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September 06 2012

16:15

Formel Eins: Vorschau GP Italien 2012

Das wohl schnellste und kürzeste Rennen steht auf dem Programm. Monza ist eine einzige Hochgeschwindigkeitsorgie. Hinter den Kulissen wartet alles auf eine Entscheidung von Lewis Hamilton.

Schon fast traditionell verabschiedet sich die Formel Eins mit dem Rennen in Monza aus Europa. Die Strecke braucht man nicht mehr vorstellen und auf den ersten Blick sieht es nach einer leichten Strecke aus. Aber der Teufel liegt auch in Monza im Detail, bzw. in beiden Lesmo-Kurven und der Parabolica. Erstaunlich, wie viele Fehler man in diesen drei Ecken jedes Jahr sieht. Allerdings gewinnt und verliert man hier auch die Zeit, denn der Vollgasanteil in Monza beträgt atemberaubende 75%. 11% der Zeit steht man auf der Bremse, den Rest rodelt man durch die Kurven. Mit anderen Worten: Die Zeit holt man über die Traktion, die Kurvengeschwindigkeit und die Bremse. Und natürlich den Topspeed, denn man erreicht gleich vier Mal die 300er Marke, am Ende der langen Start/Zielgerade werden es so um die 330 km/h sein. Ohne DRS. Dementsprechend sind die Wagen klar im Vorteil, die einen guten Topspeed haben.

Doch ganz so einfach ist das nicht, wie man im letzten Jahr gesehen, als Red Bull gewinnen konnte. Der RB7 war auf der Geraden bis zu 12 km/h langsamer, Vettel gewann das Rennen dennoch. Möglich wurde dies durch den angeblasenen Diffusor und die flexiblen Frontflügel von Red Bull, die dem Wagen derartig viel Abtrieb geben gaben, dass Vettel einfach schneller aus den Kurven raus kam. Der Verlust beim Topspeed fiel dann nicht mehr ins Gewicht.

Der angeblasene Diffusor ist, ebenso die Flexi-Wings und das extreme Motor-Mapping sind aber Geschichte und wie man in Spa sehen konnte, hilft der Topspeed dann doch. Sichtbar war das ausgerechnet an den Telemetriedaten, die Hamilton gepostet hatte. Mit dem Heckflügel, der mehr Abtrieb erzeugte, verlor er die meiste Zeit die Kemmel Gerade hinauf, im zweiten Sektor holte er dann wieder auf. Für Monza bedeutet dies, dass die Teams alle Flügel abschrauben werden.

Schaut man sich die Geschwindigkeiten aus Spa an, sieht man, dass Ferrari sehr schnell war, aber grundsätzlich lag man dicht beieinander. Die TV-Bilder zeigten, dass Mercedes und Ferrari einen guten Topspeed hatten, McLaren fiel nicht weiter auf, aber Button lag ja auch die gesamte Zeit an der Spitze. Red Bull war nicht schlecht unterwegs, aber Webber und Vettel steckten oft im Windschatten und kamen trotzdem nicht vorbei. Lotus war ebenfalls nicht sonderlich schnell.

Dazu kommen noch Toro Rosso, Force India und Sauber, die auf den Geraden sehr gut unterwegs waren. Dementsprechend könnte man in Monza ein sehr gemischtes Starterfeld sehen, mit einigen Überraschungen auf den ersten Plätzen. McLaren scheint im Moment das beste Paket zu haben, das sollte in Monza auch nicht anders sein. Aber Sauber und Mercedes sind durchaus eine Gefahr, und das nicht nur in der Qualifikation. Pirelli spielt in Italien die sichere Karte und bringt wie in Spa die harte und medium Mischung an die Strecke. Das ist nachvollziehbar, besonders weil man ja nie weiß, wie heiss es in Monza wird. Die harten Mischungen liegen mittlerweile fast allen Autos, hier sollte es also keine großen Unterschiede geben.

Bei den Boxenstopps wird es keine Überraschungen geben: Wie schon immer, werden die meisten Teams mit einem Stopp auskommen, mehr macht aus zwei Gründen keinen Sinn. Zum einen ist der Zeitverlust zwischen den Medium und den Hart nicht sehr groß, er liegt bei 0,2 Sekunden und wird vermutlich geringer, wenn die Strecke genug Gummi hat. Zum anderen kostet ein Stopp in Monza richtig viel Zeit, weil man mit 80 km/h durch die Box schleicht, während die Konkurrenz mit 310 km/h draussen vorbei rauscht. Problematisch könnten aber die Temperaturen werden, es soll bis 30 Grad warm werden. Die Reifen werden in Monza wegen der hohen Geschwindigkeiten extrem belastet, es ist die einzige Strecke, auf der man schon mal Blasen auf den Reifen sehen kann. Die Teams werden vor allem am Freitagnachmittag austesten, wie lange man die Medium-Reifen fahren kann.

Insgesamt wird man sich auf ein spannendes und sehr enges Rennen einstellen können. Ich vermute, dass die Abstände sehr gering sein werden, dazu kommt, dass man, wie in Spa gesehen hat, mit den Wagen mittlerweile auch recht dicht in den Kurven an den Vordermann ranfahren kann. Der Einsatz von KERS und die DRS-Zone (Start-Ziel und zwischen der letzten Lesmo und der Ascari) werden entscheidende Bedeutung haben. Ein Auge sollte man auf Jerome D’ Ambrosio werfen, der den gesperrten Romain Grosjean ersetzt. Monza ist eine gute Strecke für einen Einsatz, zum dem kennt der ehemalige Marussia-Pilot die Strecke sehr gut. Man wird von ihm nicht erwarten, dass er in Q3 kommt, aber irgendwas um P10 herum wäre schon nett.

Es fällt schwer, einen Favoriten zu bestimmen. McLaren vielleicht, eventuell überrascht wieder einmal Sauber. Mercedes hat, wenn sie denn nicht wieder in Reifenprobleme kommen, eine Chance auf das Podium. Lotus wird sich schwer tun und ich vermute auch Ferrari. Ein Alonso-Sieg in Monza wäre für die Fans eine schöne Sache, aber die Chancen stehen eher nicht so gut.

Hinter den Kulissen bewegt sich auch einiges. Wie im Podcast schon besprochen, scheint Hamilton im Moment in ernsthaften Gesprächen mit Mercedes zu sein. Das macht für Hamilton sportlich gesehen auf den ersten Blick wenig Sinn. Langfristig betrachtet aber vielleicht schon. Der W03 ist nicht sonderlich gut, aber besteht kein Grund zur Annahme, dass das Team um Ross Brawn die Fehler nicht ausmerzen kann. Wie schnell sich die Gewichte in der F1 verschieben hat man in diesem Jahr gesehen. Dazu kommt, dass ab 2014 neue Motoren kommen, vermutlich will man dann in einem Werkswagen sitzen. Die Gerüchteküche besagt zu dem, dass Mercedes, dank arabischer Unterstützung, 25 Millionen pro Saison auf den Tisch legen will. Alle Seiten halten sich im Moment bedeckt, es gibt aber auch keine Dementis. An der Sache ist also mehr dran, als man denkt.

Gerüchte gibt es auch um Nico Hülkenberg (ebenfalls siehe Podcast). Meinen Informationen nach ist noch nichts fest, aber Ferrari sucht wohl einen Fahrer, der für ein Jahr Massa ersetzen kann. 2014 will man Perez in den Wagen heben und ihn als Alonso-Nachfolger aufbauen, der 2015 oder 2016 aufhören möchte. Für Hülkenberg ist das natürlich eine Chance, aber offenbar ist er im Moment sowieso sehr begehrt. Wenn Hamilton McLaren verlässt und die Briten nicht Räikkönen bekommen (Lotus hat das schon kategorisch ausgeschlossen), wird man an Hülkenberg interessiert sein. Oder Paul di Resta, aber der Deutsche macht im Moment im Rennen den besseren Eindruck. Sollte Räikkönen aber dennoch zu McLaren wechseln wollen (und können) steht der Deutsche wiederum wohl auch weit oben auf der Liste von Lotus. Bewegung wird in die ganze Sache aber erst reinkommen, wenn sich Hamilton entschieden hat.

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August 30 2012

15:00

Formel Eins: Vorschau Spa 2012

Nach vier Wochen Pause geht es endlich wieder los. Und das gleich auf einer Strecke, die die meisten Fahrer und Zuschauer lieben.

Spa – da braucht man eigentlich nicht viel zu sagen. Die Strecke ist mit Abstand das Beste, was es im gesamten Rennkalender zu sehen gibt. Neben Monza und vielleicht noch Silverstone ist Spa die letzte Traditionsstrecke im Kalender, der Rest stammt ja mittlerweile fast ausschließlich aus der Hand von Hermann Tielke. Spa stellt an die Chassis und die Reifen ganz besondere Anforderungen. Das ist auch der Grund, warum sich Pirelli dazu entschlossen hat die Mischungen Hart/Medium mit an die Strecke zu bringen. Die Belastungen, die die Reifen in Eau Rouge und Blanchiment aushalten müssen, ist sehr groß, dazu kommt, dass der Asphalt einen hohen Reiferverschleiß fordert. Die Pause und die Strecke in Spa macht eine Vorhersage relativ schwierig.

Zwar heißt es, dass die Teams die Fabriken zu machen müssen und alle Angestellten im Urlaub sind, aber wer glaubt, dass die leitenden Angestellten, besonders aus der Aero-Abteilung am Strand liegen, liegt wohl falsch. In Zeiten von Internet und Cloud-Computing dürfte das Arbeiten dann nach Hause verlagert haben. Ein ehemaliger Mitarbeiter eines Teams meinte neulich zu mir, dass vor allem Teams mit Anschluss zu einem Hersteller ihre wichtigen Angestellten im Sommer schlichtweg auslagern, andere haben angeblich Kooperationen mit Privatteams aus anderen Serien wie der ELMS, ALMS usw. Zumindest sollte es einen nicht wundern, wenn man in Spa bei allen Top Teams neue Teile am Wagen sehen wird. Nach dem Motto “Haben die in ihrer Freizeit zu Hause im Backofen gebastelt”.

Wer in Spa also die Nase vorne haben wird? Ich halte Ferrari für das Team mit dem momentan meisten Schwung, dass auch am effektivsten arbeitet. Alonso und Spa – das passt zu dem auch sehr gut. Probleme könnten Ferrari aber die harten Reifen bereiten, die man erst mal auf Temperatur bringen muss, um auf der Strecke Spaß zu haben. Das könnte die Italiener etwas zurückwerfen, auch wenn es immer noch für ein Podium reichen kann.

Spielen die Reifen und die vermutlich sehr moderaten Temperaturen um die 18 Grad also Red Bull in die Hände? Eindeutig, wie man in Silverstone schon sehen konnte. Auch wenn die Strecken sich unterscheiden, vor allem der zweite Teil von Spa ähnelt einigen Passagen in Silverstone dann doch schon. Und in England gewann bekannterweise ja Mark Webber, der Alonso einholen konnte, weil dessen Reifen eingingen. Sebastian Vettel und Red Bull gehören auf jeden Fall zu den Top-Favoriten in Spa. Aber dominant werden sie nict sein.

Ganz schwer einzuschätzen sind die McLaren. Die haben seit Deutschland komplett neue Seitenkästen und einen veränderten Auspuff, aber bisher sind sie damit noch nicht auf einer Strecke mit wirklich schnellen Kurven unterwegs gewesen. Schlechter als vorher werden die Briten nicht sein, aber wie gut die neuen Teile in Spa funktionieren werden, dafür braucht man wohl eine Kristallkugel.

Nicht vergessen darf man natürlich Lotus, das Überraschungsteam des Jahres. Kimi Räikkönen mag Spa, das ist bekannt, der E20 geht bisher auf allen Strecken gut, das sollte in Belgien nicht anders sein. Lotus muss sehen, dass man zu Beginn der zweiten Saisonhälfte schnell den ersten Sieg einfahren kann. Wenn man Räikkönen in eine aussichtsreiche Position in der WM bugsieren möchte, muss man Punkte gut machen. Das ist in Spa durchaus möglich, wenn Lotus denn auch mal die Strategie richtig hinbekommt. Bisher lag man entweder knapp daneben, oder man ging zu konservativ an die Sache ran. Lotus ist, wie in jedem Rennen, das “dark Horse”.

Von Mercedes darf man wohl nicht all zu viel erwarten. Zwar bringt man neue Teile mit nach Belgien, aber das wird die Performamce nicht an die Spitze führen. Ein Vorteil für Mercedes sind die harten Reifen, die Pirelli anliefert. Das wird Mercedes helfen, dazu ist Spa ja das zweite Wohnzimmer von Schumacher. Schön wäre es, wenn die Deutschen mal wieder ums Podium kämpfen sehen würde, ich bin da aber skeptisch.

Im Mittelfeld dürfte es wieder einen engen Kampf zwischen Sauber, Force India und Williams geben. Hier eine Vorhersage zu machen, ist komplett unmöglich, aber die Strecke sollte Force India durchaus liegen. Spannend wird auch zu sehen sein, ob Caterham und Torro Rosso einen Schritt nach vorne gemacht haben.

Ein entscheidender Faktor dürfte mal wieder das Wetter sein. Es könnte am Wochenende regnen, recht frisch wird es mit 16 bis 19 Grad auf jeden Fall. Das mit dem Regen in Spa ist ja auch immer so eine Sache. Es kann unten in La Source regnen, während es oben in Les Combes trocken ist. Oder umgekehrt. Dann wird das Rennen auf jeden Fall zu einer Lotterie, in der jeder gewinnen kann. Na gut, HRT vielleicht nicht.

Die DRS-Zone ist wie im letzten Jahr. Messpunkt etwas unglücklich zwischen La Source und Eau Rouge, Aktivierung nach der berühmten Passage die Kemmel Gerade rauf.

Ich bin Donnerstag in Spa, am Media-Day. Da ich auf Einladung von Ferrari vor Ort bin und mich mit dem Motorenchef des Teams, Mattia Binotto, unterhalten kann, hoffe ich ein paar interessante Infos mitzubringen. Die gibt es dann am Montag oder in einem Extra-Artikel.

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November 24 2011

17:30

Formel Eins: Vorschau GP 2011

Das letzte Rennen einer ungewöhnlich langen Saison steht auf dem Programm. In der WM geht es noch um zwei Entscheidungen.

Dass der Saisonabschluss wieder in Brasilien stattfindet, kann man nur begrüßen. So imposant die Anlange in Abu Dhabi auch sein mag, ein traditioneller Kurs, wie der von Sao Paulo macht doch dann irgendwie mehr Spaß. Interlagos ist etwas in die Jahre gekommen, besonders die Boxenanlage und Teile der Auslaufzonen, aber sie ist immer noch eine spektakuläre Strecke, die die meisten Fahrer auch mögen. Zudem ist der Kurs immer wieder für eine Überraschung gut, auch wenn es mal nicht um die Meisterschaft (2007/2008) geht. Im letzten Jahr stand, in einer etwas chaotischen Qualifikation, Nico Hülkenberg auf der Pole, und auch in diesem Jahr verspricht das Wetter eine große Rolle zu spielen, so dass das Rennen mehr oder weniger schwer vorherzusagen ist.

Klar ist – es geht mal wieder darum, die Red Bull zu schlagen. Vettel gewann hier im letzten Jahr vor Webber und Alonso, die beiden McLaren mit Hamilton und Button wurden auf die Plätze 4 und 5 verwiesen. Bei trockenen Bedingungen dürfte das Rennergebnis in diesem Jahr ähnlich aussehen, allerdings sind die McLaren deutlich stärker und vor allem Hamilton dürfte nach seinem Sieg in Abu Dhabi und seiner verkorksten Saison, noch auf einen weiteren Sieg scharf sein. Sollte das Wetter wieder wechselhaft sein, kann sein Geld vermutlich wieder auf Jenson Button setzen. Red Bull dürfte es schwerer haben, als ihnen lieb ist. Für Button ist das Rennen durchaus noch wichtig, der er kann Vize-Weltmeister werden. Er führt mit 10 Punkten vor Alonso, das sollte sich also, wenn es er keinen Unfall oder Defekt hat, für ihn ausgehen. Der “best of the rest” zu sein bringt McLaren und Button zwar auch nichts, ist aber ein ein halbwegs versöhnliches Ergebnis.

Mercedes wird sich dahinter einreihen, sollte Rosberg nicht ausfallen, wird er in der WM auch mal wieder vor Schumacher landen. Doch im Gegensatz zum letzten Jahr, ist die Sache in diesem Jahr etwas knapp. Rosberg hat 83, Schumacher 76 Punkte. Interessanterweise war die Saison von Mercedes 2011 noch schlechter, als 2010. Da konnte man in der 214 Punkte holen, dieses Jahr werden es selbst mit einem Doppelsieg in Brasilien maximal 202 Punkte. Im Moment steht man bei 159 Punkten. Dabei hatte ich eher den Eindruck, dass die Saison dieses gefühlt etwas besser lief.

Spannend wird es noch um Platz 6, 7 und 8 in der Team-WM. Stand ist dort folgender:

6. Force India 57
7. Sauber 42
8. Toro Rosso 41

Theoretisch kann man Force India noch abfangen, praktisch wird das schwer, da Sutil und di Resta in den letzten Rennen sehr gut unterwegs waren. Für Vijay Mallya wäre der 6. Platz ein tolles Ergebnis, immerhin ist man damit bestes Privatteam. Aber im Rennen sollte man Sauber und Toro Rosso im Auge behalten, für beide Teams geht es hier auch um sehr viel Geld, da die Team-Wertung auch festlegt, wie viel der Transportkosten übernommen werden und wie viel Anteil man an den TV-Geldern bekommt.

Vom Rennen darf man also durchaus etwas erwarten, zumal Pirelli mal wieder einen neuen Reifen mitbringt. Man setzt auf die Mischungen Soft/Medium, wobei die “Soft” Mischung neu ist. Sie soll etwas härter sein, was die thermische Langlebigkeit erhöht. Damit kann man dann länger draussen bleiben, der Abstand zu den Medium ist damit auch nicht mehr so groß. Wegen der kurzen Boxenein- und Ausfahrt wird man (bei Trockenheit) sicher um die drei Stopps sehen, aber Teams wie Force India und Sauber könnten auch auf nur einen Stopp setzen, da der Zeitverlust mit dem Medium vor allem in der letzten Hälfte des Rennens nicht mehr so groß sein wird.

Eine DRS-Zone(pdf) gibt es auch. Man hat sich für die zweite Gerade entschieden, nach den ersten beiden Kurven. Aktiviert wird sofort nach Turn 3, die Zone ist dann 600 Meter lang, was etwas knapp ist. Dennoch hat man vor allem Eingangs Turn 4 immer wieder gute Überholmanöver gesehen.

Ein paar Fakten:

- Topseed 323 km/h (mit DRS), 311 km/h (ohne)
- Vollgasanteil 60% (normal/hoch)
- Gesamtverbrauch 144 (normal/niedrig)
- Verbrauch pro Runde 2 Kilo (niedrig)
- Zeitverlust pro 10kg Sprit/Runde: 0,33 Sekunden (Normal)
- Bremsen pro Runde: 16% (niedrig)
- Zeitverlust beim Boxenstopp: ca. 20 Sekunden

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November 10 2011

15:53

Formel Eins: Vorschau GP Abu Dhabi

In Abu Dhabi steht mal wieder ein Nachtrennen auf dem Programm. Und die Frage, wer die Red Bull schlagen kann

Zum dritten Mal wird das Rennen auf dem neu gebauten Kurs in Abu Dhabi ausgetragen und bisher hat es dort nur einen Sieger gegeben: Sebastian Vettel. Dem Red Bull scheint der Kurs mit seinen sehr langen Geraden offenbar gut zu liegen, also ist Vettel auch in diesem Jahr der Top-Favorit. Es dürfte schwer werden, den Deutschen zu schlagen, zu mal die anderen Teams auch nicht gerade mit wenig Problemen unterwegs sind. Ferrari hat das Jahr abgehakt und testet nur noch Material für 2012, bei McLaren hat Hamilton die Saison schon geistig beendet. Die Luft ist überall ein wenig raus, daher sollte man in den letzten zwei Rennen nicht mehr mit großen Überraschungen rechnen. Also wird es wieder Red Bull werden?

Vermutlich ja, aber man sollte McLaren nicht vergessen. Deren Formschwankungen im letzten Halbjahr stimmen einem zwar nicht gerade hoffnungsvoll, aber auch das Rennen in Indien hat gezeigt, dass die Briten zumindest dran sind. Für McLaren spricht auch die Reifenwahl, da Pirelli Soft/Medium mit bringt. Diese Mischungen hat man zu letzt in Japan gesehen, wo es für Red Bull nicht wirklich gut lief. Die hohen Temperaturen um die 30 Grad und die langen Geraden könnten ebenfalls für McLaren sprechen.

