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August 16 2011

16:47

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2011

Einen Tag später als geplant konnte das zweite Rundkursrennen der Saison in Watkins Glen über die Bühne gebracht werden. Die Warterei war nicht vergeblich, denn die Fans wurden mit einem spannenden Rennen belohnt: Marcos Ambrose fuhr endlich seinen ersten Cup-Sieg, während nicht nur Boris Said und Greg Biffle für ordentlich Action sorgten.

Marcos Ambrose hat lange auf diesen ersten Cup-Sieg warten müssen, nachdem er 2008, 2009 und 2010 schon drei Mal in Folge das Nationwide-Rennen in Watkins Glen gewinnen konnte. Letztes Jahr verhagelte ihm der Spritsparmodus unter Gelb in Sonoma schon einen sichergeglaubten Erfolg, als der Motor in der steilen Bergaufpassage nach der Zielgeraden nicht wieder ansprang und Ambrose seine Führung an den späteren Sieger Jimmie Johnson abgeben musste. Etwas mehr als ein Jahr später steht nun der zweimalige, australische V8-Supercar-Champion endlich in der Victory-Lane und das auch äußerst verdient. Seinen Erfolg hat er sich ganz alleine herausgefahren und musste dieses Mal auch nicht am Benzin sparen, obwohl das Rennen durchaus auch zum Spritpoker hätte verkommen können.

Kyle Busch brachte das Feld zur grünen Flagge und behielt die Spitzenposition insgesamt über die Hälfte der Renndistanz bei. Beim Start musste er sich aber direkt dem Duo von Richard Petty Motorsports geschlagen geben, denn zunächst gaben AJ Allmendinger und Marcos Ambrose den Ton an. In den ersten Runden rutschte bereits Kurt Busch von der Strecke und musste sich an der Box den Kühlergrill reinigen lassen. Blöderweise kam er genau zwischen den beiden Petty-Fords wieder auf die Strecke zurück. Busch wehrte sich so vehement gegen seine Überrundung, dass er Allmendinger kurzerhand abschoss. Letzterer sann über den Funk sofort nicht gerade jugendfrei nach Rache, woraus jedoch nichts werden sollte – zumindest nicht in Watkins Glen, doch dazu später mehr.

Kyle Busch versuchte derweil, wie sein Bruder Kurt in Sonoma, mit einer Zweistopp-Strategie ins Ziel zu kommen. Marcos Ambrose und unter anderem auch Juan Pablo Montoya kamen allerdings recht früh zu ihrem ersten Pitstop, da hier zum Teil auch noch die Rechnung bis zur Halbzeit gemacht wurde, denn der Regen gefährdete zunächst ebenfalls den Montagstermin. Als Montoya und Ambrose in Runde 17 die Box ansteuerten, konnten sie sich sicher sein, zumindest an der Wertungsgrenze (50% des Rennens) in Führung zu liegen, falls es denn erneut regnen würde. Die neuen Reifen waren nämlich schnell genug, um in kürzester Zeit das gesamte Feld umzukrempeln, während vorne Kyle Busch einsam seine Runden abspulte.

Pünktlich zum Ende des Fuel-Windows in Runde 28 rollte dann Greg Biffle ohne Sprit aus, was auch zeigte, dass der Benzinverbrauch sich am Montag nicht gerade als zuverlässig bekannt bezeichnen ließ. Einige Fahrer wie z.B. Jeff Gordon und Jimmie Johnson waren daher ebenfalls schon vor der Caution zum Tanken gekommen. Während die meisten Piloten nun ihre leeren Tanks nachfüllen konnten, kamen Allmendinger und Johnson nur für zwei neue Reifen an die Box und Ambrose sowie Montoya verzichteten sogar gänzlich auf ein Nachfassen, was ihre unterschiedliche Strategie noch einmal unterstrich und die beiden Fahrer wieder in Führung spülte.

Um Runde 40 herum war dann allerdings auch deren Tank leer, was zuerst Ambrose (R38) und danach auch Montoya (R42) zum Pitstop zwang und Kyle Busch direkt zur Halbzeit (R45) wieder an die Spitze des Feldes brachte, da auch Jeff Gordon langsam aber sicher mit alten Reifen zurückfiel. Jimmie Johnson kam übrigens in Runde 43 zum Nachfassen.

Gelbphase #2 war dann wenig später der Grund, warum Kurt Busch keine Rache mehr von AJ Allmendinger fürchten musste, auch wenn das die Situation für ihn nicht besser machte: Ein Reifenplatzer im leicht überhöhten Turn 5 direkt nach dem Inner Loop (Busstop-Schikane) katapultierte Buschs Penske frontal mit einer Menge Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Der Onboard-Kamera konnte man dann ganz gut entnehmen, wie das HANS-System seine Arbeit verrichtete, sodass Busch dem Wrack gottseidank unverletzt entsteigen konnte.

Dies sollte allerdings nicht der letzte Unfall des Tages dieser Art bleiben, denn nur gut 15 Runden später ereilte Denny Hamlin derselbe Defekt beim Anbremsen auf den abschüssigen Turn 1. Auch hier folgte ein sehr harter Einschlag, zum Glück jedoch ebenfalls ohne schlimme Folgen. Die Ursache für die Reifenschäden müssen wohl bei den sehr heißen Temperaturen der Bremsen auf Rundstrecken gesucht werden. Obwohl die Bremsen wirklich massiv durch eigene Lüfter und den Fahrtwind gekühlt werden, lässt sich ein Überhitzen bei Überbremsen der Fahrzeuge leider nie ganz vermeiden. Die Hitze setzt dann den Reifen derartig zu, dass sie einfach irgendwann nachgeben. Schlimmer hätte es nur kommen können, wenn einem Fahrer womöglich gar eine ganze Bremsscheibe geplatzt wäre.

Zwischen diesen beiden Gelbphasen kamen dann die unterschiedlichen Strategien sehr schön zum Tragen, als zunächst Brad Keselowski die Führung auf der Rennstrecke von Kyle Busch übernahm, nur um kurze Zeit später den vorletzten Boxenstopp absolvieren zu müssen. Das brachte nun natürlich wieder Ambrose und Montoya in Führung, die bei normalem Rennverlauf nur noch einen finalen Pitstop vor sich haben würden. Diesen legten sie übrigens zwei Umläufe vor Hamlins Umfall in Runde 64 ein, wobei ihnen die anschließende Caution sogar wertvolle Spritspar-Runden für eine später auch eingetretene Green-White-Checkered-Verlängerung einbrachte.

Der Rest des Feldes absolvierte den letzten Boxenstopp während dieser Caution und damit waren dann auch wieder alle Fahrzeuge annähernd in derselben Sequenz unterwegs. Für Ambrose und Montoya kam die Gelbphase leider zwei Runden zu spät, denn sie verloren wertvolle Zeit an der Boxengasse, während die Konkurrenz unter Renntempo an ihnen vorbeidonnerte. Kyle Busch konnte dagegen unter Gelb ganz gemütlich zum Nachfassen erscheinen und die Führung verteidigen. Die Ausgangssituation für das Finale über 21 Runden war damit geschaffen:

Kyle Busch führte das Feld vor Brad Keselowski, Martin Truex Jr und Marcos Ambrose zum Restart, Juan Pablo Montoya war in diesem Moment meiner Erinnerung nach Fünfter. Das Problem von Ambrose und Montoya war nun, dass sie ihre Track-Position bis zum Führenden Busch auf der Strecke gutmachen mussten. Dem Australier gelang das wirklich vortrefflich, denn er war sechs Runden später bereits Zweiter hinter Busch, während Montoya eher zurückfiel und seinen fünften Rang zehn Umläufe nach dem Restart bereits an einen heranstürmenden Jimmie Johnson abgeben musste.

