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August 20 2013

16:29

Formel 1: Halbzeitanalyse 2013 – Marussia & Caterham

Halbzeit in der Formel-Eins-Saison des Jahres 2013. Wie üblich gibt es eine kleine Analyse, wie die Form der einzelnen Teams und Fahrer aussieht.

Was bisher geschah: Teil 1, Teil 2, Teil 3). So sind wir also im Keller angekommen, da wo keine TV-Kamera mehr hinschaut. Was eine Einschätzung aber nicht schwerer macht, es gibt ja Datenbanken mit Rundenzeiten. Und da kann man sehen, dass man sich auch am Ende der Tabelle stetig nach vorne arbeitet. Nur merkt es keiner.

Marussia

Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, HungaryDas britisch-russische Team steht vor der Konkurrenz von Caterham, was man Jules Bianchi zu verdanken hat, der in schöner Regelmäßigkeit vor Charles Pic und Guido van der Garde landet. Aber wie in den Jahren zuvor fehlt Marussia der entscheidende Schritt nach vorne. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, fährt man doch als einziges Team noch mit dem etwas schwachbrüstigen Cosworth-Motor rum und in Sachen Budget hat man circa die Hälfte dessen, was Sauber oder Williams ins Auto stecken. Das klingt also erst mal nicht so schlecht, macht aber auch deutlich, dass man mit 60 Millionen Dollar pro Jahr nicht mehr dazu in der Lage ist, ein Auto zu bauen, das wenigstens im Mittelfeld mitschwimmen kann. Die Enttäuschung wächst auch ein wenig, wenn man weiß, dass Marussia Pat Symonds als Berater an Bord hatte und dass man mit McLaren eine technische Kooperation hat. Was bei Force India Früchte getragen hat, scheint bei Marussia nicht zu funktionieren. Aber vielleicht kommt der Schritt ja 2014.

An den Fahrern liegt es vermutlich nicht. Mag sein, dass Pat Symonds mit seiner Aussage, ein Alonso würde 0,5 Sekunden mehr aus dem Chassis holen, recht hat. Ich glaube das allerdings nicht. Jules Bianchi schlägt sich mehr als achtbar und hat einige beachtenswerte Ergebnisse in der Quali eingefahren. Max Chilton ist auch besser als erwartet, immerhin hat er in diesem Jahr nicht einen Ausfall zu verzeichnen. Das haben sonst nur Räikkönen, Hamilton, Button und Perez geschafft. Das Problem von Marussia werden auch weiterhin die fehlenden Updates sein.

Caterham

9384251249_b147024737_kWenn man bei Marussia wegen fehlender Sponsoren wenig erwartet, so ist die Lage bei Caterham eine andere. Das Team hat ein bisschen mehr Geld, aber zum dritten Mal in Folge hat man zum Start der Saison ein Chassis gebaut, das nicht funktionierte. Es ist etwas unbemerkt geblieben, aber Caterham hat den CT03 im Laufe der Saison stärker umgebaut als jedes andere Team. Neue Nase, neue Seitenkästen, neuer Unterboden, neuer Auspuff, neue Heckpartie. Aber dennoch ist es dem Team um Mark Smith nicht gelungen, den selbstgestellen Ansprüchen zu genügen. Ex-Teamchef und Besitzer Tony Fernandes hatte für letztes Jahr schon den Anschluss ans Mittelfeld gefordert, dieses Jahr hätte es die ersten Punkte geben sollen. Wo das Team in Wahrheit steht, ist offensichtlich. Sicherlich, auch bei Caterham ist das Budget zu klein, aber mit den Renault-Motoren und dem Getriebe von Red Bull sollte eigentlich mehr drin sein, als den Marussia um ein paar Hundertstel zu schlagen.

Fahrerisch ist man natürlich auch eher etwas schwach besetzt. Charles Pic hat durchaus Potenzial, aber auch nicht zwingend so viel Talent, dass er wie Bianchi herausstechen könnte. Giedo van der Garde hat sich fast zehn Jahre durch Nachwuchsserien geschlagen und schien dennoch bei den ersten Rennen in diesem Jahr etwas überfordert. Mittlerweile geht es und er hat sich an seinen Teamkollegen ran gefahren. Überzeugend ist das allerdings nicht und bei Caterham gab es wohl Überlegungen Heikki Kovalainen wieder ans Steuer zu lassen. Das scheiterte aber wohl an dem wasserdichten Vertrag von van der Garde. Und an dessen Sponsorengeldern. Die Schmach, hinter Marussia zu landen, wird man sich bei Caterham nicht geben wollen, aber es bedarf schon eines außergewöhnlichen Rennens, so wie im letzten Jahr in Brasilien, dass Caterham sich nach vorne fahren kann.

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December 06 2011

06:59

Formel Eins: Rückblick 2011 – Teams

Der erste Teil des Saisonrückblicks das Jahres 2011 dreht sich um die Teams. Was haben sie falsch, was richtig gemacht?

So eine Saison ist für die Teams mittlerweile recht lang geworden. Die in die Länge gezogene Saison bedeutet, dass man, abgesehen von der dreiwöchtigen Zwangspause im August, von Februar bis Ende November unterwegs ist. Dazu kommen die intensiven Arbeitswochen im Winter, in denen am neuen Wagen gearbeitet wird. Eine richtig lange Pause gibt es nicht mehr, durch die Kostenbeschränkung und Testverbote ist es nicht leicht, verlorenen Boden wieder gut zu machen. Das mussten 2011 gleich einige Team erleben, die einen miserablen Start in die Saison hatten. Aber es gab auch Überraschungen, vor allem im Mittelfeld, wo mir vor allem ein Rennstall aufgefallen ist. Schwer lief die Saison für die drei “neuen” Teams, die nicht wirklich vom Fleck kamen.

Red Bull

Was soll man sagen: Beide WM-Titel, Rekorde bei den Pole Postionen und den schnellsten Runden. Da hat man offenbar alles richtig gemacht. Das Konzept des RB7 ist nicht neu, aber Adrian Newey hat vor allem im Heck einiges zum Vorjahr verändert. Das führte zu Beginn der Saison allerdings zu Problemen, denn das KERS funktionierte nicht. Das enge Heck ließ das KERS überhitzen, so dass die Fahrer das System zunächst nur am Start nutzen konnten. Da aber gerade zum Start der Saison die Konkurrenz weit abgeschlagen war, konnte Red Bull den Fehler ungestraft begehen. Grosse Schwachpunkte gab es im Team nicht. Die Technik spielte, bis auf den mysteriösen Reifenplatzer in Abu Dhabi, immer mit, die Strategie funkionierte auch meist gut, zum Mal man bei Vettel eh kaum was falsch machen konnte. Größter Schwachpunkt bei Red Bull war ausgerechnet Mark Webber. Warum er in diesem Jahr nicht Schritt halten konnte, ist weiter unklar. Vielleicht lag es an den Pirelli-Reifen, vielleicht daran, dass der RB7 ganz auf den Stil von Vettel zugeschnitten war. Webber wird das Fahren nicht verlernt haben, man darf gespannt sein, wie es für ihn 2012 laufen wird. Aber auch mit den kleinen Problemen verdient sich Red Bull die Topwertung.

10 von 10 Punkten

McLaren

McLaren warete zu Beginn der Saison mit einer Überraschung auf, in dem sie L-förmige Seitenkästen an ihren Wagen geschraubt hatten. Mit dieser aerodynamischen Lösung standen sie exklusiv da, allerdings machte die auch massiv Probleme. Bei den Tests hatte der Wagen auf der Hinterachse keinen Grip, die Technik spielte auch nicht mit. Jenson Button erwähnte später in der Saison, dass man die erste volle Renndistanz in Australien fuhr, wo man einen völlig ungetesteten Unterboden einsezte. Es dauerte bis in den Mai, bis man die Probleme halbwegs im Griff hatte. Dazu kam ein Lewis Hamilton, der etwas von der Rolle war. Seine Verhalten auf der Strecke brachte ihm eine Dauerkarte bei den Kommissaren ein, dazu die Privatfehde mit Felippe Massa. Nur Jenson Button und das Entwicklungsteam schienen dann noch zu funktionieren. Immerhin gelang es den Briten, dass man den Abstand zu Red Bull bei einigen Rennen im Herbst auf “Null” setzen konnte, was auf zumindest für 2012 hoffen lässt. Auch der zweite Platz in der WM-Wertung ist nach dem schlechten Start ein respektables Ergebnis. Vermutlich wäre auch nicht mehr drin gewesen, wenn der Wagen ab Australien funktioniert hätte, dafür war Red Bull einfach zu stark. Aber die WM wäre sicher spannender gewesen.

7 von 10 Punkten

Ferrari

Schon bei der Präsentation des diesjährigen Ferrari dachte ich “Hmm, das sieht sehr konservativ aus. Ich hatte noch damit gerechnet, dass man zu den Tests die “echte” Aerodynamik zeigen würde, aber da passierte bekanntermaßen nicht mehr viel. Was sich auch über die gesamte Saison nicht ändern sollte. Der konservative Ansatz erlaubte wenig Verbesserungen, dazu kamen die Probleme mit dem Windkanal, der falsche Daten lieferte. Ferrari schmiss den Verantwortlichen Chef-Designer Aldo Costa dann im Sommer auch raus. Die Hauptprobleme des Ferrari lagen im Bereich des Unterbodens, der Luftführung und des Hecks. Nur in dem Rennen, in dem der heiß angeblasene Diffusor verboten wurde, konnte Ferrari einen Sieg erringen. Dazu kamen auch Probleme mit den Pirelli. Bei der Konstruktion der Aufhängung hatte man sich vertan, weil man wohl dachte, dass die Pirelli schneller abbauen würden. Zwar führte die Reifenschonung des F150 zu ein paar Vorteilen bei der Strategie, sobald die Medium oder harten Reifen auf dem Wagen waren, ging aber nichts mehr, weil die Temperatur der Reifen in den Keller fiel. Ferrari gelang es anders als McLaren nicht, die Probleme zu lösen. Dafür hätte man ein neues Chassis bauen müssen, samt neuen FIA-Chrashtest usw. Eine Seuchensaison, dazu ein Massa weit ab seiner Möglichkeiten. Nur Alonso schien wie immer die Konstante zu sein. 2012 wird man mehr bieten müssen. Ich schliesse mich der Bewertung von Luca di Montezemolo über sein Team an.

5 von 10 Punkten

Mercedes GP

Im Grunde hat sich Mercedes GP nicht vom Fleck bewegt. Im Gegenteil – rein Punktemäßig war 2011 ein Rückschritt. 2010 holte man 214 Punkte, 2011 nur 165. In der Quali und im Rennen war man weiterhin rund 1.5 Sekunden von Red Bull weg, gegen Ende der Saison war es teiweise etwas weniger. Der W02 funktionierte hinten und vorne nicht richtig, außer bei der Höchstgeschwindigkeit. Wie Ferrari hatte man Probleme, Temperatur in die Reifen zu bekommen, auch der Abtrieb am Heck stimmte nicht. Dass Ross Brawn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren so daneben lag, war schon eine Überraschung. Ein Grund für die mangelnde Performance und die Weiterentwicklung war wohl das knappe Budget, dass Mercedes zur Verfügung stellt. Erst ab Mitte der Saison schien man gewillt zu sein, den Geldhahn weiter aufzudrehen, allerdings nicht mehr für die 2011er Saison. Die Fahrer lieferten meist solide Ergebnisse ab und holten die Plätze 5 bis 8. Mehr war einfach nicht drin. Die Probleme von Mercedes sind nicht leicht zu identifizieren, immerhin hat man mit Aldo Costa jemanden an Bord geholt, der zusammen mit Ross Brawn bei Ferrari sehr erfolgreich war.

5 von 10 Punkten

Renault

Die Franzosen warteten zunächst mit einem interessanten Konzept auf. Der nach vorne verlegte Auspuff schien eine geradezu sensationelle Lösung zu sein, weil er erlaubte, dass man mit den Auspuffgasen den Unterboden zusätzlich anströmen konnte, um mehr Abtrieb zu erhalten. Zumindest in der Theorie klang das gut, in der Praxis führte es dazu, dass der Wagen vor allem auf langsamen Kursen nicht konkurrenzfähig war. Trotz eines deftigen “Mapping Overruns”, fehlte dem Chassis einfach der Abtrieb im Heck. Hinzu kam der Unfall von Kubica, der dem Team moralisch schwer geschadet hat. Aber auch mit Kubica wäre man wohl nicht weiter gekommen. Der Auspuff funktionierte nicht, ihn wieder nach hinten zu verlegen ging auch nicht, weil man dafür das Chassis hätte umbauen müssen. Weil man deswegen nicht weiter entwickeln konnte, fiel Renault immer weiter zurück. In der ersten Saisonhälfte, bis zum GP von Deutschland, holte man 66 WM Punkte, danach nur noch 7 Punkte. Die Entlassung von Heidfeld war ebenfalls keine gute Entscheidung. Auch wenn der Deutsche in der Quali die bekannten Schwächten zeigte, war im Rennen immer eine Bank. Senna konnte da nicht mithalten. 2012 ändert man den Namen in “Lotus” und hat Räikkönen an Bord. Es wird aber schwer für Renault/Lotus. Denn während die anderen Teams das Konzept der 2011er Wagen weiter entwickeln und über viele Daten verfügen, muss Lotus komplett von vorne anfangen.

3 von 10 Punkten

Force India

Die Inder sind für mich die Überraschung des Jahres. 2010 verlor man fast die gesamte Aero-Abteilung an Sauber und Team Lotus und man musste 2011 von vorne anfangen. Der Wagen war keine Sensation und tat sich vor allem in der Saisonhälfte sehr schwer. Doch ab dem GP in Deutschland ging es massiv aufwärts. Offenbar hatte neue Design-Team eine paar Lösungen gefunden und war in der Lage, verlorenen Boden gut zu machen. Auch die Formsteigerung von Adian Sutil spielte sicher eine Rolle. Am Ende war man in der Lage, Renault locker hinter sich zu lassen und Mercedes konnte man das ein oder andere Mal ärgern. Für ein Privatteam ist das eine erstaunliche Leistung und es ist fast ein wenig schade, dass Force India nicht schon zum Start der Saison so gut drauf war. Durch den Einsteig des Investors “Sahara” kommt auch viel Geld ins Team, man darf gespannt sein, was Force India 2012 leisten kann.

7 von 10 Punkten

Sauber

Im Gegensatz zu Force India, hat mich das Team von Peter Sauber in diesem Jahr enttäuscht. Der Entwurf vom hoch gehandelten Nachwuchsdesigner James Key war zu konservativ, dazu kam eine strategische Fehlentscheidung. Im Mai verließ sich Peter Sauber auf die Aussage der FIA, dass der “hot blown diffusor” verboten würde. Sauber entschied, den Wagen nicht umzubauen, am Ende entschied sich die FIA aber anders. Die Saison von Sauber war damit gelaufen, das Geld, später in der Saison den Wagen noch umzubauen, wollte man nicht einsetzen. James Key gelang es immerhin, den Wagen in den letzten Rennen so schnell zu bekommen, dass man in der WM-Wertung noch knapp vor Toro Rosso bleiben konnte, aber Force India musste man sich klar geschlagen geben. Kobayashi hatte zudem eine zähe Saison, während Sergio Perez mich eher positiv überrascht hat. Aber im Grunde ist Sauber weit hinter den Erwartungen geblieben.

4 von 10 Punkten

Toro Rosso

Der “arme Bruder” von Red Bull überraschte bei den Tests im Winter, mit einem eigenartig gestalteten, zweiteiligen Unterboden. Doch das Konzept funktionierte nicht sonderlich gut, da grundsätzlich nicht genug Abtrieb aufgebaut wurde. Das führte immerhin dazu, dass man auch die Reifen die schonte, was der Strategie half. Die meisten Punkte konnte man erringen, weil man einmal weniger Rennen stoppte und dennoch auf den Long Runs konkurrenzfähig war. Zur Mitte der Saison schien sich das Blatt zu wenden und vor allem Jamie Alguersuari konnte einige gute Ergebnisse einfahren. Es folgte ein kleines Tief, dann ein fast mysteriöser Aufschwung, bei viele gerüchteten, Red Bull habe die Daten-Tore aufgemacht. Weil man die letzten beiden Rennen versemmelte, reichte es dann nicht für Platz sieben in der WM. Verdient wäre es durchaus gewesen, Toro Rosso legte keine schlechtere Saison als Sauber hin. Vor allem, weil das Team kaum Erfahrung mit dem Bau eigener Chassis hat, war die Saison durchaus erfolgreich. Für 2012 hat man mehr Ingenieure eingestellt, vielleicht kommt ja dann der Schritt nach vorne.

5 von 10 Punkten

Williams

Was für eine schreckliche Saison. Noch nie hat das Williams-Team derartig schlecht abgeschnitten. Der 9 Platz in der WM ist für das Traditionsteam eine Katastrophe, nicht nur aus PR-Gründen. Die Gründe für das schlechte Anschneiden sind vielfältig. Klar, man hat sich bei der Konstruktion des neuen Wagen ebenso verhauen, wie Renault. Die Idee, dass Heck so flach wie möglich zu machen, damit es besonders gut angeströmt wird, funktionierte nur in der Theorie. Rubens Barrichello beschwerte sich schon bei den Tests, dass der Wagen unfahrbar sei. Dazu kamen die schweren Managementmängel. Sam Michael war nicht nur Chef-Entwickler, sondern leitete auch Teile der Firma und war defacto Teamchef. Die Überlastung konnte nicht gut gehen, der komplette Neuaufbau des Management folgte dann. Nicht wenige geben dem Williams Geschäftsführer Adam Parr eine große Mitschuld, da dieser sich angeblich zu wenig um die Team-Entwicklung kümmert und die Verantwortung wegschieben würde. Man hat mit Mike Coughlan zwar einen sehr talentierten Chef-Entwickler geholt, weil aber Sam Michael und Patrick Head nicht mehr im Team sind, fehlt ein erfahrener Team Chef. Das macht die Aussichten für 2012 nicht gerade besser. Was mich ebenfalls stört, und ein Zeichen für schlechtes Management ist: Die Fahrerfrage. Maldonado ist ein Pay-Driver, wenn auch einer der besseren Sorte. Das man Barrichello nicht mehr haben will, war spätestens dann klar, als der von Maldonado öfter geschlagen wurde. Dennoch ist es dem Team nicht gelungen schon Mitte 2011 einen Ersatz zu präsentieren. Jetzt wartet man wohl auf die Freigabe von Sutil, was für die Designer schlecht ist, weil die Sitzanpassung wichtig für die Weiterentwicklung ist.

0 von 10 Punkten

Team Lotus

Den neuen Wagen stellte man mit viel Pomp und Krach vor, aber am Ende war man doch wieder enttäuscht. Tony Fernandes hatte sich vorgenommen, sein Team 2011 zumindest regelmäßiger in Q2 zu bringen, aber davon war man weit, weit entfernt. Die Entwurf von Mike Gascoyne war ein Fehlschlag und obwohl man Renault statt Cosworth im Heck hatte, konnte man nicht auf Mittefeld aufschliessen. Das Team ist komplett neu aufgebaut und existiert gerade mal zwei Jahre, aber mit dem Geld, was man zur Verfügung hat, und dem Rahmenbedingen, die Tony Fernandes geschaffen hat, hätte mehr drin sein müssen. Dem Lotus fehlte es in allen Bereichen: Abtrieb, Topspeed, Reifen. Zwar gelang es Gascoyne gegen Saisonende etwas näher an hintere Mittelfeld zu rücken, was ein gutes Zeichen ist, aber richtig überzeugend war das noch nicht. Auch bei Lotus hat man Veränderungen in der Managementstruktur vorgenommen. So muss Dieter Gass, ein Vertrauter von Mike Gascoyne noch aus Toyota-Tagen, gehen. Angeblich hat Fernandes auch Gascoyne ein Ultimatum gestellt: Entweder, man ist 2012 im Mittelfeld, oder man sucht sich einen neuen Designer. Mit Mike Smith hat man da auch schon einen Mann in den eigenen Reihen. Eine weiterer Schwachpunkt bei Lotus ist Jarno Trulli. Warum Fernandes an ihm auch nach dieser schlechten Saison festhält, ist allen ein Rätsel. Kovalainen ist sicher kein schlechter Mann, könnte aber vielleicht noch besser werden, wenn er mehr Konkurrenz im Team hätte. Ein Romain Grosjean wäre meiner Meinung nach der genau der Richtige. Im Moment schaut es aber so aus, als ob Daniel Ricciardo von Red Bull bei Lotus/Caterham geparkt wird.

4 von 10 Punkten

HRT

Ach, was soll man über das kleine Team schon sagen. Mit wechselnden Besitzern, Fahrern und Sponsoren, ohne Geld und einem Chassis, dass von 2009 stammt und schon damals kein Geniestreich von Dallara war. Das erstaunliche ist, dass HRT trotz all dieser Beschränkungen nicht komplettes Schlusslicht ist. Colin Kolles, der gelernte Zahnarzt, führt das Team aus seiner Werkstatt nahe München und macht das wirklich gut. Das man bei derartig schwierigen Begleitumständen kaum in der Lage ist, einen Schritt nach vorne zu machen, ist kein Wunder. Eigentlich sollte der 2012 kommen. Man hatte Geoff Willis als Berater verpflichtet, der sprang dann aber im Herbst wieder ab. Ob und wie man ein neues Chassis entwickelt, ist nicht bekannt, aber eigentlich muss man, denn mit dem fünfmal umgebauten Dallara-Deriverat wird man wohl nicht mehr weit kommen. Zu den Fahrern kann man wenig sagen (dazu mehr im zweiten Teil), ausser, dass Liuzzi einen guten Job gemacht hat.

