am Samstag bereits um 8.30 Uhr und geht wie gewohnt über 90 Minuten bis 10.00 Uhr, ehe dann um 12.00 Uhr die grüne Flagge für die 1. von 3 Startgruppen fallen wird.
Leider gibt es keinen Internetstream, wer jedoch in der Nähe der Nordschleife wohnt kann das Rennen über DVB-T sehen, andere wie ich sind auf das Liveradio mit Lars Gutsch und dem Liveticker samt Livetiming von www.vln.de angewießen.

August 24 2010

15:49

Analyse: LMS und ALMS – A Day of Firsts

Beide Le Mans-Serien boten einiges an Spektakel und vor allem überraschende Ergebnisse und Vorentscheidungen in einigen Meisterschaftswertungen.

Schon in den Trainingssessions der Le Mans Series zeichnete sich ab, dass der Vorsprung des Oreca-Peugeots vor der Benziner-Konkurrenz aus beiden Prototypen-Klassen nicht allzu groß sein würde – dass es dann Danny Watts im Strakka-HPD tatsächlich auf die Pole Position schaffte, war dann aber doch überraschend. Der Peugeot schaffte es gar nur auf Rang 4, hinter den beiden Rebellion-Lola, deren viel Abtrieb produzierendes Chassis auf dem engen Hungaroring so gut passte wie nirgendwo sonst.

Watts war am Start gegen die großen LMP1-Maschinen chancenlos, war sich dessen auch bewusst und machte Platz. Er sortierte sich auf Rang 4 ein und hielt mit. Vor ihm jedoch duellierte sich für die erste Hälfte des Rennens der jeweilige Peugeot-Pilot zunächst mit Andrea Belicchi, dann mit Jean-Christophe Boullion. Der geringere Diesel-Verbrauch bescherte dem Oreca-Team im Laufe der Zeit eine größere Führung, auch einige Fehler der Rebellion-Piloten kamen dazu, wie es überhaupt viel Gerangel beim Überrunden und viele Ausrutscher auf dem wegen der Hitze rutschigen Asphalt gab.

Dann schlug nach etwa zwei Renndritteln das der Defektteufel zu: sowohl bei der Rebellion-#13 als auch beim Peugeot – der zu diesem Zeitpunkt schon Rundenvorsprung hatte – streikte beinahe zeitgleich das Getriebe, möglicherweise spielte auch hier die Hitze ein Rolle, wie beispielsweise bei den Orecas der Formula Le Mans-Klasse, die fast geschlossen ausfiel.

Da auch der zweite Rebellion-Lola sowie der Signature-Aston Martin mit Problemen zurückgefallen waren, erbten Leo und Greg Mansell, beobachtet von Vater Nigel in der Box, die LMP1-Führung – jedoch nicht die Gesamtführung, denn vor ihnen lagen stets fünf bis sechs LMP2-Fahrzeuge. Nachdem das Strakka-Team den Stint des vergleichsweise langsamen Gentleman Driver Nick Leventis (um den herum das Team überhaupt nur aufgebaut wurde) in Führung überstanden hatte, war ihnen der Sieg nicht mehr zu nehmen und so gab es den ersten Gesamtsieg in der Le Mans Series für ein LMP2-Team. Quifel-ASM, Oak, RML, Bruichladdich und Racing Box kamen jeweils mit Rundenabstand dahinter ins Ziel, erst dann mit dem Beechdean-Mansell-Ginetta der LMP1-Sieger.

Die Klassen GT1 und Formula Le Mans sind kaum der Rede wert: letztere löste sich im Laufe des Rennes auf, nur das die Meisterschaft anführende #43 DAMS-Auto (Barlesi/Cicognani/Chalandon) kam ohne technische Probleme über die Distanz. In der GT1 blieb nach einem äußerst heftigen Crash des eFX Atlas-Saleen, bei dem Carlo van Dam aber nicht zu Schaden kam, nur der Larbre-Saleen übrig. Das Atlas-Team wird das Fahrzeug wohl auch nicht bis Silverstone wieder aufbauen können, sodass Larbre Meister ist – nun steht nur noch ein einziges unverdient unrühmliches „Rennen“ für diese Klasse an.