Zehn Runden vor Schluss begann dann die vermeintlich entscheidende Rennsituation, als Marcos Ambrose damit begann, sich Kyle Busch zurechtzulegen. Sechs Umläufe lang gelang es Ambrose allerdings nicht, die Führung zu übernehmen, auch wenn er Busch in den einen oder anderen Fehler zwingen konnte. Dann gab plötzlich auch bei Paul Menard ein Reifen nach, was einen Einschlag inkl. Ölfeuer unter der #27 ausgangs von Turn 5 zum Ergebnis hatte. Natürlich rief NASCAR die vierte Caution aus, weil die Strecke eingehend gesäubert werden musste. Diese längere Maßnahme führte dann dazu, dass der finale Restart direkt als erste Green-White-Checkered-Verlängerung ausgerufen wurde.

Diese begann Kyle Busch auf der Innenseite gegen Marcos Ambrose in Reihe 1, gefolgt von Brad Keselowski und Martin Truex Jr. Innerhalb von einer halben Runde war das Rennen dann entschieden und obwohl Ambrose zunächst mit durchdrehenden Reifen nicht von der Stelle kam, verließ er trotzdem den Inner Loop als neuer Führender. Das passierte, weil zunächst Kyle Busch zu schnell in die Kurve fuhr und innen vom lachenden Dritten Brad Keselowski überholt wurde. Alle drei Piloten waren dann three-wide unterwegs, wobei Busch außen auf dem Gras den Kürzeren zog. Für den neuen Führenden Keselowski war dann vor der Busstop-Schikane Schluss, als Marcos Ambrose auf der Bremse die Position an der Spitze eroberte.

Im Normalfall hätte der Australier jetzt noch mehr als eine Runde zittern müssen, doch nachdem die weiße Flagge draußen war, gab es im Mittelfeld einen massiven Unfall in den Esses (Turns 2, 3 und 4) unter Beteiligung von Boris Said, David Ragan und David Reutimann. Außerdem rodelte Tony Stewart im Inner Loop durchs Gras und räumte dabei noch Clint Bowyer ab. NASCAR machte das einzig Richtige und brach das Rennen mit Marcos Ambrose als verdientem Sieger direkt ab, um den schlimmen Crash am Anfang der Strecke auflösen zu können.

Said hatte auf der Außenseite keinen Platz mehr, ohne selber auf das Gras zu gehen. Daher drehte er in einem typischen Rennunfall stattdessen David Ragan mit der linken Frontpartie zuerst in die Leitplanke. Dabei verletzte sich Ragan nach eigener Aussage leicht am Fuß, da ihm die Fußstütze bzw. -ablage entgegen kam und auch die Pedale einen gehörigen Satz nach rechts machten. Anschließend schoss der Ford mit der #6 quer über die Strecke und traf blöderweise direkt David Reutimann, der dann mit der Fahrerseite zuerst direkt in die gegenüberliegende Leitplanke krachte und sich danach über die Fahrbahn zurück mehrfach überschlug. Kein schöner Anblick und der Unfall ging zum Glück sehr sehr glimpflich aus.

Später forderten beteiligte Fahrer auch an dieser Stelle die Errichtung einer SAFER-Barrier, nachdem zuletzt schon in Turn 10 und 11 eine solche installiert worden war. Grundsätzlich ist diese Forderung zu begrüßen und zu unterstützen, doch leider wird auch hier wieder klar, dass die – für ein solches Upgrade relevanten – Streckenteile vielmals erst nach einem schweren Unfall offenbar werden. Im Grunde genommen könnten viele Rundkurse und Ovale noch weitere Sicherheitsüberholungen vertragen, doch wer investiert schon gerne die Millionen an Umbaukosten.

Der ganz große Spaß brach dann nach dem Rennen los, als ESPN plötzlich hektisch in den Garagenbereich schaltete, wo sich Boris Said mit Greg Biffle ziemlich in der Wolle hatte. Offenbar ging es wohl um eine mir unbekannte Szene während des Rennens, als der Ford-Pilot laut Said trotz Rundenrückstand sehr unfair gefahren sein soll. Dabei wurden beide Piloten auch massiv handgreiflich und ein sehr aufgebrachter Boris Said kündigte an, Greg Biffle unter der Woche mal einen Besuch abzustatten. Die Szene möchte ich hier noch einmal in Bild und Wort wiedergeben, sicherlich schon sehr kurios die Nummer:

“He’s the most unprofessional little scaredy cat I’ve ever seen in my life,” Said fumed. “He wouldn’t even fight me like a man after. So, if someone texts me his address, I’ll go see him Wednesday at his house and show him what he really needs. He needs a whipping, and I’m going to give it to him. He was flipping me off, giving me the finger. Totally unprofessional, two laps down — I mean he is a chump.”

“I went over there to go talk to him. He wouldn’t even let me get out of the car. He comes over and throws a few little baby punches, and then when I get out, he runs away and hides behind some big guys. But he won’t hide from me long. I’ll find him. I won’t settle it out on the track. It’s not right to wreck cars, but he’ll show up at a race with a black eye one of these days. I’ll see him somewhere.”

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

October 05 2010

06:19

NASCAR: Analyse Kansas 2010

Greg Biffle gewann das dritte Chase-Rennen in Kansas und brachte sich damit wieder in Schlagdistanz zur Spitze der Meisterschaft, die nun Jimmie Johnson anführt. Kyle Busch und David Reutimann peppten den Rennverlauf durch eine kleine Fehde zusätzlich auf.

Nachdem zuletzt Jimmie Johnson die Oberhand behielt, musste er sich an diesem Wochenende knapp Greg Biffle geschlagen geben, der den zweiten Saisonerfolg für Roush-Fenway Racing und Ford einfuhr. Als Zweiter konnte Johnson aber genügend Punkte sammeln, um dem bisherigen Tabellenführer Denny Hamlin die Spitzenposition abzujagen. Das Rennen selbst war ein abwechslungsreiches und mit nur knapp drei Stunden Länge auch recht kurzes. Insgesamt fünf Cautions sorgten für Zäsuren, in deren Folge sich immer wieder unterschiedliche Fahrer an die Spitze des Feldes setzten. Am Ende lag Greg Biffle nach einer erfolgreichen „wedge“-Verstellung die letzten und entscheidenden 60 Runden in Front.

Polesitter Kasey Kahne konnte seine Führung nicht lange verteidigen und wurde bereits nach 28 Runden von Jeff Gordon abgelöst. Was nach dem Qualifying ein erfolgversprechendes Rennen andeutete, sollte für Kahne allerdings später in einem Desaster enden. Seinen beiden Teamkollegen Paul Menard und AJ Allmendinger war das Glück dagegen holder, was dennoch Top10-Resultate für Richard Petty Motorsports ermöglichte.

Die erste Gelbphase löste Juan Pablo Montoya in Runde 41 aus, als er in Turn 3 die Mauer streifte und damit sein Rennen bereits frühzeitig vergeigte. Den Restart führte nach den ersten Boxenstopps dann Jeff Gordon an, der seine Spitzenposition nicht aufgeben musste. In Runde 52 kam es zum ersten, in der Überschrift erwähnten, Scharmützel zwischen Kyle Busch und David Reutimann: Busch schob Reutimann in der Mitte von Turn 1 und 2 leicht an, weil Letzterer kurz vom Gas ging. Da Kyle die #18 natürlich nicht ebenso schnell verlangsamen konnte, um der #00 auszuweichen, gab es den unvermeidlichen „bump“, der Reutimann mit einem Dreher in die Mauer schickte. Eine Fortsetzung sollte später noch für Aufregung sorgen, der Ausgang ist im verlinkten Video aber schon mal zu sehen.