3 von 10 Punkten

Virgin

Am Gesichtsausdruck von Timo Glock konnte man immer schön sehen, wie es mit Virgin lief: Gar nicht. Der zweite, komplett per CFD entwickelte Wagen, war zu Beginn der Saison so langsam, dass man für einen Momant überlegte, das letztjährige Chassis einzusetzen. Schon nach den Tests war klar, dass man die Saison vergessen konnte und noch vor dem Start der Saison machte Gerüchte die Runde, dass man auf die Dienste von Nick Wirth verzichten würde. Im Mai folgte dann auch die Trennung, die CFD-Abteilung der Firma von Wirth kaufte man allerdings auf. Dazu kam, dass das Team zusätzlich mit massiven Technik-Problemen zu kämpfen hatte. So konnte das nichts werden. Bitter ist allerdings, dass man sich zum zweiten Mal hintereinander sogar HRT in der Teamwertung geschlagen geben musste. 2012 soll alles besser werden. Der merkwürdige russische Autohersteller Marussia pumpt, von woher auch immer, viel Geld ins Team, dazu kommt eine sehr weitgehende technische Partnerschaft mit McLaren. Wie auch immer: Es kann nur besser werden.

0 von 10 Punkten

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August 14 2011

06:58

Formel Eins: Die große Halbzeit Analyse

Die Hälfte aller Rennen in diesem Jahr sind vorüber und es lohnt sich mal einen Blick auf die Teams zu werfen und wie ihre Saison bisher war.

11 Rennen sind vorüber, 8 weitere folgen noch, wobei es nur noch zwei in Europa geben wird (Spa, Monza). Die restlichen Rennen finden vor allem in Asien statt (Singapur, Japan, Korea, Indien) was für die Teams eine besondere Herausforderung sein wird. Denn wegen der längeren An- und Abreise ist es schwerer Updates an den Wagen zu bringen. Die Zeit, die die Rennchassis in der Fabrik verbringen, ist kürzer, dazu kommt, dass man wegen der sehr unterschiedlichen Strecken verschiedene neue Aero-Teile bereit halten wird. Ein weiterer Grund, der Updates erschweren wird, ist schlicht und ergreifend das Geld. Will man das 2011er Modell weiter updaten oder doch lieber mehr das 12er Modell? Man sieht – wer Fehler in der Vorbereitung und in der ersten Hälfte der Saison macht, der wird bitter bestraft. Und Fehler haben viele Teams gemacht.

1. Red Bull
Auf den ersten Blick hat Red Bull alles richtig gemacht. Man hat das Chassis mit dem besten Abtrieb, das mit allen Reifen zurecht kommt, man hat einen fehlerlosen Sebastian Vettel und die Technik macht auch nicht schlapp. Doch der Erfolg des RB7 basiert auch auf der Schwäche der anderen Teams. So hat Red Bull weiter Probleme mit dem KERS, zeitweise konnte man es gar nicht einsetzen. Glück hat man auch mit den Mapping-Regeln gehabt. Die Idee der FIA, den Overrun auf 10% zu reduzieren, hätte dem Renault-Motor nicht gut getan. Es in diesem Jahr viel für Red Bull gelaufen, die hart gearbeitet haben den letztjährigen Vorsprung zu halten und zu verbessern. Auch Vettel ist in diesem Jahr entspannter unterwegs, ist aber weiter in der Lage aggressiv unterwegs zu sein, wenn es sein muss. Mark Webber ist dagegen eine Enttäuschung in diesem Jahr. Über die Gründe, warum er so weit hinter Vettel zurück gefallen ist, gibt es zwei Gerüchte. Die eine Seite nennt die Pirelli Reifen, die andere die Charakteristik des RB7, der dem Australier nicht liegen sollte. Aber – trotz allem werden Red Bull und Vettel den Titel in diesem Jahr ein zweites Mal einfahren können.

2. McLaren
Als man den McLaren MP4-26 vorstellte, dachte ich mir schon, dass es bei so einem ausgefallenem Konzept nur zwei Varianten gibt: Floppt mit Anlauf oder entwickelt sich nach den ersten Kinderkrankheiten zu einem echten Sieger. McLaren hat viel einstecken müssen in diesem Jahr. Bei den Wintertests war der Wagen praktisch unfahrbar, wie Button und Hamilton klar bestätigten. Erst der Umbau des Unterbodens, der Auspuffanlage, der Kühlung und des Diffusors führte dann zu den gewünschten Ergebnissen. Dennoch bleibt der McLaren, ebenso wie der Ferrari, eine Wundertüte. Dazu kommt, dass der Wagen zu hart mit den Hinterreifen umgeht, was die Strategie für das Team nicht immer leicht macht. Der WM-Titel dürfte weg sein, interessant ist dabei aber noch die Frage, ob McLaren über den Winter an den L-förmigen Seitenkästen festhalten wird.
Hamilton hat in diesem Jahr eine gemischte Saison. Sein Frust über den schlechten Saisonstart merkte man ihm deutlich an und er benahm sich auf der Strecke deutlich daneben. Seit dem es aufwärts geht, ist auch Hamilton wieder zufriedener. Jenson Button ging es nicht besser, er lieferte aber durchaus brillante Rennen ab. Leider hatte er zwei “Nuller”, die seine schmalen Chancen auf den WM-Titel zunichte gemacht haben.

3. Ferrari
Das dritte Mal hintereinander ist Ferrari miserabel in die Saison gestartet. Letztes Jahr konnte man wenigstens noch das erste Rennen gewinnen, in diesem Jahr musste man bis zum Rennen in England warten. Die Probleme bei Ferrari sind vielfältig. Da war das merkwürdige Problem mit dem Windkanal, den man auf 60% Modelle verbessert hatte, aber die gelieferten Werte passten wohl nicht mit den CFD-Modellen zusammen. Zum anderen ist das grundsätzliche Problem, dass man die Sache zu konservativ angegangen ist. Man hat reagiert und die Entwicklungsabteilung umgebaut. Der erfolglose Aldo Costa musste gehen, Pat Fry hat die komplette Kontrolle in Sachen Chassis und Aerodynamik übernommen. Das Ferrari trotz der Umbesetzungen erfolgreich sein konnte, ist dann schon eine Überraschung und spricht für das Team. Aber die Saison kann man natürlich abhaken.
Alonso hat in diesem Jahr mehrfach gezeigt, was er kann. Selbst mit einem schlechten F150 war oft eine Gefahr und seit dem Europa GP hat er immer auf dem Podium gestanden. Massa hingegen ist nicht gut drauf, er hat in diesem Jahr bisher nur 70 Punkte eingefahren, während Alonso 145 Punkte hat. Das Ferrari ihn 2012 nicht austauscht, hat vermutlich nur etwas damit zu tun, dass man keinen brauchbaren Ersatz findet.

4. Mercedes
Da hat man mehr erwartet. So einfach kann man die Saison von Mercedes zusammenfassen. Ross Brawn ist mit dem MGP02 schon wieder ein eher nur mittelprächtiger Entwurf gelungen, dazu kommt, dass das offensichtlich schmale Budget kaum Verbesserungen zulässt. Zumindest von außen macht der Mercedes den Eindruck, als würde er sich kaum verändern. Man kann eine lange Liste von Gründen aufführen, warum der Wagen nicht läuft (langer Radstand, schlechte Kühlung, schlechter Diffusor, zu wenig Grip vorne), aber am Ende stimmt halt das gesamte Paket nicht. Als Hoffnungsschimmer muss man aber auch sagen, dass es dem Team gelungen ist den Abstand nach vorne während der Saison deutlich zu verringern. Es waren mal 2 Sekunden, in den letzten Rennen waren dann noch rund 1.3 Sekunden. Wenn man bedenkt, dass die anderen auch schneller geworden sind, ist das ein gutes Ergebnis.
Die Fahrer blieben beide blass. Schumacher hatte Lichtblicke aber noch mehr Tiefpunkte, Nico Rosberg konnte mich bisher auch nicht wirklich überzeugen, aber das mag am Chassis liegen. Insgesamt macht das Team leider nicht den Eindruck, als könne man 2011 den entscheidenden Schritt nach vorne machen.

5. Renault
Auch Renault hat sich mit dem nach vorne gelegten Auspuff was hübsches ausgedacht, aber die Saison war eigentlich mit den Unfall von Kubica schon vorbei. Man hatte dem Polen den R27 auf den Leib geschneidert und als er weg war, hatte man den Salat. Dazu kam, dass die Idee, den gesamten Unterboden anzublasen, in der Realität nicht wirklich ausreichend funktioniert. Man hat mit einem “normalen” Auspuff experimentiert, aber die Konzeption des Wagens passt nicht dazu. Intern gab es auch jede Menge Ärger, denn sehr viele Mitarbeiter aus der Entwicklung sind in den letzten 12 Monaten gegangen. Eric Boullier hat einen eigenwilligen Führungsstil, wie man so hört. Die Verpflichtung von Nick Heidfeld war die richtige Entscheidung, aber der Deutsche konnte nicht wirklich überzeugen. Seine Quali-Schwäche ist in der heutigen F1 ein gravierender Nachteil und die Niederlagen gegen Petrov nicht schön. Der Russe wiederum fährt eine erstaunlich stabile Saison, aber ich bin mir sicher – würde Kubica im Wagen sitzen, sähe die Sache anders aus. Renault wird die zweite Hälfte der Saison damit verbringen, viele Neuteile für 2012 und Fahrer auszuprobieren. Grosjean gilt als einer, der Heidfeld noch in diesem Jahr ersetzen könnte.

6. Sauber
Der sechste Platz in der Konstrukteurs-WM ist vermutlich das Beste, was die Schweizer erreichen können. Die Top 3 sind nicht zu bekommen, Mercedes einen Schritt besser und Renault durchaus erreichbar in einigen Rennen. Und doch bin ich etwas enttäuscht. Immerhin fährt Sauber mit dem kompletten Ferrari-Antriebsstrang (Motor, Getriebe, KERS) und mit James Key hat man einen jener Designer bekommen, der zu den Besten seiner Generation zählt. Dazu hat man mit Kamui Kobayashi und dem erstaunlich schnellen Perez ein gutes Fahrerteam. Aber der diesjährige Sauber läuft nicht so gut, ihm fehlt vor allem der heiß angeblasene Diffusor, den man nicht baute, nachdem die FIA ihn zunächst verbieten wollte. Also wird man versuchen die Saison mit Stil zu Ende zu bringen und der sechste Platz ist drin, wäre da nicht das aufstrebende Force India Team.
Kamui Kobayashi hat in diesem Jahr mal wieder viel Spaß gemacht und ich hätte ihn 2012 schon gerne in einem Top Team gesehen, aber da ist ja kein Platz. 2013 könnte das anders aussehen, wenn er seine Fehleranfälligkeit noch etwas reduziert. Sergio Perez ist eine der Überraschungen in diesem Jahr. Auch wenn er nicht immer mit Kobayashi mithalten kann, da könnte ein interessantes Talent heranreifen.

7. Force India
Die Inder liefern eine durchwachsene Saison ab, aber man darf nicht vergessen, dass sie auch nicht gerade mit einem üppigen Budget ausgestattet sind. Auch hat Vijay Mallya in den letzten 18 Monate das komplette Entwicklungsteam umbauen müssen, von daher sind die guten und vor allem besser werdende schon eine kleine Überraschung. Das hat aber auch mit den Fahrern zu tun, die nach einigen Schwächen zu Beginn des Jahres, eine starke Leistung zeigen. Sutil ist nach einem unschönen Start endlich wieder auf seinem normalen Niveau angekommen, Paul di Resta liefert für seine erste Saison sehr gute Ergebnisse ab und steht vermutlich auf der Long List einiger Teamchefs. Das Problem bei Force India ist halt, dass ihnen gegen Ende des Jahre die Ressourcen ausgehen, weil man am neuen Wagen arbeitet. Aber noch haben sie durchaus eine Chance auch Sauber abzufangen, aber die ist wirklich nur sehr schmal.

8. Toro Rosso
Das B-Team von Red Bull steht zwar in Sachen Design auf eigenen Beinen, hängt aber weiter am Tropf von Red Bull. Und so richtig gut läuft es in diesem Jahr wirklich nicht. Der erste eigene Entwurf eines F1-Chassis hat vielversprechende Ansätze, aber mehr eben auch nicht. Normalerweise sollte man auf dem Niveau von Force India unterwegs sein, was im Rennen auch gelingt. Aber in der Quali liegt man doch ein gutes Stück zurück. Die Punkte hat man bisher über die Strategie und die saubere Fahrweise der Piloten holen können.
Wobei mich bisher weder Sebastian Buemi noch Jamie Alguersuari wirklich überzeugen konnten. Buemi ist der bessere Mann in der Qualifikation und sieht auch im Rennen oft besser aus. Aber die Unterschiede im Rennen sind eher marginal. Klar dürfte sein, dass einer im Winter wird gehen müssen. Vielleicht auch beide, wenn man neben Daniel Ricciardo noch einen weiteren Mann findet.

9. Williams
Sicherlich die Enttäuschung des Jahres. Der FW33, dessen Konzept auf dem Papier interessant ausschaut, ist ein totaler Flop. Und zwar ein Flop von derartigen Ausmaßen, dass man sich fragt, warum das niemanden vorher aufgefallen. Patrick Head, Adam Parr und Frank Williams haben dann das einzig richtige gemacht und schnell Konsequenzen gezogen. Sam Michael und große Teile der Entwicklung mussten gehen, man hat sich mit Mike Coughlin einen durchaus interessanten Mann geholt, der in der Lage ist, einen sehr schnellen und zuverlässigen Wagen zu bauen. Auch der Deal mit Renault bringt Williams in die richtige Richtung, auch wenn der Cosworth offenbar nicht so schlecht ist, wie sein Ruf. Zu den Fahrern kann man wenig sagen. Barrichello macht seinen Job, wirkt aber lustlos, Maldonado überrascht immer mal wieder mit einer guten, versackt aber dann im Rennen. Die 4 Punkte, die Williams hat (letztes Jahr um die Zeit waren es 40), sagen eigentlich schon alles.

10. Lotus
Für mich die zweite Enttäuschung des Jahres. Es war klar, dass man im zweiten Jahr keine Bäume würde ausreißen können, aber im Grunde ist der Abstand noch vorne zwar kleiner geworden, aber nicht so weit, dass man zumindest mit Williams mithalten könnte. Dabei hat Lotus sehr viel Geld in die Hand genommen, darunter auch für die Renault-Motoren. Auffallend ist, dass beide Wagen sehr mit technischen Problemen ausfallen, bei Kovalainen waren das immerhin 5 Ausfälle und damit ist er in diesem Jahr der Spitzenreiter auf dieser Liste. Da gibt es offenbar Qualitätsprobleme in der eigenen Fabrik, denn der Renault-Motor ist ja in anderen Teams stabil. Allerdings – Lotus fehlt der “hot blown diffusor” und KERS, wenn das kommt, ist man vielleicht in der Lage Q2 zu erreichen.
Zu Trulli und Kovalainen kann man wenig sagen. Der Finne macht den besseren Eindruck in diesem Jahr, die besseren Rennergebnisse hat aber Trulli. Tony Fernandes hat angedeutet, dass man Trulli evtl. behalten könnte. Wenn ich ihm einen Rat geben müsste, würde ich schauen, dass ich jemanden wie Hülkenberg ins Team hole.

11. HRT
Ja, in der Wertung liegt HRT wieder vor Virgin, weil Liuzzi mal ein gutes Ergebnis eingefahren hatte. Was soll man sagen – das Wunder ist eigentlich, dass das Team noch fährt, was man Colin Kolles zu verdanken hat, der die Wagen in seiner Firma nahe Ingolstadt vorbereitet. Spanisch war an dem Team nur der Besitzer, der aber gewechselt hat. Mit der Investmentfirma kommt Geld, aber bei der momentan schwierigen Wirtschaftslage muss man da vorsichtig sein. Dass HRT nicht voran kommt liegt auch am alten, kaum veränderten Dallara Chassis, das nächstes Jahr dann wohl endgültig ausgetauscht wird. In Sachen Fahrer – Luizzi macht seinen Job, Karthikeyan fiel nicht weiter auf und sein Nachfolger, Daniel Ricciardo konnte bisher nicht überzeugen, aber dem muss man sicher noch etwas Zeit geben.

12. Virgin
Die Briten stehen am Ende der Wertung, was ihrer tatsächlichen Leistung vermutlich nicht ganz entspricht. Auch Virgin hat die technische Abteilung umgekrempelt. Nick Wirth ist raus (auch wenn man die F1-Abteilung von Wirth gekauft hat) und ab 2012 arbeitet man eng mit McLaren zusammen, was dem Team sicher etwas bringen wird. Aber dieses Jahr kann man abhaken. Interessant ist, dass man Timo Glock für weitere drei Jahre verlängert hat, aber offen darüber spricht, dass D’Ambrosio wohl 2012 nicht weiterfahren wird. Man sucht offenbar einen Fahrer aus dem Mittelfeld. Das könnte ein Ex-Toro Rosso Mann werden, aber auch die diversen Ersatzfahrer wird man sich anschauen.

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July 20 2011

06:49

Newshappen-Sammlung für 20.07.

// In England gärt weiterhin der Abhör-Skandal um die News Corp. und Rupert Murdoch vor sich hin und es sieht auch nicht so aus, als würde die Sache schnell beruhigen. Die ganze Sache könnte gravierende Folgen für die lautstark angekündigte Kaufofferte des News Corp./Exmor Konsortium um die Mehrheitsanteile der Formel Eins haben. Man muss kein Prophet sein, nicht nur dass Sponsoren der Formel Eins die Sache gerade mit einer gewissen Skepsis betrachten. Viel schlimmer, zumindest aus Sicht von Murdoch, dürfte sein, dass die potentiellen Verkäufer die Sache auch nicht gerade erfreut. Die News Corp. ist eine einflussreiche Firma, aber gegen die Interessen der vielen, vielen Beteiligten in der Formel Eins (Hersteller, Sponsoren, arabische Teilhaber) wird man nicht argumentieren können. Das Kartenhaus scheint da gerade zumindest teilweise zusammen gebrochen zu sein, zu mal auch noch überhaupt nicht absehbar ist, welche finanziellen Konsequenzen der Skandal für die News Corp. haben wird. Bernie Eccelstone wird vermutlich wieder etwas ruhiger schlafen. Eine ähnliche Meinung vertritt auch Joe Saward.

// Bei HRT ist mal wieder Bewegung im Faherkader. Nach dem Red Bull das Nachwuchstalent Daniel Ricciardo im Team gegen Bares platziert hat, gibt es nun Gerüchte, dass der neue Mehrheitsbesitzer des Team, Thesan Capital, Liuzzi aus dem Team haben möchte. Thesan ist eine Investmentgruppe, die auf dem spanischen Markt unterwegs ist, ergo möchte man gerne auch einen spanischen Fahrer ins Cockpit setzen. Da Jamie Alguersuari bei Toro Rosso ist, hat man nicht mehr so die große Auswahl. Jüngstes Gerücht ist, dass man den WTCC-Piloten Javier Villa gerne im Team hätte. Das ist etwas überraschend, ist Villa in den letzten Jahren zwar als talentierter Tourenwagen-Mann, aber nicht als Monoposto-Pilot aufgefallen. Sein letzter Einsatz in einem Auto ohne Dach war Ende 2009 in der GP2 Asia, seine Karriere in der GP2 zwischen 2007 und 2009 war jetzt auch nicht zwingend von so vielen Erfolgen gekrönt, dass er sich für ein F1-Cockpit aufzwingen würde.

// Ferrari-Chef Luca di Monetezemolo hat klar gestellt, dass Felippe Massa auch 2012 für die Italiener fahren wird. Interessant ist daran der Zeitpunkt. In den letzten Wochen hat es immer wieder Gerüchte gegeben, dass Mark Webber hier und da in Maranello gesichtet wurde, aber das Gerücht kann man damit wohl ad acta legen (Quelle: Ferrari PR)

// Es gibt Gerüchte, dass die FIA versucht Cosworth in der Formel Eins zu halten. Die kleine Firma steht nach dem Verlust von Williams ab 2012 nur noch mit HRT und Virgin als Kunden da und das wird nicht reichen, um für 2014 einen komplett neuen Motor entwickeln zu können. Man Know-How wird es nicht scheitern, eher an den Investitionskosten. Die FIA hätte aber gerne wenigstens einen unabhängigen Hersteller in der Serie, sollte ein Hersteller mal abspringen.

// Paul Truswell hat sich ein paar Gedanken zur neuen FIA Endurance WM gemacht und meint: “Provided that things get nailed down before the end of October, then there is every prospect of a successful championship. It may sound a little harsh, but the ALMS and the LMS have no intrinsic right to exist.” Lesenswert!

// Juan Pablo Montoya bekommt mal wieder einen neuen Crewchief. Statt Brian Pettie übernimmt ab sofort Jim Pohlmann den Laden. Der ist ein altes “Earnhardt Ganassi” Gewächs und war auch schon mal Car Chief. Pettie hatte sich in den letzten Rennen durch einige unglückliche Calls ziemlich schlecht in Szene gesetzt.

