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January 16 2014

14:40

Formel Eins: Bernie Ecclestone tritt zurück

Bernie Ecclestone wird in Deutschland wegen Erpressung angeklagt und lässt seinen Posten als Managing Director der F1 ruhen. Er bleibt aber für das Tagesgeschäft zuständig.

F1 Grand Prix of Abu Dhabi - RaceBernie Ecclestone ist nicht mehr Managing Director der Formel Eins. Und doch behält er weiter alle Zügel in der Hand. Nachdem die Staatsanwaltschaft in München ihn offiziell wegen Bestechung angeklagt hat, legt er seinen Posten als offizieller Chef der Formel Eins nieder, bzw. lässt ihn ruhen. Er wird aber weiter das gesamte Tagesgeschäft leiten. Sein Amt, und damit seine Überwachung, übernimmt Donald Mackenzie, Mitbegründer der CVC Gesellschaft, die die Mehrheit an der Formel Eins halten. Mackenzie hatte schon vor einiger Zeit zusammen mit dem Nestlé Chef Peter Brabeck-Letmathe die Leitung der Delta Topco Gesellschaft übernommen (ein wenig Hintergrund dazu hier), die wiederum alle Rechte an der F1 hält. Offiziell ist Bernie also seinen Job los, inoffiziell wird er allerdings weiter alle Fäden in der Hand halten. Er braucht allerdings nun für jede Entscheidung die schriftliche Zustimmung von Mackenzie und Brabeck-Letmathe. Ist dies so mit das Ende der Ära Bernie Ecclestone?

Das wird vom Ausgang der Verhandlung vor dem Landgericht München abhängen. Hintergrund ist bekanntlich der Verkauf der F1-Rechte an die CVC-Gruppe. Der mittlerweile wegen Bestechlichkeit verurteilte ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky soll von Ecclestone knapp 44 Millionen Euro erhalten haben, damit die CVC den Zuschlag bekommt. Ecclestone bestreitet nicht, dass das Geld geflossen ist, sagt aber, dass er von Gribkowsky erpresst worden sei. Dieser habe ihm gedroht die britischen Steuerbehörden zu verständigen, sollte Ecclestone nicht zahlen.

Die Staatsanwaltschaft in München hat sich viel Zeit mit der Sache gelassen. Im Grunde versucht man schon seit mehreren Jahren festzustellen, was genau da gelaufen ist. Nun geht es darum, dass man Ecclestone jetzt nachweisen muss, dass er das Geld in betrügerischer Absicht gezahlt hat und nicht erpresst wurde. Offenbar reichen die Beweise der Staatsanwaltschaft zumindest für eine Klage aus und offenbar ist es den Anwälten von Ecclestone nicht gelungen die Anklagepunkte zu schwächen.

f1besitzDer Verzicht von Ecclestone auf seinen bisherigen Posten ist ein taktisches Manöver. Mercedes hatte schon angekündigt, dass man bei einer Anklage aus rechtlichen Gründen über einen Rückzug nachdenken müsse. Der Hintergrund sind interne Compliance Regularien, die es kurz gesagt einem Konzern unter Umständen verbieten können mit einem Geschäftspartner weiter zu arbeiten, der wegen schwerer Verbrechen angeklagt ist. Diese Compliance Regeln dürften auch bei vielen anderen Unternehmen gelten, darunter etlichen Sponsoren der Formel Eins. Letztendlich ist Bernie zwar seinen Titel los, nicht aber seinen Einfluss, da er weiterhin für die Tagesgeschäfte zuständig sein wird. Offiziell laufen aber alle Verträge über Donald Mackenzie und nicht mehr über Ecclestone.

Dass Bernie aber weiter das Sagen hat, davon darf man getrost ausgehen. Es zeigt auch, wie sehr Ecclestone mit der Formel Eins verwoben ist. Man kann ihn nicht einfach ersetzen, da nur er das Geflecht von Firmen leiten kann. (Siehe dazu mein Artikel von 2010, nicht mehr ganz aktuell, aber gibt einen guten Eindruck). Zum Vergleich: Wäre der Chef von Daimler, BMW, der Deutschen Bank etc. eines vergleichbaren Verbrechens angeklagt, müsste dieser vermutlich seinen Posten ebenfalls ruhen lassen und würde kaum die Tagesgeschäfte weiterführen.

