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May 02 2011

06:18

BTCC: Analyse Thruxton 2011

Die Hochgeschwindigkeitsorgie der BTCC in Thruxton brachte wenig Überraschungen. Die NGTC-Turbos fuhren die Siege ein, da half auch die Reduktion des Ladedrucks vor dem Rennwochenende nicht viel.

Der amtierende BTCC-Meister Jason Plato machte seinem Ärger über die Turbos mal wieder Luft, denn die bestimmten das Tempo ganz so wie sie wollten. Vor allem die Honda war selbst mit Platzierungsgewicht und Problemen an den Vorderreifen von niemanden zu schlagen. Andrew Jordan kam als einziger in den beiden ersten Rennen in die Nähe des Werksteam, der Rest konnte nur zuschauen. Die Dominanz der Honda vom Team Dynamics wird aber sicher nicht unbeantwortet bleiben, ich vermute, dass die BTCC da noch mal nachlegen wird in Sachen Ladedruck. Immerhin hatte man versprochen, dass die Rennen zwischen allen Klassen eng werden sollten. Zieht man mal die Honda ab, stimmt das auch, denn hinter Neal und Shedden ging es gut zur Sache. Auch die Cruze konnten hier mitmischen, vor allem im dritten Rennen, was Jason Plato zeigte. Völlig abgeschlagen sind nur die BMW, die Thruxton völlig untergingen.

Rennen 1

Am Start rollte Shedden leicht an, aber die Kommissare hatten da keinen Frühstart gesehen. Dementsprechend kam er sensationell weg und konnte bequem in Führung gehen. Auch hinten ging es einigermaßen ruhig zu. Plato suchte einen Weg durch die Mitte, wurde aber geblockt, während der erstaunliche Onslow-Cole Ausgangs der ersten Schikane leicht quer stand und zwei Plätze verlor. Das Feld kam ohne Kollisionen durch durch die erste Runde. Hinter Shedden bildete sich ein hübsches Paket aus Jordan, Neal, Chilton, Jackson und Plato, der erstaunlicherweise zunächst mithalten konnte.

Jordan konnte vorne den Speed von Shedden nicht halten und kam zusehends unter Druck von Neal im zweiten Honda. Der Ex-Meister setzte sich vor Cobb plötzlich auf die Innenseite von Jordan und quetschte sich mit ein wenig Lackaustausch auf P2. Jordan war wohl mehr überrascht, als dass er sich wehren konnte. Er verlor auch sofort den Anschluss an beide Honda. Dahinter klemmten Tom Chilton und Mat Jackson, die sich mit Jason Plato und Jason Boardman auseinandersetzen mussten. Plato bremste vor der Ziel-Schikane auf der allerletzten Rille und rumpelte sich an Jackson vorbei. Weil der eine andere Linie nehmen musste, rutschte auch noch Tom Boardman vorbei. Doch das harte Manöver sollte für Plato noch Folgen haben, der sich aber zunächst auf die Jagd nach Chilton machte. Der Aon-Ford konnte weiterhin nicht das Tempo der Honda oder von Jordan halten und lag ungefährdet auf Platz 4. Doch nun machte Plato von hinten Druck und nahm ihm teilweise 0,7 Sekunde pro Runde ab. Auch um P6 wurde es wieder eng, als Boardman, Jackson und Cole im Golf langsam zusammen rutschten. Cole versuchte sich mehrfach an Jackson im alten Focus, doch auf der Geraden fehlt es dem VW einfach an Leistung.

Mittlerweile hatte Plato den Ford von Chilton vor sich, der wiederum auf Andrew Jordan aufgelaufen war. Doch bevor sich ein enger Kampf entwickeln konnte, stand Plato plötzlich mit seinem Cruze im Off. Offenbar war ihm ein Reifen geplatzt und vermutlich ist das die Konsequenz seines harten Bremsmanövers, als er sich an Jackson vorbei gequetscht hat. Nach dem Rennen meinte er sichtlich genervter Jason Plato:”Was driving above the limits to stay with the stupid turbos. It’s a joke. Absolute a joke.”

Vorne tat sich plötzlich auch etwas, denn plötzlich hing Neal seinem Teamkollegen Shedden im Nacken, der ihn auch vorbei ließ. Klare Teamorder und das ist etwas, was man in der BTCC zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison nicht gerne sieht. Aber Neal wollte sich nur einen Punkt für eine Führungsrunde holen und ließ Shedden wieder fair vorbei, so dass dieser seinen verdienten Sieg holen konnte.

Nach dem Ausfall von Plato tat sich vorne nichts mehr. Am Ende gewinnt Shedden vor Neal, Jordan, Chilton, Boardman, Jackson, Cole, Nash, Smith, MacD, Gilham, Collard, O’Neill, Griffin, Foster, was dann gleichzeitig auch die Startaufstellung für das zweite Rennen war.

Rennen 2

Nach dem eher ruhigen Rennen in Lauf 1 hatte ich mir etwas mehr Abwechslung im zweiten Lauf versprochen. Die Strecke ließ zwar tolle Duelle zu, aber an der Spitze blieb es sehr ruhig. Nicht starten konnte Onslow-Cole im Golf wegen eines Defektes am Motor. Shedden kam am Start wieder gut weg, Neal musste den heranstürmenden Jordan abwehren, was ihm aber gelang. Boardman versaute sich sein Rennen direkt in der ersten Runde, weil nach Church komplett quer raus kam und den Wagen bei knapp 200 km/h irgendwie auf der Strecke halten konnte. Danach waren seine Reifen hin und das Rennen gelaufen. Plato, der von ganz hinten starten musste, hatte sich schnell in Richtung der Top 10 gewühlt.

Vorne kam Shedden nicht von Neal weg, der klar schneller zu sein schien. Als Andrew Jordan im Vauxhall am Heck von Neal knabberte, schien man bei Honda eine Entscheidung getroffen zu haben. Neal ging problemlos an Shedden vorbei und setzte sich auch sofort weit ab. Shedden gelang es etwas Luft zwischen sich in Jordan zu legen, doch der Abstand variierte immer wieder, je nach dem wie die Reifen gerade funktionierten. Doch dann machte Shedden einen schweren Fehler Eingangs der Zielschikane, die er fast komplett verpasste, was Jordan erlaubte sich P2 zu schnappen. Erstaunlicherweise kam Shedden auch nicht mehr an Jordan ran, sondern musste sogar nach hinten aufpassen, wo der unauffällig fahrende Tom Chilton langsam Druck aufbaute. Chilton, Jackson und der nach vorne stürmende James Nash im Triple8 Vectra lieferten sich ein paar schöne Hochgeschwindigkeitsduelle, wobei Mat Jackson alle Hände voll zu tun hatte, weil sein Focus sehr unruhig lag und oft quer stand.

Dahinter hatte sich Rob Collard im BMW eingenistet, der jedoch mehr und mehr von Alex MacDowell unter Druck kam, der wiederum Jason Plato im Schlepptau hatte. Der Youngster und Collard lieferten sich sehr enge Windschattenduelle, leider verbremste sich der Cruze-Pilot vor Start-Ziel und schickte den BMW in einen Dreher. Damit war das Rennen mehr oder weniger gegessen, nur James Nash und Mat Jackson lieferten sich noch ein paar heftige Duelle, die der Ford-Pilot aber für sich entscheiden konnte.

Am Ende siegte Matt Neal bequem vor Shedden, Jordan, Chilton, Jackson, Nash, MacD, Plato, Boardman, Gilham, O’Neill, Smith, Neate und Collard. Andrew Jordan war zwar als zweiter durchs Ziel gekommen, aber laut Rennleitung hatte er irgendwo mal abgekürzt und wurde einen Platz zurück versetzt. Die Ziehung des reverse grid ergab dann P9, was den Seat mit Boardman auf die Pole brachte. Danach folgten Plato, MacDowell, Nash, Jackson, Chilton, Jordan, Shedden und Matt Neal.

Rennen 3

Plato hatte einen sensationellen Start und ließ Boardman komplett stehen. Noch besser muss Mat Jackson los gefahren sein, denn der tauchte aus dem Nichts auf und schnappte sich von P6 kommend auch noch Boardman, der mit wilden Manövern versuchte P2 zurück zu holen. Aber Jackson ließ sich nicht beirren und blieb vorne. Alle anderen behalten ihre Positionen. Jason Plato suchte sein Heil in der Flucht und schaffte es auch schon nach ein paar Runden einen kleinen Abstand zwischen sich und den Focus zu bringen. Dahinter hatte Boardman alle Hände voll zu tun, denn von hinten drückte James Nash im Vectra. Relativ ruhig gingen die beiden Honda-Piloten das Rennen an, die ihre Positionen (P8 Shedden, P9 Neal) erst einmal behielten. Das Rennen zeigte zwar enge Zweikämpfe, aber die Positionen blieben bestehen.

Dann flog Tom Chilton Ausgangs der ersten Kurve kräftig ab. Er war unter Druck von Andrew Jordan und es ging um P6. Jordan bedrängte Chilton, der Eingangs der Kurve den Curb leicht anschnitt und dann ausgehoben wurde. Der Focus rutschte raus, schlug in die Böschung ein rutschte wieder quer über die Strecke, wo glücklicherweise gerade viel Platz war. Das Safety Car musste trotzdem raus, was das Feld wieder dicht zusammenführte.

Plato sicherte sich den Restart, Jackson hielt Respektabstand, aber Boardman verpennte den Restart komplett und ließ eine Lücke von rund 100 Meter. Hinter ihm staute es sich dementsprechend, was zu vielen und engen Positionskämpfen führte. Vor allem um P4 wurde es zwischen Nash, MacDowell, Shedden, Jordan und Neal richtig eng. Neal schob den Chevrolet Youngster dann in der ersten Kurve sanft nach außen, was auch Shedden und Jordan erlaubte vorbei zu gehen. MacDowell versuchte wütend dagegen zu halten, konnte aber gegen die Turbos auf der Geraden nichts ausrichten.

Danach blieb das Rennen ruhig, auch wenn James Nash noch mal Tom Boardman auf die Pelle rückte. Aber am Ende waren ihm die Punkte für die Meisterschaft wichtiger und er ließ dem Seat-Piloten den wohlverdienten dritten Platz. Plato gewann souverän, Jackson holte sich P2.

In der Meisterschaft hat durch die Honda-Dominanz einiges verschoben. Allerdings ist beim momentanen Kräfteverhältnis klar, dass Plato seinen Titel nicht wird verteidigen können. Er liegt nun schon 27 Punkte hinter Matt Neal. Allerdings handelt man sich in der BTCC schnell mal einen Doppel-Nuller ein und hinter Neal ist es noch sehr eng. Die BTCC macht eine kleine Pause, das nächste Rennen ist in Oulton Park am 5. Juni.

01 – Matt Neal- 90
02 – Mat Jackson 78
03 – James Nash 75
04 – Andrew Jordan 69
05 – Gordon Shedden 65
06 – Jason Plato 63
07 – Tom Chilton 48
08 – Alex MacDowall 28
09 – Paul O’Neill 26
10 – Tom Boardman 24

BTCC_Race_THRX_2011_12 BTCC_Race_THRX_2011_11 BTCC_Race_THRX_2011_10 BTCC_Race_THRX_2011_9 BTCC_Race_THRX_2011_8 BTCC_Race_THRX_2011_7 BTCC_Race_THRX_2011_6 BTCC_Race_THRX_2011_5 BTCC_Race_THRX_2011_4 BTCC_Race_THRX_2011_3 BTCC_Race_THRX_2011_2 Nick Foster (GBR) West Surrey Racing BMW 320SI E90

April 28 2011

15:41

BTCC: Vorschau Thruxton 2011

Die BTCC geht in ihre dritte Runde, dieses Mal auf dem ultraschnellen Kurs in Thruxton. Damit es spannend bleibt, hat man die Turbomotoren etwas eingebremst.

Der Ärger von Jason Plato nach dem letzten Rennen in Donington war groß. Nicht nur, weil er seinen Cruze nachhaltig und spektakulär zerlegt hatte, sondern weil er mit seinem S2000 Motor selbst auf dem eher mittelschnellen Kurs komplett unterlegen war. Die Hersteller machen wie üblich ein Geheimnis um die Leistung der Motoren, aber man schätzt, dass der neue 2.0 Liter Turbomotor um die 25 PS mehr haben soll. Dazu kommt der Vorteil beim Drehmoment, der beim Rausbeschleunigen hilft. Chevrolet hatte in diesem keine Ressourcen frei neben dem 1.6 Liter FIA-Motor noch einen weiteren für die BTCC zu entwickeln, aber dann man mit Honda der einzige verbliebene Hersteller in der Serie ist, finden Beschwerden auch eher mal Gehör. Daher ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass die BTCC die NGTC-Turbos noch vor Thruxton eingebremst hat.

Man hat den Ladedruck um 0.1 Bar auf maximal 1.6 Bar gesenkt. Allerdings ist das Messverfahren bei der BTCC etwas anders. Da man davon ausgeht, dass alle Teams in der Qualifikation die Höchstleistung aus ihren Motoren holen (und mit höchsten Ladedruck fahren), wird der Ladedruck aus der Quali in Donington als Maßstab genommen, von dem die 0.1 Bar abzieht. Dummerweise musste Honda in Donington nicht mal die volle Leistung abrufen, was bedeutet, dass sie in Thruxton mit weniger als 1.6 Bar Ladedruck unterwegs sein werden. Die genaue Zahl ist leider nicht bekannt. Honda sieht es einigermaßen gelassen, man hatte mit einer Einbremsung gerechnet. Wie das bei den anderen NGTC Teams aussieht, ist auch nicht bekannt, aber die meisten hatten wohl das Maximum aus den Motoren heraus geholt.

Mehr Sorgen macht Honda das Fahrverhalten des Civic. Der ist leer zwar ziemlich flott unterwegs, mit dem Ballastgewicht von 36 kg sieht die Sache aber schon wieder anders aus. Der Wagen schiebt dann mehr über die Vorderachse, was dem Einlenken nicht gerade gut tut. Team Dynamics wird diese Kleinigkeit aber vermutlich schneller in den Griff bekommen, als es der Konkurrenz lieb ist.

Doch durch die Einbremsung der Turbomotoren wird das Feld noch enger zusammenrücken. Die Strecke in Thruxton besteht im Prinzip aus zwei Schikanen einer langen, gebogenen Gerade, die meistenteils voll gefahren wird. Das hängt oft davon ab, wie schwer die Wagen sind und was die Reifen hergeben. Mit den höheren Leistung und verbesserten Aerodynamik der 2011er Modelle, wird man die Einfahrt zu “Goodwood” vermutlich nicht immer voll nehmen können und auch der kleine Knick namens “Church” riecht einmal lupfen.

Thruxton ist nicht ungefährlich. Der Flugplatz bietet zwar reichhaltige Wiesenflächen, durch die man im Falle eines Abflugs pflügen kann, aber in der Vergangenheit hat es immer wieder haarsträubende Abflüge gegeben, weil sich die Autos auf der Wiese eingraben oder einfach nicht abgebremst werden können. Unfallträchtig ist auch die enge Schikane vor Start/Ziel, die eigentlich nur eine Linie zulässt, aber solche Kleinigkeiten haben in der BTCC ja noch niemanden gestört.

Es ist schwer zu sagen, wer am Wochenende die Nase vorn haben wird, weil man die abwarten muss, wie die NGTC sich mit dem reduzierten Ladedruck schlagen werden. Die Cruze haben einen guten Topspeed und dürften aus dem Windschatten heraus dank guter Aerodynamik gute Überholchancen haben. Die Ford (Airwaves und Aon) haben in Donigton teilweise gezeigt, dass sie an einem guten Tag siegfähig sein, aber am Wochenende würde ich mein Geld dann doch eher in Richtung der Vauxhall von Pirtek und Triple8 schieben, die in Donington mächtig stark aussahen.

Ansonsten gibt es wenig Neuigkeiten. Rob Auston wird versuchen seinen A4 mal über die Distanz zu bekommen, ein Toyota wird nicht dabei sein. Fehlen wird auch Dave Newsham, der Geoff Steel Racing verlässt und bei Seat angedockt hat. Ob sein BMW von einem anderen Fahrer besetzt wird, ist noch nicht bekannt.

April 25 2011

12:51

WTCC: Analyse Zolder 2011

Wie man erwartet hatte, waren die Cruze in Zolder zumindest im ersten Rennen nicht zu schlagen. Überhaupt könnte das eine langweilige Saison werden.

Die Chevrolet Cruze sind weiter nicht zu schlagen. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, stellt RML Mannschaft die einzigen ernst zunehmenden Werkswagen. Im ersten Rennen in Zolder konnte man die Dominanz der Cruze deutlich sehen. Am Start bliebt Rob Huff vorne und musste nicht mal gegen Alain Menu verteidigen, weil der wiederum mit Gabriele Tarquini zu kämpfen hatte, der die Nase seines Seat mal kurz zwischen die beiden Chevys setzte. Menu kam im vollen Drift aus der ersten Kurve, konnte aber sowohl den Wagen halten, als auch Tarquini auf Distanz. Weiter hinten gab es die üblichen Liebesbekundungen in Form von Lackaustausch, aber erstaunlicherweise blieben alle Wagen auf der Strecke. Das änderte sich allerdings in Runde 3.

Freddy Barth verlor seinen Seat ohne Einwirkung von Außen nach der Kanaalbocht. Der dahinter fahrende Tom Coronel wusste auch nicht so recht, in welche Richtung der Seat nun abflog und entschied sich für den Weg durch den Kies. Doch Ausgangs wartete ein kleiner Hubbel, der den BMW des Niederländers unsanft auf die Strecke zurück warf. Dort drehte er sich dann und stand auf der Strecke. Der heran fliegende Franz Engstler konnte dann nicht mehr ausweichen und hobelte die rechte Vorderradaufhängung ab. Das war gleich zweifaches Pech für Coronel. Keine Punkte im ersten Rennen und für das zweite Rennen war sein Wagen so zerstört, dass er nicht antreten konnte. Ein schwerer Rückschlag für seine Ambitionen in Sachen Independt Trophy.

Die Aufräumarbeiten dauerten etwas, als es dann endlich wieder los ging klemmte sich Yvan Muller direkt hinter Tarquini und versuchte den Seat-Piloten zu überholen, um das Podium komplett mit den Cruze zu besetzen. Ausgangs der ersten Schikane setzte er sich innen neben den Ex-Meister und ließ ihm auf der Anfahrt zur zweiten Schikane keine Chance. Er versuchte sich dann im Verlauf des Rennens auch an Alain Menu, konnte aber beim Markenkollegen nicht die Brechstange raus holen. Das “blaue” Podium war damit aber gesichert.

Spannend wurde es noch in der Independent Trophy, wo sich Norbert Michelisz nach dem leichten Chaos in P6 wieder fand. Allerdings klemmte der zweite Engstler Pilot Poulsen hinter ihm und machte machte Druck. Michelisz, dessen Heck beim Start schon mächtig onduliert wurde, saß zum ersten Mal in einem BMW und hatte noch so seine Probleme. Ausgangs der Jochen-Rind-Boocht stand sein Wagen etwas quer und Poulsen nutzte seine Chance sofort.

Danach tat sich dann leider nicht mehr in den Top Ten. Rob Huff rollte bequem zu seinem Sieg, Menu verteidigte P2 gegen Muller. Die beiden Seat-Fahrer Tarquini und Monteiro kam mit deutlichen Respektabstand auf P4 und P5 an, dahinter, auch mit großem Abstand, die beiden BMW.

Rennen 2

Eigentlich stand Freddy Barth für das zweiten Rennen auf Pole, aber da der Schweizer seinen Seat in Rennen Eins zerlegt hatte, konnte er den zweiten Lauf nicht starten und musste seine Sachen packen. Franz Engstler konnte auch nicht starten, also hatte Gabriele Tarquini P1. Doch dahinter folgte dann schon die Cruze Truppe in der Reihenfolge Huff, Menu, Muller. Es folgten Poulsen, Monteiro und Dahlgren im Volvo.

Tarquini machte den Seat am Start mächtig breit, die drei Cruze waren sich auch absolut nicht einig, ordneten sich aber dann doch irgendwie ein. Poulsen erfreute sich seines fünften Platzes nur kurz, weil Monteiro ihn in der Anfahrt zur zweiten Schikane ins Aus schickte. Vorne entwickelte sich ein heftiges Duell. Huff drückte auf Tarquini, Muller zackte hinter Menu hin und her, aber an den Positionen änderte sich nichts. Das dann doch sehr enge Duell der beiden Cruze Piloten gefiel Chevy wohl nicht, also pfiff man Muller erst mal zurück, damit man sich Tarquini vorknöpfen konnte. Muller fiel jedoch bald mit einem Schaden am Motor zurück und musste das Rennen aufgeben.

Huff erhöhte jetzt den Druck auf den Seat, aber der Italiener packte alle Tricks aus, um den Cruze hinter sich zu halten. Doch Ausgangs der ersten Schikane machte Tarquini einen kleinen Fehler und Huff setzte sich daneben. Tarquini holte, wie bei ihm üblich in der Situation, den Knüppel raus, und drückte Huff einmal aufs Gras, dann berührten sich beide in der Anbremszone und Huff rodelte quer durch die Schikane. Dabei verbog er sich offensichtlich etwas am Wagen. Er fiel auf P8 zurück, fuhr aber weiter und kam am Ende sogar auf P6.

Damit war Tarquini schon mal zwei Chevys los, blieb nur noch Alain Menu übrig, der seine Angriffe aber nur halbherzig ansetzte. Das lag zum einen daran, dass sich hinter ihm mittlerweile Tiago Monteiro eingefunden hatte, zum anderen dachte er auch den Punktestand. Da Muller raus war und Huff weit zurücklag, ging es Menu am Ende nur um die Punkte. Er überließ Gabriele Tarquini dann den Sieg im zweiten Rennen.

Das könnte der letzte Sieg eines Diesels in der WTCC gewesen sein. Laut der in Zolder kursierenden Gerüchte ist der neue Benziner-Turbo von Seat jetzt fertig und soll schon beim nächsten Rennen in Monza eingesetzt werden.

Insgesamt zwei sehr unterschiedliche Rennen, der reverse Grid für Lauf 2 tat da seine gute Wirkung, weil vorne eben mal nicht die Cruze standen. Dennoch gilt in der Meisterschaft, das nur ein Chevy Pilot Meister werden wird, was der Serie nicht gerade hilft.

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April 22 2011

19:35

WTCC: Vorschau Zolder 2011

Nach einer längeren Pause startet die WTCC ihre Europasaison in Zolder. Aber große Überraschungen darf man an der Spitze wohl nicht erwarten.

