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June 26 2013

07:00

BTCC: Analyse Croft 2013

Die Rennen der BTCC in Croft am letzten Wochenende sahen glänzend aufgelegte BMW. Wird aus dem Zweikampf Honda gegen MG nun ein Dreikampf?

hi_10041_b5bdNach der Honda-Dominanz in Thruxton und den wiedererstarkten MG in Oulton Park muss man nun wohl für Croft (fast) perfekte BMW-Festspiele konstatieren. Zwei Siege und ein zweiter Platz für Speerspitze Colin Turkington brachten der West-Surrey-Truppe endlich den erhofften Erfolg mit dem neu entwickelten Fahrzeug. Und obwohl die Strecke in Yorkshire mit ihren klangwollen Kurvennamen wie Clervaux, Sunny In und Sunny Out sowie der langsamsten und engsten Haarnadel im BTCC-Kalender vom Layout her ein gutes Pflaster für Hecktriebler ist, konnte mit dieser Leistung im Vorfeld doch eigentlich niemand so richtig rechnen. Bei aller Euphorie angesichts der gut gehenden BMW sollte nicht vergessen werden, dass sich Matt Neal in Croft rechtzeitig vor Saisonhalbzeit als heißester Meisterschaftskandidat etabliert hat. Konstant gute Platzierungen und ein Sieg im dritten Rennen zeigen, dass Neal genau dann da zu sein scheint, wenn andere straucheln.

Aber bevor es jetzt weiter in die Analyse geht, soll auch hier kurz darauf eingegangen werden, dass natürlich auch das BTCC-Wochenende in Croft nicht von dem tragischen Unfall in Le Mans unberührt blieb. Allan Simonsen war als GT-Profi und Weltenbummler seit 2008 auch regelmäßig in der britischen GT-Serie aktiv und dementsprechend kein Unbekannter in der sehr familiär aufgebauten Motorsportszene in Großbritannien. Entsprechend schockiert und tief betroffen zeigten sich viele Leute im BTCC-Paddock angesichts der schlimmen Nachricht aus Frankreich – sei es in Form zahlreicher Beileidsbekundungen auf Twitter und Co. oder in diversen Interviews rund um die BTCC-Berichterstattung der Rennen in Croft.

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von Wikipedia Commons, Author: Will Pittenger

Croft also, und damit zurück zum motorsportlichen Geschehen. Da ich die Vorschau diesmal nicht geschafft hab, hier noch mal kurz die wichtigsten News im Vorfeld des Croft-Wochenendes: 1. Eine Absage gab es (wieder mal …) von Andy Neate und dessen IP Tech-Racing Team. Nachdem man schon auf das Debüt in Donington und Oulton Park verzichtet hatte, kam auch diesmal wieder eine Absage in letzter Minute wegen nicht auszusortierender technischer Probleme. Man muss sich mittlerweile wirklich fragen, ob wir den NGTC-Chevrolet Cruze noch jemals in einem Rennen sehen werden. Es ist ja schön und gut, dass Neate das Auto perfekt vorbereitet haben will, aber so langsam wird die ganze Sache doch etwas zermürbend. Immerhin hat er ja auch schon schicke Sponsorenaufkleber auf dem Auto, nur fahren tut es halt nicht … 2. Stattdessen neu in der diesjährigen Saison dürfen wir Michael Caine begrüßen, seines Zeichens British GT-Champion 2012 und auch in der BTCC kein Unbekannter. Er pilotiert wie bereits vor der Saison verkündet einen dritten nach NGTC-Reglement aufgebauten Motorbase-Ford Focus an der Seite von Mat Jackson, Aron Smith und S2000-Pilot Liam Griffin. 3. Liam Griffin: Der konnte an diesem Wochenende leider nicht und wurde durch den Youngster Jake Hill ersetzt, der damit in Croft sein Debüt in der BTCC gab.

hi_10043_24bfDie BMW-Vorstellung in Croft begann bereits im Qualifying. Etwas überraschend sicherte sich Colin Turkington da schon die Pole Position in einem Last-Minute-Run. Er profitierte dabei von einer Roten Flagge wegen eines Unfalls von Joe Girling (der dann wegen des zerstörten Autos auch nicht am Rennen teilnehmen konnte) kurz vor Schluss der Session. In den hektischen Schlussminuten setzen zunächst Jason Plato und die Honda von Neal, Shedden und Jordan die Bestzeiten (alle drei landeten am Ende innerhalb von nur 15 Zehntelsekunden), bevor Turkington dann in seiner zweiten gezeiteten Runde die Bestzeit hinlegte. Angesichts dessen, dass Turkington die ersten zehn Minuten des Qualifyings zunächst mit Problemen am Antriebsstrang aussetzen musste, ein mehr als tolles Ergebnis. Die generell gute BMW-Form unterstrich Rob Collard mit Startplatz sechs hinter Plato und den Honda. Komplettiert wurden die Top Ten von Frank Wrathall, Sam Tordoff, Tom Onslow-Cole und Adam Morgan. Bester 2000-Pilot wurde Lea Wood auf Position 22 knapp für BTCC-Debütant Jake Hill. Wenig zu sehen war im Qualifying mal wieder von den Ford. Mat Jackson wurde als bester Motorbase-Fahrer 11., Aron Smith kam nur auf P16, noch einen Platz schlechter als Saisondebütant Michael Caine. Noch schlechter waren (auch mal wieder leider) nur die Audi mit den Plätzen 18 (Austin) und 19 (Bratt).

aHier das komplette Qualifying-Ergebnis.

