Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

February 05 2014

11:20

Newshappen: Ausgabe vom 05.02.2014

Mal wieder eine Runde News aus den letzten Wochen mit vielen Links

// Zunächst mal zu Michael Schumacher. Letzte Woche gab es die Meldung, dass die Ärzte damit beginnen, das induzierte Koma langsam aufzuheben. Bedeutet: Die Medikamente, die Schumacher in einem künstlichen Schlaf gehalten haben, werden langsam reduziert. Was darauf hinweist, dass die Blutungen und Häamtome im Gehirn abgeschwollen, bzw. verschwunden sind und die Schädeldecke geschlossen wurde. Schumacher soll auf die ersten Reizen positiv reagiert haben. Diese Reize werden sehr basal sein. Es geht um Schmerzreaktionen, also reagiert das vegetative Nervensystem auf Schlüsselreize, wie einen Stich mit einer Nadel. Der nächste Schritt wird sein, dass man die künstliche Beatmung abstellt, was ein echter Fortschritt wäre. Es geht um kleine Schritte, die sich über Wochen hinziehen können. Über Spätfolgen kann man zu diesem Zeitpunkt immer noch nichts sagen. Wir drücken Michael Schumacher weiter die Daumen!

// Bei Renault arbeitet man im Moment rund um die Uhr daran, die Probleme mit dem V6-Turbo abzustellen. Bisher klingt es eher so, als ob das allerdings keine leichte Aufgabe ist. Rob White, Deputy Managing Director von Renault, war immerhin so ehrlich, die Probleme klar zu benennen: “…we had problems with a sub-system within the Energy Store that did not directly concern either the battery nor the operation of the battery – it is an electronic part that was in the same housing as the Energy Store. We subsequently had problems with turbocharger and boost control systems with knock-on effects on the associated engine management systems, subsequently provoking mechanical failures.” Das klingt nicht wirklich gut. Elektrische Probleme wären zu verschmerzen und vermutlich per Software zu klären. Mechanische Probleme deuten auf ein viel größeres und tieferliegendes Problem hin. Ob das in den wenigen Tagen bis zum Bahrain-Test zu klären ist? Vermutlich nur, wenn man zunächst die Leistung reduziert. Die Testzeiten in Bahrain werden interessant sein.

// Ross Brawn hat McLaren und der Rest der Welt das “Gone Fishing” Schild gezeigt. Und zwar wortwörtlich. Er bereitet sich auf dieses Jahr auf seine Lieblingsbeschäftigung vor, dem Fischen. Eine Rückkehr hält er zunächst für ausgeschlossen. McLaren hat sich mittlerweile auch den von Lotus unverständlicherweise entlassenen Eric Boullier geschnappt und diesen als “Racing Director” eingestellt. Kann gut sein, dass er unter Ron Dennis, der nicht mehr zu allen Rennen reisen will, der verantwortliche Chef bei McLaren an der Strecke wird.

// Audi hat die Fahrerbesetzungen für die WEC bekannt gegeben. Für Alan McNish rutscht Lucas di Grassi ins Team. Die Chancen, dass Kristensen Sieg Nummer 9 in Le Mans einfahren kann, sind damit unserer Meinung nach erheblich gestiegen, denn mit Loic Duval hat man ja nun keinen schlechten Partner an Bord. In der #2 sitzen wie immer Fässler, Tréluyer, Lotterer. In der #3 werden Bonnanomi, Olli Jarvis und Albuquerque in Steuer greifen. Auch gut: Wir können schon jetzt die Ankündigung hier machen, dass wir auch 2014 wieder in Le Mans vor Ort sein werden um die Schlacht zwischen Porsche, Toyota und Audi live zu berichten.

// Auf der anderen Seite des Atlantik tut man sich in Sachen Prototypen noch etwas schwer, wie wir hier berichtet haben. Nicht völlig überraschend kommt die Ankündigung der IMSA, dass man die BoP zwischen den DP und den LMP2 für Sebring überarbeiten wird. Die DPs bekommen den vollen Diffusor (in Daytona fuhr man die letzte Spezifikation nicht), die LMP2 sollen mit dem “Low Downforce Kit” aus Le Mans an den Start gehen. Wir reden hier über rund 300 bis 400 Pfund mehr Abtrieb für die DPs und mindestens 200 Pfund weniger für die P2. Schon in Daytona lamentierten die DP-Teams, dass man in Sebring quasi chancenlos sei. Obwohl die DPs in Daytona 1.5 Sekunden schneller waren. Das Spiel geht also weiter, wobei das Problem ist, dass die “LMP2 Lobby” mit Greg Pickett (Muscle Milk), Extreme Sport und Oak relativ klein ist. Immerhin stemmt man sich gegen Ford, Chevrolet, Chip Ganassi, Michael Shank und andere.

// In der NASCAR geht es vor dem Start in die Saison auch zur Sache. Die Änderungen am Chase haben wir hier dokumentiert. Kurzgefasst: Es gibt ein Shootout von vier Fahrern im letzten Rennen, der Gewinner hat den Titel, egal wie oft er vorher gewonnen hat. Gleichzeitig hat die NASCAR den Strafenkatalog endlich mal transparent gemacht. Es gibt nun sieben Stufen im Strafensystem, wobei die erste nur eine Verwarnung ohne Konsequenzen is. Neu ist: Man verliert bei der höchsten Stufe der Strafe einen Sieg, was wichtig für den “Race for the Chase” sein kann.

// Geradezu sensationelle Neuigkeiten gibt es aus der BTCC zu berichten. Unsere allerliebste Tourenwagenserie erfährt eine massive Aufwertung durch die Rückkehr des Ex-Meisters Fabrizio Giovanardi, der einen Ford Focus für das Airwaves Team pilotieren wird. Von den allgemein bekannten wie beliebten “Hotshots, die gerne mal anklopfen” wären dann 2014 am Start: Jason Plato (MG), Matt Neal (Honda), Gordon Sheddon (Honda), Colin Turkington (BMW) [Alles Ex-Meister der BTCC], Andrew Jordan (Honda) [Meister 2013] und eben Giovanardi. Dazu kommen die ebenfalls nicht gerade zurückhaltenden Piloten wie Rob Austin (Audi), Tom Onslow-Cole (Ford), Dave Newsham (Toyota), Mat Jackson (Ford) oder Rob Collard (BMW). Man sollte seinen Popcorn-Vorrat frühzeitig anlegen.

// Und am Schluss: The return of Podcast. Ab dem 20.02. wird es wieder den Podcast geben. Zunächst mit kleineren Pausen, ab dem Start der F1-Saison dann in der üblichen Sequenz. Wir werden dieses Jahr ein paar Änderungen vornehmen. Es wird weniger um Rennberichte gehen, mehr um Hintergründe, Analysen und sonstige Auffälligkeiten. Wir versuchen uns auch auf 60 Minuten zu beschränken. Ehrlich. [Insert hier: Gelächter]

96 total views, 96 views today

The post Newshappen: Ausgabe vom 05.02.2014 appeared first on Racingblog.

flattr this!

February 04 2014

10:27

USCC: Das Problem mit der BoP

Die neue US-Serie USCC ist zwar erst ein Rennen alt, aber der Ärger hinter den Kulissen ist mächtig groß. Vor allem die LMP2-Teams machen sich Sorgen.

IMG_6895Als Grand-Am und ALMS bekannt gaben, dass man die Daytona Prototypen (DP) und die LMP2 gegeneinander antreten lassen würde, war die Skepsis sofort groß. Das Konzept der DP ist steinalt. Ein Rohrrahmen, ein starker Motor, wenig Aerodynamik, wenig teure Technik wie Carbon-Bremsen. Die LMP2 sind das genaue Gegenteil. Viel Aerodynamik, viel europäische Standardtechnik und vor allem: weniger Gewicht. Die DP wiegen 1032kg, die LMP2 900kg. Was folgte war ein wildes Massaker im Bereich „Balance of Performance“.

Die ersten Testergebnisse machten klar, was alle vermuteten: Die LMP2 fuhren Kreise um die DP. Also besserte die USCC nach. Man verpasste den DP einen Splitter vorne und einen Diffusor hinten. Dazu Carbon-Bremsen und knapp 60 PS mehr Leistung. Gleichzeitig schraubte man das Gewicht der P2 um 60kg nach oben. Greg Pickett, Besitzer von Muscle Milk Racing, und Rob Hill, der Teammanager von Extreme Speed, waren genervt, denn wo soll man in einem Prototyp 60 kg Blei verstauen?

Zudem kamen die Ideen der USCC offenbar aus der hohlen Hand. Man hatte zum Beispiel nicht bedacht, was die aerodynamischen Änderungen mit den DP anstellen würden. Das Ergebnis im November: Es kam zu Reifenplatzern, weil man Continental keine genauen Werte in Sachen Abtrieb geben konnte und, was besonders schlimm war, die DP hoben bei den Unfällen ab.

Continental war einigermaßen erschrocken, reagierte aber schnell. Weil man sich schon gedacht hatte, dass die theoretischen Werte der USCC nicht stimmen, hatte man einen Reifen mit stabileren Seitenwänden in der Entwicklung. „Die USCC hatte uns gesagt, dass die DP ca. 500 Pfund mehr Abtrieb haben würden. Am Ende waren es aber 1000 Pfund,“ merkte ein Conti-Mitarbeitet in Daytona an. Wo das Problem gelegen habe, könne man ja auch gut daran sehen, dass die kaum langsameren, mit großer aerodynamischer Effizienz ausgelegten LMP2 keinerlei Probleme mit den Reifen hatten, hieß es bei Conti. Die würden die Last einfach besser über das gesamte Fahrzeug verteilen.

Also drehte die USCC an der Performanceschraube und gab den Teams einen etwas verbesserten Diffusor. Doch der verursacht weiterhin das Problem, dass die DP zu viel Abrieb auf der Hinterachse generieren. Die Teams kompensieren das mit einem flachen Flügel, was wiederum den Topspeed erhöht.

IMG_7279In Daytona gab es daher zwei Bereiche, in denen die DP den LMP2 überlegen waren: Topspeed und Beschleunigung. Die Überlegenheit in Sachen Motorleistung konnte man ausgangs der Haarnadeln sehen, als die DP mal schnell 20, 30 Meter an Abstand gewinnen konnten – und das und die höhere Endgeschwindigkeit reichte den DP um rund 1.5 Sekunden pro Runde schneller zu sein.

Seitens der LMP2-Teams war man frustriert, man hatte so nie eine Chance auf den Sieg. Nicht wenige sprachen hinter vorgehaltener Hand allerdings auch davon, dass die USCC beim (in Sachen Prestige) wichtigsten Rennen des Jahres, keinen LMP2 gewinnen sehen wollte. General Motors und Ford stecken eine Menge Geld in die Entwicklung der Motoren und in die Serie. Da liegt der Gedanke nahe, dass da sanfter Druck ausgeübt wurde, um die DP zu bevorteilen.

Allerdings warf man seitens der DP-Teams ein, das Daytona eine Ausnahme sei. Man sei weiterhin chancenlos gegen die LMP2, wenn in Sebring mit unveränderter BoP gestartet wird. Tatsächlich sprechen ein paar Zahlen für die LMP2: Weniger Gewicht bedeutet auf einer kurvenreichen Strecke Vorteile beim Verbrauch, beim Reifen- und beim Bremsverschleiß. Da der Topspeed in Sebring keine Rolle spielt und die P2 flinker durch die engen Kurvenkombinationen kommen, sollte der Vorteil massiv sein.

Auch bei Conti rechnet man damit, dass die LMP2 in Sebring den DP um die Ohren fahren werden. Eine Ahnung, die auch die DP-Teams beschleicht. Chip Ganassi sagte in Daytona vor Journalisten, dass man darüber nachdenken müsse, wie man die DP auf Strecken wie Sebring näher an die P2 heran bringen kann. Denn sonst würden die Rennen keinen Sinn machen.

IMG_7868Was bedeutet, dass man weiter an der BoP schrauben wird. Doch so langsam gehen der USCC die Ideen aus. Man kann, so Rob Hill von Extreme Speed, die Aerodynamik eines P2 nicht einfach beschneiden. Wenn man den Heckflügel schmaler macht, greift man in die gesamte Luftströmung des Hecks ein. Das Auto wird instabil und damit gefährlich. Genauso wenig kann man aber bei den DP noch mehr machen. Das gesamte Konzept der DP basiert auf völlig anderen Ideen und Vorgaben. Ideen, die ja durchaus funktionieren, immerhin waren die Abstände zwischen den Teams in den letzten Jahren auch nach 24 Stunden meist extrem eng.

Die Offiziellen der USCC, die zum großen Teil aus der Grand-Am kommen, waren es nach NASCAR-Manier gewohnt, mit einfachen Mitteln Chancengleichheit herzustellen. Das geht aber nicht mit den LMP2. Und man kann die DP auch nicht nach Belieben aufbohren.

Die Situation in der USCC ist nicht einfach. Weder für die Teams, noch für die Offiziellen, die versuchen müssen, etwas sehr eckiges in etwas sehr rundes zu bekommen. Man wird Sebring abwarten müssen, doch bei Muscle Milk ist man schon recht skeptisch. Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, dass die USCC die DP bevorzugen würde, meinte Greg Pickett, dass er diese Einschätzung nicht teilen würde. Um zwei Sätze später zu sagen, er habe sich schon gewundert, warum Starworks in die LMPC und nicht die P2 gewandert sei. Jetzt habe er so eine Ahnung, was die Gründe angeht.

Im Moment wirken die LMP2 wie ein Störfaktor in der USCC. Sie passen nicht ins Konzept. Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass 2016 der neue Datytona Prototyp kommen wird, bis dahin wird man versuchen, so über die Runden zu kommen. Fast alle Klassen funktionieren, die GTLM, die GTD, LMPC. Nur in der höchsten Klasse sieht es nicht gut aus. Wenn die LMP2 aber nicht funktioniert, dann wird die Klasse sehr schnell uninteressant, auch für mögliche Teilnehmer aus Europa. Dabei will die IMSA genau das Gegenteil, allein um den ACO einen Gefallen zu tun. Das Interesse des ACO an der Serie hält sich im übrigen in Grenzen. In Daytona wurde kein ACO-Funktionär gesichtet.

70 total views, 62 views today

The post USCC: Das Problem mit der BoP appeared first on Racingblog.

flattr this!

January 24 2014

10:40

USCC: 24H Daytona Vorschau 2014

Die Motorsportsaison 2014 startet traditionell mit dem 24-Stunden-Rennen in Daytona. In diesem Jahr ist vieles neu: die Serie, die Fahrzeuge und die Regeln.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie US-Protoypenserien ALMS und GrandAm gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist die USCC getreten, die United Sport Car Championship. Im Grunde hat man die beiden Serien einfach zusammengeworfen, denn man wird in diesem Jahr gleich mit fünf Klassen beglückt. Die LMP2, die GTLM und die PC aus der ALMS, die DP und die GTD aus der GrandAm. Da ist ein gewisses Regelchaos programmiert, auf der anderen Seite hat man ein riesiges Starterfeld. Allein in Daytona werden 67 Fahrzeuge an den Start gehen, was die Sache auf der Strecke auch nicht gerade einfacher machen wird.