Ich war schon ein wenig überrascht, wie schlecht das Feld in Curitiba aufgestellt war. Das Prädikat “Weltmeisterschaft” finde ich im Moment für die Serie etwas übertrieben. Im Grunde sind es die “Offenen Chevrolet Meisterschaften”, denn nach dem Rückzug von BMW und Seat gibt es für die Cruze keine richtige Konkurrenz mehr. Nun startet die Chevy-Mannschaft in Zolder aber mit etwas mehr Gewicht im Auto, da könnten zumindest die “Sunred” Seat vorne etwas besser mitmischen. Gespannt bin ich auch, ob die BMW Teams in der langen Pause etwas am Wagen gefunden haben. In der BTCC konnte Rob Collard am letzten Wochenende immerhin etwas weiter vorne landen, das sollte den BMWs von Engstler und den Coronell auch gelinden. Aber ich rechne nicht damit, dass es vorne wirklich eng wird.

Die Strecke in Zolder ist bekannt, ebenso die Probleme, die man da haben kann. Die sehr enge Start/Zielgeraden ist immer wieder für einen Crash gut, ebenso die erste Linkskurve. Die alte Schikane hinter den Boxen hat man ja umgebaut, so richtig glücklich ist damit aber auch keiner. Immerhin ist sie langsamer, was vor allem für die Anfahrt auf die zweite Schikane besser ist. Aber ihr Ausgang ist jetzt auch nicht so gestaltet, dass man großartig Fehler machen kann, deswegen sieht man in der Passage auch relativ wenig Überholmanöver. Überhaupt ist das Überholen in Zolder so eine Sache, es geht eigentlich nur dann richtig gut, wenn man die Brechstange rausholt und der Vordermann ein wenig mitspielt.

Die Strecke sollte den Cruze liegen, die sich erstaunlich agil auf Kursen zeigen, die enge Kurven haben. Der Seat hätte da eigentlich einen Vorteil, aber schon im letzten Jahr konnte man sehen, dass der Leon da nicht mehr mithalten kann. Das könnte in Belgien den BMWs in die Hände spielen, die hier gut aussehenden sollten, auch wenn es im Prinzip nur Engstler und Coronell sind, die konkrete Chancen haben.

Während der Kampf um die “Weltmeister-Krone” vorne etwas langweilig ist, sieht es dagegen in der Independent-Wertung um so enger aus. Da das halbe Feld um die Trophy fährt, kann man eigentlich getrost den Kampf um P1 vergessen und sich in die Untiefen des Mittelfelds werfen. Hier sieht das Starterfeld richtig eng aus, denn mit Fredy Barth, Kristian Poulsen, Franz Engstler und Michel Nykjaer sind einige Spitzenpiloten unterwegs, die die Trophy gerne nach Hause holen würden.

Einen Blick wert ist sicher auch der Volvo C30, der sich in Curitiba ordentlich geschlagen hat. Wie man sehen konnte, fehlt dem Volvo noch der Speed auf der Geraden, aber Robert Dahlgren lobte den Wagen nach dem Rennen in Sachen Fahrverhalten. Ich glaube zwar nicht, dass Volvo in Zolder weit vorne zu finden sein wird, aber die Strecke eignet sich hervorragend für die Schweden den Wagen weiter abzustimmen, da man in Zolder so ziemlich alle Streckenteile vorfindet, auf die man im Laufe des Jahres noch treffen wird.

Das Wetter wird am Wochenende keine große Rolle spielen, es wird warm und trocken sein.

April 18 2011

06:05

BTCC – Analyse Donington 2011

War das erste Rennen eher ruhig, ging es in den beiden anderen Rennen richtig zur Sache. Jason Plato zerlegte seinen Cruze im zweiten Rennen nachhaltig.

Nach dem Rennen auf dem dem Indy-Kurs in Brands Hatch, der dann doch eher eine Kartbahn ist, konnten die NGTC Wagen zum ersten Mal zeigen, was wirklich ihnen steckt. Und schon in der Quali wurde klar, dass für die Saugmotorfront alles Hoffen nicht geholfen hat. Gleich fünf NGTC Wagen belegten die ersten Plätze, und das auf den relativ kurzen Geraden von Donington. Wie das in Thruxton, Croft oder Oulton Park werden soll, kann man sich ausmalen. Vor allem Honda war in der Quali eine Macht für sich. Aber dahinter tauchten dann schon einige ältere Vectra auf, die immer noch gut für Siege sind, wie Andrew Jordan in Brands Hatch gezeigt hat. So leicht wird das für Matt Neal in diesem Jahr nicht.

Race 1

Bei schönem Wetter ging es in das erste Rennen. Die Startaufstellung sah wie folgt aus: Neal, Shedden, Nash, Jordan, Chilton, Smith, Jackson, Plato, MacDowell, Collard, O’Neill, Boardman, Gilham, Neate. Neal hat am Start zu viel Wheelspin und auch Shedden kommt nur zögernd weg. Dafür hat James Nash einen Raketenstart und geht sofort in Führung. Weiter hinten kommt es in der ersten Kurve (Redgate) weiter hinten zum üblichen Geschiebe, dem einige Fahrer auf der Wiese entkommen. Nash kann gerade die erste Runde als Führender beenden, dann legt ihn sich Neal zurecht und schlüpft vorbei. Auch Shedden setzt Nash unter Druck, als wie aus dem Nichts plötzlich Andrew Jordan auftaucht und in einem sehenswerten Manöver nach der Old Hairpin Shedden vernascht. Eine halbe Runde später schnappt sich Jordan auch den Markenkollegen Nash vor Redgate, als dieser die Tür einfach auf lässt. Damit ist der Ärger für Nash aber noch nicht vorbei, er muss sich auch noch Shedden beugen, der ihn auf P4 zurückstuft.

Das war es dann leider im ersten Rennen mit den Kämpfen vorne. Donington ist nicht gerade eine Strecke, auf der man gut überholen kann, oder die die Fahrer zu Fehlern verleitet. Dazu kommt, dass man sich vorne schon aufs Punkte holen fest gelegt hat. Jordan klebt zwar im 0,8 Sekunden Abstand hinter Neal, macht aber keine Anstalten mehr ihn weiter unter Druck zu setzen. Alle Fahrer berichteten nach dem Rennen übereinstimmend, dass man auf die Bremsen geachtet hat, die auf der Strecke besonders gefordert sind.

Während sich vorne nichts mehr tat, gab es einen interessanten Kampf um die achte Position. Rob Collard prügelte den altersschwachen BMW um den Kurs und versuchte den Seat von Boardman in Schach zu halten, der auf der Geraden deutlich schneller war. Aber Boardman kam nicht vorbei, was dazu führte, dass MacDowell und Paul O’Neill ebenfalls aufschließen konnte. Es entwickelte sich ein fairer Kampf, mit einigen Überholversuchen. Collard konnte sich vorne halten, meinte nach dem Rennen aber, dass mit dem BMW einfach nicht mehr attackieren kann.

Richtig übel erwischte es Jason Plato gegen Ende des Rennens, als sich vorne links ein Reifen verabschiedete. Er schimpfte dann per Funk, dass man mit dem Saugmotor einfach keine Chance mehr habe. “It’s joke” meinte er noch recht gefasst.

Am Ende gewann Neal vor Jordan, Nash, Chilton, Jackson, Collard, Boardman, O’Neill, MacD, Smith, Cole, Foster. Plato kam nur auf 19 und verlor im ersten Rennen schon die Führung in der Meisterschaft an Matt Neal. Der zweitplatzierte Shedden wurde nach dem Rennen disqualifiziert, weil sein Motor einen zu hohen Ladedruck hatte.

Race 2

Das zweite Rennen beginnt gleich mit einer Schrecksekunde. Jason Plato, der von hinten starten musste, wurde von Liam Griffin, der wiederum von Shedden angeschoben wurde, abgeschossen und in ultraschnellen Craner Curves in die Wiese geschickt. Plato konnte den Wagen nicht stoppen, rutschte in eine Böschung und überschlug sich dreimal. Ihm passierte nichts, ein Streckenposten wurde von einem Trümmerteil leicht verletzt.

Die Aufräumarbeiten dauerten lange, erst in der siebten Runde ging es weiter. Stand zu diesem Zeitpunkt: Jordan, Nash, Neal, Collard, Chilton, Jackson, O’Neill, Cole, MacD, Foster, Newsham, Smith, Shedden. Vorne tat sich nichts, aber Mat Jackson machte sich nun auf die Jagd nach vorne. Erst schnappte er sich Chilton, dessen Focus immer noch nicht richtig gut geht, dann machte er Jagd auf den erstaunlichen Rob Collard, der sich auf P4 hielt. Jackson rutschte aber dann in der Schikane aus, und Chilton ging wieder vorbei. Doch Jackson übertrieb es jetzt etwas und kam Ausgangs der Old Hairpin aufs Gras. Collard freut sich, ebenso Chilton, der jetzt wieder knapp hinter Jackson hing. Eingangs McLeans berühren sich beide, Jackson musste in den Kies und fiel weit zurück.

Der zweite BMW mit Foster am Steuer kam dann in Cranes zur Old Hairpin während eines Duells von der Strecke und rodelte mit 180 km/h durchs Gras, überschlug sich aber erstaunlicherweise nicht. Doch er beendete seine Countrytour im Kies, so dass das SC noch einmal raus musste. Der Restart machte vor allem Tom Onslow-Cole im Golf Sorgen, der sich auf P7 gefahren hatte, denn hinter ihm lauerte eine ganze Meute. Vorne blieb nach dem Restart alles beim alten. Jordan konnte James Nash auf Distanz halten, Neal musste sich allerdings gegen Chilton wehren, der immer besser in Schwung kam. Nachdem Jackson weg war, musste sich Collard gegen Shedden wehren, aber überraschenderweise konnte er den BMW dann doch vor dem Honda halten. Weiter hinten kämpfte Cole um seinen siebten Platz, während es sich hinter ihm etwas staute. Doch weil die Konkurrenz dadurch beschäftigt war, konnte Cole P7 tatsächlich nach Hause bringen.

Vorne passierte nichts mehr und so gewann Jordan vor Nash, Neal, Chilton, Collard, Shedden, Cole, Gilham, MacDowell, Jackson, Neate, George, Smith, James, Newsham und Hughes. Die Ziehung des “reverse grid” erbrachte dann, dass der neuntplatzierte auf die Pole gesetzt wurde. Dadurch ergab sich folgende Startaufstellung: MacDowell, Gilham, Cole, Shedden, Collard, Chilton, Neal, Nash, Jordan, Jackson, Neate, George.

Race 3

Obwohl der Einsatzwagen von Jason Plato nach mehrfachen Überschlag eher wie ein Schrotthaufen aussah, und Plato selber schon seinen Rennanzug ausgezogen hatte, schaffte es seine Mannschaft, den Wagen wieder hinzu bekommen. Das gelang auch, weil man sich von anderen Teams ein paar Teile ausborgen konnte. Plato rollte mit seinen reichlich verbogenen Chevrolet dann tatsächlich in die Startaufstellung.

So ein “reverse grid” bringt in der BTCC immer wieder interessante Rennen, bei denen es meist eng wird. Und kaum hatte man das Rennen gestartet, ging es auch schon los. MacDowell kam schlecht weg und für einen Moment war Tom Onslow-Cole im Golf vorne. Doch Tony Gilham war etwas übermotiviert und schickte Cole direkt mal in Redgate in den Kies. Cole wühlte sich zurück und kam direkt ein Paket rein, dass zu dritt in Richtung Old Hairpin unterwegs war. Das konnte nicht gut gehen und so landete Tom Chilton final im Kies. Und irgendwie hatte sich in dem Trubel Mat Jackson von P10 auf P2 vorgefahren.

Nach der SC-Phase ging es weiter. MacDowell blieb vorne, doch Mat Jackson machte mächtig Druck auf den Nachwuchsmann von Chevrolet. Nach einer Runde war er schon in Front und löste sich sofort. Richtig eng wurde es dann dahinter. Matt Neal hatte einen defekten Splitter und damit einen unruhig liegenden Wagen. Das machten sich Andrew Jordan, James Nash und Andy Neate zu Nutze, die den Honda-Piloten nach einander aufschnupften. Erstaunlich stark war auch Jeff Smith im privaten Vectra unterwegs, der nun Neal im Heck klebte. Doch der Routinier gab nicht nach, die beiden wechselten oft die Positionen. Das erlaubte dann auch Tony Gilham und Jason Plato aufzuschließen.

Die vier Piloten blieben rundenlang eng zusammen. Plato versuchte an Gilham vorbei zu gehen, doch der hielt in der Schikane dagegen, schnappte sich etwas später auch noch Matt Neal. Danach machte er sich in Richtung Andy Neate auf, der auf P5 lag. Als Neate dann einen kleinen Ausrutscher in der Old Hairpin hatte, setzte sich Gilham neben ihn, aber die beiden berührten sich. Neate flog heftig in die Reifen, Gilham stellte seinen Vectra dann dann drei Kurven weiter mit einer gebrochenen Hinterradaufhängung ab. Damit waren Neal und Plato plötzlich wieder alleine, aber Neals Honda lief nicht mehr und Plato konnte mit dem schwer ondulierten Cruze tatsächlich noch vorbei gehen.

Vorne tat sich nur nichts mehr. Mat Jackson blieb vorne, dahinter balgten sich Jordan und Nash ein wenig, dachten aber vor allem an die Meisterschaft und blieben vorsichtig. MacDowell rettet P4 vor dem erstaunlichen Jeff Smith, der sich für P5 das Herz aus dem Leib fuhr. P6 ging dann an Matt Neal.

Drei gute Rennen, die zeigten, dass die Sache für Honda nicht so einfach wird, wie man gedacht hat. Vor allem Andrew Jordan im Pritek Vectra und James Nash im 888 Vectra sind absolute Titelkandidaten. Plato wird seinen Titel nur verteidigen können, wenn er im Laufe des Jahres einen Turbomotor bekommt, was wohl nicht der Fall sein wird.

Als nächstes Rennen steht die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Thruxton auf dem Programm, wo man sich auf spektakuläre Windschattenschlachten zwischen den Vectra, den Ford und den Honda freuen kann.

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April 16 2011

05:59

BTCC: Vorschau Donington 2011

Ein interessantes Wochenende dürfte die BTCC in Donington auf die Beine stelle. Der abwechslungsreiche Kurs verlangt nach viel Leistung.

Jason Plato hat in Brands Hatch zwar zwei Rennen gewinnen können, zeigte sich nach dem Rennen aber pessimistisch, was die Leistung der Chevrolet Cruze anging. Jeder Punkt sei wichtig, bemerkte er, und was nach einer Plattitüde klingt, ist in Wahrheit keine. Da sich Chevrolet in diesem Jahr eher auf die WTCC konzentiert und die BTCC ein anderes Motorreglement hat, als die FIA, blieb dem RML Team nichts anderes übrig, als nur einen neuen Motor zu bauen. Das BTCC Team muss daher in diesem Jahr weiter nach dem S2000 Reglement fahren und schon auf den winzigen Geraden in Brands Hatch zeigte sich, dass der Turbomotor nach NGTC in diesem Jahr der Antrieb der Wahl ist. Wären die Geraden nicht so kurz gewesen, die Konkurrenz wäre an Plato locker vorbei gezogen. Daher wird Donington kein Spaß für die Cruze.

Denn der Kurs hat zwar so seine langsame Ecken, aber allein die Passage runter zur Old Hairpin geht im Tourenwagen voll und man kann auch durchaus eine zweite Linie aufmachen. Auch die lange Gerade zurück zu Start/Ziel dürfte lang genug sein, damit die Turbos von Ford, Honda und den privaten Vauxhalls ihren Leistungsvorteil ausspielen können. Der einzige Vorteil, der für Chevrolet spricht, ist die Tatsache, dass man das Ballastgewicht aus dem ersten Rennen los wird und dementsprechend etwas flotter unterwegs sein.

Man darf Plato und Chevrolet nicht unterschätzen, die Saison wird Verbesserungen bringen, aber es wird schwer, wenn die NGTC auch ihre Kinderkrankheiten ablegen. In Brands Hatch sah es so aus, als haben Honda im Moment das beste Paket, danach folgen die Airwaves Ford, der Pirtek und der 888 Vauxhall. Team Aon, das verkappte Ford-Werksteam, war dagegen beim Saisonauftakt nicht sehr sonderlich gut unterwegs. Im ersten Rennen konnte Chilton noch überzeugen, danach versank mam im Mittelfeld. Der neue Focus ist offenbar auch noch eine mittelgroße Baustelle, aber immerhin hat man der Problem mit dem zu hohen Verschleiß an den Vorderrädern in den Griff bekommen.

Eine interessante Analyse, welcher Wagen in Brands Hatch besonders gut ging, haben die Kollegen von Touringcar Times. Nimmt man die reine Höchstgeschwindigkeit, so sind die NGTC unschlagbar. Auf der kurzen Geraden fehlen den Cruze rund 6 mph, wie das dann auch einer langen Geraden aussieht, kann man sich vorstellen. Doch es geht ja nicht allein nach dem Topspeed, und wenn die Rundenzeiten der Teams addiert sieht man, dass Chevrolet doch nicht so weit weg ist. Der Cruze scheint mehr Abtrieb zu generieren und besonders aus den engen Kurven heraus konnte man auf Inboard-Aufnahmen sehen, dass er etwas raus kam.

Das Leistungsplus der NGTC und das höhere Drehmonent zerrt auch an den Vorderreifen, besonders bei Ford und Honda. Und in Donington gibt es zwei Ecken, aus denen man eher langsam kommt, was die Chancen des von Plato und MacDowell erhöhen könnte. Dennoch – ein Sieg von Plato wäre eine kleine Überraschung, er wird auf Regen hoffen. Und im Verlaufe der Saison wird er das noch oft hoffen müssen, denn Thruxton, Croft, Oulton Park und Silverstone sind alles andere als langsame Strecken.

Begibt man sich in die Untiefen des Mittelfelds, so fällt auf, dass sich hier vor allem die zweiten Fahrer einiger Teams tummeln. Andy Neate, zweiter Mann bei Aon, konnte im letzten Jahr im BMW noch überzeugen, aber offenbar hat er Probleme mit dem Umstieg von Hinter- auf Vorderradantrieb. Und wo ich gerade bei BMW bin – es ist erstaunlich, wie chancenlos der Wagen geworden. Noch weiter hinten mühen sich die Toyota ab, mit denen man im letzten Jahr das NGTC getestet hatte. Das wird beim zweiten Rennen nicht anders. Zum ersten Mal dabei wird dann hoffentlich der Audi A4 sein. Der konnte beim ersten Lauf nicht starten, weil ihnen ein Teil der Einspritzung am Wochenende abhanden kam. Fahrer Dave Pinkney half es auch auch nicht, dass er per Twitter (!) unter den Zuschauern (!) einen A4 mit dem passenden Bauteil suchte. In Donington geht dann auch Teamchef Rob Auston selber an den Start, da Pinkney verhindert ist. Dafür soll der Audi dann im traditionellen Silber/Rot lackiert sein.

Es dürfte also am Wochenende bunt an der Spitze werden, ich rechne aber damit, dass Honda in Donington dominieren wird.

April 04 2011

06:27

BTCC: Analyse Brands Hatch Indy 2011

Drei sehr abwechslungsreiche Rennen lieferte die BTCC zum Saisonstart auf der kurzen Indy Variante. Größter Gewinner war Jason Plato, der in der Quali nicht sehr stark aussah.

Schon die ersten Rennen machten klar, dass es sich für viele Team gelohnt hat, den Umstieg auf den 2 Liter Turbomotor nach dem NGTC-Regeln zu machen. Der Leistungsunterschied soll bis zu 20 PS betragen und selbst auf den kurzen Geraden in Brands Hatch konnte man sehen, das Chevrolet, die weiter einen 2 Liter Saugmotor nach S2000 Regeln einsetzen, in diesem Jahr einen schweren Stand haben werden. Wenn ein Andrew Jordan im Pirtek Vectra durchs Feld pflügt, als würden die anderen eine Klasse langsamer sein, dann sieht man, was da in diesem Jahr gehen wird. Das spricht alles für Honda, die als einziges Team eine Werksunterstützung haben. Doch für Matt Neal startete die Saison nur teilweise gut.

Rennen Eins:
Wie es sich für die BTCC gehört, startete die Saison gleich mit einem Chrash. Liam Griffin im zweiten Airwaves Focus kam in der Einführungsrunde dem Kollegen Rob Collard im BMW etwas zu nahe. Ergebnis war eine zerstörte Aufhängung vorne links bei Griffin und hinten rechts bei Collard. Beim Start wurde es dann richtig eng. Beide Chevy kamen gut weg, auch Andrew Jordan, der Matt Neal im Heck klebte. Neal rutschte auf den kalten Reifen in Paddock etwas raus, was Plato erlaubte ganz nach innen zu gehen. Wie üblich kam es in Druids dann zum Stau und beim Anbremsen räumte MacDowell dann Neal einfach ab. Der Meisterschaftsfavorit stand schon nach 500 Meter im Kies und damit war das Rennen beendet. Stand vor dem Restart: Plato, Nash, McDowell, Chilton, Jordan, Jackson.

Chilton zeigte dann gleich das Überholmanöver des Wochenendes, als er Ausgangs Surtees komplett auf dem Gras an MacDowell vorbei schoss. Der völlig überraschte Youngster konnte nur noch hinterher schauen, wie Chilton dann weg zog. Der Focus Fahrer lief dann auf seinen Markenkollegen Mat Jackson auf und man konnte schön die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Focus sehen. Denn offenbar bewirkt die neue Front des Focus weniger Belastung auf den Vorderreifen, was vor allem die Reifen schont.

Wie gut der Honda geht, zeigte Gordon Shedden, der vom letzten Platz starten musste, nachdem er im Training seinen Civic zerlegt hatte. Innerhalb weniger Runden zog Shedden durchs Feld und ließ alle hinter sich. Erst auf Platz 6 war dann die Überholorgie beendet, aber auch nur, weil das Rennen halt zu Ende war.

Vorne setzte sich Plato relativ locker ab und er hielt James Nash im erstaunlich gut laufenden 888 Vectra auf Distanz. Weiter hinten zeigte Andrew Jordan im Pirtek Vectra ein sehr gutes Rennen. Beim Start hatte er viele Plätze verloren, die holte er sich teilweise aber wieder zurück. Mit dem ebenfalls starken Boardman im Seat und MacDowell lieferte er sich rundenlang ein packendes Duell, dass er am Ende für sich entscheiden konnte. Doch dann platzte Jordan vorne links der Vorderreifen und das Rennen war für ihn beendet.

Boardman prügelte sich dann in der Endphase mit Gordon Shedden, der setzte sich aber in der üblichen BTTC-Fahrweise durch, und schob Boardman leicht an. Der versuchte gegen zu halten, dabei zerbröselte allerdings seine Vorderradaufhängung. Ein überflüssiges Manöver, Shedden war deutlich schneller und eigentlich schon vorbei.

Am Ende gewann Plato vor Nash, Chilton, Jakcson, MacD, Shedden, O’Neill, Gilham, Smith, Newsham, Neate, Foster, Cole, George, James und Jordan.