In der GT2 schien es zunächst, als würde die Ferrari F430 der Teams AF Corse und CRS das Wochenende dominieren. In der Quali räumte man die ersten drei Plätze ab und auch im Rennen lagen lange drei Ferrari vorn. Doch je dunkler und kühler es wurde, desto stärker wurde das Felbermayr Proton-Team, bis Richard Lietz und Marc Lieb in Runde 154 die Führung übernahmen und sie nicht mehr hergaben. Andrew Kirkaldy versuchte alles, um den Sieg für CRS zu holen, bis kurz vor Schluss verfolgte er Lietz mit teilweise nur einigen Zehntelsekunden Abstand, doch vorbei kam er nicht und musste in den letzten Runden abreißen lassen.

Rang 3 erreichten dahinter Patrick Pilet und Raymond Narac mit einem eher unauffälligen Rennen, erst dann kamen zwei der drei AF Corse-Ferrari ins Ziel, Alesi/Fisichella/Vilander vor Alvaro Barba Lopez und Alvaro Parente, der sich bei seinem LMS-Debüt sehr wacker schlug. Für Rob Bell und Darren Turner reichte es nach dem vierten Rang in Portimao dieses Mal zu Platz 6, nachdem man das quälende Untersteuern der Startphase abstellen konnte.

Die Meisterschaft ist Richard Lietz und Marc Lieb nun kaum noch zu nehmen: 15 Punkte beträgt der Vorsprung auf Alesi/Fsichella/Vilander, genau so viele Zähler gibt es für den Rennsieg, einen weiteren kann man durch die Pole Position dazuverdienen.

Ähnlich ist der Stand der Dinge in der LMP2, wo RML sieglos, aber dank Konstanz um 13 Punkte vorn liegt. Strakka mag zwar das schnellste Team sein, aber zwei Ausfälle in nur vier Rennen haben die Meisterschaftschancen beinahe zunichte gemacht.

Wirklich spannend ist allerdings die Meisterschaft in der Königsklasse, der LMP1: hier haben beim Saisonfinale der Oreca-Peugeot (49 Punkte), der Signature Plus-Aston Martin (47), der #7 Audi R15 (44) und die beiden Rebellion-Lola (43 bzw. 41) noch Meisterschaftschancen. Zu beachten ist natürlich, dass in Silverstone die versammelte Werkskonkurrenz von Audi, Peugeot und Aston Martin am Start sein wird – das wird zumindest die Chancen von Signature und Rebellion minimieren, die Frage wird also sein, ob die Crew des Oreca-Peugeot es schafft, nicht mehr als sechs Punkte weniger zu holen als Audis Top-Besetzung Capello, McNish und Christensen in der #7.

American Le Mans Series

Der Sommer wird immer besser für Drayson Racing: zunächst die Zielankunft in Le Mans, dann der zweite Platz beim ALMS-Lauf in Utah, die erste Pole vor zwei Wochen in Mid-Ohio und nun die nächste Pole, wieder herausgefahren vom immer mehr aufblühenden Jonny Cocker. Seit dem Petit Le Mans 2009, also seit fast einem Jahr, fährt die britische Mannschaft in der LMP1-Klasse mit, bisher fehlte es aber stets an der Zuverlässigkeit oder am letzten Quentchen Glück. Bisher…

In dem unglaublich spannenden Sprit-Krimi von Elkhart Lake fiel die Entscheidung zwei Kurven vor der Zielflagge, als Klaus Graf im Cytosport-Porsche auf dem Weg zur Canada Corner nicht schnell genug am Robertson Ford GT vorbeikam und dann nach Kampflinie und mit magerem Benzingemisch nicht optimal aus der Kurve herausbeschleunigen konnte. Cocker nutzt die Chance und zog vorbei, nachdem er zwanzig Minuten vor Schluss seinen letzten Tankstopp eingelegt hatte. Und so räumte Drayson Racing alles ab, was es zu gewinnen gab: Gesamtsieg, Pole, Schnellste Rennrunde und den Sieg in der Green Challenge-Wertung der Prototypen. Außerdem dürfte es der erste Gesamtsieg für ein E85-befeuertes Fahrzeug in der ALMS gewesen sein.