Wieder unter Grün war die Zeit an der Spitze für Jeff Gordon gezählt, nachdem Matt Kenseth die #24 schon einen Umlauf nach dem Restart in Runde 56 überholen konnte. Weitere 25 Umläufe später setzte sich Tony Stewart in Führung und sollte dort auch vor und nach den folgenden beiden „green flag stops“ verbleiben. Angemerkt sei noch, dass Patrick Carpentier einige Führungskilometer sammeln konnte, indem er bei den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge ganze 10 Runden länger als Stewart draußen blieb und dem Rennen damit im Falle einer Caution sicherlich zusätzliche Würze verliehen hätte.

Etwas mehr als 100 Runden vor dem Ende, und somit weit in der zweiten Hälfte des Rennens, folgte schließlich die „payback“-Aktion seitens David Reutimann. Der hatte zu diesem Zeitpunkt nach einer Reparaturpause schon mehr als drei Runden Rückstand angehäuft, als Kyle Busch die #00 schließlich ein weiteres Mal überrundete. Ausgangs Turn 2 zog Reutimann dann nach oben, um die #18 umzudrehen. Das verlief allerdings nicht wie geplant, denn die beiden Wagen berührten sich wie im Video oben zu sehen mit den Reifen. Augenscheinlich hatte Reutimann das schlechtere Ende erwischt, denn er war es, der letztlich in einen Dreher geschickt wurde.

Jedoch taten sich kurz darauf schwere Handling-Probleme an der #18 hervor, was an der Box bei einem schnellen Assessment als Schaden an der „track bar“ diagnostiziert wurde. Ein Austausch hätte Busch wohl mehrere Runden gekostet und den Meisterschaftsanwärter aussichtslos zurückgeworfen. Deswegen entscheid man sich bei Joe Gibbs Racing für umfassende Chassis-Veränderungen, um das Fahrverhalten auszugleichen und ohne Reparaturstopp kostbare „track position“ zwecks Schadensbegrenzung zu retten. Diese Entscheidung sollte sich dann auch tatsächlich auszahlen.

Busch wetterte zwischenzeitlich über Funk, dass er sich nach dem Rennen um Reutimann kümmern würde, falls NASCAR es nicht täte. Nach dem Siegerinterview zeigte ESPN die mit Spannung erwarteten Szenen, wenn auch nicht in aller Detailliertheit: Einer hitzigen Diskussion zwischen Kyle Busch und Teamchef Joe Gibbs folgte Buschs Gang in Richtung „hauler“ der #00. Darin verschwunden gab es dann leider keine Bilder mehr und auch die Pressemitteilungen von Michael Waltrip Racing und Kyle Buschs Website sind jetzt nicht sehr aufschlussreich. Kyle gibt lediglich zu, dass er die Schuld am ersten Vorfall gehabt hätte. Ich frage mich allerdings, ob Busch wirklich so schnell hätte reagieren können, wie er das im Nachhinein anscheinend gerne getan hätte.

Zurück zum weiteren Rennverlauf: Da die letzten Boxenstopps erst wenige Runden zurücklagen, fingen einige Teams mit Strategiespielchen an. Kevin Harvick blieb ebenso wie Mark Martin und Ryan Newman draußen und setzte sich damit in Führung. Matt Kenseth, Greg Biffle und Jeff Gordon ließen jeweils zwei neue Reifen aufziehen, während Tony Stewart und Jeff Burton nur den „gas man“ zur Arbeit beriefen. Fünf Runden nach dem Restart in Umlauf 164 löste Kasey Kahne die vierte und vorletzte Gelbphase aus, als er nach einem Reifenplatzer in die Mauer abbog. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, fuhr Kahne recht fix an die Box, wobei die Überreste seines Reifens dann den gesamten Kotflügel auseinanderrissen. Ob das nun so eine gute Entscheidung war? Sie brachte ihm in der Folge eine mehrründige Reparaturpause und ein Finish nur knapp vor den „start & park“-Teams ein.

Direkt nach dem Restart in Runde 171 übernahm Tony Stewart erneut für kurze Zeit die Führung, bevor Kevin Conway mit einem Motorschaden die letzte Caution in Umlauf 186 auslöste. Die umfangreichen Säuberungsarbeiten sorgten für insgesamt neun Runden unter gelber Flagge, und dass obwohl der Rookie sofort vorbildlich die Ideallinie verließ. Jamie McMurray gewann das Rennen aus der Boxengasse vor Paul Menard, weil beide Fahrer auf nur zwei neue Reifen setzten. Greg Biffle, Matt Kenseth und Tony Stewart komplettierten beim letzten Restart zu Beginn dieser entscheidenden Phase die Top5. Dann ging es Schlag auf Schlag, als zunächst Menard den Führenden McMurray direkt beim Neustart kassierte und Ersterer sich mit den älteren Reifen zehn Runden später dem Rennsieger Greg Biffle geschlagen geben musste.

Bei den folgenden letzten Boxenstopps unter grüner Flagge ging für Biffle und das Team mit der #16 alles glatt, weshalb er für Ford und Roush-Fenway Racing den zweiten Saisonsieg einfahren konnte. Durch seine Superserie in den vergangenen Kansas-Rennen kam dieser Erfolg nicht ganz unerwartet und spätestens nach den Zeiten der Freien Trainings war klar, dass Ford und Chevrolet wie erwartet das Rennen vor Toyota machen würden. Der beste Japaner kam lediglich auf Platz 12 ins Ziel, der bestplatzierte Dodge auf Rang 13. Chevy und Ford teilten sich die Top10 gerecht mit 5:5 auf. Damit ist Ford nun augenscheinlich wieder zurück an der Spitze auf den Intermediate-Ovalen, die im Chase aufgrund ihrer überproportionalen Häufigkeit bekanntlich sehr wichtig sind. Mit Fontana und Charlotte folgen jetzt zwei weitere dieser Strecken, wobei der Auto Club Speedway zwar ein Zweimeiler ist, aber eine ehemalige Ford-Domäne darstellt.

Die Ergebnisse der anderen Chaser im Überblick:

- Sieben Playoff-Teilnehmer hatten ein gutes Rennen und sortierten sich geschlossen in den Top7 ein: Greg Biffle, Jimmie Johnson, Kevin Harvick, Tony Stewart, Jeff Gordon, Carl Edwards und Matt Kenseth.

- Denny Hamlin und Kurt Busch bekamen ihren Wagen nicht allzu gut abgestimmt, betrieben aber mit den Plätzen 12 und 13 Schadensbegrenzung.

- Clint Bowyer und Jeff Burton starteten beide im Bereich der Top25 und gingen danach unterschiedliche Wege. Während Bowyer sich nach einer Überrundung zurückkämpfte, fuhr Burton längere Zeit in den Top5 mit. Am Ende landeten die Teamkollegen dann wieder in unmittelbarer Nähe: Bowyer auf Platz 15 und Burton auf Rang 18.

- Kyle Busch konnte nach seinem Duell mit David Reutimann Schadensbegrenzung betreiben und verlor nach kleineren Reparaturen lediglich eine Runde. Das reichte aber schon für das schlechteste Ergebnis aller zwölf Chaser: Rang 21!

Kansas zeigte am Wochenende, wie wichtig es ist, an einem schlechten Tag noch eine Menge herauszuholen. Ein Top20-Resultat ist schon die mindeste Pflicht, um in der Meisterschaft nicht den Anschluss zu verpassen.

Resultate anderer Piloten:

- Die Top11 komplettierten Paul Menard (8.), Ryan Newman (9.), AJ Allmendinger (10.) und Jamie McMurray (11.).

- Mark Martin fährt jetzt seit einiger Zeit wieder stärkere Rennen und kam auf Platz 14 ins Ziel. Bis zum Saisonende kann und muss der Routinier sich aber noch weiter steigern.