// Greg Erwin, bei Greg Biffle und Rousch entlassener Crew Chief, hat schon eine neue Heimat gefunden. Er wird versuchen AJ Allmendinger weiter nach vorne zu bringen. Die Erfahrung, die Erwin mitbringt, kann das kleine Team von Richard Petty sicher gut gebrauchen. Immerhin liegt Allmendinger auf P16 und hat noch kleine Chancen auf den Chase.

// J.J. Yeley hat bei Front Row Motorsport angedockt und wird dort die restliche Saison 2011 fahren. Dabei ersetzt keinen Fahrer, sondern springt nur für die bei den Trucks fahrenden Kvapil und Bodine ein.

// Kehrt die IndyCar Series nach Europa zurück? CEO Randy Bernard hat kürzlich in einem Interview mit dem Indianapolis Business Journal erwähnt, dass er sich gut vorstellen kann, etwa wieder in Deutschland zu fahren – und angedeutet, dass womöglich auch ein deutscher Hersteller an einem Einsteig in die amerikanische Open Wheel Serie interessiert sein könnte. Dabei handelt es sich freilich in jedem Fall noch um Zukunftsmusik, Bernard stellt einen Zeithorizont etwa im Jahr 2016 in Aussicht. Schon im kommenden Jahr könnte allerdings ein neuer Lauf in Houston dazukommen – auf der Strecke, die auch die Champ Cars jahrelang befahren haben. Außerdem wird derzeit wohl auch über Auftritte in Mexiko und ein zweites Brasilien-Rennen verhandelt. (Vorsicht)

// Langsam aber sicher gibt es auch immer mehr aAutosport</a> berichtete gegen Ende der letzten Woche, man habe Informationen, dass <strong>Jaguar</strong> den werksseitigen <strong>Einstieg in die LMP1</strong> plane – die in Besitz der englischen Traditions-Sportwagenschmiede befindliche Tata Group aus Indien evaluiere dies, aber eigentlich sei, den Quellen des Magazins zufolge, die Entscheidung bereits gefallen. Die französischen Kollegen von a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Endurance-info.com kontaktierten daraufhin Tata Motors über den offiziellen Kanal. Die Antwort der Jaguar Kommunikationsabteilung: einen solchen Entschluss gebe es noch nicht, man beobachte die Entwicklungen und konzentriere sich bis auf weiteres auf das GTE-Programm in den USA. Jaguar dementiert also erstmal einen eventuell geplanten Angriff auf die Le Mans-Krone. Doch das heißt ja nicht, dass es wirklich nicht dazu kommt. Es bleibt also nur: abwarten! (Stefan) 

// Lotus dagegen wird sein Le Mans-Programm wie geplant aneuen Mission</a> verschrieben: <strong>gemeinsam mit Lola entwickelt man einen Elektro-Rennwagen</strong> unter dem Kürzel 12/69EV – die 12 steht für das Modelljahr, bei den hinteren zwei Ziffern steht Nummern in den 60ern bisher üblicherweise für Le Mans-Coupés. Von einer Rückkehr nach Le Mans ist jedoch bisher nicht die Rede, stattdessen möchte Drayson in der von der FIA angekündigten Elektro-Meisterschaft teilnehmen, deren Gründung Jean Todt mit der EU vereinbart hat. Was für ein Fahrzeug nun genau das Ergebnis sein wird, wurde bisher noch offen gelassen – es soll jedoch noch in diesem Jahr der Öffentlichkeit bei Testfahrten vorgestellt werden. Drayson versucht also damit an die letzten Jahre anzuknüpfen: neue Technologien forcieren und sie vor allem öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Denn das erste Projekt eines Elektro-Rennautos ist dieses nicht; aber es könnte das prominenteste werden. Der Start des neuen “a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">EV Cup“, dem sich Drayson Racing für die Zwischenzeit verschrieben hat, wurde übrigens auf den Winter und in die USA verlegt, erst 2012 könnte es Events in Europa geben. Draysons langjähriger Co-Pilot, der junge Jonny Cocker, arbeitet derweil daran, ein Cockpit für die letzten Rennen der ILMC-Saison zu bekommen. (Stefan) 

//Zak Brown, Teamchef und Fahrer des US-Sportagen-Teams United Autosports, a

July 06 2011

05:54

Newshappen-Sammlung für 06.07.

// Williams arbeitet weiter an einem Comeback. Nachdem man das gesamte technische und aerodynamische Führungspersonal ausgewechselt hat, ist nun der Motor dran. Ab 2012 fährt man wieder mit Renault-Power, baut aber das Getriebe weiter selber. Die Entscheidung, Cosworth zu verlassen, stand schon im letzten Winter zur Debatte, da kam man aber nicht aus dem laufenden Vertrag raus. Dem britischen Motor sagt man nach, dass es ihm etwas an Leistung fehlt, vor allem das Drehmoment soll schlechter sein. Da bei den eingefrorenen Motorenregeln jede minimale Verbesserung Gold wert ist, macht der Wechsel durchaus Sinn. Allerdings hat der neue Deal auch einen anderen Hintergrund. Offenbar will sich Williams schon für 2014 aufstellen, wenn die neuen Motoren kommen. Cosworth beliefert damit nur noch HRT und Virgin und die Gerüchte besagen, dass man keinen V6-Turbo bauen wird. (Don)

// Virgin-Marussia hat die Woche einen Deal mit McLaren bekannt gegeben. Man wird deren Windtunnel und die Simulatoren nutzen können. Auch eine weitere technische Beratung durch McLaren, so sehr es die Regeln zulassen, ist geplant, die wird aber nicht so weit gehen, wie McLaren mit Force India zusammenarbeiten. Dort liefern McLaren und Mercedes quasi die gesamte Technik. Des Weiteren hat Virgin die F1-Abteilung des ehemaligen Chef-Designers Nick Wirth gekauft, dessen reine CFD-Konstruktionen zwar nicht gezündet haben, aber auch nicht so schlecht war. Offenbar will man mit dem Kauf die Zukunft absichern. Interessant sind die Investionen nicht nur wegen der Zusammenarbeit mit McLaren, sondern auch, weil das Geld nicht von Richard Branson, sondern von Marussia kommt. Die Russen wollen offenbar ihre Investition in die F1 erweitern. (Don)

// Neuigkeiten gibt es auch von HRT. Dort hat ein Investor namens Thesan Capital die Mehrheit von José Carrabante übernommen, dem der Laden bisher gehörte. Hinter Thesan steckt die japanische Nomura Holding, die die Investmentgesellschaft kontrolliert. Thesan hat sich eigentlich auf das “Leverage” Business eingestellt. Man kauft marode Firmen zu kleinen Preisen auf und schaut dann, ob sie sanierungsfähig sind, oder doch Heuschrecken-artig ausgeschlachtet werden. Etwas undurchsichtig ist, was Thesan jetzt eigentlich mit dem Rennstall will. Eine Sponsorfläche für die aufgekauften Firmen, darunter eine Pizza-Kette? Man darf nicht vergessen, dass das Team nur auf dem Papier spanisch ist. Vorbereitet werden die Wagen in den Räumen von Colin Kolles, dem Teammanager, dem man nachsagt, dass er die Chassis auch besitzt, nachdem er sie von Dallara abgekauft hat, weil Carrabante kein Geld mehr hatte. (Don)

// Noch mal HRT, wo nun ab diesem Wochenende Daniel Ricciardo fahren soll. Wen er ersetzt, ist nicht klar, aber die Möglichkeit ist besteht, dass Liuzzi mal wieder dran glauben muss. Karthikeyan wäre eigentlich der logische Kandidat, aber der bringt die Sponsorgelder von Tata mit. Red Bull wird dafür bezahlen, dass man Ricciardo unterbringt, was Karthikeyan wieder in Bedrängnis bringen könnte. Das Red Bull Ricciardo bei HRT “parkt” dürfte einerseits Buemi und Alguersuari bei Toro Rosso entlasten, zeitgleich wird aber auch klar, dass man Ricciardo testet um zu sehen, was er drauf hat. Nur zur Info: Ein gewisser Alonso wurde von Briatore auch mal bei Minardi eingesetzt um zu lernen. Bei Red Bull hält man sich damit alle Türen offen. Man kann 2012 wieder Mark Webber einsetzen, man kann, wie damals bei Vettel, das Risiko einer Verpflichtung eingehen. Webber, der seit Wochen in den Medien sagt, wie gerne er weiter für Red Bull fahren würde, hätte außer Ferrari kaum Optionen bei einem Top Team. Angeblich war er schon in Maranello, angeblich hat Ferrari kein Interesse. Man darf aber nicht vergessen, dass Webber seit Jahren bei Red Bull ist und die Technologie der Wagen bestens kennt. Er würde Informationen mit bringen, die Ferrari durchaus interessieren könnten. (Don)

// Team Lotus hat einen neuen “Sponsor”. Das Logo des Herstellers Caterham wird ab dem GP in Silverstone auf den Autos kleben. Der Deal ist in sofern kein richtiger Sponsordeal, weil Caterham seit ein paar Monaten Tony Fernandes gehört. (Don)

// Die FIA hat den Einsatz der V6-Turbos ab 2014 abgesegnet. Die Höchstdrehzahl wird 15.000 U/min betragen, was den Autos hoffentlich auch mal wieder einen etwas besseren Klang gibt. Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass 1.6 Liter Motörchen gut klingen, V6 hin oder her. (Don)

// Porsche wird ab 2014 wieder bei den 24H von Le Mans antreten. Der Schritt war seit einigen Wochen erwartet worden, da man wohl schon angefangen hat, Personal zu rekrutieren. Porsche hat nicht gesagt, mit was für einem Motor man in Le Mans antreten wird, aber die Vermutung liegt nahe, dass es ein Benziner/Hybrid sein wird. Das Audi-Engagement steht deswegen nicht zwangsläufig auf der Kippe, da der VW-Konzern offenbar schauen wird, welches Reglement (Diesel/Hybrid) von der FIA und dem ACO in Zukunft bevorzugt wird. Hinter dem dann doch recht kostenintensiven Einsatz (angeblich hat Audi die Entwicklung des R18 nebst Einsatz über 80 Millionen Euro gekostet) steckt wohl Ferdinand Piech, der beide Marken in der Serie sehen möchte. (Don)

// Ebenso interessante, wie traurige Zahlen gibt es von IRL zu berichten. “The Daily Planet” gibt an, dass das Rennen in Iowa, das ja nun wirklich zu den besseren der Saison gehörte, gerade mal 500.000 Zuschauer auf Versus verfolgten. Das sind Zahlen, die Eurosport in Deutschland mit der Le Mans Serie erreicht. Versus hat eine technische Reichweite von 80.000.000 Millionen Zuschauern, was das Debakel noch deutlicher macht. (Don)

// Die 24H von Spa werfen immer mehr ihre Schatten voraus. Marc VDS hat nun angekündigt bei dem Rennen nicht wie zu erst gemeldet 2 Ford GT3 an den Start zu bringen, sondern ersetzt einen Ford GT3 durch einen BMW Z4 GT3. Pilotiert wird das Auto von Bas Leinders, Marc Hennerici und Maxim Martin. Als offizielen Grund gibt man die Leistungsfähigkeit des Wagens an, inoffiziell soll es aber wohl auch bei Marc VDS wohl zu Problemen mit den Ersatzteilen kommen, da Matech seit seiner Pleite wohl auch kaum mehr Ersatzteile liefern kann/will/darf. (Flo aus N)

// Nach 2005 kehr die IndyCar Series 2012 wieder auf den Auto Club Speedway in Fontana zurück. Zur Erinnerung: dies ist genau jende Strecke auf der Gil de Ferran mit seinem Penske damals noch unter CART-Banner den bis heute gültigen “closed-course record” von sage und schreibe 388,454 km/h hält. Allerdings heist es für uns wohl sehr lange wach bleiben oder früh austehen, denn das Rennen, welches im Herbst über die Bühne gehen soll, soll ein Nachtrennen werden. Dies bedeutet auch die Rückkehr der ISC, welche die meisten Tracks der Nascar inne hält, denn in diesem Jahr fährt man auf keiner der Strecken. (Flo aus N)

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June 23 2011

15:35

Formel Eins: Vorschau Valencia 2011

Die Formel Eins macht zum zweiten Mal Halt in Spanien, dieses Mal in Valencia. Das Rennen dürfte dank der Pirelli auch etwas besser als sonst werden. Außerdem hat sich in den letzten Tag viel hinter den Kulissen getan.

Die FIA hatte es angedroht, nun hat sie es auch umgesetzt. Das “Engine Mapping” in der ECU ist verboten. Was genau hatten die Team gemacht? Die Standardelektronik (ECU) bietet allen Hersteller einen gewissen Spielraum für ihre Programmierung. Das muss ja auch so sein, da die Motoren unterschiedliche “Mapping” fahren. Das sind die Programme, mit denen man zum Beispiel den Verbrauch oder den Zündzeitpunkt verändern kann. Innerhalb dieses Mappings kann man auch mit dem elektronischen Gaspedal spielen. Renault und Red Bull waren die ersten, die die bei hohen Drehzahlen mit einigem Wumms ausgestoßenen Abgase nutzten, um den Diffusor auch dann anzublasen, wenn der Fahrer in einer Kurve vom Gas gehen muss. Der Fahrer bremst vielleicht, die Motordrehzahl bleibt aber oben und so bekommt man mehr Abtrieb. Und genau das ist schon ab Valencia verboten.

Im nächsten Schritt werden dann ab dem Rennen in Silverstone die sogenannten “heiß” angeblasenen Diffusor verboten. Die Abgase dürfen also nicht mehr durch den Diffusor oder den Unterboden in Richtung Diffusor geleitet werden, was vor allem Red Bull und Renault treffen sollte. Aber auch Ferrari, McLaren, Mercedes, Sauber und Williams hatten in den letzten Monaten das System adaptiert. Für alle Teams bedeutet dies, dass sie ihre Abgasführung und ihre Unterböden zumindest ab England komplett neu gestalten müssen. Ein ziemlicher Aufwand und vor allem hinterlässt es einige Fragen, was die Performance der Teams ab dem britischen GP angeht.

In Valencia sollte die alte Hackordung noch gelten, zumal der Kurs wenig schnelle Kurve bietet, die einen angeblasenen Diffusor bevorteilen. Dennoch hilft das Verbot des Mapping vor allem den kleinen Teams, darunter Williams, denn Cosworth hat das bisher nicht im Angebot gehabt.

Weiter vorne wird Red Bull weiter dominieren, aber McLaren ist nicht mehr weit weg. Das Rennen in Kanada und vor allem die Quali, verzerrte wegen des Wetters den Stand der Dinge ein wenig, von daher ist es schwer zu sagen, wie nahe McLaren wirklich dran ist. Da wird man abwarten müssen. McLaren machte jedenfalls einen starken Eindruck, das gilt auch für die letzten Rennen in Valencia.

Bei Ferrari bin ich mir weiterhin nicht sicher, wo die eigentlich genau stehen. In Kanada hat man mit Pech ein besseres Ergebnis verpasst, aber auch hier gilt, dass das Wetter einiges verzerrt hat. In Valencia könnte den Italienern entgegen kommen, dass es sehr heiss werden soll, am Renntag bis zu und gar mehr als 30 Grad. Dem Ferrari scheinen höhere Temperaturen zu besser zu liegen, dazu kommt, dass Pirelli am Wochenende die Mischungen Medium/Soft anrollt. Medium klingt spannend und eigentlich gut für Ferrari, aber beim “neuen” Reifen handelt es sich um die alte “hart” Komponente von Pirelli. Und die lag dem F150 nun mal überhauüt nicht.

Von Mercedes erwarte ich eigentlich nicht sonderlich viel. Bisher zeigte man eine durchwachsene Leistung und man kann froh sein, wenn man mit Ferrari mithalten kann. Großer Gegener in der WM ist aber nicht Ferrari, Red Bull oder McLaren, sondern Renault, die punktemäßig mit den Stuttgartern auf Augenhöhe liegen. Das ist dann schon etwas ernüchternd, liegt das Budget von Renault doch wohl deutlich unter dem von Mercedes. Die Augen werden sich vermutlich in Valencia wieder auf Michael Schumacher richten. Dessen Rennen in Montreal zeigte mal wieder einen Schumacher in guter Form, aber ob das ein “one off” war, oder Schumacher auch ohne Regen seine alte Form gefunden hat, wird sich noch erweisen müssen.

Bei Renault hängt der Haussegen immer noch schief. Es gibt erstaunlich viele Umbesetzungen in der Führungsspitze und Nick Heidfeld steht deutlich in der Kritik. In Kanada zeigte er erst ein gutes Rennen, dass er dann aber durch den Felher hinter Kobayasgi wegwarf. Da hätte ein Podium drin sein können. Gleichzeitig verstärken sich die Gerüchte, dass das Team mit dem Geld etwas knapp ist. Angeblich wartet Motorenlieferant Renault auf eine zweistellige Summe und bei der Group Lotus weiß man nicht so recht, was man machen soll. Die Woche tauchten schon Gerüchte auf, dass Bruno Senna mit seinem Sponsorgeldern Nick Heidfeld ersetzen könnte, die aber vermutlich doch etwas aus der Luft gegriffen sind.

Immerhin scheint es so, dass Renault sich nun auch etwas vom Mittelfeld abgesetzt hat. Sauber machte in den letzten Rennen nicht den Eindruck, als könne man bei der Entwicklungsgeschwindigkeit der “Großen” mithalten. Die Schweizer sind aber immer noch schneller als Force India, deren jungen Designerteam sich aber offenbar so langsam findet. Der Wagen ist besser geworden, die Ergebnisse sind allerdings noch nicht da. Vor allem nicht bei Adrian Sutil, der in diesem Jahr sogar ein wenig im Schatten von Newcomer Paul di Resta steht. Hinzu kommt, dass es jetzt wohl doch einen Anzeige gegen Sutil wegen der Prügelei in Shanghai geben wird. Vijay Mallya hat sich bisher nicht klar dazu geäußert, was er im Falle eine Anklageerhebung machen möchte. Sutil weiterfahren lassen? Oder doch lieber Hülkenberg mal ranlassen und Sutil so lange parken, wie er rechtliche Probleme hat?

Weiter hinten gibt es wenig Neuigkeiten, von daher lassen ich die mal weg. Deutlich interessanter ist dagegen, was sich hinter den Kulissen tut. Denn offenbar rebellieren die Teams gegen die von Max Mosley und Jean Todt angestrebte Lösung, einen Vierzylinder-Turbo ab 2013 in der F1 einzusetzen. Das Datum hat man schon mal auf 2014 verschoben und offenbar haben die Teams zusammen mit der Technischen Arbeitsgruppe der FIA beschlossen, dass man lieber auf einen V6-Turbo mit 1.6 Liter Hubraum setzen möchte. Das ist auch eine “Lex Ferrari” die mit dem Vier-Zylinder einfach nicht glücklich werden, weil der sich nicht verkaufen lässt. Man darf davon ausgehen, das die V6-Lösung kommen wird.

DRS gibt es auch wieder in Valencia und zwar wieder in zwei Zonen mit einem Messpunkt. Der Messpunkt ist vor T8. Die erste DRS-Zone reicht von Mitte T11 bis zum ersten Anbremspunkt, dann wieder nach T14 bis zum nächsten Anbremspunkt.

Zum Schluss noch ein sehr kurze Einschätzung von Cara Tredget, Shell Technology Manager bei Ferrari, zum Thema Sprit in Valencia. Eine längere Audio-Einschätzung folgt vielleicht noch, da warte ich auf die Freigabe.


Cara Tredget looks ahead to the European GP</a> <i>von aa<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">racingblog_tv

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February 02 2011

17:34

Formel Eins: Test Valencia Tag 2 – Interview Sam Michael

Viel Arbeit heute für die Teams bei den Testfahrten, aber wenig neue Erkenntnisse. Lotus griff heute ebenfalls ein, kam aber nicht weit.

Testfahrten zu analysieren ist immer ein wenig, als würde man in die Glaskugel schauen. Es gibt derartig viele Variablen zu beachten, dass es fast unmöglich ist zu sagen, ob ein Team mit dem neuen Chassis richtig liegt. Jedes Team hat ein unterschiedliches Testprogramm, das unterschiedliche Systeme einsetzt. Mal legt man Wert auf die Aerodynamik, also ob die auch das macht, was wie am Computer gezeigt hat, mal sind es Versuche, mit Aufhängung und den Reifen zu spielen. Dazu kommt in diesem Jahr auch die Wiedereinführung des KERS-System und der verstellbare Heckflügel. Daher sollte man die Zeiten aus Valencia mit Vorsicht geniessen.

Dazu gibt es heute ein Interview mit Sam Michael von Williams.

Lotus hat seinen TL 128 heute das erste Mal eingesetzt, allerdings gab es Probleme mit der Servolenkung, so dass man nicht wirklich gute Zeiten liefern konnte. Man beließ es bei Funktions- und Aerodynamiktests und beendete den Nachmittag etwas früher als geplant. Ungewöhnlich sind solche Probleme beim ersten Einsatz eines Wagens nicht. Mercedes musste über Nacht die Hydraulik umbauen, die gestern Probleme gemacht hatte. Aber dafür sind solche Tests ja da.