Doch von Anfang an: Zunächst war es Johnny Mowlem im turbogeladenen Autocon-Lola, der in Führung ging und diese ganze 23 Runden lang halten konnte. Die zwar angeglichene, aber eigentlich ja für die LMP2 konstruierte Konkurrenz konnte mit den kleineren Motoren nicht mithalten, der Intersport-Lola erlag früh einem Motorschaden und seiner Lordschaft Paul Draysons ehrenvolle Aufgabe war es, konstant und fehlerfrei seinen Stint abzuspulen. Denn auf einer Strecke wie der Road America, wo die Spreu vom Weizen getrennt wird, kann der Privatier nicht mit Vollprofis a la Mowlem, Timo Bernhard und Simon Pagenaud mithalten. Drei bis vier Sekunden fehlten pro Runde, aber dieses Programm spulte er immerhin bis zum Fahrerwechsel gegen Rennmitte fehlerfrei und konstant ab. Ohne die Gelbphasen wäre es zwar wohl trotzdem schwierig gewesen, in der Führungsrunde zu bleiben, aber das Team hätte in dem Fall den Fahrerwechsel früher vornehmen können.

In Runde 23 streikte dann das Autocon-Getriebe, in der Folge kämpften Chris Dyson, Simon Pagenaud und Timo Bernhard um die Führung. Das Bild änderte sich mit der dritten Caution: Jonny Cocker übernahm den grünen Lola mit der #8. Draysons Rückstand war zum Glück des Teams von der Gelbphase wieder egalisiert worden, sodass Cocker sofort vorn mitmischen konnte: beim Restart nach einer weiteren Gelbphase  (aufgrund eines kuriosen Unfalls des GTC-Porsches von Bryce Miller) flog der junge Brite – der übrigens heute 24 Jahre alt wird! – am Porsche RS Spyder und dem HPD ARX-01c vorbei und ging in Führung.

Bis zu sechs Sekunden schneller fuhr er Cocker der Folge – die langen Geraden bevorteilen natürlich die LMP1-Fahrzeuge. Allerdings würde er noch einen weiteren Stopp einlegen müssen. Die SpeedTV-Kommentatoren wunderten sich, dass er das nicht während der letzten Caution getan hatte, aber der entscheidende Unterschied ist, dass Drayson im Gegensatz zu Highcroft, Dyson und Cytosport Konkurrenz den E85-Sprit nutzt, der aufgrund der geringeren Energiedichte einen höheren Verbrauch bedeutet. Dieser Nachteil kostete das Team in Salt Lake City den Sieg und auch hier sollte es wieder knapp werden

Zwanzig Minuten vor Schluss steuerte Cocker die Box an und stand entsprechend dem hohen Verbrauch auch vergleichsweise lange. Zwischen zwei und fünf Sekunden holte er danach jede Runde auf, kämpfte sich am Dyson-Lola und dem HPD vorbei und machte Jagd auf Graf im Porsche. Das Ergebnis ist bekannt, der Weg dahin sah so aus:

Der Tank war, wie Cytosport hinterher per Twitter mitteilte, wohl nicht leer, sonst hätte es Graf kaum noch den Berg hinauf geschafft, aber die Kombination aus knappem Sprit und der schwierigen Überrundung haben das Team wohl den Sieg gekostet. In der Meisterschaft hat Graf trotzdem drei Punkte auf Pagenaud und Brabham aufgeholt, der Rückstand beträgt noch 20 Punkte. Die sind theoretisch zwar aufholbar, aber bei der Konstanz des Highcroft-Teams, für die dieser dritte Platz das schlechteste Saisonergebnis war, wäre es zumindest überraschend.

In der GT-Klasse ging es ebenfalls hoch her, aber im Endeffekt war BMW nicht zu schlagen, auch wenn nur einer der beiden das Ziel erreichte. Für Bill Auberlen war bereits früh Feierabend, nachdem er in Runde 10 mit dem Flying Lizard-Porsche und Scott Tucker, dem LMPC-Meisterschaftsführenden, aneinandergeriet. Tucker und Auberlen schlugen auf dem Vollgasstück in Richtung Canada Corner hart ein, aber beide Fahrer waren in Ordnung. Es stellt sich die Frage, ob man die LMP Challenge-Boliden mit dem neuen Restriktor nicht vielleicht etwas zu sehr verlangsamt hat. Auf der langen Road America waren sie pro Runde nur sechs Sekunden schneller als die GT-Fahrzeuge.