- Dale Earnhardt Jr haderte wieder mit der Abstimmung und tat sich zu keinem Zeitpunkt im Rennen hervor. Schlussendlich landete er mit einer Runde Rückstand hinter Kyle Busch auf Rang 22.

- Juan Pablo Montoya wurde nach seinem Mauerkuss mit einem beschädigten Auto nur noch 29ter, David Reutimann kam auf Platz 35 ins Ziel und Kasey Kahne fing sich nach dem Reifenplatzer sogar 49 Runden Rückstand ein und beendete das Rennen auf Rang 37.

In der Meisterschaft sind die Abstände nach dem schlechteren Abschneiden von Denny Hamlin nun noch enger geworden, was die unten angehängte Tabelle zeigt: Acht Fahrer liegen nach drei Chase-Rennen noch innerhalb von 100 Punkten hinter dem neuen Spitzenreiter Jimmie Johnson – ich habe Jeff Burton mal mitgezählt, der hat ja nur ein Pünktchen mehr auf die 100 Zähler. Tony Stewart (-127) und Matt Kenseth (-149) benötigen dringend einen Sieg und bei Clint Bowyer hat man die Saison bereits abgehakt. An der Spitze ist es denkbar knapp und Kevin Harvick könnte mit weiteren super-konstanten Ergebnissen bald die Führung übernehmen, die er bei den „Classic Points“ noch innehat. Wenn Johnson aber seine bekannte Chase-Form abrufen kann, ist er bald auf und davon, zumal mit Fontana, Charlotte und Martinsville die nächsten drei Strecken zu seinen besseren gehören.

Die Owner-Wertung wird immer enger, Dave Blaney konnte nach dem Motorschaden von Kevin Conway die #38 noch näher an die #7 bringen. Auch Patrick Carpentier bescherte der #26 dringend benötigte Zähler, nachdem der eigentlich erfahrenere Jeff Green das Auto zuletzt zweimal nicht qualifizieren konnte. Der Punktabstand am „cut“ beträgt jetzt nur noch 63 Zähler, womit bei gleichbleibender Tendenz und Conway im Auto von Robby Gordon Motorsports der Wechsel des garantierten Startplatzes nach dem Rennen in Martinsville stattfinden könnte. Auch die #71 von TRG Motorsports gerät nach einigen „start & park“-Einsätzen mittlerweile stark in Richtung Ende der Top35, nur noch 96 Punkte beträgt der Abstand auf Platz 36.

214573 214574 214575 2010_Kansas_Oct_NSCS_Tony_Stewart_leads 2010_Kansas_Oct_NSCS_Kyle_Busch_car_on_pit_road 2010_Kansas_Oct_NSCS_Kasey_Kahne_tire_goes_down 2010_Kansas_Oct_NSCS_Jimmie_Johnson_Denny_Hamlin_on_track 2010_Kansas_Oct_NSCS_16_pit_stop 2010_Kansas_Oct_NSCS_checkered_flag 2010_Kansas_Oct_NSCS_Greg_Biffle_burnout 2010_Kansas_Oct_NSCS_Greg_Biffle_Victory_Lane Web OnTheBubbleNSCS2010_29Kansas

August 23 2010

18:01

NASCAR: Analyse Bristol August 2010

Bristol hatte an diesem Wochenende vieles zu bieten: Ein Jubiläum, packende Rennaction auf der sehr kurzen, aber stark überhöhten Betonbahn inklusive einiger Kaltverformungen und am Ende sogar einen Rekord. Vermisst habe ich aber so ein wenig die Spannung, denn Kyle Busch dominierte das Cup-Rennen, indem er über die Hälfte der Renndistanz in Führung lag.

Es war das hundertste Cup-Rennen auf dem Bristol Motor Speedway, welches Kyle Busch einen bisher einzigartigen Rekord ermöglichte: Als erster NASCAR-Pilot gelang ihm das Triple, denn er konnte in Bristol sowohl das Truck-Rennen, als auch den Nationwide-Series-Lauf sowie das „Irwin Tools Night Race“ der Sprint Sup Series innerhalb einer Woche für sich entscheiden. Damit setzte er eine Marke, die vermutlich außer von ihm selbst nicht so schnell egalisiert werden wird. Neben Kyle Busch startet nämlich nur Kevin Harvick ähnlich regelmäßig bei allen drei nationalen Rennserien am selben Wochenende auf derselben Strecke. Im Cup lag er dabei sagenhafte 282 von 500 Runden in Führung.

Zunächst führte Polesitter Jimmie Johnson das Feld zur grünen Flagge und konnte sich auch bis zum Ende des ersten „fuel runs“ gegen die Konkurrenz durchsetzen. Dann war jedoch Kyle Busch in der Spitze angekommen, nachdem er im Qualifying nur den 19ten Startplatz ergattern konnte. In Runde 172 übernahm Busch die Führung vom Kalifornier und die #48 konnte diese auch nur noch einmal kurz während einer Gelbphase aufgrund eines besseren „pit stalls“ in der Boxengasse zurückerobern. Nach der fünften Caution gegen Mitte des Rennens war es dann um Jimmie Johnson geschehen, als Juan Pablo Montoya ihn beim Restart in die Mauer drehte. Bis dahin hielt Johnson allerdings mit und machte Kyle Busch als direkter Verfolger Druck. Die anschließende Reparaturpause brachte dem viermaligen Meister am Ende 85 Runden Rückstand ein, was Platz 35 bedeutete.

Im Großen und Ganzen hat sich die Performance von Hendrick Motorsports aber wieder leicht zum Positiven gedreht, denn Johnson hielt sich bis zur Rennhälfte auf Platz 2 und die Veränderungen am Auto während der hereinbrechenden Dunkelheit haben sich daher ausgezahlt. Vielleicht hätte Jimmie den überragenden Kyle Busch nicht mehr am Sieg hindern können, doch ein Top5-Ergebnis wäre allemal drin gewesen. In zwei Wochen wird Atlanta zeigen, ob die Abstimmungsprobleme bei der #48 ein Ende haben. Johnsons Teamkollegen Jeff Gordon und Dale Earnhardt fuhren unauffällig auf Platz 11 bzw. 13. Beide hielten sich den ganzen Abend über solide in den Top10, mussten gegen Ende aber Handling-Probleme hinnehmen. Schlimmer erwischte es Mark Martin, der musste im Kampf um die Chase-Qualifikation einen Rückschlag hinnehmen: Die Handling-Probleme verfolgen das Team mit der #5 weiterhin und mehr als Rang 23 war am Ende nicht drin.

Circa 100 Runden vor Schluss kam dann noch einmal Bewegung ins Rennen: Jamie McMurray brachte sich als möglicher Siegkandidat ins Rennen, als er Kyle Busch auf der Strecke überholen konnte. Vor der finalen Caution standen die letzten Boxenstopps unter grüner Flagge an, zu denen die beiden Führenden gemeinsam abbogen. Dabei beharkten sie sich ein wenig, was letztendlich den lachenden drittplatzierten David Reutimann freute, der nach Abschluss der Rotation an der Spitze lag. Doch auch die #00 konnte nichts gegen Busch ausrichten und so setzte sich Kyle 15 Runden nach dem Restart in Umlauf 429 wieder in Führung. Damit war das Rennen gelaufen, denn in den letzten 71 Runden passierte nichts Rennentscheidendes mehr. Busch holte sich ungefährdet seinen dritten Saisonsieg und zog damit auf der Chase-Setzliste mit Kevin Harvick gleich. Davor befinden sich nur noch Denny Hamlin und Jimmie Johnson mit jeweils fünf Erfolgen 2010.

