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February 01 2014

12:25

Formel Eins: Analyse Test Jerez 2014

Die Rundenzeiten aus Jerez kann man vergessen, aber es gab doch ein paar Einblicke und Überraschungen.

TEST PRE-CAMPIONATO F1/2014 JEREZ DE LA FRONTERADie erste Überraschung dürfte das Design betreffen. Von den zehn Rennställen, die in Jerez anwesend waren, hatte jeder eine eigene Interpretation der neuen Regeln. Auffallend waren die Lösungen im vorderen Bereich, die von “schick” (Red Bull, Mercedes) über “interessant” (McLaren) bis hin zu “Oh mein Gott” (Caterham) reichen. Doch dazu später noch etwas. Geradezu katastrophal verlief der Test für Renault. Ausnahmslos alle Teams mit den Motoren von Renault hatten massive Probleme mit der Kühlung der Batterien, bei Red Bull war es besonders schlimm. Daniel Ricciardo kam bei seiner ersten Ausfahrt am dritten Tag nicht mal bis in den ersten Zeitsektor, da qualmte es schon aus dem Heck. Red Bull brach den Test dann am Freitag ab. Man hatte genau 21 Runden geschafft. Auch Toro Rosso kam nicht viel weiter, nur Caterham (!) konnte mehr Runden drehen. Die Absage von Lotus steht somit auch unter einem anderen Licht, denn offenbar ist denen das Problem schon vorher aufgefallen.

Wo genau die Probleme von Renault liegen, hat Rob White, der stellvertretende Manager des Bereiches “Technik” in einem Interview ehrlich dargestellt. Und die Probleme scheinen mit dem Turbo, den Energiesystemen und der Mechanik zusammenzuhängen. Christian Horner meinte kurz vor der Abreise, dass die Franzosen ihren Motor bis zum nächsten Test in Bahrain sicher auf dem Prüfstand verbessern würden. Nun wird Renault das neue Aggregat sicher seit mindestens 15 Monaten auf dem Prüfstand laufen haben, aber irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Bei einem V6 können das durchaus Vibrationen sein, aber es gab auch Berichte über Probleme bei der Energierückgewinnung und den Batterien.

Klar ist, dass zumindest Red Bull ein Problem mit der Abfuhr der Hitze hat. Am Freitag versuchte man sich an Laubsägearbeiten an den Seitenkästen und fräste eine Öffnung von der Größe einer Zigarettenpackung rein. Geholfen hat es auch nichts, Adrian Newey war zudem schon Donnerstag abgereist. Der Test war also ein Reinfall, was nicht bedeuten muss, dass der RB10 ein Fehlschlag ist. Richtig ist aber, dass Red Bull einiges an Zeit auf der Strecke fehlt. Während Mercedes und Ferrari wie frisch geölte Blitze und vor allem meistens problemlos unterwegs waren, stand Red Bull nur rum.

Die Aussagen von Red Bull klangen auch nicht gerade überzeugend. Man sei sicher, dass man in Bahrain alles im Griff haben werde, hieß es. Aber offenbar handelt es sich nicht um Kleinigkeiten, die man nebenbei beheben kann.

Bei allen Teams mit Mercedes-Motoren lief es dagegen richtig gut. Sieht man mal von dem gebrochenen Frontflügel bei Hamilton am ersten Tag ab, war Mercedes selber richtig gut unterwegs. Insgesamt schaffte man 309 Runden, ein sehr guter Wert. Größere Probleme schien es nicht gegeben zu haben, am Freitag simulierte man gleich eine Renndistanz. Allein die Werte aus diesem Test dürften Gold wert sein. Denn es geht ja auch darum, die Verschleißwerte des Motors im Auto zu testen. Ein Prüfstand kann zwar eine Renndistanz simulieren, aber ein Motor reagiert in einem Fahrzeug ja immer noch mal etwas anders. Gerade der Dreck in den Kühlern macht hier einiges aus. Audi kann da ein Lied von singen. Vor zwei Jahren, als man zum ersten Mal mit dem R18 antrat, hatte man rund um die Uhr getestet. Aber halt immer alleine. In Le Mans stellte man dann fest, dass der Reifenabrieb die Kühler zusetze.

Die Tests sind also nicht nur wichtig, um herauszufinden, wie schnell man ist, sondern auch, um solche Schwachstellen zu finden. Etwas, was Red Bull dann noch machen muss.

Die Zeiten aus Jerez sind nicht so wichtig, weil sie nur schwer vergleichbar sind. Dummerweise fehlt in diesem Jahr das inoffizielle Timing bei den Tests, daher kann man keine Rundenzeitenvergleiche über die Longruns machen. Ich hoffe, dass das in Bahrain anders wird.

Interessanter als die Testzeiten ist im Moment aber immer noch das Design. Ich persönlich war teilweise erstaunt, welch elegante Lösungen gefunden wurden. Aber der Reihe nach.
(Achtung, alle Bilder sind in Höchstauflösung hochgeladen, damit man besser die Details sehen kann)

Red Bull
464823099XX00119_F1_TestingAuf den ersten Blick wirkt der Wagen erstaunlich konservativ. Newey hat sich gegen eine “Finger-Nase” entschieden und die Front nicht verjüngt. Auffallend ist der Luftauslass oben vor dem Cockpit auf Höhe des “Total”-Aufklebers. Wie im letzten Jahr wird die Nase offenbar durchströmt, der Sinn dafür ist unklar. Ein Blick auf die Seitenkästen verrät allerdings, woher die Probleme des RB10 kommen. Kein anderer Designer hat die Seitenkästen derartig stark eingezogen. Ferrari, McLaren und Mercedes haben deutlich mehr Ausbuchtungen im Heck. Das macht die Luftführung unregelmäßiger, aber dafür hat man halt mehr Luft zum Kühlen unter der Haube. Sonstige Auffälligkeiten gibt es bei der gezeigten Version nicht.

Mercedes
190388554-814212912014Auch die Deutschen haben sich für eine konservative Variante entschieden. Wie bei Red Bull fällt die Nase gleichmäßig ab und endet in einer stumpfen Form. Beim W05 fallen allerdings die beiden “Haken” an der Seite der Nase auf, die die Kameras halten. Die erinnern an die Variante, die BMW mal vor ein paar Jahren auf dem Wagen hatte. Ob die Halterung legal ist, ist dann wieder eine andere Frage. Normalerweise dürfen die Kamerabefestigungen nicht für aerodynamische Zwecke missbraucht werden. Allerdings hat sich Mercedes für eine sehr flache Variante der Front entschieden und die Kameras müssen in einer gewissen Höhe angebracht werden. Man darf gespannt sein, ob sie damit durchkommen. Das Heck des Mercedes ist breiter als beim Red Bull, zudem hat man wieder die Heckfinne ausgegraben.

Ferrari
TEST PRE-CAMPIONATO F1/2014 JEREZ DE LA FRONTERADie Italiener haben auch auf den “Finger” verzichtet, sich aber für eine andere Form entschieden. Die Nase fällt anders als bei Red Bull oder Mercedes sehr steil ab und sieht ein bisschen wie ein platt gedrückter Entenschnabel aus. Die eher harte Stufe hat aerodynamische Nachteile an der Front. Auf der anderen Seite hat die Luft nach der Stufe mehr Zeit und Platz, um um den Wagen herum zu fließen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sich Ferrari da einen Gefallen getan hat. In Sachen Ansehnlichkeit sicher nicht. Die Seitenkästen ziehen sehr schnell und stark nach innen, flachen aber nicht komplett ab. Mal abgesehen von der Nase ist der Wagen sehr hübsch geworden.

McLaren
_W2Q8989Das erste Top-Team, das auf den “Finger” setzt. Allerdings hat man die Nase mit langen Luftleitblechen versehen, sodass es nicht ganz so schlimm aussieht. Diese Luftführung zieht sich bis zur Aufhängung, was eine einmalige Lösung im Moment ist. Aber insgesamt macht die Front einen sehr breiten Eindruck. Die Seitenkästen sind ebenfalls etwas anders. Der MP4-29 zieht die Kästen schnell sehr stark nach innen, allerdings laufen diese auch weiter ins Heck aus, als das bei anderen Teams der Fall ist. Für Aufsehen hat die Hinterrandaufhängung gesorgt. Man hat die Aufhängungsteile so konstruiert, dass sie ein “Tränen”-Design haben und als Luftleitbleche agieren. Das sieht fast wie ein zusätzlicher Diffusor aus und soll wohl auch eine ähnliche Wirkung haben. Legal ist die Konstruktion in jedem Fall, leicht zu kopieren ist sie allerdings nicht, weil die exakte Position der Träger mit den Aufhängungspunkten am Getriebe zusammenhängt. Will ein Team das kopieren, müsste es das Getriebe bzw. dessen Verschalung neu gestalten. Das ist alles nicht so einfach, wie es klingt, denn das Getriebe ist Teil des Chassis.

Force India
Motor Racing - Formula One Testing - Day 4 - Jerez, SpainDie Inder haben eine komplett andere Lösung für die Front gefunden. Während die oben genannten Teams versuchen, die Luft um die Nase zu führen, haben die Designer bei Force India die Nase mehr oder weniger abgeschnitten. Nur Caterham trägt die Nase weiter oben. Das hat den Vorteil, dass die Luft, mal abgesehen vom “Finger”, ungestört unter das Auto kommt. Und dort kann man dann ohne Verwirbelungen besser mit ihr umgehen. Dementsprechend sieht man am VJM05 kaum Luftleitbleche am Vorderbau und auch die Kühleinlässe in den Seitenkästen sind recht klein geraten. Offenbar kommt da einfach mehr ungestörte Luft an. Die Variante ist zwar hässlich, greift aber die aerodynamischen Regeln auf, die man in den letzten Jahren verfolgt hat. Die Seitenkästen sind eher Standard, auffallend sind aber die Ausbeulungen der Motorabdeckung. Die sind erstaunlich hoch und breit ausgefallen, was dafür spricht, dass Force India die zu kühlenden Aggregate teilweise höher positioniert hat.

Sauber
GP Spanien 2013Das Auto entspricht ungefähr dem, was ich erwartet hatte. Ein deutlicher “Finger”, aber das haben die Sauber-Ingenieure sehr elegant gelöst. Auch ansonsten kann man wenig am Sauber entdecken. Die Seitenkästen sind logischerweise breiter und länger gezogen. Anders als bei anderen Teams verfolgt man jene “Cola-Flaschen”-Form sehr konsequent, die John Barnard vor knapp 30 Jahren mal eingeführt hat. Das Heck wirkt unauffällig, aber sehr schick. Dafür sieht man auch kaum Lüftungsschlitze, was dann wieder etwas überraschend ist. Auch ist die Motorenabdeckung bei weitem nicht so ausgebeult, wie das bei Ferrari der Fall ist. Eine schöne und elegante Lösung. Ob sie schnell ist und genug Abtrieb erzeugt, wird sich erst in Melbourne zeigen.

Williams
_R6T8886Die Front des Williams ähnelt der des Sauber, allerdings haben die Engländer den “Finger” etwas kürzer gehalten und sich dazu entschlossen, die Nase sanfter auslaufen zu lassen. In der Frontansicht kann man sehen, dass die Designer dabei die Höhe des T-Tray unter dem Cockpit im Auge hatten. Dort soll die Luft ankommen und unter das Auto bzw. in die Seitenkästen geleitet werden. Die sind wiederum im vorderen Bereich einfach gestaltet und fallen zum Heck hin stark ab. Dort bleiben sie allerdings etwas breiter als bei der Konkurrenz. Auch wieder auffallend ist die Entscheidung der Designer, den Bereich um den Auspuff relativ unangetastet zu lassen. Wo andere Teams den Auspuff mit der Motorabdeckung umschließen, schwebt dieser beim Williams frei. Aber vermutlich hat man hier noch nicht die letzte Variante der Abdeckung gesehen. Es ist durchaus möglich, dass Williams dem Motor zunächst etwas mehr Luft gibt.

Marussia
Motor Racing - Formula One Testing - Day 4 - Jerez, SpainWie eigentlich in jedem Jahr kommt Marussia mit einem recht hübschen Auto daher. Der “Finger” ist auch hier eher kurz, aber anders als bei Williams hat man sich für ein sehr kantiges Design der Front entschieden. Gefällt mir persönlich gut, ob es schnell ist, bleibt dann eine andere Frage. Marussia hat in diesem Jahr Ferrari-Motoren und offenbar kann man die Zusatzaggregate gut in den Seitenkästen einplanen. Das Design wirkt schlüssig und fast ein wenig langweilig. Also ähnlich wie bei Sauber. Langweilig könnte in dieses Jahr aber auch “schnell” bedeuten.

Caterham
12206526384_1b2da75a23_oEins hat das Team schon mal geschafft: Man redet über sie. Die Front des Wagens wirkt wie ein Unfall. Als ob jemand vergessen hat, den Wagen weiter zu zeichnen. Und wie bei einem Unfall muss man auch dauernd hinstarren. Und man fragt sich, ob das jetzt eine unfassbar schlechte oder geniale Auslegung der neuen Aero-Regeln ist. Wie Force India will man die Luft offenbar ungestört unter das Auto bringen, aber anders als die Inder hat man sich für eine Art Keil entschieden, den man ans Auto montiert hat. Dazu kommt, dass die Nase auch noch einen Knick hat. Ob das schnell ist? So weit ich mich erinnern kann, gab es noch keinen hässlichen F1, der am Ende schnell war. Eins ist auf jeden Fall schon mal klar: Der Caterham wird als eines der skurillsten Fahrzeuge in die Geschichte der Formel Eins eingehen. Und die meisten werden hoffen, dass man den Wagen nur selten im Fernsehen sieht. Was den Ingenieuren vorne eingefallen ist, lässt man weiter hinten vermissen. Die Seitenkästen wirken klobig, wenig ausgeformt und aerodynamisch eher ungünstig. Allerdings: Caterham war das einzige Renault-Team, dass keinerlei Kühlungsprobleme hatte. Vielleicht ist diese Lösung für den Renault-Motor die Beste.

Wie man sieht – es gibt viel zu sehen. Die Aerodynamik wird sich bis zum Start in Australien noch sehr stark verändern, aber die Grundzüge sind schon zu sehen. Und immerhin kann man sich nicht darüber beschweren, dass die Wagen alle gleich aussehen. Der echte Test wird in den Testwochen in Bahrain erfolgen. Zum einen hat man Vergleichswerte aus den Vorjahren, zum anderen wird die Hitze (dort ist es auch im Februar locker 30 Grad heiß) ein weiterer Test für die Konstruktionen werden.

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December 11 2013

07:00

Ferner liefen: Die Newshappen 11.12.2013

Wir fassen die Nachrichten der letzten Tage zusammen, vor allem aus Serien, die sonst eher weniger beachtet werden.

// Wie gestern schon berichtet gibt es eine einige Änderungen am sportlichen Reglement der Formel Eins. (Die technische Seite beleuchten wir ausführlich im Januar). Immerhin haben die Teams abgelehnt, dass zwei Boxenstopps pro Rennen vorgeschrieben werden sollen. Dafür will man ab 2015 eine Budgetbegrenzung einführen. Das wollte man zwar schon in den letzten fünf Jahren, aber getan hat sich bekanntlich nichts. Das Abkommen, das es im Rahmen der mittlerweile auch eingegangenen FOTA mal gab, war das Papier nicht wert, auf dem es stand. Martin Whitmarsh ist dementsprechend skeptisch, was die Umsetzung angeht. (DD)

// Ansonsten ist es ruhig in der F1. In Sachen Piloten gibt es bisher keine Neuigkeiten von Sauber, Force India oder Caterham. Vermutlich wird es bei einigen Teams bis Ende Januar dauern, bis sie ihre Fahrer zusammen haben. Aber nicht nur in der F1 ist es mittlerweile schwer geworden, ein bezahltes Cockpit zu erlangen. In anderen Serien sieht es genau so aus, wie der Ex-F1-Pilot Christian Klien in einem Interview auf seiner Homepage klarstellt. (Die Schriftgröße könnte er mal ändern.) (DD)

hi_10504_ab2a// Ein paar News aus der BTCC: Die meisten werden es mitbekommen haben, aber für alle, die es dennoch verpasst haben, hier die News des Jahres: Honda tritt 2014 mit einem Civic-Kombi in der Meisterschaft an. Das ist, wenn ich richtig informiert bin, der erste Kombi seit dem legendären Volvo 850, der immerhin so schnell war, dass er um die Meisterschaft mitfahren konnte. Mutig ist die Entscheidung von Honda schon und man darf davon ausgehen, dass der Antrieb, einen Kombi einzusetzen, eher aus dem Bereich Marketing kommt. Aber was solls, sieht gut aus und dürfte, außer in Oulton Park, auch gutgehen. (DD)

// Dave Newsham wechselt zu AmD, die 2014 einen alten Ford Focus von Motorbase einsetzen werden. (DD)

// United Motorsport, bisher nur in der britischen GT-Meisterschaft unterwegs, will 2014 mit zweiToyota Avensis für James Cole (im Vorjahr Tony Gilham Racing) und Newcommer Glynn Geddie in der BTCC antreten. (DD, SF)

// Drittes Autos bei KX Momentum/Tripple Eight: aMarc Hynes</a> wird 2014 einen weiteren MG pilotieren und damit Teamkollege von Jason Plato und Sam Tordoff. Hynes ist ehemaliger britischer F3-Champion und war in den letzten Jahren vor allem im operativen Bereich des Motorsports aktiv – u.a. ist er Teil des Managements vom Marussia F1 Team. (SF)</p> <p>// Überhaupt wird es eng auf der Strecke. Die TOCA rechnet mit einem Starterfeld von <a href=" http:="">bis zu 32 Wagen. Damit sind alle Startlizenzen der neu eingeführten TBL (TOCA BTCC Licence) vergeben. Für die Teams, die im Besitz einer Lizenz sind, bedeutet das, einen garantierten Startplatz bis 2016. Abzuwarten bleibt, ob auch immer 32 Starter antreten werden. Das Auslassen eines Rennens wird man sich aber gut überlegen, da sonst der Entzug der Lizenz drohen kann. Damit wird auch gleichzeitig der eigentliche Hintergrund klarer: Man möchte weniger Hop-On-Hop-Off-Teams, die in den letzten Jahren immer mal wieder – auch kurzfristig – auf Rennteilnahmen verzichtet haben. So kann man dann gegenüber Sponsoren und Zuschauern volle Startfelder garantieren. Vergeben wurden die 32 TBLs vorrangig an bereits bestehende Teams, die in der letzten Saison an mehr als 50 Prozent der Meisterschaft teilgenommen haben. Weitere Lizenzen gingen dann an Teams, die im Besitz mindestens eines NGTC-Autos sind. Weitere Informationen über die neue TBL ahier</a>. (DD, SF)</p> <p>// Die BTCC hat auch die Regeln für die <a href=" http:="">Boost-Level geändert. Zwar bleibt es beim Performancequerschnitt von allen Wagen einer Marke, dafür werden die Schritte, mit denen der Turboboost erhöht werden kann, verkleinert. (DD)

// Zur GT bzw. WEC: Hexis ist pleite. Vor zwei Jahren gewann man noch die GT1-Weltmeisterschaft, jetzt hat man keinen Käufer mehr gefunden und musste die Werkstatt schließen. Der ehemalige Teammanager Philippe Dumas wechselt zu OAK und übernimmt da ebenfalls die Rolle des Teammanangers. (DD)

// Oreca baut für 2015 ein neues LMP2-Coupé. Der Oreca 03 muss also noch ein paar Monate durchhalten, aber das Paket stimmt bei Oreca ja. Im Moment baut man den neuen Rebellion R-One für die LMP1 und ist damit ausgelastet. Man wird aber sicher die Erfahrungen aus dem R-One-Projekt in das neue Chassis übertragen. (DD)

// Die chinesische KCMG-Mannschaft macht ernst. Man wird 2014 die komplette WEC-Saison fahren und plant auch einen Start in der ELMS und der AsiaLMS. Eingesetzt wird weiterhin das OAK-Chassis (Morgan) mit dem Motor von Nissan. Man sollte das Team durchaus ernst nehmen. In seiner ersten Saison konnte das Team durchaus gute Ergebnisse einfahren und auch bei den 24 Stunden von Le Mans hielt man sich wacker. (DD)

// Der ACO bzw. die FIA haben die BoP-Regeln für die WEC veröffentlicht. Heißen jetzt auch nicht mehr “BoP”, sondern “Equivalence of Technology” (EoT). Warum auch immer…. jedenfalls sind die neuen Regeln schon lustig. Denn erstens verlässt man sich auf die Angaben der Hersteller und zweitens wird es erst nach dem 24h-Rennen eine Anpassung geben. Da das ganze etwas komplexer ist, gehen wir in einem Extra-Artikel noch mal die EoT ein, wenn die WEC in die Saison startet. (DD)

// Die IMSA bastelt weiter an den Daytona-Prototypen herum. Bei den Tests im November platzten sowohl beim Spirit of Daytona als auch beim Action Press Team ein Hinterreifen, was dazu führte, dass die DPs in die Luft aufstiegen und sich überschlugen. Continental hat nun einen neuen Hinterreifen mit verstärkten Seitenwänden entwickelt. Erschreckend ist jedoch die Tatsache, dass die DPs offenbar sehr empfindlich sind, was die Luftführung angeht. Laut “racer.com” generieren die DPs nun 60% mehr Abtrieb und die kommen zum größten Teil durch den Diffusor. Wenn aber dort der Luftstrom abreisst, zum Beispiel weil ein Reifen platzt und der Wagen auf einer Seite aufliegt, dann fehlt der Abtrieb plötzlich und damit auch die Seitenführung. Es fehlt schlicht und ergreifend mechanischer Grip und weiterer Abtrieb, der wie bei den P1- und P2-Wagen durch eine Finne generiert wird, wenn der Wagen sich seitlich stellt und Unterluft bekommen kann. Ebenfalls fehlen die großen Luftauslässe über den Vorderreifen. Es scheint weiter keine gute Idee zu sein, die DPs mit aller Macht auf das Level der LMP2-Wagen zu bringen, zumal die immer noch schneller sind. (DD)

// Zum Abschluss noch etwas aus der NASCAR: Ein schöner Überblick über ein paar Paint-Schemes aus diesem Jahr. (DD)

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December 06 2011

06:59

Formel Eins: Rückblick 2011 – Teams

Der erste Teil des Saisonrückblicks das Jahres 2011 dreht sich um die Teams. Was haben sie falsch, was richtig gemacht?

So eine Saison ist für die Teams mittlerweile recht lang geworden. Die in die Länge gezogene Saison bedeutet, dass man, abgesehen von der dreiwöchtigen Zwangspause im August, von Februar bis Ende November unterwegs ist. Dazu kommen die intensiven Arbeitswochen im Winter, in denen am neuen Wagen gearbeitet wird. Eine richtig lange Pause gibt es nicht mehr, durch die Kostenbeschränkung und Testverbote ist es nicht leicht, verlorenen Boden wieder gut zu machen. Das mussten 2011 gleich einige Team erleben, die einen miserablen Start in die Saison hatten. Aber es gab auch Überraschungen, vor allem im Mittelfeld, wo mir vor allem ein Rennstall aufgefallen ist. Schwer lief die Saison für die drei “neuen” Teams, die nicht wirklich vom Fleck kamen.