Rennen Zwei:
Der Start vom zweiten Rennen lief wieder gut für Jason Plato im Chevy, der gleich vorne bleiben konnte. Dahinter quetschte sich Mat Jackson vor Alex MacDowell und James Nash. Da Onslow-Cole und Tom Boardman eine kurze Begegnung hatten, die ihren Wagen nicht gut tat, kam das Safety Car für zwei Runden raus. Nach dem Restart bekam Macdowell eine Durchfahrtstrafe, weil er einen Frühstart hin gelegt hatte und fiel damit weit zurück. Das nutzte Gordon Shedden aus, der sich auf Platz Drei vorschieben könnte.

Weiter hinten flogen Andrew Jordan und Matt Neal gemeinsam durchs Feld. Quasi im Duett zogen sie relativ leicht an der Konkurrenz vorbei und schoben sich in die Top Ten. Doch richtig spannend war es vorne. Denn dieses Mal konnte Plato Mat Jackson nicht abschütteln und der Airwaves-Pilot klebte derartig knapp im Heck des BTCC-Meisters, dass dieser sich rundenlang vor der Anfahrt zu Druids gezwungen sah, die Innenlinie zu blockieren. Shedden dahinter sah sich das Ganze in Ruhe an, wollte es aber dann auch mal mit Plato versuchen und setzte Jackson unter Druck. Das sorgte dann dafür, dass Plato sich ein paar Zehntel Luft verschaffen konnte.

In den letzten Runden kam es für Mat Jackson richtig dick. Seine Vorderreifen waren hinüber und Shedden ging in den letzten Runden relativ leicht an ihm vorbei. Von hinten nahte dann auch noch James Nash, der ebenfalls am Focus vorbei wollte, aber Jackson schaffte es gerade so vorne bleiben.

Andrew Jordan und Matt Neal legten sich derweil Tom Chilton zurecht, dessen 2011er Ford Focus Probleme machte. So richtig wehrte er sich auch nicht, als beide innerhalb einer Runde an ihm vorbei gehen konnten. Richtig mies erwischte es Andy Neate, der im zweiten Focus nicht mal ansatzweise in die Top Ten kam.

Plato gewann das zweite Rennen dann auch noch, aber stellte nach dem Rennen gleich klar, dass das mit dem Titel in diesem Jahr schwer wird, da die NGTC-Motoren einfach zu stark sind.

Ergebnis Lauf 2: Plato, Shedden, Jackson, Nash, O’Neill, Jordan, Shedden, Neal, Chilton, Collard, Gilham, Newsham, Neate, MacD, Foster

Rennen Drei
Ex-F1-Weltmeister Jody Scheckter war in Brands Hatch und durfte die Startnummer für den Reverse Grid ziehen. Das Schicksal meinte es gut mit Matt Neal, der dann auf der Pole landete. Die Startaufstellung sah also so aus: Neal, Jordan, O’neill, Nash, Jackson, Shedden, Plato, Gilham, Newsham, Neate.

Gleich am Start hatte James Nash eine unschöne Begegnung mit Mat Jackson, der den Vectra unsanft ins Gras schickte und so die Chancen von Nash auf ein Podium zunichte machte. Vorne blieb Matt Neal, der nach Druids diesmal auch auf der Strecke bleiben konnte und erneut Andrew Jordan im Nacken hat. Dahinter reihte sich Paul O’Neill ein, der ja den alten Chevy Cruze von Plato aus dem letzten Jahr fährt. Dahinter kam Mat Jackson und Jason Plato, der am Start drei Plätze gewinnen konnte.

Jackson machte massiv Druck auf O’Neill, der mit seinem alten S2000 Motor nur schwer gegen Jackson ankam. Der Focus schob sich dann in Druids neben O’Neill und schrubbte sich unter Verlust eines Außenspiegels vorbei. Damit hatten sich die Zweikämpfe unter den ersten Drei erledigt. Neal im Honda, Jordan im Vectra und Jackson im Ford waren ziemlich gleichwertig unterwegs, was ein gutes Zeichen für die weitere Saison ist.

Leider platzte Andrew Jordan gegen Ende des Rennens schon wieder ein linker Vorderreifen, was ihn sein Podium kostet. Angeblich war es wieder mal ein Trümmerteil, vielleicht hatte sich Pirtek aber auch mit der Abstimmung vertan. Beide Reifenplatzer kassierte Jordan nach Paddock Hill Bend, vielleicht hatte man etwas zu optimistische Sturzwerte.

Eng wurde es noch im Kampf um Platz vier. Plato, Shedden und der wieder aufgetauchte James Nash lieferten sich ein schönes Duell, vor allem Shedden und Plato. Der Alt-Meister war klar langsamer, konnte Shedden aber rundenlang hinter sich halten. In einem sehenswerten Manöver setzte sich Shedden dann direkt nach Druids neben Plato und zwang diesen eine weite Linie in “Graham Hill” zu nehmen. In Surtees vollendete Shedden das Manöver und machte noch Jagd auf O’Neill auf Platz drei, konnte diesen aber nicht abfangen.

Matt Neal holte sich seinen verdienten Sieg, Mat Jackson machte mit Platz 2 klar, dass man mit ihm in der Meisterschaft rechnen muss. O’Neill schleppte den alten Cruze auf einen hervorragenden Platz 3. Plato sicherte sich Platz 5, was für die Meisterschaft wichtig ist.

Nachdem Wochenende kann zur neuen Kräfteverteilung noch nicht viel sagen. Fast alle kämpften mit kleinen Problemen, manche Teams brachten ihre Wagen nicht mal auf die Strecke (Audi A4). Dennoch konnte man sehen, dass der neue NGTC-Motor einen klaren Leistungsvorteil hat. Die Teams mit einer S2000 Maschine werden vor allem auf den extrem schnellen Kursen von Thruxton, Silverstone und Croft schwer leiden.

Enttäuscht haben die Semi-Werks Ford mit Tom Chilton und Andy Neate. Chilton konnte nur im ersten Rennen ein Ausrufezeichen setzten, danach verschwand er im Mittelfeld. Noch schlimmer erging es Andy Neate, der Mühe hatte in die Top Ten zu kommen. Da wartet viel Arbeit auf Team Aon, aber der Wagen ist halt auch brandneu. Vorne hat man in Brands Hatch kaum Neuwagen gesehen, daher kann sich das noch ändern.

Das nächste Rennen ist in Donington, danach wird man schon mehr sagen können. Klar ist aber, dass der Kreis der Meisterschaftsfavoriten größer ist als gedacht und man muss auch das Airwaves Team, das 888 Team und Pritek Racing im Auge haben. Das dürfte eine interessante Saison werden.

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March 31 2011

18:15

BTCC: Vorschau Saison 2011

Eine der besten Tourenwagenserien der Welt startet am Wochenende in eine neue Saison. Zwar gibt es ein paar neue technische Regeln, aber viel wird sich in diesem Jahr in der Hackordnung nicht ändern.

Die BTCC ist zwar immer noch nicht wieder in den Höhen angekommen, in denen sie in den 90er Jahren mal schwebte, aber ihre Zukunft ist im Moment sicher. ITV hat den Vertrag mit der Serie Ende 2010 um weitere drei Jahre verlängert und mit Honda und Chevrolet gibt es zwei Werksteams, die jeweils einen Fahrer einsetzen. Aber die Serie lebte schon immer von ihrer Leistungsdichte, die dazu führt, dass auch Amateur-Teams Chancen auf den Sieg haben. Diese Ausgeglichenheit und die bekannt ruppige Fahrweise, kombiniert mit lässigen Rennkommissaren machen die Serie zu etwas ganz besonderen. Und weil die Serie so klein ist, gibt es auch nicht allzu viel Gerangel hinter den Kulissen, wie man es aus der WTCC kennt. Ab Sonntag geht es also wieder los, diesmal ist der Start in Brands Hatch, wo man die Indy-Variante fährt.

Technisch gibt es in diesem Jahr eigentlich ein ziemliches Durcheinander. Es fahren Wagen nach dem alten S2000 Regeln, von denen einige, aber nicht alle, mit dem neuen NGTC Turbomotor ausgestattet sind. Andere fahren noch den alten 2 Liter Saugmotor. Dazu kommen die Wagen, die nach dem neuen, von der BTCC entwickelten NGTC-Regeln fahren, die wiederum mit einem 2 Liter Turbomotor ausgestattet sind. Das ist mehr als verwirrend und schlecht von der BTCC organisiert, aber auf der anderen hätte eine Zwangsumstellung auf das NGTC dazu geführt, dass man die Starterliste nicht voll bekommen hatte.

Die BTCC, bzw. die dahinter stehende ToCA, haben sich mit dem NGTC aber schon was gedacht. Man will zum einen die Kosten senken, in man sehr strenge Regeln für den Fahrzeugbau entwickelt hat. Die Wagen müssen bestimmten Längen- und Breitenvorgaben entsprechen, dazu ist die Aerodynamik vorgeschrieben. Es gibt ein Einheitsgetriebe, ein Einheitsbremssystem und eine von Cosworth gelieferte Standardelektronik. In Zukunft soll es Teams dann auch möglich sein, ein unter dem ToCA Label gefertigen Motor zu erwerben. Ziel der BTCC ist klar: Man will sich von Herstellern unabhängig machen. Die haben die neuen Regeln allerdings schon mit wenig Freude kommentiert, was auch der Grund ist, warum man BMW nicht mehr so wirklich in der Serie sieht.

2011 und 2012 sind Übergangsjahre, in der alle Regulieren noch unter einen Hut gebracht werden. ab 2013 soll es dann endgültig nur noch NGTC Wagen geben. Die BTCC versucht die neue Regeln auch in andere Länder zu exportieren, vor allem in die STCC und DTCC, wo man eh schon sehr eng zusammenarbeitet.

Ansonsten ändert sich in diesem Jahr aber nichts, von den unterschiedlichen Regelsystemen wird man in den Rennen vermutlich auch nur wenig merken. Es bleibt dabei, dass es drei Rennen am Sonntag gibt, wobei sich die Startaufstellung nach der Quali am Samstag richtet. Im zweiten Rennen gilt die Reihenfolge des Ergebnisses aus Rennen Eins und für Rennen 3 zieht man eine Nummer zwischen 6 und 9. So darf dann der sechstplatzierte des zweiten Rennens auf die Pole usw.

Auch bei den Teams ist es stabil geblieben. Als Titelfavoriten müssen wieder die Chevrolet Cruze vom RML Team gelten, die in diesem Jahr weiter nach dem S2000 Regeln fahren. Grund ist, dass man bei RML alle Hände voll mit den neuen WTCC-Motor zu tun hat, und nicht noch einen weiteren entwicklen möche. Jason Plato hat erst in den letzten Wochen offiziell bestätigt, dass er eine weitere Saison in der BTCC fährt und er gilt logischerweise als Titelfavorit. Neben ihm gönnt man dem Nachwuchstalent Michael McDowell ein zweites Jahr in der Serie.

Team Dynamics, das Honda Werksteam, ist ebenfalls wieder dabei und wird mit Matt Neal und Gordon Shedden um den Titel fahren. Der Civic ging im letzte Jahr schon gut, kämpfte aber mit einem schwachen Motor. In diesem Jahr fährt man mit einem Wagen nach S2000 Regeln, in dem aber ein NGTC Motor schlummert. Und damit hat man einen Unsicherheitsfaktor im Wagen, denn viel konnte man mit dem neuen Motor nicht testen. Zwar gab es im letzten Jahr kaum Motorschäden bei den Teams, die den NGTC-Motor eingesetzt haben, aber wie es mit der Leistung aussieht, ist eine andere Sache.

Team Aon bleibt dem Ford Focus treu wird aber in diesem Jahr nicht weiter in der Independent Trophy gewertet. Allerdings auch nicht als Werksteam, was etwas verwirrend ist. Aber Aon hat im letzten Jahr viel einstecken müssen, weil die Unterstützung seitens Ford schon sehr massiv ist. In diesem Jahr setzt man nicht mehr den mit Gas angetriebenen Motor, sondern auf einen NGTC Motor in einem brandneuen S2000 Spec. Ford Focus. Tom Chilton ist dem Team treu geblieben, an seiner Seite wird aber der Ex-BMW Mann Andy Neate den zweiten Focus pilotieren. Die Ford Mannschaft ist schwer einzuschätzen, weil man mit wenig Testkilometern ein brandneuen Wagen und ein neuen Motor einsetzt.

Airwaves Racing ist vom mittlerweile veralteten BMW 320si auf den letztjährigen Focus ST umgestiegen. Auch hier setzt man ein S2000 Auto mit einem NGTC Motor ein. Mat Jackson ist dem Team treu geblieben und hat bei den Tests auch schon überzeugt. Als zweiter Mann wird der hier eher unbekannte Liam Griffin eingesetzt, der aus dem Porsche Carrera Cup GB kommt. Mat Jackson wird man in der Saison im Auge behalten müssen, denn an guten Tagen ist auf dem Niveau von Jason Plato.

888 Racing ist auch wieder dabei und setzt den schon sehr angestaubten Vauxhall Vectra mit einem NGTC-Motor. James Nash, der im letzten Jahr durchaus gute Rennen hatte, ist beim Team geblieben, neu dabei ist Tony Gilham, der mal im britischen Porsche Carrera Cup unterwegs war. 888 wird wegen des alten Vectra wohl kaum in der Lage sein um den Titel zu fahren, aber Podien sollten drin sein.

Außenseiterchancen auf Siege hat das Tech-Speed Team, dass mit den letztjährigen Chevrolet Cruze unterwegs sind und die gingen ja bekanntermaßen richtig gut. Als Fahrer hat man den seit 2007 in der BTCC fahrenden John George verpflichtet, dazu kommt Paul O’Neill, den man nicht unterschätzen sollte. Er ist ein sehr konstanter Pilot, der 2009 in Snetterton einen dritten Platz erringen konnte. Wenn die Teams vorne mal schwächeln sollte, ist O’Neill auf jeden Fall für ein Podium gut. Wie das RML Team setzt man komplett auf einen S2000 Wagen.

West Surrey Racing ist als einziges Top Team dem BMW 320si E90 treu geblieben. Man setzt ihn in der S2000 Variante ein. Der brave BMW war im letzten Jahr schon nicht mehr wirklich bei der Musik und das wird in diesem Jahr nicht besser werden. Ein Vorteil ist allerdings, dass der BMW halt ein erprobtes Auto ist, dass sehr zuverlässig ist. Rob Collard ist dem Team treu geblieben, neben ihm wird Nick Foster fahren. Es ist geplant, dass man Colin Turkington ebenfalls ab und an einsetzt, wenn es denn seine Starts in der STCC zulassen.

Nicht vergessen darf man die sympathische Mannschaft von Pirtek Racing. Auch dort setzt man einen Vectra mit einem NGTC-Motor sein, was man alledings schon im letzten Jahr getan hat. Da hat man sehr viele Informationen und Daten sammeln können, was in diesem Jahr ein Vorteil sein könnte. Andrew Jordan ist mit Sicherheit ein Mann, der für einen Sieg gut ist, auch wenn er vermutlich einen reverse grid dafür benötigt. Jeff Smitz besetzt das zweite Cockpit.

Geoff Steel Racing setzt einen weiteren BMW ein, den man von Airwaves Team erworben hat. Man setzt Dave Newsham ein, den britischen Renault Clio Meister, und wird nur im Hinterfeld zu finden sein.

Es gibt noch vier weitere Wagen, deren Einsatz zumindest interessant ist. Rob Austin Racing setzt ziemlich überraschend einen Audi A4 ein, der komplett nach NGTC gebaut ist. Man hat den TFSI Motor von Audi als Basis genommen und es gibt durchaus Gerüchte, dass Audi da zumindest mal drüber geschaut hat. Das Problem ist nur, dass das Team mit einem engen Budget arbeitet und der Audi A4 eine kleine Baustelle ist. David Pinkey hat bei Rob Austin unterschrieben und wird in Brands Hatch starten. Ein zweiter Wagen ist geplant, aber es ist nicht klar, wann der kommt.

Dynojet setzt den Toyota Avensis ein, mit dem im letzten Jahr die NGTC Regeln getestet wurden. Der Einsatz war lange auf der Kippe, weil Toyota selber eigentlich nicht in der BTCC aktiv werden möchte. Aber offenbar finanziert man zumindest eine Saison, startet aber mit Frank Wrathall (Ginetta G50 Cup Champion) in der Independent Trophy.

Ein echter Exot ist der Proton Gen2 von Welch Automotive, zu dem es aber bisher kaum Infos gibt. Bekannter ist da schon YRC & AmD Milltek Racing, die mal wieder einen VW Golf einsetzen. Interessant ist dabei nicht der völlig untermotorisierte Golf, sondern dass man den Ex-Aon Mann Tom Onslow-Cole verpflichtet hat. Cole hatte im letzten Jahr einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, da er Tom Chilton teilweise gut im Griff hatte. Warum Cole Team Aon verlassen hat, ist nicht so ganz klar, sein Einsatz im Golf ist auch eher unterhalb seiner Fähigkeiten.

Und dann ist da noch Central Group Racing, die Lea Wood in einem wirklich sehr alten Honda Integra einsetzen. Viel wird sie damit nicht reißen können, was schade ist.

Übertragen wird die Serie wie erwähnt von itv4, da wird man sich einen Stream suchen müssen. Neu ist, dass itv Samstag die Qualifikation streamen wird. Ob das mit einem Geoblocking versehen ist, wird man leider erst am Samstag feststellen können.

Hier noch die Termine für dieses Jahr:

Brands Hatch Indy 03/Apr/2011
Donington Park 17/Apr/2011
Thruxton 01/May/2011
Oulton Park 05/Jun/2011
Croft 19/Jun/2011
Snetterton 07/Aug/2011
Knockhill 04/Sep/2011
Rockingham 18/Sep/2011
Brands Hatch GP 02/Oct/2011
Silverstone 16/Oct/2011

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January 09 2011

09:14

Tourenwagen 2010: Spannung, Not & Elend

Die Tourenwagensaison 2010 wird nicht gerade bei vielen blendender Erinnerung bleiben. Schon gar nicht bei BMW, die den WM-Titel vor dem Sportgericht verloren haben.

BTCC und WTCC hatten nicht gerade ihr bestes Jahr. So viel kann man schon am Anfang eines Saisonrückblicks feststellen, aber die Gründe, warum sich beide Serien im Moment nicht gerade in Höchstform befinden, fallen sehr unterschiedlich aus. Bei der BTCC sind die Probleme offensichtlich: Mit Chevrolet hat man nur ein Werksteam, dessen finanzielle Mittel ausreichend vorhanden ist und somit fehlt ein wenig die Konkurrenz. Honda hat zwar ein Semi-Werksprogramm, steckt aber, verglichen mit Chevy Europe, wenig Geld rein. Ähnliches gilt für Ford, die das Team Aon vorgeschickt haben, um den neuen gasbetriebenen Turbomotor aus zu testen. Ein richtiger Werkseinsatz ist das auch nicht, aber immerhin ein Lichtblick. Die BTCC Saison 2010 blieb auch nur bis zum Ende spannend, weil sich Chevrolet ein paar Fehler erlaubte und die Veranstalter Ford an der langen Leinen ließen. Und weil Team Dynamics die Hondas richtig gut in Schwung bekam.

Für Ray Mallock Ltd., die die Chevrolet an den Start gebracht haben, war der Einsatz in der BTCC eigentlich nur ein “Abfallprodukt”, allerdings ein mit einem Hintergedanken. Man setzt sowieso die drei Cruze in der WTCC, und da der Wagen zu Beginn der Saison neu war, auf der anderen Seite aber die Testzeit begrenzt ist, konnte man die Daten aus der BTCC gut gebrauchen. Auf der anderen Seite war schon zum Start der Saison klar, dass alles andere als der Titel in der BTCC eine herbe Enttäuschung gewesen wäre. Denn man setzte ja nicht nur mit der WTCC baugleiche Wagen ein, man hatte mit Jason Plato auch einen der besten britischen Fahrer engagiert. Aber es ging dann doch eine Menge schief. Der Motor litt unter Kinderkrankheiten, besonders die Elektronik spielte gerne mal verrückt. Auch rächte sich ein wenig der Umstand, dass man mit Michael McDowell zwar einen hochtalentierten, aber eben auch sehr unerfahrenen Piloten neben Plato gesetzt hatte. Dem oblag die gesamte Verantwortung und man machte sich in der Teamwertung das Leben selber ein wenig schwer.

Dennoch hat sich der verlängerte Testeinsatz des Cruze in der BTCC gelohnt. Das merkte man vor allem nach den Tests in Brands Hatch im Juli. Offenbar fand man damals etwas wichtiges bei der Abstimmung des Fahrwerks, denn sowohl bei Plato, als auch bei den drei WTCC-Wagen lief es nach den Tests deutlich besser. So hatte sich der Einsatz der zwei Cruze auf der britischen Insel durchaus gelohnt. Zwar konnte Plato den Titel erst am letzten Rennwochenende gewinnen, aber zumindest gab es beide Titel für RML.

Ford tat sich zunächst schwer, was angesichts des neuen S2000 Motors, der mit Gas befeuert wurde, auch nicht weiter verwunderlich war. Weil die BTCC Ford beim Motor lange freie Hand gab, konnte man den schweren Focus einigermaßen gut vorne platzieren. Irgendwann wurde es der Konkurrenz aber zu dumm. Nachdem die Focus in Snetterton und Silverstone auf den Geraden quasi nach Belieben die Konkurrenz überholten, musste die BTCC schließlich eingreifen und bremste die Ford etwas ein. Das Ergebnis konnte man bei den folgenden Rennen dann gut erkennen. Da der Focus lieber geradeaus als um die Ecke fahren, waren sie im Titelkampf dann auch eher Außenseiter. Das hatte sich das Team teilweise auch selber zu zuschreiben, denn man setzte komplett auf Tom Chilton, wobei der hierzulande eher unbekannte Tom Onslow-Cole in der Meisterschaft zeitweise mehr Chancen hatte. Dennoch pfiff ihn sein Team ein paar Mal zurück, um Chilton nach vorne zu schieben.

Team Dynamics, dass offizielle Honda Team in England, war zu Beginn der Saison als Hauptkonkurrent von Chevrolet ausgemacht worden und sah mit Matt Neal und Gordon Shedden in der Saison auch gut aus. Schwachpunkt des kantigen Civic war aber der Motor, der einfach zu wenig Leistung hatte. Erst in Silverstone kam das neue Aggregat, was ein wenig zu spät war. Vier Siege waren das Ergebnis, aber die ebenfalls auftrumpfenden Chevrolet konnte man nicht mehr abfangen. Dennoch keine schlechte Saison für beide Piloten.

BMW war in diesem Jahr chancenlos. Der überalterte 320si, den das Airwaves Team ohne Unterstützung aus München weiter entwickelt hatte, kam nur zu Beginn der Saison zu zwei Siegen und auch nur, weil es in Rennen 3 den Reverse Grid gab. Immerhin waren die BMW noch gut genug um oft unter den ersten Fünf und sorgten für spannende Positionskämpfe.