David Reutimann und Jamie McMurray komplettierten die Top3, was für beide ein Wahnsinnsergebnis darstellt und ihre Chase-Qualifikations-Chancen beträchtlich erhöht. Bei noch zwei zu fahrenden Rennen bis zu den Playoffs stellen 100 bzw. 155 Punkte Rückstand auf Platz 12 allerdings eine schwere Aufgabe dar. Diesen Platz hält derzeit Clint Bowyer und der konnte mit einem vierten Platz im Rennen seinen Vorsprung auf Platz 13 weiter ausbauen. Kasey Kahne fuhr unauffällig auf Rang 5 und platzierte sich damit noch vor Reutimann mit 136 Zählern Rückstand zum Chase.

Die Top10 komplettierten Ryan Newman, Juan Pablo Montoya, Greg Biffle, Kurt Busch und Matt Kenseth. Carl Edwards kam zwischen Jeff Gordon und Dale Earnhardt Jr auf Rang 12. Der Meisterschaftsführende Kevin Harvick wurde 14ter. Für ihn geht es bei bereits fester Chase-Qualifikation jetzt eigentlich nur noch darum, soviele Rennen wie möglich zu gewinnen, koste es was es wolle. Diese Strategie gilt ab sofort auch für Jeff Gordon, der in Bristol sein Playoff-Ticket gelöst hat und dringend einen Sieg für die Setzliste im Chase benötigt. Das könnte in Atlanta und Richmond bei mindestens zwei Fahrern, die volles Risiko gehen, nochmal spannend werden.

Die Ergebnisse der anderen Chase-Fahrer:
- Tony Stewart landete nur auf Rang 27 mit sechs Runden Rückstand, weil er nach einem Mauerkuss sein Handling vergessen konnte.
- Denny Hamlin erwischte es ähnlich hart wie Jimmie Johnson, denn etwa gegen Rennmitte musste die Antriebswelle repariert werden, was Hamlin insgesamt 27 Runden kostete. Am Ende fuhr er einen Rang vor Johnson auf Platz 34.

Das aLinks zur Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung inklusive weiterer Statistiken bei Jayski.com habe ich hier auch noch eingefügt.

Am nächsten Wochenende macht der Sprint Cup die letzte Pause in diesem Jahr, bevor das letzte Saisondrittel an einem Stück absolviert wird. Die Nationwide Series fährt am Sonntagabend zur besten Sendezeit ab 20 Uhr auf ESPN2 ihr letztes Rundkursrennen in Montreal, Kanada. Dort sind natürlich wieder einige bekannte Namen dabei: Unter anderem fahren Jacques Villeneuve (für Braun Racing in der #32), Patrick Carpentier (für Michael Waltrip Racing in der #00), Robby Gordon (im eigenen Team), Ron Fellows (für JR Motorsports in der #88), Nelson Piquet Jr. (vermutlich für Baker-Curb Racing), Max Papis (für Kevin Harvick in der #33) und natürlich Marcos Ambrose (für JTG-Daugherty Racing in der #47). Dazu kommen wie immer die Nationwide-Regulars aus dem Cup: Carl Edwards, Brad Keselowski und Paul Menard.

Schon in der Nacht von Freitag auf Samstag sind die Trucks auf dem Chicagoland Speedway unterwegs, SPEED überträgt für Nachteulen ab 2:30 Uhr. Die endgültigen Entry-Lists offenbaren dann bei Erscheinen auch, wo Kyle Busch am Wochenende unterwegs sein wird.

Wichtig noch: Brian Vickers musste sich a

July 12 2010

16:00

NASCAR: Analyse Chicagoland Juli 2010

Auf dem Chicagoland Speedway wurde nach Daytona das zweite Märchen in dieser Saison geschrieben. Jimmie Johnson dominierte zunächst und fiel nach einem Dreher zurück. Dafür ergriff David Reutimann die Chance und holte sich seinen ersten selbst herausgefahrenen Cup-Sieg.

Das Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag war sicher nicht das spektakulärste, kann aber dennoch als eines der schönsten in letzter Zeit bezeichnet werden. Da wurde endlich mal wieder eine Geschichte geschrieben, wie sie traumhafter nicht sein kann: David Reutimann gewann im letzten Jahr das prestigeträchtige Coca-Cola 600 in Charlotte. Jedoch kam dieser Sieg nicht aus eigener Kraft zu Stande, sondern der Wettergott sorgte gemeinsam mit einem riskanten Strategiespiel für Reutimanns ersten Sprint-Cup-Sieg. Lange musste er sich, wie er selbst zugab, fragen lassen, ob er denn auch aus eigener Kraft gewinnen könne. In Chicago war es dann endlich soweit:

Zunächst verabschiedete sich Jimmie Johnson gegen Rennmitte nach einigen der bei ihm so seltenen Fehler aus der Spitzengruppe. Damit war der Weg für Mr. „I love Love“ frei, denn weder Jeff Gordon noch Carl Edwards konnten das Märchen verhindern – sogar NASCAR hielt die Füße still und verzichtete in den letzten Runden nach einer langen Grünphase auf mysteriöse Debris-Cautions. Mike Helton gratulierte dem Sieger sogar anschließend in der „victory lane“. Hätten Jeff Gordon oder Carl Edwards wenige Runden vor Schluss geführt, dann bin ich mir sicher, dass irgendwo ein Staubkörnchen von den Offiziellen gefunden worden wäre, um das Feld für ein spannendes Finale zusammenzuführen. Die Reutimannsche Cinderella-Story war nun aber freilich genug Spannung am Ende des Rennens.

Dann folgten mit der Siegeszeremonie samt vorangegangenem „burnout“ Szenen, in denen alle Beteiligten ihren Emotionen freien Lauf ließen. Die „donut“-Versuche des nun zweifachen Cup-Siegers wirkten durch die überschwängliche Freude lange nicht so professionell wie die der alten „victory lane“-Hasen, während Crew Chief Rodney Childers einfach nur sprachlos war und beinahe in Tränen ausbrach. Auch David Reutimann selbst musste beim Siegerinterview zunächst inne halten und realisieren, was ihm da gerade gelang. Es war wirklich wunderschön anzuschauen, wie sonst so medial-abgeklärte Menschen aus der eigentlich routinemäßigen Sponsor-Huldigung ausbrechen und wirklich echte Freude zeigen. Zuletzt gesehen habe ich das beim Daytona 500, als Jamie McMurray zuerst ehrfürchtig den Rasen des Infields küsste, um danach gegen die Tränen zu kämpfen. Es war zwar schon sein vierter Cup-Sieg, aber er hatte gerade das Daytona 500 gewonnen.

Das ist es, warum wir alle den Motorsport lieben und schauen. Das sind die Geschichten, welche heutzutage leider viel zu selten geschrieben werden. Mich freut es für David Reutimann und Rodney Childers, der laut seinem siegreichen Piloten mit einer Top-Strategie die Wende gebracht habe. Ebenso gönne ich es Michael Waltrip Racing, das nach dem schweren Start 2007 nun endlich in Reichweite der Top-Teams vom Schlage eines Hendrick, Gibbs oder Roush angekommen ist. Viel schöner hätte es nur noch werden können, wenn der Teamchef auch im Bild zu sehen gewesen wäre und sein Bruder Darrell Waltrip das Rennen an Kyle Pettys Stelle kommentiert hätte. Dann wären sicher noch ein paar mehr Tränen geflossen. Zwar habe ich MWR in der Vorschau vor dem Wochenende als Geheimtipp ausgewiesen, ein Sieg wäre mir aber nicht in den Sinn gekommen. Ich dachte eigentlich mehr an die Top5/Top10. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten! … auch dafür dass wir TNT nun wieder los sind.