Red Bull

Was soll man sagen: Beide WM-Titel, Rekorde bei den Pole Postionen und den schnellsten Runden. Da hat man offenbar alles richtig gemacht. Das Konzept des RB7 ist nicht neu, aber Adrian Newey hat vor allem im Heck einiges zum Vorjahr verändert. Das führte zu Beginn der Saison allerdings zu Problemen, denn das KERS funktionierte nicht. Das enge Heck ließ das KERS überhitzen, so dass die Fahrer das System zunächst nur am Start nutzen konnten. Da aber gerade zum Start der Saison die Konkurrenz weit abgeschlagen war, konnte Red Bull den Fehler ungestraft begehen. Grosse Schwachpunkte gab es im Team nicht. Die Technik spielte, bis auf den mysteriösen Reifenplatzer in Abu Dhabi, immer mit, die Strategie funkionierte auch meist gut, zum Mal man bei Vettel eh kaum was falsch machen konnte. Größter Schwachpunkt bei Red Bull war ausgerechnet Mark Webber. Warum er in diesem Jahr nicht Schritt halten konnte, ist weiter unklar. Vielleicht lag es an den Pirelli-Reifen, vielleicht daran, dass der RB7 ganz auf den Stil von Vettel zugeschnitten war. Webber wird das Fahren nicht verlernt haben, man darf gespannt sein, wie es für ihn 2012 laufen wird. Aber auch mit den kleinen Problemen verdient sich Red Bull die Topwertung.

10 von 10 Punkten

McLaren

McLaren warete zu Beginn der Saison mit einer Überraschung auf, in dem sie L-förmige Seitenkästen an ihren Wagen geschraubt hatten. Mit dieser aerodynamischen Lösung standen sie exklusiv da, allerdings machte die auch massiv Probleme. Bei den Tests hatte der Wagen auf der Hinterachse keinen Grip, die Technik spielte auch nicht mit. Jenson Button erwähnte später in der Saison, dass man die erste volle Renndistanz in Australien fuhr, wo man einen völlig ungetesteten Unterboden einsezte. Es dauerte bis in den Mai, bis man die Probleme halbwegs im Griff hatte. Dazu kam ein Lewis Hamilton, der etwas von der Rolle war. Seine Verhalten auf der Strecke brachte ihm eine Dauerkarte bei den Kommissaren ein, dazu die Privatfehde mit Felippe Massa. Nur Jenson Button und das Entwicklungsteam schienen dann noch zu funktionieren. Immerhin gelang es den Briten, dass man den Abstand zu Red Bull bei einigen Rennen im Herbst auf “Null” setzen konnte, was auf zumindest für 2012 hoffen lässt. Auch der zweite Platz in der WM-Wertung ist nach dem schlechten Start ein respektables Ergebnis. Vermutlich wäre auch nicht mehr drin gewesen, wenn der Wagen ab Australien funktioniert hätte, dafür war Red Bull einfach zu stark. Aber die WM wäre sicher spannender gewesen.

7 von 10 Punkten

Ferrari

Schon bei der Präsentation des diesjährigen Ferrari dachte ich “Hmm, das sieht sehr konservativ aus. Ich hatte noch damit gerechnet, dass man zu den Tests die “echte” Aerodynamik zeigen würde, aber da passierte bekanntermaßen nicht mehr viel. Was sich auch über die gesamte Saison nicht ändern sollte. Der konservative Ansatz erlaubte wenig Verbesserungen, dazu kamen die Probleme mit dem Windkanal, der falsche Daten lieferte. Ferrari schmiss den Verantwortlichen Chef-Designer Aldo Costa dann im Sommer auch raus. Die Hauptprobleme des Ferrari lagen im Bereich des Unterbodens, der Luftführung und des Hecks. Nur in dem Rennen, in dem der heiß angeblasene Diffusor verboten wurde, konnte Ferrari einen Sieg erringen. Dazu kamen auch Probleme mit den Pirelli. Bei der Konstruktion der Aufhängung hatte man sich vertan, weil man wohl dachte, dass die Pirelli schneller abbauen würden. Zwar führte die Reifenschonung des F150 zu ein paar Vorteilen bei der Strategie, sobald die Medium oder harten Reifen auf dem Wagen waren, ging aber nichts mehr, weil die Temperatur der Reifen in den Keller fiel. Ferrari gelang es anders als McLaren nicht, die Probleme zu lösen. Dafür hätte man ein neues Chassis bauen müssen, samt neuen FIA-Chrashtest usw. Eine Seuchensaison, dazu ein Massa weit ab seiner Möglichkeiten. Nur Alonso schien wie immer die Konstante zu sein. 2012 wird man mehr bieten müssen. Ich schliesse mich der Bewertung von Luca di Montezemolo über sein Team an.

5 von 10 Punkten

Mercedes GP

Im Grunde hat sich Mercedes GP nicht vom Fleck bewegt. Im Gegenteil – rein Punktemäßig war 2011 ein Rückschritt. 2010 holte man 214 Punkte, 2011 nur 165. In der Quali und im Rennen war man weiterhin rund 1.5 Sekunden von Red Bull weg, gegen Ende der Saison war es teiweise etwas weniger. Der W02 funktionierte hinten und vorne nicht richtig, außer bei der Höchstgeschwindigkeit. Wie Ferrari hatte man Probleme, Temperatur in die Reifen zu bekommen, auch der Abtrieb am Heck stimmte nicht. Dass Ross Brawn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren so daneben lag, war schon eine Überraschung. Ein Grund für die mangelnde Performance und die Weiterentwicklung war wohl das knappe Budget, dass Mercedes zur Verfügung stellt. Erst ab Mitte der Saison schien man gewillt zu sein, den Geldhahn weiter aufzudrehen, allerdings nicht mehr für die 2011er Saison. Die Fahrer lieferten meist solide Ergebnisse ab und holten die Plätze 5 bis 8. Mehr war einfach nicht drin. Die Probleme von Mercedes sind nicht leicht zu identifizieren, immerhin hat man mit Aldo Costa jemanden an Bord geholt, der zusammen mit Ross Brawn bei Ferrari sehr erfolgreich war.

5 von 10 Punkten

Renault

Die Franzosen warteten zunächst mit einem interessanten Konzept auf. Der nach vorne verlegte Auspuff schien eine geradezu sensationelle Lösung zu sein, weil er erlaubte, dass man mit den Auspuffgasen den Unterboden zusätzlich anströmen konnte, um mehr Abtrieb zu erhalten. Zumindest in der Theorie klang das gut, in der Praxis führte es dazu, dass der Wagen vor allem auf langsamen Kursen nicht konkurrenzfähig war. Trotz eines deftigen “Mapping Overruns”, fehlte dem Chassis einfach der Abtrieb im Heck. Hinzu kam der Unfall von Kubica, der dem Team moralisch schwer geschadet hat. Aber auch mit Kubica wäre man wohl nicht weiter gekommen. Der Auspuff funktionierte nicht, ihn wieder nach hinten zu verlegen ging auch nicht, weil man dafür das Chassis hätte umbauen müssen. Weil man deswegen nicht weiter entwickeln konnte, fiel Renault immer weiter zurück. In der ersten Saisonhälfte, bis zum GP von Deutschland, holte man 66 WM Punkte, danach nur noch 7 Punkte. Die Entlassung von Heidfeld war ebenfalls keine gute Entscheidung. Auch wenn der Deutsche in der Quali die bekannten Schwächten zeigte, war im Rennen immer eine Bank. Senna konnte da nicht mithalten. 2012 ändert man den Namen in “Lotus” und hat Räikkönen an Bord. Es wird aber schwer für Renault/Lotus. Denn während die anderen Teams das Konzept der 2011er Wagen weiter entwickeln und über viele Daten verfügen, muss Lotus komplett von vorne anfangen.

3 von 10 Punkten

Force India

Die Inder sind für mich die Überraschung des Jahres. 2010 verlor man fast die gesamte Aero-Abteilung an Sauber und Team Lotus und man musste 2011 von vorne anfangen. Der Wagen war keine Sensation und tat sich vor allem in der Saisonhälfte sehr schwer. Doch ab dem GP in Deutschland ging es massiv aufwärts. Offenbar hatte neue Design-Team eine paar Lösungen gefunden und war in der Lage, verlorenen Boden gut zu machen. Auch die Formsteigerung von Adian Sutil spielte sicher eine Rolle. Am Ende war man in der Lage, Renault locker hinter sich zu lassen und Mercedes konnte man das ein oder andere Mal ärgern. Für ein Privatteam ist das eine erstaunliche Leistung und es ist fast ein wenig schade, dass Force India nicht schon zum Start der Saison so gut drauf war. Durch den Einsteig des Investors “Sahara” kommt auch viel Geld ins Team, man darf gespannt sein, was Force India 2012 leisten kann.

7 von 10 Punkten

Sauber

Im Gegensatz zu Force India, hat mich das Team von Peter Sauber in diesem Jahr enttäuscht. Der Entwurf vom hoch gehandelten Nachwuchsdesigner James Key war zu konservativ, dazu kam eine strategische Fehlentscheidung. Im Mai verließ sich Peter Sauber auf die Aussage der FIA, dass der “hot blown diffusor” verboten würde. Sauber entschied, den Wagen nicht umzubauen, am Ende entschied sich die FIA aber anders. Die Saison von Sauber war damit gelaufen, das Geld, später in der Saison den Wagen noch umzubauen, wollte man nicht einsetzen. James Key gelang es immerhin, den Wagen in den letzten Rennen so schnell zu bekommen, dass man in der WM-Wertung noch knapp vor Toro Rosso bleiben konnte, aber Force India musste man sich klar geschlagen geben. Kobayashi hatte zudem eine zähe Saison, während Sergio Perez mich eher positiv überrascht hat. Aber im Grunde ist Sauber weit hinter den Erwartungen geblieben.

4 von 10 Punkten

Toro Rosso

Der “arme Bruder” von Red Bull überraschte bei den Tests im Winter, mit einem eigenartig gestalteten, zweiteiligen Unterboden. Doch das Konzept funktionierte nicht sonderlich gut, da grundsätzlich nicht genug Abtrieb aufgebaut wurde. Das führte immerhin dazu, dass man auch die Reifen die schonte, was der Strategie half. Die meisten Punkte konnte man erringen, weil man einmal weniger Rennen stoppte und dennoch auf den Long Runs konkurrenzfähig war. Zur Mitte der Saison schien sich das Blatt zu wenden und vor allem Jamie Alguersuari konnte einige gute Ergebnisse einfahren. Es folgte ein kleines Tief, dann ein fast mysteriöser Aufschwung, bei viele gerüchteten, Red Bull habe die Daten-Tore aufgemacht. Weil man die letzten beiden Rennen versemmelte, reichte es dann nicht für Platz sieben in der WM. Verdient wäre es durchaus gewesen, Toro Rosso legte keine schlechtere Saison als Sauber hin. Vor allem, weil das Team kaum Erfahrung mit dem Bau eigener Chassis hat, war die Saison durchaus erfolgreich. Für 2012 hat man mehr Ingenieure eingestellt, vielleicht kommt ja dann der Schritt nach vorne.

5 von 10 Punkten

Williams

Was für eine schreckliche Saison. Noch nie hat das Williams-Team derartig schlecht abgeschnitten. Der 9 Platz in der WM ist für das Traditionsteam eine Katastrophe, nicht nur aus PR-Gründen. Die Gründe für das schlechte Anschneiden sind vielfältig. Klar, man hat sich bei der Konstruktion des neuen Wagen ebenso verhauen, wie Renault. Die Idee, dass Heck so flach wie möglich zu machen, damit es besonders gut angeströmt wird, funktionierte nur in der Theorie. Rubens Barrichello beschwerte sich schon bei den Tests, dass der Wagen unfahrbar sei. Dazu kamen die schweren Managementmängel. Sam Michael war nicht nur Chef-Entwickler, sondern leitete auch Teile der Firma und war defacto Teamchef. Die Überlastung konnte nicht gut gehen, der komplette Neuaufbau des Management folgte dann. Nicht wenige geben dem Williams Geschäftsführer Adam Parr eine große Mitschuld, da dieser sich angeblich zu wenig um die Team-Entwicklung kümmert und die Verantwortung wegschieben würde. Man hat mit Mike Coughlan zwar einen sehr talentierten Chef-Entwickler geholt, weil aber Sam Michael und Patrick Head nicht mehr im Team sind, fehlt ein erfahrener Team Chef. Das macht die Aussichten für 2012 nicht gerade besser. Was mich ebenfalls stört, und ein Zeichen für schlechtes Management ist: Die Fahrerfrage. Maldonado ist ein Pay-Driver, wenn auch einer der besseren Sorte. Das man Barrichello nicht mehr haben will, war spätestens dann klar, als der von Maldonado öfter geschlagen wurde. Dennoch ist es dem Team nicht gelungen schon Mitte 2011 einen Ersatz zu präsentieren. Jetzt wartet man wohl auf die Freigabe von Sutil, was für die Designer schlecht ist, weil die Sitzanpassung wichtig für die Weiterentwicklung ist.

0 von 10 Punkten

Team Lotus

Den neuen Wagen stellte man mit viel Pomp und Krach vor, aber am Ende war man doch wieder enttäuscht. Tony Fernandes hatte sich vorgenommen, sein Team 2011 zumindest regelmäßiger in Q2 zu bringen, aber davon war man weit, weit entfernt. Die Entwurf von Mike Gascoyne war ein Fehlschlag und obwohl man Renault statt Cosworth im Heck hatte, konnte man nicht auf Mittefeld aufschliessen. Das Team ist komplett neu aufgebaut und existiert gerade mal zwei Jahre, aber mit dem Geld, was man zur Verfügung hat, und dem Rahmenbedingen, die Tony Fernandes geschaffen hat, hätte mehr drin sein müssen. Dem Lotus fehlte es in allen Bereichen: Abtrieb, Topspeed, Reifen. Zwar gelang es Gascoyne gegen Saisonende etwas näher an hintere Mittelfeld zu rücken, was ein gutes Zeichen ist, aber richtig überzeugend war das noch nicht. Auch bei Lotus hat man Veränderungen in der Managementstruktur vorgenommen. So muss Dieter Gass, ein Vertrauter von Mike Gascoyne noch aus Toyota-Tagen, gehen. Angeblich hat Fernandes auch Gascoyne ein Ultimatum gestellt: Entweder, man ist 2012 im Mittelfeld, oder man sucht sich einen neuen Designer. Mit Mike Smith hat man da auch schon einen Mann in den eigenen Reihen. Eine weiterer Schwachpunkt bei Lotus ist Jarno Trulli. Warum Fernandes an ihm auch nach dieser schlechten Saison festhält, ist allen ein Rätsel. Kovalainen ist sicher kein schlechter Mann, könnte aber vielleicht noch besser werden, wenn er mehr Konkurrenz im Team hätte. Ein Romain Grosjean wäre meiner Meinung nach der genau der Richtige. Im Moment schaut es aber so aus, als ob Daniel Ricciardo von Red Bull bei Lotus/Caterham geparkt wird.

4 von 10 Punkten

HRT

Ach, was soll man über das kleine Team schon sagen. Mit wechselnden Besitzern, Fahrern und Sponsoren, ohne Geld und einem Chassis, dass von 2009 stammt und schon damals kein Geniestreich von Dallara war. Das erstaunliche ist, dass HRT trotz all dieser Beschränkungen nicht komplettes Schlusslicht ist. Colin Kolles, der gelernte Zahnarzt, führt das Team aus seiner Werkstatt nahe München und macht das wirklich gut. Das man bei derartig schwierigen Begleitumständen kaum in der Lage ist, einen Schritt nach vorne zu machen, ist kein Wunder. Eigentlich sollte der 2012 kommen. Man hatte Geoff Willis als Berater verpflichtet, der sprang dann aber im Herbst wieder ab. Ob und wie man ein neues Chassis entwickelt, ist nicht bekannt, aber eigentlich muss man, denn mit dem fünfmal umgebauten Dallara-Deriverat wird man wohl nicht mehr weit kommen. Zu den Fahrern kann man wenig sagen (dazu mehr im zweiten Teil), ausser, dass Liuzzi einen guten Job gemacht hat.

3 von 10 Punkten

Virgin

Am Gesichtsausdruck von Timo Glock konnte man immer schön sehen, wie es mit Virgin lief: Gar nicht. Der zweite, komplett per CFD entwickelte Wagen, war zu Beginn der Saison so langsam, dass man für einen Momant überlegte, das letztjährige Chassis einzusetzen. Schon nach den Tests war klar, dass man die Saison vergessen konnte und noch vor dem Start der Saison machte Gerüchte die Runde, dass man auf die Dienste von Nick Wirth verzichten würde. Im Mai folgte dann auch die Trennung, die CFD-Abteilung der Firma von Wirth kaufte man allerdings auf. Dazu kam, dass das Team zusätzlich mit massiven Technik-Problemen zu kämpfen hatte. So konnte das nichts werden. Bitter ist allerdings, dass man sich zum zweiten Mal hintereinander sogar HRT in der Teamwertung geschlagen geben musste. 2012 soll alles besser werden. Der merkwürdige russische Autohersteller Marussia pumpt, von woher auch immer, viel Geld ins Team, dazu kommt eine sehr weitgehende technische Partnerschaft mit McLaren. Wie auch immer: Es kann nur besser werden.

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August 14 2011

06:58

Formel Eins: Die große Halbzeit Analyse

Die Hälfte aller Rennen in diesem Jahr sind vorüber und es lohnt sich mal einen Blick auf die Teams zu werfen und wie ihre Saison bisher war.

11 Rennen sind vorüber, 8 weitere folgen noch, wobei es nur noch zwei in Europa geben wird (Spa, Monza). Die restlichen Rennen finden vor allem in Asien statt (Singapur, Japan, Korea, Indien) was für die Teams eine besondere Herausforderung sein wird. Denn wegen der längeren An- und Abreise ist es schwerer Updates an den Wagen zu bringen. Die Zeit, die die Rennchassis in der Fabrik verbringen, ist kürzer, dazu kommt, dass man wegen der sehr unterschiedlichen Strecken verschiedene neue Aero-Teile bereit halten wird. Ein weiterer Grund, der Updates erschweren wird, ist schlicht und ergreifend das Geld. Will man das 2011er Modell weiter updaten oder doch lieber mehr das 12er Modell? Man sieht – wer Fehler in der Vorbereitung und in der ersten Hälfte der Saison macht, der wird bitter bestraft. Und Fehler haben viele Teams gemacht.

1. Red Bull
Auf den ersten Blick hat Red Bull alles richtig gemacht. Man hat das Chassis mit dem besten Abtrieb, das mit allen Reifen zurecht kommt, man hat einen fehlerlosen Sebastian Vettel und die Technik macht auch nicht schlapp. Doch der Erfolg des RB7 basiert auch auf der Schwäche der anderen Teams. So hat Red Bull weiter Probleme mit dem KERS, zeitweise konnte man es gar nicht einsetzen. Glück hat man auch mit den Mapping-Regeln gehabt. Die Idee der FIA, den Overrun auf 10% zu reduzieren, hätte dem Renault-Motor nicht gut getan. Es in diesem Jahr viel für Red Bull gelaufen, die hart gearbeitet haben den letztjährigen Vorsprung zu halten und zu verbessern. Auch Vettel ist in diesem Jahr entspannter unterwegs, ist aber weiter in der Lage aggressiv unterwegs zu sein, wenn es sein muss. Mark Webber ist dagegen eine Enttäuschung in diesem Jahr. Über die Gründe, warum er so weit hinter Vettel zurück gefallen ist, gibt es zwei Gerüchte. Die eine Seite nennt die Pirelli Reifen, die andere die Charakteristik des RB7, der dem Australier nicht liegen sollte. Aber – trotz allem werden Red Bull und Vettel den Titel in diesem Jahr ein zweites Mal einfahren können.

2. McLaren
Als man den McLaren MP4-26 vorstellte, dachte ich mir schon, dass es bei so einem ausgefallenem Konzept nur zwei Varianten gibt: Floppt mit Anlauf oder entwickelt sich nach den ersten Kinderkrankheiten zu einem echten Sieger. McLaren hat viel einstecken müssen in diesem Jahr. Bei den Wintertests war der Wagen praktisch unfahrbar, wie Button und Hamilton klar bestätigten. Erst der Umbau des Unterbodens, der Auspuffanlage, der Kühlung und des Diffusors führte dann zu den gewünschten Ergebnissen. Dennoch bleibt der McLaren, ebenso wie der Ferrari, eine Wundertüte. Dazu kommt, dass der Wagen zu hart mit den Hinterreifen umgeht, was die Strategie für das Team nicht immer leicht macht. Der WM-Titel dürfte weg sein, interessant ist dabei aber noch die Frage, ob McLaren über den Winter an den L-förmigen Seitenkästen festhalten wird.
Hamilton hat in diesem Jahr eine gemischte Saison. Sein Frust über den schlechten Saisonstart merkte man ihm deutlich an und er benahm sich auf der Strecke deutlich daneben. Seit dem es aufwärts geht, ist auch Hamilton wieder zufriedener. Jenson Button ging es nicht besser, er lieferte aber durchaus brillante Rennen ab. Leider hatte er zwei “Nuller”, die seine schmalen Chancen auf den WM-Titel zunichte gemacht haben.

3. Ferrari
Das dritte Mal hintereinander ist Ferrari miserabel in die Saison gestartet. Letztes Jahr konnte man wenigstens noch das erste Rennen gewinnen, in diesem Jahr musste man bis zum Rennen in England warten. Die Probleme bei Ferrari sind vielfältig. Da war das merkwürdige Problem mit dem Windkanal, den man auf 60% Modelle verbessert hatte, aber die gelieferten Werte passten wohl nicht mit den CFD-Modellen zusammen. Zum anderen ist das grundsätzliche Problem, dass man die Sache zu konservativ angegangen ist. Man hat reagiert und die Entwicklungsabteilung umgebaut. Der erfolglose Aldo Costa musste gehen, Pat Fry hat die komplette Kontrolle in Sachen Chassis und Aerodynamik übernommen. Das Ferrari trotz der Umbesetzungen erfolgreich sein konnte, ist dann schon eine Überraschung und spricht für das Team. Aber die Saison kann man natürlich abhaken.
Alonso hat in diesem Jahr mehrfach gezeigt, was er kann. Selbst mit einem schlechten F150 war oft eine Gefahr und seit dem Europa GP hat er immer auf dem Podium gestanden. Massa hingegen ist nicht gut drauf, er hat in diesem Jahr bisher nur 70 Punkte eingefahren, während Alonso 145 Punkte hat. Das Ferrari ihn 2012 nicht austauscht, hat vermutlich nur etwas damit zu tun, dass man keinen brauchbaren Ersatz findet.