Von Ferrari sollte man, ebenso wie von Mercedes, nicht viel erwarten. Ferrari hat angekündigt, dass man mal wieder einen neuen Frontflügel ausprobieren wird, bei Mercedes wird die interessante Frage sein, ob Schumacher weiter auf Rosberg aufholen kann. Der Abstand in der WM beträgt gerade mal 5 Punkte, es wäre also noch möglich, dass Schumacher an Rosberg vorbei zieht. Ob das realistisch ist, muss man sehen, aber die Performance des Ex-Meisters war in den letzten Rennen extrem gut.

Wirklich spannend ist es noch in Mittelfeld, wo es um Platz 6 in der Konstrukteurs-WM geht. Hier liegt Force India mit 51 Punkten auf Platz 6, dahinter liegen Sauber und Toro Rosso mit 41 Punkten gleichauf. Dabei geht es vor allem um eins: Geld. Denn je weiter man vorne liegt, desto mehr Geld bekommt man aus den TV-Rechten usw. Auch die Transportkosten werden dementsprechend übernommen. Für alle drei Team geht es hier also um sehr viel und man sollte am Wochenende ein Auge auf sie haben. Zu mal die Zweikampfe im Mittelfeld sowieso richtig gut sind, wie man schon in Indien gesehen hat.

Die Strecke in Abu Dhabi ist zwar recht hübsch, aber die ersten beiden Rennen waren jetzt nicht gerade dramatisch spannend. Abu Dhabi gilt, zumindest bei der F1, als eine Strecke, auf der man nur schwer überholen kann, wie Fernando Alonso letztes Jahr deutlich gezeigt hat. Erstaunlicherweise sehen die Rennen der GP2 immer etwas anders aus, denn hier wird recht viel überholt und die Wagen liegen enger zusammen.

Vielleicht ist in diesem Jahr etwas mehr Abwechslung zu erwarten. Die FIA hat zwei DRS-Zonen angekündigt was dem Rennen helfen sollte. Ebenso die Unterschiede in den Zeiten zwischen den “Medium” und “Soft” Reifen, die ca. 1.5 Sekunden betragen. Im Laufe eines Rennwochenendes, wenn die Strecke Gummi bekommt, sinkt der Abstand auf ca. 1 Sekunde, was aber immer noch mehr als genug ist. Es dürfte also zu einigen Verschiebungen auf der Strecke kommen, vor allem im engen Mittelfeld, wo die Abstände auch im Rennen sehr klein bleiben. Die falsche Strategie kann hier entscheidend sein.

Fakten Abu Dhabi:

Länge: 5.5 Kilometer
Topspeed: 320 km/h (mit DRS), 307 km/h (ohne DRS)
Vollgasanteil: 60% (Hoch)
Verbrauch: 151 Kilo (Normal)
Verbrauch/Runde: 2.75 kg pro Runde (Normal)
Zeitverlust: 0.4 Sekunden/Runde (pro 10 kg Benzin)
Bremsverbrauch: Medium, 16% pro Runde
Zeitverlust beim Boxenstopp: 21 Sekunden

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October 18 2011

10:46

Formel Eins: Analyse GP Korea 2011

Red Bull hat sich in Korea den Konstrukteurstitel geholt und Vettel seinen ersten Sieg als zweifacher Weltmeister. Das Rennen war aber nicht so spannend.

Wenig überraschendes gibt es aus Korea zu berichten. Zumindest auf den ersten Blick. Interessant war das Rennen, trotz des in diesem Jahr eher üblichen Ergebnisses, aber doch, denn Red Bull sah bis zum Rennen ganz und gar nicht nach einem Sieger aus. McLaren dominierte die Trainingssessions und holte mit Lewis Hamilton auch ziemlich deutlich die Pole. Gleich 2 Zehntel knöpfte der Ex-Weltmeister dem alten und neuen Champion ab, was angesichts der sonst so auftretenden Abstände in den diesjährigen Qualifikationen schon eine kleine Überraschung war. Es sah also nach einem Rennen aus, das McLaren bestimmen würde, zumal Jenson Button in Reihe 2 lauerte und das auch nur deswegen, weil er auf seiner schnellen Runde einen deftigen Schnitzer hatte. Doch wie so oft – im Rennen kam dann wieder alles anders.

Den Start konnte Lewis Hamilton noch gewinnen, aber zwei Kurven später schnappte sich Vettel den scheinbar vorsichtig agierenden Hamilton, der die Innenlinie auch nicht konsequent zumachte. Vettel setzte sich sofort ab, was ein schlechtes Zeichen. Noch mieser lief es für Jenson Button, der am Start gleich 3 Plätze verlor und beide Ferrari und Rosberg passieren lassen musste. Lewis Hamilton versuchte immer wieder die Lücke auf Vettel zu schließen, doch selten gelang es ihm, den Abstand unter einer Sekunde zu drücken, um ihn DRS-Reichweite zu bekommen. Wie konnte Red Bull über Nacht viel Tempo gefunden haben?

Die Lösung lag vermutlich im Wetter. Am Samstag war es recht warm, der Asphalt war mit 30 Grad angenehm aufgewärmt. Am Sonntag nieselte es jedoch leicht, die Sonne verstecke sich und der Asphalt war mit 22-24 Grad deutlich kühler. Hamilton beklagte sich im Funk über eine rutschende Vorderachse und forderte sein Team auf, den Frontflügel steiler zu stellen, was ein deutliches Zeichen dafür ist, dass er die Supersoft nicht richtig auf Temperatur bekam. Für den zweiten Stopp forderte er erneut einen steileren Flügel, was das Team mit einem “Steiler geht es nicht mehr” beantwortete.

Red Bull lag das Wetter offenbar besser. Durch die notorisch etwas aggressiveren Sturzwerte auf der Vorderachse, kamen die Reifen von Vettel und Webber schneller und nachhaltiger auf Temperatur. Vettel konnte deswegen seine Führung im Laufe des Rennens immer weiter ausbauen und gondelte einem ungefährdetem Sieg entgegen, während Hamilton noch unter Druck von Webber kam. Der war deutlich schneller, kam aber aus zwei Gründen nicht vorbei: 1. Sein siebter Gang war mal wieder zu kurz übersetzt. 2. Red Bull machte den Fehler, Webber gleichzeitig mit Hamilton zum letzten Stopp an die Box zu holen. Webber wäre vermutlich mit einer schnellen Runden am McLaren vorbei gekommen. Immerhin lieferten sich Webber und Hamilton ein sehenswertes Duell, in dem man teilweise eine halbe Runde nebeneinander her fuhr.

Keine Chance auf den Sieg hatten beide Ferrari, die sich aber immerhin während des Rennens ein schönes Duell lieferten. Massa war in der Quali mal schneller als Alonso gewesen und hielt den Spanier auch hinter sich. Jedenfalls eine Zeit lang, später nutzte Alonso einen kleinen Fehler von Massa, um das Teamgefüge wieder herzustellen. Dahinter ordnete sich Rosberg ein, der im ersten Drittel des Rennens sogar vor den Ferrari gelegen hatte. Doch es war klar, dass Rosberg den langsameren Wagen hatte und ein kleiner Fehler unter Druck sorgte dafür, dass sich Rosberg wieder hinter den Ferrari befand. Überraschend musste Mercedes aber feststellen, dass man auch hinter dem Toro Rosso von Alguersuari fiel. Denn der hatte auf eine 2-Stopp-Strategie gesetzt und konnte sich 5 Sekunden vor Rosberg halten. Schumacher war nach knapp 16 Runden ausgeschieden, nachdem er von Petrov abgeschossen wurde, der sich einen sehr optimistischen Bremspunkt gesetzt hatte.

Renault war nach dem Rennen nicht gerade gut gelaunt. Platz 5 in der WM ist noch lange nicht sicher, den Force India lieft nur 23 Punkte hinter den Franzosen. Petrov war raus, Senna kam mal wieder nicht in Schwung, was Eric Boullier nach dem Rennen auch deutlich kritisierte. Man konnte froh sein, dass Force India, trotz P9 und P10 in der Quali, mit Di Resta nur einen Punkt holte, weil man sich in der Strategie verhaute und beide Toro Rosso ziehen lassen musste. Um P6 in der Konstrukteurs WM wird auch noch heftig gekämpft. Im Moment ist der Stand der Dinge so:

5. Renault 72
6. Force India 49
7. Sauber 40
8. Toro Rosso 37

Es stehen immerhin noch die Rennen in Indien, Abu Dhabi und Brasilien aus, da gibt es aber also noch genügend Punkte zu holen.

Das wird Sauber freuen, die ein rabenschwarzes Wochenende hatte. Der Wagen kam nie richtig in Schwung, im Rennen leisteten sich beide Fahrer kleine Fehler, die dazu führten, dass am Ende sogar Heikki Kovalainen im Lotus vor den Schweizern auf P14 lag. Ähnlich schlecht lief das Wochenende für Williams, wo die neue Technikmannschaft auch nicht in der Lage ist, aus dem Wagen noch irgendetwas raus zu holen.

Es war ein eher maues Rennen, sieht man mal vom Kampf zwischen Hamilton und Webber ab. Ansonsten zeigte die Strecke mal wieder, dass sie fahrerisch sehr spannend ist, aber nur wenig Überholmöglichkeiten zulässt. Die immer noch herrschende Baustellenatmosphäre macht die Sache dann auch nicht besser. Aber genau die wird man in 14 Tagen auch wieder haben, wenn auf dem neuen Kurs in Indien startet.

F1 Grand Prix of Korea - Race F1_Korea_2011_1 F1_Korea_2011_2 F1_Korea_2011_3 F1_Korea_2011_4 Formula One World Championship, Rd 16, Korean Grand Prix, Race, Korea International Circuit, Yeongam, South Korea, Sunday 16 October 2011. Formula One World Championship, Rd 16, Korean Grand Prix, Race, Korea International Circuit, Yeongam, South Korea, Sunday 16 October 2011. Formula One World Championship, Rd 16, Korean Grand Prix, Race, Korea International Circuit, Yeongam, South Korea, Sunday 16 October 2011. Formula One World Championship, Rd 16, Korean Grand Prix, Race, Korea International Circuit, Yeongam, South Korea, Sunday 16 October 2011. F1_Korea_2011_9 F1_Korea_2011_10 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Korea Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Korea F1 Grand Prix of Korea - Race F1 Grand Prix of Korea - Race F1 Grand Prix of Korea - Race F1 Grand Prix of Korea - Race F1_Korea_2011_18 F1_Korea_2011_19 F1_Korea_2011_20 F1_Korea_2011_21 2011 Korean Grand Prix 2011 Korean Grand Prix F1_Korea_2011_24 F1_Korea_2011_25

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October 12 2011

11:23

F1: James Allen Strategieanalyse Japan

The Japanese Grand Prix was all about race strategy. With tyre wear much more tricky to manage than expected, throughout the field the drivers who succeeded were the ones whose teams got the strategy right, not just on race day but on qualifying day too.

(Sorry, habe die Übersetzung nicht geschafft, wegen Arbeit. Die Übersetzung kostet mich rund 1.5 Stunden und der Text kam gestern Abend sehr spät an. Da ich heute den ganzen Tag auf Achse bin, geht es leider nicht anders. Ist aber sehr lesenswert, weil James haarscharf analysiert, warum Alonso trotz eines deutlich langsameren Wagens in der Lage war, Vettel zu schlagen!)

There were some pretty contrasting races at the front. Of the top three, Sebastian Vettel’s Red Bull had the worst tyre performance and Fernando Alonso’s Ferrari had the best. Alonso was nowhere near as quick as Vettel at the start of each of the stints, but he was always the quickest of the three cars at the end of the stints, with much less tyre drop off. This gave him the opportunity to take second place, despite only having the car pace to qualify 5th. Meanwhile the race winner Jenson Button had the pace to stay with Vettel early on and was able to manage his tyres better in the opening stint so that he could pit a lap later than the world champion and emerge in front of him. But it wasn’t easy for him; as the McLaren has got quicker this year, its tyre performance has edged closer to that of Red Bull, as you would expect given that it’s putting more load through the tyres.

Getting that little bit extra: Vettel vs Button and Alonso

The top three finishers all did exactly the same strategy with three stints on used soft tyres and a final stint on new mediums. The difference was in the tyre degradation each of them suffered and the laps on which they chose to pit.

I thought as the race unfolded that Red Bull were being conservative with Vettel – knowing he only needed a point to clinch the title – and that offered a chance to Button and Alonso, which both of them took. But closer analysis shows that this wasn’t necessarily the case, given that in each stint he only pitted when the tyres started to drop off in performance. Often this season we have seen Red Bull be the first to pit when arguably there has been some life left in the tyres, but they always had enough pace in hand to make early stops and retain track position. In Japan Vettel couldn’t get away with that.

There are two ways of looking at Vettel’s strategy on Sunday; on the one hand he stopped early to try and maintain position, which could be considered conservative, but on the other hand being the first to stop was also quite aggressive because he risked running out of tyres late in the race. He went onto the mediums with 20 laps to go, while Button went three laps later and Alonso four laps later, thanks to superior tyre wear at the end of the stints on the softs. This is where he took second place from Vettel.

Vettel had a big gap at the end of his first stint (5.2s) and he only pitted because his tyres were finished (lap 5: 1:39.7s, lap 6: 1:40.0s, lap 7: 1:41.2s, lap 8: 1:41.7s). At the end of the second stint, you can see that his tyres were finished again and he was actually very aggressive at the final pitstop because he stops and comes out in traffic on the prime tyre. The newer tyre helped him, but Button had him covered all day.

How the Safety Car changed the midfield battle for points

As we have seen many times this season there was a tremendous scrap among the midfield runners for points positions behind the top three teams. It was always going to be this way at Suzuka with the high tyre wear and the strategists started planning their race on Saturday before qualifying.

We saw Kobayashi, Schumacher, Senna and Petrov all make it into the top ten in qualifying, but they did not set a flying lap time in Q3. So they had, in the Renaults’ case two sets of new medium tyres and one set of new softs for the race and, in Schumacher and Kobayashi’s case, one new set of each compound.

The key calculation here was the crossover point in lap time between the two tyres and on the day the difference between the medium and the soft was about 1.2s per lap. Schumacher and Kobayashi started on used soft tyres, while the Renaults went with new mediums. The two Force India cars meanwhile qualified outside the top ten and both started on used softs, while Sergio Perez was down in 17th on the grid and started on new mediums.

The safety car likelihood for this race was 60% and we duly got one on lap 24. The drivers who benefited were Petrov and Perez because they’d started on the medium tyre and the Safety Car won them back the time they’d lost. They were 43 seconds off the lead and over 20 seconds behind the Sutil when the Force India driver pitted, just two laps before the safety car was deployed.

The Force India drivers were on classic three-stop strategies and by lap 20 it was going well; they had three-quarters of a pitstop advantage over their rivals. But the gap went down to zero under the Safety Car and Perez and Petrov had gained track position with the Force India stops. Even with DRS and it’s difficult to overtake at Suzuka. Petrov and Perez were on new sets of options at the end of the race too, while Sutil was on the prime tyre so there was no chance to recover.

As for the two Mercedes cars, Rosberg started 23rd after a hydraulic problem in qualifying. He started on new medium tyres and ended up right behind the Force India of Sutil after the Safety Car, in 12th place. He was essentially on the same pit stop sequence as Force India, but the Safety Car closed the gap up and he had the advantage of using the option tyre at the end of the race, so was able to get ahead and claim a point in 10th place.

Schumacher, meanwhile, ran a pretty standard three-stop race with stops on laps 9, 24 and 41. Interestingly he did a 15-lap second stint on used soft tyres, which revealed that he had better tyre life than Red Bull and Hamilton, which hasn’t always been the case with Mercedes this year. He was 25s behind the leaders when the Safety Car came out, so that handed him the chance to close up. A nice long, consistent 17 lap stint on new soft tyres after the Safety Car brought him out ahead of Massa and underlined once again that the veteran is back on top form in terms of race pace, as we get towards the end of his second comeback season. His races have also noticeably improved since Jock Clear, his old rivals from Villeneuve/Williams days, became his race engineer..

What happened to Lewis Hamilton?
This was an odd race for Hamilton as he squandered a chance to start on pole by a collective team and driver timing mistake in qualifying. Then in the race his pace was well off his team mate Button’s.

A slow puncture at the end of the first stint undoubtedly lost him time (lap 5: 1:40.1s, lap 6: 1:40.8s, lap 7: 1:41.9s) and positions to Alonso and Button. And McLaren have said that it also affected the rest of his race because they made a set up change to the car before realising that it had been handling strangely due to a puncture. They say the changes gave him an imbalance.

Hamilton’s second stint was the really poor one – much worse than the others. He was right with Alonso and Button on lap 12, but by the time he made his stop on lap 20 he had dropped a load of time eight second, a second a lap in other words.

Hamilton got back a place from Massa by making an earlier pitstop and then exploiting the Ferrari’s problems with initial warm up on the mediums to pass Massa on his out lap. His pace was better on the medium tyre, but he lost too much time in the opening two stints to get a decent result.

Wear rates were pretty marginal on the soft tyres, but as always, it was the same for everyone. The puncture didn’t help, but it seems that Hamilton also suffered a bit more than the other front-runners. When the tyres are going away it’s frustrating for a driver. It’s a vicious circle: he’s trying to push, but he ends up going slower.

The Strategy Briefing and Report is written by James Allen with input and data from strategy engineers from several F1 teams and support from F1 Global Partner UBS.

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October 10 2011

05:58

Formel Eins: Analyse Suzuka 2011

Sebastian Vettel holte sich wie erwartet die WM-Krone, doch der Red Bull war überraschenderweise nicht das dominierende Auto am Wochenende.

Selten haben sämtliche Experten vor einem Wochenende so falsch gelegen. Und auch in unserer Vorschau lagen wir (besser gesagt ich) komplett daneben. Der Red Bull war in Suzuka nicht so stark, wie das alle vermutet hatten. Stattdessen waren Ferrari und McLaren auf Augenhöhe und konnten Vettel mächtig unter Druck setzen. Das änderte zwar nichts mehr an der WM, aber die Frage ist schon, warum der RB7 auf einer Strecke, die ihm eigentlich so gut liegen sollte, nicht dominieren konnte? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, James Allen, der uns ja auch immer die Strategie-Analyse liefert, ist sich auch noch nicht sicher. Vermutlich gibt es aber zwei Gründe, für die eher schwache Performance des Teams.

Der erste Grund könnte der Radsturz sein. Seit Monaten vermutet man, dass Red Bull in der Quali und im Rennen mit Sturzwerten an der Vorderachse unterwegs ist, die dem Wagen erlauben, die Reifen besonders schnell auf Temperatur zu bekommen. Das hat allerdings auch den Nachteil, dass der Reifenverschleiss besonders hoch ist, was auf dem eher aggressiven Asphalt in Suzuka keine gute Sache ist. Wie man hört, hatte Red Bull mit dem Verschleiß der “Soft” Reifen zu kämpfen, weswegen man sich für eine deutlich konservativere Herangehensweise in Japan entschloss. Womit auch der zweite Grund genannt wäre: Red Bull wollte Punkte, nicht den Sieg. Man ordnete einen Sieg dem WM-Titel unter. Die Frage ist allerdings, warum Red Bull so vorsichtig war. Ein Punkt in 5 Rennen sollte ja nun kein Problem sein.

Das McLaren und vor allem Jenson Button so stark waren, hat mich auch überrascht. Button gelang die schnellste Runde im Rennen, ohne die Spritspar-Aktion am Ende des Rennens, wäre der Vorsprung gegenüber Alonso und Vettel und noch größer ausgefallen. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass der McLaren ein neues DRS-System an Bord hatte, aber das allein kann nicht der Grund gewesen sein, warum Button gewonnen hat. Vielmehr war es mal wieder seine Eigenart, die Reifen besonders zu schonen, die es ihm erlaubte, den klassischen “Undercut” gegenüber Vettel zu schaffen. Da der Red Bull die Reifen schneller verbrauchte, verlor Vettel auf den Runden vor seinem Boxenstopp zu viel Zeit, und Button gelang es wiederum auf den letzte Runden das letzte aus seinen Pirelli rauszuholen. Dennoch ist es interessant, dass McLaren auf einem Red Bull Kurs so viel Zeit gefunden hat. Sollte die Briten da dauerhaft etwas gefunden haben, was die Performance des Wagens derartig verbessert, dürften dass noch interessante Rennen in diesem Jahr werden.