Klarer Favorit war für mich eigentlich Jimmie Johnson, der auch sofort in Führung ging

Wer stand wirklich auf meiner Siegerliste? Beim Tippspiel war Jimmie Johnson mein klarer Favorit und am Ende führte er ja auch die meisten Runden. Ohne zwei Fehler wäre das Rennen vielleicht ganz anders ausgegangen. Schon in der ersten Runde war der Pole-Mann Jamie McMurray nämlich seine Führung an Johnson losgeworden. Eine kurze Gelbphase nach dem Mauerkontakt von David Stremme änderte nicht viel an der Reihenfolge in der Spitzengruppe. Jimmie Johnson führte vor dem ebenfalls stark agierenden MWR-Fahrer Martin Truex Jr, Jamie McMurray, Greg Biffle und… David Reutimann. Kurz vor Runde 100 war es dann Zeit für die ersten Boxenstopps unter grüner Flagge, bei denen Johnson das erste von zwei Missgeschicken passierte: Beim Anbremsen der „pit lane“ sorgte eine ungünstige Einstellung der Bremsbalance in Kombination mit einem spendablen Bremsfuß für einen wilden Slide an der Einfahrt vorbei.

Circa sechs Sekunden dürfte diese Aktion den viermaligen Meister gekostet haben, der erneut beschleunigen musste, um seine Boxencrew in der nächsten Runde zu beehren. All das hielt die #48 aber keineswegs auf, in Runde 129 war Johnson bereits an der Spitze zurück und griff Jamie McMurray auf der Innenseite an – währenddessen fanden findige NASCAR-Offizielle Trümmer in Turn 2. Bei den folgenden Boxenstopps etwa zur Rennhalbzeit holten sich etliche Fahrer zusätzlich zu vier neuen Reifen und Benzin auch umfangreiche Chassis-Verstellungen und Luftdruck-Veränderungen ab. Jimmie Johnson schienen die „adjustments“ nicht geholfen zu haben, denn schon beim Restart geriet er mit Martin Truex Jr aneinander und drehte sich ins Infield. Truex hatte die #48 allerdings nicht berührt und auch sein Spotter konnte im Anschluss keine Kratzer an der #56 erkennen.

Johnson nutzte die Gelbphase, welche er ausgelöst hatte, um seinen Kühlergrill säubern und den Zustand des Splitters überprüfen zu lassen. Im Zuge dessen fiel er auf Platz 24 zurück und konnte sich davon nicht mehr erholen. In Runde 140 führte Jamie McMurray das Feld beim Restart an, hatte aber offensichtlich nicht das Auto für „long runs“. 26 Umläufe später zogen erst Jeff Gordon und später auch David Reutimann am Polesitter vorbei. Vor der folgenden Gelbphase in Runde 180 trat Jimmie Johnson noch einmal in Erscheinung, als er mit seinem Wagen die Mauer streifte und ein nötig gewordener Reifenwechsel den Kalifornier auf Rang 33 mit Rundenrückstand zurückwarf. Hinterher stellte sich heraus, dass die #48 diesen Umstand einem schleichenden Plattfuß zu verdanken hatte: Jimmie Johnson im Pech – äußerst ungewöhnlich!

Die erwähnte Caution löste Bill Elliott aus, der sich ohne Fremdeinwirkung auf der Strecke drehte und etliche Sekunden später von Robby Gordon „ge-T-boned“ wurde. Was die Aktion des Driver-Owners sollte, ist mir nach wie vor rätselhaft: Alle umliegenden Fahrer hatten bereits ihr Tempo verringert und wählten den Apron für eine sichere Passage des immer noch seitwärts rutschenden Wracks von Elliott. Als die #21 fast zum Stillstand gekommen war, rauschte plötzlich Gordon unmerkbar verlangsamt auf der oberen Linie heran und versenkte seinen Camry mit ordentlichem Getöse in Elliotts Beifahrertür.

Zwar war Robby Gordon hinterher schlauer und wusste zu berichten, dass beide Teams eigentlich finanziell nicht gerade in der Lage dazu seien, ihre Autos ohne größere Konsequenzen in Schrott verwandeln zu können. Jedoch bleibt damit unerklärt, warum er noch auf dem Gas stand, während alle anderen Fahrer für die Caution verlangsamt hatten. Die späte Notbremsung inklusive stehender Reifen machte den Einschlag vermutlich auch nicht mehr weicher für beide Piloten. Gordon muss sich nun fragen lassen, ob er noch das nötige Sicherheitsdenken hat, um weiterhin im Cup zu fahren. Es kann nicht sein, dass er da so spät bremst und seine Gesundheit und die von Bill Elliott fahrlässig aufs Spiel setzt. Hat vielleicht sein Spotter gepennt?

Die entscheidende Phase dominierte Reutimann nach einem kurzen Jeff-Gordon-Gastspiel

In Runde 189 begann dann die entscheidende Phase des Rennens, nachdem alle Fahrer zum vorletzten Mal die Boxengasse ansteuerten. Jeff Gordon führte das Feld beim Restart an, gefolgt von Clint Bowyer, Jamie McMurray, David Reutimann und Carl Edwards. Klar war zu diesem Zeitpunkt: Bis zum Ende in Runde 267 würde man nicht durchfahren können, ein weiterer Boxenstopp würde noch zu absolvieren sein. In Umlauf 213 zeigte sich die zuvor gelobte Abstimmungsarbeit von Rodney Childers, denn David Reutimann war von Platz 4 an Jeff Gordon vorbei in Führung gestürmt. Den Platz an der Sonne musste er nur noch einmal bei den letzten Stopps unter grüner Flagge abgeben, bevor er endlich seinen ersten selbst herausgefahrenen Sieg einstreichen konnte. Carl Edwards zog zwar noch an Gordon vorbei und sicherte sich einen zweiten Rang, Reutimann war zu diesem Zeitpunkt allerdings zu weit enteilt und konnte trotz Vibrationen den Abstand noch vergrößern.

Die Top10 komplettierten Clint Bowyer, Jamie McMurray, Kasey Kahne, Jeff Burton, Denny Hamlin, Tony Stewart und Paul Menard – Martin Truex Jr landete am Ende auf Platz 11. Juan Pablo Montoya war zunächst lange Zeit auf Top10-Kurs, bekam aber Probleme mit dem Wagen. Glücklicherweise konnte er die Reparaturpausen in die Gelbphasen legen, sodass er keine Runde verlor und das Rennen auf Rang 16 beendete. Jimmie Johnson arbeitete sich mit einer Runde Rückstand noch bis auf Platz 25 vor. Farblos blieben Mark Martin (15.), der momentan mit einer kleinen Formkrise zu kämpfen hat, Kyle Busch (17.), Dale Earnhardt (23.) und Kurt Busch (26.). Busch kam mit dem Handling seiner blauen #2 zeitweise gar nicht zurecht, was die Crew zu ungewöhnlichen Maßnahmen verleitete: ein kompletter Tausch der vorderen Stoßdämpfer.

Ganz schlecht lief es für Kevin Harvick (34.) und Greg Biffle (35.): Der Meisterschaftsführende Harvick musste mit einer defekten Benzinpumpe vorzeitig die Garage ansteuern, konnte nach einer Reparaturpause aber wenigstens Schadenbegrenzung betreiben. Biffle gelang das leider nicht, denn sein explodierter Ford-Motor (übrigens der neue FR9, den seit Daytona alle Ford-Teams fahren) besaß nur noch Schrottwert. Die meisten Runden führten die vier größten Siegkandidaten Jimmie Johnson (92), Jamie McMurray (72), David Reutimann (52) und Jeff Gordon (47). Carl Edwards konnte zwei Umläufe an der Spitze des Feldes bleiben, Clint Bowyer und Juan Pablo Montoya jeweils eine Runde.