4. Mercedes
Da hat man mehr erwartet. So einfach kann man die Saison von Mercedes zusammenfassen. Ross Brawn ist mit dem MGP02 schon wieder ein eher nur mittelprächtiger Entwurf gelungen, dazu kommt, dass das offensichtlich schmale Budget kaum Verbesserungen zulässt. Zumindest von außen macht der Mercedes den Eindruck, als würde er sich kaum verändern. Man kann eine lange Liste von Gründen aufführen, warum der Wagen nicht läuft (langer Radstand, schlechte Kühlung, schlechter Diffusor, zu wenig Grip vorne), aber am Ende stimmt halt das gesamte Paket nicht. Als Hoffnungsschimmer muss man aber auch sagen, dass es dem Team gelungen ist den Abstand nach vorne während der Saison deutlich zu verringern. Es waren mal 2 Sekunden, in den letzten Rennen waren dann noch rund 1.3 Sekunden. Wenn man bedenkt, dass die anderen auch schneller geworden sind, ist das ein gutes Ergebnis.
Die Fahrer blieben beide blass. Schumacher hatte Lichtblicke aber noch mehr Tiefpunkte, Nico Rosberg konnte mich bisher auch nicht wirklich überzeugen, aber das mag am Chassis liegen. Insgesamt macht das Team leider nicht den Eindruck, als könne man 2011 den entscheidenden Schritt nach vorne machen.

5. Renault
Auch Renault hat sich mit dem nach vorne gelegten Auspuff was hübsches ausgedacht, aber die Saison war eigentlich mit den Unfall von Kubica schon vorbei. Man hatte dem Polen den R27 auf den Leib geschneidert und als er weg war, hatte man den Salat. Dazu kam, dass die Idee, den gesamten Unterboden anzublasen, in der Realität nicht wirklich ausreichend funktioniert. Man hat mit einem “normalen” Auspuff experimentiert, aber die Konzeption des Wagens passt nicht dazu. Intern gab es auch jede Menge Ärger, denn sehr viele Mitarbeiter aus der Entwicklung sind in den letzten 12 Monaten gegangen. Eric Boullier hat einen eigenwilligen Führungsstil, wie man so hört. Die Verpflichtung von Nick Heidfeld war die richtige Entscheidung, aber der Deutsche konnte nicht wirklich überzeugen. Seine Quali-Schwäche ist in der heutigen F1 ein gravierender Nachteil und die Niederlagen gegen Petrov nicht schön. Der Russe wiederum fährt eine erstaunlich stabile Saison, aber ich bin mir sicher – würde Kubica im Wagen sitzen, sähe die Sache anders aus. Renault wird die zweite Hälfte der Saison damit verbringen, viele Neuteile für 2012 und Fahrer auszuprobieren. Grosjean gilt als einer, der Heidfeld noch in diesem Jahr ersetzen könnte.

6. Sauber
Der sechste Platz in der Konstrukteurs-WM ist vermutlich das Beste, was die Schweizer erreichen können. Die Top 3 sind nicht zu bekommen, Mercedes einen Schritt besser und Renault durchaus erreichbar in einigen Rennen. Und doch bin ich etwas enttäuscht. Immerhin fährt Sauber mit dem kompletten Ferrari-Antriebsstrang (Motor, Getriebe, KERS) und mit James Key hat man einen jener Designer bekommen, der zu den Besten seiner Generation zählt. Dazu hat man mit Kamui Kobayashi und dem erstaunlich schnellen Perez ein gutes Fahrerteam. Aber der diesjährige Sauber läuft nicht so gut, ihm fehlt vor allem der heiß angeblasene Diffusor, den man nicht baute, nachdem die FIA ihn zunächst verbieten wollte. Also wird man versuchen die Saison mit Stil zu Ende zu bringen und der sechste Platz ist drin, wäre da nicht das aufstrebende Force India Team.
Kamui Kobayashi hat in diesem Jahr mal wieder viel Spaß gemacht und ich hätte ihn 2012 schon gerne in einem Top Team gesehen, aber da ist ja kein Platz. 2013 könnte das anders aussehen, wenn er seine Fehleranfälligkeit noch etwas reduziert. Sergio Perez ist eine der Überraschungen in diesem Jahr. Auch wenn er nicht immer mit Kobayashi mithalten kann, da könnte ein interessantes Talent heranreifen.

7. Force India
Die Inder liefern eine durchwachsene Saison ab, aber man darf nicht vergessen, dass sie auch nicht gerade mit einem üppigen Budget ausgestattet sind. Auch hat Vijay Mallya in den letzten 18 Monate das komplette Entwicklungsteam umbauen müssen, von daher sind die guten und vor allem besser werdende schon eine kleine Überraschung. Das hat aber auch mit den Fahrern zu tun, die nach einigen Schwächen zu Beginn des Jahres, eine starke Leistung zeigen. Sutil ist nach einem unschönen Start endlich wieder auf seinem normalen Niveau angekommen, Paul di Resta liefert für seine erste Saison sehr gute Ergebnisse ab und steht vermutlich auf der Long List einiger Teamchefs. Das Problem bei Force India ist halt, dass ihnen gegen Ende des Jahre die Ressourcen ausgehen, weil man am neuen Wagen arbeitet. Aber noch haben sie durchaus eine Chance auch Sauber abzufangen, aber die ist wirklich nur sehr schmal.

8. Toro Rosso
Das B-Team von Red Bull steht zwar in Sachen Design auf eigenen Beinen, hängt aber weiter am Tropf von Red Bull. Und so richtig gut läuft es in diesem Jahr wirklich nicht. Der erste eigene Entwurf eines F1-Chassis hat vielversprechende Ansätze, aber mehr eben auch nicht. Normalerweise sollte man auf dem Niveau von Force India unterwegs sein, was im Rennen auch gelingt. Aber in der Quali liegt man doch ein gutes Stück zurück. Die Punkte hat man bisher über die Strategie und die saubere Fahrweise der Piloten holen können.
Wobei mich bisher weder Sebastian Buemi noch Jamie Alguersuari wirklich überzeugen konnten. Buemi ist der bessere Mann in der Qualifikation und sieht auch im Rennen oft besser aus. Aber die Unterschiede im Rennen sind eher marginal. Klar dürfte sein, dass einer im Winter wird gehen müssen. Vielleicht auch beide, wenn man neben Daniel Ricciardo noch einen weiteren Mann findet.

9. Williams
Sicherlich die Enttäuschung des Jahres. Der FW33, dessen Konzept auf dem Papier interessant ausschaut, ist ein totaler Flop. Und zwar ein Flop von derartigen Ausmaßen, dass man sich fragt, warum das niemanden vorher aufgefallen. Patrick Head, Adam Parr und Frank Williams haben dann das einzig richtige gemacht und schnell Konsequenzen gezogen. Sam Michael und große Teile der Entwicklung mussten gehen, man hat sich mit Mike Coughlin einen durchaus interessanten Mann geholt, der in der Lage ist, einen sehr schnellen und zuverlässigen Wagen zu bauen. Auch der Deal mit Renault bringt Williams in die richtige Richtung, auch wenn der Cosworth offenbar nicht so schlecht ist, wie sein Ruf. Zu den Fahrern kann man wenig sagen. Barrichello macht seinen Job, wirkt aber lustlos, Maldonado überrascht immer mal wieder mit einer guten, versackt aber dann im Rennen. Die 4 Punkte, die Williams hat (letztes Jahr um die Zeit waren es 40), sagen eigentlich schon alles.

10. Lotus
Für mich die zweite Enttäuschung des Jahres. Es war klar, dass man im zweiten Jahr keine Bäume würde ausreißen können, aber im Grunde ist der Abstand noch vorne zwar kleiner geworden, aber nicht so weit, dass man zumindest mit Williams mithalten könnte. Dabei hat Lotus sehr viel Geld in die Hand genommen, darunter auch für die Renault-Motoren. Auffallend ist, dass beide Wagen sehr mit technischen Problemen ausfallen, bei Kovalainen waren das immerhin 5 Ausfälle und damit ist er in diesem Jahr der Spitzenreiter auf dieser Liste. Da gibt es offenbar Qualitätsprobleme in der eigenen Fabrik, denn der Renault-Motor ist ja in anderen Teams stabil. Allerdings – Lotus fehlt der “hot blown diffusor” und KERS, wenn das kommt, ist man vielleicht in der Lage Q2 zu erreichen.
Zu Trulli und Kovalainen kann man wenig sagen. Der Finne macht den besseren Eindruck in diesem Jahr, die besseren Rennergebnisse hat aber Trulli. Tony Fernandes hat angedeutet, dass man Trulli evtl. behalten könnte. Wenn ich ihm einen Rat geben müsste, würde ich schauen, dass ich jemanden wie Hülkenberg ins Team hole.

11. HRT
Ja, in der Wertung liegt HRT wieder vor Virgin, weil Liuzzi mal ein gutes Ergebnis eingefahren hatte. Was soll man sagen – das Wunder ist eigentlich, dass das Team noch fährt, was man Colin Kolles zu verdanken hat, der die Wagen in seiner Firma nahe Ingolstadt vorbereitet. Spanisch war an dem Team nur der Besitzer, der aber gewechselt hat. Mit der Investmentfirma kommt Geld, aber bei der momentan schwierigen Wirtschaftslage muss man da vorsichtig sein. Dass HRT nicht voran kommt liegt auch am alten, kaum veränderten Dallara Chassis, das nächstes Jahr dann wohl endgültig ausgetauscht wird. In Sachen Fahrer – Luizzi macht seinen Job, Karthikeyan fiel nicht weiter auf und sein Nachfolger, Daniel Ricciardo konnte bisher nicht überzeugen, aber dem muss man sicher noch etwas Zeit geben.

12. Virgin
Die Briten stehen am Ende der Wertung, was ihrer tatsächlichen Leistung vermutlich nicht ganz entspricht. Auch Virgin hat die technische Abteilung umgekrempelt. Nick Wirth ist raus (auch wenn man die F1-Abteilung von Wirth gekauft hat) und ab 2012 arbeitet man eng mit McLaren zusammen, was dem Team sicher etwas bringen wird. Aber dieses Jahr kann man abhaken. Interessant ist, dass man Timo Glock für weitere drei Jahre verlängert hat, aber offen darüber spricht, dass D’Ambrosio wohl 2012 nicht weiterfahren wird. Man sucht offenbar einen Fahrer aus dem Mittelfeld. Das könnte ein Ex-Toro Rosso Mann werden, aber auch die diversen Ersatzfahrer wird man sich anschauen.

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August 03 2011

06:47

Newshappen vom 03.08.2011

// Relativ hohe Wellen schlug die Ankündigung in England, dass die BBC ihre Übertragungen der F1 mehr oder weniger Ende dieses Jahr einstellt. Stattdessen springt sky Sport ein, die, wie in Deutschland, alle Trainings, Qualis und Rennen live zeigen. 10 Rennen wird auch die BBC zeigen, den Rest gibt es in England als leicht gekürzte Aufzeichnung am Abend. Dabei übernimmt die BBC den Kommentar von sky, die vermutlich wieder auf Coulthard/Brundle setzen werden. Die Ankündigung kam überraschend, auch wenn es seit Wochen Gerüchte gab und hat die britischen F1-Fans auf die Barrikaden gebracht. Muss man in Deutschland nun ähnliches befürchten? Die Antwort lautet: Nein. RTL verdient mit der F1 gutes Geld, es ist eher die Frage, ob sky den Ende 2011 auslaufen Vertrag verlängern wird. Die Situation in England ist zudem besonders. Die BBC muss viel Geld sparen, die 50 Millionen Dollar, die eine Saison F1 allein an Rechten gekostet hat, kommen da gerade recht. Zu den 50 Millionen kommen ja auch noch die Ausgaben für die Übertragung, die beim “Dreamteam” der BBC nicht gerade wenig sind. Eng könnte es dann allerdings an der Streaming-Front werden. Bisher liessen sich die Übertragungen der BBC relativ leicht ansehen, das ist mit dem Wechsel zu sky nun vorbei. Don

// Laut der “Süddeutschen Zeitung” ist Flavio Briatore auch in den Bestechungsskandal um Ecclestone und Gribkowsky verwickelt. Briatore, seit etlichen Jahren ein enger Geschäftspartner von Bernie, soll in den Fall verwickelt sein. Wie genau wird aber nicht verraten. Mehr als “Flavio war auch dabei… hört man so aus der Staatsanwaltschaft” hat die SZ auch nicht. Also eher nichts. Es verdichtet sich allerdings das Bild, dass das Geld deswegen geflossen ist, damit die CVC den Zuschlag bekommt. Ob Ecclestone nun erpresst wurde den Deal so zu machen, oder ob er das so wollte ist halt die große Frage. Don

// Der Renault zeigt sich in Ungarn zwar nicht von seiner schnellen Seite, aber immerhin sorgte er mit seinem Brand und der merkwürdigen Explosion im Seitenkasten für einiges Stirnrunzeln. Und böse Witze über Heidfeld, der schneller aus dem Auto war, als er fahren kann. Sagen jedenfalls gemeine Menschen, zu denen wir hier nicht gehören. Zurück zum Thema: Was genau da explodiert ist, weiß man immer noch nicht, aber Scarbs hat ein paar Verdächtige gefunden. Don

// Noch mehr Technik. Gordon Mccabe über Diffusor und wie sie arbeiten. Er verlinkt auch auf die sehr interessante Arbeit zweier Studenten mit dem Titel “Ground Effect Areodynamics Of Race Cars“(pdf). Don

// Noch viel mehr Daten gibt es jede Woche im Blog F1 Data Junkie. Don

// Der Mann, über den im Moment in der NASCAR am meisten gesprochen wird, ist weder Dale Junior, noch der frisch gebackene Indy-Sieger Paul Menard. Es ist Carl Edwards und seine seit Monaten anstehende Entscheidung, ob er jetzt bei Roush bleibt, oder zu Joe Gibbs wechselt. Angeblich will man dort sogar entweder einen vierten Wagen bereit halten. Den soll Logano bekommen, während “Home Depot” in Zukunft auch Edwards setzen soll. Grosses Sommertheater also, allerdings lähmt die Entscheidung den gesamten Fahrermarkt, weil Roush ja Edwards mit irgendjemanden ersetzen müsste. Don

// Schöne Zusammenfassung über den Stand der Dinge in den USA was die Prototypen und GT-Klassen angeht. Don

// Noch eine Meldung auf der US-Medienszene, die über Umwege auch die IndyCar Series betrifft: Versus, der Sender, der noch einige Jahre lang den Großteil der IndyCar-Rennen übertragen wird, soll ab Anfang Jänner 2012 in “NBC Sports Network” umbenannt werden. Eine Überraschung das nicht. Im Gegenteil waren Beobachter nach dem Kauf von NBC durch Versus-Mutter Comcast im Februar eigentlich davon ausgegangen, dass dieser Schritt schon im Herbst des laufenden Jahres stattfinden könnte. Schon seit einiger Zeit etwa hat Versus keine eigene Homepage mehr, sondern ist unter der Internetadresse nbcsports.com erreichbar. Ziel ist es, aus Versus und NBC eine Art Gegenstück zur Partnerschaft zwischen den Disney-Töchtern ABC und ESPN zu schaffen. So hat NBC bei Erwerb der Rechte für die Olympischen Spiele 2014-2020 vor ein paar Wochen angekündigt, alle Events “auf einem NBC-Kanal” oder im Internet live zu übertragen. Es liegt nahe, dass einiges davon auf dem neu geschaffenen Sender laufen wird.
Das alles sollte dazu beitragen, das Profil des Senders zu heben – was natürlich auch den IndyCars nur gut tun kann, gerade in einer Zeit, in der die Serie unter niedrigen Einschaltquoten leidet. Vorsicht

// Die Superleague Formula muss ihre geplantes Finale im neuseeländischen Taupo absagen. Sponsoren, die das Rennen eigentlich unterstützen wollten sind nun abgesprungen – angeblich, weil man in Folge des schweren Erdbebens, das den Inselstaat im Februar heimgesucht hat, das Geld in wichtigere Projekte stecken will. Die Begründung erscheint sehr verständlich. Angesichts der Tatsache, dass das Neuseeland-Rennen aber erst deutlich nach dem Erdbeben erstmals im Kalender aufgeschienen ist, darf man sich dennoch fragen, ob es sich dabei um die ganze Wahrheit handelt. Bitter ist die Meldung gewiss auch für das SLF-Team Neuseelands, dessen (zum Teil nur in der Heimat tätige) Sponsoren sicher sehr gerne ein Rennen in Taupo gesehen hätten. Bisher gibt es noch keine offizielle Meldung der SLF zum Thema. Es ist aber davon auszugehen, dass man auf der Suche nach einem neuen Austragungsort ist: Nicht nur wegen des öffentlichen Ansehens der Serie, sondern vermutlich auch auf Verlangen der Teams. So hatte sich vor Saisonbeginn etwa schon GU-Racing aus der Serie zurückgezogen, als der Kalender von zwölf auf acht Läufe verkürzt wurde. Grund damals: Der Rückgang im zu erwartenden Preisgeld.
Was mögliche Ausweich-Strecken betrifft, ist noch nichts bekannt. Der Lauf davor findet aber (angeblich) Anfang November in Seoul statt, die Läufe davor in China. Man darf also davon ausgehen, dass die Serie auch den Saisonabschluss gerne im asiatisch-ozeanischen Raum halten möchte. Vorsicht

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July 21 2011

15:48

Formel Eins: Vorschau Deutschland GP 2011

Die Formel Eins macht Station in Deutschland und der Nürburgring wird sich vermutlich das gesamte Wochenende von seiner besten Seite zeigen: Mit Regen.

Nach dem Rennen in England fällt eine Einschätzung der momentanen Leistungsverhältnisse nicht leicht. Die gemischten Wetterverhältnisse in Silverstone, die kleinen Fehler bei den Boxenstopps und die Änderungen am Mapping machte das Rennen sehr einzigartig. Mittlerweile ist die Formel Eins wieder zu den Mapping-Einstellungen aus der Zeit vor Valencia zurückgekehrt, allerdings mit der Einschränkung, dass man das Mapping im Parc Fermé nach der Quali nicht mehr verändern darf. Im Grunde profitieren von der Entscheidung fast alle Spitzenteams. Red Bull sowieso, aber vor allem McLaren hat durch einen kompromisslosen Umbau auf den hot blown diffusor in diesem Jahr viel gewonnen. Nur bei Ferrari ist man sich nicht so sicher.

Nach dem Sieg in Silverstone ist man bei Ferrari zwar einigermaßen erleichtert, euphorisch ist man aber nicht. Die veränderten Mapping-Einstellungen in Silverstone könnten den Ferrari geholfen haben, aber gleichzeitig hatten die Italiener auch jede Menge neuer Teile am Auto. Aus Maranello hört man, dass man in Sachen Abtrieb offenbar einiges gefunden hat, nachdem man den Fehler, der aus falschen Windkanaldaten resultierte, behoben hat. Gleichzeitig hat man mal wieder umstrukturiert und Pat Fry an die Stelle von Aldo Costa gesetzt, der das Team in dieser Woche endgültig verlassen hat. Wie ernst es Ferrari damit ist, die Strukturen neu auszurichten und gleichzeitig Ruhe ins Team zu bekommen, verdeutlicht die Aussage von Luca di Montezemolo aus dieser Woche, dass man auch 2012 mit Massa als zweiten Fahrer antreten wird. Es wird interessant zu sehen sein, wie Ferrari auf dem eher mittelschnellen Kurs des Nürburgrings klar kommen wird. Es fehlen hier zwar, bis auf das Schumacher-S, die schnellen Passagen, aber wenn der F150 hier gut geht, sollte er auch auf den kommenden Kursen ein Gegner sein.

Red Bull ist aber weiter das Team, dass die Nase vorn hat. Nach dem mittelgroßen Eklat in Silverstone, wo man gegen Ende des Rennens Mark Webber per Team Order einbremste, hat sich die Lage wieder beruhigt. Dietrich Mateschitz selber hat verkündet, dass man mit Webber noch ein weiteres Jahr unterwegs sein wird. Das nicht nur, weil Webber gute Leistungen erbringt, sondern auch, weil man keinen gleichwertigen Ersatz findet. Das Markt an guten Fahrer ist ziemlich leer gefegt. Ohne Zweifel sollte Vettel beim seinem Heim GP der erste Sieganwärter sein.

McLaren wird nach dem schwachen Auftritt in Silverstone am Ring besser aufgestellt sein, das wieder erlaubte Mapping sollte auch helfen. Dennoch ist der Wagen weiterhin eine Baustelle und man hat gegenüber Ferrari sogar an Boden verloren. Es fällt schwer dafür einen Grund auszumachen, der Wagen ist einfach generell zu langsam. Probleme gibt es auch im Team, vor allem um Lewis Hamilton herum. Der beklagte sich bei seinem Team nach Silverstone über ein “Burnout” und durfte erst einmal in den Urlaub fahren. Generell gibt es Stimmen, die sich darüber beklagen, dass Hamilton sich zu viel um seine Promi-Freunde und zu wenig um andere Sachen kümmert. Ob das so stimmt, ist dann wieder eine andere Sache, aber die Unruhe um beide Fahrer in Sachen Vertragsverlängerung tut dem Team mit Sicherheit nicht gut.

Derlei Probleme hat Mercedes nicht, dafür ist der MGP02 kein großer Wurf von Ross Brawn und alle Änderungen haben bisher den Abstand nur konservieren, aber wenig verkürzen können. Mittlerweile hat man fast das gesamte Auspuffsystem verändert, ebenso die Anströmung des Diffusor. Auffällig ist aber, dass der Wagen immer noch mehr Kühlauslässe hat, als die Konkurrenz. Das ist nicht gut für die Luftführung und kostet Anpressdruck. Sollte es am Wochenende allerdings wie erwartet nass sein, dass dürfte man wieder einen sehr starken Schumacher sehen, dem diese Verhältnisse offenbar entgegen kommen. Erstaunlicherweise sieht man im Regen, dass Schumacher, so er denn keinen Fehler macht, vom Speed her zur Spitze gehört. Es wäre ihm und dem Team zu wünschen, dass es am Ring richtig gut läuft.

Bei Renault wird man angesichts des aufgehobenen Mapping-Verbots erleichtert sein. Man hat in Silverstone gesehen, dass der Wagen schwer unter dem Verbot litt, daher sollte es am Ring deutlich besser laufen. Unzufrieden ist man bei den Franzosen dennoch, da die Saison nicht sonderlich gut läuft. Petrov macht seine Sache ordentlich, Heidfeld eigentlich auch, wäre da nicht seine leidige Quali-Schwäche, die ihm bessere Positionen versperrt. Offen spricht Eric Boullier davon, dass man auf eine Rückkehr von Robert Kubica hofft und diesen auch bei nächster Gelegenheit wieder in den Wagen setzen möchte.