Völlig problemlos lief es wieder für Red Bull und Ferrari, die auch wieder mit Abstand die schnellsten Zeiten der neuen Wagen setzen konnten. Am Nachmittag stieg Mark Webber in den RB7, kam aber kaum zum fahren, weil er wohl kleinere Probleme mit seiner Sitzposition im Wagen hatte.

Kleine Probleme gab es auch bei Williams, vor allem machte auf Twitter das unbestätigte Gerücht die Runde, dass Rubens Barrichello mit dem neuen FW33 ganz und gar nicht zufrieden sei. Sam Michael gab sich allerdings zufrieden (Siehe Interview weiter unten). Etwas überraschend war, dass Pastor Maldonado auf Anhieb die Zeiten von Barrichello bis auf 2 Zehntel erreichen konnte, aber hier ist dann auch die Frage, wie voll der Tank war.

Auch in Schwung kam Rosberg im Mercedes. Zum einen scheinen die Zeiten auf Anhieb schon mal in Ordnung zu sein, zum anderen hatte man keine Probleme. Zwar blieb der Deutsche einmal während der Session stehen, das war aber geplant, weil man den Tank trocken gefahren hatte.

Nach dem das Rätsel um die neue Auspuffanlage von Renault halbwegs geklärt ist, ist jetzt die Frage, wer so ein System noch haben könnte. Red Bull so angeblich eine Variante in petto haben, ebenso McLaren. Ross Brawn meinte gegenüber Autosport aber, dass der neue Auspuff kein “must have” in dieser Saison ist. Sein Nutzen sei eingeschränkt, die Probleme mit der Ableitung der Hitze dafür um so größer. Man müsse für diese Lösung größere Seitenkästen bauen, was wieder die Aerodynamik stört. Das hängt vermutlich aber auch davon, wie kompakt der Motor gebaut ist. Sowohl der Mercedes, als auch der Renault Motor haben einen Zylinderwinkel von 90°, aber die Größe der Kühler und Nebenaggregate ist wohl etwas unterschiedlich. Daher wird es auch nicht leicht die Idee von Renault zu kopieren. Zumindest für jene Teams, die keinen Renault-Motor haben.

Einen richtigen “Game Changer” scheint es also bisher nicht zu geben, auch wenn sich die Philosophien in Sachen Design teilweise doch deutlich unterscheiden. Man darf aber auch nicht vergessen, dass zum Saisonstart in knapp 5 Wochen alle Teams ein großes Update bringen werden. Eventuell wird man die auch schon zum Start der Testwoche in Bahrain ein paar Tage vorher sehen. Da die Wagen dann nicht mehr zurückgehen, wird es den Teams nicht leicht fallen, noch etwas aus dem Hut zu zaubern.

1 Alonso Ferrari 1m13.307s
2 Vettel Red Bull 1m13.614s +0.307
3 Di Resta Force India 1m13.844s +0.537
4 Hamilton McLaren 1m14.353s +1.046
5 Kubica Renault 1m14.412s +1.105
6 Karthikeyan HRT 1m14.472s +1.165
7 Rosberg Mercedes 1m14.645s +1.338
8 Glock Virgin 1m15.408s +2.101
9 Barrichello Williams 1m16.023s +2.716
10 Perez Sauber 1m16.198s +2.891
11 Maldonado Williams 1m16.266s +2.959
12 Buemi Toro Rosso 1m16.359s +3.052
13 Alguersuari Toro Rosso 1m16.474s +3.167
14 Webber Red Bull 1m17.365s +4.058
15 Kovalainen Lotus 1m20.649s +7.342

Nachfolgend noch ein Interview mit Sam Michael von Williams. Das “Interview” stammt von Williams selber. Die Teams haben schon im letzten Jahr angefangen, eigene Interviews der Presse zur Verfügung zu stellen. Manche sind belanglos, das hier fand ich ganz interessant. Da ich heute in der Bahn saß, habe ich es mal übersetzt, das wird aber eine Ausnahme bleiben. In Zukunft stelle ich die dann im Original ein.

Wie gesagt, das ein Interview, dass von Williams direkt kommt, nicht von mir oder einer Agentur.

Auf welche Bereiche des Wagens hat sich das Team gestern konzentriert?
Wir haben ein paar mechanische Basistests und mit der Aerodynamik gemacht, um zu sehen, ob der Wagen auch das macht, was er sollte. Alles hat gut funktioniert und alle Daten waren korrekt.

Also ein erfolgreicher Tag?
Es war ein guter, weil wir einiges geschafft haben. Bis auf ein Problem mit dem KERS, war alles am Wagen in Ordnung. Wir planen jetzt einfach Kilometer abzuspulen und die neuen System anzuprobieren.

Wo lag das Problem beim KERS?
Wir hatten Probleme mit der “Motor Generator Unit” (MGU) am Morgen, das hat uns zweieinhalb Stunden gekostet. Wie wussten aber wo das Problem lag, also haben wir das System abgeklemmt und sind ohne am Nachmittag gefahren. Es gab keinerlei Probleme mit den Temperaturen oder mit anderen Systemen. Insgesamt haben wir 78 Runden geschafft, was angesichts der verlorenen Zeit nicht schlecht war.

Das Team nutzt dieses Jahre eine Akku-Version von KERS. Wie wurde es entwickelt?
Es gibt drei Hauptbestandteile bei KERS. Der Akku ist von Williams entwickelt und gebaut worden, aber die Akku-Zellen besorgen wir uns woanders. Das ist für eine Firma wie die unsrige etwas günstiger. Das zweite Teil ist MGU und die dazu gehörigen Elektronik, die ebenfalls bei uns entwickelt wurde. Die Mechanik kommt von Cosworth.

Es gibt ein Menge Interesse bezüglich des Hecks des FW33. Wie lautet die Philosophie hinter dem Design?
Die größten Änderungen gibt es beim Getriebe und dem Differential. Die Idee war, wie bei anderen Teams, einen möglichst störungsfreien Luftfluss zum Heckflügel zu haben. Wir haben den oberen Querlenker und die Spurstange höher gelegt und ein Z-förmiges Layout der Aufhängung gewählt, wie man es aus der Zeit Mitte der 90er kennt. Das wird uns für ein Pull-Rod System entschieden haben war bei unserem Design eine einfache Entscheidung, weil dadurch im Heck mehr Platz ist. Wir haben das kleinste und kompakteste Getriebe gebaut, mit sehr extremen Antriebswellen. All diese Entscheidungen sind im März 2010 gefallen und wir haben hart auf dem Prüfstand gearbeitet, damit wir die nötige Verlässlichkeit haben.

Wie schnell arbeitet der neue, klappbare Heckflügel und wie funktioniert er?
Es gibt ein Hydrauliksystem, es dauert nur ein paar Millisekunden um ihn zu aktivieren. Wenn der Fahrer den Knopf loslässt oder auf die Bremse tritt, geht der Flügel wieder in seinen alten Zustand zurück. Wir haben mit den Fahrern im Simulator ausprobiert, dass der Fahrer den Knopf immer gedrückt halten muss und der Flügel erst zurück kommt, wenn die Bremse berührt wird, aber es gibt Situationen, in denen man den Heckflügel wieder oben haben möchte, ohne dass man die Bremse berührt.

Wie arbeiten die neuen Pirelli Reifen?
Das ist noch etwas schwer zu beantworten. Es gibt eine sichtbare Abnutzung, aber wie erwarten kein großes Graining. Wie haben noch nicht die beste Abstimmung gefunden, also nutzen wir die Reifen nicht komplett. Aber die Medium-Mischung wirkt bei den hiesigen Bedingungen sehr stabil.

Rubens hat sich besorgt über die Anzahl der Knöpfe am Lenkrad gezeigt.
Man hat dieses Jahr ziemlich gut zu tun, vor allem durch die Wiedereinführung von KERS. Das haben wir schon im Simulator gesehen. Die Belastung der Fahrer ist ist etwas, was wir uns ansehen müssen.

Hat man das Design des Lenkrads verändert?
Nicht wirklich. Man hat einige Knöpfe verlegt, damit der Fahrer andere System, wie den Heckflügel, leichter bedienen zu können. Wenn man aus einer Kurve kommt, muss man den Knopf leicht erreichen können. Ansonsten ähnelt das Layout dem aus dem letzten Jahr.

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Bilder: Team Lotus, Mercedes GP, Ferrari

December 25 2010

09:40

F1 Saisonrückblick II: Die Teams

Nicht viele Teams habe sich dieses Jahr mit Ruhm bekleckert. Im Grunde hatten alle dieses Jahr den einen oder anderen Aussetzer. Mein Team des Jahres ist daher vielleicht für einige eine Überraschung.

Die Saison 2010 bot mangels großer Regeländerungen die Chance die bewährte Technik zu verbessern, oder aufbauend auf den Erfahrungen des Vorjahres ein Chassis zu bauen, dass den eigenen Erwartungen besser entsprechen würde. Das führte zu meist ähnlichen Ansätzen beim Design, wobei Red Bull klar vorgab, wohin die Reise geht. Erstaunlicherweise kopierte niemand das Design des Vorjahres Siegerwagens, dem Brawn. Selbst Ross Brawn verwarf das alte Chassis und ging mit neuen Ideen an den Start. Schwer hatten es die neuen Teams, die keinerlei Erfahrungen und kaum Geld zur Verfügung hatten. Das ihr Rückstand groß sein würde, war klar, aber es war dann doch etwas schockierend wie hoch er am Ende war.

Die Reihenfolge der Teams nach der WM-Wertung 2010

1. Red Bull
Klar, man hatte das beste Auto auf der Strecke, das man im Laufe der Saison auch noch weiter verbessern konnte. Eigentlich hatte der RB6 nur eine einzige Schwäche: Den Topspeed. Der lag weit unter allem, was die Konkurrenz schaffte, aber gegen Ende der Saison konnte Red Bull dieses Manko teilweise ausmerzen. Man wurde zwar nicht viel schneller, aber der Wagen beschleunigte vor allem aus engen Kurven heraus deutlich besser als der Rest der Welt. Wären nicht die technischen Probleme gewesen, die Saison wäre deutlicher für die Bullen ausgegangen. Der Renault-Motor war eine Schwäche, allerdings gab es auch immer wieder Probleme mit Bremsen (Vettel/Australien, Montreal usw.). Etwas chaotisch zeigte sich teilweise die Teamführung. Christian Horner schien die Kontrolle ab und an aus den Händen zu gleiten, vor allem, wenn sich Vettel und Webber ins Gehege kamen (England, Türkei) oder Helmut Marko als de-facto Teamchef im Hintergrund allzu deutlich wurde. Die, zumindest von außen, merkwürdig organisierte Teamführung ist sicher auch ein Grund, warum Red Bull noch nicht perfekt funktioniert. Man darf aber nicht vergessen, dass bisher niemand Erfahrung darin hatte, wie man einen WM-Titel gewinnt. Herzstück von Red Bull ist aber nicht alleine das Team, sondern Red Bull Technology, also Adrian Newey, der ebenfalls zu erweiterten Teamführung gehört. Ob diese Dreierspitze immer so reibungslos funktionieren wird?

2. McLaren
Nach der etwas schmerzhaften Trennung von Mercedes hat mich McLaren überrascht. In den letzten Jahren hieß es immer, dass Mercedes einiges an Entwicklungsarbeit mitleistet, von daher bin ich davon ausgegangen, dass McLaren einen schlechten Start erwischt, weil es Zeit braucht, bis neue Strukturen greifen. Tatsächlich lief es besser, aber gegen Ende der Saison merkte man doch, dass der große Partner fehlte. Man hatte sich wohl mit dem F-Schacht/Unterbodensystem verzockt, jedenfalls war der Speed plötzlich weg und er kam auch nicht wieder. Vielleicht wäre mit der Unterstützung von Mercedes da eher etwas gefunden worden. Ansonsten hat mir McLaren im Jahr 1 nach der Trennung gut gefallen. Saubere Arbeit, geniale Idee mit dem F-Schacht, ruhige und souveräne Teamführung, entspannt auch in engen Situationen. Das einzige Fragezeichen was ich habe, steht hinter der Entwicklungsfähigkeit. Hat McLaren die Power in den nächsten Jahren auch ohne Partner gegen Ferrari, Red Bull oder Mercedes anzukommen?

3. Ferrari
Miserabler Start, gutes Finish. Allerdings muss sich Ferrari zum wiederholten Mal die Frage gefallen lassen, warum man im Winter so tief schläft. 08/09 verpennte man den Doppeldiffusor, 09/10 den Blown Diffusor. Man baute gute Autos, aber ohne besonders einfallsreich zu sein. Mir fiel bei der Präsentation in diesem Winter schon auf, dass das Chassis auffällig unauffällig wirkte. Die Schwäche bei Ferrari liegt wohl in der Designabteilung, auch wenn die in einem Verzweiflungsakt mit der B-Variante einiges nachholen konnte. Wenn man bedenkt, dass Ferrari nach dem Massa-Unfall seit September 2009 neue Teile im Renntrimm ausprobiert hatte, war das Ergebnis kläglich. Problematisch soll bei Ferrari die Teamführung sein. Stefano Domenicali und Luca Baldisseri werden klar vom heimlichen Ferrari-Chef Luca di Montezemolo gedeckelt, dem technischen Direktor Aldo Costa und dem Chefaerodynamiker Marco de Luca werden Schwächen zugesprochen. Das alte “Ferrari-System” das vor der Ankunft von Jean Todt herrschte, soll wieder Einzug gehalten haben. Jeder sichert sich nach hinten ab, keiner traut sich was. Angesicht des mauen Designs und den oft schwach wirkenden Entscheidungen von Domenicali könnte da was dran sein. Es wurde darüber spekuliert, dass Montezemolo das Team umkrempelt, aber das hat er bisher dementiert.

4. Mercedes-Benz
Sicher etwas enttäuschend für die Stuttgarter, aber ehrlich gesagt nicht so verwunderlich. Mercedes hat sich im letzten Jahr extrem spät dazu entschieden, BrawnGP zu kaufen. Ross Brawn steckte bis zum vorletzten Rennen im WM-Kampf, hatte keine Sponsoren und keine andere, finanzielle Rückendeckung. Das Budget für die Entwicklung des 2010er Chassis war knapp, die Ressourcen dünn. Laut einer unbestätigten Aussage von Brawn hatte er schon geplant die Saison 2010 mit einer B-Variante des Vorjahres zu starten. Mercedes hat dann auch nicht so viel Geld reingestopft, wie es vielleicht nötig gewesen wäre. Man hat wohl auf eine gute Idee von Brawn und die Erfahrung von Schumacher gebaut, um vorne dabei sein zu können. Aber schon bei den Tests zeigte sich, dass der Wagen nicht besonders gut lief. So sehr ich die Probleme zu Saisonbeginn verstanden habe, so sehr war ich verwundert, dass Mercedes überhaupt nicht vom Fleck kam. Im Grunde holte man nur leicht auf um dann den Abstand zu halten. Mag sein, dass das Chassis schon im Mai, als man den Radstand verlängerte, schon am Ende war, doch ich habe mehr erwartet. Der vierte Platz ist angesichts der Schwierigkeiten fast eine Überraschung, alarmierend ist aber der Abstand nach vorne.

5. Renault
Alle Welt setzt auf ein langes, schmales Chassis, nur Renault baut einen Panzer. Umso erstaunlicher, dass der Wagen dann auch noch so schnell war. Bemerkenswert ist auch, dass sich das Team trotz aller finanziellen Beschränkungen im Laufe der Saison so gut halten konnte. Die geleistete Entwicklungsarbeit war bemerkenswert und wäre Petrov nicht so schlecht gewesen, hätte man mit Mercedes um Platz 4 gekämpft. Das entspricht zwar auch nicht dem Anspruch des Teams, aber nach den schweren Jahren und den Skandalen war das immerhin schon mal etwas. Der erzwungene Abgang von Flavio Briatore scheint dem Team gut getan zu haben, Teamchef Eric Boullier hat richtig gute Arbeit abgeliefert. Er musste das Team neuaufbauen, mit den neuen Besitzern klar kommen und sehen, dass der Laden einigermaßen erfolgreich läuft. Das ist ihm gelungen und vor allem konnte sich Renault bis zum letzten Rennen immer wieder in Szene setzen. Zwar ging ihnen, vermutlich wegen fehlender Entwicklung, am Ende der Saison in der Quali etwas die Luft aus, aber Kubica war immer für eine Überraschung gut. Das neue Geld aus Russland und Malaysia (Group Lotus) sollte helfen, wenn die Malayen Eric Boullier denn in Ruhe arbeiten lassen.

6. Williams
Ganz klar: Mein Team des Jahres. Williams ist, auch nach dem Verkauf etlicher Anteile an den österreichischen Geschäftsmann Toto Wolff, immer noch ein Familienunternehmen. Frank Williams leitet die Sache zusammen mit Patrick Head. Sam Michaels hat als technischer Direktor viel an Profil gewonnen und man hat ein solides Team im Bereich der Aerodynamik. Der FW32 war kein Glanzstück, im Gegensatz zu den Modellen der Jahre davor war er aber von Anfang an vernünftig. Erstaunlich auch, dass man trotz enger Finanzen im Jahr immer besser wurde. Das lag mit Sicherheit auch am Input von Rubens Barrichello, dem man nicht ohne Grund ein weiteres Jahr in der F1 geschenkt hat. Eigentlich sollte man auf diesem guten Jahr aufbauen können, aber man verliert mit RBS, Philips und Air Asia drei wichtige Sponsoren. Das man Hülkenberg hat gehen lassen müssen, weil Maldonado geschätzte 15 Millionen Dollar mitbringt, hilft der Sache auch nicht. Erstaunlich ist auch, dass Williams Cosworth treu bleibt und nicht zu Renault gewechselt ist. Aber man erhofft sich von Cosworth, weil man deren Zugpferd ist, wohl eine bessere Unterstützung. 2011 wird für Williams aber schwer, das kann man jetzt schon sagen.

7. Force India

Nur knapp von Williams um einen Punkt in der WM geschlagen, was eigentlich heißt, dass es nicht schlecht gelaufen ist. Aber für Force India ging es nach der erfolgreichen zweiten Saisonhälfte 2009, dann doch eher einen Schritt zurück. Schuld daran war auch das Chaos in der Designabteilung. James Key verließ den Laden Richtung Sauber, sein Nachfolger Mark Smith und etliche weitere Mitarbeiter wurden keinen Monat später von Lotus abgeworben. Die gesamte Abteilung stand praktisch führungslos da und musste komplett neu aufgebaut werden, was bis heute nicht abgeschlossen ist. Kein Wunder, dass der Force India im Laufe des Jahres immer weiter zurückfiel. Die Updates kamen nur spärlich und vor allem sehr spät. Man kann nur hoffen, dass man sich im Hintergrund schon früh für 2011 vorbereitet hat. Auch bei den Fahrern muss sich was tun. Luizzi ist keiner, der wirklich überzeugt, Sutils Formkurve ist zu wechselhaft. Der Deutsche bräuchte vielleicht auch mal einen Kollegen, der ihn richtig unter Druck setzt. Heidfeld oder Hülkenberg wären gute Lösungen. Ich bin mir aber sicher, dass Vijay Mallya was tun muss, damit sein Team weiter nach vorne kommt.

8. Sauber
Nach dem höchstpeinlichen Ausstieg von BMW blieb Peter Sauber nichts anderes mehr übrig, als aus den Scherbenhaufen wieder ein Team zu formen. Den C29, der von BMW und seinem langjährigen Partner Willy Rampf entwickelt wurde, bezeichnete er in aller Öffentlichkeit als “Krücke”. Rampf wurde dann auch bald durch James Key ersetzt, der dem Chassis dann noch ein paar Zehntel entlocken konnte. Dazu kam, dass Ferrari offenbar die gesamte “Montagsproduktion” an Motoren geliefert hatte, jedenfalls starben die schneller, als die Sauber-Leute sie wechseln konnten. Wäre Kobayashi nicht gewesen, der für jede Menge gute PR sorgte, das Jahr wäre schlecht gelaufen. Peter Sauber hat 2010 schnell abgehakt, seit dem Frühsommer hat man C29 kaum noch etwas gemacht. Für ihn wird es entscheidend sein, wie 2011 läuft. Auch er hat, wohl aus Kostengründen, mit Sergio Perez einen Mann ran geholt, der zwar viel Geld mitbringt (Telefonica) aber keine Erfahrung hat. Immerhin hat er in der GP2 einen guten Eindruck gemacht. Peter Sauber ist für mich aber ganz klar der Teamchef des Jahres in der Formel Eins, denn er hat aus einem zerrissenen, verkleinerten und demotivierten Team wieder eine schlagkräftige Truppe geformt.

9. Toro Rosso
Nach den guten Jahren 2008 und 2009 war die letzte Saison eine ziemliche Enttäuschung für das Team. Man darf aber nicht vergessen, dass STR 2010 zum ersten Mal mit einem eigenen Chassis an den Start gehen musste. Es war zwar “nur” eine Variante des RB5, die Updates musste man aber selber entwickeln. Da man keinerlei Erfahrung in den Bereich hat, war es klar, dass man nicht mehr an die alten Erfolge würde anknüpfen können. Wie groß die Probleme mit der Konstruktion waren, zeigte sich dann in China, als Buemi im Training beide Vorderradaufhängungen gleichzeitig kollabierten. So richtig gut sah das Team nie aus, einen Schritt nach vorne konnte man auch nicht erkennen. Es mehren sich auch die Gerüchte, dass Red Bull das Team verkaufen könnte, da man nicht mehr so recht weiß, was man mit STR anfangen soll. Man kann nur hoffen, dass sie den teilweise eklatant großen Rückstand zu Force India und Sauber wieder aufholen.