DPs vs. LMP2

Spannend dürfte vor allem der Kampf um den Gesamtsieg zwischen den DP und den LMP2 werden. Die IMSA hat in den letzten Monaten lange getüftelt, damit die beiden sehr unterschiedlichen Prototypen im Rennen einigermaßen gleichauf liegen. Dabei hat man sich vor allem die DP und deren Abtriebswerte zur Brust genommen, die weit unter jenen der LMP2 lagen. Mittels eines neuen Hecks und eines Diffusors hat man die DP in den Kurven schneller gemacht, dazu kam eine kräftige Erhöhung der Motorleistung. Zusätzlich dürfen die DP jetzt auch mit Carbonbremsen ausgestattet werden. Die Überarbeitung war nicht problemlos, bei den ersten Tests in November verunfallten zwei Daytona Prototypen schwer, weil ein Reifen platzte. Diese Probleme hat man dank verstärkter Reifen wohl in den Griff bekommen, bei den letzten Tests vor wenigen Wochen konnten die DP problemlos ihre Stints absolvieren.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie LMP2 ist mit vier Chassis vertreten: HPD, Oreca (Morgan), Mazda und dem Delta-Wing. HPD und Oreca hat man in Sachen Motorleistung etwas eingebremst und das Gewicht wurde zunächst auf 960 kg angehoben. Mittlerweile hat man die 60kg wieder rausgenommen, die Fahrzeuge sind also mit ihrem Normalgewicht unterwegs. Mazda startet mit einem Diesel und ist damit ebenso etwas außer Konkurrenz unterwegs wie der Delta Wing.

Die vielen Änderungen haben zumindest dazu geführt, dass die DP in Daytona wieder die schnellsten Prototypen sind. Auf der Geraden wurden rund 193 mph gemessen, die LMP2 waren 5 bis 8 Meilen langsamer. Auch bei den Rundenzeiten haben die DP weiter die Nase vorne. Bei den Vortests in der ersten Januarwoche lagen auf den ersten sechs Plätzen die DP, der Abstand zum schnellsten LMP2 von Extreme Motorsport betrug rund eine Sekunde (1:38.630 vs. 1:39.750). Das waren allerdings Zeiten, die auf freier Strecke gefahren wurden – ein Luxus, den man im 24h-Rennen nur selten haben wird.

Dennoch werden die LMP2 in den ersten Stunden des Rennens vermutlich nicht vorne zu sehen sein. Im Verlauf des Rennens wird sich das allerdings wieder ändern, denn dann kommt die Strategie zum Tragen. Die DP werden wohl zwischen 21 und 23 Runden fahren können, die P2 zwischen 23 und 25 Runden. Am Ende könnte hier der Schlüssel zum Sieg liegen.

Ein Blick zu den Teilnehmern der beiden Klassen, aus Platzgründen beschränkt auf die wichtigsten Starter:

DP:

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingAction Express – Corvette DP
#5 Joao Barbosa – Christian Fittipaldi – Sebastien Bourdais – Burt Frisselle

Die übliche Besetzung bei Action Express, die waren bei fast allen Tests auch die schnellsten. Die Besetzung ist sehr stark, alle Fahrer verfügen über viel Erfahrung in 24h-Rennen. Friselle, Barbosa und Fittipaldi haben das Rennen schon gewinnen können.

Michael Shank Racing – Riley DP / Ford
#60 John Pew – Oswaldo Negri Jr. – AJ Allmendinger – Justin Wilson

Kein Underdogteam, aber bisher lief es bei den Tests noch nicht ganz so gut, wie man es sich erhofft hatte. Die Besetzung ist allerdings für einen Sieg gut. Ob man sich aber gegen Ganassi und Konsorten wird durchsetzen können?

Spirit of Dayona – Corvette DP
#90 Richard Westbrook – Michael Valiante – Mike Rockenfeller

Die waren bei allen Tests extrem schnell, hatten im November allerdings auch einen schweren Unfall, als Westbrook sich mehrfach überschlug. Ganz klare Favoriten in Daytona. Wie überhaupt die Corvette Chassis gegen über den alten Rileys im Vorteil sind.

Gainsco/Bob Stallings Racing – Corvette DP
#99 Alex Gurney – Jon Fogarty – Memo Gidley – Darren Law

In Daytona ist das Team meist vom Pech verfolgt, aber die Besetzung ist schon allererste Güte. Während andere Teams meist noch einen Fahrer an Bord haben, dem etwas die Erfahrung fehlt, ist diese Fahrerpaarung über alle Zweifel erhaben. Das kann sich bei einem engen Rennen durchaus auszahlen.

Chip Ganassi Racing – Riley DP / Ford
#01 Scott Pruett- Memo Rojas – Jamie McMurray – Sage Karam
#02 Scott Dixon – Tony Kanaan – Marino Franchitti – Kyle Larson

Die Dauersieger bei den 24h, dieses Jahr mal ohne Juan Pablo Montoya, dafür mit dem mir unbekannten Sage Karam. Der stammt aus der Indy Lights Series und ist gerade mal 18 Jahre alt. Da geht Ganassi ein ganz schönes Risiko ein. Der zweite Wagen sieht als Gaststarter Tony Kanaan. Beide Wagen sind mal wieder für einen Sieg gut.

Starworks Motorsport – Riley DP / Dinan
#78 Scott Mayer – Alex Popow – Brendon Hartley

Nicht ganz stark besetzt wie in den Jahren zuvor, auch wenn Brandon Hartley natürlich zu den schnellsten im Feld gehört. Starworks konzentriert sich in diesem Jahr aber etwas überraschend auf die LMPC-Klasse.

LMP2

Da gibt es vor allem alte Bekannte, die man trifft. Muscle Milk/Pikett haben sich ein Oreca-Chassis zugelegt und neben der Besetzung Luhr/Graf wird der sehr schnelle Alex Brundle in Daytona starten. Extreme Motorsport kommt mit zwei HPD, die sich bei den Tests als die schnellsten P2 vorgestellt haben. In einem Wagen werden Sharp/Dalziel/Brabham sitzen, im zweiten Pagenaud/van Overbeek/Brown/Lazzaro. Aus Europa kommt das aus ELMS und WEC bekannte OAK Racing, die auf Pla/Rusinov/Yacaman/Webb setzen. Starke Besetzung, bei den Tests fehlten allerdings 1,6 Sekunden auf den schnellsten DP.

Und dann wären da noch die beiden Mazda Diesel mit Tremblay/Hinchcliffe/Tom Long und Miller/Nunez/Vautier. Die werden aber im Rennen keine Rolle spielen, dafür sind sie zu langsam. Auch den Delta-Wing wird man vermutlich nicht allzu lange sehen. Wenn der Elan-Motor 24 Stunden durchhalten sollte, wäre das allein ja schon eine Sensation.

LMPC

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingAuch die Klasse gibt es noch in der USCC und sie hat sich erstaunlicherweise zu einem Sammelbecken von sehr guten Teams und Fahrern entwickelt. Man findet in der Entry-List (Link siehe unten) etliche Namen, die man aus der LMP2 kennt. Starworks und 8Star haben sich in diesem Jahr dazu entschlossen, in der PC-Klasse anzutreten.

Die LMPC haben der IMSA aber ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, denn die Wagen waren auf der Geraden schlichtweg zu langsam. Bei den ersten Tests waren die GTs deutlich schneller, ein Phänomen, dass man schon in der ALMS hier und da beobachten konnten. Daher hat man die GTs etwas einbremsen müssen, damit die PCs auf den Geraden auch vorbeikommen.

GTLM

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingIm Prinzip ist das die alte GT-Klasse aus der ALMS, in der auch die üblichen Verdächtigen antreten werden. Neu dabei in diesem Jahr: Porsche, die einen Werkseinsatz wagen. Die Autos werden von Porsche Nordamerika direkt eingesetzt und sind mit den Werksfahrern Tandy/Lietz/Pilet und Long/Bergmeister/Christensen besetzt. Der 991 hatte bei den Tests allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen, weil die Antriebswellen die Belastung in den Steilkurven nicht ausgehalten haben. Das soll aber mittlerweile behoben sein. Immerhin konnte man bei den Tests die schnellste Zeit in der GT-Klasse fahren.

General Motors schickt die komplett neue Corvette C7-R ins Rennen, die ebenfalls aus dem Stand sehr schnell scheint. Der neue Wagen war auch überfällig, nachdem man in den letzten zwei Jahren hinter die BMW und die Ferrari zurückgefallen war. Mit Magnussen/Garcia/Briscoe und Gavin/Millner/Lidell geht GM in Sachen Fahrer auch keine Risiken ein. Ob die C7 aber schon standfest genug ist, um 24 Stunden durchzuhalten? GM wird das Rennen auch als Test für das Rennen in Le Mans sehen.

BMW setzt in Zusammenarbeit mit RLL weiter auf den Z4. Bei der Fahrerbesetzung hat man alles an den Start gebracht, was gut und schnell ist. In einem Wagen sitzen Auberlen/Priaulx/Hand/Martine im anderen Dirk Müller/Edwards/Rahal/Werner. Besser kann man kaum unterwegs sein.

Mit leichten Sorgenfalten reisen die Ferrari nach Daytona. Den F458 hatte man in den letzten Jahren immer weiter eingebremst und so mehr oder weniger chancenlos gemacht. Kurz vor dem Rennen hat die IMSA allerdings die BoP etwas angepasst, sodass der Ferrari nun etwas mehr Luft und damit Leistung bekommt. Die Ferrari-US-Abteilung Risi setzt auf Fisichella/Bruni/Beretta/Malucelli, der zweite Wagen kommt von Krohn und ist mit Dumbreck/Bertolini/Jonsson/Krohn belegt.

Dann sind da noch die beiden Viper mit Farnbacher/Goosens/Hunter-Reay und Robert Bell/Bomarito/Wittmer. In Le Mans fuhr die Viper bekanntermaßen weit hinterher, in den USA ist die BoP-Einstellung allerdings anders. In der ALMS konnte die Viper ein paar Siege einholen, dementsprechend schnell ist man auch in Daytona, wie die Tests schon gezeigt haben.

Nicht neu, aber zumindest ungewohnt ist der Start eines Werks-Aston-Martin. Dave Richards setzt auf Mücke/Turner/Lamy/Stanaway/Della Lana und war bei den Tests gut dabei. Auf jeden Fall ein Wagen, der auf Sieg fahren kann.

GTD

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie GTD unterscheiden sich von den GTLM vor allem in Sachen Aerodynamik und Leistung. Im Grunde handelt es sich, grob gesagt, um die US-GT3-Variante. Die Klasse ist mit knapp 30 Fahrzeugen dann auch für die Hälfte des Feldes zuständig. Eine riesige Armada von Porsche ist am Start, aber auch fünf Audi R8 LMS, die teilweise mit Werksunterstützung unterwegs sind. Nachdem Flying Lizard Motorsports von Porsche zu Audi gewechselt ist, stellt das Team auch die Speerspitze der Ingolstädter dar. Mit Canache jr/Pumpelly/Pappas/Winkelhock hat man jedenfalls keine Amateurfahrer am Start.

Die Starterliste komplett durchzugehen, würde den Rahmen sprengen, aber es finden sich extrem gute Gaststarter wie Shane van Gisbergen, Marco Holzer, Marc Lieb, Nicki Thiim, Marc Basseng, Familie Bleekemolen, Filipe Albuquerque, Réné Rast, Toni Vilander, Timo Bernhard, Mika Salo, Kevin Estre, Augusto Farfus und Markus Palttala in der Startliste.

Die Strecke

Der Rundkurs in Daytona ist bekannt. Man fährt alle Steilkurven, biegt aber nach Turn 4 zunächst ins teils enge, teils sehr schnelle Infield ab. Dann geht es raus in T1 und T2. Damit man nicht zu schnell wird, hat man vor T3 eine durchaus flüssige Schikane eingebaut.

Das Wetter dürfte in diesem Jahr keine große Rolle spielen. Die USCC fährt auch bei Regen, aber die Regenreifen wird Continental wohl im Schrank lassen können. Angesagt sind knapp 18 Grad am Tag und 8 Grad in der Nacht. Ein Problem verursachte in den letzten Jahren immer wieder der Nebel, der vom Meer aus kommen kann. Da es aber nicht so feucht sein soll, dürfte dieses Jahr auch das Problem nicht existieren.

Übertragungen
MotorsTV wird das Rennen relativ lange übertragen, dazu kommt ein Livestream der IMSA, der dann ansetzt, wenn die großen Sender aussteigen.

Motors TV: Sa. 19:45 – 01:45 Uhr // So. 11:45 Uhr – 20:45 Uhr
Fox: Sa. 20:00 Uhr – 22:00 Uhr
Fox Sports 2: Sa. 22:00 – 03.00 Uhr
IMSA Livestream: So. 03:00 – 13:00 Uhr
Fox Sports 1: So. 13:00 Uhr – 21:00 Uhr

Ein Livetiming sollte es bei der IMSA geben.

Die Entrylist ist hier zu finden.

Spotterguide ist hier. Allerdings ist der dieses Jahr in Sachen Format etwas unglücklich ausgefallen.

Zu guter Letzt: Ich werde dieses Jahr vor Ort in Daytona sein. US-SIM-Karte vorausgesetzt sollte ich Internet haben und damit auch jede Menge Bilder und Infos von vor Ort senden können. Die laufen dann über Twitter ein. Sollte das mit dem Internet nicht klappen, gibt es dann später jede Menge Bilder aus Daytona.

(Bilder: “Courtesy of IMSA”)

518 total views, 512 views today

The post USCC: 24H Daytona Vorschau 2014 appeared first on Racingblog.

flattr this!

December 11 2013

07:00

Ferner liefen: Die Newshappen 11.12.2013

Wir fassen die Nachrichten der letzten Tage zusammen, vor allem aus Serien, die sonst eher weniger beachtet werden.