Williams bastelt weiter am verkorksten FW33 und dürfte am Ring nicht auffällig werden. Gleiches gilt für Sauber, die in Sachen Entwicklung im Moment stehen geblieben sind. Toro Rosso hat sich verbessert, allerdings auch nur deswegen, weil man im Rennen mit anderen Strategien unterwegs ist.

Neuigkeiten gibt es von Lotus. Dort setzt Jarno Trulli am Wochenende überraschend aus, und wird durch Karun Chandok ersetzt. Der Inder, sicher einer der sympathischsten Fahrer im Feld, darf dann auch mal wieder ein Rennen fahren. Gleichzeitig hat Team Lotus aber klar gemacht, dass man mit Trulli auch über einen Einsatz im Jahr 2012 verhandelt. Dabei hatte man eher damit gerechnet, dass sich Lotus für 2012 einen jüngeren Fahrer holt.

Am Ring gibt es dieses Mal nur eine DRS-Zone, die die lange Gerade betrifft. Gemessen wird vor Turn 10, aktiviert wird der Heckflügel dann direkt nach Turn 11 bis zur Schikane. Je nach Wetter wird man vermutlich wieder einen abwechslungsreichen Grand Prix sehen und wenn es die in der Eifel üblichen Mischverhältnisse gibt, dürfte es richtig lustig werden.

Am Rande des Grand Prix gibt es auch eine Demo der “Save the Ring” Organisation. Viele Infos dazu findet man bei Facebook und bei Mike Frison, den ich der Einfachheithalber mal zitiere:

Treffpunkt ist die Gemeindehalle in Nürburg (neben Getränke Schmitz in der Nähe vom Hotel Tiergarten) und der Protestmarsch setzt sich um 11:45 Uhr in Bewegung.

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July 11 2011

06:01

Formel Eins: Analyse GP England 2011

Wer hätte das gedacht, dass Ferrari ausgerechnet auf einer Strecke den ersten Sieg der Saison einfahren kann, auf der Red Bull eigentlich dominieren sollte. Ein Fehler von Red Bull half, aber auch ohne den wäre es vorne eng geworden.

Der GP in Silverstone war mal wieder abwechslungsreich, was natürlich auch mit dem typischen britischen Wetter zu hatte. Ein kleiner Schauer, rund 40 Minuten vor dem Start, sorgte für sehr gemischte Verhältnisse auf der Strecke. Während das Wasser auf dem neuen Teil von Silverstone gut ablief und der Kurs abtrocknete, stand das Wasser ab Brooklands bis auf die Hangar Straight. Die Intermediates waren die einzige Wahl, weil es für Slicks einfach zu nass war und auch lange blieb. Das alles war Vettel relativ egal, er knöpfte schon beim Start Mark Webber den ersten Platz ab und fuhr wie üblich seine fünf bis sechs Sekunden Vorsprung heraus. Webber hielt Respektabstand, dahinter tobte ein schöner Kampf zwischen beiden Ferrari und McLaren. Doch das Rennen nahm dann noch einige Wendungen und am Ende gab es Ärger um eine Teamorder von Red Bull.

Red Bull schien die Sache locker im Griff zu haben. Weder in den nassen, noch in den trockenen Bedingungen schienen Ferrari oder McLaren den Abstand nach vorne verkürzen zu können. Erschwert wurde die Verfolgungsjagd dadurch, dass Massa und Hamilton lange in einen wunderbaren Zweikampf verwickelt waren, bei dem mal Alonso, mal Hamilton die Nase vorne hatte. Die beiden gaben sich nicht viel in Sachen Fahrkunst und Aggressivität, aber der Zweikampf, der sich über den ersten und zweiten Stint des Rennens hin zog, kostete beide viel Zeit.

Ferrari war in Silverstone erstaunlich flott unterwegs. Schon in den Trainingssessions waren die Italiener flotter als sonst, was man auf die neuen Updates schob. Allerdings kam Ferrari zu Gute, dass man das Rennen zum “Wet Race” deklariert hatte und man so darum herum kam, die harte Mischung fahren zu müssen, die dem F150 nicht wirklich liegt. Alonso konnte während des gesamten Rennens pushen und den Abstand nach vorne einigermaßen klein halten. Das sollte sich beim zweiten Stopp von Vettel dann als entscheidend herausstellen.

Denn beim zweiten Stopp von Vettel brach beim Stopp der Wagenheber und musste ausgewechselt werden. Die entscheidenden Sekunden fehlten dem Weltmeister dann bei der Ausfahrt aus der Box. Bis er wieder auf die Strecke einbog, war Alonso lange vorbei. Auch Lewis Hamilton hatte den Deutschen passiert, der sich somit auf einem ungewohnten Platz 3 wieder fand. Die Phase nutzte Alonso dann aus, um sich einen großen Vorsprung zu erfahren, da Hamilton die Pace des Ferrari nicht mal ansatzweise halten konnte. Vettel verlor massiv Zeit hinter McLaren, während Alonso vorne weg zog. Nach einigen herzhaften Duellen konnte Vettel dann schließlich am Briten vorbei gehen, doch da war der Ferrari schon außer Reichweite.

Bei McLaren lief es zeitweise richtig gut. Man hatte Hamilton auf P3 und Button in Lauerstellung auf P5, aber dann zerbröselte ein möglicher Erfolg, weil McLaren sich eine ungewöhnliche Fehlerkette erlaubte. Erst fiel Button aus, weil bei seinem Boxenstopp ein Rad nicht fest angezogen wurde. Der Lollipop-Mann hatte ihn zu früh los fahren lassen. Bei Hamilton sah es besser aus, aber offenbar hatte sich McLaren beim Sprit verkalkuliert, was ziemlich unverständlich ist. Silverstone gilt als Strecke, die wegen des hohen Vollgasanteils viel Sprit braucht, aber offenbar hatte McLaren darauf gehofft, dass die Strecke länger nass sein würde. Nasse Strecke = weniger Speed = weniger Verbrauch. Aber die Rechnung ging nicht auf und der Ex-Meister musste erst Vettel, später Webber passieren lassen. Am Schluss schaffte er es gerade so noch vor Massa auf P4.

In den letzten Runden wurde es aber noch einmal dramatisch, denn Vettel verlor plötzlich an Geschwindigkeit und hatte plötzlich Webber im Nacken, der zum Überholvorgang ansetzte. Vettel verteidigte, das Duell blieb sauber, aber dennoch funkte Red Bull, in dem Fall Christian Horner persönlich, an Webber, der solle die “Distanz” halten. Webber berichtet nach dem Rennen, dass man ihn wohl mehrfach befohlen hat, Vettel in Ruhe zu lassen. Webber blieb zwar dahinter, meinte aber mit angesäuerter Mine nach dem Rennen, dass derartige Team Order seine Entscheidung, wo er 2012 fahren wird, dann doch beeinflussen würde.

Wie immer, kann man geteilter Meinung sein. Webber hatte im Rennen keine Chance gegen Vettel, obwohl Red Bull ihn immer als erster an die Box holte. Beim ersten Stopp könnte man noch sagen, dass man Webber eher reinholte, um die Strecke mit den Slicks für Vettel zu testen. Beim zweiten Stopp war das aber nicht mehr nötig. Auf der anderen Seite: Vettel hatte in den letzten Runden offenbar ein Problem, sein Vorsprung beträgt 80 Punkte auf Webber und 92 Punkte auf Alonso. Wäre Webber auf P2 gefahren, würde er “nur” 77 Punkte zurück liegen. Zu vergeben sind noch 250 Punkte. Natürlich muss man damit rechnen, dass Ferrari noch stärker wird, aber Vettel hat die WM auch dann, wenn Alonso alle Rennen gewinnt und er nur noch dritte Plätze einfährt. Die Aktion wird bei Red Bull noch für Ärger sorgen. Interessant an der Sache ist, dass Mark Webber in diesem Jahr eigentlich immer sehr ruhig war und sich, die Verlängerung seines Vertrages im Kopf, nicht aus dem Fenster gelehnt hat. Offenbar hat sich seine Vertragssituation verändert und Radio Fahrerlager vermeldet, dass Ferrari jetzt doch sehr am Australier interessiert ist.

Eine andere Frage ist, ob Ferrari auch dann gewonnen hätte, wenn Red Bull den Fehler nicht gemacht hätte. Die Antwort lautet wohl: Ja. Denn die Pace von Alonso und die technischen Probleme von Vettel (angeblich ging das KERS nicht, was aber laut TV-Bilder nicht stimmt) hätten Alonso sicher an die Spitze geführt. Eventuell wäre es auch über die Boxenstrategie gegangen. Was bedeutet: Ferrari ist dran.

Das könnte mit dem Mapping zu tun haben, um das es am Wochenende viel Ärger gab. Vor dem Rennwochenende hatte FIA die Stellung der Drosselklappen in den Kurven auf 10% festgelegt. Renault ist dagegen Sturm gelaufen. Zum einen, weil man die offenen Klappen braucht, um den Motor zu kühlen, zum anderen, weil Mercedes ein anderes System hat, was ihnen einen Vorteil verschafft. Samstag wollte die FIA wieder alles revidieren, dann fiel ihnen auf, dass man am Rennwochenende die Regeln nicht verändern kann. Red Bull akzeptierte dies zähneknirschend, wollte am unbedingt an diesem Wochenende noch eine Einigung erreichen, damit man für das nächste Rennen planen kann. Doch vermutlich Ferrari/Sauber und Williams sagten “Nein”, was Red Bull angeblich dazu brachte, mit einem Rückzug aus dem Rennen zu drohen.

Dabei ist nicht mal klar, ob das Mappingverbot Ferrari nicht auch trifft. Es ist schwer zu sagen, ob die Updates am Wagen, oder das Verbot des Mappings zum Sieg beigetragen haben. Hinter dem “Nein” könnte auch einfach Politik stecken. Wie in der Vorschau schon mal angedeutet, wird das Verbot Red Bull treffen und der Zeitverlust scheint bei so rund 4 Zehntel zu liegen, wenn man die Quali sieht, wo Alonso auf einem Zehntel dran war. Aber Webber war auch schneller als Vettel, der normalerweise wiederum drei bis vier Zehntel schneller sein sollte. Das Theater um das Mapping wurde dann nach dem Rennen beendet, als man zu einer Einigung kam und beschloss, einfach wieder die alten Regeln zu nutzen. Sauber und Williams können die Saison damit abhaken. Richtig blöd für Sauber, die auf den Bau eines angeblasenen Diffusor verzichtet hatten, weil die FIA ihnen signalisiert hatte, dass man die Sache verbieten wird.

Aber hinter Red Bull, Ferrari und McLaren gab es auch noch ein Rennen:

- Mercedes hatte eine okaye Ausgangsposition. Schumacher kam aus der ersten Runde auf P9 raus, Rosberg, der mal wieder einen schlechten Start hatte, auf P12. Die Mischbedingungen liegen Schumacher, der mal wieder richtig gut aussah, doch dann auf Kobayashi traf. Den räumte er in Brooklands fast ab, als er viel zu schnell innen reinstach. Klarer Fehler von ihm, die 10 Sekunden Stop/Go Strafe war dann allerdings etwas übertrieben. Ohne diesen Crash wäre P6 drin gewesen, Massa auf P5 hätte er aber nicht bekommen. Rosberg fuhr eher unsichtbar und landete auf P6, wo Mercedes auch hingehört.

- Renault leidet unter dem Mapping- und hot blown diffusor Verbot. Heidfeld, nach schwacher Quali nur auf P16, holte auf P8 immerhin noch Punkte, erreichte das aber auch dadurch, dass er einen Stopp weniger einlegte. Petrov lagen die Verhältnisse nicht und er verschwand im Mittelfeld. Für Renault sieht es düster aus, denn viel Geld um den Wagen umzubauen hat man auch nicht.

- Pech für Force India. Paul di Resta lag lange auf P6, dann verpatzte man einen Boxenstopp, weil man die Reifen für Sutil bereit liegen hatte, und nicht für den Schotten. Sutil lag am Anfang in den Punkten, rutschte dann aber raus und kam nur auf P11.

- Toro Rosso verlor Buemi nach einer Kollision mit di Resta, aber Alguersuari holte mal wieder Punkte auf P10.

- Pastor Maldonado lag ebenfalls in den Top Ten, aber der Williams hat einen schlechten Rennspeed und fiel zurück. Barrichello fiel gar nicht auf, landete aber am Ende auf P13 vor Maldonado. Noch schlechter lief es für Lotus, die beide Wagen in den ersten 10 Runden mit technischen Problemen verloren.

- Glock wurde “best of the rest”, Neuling Ricciardo kam immerhin ins Ziel.

In 14 Tagen geht es am Nürburgring weiter.

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July 07 2011

15:30

Formel Eins: Vorschau GP England 2011

Alles neu beim britischen Grand Prix in diesem Jahr. Neue Boxenanlage, neue Start/Zielgerade und neue Regeln bezüglich des “hot blown diffusor”.

Silverstone ist wie gemacht für den Red Bull, denn es gibt viele ultraschnelle Kurven, darunter die berühmten Maggotts, Becketts, Chapel, dazu noch Stowe, Club, Abbey und Copse. Oder anders gesagt: Wer soll denn Red Bull hier schlagen? Die Antwort könnte lauten: Die FIA. Denn die hat in ihrer unendlichen Weitsicht beschlossen, den sogenannten “hot blown diffusor” zu verbieten. Zur Erklärung: Man unterscheidet zwischen einem “cold blown” und “hot blown diffusor.” Erster bekommt einfach die Luft per Sidepods und Unterboden zugeführt, letzterer wird direkt vom Auspuff angeblasen. Die Teams nutzen dazu auch noch eine Lücke im eigentlich striktem ECU-Reglement, die es ihnen erlaubte den Motor auch dann auf hohen Drehzahlen zu halten, wenn der Fahrer vom Gas ging. Das Mapping ist seit Valencia weg, nun müssen alle Teams auch ihre Auspuffführung umbauen. Aber wen trifft das Verbot denn nun wirklich?

Die gute Nachricht ist: Weder Williams, noch Lotus, HRT oder Virgin sind betroffen. Scherz beiseite, tatsächlich müssen vor allem alle Top Teams umbauen. Red Bull, McLaren, Ferrari, Mercedes und Renault hatten das Mapping und die veränderte Auspuffführung im Programm, wobei Ferrari, Mercedes und McLaren besonders viel Geld rein gesteckt haben, weil sie diese Variante zum Start der Saison nicht im Auto hatten. Besonders betroffen ist aber Renault, deren revolutionäres Abgassystem nun leider überflüssig ist. Da man die gesamten Seitenkästen inkl. Kühler usw. auf den nach vorne gerichteten Auspuff ausgerichtet hatte, stehen dem Team größere Umbauarbeiten bevor, die man vermutlich nicht bis Silverstone wird erledigt haben können.

Ein Fragezeichen steht hinter Red Bull, die das System seit Beginn des Jahres im Wagen hatten. Die müssen nun das aerodynamisch empfindliche Heck verändern und vermutlich werden sie die Auspuffgase am Diffusor vorbei leiten, in dem sie die Endrohre rechts und links daneben legen werden. Ich bezweifele aber, dass der RB7 deswegen viel an Performance verlieren wird. Das extrem enge Heck bietet wenig Luftwiderstand, die Luft kann ungehindert um Diffusor gelangen. Vielleicht verliert man ein paar Zehntel, aber das geht den anderen ja auch so. Da der “heisse” Diffusor den vorhandenen Abtrieb nur verstärkt hat, sollten die guten Abtriebswerte des RB7 nicht weiter betroffen sein.

Das sind, wenn ich denn recht habe, schlechte Nachrichten für Ferrari und McLaren. Die Briten haben lange an ihrem Heck rum gebastelt, nur um jetzt wieder alles auf Anfang setzen zu können. Button scherzte schon, dass man immer den Vorteil habe zu wissen, wie schlecht sich ein Heck anfühlen kann, weil man das ja schon im Winter ausgiebig getestet hatte. Dennoch ist man bei McLaren zuversichtlich, dass beim Heim GP um den Sieg mitfahren wird.

Ferrari ist ebenfalls optimistisch, zu mal man mal wieder ein großes Update mitbringt. Außerdem ist man erleichtert, dass Pirelli die Varianten Soft/Hard nach England schnleppt. Zwar mag der F150 die harte Mischung nicht, dafür ist er auf der soften Mischung um so besser. Doch der Wagen schleppt weiter das Manko mit sich rum, einfach zu wenig Abtrieb zu produzieren und das Verbot des “hot blown diffusor” wird dem Team nicht helfen. Auf dem letzten Kurs mit schnellen Kurven, in Barcelona, wurde Alonso überrundet.

Mercedes hat die WM und eine Top 3 Platzierung in der Team-Werung schon abgeschrieben. Man wird weiter versuchen zu Ferrari aufzuschließen um sich gleichzeitig Renault vom Hals zu halten. Der MGP 02 leidet nicht nur unter seinem enorm kurzen Radstand, sondern auch unter Kühlungsproblemen, weswegen die Seitenteile des Wagens immer noch die Kiemen aufweist. Das stört die Aerodynamik und vor allem die Anströmung des Hecks, weswegen sowohl Rosberg als auch Schumacher im Rennen immer wieder Probleme mit dem Verschleiß der Reifen auf der Hinterachse haben. Immerhin stimmt der Topspeed, was ja in Silverstone nicht gerade unwichtig ist.

Dahinter dürfte es dann eng werden. Renault ist wie gesagt schwer einzuschätzen, dafür sollte Force India die schnelle Strecke liegen. Obwohl dem Wagen Grip fehlt, sollte man di Resta und Sutil für Punkte im Auge behalten. Sauber sah in den letzten Rennen schwach aus, offenbar hat man sich bei der Entwicklung in eine falsche Richtung bewegt. Dass die Force India plötzlich schneller sind, dürfte nicht normal sein, nachdem man mit James Key ja eigentlich den richtigen Mann im Team hat.

Ebenfalls verbessert hat sich Toro Rosso, die in den letzten Rennen in die Punkte kamen. Alguersuari leidet weiterhin unter eine Quali-Schwäche, was vermutlich mit den Pirelli Reifen zu tun hat, die er nicht so gut wie Buemi auf Temperatur bekommt. Rollt der Spanier aber erst einmal, kann er mit seinem Teamkollegen auch wieder mithalten.

Williams hat die Saison zwar noch nicht aufgegeben, aber die vielen Umbesetzungen und Neustrukturierungen im Team dürften der Entwicklung nicht helfen. Der FW33 ist eine Krücke und er wird es vermutlich, trotz seines sehr interessanten Konzeptes, auch bleiben. Aus England hört man aber, dass Barrichello vermutlich noch eine Saison dran hängen wird. Ob das so eine gute Entscheidung ist? Nichts gegen Maldonado, der sich gut entwickelt hat, aber wenn der schon im dem guten Rubens auf Augenhöhe ist, dann sollte man vielleicht mal nach einem schnelleren Mann Ausschau halten (Webber?)

Und zu Schluss die drei Hinterbänkler. Lotus fehlen immer noch rund 8 Zehntel in der Quali, aber das ist schon ein ziemlich großer Schritt, denn die Malayen da gemacht haben. Im Rennen bricht die Performance dann komischerweise so weit ein, dass die Virgin durchaus mithalten können, aber in Silverstone erwarte ich von Lotus etwas mehr, weil sie das klar bessere Chassis haben.

Etwas umgewöhnen muss man sich, was die Strecke angeht. Die neue Boxenanlage ist fertig und die Start/Zielgeraden ist nun auf der anderen Seite der Strecke. Man startet nun im ehemals hinterem Teil der Strecke und die erste Rechts nebst folgender Schikane dürfte beim Start interessant werden. Auch runter zu Brooklands sollte das Feld weiter eng zusammen sein. Dort, auf der nen Wellington Straight genannten Gerade, wird auch die DRS-Zone sein: der Messpunkt dafür ist vor dem Arena-Komplex, also zwischen den Turns 2 und 3, aktiviert werden darf das System ausgangs der Arena, aber noch vor dem schnellen Knick, der auf die Gerade führt.

Pirelli erwartet mal wieder drei Stopps und da es für britische Verhältnisse am Wochenende warm werden soll (24 Grad) dürften die “Soft” eine große Rolle im Rennen spielen. Die Reifen werden durch die vielen schnellen Kurven arg belastet, also könnte das zu interessanten Strategieentscheidungen führen. Der Motor wird in Silverstone logischerweise auch hoch belastet. Der Vollgasanteil ist hoch, also wird das KERS auch viel arbeiten müssen. Das könnte dann unter Umständen bei einigen Teams entscheidend werden, denn bei Red Bull, McLaren und Mercedes gab es ja immer mal wieder Probleme mit dem System.

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June 23 2011

15:35

Formel Eins: Vorschau Valencia 2011

Die Formel Eins macht zum zweiten Mal Halt in Spanien, dieses Mal in Valencia. Das Rennen dürfte dank der Pirelli auch etwas besser als sonst werden. Außerdem hat sich in den letzten Tag viel hinter den Kulissen getan.

Die FIA hatte es angedroht, nun hat sie es auch umgesetzt. Das “Engine Mapping” in der ECU ist verboten. Was genau hatten die Team gemacht? Die Standardelektronik (ECU) bietet allen Hersteller einen gewissen Spielraum für ihre Programmierung. Das muss ja auch so sein, da die Motoren unterschiedliche “Mapping” fahren. Das sind die Programme, mit denen man zum Beispiel den Verbrauch oder den Zündzeitpunkt verändern kann. Innerhalb dieses Mappings kann man auch mit dem elektronischen Gaspedal spielen. Renault und Red Bull waren die ersten, die die bei hohen Drehzahlen mit einigem Wumms ausgestoßenen Abgase nutzten, um den Diffusor auch dann anzublasen, wenn der Fahrer in einer Kurve vom Gas gehen muss. Der Fahrer bremst vielleicht, die Motordrehzahl bleibt aber oben und so bekommt man mehr Abtrieb. Und genau das ist schon ab Valencia verboten.

Im nächsten Schritt werden dann ab dem Rennen in Silverstone die sogenannten “heiß” angeblasenen Diffusor verboten. Die Abgase dürfen also nicht mehr durch den Diffusor oder den Unterboden in Richtung Diffusor geleitet werden, was vor allem Red Bull und Renault treffen sollte. Aber auch Ferrari, McLaren, Mercedes, Sauber und Williams hatten in den letzten Monaten das System adaptiert. Für alle Teams bedeutet dies, dass sie ihre Abgasführung und ihre Unterböden zumindest ab England komplett neu gestalten müssen. Ein ziemlicher Aufwand und vor allem hinterlässt es einige Fragen, was die Performance der Teams ab dem britischen GP angeht.

In Valencia sollte die alte Hackordung noch gelten, zumal der Kurs wenig schnelle Kurve bietet, die einen angeblasenen Diffusor bevorteilen. Dennoch hilft das Verbot des Mapping vor allem den kleinen Teams, darunter Williams, denn Cosworth hat das bisher nicht im Angebot gehabt.