Zum Start von Rennen eins überraschte die West Surrey-Truppe dann zunächst einmal damit, dass alle BMW geschlossen auf den Soft-Reifen starteten. Überraschend war dies vor allem deshalb, weil die bislang übliche Herangehensweise der vorne in der Startaufstellung platzierten Fahrer war, in den ersten beiden Renne die harten Reifen zu verwenden und den schwer einzuschätzenden weichen Reifensatz erst im dritten Rennen aufzuziehen. Dass die BMW sich ganz gut mit den Softs vertragen, war ja bereits seit Turkingtons recht überlegenem Sieg in Donington klar. Dort setze er sich aber gegen eine mehrheitlich ebenfalls weich bereifte Konkurrenz durch, in Croft starteten die anderen Fahrer rund um die BMW auf harten Reifen. Anscheinend hat man die Einser beim Test vor Croft vor allem in Sachen Reifennutzung weiterentwickelt und neue Aufschlüsse erhalten.

hi_10051_39bdIm Rennen sollte sich diese Herangehensweise jedenfalls nicht zu einem Nachteil erweisen. Beim Start kam Turkington wie erwartet dank Heckantrieb gut weg und bog als Führender in die Rechtskurve von Clervaux. Der Rest seines Rennens gestaltete sich dann langweilig und ist kurz erzählt: Einsam seine Kreise ziehend setzte er seine Pole in einen sauberen Start-Ziel-Sieg mit einem für BTCC-Verhältnisse sehr großen Vorsprung von 9,3 Sekunden um. Dahinter komplettierten die Dynamics-Fahrer Neal und Shedden das Podium. Neal hatte Plato bereits am Start überholt und Shedden hatte es in Runde zwei mit reichlich Lackaustausch vorbei an dem im Rennen wenig überzeugenden MG geschafft.

hi_10057_624bRob Collard als in der Startaufstellung zweitbester BMW kam am Start ebenfalls gut weg und bog Seite an Seite mit Plato in die erste Kurve ein. In der anschließenden Schikane kollidierten beide aber, was den Pechvogel der Saison Collard in einen Dreher brachte und etliche Positionen zurückwarf. Deutlich besser lief es dagegen für den dritten BMW von Nick Foster, der sich zunächst beim Start auf Position acht vorfahren konnte und in der Folge ein furioses Rennen hinlegte. Nacheinander schnappte er sich zunächst Wrathall, Tordoff und Jordan und machte dann ab Rennhalbzeit Jagd auf den Viertplatzierten Plato. In Runde elf war er dann an der Stoßstange des MG angekommen und konnte diesen einige Kurven später in der langgezogenen Hawthorn-Kurve innen überholen. Sofort setzte er sich ab und lag am Ende des Rennens mit weiterhin schnellen Rundenzeiten nur noch rund fünf Sekunden hinter den Honda. Für Gentleman-Driver Foster auf jeden Fall ein tolles Resultat und fast so sensationell wie die Tatsache, dass die BMW über die gesamte Renndistanz konstant gute Rundenzeiten auf den weichen Reifen hinlegten, die meist auch noch schneller waren als die vom Rest des Feldes.

Plato wurde letztendlich geschlagener Fünfter, was angesichts von Startplatz zwei und einem zumindest im Qualifying sehr schnellen Auto sicherlich eine Enttäuschung war. Auf den Rängen sechs und sieben folgten Tordoff und Jordan. Dahinter kam eine bunte, über fast die gesamte Renndistanz bestehende Kampfgruppe, die vor allem von dem nach seinem Dreher nach vorne stürmenden Rob Collard aufgemischt wurde, ins Ziel. Achter und damit bester dieser Gruppe wurde letztendlich Michael Caine in seinem ersten BTCC-Rennen in diesem Jahr gefolgt von Collard, Tom Onslow-Cole, Adam Morgan und Jeff Smith. In der Jack Sears-Trophy gewann überraschend Rookie und Griffin-Ersatzmann Jake Hill im Ford Focus auf Gesamtrang 19.

aHier das komplette Rennergebnis von Lauf 1.

Kurz vorm Start zum zweiten Lauf setzte dann passenderweise erst mal leichter Regen ein. Konstant nass wurde es aber nicht, womit interessante Bedingungen entstanden. Beide MG sowie Michael Caine entschlossen sich kurzfristig auf Regenreifen zu wechseln, während alle anderen auf Slicks blieben. Während der Einführungsrunde schien der Poker der MG zunächst aufzugehen, da der Regen stärker wurde. Andrew Jordan überlegte beispielsweise sogar während des obligatorischen Interviews mit den ITV-Kommentatoren während der Einführungsrunde noch ganz offen, ob es nicht besser wäre in die Boxengasse abzubiegen und sich Regenreifen abzuholen. Ganz ähnliche Gedankenspiele dürften die anderen Piloten unternommen haben. Letztendlich wechselte aber niemand mehr und alle starteten auf den zuvor gewählten Reifen.

Turkington kam zunächst wieder gewohnt gut weg und ging abermals als Führender in die erste Kurve. Dahinter spielte Nick Foster Rakete und zog an beiden Honda vorbei auf P2 hinter seinen Teamkollegen. Beim Kamerausschnitt auf die nach den ersten Kurven folgende Gerade fehlte er aber plötzlich und war hinter Jeff Smith ans Ende der Top Ten zurückgefallen – was genau passiert war, wurde durch Kamerabilder nicht aufgeklärt. Statt Foster tauchten auf einmal beide regenbereiften MG formatfüllend hinter Turkington auf und übernahmen noch vor Tower Hill die Führung. In den nächsten Runden konnten sich Plato und Tordoff auf der nassen Strecke schnell absetzen und einige Positionen weiter hinten gaste auch Michael Caine mit seinen Regenpneus ordentlich an.