// Wie gestern schon berichtet gibt es eine einige Änderungen am sportlichen Reglement der Formel Eins. (Die technische Seite beleuchten wir ausführlich im Januar). Immerhin haben die Teams abgelehnt, dass zwei Boxenstopps pro Rennen vorgeschrieben werden sollen. Dafür will man ab 2015 eine Budgetbegrenzung einführen. Das wollte man zwar schon in den letzten fünf Jahren, aber getan hat sich bekanntlich nichts. Das Abkommen, das es im Rahmen der mittlerweile auch eingegangenen FOTA mal gab, war das Papier nicht wert, auf dem es stand. Martin Whitmarsh ist dementsprechend skeptisch, was die Umsetzung angeht. (DD)

// Ansonsten ist es ruhig in der F1. In Sachen Piloten gibt es bisher keine Neuigkeiten von Sauber, Force India oder Caterham. Vermutlich wird es bei einigen Teams bis Ende Januar dauern, bis sie ihre Fahrer zusammen haben. Aber nicht nur in der F1 ist es mittlerweile schwer geworden, ein bezahltes Cockpit zu erlangen. In anderen Serien sieht es genau so aus, wie der Ex-F1-Pilot Christian Klien in einem Interview auf seiner Homepage klarstellt. (Die Schriftgröße könnte er mal ändern.) (DD)

hi_10504_ab2a// Ein paar News aus der BTCC: Die meisten werden es mitbekommen haben, aber für alle, die es dennoch verpasst haben, hier die News des Jahres: Honda tritt 2014 mit einem Civic-Kombi in der Meisterschaft an. Das ist, wenn ich richtig informiert bin, der erste Kombi seit dem legendären Volvo 850, der immerhin so schnell war, dass er um die Meisterschaft mitfahren konnte. Mutig ist die Entscheidung von Honda schon und man darf davon ausgehen, dass der Antrieb, einen Kombi einzusetzen, eher aus dem Bereich Marketing kommt. Aber was solls, sieht gut aus und dürfte, außer in Oulton Park, auch gutgehen. (DD)

// Dave Newsham wechselt zu AmD, die 2014 einen alten Ford Focus von Motorbase einsetzen werden. (DD)

// United Motorsport, bisher nur in der britischen GT-Meisterschaft unterwegs, will 2014 mit zweiToyota Avensis für James Cole (im Vorjahr Tony Gilham Racing) und Newcommer Glynn Geddie in der BTCC antreten. (DD, SF)

// Drittes Autos bei KX Momentum/Tripple Eight: aMarc Hynes</a> wird 2014 einen weiteren MG pilotieren und damit Teamkollege von Jason Plato und Sam Tordoff. Hynes ist ehemaliger britischer F3-Champion und war in den letzten Jahren vor allem im operativen Bereich des Motorsports aktiv – u.a. ist er Teil des Managements vom Marussia F1 Team. (SF)</p> <p>// Überhaupt wird es eng auf der Strecke. Die TOCA rechnet mit einem Starterfeld von <a href=" http:="">bis zu 32 Wagen. Damit sind alle Startlizenzen der neu eingeführten TBL (TOCA BTCC Licence) vergeben. Für die Teams, die im Besitz einer Lizenz sind, bedeutet das, einen garantierten Startplatz bis 2016. Abzuwarten bleibt, ob auch immer 32 Starter antreten werden. Das Auslassen eines Rennens wird man sich aber gut überlegen, da sonst der Entzug der Lizenz drohen kann. Damit wird auch gleichzeitig der eigentliche Hintergrund klarer: Man möchte weniger Hop-On-Hop-Off-Teams, die in den letzten Jahren immer mal wieder – auch kurzfristig – auf Rennteilnahmen verzichtet haben. So kann man dann gegenüber Sponsoren und Zuschauern volle Startfelder garantieren. Vergeben wurden die 32 TBLs vorrangig an bereits bestehende Teams, die in der letzten Saison an mehr als 50 Prozent der Meisterschaft teilgenommen haben. Weitere Lizenzen gingen dann an Teams, die im Besitz mindestens eines NGTC-Autos sind. Weitere Informationen über die neue TBL ahier</a>. (DD, SF)</p> <p>// Die BTCC hat auch die Regeln für die <a href=" http:="">Boost-Level geändert. Zwar bleibt es beim Performancequerschnitt von allen Wagen einer Marke, dafür werden die Schritte, mit denen der Turboboost erhöht werden kann, verkleinert. (DD)

// Zur GT bzw. WEC: Hexis ist pleite. Vor zwei Jahren gewann man noch die GT1-Weltmeisterschaft, jetzt hat man keinen Käufer mehr gefunden und musste die Werkstatt schließen. Der ehemalige Teammanager Philippe Dumas wechselt zu OAK und übernimmt da ebenfalls die Rolle des Teammanangers. (DD)

// Oreca baut für 2015 ein neues LMP2-Coupé. Der Oreca 03 muss also noch ein paar Monate durchhalten, aber das Paket stimmt bei Oreca ja. Im Moment baut man den neuen Rebellion R-One für die LMP1 und ist damit ausgelastet. Man wird aber sicher die Erfahrungen aus dem R-One-Projekt in das neue Chassis übertragen. (DD)

// Die chinesische KCMG-Mannschaft macht ernst. Man wird 2014 die komplette WEC-Saison fahren und plant auch einen Start in der ELMS und der AsiaLMS. Eingesetzt wird weiterhin das OAK-Chassis (Morgan) mit dem Motor von Nissan. Man sollte das Team durchaus ernst nehmen. In seiner ersten Saison konnte das Team durchaus gute Ergebnisse einfahren und auch bei den 24 Stunden von Le Mans hielt man sich wacker. (DD)

// Der ACO bzw. die FIA haben die BoP-Regeln für die WEC veröffentlicht. Heißen jetzt auch nicht mehr “BoP”, sondern “Equivalence of Technology” (EoT). Warum auch immer…. jedenfalls sind die neuen Regeln schon lustig. Denn erstens verlässt man sich auf die Angaben der Hersteller und zweitens wird es erst nach dem 24h-Rennen eine Anpassung geben. Da das ganze etwas komplexer ist, gehen wir in einem Extra-Artikel noch mal die EoT ein, wenn die WEC in die Saison startet. (DD)

// Die IMSA bastelt weiter an den Daytona-Prototypen herum. Bei den Tests im November platzten sowohl beim Spirit of Daytona als auch beim Action Press Team ein Hinterreifen, was dazu führte, dass die DPs in die Luft aufstiegen und sich überschlugen. Continental hat nun einen neuen Hinterreifen mit verstärkten Seitenwänden entwickelt. Erschreckend ist jedoch die Tatsache, dass die DPs offenbar sehr empfindlich sind, was die Luftführung angeht. Laut “racer.com” generieren die DPs nun 60% mehr Abtrieb und die kommen zum größten Teil durch den Diffusor. Wenn aber dort der Luftstrom abreisst, zum Beispiel weil ein Reifen platzt und der Wagen auf einer Seite aufliegt, dann fehlt der Abtrieb plötzlich und damit auch die Seitenführung. Es fehlt schlicht und ergreifend mechanischer Grip und weiterer Abtrieb, der wie bei den P1- und P2-Wagen durch eine Finne generiert wird, wenn der Wagen sich seitlich stellt und Unterluft bekommen kann. Ebenfalls fehlen die großen Luftauslässe über den Vorderreifen. Es scheint weiter keine gute Idee zu sein, die DPs mit aller Macht auf das Level der LMP2-Wagen zu bringen, zumal die immer noch schneller sind. (DD)

// Zum Abschluss noch etwas aus der NASCAR: Ein schöner Überblick über ein paar Paint-Schemes aus diesem Jahr. (DD)

406 total views, 388 views today

The post Ferner liefen: Die Newshappen 11.12.2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

February 01 2012

11:50

Grand Am: Analyse der 50. 24h von Daytona

Ein sehr annehmbares 24 Stunden Rennen mit einer fantastischen Schlussphase von 4 Stunden gab es dieses Wochenende auf dem Daytona International Speedway zu sehen. Zum guten Eindruck trugen die TV-Übertragung samt Stream, hoher Zuschauerzuspruch und ein Überraschungssieger bei.

Die Prototypen

Die Startphase verlief bei den Prototypen sehr ruhig, außer für die Truppe von SunTrustracing. Das Auto geriet früh in technische Probleme, und wenige Stunden nach dem Start musste man das Auto leider mit Motornschaden irreparabel in der Box stehen lassen. Somit war einer der Favoriten früh im Rennen ausgeschieden. In den ersten Stunden nach dem Start übernahmen erstmal die beiden Fahrzeuge von Chip-Ganassi-Racing die Führung und alle Prototypen fuhren in einem gewissen Respektabstand hintereinander her. Nach knapp 3 Stunden und den ersten Cautions wendete sich das Blatt und die #60, zu diesem Zeitpunkt pilotiert von Justin Wilson, führte das Rennen an, knapp dahinter lag die #9 von Action Express Racing und auf Platz 3 #8 von Starworks Motorsports.

Nach etwas mehr als 6 Stunden waren bei den Prototypen noch 8 Fahrzeuge in der Führungsrunde. Bei Wiedereinstieg der Tv-Stationen nach einer sehr untypischen, ruhigenen Nacht für Daytona bildeteten die Top 5 die #60 von Michael-Shank-Racing, #01 von Chip-Ganassi, #8 von Starworks Motorsports, #6 das zweite Michael-Shank Auto und die #5 von Action Express Racing. Die #02 von Ganassi hatte über Nacht ein Problem mit dem Schalthebel und verlor dadurch einige Runden und auf Grund der wenigen Gelbphasen jegliche Siegchancen. Desweiteren ließ der Gainsco-Prototyp viel Zeit nach einem leichten Kontakt mit den Reifenstapeln viel Zeit liegen. Lucas Luhr verlor den Starworks-Ford mit der #8 zwischendurch und machte erhebliche Bekanntschaft mit den Wiesen von Daytona, was dem Team fast 2 Runden kostete.

Als noch 5 Stunden zu fahren waren lag die #01 von Chip-Ganassi in Führung, dahinter die #60 von Michael-Schank, #8 von Starworks, #6 ebenfalls von Michael-Schank und die #02 von Chip-Ganassi. Durch risikofreudiges Fahren und günstige Cautions schaffte es der Wagen mit der #8 4 Stunden vor Schluss wieder zurück in die Fuhrüngsrunde. Zu dem Zeitpunkt sah es so aus, als hätte das Auto große Siegchancen, da die Fahrer die besten und konstantesten Rundenzeiten fuhren, McNish fuhr Mammut-Stints von 2×3 Stunden bis zum Morgen und die schnellste Runde des Rennens.

Als noch 4 Stunden zu fahren waren und die oben genannte Caution kam, wurde das Rennen schlagartig belebter. Vorne waren nun die #60, die #8 und die #01 in der Führungsrunde und direkt hintereinander und lieferten sich einen sehr sehenswerten Dreikampf in dem es immer wieder hin- und her ging. Eine der Szenen des Rennes lieferten McNish (#8) und Negri Jr. (#60) wenig später ab, als sie 4-Wide (!) im Oval (!!) in der Steilkurve (!!!) 2 Gt-Fahrzeuge überholten. Das waren wirklich 2 Sekunden Luft anhalten, und dass es nicht knallte lag wohl daran, dass in den Gt-Fahrzeugen 2 erfahrene Piloten saßen.

Dann spielte die #60-Crew beim Boxenstopp ihr “Ass” aus und setzten A. J. Allmendinger ans Steuer, der das Rennen zu Ende fahren sollte, während McNish im Auto mit der #8 blieb. Die beiden konnten sich zu dem Zeitpunkt leicht vom Ganassi-Auto mit der #01 absetzen. McNish hatte nach dem Stop die Führung übernommen doch Allmendinger biss sich fest und versuchte ihn einmal  außenherum an der Einfahrt zum Infield zu überholen, wo ihn McNish zwar hart aber fair abdrängte. 2 Runden später folgte dann wohl die gefährlichste Aktion des Rennens. Allmendinger und McNish fahren Side-by-Side und natürlich mit Höchstgeschwindigkeit im Oval und Allmendinger drängt McNish etwas nach oben, dabei berühren sich die Autos leicht. Diese Berührung kann man durchaus Allmendinger zurechnen, auch wenn dazu immer 2 gehören. Bloß was McNish dann auf der Geraden macht, geht gar nicht: Er fährt Allmendinger bei Vollspeed ziemlich heftig in die Seite. Wäre dort jemand anderes als der ovalerfahrene Allmendinger am Steuer gesessen, hätte das auch ganz böse ausgehen können. Gut, dass es danach eine Caution wegen Debris gab.

Beim nächsten Boxenstop wurde McNish gegen Lucas Luhr getauscht. Dort machte die Ganassi-Truppe von der #01 fantastische Arbeit, und schob sich beim Boxenstop sowohl vor die #60 als auch vor die #08. Danach fuhren die 3 Prototypen in einem gewissen Respektabstand von 2 Sekunden bis eine Stunde vor Schluss des Rennens. Dann kam es unter grün zu den vorletzten Boxenstops, bei denen Pruett das Auto kaum vom Platz wegbekam. Es stellte sich schnell heraus, dass er nur noch die Gänge 3-5 hatte, weswegen er auch das Geschwindigkeitslimit in der Boxengasse überschritt, weil der Limiter nur im ersten Gang funktionierte. Die Folge war eine Durchfahrtsstrafe. Wenig später stellte sich heraus, dass man das Getriebe wechseln musste, und das dauerte einige Runden. Damit waren auch dem zweiten Ganassi-Auto jegliche Siegchancen durch technische Probleme genommen. Montoya brannte zwar zu dem Zeitpunkt in der #02 eine schnelle Runde nach der anderen in den Asphalt, das Auto sollte allerdings bis zum Schluss eine Runde zurück bleiben.

Durch das Zurückfallen der #01 hatte sich für die letzte Stunde der Kampf um die Führung auf einen Zweikampf reduziert, auch wenn nun auch durch günstige Cautions und guter Leistung das zweite Fahrzeug von Michael-Shank-Racing (#6) wieder in der Führungsrunde auftauchte, in den Zweikampf vorne eingreifen konnte das Auto jedoch nicht mehr. Nun kam die Glanzsstunde von A. J. Allmendinger, der es schaffte, Ryan Dalziel, der den Schlussstint für die #8 fuhr, immer sicher auf mindestens 5 Sekunden Distanz zu halten und so das Rennen für die Truppe von Michael-Shank-Racing  zu gewinnen. Es war nur fair von der Grand-Am, dass sie am Ende keine Cautions mehr gab, die auch nicht unbedingt nötig waren, um nicht in den Zweikampf einzugreifen.

Michael-Shank-Racing schafft es also mit einer fantastischen Leistung die Plätze 1 und 3 bei den 24h von Daytona herauszufahren. Ich hoffe, dass dies dem Team auch hilft ihr Indycarprogramm zu finanzieren. Auf Platz 2 kommt mit einer ebenfalls sehr starken Leistung das Starworks Auto mit der #8 ins Ziel und die beiden Ganassiautos verpassen das Podium knapp. Allgemein war es nach den Practice-Sessions sehr überraschend, dass die Ford-Rileys so gut gingen, während die neuen sehr hübschen Corvette-Prototypen leider enttäuschten. Die besten Corvetten waren die beiden Fahrzeuge von Action Express Racing auf den Plätzen 5 umd 9. Mit am enttäuschensten dürfte das Rennen für die Jungs von Suntrustracing gewesen sein, für die das Rennen eigentlich nie richtig los ging. Ein sehr unaufälliges. aber solides Rennen lieferte die #77 von Doran Racing ab, die am Ende auf Platz 7 landete.

Die GT-Kategorie

Bei einem so großem GT-Feld ist es fast unmöglich den Überblick auch nur über alle siegfähigen Autos im Rennen zu behalten, deswegen gibt es hier eine kleine Übersicht von ausgewählten Fahrzeugen. Bloß eines war vor dem Start des Rennens klar: Der Weg zum Sieg würde nur an den über 20 Porschefahrzeugen vorbeiführen, die von diversen Teams eingesetzt wurden (allein 5 von TRG). Und die bestätigten am Ende ihre Favoritenrolle.