Klar ist, dass die CVC zwar die Vermarktungsrechte an der Formel Eins hält, nicht aber die Deals mit den Strecken hat. Die liegen bei einer anderen Firma, die meines Wissens die wiederum Bernie Ecclestone allein gehört. Die Namensrechte der Formel Eins sind wiederum von der FIA gepachtet, die aber ein Vetorecht besitzen, sollten sich die Besitzverhältnisse in der Formel Eins ändern. Schon mehrfach wurde gemutmaßt, dass die CVC zwar die lukrativen kommerziellen Rechte der F1 besitzt (TV & Sponsoren), die aber nichts wert sind, wenn es a) kein Concorde Abkommen gibt und b) die FIA sich quer stellt. Dass die Streckenbetreiber angeblich an Ecclestone gebunden sind, kommt noch hinzu.

Wie komplex die Sachlage in der Formel Eins ist, bekannte neulich erst Donald Mackenzie selber. Zur Zeit klagt in London auch die Constantin Medien, die ebenfalls in den Deal zwischen der BayernLB und der CVC verwickelt war. Constantin will knapp 90 Millionen Pfund von Ecclestone und der CVC, da man davon ausgeht, dass der Verkaufspreis damals zu niedrig gewesen sei (Ausgelöst durch die angebliche Bestechung, die nun in München verhandelt wird). Mackenzie musste ebenfalls vor Gericht aussagen und dabei machte er auch folgende erstaunliche Aussage:

“According to Mackenzie, one was the uncertainty over the sport’s long-term viability and marketability given the lack of a commercial agreement – known as the Concorde Agreement – between F1 teams, F1 management and the sport’s governing body.
‘In that period between 2006, when we bought it, and 2009, we could not sell this company,’ said Mackenzie. ‘It was not sellable. No-one wants to buy Formula 1 when there’s no Concorde Agreement signed.’

[...]

‘It really was a misjudgement by us,’ he said, explaining that CVC had not been aware just how fraught the relationship was between F1 teams and F1 management. ‘There was a history of anger,’ he explained. ‘This was like a very bad divorce. The husband and wife have been fighting each other for years and years and they could no longer see sense.’

Anders ausgedrückt: Die CVC hatte nichts in der Hand und musste sich auf Bernie Ecclestone verlassen, der das komplizierte Geflecht der Formel Eins zusammenhält. Die Frage wird nun sein, was im Hintergrund geschieht, also, ob es der CVC gelingen wird, Bernie Ecclestone die Kontrolle komplett abzunehmen. Angesichts der Tatsache, dass selbst eine Anklage nichts daran ändert, dass Ecclestone weiterhin die Zügel in der Hand hält, dürfte das schwer werden. Aber seine Position ist nicht mehr so stark, wie sie mal war und die Frage nach einem Nachfolger dürfte Fahrt aufnehmen.

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May 04 2011

17:06

Formel Eins: Verkauft die CVC an News Corp.?

Seit einigen Monaten gibt es Gerüchte, dass die CVC ihre Anteile an der Formel Eins abstoßen möchte. Nun gibt es ein konkretes Angebot eines Konsortiums, doch das wirft nur mehr Fragen auf.

Verliert Bernie Ecclestone die Kontrolle über die Formel Eins? Und warum ist die News Corp. so scharf darauf, die Rechte an der Formel Eins zu erwerben? Es gibt viele Fragen die seit gestern aufgetaucht sind, als bekannt wurde, dass die News Corp. zusammen mit einem Investmentunternehmen namens Exor an die CVC heran getreten ist. Man hat kein konkretes Angebot vorgelegt, aber offenbar der CVC zu verstehen gegeben, dass man eine “freundliche” Übernahme der Rechte im Sinn habe. Daher würde man die bisherigen Teilhaber ansprechen. Die CVC nahm das zur Kenntnis und dementierte halbherzig, dass man die Formel Eins verkaufen wollen würde. Doch was steckt eigentlich hinter der Sache? Wie üblich sind die Dinge kompliziert.

Da muss man zunächst mal die Spieler vorstellen, die da gerade unterwegs sind.