Harvick führt noch in der Punktetabelle, Earnhardt Jr muss erneut Anlauf für den Chase nehmen

In der Meisterschaftswertung, die auf der NASCAR-Media-Seite noch nicht grafisch aufbereitet zur Verfügung stand, führt nach wie vor Kevin Harvick, allerdings nur noch mit 103 Punkten vor Jeff Gordon und Jimmie Johnson (-188). Denny Hamlin (-203) zog an Kurt Busch (-221) vorbei, hinter dem sein Bruder Kyle lauert (-257). Jeff Burton (-280) konnte einen Rang von Matt Kenseth (-299) gewinnen, bevor Tony Stewart (-356) unverändert auf Platz 9 rangiert. Die beiden Fords von Carl Edwards (-400) und Greg Biffle (-453) liegen schon mehr als 400 Punkte hinter Harvick. Neu in den Top12 ist nach seinem Top5-Ergebnis Clint Bowyer (-459), der Dale Earnhardt Jr (-474/-15) wieder rausgekegelt hat. Innerhalb von 100 Punkten verfolgen außer Junior noch Mark Martin (-22), David Reutimann (-96) und Ryan Newman (-99) den Chase.

Bei den „owner points“ hat sich die Situation etwas beruhigt, denn wer nun nicht raus aus den oder gerne rein in die Top35 möchte, der muss schon mehr als 100 Punkte verwalten:
32. #7 Robby Gordon (Robby Gordon) +173 Punkte
33. #34 Bob Jenkins (Kevin Conway) +132 Punkte
34. #71 Kevin Buckler (Landon Cassill) +128 Punkte
35. #37 Doug Yates (David Gilliland) +108 Punkte
—————————————————————————-
36. #26 Bill Jenkins (David Stremme) -108 Punkte
37. #38 Doug Yates (Travis Kvapil) -156 Punkte

Am nächsten Wochenende findet ausnahmsweise mal kein Cup-Rennen statt, ich melde mich deshalb in alter Frische für die Indianapolis-Vorschau eine Woche drauf zurück. Trotzdem kann NASCAR geschaut werden, denn Nationwide Series und die Trucks sind gemeinsam auf dem Gateway International Raceway in Madison, Illinois unterwegs. Das 1,25-Meilen-Oval mit zwei unterschiedlich großen Turns liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Bundesstaates Illinois von Chicago aus gesehen. Turn 1 & 2 haben 11° Banking und erinnern an den New Hampshire Motor Speedway, während Turn 3 & 4 mit 9° überhöht dem Phoenix International Raceway nachempfunden sind. Außerdem unterscheiden sich die Kurvenradien, was der Strecke eine Ei-Form ähnlich Darlington verleiht; der Besitzer ist Dover Motorsports. Die Trucks fahren in der Nacht von Freitag auf Samstag ab 2:30 Uhr auf SPEED. Die Nationwide Series ist eine Nacht später ab 1 Uhr auf ESPN2 zu sehen.

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June 02 2010

17:11

NASCAR: Analyse Charlotte Mai 2010

Beim Coca-Cola 600 sicherte sich Kurt Busch in dominanter Manier seinen zweiten Saisonsieg und festigte damit seine Chase-Platzierung. In 4h:08min:20sek war diese Ausgabe des längsten NASCAR-Saisonrennens mit nur acht Cautions während der 400 Runden schnell absolviert.

Kurt Busch hatte in diesem Rennen, welches sich durch viele „green flag runs“ auszeichnete, eigentlich zu jeder Zeit das perfekte Auto. Die Gelbphasen lagen für den Fahrer der blauen #2 so günstig, dass er während 252 der 400 Runden in Führung lang. Zwar führten noch 16 andere Fahrer bei insgesamt 33 Führungswechseln das Feld an, doch das sind bis auf wenige Ausnahmen die normalen Verschiebungen bei den Boxenstopps unter grüner Flagge gewesen. Eigentlich hatten außer Kurt Busch nur vier andere Piloten eine ernsthafte Chance auf den Rennsieg: Jamie McMurray, Jimmie Johnson, Kyle Busch und David Reutimann.

Der Polesitter Ryan Newman wurde bereits nach elf Runden von Kurt Busch gefressen und landete am Schluss auf dem neunten Platz. Auch Dale Earnhardt Jr konnte 50 Runden vor dem Ende noch zehn Umläufe anführen, was jedoch an einer veränderten Boxenstrategie lag. Alle Fahrer absolvierten den letzten „green flag stop“ schnellstmöglich, nachdem sie rechnerisch im Benzinfenster für den finalen Run angekommen waren, um mit neuen Reifen schneller unterwegs zu sein. Da aber zu diesem Zeitpunkt noch Sprit für zehn Runden im Tank war, konnte Earnhardt wenigstens einige Führungskilometer schnuppern, bevor er dann am Ende der Führungsrunde auf Platz 22 abgewinkt wurde.

Das Rennen startete wie erwähnt mit dem Führungsverlust von Ryan Newman an Kurt Busch in Runde 12. Der erste „fuel run“ war nach 50 Umläufen beendet und unter grüner Flagge standen die ersten Boxenstopps an, welche für einige Teams die herbeigesehnte Möglichkeit zur Veränderung des Autos bot. Es zeigte sich nämlich, dass viele Wagen ziemlich „loose“ unterwegs waren und wohl erst in der hereinbrechenden Dunkelheit besser funktioniert hätten. Auch Jimmie Johnson konnte das Übersteuern nie so ganz loswerden, was später auch das Ende seines Rennens bedeuten sollte. In Runde 61 erwischte es dann wie so oft einmal wieder Juan Pablo Montoya, der übersteuernd abflog. Er konnte die #42 zwar noch wieder fangen, schlug aber mit der linken Front an die innere SAFER-Barrier, was ihn dann zu einer längeren Zwangspause in der Garage zwecks Splitter-Wechsel zwang.

Da der letzte Reifenwechsel zu diesem Zeitpunkt noch nicht so weit zurücklag, zogen einige Teams nur zwei neue Reifen auf, während Denny Hamlin gleich gar nicht erst an die Boxen fuhr. Eine Runde später setzte Kurt Busch dann seine Dominanz fort und schnappt sich erneut die Führung, welche anhielt bis Marcos Ambrose in Runde 91 sein Auto in der Mauer versenkte. Nun kam zum ersten Mal Jimmie Johnson ins Spiel, der nach den folgenden Boxenstopps als Erster wieder auf die Strecke zurückkehrte. Kurt Busch musste jetzt zum einzigen Mal zurückstecken, denn es gelang ihm nicht, Johnson sofort nach der grünen Flagge zu überholen. Das Duell dauerte zwar einige Runden, aber letztendlich musste Busch sich dem Dauermeister geschlagen geben. 15 Umläufe später berichtete Jimmie Johnson seinem Crew Chief Chad Knaus wieder von einem übersteuernden Auto, was dieser allerdings in Anbetracht der bald untergehenden Sonne nicht negativ bewertete.

Damit sollte er aber nicht Recht behalten, denn Johnsons Spiel war im Grunde genommen jetzt schon vorbei. Seinen mehrsekündigen Vorsprung war er in Runde 130 dann endgültig los, als sich beide Busch-Brüder an der strauchelnden #48 vorbeischoben. Zwanzig Umläufe später standen erneut „green flag stops“ auf dem Plan und Kyle Busch bekam 15 Runden lang den Platz an der Sonne, den eigentlich sein Bruder gebucht hatte – bei den Boxenstopps war die Crew der #18 aber schneller am Werk. Dann kam es nämlich zum ersten Zwischenfall, der einen übersteuernden Jimmie Johnson involviert sah. Während er sich im Ausgang von Turn 4 fast von der Strecke drehte, schickte er Denny Hamlin zum Rasenmähen ins Infield, wobei sich dieser den Splitter beschädigte. Bei den folgenden Boxenstopps warf dann Kyle Busch fast sein Rennen weg, als er nach dem Stopp mit Brad Keselowski kollidierte.