Bei den Ferraris hatte man das Gefühl, dass ihnen speziell mit Blick auf das Risiteam und deren Topbesetzung etwas Leistung fehlte und sie sich das Leben selber schwer machten. Kurz nachdem Start kollidierten beispielsweise die #03 von Extreme Speed Motorsports mit dem Risi Ferrari (#63) der am Ende 5. werden sollte und somit bester Ferrari. Das ist zwar eine respektable Leistung, aber man hatte sich da doch etwas mehr erwartet. Der zweite Risi Ferrari hatte gleich am Anfang des Rennens einen Reifenschaden, später Motorenprobleme und fuhr im Endeffekt nur knapp 150 Runden, Platz 41. Der Waltrip Ferrari kam am Ende auf den 22. Platz, nachdem Waltrip das Auto kurz vor Ende nochmal sanft in die Reifenstapel setzte.

Kurz nach dem Start führte in der GT der Brumos Porsche (#59), dahinter lag der Porsche mit der #(44) von Magnus Racing und der Alex Job Racing Porsche mit der #23, wovon auch 2 am Ende aufs Treppchen klettern sollten. Die #44 von Magnus Racing gewann das Rennen mit einer bärenstarken Leistung vor der #67 von TRG, die sich über Nacht nach vorne arbeiteten und der #59 von Brumos Racing. Die 3 Fahrzeuge lieferten sich immer wieder ansehnliche Duelle um die Spitze über fast das gesamte Rennen.

Der Flying-Lizzard-Motorsport-Porsche lag die ganze Zeit gut im Rennen, bis er leider von einem Reifenschaden aufgehalten wurde und jegliche Siegchancen dahin waren, am Ende wurde es nur Platz 15 für die sehr ambitionierte Truppe. Der Porsche von Franz Engstler war leider kaum in Bild und erreichte das Ziel nur als 34.

Gut unterwegs waren zwei der drei Camaros. Die #57 von Stevenson Motorsports kam auf Platz 4 und war in der gleichen Runde wie der Drittplatzierte Brumosporsche. Auf Platz 9 kam der Autohaus Motorsports Camaro mit der #88 ins Ziel. Der dritte Camaro im Feld von Stevenson Motorsports (#75) wurde 30.

Der am besten besetzte Mazda, eingesetzt von Speedsource (#70), wurde auch gleichzeitig Bestplatzierter als 6. Trotz einiger kleinerer Probleme erreichte der Dempsey Racing Mazda (#40) Platz 10. Das zweite Auto von Dempsey Racing mit der #41 wurde leider bei einem Unfall sehr stark beschädigt und kam nur auf Platz 27.

Die BMW M3 erlebten dagegen ein eher schwaches 24 Stunden Rennen. Die 2 von Turner Motorsports eingesetzten Fahrzeuge kamen wegen diversen Problemen unter anderem mit der Motorenkühlung nur auf die Plätze 16 und 43. Einen rabenschwarzen Tag erlebten die beiden Audis. Allen voran, wie leider erwartet, der von Oryx Racing, der zwar nur einen Platz schlechter (32) als der von APR eingesetzte platziert war, aber in etwa 5 Cautions auslöste, entweder durch Fahrfehler oder technische Probleme.

Allgemein bot das GT-Feld wieder tolle Action und natürlich jede Menge Überholmanöver, klasse Positionskämpfe und am Ende ein ebenfalls knappes Finish, die ersten beiden lagen im Ziel auch nur 10 Sekunden auseinander.

Die Übertragung und das Drumherum

Hier muss man Speed und Radio Le Mans ein Lob aussprechen. Auch wenn die Werbung während der TV-Strecke von Speed etwas nervig war, hat man doch eine vernünftige TV-Übertragung auf die Beine gestellt. Leider kam mir die GT-Klasse etwas zu kurz, aber das ist ja meistens so. Am besten war allerdings der Stream während der Nacht, der ausnahmsweise mal nicht “geoblocked” war. Dieser hatte eine gute Qualität (1300 kbits) und 4 Kameras zur Auswahl: Turn 2, Bus Stop, Turn 4 und die Roof Cam ! Die Roof Cam muss ganz oben auf der Haupttribühne gestanden haben und wurde die ganze Nacht, also über 7 Stunden von einem Kameramann (!) , genannt Ray Ray, bedient, der die ganze Zeit fantastische Bilder lieferte. Es war nämlich möglich durch die Position der Kamera die gesamte Strecke abzudecken und absolut großartige Panaromabilder zu produzieren. Der Stream war werbefrei und übernahm den Radio Le Mans Kommentar, der ja immer großartig ist. Hier kann man nur sagen: bravo Speed!

Sehr positiv für die Grand-Am waren auch die Zuschauerzahlen. Auch wenn die zugegebenermaßen sehr großen Tribünen immer noch sehr leer waren – das Infield war komplett ausverkauft, es waren so viele Zuschauer vor Ort, wie nie zuvor. Alles in allem war es ein tolles Rennen ohne schwere Unfälle mit einer sehr guten Übertragung und sehr ansprechender Action. Ein gelungener Start ins Motorsportjahr 2012.

01-28-2012_ROLEX24_0005 01-26-2012R24_BC_0004 01-26-2012R24_BC_0007 01-26-2012R24_BC_0015 01-26-2012R24_BC_0016 01-26-2012R24_BC_0021 01-28-2012_ROLEX24_0004 2012 Grand Am Rolex 24 Hours Daytona 01-29-2012_ROLEX24_0006

flattr this!

January 29 2011

13:41

Grand Am: 24H von Daytona

Der traditionelle Saisonstart findet in Daytona statt. Das 24H Rennen ist ein Klassiker, bei dem jede Menge Prominenz dabei ist.

Die 24H von Daytona gibt es seit 1966 mit einer kurzen Unterbrechung im 72 (6 Stunden Rennen) und einem Totalausfall 1974 (Ölkrise). Und schon immer war es Tradition, dass das Rennen die Motorsportsaison eines Jahres einläutet. Dem guten und warmen Wetter in Daytona sei Dank, muss man nicht frieren. Über die Jahre haben die Klassen, die dort antreten dürfen, immer wieder gewechselt. Früher waren die Prototypen unterwegs, die man auch aus Le Mans kennt, dann wurden sie verbannt und es fuhr nur die GT Klasse. Seit 2005 gibt es die bekannten, eher nicht so schönen Einheits-Prototypen von Riley, die um den Gesamtsieg kämpfen. Dazu gibt es eine GT-Klasse nach IMSA-Regeln, die aber den europäischen GT2/GT3 Regeln nicht unähnlich sind.

Aber zunächst zur Prototypenklasse, die auch fahrerisch am stärksten besetzt ist. Als Dauersieger (06, 07, 08) und letztjähriges Meisterteam ist wohl Ganassi als erster Siegesanwärter zu nennen. Beide Wagen sind sehr gut besetzt. In der #01 sitzen Joey Hand, Scott Pruett, Graham Rahal und Memo Rojas. Bis auf Rahal alles erfahrerne Langstreckenexperten, Pruett und Rojas haben das Rennen 2008 auch gewinnen können. In der #02 werden sich Scott Dixon, Dario Franchitti, Jamie McMurray und Juan Pablo Montoya abwechseln. Nominell gesehen sollte die #02 stärker besetzt sein, allerdings hat mit McMurray auch einen kleinen Unsicherheitsfaktor im Wagen sitzen.

Die Liste der möglichen Sieger ist allerdings in diesem besonders lang, also wird es nicht für Ganassi. In der #5 sitzen mit David Donohue, Burt Frissel Darren Law und Buddy Rice ebenfalls vier sehr erfahrene Piloten in einem Riley/Porsche. Auf der Pole steht aber das bekannte Flying Lizard Team, die Riley/Porsche einsetzen und auf die Fahrer Jörg Bergmeister, Patrick Long, Seth Nieman und Johannes van Overbeek setzen. Alles sehr erfahrene Leute, die zudem sehr schnell sind und sich die Pole sichern konnten. Die alten Bekannten vom “Suntrust Team” sollte man auch nicht vergessen. Max Angelelli, Ryan Briscoe, Ricky Taylor und Wayne Taylor wurden nur knapp auf Platz zwei verwiesen. Die #99, das Gainsco Team ist mit Jon Fogarty, Alex Gurney und NASCAR Champion Jimmie Johnson besetzt. Dessen Einsätze in Daytona waren bisher allerdings nicht gerade mit rasend viel Erfolg gekrönt. Zu nennen sind auch noch unbedingt Level 5 Motorsport (Riley/BMW) die auf Ryan Hunter-Reay, Raphael Matos, Scott Tucker und Richard Westbrook setzen, die allerdings in der Qualifikation massive Probleme hatten.

Die weiteren Teams sind meist ebenfalls richtig gut besetzt, von daher ist es schwer einen Favoriten auszumachen. Die Pace werden das Ganassi und Suntrust Team vorgeben, vor allem über die Distanz. Aber wie im letzten Jahr kann durchaus ein totaler Außenseiter gewinnen.

In der GT-Klasse geht es ebenfalls sehr international zu. Die Pole holte das TRG Team, unter anderem mit Wolf Henzler am Steuer. Überhaupt waren die Porsche GT3 richtig gut drauf. Auf Platz zwei kam der zweite TRG mit Dominik Farnbacher und Lucas Luhr, erst dahinter der erste, allerdings hoch gehandelte Camaro in dem unter anderem der blitzschnelle Johnny O’Connell seine Runden drehen wird. Die weiteren Plätze werden zunächst von weiteren Porsche und Camaros belegt. Die sonst so dominanten Madzda RX8 haben, zumindest in der Quali, ein wenig den Anschluss verloren. Erst auf Platz 14 findet sich der erste RX8 mit der Familie Nonnamaker am Steuer.

Als Exoten gelten die Ferrari 430 und die beiden BMW M3. Beide werden mit dem Ausgang des Rennens vermutlich nichts zu haben. Wer dieses Jahr gewinnen möchte, muss offenbar in einem Porsche sitzen. Wie üblich wird es in der GT-Klasse lange eng zu gehen, ein Blick auf das Live-Timing lohnt also.

Die Strecke in Daytona ist ja bekannt. Man fährt das gesamte Speedway, allerdings mit einem Infield und einer Schikane vor Turn 3. Das Infield wurde, im Gegensatz zum Speedway, nicht neu asphaltiert. Ich hatte schon befürchtete, dass die unterschiedlichen Beläge zu Problemen führen können, aber bisher hat man in der Richtung nichts gehört. Dennoch wird man abwarten müssen, wie sich das über die Distanz entwickelt.

Startaufstellung und Fahrerbesetzung gibt es hier.
Livetiming gibt es hier
Übersicht über die Übertragungszeiten findet man wie immer in unserer TV-Vorschau

Start des Rennens ist um 21.30 Uhr. SpeedTV startet um 21.00 Uhr mit der Übertragung starten, aber ingesamt “nur” 14 Stunden des Rennens live übertragen. Eurosport 2 überträgt stundenweise.

January 05 2011

07:46

Ferner liefen: Die Newshappen

# Stühlerücken bei Ferrari. Chris Dyer, bisher Chefingenieur, wird ab sofort durch Pat Fry ersetzt, der seine bisherige Position als stellvertretender technischer Direktor unter Aldo Costa aber gleichzeitig behält. Dyer soll bei Ferrari bleiben, aber laut PR-Mitteilung wird seine Rolle in den nächsten Tage “neu definiert”. Heißt: Man weiß noch nicht so recht, wo hin mit ihm. Costa und Fry bekommen aber Hilfe, da man sich Neil Martin von Red Bull geholt hat. Der war bisher Head of Strategic Operations bei den Bullen, also auch für die Rennstrategie zuständig. Das scheint direkt mit der desaströsen Fehlentscheidung in Abu Dhabi zusammen zu hängen. (Don)

# Bei Force India ist offenbar Feuer unterm Dach. Selbst über Weihnachten wollten die Gerüchte nicht verstummen, dass das Team in Schwierigkeiten steckt. Was etwas merkwürdig ist, lief die Saison für die Inder doch gar nicht so schlecht und von offenen Rechnungen hat man auch nicht gehört. Zu dem findet 2011 ja der erste Grand Prix in Indien statt, da sollten sich einheimische Sponsoren finden lassen. Gerangel gibt es auch um die Cockpits. Sutil gilt als gesetzt, unterschrieben ist der Vertrag aber nicht. Offenbar würde man gerne Liuzzi los werden, der aber einen angeblich wasserdichten Vertrag hat und ausgekauft werden müsste. Mercedes scheint sich auch nicht schlüssig sein. Erst wollte man Paul di Resta ins Team hieven, aber jetzt ist auch Nico Hülkenberg frei, der a) seine Qualitäten schon gezeigt hat und den man b) langfristig als Schumacher-Ersatz aufbauen könnte. Es hat eine, mittlerweile aus dem Netz verschwundene, Meldung des “Blick” gegeben, wonach di Resta fahren soll und Hülkenberg der Freitagsfahrer wird. Mitte Januar will sich Vijay Mallya offenbar endgültig entscheiden. Das ist ziemlich spät, denn das Cockpit muss ja noch für den Fahrer angepasst werden. (Don)

# Die Formel Eins erwacht so langsam aus ihrem Winterschlaf. Erstaunlicherweise gibt es in diesem Jahr bisher kaum Ankündigungen, wann die neuen Wagen zu sehen sein werden. Sauber hat eine kleine Präsentation für den 31.1. angekündigt, STR folgt einen Tag später, beide vermutlich aber in Valencia. Ferrari hat heute bekannt gegeben, dass am das neue Chassis “Ende Januar” zeigen wird, aber genauer ist man nicht geworden. Vermutlich wird man die Sache auch eher klein halten. Von den anderen Teams hat man noch gar nicht gehört, was vermutlich daran liegt, dass sich absolut niemand vor den Tests in Valencia in die Karten schauen lassen möchte. Ein wenig bedauerlich, waren die Präsentationen doch bisher immer ein nettes Highlight im Januar. (Don)

# Um Lotus-Renault (also Ex-Renault) gibt es mal wieder finanzielle Gerüchte. Joe Saward berichtet, er habe eine Quelle aufgetan, die ihm glaubwürdig versichert habe, dass GenII alle Anteile am Team an die Group Lotus verkauft habe, korrigiert aber später, dass es nur um weitere Anteile an Lotus Renault ginge. Offenbar möchte die Group den Anteil auf knapp 50% aufstocken. Mich wundert sowieso, wo die Group Lotus all das Geld her hat. Man hat ein irrsinniges Marketing für Lotus laufen, presst in jede erdenkliche Serie einen Wagen rein (neulich bei Top Gear US), gründete eigene Rennserien, kauft sich in einem F1-Team ein, gründet weitere IRL-Teams und baut die Motoren selbst, plant einen Einsatz in der LMS und überlegt einen eigenen F1-Motor für 2013 zu bauen. Wird interessant zu hören sein, wie Dany Bahar das alles refinanzieren möchte. (Don)

# Noch mal Ferrari. Stefano Domenicali hat der Repubblica ein interessantes Interview gegeben. Wichtigste Punkte: 1. Er wollte nach dem Desaster von Abu Dhabi als Teamchef zurücktreten. 2. Massa hat trotz Vertragsverlängerung die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen. Entweder, er liefert 2011 wieder was ab, oder er wird am Ende der Saison gehen müssen. (Don)

# Interessante Neuigkeiten gibt es aus der ALMS. Die haben ihren langjährigen Partner “SpeedTV” fallen lassen und sind nun mit allen Rennen zu ABC/ESPN gewandert. Beide Sender zeigen die Rennen aber meist nur zeitlich versetzt oder in Ausschnitten. Live wird es Bilder auf espn3.com und angeblich auch auf der Webseite der ALMS geben. Ob das was kosten wird, und ob das Angebot auf der ALMS Seite nur für Kunden außerhalb der USA gilt, ist dann wieder eine andere, leider noch offene Frage. espn3.com lässt sich jedenfalls nicht (also nicht ohne VPN) in Deutschland empfangen.
Interessant ist die Ankündigung aber auch, weil ABC plötzlich auf die in den USA nicht gerade übermäßig populäre Serie setzt, während man die NASCAR komplett raus geworfen hat. Das ist mit Sicherheit ein Zeichen in Richtung der NASCAR und deren Konkurrenzserie GrandAm. Gleichzeitig ist ein wichtiger Schritt für die ALMS, die damit vermutlich auch versuchen, die Hersteller etwas stärker zu locken. (Don)

# Schöne Neuigkeiten aus der NASCAR: Die Preseason Tests, die zwischen dem 20. und 22.1 in Daytona laufen, werden von Speed im Netz gestreamt. Übertragungszeiten sind wie folgt:
20.01
13.00 bis 18.00
19.00 bis 23.00

21.01
13.00 bis 18.00
20.00 bis 23.00

22.01
13.00 bis 18.00
20.00 bis 23.00

Alles zu sehen über speedtv.com (Don)

# Reiter Engineering plant die nächste Ausbaustufe des Gallardo LP560 GT3 zu zünden. Das große Update enthält unter anderem einen neuen Splitter, Heckflügel, Motor sowie ein überarbeitetes Fahrwerk und geänderte Übersetzungen für das Getriebe. Flo aus N

# Cytosport wird 2011 in der ALMS mit einem Lola-Aston Martin an den Start gehen. Das Fahrzeug welches anscheinend in der 2010er Konfiguration an den Start geht, wird von einem 6l V12 angetrieben und auch wieder von Greg Pickett und Klaus Graf gesteuert.