CVC – Rechteinhaber der Formel Eins
Bernie Ecclestone – Teilhaber der F1 und quasi deren Geschäftsführer
News Corp. – Medienkonzern, Besitzer von “sky”
Exor – Investmentfirma der Familie Agnelli (Fiat)
FIA - Sportbehörde, die die Rechte an der F1 an eine Firma von Ecclestone verpachtet hat
Luca di Montezemolo – Ferrari Chef, langjähriger Boss von Fiat
FOTA – Die F1 Team Vereinigung

Die CVC hat die Rechte an der Formel Eins im Jahr 2006 erworben. Sie lagen damals bei der Bayern LB, die die Rechte wiederum aus der Konkursmasse des Kirch Konzerns gezogen hatte. Da die Bank selber die Rechte nicht haben wollte hat Ecclestone einen Deal zwischen der Bank und der CVC vermittelt, denen seit dem 63.3% der Formel Eins gehören. Das Geschäft selber sollte noch ein Nachspiel haben.

Die spannende Frage war aber schon immer, was die CVC da eigentlich gekauft hat. Das von Ecclestone und teilweise Max Mosley entwickelte Firmenkonstrukt der F1 ist unüberschaubar, eine Albtraum für jeden, der investieren möchte. In meinem (mittlerweile nicht mehr ganz aktuellen) Artikel habe ich mal versucht das aufzuschlüsseln. Theoretisch ist mittlerweile alles unter dem Dach der Firma “Delta Topco” gelandet, von der Bernie Ecclestone der Geschäftsführer ist. (Bild von Joe Saward)

Das wäre aber die einfache Variante, von der viele nicht glauben, dass sie so existiert. Ecclestone hat verschiedene Rechte auf verschiedene Firmen verteilt. Im Grunde geht es aber um drei Dinge: Die TV-Vermarktungsrechte, Namensrechte und die Deals, die Ecclestone mit den Strecken und deren Sponsoren abschließt. Hier liegt das große Geld versteckt, daran verdienen alle. Wem hier aber welche Rechte gehören, ist Preisfrage. Ecclestone hat neulich erst einen Teil dieser Rechte von der FOM zur neu gegründeten “Formule One World Championship Ltd” geschoben. Es gibt nicht wenige, die behaupten, dass die CVC eigentlich Bernie nur das Geld gegeben hat, damit der die F1 weiter unter Kontrolle hat. Die CVC verdient Geld, Bernie hat die Macht, alle sind glücklich.

Das lief wohl eine Zeit auch gut, aber seit rund 18 Monaten tut sich etwas hinter den Kulissen. Da war zunächst der Krach zwischen der FIA und der FOTA um die Budget-Grenzen, die im Sommer 2009 fast zur Bildung einer Konkurrenzserie geführt hätte. Wäre das passiert, hätte die CVC plötzlich eine wertlose 3 Milliarden Dollar Investition in den Händen gehabt. Kann gut sein, dass man sich in der Zeit darüber klar geworden ist, dass die F1 als Sport kein sicheres Investment ist. Im letzten Jahr ist Ecclestone dann auffällig oft im Nahen Osten unterwegs gewesen und das Gerücht ging herum, dass er Investoren sucht, die der CVC ihre Anteile abkaufen sollen. Bestätigt ist das zwar nicht, aber wenn Ecclestone mitbekommen hat, dass die CVC aussteigen möchte, wäre es ein logischer Schritt. Vielleicht hat die CVC Ecclestone auch selber ausgeschickt, aber der Brite blieb erfolglos.

Seit Anfang des Jahres haben sie die Ereignisse beschleunigt. Zum einen gab es die Verhaftung von Gerhard Gribkowsky, früherer Risikovorstand von Bayerns Landesbank, der damals die F1 Rechte verkauft hatte. Die Bayern LB wollte wohl meistbietend verkaufen, entschied sich aber dann doch für die CVC, die Ecclestone angeschleppt hatte. Gribkowsky soll von Ecclestone 50 Millionen Dollar erhalten haben, wobei es unterschiedliche Aussagen über den Hintergrund der Zahlung gibt.

Die Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft überraschten die CVC, die wiederum im Februar Ernst & Young und die Anwaltsfirma “Freshfields Bruckhaus Deringer” damit beauftragte, die Hintergründe des Deals genau zu durchleuchten. Interessanterweise sickerte die Nachricht über die Nachforschungen damals über den Sender “sky” durch.

Im März hatte sky dann die nächste exklusive Meldung, als man vermeldete, dass die CVC eventuell einen Nachfolger für Bernie Ecclestone suchen würde. Ob das stimmt, oder ob sky sich das was aus den Fingern gezogen hat, ist dann eine weitere Frage. Vielleicht war das auch nur ein Schuss ins Blaue um die Investoren nervös zu machen. Die zeitliche Nähe zu den Ermittlungen sowohl der Staatsanwaltschaft, als auch der CVC und die Nähe zu den ersten Gerüchten, dass die News Corp. an der F1 interessiert ist, ist jedenfalls interessant.