10. Lotus
Von allen neuen Teams kam Lotus in diesem Jahr am sympathischsten rüber. Tony Fernandes ist jemand, der den Motorsport offenbar liebt, jedenfalls habe ich in diesem Jahr kaum jemanden erlebt, der so offen und begeistert an die Sache ran gegangen ist. Zumindest von außen sieht es so aus, als ob er alles für sein Team in die Wege leitet, was in seiner Macht steht. Ob Mike Gascoyne als technischer Direktor allerdings in der Lage ist, das Team im Mittelfeld zu verankern, ist dann wieder eine andere Frage. Ich bin kein großer Fan seiner Arbeit, seine beste Zeit hatte er bei Renault in der Alonso-Zeit, bei Toyota sah er nicht gut aus. Gascoyne hat auf Grund der kurzen Vorbereitungszeit nach eigenen Aussagen ein sehr konservatives Auto gezeichnet, an dem sich aber offenbar einiges verbessern ließ. Man holte vor allem auf Toro Rosso auf und es gelang auch, den Rückstand nach ganz vorne von 6.5 auf rund 4.5 Sekunden zu verkürzen. Trotzdem sind das immer noch Welten und Virgin war auch nicht viel schlechter. Man darf gespannt sein, was Gascoyne mit dem neuen, sehr kompakten Renault-Antrieb anstellt. Würde mich nicht wundern, wenn der Lotus T128 wie ein RB6b aussehen wird.

11. HRT
Seit dem tragischen Dahinscheiden von Forti in den 90er Jahren, kann ich mich an kein Team erinnern, dass chaotischer daher kam. Dem Besitzer ging das Geld aus, man zerstritt sich mit dem Chassis-Lieferanten Dallara, die man für das miese Design verantwortlich machte, wobei man nicht erwähnte, dass Dallara die Entwicklung des Chassis zwischen Dezember und März eingestellt hatte, weil das Team kein Geld zahlte. Colin Kolles übernahm den Laden drei Wochen vor Saisonstart als Teamchef und schaffte es tatsächlich, dass das Team in Bahrain war. Teamklamotten hatte man auch zu Saisonmitte noch nicht und Updates sind mir am HRT nicht aufgefallen. Nach dem der Deal mit Toyota geplatzt ist, muss man jetzt auch noch ein Chassis selber bauen, was angeblich teilweise in Deutschland (wohl über Kolles) und teilweise in England passieren soll. Nur: die britischen Kollegen haben so ziemlich alle Zulieferer durchtelefoniert und da weiß keiner etwas von einem Auftrag aus Spanien. Lob gibt es von meiner Seite nur für Colin Kolles und seine Mannen vor Ort, die trotz des Chaos es geschafft haben, dass das Team vernünftig funktionierte.

12. Virgin
Ich glaube, bei Richard Branson funktioniert das so: Erst hat er die Idee für ein neues Spielzeug, dann will er es unbedingt, dann hat er es und dann hat er keine Lust mehr drauf. So kommt es mir zumindest bei Virgin vor und die Abgabe der ersten Anteile an den merkwürdigen Autobauer “Marussia” (die bisher noch kein Auto gebaut haben) ist ein deutliches Zeichen. Man merkte in diesem Jahr aber auch, dass dem ehemaligen Manor F3-Team um John Booth einfach die Erfahrung fehlte. Dazu kam der mutige Versuch komplett auf CFD-Design zu setzen und den Windkanal einfach zu ignorieren. Dafür gebührt ihnen Respekt und so schlecht lief der Virgin ja nun nicht. Immerhin war mit Lotus teilweise auf Augenhöhe und die Sache mit dem zu kleinen Tank, weil sich Wirth offensichtlich verrechnet hatte, war auch schnell vergessen. Trotzdem hat man das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre, wenn Branson denn auch mehr Geld reingesteckt hätte. Aber da hat ihn wohl halt die Lust verlassen. Schwer zu sagen, was aus Virgin wird, würde mich nicht wundern, wenn die Russen den Laden bald komplett übernehmen.

November 03 2010

07:38

Ferner liefen: Die Newshappen

// Nach Informationen der FAZ hat sich der Volkswagen-Konzern gegen den Einstieg in die Formel 1 entschieden. Weder wird man mit einem eigenen Team antreten, noch andere Teams mit Motoren beliefern. In den letzten Wochen gab es Spekulationen etwa über eine Rückkehr von Porsche in die Königsklasse. Entsprechende Analysen und Konzepte wurden wohl auch ausgearbeitet, letztlich nun aber verworfen. Stattdessen könnte es ein Engagement in der WRC geben, ebenso lässt der Artikel die Vermutung anklingen, es könne einen Porsche-Prototypen in Le Mans geben. (Stefan)

// HRT wird, sofern man den Winter finanziell überlebt, im kommenden Jahr Getriebe von Williams nutzen. Derzeit setzt man ja, so wie auch die anderen Newcomer Lotus und Virgin Getriebe von Xtrac – mit diesen Produkten ist aber keines der Teams wirklich zufrieden. Lotus wird aller Wahrscheinlichkeit im kommenden Jahr auch beim Getriebe auf Renault setzen, einzig Virgin scheint noch keinen Ersatz gefunden zu haben. Die Kooperation mit Williams ist für HRT jedenfalls nahe liegend – benützt das Team doch als einzige der etablierten Mannschaften ebenfalls Cosworth-Motoren. (Vorsicht)

// Während HRT also noch mit grundsätzlicheren Planungen beschäftigt ist, beschäftigen sich die anderen beiden Newcomer-Teams schon intensiver mit den Fahrerpaarungen für 2011. So soll bei Lotus Jarno Trulli vor der Ablöse stehen – und zwar angeblich durch Bruno Senna. Der hat sich zwar in seinem ersten Jahr nicht durch großartige fahrerische Leistungen profilieren können und hatte in Japan und Korea sogar mit Sakon Yamamoto zu kämpfen. Aber Senna im Lotus-Renault – das hätte trotzdem was. Jarno Trulli wird unterdessen nachgesagt, er könnte sich im kommenden Jahr womöglich in Richtung NASCAR orientieren, sollte es mit der Formel 1 tatsächlich nichts mehr werden. Bei Virgin scheinen sich derweil die Anzeichen zu verdichten, dass Neo-Testfahrer Jerome D’Ambrosio 2011 vor einen Beförderung zum Einsatzpiloten stehen könnte. (Vorsicht)

// Ex-HRT Pilot Karun Chandhok wird in diesem Jahr wohl nicht mehr in einem Formel 1 Auto zu sehen sein – zumindest hat der Inder selbst kürzlich in einem Interview bestätigt, dass seine Aufmerksamkeit nun einem Cockpit für 2011 gelte. Und da will er angeblich derzeit mit drei Teams in Gesprächen über ein Renncockpit stehen – um welche Mannschaften es sich dabei konkret handeln könnte, ist allerdings unklar. (Vorsicht)

// Etwas überraschend: Vergangene Woche hat Mercedes GP bekannt gegeben, dass beim Junior-Test in Abu Dhabi der britische Youngster Sam Bird im Cockpit sitzen wird. Nicht bekannt ist, welche Gründe für die Wahl des aktuell Fünften in der GP2-Meisterschaft ausschlaggebend waren, und ob Mercedes konkrete Zukunftspläne mit dem ART-Piloten hat. (Vorsicht)

// Bernie Ecclestone setzt derweil seine beliebte Serie kontroversieller Interviews fort, und zwar in der Financial Times. Kernaussagen diesmal: Bernie ist von den neuen Teams enttäuscht, und meint wörtlich, er würde gerne “ein paar dieser Krüppel” wieder loswerden. Gemeint ist damit wohl im wesentlichen HRT – auch bei Virgin rät er allerdings Richard Branson dringend dazu, finanziell eine Schippe nachzulegen. Sonst habe einzig Lotus eine realistische Zukunftsperspektive. Joe Saward spekuliert, dass hinter Bernies wiederholten Attacken auf die kleinen Teams ein finanzielles Motiv stecken könnte. Das in der Konstrukteurs-WM elft- und zwölftplatzierte Team erhält nämlich gemäß dem bis 2012 gültigen Concorde-Agreement je 10 Millionen Dollar aus einem speziellen Topf. Dieses Geld könnte sich die FOM aber behalten, wenn es nur zehn Team gäbe. (Vorsicht)

// Fraglich ist demnach auch, ob es wirklich schon 2011 eine HD-Übertragung von der Königsklasse geben soll – zumindest Onboard-Aufnahmen sind laut Ecclestone keinesfalls in HD möglich, da die Kameras dafür zu groß seien. Dem entgegen steht die Nachricht, dass der brasilianische TV-Sender Globo kürzlich bestätigt haben soll, die Formel 1 im kommenden Jahr in nativem HD zu übertragen. (Vorsicht)

// Stecken die Planungen für den US-Grand Prix 2012 nun doch in Problemen? Ein internes Planungsdokument, das von Austin News KXAN veröffentlicht wurde, spricht von einer Bauzeit von 24 Monaten – bei einem Baubeginn im Dezember dieses Jahres also zu lange für einen Grand Prix im Juni 2012. Die Planungsgesellschaft spricht in einer ersten Reaktion von einem Missverständnis – in den 24 Monaten sei auch die längt angelaufene Planungsphase mit einbegriffen. Das Dokument listet übrigens auch eine ganze Reihe von Serien auf, die die Veranstalter neben der F1 auf die Strecke locken möchten – darunter die NASCAR, Indycar und die “Moro GP” (sic). (Vorsicht)

// In Bulgarien schreiten die Planungen für den möglichen Bau einer Formel 1-Strecke dagegen voran – angeblich möchte man im Dezember so weit sein, mit Bernie Ecclestone einen Vertrag abzuschließen. Schon 2012 könnte der Lauf dann auf dem Kalender stehen. Das wiederum könnte die Rennen in der Türkei und in Ungarn gefährden – meint jedenfalls Organisator Bogdan Nikolov. Um auch abseits der Formel 1 Betrieb auf die Strecke zu locken, plant man in Bulgarien ein ganz besonderes Feature – eine Art Bodenheizung, die den Asphalt stets auf einer konstanten Temperatur halten soll. (Vorsicht)

// Peugeot hat vergangene Woche in Monza eine Übergangsversion seines LMP1 getestet. Auffälligste Neuerungen an dem bislang 90X genannten Fahrzeug waren die nach dem 2011er Reglement vorgeschriebene Finne über der Heckverkleidung, die Airbox auf dem (weiterhin geschlossenen) Cockpit und die Heckpartie. Die Motorabdeckung ist nun flacher, der Heckflügel hängt an zwei “Schwanenhälsen” und die Auspuffrohre enden am Heck, nicht wie bisher seitlich vor den Hinterrädern, diese drei Eigenschaften teilt sich das neue Modell mit dem Audi R15. Die Konfiguration des hinteren Fahrzeugendes ist aber noch nicht abschließend, ebenso ist laut technischem Direktor Bruno Famin noch unklar, mit welchem Motor der 908-Nachfolger ausgerüstet wird; motorsport-aktuell.com jedoch schreibt, es sei ein neuer Hybrid-Dieselmotor an Bord gewesen. Einige Bilder gibt es hier. (Stefan)

// Knalleffekt bei der Formel 2: Der britische TV-Kommentator Ben Constanduros meldet, dass die Nachwuchsformel 2011 nicht mehr im Rahmenprogramm der WTCC startet – damit wird die F2 sehr wahrscheinlich auch nicht mehr auf Eurosport zu sehen sein. Erstaunlich ist, dass die Trennung angeblich von der F2-Betreiberin Motorsport Vision ausgegangen sein soll – die fühlte sich nämlich von der WTCC stiefmütterlich behandelt, weil in Monza 2011 die Formel Renault 3.5 in deren Rahmenprogramm an den Start gehen wird. Zudem war man wohl bei Eurosport auch mit der Rolle der “zweiten Geige” hinter der WTCC unzufrieden. Im Rahmen welcher Serie die F2 nun im kommenden Jahr an den Start geht, ist bisher unbekannt – und auch, wo und ob man die Rennen im TV sehen kann ist fraglich. Ebenfalls unklar ist zur Stunde, welche Serie nun die WTCC unterstützen soll – angeblich arbeitet man bei Eurosport aber schon an Ersatz. (Vorsicht)

// Turbulente Woche auch bei den Indycars: Tony Kanaan wurde endgültig von Andretti Autosport aus seinem laufenden Vertrag entlassen, und “darf” sich nun bei anderen Teams nach einem Cockpit umsehen. Nur wenige Stunden später gab das Team dann dafür die Verpflichtung von Ryan Hunter-Reay bis 2012 bekannt. Dem Vernehmen nach hat man sich bei Andretti finanziell etwas verrant: Im Vertrauen darauf, dass 7-Eleven als Kanaan-Sponsor erhalten bleibt, hat man angeblich schon direkt nach dem Indy 500 einen zweijährigen Vertrag mit “RHR” unterfertigt – und so die verbleibenden Sponsoren an den Texaner gebunden. Als 7-Eleven dann unerwartet doch absprang, stand das Team mit einem ausfinanzierten Auto und an Hunter-Reay gebundenen Geldgebern da – aber hatte plötzlich kein Geld mehr für Teamleader Kanaan. Verständlich, dass der Brasilianer im Moment nicht so gut auf die Mannschaft zu sprechen sein soll. (Vorsicht)

// Ein Top-Cockpit soll dagegen Graham Rahal ergattert haben – Gerüchte sprechen davon, dass der Jungstar im kommenden Jahr für Chip Ganassi starten wird. Ein Grund zur Besorgnis für Fans von Dario Franchitti und Scott Dixon ist das aber nicht. Denn Rahal bringt über eigene Sponsoren angeblich um die 10 Millionen Dollar mit – genug für ein drittes Ganassi-Auto neben den beiden Stammpiloten. (Vorsicht)

// Ebenfalls der IRL erhalten bleibt Rookie Bertrand Baguette – das hat er zumindest der belgischen Nachrichtenagentur Belga erzählt. Details zu einem konkreten Vertrag mit einem Team sind nicht bekannt. (Vorsicht)

// Das Team von Signature Plus hat derweil bekannt gegeben, dass man 2011 in der F3 Euroseries mit dem aktuellen F3-Cup Vizemeister Daniel Abt an den Start gehen will. Was ja auch dafür sprechen würde, dass das Team 1) davon ausgeht, dass es im kommenden eine F3 Euroeries geben wird, und, dass man 2) dort auch wirklich teilnehmen will. (Vorsicht)

// Zwei Neuigkeiten gibt es in dieser Woche auch von den australischen V8 Supercars:
- Einerseits sind Gerüchte aufgetaucht, wonach BMW daran interssiert sein könnte, ab 2012 in der Serie zu starten. Und zwar dann, wenn das neue Reglement jenem der “neuen” DTM ausreichend ähnlich ist, um mit einem geringfügig umgebauten Auto in beiden Serien antreten zu können.
- Und andererseits gibt es einen Kalender für die Saison 2011. Viele Änderungen sind diesmal nicht dabei – es wird allerdings mit Abu Dhabi nur noch ein Rennen im Nahen Osten geben, Bahrain wurde aus dem Kalender entfernt. Dafür kehrt Barbagallo Raceway nahe Perth zurück. Das ist ein wenig erstaunlich, weil man der Strecke in diesem Jahr aus Sicherheitsgründen den Rücken gekehrt hatte – die notwendigen Umbauten sollen aber erst 2012 abgeschlossen sein.

1. 12. Februar – Abu Dhabi
2. 20. März – Adelaide
Ohne Punkte: 27. März – Royal Albert Park (F1-Rahmenprogramm)
3. 17. April – Hamilton
4. 8. Mai – Barbagallo
5. 19. Juni – Hidden Valley
6. 10. Juli – Townsville
7. 21. August – Queensland Raceway
8. 18. September – Phillip Island
9. 9. Oktober – Bathurst
10. 23. Oktober –  Surfers Paradise
11. 13. November – Symmons Plains
12. 20. November – Sandown
13. 4. Dezember – Sydney
(Vorsicht)

// LMS: OAK Racing wird für 2011 das offzielle Entwicklunsteam für die Reifen von Dunlop in den LMP-Klassen. GT-Eins berichtet indes auch darüber, dass das Team ab 2011 mit 3,4 Liter Judd Motoren in der LMP1 am Start sein wird. (Flo aus N.)

// Dallara bastelt derweil schon eifirg am neuen Chassis für die Indy Car Series, welche ab 2012 mit einem neuem Chassis antreten will. Zur Zeit konzentriert man sich auf die sogenannte “Safety-Cell(Flo aus N.)

September 23 2010

08:24

Formel 1 Vorschau: Singapur 2010

Die Formel 1 beginnt wieder  mit ihren Überseerennen und läutet damit die Endphase der Saison ein. 5 Rennen sind noch zu fahren und der Formel 1 Tross wird dabei über 30.000 km zurücklegen. Die Meisterschaft ist weiterhin sehr spannend und nun geht es hinein in die Nacht von Singapur, eine Strecke, die schon im ersten Rennen (negative) Geschichte schrieb.

Wer erinnert sich nicht, 2008 an den nach einem Fahrfehler aussehenden Dreher und darauffolgenden Unfall von Nelson Piquet Junior, wo man sich dachte: Die Safetycarphase kommt jetzt aber günstig für Fernando Alonso. Der Rest der Geschichte sollte bekannt sein. Aber zurück in die Gegenwart: Die Strecke gibt es erst 2 Jahre und sie hat 2 Eigenschaften, die viele Stadtkurse besitzen: Sie ist schnell, aber es gibt leider wenig Überholmöglichkeiten. Dafür sind die Auslaufzonen für einen Stadtkurs sehr großzügig.

Die 2 bisherigen Rennen waren jetzt nicht grad das Beste was die Formel 1 zu bieten hat, aber dieses Jahr schaffte man es ja bis auf Monza und Bahrain eigentlich immer gute Rennen auch auf tendenziell langweiligen Strecken hin zu bekommen. Und selbst wenn das Rennen langweilig ist, die Bilder aus Singapur sind einfach nur toll, wie die Autos mit 300 durch die “Lichterstraßen” jagen. Was man dort temporär aufbaut ist schon sehr beeindruckend: 1485 Scheinwerfer werden aufgestellt plus 13 Generatoren ergibt den Stromverbrauch einer Kleinstadt. Die Strecke ist etwas über 5 km lang und besteht zu 70% aus öffentlichen Straßen. Und nun das Wichtigste: Ab diesem Jahr gibt es dekorierte Mauern und Auslaufzonen, darauf hat die Welt gewartet.

Die Kräfteverhältnisse hier sind verhältnismäßig schwer einzuschätzen, da die Strecke kaum mit anderen vergleichbar ist. Dennoch versuche ich es in den folgenden Absätzen:

RedBull und Singapur, das passt irgendwie nicht. Das Auto ist zwar in schnellen Kurven gut, aber Singapur hat einige 90° Kurven und man erreicht mehrmals fast die 300. Ich glaube nicht, dass es für die RedBull  hier einfach wird. Ein Podium ist auf alle Fälle drin , aber einen Sieg wird schwer, unmöglich wie in Monza ist es aber auf Grund der fehlenden ewig langen Geraden für den McLaren nicht. Sehr spannend bei RedBull wird natürlich, wie man es denn nun mit der teaminternen Reihenfolge hält. Vettels schauspielerische Leistung “MY ENIGINE IS DYING!” verdient eigentlich schon Anerkennung, so ins Zeug gelegt hat sich selten jemand, um seinen Teamkollegen vorbeizulassen, nur um dann später Dank Strategie doch wieder vor ihm zu liegen.

Mein Siegertipp für das Wochenende ist McLaren. Die Strecke hat zwar nicht die ewig langen Geraden, allerdings beschleunigt man 3 Mal an die 300 ran, da sollte der McLaren schon gut gehen. Den RedBull fehlen die schnellen Kurven. Desweiteren hat man mit Button einen sehr konstanten Fahrer und Hamilton hat seinen “Fehler der Saison” in Monza gemacht.

Ferrari sollte hier hingegen wohl wieder hinter McLaren und RedBull zurückfallen, da der Ferrari schon sehr viel Vollgasanteil braucht um wirklich schnell zu sein. Dennoch muss man den Italienern ein Lob aussprechen, dass sie sie nach einem massiven Durchhänger zu Mitte der Saison wieder heranarbeiten konnten. Allerdings beflügelt der Sieg aus Monza natürlich extrem und wirklich schlecht war man in Singapur auch nie, ein Podium kann möglich sein.

Die Mercedes werden auch hier nicht viel holen können. Man wird vermutlich wieder eine schlechte Quali hinlegen um sich dann im Rennen in die Top 10 zu arbeiten. Dieses Jahr will man einfach nur so schnell wie möglich abhaken und sich auf nächstes Jahr konzentrieren, was ja eigentlich nur besser werden kann.