Weiter vorne wird Red Bull weiter dominieren, aber McLaren ist nicht mehr weit weg. Das Rennen in Kanada und vor allem die Quali, verzerrte wegen des Wetters den Stand der Dinge ein wenig, von daher ist es schwer zu sagen, wie nahe McLaren wirklich dran ist. Da wird man abwarten müssen. McLaren machte jedenfalls einen starken Eindruck, das gilt auch für die letzten Rennen in Valencia.

Bei Ferrari bin ich mir weiterhin nicht sicher, wo die eigentlich genau stehen. In Kanada hat man mit Pech ein besseres Ergebnis verpasst, aber auch hier gilt, dass das Wetter einiges verzerrt hat. In Valencia könnte den Italienern entgegen kommen, dass es sehr heiss werden soll, am Renntag bis zu und gar mehr als 30 Grad. Dem Ferrari scheinen höhere Temperaturen zu besser zu liegen, dazu kommt, dass Pirelli am Wochenende die Mischungen Medium/Soft anrollt. Medium klingt spannend und eigentlich gut für Ferrari, aber beim “neuen” Reifen handelt es sich um die alte “hart” Komponente von Pirelli. Und die lag dem F150 nun mal überhauüt nicht.

Von Mercedes erwarte ich eigentlich nicht sonderlich viel. Bisher zeigte man eine durchwachsene Leistung und man kann froh sein, wenn man mit Ferrari mithalten kann. Großer Gegener in der WM ist aber nicht Ferrari, Red Bull oder McLaren, sondern Renault, die punktemäßig mit den Stuttgartern auf Augenhöhe liegen. Das ist dann schon etwas ernüchternd, liegt das Budget von Renault doch wohl deutlich unter dem von Mercedes. Die Augen werden sich vermutlich in Valencia wieder auf Michael Schumacher richten. Dessen Rennen in Montreal zeigte mal wieder einen Schumacher in guter Form, aber ob das ein “one off” war, oder Schumacher auch ohne Regen seine alte Form gefunden hat, wird sich noch erweisen müssen.

Bei Renault hängt der Haussegen immer noch schief. Es gibt erstaunlich viele Umbesetzungen in der Führungsspitze und Nick Heidfeld steht deutlich in der Kritik. In Kanada zeigte er erst ein gutes Rennen, dass er dann aber durch den Felher hinter Kobayasgi wegwarf. Da hätte ein Podium drin sein können. Gleichzeitig verstärken sich die Gerüchte, dass das Team mit dem Geld etwas knapp ist. Angeblich wartet Motorenlieferant Renault auf eine zweistellige Summe und bei der Group Lotus weiß man nicht so recht, was man machen soll. Die Woche tauchten schon Gerüchte auf, dass Bruno Senna mit seinem Sponsorgeldern Nick Heidfeld ersetzen könnte, die aber vermutlich doch etwas aus der Luft gegriffen sind.

Immerhin scheint es so, dass Renault sich nun auch etwas vom Mittelfeld abgesetzt hat. Sauber machte in den letzten Rennen nicht den Eindruck, als könne man bei der Entwicklungsgeschwindigkeit der “Großen” mithalten. Die Schweizer sind aber immer noch schneller als Force India, deren jungen Designerteam sich aber offenbar so langsam findet. Der Wagen ist besser geworden, die Ergebnisse sind allerdings noch nicht da. Vor allem nicht bei Adrian Sutil, der in diesem Jahr sogar ein wenig im Schatten von Newcomer Paul di Resta steht. Hinzu kommt, dass es jetzt wohl doch einen Anzeige gegen Sutil wegen der Prügelei in Shanghai geben wird. Vijay Mallya hat sich bisher nicht klar dazu geäußert, was er im Falle eine Anklageerhebung machen möchte. Sutil weiterfahren lassen? Oder doch lieber Hülkenberg mal ranlassen und Sutil so lange parken, wie er rechtliche Probleme hat?

Weiter hinten gibt es wenig Neuigkeiten, von daher lassen ich die mal weg. Deutlich interessanter ist dagegen, was sich hinter den Kulissen tut. Denn offenbar rebellieren die Teams gegen die von Max Mosley und Jean Todt angestrebte Lösung, einen Vierzylinder-Turbo ab 2013 in der F1 einzusetzen. Das Datum hat man schon mal auf 2014 verschoben und offenbar haben die Teams zusammen mit der Technischen Arbeitsgruppe der FIA beschlossen, dass man lieber auf einen V6-Turbo mit 1.6 Liter Hubraum setzen möchte. Das ist auch eine “Lex Ferrari” die mit dem Vier-Zylinder einfach nicht glücklich werden, weil der sich nicht verkaufen lässt. Man darf davon ausgehen, das die V6-Lösung kommen wird.

DRS gibt es auch wieder in Valencia und zwar wieder in zwei Zonen mit einem Messpunkt. Der Messpunkt ist vor T8. Die erste DRS-Zone reicht von Mitte T11 bis zum ersten Anbremspunkt, dann wieder nach T14 bis zum nächsten Anbremspunkt.

Zum Schluss noch ein sehr kurze Einschätzung von Cara Tredget, Shell Technology Manager bei Ferrari, zum Thema Sprit in Valencia. Eine längere Audio-Einschätzung folgt vielleicht noch, da warte ich auf die Freigabe.


Cara Tredget looks ahead to the European GP</a> <i>von aa<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">racingblog_tv

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June 22 2011

05:34

Newshappen-Sammlung für 22.06.

// Mit sofortiger Wirkung hat die FIA das “Engine Mappingverboten. Gemeint ist, dass der Motor auch dann auf hohen Drehzahlen läuft, wenn der Fahrer vom Gas geht. Durch die Auspuffgase wird der Unterboden, bzw. der Diffusor angeblasen, was wiederum für mehr Abtrieb sorgt. “Engine Mapping” heißt es deswegen, weil die Teams/Hersteller die Mappingeinstellungen der ECU beeinflussen, um diesen Effekt zu erreichen. Wenn man den Gerüchten so glauben mag, profitierte vor allem Red Bull von der neuen Ideen. Man hat das wohl in der Quali eingesetzt, nicht aber im Rennen, was dann auch den oft nicht erklärbaren Rundenzeiteneinbruch des Teams erklären könnte. Im Rennen verzichtet man wohl auf den Effekt, weil die Motoren leiden und man mehr Sprit verbraucht. Renault gab mal 10% an, was immerhin rund 10 bis 15kg wären, die man mehr mitschleppen müsste, was keiner freiwillig macht. Ab England sind dann auch die “heiss”, also per Auspuff angeblasenen Diffusor verboten. (Don)

// Argentinien und Mexiko überlegen offenbar den Bau von Formel 1 tauglichen Strecken. In Mexiko wurde kürzlich Charlie Whiting bei der Besichtigung des Autodromo Hermanos Rodriguez gesichtet. Angeblich soll er dort gewesen sein, um den Besitzern mitzuteilen, welche Änderungen an der Strecke nötig wären, um die begehrte Grade 1 Lizenz der FIA zu erhalten, die die Austragung von Formel 1 Rennen erlaubt. In Mexiko steigt derzeit wieder das Interesse an der Formel 1, weil mit Sergio Pérez erstmals seit Jahren wieder ein Mexikaner in der Königsklasse unterwegs ist – und mit Esteban Gutierrez ein weiterer vor der Türe steht. Auch Sauber-Sponsor Telmex würde gewiss gerne ein Heimrennen sehen. In Argentinien wurde derweil die Design-Firma Populous (für die neue Arena-Sektion in Silverstone verantwortlich) mit dem Bau einer völlig neuen Strecke nahe Buenos Aires beauftragt, die ebenfalls Grade 1-tauglich sein soll. Angeblich ist die Formel 1 aber nicht das primäre Ziel der Streckenbetreiber – die Bahn soll vielmehr der Entwicklung des argentinischen Motorsports dienen. (Vorsicht)

// Am Wochenende berichtete die “Sunday Times”, dass die BBC gedenkt ihren Vertrag mit der F1 2013 nicht mehr zu verlängern. Die BBC muss rund 60 Millionen Pfund einsparen und eine Saison kostet den Sender dem Vernehmen nach rund 50 Millionen Euro. Die Gerüchte, dass die BBC ihre Übertragung einschränkt und das “Post Race Forum” streicht, gibt es schon länger, aber von einem Ausstieg war bisher nicht die Rede. Man darf nicht vergessen, dass die “Sunday Times” zu News Corp. gehört, die ja gerade versuchen, Bernie Ecclestone die F1 aus den Händen zu winden. Ein Angriff auf wichtige Partner der F1 kommt da nur gelegen. In England heißt es, dass die Argumente in der “Times” nicht substantiell seien und vermutlich zum vor sich hingärenden Bieterwettstreit gehören. (Sorry, keine Links, da die “Times” eine Paywall hat.) (Don)

// James Allen berichtet, dass McLaren gerade Jenson Button umgarnt. Dessen Vertrag läuft eigentlich erst Ende 2012 aus, aber im Moment sind frühzeitige Verlängerungen ja gerade “in” (Siehe Ferrari/Alonso). Button wird im Moment allerdings auch als heisser Kandidat für den zweiten Platz bei Red Bull gehandelt, sollte man den Vertrag mit Webber nicht verlängern wollen. Bei Ferrari soll Button ebenfalls schon gesichtet worden sein. (Don)

// Auf der Seite des Motorsport-Journalisten Gordon Kirby ist ein umfangreicher Bericht zum geplanten Austin Grand Prix 2011 erschienen, der auf einem Interview mit dessen Planer und Veranstalter Tavo Hellmund beruht. Offenbar gibt es dort das eine oder andere Problem mit dem Zeitplan. Es ist mittlerweile auch davon die Rede, dass man a la Korea im ersten Jahr nur eine halbfertige Anlage zusammenbekommt – und, dass der Termin vielleicht an das Saisonende 2011 verschoben werden könnte. Joe Saward spekuliert derweil, dass Red Bull mit dem in der NASCAR ab 2012 gesparten Geld Titelsponsor der US Grand Prix werden könnte. (Vorsicht)

// Fast täglich gibt es momentan neue Gerüchte um den IndyCar Kalender 2012. In der Kurzfassung:
- Nach den unbefriedigenden Besucherzahl steht Milwaukee wohl zumindest auf der Kippe – ausgeschlossen ist eine Rückkehr aber nicht.
- Es gibt offenbar wieder Verhandlungen mit der NASCAR-eigenen Streckenfirma ISC. Dabei geht es wohl um eine Rückkehr von Chicagoland, aber auch um einen Lauf in Phoenix. Möglich ist, dass die IndyCar dafür auch wieder ein Rennen in Fontana “schlucken” muss.
- Auch in Watkins Glen bemüht man sich darum, wieder einen Lauf der IndyCar Series austragen zu dürfen – allerdings nicht um jeden Preis, es get wohl um Konzessionen bei der Antrittsgebühr.
- In Milwaukee war auch die Rede davon, dass man bald in Road America fahren könnte. IndyCar CEO Randy Bernard hatte kürzlich ein Treffen mit Streckenverantwortlichen, dass vielversprechend verlaufen sein soll.
-  In fernerer Zukunft möchte Randy Bernard gerne 22 bis 24 Läufe pro Saison austragen. Um das finanziell möglich zu machen, müssten allerdings die TV-Quoten endlich steigen (wonach es im Moment allerdings nicht gerade aussieht).
- Zu diesen neuen Rennen könnte dann auch ein Straßenrennen in Fort Lauderdale, Florida zählen, wo es offenbar erste Gespräche mit der IndyCar gibt. Das IndyCar Rennen wäre, sofern aus dem Event etwas wird, in ein dreitägiges Rennwochenende mit mehreren anderen Serien eingebunden, mit dem sich Fort Lauderdale zum “amerikanischen Monte Carlo” machen möchte.
- Der Kalender 2011 soll Anfang September fertig sein.
(Vorsicht)

// Einen mittelschweren Schock hatte die NASCAR gestern zu verkraften. Red Bull zieht den Stecker aus ihrem NASCAR Team und schiebt das Geld lieber wohl in Richtung anderer Sportarten, darunter Motorrad. Man schließt das Team zum Ende des Jahres, lässt es Manager Pat Fry aber offen, einen neuen Inhaber/Sponsor zu finden. Was angesichts der arg angespannten wirtschaftlichen Lage in den USA wohl nicht leicht zu schaffen sein wird. Das Team hat sich den vier Jahren seiner Existenz jetzt auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ein Sieg von Bian Vickers war drin, mehr aber auch nicht. Auch die Verpflichtung von Kasey Kahne brachte nicht den Durchbruch. Nun ist 2011 also Schluss und die NASCAR verliert einen nicht unwichtigen Sponsor und zwei Wagen. (Don)

// Tony Stewart holt laut Gerüchten wohl das nach, was er schon vor zwei Jahren machen wollte: Er schafft seinen ehemaligen Crew Chief Greg Zipadelli zu Stewart/Haas, der bei Joe Gibbs im Moment nicht so recht glücklich wird, weil Joey Logano nicht vom Fleck kommt. Berichtet zumindest Jayski (runterscrollen), der solche Dinge selten ohne Grund in die Welt setzt. (Don)

//Das Race of Champions 2011 wird nun doch nicht in Frankfurt stattfinden. Wegen des Abstieges der Eintracht Frankfurt in die zweite Liga wird das Stadion nun für den Fußballbetrieb gebraucht. Die Veranstalter müssen sich daher um einen neuen Austragungsort umsehen. Wer bereits eine Karte gekauft hat, kann aber jetzt den Kaufpreis zurückverlangen. Die Tickets behalten aber wohl auch am neuen Austragungsort ihre Gültigkeit. Einzig: Wo der sein wird, steht noch in den Sternen. (Vorsicht)

// Die Absagen für das kommende LMS Rennen in Imola häufen sich. Jetzt hat auch noch Quifel ASM abgesagt. Die Entrylist sieht auch noch einen AMR Aston Martin am Start, aber die werden auch nicht da sein. Ehrlich gesagt wüsste ich nach dem desaströsen Auftritt in Le Mans nicht, wie die mehr als 4 Runden in Imola schaffen wollen. Audi hat Bernhard/Fässler und Kristensen/McNish gemeldet. (Don)

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May 19 2011

17:24

Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2011

Das Rennen in Barcelona stand in den letzten Jahren immer treu für eine Sache: gähnende Langweile. Das könnte in diesem Jahr anders sein.

Die Strecke in Barcelone ist auch nach dem Einbau der komplett missglückten Schikane, die zu eng ist und zu weit vor die letzte Kurve platziert wurde, immer noch nicht wirklich gut. Fahrerisch ist sie eher langweilig, es gibt ein paar Ecken (Turn 7 & 9), die durchaus kniffelig sein können. Bekannt ist Barcelona vor allem für zwei Dinge: Schnelle Kurven und die lange Gerade, die eigentlich für gute Überholmanöver stehen sollte. Das könnte in diesem Jahr dank DRS dann auch mal in der F1 klappen, da die DRS-Aktivierung vor der letzten Kurve stattfinden soll und dann knapp 800 Meter reichen wird. Damit kann man sich dann schon vor dem Anbremspunkt zu Turn 1 wieder einsortieren. Ein weiterer Faktor werden die Reifen sein, die in der Vielzahl der schnellen Kurven leiden werden. Allerdings hat Pirelli eine neue harte Mischung mit nach Spanien gebracht, die die Teams in der Türkei im freien Training schon ausprobiert haben. Die könnte aber für weitere Probleme sorgen.

Denn schon in China konnte man sehen, dass die Strecke nur schwer das Gummi aufnahm. Das Phänomen hat man hier und da schon mal gesehen, eine etwas länger haltende harte Mischung, wie sie Pirelli nun dabei hat, könnte das Problem auch in Spanien haben. Die Teams rechnen meist damit, dass eine Strecke das Gummi irgendwann annimmt, was den Reifenverschleiss und die Rundenzeiten verändert. Eine gute mit Gummi ausgestattete Strecke kann durchaus mal 5 Zehntel schneller sein, was die Kalkulation für die Boxenstopps verändert. Geht man am Schluss mit harten Reifen raus, hofft man, dass der Zeitverlust gegenüber jenen Fahrern, die mit “Weich” unterwegs sind, sich einigermaßen in Grenzen hält. Man wird am Freitag und Samstagmorgen sehr genau die Longruns beobachten müssen. DRS und KERS werden in Spanien sicher eine große beim Überholen spielen, aber vor allem der Abbau der weichen Reifen wird wieder für viel Nachdenken sorgen. Drei Stopps sollten, auch wegen der kurzen Ein- und Ausfahrt, auf jeden Fall zu sehen sein.

Auf dem Papier ist Red Bull wieder klar vorne. Nach der dominanten Vorstellung von Vettel in der Türkei und die dann doch eher enttäuschenden Performance von McLaren, sollte man sein Geld vermutlich wieder auf “Blau” setzen. Aber – wie jedes Jahr bringen alle Team jede Menge neuer Teile mit nach Katalonien. McLaren hatte das schon angekündigt, ebenso Mercedes, Sauber und Lotus. Red Bull wird da mit Sicherheit nicht tatenlos zu sehen und vor allem das immer noch kränkelnde KERS verbessert haben. Da Barcelona die Referenzstrecke aller Teams ist und man jede Menge Daten hat, sollten die Updates zumindest hier funktionieren. Das könnte das Feld vorne etwas enger zusammenrücken lassen, aber ob man an Red Bull ran kommt, ist dann wieder etwas anderes.

Ferrari war in der Türkei zumindest im Renn-Trimm dran, weil sie mit den Reifen am Besten umgehen können. Den Angriff auf Platz Eins hatte sich das Team mit einer, kann man nicht anders sagen, bescheuerten Strategie in der Quali vermasselt, als sie Massa ohne Not in Q1 noch mal mit den weichen Reifen auf die Strecke schickten, die dann am Ende im Rennen gefehlt haben. Bei Ferrari ist gerade sowieso Feuer unterm Dach. Der bisherige Chef der Aerodynamik-Abteilung, Marco de Luca, wurde wohl sanft auf einen anderen Posten geschoben, wer da jetzt am Steuer sitzt, ist nicht bekannt, aber könnte sein, dass Nikolas Tombazis (Chefdesigner) oder Pat Fry (Chefingenieur) die Zügel in die Hand genommen haben. Durch gesickert ist auch, dass Ferrari dann doch wieder mit einer kompletten B-Variante des Wagens kommen wird, dieses Mal zum Grand Prix von Kanada.
Verkündet wurde ebenfalls, dass man Fernando Alonso bis 2016 an sich gebunden hat, Montezemolo bestätigte in einem Interview (Link weiter unten) auch, dass Massa 2012 fahren wird. Was Sinn macht, auch wenn im ersten Moment komisch klingt. Aber wen sollten sie holen? Wunschkandidat Kubica ist raus, Rosberg bleibt wohl bei Mercedes, Hamilton und Button sind fest bei McLaren. Beim Nachwuchs drängt sich nur Kobayahsi auf, den man natürlich gerne in einem Ferrari sehen würde. Der eigene Nachwuchs (Bianchi, Bortolotti) ist noch lange nicht so weit. Ungewöhnlich ist die Ankündigung aber schon. Denn zum einen lief der Vertrag von Alonso noch bis Ende 2012 zum anderen pflegt Ferrari seine Fahrerbesetzung immer erst in Monza bekannt zu geben.

Aber, wie man es auch dreht und wendet – ich rechne nicht damit, dass Ferrari oder ein anderes Team in Barcelona an die Red Bull heran kommen wird. Das wäre vielleicht noch der Fall gewesen, wenn es richtig heiss geworden wäre, aber es sind maximal 24 Grad für denn Renntag angesagt, also bestes Motorsportwetter.

Das Mittelfeld spare ich mir diese Woche mal, da gibt es, bis auf ein großes Update bei Sauber, nicht viel zu berichten.

Interessanter wird es dann wieder weiter hinten. Mike Gascoyne hat für Lotus neue Teile angekündigt, die seiner Meinung nach rund eine Sekunde bringen würden. Damit wäre man dann wirklich mittendrin im Mittelfeld und könnte in der Quali sogar Williams oder Toro Rosso unter Druck setzten. Allerdings sind die Schätzungen von Gasconye immer etwas optimistisch, aber der Aufwärtstrend von Lotus ist klar zu sehen.

Weniger gut läuft es bei Virgin. Das “neue” Design (von dem ich immer noch nicht glaube, dass es wirklich neu ist) funktioniert hinten und vorne nicht. Im Grunde hat man keinen Schritt nach vorne gemacht, im Gegenteil. Selbst der runderneuerte HRT, der immer noch auf dem eher unterentwickelten Dallara-Konzept beruht, ist nicht langsamer als die Virgin. Das sieht nicht gut aus für die Truppe, ich glaube auch nicht, dass man in Spanien einen großen Schritt wird machen können. Vielleicht sollte man sich doch mal einen Windkanal mieten.

Spannender als die Rangfolge in der F1 sind gerade auch die Hintergrundgeschichten, die in der F1 los sind. Da wird ja bekanntlich an vielen Fronten gekämpft.

CVC Verkauf
Da gibt es wenig konkrete Neuigkeiten. Offenbar hat die “News Corp.” ihre PR-Veranstaltung auf “sky” erst einmal eingestellt, jedenfalls hatte der Journalist Mark Kleinman in letzter Zeit wenig Neues zu berichten. Das interessantes ist ein Interview, dass Luca di Montezemolo CNN gegeben hat, in dem er sich relativ detailliert zu den Möglichkeiten der Teams äußert. Kurz zusammen gefasst sind in seinen Augen folgende:

1. Man erneuert den Vertrag mit der CVC (das Concorde Agreement) und alles bleibt, wie es ist.
2. Man schließ einen Vertrag mit einem anderen Anbieter, bzw. gründet eine eigene Vermarktungsfirma.
3. Man sucht einen neuen Verwalter, würde dann also Bernie Ecclestone los werden.

Montezemolo favorisiert wohl klar eine Mischung der Varianten 2 und 3. Neue Inhaber, mehr Rechte und Geld für die Teams, neuer Verwalter. Das wird aber so einfach nicht sein, denn laut diverser Gerüchte verschiebt Ecclestone im Moment die Rechte innerhalb seines Firmenimperiums. Er hatte schon vor Wochen gesagt, dass es wohl weniger um eine freundliche Übernahme gehen würde, sondern das da was anderes im Hintergrund kocht. Die italienische Presse spricht schon von einer “Piraten-Serie”, was aber nicht gehen wird, weil die CVC/Eccelstone auf allen Rechten, samt langfristigen Verträgen mit den Kursen sitzt. Passieren wird im Moment aber nichts, nur das Schachspiel ist los gegangen und alle bringen ihre Figuren in die Startposition.