Ende März tauchte dann die Meldung auf (wieder bei sky), dass die News Corp. zusammen mit Carlos Slim, angeblich reichster Mann der Welt und Sponsor von SauberF1, und einem Hersteller die F1-Rechte erwerben wolle. Offenbar war das eine Finte. Denn seit gestern ist klar, dass man sich mit Exor zusammen getan hat. Exor ist wiederum eine Investmentgesellschaft, die der Agnelli-Familie gehört und zu 30% an Fiat beteiligt sind, denen wiederum zu 90% Ferrari gehört.

Selbst wenn die Offerte ernst gemeint ist, stellt sich die Frage, ob eine solche Übernahme tatsächlich über die Bühne gehen könnte. Die F1 ist privater Hand, eine Einmischung durch einen Medienkonzern, der die TV-Rechte verkauft und einem Hersteller, der in er F1 vertreten ist, dürfte bei den EU Wächtern nicht auf sonderlich viel Gegenliebe stoßen. Die News Corp. hat in den letzten Jahren schon massiv Probleme mit der EU gehabt, weil man die Premier League Rechte komplett in der Hand hielt. Auf der anderen Seite sucht die News Corp. gerade nach neuen Geschäftsfeldern, da ihr klassischer Printmarkt bekanntermaßen nicht gerade die Zukunft darstellt. Mit der F1 lässt sich aber gut und langfristig Geld verdienen und man hat selber ein hohes Interesse daran, die TV-Rechte meistbietend weltweit zu verkaufen.

Klar ist bis zu diesem Punkt, dass ein Verkauf der F1 Bernie Ecclestone seinen Job kosten würde. Die CVC hat dem Ansinnen des News Corp./Exor Konsortiums bisher nur eine halbherzige Absage erteilt, in dem man einen Verkauf zum “jetzigen Zeitpunkt” ausschloss. Anders gesagt: “Mal sehen, was ihr auf den Tisch legt”. Und das offenbar, ohne ihren obersten Geschäftsführer zu fragen.

Doch vermutlich ist die Sache noch komplizierter, als es den Anschein hat. Denn in dem ganzen Spiel gibt es noch die FIA, die FOTA ein Concorde Agreement und Luca di Montezemolo.

Es gibt zwei Ebenen, die da zusammenspielen:

1. Das Concorde Agreement
Das regelt die Verteilung der eingenommen Geldern. Bisher bekommen die Teams 50%, was diese als zu wenig empfinden. Das Argument, dass man als Team schließlich die Investition hätte, damit die F1 läuft und man deswegen auch mehr Geld bekommen müsse, wischt Ecclestone regelmäßig mit der Antwort vom Tisch, dass die Teams schließlich Geld verdienen, man solle nicht so gierig sein. Das momentane Agreement läuft Ende des Jahres aus, bisher gibt es keine Mitteilung, wie die Verhandlungen laufen. Ein neuer Besitzer mit dem man ohne Ecclestone neue Bedingungen aushandeln kann, wäre also durchaus willkommen. Auch wenn es nur noch Mercedes und Ferrari als Hersteller in der Serie gibt, sind die meisten Teams an mehr Geld interessiert. Dazu kommt, dass etliche arabische Firmen hinter den Teams stecken (besonders Mercedes und McLaren), die wiederum nie ein gutes Geschäft auslassen und seit nicht ewig auf den Öl- und Immobilienboom in ihrer Region bauen wollen.

2. Die FOTA und vor allem Luca di Montezemolo
Beide sind unzufrieden mit der FIA und Ecclestone. Mit der FIA, weil diese auf der Einführung neuer “grüner” Motoren besteht, die 2013 kommen sollen, und ein Millioneninvestment darstellen und weil die FIA den Sport zu sehr regulieren würde. Montezemolo fordert seit zwei Jahren den Einsatz eines dritten Wagens, was die FIA immer wieder ablehnt. Gleichzeitig gibt es viel Unmut darüber, dass die F1 die neuen Medien mehr oder weniger ignoriert und nicht vermarktet. Mit einem HD-Stream ließe sich vermutlich viel Geld verdienen, gleichzeitig macht Ecclestone zu wenig, um den Pay-TV Sendern zusätzliche Inhalte anzubieten.