Spätestens ab Runde drei trocknete die Strecke dann aber zunehmend ab und weiterer Regen ließ trotz wahrscheinlich unzähliger geistig vorgenommener Regentänze von Jason Plato auf sich warten. Recht schnell konnte Turkington wieder zu den MG aufschließen und mühelos die Führung zurückerobern. Plato und Tordoff waren chancenlos gegen die Slick-bereiften Konkurrenten, wurden letztendlich sogar überrundet und kamen nur auf den Positionen 20 und 21 ins Ziel.

croftHinter dem mit nun 45 Kilo Zusatzballast fahrenden Turkington machte dann über die restliche Renndistanz Gordon Shedden ordentlich Druck, konnte aber keine erfolgreiche Attacke starten. Turkington holte somit seinen zweiten Sieg in Croft und den dritten in dieser Saison. Auf Platz drei mit etwas Abstand zum Führungsduo lag nach einigen Runden Tom Onslow-Cole, der sich in der nassen Anfangsphase nach vorne gefahren und zwischen die Dynamics-Honda geschoben hatte. Er beendete ein relativ einsames und kontrolliertes Rennen mit einem sehr guten Podium-Resultat. Mit einigem Abstand zu TOC folgte eine Kampfgruppe mit Neal, Collard, Jordan, Foster und Morgan. Hier drehte in der zweiten Rennhälfte vor allem Collard auf, der zunächst seinen Teamkollegen Foster überholen konnte und dann stetig Druck auf Jordan ausübte, der wiederum Neal im Kofferraum hing. Eine Attacke zu Beginn der letzten Runde scheiterte zunächst, aber in der langsamen Haarnadel vor Start-Ziel konnte der bisher vom Pech verfolgte Collard noch eine erfolgreiche Schlussattacke auf den Honda setzen und sich Platz fünf sichern. Komplettiert wurden die Top Ten hinter der angesprochenen Kampfgruppe von Jeff Smith und Dave Newsham.

War Colin Turkingtons Sieg im ersten Lauf vor allem wegen dem konstanten Speed auf weichen Reifen eindrucksvoll, so war es jetzt die kontrollierte Fahrt mit vollem Zusatzballast, die einen den Hut ziehen ließ.

hi_10090_d365Ein äußerst spannendes Rennen innerhalb des Rennens, das zum Glück auch von den Kameras eingefangen wurde, spielte sich in der Jack Sears Trophy ab. Hier lag David Nye im Ford zunächst knapp vor Jake Hill und duellierte sich mit diesem über die gesamte erste Rennhälfte. Später stieß dann noch Trophy-Leader Lea Wood in seinem Vauxhall dazu, womit ein schöner Dreikampf entstanden war, in dem sich keiner der beteiligten Fahrer einen Fehler erlauben durfte (zur Erinnerung: In der Jack Sears-Trophy zählt am Ende der Saison nur die Gesamtzahl der erreichten Siege). Letztendlich gewann Nye knapp vor Wood, der den Focus von Hill noch in der letzten Kurve attackieren konnte und mit diesem parallel über die Ziellinie fuhr.

aHier das komplette Ergebnis vom dritten Rennen.

Witzigerweise wurde der Draw für die Startaufstellung von Rennen drei diesmal nicht von irgendeinem Offiziellen oder einer zufällig anwesenden Berühmtheit vorgenommen, sondern von Doppelsieger Colin Turkington. Ich stelle mir ein solches Szenario, bei dem der siegreiche Fahrer Losfee für die Startaufstellung des folgenden Rennens spielt und alle Konkurrenten das Okay finden, gerade in der DTM vor und lasse es besser direkt wieder … Turkington förderte aus der schwarzen Urne jedenfalls die Kugel mit der acht hervor, was Adam Morgan auf die Pole Position brachte.

Alle nun denkbaren Gedankenspiele über Vor- und Nachteile der noch zu fahrenden Reifensätze wurden dann jedoch durch einen regelrechten Wolkenbruch zunichte gemacht, der bereits beim Ginetta-Rennen zu einem Rennabbruch geführt hatte. Regen in Yorkshire scheint ähnlich wie Regen in den Tropen zu sein und somit war die Strecke zum Start vom Rennen diesmal richtig nass. Regenreifen bei allen Fahrern waren die einzig logische Wahl und meiner Meinung nach hätte man angesichts der Wassermassen auch ruhig einen Start hinter dem Safety Car rechtfertigen können – vor Tower Hill Bend flossen beispielsweise zwei kleine Bäche über die Strecke.

hi_10096_126fDa Regen in England aber nicht selten ist und die Rennleitung darauf zu vertrauen schien, dass sich alle Beteiligten ausreichend mit nassen Fahrbahnbedingungen auskennen, wurde also normal gestartet. Nick Foster übernahm somit gleich beim Start die Führung von Adam Morgan, dahinter folgten Collard und Neal und dann eine riesige Gischtwand, in der man nichts mehr erkennen konnte. Rasch schob sich Matt Neal an Collard und Morgan vorbei und konnte kurz danach auch die Führung von Foster übernehmen. Adam Morgan verabschiedete sich unterdessen in Sunny In mit einem Ausflug ins Grüne aus der Spitzengruppe und musste das Rennen kurz danach durch einen weiteren Unfall komplett aufgeben. Rob Collard verschwand dann irgendwo in den Regenwolken und stattdessen setzte sich Colin Turkington hinter seinem Teamkollegen Foster auf Rang drei fest. Generell waren die ersten Runden von vielen Ausrutschern, Drehern und Kollisionen geprägt und es war schwer, den Überblick zu behalten. Hinter Turkington folgten Andrew Jordan, Gordon Shedden und Dave Newsham und dann kam lange nichts. In Runde vier konnte Turkington dann seinen Teamkollegen Foster in einem waghalsigen Manöver in den ultraschnellen Jim Clark Esses überholen und Jagd auf den führenden Neal machen, um sein Wochenende mit einem Hattrick zu krönen.

hi_10052_d419Foster hatte unterdessen deutliche Probleme mit den Bedingungen und fiel in der Folge immer weiter zurück. Gegen Rennhalbzeit tauchten dann die MG von Plato und Tordoff in den Top Ten auf und schwammen – diesmal absolut richtig bereift – immer weiter nach vorne. Vorne setzte sich das Spitzentrio aus Neal, Turkington und Jordan unterdessen etwas ab und obwohl alle konstant gute Rundenzeiten drehten, konnte keiner in nennenswerte Schlagdistanz zum jeweiligen Vordermann kommen. In der letzten Runde machte es Matt Neal dann aber selber noch mal spannend, als er zwei Ausflüge auf der regennassen Piste hinlegte, von denen mindestens der zweite böse hätte ins Auge gehen können. Letztendlich gewann Neal das Rennen aber vor Turkington und Jordan. Es folgten Shedden, Newsham und im Parallelflug die MG von Plato und Tordoff. Nick Foster wurde noch Achter, gefolgt von Aron Smith und Jeff Smith.