Button ließ sich auch durch das harte, fast etwas unfaire Manöver von Vettel am Start nicht beirren. Sein Glück war allerdings, dass sich Hamilton im ersten Stint einen schleichenden Plattfuss einfing, der er es ihm erlaubte, an seinem Kollegen vorbei zu gehen. Sonst wäre es schwer für ihn gewesen, das Rennen zu gewinnen. Hamilton seinerseits hatte mal wieder ein eher schwieriges Rennen. Durch den frühen Stopp fiel er weit zurück und verlor Zeit im Mittelfeld, besonders im Kampf gegen seinen Lieblingsgegner Felippe Massa. Die beiden werden auch keine Freunde mehr.

Ferrari sah am Wochenende nicht sonderlich stark aus, sondern lieferte nur eine solide Performance ab. Der zweite Platz von Alonso ist eher eine Überraschung und der konservativen Strategie von Red Bull zuzuschreiben. Der Abstand im Rennen zu McLaren war zwar nicht groß, es fehlten nur ein paar Zehntel, was angesichts der sonst so ausgeprägten Schwäche der Ferrari auf den Medium-Reifen, schon etwas überraschte.

Ein eher unauffälliges, aber gutes Rennen fuhr Michael Schumacher, dem das Kunststück gelang, mit einem ultra-langem Mittelstint Felippe Massa hinter sich zu lassen. Platz 6 ist eine nette Belohnung, mehr ist da im Moment nicht drin. Erstaunlich war da eher, wie lange Rosberg brauchte, um sich das aus dem hinteren Mittelfeld zu befreien. Die Idee, auf den “Medium” zu starten, war auf dem Papier gut, aber im Rennen hatte er Probleme an den Toro Rosso, den Williams und den Force India vorbei zu kommen. Es war ein hartes Rennen für den Deutschen, zumal die Zeitabstände im Mittelfeld immer knapp blieben und Suzuka jetzt nicht gerade für einen Überholmarathon bekannt ist.

Enttäuschend verlief das Rennen für beide Force India und Kamui Kobayashi. Dem Japaner fiel beim Start die Drehzahl in der Keller und statt eines guten Platz 7 kam er nach der ersten Runde nur auf P12 zurück. Teamkollege Sergio Perez schlug den Japaner mal wieder deutlich im Rennen, was mittlerweile fast schon zur Normalität geworden ist. Perez, auf den Ferrari ein Auge geworfen hat, ist entweder wirklich so gut, oder Kobayashi steckt seit Wochen in einem ziemlichen Tief. Das er am Ende auch hinter beiden Force India landete, war jedenfalls sehr enttäuschend. Bei den Indern konnte sich Adrian Sutil immerhin gegen Di Resta durchsetzen, aber beide hatten gegen Petrov im Renault keine Chance.

Völlig unter ging Bruno Senna, der das gesamte Wochenende nicht an die Leistungen der bisherigen Rennen anschließen konnte. Er versemmelte die Quali ebenso wie seinen Start und spielte absolut keine Rolle. Das war jetzt nicht gerade eine Bewerbungsfahrt für 2012 und Renault wird inständig hoffen, das Robert Kubica wieder komplett gesundet. Da man davon aber nicht ausgehen kann, sollte sich Renault vielleicht mal überlegen, Romain Grosjean ein, zwei Rennen zu geben. Der saß in Japan auch immerhin schon am Kommandostand.

Ein positives Zeichen gab es von Lotus zu vermelden. Man blieb, sicherlich auch dank der unnötig langen SC-Phase, in der Führungsrunde und hatte am Ende “nur” rund 1.20 Min Abstand zu Button. Man ist zwar noch immer ein gutes Stück vom Mittelfeld weg, aber Di Resta lag “nur” 30 Sekunden weiter vorne, was ungefähr einer halben Sekunde pro Runde im Renntrimm entspricht. Das sah schon mal schlechter aus. Man hört allerdings, das Mike Gasconye für 2012 unter Druck steht. Tony Fernandes will bessere Ergebnisse sehen und der Lotus (oder wie auch immer das Team 2012 heissen wird) soll zumindest mal in die Region um P12 vorstossen.

Das Rennen in Suzuka war ein eher maues Rennen, sehr geprägt von taktischen Überlegungen und wenig Überholmanövern. Kein Klassiker, den man sich immer mal wieder anschauen muss, aber das wird Vettel egal sein. Er hat mit seinem zweiten WM-Titel in Folge etwas erreicht, was so große Namen wie Ascari, Fangio, Brabham, Prost, Senna, Schumacher, Häkkinen und Alonso geschafft haben. Und er ist der jüngste Doppel-Weltmeister aller Zeiten. Es ist jetzt schon abzusehen, dass Vettel die 10er Jahre ebenso dominieren kann, wie das Schumacher zur Jahrtausendwende gelungen ist. Auf jeden Fall gibt es an seinem WM-Titel in diesem Jahr nichts zu rütteln. Er hat keine Fehler macht, er war der schnellste Mann auf der Strecke und hatte den besten Wagen. Aber die Luft wird dünner vorne, vor allem, weil McLaren aufholt.

Das könnte schon in diesem Jahr zum tragen kommen, denn der Titel des Vize-Weltmeisters, auch wenn er nicht viel Wert ist, ist durchaus interessant. Im Moment hat Button mit 210 Punkten die Nase vorn, dahinter folgen Alonso (202), Webber (194) und schon etwas abgeschlagen Lewis Hamilton mit 178 Punkten. Immerhin etwas, auf das man sich in den nächsten Rennen freuen kann.

F1 Grand Prix of Japan - Race F1_Japan_2011_1 F1_Japan_2011_2 F1_Japan_2011_3 F1_Japan_2011_4 F1_Japan_2011_5 Formula One World Championship, Rd 15, Japanese Grand Prix, Race, Suzuka, Japan, Sunday 9 October 2011. Formula One World Championship, Rd 15, Japanese Grand Prix, Race, Suzuka, Japan, Sunday 9 October 2011. Formula One World Championship, Rd 15, Japanese Grand Prix, Race, Suzuka, Japan, Sunday 9 October 2011. Formula One World Championship, Rd 15, Japanese Grand Prix, Race, Suzuka, Japan, Sunday 9 October 2011. F1_Japan_2011_10 F1_Japan_2011_11 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Japan Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Japan F1 Grand Prix of Japan - Race F1 Grand Prix of Japan - Race F1 Grand Prix of Japan - Race F1 Grand Prix of Japan - Race F1 Grand Prix of Japan - Practice F1 Grand Prix of Japan - Qualifying F1_Japan_2011_21 F1_Japan_2011_22 F1_Japan_2011_23 F1_Japan_2011_24 F1_Japan_2011_25 F1_Japan_2011_26 F1_Japan_2011_27 F1_Japan_2011_28

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October 06 2011

05:58

Formel Eins: Vorschau Suzuka 2011

Der WM-Titel für Sebastian Vettel ist quasi in der Tasche, es fehlt ihm nur noch ein Punkt. Und Suuzuka ist die Strecke, die dem RB7 am Besten liegen sollte. Wer sollte ihn also schlagen können?

Die Antwort lautet vermutlich: Niemand. Es gibt wohl kaum eine Strecke im F1-Kalender, die dem Red Bull derartig passt, wie Suzuka. Die “Esses”, die “Spoon” und die “130R” – alles Kurven, die dem RB7 auf dem Leib geschneidert sind. Im letzten Jahr betrug der Vorsprung von Vettel in der Quali auf Kubica rund 4 Zehntel, aber da hatten die anderen Team noch nicht aufgehört zu entwickeln und Ferrari hatten einen starken Einsatzwagen. In diesem Jahr düfte der Abstand zu Vettel mindestens genauso groß sein. McLaren könnte hier vielleicht etwas besser aussehen, aber dass man die Red Bull wird schlagen können, glaubt wohl keiner. Dafür tut sich schon einiges in Sachen 2012.

Besonders bei Mercedes gibt es viel Bewegung. Die Verpflichtung des Ex-Ferrari Chefdesigners Aldo Costa nebst der von Geoff Willis hat für einige Wellen gesorgt. Costa bringt eine Menge Know-How von Ferrari mit, hat allerdings noch eine Arbeitssperre bis zum Ende des Jahres. Der Italiener ist allerdings nicht ganz unumstritten. Seit er bei Ferrari für das Design der Wagen verantwortlich war, sah die Scuderia, besonders zum Start einer Saison, nie besonders gut aus. Den letztjährigen Wagen bog man auch erst wieder hin, als man eine komplette B-Version aufbaute, der F150 ist kein Spitzenfahrzeug, auch wenn man viel auf die fehlerhaften Windkanaldaten geschoben hat. Aber die Entwürfe von Costa waren bisher auch nicht das, was man als “Mutig” bezeichnen könnte. Sie waren konservativ und, wenn man es hart formulieren möchte, einfallslos. Costa schiebt, zumindest zwischen den Zeilen, die Schuld dafür auch auf die besondere Struktur bei Ferrari, wo niemand einen Fehler machen möchte, damit man bei die Montezemolo nicht Ungnade fällt. Offenbar standen sich manche Abteilungen eher misstrauisch gegenüber. Ferrari hat Costa geopfert und versucht unter Pat Fry nun wieder eine Lösung hinzubekommen, wie man sie unter Ross Brawn hatte. Wie auch immer – Costa hat immer letztes Jahr einen Wagen gebaut, mit dem man hätte Weltmeister werden können und in diesem Jahr war man teilweise auf Augenhöhe mit Red Bull.

Ferrari und McLaren haben beide WM-Titel abgeschrieben und verlegen sich nun schon auf die Saison 2012. Man testet vor allem am Freitag neue Teile, die im nächsten Jahr an den Wagen geschraubt werden sollen. Die Spannung am Wochenende dürfte darauf hinauslaufen, welches Team denn näher an Red Bull dran ist. Da sollten die McLaren einen kleinen Vorteil haben.

Mercedes liegt die Strecke in Suzuka nicht so gut, schnelle Kurven waren nicht die Sache der MGP02, auch wenn der sich Laufe des Jahres verbessert hat. Die Deutschen fahren schon seit einigen Rennen im Niemandsland. An die Top 3 kommt man nicht ran, von hinten ärgert Force India, die aber in der Teamwertung weit abgeschlagen sind.

Ein Wörtchen in Sachen Punktevergabe könnte auch mal wieder Renault mitreden. Der nach vorne gelegte Auspuff schafft zwar mehr Probleme als Antworten, dürfte aber in Suzuka für jede Menge Abtrieb sorgen. Ich bin persönlich sehr gespannt, wie sich Bruno Senna schlagen wird, der mich ehrlich gesagt bisher überrascht. Er hat aus dem Stand und nur mit der Erfahrung des HRT, das Tempo von Petrow, was man schon honorieren muss. Suzuka ist eine Fahrerstrecke, wenn er hier gut aussieht, dann dürfte er sich auch für einen Einsatz in der nächsten Saison empfehlen. Senna hat sich bisher einige Freunde gemacht. Sein Name wird bei Renault gehandelt, aber auch bei Williams, die ja immer für einen Fahrer mit guten Sponsor zu haben sind.

Die Williams selber werden mangels Abtrieb auf der Hinterachse in Suzuka schwer leiden, daran wird auch der Schaufel-artige Heckflügel nichts ändern, den man in Spa auf dem Wagen hatten. Das Team macht im Moment auch eher damit Schlagzeilen, dass man wohl an Kimi Räikkönen dran ist. Ich habe das Gerücht erst einmal für einen Witz gehalten, aber in Singapur versicherten mir verschiedene, unabhängige Quellen, dass das kein Witz ist. Offenbar will Kimi zurück und er sieht in Williams auch durchaus eine gute Chance. Bekannt ist, dass er zu einem “Privatbesuch” beim Team war, die Frage scheint auch eher zu sein, ob sich Williams auf das Wagnis Räikkönen einlassen möchte.

Zum Rennen: Suzuka fordert eine Menge vom Wagen und vom Motor. Der Vollgasanteil (siehe Daten unten) ist sehr hoch, gleichzeitig werden die Reifen massiv belastet. Auch wenn die Fehleranfälligkeit der meisten Wagen in diesem erstaunlich niedrig war, in Suzuka wird das Material ziemlich hoch belastet. Das Wetter soll am Wochenende gut sein, ideale 24 Grad und trocken. Ein Safety Car wird man eher nicht sehen, die Auslaufzonen sind in Suzuka recht üppig.

Ob das DRS eine große Rolle spielen wird, ist schwer zu sagen, da ich die DRS-Zone zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kenne. Ich vermute, es dürfte die Start/Zielgerade sein, eine andere Variante wäre ein Messpunkt nach der Haarnadel und dann DRS runter bis zur 130 R.

Daten Suzuka:

Aero Setup: High Downforce
Top Speed: 320 km/h (mit DRS), 310 km/h ohne.
Vollgasanteil: 70% (Hoch)
Benzin: 148 kg (Mittel/Hoch)
Benzinverbrauch: 2.73 kg/Runde (Mittel/Hoch)
Zeitverlust pro 10kg Sprit/Runde: 0,385 Sek. (Hoch)
Bremsanteil: 10 % (Sehr niedrig)
Zeitverlust an der Box: 20,8 Sek (Mittel)

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September 22 2011

05:58

Formel Eins: Vorschau Singapur 2011

In Singapur kann Sebastian Vettel schon Weltmeister werden, aber dafür müsste es schon richtig gut laufen. Und McLaren hat bekannt gegeben, dass man angreifen möchte. Und das Racingblog ist in diesem Jahr live vor Ort.

Das Rennen in Singapur gehört mit Sicherheit zu den spektakulärsten Rennen der Saison. Das Nachtrennen liefert zwar nicht immer den allerbesten Sport, aber die Bilder der TV-Kameras sind geradezu sensationell. Man fragt sich, warum nicht noch mehr Länder so ein Rennen anbieten. Aber die Strecke im Stadtstaat Singapur ist auch nicht ohne. Die Straßen haben massive Bodenwellen, Auslaufzonen gibt es nicht und schnell ist es auch noch. Singapur ist eine Herausforderung der besonderen Art, Immerhin quetschen sich auf knapp 5km Streckenlänge 23 Kurven und der Topspeed beträgt auf der langen Geraden knapp 300 km/h. Mehr wird es nicht, weil man für den restlichen Kurs alles an Abtrieb braucht, was man finden kann. Was wieder den Red Bull gefallen dürfte.

Die Österreicher gehen dementsprechend gelassen ins Rennen. Nachdem man auf den beiden nominal schwächsten Kursen für den RB7 jeweils die Siege holen konnte, dürfte Singapur eher wieder eine Strecke für Vettel und Webber sein. Man hat beide WM-Titel so gut wie sicher, jetzt geht wohl noch darum, den in diesem Jahr schwächelnden Mark Webber auf Platz 2 der Wertung zu bugsieren, damit der Durchmarsch komplett ist. Ist der Red Bull Sieg also nur eine Formsache?

Nicht so ganz, denn Singapur hat so seine Eigenarten. Zum einen ist es das längste Rennen der Saison, die 2-Stunden-Grenze rasierte man in der Vergangenheit oft nur knapp. Zum anderen gibt es keine Strecke, die das Material härter belastet. Das liegt vor allem an den Temperaturen, die auch Abends noch bei knapp 30 Grad liegen. Die Hitze setzt vor allem den in diesem Jahr sehr kompakt gebauten Heckabteilungen der Wagen zu. Nicht nur der Motor leidet, auch das KERS will anständig gekühlt werden. Da die Luft in Singapur zu dem sehr feucht ist, erschwert das die Kühlung weiter. Red Bull hatte in diesem Jahr mehrfach mit einem überhitzen KERS zu tun, aber die Bremsen macht hier und da Sorgen. Das gilt auch für McLaren.

Nicht so stark davon betroffen ist Ferrari, die im letzten Jahr auch gewinnen konnten. Ob der F150 die Strecke in diesem Jahr liegen wird ist schwer zu sagen, nach dem man in Ungarn aber nicht so gut aussah, ist die Chance, dass Ferrari eher nach hinten als nach vorne schauen muss, dann doch größer. Für Ferrari spricht aber die Tatsache, dass Pirelli die Mischungen “Soft” und “Supersoft” mit nach Asien genommen hat. Beide Reifentypen liegen dem Ferrari, ebenso die hohen Temperaturen, die dafür sorgen, dass die Italiener auch die Vorderreifen schneller aufwärmen können. Da die Boxenstopps in Singapur wegen der eckigen An- und Abfahrt elend lange dauern, könnte man eine Ein-Stopp-Strategie gehen. Ob das geht, wird sich am Freitag zeigen, wenn man Zeitunterschied zwischen beiden Mischungen sehen wird.

Nach den letzten zwei guten Rennen von Mercedes, dürfte es Singapur wieder etwas zäher werden. Auch Mercedes kämpfte in diesem Jahr mit thermischen Problemen und man muss bei einigen eine Abdeckung nutzen, die ein paar Abluftkanäle enthielt. Der sehr lange Radstand der MGP 02 dürfte auch Probleme bereiten, dazu kommt, dass man in Sachen Reifenverschleiß nicht gerade in der Oberliga mitspielt. Interessant wird sein, ob Schumacher seine gute Form behalten kann und wie er sich gegen Rosberg durchsetzt.

Ein Auge muss in Singapur auf Sauber und Toro Rosso haben. Beide gehen extrem sanft mit den Reifen um, beiden schmecken die angebotenen Mischungen sehr gut. Mit Sicherheit gehen beide Team auf eine Ein-Stopp-Strategie, also sollte man Buemi, Alguesuari, Kobayashi und Perez im Blick haben. Allen vieren traue ich zu, dass sie P6 erreichen können. Vorausgesetzt, man bleibt nicht an einer der zahlreichen Ecken hängen.

Force India ist auch so ein Team, dass recht vorne landen könnte. Allerdings bin ich mir nicht so ganz sicher, ob sie mit einem Stopp durch kommen. Der Wagen verbraucht etwas mehr Reifen auf die Distanz, auf der anderen Seite ist das Überholen in Singapur auch nicht so leicht. Die Ergebnisse der Inder waren in diesem Jahr gut, aber sehr konsistent man liegt in der WM nur knapp vor Sauber und Toro Rosso. Da kündigt sich auf jeden Fall ein spannender Kampf um die WM-Plätze an, die ja bares Geld wert sind. Nebenbei bemerkt: An dem Gerücht, dass Adrian Sutil zu Williams wechseln könnte, ist wohl nichts dran.

Bei Williams zeichnete sich zuletzt ein leichter Aufwärtstrend ab, aber ob sich der Singapur fortsetzen lässt? Ich bin da sehr skeptisch, zumal im Team im Moment durch die vielen Wechsel auch relativ viel Unruhe ist. Lotus, Virgin und HRT werden wie immer nicht zu sehen sein, wobei man Lotus schon im Auge behalten muss, denn die waren in den letzten Qualis schon etwas dichter an Q2 dran als sonst. Tony Fernandes hat im übrigen angekündigt, dass sein Team im nächsten “liefern” muss. Damit meint er keine Siege, aber Punkte sollen es schon werden.

Singapur ist in diesem auch deswegen ein besonderer Grand Prix, weil das Racingblog vor Ort sein wird. Irgendwie muss ja dafür sorgen, dass das Rennen in Singapur jedes Jahr ein neues Highlight hat. Spaß beiseite – das hängt natürlich mit der Kooperation mit Shell zusammen. Wir werden in Singapur ziemlich tief in die Motorentechnik einsteigen und über all diese Dinge gibt es natürlich ausführliche Berichte hier im Blog.

Da ich vor Ort wohl eher internetlos sein werde und zum Zeitpunkt, wenn dieser Artikel erscheint, schon im Flieger Richtung Singapur sitze, wird wie gewohnt Chaos das F1-Ruder übernehmen. Ich werde eventuell Bilder und kurze Infos per Twitter beisteuern, wenn es denn geht. Freue mich sehr auf die Gelegenheit, auch wenn der Aufenthalt kurz sein wird. Donnerstag geht es in den Flieger, Freitag komme ich wegen der Zeitverschiebung an, Montag geht es wieder zurück und die Zeitzonen sorgen dafür, dass sich erst Dienstagvormittag wieder da bin.

Singapur Infos:

Aerodynamik Setup: Höchster Abtrieb
Vollgasanteil: 43% (Niedrig)
Spritladung: 185 kg (Sehr hoch)
Verbrauch: 2.5 kg/Runde (Hoch)
Sprit/Rundenzeit: Bei 10kg Sprit pro Runde 0,35 Sek.
Bremsenanteil: 21% (Normal)
Bremsverbrauch: Sehr hoch
Zeitverlust beim Boxenstopp: 26 Sekunden (Sehr hoch)
DRS-Zone: Messpunkt Ausgangs T3, Aktivierung Ausgangs T5

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September 12 2011

06:21

Formel Eins: Analyse Monza 2011

Das letzte Rennen in Europa war in Sachen Spannung an der Spitze eher mau. Dafür sorgte Michael Schumacher für ordentlich Unterhaltung. Und Alonso überraschte auch.