Der Erfolg der F1 steht und fällt mit Ferrari. Ecclestone hat mehrere Versuche, eine Piratenserie zu starten, immer erfolgreich abwehren können, weil er Ferrari an seiner Seite hatte. Die haben sich ihre Treue teilweise mit viel Geld bezahlen lassen, aber in diesem Fall ist nicht so ganz klar, wo sie stehen. Ich vermute aber nicht auf der Seite von Ecclestone, denn der Geschäftsführer von Exor, John Elkann (Enkel von Gianni Agnelli), ist von 2004 bis 2010 bei Luca di Montezemolo “zur Schule” gegangen, als er dessen Vizepräsident bei der Fiat-Gruppe wurde. Vor einem Jahr löste er seinen Mentor dann ab. Es ist unwahrscheinlich, dass Elkann einen derartigen Schritt unternimmt, ohne dass di Montezemolo etwas davon wusste, bzw. ohne dass man ihn um Rat gefragt hat. Meiner Meinung nach hat sich Montezemolo recht geschickt in eine Position gebracht, die ihn an die Spitze der F1 bringen könnte. Die News Corp. interessiert die F1 nicht, die nehmen das, was Geld bringt, die Einmischung von Exor macht nur Sinn, wenn man an Montezemolo denkt.

Doch dann ist da noch die FIA. Die haben zwar die Rechte an der F1 für 99 Jahre an eine Unterfirma von Ecclestone verpachtet, aber die FIA hat bei einem Besitzerwechsel ein Veto-Recht. Wenn Jean Todt möchte, könnte er also die Rechte wieder eintreiben, der neue Besitzer müsste dann mit der FIA neu verhandeln, oder man hätte eine wertlose Hülle in der Hand. Eine Piratenserie unter eigener Schirmherrschaft zu starten wäre auch schwierig, weil die FIA die Hand auf den meisten Strecken hat. Zwar kann die FIA den Streckenbesitzern nicht verbieten eine Piratenserie starten zu lassen, aber die müssten dann vermutlich sehen, wo sie FIA Serien herbekommen. Todt und Montezemolo verbindet zwar die gemeinsame Zeit bei Ferrari, allerdings heißt es, dass Jean Todt vor ein paar Jahren um Unfrieden von Ferrari gegangen ist, weil di Montezemolo ihn nicht mehr dort haben wollte. Das sind allerdings Spekulationen.

Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, was das Theater im Moment soll. Die Kollegen von Pitpass tappen auch im Dunkeln, vermuten aber auch, dass die Ankündigung von News Corp./Exor ein Ablenkungsmanöver ist. Jedenfalls läuft da schon länger etwas hinter den Kulissen, denn man kündigt kaum eine freundliche Übernahme auf dem Weg an und schaut dann mal, was daraus wird. Der Aktienkurs von Exor ist dann heute auch gleich mal um 2% in den Keller gegangen. Offenbar misstrauen die Anleger der Sache, obwohl Exor vermutlich das Geld hat um die Rechte auch alleine kaufen zu können.

Klar ist aber, dass Ecclestone unter Druck steht, weil die CVC offenbar nicht mehr so ganz zufrieden mit ihm ist. Die andauernden Vertraulichkeiten aus dem Hause der CVC, die ausgerechnet und immer über sky rausposaunt werden, sind schon sehr auffällig. Am Ende bleibt aber halt die Frage, welche Rechte genau Ecclestone über sein Universum an Firmen noch in der Hand hält. Es müssen ein paar mehr sein, denn sonst könnte die CVC Ecclestone als Angestellten einfach ersetzen. Es besteht die Möglichkeit, dass die CVC die F1-Rechte schon länger verkaufen möchte und Ecclestone vertraglich die erste Option auf einen Kauf hatte. Ebenso, dass er sich eine unkündbare Anstellung auf “Lebenszeit” bei der CVC gesichert hatte, um die Kontrolle über sein Imperium zu wahren. Wenn er die Option nicht einlösen konnte, macht der Schritt der CVC in Richtung News Corp. Sinn. Es würde auch bedeuten, dass sein Deal mit der CVC hinfällig ist und er unter einem neuen Besitzer seinen Schreibtisch räumen müsste.

Wie gesagt, da steckt sehr viel Spekulation drin, die nächsten Monate werden zeigen, wie es weiter geht. Das Thema wird uns wohl noch längere Zeit begleiten.

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