Blown Diffusor
Es gibt jede Menge Gerüchte, dass die FIA so schnell wie möglich die “blown diffusor” verbieten möchte, um die Kurvengeschwindigkeiten runter zu bekommen. Das ist aber nicht so ganz richtig. Der FIA geht es weniger darum, dass die Diffusor generell angeblasen werden, sondern dass Red Bull, Ferrari und Renault Techniken entwickelt haben, die es erlauben, dass der Diffusor auch dann angeblasen wird, wenn man vom Gas wird. Im Grunde hält man einfach automatisch die Drehzahl hoch, so dass die Auspuffgase auch dann weiter auf den Diffusor drücken, wenn man vom Gas geht oder durch eine Kurve fährt. Das kostet jede Menge Sprit, soll aber bis zu 30% der aerodynamsichen Effizienz aus machen.

Der FIA ist der Mehrverbrauch ein Dorn im Auge, außerdem kostet das System wieder Geld. Man wollte dieses nicht durch die Fahrt verursachte Anblasen in Spanien verbieten, hat die Entscheidung aber jetzt in den Juni verschoben, wenn der technische Rat der FIA zusammen kommt. Komplett verbieten kann man das Anblasen eh nicht, dafür müssten die Teams in der Saison ihre Autos komplett umbauen, was keinen Sinn macht.

Adrian Sutil
Fällt unter den Bereich “Gossip”, der hier ja selten zu finden ist. Bekanntermaßen hat es in China eine tätliche Auseinandersetzung zwischen Sutil und Eric Lux von Renault gegeben, bei der der Renault-Mann verletzt wurde. Was auch immer passiert sein soll, Sutil hat wohl Mist gebaut und wird nun von Lux auch rechtlich belangt. Das ist unschön, aber die F1 wäre nicht die F1, wenn es gleichzeitig nicht auf Gerüchte geben würde, dass Force India die Angelegenheit dazu nutzen möchte, Sutil los zu werden. Der tut sich in diesem Jahr sehr schwer gegen den Newcomer Paul di Resta, gleichzeitig hat man mit Hülkenberg einen Mann im Kader, dessen Qualitäten bekannt sind. Angeblich will Mercedes Hülkenberg spätestens 2012 bei Force India einsetzen, man hätte aber auch nichts dagegen, wenn er früher zum Einsatz kommen würde, da man dann sehen könnte, wer das Zeug für ein Mercedes Cockpit hat. Force India hat sich dann beeilt zu sagen, dass man an Sutil festhalten möchte. Wenn ich mich recht erinnere hat man das auch Liuzzi im Dezember 2010 gesagt.

Abschließend noch die Meldung, dass RTL die Übertragungsrechte der F1 bis Ende 2015 gesichert hat. Das wurde heute, etwas überraschend, bekannt gegeben. Überraschend deswegen, weil solche Deals meist erst im Herbst über den Tisch gehen, aber könnte sein, dass Ecclestone auch hier seine Schachfiguren schon mal setzt.

March 24 2011

15:58

Formel Eins: Vorschau GP Australien 2011

Die Zeit des Wartens ist vorbei, die lange Winterpause geht endlich zu Ende. Ab Freitag geht der Zirkus der Formel Eins wieder auf die Reise und die Saison verspricht sehr abwechslungsreich zu werden.

Die Saison 2011 bringt einige Neuerungen in die Formel Eins, die zum einen nicht unumstritten sind, zum anderen kann man die altbekannten strategischen Lösungen während eines Rennens komplett vergessen. Schuld daran sind die neuen Pirelli Reifen, die auf Wunsch der FIA nicht mehr den Holz-ähnlichen Charakter der Bridgestone Pneus haben. Wunsch der FIA war es, dass man mit den Reifen nicht mehr ein ganzes Rennen durchfahren kann, so wie Button, Vettel und Webber das im letzten Jahr gezeigt habe. Auch wollte man wieder einen weiteren Boxenstopp haben und so hat Pirelli Reifen entwickelt, die eine ganze besondere Charakteristik haben. Denn sie bauen nicht langsam ab, sondern schlagartig und genau das wird den Teams jede Menge Kopfzerbrechen bereiten.

In der Vorbereitung zu einem Grand Prix sind den Teams die meisten Faktoren bekannt. Man kennt die Strecke, den Asphalt, die Curbs. Man berechnet jedes denkbare Wetter, inklusive der Windrichtung und der Luftdichte. Nur in diesem Jahr kommt mit den Reifen eine Komponente ins Spiel, die keiner richtig beurteilen kann. Man weiß, dass die Pirelli schnell nachlassen, aber wie reagieren sie auf den Asphalt in Australien? Und wie darauf, wenn sich der Gummi mit anderen Gummisorten der Rahmenserien vermischt? Und was machen 5 Grad Außentemperatur mehr oder weniger aus? Das weiß tatsächlich kein Mensch und so wird es auch bleiben, bis man nach ein paar Rennen mal sehen kann, wie die Reifen sich im Durchschnitt verhalten. Da die FIA den Teams in Australien einen weiteren Satz Reifen zur Verfügung stellt, kann man zumindest davon ausgehen, dass viel gefahren wird.

Im Rennen werden die Reifen ebenfalls eine große Rolle spielen. Der Zeitverlust zwischen einem guten und einem runter gefahrenen Pirelli beträgt laut allgemeiner Schätzung zwischen drei und vier Sekunden. Doch der sogenannte “Drop off” zeigt sich nicht linear, also über einen gesamten Stint, sondern erst in den letzten Runden. Die meisten Mischungen scheinen lange stabil zu laufen, um dann am Ende plötzlich dramatisch einzubrechen. Für die Strategen bedeutet dies, dass sie komplett umdenken müssen.

1. Man kann nicht mehr “reifenschonend” unterwegs sein um dann kurz vor Ende des Stints noch mal schnelle Runden zu bolzen. Dieser Vorteil fällt weg.
2. Eine Runde mehr oder weniger auf den alten Reifen kann einem massiv Plätze kosten. Nicht nur einen, sondern gleich mehrere. Der Fahrer muss deswegen viel stärker in die Strategie eingebunden werden
3. Fahrer, die weniger aggressiv unterwegs sind, haben deshalb einen Vorteil.
4. Das Mittelfeld rückt näher. Während die Top Ten auf Reifen starten muss, die mindestens drei Runden auf den Buckel haben, davon eine, in der sie schwer gefordert wurden, starten die Fahrer ab Platz 10 mit neuen Reifen, können also drei oder vier Runden länger fahren. Es könnte sich auszahlen, bewusst nicht in die Top Ten zu fahren, wenn man eh nicht um Sieg kämpft.

Das bedeutet, dass auch der Rennverlauf sich massiv verändern wird. Zwei Stopps werden normal sein, je nach Verschleiß und Zeitverlust wird man auch über drei Stopps nachdenken. Gleichzeitig werden die Fahrer vor allem in den ersten Rennen extrem vorsichtig mit den Reifen umgehen, die Positionen werden bezogen, danach wartet man bis zum letzten Renndrittel ab. Zu vorsichtig darf man aber auch nicht sein, weil man sonst zu viel Zeit nach vorne verliert. Die Reifen werden 2011 eine sehr große Rolle spielen, ob die positiv sein wird, bleibt abzuwarten.

Die Befürchtung ist, dass wir sehr statische Rennen sehen werden. Daran werden auch der neue verstellbare Heckflügel und das wieder eingeführte KERS nichts ändern. Was den Heckflügel angeht, wird man sowieso abwarten müssen. Die meisten Fahrer zeigen sich skeptisch. Nicht, was den eventuellen Vorteil angeht, sondern was die Handhabung betrifft. Einsetzen kann man den Flügel im Rennen nur dann, wann man einem Sektorenmesspunkt rund eine Sekunde hinter dem Vordermann liegt. Erst schaltet die Elektronik die Möglichkeit frei und der Fahrer kann mittels eines Knopfs dem Flügel flach stellen. Berührt der Fahrer die Bremse, stellt sich der Flügel wieder in seine Ausgangsposition. Das bedeutet, dass im Prinzip die Rennleitung entscheidet, was der Fahrer machen kann. Zudem ist der Einsatz der Technik in den ersten beiden Runden komplett untersagt. Theoretisch soll man so leichter überholen können, ob das dank der “dirty air” auch praktisch so sein wird, ist auch so eine Frage. Getestet hat das bisher keiner. Der FIA ist auch klar, dass das System quasi in der Beta-Phase ist, man behält sich Änderungen und sogar die gesamte Abschaffung vor. Bevor man aber zu viel Kritik äußert, sollte man die ersten Rennen abwarten. Klar ist aber, dass der Flügel nur auf Strecken mit langen Geraden etwas bringt. Um die Verwirrung noch größer zu machen: In den Traingsläufen kann der Heckflügel nach Wunsch und ohne Restriktionen flach gestellt werden.

Ebenfalls neu ist der kastrierte Diffusor, der nur noch einstöckig sein darf. Damit will man die “dirty air” und den Abtrieb auf der Hinterachse verringern, aber die Ingenieure haben schon Lösungen gefunden. Die radikalen Lösungen der Heckkonstruktion von Williams und Red Bull sind eine Variante, die Nutzung der Auspuffgase um entweder den Unterboden (Renault) oder das gesamte Heck (der Rest) anzublasen ist die andere. Die auffälligen Konstruktionen der Heckflügel, die mittlerweile mit diversen Knicken, Kurven und Falten ausgestattet sind, lässt aber erahnen, dass die “dirty air” weiter für Probleme sorgen wird.

Auch Wiedereinführung von KERS dürfte das Bild auf der Strecke ändern. Mercedes hatte wohl bei den Tests einige Probleme, während es aber bei Force India, die die Mercedes Technik nutzen, ohne Sorgen lief. Das Problem ist wohl auch nicht Aufladung, sondern das Verhalten des Wagens auf der Bremse. Wenn der Wagen hier instabil reagiert, verliert man am Kurveneingang viel Zeit. Der Vorteil von KERS ist umstritten. Unter perfekten Laborbedingungen soll etwas um drei Zehntel bringen, in der Realität sieht die Sache wohl anders aus. Klar ist, dass man damit leichter überholen kann, wenn alles passt und der Heckflügel flach steht, ob es die Rundenzeit im Rennen um die entscheidenden Zehntel verbessert, ist dann wieder eine andere Frage.

Für die Fahrer bedeutet das viel Stress, denn sie müssen nicht perfekt fahren, sondern auch auf den Reifenverschleiß achten und schauen, dass sie KERS genau dann einsetzen, wenn sie auch die Möglichkeit haben, den Flügel flach zu stellen. Dazu kommt der Verkehr usw. Es würde mich nicht wundern, wenn man einige Ausrutscher sehen wird, die einfach deswegen zustande kommen, weil die Fahrer überfordert sind.

Zum Rennen in Australien kann man nur wenig sagen, die vielen neuen Variablen machen eine Vorhersage einfach unmöglich. Die Teams wird es grundsätzlich freuen, dass es am Wochenende kühl bleiben wird, das wird den Reifenverschleiß niedrig halten. Eventuell kann es sogar regnen, was hoffentlich nicht das gesamte Wochenende anhalten wird, da mit Regen eine Einschätzung der Teams noch schwerer wird.

Die Strecke in Melbourne ist bekannt, im Prinzip besteht sie nur aus langen Geraden, die von engen Schikanen unterbrochen werden. Problematisch sind seit jeher die Auslaufzonen, die an einigen Stellen praktisch nicht vorhanden sind. Fliegt man nach Turn 5 ab, spielt man mit seinem Wagen Ping Pong zwischen den Mauern. Die unterschiedlichen Beläge und die Nutzung einiger Streckenteile als normale Straße machen die Sache auch nicht leichter.

Das Rennen einer Saison ist immer etwas Besonderes, man darf sich also freuen. Die Saison 2011 kann los gehen.

March 21 2011

06:58

Formel Eins: Vorschau 2011 – Die Teams

Es geht, mit ein wenig Verspätung, wieder los. Der ausgefallene Grand Prix von Bahrain war für einige Teams offenbar Gold wert, denn bei den Tests sah nicht alle gut aus.

Es gibt viel neues in diesem Jahr. Der bewegliche Frontflügel ist weg, dafür kann man den Heckflügel jetzt in bestimmten Situationen flacher stellen. Doch die wichtigste Änderung betrifft wohl den Diffusor. Der darf nur noch einfach und nicht doppelt gebaut sein, was die Konstruktion des gesamten Hecks verändert. Dazu kommen die neuen Reifen von Pirelli, die auf Wunsch der FIA eine völlig neue Mischungen anliefern. Während die Bridgestone auch mal ein ganzes Rennen durch gehalten haben, zerbröseln die Pirelli schon nach wenigen Runden. Das wird die Strategie aller Teams in diesem Jahr komplett ändern, aber dazu dann am Donnerstag in der Vorschau mehr. Heute geht es erstmal um die Form der Teams, die ich so sortiert habe, wie ich sie im Moment zum Saisonstart sehe.

Eins noch vorweg: Während es vorne schon eng ist, kann man im Mittelfeld kaum sagen, wer da die Nase vorne hat. Im Grunde wird es bis in den Mai dauern, bis man einen einigermaßen sicheren Überblick haben wird. Das Problem ist auch, dass sich die Rangfolge wegen der neuen Reifen praktisch in jedem Rennen ändern kann. Keiner weiß, wie die Pirelli auf den verschiedenen Asphaltsorten und Temperaturen reagieren werden. Kann sein, dass Williams plötzlich in China in den Top 3 ist, um beim nächsten Rennen in der Versenkung zu verschwinden. Es geht nicht mehr nur um die reine Geschwindigkeit, sondern auch darum, wie gut man mit den Reifen umgeht. Ein “langsames”, konservativ gebautes Auto kann auf einer Renndistanz einen viel schnelleren Wagen schlagen, weil die Reifen nicht so schnell abbauen. Deswegen ist die folgende Vorschau eher ein Blick in die Kristallkugel.

1. Red Bull
Die Österreicher muss man auch in diesem Jahr ganz vorne sehen. Der RB7 machte bei den Tests einen sehr guten Eindruck. Und zwar nicht nur, was die Pace angeht, sondern auch was die Stabilität der Rundenzeiten betrifft. Denn die dürfte in diesem Jahr extrem wichtig sein. Der neue Red Bull ist wohl kein “Reifenfresser” was den Strategen 2011 viel Freiheiten gibt. Die Longruns sahen sehr gut aus, und zwar bei Webber wie Vettel, was ja auch nicht unwichtig ist. Ein paar Sorgen macht aber wohl die Kühlung. Die extrem kleinen und scharf eingezogenen Seitenkästen bergen die für Renault typischen kleinen Kühler, doch bisher waren die Temperaturen bei den Tests nicht sehr hoch. Es gibt also zumindest ein kleines Fragezeichen, aber der Grundspeed des Red Bull ist über den Winter nicht verschwunden.

2. Ferrari
Der 150° Italia ist keine Schönheit, das gesamte Design wirkt, verglichen mit anderen Wagen, sehr konservativ. Den Fehler, dass man Ferrari zu schnell einschätzt, begeht man schnell, weil man die Italiener ja immer vorne sieht. Bemerkenswert war allerdings die Zuverlässigkeit des neuen Wagen und die sehr konstanten Zeiten bei den Longruns. Auch der “Drop off”, also der Zeitenverlust gegen Ende eines Stints, ist wie bei Red Bull überschaubar. Ferrari hat sich, wie letztes Jahr, für ein Basis-Design entschieden, dass man updaten kann. Allerdings will man nicht, wie 2010, eine B-Variante bauen müssen. Ob das gelingt, bleibt mal abzuwarten. Mir fehlen bei Ferrari etwas die schnellen Zeiten bei den Tests, auch wenn sie meist in den Top 5 unterwegs waren. Den Italienern traue ich zu dem zu, dass sie das “sand bagging”, also das bewusste zurückhalten der eigenen Leistung, sehr weit getrieben haben.

3. Renault
Mit Robert Kubica hätte ich Renault auf Augenhöhe mit Red Bull gesetzt. Den Renault Designer ist ein guter Wurf gelungen, und das nicht nur wegen des Auspuffs, der vorne gerichtet ist. Der ganze Wagen macht einen sehr stabilen und guten Eindruck, bei den ersten Tests im Februar war man sofort vorne dabei. Nun ist Kubica, mit dessen Input man den Wagen entwickelt hat, nicht da und auch wenn Heidfeld laut Eric Boullier sehr ähnliche Vorstellungen von einem Wagen hat, wie der Pole, ist Renault doch etwas schlechter dran. Dennoch hat man mal wieder ein Auto, dass zumindest für ein paar Podien gut ist und Heidfeld ist ein Fahrer, dem das gelingen könnte. Renault ist in diesem Jahr für mich das “dark horse” schlechthin, und das nicht nur wegen der Farbe.

4. Mercedes
Mercedes und Ross Brawn stehen unter Druck. Noch so eine Saison wie 2010 kann man sich nicht erlauben, aber der Abstand zur Spitze ist nicht so leicht zu verringern. Brawn hat sich für eine nicht ungefährliche Strategie entschieden. Erst testete man ein Basis-Chassis um eine Grundabstimmung zu finden, dann klebte man die Updates auf den Wagen. Das hat in letzten Jahr schon nicht so richtig geklappt. Der Wagen wurde erst dann besser, als man nicht mehr weiterentwickelte und die Fahrer ihre Abstimmung finden ließ. So hatten Schumacher und Rosberg fiel damit zu tun, die Updates auf den Wagen anzupassen. Kein Wunder, dass beide Piloten auch vorsichtig sind. Im schlimmsten Fall sieht man sich rund 0,7 Sekunden hinter Red Bull, was auch mein Eindruck war. Grundsätzlich habe ich aber das Gefühl, dass Mercedes zum Start der Saison besser da steht, als im letzten Jahr. Interessant dürfte sein, wie der W02 mit dem doch sehr kurzen Radstand klar kommt. Der Abstand nach vorne ist aber geringer, ein Podium sollte drin sein, wenn die Quali-Ergebnisse stimmen.

5. McLaren
Die Briten haben das mit Abstand aggressivste Design in diesem Jahr. Nase, die L-förmigen Lufteinlässe, ein komplett neues Auspuffsystem. Dazu hat man bei den Tests einen neuen Unterboden angeschleppt und einiges am Frontflügel ausprobiert. Man wird den Eindruck nicht los, dass der McLaren eine Baustelle ist. Aber eine durchaus schnelle. Das neue aerodynamische Konzept scheint durchaus zu passen, man muss es halt erst einmal komplett verstehen. Und dafür fehlte wohl die Zeit. Völlig unverständlich finde ich in diesem Zusammenhang auch die Entscheidung, dass man erst den alten Wagen mit dem Pirellis getestet hat. McLaren hat so von allen Top-Teams am wenigsten Kilometer gefahren, was sich zu Beginn der Saison rächen wird. Das Team hat die Erfahrung und die Ressourcen den Wagen an die Spitze zu bekommen, aber ich habe die Vermutung, dass man die ersten Rennen kaum eine Chance haben wird. Das könnte dann auch die WM-Chancen schmälern, allerdings ist die WM ja sehr lang und man hat im letzten Jahr bei Ferrari gesehen, was ein Zwischenspurt bringen kann.

6. Williams
Williams überrascht dieses Jahr mit einem Wagen, der ein sehr extrem gebautes Heck hat. Kein anderes Team, auch nicht der hinten sehr eng gebaute Red Bull, sind derartig knapp gebaut, wie der FW33. Die eigenartige Bauweise sorgt dafür, dass Heckflügel und vor allem der Diffusor ungestört angeströmt werden und damit mehr Abtrieb generiert. Das Team kämpfte bei den Tests zwar mit einem sehr bockigen, unruhig liegenden Wagen, zeigte aber auch hervorragende Zeiten. Bei Williams muss man allerdings immer etwas vorsichtig sein, da sie die Eigenart haben, bei den Tests schon mal etwas leichter als der Rest unterwegs zu sein. Das ist angesichts der klammen Finanzen nachvollziehbar, macht die Einschätzung des Teams aber nicht leichter. Barrichello zeigte sich zufrieden, aber nicht euphorisch. Ein weiteres Problem für Williams in der Konstrukteurs-WM dürfte der Einsatz des unerfahrenen Pastor Maldonado sein. Ob der direkt mithalten kann, möchte ich mal bezweifeln. Dennoch – wenn der FW33 ein Volltreffer ist, wird man Williams öfter in Q3 sehen. Ein Podium wird allerdings schwer werden.

7. Sauber
Nach dem Übergangsjahr 2010 muss Sauber in diesem Jahr einen Schritt nach vorne machen. Mit James Key hat man einen vielversprechenden Designer geholt, der allerdings dann auch dementsprechen unter Druck steht. Der C30 ist unspektakulär und hat einige Elemente, gerade im Bereich der Front, die an die letzten beiden Force India erinnern, wo Key ja vorher gearbeitet hat. Der Wagen wirkt konservativ, eher eine Basis für die kommenden Weiterentwicklungen im Jahr 2011. Klar, Sauber wird nicht um Siege fahren, aber der Schritt in die Top Ten sollte regelmäßig passieren. Und das wird dieses Jahr sehr schwer werden. Der C30 zeigte sich in den Tests unauffällig, aber schnell. Key ist bekannt dafür, dass seine Wagen einen guten Topspeed haben, dafür mangelt es schon mal an Abtrieb. Das Problem scheint dieses Jahr nicht da zu sein, die Zeiten der Longruns in Barcelona sahen gut aus. Dazu kommt, dass Kobayashi sicher wieder für Aufsehen sorgen wird, aber auch Perez in den Tests gezeigt hat, dass er vielleicht besser ist, als man vermutet.

8. Toro Rosso
Beim zweiten Red Bull Team muss man sehr wachsam sein. Die Idee mit dem quasi geteilten Chassis ist interessant und man zeigte sich bei den Tests sehr zufrieden. Im Grunde liegen Williams, Sauber und Toro Rosso so eng beieinander, dass die Unterschiede sich, wie im letzten Jahr, wohl nur im Tausendstel-Bereich werden messen lassen. Problematisch ist bei Toro Rosso in diesem Jahr wohl nicht das Chassis, sondern eher der interne Druck. Sebastian Buemi muss zeigen, dass er in den letzten zwei Jahren was gelernt, auch Jaime Alguersuari steht unter Druck. Denn als Ersatzfahrer hat man Überflieger Daniel Ricciardo im Team, der an einigem Freitagen unterwegs sein wird. Franz Tost hat schon vor der Saison klar gemacht, dass beide Einsatzfahrer jederzeit gegen Ricciardo ausgetauscht werden können. Ich bin kein Freund dieses Systems, da es mehr Unruhe ins Team bringt und die Fahrer zu mehr Risiken zwingt. Bei Renault hat man gesehen, dass die “hire und fire” Menatalität von Briatore dem Team nicht geholfen hat.