Ganz im Gegenteil zu Williams, die zumindest mit Top 10 Ambitionen nach Singapur reisen. Man hat einen ziemlich guten Saisonmittelteil hingelegt und kämpft mit Force India, die ja im Moment ein bisschen schwächeln um Platz 6 in der Konstrukteurswertung .

Für Sauber steht wohl die größte Veränderung an: Sie gehen nämlich mit einem neuen Fahrer an den Start. Nick Heidfeld ersetzt Pedro de la Rosa. Wenn man sich die Punkte anguckt, ist das absolut verständlich: (Fast)Neuling Kobayashi holte für das Team insgesamt 21 Punkte, de la Rosa gerade Mal 6.  Mit Heidfeld holt man sich natürlich einen sehr erfahrenen Fahrer an Bord, der verdammt heiß aufs Rennen fahren sein wird. Ein oder zwei Punkte dürften drin sein. Das gleiche gilt für die Renault, außer Kuibica kriegt mal wieder einen Motivationsanfall, dann ist auch mehr drin.

Hinten wird Toro Rosso weiterhin das triste Dasein zwischen Mittel- und Hinterfeld fristen. Die Trennung vom RedBull hat dem Team gar nicht gut getan, dieses Jahr läuft sehr wenig zusammen. Ganz hinten werden wieder Lotus, VirginGP und HRT um die Plätze kämpfen.

Noch kurz zum WM-Stand: Mark Webber hat 187 Punkte, Lewis Hamilton 182, Fernando Alonso 166, Jenson Button 165 und Sebastian Vettel 163. Man kann gegen das neue Punktesystem sagen was man will, aber der Spannung ist es keinesfalls abträglich. 5 Fahrer bei noch 5 zu fahrenden Rennen mit realistischen WM-Chancen, das ist schon verdammt spannend.

In der Konstrukteurs -WM liegt RedBull mit 350 Punkten läppische 3 Punkte vor den McLaren mit 347. Dahinter schon abgeschlagen Ferrari mit 290. Aber der Kampf in der Konstrukteuers-Wm wird sich wohl auch bis zum letzten Rennen hinziehen.

Aufzupassen gilt es bei den Übertragungszeiten der Trainings: Das Erste findet am Freitag um 12.00 Uhr, das Zweite um 15.30 Uhr. Das Dritte folgt am Samstag um 12.55 Uhr, das Qualifying geht um 16:00 Uhr los. Das Rennen startet ganz normal um 14:00 Uhr.

So langsam wird es auch interessant, welcher Fahrer schon seine acht Motoren in einer Saison aufgebracht hat. Stand nach Monza ist folgender:

01 McLaren Mercedes Jenson Button 7
02 McLaren Mercedes Lewis Hamilton 7
03 Mercedes Benz Michael Schumacher 7
04 Mercedes Benz Nico Rosberg 7
05 RBR Renault Sebastian Vettel 7
06 RBR Renault Mark Webber 6
07 Ferrari Felipe Massa 8
08 Ferrari Fernando Alonso 8
09 Williams Cosworth Rubens Barrichello 6
10 Williams Cosworth Nico Hülkenberg 7
11 Renault Robert Kubica 6
12 Renault Vitaly Pertrov 6
14 Force India Mercedes Adrian Sutil 7
15 Force India Mercedes Vitantonio Liuzzi 7
16 STR Ferrari Sébastien Buemi 7
17 STR Ferrari Jaime Alguersuari 7
18 Lotus Cosworth Jarno Trulli 7
19 Lotus Cosworth Heikki Kovalainen 7
20 HRT Cosworth Sakon Yamamoto 7
21 HRT Cosworth Bruno Senna 7
22 BMW Sauber Ferrari Pedro De La Rosa 9
23 BMW Sauber Ferrari Kamui Kobayashi 7
24 Virgin Cosworth Timo Glock 7
25 Virgin Cosworth Lucas Di Grassi 7

September 09 2010

15:42

Formel Eins: Vorschau GP Monza 2010

Die schnellste Strecke im Kalender könnte schon die ersten Vorentscheidungen in der WM bringen. Dazu eine Round-up der gestrigen WMSC Entscheidungen.

Monza – seit 1950 werden hier, mit einer Ausnahme, Rennen zur Formel Eins Weltmeisterschaft ausgetragen. Der einzige GP von Italien, der nicht in Monza gefahren wurde, fand 1980 statt, als das Rennen wegen Umbauarbeiten in Monza nach Imola verlegt wurde. Es gibt keinen anderen Formel Eins Kurs, auf dem häufiger ein WM-Rennen stattgefunden hat, als auf dem Autodromo Nazionale Monza. Die Strecke stand schon immer für ihre enorme Geschwindigkeit, vor allem in den 50er Jahren, als man sich dachte, dass die Strecke nicht schnell genug sei und eine weitere, 5km lange Variante baute, die sogar Steilkurven hatte. Der Film “Grand Prix” zeigt die Strecke noch in der alten Form. Heute ist Monza weiter sehr schnell und vor allem sehr gefährlich. Die Auslaufzonen wurden zwar verbreitert, aber an manchen Stellen hat man halt keine, weil der königliche Park, der die Strecke umschliesst, unter Naturschutz steht. Monza ist vor allem eins: Vollgas und Bremsen. Kein Wunder, dass die Red Bull die Fahnen schon mal tief hängen.


Der Red Bull mag zwar schnelle und mittelschnelle Kurven, aber Geraden mag er nicht. Er produziert mit seiner Aerodynamik so viel Abtrieb, dass der eh schon etwas schwächliche Renault ganz ausser Puste kommt. In Spa konnte man schon sehen, wie Vettel regelmäßig auf der langen Kemmel-Geraden verhungerte und selbst dann keine Chance hatte, wenn er direkt im Windschatten einen Konkurrenten lag. Red Bull wird versuchen Schadensbegrenzung zu betreiben, vielleicht ein Podium anvisieren, aber mehr wird wohl nicht drin sein. Für Vettel, der nach seinem desatrösen Rennen in Spa weltweit Kritik einstecken musste, kommt so ein Rennen zu einen ungünstigen Zeitpunkt. Nach Monza folgen noch fünf Rennen und wenn er weiter Punkte auf Webber verliert, wird das Team wohl oder übel eine Entscheidung in Richtung Webber fällen müssen.

Aber nicht nur bei Red Bull ist man nervös. Der größte Druck lastet mit Sicherheit auf Ferrari. Zum einen, weil es der Heim-GP ist und gefühlte 324 Trilliarden Italiener in den Bäumen hängen und Ferrari nach vorne brüllen. Zum anderen hat man gar keine andere Chance, als den Grand Prix zu gewinnen. Und zwar mit Alonso, der nach seinem auch nicht gerade gut verlaufenen Rennen in Belgien die letzte Chance auf den WM-Titel wahren muss. Der Sieg muss her, egal wie. Sollte man in der WM nicht aufholen, hat man schon verkündet sich zu enthaupten die Saison 2010 abzuhaken. Nachdem man schon 2009 frühzeitig die Segel gestrichen hat, wäre das eine selbst für italienische Verhältnisse herbe Ohrfeige. Jedenfalls möchte ich nicht in der Nähe von Luca di Montezemolo sein, sollte der Grand Prix verloren gehen, denn der wirft ja dann gerne mal mit Fernsehern um sich. Allerdings ist da schon die Frage, ob Ferrari überhaupt in der Lage ist McLaren zu gefährden.

McLaren ist klarer Favorit auf den Sieg. Nach der Demonstrationsfahrt von Hamilton erwartet man auch, dass die Briten in Monza dank des Mercedes-Motor das schnellste Auto haben. Aber haben sie das wirklich? Ein Blick auf die Topspeeds aus Spa zeigt erstaunliches. Nicht Hamilton, sondern Massa und Sutil waren die schnellsten in Belgien. McLaren folgt erst auf Platz 5. Also doch Chancen für Ferrari? Die Topspeed-Messung ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen, weil man nicht weiß, wer da wann im Windschatten gehangen hat. Das Hamilton nur fünftschnellster war, spricht eigentlich schon wieder für den McLaren. Jenson Button wird Monza mit gemischten Gefühlen entgegen sehen. Diese Highspeed Strecken sind seine Sache nicht, auf der anderen Seite muss er Hamilton unbedingt schlagen, wenn er in der WM noch etwas erreichen möchte.

Monza ist, obwohl vom Layout eigentlich einfach, eine knifflige Geschichte in Sachen Abstimmung. Sicher, man schraubt alles vom Wagen, was den Luftfluss stören könnte, aber in den Lesmos und der Parabolica braucht man viel Abtrieb. Hier kann man sehr viel Zeit liegen lassen, was aber in der Vergangenheit nicht weiter schlimm war. Weil alle den Heckflügel flach legten, hatten auch alle die gleichen Probleme in den Lesmos. Doch in diesem Jahr ist dank des F-Schachts alles anders. Der sorgt bekanntermaßen dafür, dass der Abtrieb auf den Heckflügel abreisst, der Wagen also schneller wird. Dafür hat man mehr Abtrieb, wenn man in den Kurven unterwegs ist. Die Frage ist halt: Lohnt sich der F-Schacht in Monza?

McLaren hat schon vor Wochen angedeutet, dass man das Ding zu Hause lässt, Renault und Williams waren erstaunt ob der Ansage. Es gibt dabei zwei Ansätze, die in den Simulationen einen Rolle gespielt haben.

1. F-Schacht hin oder her, selbst wenn man ihn auf der Geraden benutzt, steht der Heckflügel immer noch sinnlos im Weg rum und bremst den Wagen. Man erreicht eine größere Endgeschwindigkeit, wenn man den Flügel flach stellt, was den F-Schacht überflüssig macht. Die Zeit, die man in den Kurven verliert, holt man auf der Geraden wieder rein.

2. Au contraire, sagen die Franzosen von Renault und …äääh… die Briten von Williams. Zwar verliert man auf der Geraden leicht an Speed, aber weil man aus den Lesmos, der Variante Ascari und vor allem der Parabolica dank des mehr an Abtrieb schneller rauskommt, gleicht sich das am Ende der Geraden wieder halbwegs aus. Bis der Kollege sich rangesaugt hat, ist die Gerade auch wieder zu Ende. Am Ende könnte der höhere Abtrieb in den Kurven sogar den Zeitvorteil bringen, den man sich wünscht.

Welche Variante nun schneller ist, werden die Teams vermutlich am Freitag ausprobieren, weswegen das freie Training richtig interessant werden dürfte.

Aber neben Ferrari und McLaren muss man wohl auch ein Auge Renault und Force India haben. Die Inder werden mit Sicherheit vorne dabei sein, auch wenn es wohl nicht um ein Podium geht. Renault hat in Spa schon gezeigt, dass der Wagen auf den Geraden sehr, sehr schnell ist und die paar Kurven sollten ihm auch nichts ausmachen. Beide Teams könnten also durchaus in der Lage sein, Red Bull und Mercedes zu ärgern. Obwohl ich mich immer noch wundere, wie diese breite Kiste von Renault auf den Geraden so schnell sein kann.

Von Mercedes sollte man in Italien nicht viel erwarten. Man bastelt zwar immer noch am Chassis rum, aber die Saison ist abgehakt. Allerdings – langsam ist der MGP W01 auf der Geraden nicht und da es halt wenig rechts und links rum geht, fällt das Untersteuern auch nicht so ins Gewicht. Vielleicht ist Schumacher, der die Strecke liebt, ja für eine Überraschung gut.

Von hinten dürfte es ansonsten kaum richtigen Druck geben. Williams ist im Moment “the best of the rest” mit starker Tendenz nach vorne, wenn man sich mittels mieser Strategie nicht wieder selbst ein Bein stellt. Toro Rosso hat den starken Ferrarimotor und wird auch einen F-Schacht mitbringen. Da könnte es wohl einen Sprung nach vorne geben, während Sauber das Rennen schon vorher abgehakt hat. Lotus, Virgin und HRT haben nur die Aufgabe, nicht allzu auffällig im Weg rum zu stehen.

Die Reifen werden in Monza keine große Rolle spielen, Bridgstone bringt Soft/Hard mit, das sollte allen passen. In Sachen Wetter wird man auch keine Überraschungen erleben, es bleibt schön sonnig. Ein Rennen im Regen will in Monza auch keiner. Sicher ist auch: Das Rennen wird kurz. Rubens Barrichello brauchte im letzten Jahr gerade mal 76 Minuten, bis er als Sieger abgewunken wurde.

Noch kurz zu den WMSC Entscheidungen, die wir gestern schon intensiv gecovert hatten:

- Ferrari bleibt zwar nicht ungestraft, da sie schon 100.000 Euro Strafe gezahlt haben, aber die FIA belässt es dabei. Was zu erwartten war, denn mal ehrlich – die ganze Team Order Gesetzgebung ist Müll. Sie ist weder dazu in der Lage, Team Order zu unterbinden, noch hilft sie in der Form den Sport. Die FIA ist sich dem auch klar und will die gesamte Regelung an die Formula One Sporting Working Group weiterreichen, also wird die FOTA ein Wörtchen mitreden. Auf der anderen Seite hat die FIA allen weiteren Teamordern in diesem Jahr Tür und Tor geöffnet. Hätte man nachträglich Alonso eine 5 Sekunden Strafe gegeben, wäre der nun zweiter und Massa hätte den Sieg geerbt. Und man hätte eine wichtige Botschaft an die Teams geschickt: “Wir wissen es, ihr wisst es, also lasst es, sonst Strafe”. Stattdessen sagt man “Uh, echt Teamorder? Also das kostet, wenn das stimmt. Vielleicht. Mal sehen.” Was der WM-Endspurt hoffentlich nicht schaden wird.
Grundsätzlich denke ich, dass man die gesamte Teamorder überdenken muss. Es macht keinen Sinn, sie zu verbieten, da sie eh ausgeführt. Wenn man selbst per Code und Absprache ganze Unfälle in die Wege leitet, wird ein simples “Mach mal langsam” leicht auszuführen sein (es sei denn man heißt Ferrari). Teamorder sind unschön, aber es gibt sie. Man sie ganz offensichtlich – nicht bestrafen, man kann nicht verbieten. Natürlich könnte man die Strafen erhöhen. Wer erwischt wird, hat ein Rennen Pause. Aber das führt nur dazu, dass noch mehr geschummelt wird. Teamorder zu verbieten, ist wie Alkohol zu verbieten. Klappt einfach nicht.

- Der F1 Kalender hat mich vor allem in seiner Länge überrascht. Es gibt drei Doppel-Wochenende (Spanien/Monaco, Deutschland/Ungarn und Japan/Korea) und nur die übliche Sommerpause. Ansonsten geht es vom 13.3 bis zum 27.11 an einem Stück durch. Damit ist der Saisonabschluss sogar später als jener der NASCAR (20.11). Das ist sehr spät, dazu kommen 2011 auch noch die beide zusätzlichen Testtermine in Bahrain. Mit anderen Worten: für die Teams beginnt die Saison im Februar. Daher ist der Saisonabschluss in Brasilien zwar für die Fans nett, für die Teams aber eine weitere Belastung am Saisonende.

- Das die FIA kein neues Team für 2011 zugelassen hat, kommt nicht so überraschend. Euskadi hat kein Geld, bzw. hätte es erst (vielleicht) bekommen, wenn die FIA Zusage da gewesen wäre. Durango mangelt es wohl an Geld und Technik und Stefan GP ha eh keiner ernst genommen. Ecclestone hat auch keine Angst, dass mit HRT ein Team abrauchen könnte, ihm reichen, nach eigenere Aussage, 10 Teams. Ehrlich gesagt ist die Entscheidung richtig. Mehr als drei Teams, die hinterher fahren braucht auch keiner, ein weiteres Team, dessen Finanzierung auf wackeligen Beinen steht, will man nicht haben, weil deren Zusammenbruch das gesamte wirtschaftliche Umfeld mit negativer PR schädigen könnte.

Kurze News:

- Sauber hat Kobayashi wie erwähnt für ein weiteres Jahr unter Vertrag genommen. Pedro de la Rosa wird wohl gehen müssen und, glaubt man den Gerüchten, durch Nick Heidfeld ersetzt. Der sucht a) dringend ein Cockpit und bringt b) jede Menge Erfahrung mit den Pirelli-Reifen mit. Da auch nicht langsamer als de la Rosa sein sollte, ist die Verpflichtung eigentlich ein No-Brainer.

- Lotus würde gerne 2011 mit Motoren von Renault fahren. Angeblich ist man sich handeleinig, wäre da nicht ein langfristiger Deal mit Cosworth, aus dem man sich wohl rauskaufen muss.

- Romain Grosjean, bei Flavio Briatore seinerzeit in Ungnade gefallen, fährt mit nicht wenig Erfolg in einem weniger siegverwönten Team der GP2 und macht wieder auf sich aufmerksam. Er hat jetzt wieder bei Gravity Management angedockt, die zur Renault Familie gehören. Man hört, dass Grosjean evtl. bei einem Deal mit Lotus dort eingesetzt werden soll. Wer bei Lotus ersetzt werden könnte, ist unklar, aber wenn man auf Trulli wetten würde, hätte man vermutlich keine schlechten Chancen.

June 02 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Es wäre ja auch fast schon eine Überraschung gewesen: Die Formel 1 hat sich auch in Istanbul nicht auf einen Reifenausstatter für 2011 einigen können. Vergangene Woche hatten einige Medien (unter anderm auch dieses Blog) noch von Gerüchten berichtet, Pirelli habe für die kommenden drei Jahre den Zuschlag erhalten – doch am Wochenende war davon keine Rede mehr. Stattdessen war im Fahrerlager Michelin-Mann Nick Shorrock unterwegs, um die Team doch noch von den Vorzügen der französischen Pneus zu überzeugen. Ein verbessertes Angebot hatte er allerdings laut eigenen Angaben nicht im Aktenkoffer. Mit expliziten Deadlines ist man inzwischen zwar geworden -  es heißt aber, man wolle sich nun “innerhalb der nächsten paar Tage” entscheiden. Bernie Eccelestone soll derweil Techniker angewiesen haben, Machbarkeitsstudien zum Einsatz von Hovercrafts durchzuführen.

// Änderungen könnnte es 2011 auch bei den Motoren geben. Wie die Speedweek berichtet, sind vor allem die Cosworth-Kunden zunehmend mit dem Motor unzufrieden. Angeblich soll das Aggregat nämlich mit zunehmender Beanspruchung schneller an Leistung verlieren als die Konkurrenz – besonders, wenn gegen Ende der Saison dann die ungebrauchten Motoren zur Neige gehen, wäre man dann im Nachteil. Lotus soll deshalb bereits die Fühler in Richtung Mercedes und Renault ausgestreckt haben, auch das ART-Teams soll für den Fall, dass es 2011 in der Königsklasse antreten darf an einem Vertrag mit Mercedes interessiert sein.

// Gerüchten aus Hinwil zufolge könnte ART übrigens 2011 womöglich nicht als eigenständiges Team, sondern als Fusionspartner von Sauber in der Formel 1 dabei sein. ART-Teilhaber Nicolas Todt war vergangene Woche in der Sauber-Fabrik zu Gast – was die spanische Zeitung El Mundo als Anlass zu entsprechenden Spekulationen genommen hat. Peter Sauber hat allerdings gegenüber der schweizer Boulevardzeitung Blick versichtert, er werde sein Team nicht verkaufen.

// In den kommenden Wochen möchte IRL-Meister Dario Franchitti mit Chip Ganassi über einen neuen Vertrag für 2011 sprechen. Franchitti schließt gewöhnlich nur einjährige Verträge ab – die Verhanldungen über eine Fortführung der Zusammenarbeit dürften also eher eine Formsache sein, zumal Franchitti in Interviews auch seine Zufriedenheit mit Ganassi und dem Engegement in der Indycar Series zum Ausdruck gebracht hat.

// Die Chemie zwischen Mattias Ekström und der NASCAR scheint zu stimmen: Der Schwede zeigte sich nach den Testfahrten für Red Bull am Virginia Internatinal Raceway von seinem Auto begeistert, und auch umgekeht dürfte man bei Red Bull mit der Vorstellung des DTM-Piloten zufrieden gewsesen sein. Gerüchten zufolge war Ekström eine halbe Sekunde schneller als Juan Pablo Montoya, und in etwa auf dem Niveau von Marcos Ambrose. Auch, wenn man Testzeiten nicht überbewerten soll – eine starke Vorstellung wäre das allemal gewesen.

// Macht die DTM 2011 wieder am ehemaligen A1-Ring Station? Die österreichische Sportwoche (Print) will erfahren haben, dass die renovierte Rennstrecke im Mai des kommenden Jahres mit einem Rennen der Tourenwagenserie eröffnet werden soll.

// Mercedes hat sich derweil wohl entschieden, doch im kommenden Jahr noch keine Autos nach dem Reglement für 2012 in der DTM einzusetzen. Die ITR hatte zuvor entschieden, dass schon im kommenden Jahr Autos nach dem Reglement für die übernächste Saison antreten dürften, allerdings dann keine Punkte bekommen würden. Mercedes hatte ursprünglich mit einem solchen Einsatz geliebäugelt, nun die Pläne aber wieder fallen gelassen.