Das Red Bull die Pole in Monza holen konnte, obwohl Vettel bei der Messung der Höchstgeschwindigkeit trotz komplett flach gestellten Flügel ganz am Ende lag, war schon eine große Überraschung. Jenson Button rätselte nach der Quali, wie man 4 bis 5 Zehntel Vorsprung in einem Sektor rausfahren kann, in dem es nur die Ascari, zwei Geraden und die Parabolica gibt. Aber genau in der Parabolica, bzw. der Anfahrt, scheint das Geheimnis von Red Bull zu liegen. Der RB 7 scheint selbst dann mehr Abtrieb zu haben, wenn man ihm den Heckflügel abmontiert. Erstaunlicherweise hatte niemand eine echte Chance gegen Vettel, auch wenn die McLaren im ersten Teil des Rennens etwas gehandicapt waren. Auch Ferrari konnte nicht die prognostizierte Form finden. Nur Mercedes war richtig gut drauf. Das wird aber wohl eine Eintagsfliege bleiben. Dennoch begeisterte Schumacher mit einem tollen Rennen.

Der Start lief weder für Vettel, noch für Hamilton richtig gut. Obwohl der Brite einen Tick besser wegkam und die Innenseite hatte, kam er doch nicht als Erster aus der Schikane, da Alonso hinter ihm einen sensationellen Start hatte und sich innen neben Hamilton setzen konnte. Das war schon erstaunlich, der Jubel der Tifosi dementsprechen. Hinten kegelte Liuzzi dann Rosberg und Petrov aus dem Rennen, als über das Gras angesegelt kam. Pech für Rosberg, dessen Idee auf harten Reifen zu starten, interessant geworden wäre. Aber angesichts des Tempos vorne, hätte es ihn vermutlich auch nicht weiter gebracht, als P5 oder P6.

Vettel sortierte sich nach der SC-Phase erst einmal und erlebte einen sehr guten Restart, da er an Alonso dran bleiben könnte. Dennoch dachte ich, dass der Ferrari auf der Geraden einen so deutlichen Vorteil haben würde, dass es ein zähes Rennen für Vettel werden würde. Tatsächlich schnappte sich der Deutsche den Ferrari aber recht flott, da er aus der ersten Schikane einfach besser raus kam. Alonso machte die Strecke zwar dicht, aber Vettel ging sogar mit zwei Reifen auf dem Gras am Ferrari vorbei. Danach segelte der Red Bull relativ ungefährdet zum Sieg. Die einzigen ernsthaften Konkurrenten steckten nämlich fest.

Für McLaren hätte das Rennen kaum schlechter starten können. Hamilton fiel hinter Alonso zurück und musste auch noch Schumacher vorbei lassen. Button hatte einen schlechten Start und fiel ein gutes Stück zurück. Besser wäre es gewesen, wenn Hamilton direkt hinter Vettel gehangen hätte, denn der Speed des McLaren im Rennen, und vor allem auf den harten Reifen, reichte um Red Bull unter Druck zu setzen. Man war allerdings auch nicht wirklich viel schneller, aber ein direktes Duell wäre sicher interessant gewesen.

So hing Hamilton hinter Schumacher und die beiden lieferten sich ein beinhartes Duell, bei dem man mehr als einmal den Atem anhalten musste. Normalerweise hätte Hamilton völlig problemlos an Schumacher vorbei gehen müssen, aber in Monza gelten halt etwas andere Regeln. Denn hier war der Mercedes sehr schnell, was auch daran liegt, dass es halt nur wenig rechts oder links rum geht. Der MGP02 verschleißt die Hinterreifen zu schnell, das fällt dann auch Strecken wie Monza nicht weiter auf. Dazu kam, dass das Getriebe von Hamilton zu knapp übersetzt war. Er kam auf den Geraden einfach in den Begrenzer. Und Schumacher war auf der Geraden schneller, als Hamilton mit DRS und KERS. Daher entwickelte sich dieses sehr schöne Duelle, von dem Hamilton nach dem Rennen sagte, er habe es sehr genossen.

Es zeigte auch, dass Schumacher im Rennen weiter an der Weltspitze mitfährt. Seine Quali-Leistungen haben sich in den letzten Rennen auch verbessert, was für das nächste Jahr hoffen lässt. Wenn es denn Ross Brawn gelingt, einen vernünftigen Wagen zu bauen. Das am Ende nur P5 für Schumacher raus kam, war schon fast etwas wenig. Er hätte mehr verdient.

Das Duell erlaubte dem schlecht gestarteten Jenson Button aufzuholen. Nachdem Webber und Massa sich in der Schikane deutlich zu nahe kamen, lag Button schon wieder auf P5. Er fuhr die Lücke zu Hamilton dann schnell wieder zu und profitierte davon, dass sein Getriebe offenbar etwas länger übersetzt war. Nachdem er beide Streithähne hinter sich gelassen hatte, machte er sich auf die Jagd nach Alonso. Ich war überrascht, wie schnell Button aufholte und wie wenig Chancen Alonso hatte, als Button vorbei ging. Für einen Moment konnte man dann noch hoffen, dass Button noch an Vettel ranfahren würde, aber da hatte er keine Chance. Interessant wäre es vielleicht noch geworden, wenn das SC noch mal raus gemusst hätte.

Buttons Rennen ging angesichts der Demo-Fahrt von Vettel und dem Kampf zwischen Hamilton und Schumacher etwas unter. Aber man sollte nicht vergessen, dass es ihm erneut gelungen ist, Hamilton zu schlagen. Und er nun in der WM 9 Punkte vor seinem Teamkollegen liegt. Wer hätte das gedacht?

Hinter den Topteams gab es in diesem Rennen ein paar Überraschungen. Nachdem Liuzzi mit seinem Unfall das Mittelfeld durchgewürfelt hatte, fanden sich zweitweise die Lotus auf P12 wieder und auch die Virgin tauchten weiter vorne auf, als man das gewöhnt ist. Die Pace zwischen Toro Rosso, Williams, Force India und Sauber war sehr ähnlich. Sergio Perez lag lange um P6 rum, dann versagte die Technik. Kobayashi fiel ebenso wie Sutil aus. Damit war der Weg eigentlich für Williams frei und Maldonado lag auch lange in den Top 10. Doch dann zeigte sich, mal wieder, dass Maldonado der Speed im Rennen fehlt. Er wurde von beiden Toro Rosso geschnappt und landete am Ende nur auf P11. Nur 15 Sekunden vor Barrichello, der in den Startnfall verwickelt war und fast eine Runde verloren hatte. Williams, die am Wochenende gut sortiert waren, hätte Punkte machen müssen, aber der Fahrer war trotz guter Ausgangsposition dazu nicht in der Lage.

Deutlich besser als erwartet war dagegen Bruno Senna unterwegs. Ich habe sein Talent bisher für begrenzt gehalten, weil er weder in der britischen F3 noch in der GP2 trotz gutem Material wirklich etwas zeigen konnte. Vermutlich wird er auch nie ein Top 5 Fahrer, aber zumindest in Monza zeigte er, dass er doch etwas kann. Das er Q3 schaffte, war schon mal die erste Überraschung. Dass er den Fehler seines Teams, direkt nach dem Unfall zu früh den Boxenstopp zu setzen, dann noch wettmachte, durchs ganze Feld fuhr und am Ende sogar fast auf P8 gelandet ist, war schon durchaus beeindruckend. Und wird Eric Boullier beruhigen, der nach der Entlassung von Heidfeld schwer in der Kritik stand.

Weiterhin erwähnenswert:

- Vettel hat in der WM 112 Punkte Vorsprung auf Alonso. 150 Punkte gibt es noch maximal zu holen. Und das Red Bull auf den beiden Strecken gewonnen hat, die nominell nicht zum Wagen passen, dürfte den anderen Teams nicht gefallen. Mit Suzuka, Korea und vermutlich Indien kommen mindestens noch drei Strecken, auf denen der RB7 unschlagbar ist.

- Paul die Resta. Schon wieder in den Punkten, schon wieder ein unauffälliges, aber fehlerloses Rennen. Es ist ja seine Debütsaison, aber da scheint einer zu sein, der mehr kann.

- Jamie Alguersuari. Wie immer hatte er eine miese Quali, dafür ein sehr gutes Rennen mit P7. Buemi kam auch in die Punkte, aber er scheint im Moment nicht so stark zu sein, wie der Spanier. Ich tippe, dass Alguersuari das Ticket für das nächste Jahr gelöst hat.

- Lotus. Schon in der Quali fehlten nur noch Zehntel in Richtung Q2. Im Rennen erreichte man, auch dank der vielen Ausfälle, P13 und P14. Schönes Ergebnis.

- DRS spielte keine große Rolle. Die Flügel waren eh so flach, dass man schnell genug war.

- Das war dass letzte Europa-Rennen. Singapur hat allerdings noch angenehme TV-Zeiten, danach wird es mit Japan und Korea eher unangenehm.

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August 29 2011

06:37

Formel Eins: Analyse Spa 2011

Eine trockene Fahrbahn bescherte zumindeste in der ersten Hälfte ein spannendes Rennen mit einem souveränen Sebastian Vettel.

Red Bull und Spa – das war bisher keine gute Kombination. Die hohen Abtriebswerte des Red Bull sorgten dafür, dass Vettel und Webber auf den langen Geraden kaum eine Chance hatten. Doch das hat sich in diesem Jahr geändert. Schon in den wenigen trockenen Momenten im Training wurde deutlich, dass die Änderungen am Red Bull Wirkung zeigten. Ein neuer Heckflügel und ein teilweise neuer Unterboden sorgte dafür, dass die Bullen plötzlich bei der Höchstgeschwindigkeit mit dabei waren. Tatsächlich war Mark Webber im Rennen laut FIA der schnellste auf der Geraden, Vettel war nur wenig langsamer. Dieser Umstand und weil der RB7 besser mit der Reifenwahl klar kommt, sorgte dafür, dass man einen Doppelsieg einfahren konnte. Ein wenig Glück war aber auch dabei.

Denn die Szene des Tages lieferte unfreiwillig Lewis Hamilton. Der hatte in der 12. Runde eine Begegnung mit Kamui Kobayashi. Hamilton hatte den Sauber vorher auf der Kemmel Geraden überholt und war auf der Jagd nach Alonso und Vettel. Doch Kobayashi hatte sich nicht aus dem Windschatten abschütteln lassen und blieb auf der Außenseiten des McLaren. Die Fernsehbilder machen nicht ganz klar, wer da wo hin lenkte, aber am Ende berührte Hamilton den Japaner und flog böse ab. Der Aufprall war so heftig, dass der Brite wohl für einen Moment benommen war. Eigentlich ein Rennunfall, doch auf der anderen Seite war der auch unnötig. Kobayahsi war klar langsamer, er hatte keine Chance. Dementsprechend hätte er Hamilton das Leben auch nicht so schwer machen müssen. Damit war aber dann einer der schnellsten Verfolger von Vettel aus dem Feld genommen. Was mit dem McLaren heute drin gewesen wäre, zeigte dann später Jenson Button.

Der war von P13 gestartet und kam zunächst nur zäh voran, weil er auf der harten Mischung unterwegs war. Er wechselte zwar früh auf die weichere Mischung, kam aber auch dann noch nicht so richtig in Schwung. Hilfreich war allerdings die SC-Phase, die der Unfall von Hamilton ausgelöst hatte, denn so kam Button wieder näher an die Top Ten. Von Moment des Restarts lief es besser für Button, der auch noch genügend weiche Reifen übrig hatte, um das Rennen zu beenden. Zwischenzeitlich musste er mit einem Satz etwas länger fahren, dafür kam er dann später als der Rest an die Box und konnte mit einem brandneuen Satz weicher Reifen durchs Feld pflügen. Er schnappte sich einen Konkurrenten nach dem anderen und erreicht am Ende sogar das Podium, weil Alonso mit seinem F150 auf den harten Reifen hilflos um den Kurs rutschte. Das Problem des Ferrari liegt dabei offenbar an der Vorderachse, da man die Reifen nicht auf Temperatur bekommt und so mit viel Untersteuern zu kämpfen hat.

Dabei sah es für Ferrari zeitweise gar nicht so schlecht aus. Alonso schnappte sich beim Start gleich ein paar Konkurrenten und kam schnell in Tuchfühlung mit den Top 3. Dazu musste er zwar Felippe Massa niederringen, aber das schien ein eher kleineres Problem zu sein. Den Speed des Red Bulls konnte man allerdings nicht halten. Ferrari hatte sich am Freitag schon etwas skeptisch gezeigt, was die Konkurrenzfähigkeit anging und blieb vorsichtig mit den Erwartungen. Das sollte sich dann am Ende bewahrheiten, denn Alonso hatte einfach keine Chance. Vettel nahm ihm zehntelweise Zeit ab und als Alonso im letzten Stint auf die harten Mischung wechselte, brachen seine Zeiten vollends ein. Webber und Button, die von hinten mit weichen Reifen kamen, waren teilweise zwei Sekunden schneller als der Spanier. Der war am Ende mit Platz 4 dann auch noch zufrieden. Noch schlechter lief es für Massa. Der musste eine Runde nach seinem letzten Reifenwechsel erneut an die Box, weil er einen schleichenden Plattfuss hatte, was sein Rennen zerstörte.

Besser lief es da für Mercedes, die in Spa eine gute Figur machten. Erstaunlicherweise konnte Rosberg nach einem sensationellen Start in der ersten Runde die Führung übernehmen und er behielt sie auch bis Runde 3. Doch man konnte sehen, dass der Deutsche für die Autos der Top 3 eher ein Bremsklotz war. Er wurde dann nach hinten durch gereicht, auch weil sein erster Stint deutlich länger war. Er pendelte sich aber dann ein, wo Mercedes halt hingehört – hinter Red Bull, McLaren und Ferrari.

Ein grandioses Rennen fuhr allerdings Michael Schumacher. Als letzter gestartet hatte er nach wenigen Runden schon die Top 10 im Visier. Er hatte, wie Button, die harten Reifen zum Start gewählt. Vermutlich in der Annahme, dass man da hinten auch mit harten Reifen würde schneller als der Rest fahren können. Die Strategie passte perfekt und kam dann mit den anderen zum ersten Wechsel an die Box, wo er die weichen Reifen nehmen konnte. Von da an pfeilte er weiter durchs Feld und erreichte in den letzten Runden P6. Vor ihm lag Rosberg, den er dann auch noch schnappte. Mercedes hatte vorher Rosberg darüber informiert, dass beim ihm der Sprit knapp wurde. Kann sein, dass man Schumacher bei seinem Jubiläum nach vorne bugsieren wollte, aber das glaube ich eigentlich nicht. Die Fahrt von ihm war auch so beeindruckend und ob P5 oder P6 macht dann auch nicht viel aus.

Neben Hamilton hatte auch Jamie Alguersuari Pech. Der war als sechster gestartet und kam auch gut weg. Doch in La Source wurde dann Senna abgeschossen, der seinen Bremspunkt verpasste und in den Toro Rosso rauschte. Das Rennen von Senna war damit auch beendet, denn für die Aktion bekam er zurecht eine Durchfahrtsstrafe. Heidfeld wird es mit einem Grinsen verfolgt haben.

Positiv überraschten die Williams, die mit einer neuen, eigenartigen Heckflügelkonstruktion angereist waren (Siehe Bilder). Offenbar brachte die Schaufel durchaus aus was, vor allem mit dem DRS. Auf der Geraden war sie sehr schnell und Pastor Maldonado konnte endlich mal wieder einen Punkt für die in diesem Jahr gebeutelten Briten einfahren.

Nach dem Rennen gab es allerdings noch jede Menge Ärger. Adrian Newey bezeichnete die Reifen von Pirelli in der BBC als “Sicherheitsrisiko”. Es hätten sich große Stücke von der Lauffläche gelöst, man habe nicht gewusst, ob der Reifen platzen würde. Pirelli reagierte wütend auf die Anschuldigungen. Red Bull habe Sturzwerte an der Vorderachse genutzt, die außerhalb der Toleranzwerte lagen, die Pirelli vorgibt. In der Tat sahen die Sturzwerte bei den Red Bull ziemlich abenteuerlich aus, auf der anderen Seite hatten auch Ferrari und McLaren mit einer für Pirelli eher untypischen Blasenbildung zu kämpfen. Bisher haben sich die Pirelli als sehr zuverlässig erwiesen und die in Spa verwendete Kombi (Medium/Soft) ist auch nicht neu. Das Newey nach einem Doppelsieg so heftige Worte findet ist überraschend und wird sicher noch ein Nachspiel haben.

Für Red Bull und Vettel ist der Sieg in Spa ein großer Schritt in Richtung WM-Titel. Vettel führt nun mit 92 Punkten vor Webber und 102 Punkten vor Alonso. Es werden aber nur noch maximal 175 Punkte vergeben. Vettel müsste schon extrem viel Pech haben, wenn er seinen zweiten Titel noch verlieren sollte. Wenn es richtig gut läuft kann er schon in Singapur oder Korea Weltmeister werden. Und für das nächste Rennen in Monza scheint man auch gut gerüstet. Die Höchstgeschwindigkeit des RB7 stimmt, man wird in Italien nicht chancenlos sein.
F1 Grand Prix of Belgium - Race GP BELGIO F1/2011 F1_Spa_2011_2 GP BELGIO F1/2011 F1_Spa_2011_4 F1_Spa_2011_5 Formula One World Championship, Rd 12, Belgian Grand Prix, Race, Spa-Francorchamps, Belgium, Sunday 28 August 2011. Formula One World Championship, Rd 12, Belgian Grand Prix, Race, Spa-Francorchamps, Belgium, Sunday 28 August 2011. Formula One World Championship, Rd 12, Belgian Grand Prix, Race, Spa-Francorchamps, Belgium, Sunday 28 August 2011. Formula One World Championship, Rd 12, Belgian Grand Prix, Race, Spa-Francorchamps, Belgium, Sunday 28 August 2011. F1_Spa_2011_10 F1_Spa_2011_11 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Belgium F1 Grand Prix of Belgium - Race F1 Grand Prix of Belgium - Race F1 Grand Prix of Belgium - Race F1 Grand Prix of Belgium - Practice F1 Grand Prix of Belgium - Race F1_Spa_2011_20 F1_Spa_2011_21 F1_Spa_2011_22 F1_Spa_2011_23 2011 Belgian Grand Prix 2011 Belgian Grand Prix F1_Spa_2011_26 F1_Spa_2011_27

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August 06 2011

12:10

Formel Eins: James Allen Strategiereport – Ungarn

Der GP von Ungarn war ein fantastisches Rennen. Wieder war es zwischen den vier besten Wagen sehr eng, und eigentlich hätte jeder gewinnen können. Der enge Konkurrenzkampf und die unterschiedlichen Wetterbedingungen sorgten wieder dafür, dass die Strategie eine wichtige Rolle spielte.

Der Sieger Jenson Button war in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu fällen. Diese basierten aus den Daten, die man in den freien Trainings gesammelt hatte, und der Entscheidung während des späten Regenschauers nicht an die Box zu kommen, um auf die Intermediates zu wechseln, sondern abzuwarten.
Auf der anderen Seite gab es etliche Fahrer, deren Rennen durch schlechte strategische Entscheidungen beeinflusst wurden, was dazu führte, dass gleich drei Fahrer aus dem Mittelfeld in die Punkte gekommen sind. Den Regen hatte man für den Morgen des Sonntags prognostiziert, aber nicht für den Mittag. Aber die meisten Teams waren sich über die Vorhersagen nicht sicher.
Das Überholen in Budapest war noch nie besonders leicht, aber die Wetterbedingungen halfen dem Rennen. Es gab auf der Start/Zielgeraden am Sonntag weniger Gegenwind als es während der Quali gegeben hatte was auch ein Grund dafür war, warum die DRS-Zone an diesem Wochenende nicht sonderlich gut funktionierte. Eine Menge Fahrer kamen ohne den bremsenden Gegenwind schneller in den Begrenzer, als noch am Samstag.
Ein weiterer Grund, warum das DRS am Wochenende wenig Überholmanöver bot, war die relativ kurze Gerade und die Menge an Abtrieb, die die Wagen fuhren. Sie kamen vor dem Bremspunkt nie auf ihre Höchstgeschwindigkeit.
Schauen wir uns mal genau an. wie die Entscheidungen getroffen wurden.

Button fällt die richtigen Entscheidungen
Von den 11 Siegen, die Jenson Button in seiner Karriere eingefahren hat, holte er sechs Stück in Mischverhältnissen. Eine Kombination aus Erfahrung, sanfter Fahrweise und eine gute Einschätzung der Gripverhältnisse waren die zentralen Punkte seines Sieges. Button startete sein Rennen, so viele alle anderen auch, auf Intermediates, wechselte dann aber in Runde 11 auf die Supersoft.