Joey Hand und Dirk Müller im anderen BMW waren jedoch nicht zu stoppen und fuhren nach einem Jahr an gleicher Stelle den verdienten zweiten Sieg in der ALMS ein, vor Bergmeister/Long und den beiden Corvettes. Die Risi-Ferrari schwächelten: für Melo/Bruni und Salo/Kaffer reichte es nur für die Klassenränge 6 und 7.

Damit wächst die Führung des Flying Lizard-Duos um 10 auf 18 Punkte an, Müller/Hand haben gar gleichgezogen mit Melo/Kaffer. Bei noch zwei ausstehenden Rennen ist aber noch nichts entschieden, denn beim Saisonfinale, dem Petit Le Mans, werden 30 Punkte für den Sieg vergeben statt der bei den kürzeren Renndistanzen üblichen 20.

In der LMPC gewannen Gunnar Jeannette und Elton Julian, Jeannette rutscht somit bis auf vier Punkte an Scott Tucker heran, der dank seines Doppeleinsatzes in beiden Level5-Autos trotz des Unfalls noch 13 Zähler für den dritten Klassenrang retten konnte.

Die GTC-Klasse dominieren weiterhin Jeroen Bleekemolen und Timothy Pappas, nach dem vierten Sieg in fünf Rennen haben sie nun einen Vorteil von 21 Punkten gegenüber Andy Lally, der durch Verschulden seines für den verhinderten Henri Richard eingesprungenen Teamkollegen Duncan Ende nur acht Punkte einsammeln konnte, und Velox Motorsport-Pilot Shane Lewis.

Vor dem Rennen verkündete Serienchef Scott Atherton außerdem den Rennkalender für das Jahr 2011. Er wird mit zehn Rennen ein Event mehr umfassen als der diesjährige Kalender. Dies wird vermutlich ein gemeinsamer Auftritt mit der IndyCar-Serie auf dem Stadtkurs von Baltimore am ersten Septemberwochenende sein. Laut Atherton ist es ein „done deal“, der aber noch nicht offiziell verkündet werden könne – man wird das vermutlich gemeinsam mit der Ankündigung der IRL und den Baltimore-Organisatoren machen.

Die 12h von Sebring und das Petit Le Mans bilden traditionell den Rahmen der Serie, beide werden ja auch zur Intercontinental Le Mans Challenge gehören. Das in diesem Jahr auf sechs Stunden verlängerte Rennen auf dem Mazda Raceway Laguna Seca wird aus dem Mai in den September verschoben, was etwas schade ist, da es sich als letzter Test vor Le Mans für die US-Teams aufgrund der Rennlänge gut eignete. Möglicherweise hat mein bei der ALMS-Führung die Hoffnung, an diesem Termin Mitte September einige europäische Teams anzulocken, falls die LMS-Saison zu diesem Zeitpunkt bereits vorüber sein sollte.

Und dann ist da noch ein „To be decided“-Event am Vortag des Independence Day. Von den diesjährigen Rennen fehlt der Miller Motorsports Park im Kalender, ob an jedem datum dort gefahren wird, oder ob Atherton für dieses große Wochenende noch etwas anderes aus dem Ärmel zaubert, bleibt abzuwarten.

Außerdem verkündete der CEO der ALMS, dass man die Rennlängen wieder mehr variieren werde, auf Wunsch der Fans würde man über längere Distanzen für einige Rennen nachdenken, um den Endurance-Gedanken wieder mehr zu betonen. Der Road America-Lauf etwa war bis 2008 ein 4h-Rennen. Fraglich ist, wie gut sich das mit der TV-Berichterstattung vereinbaren lässt, die Probleme der Live-Übertragung langer Rennen kennt man ja in Europa.

Wer will, kann übrigens seit diesem Wochenende an der a

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