// Der Austragungsort für das Asien-Event des Intercontinental Le Mans Cup wurde bekanntgegeben: am 6. und 7. November werden die Sportwagen auf dem Zhuhai International Circuit zu einem 1000km-Rennen antreten. Nicht die attraktivste Wahl unter den asiatischen Rennstrecken, aber immerhin weniger eng und abgelegen als der Okayama Int’l Circuit, auf dem letztes Jahr die Asian Le Mans Series ausgetragen wurde. Zu der neu ins Leben gerufenen Meisterschaft, die in den kommenden Jahren zu einer Neuauflage der Sportwagen-Weltmeisterschaft weiterentwickelt werden könnte, gehören außerdem noch das LMS-Saisonfinale in Silverstone (1000 km) und das Petit Le Mans (1000 Meilen) in den USA, sowohl Audi als auch Peugeot haben die Teilnahme bereits zugesagt.

// Esteban Guerrieri hat ofenbar ein wenig Geld zusammegekratzt, und kann am kommenden Wochenende in Brünn wieder bei der WSbR dabei sein. Der Argentinier musste wegen Zahlungsschwierigkeiten die Läufe in Monaco auslassen, nachdem er beim Rennen in Spa unmittelbar davon noch gewonnen hatte. Für den Rest der Saison fehlen allerdings wohl noch die Finanzen, Fans haben sich mittlerweile mit Bittschreiben an die argentinische Regierung und an Privatfirmen gewendet.

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March 14 2010

23:45

Formel Eins: Analyse Rennen Bahrain 2010

Ein Krimi war das nicht gerade, was die Formel Eins zum Auftakt gezeigt hat. Und die Befürchtung ist groß, dass es sich in der Saison nicht ändern wird.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Bahrain am Ende einer Saison jemals auf meiner persönlichen Top 5 Liste der besten Rennen eines Jahres gestanden hat. Schon allein deswegen habe ich wenig erwartet, dass meine Erwartungen aber noch unterboten wurden, war dann schon erschreckend. Ohne die Probleme von Sebastian Vettel wäre das Rennen richtig langweilig geworden. Überholmanöver? Nicht mal im Hinterfeld oft zu sehen. Zweikämpfe? Im Sekundenabständen. Besonders erschreckend waren allerdings die massiven Zeitunterschiede zwischen der Spitze und dem Rest der Welt. Ferrari und Red Bull fahren den anderen Teams erst mal davon. Das es in Bahrain aber so langweilig war, hatte auch andere Gründe.

Für die Teams sind die neuen Regeln genau so neu und vor allem nicht vorhersehbar, wie für die Zuschauer. Man hat wenig Erfahrungen damit, wie die Wagen im Renntrimm und in Zweikämpfen mit den Reifen umgehen und man weiß auch nicht, wie man mit welcher Strategie klar kommt. Vor dem Rennen hieß es, dass man mit einer 1-Stopp-Strategie am besten dran sein würde, aber nach dem Rennen überlegte auch Norbert Haug, ob man mit 2 Stopps vielleicht nicht besser dran gewesen wäre. Der Grund: steckt man im Verkehr, kann man seine Zeiten nicht fahren, ist man alleine unterwegs, sieht das anders aus. Lewis Hamilton beklagte sich, dass er keine Chance hatte an den Ferraris dran zu bleiben, weil er zu lange hinter Rosberg festgesteckt habe. Ein sehr früher Stopp und ein weiterer später im Rennen hätten vielleicht etwas geändert. Aber sicher ist das natürlich nicht, denn der kostet mindestens 22 Sekunden. Die muss man auch erst mal wieder einfahren.

Die Teams waren vorsichtig und befahlen ihren Fahrern allesamt möglichst das Material zu schonen. Das half dem Rennen nicht wirklich auf die Beine, aber “ankommen” war wohl die Hauptdevise. Der Motor muss knapp 3 Rennen halten dazu der Verbrauch und der Reifenverschleiß, der überall kritisch beobachtet wurde. Rosberg gab nach dem Rennen an, dass er Vettel nicht habe einholen können, weil seine Reifen am Ende hinüber waren und er hinter Vettel zu viel Abtrieb verloren habe.

Überhaupt sah Mercedes im Rennen erstaunlich schlecht aus. Ein Blick auf die schnellsten Rennrunden hilft in diesem Jahr nicht viel, weil es mehr um die Konstanz geht. Und dort konnte man die Probleme im letzten Renndrittel deutlich sehen, Rosberg und Schumacher fuhren rundenlang fast identische 2.00.5er Zeiten, während Alonso und Vettel vorne eine gute Sekunde pro Runde schneller waren. Das ist schon deutlich und man wird hart arbeiten müssen, um da ran zu kommen. Immerhin hat Mercedes aber die Ressourcen. Haug und Rosberg meinten, man sei “in der Nähe” von McLaren, aber das kann nicht sein. Hamilton fuhr Rosberg nach dem Stopp auf und davon und am Ende waren es “nur” 17 Sekunden die Rosberg fehlten, weil der Brite es am Ende gemächlich anging. Als er noch Gas gab, war er rund 1 Sekunde schneller als der Mercedes.
Schumacher selber fuhr ein unauffälliges Rennen. Er hatte den Speed von Rosberg, war allerdings auch nicht schneller. Aber man sollte ihm auch Zeit geben, denn drei Jahre ohne F1 Rennen kann man eben nicht so einfach abstreifen. Er muss sich erst wieder fein justieren und ich bin mir sicher, dass er ab dem Sommer deutlich besser da stehen wird.

McLaren war in der Quali langsamer als erwartet, aber im Rennen hat mir Hamilton gut gefallen. Seine Zeiten reichten nicht so ganz an Red Bull und Ferrari ran, aber da war durchaus zu sehen, dass man mit McLaren noch rechnen kann. Oder zumindest mit Hamilton. Button ging an diesem Wochenende unter und das schlimmer, als ich es erwartet hatte. Ihm fehlten immer rund eine halbe Sekunde, was schon bitter ist. Nach dem Rennen meinte er, dass er zu konservativ unterwegs gewesen sei, aber dass allein war es wohl nicht.

Pech hatte Adrian Sutil, der am Start mit Robert Kubica aneinander geriet und sich drehte. Die Idee von Force India auf harten Reifen zu starten war interessant und ich hätte gerne gesehen, ob sich das ausgezahlt hätte. Die Grundidee war ja, dass zwar im ersten Stint etwas verliert, wegen der fehlenden Überholmöglichkeiten würde man nicht weiter zurück fallen. Im letzten Stint hätte man dann aber mit einem leeren Auto und weichen Reifen eine sehr gute Ausgangsposition. Theoretisch interessant und bei Liuzzi funktionierte es immerhin so weit, dass er den neunten Platz halten konnte. Für Sutil wäre da mehr drin gewesen, zu mal er auch die zweitschnellste Runde im Rennen gefahren ist.

Im Mittelfeld ging es zeitweise eng zu. Williams, Renault, Toro Rosso und Sauber liegen sehr eng beieinander, wobei mich Sauber doch sehr enttäuscht hat. Man war am ganzen Wochenende nicht gut und hat dann auch noch beide Autos mit mechanischen Problemen im Rennen verloren. Ein schlechter Auftakt, wenn man vergleicht, dass Lotus beide Wagen ins Ziel bekam, auch wenn Trulli in der letzten Runde stehen bliebt. Damit waren die Malayen aber auch alleine, denn HRT und Virgin verloren ebenfalls beide Fahrzeuge. Immerhin lieferten sich Glock und Kovalainen einige sehenswerte Manöver.

Vorne aber geben Ferrari und Red Bull den Ton an. Die Österreicher sind auf eine Runde schneller, aber wenn es um Longruns geht, ist Ferrari mit der härteren Reifenmischung etwas besser. Das Alonso nach seinem Energieanfall im zweiten Stint nicht an Vettel vorbei kam lag weniger am Speed, denn mehr daran, dass er hinter Vettel in die gleichen Probleme kam, wie später Rosberg. Allerdings muss Red Bull die Zuverlässigkeitsprobleme in den Griff bekommen. Offensichtlich war es der Renault-Motor, der mal wieder den Geist aufgab, aber die Probleme sind ja nichts neues und haben Vettel letztes Jahr schon die WM gekostet.

Alonso staubte eine Sieg ab, er machte das in der Pressekonferenz auch klar, dass er unter normalen Umständen an Vettel nicht vorbei gekommen wäre. Ein nette Aussage, so kennt man den Spanier ja kaum. Mann des Rennens war aber Felippe Massa, auch wenn er hinter Alonso ins Ziel kam. Er hätte auch siegen können, aber Alonso hatte den besseren Start, weil er auf der sauberen Linie stand. Das er aber überhaupt wieder dabei war und gleich zeigen konnte, dass er nichts von seinem Biss verloren hatte, ist nach seinem Unfall im letzten Jahr ein kleines Wunder.

Das ändert aber auch nichts an den strukturellen Problemen der Formel Eins, was die Überholmanöver angeht. Zum einen hat man immer noch das Problem der “dirty air” wenn man hinter her fährt. All die Änderungen und verstellbaren Flügel haben nichts gebracht. Zum anderen scheint das Verbot des Nachtankens nicht geholfen zu haben. Die Idee, dass man dann nicht mehr über die für Zuschauer kaum verständliche Strategie an der Box überholt, sondern sich mit seinem Konkurrenten auf der Strecke auseinandersetzen muss, ist ja ok, aber dann muss den Fahrern auch die Möglichkeiten geben, das tun zu können. Im letzten Jahr war das KERS, was schon mal für Spaß gesorgt hat, aber das haben die Teams ja wieder raus geworfen. So haben die Veränderungen mehr geschadet als geholfen.

Die Reifen sind ein weiteres Problem. Tatsächlich bringt Bridgestone ja wieder zwei sehr unterschiedliche Mischungen, die eine Klasse überspringen. Das führt dann wohl dazu, dass alle Teams in Q3 mit den weichen Reifen unterwegs sein werden, die aber nicht so lange halten. Je früher man dann in die Box kommt, desto größer ist zunächst der Vorteil im Rennen. Weil dann alle innerhalb von einer Runde nachziehen, fährt die Spitzengruppe dann die letzten 70% eines Rennens mit abgelutschten Reifen, die keine Haftung mehr haben und ein Überholen zusätzlich schwer machen. FOTA-Chef Martin Whitmarsh hat angekündigt, dass man darüber nachdenkt einen zweiten Pflichtboxenstopp einzuführen, was die strategischen Möglichkeiten erhöhen würde. Oder Bridgestone bringt zwei Mischungen mit, die sehr nah beieinander liegen. Aber dann lohnt sich eine Strategieänderung nicht mehr, weil man mit einem zweiten Stopp, bei dem man vielleicht weiche Reifen aufzieht, nicht so viel Zeit gewinnt wie man braucht. Ergo fahren alle weiter hintereinander her.

So steht die Formel Eins zumindest im Moment vor einem großen Problem. Das wird beim nächsten Rennen in Australien nicht so groß sein, weil man da auf einer Stop ‘n go Strecke unterwegs, aber ich befürchte jetzt schon, dass Malaysia und China ohne Regen oder Safety Car Phase auch nicht besser werden.

Nun ist es noch zu früh die Saison abzuschreiben zu mal das Feld im Laufe der Saison noch weiter zusammenrücken wird, aber wenn die strategischen Möglichkeiten so eng sind und man wegen der Aerodynamik nicht überholen kann, wird man auch weiterhin die Reihenfolge des Zieleinlaufes schon in der Qualifikation festlegen.

Was mir sonst so aufgefallen ist:

- Erstes Rennen für Cosworth und erster Punkt. So langsam scheint der Motor nicht zu sein. Williams war aber weit von der Pace des vorderen Mittelfeldes entfernt. Die haben mal wieder ihr übliches Problem, dass sie in der Quali schlecht sind, aber einen guten Rennspeed haben.

- Hülkenberg drehte sich in den ersten Runden und fuhr danach ein unauffälliges Rennen.

- Petrov war bis zu seinem Ausfall überraschend gut unterwegs.

- Gegen Ende des Rennens fuhren die Lotus ganz akzeptable Rundenzeiten. Immerhin war man nur 2 Sekunden hinter dem Mittelfeld.

- Die sky Übertagung war ok, wenn auch sehr Mercedes lastig. Jacques Schulz hatte allerdings nicht seinen besten Tag und er versuchte mal wieder aus einem öden Rennen einen Krimi zu moderieren. Da hätte ich mir mehr Kritik gewünscht.

Nächstes Rennen ist in 14 Tagen in Australien.

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March 08 2010

20:52

Formel Eins: Vorschau 2010 – Die Teams und die Motoren

Es geht wieder los mit der Formel Eins und natürlich lehnen wir uns hier auch mal wieder aus dem Fenster und versuchen die einzelnen Teams einzuschätzen

Die diesjährige Vorschau besteht aus drei Teilen. Erst werfe ich einen Blick auf die Teams, dann folgen die Fahrer und am Schluss nehme ich mir die Regeländerungen vor. Bei den Teams ist die Sache in diesem Jahr weit weniger klar, als man meinen könnte. Schon am Ende der letzten Saison gab es mit Brawn, Red Bull und McLaren gleich drei Rennställe, die ziemlich gleich auf lagen. Ferrari wäre vermutlich, wenn sie eine Chance auf einen Titel gehabt hätten, auch dabei gewesen, aber man hatte ja bekanntlich schon im Sommer 2010 die Entwicklung des Wagens eingestellt. Sowohl Badoer als auch Fisichella nutzen die restlichen Rennen um schon mal Teile für die nächste Saison zu testen. Im letzten Jahr habe ich versucht eine Rangordnung nach meinen Gefühl aufzustellen, was ordentlich daneben ging. Deswegen geht es dieses Jahr nach der FIA Startliste.

McLaren

Die stehen ganz oben, weil sie Jenson Button als Weltmeister im Team haben und damit laut Startliste mit der “1″ unterwegs sind. Und fahrerisch sind sie nominell am besten besetzt, weil man die Weltmeister von 2008 und 2009 im Team hat. McLaren muss 2010 den Verlust von Technologiepartner Mercedes verkraften. Ich schreibe mit Absicht “Technologie”, denn Mercedes hat nicht nur den Motor geliefert sondern auch an der Entwicklung des Wagens mit gearbeitet. Diesen Verlust wird man nicht über den relativ kurzen Winter gemerkt haben, aber im Laufe des Jahres könnte das zum tragen kommen, wenn es um die Weiterentwicklung und die Ressourcen geht. Prinzipiell hat McLaren bei den Tests einen enorm starken Eindruck gemacht, vor allem bei den Long-Runs. Vom reinen aerodynamischen Design scheint mir McLaren auch weit vorne zu sein, denn man hat einige sehr interessanten Entwicklungen gezeigt, vor allem im Bereich des Hecks und des Heckflügels. Ich sehe McLaren zwar in der sehr langen Saison eventuell in Problemen, sollte das Wettrüsten in der Saison wieder anziehen, denn Ferrari, Red Bull und Mercedes haben da einfach mehr Ressourcen. Dennoch gehören sie, auch wegen Lewis Hamilton zu den Titelkandidaten.

Mercedes GP

Es ist immer noch eine kleine Sensation, dass sich Mercedes in Mitten einer Wirtschaftskrise der Branche dazu entschlossen hat, einen eigenen Rennstall zu betreiben. Sicher – die sportlichen Voraussetzungen sind prächtig. Man hat das Weltmeister-Team gekauft, man hat Ross Brawn gekauft, man hat vermutlich den besten Motor und mit Michael Schumacher den Fahrer des letzten Jahrzehnts im Team. Zusätzlich hat man Nico Rosberg verpflichtet, der allerdings noch beweisen muss, wie viel Speed er wirklich hat. Ein wenig erinnert das an die Zeit, als bei McLaren John Barnard, Honda, Senna und Berger an Bord hatte. Also alles super? Ein solche Zusammenstellung bedeutet nicht unbedingt, dass alles bestens läuft. Die Budgetdecke bei Mercedes ist nicht unendlich dick, die Aufsichtsräte werden ein sehr genaues Auge auf den Aufwand haben. Schumacher und Brawn können nicht wie bei Ferrari aus dem Vollen schöpfen. Und auch Brawn hat nicht in jedem Jahr seines Schaffens ein Top-Team formen können. Erschwerend könnte sich auswirken, dass das 2010er Wagen eigentlich auf Button ausgerichtet war, nicht aber auf Rosberg oder Schumacher. Dementsprechend ist der neue Wagen eine Evolution, der auf den ersten Blick auch nicht so konsequent wirkt, wie andere Chassis. 2010 könnte für Mercedes tatsächlich ein Übergangsjahr sein, so merkwürdig das klingt. Aber liegt daran, dass die Achse Schumacher-Brawn erst wieder zusammen finden muss. Ich gehe allerdings fest davon aus, dass man Siege erringen wird. Ob es für den Titel reicht wird nicht allein von Mercedes abhängen. Da werden sie die technischen Probleme anderer Teams benötigen.

Red Bull

Auch bei Red Bull hat man sich für eine Evolution des RB5 entschieden. Allerdings sind die Eingriffe am Chassis deutlich größer, als bei Mercedes. Der letztjährige Wagen war wegen des späten Einbaus des Doppel-Diffusors ein Zwitter und keine ideale Lösung. Die vielen Motorschäden waren auch darauf zurück zu führen, dass man für den Diffusor die Luft anders leiten musste, was wohl der Kühlung des Renault nicht zuträglich war. Immerhin hatte Renault selber kaum Probleme mit dem Motor, mal abgesehen davon, dass er etwas lahm ist. Das große Plus von Red Bull in diesem Jahr ist die Konstanz. Das Team hat sich nicht verändert, Adrian Newey konnte den schon guten Wagen verbessern und beide Fahrer sind im Team geblieben. Es gab also keine Umwälzungen wie bei McLaren oder Mercedes.
Gleichzeitig bedeutet das auch: mehr Druck. Eben weil man nominell besser da steht, müsste man eigentlich von Anfang an um den Titel fahren können. Das sich mit BMW und Toyota zwei Hersteller verabschiedet haben sollte die Sache auch einfacher machen. Allerdings bleibt da der Eindruck, dass man die mechanischen Probleme immer noch nicht im Griff hat. Während bei den Tests der Ferrari lief und lief, stand der Red Bull doch gerne mal mit allerlei Kinderkrankheiten an der Box. Das muss nicht bedeuten, dass man ein Problem hat, weil man bei den Tests gerne mal die Grenzen auslotet, aber hinterlässt doch eine gewisse Vorsicht bei der Einschätzung. Ich habe aber bei Red Bull keinerlei Bedenken sie zu den Top-Titelkandidaten zu zählen. Bei mir stehen sie, im Moment, klar auf dem ersten Platz.

Ferrari

Bei Ferrari ist ja schon seit Jahrzehnten Tradition, dass man entweder komplett untergeht oder um den Titel fährt. Irgendwas dazwischen gibt es selten. Die Italiener haben den großen Vorteil, dass sie schon Mitte 2009 angefangen den neuen Wagen zu entwickeln und das man sehr früh wusste, dass man Fernando Alonso bekommen würde. Bei den Tests zeigte Ferrari eine extrem beeindruckende Konstanz. Man absolvierte mit weitem Abstand die meisten Runden und war bei den Long-Runs extrem stark. Wie es um den reinen Speed des Wagens bestellt ist, konnte man allerdings nicht so richtig sehen, von daher bleibt da ein Fragezeichen. Nächster Punkt: die Fahrerfrage. Die Mischung Alonso und Massa scheint mir doch etwas gewagt, zu mal die beiden schon aus der Vergangenheit so ihre Geschichte haben. Das könnte zu Problemen im Team führen, die die Performance beeinträchtigen. Und bei allem Respekt für Stefano Domenicali – ein Ron Dennis, der Senna, Prost, Alonso und Hamilton halbwegs bändigen konnte, ist er nicht. Zu dem scheint immer noch Luca di Montezemolo mehr Einfluss auf das Team zu haben als es vielleicht gut ist. Deswegen sind es eher die Team-internen Probleme, die in Sachen Ferrari ein wenig Skepsis hervor rufen. Und wie immer gilt zusätzlich: Wenn Ferrari gewinnt ist alles super, aber wehe man hat Probleme. Dann versinkt man gerne in einem Kleinkrieg. Man wird 2010 sicher nicht so schlecht da stehen wie 2009, aber ich bin mir keineswegs sicher, ob es für einen Titel reicht.

Williams

Es ist kein Geheimnis wenn man verrät, dass Williams nicht um den Titel fahren wird. Das ist auch nicht schlimm, denn es grenzt schon an ein kleines Wunder, dass Frank Williams und sein Team die letzten Jahre überhaupt überlebt haben. Ich habe sehr großen Respekt für das, was Williams und Patrick Head geleistet haben, denn sie waren und sind immer noch eines der letzten, reinen britischen Rennteams, deren Spirit noch aus den 70er Jahren stammt. Das ist einer der Gründe, warum ich sehr durchaus Sympathien für das Team hege. Williams ist auch ein wenig der Ken Tyrell der Neuzeit. Er hat ein Händchen für Talente und aus dem wenigen Geld, das er hat, macht er das Beste, wenn man ihn so mit Toyota, Honda und Renault vergleicht. Der neue Wagen machte bei den Tests einen soliden Eindruck. Rubens Barrichello zeigte sich per Twitter zwar nicht restlos begeistert, aber sehr angetan. Das mag auch daran gelegen haben, dass Nico Hülkenberg, vom Team mittlerweile schon mit dem Spitznamen “The Hulk” bedacht, gleich mal Spitzenzeiten hinlegte. Der Cosworth scheint im Williams gut zu funktionieren, aber man wird sicher keine Bäume ausreißen. Weil aber viel Konkurrenz weggefallen ist, wird man die Chance haben, sich auf dem fünften Platz nach den vier Spitzenteams einzuordnen. Siege traue ich ihnen nicht zu, aber einige gute Podestplätze.