# Nach den zahlreichen freudigen Meldungen der vergangenen Wochen könnten nun wieder ein Problem auf die Indycar Series zu kommen: Angeblich denkt der langjährige Partner Firestone daran, Ende 2011 die Reifenlieferungen einzustellen. Indycar-Chef Randy Bernard gibt sich zwar derzeit noch optimistisch – sollte Firestone die Serie aber tatsächlich verlassen, wäre das ein herber Schlag. Denn die Reifenfirma hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur mit tadellosen Reifen präsentiert, sonden auch viel Geld für Werbung und Promotion rund um die Rennen ausgegeben, man denke nur an die endlosen Fernsehwerbungen in Gedichtform. Über diese Spots kann man denken was man will – ein völliger Wegfall der damit verbundenen Gelder würde die knappen Kassen so mancher Teams und Veranstalter aber sicher empfindlich treffen. (Vorsicht)

December 30 2010

07:01

Best of 2010: Teil Eins

In diesem Jahr gibt es mal etwas Neues. Alle Mitglieder des Autorenteams haben eine Liste erstellt, in der sie die Saison und ihre persönlichen Highlights raustellen. Die fallen natürlich, je nach Schwerpunkt, etwas unterschiedlich aus.

Bestes Rennen
Das ist immer etwas schwer, denn es waren ja nicht gerade wenige Rennen, die man sehen konnte. Die F1 lieferte einige richtig gute Rennen ab, die ALMS oder die BTCC aber auch. Mein persönliches Highlight in diesem, wie auch in den vergangenen Jahren, waren die 24H von Le Mans, die vor allem in der GT2 bis weit in den Morgen extrem spannend war und wo Porsche, Corvette und Ferrari Stoßstange an Stoßstange um den Sieg kämpften. Vergessen sollte man auch nicht die 24H am Ring, wo es nach einer Ausfallorgie mit dem BMW einen überraschenden Sieger gab.

Auf der Kurzstrecke dürfte das F1 Rennen in Kanada das Beste gewesen sein.

Die BTCC bietet ja fast in jedem Rennen ziemliche Spannung, aber die letzte Runde des dritten Rennens in Croft war dann doch recht eindrucksvoll.



Bestes Finish
Dank der “GWC-Regel” in der NASCAR kommt das beste Finish eindeutig auch aus der Serie. Diesmal aber aus der Truckserie, wo Kyle Busch in irgendwie den Sieg holen konnte.

Bester Fahrer
Ich bin geneigt, Jimmie Johnson den Titel zu geben, denn fünfmal Meister in der NASCAR zu werden, ist schon eine Sache für sich. Wäre da nicht die Schwäche der NASCAR-Piloten mit den Rechtskurven und wenn ein Wagen mehr als vier Gänge hat. Aber in der F1 haben die Piloten zu viele individuelle Fehler gemacht, im Tourenwagenbereich ist mir keiner groß aufgefallen, Jason Plato hat zwar gute Rennen gezeigt, aber für den “Besten Fahrer” reicht es dann doch nicht. Daher bleibt es am Ende doch bei Jimmie Johnson, dessen Ruf schon jetzt langsam in Richtung “legendär” gehen dürfte.

Bestes Team
Es gab kein Team, dass in diesem Jahr nicht einen schwachen Moment hatte. Aber immerhin gab es eine Organisation, die zumindest in den USA fast alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gab: Chip Ganassi. Franchitti ist IRL-Champion, die GrandAm hat er auch gewonnen, dazu die Daytona 500 und das Indy 500. Mehr Erfolg kann man nicht haben.

Überholmanöver des Jahres
Hamilton vs. Button beim GPm Türkei. War auch einer der besten Zweikämpfe des Jahres in der F1.

Freunde des Jahres
Ob sie jetzt Freunde sind, kann ich nicht sagen, aber nachdem Simona di Silvestro in XXX ihrem brennenden Wagen nur leicht angekokelt entsteigen konnte, schrieb ihr Tony Kanaan per Twitter “Welcome to the torch club”. Wenn das mal nicht der Beginn einer wundervollen Freundschaft ist.

Feinde/Duell des Jahres
Der zähe Kampf zwischen Audi und Peugeot gehört sicher zu den besten Duellen, die man seit Jahren erlebt hat. Auch wenn die Franzosen in diesem Jahr deutlich schneller waren, am Ende scheiterten sie dramatisch an ihrer Technik. Selten so mit einem Team mitgelitten, wie in diesem Jahr.
Das schönste kurzzeitige Duell lieferten sich wohl Jeff Gordon und Jeff Burton in Texas.

Szene des Jahres
Die Szene des Jahres stammt aus der Türkei und ist die Kollision zwischen Webber und Vettel. Das sagt so ziemlich alles über die Saison 2011 aus.

Kostenpunkt des Jahres
Der F-Schacht. Grandiose Idee von McLaren, zwang aber alle Teams dazu, ihre Wagen aufwendig nachzurüsten. Das billigste wäre ein neues Chassis gewesen, aber dann hätte man den FIA-Chrashtest nachholen müssen, der Zeit in Anspruch nimmt. Also bastelten alle irgendwie darum herum, sägten Löcher ins Chassis und zwangen die Fahrer einhändig um den Kurs zu fahren. Überflüssig, gefährlich und teuer.

Knapp dahinter: Die Entscheidung von Peugeot statt der bewährten Stahlkolben für Le Mans welche aus Titan zu nehmen. Und zwar in allen eingesetzten Motoren.

Platz drei: Kimi Räikkönen in der WRC.

Schönster Moment des Jahres
Der heulende Sebastian Vettel nach der Zieldurchfahrt in Abu Dhabi.

Überraschung des Jahres
Der fünfte Titel Johnson, der sehr starke Danny Hamlin, ein auftrumpfender Jenson Button und Audi, denen der Sieg in Le Mans in die Schoss fiel.

Enttäuschung des Jahres
In Sachen Rennen waren das sicher die Rennen der DTM. Die Serie produziert meist Langweiler (Ausnahme Oschersleben, Zandvoort) und wenn es mal zur Sache gehen könnte, dann greift die Rennleitung mit vllig absurden Strafen ein (Oschersleben). Nicht weit dahinter liegt in diesem Jahr allerdings die WTCC, die mittels nicht mehr nachvollziehbaren Strafen und Gewichtssystemen fast jede Form von Motorsport unterbunden hat. Das der WM-Titel am grünen Tisch entschieden wurde, war da nur konsequent, auch wenn ich ihn Chevrolet gönne, weil sie ihn verdient haben.

Langweiligstes Rennen
Auch da gab es eine schöne Auswahl. Weit vorne stehen, wie jedes Jahr, die Rennen der NASCAR in Pocono, die dieses Jahr auch noch durch den Wahnsinns-Unfall von Reutimann auffielen. Danach folgt aber schon der Saisonauftakt der Formel Eins in Bahrain. Natürlich dürfen die meisten DTM-Rennen hier nicht fehlen, aber von beeindruckender Ödnis war dann das Rennen am Norisring.

Racecontrol-Moment des Jahres
Da bleibt ja nur die “Alonso is faster than you” Nummer von Ferrari aus Hockenheim. Dass die DTM Überholmanöver mit weniger als einem halben Meter Abstand per se nicht so gerne sieht, ist mittlerweile ja bekannt.

Glückspilz des Jahres
Chris van der Drift – Brand Hatch

Die Streckenposten bei Seat Rennen

Marcel Thiemann, dem es zwar deutlich besser geht, aber der immer schwer unter dem Unfall leidet, wie er in einem Blogpost geschrieben hat.

Spruch des Jahres
“Jedes Mal, wenn die denken, die hätten mich an den Eiern, stellen sie fest, dass ihre Hände dafür gar nicht groß genug sind.”
Bernie Ecclestone

Wünsche für 2011
Keine schweren Unfälle, viele schöne Rennen.

October 20 2010

14:57

NASCAR: Probleme mit den Quoten

Die Einschaltquoten der NASCAR sinken seit Jahren. Auch in diesem Jahr macht vor allem der Chase Sorgen. Was macht die NASCAR falsch? Wo ist sie schuldlos?

Die Welt der NASCAR ist mehr ganz so glänzend, wie sie noch vor ein paar Jahren ausschaute. 2010 ist ABC aus dem Chase ausgestiegen, stattdessen überträgt nur noch ESPN die Rennen, sieht man mal vom Rennen wenigen Rennen ab. Der Verlust von ABC ist nicht ganz so schlimm, wie man auf den ersten Blick denken könnte. ESPN erreicht rund 100 Millionen Zuschauer, bei ABC liegt die technische Reichweite 16 Millionen Zuschauer höher. Aber ein Zeichen ist es schon, wenn ein Hauptsender in den USA auf die NASCAR verzichtet. Allerdings hatte die NASCAR noch nie besonders viel Glück mit einem der vier Prime-Sender. Nur NBC war eine gewisse Zeit in der Lage, vernünftige Quoten zu erreichen. Die Gründe für den Verfall sind vielfältig, aber die Frage ist auch, ob das wirklich so schlimm ist.

Ein Blick auf die Quoten in diesem und ein Vergleich mit den letzten Jahren ist schon sehr ernüchternd. Auf der Webseite von Jayski kann sich die Zahlen genau anschauen. Im Schnitt hat die NASCAR in den letzten vier Jahren rund 1 Millionen Zuschauer pro Rennen verloren. Bei einigen Rennen ist Verlust richtig groß (Fontana, Daytona), bei anderen hält es sich in Grenzen (Bristol, Talladega). Tatsache bleibt aber, dass das Interesse an der NASCAR schrumpft. Und zwar gewaltig. Es gibt mehrere Gründe, die für den Rückgang verantwortlich gemacht werden:

1. CoT
Die Einführung des CoT wurde unzureichend und schlecht kommuniziert. Das veränderte Aussehen sorgte erst einmal für Ablehnung, wobei sie die Kritik vor allem am Splitter, Heckflügel und am langweiligen Aussehen der Wagen festmachte. Splitter und Heckflügel ist die Verantwortung der NASCAR, beim Aussehen haben allerdings die Hersteller Mist gebaut. Die neuen Wagen der NW-Serie, wo Ford zum Beispiel den Mustang einsetzt, kamen deutlich besser an. Die Idee der Marketingabteilungen, möglichst Großserien Limousinen einzusetzen, mit denen sich die Fans besser identifizieren können, ist deutlich nach hinten losgegangen. Wie leicht zu erraten war, interessieren sich die Fans nicht für Alltags-Wagen, denen sie sonst auch im Straßenverkehr begegnen. Sie wollen “richtige” Rennwagen sehen. Mittlerweile wird im Sprint Cup offen diskutiert, ob man den Mustang etc. nicht in die Top-Liga holen soll. Den auch von den Fahrern massiv kritisierten Heckflügel hat man wieder gegen die Bordsteinkante ausgetauscht, die in den USA “Spoiler” heißt.

2. Zu wenig Action
Tatsächlich hat der Spoiler dazu geführt, dass die Rennen wieder besser geworden sind. Die Wagen produzieren weniger “dirty Air” sondern ziehen halt wieder ein riesiges Luftloch hinter sich her. Auch das Quasi-Verbot des “bump drafting” hat der Serie nicht geholfen, dazu kam die zeitweise strenge Regulierung der in der NASCAR seit Generationen üblichen harten Fahrweise. Erst seit diesem Jahr hat die Fahrer wieder “von der Leine gelassen”, wie es so schön heißt. Das führte dann immerhin Fehden zwischen Keselowski/Edwards, Kyle Busch/Alle anderen und selbst Jeff Gordon und Jimmie Johnson kamen sich ins Gehege.

3. Zu viele Rennen
36 Meisterschaftsläufe plus das Budweiser Shootout und das All-Star. Das ist machen Fan einfach zu viel. Es bedeutet, dass man 38 Wochenende rund 4 Stunden vor dem Fernseher verbringen muss, was nicht in jeder Familie auf Gegenliebe stößt. Kritiker sind zu dem der Meinung, dass die vielen Rennen die Marke verwässern. Die Frage ist halt auch: Braucht es zwei Rennen in Fontana und Pocono? Oder in Kansas? Sollte man nicht wieder so Fan-Favoriten wie Rockingham reinnehmen? Oder Fontana wenigstens als Restictor Plate Rennen fahren?

4. Zu lange Rennen
Die Diskussion hatten wir hier auch schon mal. Grundsätzlich bin ich weiter der Meinung, dass der Langstreckencharakter der NASCAR erhalten bleiben muss, aber die Frage, ob es immer 500 Meilen sein müssen, ist dann wieder eine andere. Dass man das zweite Rennen in Fontana um 100 Meilen verkürzt hat, war sicher nicht die schlechteste Idee. Das könnte man sich auch für andere Strecken überlegen.