Webber, Massa und Barrichello waren in Runde 10 an der Box gewesen und Webber setzte sofort die schnellsten Sektorenzeiten. Die Signale zum Wechsel waren also alle da. Allerdings – Massa tat sich mit den Trockenreifen auf der nassen Strecke sehr schwer, weil er Probleme hatte, die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Button, der zu diesem Zeitpunkt auf Platz 3 lag, reagierte und nahm die Supersoft wie erwähnt in Runde 11. Alonso reagierte nicht. Genauso wenig wie der Führende, noch Vettel oder Rosberg. Diese warteten bis zur 12 Runde mit ihrem Stopp. Alle, abgesehen von Hamilton, der einen 5 Sekunden Vorsprung hatte, verloren Zeit und ihre Position. Button übernahm von Vettel P2, während sich Webber an Alonso und Rosberg vorbei schob.

Die supersoften Reifen hielten nicht besonders lang. Vor dem Rennen dachte man noch, dass sie circa 20 Runden durchhalten würden, aber in der Realität war es es dann doch nur 15 oder 16 Runden, sogar deutlich weniger im Fall von Hamilton. Er hatte in der Quali einen Satz gespart und nutzte dieses brandneuen Satz um schnell einen Vorsprung von 9 Sekunden auf Button herauszufahren. Aber nach 14 Runden musste er schon wieder an die Box, Button stoppte eine Runde später. Sie blieben durch circa sechs Sekunden getrennt, aber der entscheidende Moment kam in Runde 40, als Hamilton auf einen weiteren Satz Supersoft wechselte. Es war völlig klar, dass er damit die verbleibenden 30 Runden nicht zu Ende fahren konnte. Button wechslte in Runde 42 auf die härtere (Soft) Mischung und er wusste, dass er damit das Rennen würde zu Ende fahren können.

Und hier die Erklärung, wie man zu den unterschiedlichen Entscheidungen gekommen ist: Die gebrauchten Supersoft waren 0,8 Sekunde pro Runde schneller als die härtere Mischung, also lautete die Taktik von Hamilton in diesem Stint seinen Vorsprung auf mehr als 18 Sekunden auszuweiten. Er hätte das in den 15 Runden Stint eigentlich locker schaffen müssen, aber tatsächlich war Button schneller auf der härteren Mischung unterwegs. In Runde 47, als der leichte Regen begann, drehte sich Hamilton und verlor die Führung. Nun lag er nicht nur hinter seinem Teamkollegen, er war auch noch auf den falschen Reifen unterwegs. Vettel, der ebenfalls auf den Supersoft, die aber bis zum Schluss drauf behalten wollte, würde ebenso an ihm vorbei gehen, wie Webber.

Auch wenn Hamilton wieder an Button vorbei gehen konnte, brauchte er eine Änderung in der Strategie. Das hätte der Intermediate sein können, den er in Runde 52 aufzog, als der Regen stärker wurde. Aber das stellte sich als die falsche Entscheidung heraus. Auch wenn die Rundenzeiten auf den Slicks um 11 Sekunden anstiegen, war es wichtig, dass man kühlen Kopf bewahrte, denn der Regen verschwand nach drei Runden wieder und die Fahrern auf Intermediates mussten noch mal an die Box zum Reifenwechsel. Button, Alonso und Vettel nahmen keine Intermediates und blieben somit vor Hamilton. Webber nahm welche und fiel zurück.

Die Entscheidung für oder gegen Intermediates war wichtig, aber sie war nicht ausschlaggebend für den Sieg. Der dritte Stopp und die Option, die härteren Reifen zu nehmen, war am Ende richtig.

Alonso machte etliche Dinge so, wie Hamilton. Wenn man sich die Länge seiner Stints anschaut, dann hatte er vor vier Stopps einzulegen, vor allem, nachdem er hinter Rosberg eine Menge Zeit verloren hatte. Er wurde von Webber geschnappt, weil er zu lange auf seinen Slicks draußen blieb. Sein erster Stint mit den Supersoft war 13 Runden lang, sein zweiter 11, der dritte ebenfalls 11 und der vierte Stint auf der härteren Mischung dauerte 23 Runden. Er kam beim seinem dritten Stopp an Webber vorbei, weil er drei Runden eher stoppte und er vermied den Fehler auf die Intermediates zu wechseln, so dass er vor Hamilton landete. Es war ein gutes Ergebnis nach einem sehr schlechten Start ins Rennen.

Die beiden Toro Rosso Piloten fuhren jeweils gute Ergebnisse ein. Sebastian Buemi fuhr von P23 auf P8, während Jamie Alguersuari zm vierten Mal in fünf Rennen in die Punkte kam. Es gelang, weil man einen langen Mittelstint auf der harten Mischung fuhr und so einen Stopp einsparen konnte. Diese Taktik hat sich für STR und Sauber in diesem Jahr schon mehrfach ausgezahlt und es ist verwunderlich, warum nicht mehr Teams aus dem Mittelfeld das machen. Allerdings bedarf es dazu eines Wagens, der der sanft mit den Reifen umgeht.

Gutes Resultat für Paul di Resta
Paul di Resta erreichte mit dem siebten Platz sein bisher bestes Resultat in der Formel Eins und gewisser weise ist ein “breakthrough” Ergebnis. Die Ingenieure waren überrascht, wie ruhig und gelassen er auch in den Momenten im Rennen war, in denen es schwer wurde, wie zum Beispiel als es ab Runde begann zu regnen. Es war seine Entscheidung nicht auf die Intermediates zu wechseln. Di Resta hatte bisher keine gute Ergebnisse abliefern müssen, aber dieses Rennen dürfte andere Teams aufmerksam gemacht haben, denn es war nicht Fahrt eines Rookies, was man sieht, wenn man seine Strategie mit der von Button vergleicht.

Er startete auf Supersofts und er hatte einen neuen Satz, da er nicht in Q3 gekommen war. Button stoppte in Runde 27 um auf einen Satz gebrauchter Supersofts und di Resta tat dasselbe. In Runde 42 nahm Button dann die härtere Mischung, und wieder tat es ihm der Schotte gleich. Es ist unwahrscheinlich, dass man Button einfach kopierte, es ist wohl ein Zufall. Aber interessant ist, dass die Entscheidung von Force India auf den Ergebnissen vom Freitag basierte, wo man feststellte, dass man mit den Reifen lange Stints fahren konnte. Das machte klar, dass man mit einem leichter werdenden Auto gegen Ende des Rennens rund 30 Runden würde fahren können.

Di Resta fuhr gegen Rosberg, der die harte Mischung beim zweiten Stopp aufgezogen hatte. Aber die Entscheidung von Rosberg auf die Intermediates zu wechseln, passte dann di Resta gut ins Konzept. Es war das zweite Rennen hintereinander, in dem Force India vor Mercedes gelandet ist. Und es war das siebte Mal in elf Rennen, dass Rosberg am Ende schlechter positioniert war, als beim Start.

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July 21 2011

15:48

Formel Eins: Vorschau Deutschland GP 2011

Die Formel Eins macht Station in Deutschland und der Nürburgring wird sich vermutlich das gesamte Wochenende von seiner besten Seite zeigen: Mit Regen.

Nach dem Rennen in England fällt eine Einschätzung der momentanen Leistungsverhältnisse nicht leicht. Die gemischten Wetterverhältnisse in Silverstone, die kleinen Fehler bei den Boxenstopps und die Änderungen am Mapping machte das Rennen sehr einzigartig. Mittlerweile ist die Formel Eins wieder zu den Mapping-Einstellungen aus der Zeit vor Valencia zurückgekehrt, allerdings mit der Einschränkung, dass man das Mapping im Parc Fermé nach der Quali nicht mehr verändern darf. Im Grunde profitieren von der Entscheidung fast alle Spitzenteams. Red Bull sowieso, aber vor allem McLaren hat durch einen kompromisslosen Umbau auf den hot blown diffusor in diesem Jahr viel gewonnen. Nur bei Ferrari ist man sich nicht so sicher.

Nach dem Sieg in Silverstone ist man bei Ferrari zwar einigermaßen erleichtert, euphorisch ist man aber nicht. Die veränderten Mapping-Einstellungen in Silverstone könnten den Ferrari geholfen haben, aber gleichzeitig hatten die Italiener auch jede Menge neuer Teile am Auto. Aus Maranello hört man, dass man in Sachen Abtrieb offenbar einiges gefunden hat, nachdem man den Fehler, der aus falschen Windkanaldaten resultierte, behoben hat. Gleichzeitig hat man mal wieder umstrukturiert und Pat Fry an die Stelle von Aldo Costa gesetzt, der das Team in dieser Woche endgültig verlassen hat. Wie ernst es Ferrari damit ist, die Strukturen neu auszurichten und gleichzeitig Ruhe ins Team zu bekommen, verdeutlicht die Aussage von Luca di Montezemolo aus dieser Woche, dass man auch 2012 mit Massa als zweiten Fahrer antreten wird. Es wird interessant zu sehen sein, wie Ferrari auf dem eher mittelschnellen Kurs des Nürburgrings klar kommen wird. Es fehlen hier zwar, bis auf das Schumacher-S, die schnellen Passagen, aber wenn der F150 hier gut geht, sollte er auch auf den kommenden Kursen ein Gegner sein.

Red Bull ist aber weiter das Team, dass die Nase vorn hat. Nach dem mittelgroßen Eklat in Silverstone, wo man gegen Ende des Rennens Mark Webber per Team Order einbremste, hat sich die Lage wieder beruhigt. Dietrich Mateschitz selber hat verkündet, dass man mit Webber noch ein weiteres Jahr unterwegs sein wird. Das nicht nur, weil Webber gute Leistungen erbringt, sondern auch, weil man keinen gleichwertigen Ersatz findet. Das Markt an guten Fahrer ist ziemlich leer gefegt. Ohne Zweifel sollte Vettel beim seinem Heim GP der erste Sieganwärter sein.

McLaren wird nach dem schwachen Auftritt in Silverstone am Ring besser aufgestellt sein, das wieder erlaubte Mapping sollte auch helfen. Dennoch ist der Wagen weiterhin eine Baustelle und man hat gegenüber Ferrari sogar an Boden verloren. Es fällt schwer dafür einen Grund auszumachen, der Wagen ist einfach generell zu langsam. Probleme gibt es auch im Team, vor allem um Lewis Hamilton herum. Der beklagte sich bei seinem Team nach Silverstone über ein “Burnout” und durfte erst einmal in den Urlaub fahren. Generell gibt es Stimmen, die sich darüber beklagen, dass Hamilton sich zu viel um seine Promi-Freunde und zu wenig um andere Sachen kümmert. Ob das so stimmt, ist dann wieder eine andere Sache, aber die Unruhe um beide Fahrer in Sachen Vertragsverlängerung tut dem Team mit Sicherheit nicht gut.

Derlei Probleme hat Mercedes nicht, dafür ist der MGP02 kein großer Wurf von Ross Brawn und alle Änderungen haben bisher den Abstand nur konservieren, aber wenig verkürzen können. Mittlerweile hat man fast das gesamte Auspuffsystem verändert, ebenso die Anströmung des Diffusor. Auffällig ist aber, dass der Wagen immer noch mehr Kühlauslässe hat, als die Konkurrenz. Das ist nicht gut für die Luftführung und kostet Anpressdruck. Sollte es am Wochenende allerdings wie erwartet nass sein, dass dürfte man wieder einen sehr starken Schumacher sehen, dem diese Verhältnisse offenbar entgegen kommen. Erstaunlicherweise sieht man im Regen, dass Schumacher, so er denn keinen Fehler macht, vom Speed her zur Spitze gehört. Es wäre ihm und dem Team zu wünschen, dass es am Ring richtig gut läuft.

Bei Renault wird man angesichts des aufgehobenen Mapping-Verbots erleichtert sein. Man hat in Silverstone gesehen, dass der Wagen schwer unter dem Verbot litt, daher sollte es am Ring deutlich besser laufen. Unzufrieden ist man bei den Franzosen dennoch, da die Saison nicht sonderlich gut läuft. Petrov macht seine Sache ordentlich, Heidfeld eigentlich auch, wäre da nicht seine leidige Quali-Schwäche, die ihm bessere Positionen versperrt. Offen spricht Eric Boullier davon, dass man auf eine Rückkehr von Robert Kubica hofft und diesen auch bei nächster Gelegenheit wieder in den Wagen setzen möchte.

Williams bastelt weiter am verkorksten FW33 und dürfte am Ring nicht auffällig werden. Gleiches gilt für Sauber, die in Sachen Entwicklung im Moment stehen geblieben sind. Toro Rosso hat sich verbessert, allerdings auch nur deswegen, weil man im Rennen mit anderen Strategien unterwegs ist.

Neuigkeiten gibt es von Lotus. Dort setzt Jarno Trulli am Wochenende überraschend aus, und wird durch Karun Chandok ersetzt. Der Inder, sicher einer der sympathischsten Fahrer im Feld, darf dann auch mal wieder ein Rennen fahren. Gleichzeitig hat Team Lotus aber klar gemacht, dass man mit Trulli auch über einen Einsatz im Jahr 2012 verhandelt. Dabei hatte man eher damit gerechnet, dass sich Lotus für 2012 einen jüngeren Fahrer holt.

Am Ring gibt es dieses Mal nur eine DRS-Zone, die die lange Gerade betrifft. Gemessen wird vor Turn 10, aktiviert wird der Heckflügel dann direkt nach Turn 11 bis zur Schikane. Je nach Wetter wird man vermutlich wieder einen abwechslungsreichen Grand Prix sehen und wenn es die in der Eifel üblichen Mischverhältnisse gibt, dürfte es richtig lustig werden.

Am Rande des Grand Prix gibt es auch eine Demo der “Save the Ring” Organisation. Viele Infos dazu findet man bei Facebook und bei Mike Frison, den ich der Einfachheithalber mal zitiere:

Treffpunkt ist die Gemeindehalle in Nürburg (neben Getränke Schmitz in der Nähe vom Hotel Tiergarten) und der Protestmarsch setzt sich um 11:45 Uhr in Bewegung.

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July 07 2011

15:30

Formel Eins: Vorschau GP England 2011

Alles neu beim britischen Grand Prix in diesem Jahr. Neue Boxenanlage, neue Start/Zielgerade und neue Regeln bezüglich des “hot blown diffusor”.

Silverstone ist wie gemacht für den Red Bull, denn es gibt viele ultraschnelle Kurven, darunter die berühmten Maggotts, Becketts, Chapel, dazu noch Stowe, Club, Abbey und Copse. Oder anders gesagt: Wer soll denn Red Bull hier schlagen? Die Antwort könnte lauten: Die FIA. Denn die hat in ihrer unendlichen Weitsicht beschlossen, den sogenannten “hot blown diffusor” zu verbieten. Zur Erklärung: Man unterscheidet zwischen einem “cold blown” und “hot blown diffusor.” Erster bekommt einfach die Luft per Sidepods und Unterboden zugeführt, letzterer wird direkt vom Auspuff angeblasen. Die Teams nutzen dazu auch noch eine Lücke im eigentlich striktem ECU-Reglement, die es ihnen erlaubte den Motor auch dann auf hohen Drehzahlen zu halten, wenn der Fahrer vom Gas ging. Das Mapping ist seit Valencia weg, nun müssen alle Teams auch ihre Auspuffführung umbauen. Aber wen trifft das Verbot denn nun wirklich?

Die gute Nachricht ist: Weder Williams, noch Lotus, HRT oder Virgin sind betroffen. Scherz beiseite, tatsächlich müssen vor allem alle Top Teams umbauen. Red Bull, McLaren, Ferrari, Mercedes und Renault hatten das Mapping und die veränderte Auspuffführung im Programm, wobei Ferrari, Mercedes und McLaren besonders viel Geld rein gesteckt haben, weil sie diese Variante zum Start der Saison nicht im Auto hatten. Besonders betroffen ist aber Renault, deren revolutionäres Abgassystem nun leider überflüssig ist. Da man die gesamten Seitenkästen inkl. Kühler usw. auf den nach vorne gerichteten Auspuff ausgerichtet hatte, stehen dem Team größere Umbauarbeiten bevor, die man vermutlich nicht bis Silverstone wird erledigt haben können.

Ein Fragezeichen steht hinter Red Bull, die das System seit Beginn des Jahres im Wagen hatten. Die müssen nun das aerodynamisch empfindliche Heck verändern und vermutlich werden sie die Auspuffgase am Diffusor vorbei leiten, in dem sie die Endrohre rechts und links daneben legen werden. Ich bezweifele aber, dass der RB7 deswegen viel an Performance verlieren wird. Das extrem enge Heck bietet wenig Luftwiderstand, die Luft kann ungehindert um Diffusor gelangen. Vielleicht verliert man ein paar Zehntel, aber das geht den anderen ja auch so. Da der “heisse” Diffusor den vorhandenen Abtrieb nur verstärkt hat, sollten die guten Abtriebswerte des RB7 nicht weiter betroffen sein.

Das sind, wenn ich denn recht habe, schlechte Nachrichten für Ferrari und McLaren. Die Briten haben lange an ihrem Heck rum gebastelt, nur um jetzt wieder alles auf Anfang setzen zu können. Button scherzte schon, dass man immer den Vorteil habe zu wissen, wie schlecht sich ein Heck anfühlen kann, weil man das ja schon im Winter ausgiebig getestet hatte. Dennoch ist man bei McLaren zuversichtlich, dass beim Heim GP um den Sieg mitfahren wird.

Ferrari ist ebenfalls optimistisch, zu mal man mal wieder ein großes Update mitbringt. Außerdem ist man erleichtert, dass Pirelli die Varianten Soft/Hard nach England schnleppt. Zwar mag der F150 die harte Mischung nicht, dafür ist er auf der soften Mischung um so besser. Doch der Wagen schleppt weiter das Manko mit sich rum, einfach zu wenig Abtrieb zu produzieren und das Verbot des “hot blown diffusor” wird dem Team nicht helfen. Auf dem letzten Kurs mit schnellen Kurven, in Barcelona, wurde Alonso überrundet.

Mercedes hat die WM und eine Top 3 Platzierung in der Team-Werung schon abgeschrieben. Man wird weiter versuchen zu Ferrari aufzuschließen um sich gleichzeitig Renault vom Hals zu halten. Der MGP 02 leidet nicht nur unter seinem enorm kurzen Radstand, sondern auch unter Kühlungsproblemen, weswegen die Seitenteile des Wagens immer noch die Kiemen aufweist. Das stört die Aerodynamik und vor allem die Anströmung des Hecks, weswegen sowohl Rosberg als auch Schumacher im Rennen immer wieder Probleme mit dem Verschleiß der Reifen auf der Hinterachse haben. Immerhin stimmt der Topspeed, was ja in Silverstone nicht gerade unwichtig ist.

Dahinter dürfte es dann eng werden. Renault ist wie gesagt schwer einzuschätzen, dafür sollte Force India die schnelle Strecke liegen. Obwohl dem Wagen Grip fehlt, sollte man di Resta und Sutil für Punkte im Auge behalten. Sauber sah in den letzten Rennen schwach aus, offenbar hat man sich bei der Entwicklung in eine falsche Richtung bewegt. Dass die Force India plötzlich schneller sind, dürfte nicht normal sein, nachdem man mit James Key ja eigentlich den richtigen Mann im Team hat.

Ebenfalls verbessert hat sich Toro Rosso, die in den letzten Rennen in die Punkte kamen. Alguersuari leidet weiterhin unter eine Quali-Schwäche, was vermutlich mit den Pirelli Reifen zu tun hat, die er nicht so gut wie Buemi auf Temperatur bekommt. Rollt der Spanier aber erst einmal, kann er mit seinem Teamkollegen auch wieder mithalten.

Williams hat die Saison zwar noch nicht aufgegeben, aber die vielen Umbesetzungen und Neustrukturierungen im Team dürften der Entwicklung nicht helfen. Der FW33 ist eine Krücke und er wird es vermutlich, trotz seines sehr interessanten Konzeptes, auch bleiben. Aus England hört man aber, dass Barrichello vermutlich noch eine Saison dran hängen wird. Ob das so eine gute Entscheidung ist? Nichts gegen Maldonado, der sich gut entwickelt hat, aber wenn der schon im dem guten Rubens auf Augenhöhe ist, dann sollte man vielleicht mal nach einem schnelleren Mann Ausschau halten (Webber?)