Verglichen zum ersten Rennen ging es in der Jack Sears Trophy diesmal außerordentlich eintönig zu. Lea Wood gewann mit über einer Runde Vorsprung, weil sich die Konkurrenten irgendwie durch Ausfälle oder längere Aufenthalte in den Auslaufzonen (und Kornfeldern) rund um die Strecke selber geschlagen hatten. Wood führt damit in der Trophy nun mit sechs „cups“ gegenüber deren vier für den in Croft abwesenden Liam Griffin.

aHier das Ergebnis vom dritten Rennen.

In der Gesamtwertung führt wie schon vor Croft Matt Neal mit 224 Punkten vor Andrew Jordan mit 204. Punktgleich mit 188 Punkten auf Rang drei liegen nun Gordon Shedden und Jason Plato, für den die Nullnummer im zweiten Rennen sicherlich äußerst schmerzhaft war. Nur vier Punkte dahinter und somit in Schlagdistanz zur Spitzengruppe folgt nun nach der tollen Vorstellung in Croft Colin Turkingto. Wie eingangs bereits gesagt, könnte aus dem Zweikampf der Marken nun ein Dreikampf geworden sein, sollten die BMW weiterhin so gut gehen. Gleichwohl ist der Vorsprung, den Neal in die zweite Saisonhälfte mitnimmt, schon äußerst komfortabel. Ähnliches gilt nicht nur für Andrew Jordans Vorsprung auf Rang zwei gegenüber den nachfolgenden Rängen, sondern vor allem auch für seinen Vorsprung als Führender in der Independent-Wertung, wo sein nächster Verfolger ebenfalls Turkington ist.

Die weiteren Platzierungen in der Meisterschaft können ahier (PDF) eingesehen werden.

Das war es dann auch mit der ersten Saisonhälfte der BTCC. Es folgt eine sechswöchige Sommerpause bevor es dann am 4. August in Snetterton weiter geht.

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December 15 2011

10:43

BTCC: Die Saison 2011

Eigentlich war es schon vor der Saison klar, wer in diesem Jahr Meister wird. Aber etliche Regeländerungen sorgten dann doch für eine Entscheidung, die erst im letzten Rennen fiel.

Die Saison 2011 sah in der BTCC eine ziemlich weitreichende Änderung, die allerdings auch für einige Verwirrung sorgen sollte. Die TOCA, die hinter der BTCC steht, hatte in den letzten Jahren eine eigene Nachfolgeklasse für die Fahrzeuge geplant, die nach dem S2000-Reglement der FIA auch in England unterwegs waren. Die Übernahme der S2000 hatte den Vorteil, dass die Hersteller ihre Wagen weltweit einsetzen konnten. Zwar hatte die FIA auch an den Regeln geschraubt und den 1.6 Liter Turbo/Weltmotor eingeführt, aber das reichte der BTCC. Wegen der hohen Kosten der S2000, die oft für dünn besetzte Starterfelde sorgte, entschloss man sich, eine eigene Formel einzuführen. Die NGTC hat ein eigenes Chassis, dass von der TOCA entwickelt wurde, und zum größtenteil ein Einheitschassis für die gesamte Serie ist. Beim Motor entschloss man sich auf einen eigenen 2-Liter-Turbomotor zu setzen. Und genau das führt zu Ärger, nicht nur in der BTCC.

Warum sich die BTCC für einen eigenen Motor entschieden hat, anstatt auf die vorhandenen FIA 1.6 Liter Maschinen zu setzen, ist den meisten immer noch ein Rätsel. Die Entwicklung eines Motors ist so ziemlich das teuerste, was man machen kann, der Griff in die Hersteller-Schublade wäre leichter gewesen. Auf der anderen Seite bietet die TOCA selber den Motor auch kleinen Teams an, und dies wohl zu einem kleinen Preis. So macht man sich natürlich auch von den Herstellern unabhängig. Die BTCC hat da schlechte Erfahrungen gemacht, daher vielleicht auch die Vorsicht. Doch in diesemJahr führte die Umstellung der Regeln zu einigem Chaos. Es gab reine NGTC, Wagen mit S2000 Chassis, aber NGTC-Motor und reine S2000 Teams. Die TOCA versprach, dass man alle Teilnehmer mittels BoP einleveln würde, aber das Unterfangen war schwerer, als gedacht.

In den ersten drei Rennen flogen die S2000/NGTC wie Honda und Ford der Konkurrenz davon. Meister Jason Plato, dessen Chevy 2010 noch das dominierende Auto war, betete nach jedem Rennen mantramäßig runter, dass es so nicht weiter gehen können, das sei ein Witz, ein schlechter dazu, er habe keine Lust mehr. Diese Aussage wiederholte er in Thruxton, Donington, Silverstone und Croft. Was immerhin dafür sorgte, dass die TOCA schrittweise den Ladedruck der gemischten NGTC Fahrzeuge runterdrehte, während der, der reinen NGTC teilweise unangetastet blieb. Das führte dann ab Mitte der Saison zum wundersamen Aufstieg von Frank Wrathall im Dynojet Toyota. Der Rookie ärgerte die Stars vorne mehrfach kräftig, vermutlich auch, weil die TOCA zeigen wollte, dass man mit einem NGTC auch gegen Chevy ankommt.

Ein weiterer Fahrer, der in diesem Jahr für eine Überraschung sorgte, war Mat Jackson im Airwaves Ford Focus. Airwaves Racing hatte von Ford die letztjährigen Focus ST Chassis gekauft und mit einem eigenen NGTC-Motor ausgestattet. Die Kombination funktionierte dann sogar besser, als die es “Quasi-” Werksteams AON von Ford. Die waren mit Chilton als Nummer Eins auf dem Papier gut aufgestellt, aber es ging wenig zusammen. Man war sogar so verzweifelt, dass man Tom Onslow-Cole zurück holte, den man Ende 2010 entlassen hatte. Aber auch das brachte nur wenig. AON war sicher einer der Enttäuschungen in diesem Jahr. Jackson hamsterte dagegen fleissig Punkte und lag zwischenzeitlich sogar mal in Führung. Doch dann kam das Wochenende in Knockhill, wo Jackson ohne Punkte blieb. So kurz vor dem Saisonende war das dass Ende der Titelträume.