5. Zu viele “Milchgesichter”.
Ein sehr oft gehörter Vorwurf ist, dass das Fahrerfeld nur noch aus narzisstischen, glatt-rasierten Marketing-Bubis besteht, deren Charisma gerade knapp über dem eines Versicherungsvertreters liegen. Das ist nicht so ganz falsch, weil die Fahrer selbst für NASCAR-Verhältnisse immer jünger werden. Joey Logano & Brad Keselowski sind so Prototypen einer neuer Generation. Aber ein wenig ungerecht ist es auch, denn wenn man ehrlich ist, fuhren auch in den 70er und 80er Jahren jede Menge Fahrer mit, die auch nicht weiter auffielen. Mit Tony Stewart, Juan Pablo Montoya, Kyle Busch, Mark Martin, Kevin Harvick, Dale Earnhardt jr, Kurt Busch oder Carl Edwards hat man schon genügend Fahrer, die man als “Charakterköpfe” bezeichnen kann.

6. Jimmie Johnson
Stimmt. Noch ein Meistertitel von Johnson muss wirklich nicht sein. Schon jetzt, nach drei Rennen im Chase, droht die Sache zu einer Soloshow von Johnson zu werden. Aber der kann ja nun auch nichts dafür, wenn das Team die Sache besser als die Konkurrenz macht. Die Meisterorgie von Schumacher in der F1 hat der Serie auch nicht geschadet.

7. Schlechte Übertragungen
An den Bildern liegt es nicht, die kommen eh von der NASCAR. FOX, TNT und ESPN bringen nur das Studio, die Boxencrews und ein paar zusätzliche Kameras mit. Mittlerweile lässt man den Führenden auch mal Führenden sein und die Regie schaltet ins Mittelfeld, wenn sich vorne nichts tut. Kritisiert werden vor allem die Werbung und die teilweise hanebüchenen Kommentare. In Sachen Werbung liefert das Blog Cawsnjaws jede Woche eine minutiöse Abrechnung der Werbung, inkl. verpennter Restarts. Die Menge der Spots (und deren endlose Wiederholungen) sind eine Sache, eine andere, wie die Breaks gesetzt werden. Bei ESPN kann man die Uhr danach stellen, dass bei 1.5 Meilen Ovalen nach acht bis neun Runden die erste Unterbrechung kommt, was viele Fans als deutlich zu früh empfinden. ESPN argumentiert, dass man nur beim Start auf die meisten Zuschauer kommen würde. Mag sein, führt aber wohl dazu, dass eben viele Zuschauer ab- bzw. wegschalten. FOX und TNT probierten dieses Jahr eine extrem nervige Programmierung aus, in dem sie zur Mitte des Rennens teilweise alle acht bis zehn Minuten in eine Werbepause gingen. ESPN bekleckerte sich nicht gerade mit Ruhm, als man bei einigen Rennen 5 Runden vor Schluss noch mal kurz einen Boxenstopp einlegte.
Bei den Kommentatoren liegt auch einiges im Argen. Darrell Waltrip war in diesem Jahr, vorsichtig formuliert, nicht gerade in der Form seinen Lebens, TNT versagte beim Rennen in Infinion derartig, dass man denn Kommentar unter “Slapstick” ablegen musste, und Rusty Wallace redet sich bei ESPN jede Woche um Kopf und Kragen. Alle Sender verteidigen die teilweise absurden Rennkommentare damit, dass man “neue” Zuschauer nicht mit zu viel Insider-Wissen vertreiben möchte (Ja, “neue Zuschauer” da habe ich auch gelacht). Aber das scheint ja eine Sache zu sein, die die Amis allein falsch machen, Heiko Waßer erklärt auf RTL ja auch seit 15 Jahren, warum ein Reifen rund ist.

8. Schlechte Übertragungszeiten
Früher starteten die Rennen um 12 Uhr. Das hatte seinen Grund, denn im sehr gläubigen Teil der USA, aus dem die NASCAR stammt, passte die Anfangszeit perfekt. Man kam gerade aus der Kirche und konnte beim Mittagessen nebenbei NASCAR schauen. Auf Wunsch der Fernsehsender schob die NASCAR die Anfangszeiten teilweise auf 14.00 Uhr, was nicht ankam. Mittlerweile ist man bei 13.00 Uhr gelandet, was aber auch nur mittelmäßig gut ist. Denn ab September kämpft man dann Sonntags gegen die mächtige NFL. Würde man eine Stunde früher starten, hätte man zumindest die Chance, ein paar NFL-Fans zu halten, wenn denn das Rennen spannend ist.

Aber – es mag auch noch ein paar andere Gründe geben, warum die Quote in den Keller geht. Und dafür kann die NASCAR nicht unbedingt was.

1. Ende der linearen Fernsehkultur
Früher musste man dem Ablauf des Programms folgen, man hatte vielleicht noch ein paar Filme auf Video. Heute kann man in den USA dank Hulu alles zu der Zeit sehen, wann man es möchte. Die Idee, sich am Sonntag ein paar Folgen der Lieblingserie anzuschauen, die man verpasst hat, liegt ziemlich nahe. Je mehr Alternativen es gibt, desto mehr machen die Leute davon Gebrauch. Warum sollte ich mir ein langweiliges Rennen in Fontana anschauen, wenn ich zwei Folgen “House” sehen kann?

2. Streams
Nicht nur die NASCAR, für die Fernsehsender generell gilt, dass man sich nach und nach etwas einfallen lassen muss, wenn es um die Zählung der Quoten geht. Die Leute schauen das Rennen mittlerweile nicht mehr vor dem Fernseher, sondern neben am Rechner als Stream. Das gilt insbesondere für all jene, die die NASCAR nur per Stream empfangen können. Die NASCAR hat schon im letzten Winter versucht, einen Stream auf der eigenen Seite zu installieren, scheiterte allerdings am Widerstand von FOX, die Angst haben, dass die eh schwache Quote noch weiter absinkt. Aber wie das eben so ist – wenn die Industrie nicht schnell genug reagiert, sucht sich der User eben andere, in dem Fall halblegale Angebote.

3. Aufsplittung der Aufmerksamkeitsökonomie
Die NASCAR konkurriert nicht nur gegen andere Sportarten, sondern auch gegen Spielekonsolen, das Internet, DVDs und andere Sachen. Ihnen geht es wie der jeder “alten” Branche. Man muss sich in der neuen Ordnung auch erst einmal seinen Platz suchen. Der Konkurrenz geht es ja teilweise auch nicht besser. Die NHL ist bei Versus verschwunden, viele der regulären Saisonspiele der MLB kratzen am Rande der Bedeutungslosigkeit.

4. Relativierung des Erfolgs
Die NASCAR hat zwischen 2000 und 2005 eine beispiellose Karriere hingelegt. Das lag nicht zuletzt am Jahr 2001, als man zum einen durch den Tod von Dale Earnhardt plötzlich einen Schub bekam, und an den Anschlägen vom 11. September. Das dadurch verstärkte “Wir-Gefühl”, die Zuwendung zu US-Sportarten und das eh sehr stark propagierte Nationalbewusstseinn der NASCAR, die sich schon immer mit dem Militär eng verbunden war (Fly Over, Troop Day, Veteranen Tag usw.) halfen der Serie ein breites Interesse zu entfachen. Dass das so nicht bleiben würde, war klar, allerdings hat die NASCAR, wie oben beschrieben, auch einige strategische Fehler gemacht. Die fehlenden Internationalisierung, der Verlust der Märkte in Europa (England, Deutschland) sind da nur zwei Beispiele. Jedenfalls macht es den Eindruck, als ob die NASCAR sich von ihrem Peak verabschiedet hat und wieder auf “Normalmaß” zurück gestuft wird.

Bleibt am Ende die Frage, was die NASCAR gegen einen weiteren Absturz machen kann. Eine schnelle Lösung wäre, vor allem für die internationalen Zuschauer, dass man auf der eigenen Webseite einen vernünftigen Stream anbietet. Das scheint im Moment weiterhin am Widerstand von FOX zu scheitern, aber man wird sehen müssen, was die Verhandlungen über den Winter ergeben. Wenn die NASCAR Pech hat, wird sich das Problem erst 2013 lösen, denn die momentanen TV-Verträge laufen bis Ende 2012.

Der Chase wird 2011 renoviert werden. Vermutlich wird ihn deutlich erweitern. Entweder wird man auf die ersten 15 setzten, oder weiterhin auf die Top 12 plus jene, die ein Rennen in der laufenden Saison gewonnen haben. So hätte man dieses Jahr immerhin Montoya in den Chase geschubst und Junior wird ja wohl auch irgendwann mal wieder ein Rennen gewinnen.

Man sieht aber schon, dass die NASCAR nach den massiven Änderungen, die man in diesem Jahr vorgenommen hat, kaum noch Spielraum hat. Im Grunde stimmt das Paket eigentlich. Man könnte den Sprint Cup noch in Road Atlanta und in Montreal fahren lassen, aber das würde wohl eher den Wünschen der europäischen Fans entsprechen. Vielleicht hilft es auch, wenn man Jimmie Johnson nach dem vermutlich fünften Titel in Folge einfach die nächsten 10 Jahre aus der Wertung nimmt.

July 02 2010

18:45

Vorschau: GT1 & GT3 in Le Castellet / Grand-Am in Daytona

Der Circuit Paul Ricard wird 40, GT1-WM und GT3-EM kommen zum Feiern vorbei. Auch in den USA ist Party angesagt, die Grand-Am fährt kurz vorm Unabhängigkeitstag in Daytona und auch hier steht ein rundes Jubiläum an.

Die nahe Marseille gelegene Bahn kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken: nach dem Ende der F1-Ära lange verwaist und dann zur Teststrecke modifiziert, mausert sie sich langsam aber sicher wieder zu einer beliebten Rennstrecke, vor allem für Sportwagenserien. Zuerst waren es Markenpokale, die hierher zurückkehrten, dann kam die FIA-GT, die nun durch die GT1-Weltmeisterschaft abgelöst wird. Die tritt an diesem Wochenende gemeinsam mit der GT3-Europameisterschaft an und bildet so das zweite große Event des Jubiläumsjahres, nachdem im April bereits auch die Le Mans Series zu einem 8h-Rennen in Le Castellet zu Gast war.

Als eine der frühen Retortenbahnen mit für damalige Verhältnisse recht großen Auslaufzonen war der Circuit Paul Ricard nicht von Anfang an besonders beliebt (Marc Surer etwa kritisierte das sehr künstlich wirkende kurvige Infield), heute aber gilt die endlose Mistral-Gerade mit der anschließenden Signes-Kurve beinahe als Kult.

Trotz der Auslaufzonen verunglückte Elio de Angelis 1986 bei einem Formel 1-Test tödlich, was zu einer Verkürzung über eine grausam enge Querspange führte. Heute gibt es neben diesen beiden Varianten noch unzählige weitere, denn unter Bernie Ecclestone wurde der Kurs ab 1999 zu einem High Teck Test Track aufgerüstet. An diesem Wochenende wird die Variante mit der langsamsten der drei La Verrerie-S-Kurven sowie einer Schikane in der Mitte der langen Mistral-Geraden gefahren. Letztere raubt der Strecke zwar ihr prägendes Element, aber dürfte eine gute Überholmöglichkeit darstellen.

Charakteristisch sind heute die blauen und roten Streifen der asphaltierten Auslaufzonen. Diese stellen als Sicherheitskonzept eingerichtete unterschiedliche Grip-Zonen dar, sind aber bei den Zuschauern eher unbeliebt, auch wenn die GT1-Promoter a  

June 30 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Das Safety Car Chaos von Valencia wird weiter fleißig diskutiert. Während Ferrari irgendwie auch den Frust des WM-Aus in Südafrika an der FIA abarbeiten, macht sich auch Williams-Technikchef Sam Michael
dafür stark, dass man über die Modalitäten nachdenkt. Er spricht sich dafür aus, dass man generell die Sache anpackt, und nicht, wie sonst, so lange rumwurschtelt, bis es gerade mal passt.

// Robert Kubica ist eigentlich ein begehrter Mann. Er ist extrem schnell, er hat mittlerweile sehr viel Erfahrung und so mit wäre er durch aus ein Kandidat für eines der Top Teams. Doch der Pole hat das Pech, dass alle Teams, die momentan vor Renault liegen, keinen Platz frei haben. McLaren, Red Bull, Ferrari und Mercedes sind für 2011 komplett dicht, verschlechtern will er sich wohl auch nicht. Sein Manager, Daniele Morelli, stellte klar, dass man 2011 aus Mangel an Alternativen bei Renault bleiben würde. 2012 sei dann allerdings wieder ein anderes Thema.

// Update Vorschau für Silverstone: McLaren wird ein großes Update bringen, Mercedes schraubt mit wachsender Verzweiflung ebenfalls neue Teile an und Williams wird auch nachlegen. Red Bull wird, wenn überhaupt, nur Kleinigkeiten verändern.

// Und dann ist da noch eine Meldung, die völlig überraschend kommt: Die Kleine Zeitung aus der schönen Steiermark berichtet, Bernie Ecclestone plane mit der Formel 1 auf den ehemaligen A1-Ring in Spielberg zurückzukehren – und zwar womöglich schon 2011. Im Fahrerlager von Valencia war wohl gelegentlich das Gerücht zu hören, dass eines der Asien-Rennen durch den Österreich-GP ersetzt werden könnte. Welches das sein mag, ist allerdings völlig unklar. In Singapur hat man gerade erst angefangen zu fahren, Korea ist wohl – sofern rechtzeitig fertig – für die nächsten Jahre fix, gleichfalls Indien. Bleiben Suzuka, Shanghai und Sepang. Aber ob man wirklich einen dieser Läufe dafür opfern will? Oder ist mit dem “Asien-Rennen” am Ende der Türkei GP gemeint? Zu früh sollte man sich allerdings nicht freuen – eine F1 Rückkehr wäre wegen der strengen Umweltkriterien für Rennen am zukünftigen Red Bull Ring wohl kompliziert.

// Wie vergangene Woche schon spekuliert, hat die IRL am Wochenende im Rahmen des NASCAR-Rennens ihren Vertrag mit dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon über die Austragung eines Rennens in der kommenden Saison bekanntgegeben. In den 90er-Jahren war die CART bzw. später die IRL schon ein paar Mal dort unterwegs, 2011 soll das Rennen am Wochenende vor dem ebenfalls neuen Baltimore Grand Prix stattfinden. Über die Laufzeit des Kontrakts ist nichts bekannt, man muss also davon ausgehen, dass es sich erstmal nur um einen einjährigen “Test” handelt.

// Wie die touringcartimes.com unter Berufung auf die italienische Autosprint berichten,überlegt Subaru wohl 2012 in die WTCC einzusteigen. Entsprechende Gerüchte schwirren schon länger herum – neu ist aber, dass der japanische Autokonzern dabei mit Cosworth zusammenarbeiten möchte. Die amerikanische Motorenschmiede würde dabei einen 1.6 Liter Turbo entwickeln, wie er sowohl in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft als auch in der WRC zum Einsatz kommen könnte. Motorsport-total.de vermeldet derweil, dass auch Fords Pläne 2012 in die WTCC einzusteigen zunehmend konkreter werden – zuletzt sei eine Delegation der US-Herstellers in Zolder zu Gast gwesen.