Das tat auch der Rest des Feldes, aber um die Siege konnten die meist privaten Teams nicht mitfahren. Nur dem Pirtek Team gelangen zwei Siege mit Andrew Jordan, der einen Vetra mit dem neuen NGTC Motor einsetze. Immerhin, kann man sagen, aber es zeigt eben auch, dass der Abstand zwischen dem Mittelfeld und der Spitze nicht so groß ist, wie in anderen Serien. Es gab viele spannende Rennen, vor allem im Mittelfeld und die alte englische Tourenwagentradition erlebte ein weiteres Jahr. Grandiose Rennen gab es einige (Donnigton, Thruxton) aber auch ein paar langweilige Läufe. Dennoch waren die BTCC-Rennen immer ein Highlight und zeigten der Konkurrenz, wie guter Motorsport funktionieren kann.

Ihre Krise hat die BTCC aber noch nicht überwunden. Chevrolet wird auch 2011 wieder dabei sein, ebenso Ford und Honda, aber dahinter tut sich wenig. Interessant ist aber die Ankündigung von STR (Special Tuning UK) die in der kommenden Saison gleich vier Seats einsetzten wollen. Die werden aber nach dem S2000 Reglement eingesetzt und in diesem Jahr waren die Seat eher chancenlos.

Ab 2011 wird die BTCC auf ein gemischtes Reglement setzten. Die Spitze wird schon nach dem neuen NGTC Reglement mit dem Weltmotor unterwegs sein, der Rest wird wohl weiter die S2000 Wagen einsetzen. Man kann jetzt schon davon ausgehen, dass die Balance of Power Diskussionen lange anhalten werden. Dazu dann aber mehr, wenn die Saison los geht.

WTCC 2010

Die FIA Tourenwagenweltmeisterschaft hat mich dieses Jahr etwas enttäuscht. Schuld daran waren mal wieder die Rangeleien um die “Balance of Performance”, die mehr oder weniger hinter den Kulissen permanent betrieben wurden. BMW und Chevrolet war die Einstufung der Seats meist zu lasch, Seat, die ja in diesem Jahr nur als “Quasi” Werksteam unterwegs waren, wehrten sich meist erfolgreich in dem sie mit Rückzug drohten. Die Veranstalter sahen sich in der Zwickmühle und handelten teilweise kopflos. Mal wurde der Ladedruck der Seat-Diesel runter gesetzt, dann wieder hoch. Es wurden die Gewichte verändert, die Einstufungen dafür auch und man traf sich mehr hinter den Kulissen, als das Rennen gefahren wurden. Und wenn einer nicht gewinnen konnte, war es natürlich die Einstufung schuld.

Natürlich ist es normal, dass man in einer Weltmeisterschaft hinter den Kulissen rangelt. Das war schon immer so, aber die Art und Weise, wie es in diesem Jahr in der WTCC ablief, erinnert dann schon teilweise an eine Slapsick-Komödie. Jeder trickst, jeder versuchte die Offiziellen zu beeinflussen und nebenbei wurden ein paar Rennen gefahren. Trauriger Höhepunkt war dann die Affäre von Okayama. BMW war ja in diesem Jahr immer noch mit der normalen H-Schaltung unterwegs. Grund: Mit einem sequentiellen Getriebe wurde der 320si nie homologiert. Man griff tief in die Trickkiste und argumentierte, dass der Zanardi ja auch mit einem sequentiellen Getriebe all die Jahre gefahren sei, dementsprechend könne man ja jetzt wohl auch damit fahren. Vielleicht wären die Bayern mit dem Trick auch durch gekommen, wenn sie ihn zu Beginn der Saison ausprobiert hätten, aber im vorletzten Rennen war es doch etwas sehr dreist und offensichtlich. Am Ende verloren sie nicht nur die Punkte, sondern da durch auch die WM.

Diese, für die WTCC in Sachen PR, nicht gerade positive Sache war symptomatisch für die gesamte Saison. Die Offiziellen wirkten teilweise hilflos im Spiel der Hersteller und wankten von Entscheidung zu Entscheidung, die nicht immer nachvollziehbar waren. Ein schönes Beispiel für die teilweise grotesken Momente des Jahres war das “Rennen” im Marrakesch. Ein Kurs, der gerade mal so eben den FIA-Richtlinien entsprach, eine Ampelanlage, die nicht funktionierte, völlig überforderte Streckenposten, chrashfreundliche Piloten und eine Rennleitung, die teilweise offenbar nicht wusste was sie tun sollte, sorgten für die lächerlichste Veranstaltung, die je den Namen “Weltmeisterschaft” getragen hat.

Aber es war ja nicht alles schlecht. Wenn man die Politik ausblenden konnte, waren die Rennen zeitweise sehr ansehnlich. Die Rennen in Zolder (mit Abstrichen), Portimao, Brands Hatch, Oschersleben und Valencia boten richtig guten Motorsport und zeigten, dass die WTCC nicht komplett tot war. Zumindest in der Phase schien die FIA endlich eine vernünftige BoP gefunden zu haben.

Das Chevrolet mit dem brandneuen Cruze die Meisterschaft gewinnen konnte, war am Ende aber doch etwas überraschend. Es ist schon eine kleine Kunst in einer so engen Serie mit einem neuen Auto direkt an der Spitze zu lande, auch wenn man sich zunächst etwas schwer getan hat. Dennoch hatte ich eher die Seat auf der Rechnung, aber ein Tarquini gegen die Cruze war dann doch zu wenig. Wirklich fasziniert hat mich die Leistung von BMW, die aus dem alten 320si immer noch genug Leistung raus quetschen konnten, damit Farfus und Andy Priaulx Chancen auf den Titel hatten. Diese Leistung fand ich doch schon sehr beachtenswert und fünf Siege für Priaulx machen das mehr als deutlich. Vergessen sollte man auch nicht die private BMW-Truppe um das Team Avira, die zunächst in der Independent-Wertung mit Colin Turkington in einem BMW unterwegs waren. Auf Grund der besseren Einstufung in Sachen Gewicht und dank der sehr guten Leistung des letztjährigen BTCC-Meisters war man so schnell, dass die FIA Avira schleunigst aus der Wertung nahm.

Sportlich also durchaus eine abwechslungsreiche Saison, politisch betrachtet ein kleines Desaster. Da die Diesel 2011 endgültig kastriert werden, bzw. verschwinden, bleibt zumindest die Hoffnung, dass man sich etwas weniger streiten wird.

DTM 2010
Ich hatte die DTM nach den, mal wieder, lächerlichen Entscheidungen der Rennleitung in Oschersleben, aus der Berichterstattung hier im Blog genommen. Das wird sich auch 2011 nicht ändern, es sei denn, die Serie überrascht mit einer komplett neuen Einstellung.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Es geht mir nicht um die Technik, die Teams oder die Fahrer. Man kann das technische Reglement und vor allem die aus dem Ruder gelaufene Aerodynamik kritisieren, aber von reinen technischen Standpunkt ausgesehen, ist die DTM hochklassig. Die Wagen sind kompliziert und stellen hohe Anforderungen an die Fahrer, die Motoren sind exzellent und halten auch durch. Die Teams leisten Schwerstarbeit, die Qualität der Fahrer ist hoch, wie man auch beim NASCAR Ausflug von Ekström, oder dem Einsatz von Scheider in Le Mans sehen konnte. Aber das alles hilft ja nicht, wenn die Regeln teilweise nur noch Kopfschütteln auslösen und eine Rennleitung dabei ist, jedes Überholmanöver zu bestrafen. Das bremst die Fahrer ein, die sich nichts mehr trauen, und tötet jede Spannung.

Bleibt zu hoffen, dass 2012 neben BMW vielleicht noch ein weiterer Hersteller (Opel?, Toyota?) in die Serie kommt. Oder das geplante Globalisierung über die SuperGT und die mysteriöse Rennserie im Rahmen der NASCAR etwas mehr Schwung auch nach Deutschland bringen wird.

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October 12 2010

16:23

BTCC: Analyse Brands Hatch Finale 2010

Gleich vier Fahrer konnten am Saisonende noch Meister der britischen Tourenwagenserie werden. Doch Jason Plato ließ keinen Zweifel aufkommen, wer Herr im Haus ist.

Es war ein grandioses Wochenende für Jason Plato und RML-Team, die die Chevrolet Cruze einsetzen. Der zweite Meistertitel und die Siege Nummer 59 und 60 für Jason Plato in der BTCC rundeten eine nicht immer leichte Saison erfolgreich ab. Dabei sah es vor den letzten drei Rennen in Brands Hatch eigentlich noch so aus, als sei Honda etwas besser aufgestellt. Plato musste auf dem engen Kurs mit 45 Kilo Zusatzgewicht antreten, was den wuchtige Cruze auf dem Papier schlechter stellen sollte. Doch von einem Handicap gab es nicht den Hauch einer Spur. Stattdessen fuhr Plato unangefochten zwei Siege heraus und die Konkurrenz konnte nur hinterher fahren.


Rennen 1

Plato stand auf der Pole, dahinter reihten sich Shedden, Neal und der zweite Cruze mit MacDowell ein. Während Plato vorne einen guten Start hatte, schlüpfte Matt Jackson kurzzeitig an beiden Honda vorbei und setzte sich an Platz 2. Doch Shedden drückte Jackson in Druids sanft zur Seite und setze sich wieder hinter den Cruze. Auf dem engen Kurs blieb es in den ersten Runden aber erstaunlich ruhig. In Runde 8 setzte Jackson bei der Anfahrt zu Clearways den BMW etwas heftig auf die Curbs und drehte sich, so dass Shedden auch Neal problemlos vorbei gehen konnte. Damit waren die Positionen vorne also mit allen drei Favoriten besetzt. Doch an Plato kamen die Honda nicht ran. Der Führende in der Meisterschaft kontrollierte den Abstand bei ungefähr zwei Sekunden und das notorische Problem der Honda mit den nachlassenden Reifen gegen Ende des Rennens, hielt beide Piloten davon ab, Plato näher zu kommen. Auch für den vierten Meisterschaftskandidaten, Tom Onslow-Cole, lief es schlecht. Die Ford leideten auf der Strecke in den vielen engen Kurven und Cole musste seinen Ford schon nach acht Runde an der Box abstellen, weil eine Antriebswelle abgeschert war. Damit war ein Kandidat um die Meisterschaft schon mal raus.
Nett waren die Kämpfe im vorderen Mittelfeld. MacDowell kämpfte sich nach einem miserablen Start wieder nach vorne, musste dabei aber Chilton, Collard und O’Neill niederringen, die ihrerseits in einem heftigen Infight lagen. Zwischenzeitlich mischte auch Triple Eight Fahrer James Nash vorne mit, doch er wurde von MacDowell in Druids auf die übliche britische Art zur Seite geschoben.
Am Ende gewann Plato vor Shedden und Neal und baute seine Führung aus. Vor dem zweiten Rennen hatte nun 25 Punkte Vorsprung vor Neal, allerdings waren in beiden Rennen nur noch 34 Punkte zu vergeben.

Rennen 2

In der Reihung Plato, Shedden, Neal und MacDowell ging es auch in Rennen 2. Doch schon vor dem Start rollte der Honda von Gorden Shedden an die Box. Diagnose: Bruch der Antriebswelle, die allerdings in rekordverdächtigen 8 Minuten gewechselt wurde. Wieder startet Plato perfekt und konnte völlig ungefährdet in Druids einbiegen. Dahinter prügelten sich MacDowell und Neal im Platz 2, doch der ehemalige Doppel-Meister machte schnell klar, dass er nicht Absicht hatte, zwei Cruze vor sich zu haben. Neal drängelte den Nachwuchsfahrer ab und gab auch in den folgenden Runden alles, um irgendwie an Plato ranzukommen. James Key im Integra verabschiedete sich ins Kies, nach dem er von Foster im BMW angeschubst wurde und das Safety Car wurde raus geschickt.
In der dritten Runde ging es weiter, doch Matt Neal und der mittlerweile drittplatzierte Rob Collard verschlafen den Start, so das Plato vorne wieder ungestört bleibt. Neal gab zwar alles, musste aber aufpassen, dass der langsam ungeduldig werdende Collard hinter ihm keinen Blödsinn macht. Der BMW-Pilot blieb aber die gesamte Zeit fair und drängelte sich nicht in eine kaum vorhandende Lücke rein. So blieb der Kampf um die Meisterschaft sauber.
Am meisten tat sich aber wieder im Mittelfeld. Zwischen den Positionen 6 bis 10 ging es teilweise recht hektisch, weil Jordan, Kane, Nash und Jackson es richtig krachen ließen. Aber auch hier ließ man die Wagen bis auf ein paar kleinere Blessuren ganz. In Szene setzen konnte sich Ben “The Stig” Collins, der sich einen sehenswerten Kampf mit Neat und dem Newcomer Tordoff (Triple 8) lieferte.
Am Ende gewann aber wieder Jason Plato, der damit seinen Meistertitel in der Tasche hatte.

Rennen 3

Die Auslosung des “Reverse Grid” brachte Andrew Jordan auf dem Pole, dessen Astra ja schon mit dem 1.6 Liter Turbomotor ausgestattet ist, der ab 2011 gefahren wird. Jordan uns sein rein privates Pirtek Racing haben in diesem Jahr schon einen Sieg dank der umgekehrten Startreihenfolge eingefahren und gezeigt, dass man auch als Independent Team in der BTCC noch siegen kann. Apropos Independent – der Titel in der Kategorie war zu vergeben, als Titelträger kamen aber nur Team Aon und BMW Airwaves in Frage. Erstaunlicherweise wird das Aon Team, trotz der offensichtlichen Werksunterstützung durch Ford, als Independent Team eingestuft, was bei den kleinen Teams nicht gerade auf viel Gegenliebe gestossen ist. In der Independent Wertung der Hersteller hatte Ford… sorry, Team Aon den Titel in der Tasche, bei den Fahrer lag aber Steven Kane knapp hinter Tom Chilton.
Den Start konnte Jordan für sich entscheiden, dahinter reihten sich Kane und Chilton ein. Matt Neal stellte seine Honda gleich in der ersten Runde ab, während Lea Wood den alten Integra in die Botanik pfefferte. Das Safety Car musste mal wieder raus.
Beim Restart empfahl sich Steven Kane für den Titel “Schlafmütze des Tages” in dem er Andrew Jordan gleich eine halbe Gerade Vorsprung ließ. Ein sichtlich motivierter Chilton drängelte zu dem im Heck von Kane und schob ihn um Druids rum, ohne allerdings vorbei gehen zu können. Der frische gebackene Meister Jason Plato fiel schon beim Start zurück und musste sich dann heftiger Attacken von Gordon Shedden erwehren. Aber, wie Plato nach dem Rennen zugab, war bei ihm verständlicherweise die Luft raus. Shedden mogelte sich in Clearways am Meister vorbei und stürmte weiter nach vorne. Weil Ben Collins seinen BMW in Paddock im Kies parkte, kam erneut das Safety Car auf die Strecke. Stand zu diesem Zeitpunkt: Jordan, Kane, Chilton, Collard, Jackson, O’Neill, Nash, Shedden, Plato, Tordoff. Nach dem Restart entwickelte sich ein heißer Kampf um die Ränge 1 bis 4. Vorne gab Jordan alles, Steven Kane hinter ihm musste aber an Jordan vorbei, wenn er Independent Meister werden wollte. Oder er musste darauf hoffen, dass Chilton zurück fallen würde. Den Gefallen schien ihm Rob Collard machen zu wollen, der sich in Druids schon neben den Ford setzen konnte, doch der erfahrene Chilton ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Von hinten nahte dann Matt Jackson, der sich seinerseits Collard schnappen wollte, was Chilton im Laufe des Rennens dann wieder etwas Luft verschaffte. Vorne kämpte aber Andrew Jordan gegen einen verzweifelt drängelnden Steven Kane um den Sieg. Kane verlor den Wagen ganz leicht in Druids, was Jordan die 10 Meter Vorsprung brachte, die zum Sieg reichten. Chilton sicherte sich mit Platz 3 dann auch den Fahrertitel bei den Independents.

Es waren drei gute Rennen der BTCC, in denen es aber relativ ruhig blieb. Die kurze Indy-Variante von Brands Hatch ist einfach zu eng und es gibt wenig Stellen, wo man sich gefahrlos reindrängeln kann. Vielleicht sollte die BTCC mal überlegen, das Finale nach Donington oder Oulton Park zu verlegen.

In Sachen Meisterschaft kann man nur sagen: Alles wie erwartet. Das sich die Konkurrenz gegen Chevrolet schwer tun würde, war klar. Immerhin fährt Plato in der BTCC mit dem identischen Material, dass auch Menu, Huff und Muller in der WTCC haben. Allerdings ist der Einsatz des Cruze in der BTCC auch ein Testträger für die WTCC. Wie viel das bringen kann, hat man im Sommer gesehen, als Plato bei den obligatorischen Sommertestfahrten der BTCC in Brands Hatch offenbar etwas am Wagen gefunden hatte. Denn nicht nur er, auch in der WTCC laufen die Cruze seitdem deutlich besser. Das es für die anderen Teams in der BTCC schwer sein würde, sich gegen die finanzielle wie Materialmäßige Übermacht von Chevrolet durchzusetzen, war klar. Um so überraschender, dass Honda und Ford das Rennen um den Titel so lange offenhalten konnte.

Es war eine interessante und abwechslungsreiche Saison der BTCC, auch wenn man sich gewünscht hätte, dass die BMW als viertes Team mehr Chancen auf Siege gehabt hätten. Aber dennoch zeigte die Serie in vielen Rennen, warum sie weltweit die vermutlich beste Tourenwagenserie der Welt ist. Auf die muss man jetzt leider bis zum ersten April Wochenende 2011 verzichten. Im Laufe des Winters schreibe ich aber noch einen Saisonrückblick.

Kleine Anmerkung zu den Bilder. Da ist das NGTC in Form eines Toyota Avensis zu sehen. Die NGTC kommen ja ab 2011 als eine Art Einheitschassis, ob Toyota einen Einsatz plant, ist ungewiss. Die haben bisher nur bei der Entwicklung des NGTC mit geholfen.
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October 08 2010

16:27

BTCC: Vorschau Finale Brands Hatch 2010

Die letzten drei Rennen der BTCC für dieses Jahr stehen auf dem Programm und man kann jetzt schon davon ausgehen, dass es eine spannende Sache werden wird.

Das Saisonfinale der BTCC verspricht ein echter Kracher zu werden. Gleich vier Fahrer auf drei unterschiedlichen Marken können noch Meister werden und wer die Serie kennt weiß, dass derartige Konstellationen schon immer für jede Menge Abwechslung gesorgt haben. Allerdings ist nicht jeder in der BTCC so richtig glücklich über die abgelaufene Saison, vor allem was die Einstufung der Ford Focus mit dem Gasangetrieben Turbomotor angeht. Die Veranstalter haben Ford lange viel Spielraum gegeben und erst als die Proteste aus dem Paddock überhand nahmen, bequemte man sich, die Focus einzubremsen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Ford aber schon längst in Reichweite der Meisterschaft und hatten die kleinen Rennställe, wie das BMW-Airwaves Team, weit hinter sich gelassen. Für die Serie ist Konstellation Ford vs. Honda vs. Chevy allerdings Gold wert, kämpfen doch die drei Werksteams gegeneinander.


Das es überhaupt so eine enge Saison geworden ist, war zu Beginn des Jahres nicht zu erwarten. Chevrolet tritt bekanntermaßen mit dem auch in der WTCC eingesetzten Cruze an und welches Team in der BTCC sollte da konkurrieren können? Es zeigte sich aber, dass die anderen auch nicht schlafen, vor allem das Team Dynamics, die das Honda Racing Team bilden, schaffte es, den 2009 noch etwas lahmen Civic das Siegen beizubringen. Das liegt sicher auch am genialen Fahrerduo Neal/Shedden, die sich beide gut ergänzen und in Sachen Speed in nichts nachstehen. Ford hatte man zumm Anfang der Saison nicht auf dem Schirm, aber nach ein paar Rennen etablierte sich (etwas überraschend) Tom Onslow-Cole in den Top 5. Er holte zwar erst spät die ersten Siege, sammelte aber fleissig Punkte. Ford würde in der Meisterschaft noch besser da stehen, hätte man schon frühzeitig auf Cole gesetzt, aber die Verantwortlichen wollten lieber den bekannteren Tom Chilton vorne sehen und pfiffen Cole zum Beispiel beim ersten Rennen in Brands Hatch zurück. Nun liegt Chilton aussichtslos in der Meisterschaft zurück und Cole hat wichtige Punkte verloren.

Es ist schwer vorher zu sehen, wer in Brands Hatch die Nase vorne haben wird. Da man nur den Indy-Kurs fährt, fehlen die langen Geraden, was den Honda bevorzugen sollte. Der geht erwiesenermaßen in den engen Ecke richtig gut, also sollten Shedden und Neal einen kleinen Vorteil haben. Knockhill ist ein ähnlicher Kurs, auch hier waren die Honda gut unterwegs, allerdings konnte Plato im Cruze besser mithalten, als man das anfänglich dachte. Ein Teil der Strecke in Brands Hatch sollte dem Cruze mit seinem guten Abtrieb also liegen. Ford ist sicher nur ein Außenseite. Der Wagen geht gut auf der Geraden, in den Kurven plagt ihn noch ein mächtiges Untersteuern, dass man immer wieder sehen kann. Das hilft in Brands Hatch nun wirklich nicht, weil die meisten der wenigen Kurven auch noch nach außen hängen.

Wer kann also wie Meister werden?

Ein Blick auf den Stand der Meisterschaft:

1. Jason Plato – 224 Punkte
2. Matt Neal – 207 Punkte
3. Gordon Shedden – 203 Punkte
4. Tom Onslow-Cole – 200 Punkte

Verteilt werden die Punkte in allen drei Rennen wir folgt: 15, 12, 10, 8, 6, 5, 4, 3, 2, 1. Dazu gibt es jeweils einen Punkt für:

- Die Pole
- Die schnellste Runde im jeweiligen Rennen
- Eine Führungsrunde im jeweiligen Rennen

Ein perfektes Wochenende würde also 52 Punkte bringen, was aber noch keiner geschafft hat. Plato hat 17 Punkte Vorsprung, er könnte sich also in einem Rennen einen Totalausfall leisten, allerdings wäre das in Rennen 1 und 2 gleichbedeutend mit dem letzten Startplatz im folgenden Lauf. Da das Starterfeld in Brands Hatch riesig ist, und man kaum überholen kann, ist ein Ausfall also fast gleichbedeutend mit einem Verlust der Meisterschaft. Gewürzt wird das alles auch noch damit, dass Rennen 3 wie üblich im “reverse grid” ab Platz 6, 7, 8, 9 oder 10 statt findet (wird ausgelost).

Plato kann zwar etwas konservativer unterwegs sein, aber “vorsichtig fahren” und BTCC sind zwei Dinge, die ja nicht wirklich zusammen gehören. Dazu kommt, dass BMW auf der Strecke gut sein sollte, und auch die alten Honda Integra vom Team Tech-Speed Motorsport in den letzten Rennen gerne mal in den Top 5 unterwegs waren. Und auf der britischen Insel ist es den meisten relativ wurscht, ob da einer um die Meisterschaft fährt, oder nicht. Wenn er zu langsam ist und keinen Platz macht, wird halt mal angeklopft.

Die Kontrukteursmeisterschaft wird zwischen Honda (500 Punkte) und Ford (491) entschieden. Chevrolet ist schon raus, hier rächt sich ein wenig, dass man mit dem neunzehnjährigen Michael MacDowell einen unerfahrenen Nachwuchsmann verpflichtet hat, dem vor allem Rennerfahrung fehlt. Aber MacDowell hat gegen Ende der Saison hier und da gezeigt, dass er nicht der Schlechteste ist und 2011 dürfte man mehr von ihm erwarten können.

Voll wird es auf jeden Fall in Brand Hatch. Nicht nur werden viele Zuschauer erwartet, auch etliche Teams bringen einen zusätzlichen Fahrer mit. Die prominenteste Verpflichtung gelang dem Airwaves Team, die Ex-”The Stig” Ben Collins ins Auto setzen werden.

Entscheidend wird also schon sein, wer welchen Platz in der Quali erreicht. Der Spannung nicht abträglich wäre ein Ergebnis wie in Donington, wo alle vier Favoriten hintereinander standen. Die Quali wird in diesem Jahr auch erstmalig live am Samstag ab 16.00 Uhr auf der itv Sport Webseite gestreamt. Achtung: Um den Stream sehen zu können, braucht man eine britische IP! Die bekommt man unter anderem bei “Black VPN“. Ich hab noch einen Ref-Code – PEUNTZN – der, wenn er noch gültig ist, bringt einem 2 Monate einen kostenlosen Zugang, wenn denn ein Paket erwirbt. Meine Erfahrung mit denen ist recht gut, habe aber von anderen gehört, dass die Verbindung schon mal lahm sein soll.

Ansonsten werden die Rennen am Sonntag über die üblichen Quellen gestreamt. Ich freu mich jetzt schon auf das Finale, es wird sicher sehr spannend und ruppig. Leider muss man dann ja wieder ein halbes Jahr auf britischen Tourenwagensport verzichten.

September 20 2010

11:33

BTCC/WTCC: Analyse Donington & Valencia

Der Kampf um die britische Tourenwagenmeisterschaft ist nach den Rennen in Donington ist so spannend wie nie. Gleich vier Fahrer können sich noch den Titel holen.

Nach dem Nicht-Umbau von Donington startete die BTCC zum ersten Rennen auf der Strecke. Die geplante Renovierung ist ja bekanntlich ins Wasser gefallen, weil den alten Besitzern das Geld ausgegangen ist. Allerdings hatte man schon angefangen, Veränderungen vorzunehmen, die Donington ein wenig verändert haben. Zum einen fehlt die berühmte Dunlop Brücke auf der Gegengerade, was schon etwas merkwürdig aussieht. Die Schikane vor Start/Ziel wurde neu angelegt, aber offenbar hat man das gut hinbekommen. Sie ist jetzt schneller und flüssiger zu fahren. Auch gut: Auf der rechten Seite nach der “Old Hairpin” fehlt die Böschung, die in die Auslaufzone gereicht hat und an der einige bös zerschellt sind. Hier ist jetzt mehr Platz. Insgesamt hat der Umbau der Strecke nicht geschadet, was man an den guten Rennen der BTCC sehen konnte.


1. Rennen
Praktischerweise lange nach der Qualifikation die Führenden der Meisterschaft auf den ersten fünf Plätzen. Chilton hatte die Pole gewonnen, hinter ihm der zweite Ford Focus mit Onslow-Cole. Danach folgten Shedden im Honda und Plato mit dem Cruze. Auf Platz 5 stand Matt Neal. Den Start gewann dann Cole, weil Chilton alle Hände voll damit zu tun hatte, Gordon Shedden hinter sich zu lassen, der sogar versuchte den Ford auf dem Gras zu überholen. Plato kam zäh weg und fand sich schnell in einem Kampfpaket wieder, dass ihn schnell aufschnupfte. Neal ging als letzter an ihm auf der Gegengerade vorbei und schob ihn zurück auf Platz sieben. Cole flog vorne weg, hatte aber wohl die Ansage auf Chilton zu warten, der immer noch mit Shedden beschäftigt war. Das hatte zur Folge, dass auch Shedden aufholen konnte und mit Chilton auf der Gegengerade im heftigen Infight lag. Mittendrin dann auch Andrew Jordan und Rob Collard, der Matt Neal und Jason Plato im Schlepptau hatte. Neal spielte Rammbock und schob sowohl Collard als auch Jordan zur Seite, so dass Plato freie Bahn hatte. Nach einer kurzen Safety Car Phase (O’Neill stand blöd am Rand) ging es dann richtig zur Sache. Shedden bekam den Restart als erster nur so mittelgut hin, hinter ihm staute sich alles. Cole, Chilton, Jordan, Neal und Plato versuchten irgendwie gemeinsam durch die letzte Schikane zu kommen, was natürlich nicht gut gehen konnte. Plato berührte Neal, Neal wurde rumgeschubst und schoss dabei Plato ab, während Cole seine Front an der Streckenbegrenzung ondulierte. Plato hatte aber Pech und war als einziger der Titelanwärter raus. Die Reihenfolge nach dem Restart sah dann so aus: Shedden, Chilton, Jackson, McDowell, Neal, Cole, Boardman. Aber nun blieb es ruhig, nur BMW-Mann Kane schnappte sich noch Boardman und den um die Strecke humpelden Cole.

2. Rennen
Plato musste also im zweiten Rennen von ganzz hinten starten, genauer gesagt auf Position 17. Sein einziger Vorteil war, dass das gesamte Platzierungsgewicht aus seinem Wagen raus war und er richtig los legen konnte. Matt Neal, der als fünfter eigentlich eine gute Ausgangsposition hatte, zerstörte gleich zu Beginn seine Chancen, weil er einen fulminanten Frühstart hinlegt und eine Durchfahrtsstrafe kassierte. Der BMW mit Jackson schnappt sich Platz 2, während Shedden vorne wegzieht. Jason Plato zeigte, was mit dem Cruze geht, wenn er kein Gewicht im Auto hat. Nach nur drei Runden hatte sich der Alt-Meister schon auf Platz acht vorgearbeitet und damit war seine Lust auf mehr noch lange nicht beendet. Ausgangs Coppice konnte deutlich früher aufs Gas und eine viel engere Linie fahren und dort schnappte er sich einen nach dem anderen. Auch Onslow-Cole war nach seinem mauen ersten Lauf auf einer Mission und krallte sich MacDowell in einem sehenswerten Manöver in der Schikane, als er sich irgendwie innen durchdrückte. Damit war dann die Schonzeit von Shedden vorne vorbei und er musste sich heftiger Attacken des Focus erwehren. In der zehnten Runde war die Sache dann gegessen und Cole ging in Führung. Plato hatte sich in der Zwischenzeit auch noch Chilton geschnappt und in der gleichen Runde musste auch noch Jackson auf Platz drei dran glauben. Der Speed des Cruze war überirdisch. Matt Neal hatte sich nach seiner Strafe immerhin wieder auf Platz neun vorgearbeitet, konnte aber nur noch einen weiteren Platz gut machen. Vorne fuhr Cole in aller Ruhe sein Rennen zu Ende, während Shedden auf Platz zwei plötzlich Plato im Rückspiegel hatte. Die Reihenfolge im Ziel: Cole, Shedden, Plato, Chilton. Jackson, Kane, Collard, Neal, Jordan, Nash

3. Rennen
Die Auslosung hatte Andrew Jordan auf die Pole geschoben, dahinter Rob Collard und Matt Neal Platz 3 eingebracht. Für den Honda-Piloten bedeutete die gute Startposition die letzte Chance, das einigermaßen verkorkste Wochenende noch umzubiegen. Ein Sieg musste her, aber Andrew Jordan, der schon den nächstjährigen Turbomotor unter der Haube hat, sah das naturgemäß anders. Der Start war ebenso wie die ersten Runden sehr ruhig, Neal konnte nur an Collard vorbei gehen. Offenbar hatten die Fahrer sich schon in den ersten beiden Läufen ausgetobt, jedenfalls ging man ziemlich zahm miteinander um. Nur Plato kam während seines Aufholkampfes kurzeitig in die Bredoullie. In Runde 3 versuchte er gemeinsam mit Chilton am BMW von Steven Kane vorbei zu gehen. Zu dritt ging es das Geschlängel zur Old Hairpin runter, was nicht gut gehen kann. Chilton war das erste Opfer, er wurde von Plato, dem auch die Strecke ausging, auf die Wiese geschoben, reihte sich aber wieder ein. In der Hairpin waren sich Kane und Plato auch nicht richtig einig, was den Chevy-Mann nach vorne brachte und Chilton die Möglichkeit eröffnete, auch noch am BMW vorbei zu gehen.
In Runde 5 war es dann mit der Führung von Jordan vorbei, der Eingangs Redgate querstand und Neal nur noch hinterher schauen konnte. Neal bekam also die Führung die geschenkt, aber auch Plato konnte sich nicht beschweren, da sich Matt Jackson auf Platz 4 einen kleinen Ausflug in die Botanik erlaubte. Das Rennen blieb, für BTCC-Verhältnisse, richtig ruhig. Den einzigen Aufreger lieferte MacDowell, der von Onslow-Cole kurz vor der Hairpin bei Topspeed in einen Dreher und damit ins Kiesbett geschickt wurde.

Neal führte vor Rob Collard und Andrew Jordan, der allerdings so langsam unter Druck von Plato kam, der es mal wieder eilig hatte. Aus Onboard von Plato konnte man sehen, dass Jordan mit seinem Vectra auf der letzten Rille unterwegs war. Der Wagen sprang wie ein Ziegenbock auf Drogen in den Kurven und es war nur eine Frage der Zeit, bis Plato die Lücke präsentiert bekam. Wiedermal war es in der ersten Rechts, wieder fuhr man nebeneinander auf die Hairpin zu. Jordan kämpfte verbissen, blieb sogar neben dem Cruze, als es in die Haarnadel ging, aber der drückte ihn gelassen aufs Gras. Das warf Jordan weit zurück, am Ende wurde er nur siebter. Im Rennen passierte danach aber nichts mehr dramatisches, das Endergebnis sah dann so aus: Neal, Collard, Plato, Kanse, Chilton, Shedden, Jordan, Jackson, Cole, Nash

Für die Meisterschaft hätten die Rennen gar nicht besser besser ausgehen. Zum ersten Mal in der Geschichte der BTCC gehen gleich vier Fahrer in das letzte Rennwochenende, die noch Meister werden können. Der Stand in der Meisterschaft ist im Moment der folgende:

1 Jason Plato 224
2 Matt Neal 207
3 Gordon Shedden 203
4 Tom Onslow-Cole 200

Im Rennen kann man maximal 17 Punkte holen (Sieg & schnellste Runde), bei drei Rennen sind das also 51 Punkte. Da ist also für alle noch alles drin. Plato kann sich nicht zurücklehnen, zumal das letzte Rennen in Brands Hatch auch noch auf dem Indy-Kurs gefahren wird. Der enge Kurs spricht eher für beide Hondas, als für den Cruze, aber der ging in Knockhill ja auch besser als erwartet. Das wird vermutlich ein sensationelles Saisonfinale Anfang Oktober.

WTCC
Warum die WTCC auf dem zwar fahrerisch anspruchsvollen, aber für die Zuschauer eher langweiligen Kurs in Valencia fährt, ist mir nach beiden Rennen immer noch nicht klar. Die Strecke führt nicht wirklich zu guten Rennen, meist zieht sich das Feld schnell auseinander. Zwar kann man mit ein wenig Fantasie etliche Überholstellen ausmachen, aber so richtig rockt die Strecke nicht. Dazu kommt, dass die 120.000 (!) Zuschauer fassende Strecke meist menschenleer ist, wenn die WTCC kommt. Vielleicht sollte man mal überlegen, statt Valencia eine Alternative zu nehmen. Selbst Barcelona in der kurzen Variante scheint dagegen interessanter.

Und so waren die Rennen, bei aller Spannung in der Meisterschaft, nicht sonderlich gut. Meine Notizen passten auf einen gelben Post-It, so wenig war los. Für die meiste Abwechslung sorgten die BMW, die nach einer miesen Quali das dringende Bedürfnis hatten, schnell nach vorne zu kommen.

1. Rennen
Pole-Mann Tarquini kam bestens weg und setzte sich an die Spitze. Dahinter reihten sich die drei Cruze ein, die Yvan Muller nach vorne und hinten abschirmten. Priaulx lag nach der ersten Runde auf Platz sieben, Farfus war nur neunter. Der Brite im BMW lag aber mitten zwischen den ganzen Seat, was keine gute Position war. Vor allem Freddy Barth knabberte an seinem Heck und machte ihm das Leben schwer. Netterweise kam dann Farfus und versuchte an dem Schweizer vorbei zu kommen, doch das Ende in Tränen, bzw. für Farfus an der Box, weil er vorne und hinten einen Reifenschaden hatte. Es tat sich wenig, Priaulx rutschte noch auf Platz 5, dies aber deswegen, weil Chevrolet mal wieder zu unschönen Mitteln griff. Man beorderte Alan Menu zurück, der sich auf Platz 8 zurückfallen lassen musste, damit er für Lauf 2 auf der Pole stand. Ich wiederhole es gerne noch mnal für die WTCC: Einfach wie die BTCC die Reihenfolge des letzten Rennens per Los bestimmen. Irgendwo zwischen Platz 4 und 10 wird eine Nummer gezogen, der Wagen, der auf der Position ins Ziel gekommen ist, steht dann halt auf der Pole. Dann hören die blöden Spiele auch auf.

2. Rennen
Hier gab es immerhin eine schöne Auseinandersetzung zwischen Priaulx, Muller und Tarquini erleben. Doch zunächst war nach dem Start Freddy Barth in Führung gegangen, nachdem Menu nicht richtig los kam. Hinter Barth hatte sich Monteiro eingeordnet, danach folgten Menu und Priaulx. Der Brite schickte den Cruze-Piloten aber noch in der ersten Runden in einen Dreher und zog vorbei. Aber das Chaos nutzte vor allem Yvan Muller aus, der sich gleich mehrere Konkurrenten auf der Außenbahn schnappte und plötzlich auf Platz drei lieg. Für Priaulx war der Tag aber noch nicht gelaufen, denn von hinten drängelten Tarquini und Marc Gene, die sich auch beide den BMW Piloten schnappten. Muller gewann noch einen weiteren Platz, weil der unglückliche Barth einen Reifenschade hatte. Danach war das Rennen aber einigermaßen durch. Monteiro war vorne durch, Muller hielt sich vornehm zurück und behielt seinen zweiten Platz, Tarquini musste sich gegen Ende noch mal gegen Priaulx erwehren, der sich Gene geschnappt hatte und mit einem verzweifelten Bremsmanöver an Tarquini vorbei wollte. Doch der Brite war etwas zu spät auf der Bremse, und musste den Seat wieder passieren lassen.

Zwei eher schwache Rennen, nicht wirklich sehenswert, wenn man mal vom Duell zwischen Tarquini und Priaulx absieht. In der Meisterschaft ist es weiter ziemlich eng, hier können noch drei Fahrer in den verbleibenden zwei Rennen Meister werden.

Yvan Muller 265
Andy Priaulx 240
Tarquini 236

Wenn man ein richtig gutes Wochenende erwischt, kann man gerne mal 40 Punkte und mehr erlangen, wobei in dieser Saison noch niemand mehr als 40 Punkte erreicht hat. Die WM wird vermutlich also in Macau entschieden.
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September 16 2010

06:42

DTM/WTCC/BTCC & Formelserien: Vorschau Oschersleben/Valencia/Donington

DTM/WTCC/BTCC & Formelserien: Vorschau Oschersleben/Valencia/Donington
Wieder ein volles Tourenwagenprogramm am Wochenende. Vor allem in der BTCC dürfte es ordentlich zur Sache gehen.

Oschersleben und die DTM – das kann eigentlich nicht passen, denn auf der schmalen Strecke in der Nähe von Magdeburg kann man nicht so richtig überholen. Aber dennoch sind die Rennen hier oft besser, als man es erwarten würde, was auch daran liegt, dass die Strecke kaum Fehler verzeiht. Anders als auf den moderneren Rundkursen, hat man hier neben der Strecke wenig Asphalt und wenn man abfliegt, dann ist auch meist was kaputt. Die Ausgangslage in der Meisterschaft ist dafür nicht so richtig spannend. Mercedes hat den Titel so gut wie in der Tasche, fragt sich nur, welcher Fahrer am Ende vorne liegt. Spengler, Paffett und di Resta sind die Kandidaten um die es geht. Und da für Mercedes alles klar ist, wäre es doch mal nett zu sehen, wenn die Drei freie Fahrt hätten.


Aber jeder angedeutete Kampf, nebst dem in den Tourenwagen auch mal gern gesehene “Anlehnen” wird in der DTM ja leider komplett unterbunden. Einerseits von der “Rennleitung”, andererseits sieht es auch Mercedes nicht gerne, wenn sich die Fahrer von der Strecke boxen. Das passt nicht zum Markenimage, also kann wohl davon ausgehen, dass es klare Absprachen geben wird. Im Sinne von “Die Positionen werden nach dem nächsten Boxenstopp gehalten”. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Im Audi-Lager wird sich die Enttäuschung nach zwei Meisterschaften hintereinander in Grenzen halten. Man wird sich auf noch mögliche Siege konzentrieren, was in Oschersleben durchaus schon möglich ist, weil der Audi auf engen Strecken etwas besser geht. Die eher niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit sollte auch die Vorderreifen der Audi nicht zu sehr belasten.

Hinter den Kulissen der DTM gibt es offensichtlich schon die ersten Dissonanzen zwischen Mercedes/der ITR und BMW. Die Stuttgarter sind angeblich genervt von den Münchnern, die mit immer neuen Forderungen das Regelment in ihre Richtung biegen wollen. Das soll dann auch der Grund sein, warum der gesamte Vorgang im Moment zum Halten gekommen ist und man auch in Richtung GrandAm und JapanGT nicht voran kommt. Ob es bei dem Streit um technische Regeln oder monetäre Angelegenheiten geht, wollte man mir nicht verraten. Nur so viel, dass BMW sehr verschnupft sein soll und eine endgültige Entscheidung sogar erst im November fallen könnte, also in dem Monat, in dem BMW gerne das Programm des kommenden Jahres bekannt gibt.

Ob das alles so stimmt ist dann wieder eine andere Frage. Allerdings ist es schon außergewöhnlich, dass man von BMW so gar nichts hört und die endgültige Entscheidung sich immer weiter rauszögert. Ich hatte schon im Juli gehört, dass man in München noch ganz und gar nicht von der DTM überzeugt ist, vor allem nach dem der ACO für Le Mans und die verkappte Weltmeisterschaft namens Intercontinatel Cup passende GT-Regeln präsentierte. BMW setzt in diesem Jahr schon einen M3 im Cup ein und die Konkurrenz mit Porsche, Ferrari und Aston Martin passt schon ins sportliche Konzept. Zu dem ist der fertig entwickelte M3 (bisher) a) günstiger und b) kann man ihn an Kunden verkaufen, wenn man das möchte.

BTCC
Die britische Serie hat ihren ersten Auftritt auf dem nicht umgebauten, aber wieder eröffneten Kurs in Donington. Nachdem man den schon begonnen Umbau der Strecke nicht weiter geführt hat, wird es interessant zu sehen, was genau man alles sinnlos abgerissen und neu- bzw. nicht gebaut hat. Gefahren wird auf jeden Fall auf der “großen” Schleife, also nimmt man den Haken mit der Haarnadel mit. Die Strecke ist sehr schnell und dürfte die Chevys, die Ford und die BMW bevorzugen. Trotz der Einbremsung geht der Fiesta immer noch wie die Hölle, die Hochgeschwindigkeitspassagen sollten Onslow-Cole und Chilton also liegen. Dennoch sehe ich den Cruze vorne, der hier einfach das beste Paket haben sollte. Schwer wird es für Honda, denen es trotz des neuen Motors etwas an Topspeed fehlt. Matt Neal und Gordon Shedden werden versuchen, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

In der Meisterschaft liegt zwar weiter Plato vorne, aber sein Vorsprung ist dünn.

Jason Plato 202
Matt Neal 182
Tom Onslow-Cole 178
Gordon Shedden 169

Shedden wird für Neal fahren müssen, Chilton für Onslow-Cole, was eine kleine Überraschung ist, da man Cole nicht so stark erwartet hatte. Da es die vorletzte Station im Kalender ist, darf man ein wildes Wochenende erwarten. Wie üblich werden die Auseinandersetzungen bei den Wasserträgern bei den letzten Rennen immer etwas heftiger. Aus den Augen lassen sollte man auch nicht die BMW, die in Donington den ein oder anderen Meisterschaftsfavoriten ärgern könnten.

Die BTCC hat erste Zeichnungen des neuen NGTC gezeigt. Bilder gibt es weiter unten.

WTCC
Die Herren der WTCC sind auf der lahmen Strecke von Valencia, die bisher wenig gute Rennen für die Tourenwagen gebracht hat. Warum man nicht mal woanders vor leeren Tribünen fährt, ist auch eines der vielen Rätsel der Meisterschaft. Für Seat ist es das Heimrennen, also dürften die sehr angrifflustig sein, zumal Tarquini nach seinem rabenschwarzen Wochenende in Oschersleben dringend Punkte braucht, wenn er Yvan Muller noch abfangen möchte. BMW, die ja überraschenderweise auch noch richtig große Chancen auf den Titel haben, sollte man auch nicht unterschätzen. Ich bin wirklich angetan, was die Mannschaft um Bart Mampaey da leistet, denn das Konzept des 320si ist ja nun nicht mehr gerade auf dem neusten Stand, die Probleme mit dem Topspeed und der Leistung des Motors sind bekannt. Umso erstaunlicher, dass sie immer noch im Rennen sind.

Hinter den Kulissen geht es im Moment darum, wer 2011 als Werksteam mit dabei ist. BMW liefert auf jeden Fall einen Motor und ein Umbaukit für interessierte Kunden, aber die Entscheidung über einen Werkseinsatz steht noch aus (siehe DTM). Seat wird angeblich das diesjährige, ziemlich alberne Spiel um den “Nicht-Werkseinsatz, der doch einer ist” beenden und wieder als Marke auftreten. Der VW-Konzern hat großes Interesse daran den neuen 1.6 Liter Motor in möglichst vielen Rennserien einzusetzen. Mit Skoda macht man das ja in der WRC, andere Serien sollen folgen. Die Marke Seat braucht den Renneinsatz eher, als VW, auch wenn dort auch noch nichts offiziell beschlossen ist, da man ja die gesamte Motorsportkoordination durch den Ankauf von Porsche neu sortiert. Klar ist aber, dass VW mehr denn je in den Motorsport investieren wird.

Sie Veranstalter hoffen, dass auch Nissan und Toyota spätestens 2012 in die Weltmeisterschaft einsteigen. Sicher ist man sich aber offenbar nicht, denn man hat mittlerweile klar gemacht, dass man 2011 noch mit dem alten Motor in der Serie starten darf, da man wohl Angst hat, dass man etliche Privatteams verlieren könnte und das Feld dann zu sehr ausdünnt.

Ich weiß nicht so recht, was ich vom Rennen erwarten soll. Die Strecke ist wie erwähnt nicht sonderlich toll in Sachen Überholen, auch wenn sie fahrerisch anspruchsvoll ist, was eine schnelle Runde angeht. Chevy scheint, wie in der BTCC, das beste Paket zu haben, also dürften die mit zwei Wagen vorne sein. Rob Huff muss in Valencia 10 Plätze nach hinten, wegen seines Startchrash mit Farfus und weil er im zweiten Rennen einen Seat von der Strecke geschoben hat. Ich hoffe, in Valencia sind wieder vernünftige Rennkommissare dabei.

Formelserien
Da der Kollege Vorsicht im Urlaub weilt und ich wenig Zeit habe, nur eine Kurzfassung in Form von News

- Pastor Maldonado ist GP2 Meister, was ja zu erwarten war. Überzeugt hat er mich nicht, die Saison war eh komisch. “Wunderkind” Jules Bianchi ging total unter und musste sich regelmäßig von seinem Teamkollegen Sam Bird demütigen lassen. Maldonado ist jetzt auch nicht gerade ein Riesentalent, vermutlich wird man ihn so schnell nicht in der Formel Eins sehen.

- Die mit Abstand beste Szene in Monza lieferte Christian Vietoris beim Start zum zweiten Rennen, als er aus der dritten Reihe startend alles und jeden hinter sich ließ.

Sowas sieht man ja auch eher selten. Vietoris hat auch eine eher maue Saison hinter sich, wird im nächsten Jahr mit ART oder Addax in Verbindung gebracht.

- In der GP3 ist Esteban Gutiérrez Meister. Der als das größte Talent aus Mexico seit den Rodríguez-Brüdern beschriebene neunzehnjährige hatte die Saison mit 5 Siegen und vier weiteren Podiumsplätzen relativ locker im Griff. Und das, obwohl das Starterfeld mit Rossi, Wickens, Jakes, Tambay oder van der Zande durchaus gut besetzt war. Logischerweise steigt er nun eine Klasse auf und wird vermutlich weiter für ART fahren.

- Am Wochenende steigt auch das Finale der Formel 2. Die Meisterschaft hat Dean “the new Mansell” Stoneman eigentlich relativ sicher in der Tasche. Joylon Palmer hat vor allem das letzte Rennen in Oschersleben komplett versemmelt und liegt nun 31 Punkte hinter Stoneman. Da an einem Wochenende theoretisch 50 Punkte zu holen sind, hat er aber noch eine Chance. Da Stoneman aber in diesem Jahr so gut wie keine Fehler gemacht hat, dürfte es schwer werden, ihn noch abzufangen. Er machte auch insgesamt das ganze Jahr den etwas aggressiveren Eindruck.

- Die F3 Euro Serie startet am Wochenende auch in Oschersleben. Hier führt Edoardo Mortara mit satten 24 Punkten Vorsprung vor Marco Wittman. Da man an einem Rennwochenende maximal 17 Punkte erreichen kann, ist das Italiener also fast durch. Natürlich kann man schnell einen Totalausfall haben, wenn man im ersten Rennen ausfällt und im zweiten Rennen von hinten starten muss. Aber von “hinten” bedeutet bei dem kleinen Starterfeld ja nur Platz 12, da hat man noch Chancen auf Punkte, wenn es gut läuft. Mortara kann am Wochenende aber mit ein wenig Glück die Meisterschaft schon für sich entscheiden.
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September 06 2010

06:16

BTCC, DTM, WTCC: Analyse Knockhill, Brands Hatch & Oschersleben

Erstaunliche ruhige Rennen der BTCC in einem trockenen Knockhill, erwartete Langeweile bei der DTM und viel Chaos bei der WTCC in Oschersleben.

Es war schon vorher klar, dass die 98 Runden der DTM in Brands Hatch nicht gerade zu den Leckerbissen gehören würde. Fahrer und Wagen sind einfach zu identisch gut, als dass man auf der kurzen Strecke wirklich überholen konnte. Allein Paul di Resta fuhr am gesamten Wochenende in einer völlig eigenen Liga und ließ den Rest der Welt um bis zu 5 Zehntel hinter sich. Wenn man bedenkt, dass der Abstand zwischen Platz 3 und 11 5 Zehntel beträgt, kann man erkenne, wie überlegen di Resta war. Dementsprechend tat sich in Sachen Spitzenkampf wirklich gar nichts, nach dem der Start erfolgt war. Der sorgte auch dafür, das Audi seinen letzten Titelkandidaten in diesem Jahr abschreiben musste. Womit dann klar ist, dass man den Titel nicht mehr verteidigen kann.

Wer keine Lust zu lesen hat: Kollege Basic-Groove war in Oschersleben beim WTCC Rennen und hat jede Menge Fotos mitgebracht!


Im Startgetümmel waren sich Ralf Schumacher und Mattias Ekström ins Gehege gekommen. Schumacher berührte unglücklich die linke Hinterachse des Schweden, dessen Aufhängung sich verabschiedete. Die Berührung war wirklich minimal, umso erstaunlicher, dass die Aufhängung sofort nachgab. Den Rest erledigte Susie Stottard, die Ekström abräumte als er hinter der Kuppe des Paddock Hill Bend auf der Ideallinie rumschlich. Ekström meinte nach dem Rennen auch, dass die DTM-Wagen wegen ihrer extremen Bausweise einfach zu empfindlich seinen. Für Schumacher war das Rennen nicht sehr viel später beendet, als er durchs Kiesbett rumpelte und seiner Aufhängung offenbar ebenfalls den Rest gab.

Nachdem das aussortiert war, tat sich eigentlich nicht mehr viel. Timo Scheider versuchte auf Platz 3 liegend, den vor ihn fahrenden Spengler mittels besserer Boxenstrategie unter Druck zu setzen, was beim zweiten Stopp auch fast gelang. Scheider fehlten vielleicht 1 oder 2 Zehntel und er wäre durch gewesen. Da konnte man erahnen, wie hart auf der Strecke gefahren wurde, wie sehr die Fahrer um jeden Meter kämpfen mussten.

Mal wieder ein gutes Rennen lieferte der Spanier Molina. Von Platz 8 ins Rennen gegangen, fiel er nach dem Start auf Platz 10 zurück. Doch sein Team setzte einfach darauf, dass zwei sehr lange Stints helfen könnten, so lange die Reifen mitmachen. Da der Audi mit den Reifen etwas schonender umgeht, gelang Molina das Kunststück am Ende sogar einen neuen Rundenrekord für die DTM aufzustellen. So rutschte er von Platz 10 auf Platz 4 (!), den er bis ins Ziel halten konnte. Was der Nachwuchsfahrer abliefert, ist wirklich beachtenswert. Meist ist er fehlerlos unterwegs und kämpft um Punkte. Er ist definitiv ein Mann für einen aktuellen Wagen, sollte Ekström sich Richtung NASCAR verabschieden.

Paul di Resta gewann am Ende völlig ungefährdet vor Spengler, der unauffällig unterwegs war und Scheider, der seinen Aufwärtstrend bestätigte. Weil Paffett hinter Molina ins Ziel kam, verlor er wichtige Punkte auf seine beiden Mercedes-Kollegen. Spengler führt zwar noch, aber sein Vorsprung ist vor den letzten vier Rennen auf schmale 9 Punkte zusammen geschmolzen. Stand im Moment:

Spengler 52
di Resta 43
Paffett 39
Scheider 29
Ekström 28

BTCC
Erstaunlich gesittet ging es zumindest in den ersten beiden Rennen der BTCC zu. Vielleicht war man auch einfach so erschrocken, dass es in Knockhill trocken war. Klar war, dass die beiden Hondas das Tempo vorgeben würden. Sie sind auf der eher engen Strecke in Knockhill wendiger und seit Silverstone hat man auch einen neuen, stärkeren Motor unter der Haube. Um so erstaunlicher war es, dass der junge Alex MacDowell sich die Pole im Chevy Cruze sichern konnte. Doch im Rennen konnten die Honda zurückschlagen.

Rennen 1
MacDowell konnte seine Pole nicht umsetzten. Ein bisschen zu viel Wheelspin am Start und schon war Shedden vorbei. In Turn 1 reihte sich der junge Cruze Pilot etwas zu optimistisch hinter Shedden ein und berührt ihn im Heck. Shedden stand fast komplett quer, rettete den Wagen aber irgendwie und blieb vorne. Dahinter reihten sich Neal und Plato ein, der im ersten Rennen den Speed seines Teamkollegen nicht mit gehen konnte. Um ihn herum ballten sich aber die Kollegen, die ihn massiv unter Druck setzten. Onslow-Cole versuchte sich als erster an Plato, der ihn aber abtropfen ließ. Nutzniesser der Aktion war Steven Kane mit seinem BMW, der an beiden vor ging und sich sofort von Plato absetzen konnte. Auch dahinter gab es viele gute Zweikämpfe, die meist fair blieben. Nur Rob Collard stand plötzlich in den Reifenstapeln, wie das passiert ist, haben die Kameras aber nicht aufgelöst. Vorne tat sich zunächst aber relativ wenig. Shedden hatte sich um 2 Sekunden abgesetzt, MacDowell war ein gutes Stück vor Matt Neal, der es ruhig angehen ließ. Dann hatte irgendjemand eine ein riesiges Werbebanner mitgenommen und in der Weir-Chicane abgelegt. Ein Safety Car war die Folge, was für Neal Folgen haben sollte. Denn beim Restart war Steven Kane plötzlich hinter ihm, der ihn dann eine Runde später auch in der Hairpin stellte und überholen konnte. Am Ende gewann Shedden vor MacDowell, Kane, Neal, Chilton, Plato, Cole, O’Neill, Jordon und Jackson. Für BTCC und Knockhill Verhältnisse war es ein eher ruhiges Rennen.

Rennen 2
Es ging schon mal damit los, dass MacDowell den Start versaut und weit zurückfällt. Im Hinterfeld dreht sich Pinkney, der gleich noch Rob Collard mitnimmt. Beide raus, die Marshalls legten eine kleine Slapstick-Nummer ein. Erst schieben sie Collards Wagen noch in die Reifenstapel, dann bekommen sie Pinkneys Wagen nicht weg. Nach dem Restart schnappt sich Matt Neal den Führenden Gordon Shedden, in dem er seinen Bremspunkt jenseits von Gut und Böse legt und sich in der Haipin vorbei drückt. Obwohl Shedden das Platzierungsgewicht aus Lauf 1 mit sich rumschleppt, kann sich Neal aber nicht absetzten. Vorne bildet sich dann schnell ein schöner Zug aus 5 Wagen mit Neal, Shedden, Kane, Chilton und Plato, der sich zurückhält und offenbar lange die Reifen schonen wollte. Zwar schenkte man sich nichts vorne, aber es passierte bis kurz vor Schluss nichts. Erst in den letzten 4 Runden kam wieder Schwung in die Bude, als Plato den Ford von Chilton in der Hairpin aus dem Weg schob und vorbei ging. Zwei Runden später machte er ein ähnliches Manöver mit Steven Kane, der sich gleich auch noch mit Chilton auseinandersetzen musste. Der schnelle Ford setzte sich in Turn 1 neben den BMW und natürlich wollte keiner nachgeben. Kane hatte das schlechtere Ende auf seiner Seite und drehte sich raus. Leider nahm er dabei auch noch Paul O’Neill mit, der weit zurück fiel. Neal gewann dann vor Shedden und Plato, der seinen Vorsprung in der Meisterschaft halten konnte. Zwar ein netter Kampf an der Spitze, aber ansonsten relativ wenig Bewegung im Feld.

Rennen 3
Nachdem die beiden ersten Rennen ja für BTCC Verhältnisse eher ruhig waren, sollte das dritte Rennen dann schon etwas ruppiger werden. Die Auslosung des Reverse Grids hatte Cole auf die Pole geschoben, hinter ihm lauerten aber mit Kane und Jackson gleich zwei BMWs, deren Hinterradantrieb am Start besser sein sollte. Pechvogel war aber Kane, der seinen BMW noch vor dem Start mit einer defekten Antriebswelle abstellen musste. Onslow-Cole konnte sich am Start knapp gegen Mat Jackson durchsetzen, der allerdings von hinten drängelte. Plato schnappte sich Shedden und war plözlich auf Platz drei. In der zweiten Runde versuchte Jackson in der Schikane an Cole vorbei zu gehen, was ihn allerdings ins Gras beförderte. Das halbe Feld zog an ihm vorbei und mit dem Hals von der Größe eines Baumstamms machte er sich auf die Verfolgung.
Vorne blieb es lange ruhig, auch ein Restart, nachdem Pinckney seinen Wagen mal wieder versenkt hatte, änderte nichts an der Reihenfolge. Plato blieb an Cole dran, machte aber erst mal nichts. Andrew Jordan war sicherer Dritter, und fuhr mit einem Respektabstand hinter den beiden Führenden her. Hinter ihm gab es eine Lücke, weil James Nash im Triple 8 Wagen Matt Neal und den Rest aufhielt. In den letzten Runden wurde es allerdings noch mal richtig hektisch.
Plato erhöhte massiv den Druck auf Cole. Dreimal versuchte er in der Hairpin eine weitere Linie um mehr Schwung auf der Geraden zu haben, jedesmal spielte Cole die überlegene Beschleunigung des Focus aus und ließ Plato stehen. Erst beim vierten Mal konnte sich Plato neben ihn setzten und setzte sich in Turn 1 auf der besseren Linie durch. Das Manöver erlaubte Jordan näher zu kommen, der seinen Wagen aber mit Übermut in die Wiese warf und weit zurückfiel. Matt Neal hatte mittlerweile James Nash aus dem Weg geräumt und klebte an Onslow-Cole, aber der rettete sich mit knappen Vorsprung ins Ziel.

Ein sehenswertes Rennen, mit einem nicht ganz erwarteten Sieger. Plato Sieg ist Gold wert, denn in der Meisterschaft bedeutet dies 20 Punkte Vorsprung. Das ist zwar noch zu wenig, da noch zwei Rennwochenenden kommen, aber ein besser als nichts ist es in jedem Fall.

WTCC
Kaum zu glauben, aber BMW ist mit dem schon fast altersschwachen 320si dank eines gut aufgelegten Andy Priaulx wieder mittendrin in der Meisterschaft. Das tut nicht nur der WTCC gut, sondern offenbar auch BMW. Zwar hat man sich noch nicht entschieden, ob man 2011 als Werksteam unterwegs sein will, dafür gab man aber bekannt, dass man für alle BMW-Teams ein Upgrade-Kit auf die neuen Regeln für 2011 bereithalten will. So können alle den neuen 1.6 Liter Turbomotor von BMW erwerben und die nötigen Umbau-Kits gibt es auch. BMW wird also in jedem Fall vertreten sein, selbst wenn man nicht als Werk unterwegs ist, wird man vermutlich eines der “Haus und Hof Teams” unterstützen.

Beide Rennen in Oschersleben waren sehr abwechslungsreich und sehenswert.

Rennen 1
Wie üblich brachte die Startphase in Oschersleben jede Menge Trubel. Farfus, der etwas überraschend die Pole geholt hatte, kam gut weg, deckte die Innenlinie ab und wollte als erster in Führung gehen. Doch von hinten drückten Rob Huff und Yvan Muller. Der Franzose schob Huff an, Huff denn den BMW von Farfus, der wieder weit raus geschoben wurde. Was zu Folge hatte, dass die beiden Chevys in Führung langen. Im Startgetümmel muss Tarquini dann auch eine Berührung gehabt haben, jedenfalls humpelte der Seat kurz um die Strecke. Etwas unfair stellte Tarquini den Wagen nicht am Streckenrand ab, sondern mitten auf die Ideallinie nach der Schikane. Man wollte offenbar eine SC-Phase erzwingen. Die Rennleitung ließ sich nicht ärgern, und man räumte das Auto unter einer lokalen Gelbphase weg. Das war ziemlich gefährlich, aber auch extrem unsportlich von Tarquini.
In der Zwischenzeit hatte sich die Rennleitung auch noch mal den Start angesehen und war zum Schluss gekommen, dass Rob Huff wohl absichtlich gehandelt hatte, als er Farfus bedrängte. Man verhängte eine Durchfahrtstrafe, die Huff allerdings nicht antrat. Was verständlich war, denn das, was am Start passierte, war halt das übliche Tourenwagengemetzel. Zu dem kann auch keiner sagen, ob Farfus nicht etwas zu früh gebremst hatte, weil er ganz innen, auf der dreckigen Spur war. Weil Chevy Huff draussen ließ und mit der Rennleitung diskutierte, kam es dann, wie es kommen musste: Huff wurde mit einer schwarzen Flagge rein geholt.
Nutzniesser von allem war Yvan Muller. Tarquini draussen, Priaulx, der ein zähes Rennen hatte, nur auf Platz 6, Huff disqualifiziert. Das gab satte Punkte. Am Ende gewann mal wieder Menu vor Farfus, Muller, Coronel, Monteiro, Priaulx, Nykjaer, Michelisz, der damit für Rennen 2 auf der Pole stand.

Rennen 2
Am Start schoss Priaulx aus der zweiten Reihe an beiden Seats vorbei. Fast konnte man meinen, dass der Brite einen Frühstart hingelegt hat, aber offenbar kamen beide Seat mit ihrem Frontantrieb einfach nicht weg. Nach der ersten Runde und nachdem alle Rangeleien durch waren, führte Prilaux vor Michelisz, Nykjaer, Monteiro, Farfus, Menu, Coronel, Poulsen. Von Yvan Muller war zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen. Tiago Monteiro dagegen war offenbar auf einer ganz besonderen Mission. Erst schubste er Markenkollegen Nykjaer aus dem Weg, ein paar Runden später rüpelte er sich am ebenfalls einen Seat fahrenden Michelisz vorbei. Die Rennleitung war ob der robusten Fahrweise des Portugiesen nicht erfreut und schickte ihn einmal durch die Boxengasse. Der bedauernswerte Michelisz fiel im Laufe des Rennens auch noch Rob Huff und Gabriele Tarquini zum Opfer und kam ohne Punkte ins Ziel. Das Seat-Chaos half vor allem Yvan Muller, der sich aus allem raushielt und am Ende Dritter werden konnte. Auch Farfus profitierte und eroberte den zweiten Platz Nykjear schaffte es immerhin nach der Attacke von Monteiro auf Platz vier. Vorne fuhr aber Priaulx einem ungefährdeten Sieg entgegen, der zweite Platz von Farfus erfreute BMW dann doppelt.

Allerdings – die Rennleitung hatte angekündigt, dass man sich das ein oder andere Manöver aus Rennen Eins und Zwei noch mal genau anschauen wollte. Bisher habe ich aber nichts in Sachen Strafen gehört. Wenn sich was ändert, trage ich es nach.
DTM_BrandsH_2010_6 BTCC_Knockhill_2010_1 BTCC_Knockhill_2010_2 BTCC_Knockhill_2010_3 BTCC_Knockhill_2010_4 BTCC_Knockhill_2010_5 BTCC_Knockhill_2010_6 BTCC_Knockhill_2010_7 BTCC_Knockhill_2010_8 DTM_BrandsH_2010_1 DTM_BrandsH_2010_2 DTM_BrandsH_2010_3 DTM_BrandsH_2010_4 DTM_BrandsH_2010_5 WTCC_Oschersleben_2010_1 WTCC_Oschersleben_2010_2 WTCC_Oschersleben_2010_3 WTCC_Oschersleben_2010_4 WTCC_Oschersleben_2010_5 WTCC_Oschersleben_2010_6

September 03 2010

15:54

BTCC, DTM, WTCC: Vorschau Knockhill, Brands Hatch & Oschersleben

Ganz schön viel Tourenwagensport am Wochenende, der natürlich auch fast zeitgleich stattfindet. Aber immerhin weiß man ja, wo es spannend wird.

Ich muss die Vorschau diese Woche etwas kürzer halten, deswegen gibt es heute nur eine Art Schnelldurchlauf. Die DTM verbringt ein Wochenende auf den britischen Inseln, genauer gesagt in Brands Hatch. Dort fährt man den Indy Kurs, also die winzige Schleife, die der Aussage “…im Kreis fahren…” ihre Bedeutung gibt. Das man nicht die GP-Schleife nimmt, ist verständlich. Die DTM Wagen sind recht flott mit ihrem V8 und nach den Unfällen der letzten Zeit sollte klar sein, dass Brands Hatch ein echtes Sicherheitsproblem hat. Auf der anderen Seite – warum muss man ausgerechnet in Brands Hatch fahren? Donington hatte man ja mal im Programm, Silverstone wäre mit den DTM-Wagen auch mal interessant. Der Vorteil von Brands Hatch besteht eigentlich nur darin, dass sich die Zuschauer auf der Ministrecke nicht verlaufen und die Tribünen selbst bei 15.000 Besucher schön voll aussehen.


Auf der sportlichen Seite gibt es wenig zu berichten. Die Regeln für 2012 sind immer noch nicht gesichtet, allerdings hat sich angeblich Nissan bei der ITR gemeldet, die sich einen Einstieg in die Serie vorstellen können. Aber das konnten ja in den letzten Jahren auch schon Citroen und Lexus. Seitens BMW hat man nichts mehr gehört, was ja auch ein gutes Zeichen sein kann. Zudem hat die DTM beschlossen (Wir hatten es schon in den News), das Rennen in Hockenheim auf einer verkürzten Version der Strecke zu starten. Man biegt nach noch nicht mal der Hälfte der Parabolica rechts ab in Richtung der Mercedes Arena. Womit man der Strecke dann auch die letzte Überholmöglichkeit und Mutkurve genommen hat.

Egal – in Brands Hatch wird es darum gehen, ob Audi mit Ekström die letzte Chance auf den Titel noch halten kann. Eigentlich gehen die Audis auf dem Kurs in den letzten Jahren immer etwas besser, aber in diesem Jahr scheinen die Mercedes, trotz Entwicklungstopp, etwas gefunden zu haben. Ich vermute, dass sich die Armada aus Paffett, di Resta und Spengler in England weiter von Audi wird absetzen können. Spengler, der in Zandvoort ein zähes Wochenende hatte, könnte einen großen Schritt Richtung Meisterschaft machen. Mercedes ist der Titel wohl eh nicht mehr zu nehmen, das wird Norbert Haug reichen. Aber der hat ja auch andere Baustellen, auf denen es brennt.

WTCC
Beatin’ and bangin’ in Oschersleben. Die Tourenwagenweltmeisterschaft macht Halt auf dem Kartkurs engen Kurs nahe Magdeburg und wenn ich das richtig gelesen habe, sind ja einige Leser auch vor Ort. Oschersleben ist keine schlechte Strecke für die WTCC. Eng, ja, aber fahrerisch sehr fordernd und daher interessant zu sehen. Der irrsinnige 90 Grad Knick am Ende der Start/Zielgeraden sieht zwar dämlich aus, erfüllt aber seinen Zweck in Sachen Überholmöglichkeit. Da man ansonsten nicht überholen kann, werden die Herren wohl wieder mal die Brechstange rausholen müssen, was man mitunter ja gerne macht.

In der Meisterschaft liegen Muller mit 199, Tarquini mit 194 und der von mir schon mehrfach abgeschriebene Priaulx mit 183 Punkten immer noch ziemlich gleich auf. Da nach Oschersleben nur noch drei Wochenenden folgen, wird es also langsam eng. Für Chevy wäre der Gewinn der WM natürlich extrem wichtig und zu gönnen wäre es ihnen auch. Ein bisschen eng wird die Luft bei den Herstellern. Chevy macht 2011 auf jeden Fall weiter, Seat ist mehr oder weniger weg, das hängt aber noch von Entscheidungen des VW-Konzerns ab, die gerade das gesamte Motorsportprogramm neu sortieren. BMW ist unentschlossen. Man hat zwar den Weltmotor, ob man allerdings als Werksteam weiter macht, ist noch nicht klar. Hier hängt es an der Entscheidung, ob das mit der DTM nun klappt und ob man die WTCC oder die GT Entwicklung stoppt.

BTCC
In der Reihe “Aberwitzige Strecke, aber doch ganz lustig” steht der Kurs von Knockhill in Schottland ziemlich weit oben. Mitten in die Highlands gebaut, handelt es sich, ganz offiziell, um das schottische Motorsportzentrum. Die gerade 2.1 Kilometer lange Strecke wurde erst 1974 gebaut, obwohl sie älter wirkt. Das liegt wohl daran, dass man für die Strecke alte Landstrassen zusammengelegt, bzw. verbunden hat. Knockhill ist zwar kurz, hat aber alles, was eine gute Rennstrecke braucht: Enge, blinde Kurven, eine lange Gerade und viel Höhenunterschiede. Da sieht man mal, was man auf 2 Kilometer so alles hinbekommen kann, Herr Tielke. Dazu kommt natürlich der Regen, der auch für Sonntag angekündigt ist. Meist ähneln die Rennen in Knockhill dann einem kleinen Schlachtfest.

Ganz besonders freut sich Honda auf das Wochenende. Der Civic dürfte in Schottland wegen seines kurzen Radstandes richtig gut gehen, dazu kommt, dass man den neuen Motor, der seit Silverstone im Wagen steckt, wieder mit dabei hat. Daher gehören Shedden und Neal zu den Top-Favoriten des Wochenendes. Wenn ihnen denn die Focus nicht einen Strich durch die Rechnung machen. Der Focus ist ebenfalls recht wendig, dazu kommt der bärenstarke LPG-Turbomotor, der auf der Berg/Tal Bahn in Knockhill ein großer Vorteil sein sollte. Daher sehen einige britische Kollegen schon die Möglichkeit, das Onslow-Cole am Wochenende die Führung in der Meisterschaft übernehmen könnte. Möglich wäre das, aber in Sachen Abstimmung und Kurven hat mich der Focus in diesem Jahr noch nicht überzeugt. Daher würde ich eher auf Honda setzen.

Jason Plato weiß, dass er am Wochenende nur Schadensbegrenzung betreiben kann. Der Cruze ist für die enge Strecke etwas schwerfällig und hat noch nicht mal den Vorteil eines Heckantriebes. Es wäre sehr überraschend, wenn Plato den Chevy nach vorne wuchten kann. Viel wird von der Quali abhängen, wenn Plato sich wenigstens hinter oder zwischen die Ford und Honda schieben kann, wird es einigermaßen gehen. Wird er von einem Privatier oder BMW verdrängt, wird man Plato bis nach Deutschland fluchen hören. Allerding sieht sein Vorsprung in der Meisterschaft so schlecht nicht aus. Er führt mit 171 Punkten vor Cole, der 157 Punkte hat. Dahinter liegen Neal mit 148 und Shedden mit 138. Da nur noch Donington und Brand Hatch folgen, wird die Sache für Honda also langsam eng, was dem Wochenende gleich noch mehr Würze gibt.

Wie immer, wenn drei Tourenwagenserien gleichzeitig unterwegs sind, überschneiden sich die Rennen deutlich. Ohne Stream wird am Wochenende nichts gehen, wenn man alles gleichzeitig sehen möchte. Manchmal empfiehlt sich in so Momenten dann auch, das ein oder andere Rennen aufzunehmen, um es später in Ruhe anzuschauen.

August 23 2010

06:33

BTCC & DTM: Analyse Silverstone & Zandvoort 2010

Ein paar gute Rennen lieferten die Tourenwagen am Wochenende ab. Selbst die DTM musste sich nicht verstecken.

Die BTCC machte in Silverstone Station und befuhr dort die “National” Variante. Die ist jetzt nicht unbedingt zwingend für Tourenwagen geeignet. Es gibt zu wenig Kurven, die Strecke ist mit einer Rundenzeit von 1 Minute jetzt nicht gerade lang, also gibt es auch wenig Möglichkeiten für Action. Dazu kam an diesem Wochenende, dass die Ford auf der schnellen Strecke kaum zu schlagen waren. Der Speedvorteil der mit Gas angetriebenen Fords war schon die gesamte Saison zu sehen, vor allem aber in Snetterton, wo Onslow-Cole und Chilton auf der langen Geraden den Rest des Feldes einfach stehen ließen. In Silverstone legte man in der Quali einen derartigen Speed hin, dass sich die Serien-Verantwortlichen genötigt sahen endlich einzugreifen. Der Airrestrictor wurde verkleinert, der Ladedruck verringert. Gebracht hat es allerdings wenig.



Rennen Eins
Schon im ersten Lauf gab es nichts, was man gegen die eingebremsten Ford machen konnte. Cole und Chilton zogen vorne weg, dahinter reihten sich Plato und MacDowell im Chevrolet Cruze ein. Erwartungsgemäß schwer taten sich beide Hondas mit Matt Neal und Gordon Shedden. Dem Civic fehlt es auf den langen geraden einfach an Leistung, man spricht von 15 bis 20 PS, die beiden fehlen. Zwar passt der Topspeed einigermaßen, aber in Sachen Beschleunigung geht halt nicht so viel, wie man bei den Onboardaufnahmen sehen konnte.
In den ersten Runden tat sich vorne wenig, dann kam Matt Neal so langsam in Schwung machte Druck. Er lag auf dem achten Platz, vor ihm fuhr Steven Kane im BMW, der auch nicht richtig gut unterwegs war. Der Kampf sollte bis zum Ende des Rennens gehen, und erst in der letzten Runde machte Kane einen Fehler und Neal gewann ein paar wichtige Punkte.
Vorne kam es zu einem etwas merkwürdigen Platztausch zwischen dem bis dahin führenden Onslow-Cole und Max Chilton. Dazu muss man sagen, dass Teamorder in der BTCC ausdrücklich nicht verboten sind, aber sie werden aus sportlich/moralischen Gründen nicht gerne gesehen, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Cole gab nach dem Rennen an, er habe sich verschaltet. Nun ja. Das Manöver brachte Plato in Schlagdistanz, der auch kurz an Cole vorbei kam, dann aber auf der Geraden wieder aufgeschnupft wurde. Am Ende gewann Chilton vor Cole, Plato, MacDowell, Jordan, Collard, O Neill, Neal, Kane, Shedden.

Rennen Zwei
Die Ford gingen wieder locker in Führung, aber beide Chevy Piloten kamen schlecht weg. MacDowell fiel auf Platz 9 zurück, Plato musste Andrew Jordan im Honda Integra und Rob Collard im BMW passieren lassen, Matt Neal kurvte auf Platz 7 rum. Lange tat sich nichts im Rennen, was ja in der BTCC eher ungewöhnlich ist. Ein Reifenschaden des unglücklichen Andrew Jordan auf Platz 3 brachte dann aber wieder Bewegung. Nach dem die Ford schon wieder die Plätze getauscht hatten (dies mal gab es keine “Entschuldigung”) gingen deren Vorderreifen langsam den Bach runter. Offenbar frisst das massive Drehmoment des Turbomotors die Reifen etwas schneller auf, als beim Rest des Feldes. Gegen Ende des Rennens kam Rob Collard, der sich lange zurück gehalten hatte, sehr dicht auf und schnappte sich in zwei sehenswerten und typisch britischen Manövern Onslow-Cole. Gleich zweimal setzte er sich Eingangs Luffield neben Cole und schob ihn freundlich, aber bestimmt, zur Seite. Beim ersten Versuch schnappte sich Cole den BMW wieder auf der Geraden, den zweiten Versuch setzte Collard dann in der letzten Runde, was auch gut ging.

Weiter hinten mühte sich Matt Neal weiter ab, nach vorne zu kommen, befand sich allerdings in einem sehr engen Zweikampf mit dem Integra Piloten Paul O’Neill, der nicht einen Millimeter nachgeben wollte. Der Kampf der beiden war spannend, die Plätze wurden oft getauscht. Aber am Ende setzte sich dann Neal sehr knapp durch. Ergebnis: Chilton, Collard, Cole, Plato, Neal, O’Neill, Shedden, Kane, MacDowell, Jackson.

Rennen Drei
Auslosung für den Reverse Grid brachte dann Paul O’Neill auf die Pole, was Matt Neal auf Platz zwei brachte und er damit gute Chancen hatte, ein paar Punkte auf Plato gut zu machen. Doch startete nur einen Rang weiter hinten. Der Start sollte also lustig werden und er wurde es auch. Plato kam besser weg, wurde aber von Neal in Copps umgedreht. Ein paar Meter weiter rutschte Neal aber weit raus und fiel ebenso weit zurück. Hinten war MacDowell am Start stehen geblieben und wurde von Martin Depper im BMW voll getroffen. Das Safety Car musste erst Mal das Feld sortieren. Nach der ersten Runde führte O’Neill vor Onslow-Cole, Chilton, Collard, Kane, Jackson, Neal und Shedden. Plato war nur auf Platz 17.

Den Restart konnte O’Neill knapp für sich entscheiden, aber beide Ford machten jede Menge Druck. Nach zwei hart umkämpften Runden ging Cole dank der besseren Beschleunigung erstmal vorbei. Dahinter prügelten sich Jackson, Neal, Collard und Shedden um den vierten Platz, während Plato nur auf Platz 14 fest hing. Wie üblich gab es dann das normale Hauen und Stechen. Andrew Jordon und Rob Collard kamen sich etwas zu nah und Jordan landete im Kiesbett.

Vorne tat sich zunächst wenig, erstaunlicherweise konnte Chilton den alten Integra nicht überholen, nur Neal und Jackson lagen im Infight. Plato rutschte so langsam in Richtung Punkte und lag in Runde 15 auf Platz 11, und konnte 3 Runden später dann den 10. Platz erobern. Vorne fiel Chilton erstaunlicherweise schrittweise weiter zurück und die Gruppe Jackson, Neal und Shedden klebte an seinem Heck. Jackson probierte es in Brooklands mit einem überraschenden Angriff auf Chilton und schob ihn zur Seite. Dabei fielen Neal und Shedden auch noch über den ondulierten Ford her. Auch Jacksons BMW sah nicht mehr so gut aus, so dass Neal sich in den Windschatten hängen konnte.

In der letzten Runde gaben es sich Neal und Jackson noch mal so richtig. Neal versuchte alles, war aber auch vorsichtig, denn einen Ausfall konnte er sich nach dem schlechten Wochenende nicht leisten. Er schaute in Luffield zwar noch mal rein, aber Jackson blieb vorne. Endergebnis: Cole, O’Neill, Jackson, Neal, Shedden, Chilton, Kane, Nash, Plato, MacDowell.

Damit konnte Ford alle drei Rennen am Wochenende gewinnen. Und der eigentliche Sieger wäre Tom Onslow-Cole gewesen, der ja in den beiden Rennen zuvor Chilton hatte passieren lassen müssen. Da fragt man sich, warum Ford zu dieser Strategie gegriffen haben, denn am Ende haben sie die Ford-Piloten gegenseitig die Punkte weggenommen. Neal konnte zumindest am Ende ein paar Punkte aufholen, die aber zuvor verloren hatte.

Plato bleibt in der Meisterschaft vorne, allerdings hat er jetzt nicht nur mit Matt Neal zu tun, sondern auch mit Tom Onslow-Cole, der auf Platz zwei liegt. Da mit Knockhill ein Kurs folgt, der vor allem die Wagen mit kurzem Radstand liegen sollte, könnte es in der Meisterschaft noch mal richtig eng werden.

Jason Plato – 171 Punkte
Onslow-Cole – 157 Punkte
Matt Neal – 148 Punkte
Gordon Shedden – 138 Punkte
Tom Chilton – 127 Punkte

DTM
Achtung, die ITR vermeldet nach dem Rennen: “Aufgrund von weiteren Untersuchungen an einem Reifen des Fahrzeugs von Audi-Pilot Timo Scheider, wurde das Rennergebnis in Zandvoort nicht offiziell bestätigt und bleibt somit vorläufig. Nach Rennende war an einem Reifen von Scheiders Fahrzeug festgestellt worden, dass der obligatorische Identifikations-Barcode von Serienpartner Dunlop fehlte. Dies ist ein Verstoß gegen das Technische Reglement des DMSB. Der Reifen wird nun von Dunlop eingehend untersucht, um zu prüfen, wie sich der Barcode lösen konnte. Nach Analyse und Auswertung des DMSB erfolgt die Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses in den kommenden Tagen.”

—schnipp—

Der versprochene Regen brach zwar nicht während des Rennens aus, aber das musste auch nicht sein. Die DTM lieferte auch so eines ihrer besseren Rennen in Zandvoort ab, auch wenn sich das nicht unbedingt auf den Kampf an der Spitze bezog. Dort drehten Gary Paffett und Paul di Resta einsam ihre Runden, nachdem Timo Scheider seinen Audi auf der Pole beim Start fast abgewürgt hatte. Das Glück ist dem zweifachen Meister in Holland einfach nicht hold, auch wenn er nach dem Rennen klar sagte, dass der Fehlstart auf seine Kappe geht. Damit war Audi schon nach wenigen Sekunden im Kampf um den Sieg raus, aber es ging vor allem darum, dass man Bruno Spengler möglichst viele Punkte abnehmen konnte, damit Ekström und Scheider in der Meisterschaft ein wenig aufholen konnten. Allerdings ist der Abstand der drei führenden Mercedes Piloten schon so groß, dass eine Titelverteidigung von Audi sehr unwahrscheinlich ist.

Mercedes bemühte sich, Spengler im Rennen zu halten, der auf Platz sechs rumfuhr, sich aber nicht nach vorne orientieren konnte. Stattdessen musste er in den Rückspiegel schauen, wo sich nach einigen Runden wieder Timo Scheider eingefunden hatte. Trotz seines miserablen Starts hatte er eines der schnellsten Autos auf der Strecke und konnte seine Gegner aufschnupfen. An Spengler kam er aber auf normalen Weg nicht vorbei, also beschloss man bei Audi den ersten Boxenstopp von Scheider sehr spät zu legen. Mercedes konzentrierte sich zu sehr auf Spengler und übersah dabei, dass der Audi-Zug bestehend aus Jarvis und Rockenfeller dank einer guten Strategie plötzlich Spengler gefährlich wurde. Nach dem Stopp fand sich der Mercedes Pilot plötzlich mitten im Audi-Gewühl, während Scheider weiter vorne schnellere Zeiten hin legen konnte. Das reichte am Ende sogar, um Ekström zu schlagen, der nicht gerade eines seiner besten Wochenenden hatte. Spengler drehte dann 10 Runden vor Schluss auch noch Rockenfeller in einem optimistischen Überholmanöver um, was überraschenderweise nicht bestraft wurde.

Am Ende gewann Paffett locker vor di Resta und Scheider, der seinen Platz behalten durfte, obwohl der in der Meisterschaft besser platzierte Ekström hinter ihm war. Allerdings hatte die Rennleitung in den letzten Runden Audi auch einen Warnschuss verpasst, als man ankündigte, dass man ein Überholmanöver aus dem Drittel des Rennens zwischen Ekström und Molina wegen mögliche Teamorder untersuchen würde. Scheider, der zwischendrin schon plötzlich eine Sekunde auf Ekström verloren hatte, konnte einen Abstand dann konservieren.

Ein Wort noch zu Molina: der junge Spanier hatte ein sehr gutes Wochenende. Vierter in der Quali, dann lange dritter im Rennen, bis er sich Ekström beugen musste. Scheider ging an Molina auf Grund der besseren Strategie vorbei. Offenbar hat Audi da aber einen richtig guten Neuling an Land gezogen. Wird interessant sein, wie er sich entwickelt.

Bei Audi ist aber nicht alles eitel Sonnenschein. Die Gerüchte um die Abwanderungsgelüste von Ekström in die NASCAR wollen nicht verstummen, egal wie sehr beide Seiten das dementieren. Man muss die Sache aber auch mal etwas kühler sehen. Ekström hat null Oval-Erfahrung, auch wenn er schon einen Test hatte und vermutlich in Richmond fahren wird. Aber wie man bei Montoya oder Ambrose gesehen hat, braucht es mindestens zwei Jahre, bis man einigermaßen vorne dran ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Red Bull dazu Lust hat. Zudem müsste man einen dritten Wagen einsetzen, denn Kahne und Vickers gelten als gesetzt. Wobei hinter Vickers noch ein Fragezeichen steht, nachdem er im Juli am Herzen operiert wurde. Das NASCAR Unterfangen kostet schon so viel Geld, einen dritten Wagen, der durch die Quali muss, wird man wohl eher nicht riskieren. Dazu kommt, dass Audi Ekström mit einem Einsatz in Le Mans ködert, was den Schweden durchaus reizt. Offenbar überlegt man bei Audi auch, wie lange das “Alt-Herren-Team” mit Capello und Kristensen noch schnell genug ist. Ekström wäre da eine gute Ergänzung.

In der DTM Meisterschaft ist es vorne nach dem mauen Rennen von Spengler etwas enger geworden.

Spengler – 44 Punkte
Paffett – 35 Punkte
di Resta – 33 Punkte
Ekström – 28 Punkte
Green – 26 Punkte
Scheider – 23 Punkte

Bei noch fünf ausstehenden Rennen ist noch eine Menge möglich, aber es ist unwahrscheinlich, dass alle drei führenden Mercedes-Fahrer mal gemeinsam ausfallen. Zudem scheint die C-Klasse in diesem Jahr auf allen Strecken deutlich besser zu sein.

BTCC_Silverstone_2010_1 BTCC_Silverstone_2010_2 BTCC_Silverstone_2010_3 BTCC_Silverstone_2010_4 BTCC_Silverstone_2010_5 BTCC_Silverstone_2010_6 BTCC_Silverstone_2010_7 BTCC_Silverstone_2010_8 Motorsports / DTM: race 6, Zandvoort Motorsports / DTM: race 6, Zandvoort Motorsports / DTM: race 6, Zandvoort Motorsports / DTM: race 6, Zandvoort Motorsports / DTM: german touring cars championship 2010 Motorsports / DTM: german touring cars championship 2010 Motorsports / DTM: german touring cars championship 2010

August 19 2010

06:08

DTM & BTCC: Vorschau Zandvoort & Silverstone

Am Wochenende gibt es die DTM und die BTCC mal wieder im Doppelpack. Doch richtig spannend wird es wohl nur in England.

Das mit der Spannung liegt jetzt aber nicht an der DTM alleine. Das Problem ist einfach, dass die Meisterschaft einfach schon klar zu sein scheint. Bruno Spengler hat 16 Punkte Vorsprung auf Jamie Green und 17 Punkte sind es bis zu Paffett und di Resta. Da das alles Markenkollegen sind, wird man sich wohl kaum gegenseitig von der Strecke schieben. Bester Audi-Mann ist Mattias Ekström, der 19 Punkte Rückstand hat. Allerdings – die Saison hat noch sechs Rennen, da kann also eine Menge passieren. Aber es wäre ein kleines Wunder, wenn nicht einer der bekannten Mercedes-Piloten den Titel gewinnen würde.

Oder anders ausgedrückt – es würde der Serie helfen, wenn Ekström noch einen Zwischenspurt hinlegen würde. Sechs Rennen, die letztlich dann so aussehen, dass ein Mercedes den anderen vorne abschirmt, sind dann eher suboptimal für Zuschauer und Fans. Aber damit rechnen muss man wohl. Ekström hat nur eine Chance, wenn er in der Quali unter die ersten vier kommt. Da man mit den Dingern, die in der DTM rumfahren, kaum überholen kann und leichte Anklopfer ja sofort zu hyperventilierenden Rennkommissaren führen, dürfte Ekström an den sehr breiten Mercedes C-Klasse eher nicht vorbei kommen.

Aber immerhin ist man auf einer Strecke unterwegs, die trotz ihrer Enge zwei Überholmöglichkeiten bietet. Zandvoort ist ein kleiner Anachronismus im Kalender der DTM. Eigentlich gehören die dann ja doch recht schnellen DTM-Wagen nicht dorthin. Die Strecke ist zu eng, die Auslaufzonen sind teilweise nicht vorhanden. Abflüge ehen daher meist sehr übel aus. Dafür ist die Strecke schön anzusehen und fahrerisch eine große Herausforderung. Wer Zandvoort schon mal in einer Simulation ausprobiert hat, weiß, wie biestig abfallend die Kurven sind. Dazu kommen die Wellen vor den teilweise sehr harten Anbremszonen und der wenige Platz. Langweilig wird es zumindest den Fahrern nicht.

Neuigkeiten gibt es aus der DTM nur wenige. BMW hat wohl angefangen am Motor für die DTM zu basteln. Vermutlich wird das auch weiterhin ein V8 sein, und davon haben die Münchner ja genug im Regal. Am Wagen selber arbeitet man noch nicht, da es immer noch kein endgültiges Reglement gibt, das BWM abnicken könnte. Die Entscheidung, ob BMW nun wirklich kommt, steht also noch aus.
In Sachen Reglement sickerte aber durch, dass man eine Art US-DTM plant, die 12 Rennen bestreiten soll. Sechs im Rahmen der GrandAm, sechs weitere im Rahmen der NASCAR. Letzteres verwundert dann schon, denn das würde bedeuten, dass die diese US-Variante auf einem Oval fahren würde. Aber warum sollte die NASCAR eine weitere Silhouettenserie als Rahmenprogramm haben wollen? Die keiner kennt? Und wann sollen die fahren? Das klingt nicht wirklich überzeugend.

Das Programm der DTM am Wochenende ist bekannt. Die ARD überträgt Quali und Rennen.

BTCC
Ruhig ist es auch in der BTCC. In Sachen NGTC tut sich im Moment noch nichts, ebenso wenig weiß man, welche Teams 2011 auf das neue Chassis setzen wollen. Immerhin sind die Super2000 Wagen ja noch weiter erlaubt. Am Wochenende ist die Serie erst mal auf der National-Variante von Silverstone unterwegs. Das ist jene, wo man nach Becketts scharf rechts abbiegt auf die ellenlange Gerade, bevor es nach links Richtung Brooklands geht. Spannend ist der Kurs nicht wirklich, aber dafür auch kurz genug, dass das Feld eng zusammen bleibt. Die Streckenvariante ist recht flott, dem Kurs in Thruxton oder Snetterton nicht unähnlich. Von daher dürfte man an diesem Wochenende ein ähnliches Bild wie vor 14 Tagen haben. Die Chevys blasen vorne weg, dahinter kommen die Ford Focus, dazwischen vielleicht ein Airwaves BMW und dann erst die Honda. Jason Plato wird es freuen, dass er wieder einen Strecke hat, die eher dem Cruze liegt. denn der Vorsprung auf Matt Neal und Gordon Shedden beträgt doch schon um die 20 Punkte.

Nach den Rennen in Silverstone kommen allerdings Kurse, die dem Honda liegen sollten. Knockhill ist eins, das letzte Rennen in Brand Hatch auf der Indy-Schleife, dann das andere Rennen. Dazwischen liegt aber noch Donington. Aber erst Mal muss die Honda Truppe das Rennen in Silverstone überstehen. In Snetterton bekam man richtig eins auf die Mütze, auch wenn man das letzte Rennen dann gewinnen konnte. Aber in Rennen 1 und 2 sah man gegen Chevy, Ford und teilweise auch gegen die BMW kaum Land. Es fehlte vor allem an Topspeed, der in Silverstone auch wichtig ist und den man vermutlich in den letzten 14 Tagen nicht massenweise gefunden hat.

Vorne sollte man also Plato auf seinem Cruze erwarten, dahinter der übliche Mix aus Ford und BMW. Letztere haben in Silverstone den Vorteil, dass sie bei den Erfolgsgewichten nicht ganz so heftig beschwert wurden. Das Wetter dürfte aber am Wochenende für Abwechslung sorgen. Es ist zwar kein stetiger Regen angesagt, aber die Schauerwahrscheinlichkeit liegt relativ hoch, so dass es durchaus nass werden kann.

itv4 zeigt mal wieder den gesamten Rennsonntag ab 12.30 Uhr.

August 09 2010

14:05

BTCC & DTM: Analyse Snetterton & Nürburgring

Während die BTCC drei ganz brauchbare Rennen hinlegte, herrschte am Ring leider mal wieder gähnende Langweile.

Eine lange Pause war das, die sich die BTCC genommen hat. Der Grund: man möchte die Saison in diesem Jahr etwas später beenden, statt wie in manchen Jahren Anfang September. Das führte dazu, dass man im Juli eine zweitägige Testsession in Snetterton einlegte, bei dem vor allem die Ford Focus und die Chevrolets richtig schnell waren. Vor dem Wochenende meinte Jason Plato noch, dass man kaum eine Chance gegen die Turbomotoren des Ford haben würde, aber im Rennen sah das alles auch doch etwas anders aus. Richtig mies lief es für Matt Neal, der bisher in der Meisterschaft gut unterwegs war, um so besser waren dafür die BMWs drauf.

Mit den BMW hatte ich in Snetterton nicht gerechnet. Wenn man sieht, wie groß die Probleme in der WTCC sind, kann man den nicht werksunterstützten Teams in England nicht gerade zutrauen, dass die Cruze unter Druck setzen können. Aber genau das gelang Mat Jackson im ersten Rennen fast das gesamte Rennen. Vom Start weg hing der Airwaves BMW im Heck von Plato, der sich nicht absetzen konnte. Weiter hinten ging das Hauen und Stechen los. Tom Chilton im Ford war nach dem Start zwei Plätze zurückgefallen, doch auf den Geraden war der Focus eine Klasse für sich. Er wühlte sich dann schnell auf Platz drei, und ließ die Civics hinter sich ohne allerdings in den Spitzenkampf eingreifen zu können. Dort tat sich bis zum Ende nichts mehr, obwohl man eigentlich damit gerechnet hatte, dass der BMW im Laufe des Rennens den besseren Reifenverschleiß haben würde. Aber Plato, der alte Fuchs, hatte das in sein Rennen mit eingeplant und war reifenschonend unterwegs. Am Ende gelang es ihm sogar, sich von Jackson abzusetzen. Richtig Pech hatte Matt Neal, der eine Runde vor Schluss vorne rechts einen Platten hatte und nicht mal klassifiziert wurde.

Rennen 2 sah dann wieder Jason Plato auf der Pole, der diese auch sofort umsetzte. Trotz der maximalen Gewichtszuladung von 5 Kilo fuhr wieder allen davon. Nicht so gut lief es für Jackson im BMW, der ebenfalls viel Gewicht in Rennen 2 mitnahm. Er verlor seinen zweiten Platz schnell und musste sich den beiden Ford und seinem Teamkollegen Steven Kane geschlagen geben. Mann des Rennens war aber Matt Neal. Der musste von ganz hinten starten, kämpfte sich aber auf Platz 9 vor, was ihm eine gute Ausgangsposition für das letzte Rennen bescherte, weil als Pole der 10. Platz ausgelost wurde.

Dort stand in Rennen 3 dann James Nash im Triple Eight Astra, der das Startduell auch gewinnen konnte. Doch nach wenigen Runden warf er seinen Wagen unbedrängt ins Maisfeld. Naturgemäß ist in der BTCC bei einem reverse Grid jede Menge los. Es wurde hart um jeden Platz gekämpft, die eigentlich als “No-Go-Area” deklarierten Auslaufzonen interessierten auch nicht so wirklich jemanden. Plato biss sich auf Platz 5, aber vorne bestimmten die Honda das Rennen. Erstaunlicherweise war es aber Gordon Shedden und nicht Matt Neal, der sich vorne absetzen konnte. Zwar wäre ein Platztausch angesichts der Meisterschaft möglich gewesen, aber zum einen ist das BTCC zum anderen beharkte sich Neal mit Rob Collard und Tom Chilton, so dass Shedden vorne weg fahren konnte. Collard sah sich den wild blockenden Neal lange an, bis er ihm in der letzten Runde leicht einen ins Heck gab, was der Civic mit einem kleinen Quersteher quittierte. Collard schlüpfte durch und Neal hatte in den letzten Kurven alle Hände voll zu tun, den fair drängelnden Chilton hinter sich zu halten.

Es waren drei gute Rennen der BTCC, auch wenn an der Spitze in allen Läufen vorne wenig passierte. Dafür ging es auf den Plätzen mächtig zur Sache und die Ergebnisse haben zu einem interessanten Meisterschaftsstand geführt.

1. Jason Plato – 151
2. Matt Neal – 131
3. Gordon Shedden – 127
4. Tom Onslow-Cole – 113
5. Steven Kane – 109
6. Mat Jackson – 101

Nach Lage der Dinge sollte sich die Meisterschaft zwischen Plato, Neal und Shedden entscheiden, aber auch Cole hat durchaus noch Chancen. Man kennt ja die BTCC und die verrückten Rennen.

DTM
Das verrückteste beim Rennen der DTM war dann nicht auf der Strecke zu finden. Frankie Cheng musste die größte Überraschung einstecken. Erst wurde er vor der NGK-Schikane abgeschossen, dann, als er die Schikane auf Grund des Rammstoss auslassen musste, bestrafte ihn die Rennleitung, weil die Schikane ausgelassen hatte. Vermutlich rätselt der Chinese immer noch über die Bestrafung. Selbst die beiden Kommentatoren Sohmer und Reuter fiel dazu außer einem gefühlten “WTF?” auch nicht viel ein. Aber man ist so lächerliche Entscheidungen ja gewohnt. Ebenso wie das “Blue Flag”, wenn man nach dem Boxenstopp raus kommt.

Das Rennen selber plätscherte dann leider wie erwartet vor sich hin. Ekström, der die Mercedes in der Quali noch schlagen konnte, versemmelte den Start und musste schon nach wenigen Metern Spengler passieren lassen. Die restliche Mercedes-Meute drängelte dann von hinten und der Schwede verbremste sich vor dem Castrol-S dann so heftig, dass er auf Platz sieben zurückfiel. Damit war das Rennen dann für Audi gelaufen. Einzig Timo Scheider rettet einen vierten Platz ins Ziel.

Überholmanöver waren leider Fehlanzeige, es wurde demzufolge auch wenig gegeneinander gekämpft. Die dauernd über der Strecke drohenden schwarzen Wolken hatten offenbar auch keine Lust, auch wenn die ARD in ihrer Verzweiflung alle 10 Minuten zum Wettermenschen schaltete, der aber auch nicht mehr sagen konnte, als das es bald regnen könnte. Tat es aber nicht. Also segelte Spengler völlig verdient zum Sieg. Paul di Resta und Gary Paffett rundet das gute Ergebnis für Mercedes ab.

Ein gutes, aber ruhiges Rennen hatte auch Ralf Schumacher. Der konnte zwar sein Quali-Ergebis vom Norisring nicht wiederholen, hatte aber einen guten Start und landete am Ende auf Platz sechs. Da ist definitiv ein Aufwärtstrend zu sehen. Richtig gut, aber leider abseits der Kameras, unterwegs, war David Coulthard. Der Schotte einen miserablen Start und kam nach der ersten Runde fast als letzter zurück, wurde am Ende aber zehnter. Das ist angesichts des miesen Starts ein gutes Rennen gewesen.
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August 05 2010

16:12

BTCC: Vorschau Snetterton 2010

Die britische Tourenwagenserie erwacht aus dem Sommerschlaf und startet in Snetterton in die zweite Hälfte der Saison.

Man ist geneigt, einen Seufzer los zu werden: Endlich geht es wieder los. Die BTCC hat sich eine ziemlich lange Sommerpause gegönnt und sich eine Auszeit genommen. Das bedeutet aber nicht, dass man in der Zwischenzeit untätig war. Die Teams haben kräftig getestet, interessanterweise in Snetterton, wo das Rennen am Wochenende statt findet. Die zweitägige Session Mitte Juli sah vor allem einen deutlich verbesserten Chevrolet Cruze, mit dem Jason Plato ja eigentlich die Meisterschaft gewinnen sollte. So hatte man sich das vorgestellt, denn immerhin ist der Cruze in der BTCC baugleich mit jenem, der in der Weltmeisterschaft startet. Was anderes als der Titel in der vermeintlichen kleinen BTCC wäre also eine Enttäuschung. Doch man hatte nicht mit Honda und Ford gerechnet.

Das kleine, aber feine Honda-Werksteam hat in diesem Jahr den Civic endlich ans laufen bekommen. Team Dynamics, die hinter dem Einsatz mit Honda stecken, sind ja auch keine Unbekannten in der BTCC. In den 90er Jahren, als es in der Serie mit Audi, Renault. BMW und anderen Herstellern vorne richtig rund ging, gewann man nicht weniger als dreimal die damalige Independent Trophy, 2005 und 2006 konnte man jeweils den BTCC-Titel holen. Und alle (!) Titel, die das Team in seiner Karriere sammeln konnte, erlangte man mit Matt Neal am Steuer. Man ist also nicht gerade unerfahren im britischen Motorsport.

Dennoch, gegen Ray Mallock und seine RML Group, die den Chevy einsetzen, ist man vergleichsweise klein. RML ist für alle drei Cruze in der WTCC zuständig, den BTCC Einsatz macht man quasi nebenbei und nutzt ihn vor allem als Test für den noch neuen Wagen. Und in beiden Meisterschaften hat es ja etwas gedauert, bis der der Wagen so richtig in Schwung gekommen ist. Mysteriöse Elektronikprobleme und eine harsche Einstufung der BTCC machten Jason Plato die Sache nicht sonderlich leicht. Zu Saisonhalbzeit führt deswegen auch Matt Neal die Tabelle an. Allerdings scheint man bei den Tests etwas gefunden zu haben. Plato zeigte sich jedenfalls sehr zuversichtlich und am letzten Wochenende in Brünn gingen die Cruze ja wirklich gut.

Und dann gibt es da auch noch Ford. Team Aon, die zusammen mit Ford hinter dem Einsatz des mit Gas angetriebenen Focus stecken, ist überraschend stark in dieser Saison. Wobei man sagen muss, dass die BTCC den Werkseinsatz von Ford auch ein wenig unterstützen. Honda und Chevy beklagen sich unisono, dass der Veranstalter es bei der “balance of performance” Einstellung etwas zu nett gemeint hat. Die BTCC bestreitet das, auf der anderen Seite braucht die Serie Ford als Hersteller dringend in der Serie.

Hinter den drei Top-Teams folgen dann die restlichen Rennställe, wobei Team Airwaves mit dem BMW 320si noch am stärksten einzuschätzen ist. Allerdings – BMW unterstützt den BTCC Renneinsatz nicht mehr, und die Probleme, die BMW in der WTCC hat, kann man auch im britischen Pendant sehen. Vor allem in Sachen Leistung ist man nicht mehr so ganz auf der Höhe der Zeit.

Und Leistung braucht man in Snetterton jede Menge. Der ehemalige Flugplatz besteht vor allem aus einer sehr langen Geraden und einer fast durchgehenden langen Rechts. Topspeed ist hier gefragt, aber auch eine gute Beschleunigung, denn man muss dreimal, aus relativ niedriger Geschwindigkeit beschleunigen. Es gibt zwei Schlüsselstellen: einmal nach “The Esses”, wenn es richtig “Bomb Hole” geht, ein zweites Mal in der Schikane vor Start/Ziel, die auf den Namen “Russel” hört. An beiden Stellen kann gut überholen und man muss sehen, dass man gut rauskommt, sonst verhungert man auf den folgenden Geraden.

Interessant ist auch die erste Kurve nach dem Start, “Riches”. Dort kracht es gerne mal, alledings sind die Auslaufzonen gewaltig. Wenn die Wiese nicht reicht, wartet dahinter immer noch ein Maisfeld, das schon so manchen Wagen komplett verschluckt hat.

Das Wetter am Wochenende gar nicht so schlecht aus. Es soll um die 22 Grad warm werden, einzelne Schauer können aber möglich sein.

Stand in der Meisterschaft:
Matt Neal – 119
Jason Plato – 111
Gordon Shedden – 100
Tom Onslow-Cole – 97
Steven Kane – 92

July 19 2010

08:52

WTCC/F2: Analyse Brands Hatch 2010

Während die WTCC zwei muntere Rennen lieferte, war es bei der Formel 2 doch eher ruhig. Angesichts der schwierigen Strecke war das wohl auch besser so.

Da schimpft man einmal über die Chevy Cruze, und schon legen sie zwei gute Rennen hin. Schon in der Qualifikation belegten die drei Werkspiloten Muller, Huff und Menu die ersten drei Plätze, während die Seat geschlossen die Plätze fünf bis sieben belegten. Sogar der Privatier Michelisz schaffte es auf den achten Platz. Dahinter wartete dann Farfus auf seine Chance. Andy Prilaux musste auf Grund eines Motorwechsels von Platz 16 starten. Und Platz vier? Da stand Colin Turkington und zeigte der FIA, dass das momentande Reglement ein völliger Witz ist. Es gab aber auch noch weitere Aufreger um BMW und Chevy.

Ich hatte in der Vorschau schon auf das Problem hingewiesen, dass einige Privatiers seit neustem mit einem 2008er BMW an Start gehen. Da dieser nicht unter die Gewichts”bestrafung” der FIA fällt, liegt deren Gewicht 75 Kilo niedriger, als bei den aktuellen Fahrzeugen. Dafür muss der Wagen zwar in Sachen Aerodynamik umgebaut werden, aber das scheint, zumindest in Brands Hatch ein kleineres Problem zu sein. Weil Turkington in einem alten BMW unterwegs war, tobte der amtierende BTCC Meister auf Platz vier in der Quali. Die BWM Werkswagen von RML hatten sich was ähnliches überlegt, allerdings fand die FIA das weniger lustig. Privatteams dürfen das, Werksteams nicht, hieß es mehr oder weniger klar in der Entscheidung der Rennleitung und BMW musste wieder zurückbauen.

Zu Beginn des ersten Rennens zogen die drei Cruze vorne weg, während “Turky” seinen Platz an Gabriele Tarquini verlor. Es sah für einen Moment so aus, als könnte der Seat-Pilot auch die Chevys unter Druck setzen, doch die waren einfach zu stark. Zudem sah Turkington überhaupt nicht ein, den Seat Pilot vorne wegziehen zu lassen. Immerhin war es sein Heimrennen und er sucht dringend nach einem Cockpit für 2011, entweder in der BTCC oder der WTCC. Demtsprechend setzte er den Italiener unter Druck, ging dann aber recht überraschend in Druids vorbei, als ihm Tarquini die Tür sperrangelweit aufmachte.

Weiter hinten wühlte sich Prilaux durchs Feld und schloss recht bald zu Farfus auf. Es wurde eng um Platz 8, der ja für das zweite Rennen die Pole Position bedeutet. Farfus, Prilaux und der Sieger aus Portimao, Tiago Monteiro, balgten sich rundenlang um den Platz, bis es Farfus zu blöd wurde, und er sich an Monteiro vorbeidrückte um den Portugiesen auf Platz neun zu schicken. Der war dann nach dem Rennen wenig beeindruckt und nicht eben glücklich über die Aktion.

Ansonsten tat sich vorne relativ wenig, nur Turkington nagte am Heck am Alan Menu, der plötzlich langsamer zu werden schien. Relativ mühelos holte sich der BTCC-Fahrer den dritten Platz, während Menü scheinbar mit Problemen zurück fiel. Doch das war eine reine taktische Maßnahme, denn Chevy wollte auch im zweiten Rennen einen Cruze in der ersten Reihe haben. Teamchef Neve sprach nach dem Rennen von “Reifenproblemen”, aber die unsportliche Aktion war mehr als deutlich. Und auch ein Problem der Regeln der FIA. In der BTCC gibt es zwar auch einen “reverse grid” im dritten Rennen, aber ab welchem Platz der stattfindet, wird er erst nach dem zweiten Rennen ausgelost. So weiß keiner, ob der sechste oder neunte Platz die Pole für das nächste Rennen bedeutet. Diese einfache Methode sollte die FIA vielleicht dann auch mal übernehmen.

Im zweiten Rennen stand Andy Prilaux auf der Pole, neben ihm Alan Menu, der trotz einer Untersuchung der Rennleitung seinen Platz behalten durfte, dahinter Farfus, dann Tom Coronel und Tarquini. Die erste Reihe startete kollektiv schlecht, so dass sich Farfus an die Spitze setzen konnte. Turkington düpierte beide Seat in dem er einfach zwischen beiden durchfuhr. So weit, so gut, nur führte der falsche BMW, den Farfus ist in der WM schon chancenlos. Prilaux schien auch schneller zu sein, also war ein Platztausch dringend nötig. Aber der Brasilianer suchte sich die denkbar blödeste Stelle aus, und ließ dem Markenkollegen die Tür in Druids auf. Aber nicht nur der Brite, auch Menu sah sich freundlich eingeladen und stach in die Lücke, die Farfus versuchte hektisch zu schliessen. Das Ende war klar: Berührung, Dreher, Tränen. Menü war raus, Farfus stand quer auf der Strecke. Freuen konnte sich erneut Colin Turkington, der es sich auf Platz zwei gemütlich machte und damit die Independent Trophy deutlich gewann.

Weil sich vorne nichts mehr tat, verlagerte sich die Action zu den Privatteams, wo sich Franz Engstler, Tom Boardmann und Mehdi Bennani einen hübschen Kampf lieferten, den der Marokkaner dann beendete, als er Engstler in die Wiese schickte. Kurz darauf steckte Bennani selber im Kies, was zu einer Safety Car Phase führte. Aber auch der Restart änderte vorne nichts mehr, jeder war mit seinen Positionen zufrieden.

Zwei okaye Rennen, zeitweilig unterhaltsam, aber die unschöne Sache mit Menu und die nicht vollziehbaren Gewichtsregelungen machen der WTCC gerade zu schaffen. Aber wie schon erwähnt – es ist das letzte Jahr mit diesen Regeln. Die (bildschönen) Volvo sah man leider nur selten im Bild. In Rennen Eins fuhr Dahlgren um Platz 10 rum, in Rennen 2 konnte er nicht starten. Die leidigen 40 Kilo Mehrgewicht machten dem Schweden zu schaffen, da wird man sich beim chinesischen Inhaber von Volvo einen Einsatz in der WTCC sicher überlegen.

F2
Zwei eher lahme Rennen zeigte die F2 in Brands Hatch. Im ersten Rennen dominierte Dean Stoneman den Lauf nach Belieben. Der Brite nutzte sogar nicht einmal seinen Boost-Button, so viel schneller war er an diesem Wochenende. Weiter hinten mühte sich der bisher führende in der Meisterschaft, Jolyon Palmer, hatte kein gutes Wochenende. Schon in der Quali lief es nicht besonders, er startete nur von Platz 7 und fiel beim Start auch noch einen Platz zurück. Irgendwie hatte er sich beim Setup verhauen, man konnte sehen, dass er untersteuernd in die Kurven einlenkte, und mit mächtigem Übersteuern wieder rauskam. Da war nichts zu holen und er blieb dementsprechend auf Platz 8 hängen. Vorne hatte Stoneman schnell 8 Sekunden Vorsprung heraus gefahren, die er dann nur noch verwaltete. Etwas enger war es um Platz 3, wo Samarin, Bratt und Gladdis sich ein Duell lieferten, aber eine richtige Überholmöglichkeit brachte das niemanden.

In Rennen 2 stand Kazim Vasiliauskas auf der Pole, der diese auch in eine Führung umsetzen konnte. Philipp Eng, der eine zähe Saison hat, konnte Platz zwei verteidigen, stand aber unter Druck von Tom Gladdis, der sich mehrfach neben dem Österreicher zeigte. Dean Stoneman zeigte erneut, dass er mittlerweile richtig gut in Schwung gekommen ist. Er schnupfte die Kollegen reihenweise auf, bis er hinter dem gut gestarteten Palmer lag. Doch der hatte wohl immer noch die Probleme, die ihn Lauf Eins behinderten und Stoneman hing knapp hinter dem Palmer. Eingangs des Paddock Hill Bend kam es dann, wie es kommen musste. Stoneman zog innen rein, Palmer machte zu und die Autos berührten sich. Mit dem schlechteren Ende für Palmer, der von Stoneman in den Kies geschickt wurde und das Rennen aufgeben musste. Obwohl der Wagen von Stoneman sogar kurz in der Luft war, konnte der Brite weiterfahren.
Vorne sah es nach einem ungefährdeten Sieg von Vasiliauskas aus, als dieser seinen F2 Boliden plötzlich in die britische Wiese schickte. Zur eigenen Überraschung nahm Eng die Spitze ein, während der Ex-Spitzenreiter weiter zurückfiel. Es waren wohl Getriebeprobleme, die ihn um den Sieg brachten, jedenfalls musste er das Rennen später aufgeben. Stoneman holte zwar noch auf den zweitplatzierten Gladdis auf, der seinerseits Philipp Eng nicht aus den Augen ließ, aber es passierte nichts mehr und Eng konnte seinen zweiten Saisonsieg einfahren.

Ein bitteres Rennen für Palmer, der seine Führung in der Meisterschaft an Stoneman abgeben musste. Die Saison dürfte noch einiges an Spannung zu bieten haben.

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