Aber schon vor der Saison war klar, dass der Titel ziemlich sicher über Honda zu holen sein müsste. Chevrolet musste schon früh in der Saison feststellen, das man keinen Chance hatte, da konnte Jason Plato noch so laut schimpfen. Es war schon erstaunlich, dass er den Titel-Kampf so lange offen halten konnte. Im Prinzip verlor er den Titel erst beim letzten Rennen in Silverstone, aber gegen die Turbos hatte er keine Chance.

Erstaunlicher war dann schon, wie lange Honda um den Titel bangen musste. Gordon Shedden war Matt Neal in fast allen Rennen ebenbürtig und teilweise sogar besser. Das führte dann zu so kuriosen Unfällen wie in Oulton Park, als Matt Neal seinen Teamkollegen einfach abschoss und beide ins Aus rodelten. Papa Neal, der zufälligerweise auch der Teambesitzer ist, war dementsprechend sauer, der Filius geknickt. Danach ließ er es ruhiger angehen, was aber nicht unbedingt langsamer war. Insgesamt gewann er sieben von 30 Rennen. Bei Shedden waren es sechs Siege, somit hatte Honda auch die meisten Siege in der Saison 2011 eingefahren. Spannenderweise gelangen Jason Plato acht Siege, aber ein paar Ausfälle, vor allem der in Donington, schmälerten seine Titelchancen.

Man muss aber auch sagen, dass Team Dynamics, die die Honda Civic bauen, den Titel auch verdient haben. Sie sind das Wagnis mit dem NGTC-Motor eingegangen und haben, mit Honda im Rücken, viel investiert. Chevrolet hat das nicht gemacht, allerdings hatte RML auch jede Menge mit dem FIA-Motor für die WTCC zu tun, da blieb nur wenig Zeit und Geld für einen NGTC-Motor. Bisher ist auch nicht klar, was Chevrolet in der kommenden Saison machen wird. Honda hatte es leichter und sie haben ihren Vorteil auch genutzt. Das Mat Jackson so lange vorne mit dabei war, dass Plato dennoch mehr Siege holte, war sicher so nicht geplant, aber für die Fans hat es sich gelohnt.

Es war kein schlechtes Jahr für die BTCC, auch wenn die Rangelei hinter den Kulissen und die unterschiedlichen Einstellungen der Fahrzeuge keinen richtig fairen Vergleich zu lassen. Es wäre schöner gewesen, die TOCA hätten allen noch ein Jahr Zeit gegeben, um dann komplett umzustellen. Für 2012 erwartet die Fans ein weiteres Übergangsjahr. Immerhin sollen aber die NGTC offiziell bevorzugt werden. Mehr dazu dann im nächsten März, das erste Rennen 2012 steigt am 1.04.2012 in Brands Hatch-

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June 20 2011

06:10

BTCC: Analyse Croft 2011

Regen und Mischverhältnisse – das ist für die BTCC eigentlich ein Rezept für spannende Rennen und genauso war es auch in Croft. Pech hatte mal wieder Jason Plato.

Der Meister aus dem Jahr 2010 hat keine gute Saison. Entweder schimpft er, dass die Turbos zu schnell sind, oder er hat Pech mit seinem Wagen. In Croft war es dann beides. Im ersten Rennen stand er zwar auf der Pole, endete aber weiter hinten. Im zweiten Rennen brach eine Antriebswelle und er musste in Rennen 3 ganz von hinten starten, wo er dann hinter den Mittelfeld-Turbos stecken blieb. Seine Laune dürfte nach dem Wochenende nicht die Beste gewesen sein. Besser lief es dann dieses Mal für Matt Neal. Nachdem er im letzten Rennen seinem Team einen Doppelsieg gekostet hat, liess er es dieses Mal ruhiger angehen und wurde am Ende dafür auch belohnt. Doch die eigentliche Überraschung waren die BMW von West Surrey Racing, die mit ihrem S2000 Motoren richtig auftrumpfen konnten.

Rennen 1

Die Strecke war zwar sehr nass, aber es regnete sich nicht und einige Fahrer setzten auf Slicks auf der Vorderachse. Darunter war Mat Jackson, der auf P9 startete. Doch schon beim Start ging es für den Airwaves Focus erstmal nach hinten und er fand sich auf der Suche nach Grip im hinteren Mittelfeld.

Vorne kamen alle Fahrer gut weg. Plato war ebenso wie Neal, Collard und Shedden auf Fullwets und so ging es in die erste Kurve. Dort schob Collard Plato ganz leicht an, so dass der Cruze quer stand und Plato die erste Schikane auslassen musste. Er ordnete sich auf P3 wieder ein, während Neal vorne einen leichten Abstand herausfahren konnte.

Im ersten Teil des Rennens tat sich wenig. Die Slick-bereiften Fahrer kamen nicht nach vorne, auch in Sachen Zweikämpfe hielten sich die Fahrer zurück. Nur Jordan und Chilton befanden sich rundenlang in einem schönen Duell um P5, doch der Vectra-Pilot konnte sich knapp vorne halten. So langsam zeichnete sich eine trockene Spur ab und so begann die Zeit von Mat Jackson.

Begünstigt wurde sein Rennen durch eine kurze SC-Phase, nachdem Gilham seinen Vauxhall in den Kies gesetzt hatte. Damit wurde das Feld eng zusammen geführt und Mat Jackson hatte sich schon auf P11 heran gerobbt. Der Restart ging unspektakulär über die Bühne, aber jetzt begann das Rennen von Jackson noch einmal von vorne. Er wühlte sich in den verbleibenden sieben Runden wie ein Derwisch durch das Feld. Mit jeder Runde kamen seine Slicks besser zur Geltung, er hatte allerdings das Problem, dass er nur auf der trockenen Spur richtig schnell war. Zum Überholen musste er aber ins Nasse, und Anbremsen mit Slicks im Nassen ist dann eine Sache für sich.