Dann begann nach dem Restart in Runde 172 die gähnende Langeweile im Mittelteil des Rennens: Nach einer Debris-Caution (Runde 213) war zwar Clint Bowyer kurz vorne, aber eben nur für eine Runde bevor Kurt Busch die blaue #2 wieder an die Spitze verfrachtete. Bei den „green flag stops“ nach weiteren 50 Umläufen war dann plötzlich Matt Kenseth vorne, weil er zuerst auf neue, schnellere Reifen wechselte. Dieser kluge Schachzug zahlte sich allerdings nur drei Runden lang aus, denn nun war Jimmie Johnson wieder an der Reihe; dieses Mal aber damit, seinen übersteuernden Chevrolet gänzlich zu zerlegen. Nach der grünen Flagge in Runde 277 hatte Kurt Busch erneut nach einem Umlauf die Führung zurückerobert. Spätestens hier zeigte sich, dass Buschs Auto auf den „short runs“ unschlagbar war.

Gegen Ende hätte dann nur noch Jamie McMurray den Busch-Dodge stoppen können

Jedoch ging es nun bereits auf das Finale zu und aus dem Verfolgerfeld schickte sich der letzte Gegner von Kurt Busch an diesem Abend an, dem Dodge von Roger Penske Konkurrenz zu machen. Wie beim Indy 500 hieß es nun: Ganassi gegen Penske! Da aber Montoya bekanntlich schon aus dem Rennen war, bleibt es an Jamie McMurray hängen, dem siegreichen IndyCar-Teamchef auch noch einen Erfolg beim Coca-Cola 600 zu schenken. In Runde 299 zeigte McMurray, dass die #1 auf den „long runs“ gegen Ende hin unschlagbar war. Lediglich 20 bis 30 Runden kostete es McMurray in der Folge, Kurt Busch immer wieder die Führung abzuluchsen. Jetzt stellte sich nur noch die Frage, wie lange wohl der letzte Run des Rennens gehen würde, denn das war für den Ausgang zwischen Busch und McMurray entscheidend.

In kurzer Folge verabschiedeten sich daraufhin zunächst Robby Gordon und dann Greg Biffle in die Mauer, bevor sich das Spiel zwischen Busch und McMurray von Runde 313 über den Führungswechsel in Runde 339 bis zu den letzten Boxenstopps unter grüner Flagge 50 Umläufe vor Schluss wiederholte. Wie bereits erwähnt führt hier Dale Earnhardt Jr noch kurzzeitig zehn Runden, bevor Jamie McMurray wieder übernahm. Sollten die letzten 50 Runden nun tatsächlich unter Grün beendet werden, so wäre der #1 von Chip Ganassi wohl der Sieg nicht mehr zu nehmen gewesen, da Kurt Buschs Wagen im späteren Verlauf der Runs immer an Speed verlor, während McMurray noch zulegen konnte.

Doch dann kam es tatsächlich noch zu einer Caution, weil Marcos Ambrose seinen Toyota wie so viele Fahrer an diesem Abend in die Mauer schickte. Kurt Busch nahm für das Finale noch einmal zwei neue Reifen mit und Jamie McMurray verlor an der Box ein paar Positionen. Jeff Gordon und Mark Martin blieben draußen und sicherten sich wertvolle „track position“, die ihnen schließlich noch Top6-Ergebnisse sicherte. Nach der ersten Runde des nun folgenden, 19 Runden lagen Shootouts hatten sich Kurt Busch (von Platz 4) und Jamie McMurray (von Rang 6) schon wieder an die Spitze gesetzt. Nun stellte sich nur noch die Frage, ob der Chevy von McMurray innerhalb dieser kurzen Distanz schon wieder auf volle Touren kommen würde.

Am Ende kam Jamie McMurray jedoch nur bis auf 0,737 Sekunden an den Rennsieger Kurt Busch ran, der damit seinen ersten Erfolg beim Coca-Cola 600 feiern durfte. Roger Penske bekam somit noch seine Revanche an Chip Ganassi für das verlorene Indy 500. Die Top5 komplettierten Kyle Busch, Mark Martin und ein starker David Reutimann. Auf den Plätzen 6-10 landeten Jeff Gordon, Clint Bowyer, der beste Ford mit Paul Menard, Ryan Newman und Matt Kenseth; der Tabellenführer Kevin Harvick fuhr in einem unauffälligen Rennen Platz 11 ein. Viele Top-Fahrer wie Kasey Kahne, Tony Stewart, Carl Edwards und Denny Hamlin waren kaum im Bild und mussten sich mit einem Top20-Ergebnis zufrieden geben.

Auch Martin Truex Jr, der über weite Strecken in den Top5 unterwegs war, kam am Ende nicht über Rang 23 hinaus. Jeff Burton hatte ebenfalls kein Glück und beendete das Rennen letztlich mit einer Runde Rückstand auf Position 25. Ganz schlecht schnitten die RedBulls ab: Im gesamten Rennen nicht zu sehen und mit mehreren Runden Rückstand nur am Ende der Top30 klassifiziert. Außer den fünf am Anfang genannten Fahrern, hatte keiner etwas mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Es hat mich dann doch überrascht, dass ausgerechnet die so schwach vertretene Dodge-Truppe und das eher vom Pech verfolgte Earnhardt-Ganassi Racing sich im Finale um den Rennsieg stritten.

Harvick führt weiterhin die Meisterschaft an / Cockpittausch bei Front Row bewährt sich

In der Fahrerwertung musste sich Martin Truex Jr wieder aus den Top12 verabschieden, dafür ist nun Ryan Newman nach einem Top10-Ergebnis vorläufig für den Chase qualifiziert. Clint Bowyer und Jamie McMurray konnten Plätze auf den Chase gutmachen, während Tony Stewart zwei Ränge abgeben musste. In den Top12 ging es für Rennsieger Kurt Busch und Jeff Gordon gleich einige Plätze nach vorne. Dagegen rutschte Jimmie Johnson nach seinem erneuten De-facto-DNF drei Plätze ab. Die Pechsträhne des amtierenden Meisters scheint sich mit dem vierten Ergebnis schlechter als Platz 30 fortzusetzen. An der Spitze steht nach wie vor Kevin Harvick, der durch extreme Konstanz die Tabellenführung hält. Nach 13 Rennen hat er zwar erst einen Sieg, aber schon neun Top10-Ergebnisse auf dem Konto. Dahinter lauert Kyle Busch nun als ernsthafter Herausforderer.

Chancen auf den Chase haben unter dem in der Grafik aufgelisteten Jamie McMurray noch Tony Stewart (-27), Dale Earnhardt Jr (-54), Joey Logano (-86) und mit Abstrichen vielleicht David Reutimann (-125). Auf Platz 20 und 21 folgen dann Juan Pablo Montoya und Kasey Kahne, für die es mit 176 bzw. 183 Punkten Rückstand vermutlich bereits zu spät ist. Das wiederholte Pech Montoyas sowie die andauernde Unterperformance bei Richard Petty Motorsports werden 2010 wohl größere Erfolge verhindern. Doch bei Jimmie Johnson hat man zuletzt gesehen, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Die beiden letztjährigen Chaser können vielleicht noch mit Einzelsiegen auf sich aufmerksam machen, das Potenzial dazu haben zumindest beide Fahrer.

Bei den Owner Points hat sich wieder etwas gedreht, denn nach Charlotte findet sich plötzlich Robby Gordon außerhalb der Top35 wieder. Nach dem genialen Fahrertausch bei Front Row Motorsports brachte David Gilliland die #38 wieder zurück „on the bubble“ und auch Travis Kvapil konnte in der #37 vor Gordon ins Ziel kommen. Rookie Kevin Conway holte in Charlotte weniger Punkte als Gordon und macht sich auf, den Vorsprung der #34 auf Platz 36 wieder zu dezimieren. Die Punktetabellen sehen dann letztendlich so aus:

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