// BMW wendet sich derweil in Sachen WTCC eher dem Ausgang zu. Mario Theissen hat sich jedenfalls in einem Interview mit Autosport (Print) wenig erfreut über die nun beschlossene Einführung des neuen Weltmotors für 2011 gezeigt. Die offizielle Linie lautet aber nach wie vor, dass man noch keinerlei Entscheidung über einen Verbleib in der Serie gefällt hat.

// James “Catweazle” Thompson, in diesem Jahr unerklärlichweise ohne Cockpit in der WTCC und der BTCC hat dann noch eine Beschäftigung gefunden. Er wird die die BTCC offizieller Testfahrer des NGTC, des neuen Einsatzwagens der BTCC ab 2011.

// sky-Experte Marc Surer macht einen seiner sehr, sehr seltenen Gastauftritte als Rennfahrer. Am Wochenende wird er im Scirocco-Cup am Norisring antreten.

// Sobald die NASCAR am Sonntag wieder gen Charlotte unterwegs ist, wird abgerissen. Der Daytona Speedway bekommt eine neue Asphaltdecke, was angesichts des 30 alten und bröckligen Teers dringend nötig erscheint. Man hofft bei der Renovierung auf zweierlei: zum einen, dass man vor Weihnachten fertig wird, zum anderen, dass man die “Bumps” nicht komplett wegradiert. Auf jeden Fall wird Daytona im Februar anders aussehen.

Digg This  Reddit This  Stumble Now!  Buzz This  Vote on DZone  Share on Facebook  Bookmark this on Delicious  Kick It on DotNetKicks.com  Shout it  Share on LinkedIn  Bookmark this on Technorati  Post on Twitter  Google Buzz (aka. Google Reader)  

April 28 2010

08:00

Ferner liefen: Die Newshappen

// In der Reifenfrage für kommendes Jahr herrscht in der Formel 1 offenbar weiter Bewegung. Nachdem beim Rennen in Shanghai bereits bekannt wurde, dass sich neben Michelin auch Avon für den Reifenvertrag 2011 interessiert, scheint sich nun auch Pirelli wieder vorstellen zu können, in die Königsklasse einzusteigen. Bedingung wäre für die Italiener eine Beteiligung der Teams an den Entwicklungskosten. Wer auch immer den Zuschalg erhält: Die Reifen könnten im kommenden Jahr deutlich anders aussehen. Denn sowohl Michelin als auch Pirelli würden statt der derzeit verwendeten 13 Zoll-Felgen gerne seriennähere 18 Zoll-Räder einsetzen.

// Stefan GP hat sich offenbar von der fehlgeschlagenen Bewerbung für diese Saison erholt, und offiziell seine Bewerbung um einen Startplatz für 2011 bekannt gegeben. Und nicht nur das: Wie das serbische Team auf seiner neu designten Website verkündet, plant man auch einen Technologiepark samt F1-tauglicher Rennstrecke in der Nähe von Belgrad aus dem Boden zu stampfen. Wer einen “soft spot” für Underdogs hat, kann auf der Homepage außerdem am “We Want SGP”-Gewinnspiel teilnehmen, bei dem es darum geht, sich mit der entsprechenden Forderung an möglichst ausgefallenen Stellen fotografieren zu lassen.

// 2013 soll das Motorenreglement der Formel Eins verändert werden. Bisher riecht alles nach dem “Weltmotor”, eine 1.5 oder 1.6 Liter Turbomotor der für die nötige Leistung sorgen soll. Nun gibt es aber auch eine Eingabe von einem Projekt namens “Project 1221” eine Gasturbine zulassen zu dürfen. Es wäre nicht das erste Mal, dass man eine Turbine in der F1 einsetzt, allerdings liegt der letzte Versucht schon ein paar Jahre zurück. 1971 versuchte Colin Chapman mit dem Lotus 56B schon mal einen Versuch mit einer Turbine, was aber nicht zum gewünschten Erfolg führte. Schwer vorzustellen, dass die FIA der Eingabe zustimmt, aber der Vorteil der Turbine wäre, dass man mit Biosprit unterwegs sein könnte. Gleichzeitig würde man eine durchaus interessante technische Neuerung einführen.

// Offiziell startet die “Silly Season” in der F1 ja erst ab Monaco, aber es ist auch nach vier Rennen schon ne Menge los. Gerüchten zufolge soll sich Sauber nach einem “Pay Driver” umsehen. Namen werden da einige genannt, aber Sinn macht das nicht. Peter Sauber hat die nach eigenen Angaben die Saison 2010 durch finanziert, braucht also eher mal ein gutes Ergebnis, denn einen neuen Piloten. Bei Ferrari hieß es, dass Massa kurz vor einer Vertragsverlängerung stand, aber das scheint bei weitem nicht sicher zu sein. Luca di Montezemolo, nach seinem Rücktritt als Chef von Fiat mit deutlich mehr Zeit ausgestattet und sowieso heimlicher Teamchef von Ferrari (offiziell sitzt er nur im Aufsichtsrat), hat die Woche deutlich gemacht, das man alle Möglichkeiten auslotet, um Valentino Rossi in einen Ferrari setzen.

// Neue Spekulationen gibt es auch um die Zukunft des GP der USA: Angeblich soll Bernie Ecclestone daran interessiert sein, auf kurze Sicht mit der Formel 1 nach Indianapolis zurückzukehren, um später an den Meadowlands Komplex in New Jersey (mit Blick auf die Skyline von New York) zu übersiedeln. Die CART hat dort mal in den späten 80er-Jahren zwei ziemlich erfolglose Rennen veranstaltet – seitdem wurde das Gebiet aber von der Entertainment-Industrie besser erschlossen, so dass die Erfolgsaussichten diesmal etwas rosiger aussehen könnten.

// Die Veranstalter des “Super Carnivale” in Surfers Paradise haben neue Details zum für Oktober geplanten Rennen bekannt gegeben. Statt wie früher “große” Serien wie die Indycars oder die A1GP an die Goldküste zu locken, fährt man 2010 zwei 300km-Rennen mit den heimischen V8 Suprcars. International wird es trotzdem zugehen: Denn die Fahrer müssen sich die Cockpits in beiden Rennen mit bekannten Piloten aus anderen Rennserien teilen. Vergangene Woche wurden 18 Fahrer bekannt gegeben, die bereits zugesagt haben – und das Feld ist durchaus beeindruckend. Die IRL entsendet etwas gleich eine ganze Delegation nach Down Under, fix sind bereits Scott Dixon, Dario Franchitti, Will Power und Alex Tagliani. Auch sonst sind viele bekannte Namen dabei, zum Beispiel Jacques Villeneuve, Heinz-Harald Frentzen, Fabrizio Giovanardi, Yvan Muller, Alain Menu, Mika Salo und Sebastian Bourdais.

// Zwei zusätzliche Titel können die Piloten in der IRL schon in dieser Saison gewinnen. Wie die Rennserie gestern bekannt gab, werden zusätzlich zum Gesamt-Meistertitel auch Trophäen für den besten Oval- und Rundkurspiloten vergeben. Die beiden Trophies sollen nach Legenden des Sports benannt werden – welche Persönlichkeiten das genau sein werden, können die Fans im Mai und Juni auf indycar.com bestimmen. Die jeweiligen Titelentscheidungen fallen am 22. August in Sears Point und am 19. September in Motegi. Das Finale in Homestead soll so für den Gesamt-Champion reserviert bleiben. Sinn der Übung ist es unter anderem, sparsame Sponsoren dazu zu überreden, Teams zumindest eine halbe Saison zu finanzieren. Ob das unbedingt für vollere Starterfelder auf den Rundstrecken sorgen wird, wenn das “Kronjuwel” Indy 500 doch zur Ovalwertung zählt, bleibt dahingestellt.

// Das Oval des Daytona Speedway bekommt eine neue Asphaltdecke. Nachdem beim letzten Daytona 500 der Asphalt in Turn 1/2 bröckelte, war schon abzusehen, dass der seit 1978 (!) befahrene Asphalt nicht mehr länger nutzbar sein würde. Eine Renovierung der Strecke ist allerdings umstritten. Daytona lebt unter anderem von den Bodenwellen, die die Strecke schwer zu fahren machen. Nimmt man die weg, hat man ein zweites Talladega, was auch keiner so wirklich möchte. Man versucht jetzt die Wellen bei der Renovierung irgendwie drin zu lassen, was aber schwer zu machen sein wird. Offenbar kommt man aber um eine Neuasphaltierung nicht mehr drum herum, weil der nächste Winter den alten Asphalt endgültig zerbröseln wird.

// In der WTCC hofft man nun doch wieder auf eine Rückkehr von Lada noch in dieser Saison. Nachdem es einige Zeit so ausgesehen hatte, als habe der russische Hersteller der Tourenwagen WM endgültig “Doswidanja” gesagt, spricht WTCC-Promoter Marcelo Lotti nun davon, dass eine Rückkehr bereits ab Beginn der europäischen Saison in Monza möglich sei. In dieser Woche soll bei Beratungen des Lada Vorstandes mit Lotti Klarheit über ein mögliches Comeback geschaffen werden.

Digg This  Reddit This  Stumble Now!  Buzz This  Vote on DZone  Share on Facebook  Bookmark this on Delicious  Kick It on DotNetKicks.com  Shout it  Share on LinkedIn  Bookmark this on Technorati  Post on Twitter  Google Buzz (aka. Google Reader)  

February 15 2010

20:43

NASCAR: Daytona 500 – 2010 Analyse

Ein Loch in der Strecke hat zu einem der kuriosesten und vor allem längsten Daytona 500 geführt, die jemals gegeben hat.

Ein Loch im Asphalt zwischen Turn 1 und Turn 2 hat das Daytona 500 fast zu einer Farce werden lassen. Nachdem das Rennen einen relativ guten Schwung und viele verschiedene Führende gesehen hatte, brach mit dem Loch auf der Strecke auch die Spannung ein. 78 Runden vor Schluss wurde “the great american race” zu einem Geduldsspiel für die Zuschauer und für FOX, die einen knapp sechsstündigen Sendemarathon hinter sich bringen mussten. Immerhin gab es am Ende eine sensationelle Schlussrunde und einen überraschenden Sieger.

Um ehrlich zu sein: richtig gut war es in diesem Jahr nicht. Obwohl die Änderungen am CoT sichtbar waren, und die Fahrer viel länger nebeneinander draften konnten, tat sich doch relativ wenig. Die vielen und langen Unterbrechungen machten das Rennen zu einer sehr zähen Veranstaltung. Dabei ging es eigentlich gut los. In der achten Runde sammelte Brad Kesolowski ausgerechnet seinen Teamkollegen Sam Hornish ein, und dezimierte die Dodge-Truppe damit auf Kurt Busch. Die meisten Fahrer nutzten die erste Caution für einen Stopp – nur Mark Martin, Junior und Juan Pablo Montoya blieben draußen. Vermutlich rechneten sie damit, dass es eh bald wieder krachen würde. Die Anfangsphase eines Daytona Rennens ist berüchtigt für Unterbrechungen, weil in der ersten Stunde des Rennens die meisten Zuschauer am TV-Gerät sitzen und man sich und seinen Sponsor dementsprechend in Szene setzen will. Aber – erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Es passierte nichts mehr und die drei mussten unter Grün nachtanken. Damit schien das Rennen erst mal für alle drei gelaufen.

Doch der Caution-Gott war gnädig und sorgte dafür, dass alle drei Fahrer bei der nächsten Unterberechung wieder “in Sequenze” kamen. Fortan unterließ man derlei Spielereien. Leidtragender war aber dennoch Mark Martin, der während des gesamten Rennens nicht mehr so richtig in Schwung kam. Auch Junior sah man kaum noch, was sich aber gegen Ende noch ändern sollte.

Danach plätscherte das Rennen wie gewohnt so vor sich hin. Der erstaunliche AJ Allmendinger zeigte, warum man ihm zu recht die legendäre Startnummer #43 gegeben hatte und lag sogar eine ganze Zeit in Führung. RPM machte in der Phase des Rennens einen sehr starken Eindruck, zumal Kasey Kahne auch immer vorne zu sehen war und sogar der sonst eher blasse Elliott Sadler kämpfte um die Spitze. Aber viel passierte nicht, denn die Fahrer klickten ihre Runden runter. Normalerweise ist es zwischen der 50 uund 120 Runde relativ ruhig, weil man nur wenig Risiken eingehen möchte.

Und just, als man Runde 120 erreicht hatte, nahm das Unheil seinen Lauf. Ein Stück Asphalt hatte sich zwischen Turn 1 und 2 gelöst, ausgerechnet auf der unteren Spur. Nachdem sich etliche Fahrer über das Loch beschwert hatten, stoppte die NASCAR das Rennen um sich das Ding mal anzusehen. Auf den Fernsehbildern sah es nicht so groß aus, aber es dürfte die Länge eines Unterarms gehabt haben, war ca. 20 cm hoch und ca. 4 bis 5cm tief. Bei den Geschwindigkeiten ist so ein Loch kein Spaß also machte man sich daran, dass Loch irgendwie zu stopfen.

Nur wie bekommt man ein solches Loch zu? Das Problem ist nicht das Füllmaterial, sondern wie man das Material mit dem alten Asphalt verbindet. Normalerweise stemmt man in so einem Fall alles weg, was irgendwie bröckelt, füllt Asphalt ein und lässt es ein paar Stunden trocknen. Aber das ging ja nun nicht, also versuchte man es auf die schnelle Tour. Eine Variante, die dann immer noch sage und schreibe 100 Minuten dauerte.

Auf Twitter war der Teufel los. Selbst gestandene Journalisten wie Jeff Gluck oder Dustin Long wunderten sich über die, nennen wir es mal Kopflosigkeit, der NASCAR und beklagten den allgemein schlechten Zustand der Strecke. Daytona ist das letzte Mal 1979 neu asphaltiert worden. Seitdem hat man immer nur ausgebessert. Angesichts der Tatsache, dass es auch Daytona viel regnet und mal kalt ist und schon “normale” Strassen da gerne mal nachgeben, ist es schon ein Wunder, dass die Strecke bei der Belastung so lange durch gehalten hat. Warum die Strecke ausgerechnet gestern aufbrach, ist ein kleines Rätsel, immerhin hatte sie zwei Rennen am Samstag schadlos überstanden.

Etliche “Experten” fordern seit Jahren eine Renovierung der Strecke, aber so einfach ist das nicht. Denn wenn man alles neuasphaltiert gehen auch die legendären “Bumps” verloren, die die Strecke einfach auszeichnen. Die NASCAR hat in den letzten Jahren zweimal schlechte Erfahrungen mit neuem Asphalt gemacht. Einmal in Talladega, der Schwesterkurs von Daytona, die nach der Renovierung die Wellen verloren hat und langweilig geworden ist. Selbiges gilt für Bristol, dass ohne die Schläge an Würze verloren hat. Das ist nicht nur unbedingt meine Meinung, sondern vor allem die der Fahrer. Etliche Piloten meldeten sich in der Pause und nach dem Rennen und warnten eindringlich vor einer Neuasphaltierung, weil man damit den Charakter der Strecke zerstören würde.