Aber Jackson ließ sich nicht beirren und schnupfte einen Konkurrenten nach dem anderen auf. Seine Fahrweise war dabei mehr als spektakulär. Teilweise kam er aus den schnellen Knicks auf der Strecke quer raus und das Anbremsen auf dem Nassen schien ihn auch nicht zu stören. Er schnappte sich hintereinander Chilton und Jordan, eine halbe Runde später war Shedden dran. Da waren noch zwei Runden zu fahren, und der Vorsprung der Top 3 schien zu groß zu sein. Doch in einer Runde radierte Jackson knapp zwei Sekunden weg und schnappte sich Plato. In der letzten Runde robbte er sich an Collard ran, den mittels eines leichten Schubsers zur Seite schob und P2 übernahm. In den letzten Kurven war er dann sogar hinter Matt Neal, der vor Start/Ziel verzweifelt die Tür zur warf. Jackson kam aus der letzten Kurve etwas besser raus, doch Neal schaffte es seinen Honda mit 0,055 Sekunden vorne zu halten. Ein selten spannendes Finish.

Ergebnis: Neal, Jackson, Collard, Plato, Shedden, Jordan, Chilton, Nash, O’Neill, Boardman, Cole, Wrathall, Foster, MacDowell, Smith, Wood, Hollamby, Griffin, Newsham. Daraus ergibt sich auch die Startaufstellung für das zweite Rennen.

Rennen 2

Das zweite Rennen fand unter trockenen Bedingungen statt, also waren alle auch auf Slicks. Allerdings hatten einige Wagen eine Mischabstimmung gewählt, die etwas stärker die Vorderachse belastete. Beim Start ging wieder alles gut, Neal konnte P1 verteidigen, aber Jackson musste sich in einem harten Kampf dann Collard beugen. Der BMW kam in den ersten zwei Runden aber nicht gut in Schwung, da seine Reifen nicht richtig auf Temperatur kamen. Jackson versuchte sich ein paar Mal an Collard, doch der BMW-Mann schmiss immer wieder die Tür zu. Dann erholten sich die Reifen und Collard zog langsam weg.

Jackson musste sich auch mehr nach hinten orientieren, wo Shedden mächtig Druck machte. Es entwickelte sich ein schöner Zweikampf, in den sich auch Plato einmischte. Doch für den amtierenden Meister war das Rennen schnell zu Ende, als eine Antriebswelle brach und er ausfiel.

Zwei Vorfälle brachten dann das SC raus. Griffin fährt in den Jim-Clark-Esses geradeaus und mäht ca. 150 Meter Getreide nieder, während Boardman es schafft, sich auf der Wiese beider Vorderradaufhängungen zu entledigen. Beiden ist nichts passiert, aber das Feld wurde für die letzten 10 Runden wieder zusammengeführt.

Den Restart entschied Neal für sich, da Collard mal wieder Probleme mit der Reifentemperatur hatte. Dahinter prügelten sich Jackson, Shedden und Andrew Jordan um P3. Jackson hatte massive Probleme mit den Vorderreifen und kämpfte mit Untersteuern, so dass Shedden vorbei gehen konnte. Für Andrew Jordan lieg es plötzlich sensationell. Er hatte offenbar eine andere Abstimmung gewählt, oder seine Reifen im ersten Teil des Rennens mehr geschont. Relativ problemlos holte er sich Jackson, dessen Rundenzeiten in den Keller fielen. Aber auch Gordon Shedden hatte dem Vectra nichts entgegenzusetzen und so holte sich Jordan P3. Um P6 wurde es am Ende auch noch mal eng, aber Jackson konnte sich gerade so vor Chilton halten. Am Ende hieß es: Neal, Collard, Jordan, Shedden, Jackson Chilton, Foster, Newsham, Neate, Cole

Die Ziehung des Reverse Grid ergab dann: P7, also Nick Foster auf der Pole, Dann Chilton, Jackson, Shedden, Jordan, Collard, Neal, Newsham, Neate, Cole.

Rennen 3

Nick Foster kommt beim Start sehr gut von der Pole weg, doch ein paar Kurven später muss er sich Mat Jackson beugen, der den Focus an ihm vorbeiprügelt. Nick Foster ist kein “Full-Time” Fahrer, auch wenn er die gesamte Saison bestreitet. Der 40jährige fährt schon länger Rennen, ist aber eher Geschäftsmann. Mit dem verdienten Geld finanziert er teilweise das WSR-Team, aber ein reiner Pay-Driver ist auch nicht.

Foster konnte sich hinter Jackson halten und ließ den Focus nicht wegziehen. Hinter Foster hatte sich dessen Teamkollegen Rob Collard eingenistet, der zwar Druck auf Foster machte, aber auch nicht anklopfte. Die drei klebten rundenlang zusammen und lieferten sich ein typisches Duell in der BTCC.

Weiter hinten tat sich erstaunlich wenig. Jason Plato musstte aus der letzten Reihe starten und blieb dann im hinteren Mittelfeld hängen. Bis P13 ging es recht schnell, danach passierte gar nichts mehr. Plato steckte fest und schob sich mit Mühe am Ende auf P11.

Vorne wurde Collard langsam ungeduldig, da Jackson sich nach und nach von Foster lösen konnte. Der ließ dann Collard tatsächlich passieren, damit sich er sich an Jackson versuchen konnte. Tatsächlich gelang es Collard, dass er bald wieder hinter dem Focus klemmte und in seinem Kielwasser kam auch Foster wieder ran. Die drei setzten Jackson erheblich unter Druck, der sich teilweise nur wegen des besseren Topspeeds seines Fords vorne halten konnte.

Um P5 entwickelte sich ebenfalls ein schönes Duell zwischen Andrew Jordan, Gordon Shedden, Matt Neal und James Nash, die sich aber fair Platz ließen. Jordan kam mit seinem Vectra mal wieder sehr spät in Schwung. Das ist schon ein paar Mal passiert, dass Jordan erst gegen Ende eines Laufes auftauchte, was etwas mit dem Reifenverschleiss zu tun haben muss. Entweder ist der bei der Konkurrenz extrem hoch, oder der Vectra geht zu sanft mit den Reifen um.