Und zu Schluss die drei Hinterbänkler. Lotus fehlen immer noch rund 8 Zehntel in der Quali, aber das ist schon ein ziemlich großer Schritt, denn die Malayen da gemacht haben. Im Rennen bricht die Performance dann komischerweise so weit ein, dass die Virgin durchaus mithalten können, aber in Silverstone erwarte ich von Lotus etwas mehr, weil sie das klar bessere Chassis haben.

Etwas umgewöhnen muss man sich, was die Strecke angeht. Die neue Boxenanlage ist fertig und die Start/Zielgeraden ist nun auf der anderen Seite der Strecke. Man startet nun im ehemals hinterem Teil der Strecke und die erste Rechts nebst folgender Schikane dürfte beim Start interessant werden. Auch runter zu Brooklands sollte das Feld weiter eng zusammen sein. Dort, auf der nen Wellington Straight genannten Gerade, wird auch die DRS-Zone sein: der Messpunkt dafür ist vor dem Arena-Komplex, also zwischen den Turns 2 und 3, aktiviert werden darf das System ausgangs der Arena, aber noch vor dem schnellen Knick, der auf die Gerade führt.

Pirelli erwartet mal wieder drei Stopps und da es für britische Verhältnisse am Wochenende warm werden soll (24 Grad) dürften die “Soft” eine große Rolle im Rennen spielen. Die Reifen werden durch die vielen schnellen Kurven arg belastet, also könnte das zu interessanten Strategieentscheidungen führen. Der Motor wird in Silverstone logischerweise auch hoch belastet. Der Vollgasanteil ist hoch, also wird das KERS auch viel arbeiten müssen. Das könnte dann unter Umständen bei einigen Teams entscheidend werden, denn bei Red Bull, McLaren und Mercedes gab es ja immer mal wieder Probleme mit dem System.

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June 29 2011

06:22

Newshappen-Sammlung für 29.06.

// Ein geradezu bizarr kompliziertes Puzzle über die Hintergründe und den momentanen Stand der Übernahmeschlacht in der Formel Eins liefert Joe Saward. In einen ziemlich langen und verworrenen Artikel versucht er die Frontlinien zu zeichnen, die bis weit in die Politik reichen. Im Grunde beschreibt er, dass Bernie Ecclestone gerade an allen Fronten sein Netzwerk aktiviert und diverse Leute in diverse, wichtige Positionen bringt. Zum einen wäre da Max Mosley, bekanntermaßen ein alter Kampfgefährte von Ecclestone, der sich in den letzten Wochen mal wieder häufiger in die aktuelle F1-Politik eingemischt hat. Saward spekuliert, dass Mosley eventuell wieder als FIA-Präsident kandieren könnte, da Jean Todt gerade an den meisten Fronten eine schlechte Figur macht und die FIA mit seinen Entscheidungen für Bahrain und den Weltmotor in Bedrängnis gebracht hat. Die zweite Eben betrifft Ferrari und vor allem Luca di Montezemolo, der im Moment der Hauptgegenspieler von Ecclestone zu sein scheint. Saward gräbt das seit Wochen kursierende Gerücht aus, dass Flavio Briatore die sportliche Leitung von Ferrari übernehmen könnte, sollte Montezemolo tatsächlich den Versuch starten in die Politik zu gehen. Offenbar gibt es tatsächlich im Moment viel Bewegung im Hause Ferrari, dazu kommt, dass der sportliche Erfolg ja auch nicht vorhanden ist. Vieles, was Saward schreibt, ist pure Spekulation und teilweise undenkbar. Mosley ist nach seiner Nummer mit den Damen politisch verbrannt, für Briatore gilt das ebenso. Hintergrund des langen Textes ist, dass es das Gerücht gibt, etliche Streckenbetreiber zur – Achtung – IRL überlaufen wollen. Das ist, gelinde gesagt Quatsch, interessant ist es aber doch, weil die Karte mit den Strecken nur von Ecclestone gespielt werden kann. Ein weiteres besagt nämlich, dass die Strecken Verträge über eine Firma mit Ecclestone haben, die nicht zur CVC gehört. Mit anderen Worten: a) Die Vermutung vieler, dass Eccelstone die Grundpfeiler der F1 an sich und nicht an die CVC gebunden hat, schält sich zumindest ein wenig heraus und b) Sommerloch. (Don)

// Williams hat zwei neue Leute für das technische Department eingekauft. Interessant ist dabei die Verpflichtung von Mark Gillan. Der war lange bei Jaguar und Red Bull und gilt als ausgewiesener Fahrwerks- und Aeroexperte. Nummer Zwei ist Jason Somerville. Der war schon mal bei Williams, bevor er zu Toyota und danach zu Renault ging. Damit holt nach der umstrittenen Verpflichtung von Mike “Copyshop” Coughlin zwei weitere, sehr gute Experten ins Team. Das Problem ist nur: Während Coughlin schon jetzt am 2012er Wagen basteln kann, kommt Somerville erst Ende August und Gillan sogar erst im Oktober. [Quelle: PR Meldung Williams] (Don)

// Die Dauerbaustelle DRS wird man wieder von der FIA bearbeitet. Es bleibt zwar, auf geeigneten Strecken, bei zwei DRS-Zonen, jedoch soll ein Fahrer den DRS-Vorteil nur noch in der ersten Zone ausnutzen können, wenn denn der Überholvorgang erfolgreich war. Beschlossen ist allerdings noch nichts. (Don)

// Sommerzeit = Silly Season. Es geht vor allem um zwei Plätze: den bei Red Bull und den bei Ferrari. Die Italiener bestehen darauf, dass Massa auch 2012 fährt, ich habe allerdings mitbekommen, dass zwei englischsprachige Piloten in Maranello waren. Da muss man nicht lange raten, wer das sein könnte. Nummer Eins ist Jenson Button, Nummer Zwei war wohl Webber, dem Ferrari aber eine Absage erteilt hat. Der Australier hat klar verkündet, dass er gerne bei Red Bull bleiben würde, doch die zieren sich, den Vertrag zu verlängern. Denn, so die Gerüchteküche, Red Bull ist an einem McLaren-Fahrer dran. Das könnten sowohl Hamilton als auch Button sein, wobei McLaren gerade mehrfach verkündet hat, dass man beide Piloten gerne behalten würde. (Don)

// Aus zwei mach eins: Angeblich steht eines der beiden Rennen in Spanien vor dem Aus. Und überraschenderweise handelt es sich nicht um den Stadt-GP von Valencia. Stattdessen könnte es sein, dass die Königsklasse heuer zum vorübergehend letzten Mal in Barcelona an den Start gegangen ist. Zwei spanische Radiostationen sollen am Wochenende verkündet haben, dass die Valencia-Veranstalter einen neuen Vertrag mit Bernie Ecclestone unterschrieben haben, der bis ins Jahr 2021 reicht. Bedingungen für den offenbar finanziell lukrativen Deal: Man möchte ganz offiziell den “Grand Prix von Spanien” austragen, das einzige F1-Rennen im Lande sein, und bereits im Mai an den Start gehen. Bestätigt ist die Meldung zur Stunde noch nicht. (Vorsicht)

// In der NASCAR geht das Gerücht um, dass Carl Edwards einen vierten Wagen bei Joe Gibbs übernehmen könnte. Carl und Kyle in einem Team? Viel Spaß, Joe Gibbs. Derweil werden Hendrick Motorsport und Dale Earnhardt jr. den gemeinsamen Vertrag wohl verlängern. Die Aufwärtstendenz von Junior mit Steve Letarte ist klar zu sehen, ein Sieg in diesem Jahr eigentlich überfällig. (Don)

// Die Kollegen von motorsport-total.com melden unter Berufung auf Motorsport aktuell, dass Katherine Legge bald in der IndyCar Serie für Sam Schmidt starten könnte. Angeblich sind heuer bis zu sieben Rennen möglich, ganz besonderes Augenmerk legen Legge und das Team aber auf das Finale in Las Vegas. Ob die Britin, die 2012 dann eine volle Saison bestreiten möchte, dabei ein zweites Auto des Teams pilotieren wird, ist noch unbekannt – wegen angeblicher finanzieller Probleme bei Sam Schmidt scheint es aber auch denkbar, dass sie den Stammpiloten Alex Tagliani ersetzen könnte. (Vorsicht)

// Die Superleague Formula hat verkündet, dass der Deutsche Max Wissel beim kommenden Rennen in Zolder wieder mit von der Partie sein wird. Interessant: Sein vom spanischen Team des ehemaligen Formel 1 Fahrers Emilio DeVillota eingesetztes Auto wird in den Farben von Südkorea unterwegs sein. Damit sind für das kommende Rennen immerhin 15 statt bisher 14 Autos gemeldet. Die Südkorea-Connection ist aber auch deswegen spannend, weil die Superleague Formula ebenfalls vergangene Woche bekannt gegeben hat, dass das geplante Rennen im russischen Smolensk nicht stattfinden wird, weil der Kurs keine Grande 2 Lizenz der FIA erhalten hat. Seither sucht man fieberhaft nach einer Ersatz-Rennstrecke. Denn weniger als die geplanten acht Rennen pro Saison will man nicht fahren –  auch deswegen, weil die Teams mit einem fixen Preisgeld-Betrag kalkulieren möchten. Ein Lauf auf der so wenig genutzten Formel 1 Bahn in Yeongam wäre also durchaus eine Möglichkeit – ist im Moment aber natürlich noch reine Spekulation. (Vorsicht)

// Auch eine andere Serie muss ihren Kalender ändern: Das geplante Event der AutoGP in Bukarest wird nicht stattfinden – offiziell wurde auch hier die fehlende Grade 2 Lizenz der Strecke als Grund genannt. Man könnte aber auch spekulieren, dass irgendjemand in der AutoGP-Organisation oder beim Management der Strecke festgestellt hat, dass sich der Aufbau des Stadtkurses für ein Standalone-Event der bisher noch wenig breitenwirksamen Formelserie wohl kaum finanziell lohnen kann. Auch die AutoGP plant, das nun abgesagt Rennen zu ersetzen. Nicht wurde aber keine konkreten Kandidaten genannt. (Vorsicht)

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June 20 2011

15:12

Formel Eins: Der James Allen Strategiereport Kanada

Ohne jede Zweifel war das GP von Kanada ein absoluter Klassiker. Alles war dabei: klasse Racing, Safety Cars, Regen, Kollisionen und einige sehr enge strategische Entscheidungen, die man oft mit wenig Daten im Rücken treffen musste.

Die Strategen hatten im letzten Rennen alle Hände voll zu tun und daraus wurde dann ein faszinierendes Rennen. Jenson Button gewann das Rennen, obwohl er eine Durchfahrtsstrafe bekam, 5 Boxenstopps plus zwei Kollisionen hatte und fast eine komplette Runde mit einem platten Reifen absolvierte. Die Leistung wird noch erstaunlicher, wenn man sich das Rennen so ansieht: Von den geplanten 70 Runden wurden nur 38 wirklich ein Rennen gefahren. Die anderen 32 Runden fanden hinter dem Safety Car statt. Und in Runde 40 war Button auf dem letzten Platz. Wie hat er das geschafft?

Die Antwort liegt in einer Mixtur aus Strategie, guten Rundenzeiten und Überholmanöver. Button und seine Strategen haben es einfach hinbekommen.

Das Rennen von Button unter dem Mikroskop

Um das Rennen von Button zu verstehen, muss man sich die Entscheidung von McLaren vor Augen führen, die seinen Wagen mit deutlich mehr Abtrieb ausgestattet hatten, als das bei der Konkurrenz der Fall war. Das gilt besonders für den Abtrieb im Heckbereich. Auch wenn er im Nassen nicht schneller war als die Konkurrenz, kam der Abtrieb und die Balance des Wagen voll zur Geltung, als er auf Intermediates unterwegs war. In dieser Phase holte er den größten Teil seines Rückstands auf. Als Beispiel: Er war in der 40. Runde letzter, aber in Runde 51 war er auf P9.

Man könnte sich das Rennen vor der Unterbrechung durch die rote Flagge ansehen, aber das wäre rein akademisch. Buttons Probleme durch die Kollisionen mit Hamilton und Alonso, seine vielen Stopps, der defekte Reifen und die Durchfahrtsstrafe waren Vergangenheit, als das SC in Runde 40 raus kam.

In diesem Moment wurde das Rennen auf Anfang gestellt. Ab hier, mit einem gut abgestimmten Wagen auf Intermediates, mit einem weiteren Stopp auf die Slicks und DRS holte er sich das Rennen, in dem er einen nach dem anderen überholte.

Er war in Runde 51 einer der ersten, die auf die Slick gewechselt hatten und dies war einer der entscheidenden Punkte. Webber war eine Runde zuvor an der Box gewesen und seine Sektorenzeiten zeigten, dass es Zeit für die Slicks war. Als Button auf P10 lag holte er sich seine Supersoft und kam sofort auf ein erstaunliches Tempo. Zu dieser Zeit lag er 27 Sekunden hinter Vettel.

Red Bull war in Kanada sehr vorsichtig mit den Entscheidungen für Vettel und wartete ein paar Extra-Runden mit der Entscheidung für die Slicks um ganz sicher zu gehen. Webber entschied sich früher für die weichen Reifen, teilweise um sich selber eine bessere Chance zu geben, teilweise, damit Red Bull sich die Daten anschauen konnte, um den richtigen Moment für Vettel zu finden. Sie blieben auch vorsichtig, als Button reinkam und liessen Vettel weitere 2 Runden draussen. Als Vettel endlich seine weichen Reifen hatte, war Button nur noch 15 Sekunden hinter ihm und vor allem 2 Sekunden pro Runde schneller.

Viele Fans fragen sich, ob Button auch ohne die letzte SC-Phase in den Runden 59/60 hätte gewinnen können. Vettel hat durch die SC-Phasen viel Zeit verloren, insgesamt waren das 20 Sekunden Vorsprung.

Aber selbst ohne die letzte SC-Phase wäre es eng geworden. Button war auf P4 und holte schnell auf Vettel auf. Bei 12 Runden Renndistanz betrug sein Rückstand noch 17 Sekunden, und er hätte Vettel vielleicht auch ohne SC geschnappt. Man sollte auch nicht vergessen, dass er Vettel mit Reifen eingeholt hat, die 2 Runden älter waren.

Ein paar Gedanken zu den konservativen FIA Renndirektoren

Eine interessanter Trend, den man in den letzten Rennen immer wieder sehen kann, ist dass Charlie Whiting dazu tendiert, dass SC schnell und sehr lange auf die Strecke zu lassen. Dazu kommen Anweisungen wie in Kanada, dass alle auf Full-Wets hinter der SC starten müssen. Es hat den Anschein, dass er immer mehr Risiko vermeiden möchte, was wiederum die Rennstrategie entscheidend beeinflusst.

In Kanada konnte man sehen, dass Team wie Sauber und Renault mit der vorsichtigen Einstellung von Whiting gerechnet hatten und davon ausgingen, dass Whiting das Rennen stoppen würde, nach dem das SC in Runde 20 raus kam.

Die meisten Teams nutzen das Safety Car um neue Reifen zu holen, aber Renault ließ Heidfeld und Petrov ebenso draussen, wie Sauber Kobayashi und De La Rosa. Force India ließ sogar Sutil draussen, der auf Intermediates unterwegs war. Alle hofften, dass die rote Flagge kommen würde, und die bekamen sie auch.

Auch wenn der Stopp hinter dem SC nur 14 Sekunden kostete, er führte dazu, dass die Mutigen/Geduldigen nach vorne gespüöt wurden. Und als das Rennen abgebrochen wurde, und Whiting entschied, dass alle auf Full-Wets starten müssen, bekamen sie auch noch ihren Reifenwechsel ohne Zeit zu verlieren.

Heidfeld kam von P6 auf P4, di Resta von P9 auf P6 und Sutil von P17 auf P13. Kobayashi konnte sich diebisch freuen, dass Alonso, Rosberg und Schumacher vor ihm auf Intermediates gewechselt hatten um dann festzustellen, dass sie beim neulich einsetzenden Regen einen Fehler gemacht hatten, was den Japaner auf P2 brachte. Und dann konnte er in der Unterbrechung bequem seine Reifen wechseln.

Man muss feststellen, dass die Kombination von Kobayashi und den Strategen von Sauber, die in der Vergangenheit schon mutige Entscheidungen getroffen haben, gut funktioniert. Er ist nicht nur ein exzellenter Fahrer, er spielt auch mit der Strategie.

(Zwei Anmerkungen von mir: 1. Sorry, dass der so spät kommt, ich hatte einfach keine Zeit für die Übersetzung. 2. Ich bin nicht ganz der Meinung von James, was die Annahme angeht, dass Button Vettel auch dann eingeholt hätte, wenn die letzte SC-Phase nicht gekommen wäre. 17 Sekunden in 12 Runden sind einfach etwas viel, zumal Button in den letzten Runden, als Red Bull und Vettel auf die nahende Bedrohung reagierten, auch nicht mehr so schnell ran kam. Der Fehler von Red Bull war, nach dem Restart Button nicht auf dem Schirm zu haben, weil man dachte, dass man mit Webber ein Polster haben würde. )

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June 14 2011

08:31

Formel Eins: Analyse GP Kanada 2011

Das Rennen in Montreal ist immer für viel Abwechslung gut, doch was man Sonntag sehen konnte, war Drama und Rennaction pur.

Im Grunde konnte man das enttäuschte Gesicht von Vettel auf dem Podium verstehen, doch eigentlich hätte er lachen müssen. Mal wieder ein zweiter Platz, dazu hatten sich alle Konkurrenten im Rennen selbst eliminiert, sieht man mal vom Mann ab, der auf dem Podium links neben ihm stand und übers gesamte Gesicht strahlte. Jenson Button war ein unfassbares Rennen gelungen, eines, das in die Geschichte eingehen wird, eines, dass die Karriere von Jenson Button auch in vielen Jahren überstrahlen wird und zu dem er wieder und wieder befragt werden wird: “Jenson, wie war das damals in Kanada?” Ich hab zu Hause meine Bibliothek in Sachen F1-Rennen gewälzt und im Netz geforscht. Aber ich habe niemanden gefunden, der nach zwei Unfällen, einer Durchfahrtsstrafe und sechs Boxenstopps vom letzten Platz im Feld ein Rennen gewinnen konnte. Dass, was Button da geleistet hat, war einfach brillant.

Dabei hatte sein Tag nicht gerade gut angefangen. Die merkwürdige Kollision mit seinem Teamkollegen war da nur die eine Sache. Man gibt Hamilton die Schuld, der, das sieht man auf den Bildern, auch weit davon entfernt war, auf gleicher Höhe zu sein. Button hatte das Recht, eine Linie zu fahren, die auch von allen anderen Fahrer genutzt wurde. Vermutlich rechnete er damit, dass Hamilton die innere Linie wählen würde, und wollte so für die dann folgende Linkskurve wiederum seine Linie abdecken. Hamilton entschied sich aber anders. Ein Rennunfall. Einerseits. Andererseits muss sich Hamilton den Vorwurf gefallen lassen, warum mal wieder davon ausging, dass man ihm freiwillig Platz macht. Das war schon in Monaco zu sehen, wo er sehr aggressiv zu Werke ging, in Kanada war das nicht anders.

Hamilton steht im Moment schwer in der Kritik. Aus dem Paddock sind im Moment viele Gerüchte zu hören, darunter solche, die sagen, dass er bei McLaren nicht mehr sonderlich glücklich ist. Button ist es gelungen, das ehemals reinrassige Hamilton-Team, in dem er eigentlich eine Art “1b” war, mehr und mehr auf seine Seite zu ziehen. Weitere Gerüchte bringen Hamilton mit Red Bull in Verbindung. Er soll am Wochenende in einem langen Gespräch mit Christian Horner gesichtet worden sein und die Idee, dass die Österreicher, mangels eigenen guten Nachwuchs, sich eine Verpflichtung von Hamilton vorstellen könnten, ist sicher nicht völlig aus der Luft gegriffen. Dazu kommt, dass er und Adrian Newey eine Freundschaft pflegen. Zumindest heizen die Gerüchte die “Silly Season” kräftig an.

Doch zurück zu Button. Der nutzte den Chrash mit Hamilton und die darauf folgende SC-Phase zu einem Boxenbesuch und holte sich Intermediates. Er blieb bis zur Rennunterbrechung um Mittelfeld, erlaubte sich danach aber den Luxus der Durchfahrtsstrafe und viel auf den letzten Platz zurück. Sein Glück war, dass es erneut eine SC-Phase gab. Sein Abstand zu Vettel betrug 30 Runden vor Schluss rund 12 Sekunden, wuchs aber bis Runde 50, als er schon wieder auf Platz 8 lag, auf 27.893 Sekunden an. In Runde 51 kam er zu seinem letzten Stopp, nahm die SuperSoft, fiel aber nicht zurück sondern reduzierte den Abstand zu Vettel, der später kam, auf 19.691 Sekunden in Runde 54. Rund 10 Sekunden vor ihm kämpften derweil Schumacher und Webber um P2. Die 20 Sekunden hätte er vermutlich nicht mehr aufholen können, hätte es nicht in Runde 58 eine weitere SC-Phase gegeben.