9. Force India
Das Team von Vijay Mallya leidet immer noch unter der erzwungenen Umstrukturierung des Design- und Aeroabteilung. Das merkt man dem neuen Wagen wohl auch an, auf den ersten Blick nicht viel anders, als das Modell des Jahres 2010 aussieht. Doch man hat schon einiges geändert und der Wagen wirkt insgesamt kompakter. Die Frage wird nur sein, ob das neue, sehr junge kaum eingespielte Entwicklungsteam mit dem Tempo mithalten kann, in dem die anderen Teams entwickeln werden. Klar, man wird sich im Mittelfeld aufhalten, aber ich sehe in diesem Jahr nicht, dass Force India der Sprung in Q3 oft gelingen wird. Ich habe eher die Befürchtung, dass man sich mehr nach hinten wird orientieren müssen, denn da drückt Lotus. Weit vorne wird man weder Sutil noch di Resta sehen. Und ob der Schotte das Zeug für die F1 hat, muss er auch erst noch zeigen. Bei den Tests machte er keinen sehr schnellen Eindruck.

10. Lotus
Von all den neuen Teams hat Team Lotus mit Sicherheit den größten Schritt gemacht. Der neue T128 sieht nicht nur gut aus, sondern war auf Anhieb auch schon schnell. Probleme machen wohl ein sehr nervöses Heck und ein damit verbundener hoher Reifenverschleiss. Das könnte sich gerade dann als Nachteil erweisen, wenn Lotus mal mit viel Glück an den Punkten kratzen wird. In der Quali wird man versuchen Q2 zu erreichen, aber der Abstand nach vorne ist doch noch so groß, dass man dafür die Hilfe der anderen Teams brauchen wird. Dennoch wird Lotus in diesem Jahr nicht mit den anderen “neuen” hinten rum kurven, sondern durchaus im hinteren Mittelfeld mit Force India kämpfen.

11. Marussia Virgin
Man hatte sich bei Virgin viel vorgenommen, zu mal man mit dem Geld von Marussia auch mehr Spielraum hat. Das Ergebnis ist alledings mehr als enttäuschend. Der Virgin MVR-02 fuhr bei den Tests nur hinterher und quälte die Fahrer zu dem mit jeder Menge Kinderkrankheiten. Teilweise kam man nur auf Installationsrunden, und das den ganzen Tag. Die Idee, den Wagen komplett per CFD zu entwickeln, zahlt sich auch im zweiten Jahr nicht aus, die Probleme des Wagens sind in allen Bereichen mehr als deutlich. Das bedeutet, dass Virgin in diesem Jahr wieder regelmäßig die letzten Plätze belegen wird. Ohne das Geld aus Russland hätte ich noch geschrieben, dass sie ein Wackelkandidat sind, aber man wird die Saison wohl überstehen.

12. HRT
Kein Geld, kein vernünftiges Auto. Was bei HRT zählt, ist der Sportsgeist. Der HRT 111 ist nur eine Weiterentwicklung des Dallara-Chassis, das im letzten Jahr schon teilweise so langsam war, dass ein GP2 Chassis mit dem Cosworth vielleicht besser gewesen wäre. Der erfahrerne Designer Goeff Willis hat sich dem HRT angenommen und vermutlich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten sein Bestes gegeben. Ich ziehe jetzt schon den Hut vor Colin Kolles, der es irgendwie schafft, dass das Team doch weiter existiert. Ob man die gesamte Saison überleben wird? Schwer zu sagen, es blickt kaum einer durch, wo das Geld für HRT überhaupt herkommt. Die Besetzung in diesem Jahr ist auch eher als exotisch zu beschreiben. Narain Karthikeyan ist nicht unerfahren, aber langsam. Vitantonio Liuzzi wird ihn regelmäßig schlagen, aber selbst wenn der Italiener all seine schlechten Eigenschaften ablegt wird er mit dem HRT nichts reißen können.

Fazit:
Die Vorschau ist nur eine Momentaufnahme. Die Saison ist lang, da wird sich viel ändern. Aber grundsätzlich kann man schon sehen, dass das Feld in drei Teile zerfällt. Die schnellsten, also Red Bull, Ferrari, Renault, Mercedes und McLaren, dann das kompakte Mittelfeld und am Ende kurven Virgin und HRT rum. Daran wird sich grundsätzlich auch nichts ändern. Ich glaube kaum, dass Sauber oder Toro Rosso der Sprung unter die ersten fünf gelingen wird, ebenso wenig wird ein Top Team im Nirvana der Mittelklasse versinken. Die Klassen sind also besetzt, die Frage wird nur sein, wer am Ende vorne sein wird. Da traue ich einigen Teams durchaus eine Überraschung zu. Es wird in diesem Jahr nicht leicht sein, den Konstrukteurstitel zu gewinnen und das Team, dass den Fahrer-Weltmeister stellt, wird nicht zwingend auch Team-Weltmeister werden.

December 25 2010

09:40

F1 Saisonrückblick II: Die Teams

Nicht viele Teams habe sich dieses Jahr mit Ruhm bekleckert. Im Grunde hatten alle dieses Jahr den einen oder anderen Aussetzer. Mein Team des Jahres ist daher vielleicht für einige eine Überraschung.

Die Saison 2010 bot mangels großer Regeländerungen die Chance die bewährte Technik zu verbessern, oder aufbauend auf den Erfahrungen des Vorjahres ein Chassis zu bauen, dass den eigenen Erwartungen besser entsprechen würde. Das führte zu meist ähnlichen Ansätzen beim Design, wobei Red Bull klar vorgab, wohin die Reise geht. Erstaunlicherweise kopierte niemand das Design des Vorjahres Siegerwagens, dem Brawn. Selbst Ross Brawn verwarf das alte Chassis und ging mit neuen Ideen an den Start. Schwer hatten es die neuen Teams, die keinerlei Erfahrungen und kaum Geld zur Verfügung hatten. Das ihr Rückstand groß sein würde, war klar, aber es war dann doch etwas schockierend wie hoch er am Ende war.

Die Reihenfolge der Teams nach der WM-Wertung 2010

1. Red Bull
Klar, man hatte das beste Auto auf der Strecke, das man im Laufe der Saison auch noch weiter verbessern konnte. Eigentlich hatte der RB6 nur eine einzige Schwäche: Den Topspeed. Der lag weit unter allem, was die Konkurrenz schaffte, aber gegen Ende der Saison konnte Red Bull dieses Manko teilweise ausmerzen. Man wurde zwar nicht viel schneller, aber der Wagen beschleunigte vor allem aus engen Kurven heraus deutlich besser als der Rest der Welt. Wären nicht die technischen Probleme gewesen, die Saison wäre deutlicher für die Bullen ausgegangen. Der Renault-Motor war eine Schwäche, allerdings gab es auch immer wieder Probleme mit Bremsen (Vettel/Australien, Montreal usw.). Etwas chaotisch zeigte sich teilweise die Teamführung. Christian Horner schien die Kontrolle ab und an aus den Händen zu gleiten, vor allem, wenn sich Vettel und Webber ins Gehege kamen (England, Türkei) oder Helmut Marko als de-facto Teamchef im Hintergrund allzu deutlich wurde. Die, zumindest von außen, merkwürdig organisierte Teamführung ist sicher auch ein Grund, warum Red Bull noch nicht perfekt funktioniert. Man darf aber nicht vergessen, dass bisher niemand Erfahrung darin hatte, wie man einen WM-Titel gewinnt. Herzstück von Red Bull ist aber nicht alleine das Team, sondern Red Bull Technology, also Adrian Newey, der ebenfalls zu erweiterten Teamführung gehört. Ob diese Dreierspitze immer so reibungslos funktionieren wird?

2. McLaren
Nach der etwas schmerzhaften Trennung von Mercedes hat mich McLaren überrascht. In den letzten Jahren hieß es immer, dass Mercedes einiges an Entwicklungsarbeit mitleistet, von daher bin ich davon ausgegangen, dass McLaren einen schlechten Start erwischt, weil es Zeit braucht, bis neue Strukturen greifen. Tatsächlich lief es besser, aber gegen Ende der Saison merkte man doch, dass der große Partner fehlte. Man hatte sich wohl mit dem F-Schacht/Unterbodensystem verzockt, jedenfalls war der Speed plötzlich weg und er kam auch nicht wieder. Vielleicht wäre mit der Unterstützung von Mercedes da eher etwas gefunden worden. Ansonsten hat mir McLaren im Jahr 1 nach der Trennung gut gefallen. Saubere Arbeit, geniale Idee mit dem F-Schacht, ruhige und souveräne Teamführung, entspannt auch in engen Situationen. Das einzige Fragezeichen was ich habe, steht hinter der Entwicklungsfähigkeit. Hat McLaren die Power in den nächsten Jahren auch ohne Partner gegen Ferrari, Red Bull oder Mercedes anzukommen?

3. Ferrari
Miserabler Start, gutes Finish. Allerdings muss sich Ferrari zum wiederholten Mal die Frage gefallen lassen, warum man im Winter so tief schläft. 08/09 verpennte man den Doppeldiffusor, 09/10 den Blown Diffusor. Man baute gute Autos, aber ohne besonders einfallsreich zu sein. Mir fiel bei der Präsentation in diesem Winter schon auf, dass das Chassis auffällig unauffällig wirkte. Die Schwäche bei Ferrari liegt wohl in der Designabteilung, auch wenn die in einem Verzweiflungsakt mit der B-Variante einiges nachholen konnte. Wenn man bedenkt, dass Ferrari nach dem Massa-Unfall seit September 2009 neue Teile im Renntrimm ausprobiert hatte, war das Ergebnis kläglich. Problematisch soll bei Ferrari die Teamführung sein. Stefano Domenicali und Luca Baldisseri werden klar vom heimlichen Ferrari-Chef Luca di Montezemolo gedeckelt, dem technischen Direktor Aldo Costa und dem Chefaerodynamiker Marco de Luca werden Schwächen zugesprochen. Das alte “Ferrari-System” das vor der Ankunft von Jean Todt herrschte, soll wieder Einzug gehalten haben. Jeder sichert sich nach hinten ab, keiner traut sich was. Angesicht des mauen Designs und den oft schwach wirkenden Entscheidungen von Domenicali könnte da was dran sein. Es wurde darüber spekuliert, dass Montezemolo das Team umkrempelt, aber das hat er bisher dementiert.

4. Mercedes-Benz
Sicher etwas enttäuschend für die Stuttgarter, aber ehrlich gesagt nicht so verwunderlich. Mercedes hat sich im letzten Jahr extrem spät dazu entschieden, BrawnGP zu kaufen. Ross Brawn steckte bis zum vorletzten Rennen im WM-Kampf, hatte keine Sponsoren und keine andere, finanzielle Rückendeckung. Das Budget für die Entwicklung des 2010er Chassis war knapp, die Ressourcen dünn. Laut einer unbestätigten Aussage von Brawn hatte er schon geplant die Saison 2010 mit einer B-Variante des Vorjahres zu starten. Mercedes hat dann auch nicht so viel Geld reingestopft, wie es vielleicht nötig gewesen wäre. Man hat wohl auf eine gute Idee von Brawn und die Erfahrung von Schumacher gebaut, um vorne dabei sein zu können. Aber schon bei den Tests zeigte sich, dass der Wagen nicht besonders gut lief. So sehr ich die Probleme zu Saisonbeginn verstanden habe, so sehr war ich verwundert, dass Mercedes überhaupt nicht vom Fleck kam. Im Grunde holte man nur leicht auf um dann den Abstand zu halten. Mag sein, dass das Chassis schon im Mai, als man den Radstand verlängerte, schon am Ende war, doch ich habe mehr erwartet. Der vierte Platz ist angesichts der Schwierigkeiten fast eine Überraschung, alarmierend ist aber der Abstand nach vorne.

5. Renault
Alle Welt setzt auf ein langes, schmales Chassis, nur Renault baut einen Panzer. Umso erstaunlicher, dass der Wagen dann auch noch so schnell war. Bemerkenswert ist auch, dass sich das Team trotz aller finanziellen Beschränkungen im Laufe der Saison so gut halten konnte. Die geleistete Entwicklungsarbeit war bemerkenswert und wäre Petrov nicht so schlecht gewesen, hätte man mit Mercedes um Platz 4 gekämpft. Das entspricht zwar auch nicht dem Anspruch des Teams, aber nach den schweren Jahren und den Skandalen war das immerhin schon mal etwas. Der erzwungene Abgang von Flavio Briatore scheint dem Team gut getan zu haben, Teamchef Eric Boullier hat richtig gute Arbeit abgeliefert. Er musste das Team neuaufbauen, mit den neuen Besitzern klar kommen und sehen, dass der Laden einigermaßen erfolgreich läuft. Das ist ihm gelungen und vor allem konnte sich Renault bis zum letzten Rennen immer wieder in Szene setzen. Zwar ging ihnen, vermutlich wegen fehlender Entwicklung, am Ende der Saison in der Quali etwas die Luft aus, aber Kubica war immer für eine Überraschung gut. Das neue Geld aus Russland und Malaysia (Group Lotus) sollte helfen, wenn die Malayen Eric Boullier denn in Ruhe arbeiten lassen.

6. Williams
Ganz klar: Mein Team des Jahres. Williams ist, auch nach dem Verkauf etlicher Anteile an den österreichischen Geschäftsmann Toto Wolff, immer noch ein Familienunternehmen. Frank Williams leitet die Sache zusammen mit Patrick Head. Sam Michaels hat als technischer Direktor viel an Profil gewonnen und man hat ein solides Team im Bereich der Aerodynamik. Der FW32 war kein Glanzstück, im Gegensatz zu den Modellen der Jahre davor war er aber von Anfang an vernünftig. Erstaunlich auch, dass man trotz enger Finanzen im Jahr immer besser wurde. Das lag mit Sicherheit auch am Input von Rubens Barrichello, dem man nicht ohne Grund ein weiteres Jahr in der F1 geschenkt hat. Eigentlich sollte man auf diesem guten Jahr aufbauen können, aber man verliert mit RBS, Philips und Air Asia drei wichtige Sponsoren. Das man Hülkenberg hat gehen lassen müssen, weil Maldonado geschätzte 15 Millionen Dollar mitbringt, hilft der Sache auch nicht. Erstaunlich ist auch, dass Williams Cosworth treu bleibt und nicht zu Renault gewechselt ist. Aber man erhofft sich von Cosworth, weil man deren Zugpferd ist, wohl eine bessere Unterstützung. 2011 wird für Williams aber schwer, das kann man jetzt schon sagen.

7. Force India

Nur knapp von Williams um einen Punkt in der WM geschlagen, was eigentlich heißt, dass es nicht schlecht gelaufen ist. Aber für Force India ging es nach der erfolgreichen zweiten Saisonhälfte 2009, dann doch eher einen Schritt zurück. Schuld daran war auch das Chaos in der Designabteilung. James Key verließ den Laden Richtung Sauber, sein Nachfolger Mark Smith und etliche weitere Mitarbeiter wurden keinen Monat später von Lotus abgeworben. Die gesamte Abteilung stand praktisch führungslos da und musste komplett neu aufgebaut werden, was bis heute nicht abgeschlossen ist. Kein Wunder, dass der Force India im Laufe des Jahres immer weiter zurückfiel. Die Updates kamen nur spärlich und vor allem sehr spät. Man kann nur hoffen, dass man sich im Hintergrund schon früh für 2011 vorbereitet hat. Auch bei den Fahrern muss sich was tun. Luizzi ist keiner, der wirklich überzeugt, Sutils Formkurve ist zu wechselhaft. Der Deutsche bräuchte vielleicht auch mal einen Kollegen, der ihn richtig unter Druck setzt. Heidfeld oder Hülkenberg wären gute Lösungen. Ich bin mir aber sicher, dass Vijay Mallya was tun muss, damit sein Team weiter nach vorne kommt.

8. Sauber
Nach dem höchstpeinlichen Ausstieg von BMW blieb Peter Sauber nichts anderes mehr übrig, als aus den Scherbenhaufen wieder ein Team zu formen. Den C29, der von BMW und seinem langjährigen Partner Willy Rampf entwickelt wurde, bezeichnete er in aller Öffentlichkeit als “Krücke”. Rampf wurde dann auch bald durch James Key ersetzt, der dem Chassis dann noch ein paar Zehntel entlocken konnte. Dazu kam, dass Ferrari offenbar die gesamte “Montagsproduktion” an Motoren geliefert hatte, jedenfalls starben die schneller, als die Sauber-Leute sie wechseln konnten. Wäre Kobayashi nicht gewesen, der für jede Menge gute PR sorgte, das Jahr wäre schlecht gelaufen. Peter Sauber hat 2010 schnell abgehakt, seit dem Frühsommer hat man C29 kaum noch etwas gemacht. Für ihn wird es entscheidend sein, wie 2011 läuft. Auch er hat, wohl aus Kostengründen, mit Sergio Perez einen Mann ran geholt, der zwar viel Geld mitbringt (Telefonica) aber keine Erfahrung hat. Immerhin hat er in der GP2 einen guten Eindruck gemacht. Peter Sauber ist für mich aber ganz klar der Teamchef des Jahres in der Formel Eins, denn er hat aus einem zerrissenen, verkleinerten und demotivierten Team wieder eine schlagkräftige Truppe geformt.

9. Toro Rosso
Nach den guten Jahren 2008 und 2009 war die letzte Saison eine ziemliche Enttäuschung für das Team. Man darf aber nicht vergessen, dass STR 2010 zum ersten Mal mit einem eigenen Chassis an den Start gehen musste. Es war zwar “nur” eine Variante des RB5, die Updates musste man aber selber entwickeln. Da man keinerlei Erfahrung in den Bereich hat, war es klar, dass man nicht mehr an die alten Erfolge würde anknüpfen können. Wie groß die Probleme mit der Konstruktion waren, zeigte sich dann in China, als Buemi im Training beide Vorderradaufhängungen gleichzeitig kollabierten. So richtig gut sah das Team nie aus, einen Schritt nach vorne konnte man auch nicht erkennen. Es mehren sich auch die Gerüchte, dass Red Bull das Team verkaufen könnte, da man nicht mehr so recht weiß, was man mit STR anfangen soll. Man kann nur hoffen, dass sie den teilweise eklatant großen Rückstand zu Force India und Sauber wieder aufholen.

10. Lotus
Von allen neuen Teams kam Lotus in diesem Jahr am sympathischsten rüber. Tony Fernandes ist jemand, der den Motorsport offenbar liebt, jedenfalls habe ich in diesem Jahr kaum jemanden erlebt, der so offen und begeistert an die Sache ran gegangen ist. Zumindest von außen sieht es so aus, als ob er alles für sein Team in die Wege leitet, was in seiner Macht steht. Ob Mike Gascoyne als technischer Direktor allerdings in der Lage ist, das Team im Mittelfeld zu verankern, ist dann wieder eine andere Frage. Ich bin kein großer Fan seiner Arbeit, seine beste Zeit hatte er bei Renault in der Alonso-Zeit, bei Toyota sah er nicht gut aus. Gascoyne hat auf Grund der kurzen Vorbereitungszeit nach eigenen Aussagen ein sehr konservatives Auto gezeichnet, an dem sich aber offenbar einiges verbessern ließ. Man holte vor allem auf Toro Rosso auf und es gelang auch, den Rückstand nach ganz vorne von 6.5 auf rund 4.5 Sekunden zu verkürzen. Trotzdem sind das immer noch Welten und Virgin war auch nicht viel schlechter. Man darf gespannt sein, was Gascoyne mit dem neuen, sehr kompakten Renault-Antrieb anstellt. Würde mich nicht wundern, wenn der Lotus T128 wie ein RB6b aussehen wird.

11. HRT
Seit dem tragischen Dahinscheiden von Forti in den 90er Jahren, kann ich mich an kein Team erinnern, dass chaotischer daher kam. Dem Besitzer ging das Geld aus, man zerstritt sich mit dem Chassis-Lieferanten Dallara, die man für das miese Design verantwortlich machte, wobei man nicht erwähnte, dass Dallara die Entwicklung des Chassis zwischen Dezember und März eingestellt hatte, weil das Team kein Geld zahlte. Colin Kolles übernahm den Laden drei Wochen vor Saisonstart als Teamchef und schaffte es tatsächlich, dass das Team in Bahrain war. Teamklamotten hatte man auch zu Saisonmitte noch nicht und Updates sind mir am HRT nicht aufgefallen. Nach dem der Deal mit Toyota geplatzt ist, muss man jetzt auch noch ein Chassis selber bauen, was angeblich teilweise in Deutschland (wohl über Kolles) und teilweise in England passieren soll. Nur: die britischen Kollegen haben so ziemlich alle Zulieferer durchtelefoniert und da weiß keiner etwas von einem Auftrag aus Spanien. Lob gibt es von meiner Seite nur für Colin Kolles und seine Mannen vor Ort, die trotz des Chaos es geschafft haben, dass das Team vernünftig funktionierte.

12. Virgin
Ich glaube, bei Richard Branson funktioniert das so: Erst hat er die Idee für ein neues Spielzeug, dann will er es unbedingt, dann hat er es und dann hat er keine Lust mehr drauf. So kommt es mir zumindest bei Virgin vor und die Abgabe der ersten Anteile an den merkwürdigen Autobauer “Marussia” (die bisher noch kein Auto gebaut haben) ist ein deutliches Zeichen. Man merkte in diesem Jahr aber auch, dass dem ehemaligen Manor F3-Team um John Booth einfach die Erfahrung fehlte. Dazu kam der mutige Versuch komplett auf CFD-Design zu setzen und den Windkanal einfach zu ignorieren. Dafür gebührt ihnen Respekt und so schlecht lief der Virgin ja nun nicht. Immerhin war mit Lotus teilweise auf Augenhöhe und die Sache mit dem zu kleinen Tank, weil sich Wirth offensichtlich verrechnet hatte, war auch schnell vergessen. Trotzdem hat man das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre, wenn Branson denn auch mehr Geld reingesteckt hätte. Aber da hat ihn wohl halt die Lust verlassen. Schwer zu sagen, was aus Virgin wird, würde mich nicht wundern, wenn die Russen den Laden bald komplett übernehmen.

September 13 2010

06:30

Formel Eins: Analyse GP Monza 2010

Ferrari hat sich zurück gemeldet, Hamilton eine sichere WM-Führung weggeworfen und bei Red Bull hat man offenbar magische, sich selbstheilende Bremsen.

Wirklich viel los war auf der Strecke in Monza ja nicht, aber es war trotzdem ein sehenswerter Grand Prix. Überholmanöver gab es zwar, aber die entscheidenden Momente konnte man an der Box beobachten. Ein “strategischer Leckerbissen” war das Rennen, und das aber auch nur für die wirklich Eingeweihten. Denn es war schwer zu verstehen, warum manche Entscheidungen getroffen wurden, oder warum es Vettel gelang mit einer Strategie nach vorne zu fahren, die so gar nicht hätte funktionieren sollen. Am Ende brachten die unterschiedlichen Herangehensweisen aber ein Ergebnis zusammen, dass die WM so richtig spannend macht. Die geht nun in den Überseerennen erst richtig los.