Vorne blieb es eng, aber Collard fand einfach keine Lücke, da Jackson fehlerlos blieb. Auch in der letzte Runde blieb es dabei. Nach der letzten Haarnadel machte Collard einen echten “Gentleman-Move” und ließ Nick Foster vor der Ziellinie wieder auf P2. Ein sehr schönes Manöver, hatte Foster ihn doch auch freiwillig gelassen, damit Collard P1 erobern konnte. Das hatte nicht geklappt, also steckte Collard im Ziel zurück.

Es gewann also Jackson vor Foster, Collard, Jordan, Nash, Shedden, Neal und MacDowell.

Das nächste Rennen ist erst in sechs Wochen, die BTCC macht ihre übliche Pause.

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June 19 2011

10:26

BTCC – WTCC – DTM Liveblog

Mal wieder ein voller Tourenwagentag mit der BTCC, WTCC und der DTM. Wir versuchen die teilweise parallel laufende Rennen im Liveblog unter zu bringen.

BTCC
Die Herren sind in Croft unterwegs, wo es fast das gesamte Wochenende geregnet hat. Dementsprechend ist die Qualifikation sehr turbulent verlaufen und sah am Ende etwas überraschend Jason Plato auf P1. Dahinter folgen Neal, Collard, McDowell, Jordan, Nash, Shedden, Chilton, Jackson, O’Neill, Austin, Boardman, Foster, Newsham, Onslow-Cole. Cole fährt ab diesem Wochenende wieder für das Team AON, also für Ford. Den VW Golf hat Shaun Hollamby übernommen. Es dürften drei interessante Rennen in Croft werden, auch wenn die Strecke nicht gerade zu den Besten im Kalender gehört. Aber Regen und die BTCC passen ja immer gut zusammen.

WTCC
Die WTCC ist in Brünn unterwegs und offenbar tut sich was an der Spitze. Volvo ist zum ersten Mal mit dem neuen 1.6 Liter Motor angetreten und hat dann gleich mal in Q1 die Bestzeit hingelegt. Zwar konnten die Cruze Piloten die Sache in Q2 wieder gerade rücken, aber Dahlgren prügelte den Volvo immerhin auf P5. Offenbar geht der Volvo schon beim ersten Einsatz auf der eher anspruchsvollen Strecke richtig gut, was gut für die Meisterschaft sein sollte. Auch BMW machte mit Tom Coronell eine gute Figur, während es für Seat noch nicht so richtig läuft. Tarquini hat zwar jetzt auch den 1.6 Liter Benziner im Wagen, doch hier kann man keine Leistungsexplosion sehen.

DTM
Wenn ich Lust und Zeit habe, schaue ich auch mal bei der DTM rein. Die Quali war nicht so schlecht, das gesamte Feld in Q1 lag innerhalb von 0,6 Sekunden. Vielleicht taugt das Rennen ja was.

BTCC – WTCC – DTM Liveblog

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June 21 2010

08:15

WTCC/BTCC: Analyse Zolder/Croft 2010

Wie üblich haben die WTCC und die BTCC am letzten Wochenende wieder für abwechlungsreiche und sehenswerte Rennen gesorgt.

Die Entscheidung der FIA, die Tourenwagen nach Zolder zu schicken, kam doch etwas überraschend. Die belgische Strecke ist in Sachen Sicherheit und Ausstattung bei weitem nicht mehr auf dem neusten Stand. Auf der anderen Seite ist der Kurs durchaus ansprechend und nicht leicht zu fahren. Leider hat man die “Kleine Schikane” nach der Bianchi Kurve komplett umgebaut. Vorher konnte man da viel Zeit verlieren, wenn man die schnelle Links/Rechts Kurve nicht genau getroffen hatte. Jetzt hat man die Schikane zusammengestaucht, so dass sie nur noch im zweiten Gang zu nehmen ist. Das hat den Fluss leider komplett zerstört und weil die Schikane zu eng ist, kann man auch nicht wirklich überholen. Daher waren die beiden Rennen der WTCC leider etwas mau.

Das erste Rennen konnte man getrost vergessen. Jordi Géne gewann mit seinem Seat den Start und führte bis ins Ziel vor Gabriele Tarquini. Allerdings wurde Gené der Sieg am Abend wieder aberkannt, weil sein Air Resitictor nicht regelkonform war. Da er im zweiten Rennen wegen eines Problems mit dem Turbolader erst gar nicht antreten konnte, blieb er punktelos. Hinter den Seat sortierten sich die etwas enttäuschenden Chevys ein. Von den BMWs, die ich eigentlich wegen ihres Gewichtsvorteils und des Hinterradantriebs ganz oben auf der Rechnung hatte, sah man leider gar nichts. Schuld daran war eine schon fast katastrophale Fehlentscheidung der Teamführung in der Quali.

Während der Qualifikation hing eine dicke Regenwolke über dem Kurs. Während alle Welt das Heil in einer frühen schnellen Runde suchte, wartete man bei BMW seelenruhig ab, bis sich der Verkehr auf der Strecke gelichtet hatte. Doch genau dann fing es an aus Eimern zu schütten. Prilaux konnte sich gerade so in den Top Acht platzieren, Farfus war weit zurück. Daher sah man im ersten Rennen nichts von beiden BMWs. Immerhin konnte sich der britische Ex-Meister den achten Platz sichern, der die Pole für Rennen 2 bedeutete.

In zweiten Lauf ging es dann etwas munterer zu. Prilaux konnte seine Pole in die Führung umsetzen, bekam aber mächtig Druck von Rob Huff im Chevy, der seinerseits wiederum Tiago Monteiro im Kreuz hatte. Alle drei lieferten sich in den ersten Runden ein schönes Duell, doch mit der Zeit zogen sich die Positionen auseinander. Auf den weiteren Plätzen passierte auch nicht viel, dafür ging es in der Independent Trophy hoch her. Freddie Barth, d’Aste, Poulsen und der nicht zur Trophy gehörende Tom Coronell lieferten sich ein packendes Duell mit ordentlich Lackaustausch. Das entschädigte dann deutlich für das eher ruhige Rennen an der Spitze.

Ob die WTCC die Strecke in Zolder nächstes Jahr wieder nutzen sollte? Warum nicht, dass Rennen hatte seine spannenden Momente und Traditionstrecken sieht man immer gerne im Programm. Vielleicht kann man die Schikane ja etwas verbessern, dass sie nicht den gesamten Rhythmus zerstört.

BTCC – Croft

Wie erwartet bot die BTCC auf dem sehr schnellen Kurs in Croft drei gute Rennen. Etwas überrascht war ich über die eher maue Performance der Ford Focus, die in keinem der drei Rennen vorne auftauchten. Die hätten auf Grund ihres guten Topspeed und der noch besseren Beschleunigung eigentlich vorne mitschwimmen sollen, aber in keinem Rennen sah man die Focus in den Spitzenkampf eingreifen.

Stattdessen bliesen die Honda Civic vorne weg. Dieses Mal in Person von Gordon Shedden, der mal wieder einen seiner besseren Tage erwischt hatte. Bei ihm ist es ja oft so, dass man wochenlang gar nicht sieht und dann taucht er plötzlich auf wie Oskar aus der Tonne und fährt alles in Grund und Boden. Im ersten Rennen musste er sich allerdings gegen Ende gegen die heftigen Angriffe des BMW-Fahrers Rob Collard erwehren, der in den letzten zwei Runden an der Stoßstange des Honda festklebte. Der BMW kam besser aus den Kurven raus, der Honda war etwas schneller auf der Geraden. In der letzten Runde kam es zu einem atemberaubenden Finish, als Collard sich neben Shedden setzte und man gemeinsam auf die Ziellinie zu fuhr. Die paar Minuten sollte man sich gönnen, denn das sieht man selbst in der BTCC nur selten.

Das zweite Rennen war dann zumindest an der Spitze mehr Ruhe drin. Jason Plato, der im ersten Rennen auf Platz 3 kam, konnte sich zunächst auf Platz zwei vorarbeiten, weil Matt Neal und Rob Collard aneinander gerieten. Collard bezahlte das Manöver mit einem Dreher in der ersten Kurve und fiel aussichtlos zurück. Neal dagegen rutschte auf Platz 3 und schnappte sich relativ flott Plato, der gegen den deutlich schnelleren Honda chancenlos war und sich lieber darauf konzentrierte die Punkte einzufahren.

Weiter hinten ging es zu wie auf dem Jahrmarkt. McDowell räumte mit seinem Chevy frontal eine Reifenbarriere ab, was der Chevy interessanterweise nicht mit einem Aufall quittierte. Zwar verteilte er relativ viele Bestandteile seiner Front um den Kurs, aber das störte werde McDowell noch die Rennkommissare. Das beste Duell des Rennens lieferten sich Tom Onslow-Cole im Focus und Paul O’Neill im schon etwas betagten Honda Intraga. O’Neill hatte schon ein sehr gutes erstes Rennen hingelegt, weil der Integra in Sachen Speed nicht viel langsamer als der Focus war. Auf der Bremse war O’Neill sogar besser. Rundenlang beharkte man sich, bis der Integra-Pilot in der letzten Haarnadel der letzten Runde mit großem Optimismus eine Lücke ansteuerte. Cirka 3 Kilo Lackaustausch später hatte Cole das Nachsehen. Shedden gewann vor Neal, Plato und O’Neill.

Rennen 3 sah wegen des Reverse Grids Andrew Jordan auf der Pole, der die auch umsetzen konnte, weil man sich hinter ihm überhaupt nicht einig war. Cole drehte sich fast, weil Boardman ihn anschieb. Matt Neal verhaute den Start und kam nur als 9 aus der ersten Runde zurück, während Meisterschaftskonkurrent Plato schon wieder auf Platz drei war. Dem platzte allerdings in Runde 3 ein Reifen und damit war er aus dem Rennen aus. Shedden kämpfte lag auf Platz vier und setzte den Privatier Boardman unter Druck. Der der ebenfalls nicht mehr taufrische Seat (Benziner) konnte sich erst einmal vorne halten. Wie aus dem Nichts tauchte hinter Shedden zu dem Rob Collard auf, der Shedden unter Druck setzte, was Boardman etwas mehr Luft gab.
In der neunten Runde war es Collard zu blöd und er schob Shedden sanft und nicht aber nicht unfair zur Seite und machte Jagd auf Boardman. Sheddens Wagen hatte nach der Attacke einige Blessuren und löste sich langsam auf. Eine Runde hing Collard schon Boardman im Gepäckteil, während der erstaunliche Paul O’Neill sich Shedden schnappte. Weil Shedden nicht voran kam, schloss von hinten eine große Gruppe auf, unter anderem mit Matt Neal. Doch der fing sich in den engen Kämpfen einen Reifenschaden ein.

Collard wühlte sich weiter nach vorne, doch dann versagte der Antrieb. Paul O’Neill fand sich mit seinem alten Integra plötzlich auf Platz 4 und er setzte Boardman unter Druck, dessen Seat deutlich unterlegen war. Hinter beiden ballte sich mal wieder eine Gruppe zusammen und man kämpfte zu fünft in der üblichen BTCC Manier. Aus dem Gewühl setzte sich am Ende Steven Kane (BMW) durch, der den dritten Platz erreichte. Der unglückliche Boardman wurde am Ende nur fünfter.

Das Rennen gewann aber Andrew Jordan in einem alten Astra, der allerdings schon mit dem neuen 1.6 Liter Turbomotor ausgerüstet ist, der ab nächstes Jahr in allen NGTC zum Einsatz kommt. Das war dann der erste Sieg für den Motor und für Andrew Jordan.

Drei wirklich sehenswerte Rennen. Nächste Runde dann erst am 8. August in Snetterton.

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