Das ist umso erstaunlicher, als dass es mit der ersten Unterbrechung nicht gewesen war und die Probleme das Rennen total auf den Kopf stellten. Im Grunde hätte man sich die ersten 120 Runden komplett schenken können, denn nach der langen Pause ging alles von vorne los. Nur hatte sich mittlerweile die Strecke massiv abgekühlt und das stellte die Fahrer und Teams vor größere Probleme. Aber gut – ein 78 Runden Shootout mit einem Tankstopp hat ja auch was.

Die Konstellation versprach Spannung. Zum einen: wie lange würde das Flickwerk in den Kurven halten? Zum anderen: Wer hatte sein Auto am besten auf die neuen Bedingungen eingestellt? Kurt Busch und Tony Stewart schon mal nicht, die verschwanden als bald im Mittelfeld. Dafür nisteten sich vorne Martin Truex jr., Jamie McMurray, Kevin Harvick, Greg Biffle, Kyle Busch und Clint Bowyer ein und legten ein enormes Tempo vor. In der Phase des Rennens hätte ich mein Geld auf Bowyer gesetzt und freute mich schon über meinen (innerlichen) RCR Tipp. Doch dann… kam es wie erwartet und die Strecke brach wieder auf. Dieses mal noch breiter und tiefer als zu vor. Die NASCAR stoppte das Rennen erneut in Runde 162 und man begab sich wieder mal zur Streckenausbesserung.

Zum dem Zeitpunkt war das Rennen schon ein echter Riemen und man muss FOX an der Stelle auch mal Lob zollen. Klar – die viele Werbung im Rennen nervte mal wieder, aber die Pausen füllte man wirklich exzellent in dem man wirklich jeden interviewte, der irgendwie ein Lenkrad halten konnte. Teilweise war man so verzweifelt, dass man damit anfing sich gegenseitig zu interviewen, aber langweilig war das alles nicht unbedingt. Die Genervtheit konnte man allerdings in den Gesichtern deutlich lesen.

Tatsächlich schaffte es die NASCAR das Loch in Rekordzeoit (40 Minuten) mit irgendeiner weißen Masse zu zukleistern. Vermutlich hat man einfach irgendeinen schnell anziehenden Beton genommen. Oder, wie im Chat vermutet, Moltofil. Jedenfalls ging es schneller als gedacht und die letzten 38 Runden wurden in Angriff genommen. Das Rennen lief also wieder – aber es war ja die Endphase und da kracht es immer.

Scott Speed hatte ein kurzes Intermezzo an der Spitze, nachdem er nach der letzten Unterbrechung nicht getankt hatte, und hielt das Feld ein wenig auf. Nachdem ihn Biffle elegant aus dem Weg geräumt hatte, balgten sich Biffle und Bowyer um die Spitze. Meine imagniären 100 Dollar auf Bowyer schienen gut angelegt, doch dann verhakten sich der mittlerweile untergetauchte Sadler, Kvapil und Reutimann recht heftig und sorgten in der 195 Runde für die nächste Caution. Die NASCAR dehnte die Unterbrechung so lange aus, bis man in GWC Reichweite war, was einige Fahrer zu einem Stopp verleitete. Darunter war auch Junior, der sich zwei neue rechte Reifen aufziehen ließ.

In dieser Saison gibt es aber nicht mehr nur eine GWC, sondern man versucht es gleich dreimal, das Rennen unter Grün zu beenden. Das gilt allerdings nur dann, wenn der Führende nicht schon die weiße Flagge gesehen hat. Man ahnt es schon – das erste GWC ging in die Hose, sehr zum Leidwesen von Greg Biffle. Der lag in Front, hatte noch ein paar hundert Meter zur weißen Flagge, als weit hinter ihm Bill Elliot einen Reifenschaden hatte und er Logano und Boris Said gleich mit nahm. Es folgte Versuch Nummer zwei. Vorne waren: der erstaunliche McMurray und Greg Biffle. Und dann legte Junior zwei Runden hin, die man gesehen haben muss. Achtet in dem Video mal auf die #88 und den Move von Biffle zu Beginn der letzten Runde.

Eine Wahnsinnsrunde. Greg Biffle meinte nach dem Rennen, dass er einen Fehler gemacht habe. Statt Eingangs von Turn 1 auf der Außenbahn einen Überholversuch zu starten, hätte er bis zur Gegengerade warten sollen. Denn Biffle hätte von hinten Hilfe bekommen, sei es durch Bowyer oder wen auch immer. Die Moves von Junior waren der schiere Irrsin. Führten allerdings auch dazu, dass er am Ende niemanden mehr hinter sich hatte, weil sein “3 wide” auf der Gegengerade für zu viel Unruhe unter den Verfolgern gesorgt hatte. McMurray nutzte den letzten Push von Biffle voll aus und konnte seinen ersten Daytona Sieg beruhigt nach Hause fahren, weil Earnhardt der Schwung fehlte. Allerdings war es schon erstaunlich, dass Junior nicht mal im Windschatten richtig nahe ran kam. Der EGR Chevy ging wie die Hölle.

Eine irre Leistung von McMurray, der im Dezember nicht mal wusste, dass er einen Vertrag haben würde und allgemein als “Notlösung” bei EGR angesehen wurde.

Das Rennen (plus den Sieg von Harvick im Shootout) zeigte, dass EGR/RCR zumindest bei den restrictor plate Rennen das beste Paket haben. Ob sich das allerdings auf den anderen Strecken wiederholen wird, muss man abwarten. Restrictor plate ist eine Sache, normale Rennen eine andere. Aber schon im letzten Jahr war Montoya richtig gut unterwegs und wenn sie diese Performance halten können, sieht es nicht schlecht aus. RCR scheint auch die Chassis-Probleme aus dem letztem Jahr in den Griff bekommen zu haben. Aber das wird man alles erst richtig nach den ersten fünf Rennen sortieren können.

Am Ende dauerte das Daytona 500 etwas mehr als sechs Stunden – ein Rekord für die NASCAR. Mit 208 Runden war es auch das längste 500, dass es jemals gegeben hat. Und es hat am Ende einen Sieger gehabt, mit dem man nicht gerechnet hat. Die NASCAR, die um drei Ecken Streckenbesitzer von Daytona ist, wird sich allerdings einige Fragen gefallen lassen müssen. Und die Diskussion um eine Neuasphaltierung wird vermutlich sehr hitzig werden. In diesem Jahr wird das allerdings nichts mehr. Das nächste Rennen ist im Juli, die Zeit für eine komplette Renovierung ist zu kurz. Vermutlich wird man die Strecke erst mal ausbessern und nach dem Coca-Cola 400 entscheiden, was mit der Strecke passieren soll.

FOX wird heute allerdings keine gute Laune haben. Die Quoten sind noch nicht da, aber so lange Unterbrechungen sind nie gut. Nach dem man 2009 mit Regen zu kämpfen hatte, war es das zweite “irreguläre” Rennen in Folge. 2011 stehen die Vertragsverhandlungen mit den Sendern an. Das wird der NASCAR nicht gefallen.

Ein Wort noch zu den Streams. Im Moment geht wohl wenig ohne dafür zu bezahlen. live247 hatte einen ab und zu laggenden, aber insgesamt sehr, sehr guten HD-Stream mit 1,5 Mbit/s, plus einen durchlaufenden SD Stream. Der XSlive (SD)-Stream laggte auch, war aber auf die Dauer gesehen stabil. Bei JTV habe ich nicht reingeschaut, aber offenbar liefen die einigermaßen. Mein Sieger hieß live247, allerdings weiß man bei dem nie, ob der auch regelmäßig auf Sendung ist. Das Nationwide Rennen hat er zum Beispiel verpennt. Und er ist massiv teuerer als XS.

February 12 2010

14:06

NASCAR: Daytona 500 2010

Das Warten hat ein Ende – am Sonntag startet das Daytona 500 und damit auch die Saison der NASCAR.

Es ist schwer zu erklären, warum das Daytona 500 in den USA so einen hohen Stellenwert hat. Es gehört neben dem Indy 500 und den 24 H von Daytona zur “Krone” des US-Motorsports. Sprich – wer die drei Rennen gewonnen hat, der ist ein wirklich großer Fahrer. Gelungen ist das bisher nur Mario Andretti (der allerdings nur das auf 6 Stunden verkürzte Rennen in Daytona gewinnen konnte). Es ist mit weitem Abstand das Motorsportereignis, dass die größte Einschaltquote in den USA erreicht. In den letzten Jahren saßen immer rund 17 bis 18 Millionen Zuschauer vor der Glotze. Das ist rund drei- bis viermal so viel, wie bei einem normalen Rennen der NASCAR. Es gibt das meiste Geld zu gewinnen und der Sieger kann davon ausgehen, dass er wenigstens ein Jahr lang immer wieder in den Medien erwähnt wird.

Dass das Rennen in Daytona so beliebt ist, hängt mit ein paar Eigenarten zusammen. Zum einen war das Oval in Daytona das erste seiner Art und bei seiner Eröffnung 1959 eine mittlere Sensation. Während man sonst noch auf Staubpisten fuhr, hatte man in Florida die damals modernste Anlage der Welt hingestellt. Als das Fernsehen Ende der 70er Jahre richtig in die NASCAR einstieg, wollte man zunächst nur das Rennen in Daytona haben, vielleicht noch Talladega.

Nicht vergessen sollte man auch, dass Daytona wegen der Unfälle eine etwas zweischneidige Faszination ausübt. Das Oval hat einige Leben gekostet, darunter bekanntermaßen 2001 auch das von Dale Earnhardt, eine Sache, die die NASCAR derartig tief erschüttert hat, dass man bis heute die Nachwehen spüren kann. Aber die Unfälle, wenn sich bei 320 km/h mehrere Wagen ineinander in einem “big one” verkeilen, sind nun mal Teil des Geschäfts, und ein Daytona 500 ohne “big one” ist für die Amis eher enttäuschend.

Die Fahrer sehen Daytona mit gemischten Gefühlen. Klar – es ist das größte Rennen in den USA. Du kannst jahrelang nichts gewinnen, aber wenn man ein Daytona 500 in der Tasche hat, dann ist das alles egal. Es gibt ein paar Beispiele für Fahrer, die nur in Daytona gut waren: Michael Waltrip, Davey Allison oder Derrike Cope, aber in der Siegerliste finden sich auch die Namen aller Stars der NASCAR. Die meisten Siege hat Richard Petty (7), gefolgt von Cale Yarborough (4) und (u.a.) Jeff Gordon mit 3 Siegen.

In Daytona zu gewinnen ist auch ein wenig wie eine Lotterie. Da man mit restritor plates unterwegs ist, haben alle die gleiche Leistung. Das führt zu den bekannten dicht gedrängtem Feld, das um das Oval pflügt. In den letzten Jahren, besonders nach der Einführung des CoT, waren die Rennen oft langweilig. Man fuhr lange single file und überholen war selbst mit richtigem Draftpartner schwer. Die NASCAR hat reagiert und für dieses Jahr einige Kleinigkeiten am CoT geändert. Zum einen darf man auch wieder in den Kurven bump draften, was extrem wichtig ist. Zum anderen hat man die Einlasslöcher des Luftmengenbegrenzers etwas vergrößert. Das gibt nicht unbedingt mehr Höchstgeschwindigkeit, aber die Fahrer haben etwas mehr Leistung für den “Slingshot-Move”, also ansaugen, im kleinen Bogen vorbei, davor setzen. Und die NASCAR hat den Wagen eine kleine Finne an der linken C-Säule verpasst. Die soll zum einen für einen besseren Luftfluss sorgen, zum anderen einen Überschlag wie den von Ryan Newman in Talladega verhindern.

Was den Fahrern dieses Jahr Sorgen macht, sind die enormen Wellen in der Strecke. Es ist immer wieder erschreckend, wie stark sich die Wagen auf dem Oval bei 320 km/h bewegen. Man muss bei der Abstimmung auf jeden Fall darauf achten, dass der Wagen nicht aufsetzt aber die Stossdämpfer auch nicht auf Anschlag sind. Das bump drafting ist bei den Wellen auch nicht gerade einfach. Über Winter haben sich wohl ein paar neue Bodenwellen Eingangs Turn 3 gebildet, die problematisch sind. Greg Biffle hob es hier im Shootout aus, als Jeff Gordon ihn auf der oberen Linie anschieben wollte.

Generell gilt seit ein paar Jahren in Daytona: wenn du gewinnen willst, dann kleb unten an der gelben Linie. Das scheint auch dieses Jahr so zu sein, denn beide extrem engen Gatorade Duels gewann der Fahrer, der auf der unteren Linie unterwegs war. Dafür zeigte sich am Donnerstag aber auch, dass die Änderungen am Wagen das Spektakel massiv verbessert haben. Man kann jetzt wieder problemlos rundenlang nebeneinander her fahren, das bump drafting geht auch besser. Das verspricht vor allem für die letzten Runden viel Spaß.

Man kann das Rennen sehr strategisch angehen, wobei es eigentlich nur zwei Variante gibt. Entweder man fährt vorne weg, oder man lässt sich mit Teamkollegen eine paar hundert Meter zurückfallen, um den “big one” aus dem Weg zu gehen. Alles dazwischen ist blanke Lotterie und am Ende geht es sowieso drunter und drüber. Ca. 50 Runden vor Schluss geht das große Schachspiel los – wer irgendwo in der Mitte hängt, sucht sich einen guten Drafting Partner und versucht nach vorne zu kommen. Es bilden sich ganze Ketten, teilweise in drei Reihen nebeneinander. Und die wichtigste Runde ist die letzte, da kann alles passieren. Selbst wenn einer zu Beginn der letzten Runde noch auf Platz 15 liegt, kann er am Ende als Sieger da stehen, wenn er den richtigen Moment abpasst und sich vor einen drafting linie setzt.

Und deswegen kann man auch keinen Favoriten ausmachen. Es ist nicht nur theoretisch so, dass plötzlich der Fahrer eines mehr oder weniger unbekanntes Teams plötzlich gewinnen kann. Wobei man allerdings sagen muss, dass in den letzten Jahren nur “big names” gewonnen haben.

Neben dem Daytona 500 finden am Wochenende auch noch die Rennen der Truck Serie (Freitag) und der Nationwide Serie statt. Bei den Trucks starten etliche Cup Fahrer (Sadler, Almirola, Papis, Kyle Busch & JJ Yely) aber auch Ex-F1 Fahrer Nelson Piquet, der sich in diesem Jahr in der NASCAR versucht und bisher einen erstaunlich guten Eindruck hinterlassen hat. Sein ARCA Rennen vom letzten Wochenende war gut und immerhin gelang es ihm den Truck durch die Quali zu bringen.

Das Nationwide Rennen seht ganz unter dem Stern von Danica Patrick. Die hatte ebenfalls einen guten Einstand beim ARCA-Rennen und sich dann entschlossen, doch beim Nationwide Rennen an Start zu gehen. Eigentlich sollte ihr Debüt erst in einer Woche in Fontana passieren, aber NASCAR und die Sponsoren haben wohl ein wenig Druck gemacht. Das sie im ARCA Rennen gut war – ok. Aber die Nationwide ist dann doch eine andere Hausnummer und ich bin sehr gespannt, wie sie sich schlägt.

Alle Termine des Wochenendes findet man im TV-Planer.

Und hier noch zur Einstimmung ein paar Bilder von Duels:

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl