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March 08 2012

16:52

WTCC: Saisonvorschau 2012

Die WTCC startet dieses Wochenende schon in ihre neue Saison. Nach den offenen Chevyopen letztes Jahr sieht es dieses Jahr leider nicht viel besser aus. Das Positive ist aber, dass wieder mehr Werke in die Serie drängen.

Kalender und Regeländerungen:

Doch zunächst zu ein paar allgemeinen Sachen. Allem vorran der Kalender der diesjährigen WTCC-Saison:

1.  10/11 März  Monza  Autodromo di Monza 2.  31 März/01 April  Valencia Circuit Ricardo Tormo 3.  14/15 April  Marrakesch  Circuit de Marrakech 4.  28/29 April  Slovakei  Slovakia Ring 5.  05/06 Mai  Budapest  Hungaroring 6.  19/20 Mai  Salzburg  Salzburgring 7.  02/03 Juni  Estoril  Circuito do Estoril 8.  21/22 Juli  Curitiba  Autódromo Internacional de Curitiba 9.  22/23 September  Sonoma  Infineon Raceway 10.  20/21 Oktober  Suzuka  Suzuka East Circuit 11.  03/04 November  Shanghai  Shanghai International Circuit 12.  16/18 November  Macao  Circuito da Guia

12 Rennen auf 5 Kontinenten wird man bestreiten, 6 davon in Europa. Eine gute und ansprechende Mischung für eine Weltmeisterschaft, auch wenn es gerne 2 Rennen mehr seien dürften. Das Problem ist, dass die WTCC dann in Logistikprobleme kommt, da einem natürlich nicht die Transportmöglichkeiten der Formel 1 zur Verfügung stehen. So sieht der Kalender rein von Daten her leider etwas komisch aus mit 8 Rennen in 5 Monaten und die restlichen 4 Rennen in 4 Monaten. Die großen logistisch bedingten Pausen am Ende des Kalenders lassen das Ganze immer ein bisschen zäh und zusammenhangslos wirken.

Starten wird man die Saison in Monza dieses Wochenende, danach bringt man den Spanienbesuch hinter sich, den jede Serie macht. Die gute Nachricht ist man fährt nicht in Barcelona sondern in Valencia, und dort auch nicht auf dem unsäglichen Stadtkurs, obwohl der vielleicht für Tourenwagenrennen gar nicht so schlimm wäre, sondern die Strecke, wo auch die MotoGP ihre Rennen absolviert. Das Motorland Aragón hätte mir zwar besser gefallen, aber Hauptsache man sieht mal nicht Barcelona. Danach geht man nach Marrakesch und da muss man fragen: Warum?. Der letzte Marrakesch Auftritt war sowohl mit der damaligen Begleitserie Formel 2, als auch mit den Tourenwagen ein mittelschweres Desaster, da die Streckenposten ewig brauchten, um verunfallte Fahrzeuge von der Strecke zu kriegen. Bei der kurzen Rennlänge der WTCC laufen dann ganz schnell Großteile des Rennens unter gelb ab. Zu der Verteidigung der Streckenposten muss man sagen, dass die WTCC-Piloten bei ihrem letzten Auftritt auf dem Stadtkurs auch echt Schrott am laufenden Band produziert haben. Aber dann war da auch unter anderem noch, die nicht funktionierende Ampelanlage…

Nach Marrakesch wollte man eigentlich nach Argentinien, blos dieses Rennen kam nicht zu Stande. weswegen man den Slovakia Ring als Ersatzstrecke gewählt hat. Danach geht man auf den immer noch als Micky-Maus-Kurs verschrienen Hugaroring, obwohl die Rennen dort eigentlich nie so schlecht sind. Der Salzburgring und Estoril bilden den Abschluss des Europateils des Kalenders. Sehr schade ist das Fehlens eines Rennens in Deutschland, ebenso wie es kein Rennen in Frankreich und England gibt. Nach Estoril setzt man über nach Brasilien und fährt in Curitiba und danach und das ist sehr erfreulich in Sonoma. Somit hat man es geschafft einen Nordamerikaauftritt auf einer nicht uninteressanten Strecke zu organisieren. Man verlässt Amerika dann Richtung Asien, fährt in Suzuka und in Shanghai. Dort zum Glück auf der Grand-Prix-Strecke und nicht auf der Kartbahn, auch wenn leider wieder kaum Zuschauer da sein werden. Den Abschluss der Saison bildet wie jedes Jahr das Destruction-Derby in Macao.

Zur neuen Saison gibt es auch einige Regeländerungen, hier die Wichtigsten: Die Rennen sind jetzt wenigstens 10 Kilometer länger (60 Kilometer). Dies ist nur zu begrüßen, auch wenn 75 oder gar 100 Kilometer vielleicht ein vernünftigerer Ansatz wären. Es gibt jetzt Punkte fürs Qualifing und zwar 5 für den Bestplatzierten, 4 für den Zweitplatzierten und so weiter, ist keine große Änderung, wertet das Qualifying aber nochmals auf. Außerdem kommen nun 12 statt 10 Fahrern in Q2. Die Startaufstellung für Rennen 2 bestimmt sich nun nich tmehr nach der umgekehrten Reihenfolge von Q1 sondern nach der von Q2. Es können nur noch Wagen Q2 erreichen, die in der Meisterschaft eingetragen sind, also Meisterschaftspunkte sammeln. Desweiteren verteilt die WTCC weiterhin Karten, nun gilt: Wer 2 statt 3 Mal wegen fahrerischen Vergehen auf der Strecke bestraft wird, muss beim nächsten Rennen 10 Plätze nach hinten. Ursprünglich hieß es, dass man nur noch einen Motor für die ganze Saison verwenden darf, dies wurde jedoch vermutlich auf Bestreben von Ford und Seat dahin geändert, dass man bis zum Hungaroring seinen Motor strafenfrei wechseln darf. Zuletzt wird es ab diesem Jahr auch in der WTCC wie in der Formel 1 einen “Fahrersteward” geben.

Die Hersteller:

Chervrolet: Nachdem nicht unüberraschend erfolgreichem Jahr 2011 kehrt Chevrolet auch 2011 wieder werksseitig zurück in die Serie. Zwischen den Zeilen hat man in Interviews immer wieder herausgehört, dass man den großen Erfolg, den man hat natürlich begrüße, aber aus Marketinggründen einige andere Werke doch wünschenswert wären, ansonsten könnte man darüber nachdenken, sein Engagement etwas zurückzufahren. Weitere Werke werden wohl kommen, weswegen Chevrolet sich wohl entschied, auch dieses Jahr mit 3 Autos anzutreten. Es gab sogar Gerüchte, dass man ein 4. Auto für Alex MacDowall einsetzen könnte, letzendlich blieb man jedoch bei 3 Wagen. Von Seiten der FIA hat man sich gedacht, dass man um die Chevrolets etwas einzubremsen ihr Mindestgewicht um 30kg erhöht, was eine ganze Menge ist. Später hat FIA da nochmal drüber geschaut. und lediglich 10kg raufgepackt. Ob das reicht, wird man sehen müssen. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat sich technisch wenig getan, die Werkschevrolets werden mit neuen Aufhängungen und einem leicht überabeitetem Motor an den Start gehen. Desweiteren verschwindet die Landesflagge des jeweiligen Fahrers vom Dach und die Lackierung wurde etwas überabreitet, so dass die Autos jetzt etwas schnittiger wirken.

Seat: Weiterhin unterstützt Seat nur, allerdings mehr als im letzten Jahr. Man hat sich im Winter vor allem auf das eine große Problem konzentriert: Den Motor. Dieser wird jetzt nicht bei dem mit Seat eng verbundenem SunRed-Team gebaut, sondern bei Seat selbst. Damit will man einen Flop wie das verspätete Auftauchen des neuen Motors letztes Jahr, der dann nichtmal mehr besonders konkurrenzfähig war, vermeiden. Der neue Motor soll bei den Testfahrten wohl erstaunlich gut und zuverlässig gelaufen sein. Eventuell will sich Seat ab 2013 wieder komplett werksseitig engagieren, sicher ist man sich da aber noch nicht.

BMW: Kaum neues aus dem Hause BMW, sogar eher schlechte Nachrichten. War der BMW 320 zu seiner Blütezeit vor 3-5 Jahren in vielen Rennserien einsetzbar und DAS Kundenauto, ist dies heute nicht mehr so. Einige Serien verabschieden sich vom S2000 Reglement und verlangen Fahrzeuge auf GT-3 Basis, weswegen BMW viel Energie in den Z4 setzt. Dennoch möchte man die Kundenteams, die den 320 TC einsetzen, natürlich bestmöglich betreuen. Die Eindrücke des ebenfalls leicht überarbeitetem Motors bei den Tests waren wohl eher so mittelmäßig, es dürfte ein schweres Jahr für die BMW-Teams werden.

Honda: Sehr erfreuliches gibt es von Honda zu berichten. Überraschend gaben die Japaner bekannt, dass man werksseitig mit dem JAS Motorsportteam ab 2013 mit 2 Honda-Civic in die WTCC einsteigen wird. Geplant ist im Moment sogar schon als Gasstarter bei den Asienrennen zum Ende der Saison anzutreten. Für das WTCC-Programm wird man natürlich einen neuen 1,6l-Turbomotor nach dem neuen Reglement entwickeln. Ein ganz wichtiger Schritt für die WTCC, die in Asien ziemlich beliebt ist und somit endlich mit Sicherheit einen weiteren namhaften Hersteller bekommt.

Ford: Ford steigt dieses Jahr erfreulicherweise auf privater Ebene in die WTCC ein. Mit Hilfe von Mountune Racing hat man einen Motor nach aktuellem Reglement konstruiert und finanziert, der vom Einsatzteam Aon Motorsport ausgiebig getestet und für gut befunden wurde. Im Vergleich zur BTCC Version des Ford Focus hat man dem Auto ein neues Bodywork und eine neue Aufhängung verpasst, mit dem Verlauf der Tests war man sehr zufrieden. Vielleicht findert Ford ja soviel Spaß an der WTCC, dass man sich für einem Werkseinsatz entscheidet…

Lada: TMS wird als privates Team dieses Jahr mit starker Unterstützung von Lada 2 Rennwochenenden bestreiten, jenes am Hungaroring und das in Estoril. Eingesetzt wird der neue LADA Granta Sport, der ab April ausgiebig getestet werden soll. Allerdings hat man momentan ziemliche Probleme bei der Entwicklung, die FIA lehnte unter anderem einen Antrag zur Verbreiterung des Radstandes ab. Sollten die beiden Rennen gut laufen, denkt man wohl über ein werksseitiges 3-Jahres-Engagement nach. Entsprechende Vorverträge mit Fahrer James Thompson sind anscheinend geschlossen.

Volvo: Die schlechtesten Nachrichten diesen Winter kamen doch etwas überraschend von Volvo. Diese ziehen nämlich ihre Unterstützung für das Einsatzteam Polestar komplett zurück. Dies ist nach einer doch recht vielversprechenden Saison 2011, die man ja komplett bestritt ziemlich merkwürdig. Grund dafür ist laut Volvo schlicht und ergreifend der, dass man das falsche Auto für die WTCC gebaut hat. Der C30 ist nicht mehr das Auto, welches Volvo promotet sehen möchte, statt dessen setzt man auf den S60, den es aber nicht in einer S2000 Version gibt. Diesen möchte man in Rennserien im skandinavischen Raum einsetzen. Insgesamt mehr als schade das Ganze.

Die Teams und Fahrer:

Man wird bei jedem Rennen weit über 20 Fahrer am Start haben, was ein sehr ansehnliches Starterfeld ist. Hier ein Überblick über die Teams und Fahrer:

Chevrolet-Werksteam: Die Meistertruppe vom letzten Jahr tritt mit einem unverändertem Aufgebot an Fahrern an, Menu, Huff und Muller. Viel muss man zu dem Team nicht sagen, sehr starkes Line-up an Fahrern, wohl den besten Wagen, hier fahren die Titelaspiranten und es muss eigentlich erwartet werden, das am Ende des Jahres diese Autos am Ende des Jahres in der Meisterschaft auf den Plätzen 1, 2 und 3 landen. In welcher Reihenfolge muss sich noch herraus stellen.

Chevrolet Team Schweden: Sowas wie ein vierter veralteter Werkswagen, den Chevrolet hier einsetzt, allerdings keinesfalls die ganze Saison. Fahrer Rickard Rydell wird einen 2011-er Chevrolet-Werkswagen bekommen. Rydell und das Chevrolet Team Schweden kommen aus der STCC, dort sind sie Titelverteidiger. Das Team möchte mal schauen was in Monza so geht und dann eventuell die Rennen, die nicht mit der STCC kollidieren ebenfalls fahren (Rydell kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Bamboo-Engineering: Mit neuen Wagen und neuer Fahrerpaarung geht Bamboo-Engineering in die Saison. Man wird 2 neue Kunden-Chevrolet-Cruz mit den neuesten Updates fahren. Als Fahrer hat man Pasquale Di Sabatino und Alex MacDowall gewinnen können. Nie von den beiden gehört?  Pasquale Di Sabatino kommt aus dem Formelsport, ist letzte Saison AutoGP gefahren und wurde dort sehr unauffälliger Gesamtzwölfter. Wesentlich erfolgsversprechender klingt da schon Alex MacDowall, der aus der BTCC kommt und dort für Chevrolet fuhr. Er konnte dort einige Podien erreichen, auf ihn wird zu achten sein.

Sunred-Engineerig: Auch Sunred-Engineering ist natürlich wieder dabei. Als Fahrer hat man Andrea Barlesi und Fernando Monje verpflichtet. Andrea Barlesi gewann vorletztes Jahr immerhin die Formla Le Mans und fuhr letztes Jahr in der LMS. Fernando Monje kommt aus den Formel 3 Open, wo er letztes Jahr 15. in der Gesamtwertung wurde. Das ist jetzt nicht das beste Lineup. Einsatzfahrzeug ist ein neuer Seat-Léon mit dem neuem Motor.

Tuenti Racing Team: Das Tuenti Racing Team ist das Schwesterteam von Sunred. Fahrer sind Tiago Monteiro und Pepe Oriola. Oriola fuhr letztes Jahr eine mittelprächtige Debutsaison und wurde 18. in der Gesamtwertung, aber der Junge ist ja auch erst 17. Über Routinier Monteiro muss man keine Worte mehr verlieren, bei einem günstigem Rennen ist vielleicht ein Sieg für das Team mit ihren Seats drin (Monteiro kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Lukoil Racing Team: Das eng mti Seat zusammenarbeitende Lukoil Racing Team ist jenes Seat-Team, welches am siegfähigsten aussieht. Fahrer sind Gabriele Tarquini und Aleksei Dudukalo. Lukoil ist eine russische Ölfirma, die viel Geld investiert und deshalb auch viel Support von Seat bekommt. Dieses Jahr möchte man richtig angreifen, es gibt sogar Gerüchte, dass man nächstes Jahr das Werksteam von Seat werden könnte. Dudokalo lieferte eine schwache erste Saison ab und holte letztes Jahr nur 4. Punkte, während Routinier Tarquini natürlich immer für gute Rennen zu haben ist (Tarquini kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Zengo Motorsport: Die Truppe ist auch dieses Jahr wieder dabei. Man hat es sogar geschafft, ein zweites Auto zu finanzieren. Neben Norbert Michelisz wird Gábor Wéber einen der beiden BMW 320 TC pilotieren. Michelisz wurde starker 9. letztes Jahr, während Wéber mit ganz ansprechenden Ergebnissen aus dem Seat Leon Supercopa kommt.

Team Engstler: Das sympathische Team geht wieder mit 2 Wagen, natürlich BMW’s an den Start, gefahren von Franz Engstler und Charles Kaki Ng. Ng kommt aus dem Tourenwagensport in Asien und fährt nun seine erste volle WTCC-Saison, über Engstler sollte alles bekannt sein. Vielleicht schafft man es wieder, die großen Blauen zu ärgern und ein oder zwei Siege einzufahren, ansonsten geht es um die Privatfahrerwertung.

Roal Motorsport: Wieder wird man bei Roal Motorsport auf 2 BMW 320 TC setzen. Am Steuer werden Tom Coronel und Alberto Cerqui sitzen. Tom Coronel wird wohl neben der Engstler der BMW-Fahrer sein, der am ehesten mal für einen Sieg gut ist. Alberto Cerqui ist allerdings nicht zu unterschätzen, er steigt als Meister der italienischen Superstars Series auf. Dort fuhr er auch schon für das Roal-Team (Coronel kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Proteam-Racing: Das Team setzt leider nur noch 2 Autos statt 3 wie letzte Saison ein. Mehdi Bennani bekommt wieder eines der Cockpits, er wurde letzte Saison 16. den zweiten BMW bekommt Isaac Tutumlu. Jener hat ein paar Einsätze in der Superstars Series und dem Porsche Super Cup hinter sich, die Ergebnisse des Spaniers waren jedoch eher unspektakulär.

Wiechers-Sport: Auch Wiechers-Sport wird man in der WTCC sehen. Man tritt mit einem BMW an, diesmal wieder pilotiert von Stefano D’Aste. D’Aste ist sicherlich besser als das “Experiment” Urs Sonderegger, bei dem Weichers-Sport ja schon Mitte der letztes Saison die Reißleine zog.

Team-Aon: Die beiden Fords dieses Jahr werden von Team Aon eingesetzt. Das Team kommt aus der BTCC und bringt auch gleich 2 britische Fahrer mit, nämlich Tom Chilton und James Nash. Die beiden sind echte Topfahrer, waren beide Privatchampions in der BTCC. Auf das Team wird man achten müssen. James Nash ist ein heißer Anwärter für den Titel in der Privatfahrerwertung (Chilton kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Special Tuning Racing: Das Team wird 2 Seats einsetzen und kommt ebenfalls aus der BTCC. Fahrer werden  Tom Boardman und Darryl O’Young sein. Tom Boardman ist Miteigentümer des Teams, und konnte in der BTCC gute Ergebnisse abliefern. O’Young wurde 14. in der letzten Saison und hat die 12h von Bathurst in diesem Jahr gewonnen, man sollte ihn also nicht unterschätzen.

TV-Übertragung:

Nicht viel Neues an dieser Stelle. Eurosport beziehungsweise Eurosport 2 werden wieder das Qualifying (teilweise) und beide Rennen live übertragen. Die Übertragungszeiten werden wohl wieder so variieren, wie sie Eurosport am besten in ihren am Wochenende mit Livesport befülltem Programmplan passen. Dafür bitte jedes Wochenende unsere Tv-Termine beachten. Kommentiert werden die Rennen wieder von Dirk Adorf und Uwe Winter, neu stößt Christian Menzel hinzu, der sich mit Dirk Adorf abwechseln wird.

Dieses Wochendende: 

Etwas untypisch für die WTCC beginnt die Saison dieses Jahr nicht in Übersee, sondern in Europa auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza. Bei der Starterliste gibt es zwei kleine Besonderheiten: Fernando Monje wird für Sunred noch nicht am Start seien, da er für das Team in der ETCC antritt, dafür fährt Rickard Rydell für das Chevrolet Team Schweden einen Einsatz, der als Test für ein eventuell weiterführendes Engagement herhalten soll (s.o.).

Zu Monza an sich als Strecke muss man nicht viel sagen. Es ist ein reines Hochgeschwindigkeitsrennen, bei der WTCC mit ihren 60 Kilometern Renndistanz ist das ein eher kurzers Vergnügen. Es wird alles von den Motoren abhängen, vorallem davon wie gut der Seat und Ford-Motor ist. Letztes Jahr hat Rob Huff beide Rennen gewonnen, die Blauen sind aber auch dieses Wochenende auf alle Fälle Favourit. Es sollen angenehm-sonnige 15 Grad werden.

 

 

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March 17 2011

17:00

WTCC: Kleine Saison- und Curitibavorschau

So langsam erwacht der Motorsport aus seinem Winterschlaf. Das letzte Wochenende war das einzige ruhige für die nächsten 7 Monate. Auch die WTCC beginnt ihre Saison dieses Wochenende im brasilianischen Curitiba. Doch zunächst ein “paar” Worte zur Saison 2011.

Regeländerungen:

Die wohl wichtigste Änderung ist die Einführung des 1,6 Liter Turbomotors oder auch 1.6 litre turbocharged ‘World’ engine getauft. Dieser wurde schon letztes Jahr in der WRC eingesetzt. Er bereitete zumindest den Chevrolets mit ihrem Frontantireb zunächst einiges Kopfzerbrechen. Die Chevrolettruppe muss eine Balance finden, zwischen frühstmöglichem Einsatz des Turbos und der Reduzierung des erhöhten Reifenverschleiß durch das zusätzliche Drehmoment. Bei Chevrolet war man sich dieses Problems bewusst und testete schon seit September letzten Jahres mit dem neuen Motor, um Wagen und Motor so gut wie möglich aufeinander abzustimmen. Mittlerweile ist man aber ziemlich zuversichtlich, das Problem in den Griff zu bekommen.

Der zweite Hersteller, der mit dem neuen Motor fährt ist BMW. Da die Fahrzeuge jedoch einen Heckantrieb besitzen, sollte der Reifenverschleiß nicht so problematisch werden. Seat und Volvo werden später in der Saison den neuen Motor einführen.

Desweiteren hat man (endlich) das doch manchmal einem sehr unfaire vorkommene Reversegrid überarbeitet. Die Startaufstellung der ersten 10 Autos richtet sich im zweiten Rennen nach den Platzierungen im ersten Qualfying. Das ist jetzt auch keine Königslösung. Einerseits erlangt dadurch das Qualifying eine um einiges höhere Bedeutung, da jetzt das Qualifying komplett über die Startaufstellungen für beide Rennen entscheidet. Andereseits hat man jetzt, wenn man das Qualifying versiebt im Prinzip so richtig verloren. Wenn man es durch eine gute Leistung im ersten Rennen noch schafft in die Top 8 zu kommen, wurde das nachdem alten Sytem noch belohnt. Im neuen System muss man, wenn man es in dem Qualfying nicht in die Top 10 geschafft wieder vom gleichen Startplatz wie im ersten Rennen starten und sich somit nochmal durchs halbe Feld kämpfen. Das bringt zwar mehr Spektakel, aber man kommt nicht 2 Mal unfallfrei an einem Wochenende durch das halbe WTCC Feld. Dennoch finde ich das neue System besser als das alte und es wertet das bisher doch eher halbherzig beachtete Qualifying auf.

Die WTCC präsentiert außerdem Mal wieder eine neue Meisterschaft, die auf den klangvollen Namen “Jay-Ten-Trophy” hört. Diese ersetzt die Rookiewertung. Um dort gewertet zu werden, muss man lediglich ein Vorjahresauto fahren. Die Punkteverteilung ist gleich wie in der Privatfahrerwertung. Der Privatfahrerwertung hat man wohl endlich einen Namen gegeben, sie heißt jetzt “Yokohama-Trophy”.

Teams und Fahrer:

Chevrolet-Werksteam: Die Meistertruppe vom letzten Jahr tritt mit einem unverändertem Aufgebot an Fahrern an, Menu, Huff und Muller. Natürlich ein sehr starkes und erfahrenes Fahrerlineup, zusammen mit dem Fakt, dass sie das einzige Werksteam sind, muss man dieses Jahr natürlich wieder im Titelkampf mit ihnen rechnen. Am Cruze und am Motor wurde schon seit Septermber letzten Jahres konsequent gearbeitet. Desweiteren wird Chevrolet werksseitig einen 4. Chevrolet von “Race to Race” einsetzen, wenn Carlos Bueno (mehrfacher brasilianischer Touremwagenchampion) das Geld dafür aufbringen kann, in Curitiba ist er aber definitv dabei.

Bamboo-Engineering: Die Truppe aus England geht mit 2 Lacetti’s an den Start. Als Fahrer konnte man Darryl O’Young behalten, neu im Team ist hingegen Yukinori Taniguchi. Beides jetzt nicht die super Punktegaranten, die auch gerne Mal Autos wegwerfen. Allerdings bringen sie ordentlich Geld in die Kassen des Teams.

Sunred Engineerig: stellt unter leicht unterschiedlichen Teamnamen 6 Wagen mit Tarquini, Barth, Nykjaer, Monteiro, Oriola , und Dudukalo als Fahrer (Monteiro und Tarquini dürfen keine Punkte in der Privatfahrerwertung sammeln). Die letzten beiden nie gehört? Dudukalo fuhr letztes Jahr im Séat Léon Eurocup (1 Sieg) schon für Sunred Engineering, steigt also quasi “eine Klasse auf”. Und Oriola? Die WTCC ist ja eher dafür bekannt, nicht den jüngsten Altersdurchschnitt zu haben. Er drückt ihn zumindest, den Oriola ist 16 (!) Jahre alt. Ob man einen jungen Fahrer so schnell in die höchste Klasse stecken sollte, sei mal dahin gestellt. Er fuhr letztes Jahr ebenfalls im im Séat Léon Eurocup mit durchaus respektablen Ergebnissen (3 Siege, Gesamtvierter). Die große Frage im Kampf gegen die Chevrolets und BMW’s wird sein, wie stark der alte Séatmotor im Vergleich zum neuen 1,6 Liter Turbomotor ist und wie man nachdem Wechsel zur Mitte der Saison mit dem neuen Motor klar kommt. Barth und Nykjaer sollte man für die Privatfahrerwertung im Auge behalten.

Zengo Motorsport: tritt mit nur einem Fahrer an, nämlich Norbert Michelisz, der letztes Jahr durchaus respektable Ergebnisse erzielen konnte (Gesamtneunter, 1 Sieg in Macau). Letztes Jahr fuhr man noch Séat, dieses Jahr wechselt man zu BMW. Michelisz wird definitiv ein Wörtchen um die Privatfahrerwertung mitreden.

Team Engstler: Das sympathische Team geht wieder mit 2 Wagen, natürlich BMW’s an den Start, gefahren von Franz Engstler und Kristian Poulsen. Desweiteren wird man natürlich wieder auf einigen Strecken Pay-Drivern den Einsatz ermöglichen und um die Privatfahrerwertung kämpfen.

Deteam KK Motorsport: Das bisher unbekannte Team aus Hongkong tritt mit dem mir bisher ebenfalls unbekanntem Fahrer Marchy Lee an. Dieser hat in Asien schon so ziemlich alles gefahren, was vier Räder hat, für das Team wird es ein BMW.

Roal Motorsport: Das Team kehrt nach einem Jahr Abwesenheit in die WTCC zurück und das einerseits mit einem BMW und andererseits mit Tom Coronel. Ein ganz heißer Anwärter auf den Privatfahrertitel würde man meinen, jedoch darf er keine Punkte in der Privatfahrerwertung sammeln. Mal schauen, wie es für ihn in der Meisterschaft läuft, ein Tipp ist er aber auf jeden Fall wert, zu Mal, wenn man sich die restlichen BMW-Fahrer anschaut.

Proteam Racing: stellt 3 BMW’s für Villa, der aus der GP2 kommt, Fabiani, der doch leicht überraschend ein Vollzeitcockpit bekommen hat und Bennani, der von Wiechers-Sport kommt. Fabiani muss sich allerdings zunächst mit einem Vorjahres BMW begnügen.

Polestar Volvo: soll Vorarbeit für einen Werkseinsatz leisten und bringt endlich Vollzeit einen Volvo C30 in die WTCC gefahren vom erfahrenen schwedischen Tourenwagenfahrer Robert Dahlgren.

Wiechers Sport: tritt leider nur noch mit einem BMW an, gefahren von Urs Sonderegger, der vorher manchmal im Séat Léon Eurocup unterwegs war.

Curitiba:

Eigentlich wollte man das erste Saisonrennen in Interlagos austragen, aber auf Grund von Umbauarbeiten an der Strecke hat man sich schließlich doch nochmal für das Autódromo Internacional de Curitiba entschieden. Die Strecke lässt gute Rennen zu, fordert mit ihrem engen Infield und den langen Geraden Fahrern und Autos ziemlich viel ab. Außerdem gehen die ersten Kurven bei der WTCC selten ohne Kollision über die Bühne. Desweiteren regnet es dort gerne Mal, auch das ist dieses Wochenende möglich. Traditionell sind hier die Séats wegen der langen Geraden stark, allerdings kann sich das durch den neuen Motor, den die BMW`’s und Chevrolets benutzen, ändern. Eine Einschätzung abzugeben ist sehr schwer, ich tippe mal auf eine starke Chevrolet-Performance, wegen der geleisteten Vorarbeit. Hier die Gewichte für Curitiba:
1170 kilo – BMW 320 TC
1170 kilo – SEAT León TDI
1155 kilo – BMW 320si
1150 kilo – Chevrolet Cruze 1.6T
1150 kilo – Volvo C30 2.0
1140 kilo – Chevrolet Lacetti 2.0

Auf Grund der Zeitverschiebung finden die Rennen abends unserer Zeit statt.

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