Dass Ferrari in Monza um den Rennsieg fahren würde, konnte man spätestens am Samstagmorgen erkennen. Luca di Montezemolo wollten einen Sieg und offenbar war Ferrari in der Lage dem nach zu kommen. Zwar war man nicht so viel schneller, wie man sich das gewünscht hatte, aber die paar Zehntel die man rausholen konnte, reichten am Ende für die Pole. Ärgerlich war nur der Umstand, dass Massa nicht den zweiten Platz erreichte. Das Button zunächst in Führung ging war dann fast vorprogrammiert, auch wenn der Start den Briten schon sensationell gut war. Die Innenseite des Grids war nicht schmutzig, gleichzeitig hatte er die bessere Linie zur ersten Schikane. Die entscheidende Frage war dann halt, wie man Alonso am McLaren vorbei bekommen würde. Die Antwort lautete natürlich: An der Box.

Und McLaren machte Ferrari das Geschenk, sich unter Druck setzen zu lassen. Statt zu warten bis Ferrari zum Reifenwechsel kommt, zog man die eigene Strategie durch. Ein seltener Fehler von McLaren. Zum einen war klar, dass Alonso ohne Button vor ihm etwas schneller unterwegs sein würde, zum anderen ist die Outlap zumindest in den ersten beiden Sektoren langsamer, weil die Reifen nicht auf Temperatur sind. So lange beide vorne ähnliche Zeiten fuhren, gab es keinen Grund, die Reifen so früh zu wechseln. Zur Verteidigung von McLaren muss man aber auch sagen, dass ihnen der zweite Wagen zum Vergleich gefehlt hat. Ein Hamilton auf Platz 4 mit einem früheren Stopp, hätte die Sache klarer gemacht. Ferrari musste also nur warten, bzw. in dem sie Mannschaft zum Wechsel bereit stellten, McLaren zum Handeln täuschen. Dazu kam auch noch, dass der Stopp von Ferrari 7 Zehntel schneller war, als der von Button. Und man sollte nicht vergessen, dass McLaren auch ein Auge auf Massa haben musste. Der Rest war dann zwar kein Kinderspiel, aber doch eindeutig.

Der zweite Aufreger des Wochenendes war der plötzliche Leistungsabfall des Motors von Sebastian Vettel, als Webber vorbei ging. Christian Horner meinte nach dem Rennen, dass Vettel entweder ein Abreissvisier in der Ansaughutze hatte, oder dass die Bremse nach dem Fahren über die Kerbs kurz fest gehangen habe. Beide Erklärungen sind relativ dünn. Ein Abreissvisier verschwindet nicht so einfach, das die Bremsen festgehen und sich wieder lösen kann passieren, bleibt dann aber meist ein Problem, dass immer wieder auftaucht, weil entweder etwas mit Scheibe, den Belägen oder der Entlüftung nicht stimmt. Das passierte aber nicht.

Magischerweise tauchte das Problem auch genau dann auf, als Webber im Diffusor von Vettel hing und klar schneller war. Ich vermute, dass eine verkappte Anweisung war, allerdings nicht im Sinne von Teamorder. Offenbar hatte man Vettel von Anfang an auf einen sehr langen Stint gesetzt, während Webber mit den Führenden an die Box kommen sollte. Es machte daher Sinn, Webber vorbei zu lassen, um beiden Strategien die größtmögliche Chance zu geben. Was sich am Ende, zumindest für Vettel, ja auch ausgezahlt hat. Bei Webber ging es in die Hose, weil er hinter Hülkenberg fest hing. Mit dem vierten Platz hat Red Bull auch das bestmögliche Ergebnis gezogen, ohne den Fehler von Hamilton wäre es nur ein fünfter Rang geworden. Webber verpasste ein besseres Ergebnis allerdings auch, weil er den Start versemmelte. Natürlich hätte Red Bull auch einfach sagen können, dass man Webber nach vorne geschickt hat, weil man zwei Strategien hatte, aber das hätte vielleicht 100.000 Dollar gekostet und zu dem wären die Gerüchte, von wegen das Red Bull sich auf Webber als WM-Kandidat festgelegt habe, dann erst recht explodiert.

Mercedes machte es genau umgekehrt. Man startete, wie immer, sehr gut. Rosberg war nach der ersten Runde schon “Best of the Rest” und blieb es auch bis zum Ende des Rennens. Der Deutsche hatte schon nach der Quali angedeutet, dass man im Renntrimm besser aussehen würde, was aber nur beim ihm passierte. Schumacher blieb das ganze Wochenende schwach und wirkte relativ lustlos. Zwar lieferte er sich einen schönen und fairen Zweikampf mit Webber und Kubica, aber dann verschwand er nach hinten. Selbst wenn er nach dem Start noch weiter vorne gewesen wäre, seine Zeiten waren im gesamten Verlauf des Rennens so schwach, dass er vermutlich eh zurück gefallen wäre. In Monza wurden mal wieder Gerüchte laut, dass Mercedes darüber nachdenkt, Schumacher zu ersetzen. Die Namen Sutil und Glock fielen relativ häufig, aber ich glaube weiter nicht daran, dass man Schumacher wieder los werden möchte, zumal es auch nicht sicher ist, ob die genannten Fahrer schneller wären. Sein Comeback ist zwar nicht sonderlich toll, aber ich bin weiterhin der Meinung, dass man das Jahr 2011 abwarten muss.

Ein tolles Rennen fuhr Nico Hülkenberg, bei dem mir seit einigen Rennen auffällt, dass er immer besser in Schwung kommt. Seine anfängliche Quali-Schwäche hat er offenbar in den Griff bekommen, auch wenn Barrichello hier und da noch ein Zehntel schneller ist. Im Rennen ist konstant unterwegs und macht kaum Fehler. Das er in Monza sich mehrfach verbremste – geschenkt, dass ist Alonso auch passiert und der hatte nicht Webber im Rücken. Ich bin ziemlich sicher, dass Hülkenberg, sollte Williams ein passables Auto 2011 auf die Strecke bringen, noch häufiger auffallen wird. Was man Williams auch zu Gute halte muss: Statt wie sonst in der Saison abzubauen, hat man in diesem Jahr zugelegt. In der Quali boxt man regelmäßig einen Renault oder Mercedes raus und wäre man nicht so schlecht in die Saison gestartet, würde man durchaus Chancen haben um Platz 5 der Team-WM kämpfen zu können. Wenn man weiter so gut unterwegs ist, wird man zumindest Force India noch Platz 6 streitig machen können.

Bei den Indern lief am Wochenende alles schief, Luizzi mit Defekt in der Quali, Sutil drehte sich im Rennen in der ersten Runde und blieb dann später hinter Alguersuari stecken. Das Motto “schnell vergessen” dürfte auch bei Sauber herrschen. Kobayashi hatte vor dem Start schon einen Getriebedefekt, de la Rosa verschwand im Hinterfeld. Allerdings hatten die Schweizer auch schon vorher mit einem schlechten Abschneiden gerechnet.

Am Ende des Tages ist das Ergebnis für die WM perfekt. Der Ausfall von Hamilton hat die Spitze eng zusammengeführt und war ein Segen für Alonso und Vettel. Die sind beide jetzt wieder nur einen Sieg von der WM-Spitze entfernt und Vettel hat die drohende Teamorder zugunsten von Webber auf das nächste Rennen verschoben. Die kommenden Rennen werden also allein vom Setting her genügend Dramatik bringen. Irgendwann wird die Spitze auf zwei oder drei WM-Aspiranten zusammenschmelzen, obwohl es ja auch lustig wäre, wenn in Abu Dhabi noch alle 5 Chancen hätten.

Red Bull hat mit Spa und Monza die “schwachen” Strecken nun hinter sich gelassen. Aber so klar sehe ich sie auf den verbleibenden Kursen nicht in der Favoritenrolle. Zum einen wird man sehen müssen, ob die veränderten Flex-Test der FIA Red Bull nicht doch zu der ein oder anderen Umbaumaßnahme gezwungen hat. Das wird aber frühestens in Suzuka zu sehen sein. Zum anderen schläft McLaren ja nun auch nicht. Was Ferrari angeht, bin ich skeptisch, ich glaube Monza war ein Ausreißer nach oben. Ein kurzer Überblick:

- Singapur: McLaren hat letztes Jahr hier die Pole und den Sieg geholt, es ist also nicht so, dass ihnen die Strecke nicht liegt. Die Strecke ist schwer mit anderen zu vergleichen. Valencia, wo Red Bull dominierte, ist schneller, Ungarn hat mehr schnelle Kurven. Wird sehr eng zwischen McLaren und Red Bull.

- Suzuka: Eindeutig Red Bull Land. Da wird es vermutlich für die anderen Teams nur darum gehen, Schadensbegrenzung zu betreiben.

- Korea: Vom Layout her ebenfalls eher für Red Bull, vor allem die vielen, mittelschnellen Kurven sollten dem Wagen liegen. Wegen der vielen Unwägbarkeiten, vor allem beim Asphalt, kann man hier nichts sagen.

- Brasilien: Nicht so gut für Red Bull, wie man im ersten Moment meinen würde. Es gibt keine richtige schnelle Kurve, die lange Bergaufgerade dürfte dem Mercedes Motor mehr liegen.

- Abu Dhabi: Die beiden langen Geraden sprechen für McLaren und Ferrari, vor allem der letzte Sektor dürfte aber Red Bull gehören.

Oder anders gesagt: Die WM könnte noch einige Wendungen nehmen.

Noch zwei kurze Meldungen aus Monza:

1. Während des Rennens stand ein Krankenwagen in der Box. Grund: Yamamoto war zu früh los gefahren und hatte einen Mechaniker übersehen. Offenbar hatte der Lollipop-Mann auch Mist gebaut. Der Mechaniker ist zwar verletzt, aber wohl soweit ok. Der Vorfall kostet HRT zu dem 20.000 Dollar wegen “unsafe release”.

2. Tony Fernandes hat auf der BBC faktisch bestätigt, dass man 2011 mit Motoren und Getrieben von Renault unterwegs sein wird. Im gleichen Interview kündigte er auch an, ein eigenes GP2 Team unter der Marke “Lotus” für 2011 aufbauen zu wollen. Und man wird ab 2011 den Namen “Team Lotus” verwenden, statt wie bisher den Zwitter “Lotus Racing”. Man hat offenbar die Rechte entweder von der Chapman Familie gekauft oder geleast.
F1_Italien_2010_13 F1_Italien_2010_1 F1_Italien_2010_2 F1_Italien_2010_3 F1_Italien_2010_4 Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Italy Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Italy F1_Italien_2010_7 F1_Italien_2010_8 F1_Italien_2010_9 F1_Italien_2010_10 F1_Italien_2010_11 F1_Italien_2010_12 GP ITALIA F1_2010 F1_Italien_2010_15 F1 Italian Grand Prix - Race F1 Italian Grand Prix - Race F1 Italian Grand Prix - Race F1 Italian Grand Prix - Practice

July 30 2010

14:32

Formel Eins: Analyse Freitagstraining Ungarn 2010

Red Bull hat heute das Training derartig dominiert, dass der Konkurrenz schlecht werden muss. Allerdings gibt es Kritik an deren Frontflügel.

Beide freien Training wurden von Red Bull mit Zeitabständen dominiert, die man länger nicht mehr gesehen hat. Morgens betrug der Abstand zu drittplatzierten Robert Kubica über eine Sekunde, am Nachmittag lag Alonso noch 6 Zehntel hinter Vettel. Der Rest spielte bisher in Ungarn keine Rolle. Überraschend war auch, dass es bei den Longruns auch nicht anders aussah. Red Bull lag mit hohen 1:24er Zeiten deutlich vorne, danach kam Ferrari, die tiefe 1.25er Zeiten hinlegen konnten. Es folgten die erstaunlich starken Renault die mittlere 1:25er bis 1.26er Zeiten schafften. Wenn Ferrari nicht ordentlich gemauert hat, dann ist Red Bull am Wochenende nicht zu schlagen.

Natürlich besteht noch die Chance, dass Ferrari heute konservativ unterwegs war und mit vollen Tanks getestet hat. So richtig wird der Sprit ja erst in der Quali abgelassen, aber die Tendenzen sind ja schon zu sehen. Red Bull scheint zumindest bis zur Quali die Nase vorn zu haben, wie es dann im Rennen, vor allem mit den Super Soft aussehen wird, ist dann wieder eine andere Sache. Beruhigt zurücklehnen darf man sich bei Red Bull sicher nicht.

Hinter Ferrari und Renault tut sich lange nichts, dann kommen die Williams und die Mercedes. Williams hat in Hockenheim einen neuen “blown difussor” vorgestellt, der das Bauteil nun direkt mit den heißen Auspuffgasen anströmt. Das soll noch mehr Grip auf der Hinterachse bringen, was in Ungarn ja auch durchaus von Vorteil ist. Mercedes sah heute nicht gut aus, der Wagen lag nicht gut, dass konnte man schon mit blossem Auge sehen.

Nicht viel besser lief es bei McLaren, die den zickigen und runderneuerten MP4-25 nicht in den Griff bekamen. Auch McLaren hat seit Silverstone, bzw. Hockenheim einen “blown diffusor”, der mit einem komplett neuen Unterboden kombiniert wurde. Und genau da liegen wohl die Probleme, denn so richtig scheint das Konzept noch nicht zu funktionieren. Der Wagen liegt unruhiger als früher, beide Piloten beklagen sich darüber, dass es vor allem in der Quali problematisch sei, den Wagen auf eine schnelle Runde zu zwingen.

Am Rande des Trainings gab es erneut Diskussionen um den Frontflügel von Red Bull. Selbst in den Live-Onboardaufnahmen konnte man sehen, dass sich der Flügel schon in mittelschnellen Passagen nach unten biegte. Und das durchaus um ein paar Zentimeter. Die FIA hat den Flügel mehrfach getestet, zuletzt in Hockenheim, als man auf mittels Fotos sehen konnte, dass der Flügel zu flexibel sei. Der Test der FIA geht so: Man setzt die Endplatten der Flügels einer Zugkraft von 500 Newton aus, dabei darf sich der Flügel nicht mehr als 10mm nach unten bewegen.

Es gibt im Moment zwei Theorien im Paddock, wie Red Bull trickst: einige glauben, dass die kleinen Spoiler auf dem Flügel mit flexiblen Aufhängungen versehen sind. Die geben dem Gesamtflügel im FIA-Test die nötige Stabilität, auf der Strecke, wenn sie direkt angeströmt werden, reagieren sie anders. Andere meinen, dass der Test der FIA Nonsens ist. Schon auf in mittelschnellen Kurven würden die riesigen Flügel weitaus mehr als 500N Belastung erreichen. Der Flügel von Red Bull würde sich einfach ab 500N nach unten biegen, wie Kaugummi in der Sonne. Ferrari soll im übrigen ein ähnliches Konzept haben.

In beiden Fällen ist es jedoch so, dass Red Bull das Reglement nicht verletzt, zumindest nicht direkt. Allerdings verstösst man auf nicht bestrafungswürdige Art und Weise gegen den Gedanken des Gesetzes. Die FIA müsste entweder den Flügel verbieten (was sie nicht so leicht kann) oder das Reglement verändern (was sie ebenfalls nicht so leicht in der Saison kann).

Das neueste Gerücht: Angeblich ist nicht nur der Flügel bei Red Bull so flexibel, sondern das gesamte Auto. Man rätselt schon seit Beginn der Saison darüber, warum der Red Bull in der Quali so gut ist und es gab immer wieder nicht zu beweisende Aussagen, dass der Wagen tiefer auf der Strasse liegt, als er sollte. Wenn Adrian Newey da eine Art “flexibles Chassis” erfunden hat, wäre das der grösste Geniestreich seit Jahrzehnten.

May 06 2010

14:53

Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2010

Nach drei Wochen Frühjahrsschlaf geht es in der Formel Eins mit dem Start der Europasaison endlich weiter. Fast alle Teams werden in Spanien große Updates mitbringen.

Der Grand Prix in Barcelona stand in den letzten Jahres vor allem für eins: gnadenlose Langeweile. Schon nach nur einer Runde zieht sich das Feld meist auseinander und man kann getrost bis zum Zieleinlauf weg dösen um sich dann zu beglückwünschen, dass man eh nichts verpasst hat. Das wird in diesem Jahr vermutlich auch nicht anders sein, es denn, es regnet weiter so wie in den letzten drei Tagen. Die Wettervorhersage ist allerdings noch unentschlossen. Samstag soll es regnen, Sonntag eher nicht. Wenn es trocken bleibt, wird man aber zumindest schauen können, wer in den letzten Wochen am besten am Wagen gearbeitet hat.

Ob die Red Bull in Spanien noch Klassenprimus sind ist unsicher. Eigentlich sollte dem Team die Strecke sehr gut liegen, auf der anderen Seite hat vor allem McLaren mächtig aufgeholt. In China war man schon nicht mehr in der Lage, die McLaren zu halten, allerdings spielte das Wetter und die Fehlentscheidungen an der Box keine kleine Rolle. McLaren gibt sich vor dem Rennen selbstbewusst, man peilt die erste Reihe an und hofft vor allem darauf, dass Lewis Hamilton endlich mal in Schwung kommt. Bei Red Bull hält man nichts von großen Ankündigungen, hofft aber, dass die Verbesserungen am Wagen bis zu drei Zehntel bringen werden. Damit würde man vermutlich den Abstand zu McLaren einigermaßen halten können, aber da man die neuen Teile nur im Windkanal und nicht auf der Strecke getestet hat, weiß man nicht, wie genau sich alles verhalten wird. Bei BrawnGP hatte man im letzten Jahr auch mal eine neue Hinterachse eingebaut, die in der Theorie einiges bringen sollte, in der Praxis aber den Wagen eher langsamer machte.

Vor einem ähnlichen Problem steht Mercedes. Man weiß, dass man sich mit dem Radstand in diesem Jahr vertan hat und versucht jetzt, in dem man die Voderradaufhängungspunkte versetzt, das Problem zu korrigieren. Grundsätzlich ist es wohl so, dass man vorne zu viel Gewicht fährt, während die Hinterachse zu wenig Grip bietet. Verlängert man den Radstand (nebst anderer Änderungen) kann man auch mehr Gewicht nach hinten schieben, was die Balance des Wagens verbessern sollte. Craig Scarborough merkt allerdings an, das es damit nicht getan ist. Denn nur Gewicht verschieben löst nicht das Problem, dass der Wagen grundsätzlich hinten zu wenig Abtrieb hat. Selbst wenn man ihm das mittels Gewichtsverlagerung das Untersteuern abgewöhnen kann, ändert das nichts am Strömungsproblem. Man braucht dann auch eine Änderung der Finne, der Heckflügels (F-Duct) und des Diffusor. Ob all diese Dinge tatsächlich verändert worden sind, wird man morgen früh sehen.

Für Schumacher sind die Änderungen allerdings wichtig. Zum einen dürfte der Verlust des Untersteuerns für ihn ein Gewinn sein, denn wie mehrfach berichtet, passt das Übersteuern bessern zu seinem etwas aggressiveren Fahrstil. Könnte also sein, dass er die fehlenden Zehntel zu Rosberg aufholen kann. Auf der anderen Seite hatte er schon in den letzten Rennen Probleme mit dem Reifenverschleiss. Ob sich das ändert, wenn der Wagen nach seinen Wünschen fährt, ist dann wieder etwas anderes.

Es viel in den letzten Wochen darüber geschrieben worden, ob Schumacher sich bei seinem Comeback nicht einfach überschätzt hat. Ich sehe das immer noch nicht. Ich bin kein wirklich großer Schumacher Fan, aber man sollte auch nicht zu früh den Stab brechen. Er ist nach drei Jahren Pause immerhin auf wenige Zehntel an Rosberg dran. Wenn man sich erinnert, wie weit im letzten Jahr ein Badoer oder Fisichella von Räikkönen weg waren, verschiebt sich das Bild vielleicht wieder zugunsten des Deutschen. Die Probleme des Mercedes verzerren das Bild weiter, auch wenn man natürlich sagen muss, dass Rosberg deutlich besser unterwegs ist.

Ein Team, das in Spanien im Auge haben sollte, ist Renault. Man arbeitet bei ehemaligen Werksteam nicht mehr mit einem Sparplan, sondern kann offenbar besser weiter entwicklen. Interessant ist dabei, dass Renault im Gegensatz zu allen anderen Teams, weiter mit einem total anderen Konzept unterwegs ist. Die meisten Chassis sind in der Länge gewachsen, der Renault hat dagegen dicke Backen an der Seite bekommen. Offenbar funktioniert das System aber ähnlich gut. In China konnte man schon sehen, wie schnell der Renault sein kann, das wird in Spanien nicht anders sein. Dazu hat mich Petrov mit zwei guten Rennen schon ziemlich beeindruckt. Wenn er jetzt auch mal in der Quali gut unterwegs ist…

Ferrari hat mittlerweile das Zuverlässigkeitsproblem des Motors entschlüsselt. Es ist wohl das pneumatische Ventilsystem, dass versagt hat. Offenbar sind bestimmte Dichtungen aus baulichen Gründen nicht in der Lage, den Druck im System über eine GP Distanz aufrecht zu halten. Das Problem war schon lange bekannt, aber man musste nichts ändern, da man beim Nachtanken auch neue Luft ins System pressen konnte. Das geht jetzt wegen der kurzen Standzeit beim Reifenwechsel aber nicht mehr. Ergo geht dem System die Luft aus und der Motor verabschiedet sich final. Mittlerweile hat man, dank einer Ausnahmereglung der FIA, der alle Teams zugestimmt haben, das Problem beseitigt. Peter Sauber wirds freuen. Was sonstige Änderungen am Ferrari angeht, ist nichts bekannt. Aber vermutlich wird man auch hier viele neue Teile sehen.

Im hinteren Bereich des Feldes schleppen vor allem die neuen Teams Updates an. Selbst HRT wird neue Teile bringen, mit deren Hilfe man hofft, wenigstens auf Virgin Niveau zu kommen. Die wiederum haben nur ein Chassis mit größerem Tank fertig, weil das andere in der Vulkanasche hängen geblieben war. Timo Glock hat offenbar den Nummer 1 Status und wird in Spanien fahren.

Bei HRT gibt es noch eine Veränderung: Freitags wird ab sofort Christian Klien unterwegs sein.

Am Wochenende soll sich auch klären, wer denn nun neuer Reifenlieferant der Serie wird. Beworben haben sich: Michelin, Avon und Pirelli. Michelin will nicht ohne Konkurrenz ausrüsten, weil der Marketingeffekt, im Falle eines Sieges, einfach zu klein sei. Avon und Pirelli könnten wohl das gesamte Feld ausrüsten. Ehrlich gesagt ist mir ein Alleinausrüster auch lieber, sonst geht das Rätselraten wieder los, welcher Fahrer mit welchen Reifen bei welchen Temperaturen und bei was für einem Asphalt einen Vorteil hat. Darauf kann ich gerne verzichten. Ob die Entscheidung dann auch wirklich kommt, ist dann wieder eine Sache. Nur zur Erinnerung: Die FIA hatte im Dezember 2009 schon mal eine Entscheidung “für die kommende Woche” angekündigt.

Ein großes Rennen kann man am Wochenende wohl nicht erwarten, aber eine interessante Einschätzung, wer wo steht, wird man nach dem Grand Prix schon treffen können.

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