Wichtig war auch, dass er nach dem Restart in Runde 60 sehr schnell an Webber und Schumacher vorbei kam. Wäre er hier hängen geblieben, hätte er Vettel nicht mehr einholen können. Die vielen SC-Phasen haben seine Aufholjagd sicher stark unterstützt, aber es bleibt dabei, dass er vom Ende des Feldes bis zur letzten Runde, fast jeden vor ihm fahrenden Piloten überholen konnte. Sein Sieg war begünstigt durch den Fehler von Vettel, als der in der Schikane leicht auf nassen Teil des Asphalts kam und nicht sauber einlenken konnte, aber er war so knapp dran, dass er auf der Geraden vermutlich eh in DRS-Reichweite gewesen wäre.

Aber trotz allem: Ein sensationelles Rennen von Jenson Button.

Ebenfalls richtig gut unterwegs war Michael Schumacher. Ihm und seinen Mercedes kam das schlechte Wetter zu Gute, man hatte eine Mischabstimmung gewählt und auf etwas höhere Abtriebswerte gesetzt. Schumacher schnitt teilweise wie in seinen besten Zeiten durch das Feld, versuchte sich auf P2 liegend beim Restart sogar kurz an Vettel, der ihn aber auskonterte. Aber mit zwei schnellen Wagen hinter sich war er auf P2 einfach eine “sitting duck”. Ohne DRS, nur mit KERS, konnte er sich gegen Webber einigermaßen wehren, aber auf Dauer war klar, dass beide würde passieren lassen müsse. Für einen Moment dachte ich noch, dass der Taktikfuchs Schumacher Webber extra vorbeilassen würde, um ihn in der letzten oder vorletzten Runde mit DRS dann seinerseits auf der Geraden zu holen, aber Webber schaffte sich auf Slicks genug Polster, um genau das zu vermeiden.

Vettel hat das Rennen aber nicht nur wegen seines Fehlers verloren. Der kam überhaupt erst zustande, weil er sich gegen Button wehren musste. Der Weltmeister gab nach dem Rennen offen zu, dass er zwischen durch nicht aggressiv genug unterwegs war, weil kein Risiko eingehen wollte. Offenbar hatte aber auch der Red Bull Kommandostand die heran rollende Gefahr in Form von Button unterschätzt, sonste hätte man ihm früher ein “Push” gefunkt.

Ferrari, die auf der Strecke ohne Hochgeschwindigkeitskurven, erstaunlich gut aussahen, hatte dann ein desaströses Wochenende. Alonso, dessen Rennen eh etwas zäh lief, schmiss Button die Tür zu, als der in einer Schikane schon neben ihm war. Der F150 blieb auf einem Curb hängen und sah etwas traurig aus. Massa, der etwas besser darauf zu sein schien und das Rennen in Runde 20 sogar mal anführte, hatte etwas Pech. Bis Runde 51 lag er bequem auf P3, dann holte er sich neue Reifen und auf seiner Outlap kam ihm Karthikeyan in die Quere. Der Inder blieb beim Überrunden brav auf seiner Spur, nur ging Massa zum Überholen mit Slicks ins Nasse und drehte sich. Der Ferrari-Mann brauchte eine neue Nase und fiel auf P15 zurück, tobte dann aber durchs Feld und holte, auch begünstigt durch die letzte SC-Phase auf dem Zielstrich noch P6 vor Kobayashi. Der Abstand betrug gerade Mal 0,045 Sekunden.

Während Button, Vettel, Webber, Schumacher und Massa zu glänzen wussten, lief es für andere schlecht. Neben Hamilton war das Wochenende auch für Rosberg, Heidfeld und Sutil eher miserabel. Warum Rosberg nicht Schwung kam ist noch nicht bekannt, er blieb blass im Mittelfeld hängen. Für Heidfeld lief es besser, er hielt Petrov endlich mal hinter sich, blieb aber dann an Kobayashi mit dem Frontflügel hängen, als der aus Turn 2 nicht direkt rausbeschleunigte. Ein unter Fahrern üblicher Trick im Apex nicht Gas zu geben, sondern einen winzigen Moment zu warten, damit der andere vom Gas geht und damit Boden verliert. Heidfeld flog dann mit defekten Flügelwerk ab.

Sutil hatte mal wieder ein schlechtes Wochenende. Paul di Resta hatte ihm in der Quali 5 Zehntel aufgebrummt, im Rennen lief es auch nicht besser. Während Sutil im Mittelfeld rumkämpfte konnte di Resta, auch dank besserer Strategie, teilweise bis auf P5 vorfahren, bevor er sich in Runde 42 seinen Flügel an Wagen von Heidfeld zerstörte. Sutil zerdepperte seinen Flügel ebenfalls und stellte den Wagen dann später nach einem Zweikampf verbogen in der Box ab. Für Sutil wird die Luft langsam dünn, denn zum einen sind seine Rennen in diesem eher schlecht, zum anderen düpiert ihn di Resta an fast jedem Wochenende. Wie lange wird es dauern, bis Vijay Mallya dann Nico Hülkenberg mal ausprobiert?

Kurz zu den anderen:

- Mal wieder Lob für Petrov. Der behielt alle Teile am Auto und blieb auch auf der Strecke. P5 ist ein sehr gutes Ergebnis.

- Beide Toro Rosso in den Punkten. Alguesuari auf P8, Buemi auf P10.

- Endlich mal wieder Punkte für Williams, denn Barrichello kam auf P9. Dennoch enttäuscht der FW33 weiter auf der ganzen Linie.

- Etwas mehr hätte ich mir auch von de la Rosa erwartet, der ja für Perez eingesprungen war. Das war sicher knapp, das Auto nicht auf ihn vorbereitet, aber bei dem Chaos nur P12 ist dann doch etwas wenig. Nebenbei: Esteban Guiterrez, der eigentliche Test/Ersatzfahrer von Sauber, tobte auf Twitter in Mexikanisch, dass er nicht nach Kanada eingeladen worden sei. Das löschte er dann wieder und schrieb, immer noch angesäuert “It’s a shame to hear about Montreal, hope “Checo” gets better, but I never received indication to prevent this situation. I was ready..”

- Luizzi schipperte den HRT auf P13. Vor beiden Virgin und Lotus, die wegen technischer Probleme nicht voran kamen.

In der WM sieht es so aus:

Vettel – 161
Button – 101
Webber – 94
Hamilton – 85
Alonso – 69
Massa – 32
Petrov – 31
Heidfeld – 29
Schumacher – 26
Rosberg – 26

Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Canada F1_Kanada_2011_1 Canadian F1 Grand Prix - Race Canadian F1 Grand Prix - Race F1_Kanada_2011_4 Canadian F1 Grand Prix - Race Canadian F1 Grand Prix - Qualifying F1_Kanada_2011_7 F1_Kanada_2011_8 F1_Kanada_2011_9 F1_Kanada_2011_10 F1_Kanada_2011_11 Formula One World Championship, Rd 7, Canadian Grand Prix, Race, Montreal, Canada, Sunday 12 June 2011. Formula One World Championship, Rd 7, Canadian Grand Prix, Race, Montreal, Canada, Sunday 12 June 2011. Formula One World Championship, Rd 7, Canadian Grand Prix, Race, Montreal, Canada, Sunday 12 June 2011. F1_Kanada_2011_15 F1_Kanada_2011_16 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Canada Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Canada Canadian F1 Grand Prix - Qualifying Canadian F1 Grand Prix - Race Canadian F1 Grand Prix - Race F1_Kanada_2011_23 F1_Kanada_2011_24 F1_Kanada_2011_25 F1_Kanada_2011_26 F1_Kanada_2011_27 2011 Canadian Grand Prix 2011 Canadian Grand Prix F1_Kanada_2011_30

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June 09 2011

14:24

Formel Eins: Vorschau GP Kanada 2011

Die Rennen in Kanada gehörten in den letzten Jahren schon immer zu den Besten im Kalender. Mit zwei DRS-Zonen und den Pirelli Reifen wird das in diesem Jahr nicht anders sein.

Neben dem kleinen Rennen in Le Mans, gibt es auch noch ein Formel Eins Rennen in Kanada. Die Strecke in Montreal ist bekannt. Sie besteht mehr oder weniger aus langen Geraden und einigen Schikanen, die allerdings sehr eng sind. Dazu kommt, dass bei der Planung der Strecke das Wort “Auslaufzone” irgendwie vergessen hat. Die Wagen erreichen zwar mehrfach die 300 km/h Grenze, müssen dabei aber zwischen zwei Mauern durchpfeilen. Dass das schon mal schlecht ausgehen kann, hat man 2007 gesehen, als Robert Kubica seinen BMW an einer, mittlerweile entfernten, Mauer in seine Kohlefaserbestandteile zerlegt. Mit einer überholfreudigeren Formel Eins in diesem Jahr, wird die Sache nicht leichter. Dazu kommt, dass es an der Spitze in diesem Jahr wieder eng werden könnte.

Natürlich gelten die Red Bull und Sebastian Vettel als Favoriten in Kanada und wer soll sie schlagen? Mark Webber ist es vermutlich nicht. Zwar geht es etwas aufwärts mit seinen Leistungen, aber er kommt noch immer nicht so wirklich mit den Pirelli Reifen klar. Die Konkurrenz wird wohl eher aus dem Lager McLaren kommen, wo man sich in Kanada sehr viel ausrechnet. Der Wagen ist schnell und so lange keine schnellen Kurven im Weg sind, kann man den Vorteil der Mercedes-Motoren besser ausspielen.

Denn der Red Bull RB7 generiert so viel Abtrieb, dass er eine schlechte Höchstgeschwindigkeit, was sich in Kanada selten wirklich gut ist. Aber gleichzeitig bietet der Abtrieb selbst in den engen Schikanen durchaus einen Vorteil. Zum einen kann man einen Tick später bremsen, zum anderen kommt man aus der Kurve einfach besser raus und hat so beim rausbeschleunigen genau den kleinen Vorteil, der reicht, um selbst mit einem Geschwindigkeitsnachteil auf der Geraden vorne zu bleiben.

McLaren sieht hier einen Vorteil, vor allem im Rennen. Ihr Wagen ist etwas schneller auf der Geraden, dazu kommen die beiden DRS Zonen, mit denen die FIA in Kanada experimentiert. [Wo die sein werden trage ich nach]. Man vermutet, dass man damit in der Lage sein sollte, Red Bull besser unter Druck zu setzen. Ich bin da noch etwas skeptisch. Red Bull war in Australien schnell, sie werden es auch in Kanada sein.

Ferrari hat Kanada schon abgeschrieben. Der Wagen passt hinten und vorne nicht, man bemüht sich gerade dem F150 etwas mehr Abtrieb beizubringen. Das bedeutet zwar, dass man in Sachen Topspeed vorne mit dabei sein wird, aber die reicht halt nicht aus, um Rennen zu gewinnen. Bei den Italienern ist die Stimmung etwas gedrückt und nach der Ablösung von Aldo Costa steht man zu dem vor größeren Umstrukturierungen. Offiziell hat man den WM-Titel nicht abgeschrieben, dafür ist die Saison auch noch zu lang, aber die Chancen sind doch sehr schmal geworden und man kann nur hoffen, dass man den Wagen so gut hinbekommt, dass man wieder um Siege fahren kann. Immerhin schleppt man etliche Updates mit über den Atlantik, mal sehen, was sie wieder bringen.

Davon weit entfernt scheint Mercedes, deren Form in diesem Jahr sehr wechselhaft war. In Spanien lief es eigentlich nicht schlecht, da hatte man auch wenig Pech, dass es für ein besseres Resultat nicht reichte. Aber der Abstand in der Qualifikation liegt weiterhin bei rund einer Sekunde und wird sich in den letzten zwei Wochen auch nicht reduziert haben. Der Anspruch von Mercedes muss der sein, dass man zumindest mit den Ferrari auf Augenhöhe liegt, was in Kanada durchaus der Fall sein könnte. Interessant wird auch sein, ob Schumacher seine in den letzten zwei Rennen ansteigende Form in Kanada wird bestätigen können.

Die Wundertüte des Jahres kommt aus dem Hause Renault. Mal geht der Wagen wie die Hölle, mal versinkt er im tiefen Mittelfeld. Eric Boullier ließ in einen Interview nach dem Rennen in Monaco durchblicken, dass er vor allem mit den Quali-Leistungen von Nick Heidfeld alles andere als zufrieden ist. Wenn ein Teamchef in der Presse sagt, dass sich ein Fahrer steigern muss, kann man sich vorstellen, wie Stimmung im Team ist. Die Rennpace von Heidfeld stimmt immer noch, aber seine Quali-Schwäche ist weiter vorhanden. Petrov fährt ihm zwar nicht um die Ohren, aber allein, dass man zeitgleich ist, passt Renault nicht, die durch Kubica gewohnt sind, dass der Nummer Eins Fahrer immer ein paar Zehntel schneller ist (und sein sollte). Derweil gibt es auch mal wieder Gerüchte, dass Renault in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Da Group Lotus den Gerichtsstreit mit Team Lotus verloren hat und den Namen “Lotus” nur als Sponsor, nicht aber für das Chassis verwenden darf, ist die gesamte Idee eines “Lotus Team”, dass Proton und Lotus-Autos verkaufen soll, hinfällig. Gleichzeitig gibt es unbestätigte Gerüchte, dass das Team Renault F1 (den Motorenhersteller) jede Menge Geld schuldet. Die Situation scheint also nicht gerade schön.

Zumal von hinten weitere Team drängen. Vor allem Sauber, deren Wagen bisher auf den schnellen Geraden immer ganz vorne war, sieht nach einem Team aus, dass nun regelmäßig in die Top 10 fahren kann. Sergio Perez ist nach seinem heftigen Abflug in Monaco wieder auf den Beinen, Kobayashi sollte die Strecke in Kanada auch besser liegen. Von den Schweizern kann also einiges erwarten und ich wäre nicht überrascht, sie am Ende sehr weit vorne zu finden.

Einen Aufwärtstrend gibt es auch von Toro Rosso zu vermelden, die besser wieder etwas aussehen. Beim Nachwuchsteam von Red Bull hat man neben dem eher schwachen Saisonstart vor allem mit dem Problem zu kämpfen, dass man gerne Daniel Riccardo ins Team heben würde. Dafür müsste man entweder Alguersuari oder Buemi aussetzen lassen, was nicht leicht ist, denn beide liefern keine schlechte Rennen ab. Dem Spanier fehlen allerdings bisher WM-Punkte, was sich als Argument für Red Bull herausstellen könnte. Ein Zeichen, dass Ricciardo demnächst in einem Rennen zu sehen könnte, ist die Ankündigung von Toro Rosso, dass man den Australier für Buemi im ersten freien Training einsetzen wird.

Den Rest des Feldes lasse ich mal weg, da wird man eh nicht viel Überraschungen erleben.

Deutlich interessanter als das Hinterfeld ist die Situation um den Bahrain GP. Vor einer Woche beschloss die FIA, dass das Rennen stattfinden soll, sogar ein Termin wurde genannt. Sofort brach ein Sturm der Entrüstung los, Fahrer wie Mark Webber machten deutlich, dass sie von der Entscheidung nichts halten würden. Dann feuerte Max Mosley aus dem Hinterhalt, als er meinte, dass die FIA ohne die Team gar nichts beschliessen könne. Dienstag räusperte sich die FOTA und meinte, man wolle zwar grundsätzlich fahren, aber nicht am 30.10., also bekleckerte man sich auch nicht gerade mit Ruhm. Mittwoch meinte Bernie Ecclestone zu jedem, der ihn darauf ansprach, dass der GP in Bahrain sowieso nicht stattfinden würde. Die Kehrtwendung geht wohl darauf zurück, dass etliche Sponsoren wohl meinten, dass sie auf gar keinen Fall in Bahrain an der Strecke oder auf einem Wagen zu sein wollen. Darunter gehörte wohl auch CNN, die auf dem Lotus werben und vermutlich nicht glücklich sind, wenn ihr Logo in Bahrain in einem F1 Rennen zu sehen ist, während draussen Anderson Cooper mal wieder Verletzte versorgt.

Die FIA hat sich gerade bis auf die Knochen blamiert. Der geleakte Report von einem Besuch in Bahrain, ist ein Witz. Wenn man ihn liest merkt man schon, dass man sich von den Behörden hat einwickeln lassen. Statt eine unabhängige Menschenrechts-Gruppe wie “Reporter ohne Grenzen” mit auf die Reise zu nehmen, schickt man den Vizepräsidenten der FIA, dem ich nichts Böses unterstellen möchte, aber der vermutlich nicht wirklich die geeignete Person für so einen Auftrag ist. Die FIA sollte schleunigst versuchen, sich aus dem PR-Desaster zu winden. Ein klares Wort von Jean Todt wär da die richtige Reaktion. Der ist in Le Mans, verweigert aber wohl sämtliche Fragen zu dem Thema zu beantworten.

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May 19 2011

17:24

Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2011

Das Rennen in Barcelona stand in den letzten Jahren immer treu für eine Sache: gähnende Langweile. Das könnte in diesem Jahr anders sein.

Die Strecke in Barcelone ist auch nach dem Einbau der komplett missglückten Schikane, die zu eng ist und zu weit vor die letzte Kurve platziert wurde, immer noch nicht wirklich gut. Fahrerisch ist sie eher langweilig, es gibt ein paar Ecken (Turn 7 & 9), die durchaus kniffelig sein können. Bekannt ist Barcelona vor allem für zwei Dinge: Schnelle Kurven und die lange Gerade, die eigentlich für gute Überholmanöver stehen sollte. Das könnte in diesem Jahr dank DRS dann auch mal in der F1 klappen, da die DRS-Aktivierung vor der letzten Kurve stattfinden soll und dann knapp 800 Meter reichen wird. Damit kann man sich dann schon vor dem Anbremspunkt zu Turn 1 wieder einsortieren. Ein weiterer Faktor werden die Reifen sein, die in der Vielzahl der schnellen Kurven leiden werden. Allerdings hat Pirelli eine neue harte Mischung mit nach Spanien gebracht, die die Teams in der Türkei im freien Training schon ausprobiert haben. Die könnte aber für weitere Probleme sorgen.

Denn schon in China konnte man sehen, dass die Strecke nur schwer das Gummi aufnahm. Das Phänomen hat man hier und da schon mal gesehen, eine etwas länger haltende harte Mischung, wie sie Pirelli nun dabei hat, könnte das Problem auch in Spanien haben. Die Teams rechnen meist damit, dass eine Strecke das Gummi irgendwann annimmt, was den Reifenverschleiss und die Rundenzeiten verändert. Eine gute mit Gummi ausgestattete Strecke kann durchaus mal 5 Zehntel schneller sein, was die Kalkulation für die Boxenstopps verändert. Geht man am Schluss mit harten Reifen raus, hofft man, dass der Zeitverlust gegenüber jenen Fahrern, die mit “Weich” unterwegs sind, sich einigermaßen in Grenzen hält. Man wird am Freitag und Samstagmorgen sehr genau die Longruns beobachten müssen. DRS und KERS werden in Spanien sicher eine große beim Überholen spielen, aber vor allem der Abbau der weichen Reifen wird wieder für viel Nachdenken sorgen. Drei Stopps sollten, auch wegen der kurzen Ein- und Ausfahrt, auf jeden Fall zu sehen sein.

Auf dem Papier ist Red Bull wieder klar vorne. Nach der dominanten Vorstellung von Vettel in der Türkei und die dann doch eher enttäuschenden Performance von McLaren, sollte man sein Geld vermutlich wieder auf “Blau” setzen. Aber – wie jedes Jahr bringen alle Team jede Menge neuer Teile mit nach Katalonien. McLaren hatte das schon angekündigt, ebenso Mercedes, Sauber und Lotus. Red Bull wird da mit Sicherheit nicht tatenlos zu sehen und vor allem das immer noch kränkelnde KERS verbessert haben. Da Barcelona die Referenzstrecke aller Teams ist und man jede Menge Daten hat, sollten die Updates zumindest hier funktionieren. Das könnte das Feld vorne etwas enger zusammenrücken lassen, aber ob man an Red Bull ran kommt, ist dann wieder etwas anderes.

Ferrari war in der Türkei zumindest im Renn-Trimm dran, weil sie mit den Reifen am Besten umgehen können. Den Angriff auf Platz Eins hatte sich das Team mit einer, kann man nicht anders sagen, bescheuerten Strategie in der Quali vermasselt, als sie Massa ohne Not in Q1 noch mal mit den weichen Reifen auf die Strecke schickten, die dann am Ende im Rennen gefehlt haben. Bei Ferrari ist gerade sowieso Feuer unterm Dach. Der bisherige Chef der Aerodynamik-Abteilung, Marco de Luca, wurde wohl sanft auf einen anderen Posten geschoben, wer da jetzt am Steuer sitzt, ist nicht bekannt, aber könnte sein, dass Nikolas Tombazis (Chefdesigner) oder Pat Fry (Chefingenieur) die Zügel in die Hand genommen haben. Durch gesickert ist auch, dass Ferrari dann doch wieder mit einer kompletten B-Variante des Wagens kommen wird, dieses Mal zum Grand Prix von Kanada.
Verkündet wurde ebenfalls, dass man Fernando Alonso bis 2016 an sich gebunden hat, Montezemolo bestätigte in einem Interview (Link weiter unten) auch, dass Massa 2012 fahren wird. Was Sinn macht, auch wenn im ersten Moment komisch klingt. Aber wen sollten sie holen? Wunschkandidat Kubica ist raus, Rosberg bleibt wohl bei Mercedes, Hamilton und Button sind fest bei McLaren. Beim Nachwuchs drängt sich nur Kobayahsi auf, den man natürlich gerne in einem Ferrari sehen würde. Der eigene Nachwuchs (Bianchi, Bortolotti) ist noch lange nicht so weit. Ungewöhnlich ist die Ankündigung aber schon. Denn zum einen lief der Vertrag von Alonso noch bis Ende 2012 zum anderen pflegt Ferrari seine Fahrerbesetzung immer erst in Monza bekannt zu geben.

Aber, wie man es auch dreht und wendet – ich rechne nicht damit, dass Ferrari oder ein anderes Team in Barcelona an die Red Bull heran kommen wird. Das wäre vielleicht noch der Fall gewesen, wenn es richtig heiss geworden wäre, aber es sind maximal 24 Grad für denn Renntag angesagt, also bestes Motorsportwetter.

Das Mittelfeld spare ich mir diese Woche mal, da gibt es, bis auf ein großes Update bei Sauber, nicht viel zu berichten.

Interessanter wird es dann wieder weiter hinten. Mike Gascoyne hat für Lotus neue Teile angekündigt, die seiner Meinung nach rund eine Sekunde bringen würden. Damit wäre man dann wirklich mittendrin im Mittelfeld und könnte in der Quali sogar Williams oder Toro Rosso unter Druck setzten. Allerdings sind die Schätzungen von Gasconye immer etwas optimistisch, aber der Aufwärtstrend von Lotus ist klar zu sehen.

Weniger gut läuft es bei Virgin. Das “neue” Design (von dem ich immer noch nicht glaube, dass es wirklich neu ist) funktioniert hinten und vorne nicht. Im Grunde hat man keinen Schritt nach vorne gemacht, im Gegenteil. Selbst der runderneuerte HRT, der immer noch auf dem eher unterentwickelten Dallara-Konzept beruht, ist nicht langsamer als die Virgin. Das sieht nicht gut aus für die Truppe, ich glaube auch nicht, dass man in Spanien einen großen Schritt wird machen können. Vielleicht sollte man sich doch mal einen Windkanal mieten.

Spannender als die Rangfolge in der F1 sind gerade auch die Hintergrundgeschichten, die in der F1 los sind. Da wird ja bekanntlich an vielen Fronten gekämpft.

CVC Verkauf
Da gibt es wenig konkrete Neuigkeiten. Offenbar hat die “News Corp.” ihre PR-Veranstaltung auf “sky” erst einmal eingestellt, jedenfalls hatte der Journalist Mark Kleinman in letzter Zeit wenig Neues zu berichten. Das interessantes ist ein Interview, dass Luca di Montezemolo CNN gegeben hat, in dem er sich relativ detailliert zu den Möglichkeiten der Teams äußert. Kurz zusammen gefasst sind in seinen Augen folgende:

1. Man erneuert den Vertrag mit der CVC (das Concorde Agreement) und alles bleibt, wie es ist.
2. Man schließ einen Vertrag mit einem anderen Anbieter, bzw. gründet eine eigene Vermarktungsfirma.
3. Man sucht einen neuen Verwalter, würde dann also Bernie Ecclestone los werden.

Montezemolo favorisiert wohl klar eine Mischung der Varianten 2 und 3. Neue Inhaber, mehr Rechte und Geld für die Teams, neuer Verwalter. Das wird aber so einfach nicht sein, denn laut diverser Gerüchte verschiebt Ecclestone im Moment die Rechte innerhalb seines Firmenimperiums. Er hatte schon vor Wochen gesagt, dass es wohl weniger um eine freundliche Übernahme gehen würde, sondern das da was anderes im Hintergrund kocht. Die italienische Presse spricht schon von einer “Piraten-Serie”, was aber nicht gehen wird, weil die CVC/Eccelstone auf allen Rechten, samt langfristigen Verträgen mit den Kursen sitzt. Passieren wird im Moment aber nichts, nur das Schachspiel ist los gegangen und alle bringen ihre Figuren in die Startposition.

Blown Diffusor
Es gibt jede Menge Gerüchte, dass die FIA so schnell wie möglich die “blown diffusor” verbieten möchte, um die Kurvengeschwindigkeiten runter zu bekommen. Das ist aber nicht so ganz richtig. Der FIA geht es weniger darum, dass die Diffusor generell angeblasen werden, sondern dass Red Bull, Ferrari und Renault Techniken entwickelt haben, die es erlauben, dass der Diffusor auch dann angeblasen wird, wenn man vom Gas wird. Im Grunde hält man einfach automatisch die Drehzahl hoch, so dass die Auspuffgase auch dann weiter auf den Diffusor drücken, wenn man vom Gas geht oder durch eine Kurve fährt. Das kostet jede Menge Sprit, soll aber bis zu 30% der aerodynamsichen Effizienz aus machen.

Der FIA ist der Mehrverbrauch ein Dorn im Auge, außerdem kostet das System wieder Geld. Man wollte dieses nicht durch die Fahrt verursachte Anblasen in Spanien verbieten, hat die Entscheidung aber jetzt in den Juni verschoben, wenn der technische Rat der FIA zusammen kommt. Komplett verbieten kann man das Anblasen eh nicht, dafür müssten die Teams in der Saison ihre Autos komplett umbauen, was keinen Sinn macht.

Adrian Sutil
Fällt unter den Bereich “Gossip”, der hier ja selten zu finden ist. Bekanntermaßen hat es in China eine tätliche Auseinandersetzung zwischen Sutil und Eric Lux von Renault gegeben, bei der der Renault-Mann verletzt wurde. Was auch immer passiert sein soll, Sutil hat wohl Mist gebaut und wird nun von Lux auch rechtlich belangt. Das ist unschön, aber die F1 wäre nicht die F1, wenn es gleichzeitig nicht auf Gerüchte geben würde, dass Force India die Angelegenheit dazu nutzen möchte, Sutil los zu werden. Der tut sich in diesem Jahr sehr schwer gegen den Newcomer Paul di Resta, gleichzeitig hat man mit Hülkenberg einen Mann im Kader, dessen Qualitäten bekannt sind. Angeblich will Mercedes Hülkenberg spätestens 2012 bei Force India einsetzen, man hätte aber auch nichts dagegen, wenn er früher zum Einsatz kommen würde, da man dann sehen könnte, wer das Zeug für ein Mercedes Cockpit hat. Force India hat sich dann beeilt zu sagen, dass man an Sutil festhalten möchte. Wenn ich mich recht erinnere hat man das auch Liuzzi im Dezember 2010 gesagt.

Abschließend noch die Meldung, dass RTL die Übertragungsrechte der F1 bis Ende 2015 gesichert hat. Das wurde heute, etwas überraschend, bekannt gegeben. Überraschend deswegen, weil solche Deals meist erst im Herbst über den Tisch gehen, aber könnte sein, dass Ecclestone auch hier seine Schachfiguren schon mal setzt.

May 09 2011

06:23

Formel Eins: Analyse GP Türkei 2011

Auch wenn vorne alles von Anfang klar war, es war ein sehr abwechslungsreiches Rennen, bei dem man vor lauter Boxenstopps und unterschiedlichen Reifenstrategien etwas den Überblick verlieren konnte.

Sebastian Vettel ist “on the roll”, wie man in England sagt. Vier Rennen, 3 Siege, ein zweiter Platz. Besser kann man eine Saison kaum starten und die Art und Weise wie Vettel in der Türkei seinen Sieg eingefahren hat, war schon bemerkenswert. Im Freitagstraining zerlegte er noch seinen Einsatzwagen und konnte das zweite freie Training nicht fahren. Samstag reichten ihm ein paar Runden im dritten Training, seine Bestzeit in der Quali fuhr er mit nur einem Versuch und haute seinem Kollegen gleich noch 4 Zehntel aufs Dach. Schon das zeigte, dass er trotz des Unfalls sein Selbstbewusstsein nicht verloren hatte. Im Rennen hatte er dann weniger Probleme. Dafür war hinter ihm die Hölle los. Ferrari, McLaren und Mercedes wechselten die Postionen, wie manche Politiker ihre Meinung vor einer Wahl. Ferrari war dabei erstaunlich stark.

Am Start setzte sich Vettel auf der sauberen Linie locker durch, während Webber neben ihm auf der schmutzugen Seite kaum voran kam. Das erlaubte Rosberg sich zwischen die beiden Red Bull zu quetschen, während Webber noch sehen musste, dass Hamilton nicht noch durch schlüpfte. Der übertrieb es aber etwas, und musste im Zuge auch noch Alonso und Jenson Button vorbei lassen. Zwischen den beiden McLaren-Männern entwickelte sich daraufhin ein sehr herzhaftes Duell über mehrere Runden. Martin Whitmarsh beklagte nach dem Rennen zwar ein wenig, dass derartige Duelle viel Zeit kosten, aber auf der anderen Seite sei das eben auch die Art, wie man Motorsport betreiben würde. Eine schöne Einstellung, zu dem hätte es auch nichts geändert, wenn man Button oder Hamilton eingebremst hätte. Denn McLaren war in der Türkei einfach nicht gut drauf. Hatte man vor drei Wochen in China noch den schnellsten Wagen, hatte sich die Sache in der Türkei geändert. Schuld daran waren, so Withmarsh, dass man nicht alle Updates dabei hatte, die man gerne eingesetzt hätte.

Tatsächlich sah es aber so aus, als habe man eher Probleme mit den Reifen gehabt. Die weichen Reifen hielten auf dem Wagen nicht sonderlich lange, Hamilton wurde per Funk angewiesen, dass er besondern im langen Turn 8 aufpassen sollte, da die Reifen zu sehr abbauen würden. Button erging es nicht anders, was dann dazu führte, dass die McLaren recht schnell an die Box kommen mussten. Immerhin splittete McLaren die Strategie um möglichst viel aus dem Rennen noch rausholen zu können. Hamilton wurde, wie fast alle andere, auf eine 4-Stopp-Strategie angesetzt, bei Button versuchte man es mit drei Stopps, was sich am Ende als keine gute Idee herausstellte, da er noch von Rosberg aufgeschnupft wurde.

Aber egal, wie sehr sich McLaren auch anstrengte, an Ferrari kam man überraschenderweise nicht heran. Alonso hatte einen brauchbaren Start und profitierte vom Fehler von Hamiliton, der ihn hinter Webber und Rosberg brachte. Aber dort war für ihn nicht Schluss. Der Ferrari ging mit vollen Tanks und weichen Reifen extrem gut und er ließ die beiden vor ihm nicht wegfahren. Massa steckte im Verkehr, zeigte aber auch eine ansprechende Leistung und hatte einige spannende Zweikämpfe. Es war aber Alonso, der sich im Rennen zu einer echten Gefahr für die Red Bull entwickelte. Gegen Mitte des Rennens schnappte er sich, etwas überraschend, Webber auf Platz 2 und machte Jagd auf Vettel. Der konterte aber die Zeiten des Spaniers, gleichzeitig ließen die Reifen am Ferrari keine besseren Zeiten mehr zu. Alonso meinte nach dem Rennen, dass er vielleicht Vettel hätte unter Druck setzen können, wenn er am Start weiter vorne gestanden hätte. Ich bezweifel das, da Vettel während des gesamten Rennens eigentlich nie richtig pushen musste. Das zeigte sich bei den Rundenzeiten, wo Webber zwei Zehntel als Vettel war. Der Deutsche hätte also deutlich zulegen können.

Während Ferrari wie Phönix aus der Asche aufstieg, ging Mercedes im Rennen ein wenig unter. Rosberg konnte seinen zweiten Platz nur kurz halten, da seine weichen Reifen wohl anfingen sich aufzulösen. Man beschloss Rosberg zweimal hintereinander auf harte Reifen zu setzen um einerseits kein Risiko einzugehen, andererseits hatte man eh nur noch einen Satz weichen Reifen, den man sich für das Ende aufsparen sollte. Rosberg war damit zur Mitte des Rennens ziemlich chancenlos und musste die McLaren und Massa ziehen lassen. Eine Zeit lang lagen sogar die Renault vor ihm. Da Massa zweimal Probleme an der Box hatte, konnte sich Rosberg vor ihm halten. Ohne dessen Probleme wäre Massa vor ihm gewesen. Miserabel lief es mal wieder für Schumacher. Er kam zwar gut weg und lag vor beiden Renault, doch Petrov war Ende der langen Geraden neben ihm und klar vorbei, als Schumacher sich wehrte. Petrov rasierte Schumacher den Frontflügel ab und der Deutsche bog direkt in die Box ab, was sein Rennen zerstörte. Zwar wäre am Ende vermutlich auch nicht mehr als P7 raus gekommen, aber immerhin wären das Punkte gewesen. Erstaunlich war nicht nur die schlechte Form von Schumacher, sondern auch der schlechte Rennspeed des Wagens. In China sah das noch anders aus, vermutlich hat der Mercedes ein ähnliches Problem wie der McLaren, dass er die Reifen zu schnell auffrisst. Dennoch war die Fahrt von Schumacher im Bereich “unschön”. Die Gerüchte, dass Mercedes sich spätestens im Herbst nach einem neuen Fahrer neben Rosberg umsehen möchte, werden immer dichter.

Weiter hinten lagen dann die Renault. Die Euphorie nach den Tests ist längst vergangen, dem Wagen fehlt es grundsätzlich an Speed und man kann auch nicht erkennen, dass es einen Vorwärtstrend gibt. Heidfeld prügelte sich das gesamte Rennen mit Petrov, der ihn teilweise schlecht aussiehen ließ. Zwar schnappte sich der Deutsche gegen Ende seinen Teamkollegen, aber das brachte ihm dann auch nicht mehr viel. Renault hat ein wenig den Anschluss an die vier Top Team verloren und muss sehen, dass man irgendwie wieder ran kommt.

Einen Lichtblick hatte Williams. Barrichello hatte die Top 10 nur knapp verpasst, im Rennen lief es aber nicht ganz so gut. Der Rennspeed des FW33 ist auch noch nicht da, wo er sein sollte, weswegen Barrichello mit stumpfen Waffen kämpfte und am Ende auf Platz 15 landete. Deutlich besser lief es für Kamui Kobayashi im Sauber. Dessen Einspritzpumpe hatte in der Quali versagt und er musste von ganz hinten starten. Nach einer halben Runde war er auf P19, danach sammelte er einen nach dem anderen ein. Gegen Ende wurde es zwar auch für ihn zäh, aber immerhin schob er sich auf Platz 10 vor. Eine starke Leistung. Ich bin mir sicher, dass der Japaner im nächsten in einem deutlich besseren Wagen sitzen wird. Ein Kandidat für Renault oder Mercedes ist er alle Mal.

Sebastian Buemi muss man auch erwähnen. Der Schweizer fuhr ein unauffälliges Rennen, kam aber aber am Ende auf P9 ins Ziel, weil er mit einer Drei-Stopp-Strategie unterwegs war. Sein Kollege Alguersuari kämpfte lange mit Schumacher um den sagenhaften Platz 11, muss aber am Ende einen Fehler drin gehabt haben, denn er taucht in der Wertung nur auf P16 auf.

Ein gutes Rennen zeigten die Lotus. Kovalainen spülte es zwischenzeitlich bis auf P12 nach vorne, doch am Ende zog der Rest des Feldes doch wieder vorbei. Zwar verbessert sich Lotus kontinuierlich, aber vom Mittelfeld ist man immer noch etwas entfernt. Auf der anderen Seite: Im Rennspeed ist der Lotus nur rund 3 Sekunden langsamer als die Spitze, was kein schlechtes Zeichen ist, und zeigt, wie eng es im Rennen zu geht.

Völlig es Chaos herrscht bei Virgin. Das Update funktioniert hinten und vorne nicht und Glock konnte das Rennen gar nicht erst starten, weil sein Getriebe in der Einführungsrunde kaputt gegangen ist. Pech, aber es zeigt auch, wo Virgin steht. D’Ambrosio rettet das Wochenende, weil er sich vor den HRT halten konnte.

Es war ein sehr abwechslungsreiches Rennen. Es gab irrsinnig viele Überholmanöver und über 80 Boxenstopps. Zwischenzeitlich verlor man ein wenig den Überbblick, wer denn jetzt eigentlich wo lag. Und das ging den Zuschauern zu Hause so, die auf das Livetiming und die Kommentatoren zurückgreifen konnten. An der Strecke war man als Zuschauer vermutlich relativ aufgeschmissen.

Dass DRS funktionierte offenbar bei allen ausnahmsweise gut und man sah dank des Systems auch etliche Überholmanöver. Allerdings – eventuell hat die FIA die Sache mit dem Überholen etwas übertrieben. Die Kombination aus DRS, KERS und den Reifen macht die Sache etwas zu leicht. Rosberg war völlig chancenlos, als Webber an ihm vorbei ging und der konnte nichts machen, als Alonso an ihm vorbeiflog. Nun mag die Strecke in der Türkei wegen des hohen Reifenverschleiss etwas besonderes sein und man sollte nach all den langweiligen Jahren in der F1 vielleicht vorsichtig sein. Aber ein bisschen weniger wäre vielleicht nicht schlecht und hätte dann auch wieder mehr mit Motorsport zu tun. Auf der anderen Seite müssen sich die Teams an die neuen Regeln eben auch etwas besser anpassen. DRS und KERS half Webber überhaupt nicht, als er hinter Rosberg steckte. Erst als dessen Reifen aufgaben, kam Webber leichter vorbei.

Aber vermutlich würde es der Konkurrenz auch nicht helfen, wenn man das DRS jederzeit einsetzen könnte. Vettel fährt im Moment in einer eigenen Liga. Er hätte 100 Punkte auf seinem Konto, wenn Red Bull in China nicht den leichten Strategiefehler gemacht hätte. Die Dominanz erinnert im Moment an die Saison 2009, als Jenson Button im BrawnGP alles in Grund und Boden fahren konnte. Im Gegensatz zu Brawn damals hat Red Bull aber die Ressourcen vorne bleiben zu können und hinzu kommt, dass sich McLaren, Ferrari und Mercedes gegenseitig die Punkte wegnehmen. Im Moment scheint Red Bull unschlagbar zu sein, aber das kann ich in der F1 bekanntlich ja an jedem Wochenende ändern.

F1 Grand Prix of Turkey - Race F1_Race_Tur_2011_24 F1_Race_Tur_2011_22 F1_Race_Tur_2011_1 F1_Race_Tur_2011_2 F1_Race_Tur_2011_3 F1_Race_Tur_2011_4 F1_Race_Tur_2011_5 FORMULA 1 / DHL TURKISH GRAND PRIX F1_Race_Tur_2011_7 Formula One World Championship, Rd 4, Turkish Grand Prix, Race, Istanbul Park, Turkey, Sunday 8 May 2011. Formula One World Championship, Rd 4, Turkish Grand Prix, Race, Istanbul Park, Turkey, Sunday 8 May 2011. Formula One World Championship, Rd 4, Turkish Grand Prix, Race, Istanbul Park, Turkey, Sunday 8 May 2011. Formula One World Championship, Rd 4, Turkish Grand Prix, Race, Istanbul Park, Turkey, Sunday 8 May 2011. F1_Race_Tur_2011_12 F1_Race_Tur_2011_13 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Turkey Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Turkey Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Turkey F1 Grand Prix of Turkey - Race F1 Grand Prix of Turkey - Race F1 Grand Prix of Turkey - Race F1 Grand Prix of Turkey - Qualifying F1_Race_Tur_2011_23 F1_Race_Tur_2011_25 2011 Turkish Grand Prix F1_Race_Tur_2011_27 2011 Turkish Grand Prix F1_Race_Tur_2011_29 F1_Race_Tur_2011_30
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