Renault

Renault ist ja eigentlich nicht mehr Renault, sondern gehört einer Finanzgesellschaft aus Luxemburg. Die haben nach dem unrühmlichen Abgang von Briatore und Pat Symonds auch dann gleich die Führungsstruktur umgebaut und den Interims-Chef Bob Bell gleich wieder in die zweite Reihe geschickt. Und so Umstrukturierungen, auch im Reportwesen, sind selten förderlich für einen kurzfristigen Erfolg in der Formel Eins. Dazu kommt, dass man auf zwei neue Fahrer setzt. Kubica wird sicher wieder gut unterwegs sein, aber seine Schwäche ist die Motivation, wenn es mal nicht so läuft. Petrov – nun ja, der sah schon bei den Tests nicht sonderlich gut aus. Vier Zehntel sind heute in der Formel Eins der Unterschied zwischen Q3 und Q1. Auch beim Chassis bin ich skeptisch. Renault ist wieder einmal einen komplett eigenen Weg gegangen. Das mag mutig sein, aber im Falle Renault glaube ich eher, dass man da einen Fehler begangen hat. Dennoch ging der Wagen bei den Tests recht gut und lag vor dem Williams. Vielleicht haben die Franzosen wieder so eine Wundertüte konstruiert, die auf manchen Strecken gut funktioniert, auf anderen wieder gar nicht. Sie haben absolut keine Titelchancen, auch in der Konstrukteursmeisterschaft wird es mit Petrov sehr schwer Williams und Sauber in Schach zu halten. Eventuell könnte sich sogar Force India als problematischer Gegner erweisen.

Force India

Das indische Team hat ja durchaus einen hohen Sympathiebonus bei mir. Zum einen wegen der Folklore, zum anderen muss man auch mal sehen, was Vijay Mallya aus dem ehemaligen Midland/Spyker Team gemacht hat. Auch wenn das Finanzgebaren des Inders hier und da offenbar für Probleme gesorgt hat – man muss auch erst mal ein Team formen, dass gegen einen Ferrari in Spa um den Sieg fahren kann. Konsequenterweise ist der neue Wagen auch nur eine Evolution. Man versucht das Griplevel zu erhöhen, ohne den Vorteil auf den Highspeed-Strecken zu verlieren. Bei den Tests sah das schon mal sehr ordentlich aus, und Sutil sprach vom besten Wagen, den er bisher für Force India gefahren ist. Ein herber Verlust ist allerdings der Abgang von Chefentwickler James Key, der zu Sauber gewechselt. Das könnte sich im Laufe der Saison als Nachteil erweisen, auf der anderen Seite hat Mallya dafür gesorgt, dass seine Design-Abteilung mit jungen, guten Leuten besetzt ist, die auch mal neue Wege beschreiten. Auch zum Nachteil gereicht der Nachteil, dass man nicht mehr voll auf die Achse McLaren/Mercedes setzten kann. Dort hatte der von McLaren abgestellte James Robinson für nötigen Input gesorgt, aber der ist mittlerweile wieder weg. Also ist es schwierig, die Inder einschätzen, vor allem, weil man nicht weiß, wie es um die Finanzdecke bestellt ist. Aber für Überraschungen ist das Team sicher gut.

Toro Rosso

In diesem Jahr fährt man zum ersten Mal mit einem “eigenen” Chassis, da die FIA ab diesem Jahr unsinnigerweise den Einsatz von Kundenchassis verbietet. Die Anführungszeichen stehen aber, weil man im Prinzip, und legal, nur eine leicht modifizierte Version des RB5 einsetzt. So gut der Red Bull 2009 lief, so schlecht kam STR in Schwung. Das mag am Verlust von Gerhard Berger und Sebastian Vettel gelegen haben, und daran, dass Bourdais den ganzen Entwicklungsprozess aufgehalten hat, aber trotzdem konnte man nicht überzeugen. Mittlerweile dürften sich diese Probleme gelegt haben, aber ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob man wieder zu alter Stärke finden wird. Das Budget ist eng, die Erfahrungen mit einer eigenen Entwicklungsabteilung wird man erst noch machen müssen, auch wenn es sicher noch unter der Hand Unterstützung von Red Bull gibt. STR wird kein leichtes Jahr haben, auch wenn man mit Buemi einen exzellenten Nachwuchsfahrer hat. Vermutlich wird man mit Force India um die Plätze fahren. Punkte sollten aber beim neuen System auf jeden Fall drin sein.

Lotus F1

Ehrlich gesagt bin ich ein wenig enttäuscht. Das Chassis, das Mike Gascoyne da hingestellt hat, gehört für mich schon jetzt zu den schlechtesten der Saison. Jarno Trulli, von Toyota nicht eben verwöhnt, beklagte sich bei den Tests schon über mangelnden Abtrieb, was kein gute Zeichen ist. Der Wagen wirkt extrem eckig, wenig ausgereift und langsam. Angeblich soll in diesem Jahr noch eine B-Variante kommen, die deutlich reifer sein soll. Enttäuscht bin ich deswegen, weil man mit Gascoyne, Trulli und Kovalainen eine erfahrene Truppe zusammen gestellt hat. Zusätzlich hat man sich mit Dieter Gassner (Ex-Toyota) einen weiteren, sehr guten Mann geholt. Ich hätte mir da einfach mehr erwartet, oder zumindest, dass man nicht so weit von STR weg ist. Gleichzeitig bietet diese Zusammenstellung aber auch die Chance, dass man im Laufe des Jahres, wenn die Zahnräder mal ineinander greifen, einen großen Sprung nach vorne machen kann. Von allen neuen Teams erwarte ich da von Lotus den größten Schritt. Einstweilen wird man froh sein, wenn man mal knapp an Punkten vorbei schrammt.

Hispania Racing Team (HRT)

Wegen der finanziellen Probleme hat man keinen Test fahren können, was eine Einschätzung schwer macht. Immerhin kommt das Chassis von Dallara, die ja nun nicht gerade zu den schlechtesten der Branche gehören. Der Wagen macht, auf den Bildern, keinen spektakulären Eindruck, wirkt aber solider als der Lotus. Die Fahrerbesetzung ist aber extrem fragwürdig. Bruno Senna halte ich für weit überschätzt. In keiner Monoposto-Serie wusste der Neffe von Ayrton Senna zu überzeugen. Das er in der GP2 Schwierigkeiten hatte mag noch ok sein, da waren auch andere nicht auf der Höhe. Aber vor allem seine Leistung in der britischen F3 war doch alles andere als viel versprechend. Karun Chandhuk – nu ja. Wegen der fehlenden Daten kann man einfach nichts zu Team sagen, aber wenn sie auf dem Niveau der anderen neuen Teams ankommen, wäre das schon ein Erfolg.

BMW-Sauber-Ferrari

Was mich ja wirklich mal ganz ernsthaft, um nicht zu sagen brennend, interessieren würde, ist die Beantwortung der Frage, warum man das “BMW” aus dem Namen nicht streicht. Es kann etwas damit zu tun haben, dass Peter Sauber, der alte Fuchs, 2010 jeder Diskussion um mögliche Punkt- und TV-Gelder aus dem Weg gehen will. BrawnGP hatte im letzten Jahr schon Sorgen, weil die FIA ihn als neues Team und nicht als genetischer Nachfolger von Honda eingestuft hatte, und man deswegen viel Geld verlor. Wie dem auch sei – Sauber hat bei den Tests einen enorm starken Eindruck hinterlassen. Das Chassis erinnert schon sehr stark an einen weiterentwickelten BMW des Jahres 2009, aber offenbar hat man über den Winter die richtigen Lehren gezogen. Unsicher bin ich mir aber trotzdem, denn die Zeiten waren schon so verflixt gut, dass man den Eindruck von “Sponsorzeiten” nicht ablegen konnte. Immerhin ist der Wagen noch schneeweiß und Peter Sauber finanziert das Team eigener Tasche (seine Aussage aus der MSa). Mit Kobayashi hat man einen interessanten Neuzugang, bei de la Rosa bin ich mir nicht so sicher. Man hat sich eine Menge McLaren Wissen mit ihm eingekauft, aber die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass auch ein schneller Mann wie de la Rosa seinen Schliff als Rennfahrer verliert, da er zu lange Tests gefahren ist. Ehrlich gesagt tue ich mich schwer, Sauber in diesem Jahr einzuschätzen. Wenn die Tests ehrlich waren, dann könnten sie für die ein oder andere Überraschung sorgen. Sogar Siege wären drin. Wenn nicht, versinken sie im Mittelfeld.

Virgin

Die hatte ich vor den Tests von der Struktur her schwächer als Lotus eingeschätzt, aber da habe ich meine Meinung inzwischen geändert. Der komplett ohne Windkanal hersgestellte Wagen scheint besser zu sein, als man denkt, auch wenn man noch mit technischen Problemen kämpft. Aber das sind halt technische Sachen, von der Basis her scheint der Wagen gut zu gehen. Ich bin da wirklich beeindruckt und glaube, dass Virgin durchaus Chancen hat, sich alsbald nach vorne zu entwickeln. Dazu kommt die gute Fahrerwahl. Timo Glock hat viel Erfahrung, was kleine Teams angeht und er bringt das Knowhow von Toyota mit. Luca di Grassi halte ich für einen der meist unterschätztesten Nachwuchspiloten der letzten Zeit. Die reine CFD-Entwicklung des Teams könnte zu dem dafür sorgen, dass man in Sachen Entwicklungsgeschwindigkeit den anderen neuen Teams überlegen ist. Bei günstigen Umständen halte ich Punkte für Virgin in diesem Jahr nicht für unwahrscheinlich.

Motoren

Mercedes

Die haben vermutlich den besten Motor im Feld. Im letzten Jahr war die Standfestigkeit beeindruckend. Auch der in diesem Jahr so wichtige Verbrauch soll stimmen.

Ferrari

Seit dem Grand Prix von Spanien im letzten Jahr weiß man, dass der Ferrari, wie sollte es auch anders sein, ein kleiner Säufer ist. Beeindruckend ist aber auch hier die Standfestigkeit. Ich nehme an, dass Ferrari weiterhin einen kleinen Verbrauchs und Leistungsnachteil hat, aber beides dürfte über die Saison gesehen nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Renault

Bekanntermaßen der schwächste Motor im Feld, aber dafür soll man den besten Verbrauch haben. Da gerade Red Bull mit der guten Aerodynamik den PS-Nachteil ausgleicht und die Leistung um Rennen im Rennen nicht so ins Gewicht fällt, könnte der Renault in diesem Jahr der Motor der Wahl sein. Wenn er denn durchhält.

Cosworth

Die Briten haben den Vorteil, dass die FIA ihnen zu Beginn der Saison eine Nachjustierung zugesagt hat. Interessanterweise basiert der V8 immer noch auf dem alten Modell aus dem Jahr 2007, das man aber runderneuert hat. Von Williams hörte man so zwischen den Zeilen, dass man keineswegs enttäuscht sei. Im Gegensatz zum Toyota soll der Cosworth mehr Leistung haben und deutlich leichter zu fahren zu sein.

Zuzammengefasst: ich erwarte keine großen Unterschiede bei den Motoren, was die Leistung angeht. Die Motoren werden die Saison nicht entscheiden, zu mal Cosworth auch von keinem Topteam eingesetzt wird.

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February 21 2010

16:19

Formel Eins: Campos gerettet – USF1 wackelt – Bilder Test Jerez

Es gab ein paar interessante Entwicklungen in der Formel Eins in dieser Woche. Die Teams waren derweil genervt vom Regen in Jerez.

Das Campos und das USF1 Team zwei Wackelkandidaten für die Sasion 2010 waren, konnte man schon im letzten Jahr erahnen. Beim spanischen Team spitze sich die Situation offenbar seit dem letzten Dezember zu. Dallara, die das Chassis für Campos gebaut haben, Cosworth und Xtrac (Getriebe) warteten mehr oder weniger geduldig auf ihr Geld, was auch bedeutete, dass es nicht so recht voran ging bei Campos. Teamgründer Adrian Campos war derweil damit beschäftigt, das Team zu retten, statt es weiter aufzubauen. Die Gerüchte schlugen hohe Wellen, zu mal Zoran Stefanovic von StefanGP sich die Reste von Toyota einverleibte und ordentlich Druck machte. Es hieß sogar, er habe Dallara die beiden Campos Chassis abgekauft, nur um Campos aus dem Rennen zu werfen. Nun ist die Rettung des Teams wohl durch, aber es bleiben etliche Fragezeichen, denn mit Colin Kolles kommt ein Mann, der in den letzten zwei Jahren eng mit Audi zusammen gearbeitet hat.

Interessanterweise hat sich bei Campos gar nicht so viel verändert. Der bisherige Teilhaber Jose Ramon Carabante hat die Anteile von Adrian Campos erworben, die offenen Rechnungen bezahlt und Colin Kolles als Teammananger installiert. Das wirft ein paar Fragen auf, denn warum hat Carabante nicht schon früher das Ruder übernommen und sein Investment fast scheitern lassen? Campos hat lautstark Bernie Ecclestone für dessen Unterstützung gedankt und auch hier fragt man sich, was Bernie da im Hintergrund gemacht hat.

Kolles wiederum hat seit seinem Rauswurf bei Force India Ende 2008 komplett bei Audi angedockt. Er setzt (in den alten Audi-Farben) zwei alte R10 in der LMS ein und zwei Audi A4 in der DTM. Vor allem sein LMS-Team gilt, im Hinblick auf die 24 H von Le Mans, als “Viertel-Werksteam” und Entwicklungsträger für den R15. VW/Audi werden zur Zeit durchaus Interessen nach gesagt, sich in der Formel Eins zu engagieren. Allerdings erst nach 2012 und auch nur dann, wenn der “Weltmotor” auch in der F1 Einzug hält. Ich glaube nicht, dass Audi im Moment ernsthaft an einem F1-Einstieg arbeitet, aber man hat zumindest eine kleine Hintertür offen, sollte man mal was anderes machen wollen, als in der LMS zu fahren.

Die Zukunft von Campos soll mit der Übernahme gesichert sein. Man hat zwar noch keinen zweiten Fahrer, will aber in drei Wochen in Bahrain an den Start gehen. Wie das ohne Tests gehen soll, ist allerdings ein kleines Rätsel.

Bei USF1 sieht es hingegen komplett duster aus. Man hat einen zweitklassigen Fahrer mit dicker Geldbörse, ein paar Teile, aber kein komplettes Chassis, keine Crew und vor allem kein Geld. Im Grunde hat man nichts und man wird nicht in Bahrain antreten können. Ken Anderson, Teamchef von USF1, hat in einem Interview mit der NYT sogar angekündigt. dass man gerade mit der FIA verhandelt, ob man nicht die ersten vier (!) Rennen auslassen kann. Grund für die Probleme ist das fehlende Geld. Ehrlich gesagt: ich sehe nicht, dass USF1 überhaupt an den Start geht. Denn selbst wenn sie bis Anfang Mai Zeit bekommen würden, wo soll das Geld herkommen und wie will man dann in zwei Monaten den Wagen fertig bekommen, der offenbar nicht mal ansatzweise existiert? Die FIA hat offenbar auch noch keine Entscheidung getroffen, wie man mit der Anfrage von Anderson umgehen möchte, aber offenbar laufen im Hintergrund auch Gespräche mit StefanGP.

Die Serben arbeiten weiter daran, in Bahrain am Start stehen zu können. Diese Woche hat man den zum ersten Mal den Ex-Toyota Motor ins Ex-Toyota Chassis gebastelt und angeworfen. Zoran Stefanovic macht eine Menge Wirbel. Er hat Kazuki Nakajima unter Vertrag genommen und offenbar hat auch Jacques Villeneuve eine Vereinbarung, die allerdings darauf basiert, dass StefanGP von der FIA zum Start zugelassen wird. Hinter Stefanovic steht mehr oder weniger die serbische Regierung, die das Projekt offenbar recht weit oben auf der Liste hat.
Allerdings sollte man sich vom den lautstarken “Ich will da rein” Gerede von StefanGP nicht täuschen lassen. Im Moment hat man gerade mal ein fertiges Chassis, dass auf den 2010er Toyota beruht. Ein weiteres bastelt man gerade zusammen. In Köln arbeiten ein paar ehemalige Toyota-Mitarbeiter, aber die Abteilung für Neu- bzw. Weiterentwicklung sitzt in Belgrad und besteht offenbar nur aus Mike Coughlan und einem weiteren Mitarbeiter. Das sieht alles ein wenig nach ein wenig Show aus um der FIA zu zeigen, das man könnte, wenn man gelassen würde. Ob StefanGP wirklich mehr zu bieten hat als Campos, die mit Dallara einen exzellenten Chassishersteller haben, ist zweifelhaft. Der 2010er Toyota ist Stand November und hat vermutlich seit dem keinen Windkanal mehr gesehen. Große CFD-Anlagen hat man auch noch nicht gesehen.

Allerdings – wie oben erwähnt – bei USF1 sieht es noch schlechter aus. Im Moment gibt es Gerüchte, dass Ecclestone und die FIA versuchen aus dem USF1 und StefanGP ein Team zu machen. Aber wie das funktionieren soll, ist mir ein Rätsel. Ich sehe weder StefanGP noch USF1 in Bahrain am Start.

Jerez Test
Genervt. Das ist wohl die Grundstimmung der Teams bei den Tests in Jerez. Denn der Regen hat fast die gesamte Woche die Tests erschwert, dazu war es kalt. Richtige Daten über Verbrauch und den in diesem Jahr wichtigen Reifenabrieb lassen sich so nicht erzielen. Vor allem letzteres ist wichtig, denn kaum einer weiß, wie sich die deutlich schwereren Wagen auf Longruns verhalten. Bauen die Reifen schnell ab? Gibt es Blister oder Körnung? Man mag in Jerez, bei 15 Grad Asphalttemperatur, stabile Longruns haben, in Bahrain kann das schon wieder anders aussehen. Die ganzen Abstimmungsdaten könnten hinfällig sein und man fängt wieder von vorne an.

Schon allein deswegen sind die Zeiten nicht sonderlich aussagekräftig. Auch wenn einige Teams im Laufe der Woche wohl auch mal leicht unterwegs waren und Zeiten unter die 1.20er Grenze fielen. Aber wie leicht man war und mit welcher Konfiguration man unterwegs war, weiß halt keiner. Sicher kann man aber eine leichte Tendenz feststelle:

- Der Ferrari F10 macht einen guten Eindruck. Nicht unbedingt der schnellste, aber er liefert wohl beeindruckende Longruns ab mit sehr stabilen Zeiten. Alonso sprach vom besten Wagen, den er je gefahren hat, was angesicht der letzten Jahre auch kein Wunder ist.

- McLaren war unauffällig unterwegs, legte aber am Samstag die beste Zeit der Testsessions hin. Und die kam von Jenson Button, der bisher weiter hinter Hamilton lag. Da war also noch Luft. Wenn die anderen Zeiten von McLaren mit mittelvollen Tanks gefahren wurden, dann sind die Briten extrem gut dabei

- Sauber-Ferrari, die vornerum immer noch BMW heißen, war auch schnell, aber hier vermutet man ein wenig Taktik um Sponsoren ansprechen zu können. Kobayahsi macht aber einen starken Eindruck

- MercedesGP lässst sich nicht in die Karten schauen. Ross Brawn hat zugegeben, dass man immer noch leichte Probleme mit der Temperatur der Vorderreifen hat, aber es wird wohl selten so kalt sein, wie in Jerez. Die Zeiten sagen einem wenig, da man wohl nie leicht unterwegs war.

- Red Bull kämpft mehr mit der Technik als mit schnellen Zeiten. Webber blieb einige Male stehen, offenbar gibt es Probleme im Antriebsbereich, jedenfalls wechselte man zwei Renault-Motoren. Kann man noch nichts zu sagen, aber langsam sind sie nicht. Und lieber bei den Tests Probleme, als im Rennen.

- Renault scheint einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Kubica zeigte gute Zeiten, am Ende war er sogar richtig schnell. Die könnten sich vorne einsortieren, wenn auch mit Abstand.

- Williams ist wie Mercedes schwer einzuordnen. Die Pace auf den Longruns scheint gut zu sein, aber wie es mit der reinen Geschwindigkeit aussieht, ist nicht klar. Die könnten wieder an dem alten Problem kranken, dass man keinen Qualispeed hat und man deswegen im Mittelfeld versackt.

- Force India macht einen sehr guten Eindruck. Man ist definitv nicht zurück gefallen, sondern hat sogar leicht zugelegt. Sutil zeigte sich einigermaßen begeistert. Die werden dieses Jahr auch keine Bäume ausreißen aber mit dem neuen Punktsystem sollten sie auf jeden Fall einige Punkte sammeln.

- Toro Rosso scheint mit dem ersten “eigenen” Auto gut dabei zu sein. Aber da bin ich mir wie bei Sauber nicht sicher, wie viel da für die Galerie gefahren wurde. Der Abstand zwischen Alguersuari und Buemi (2 Sek) erscheint mir doch etwas happig.

- Der Virgin scheint ein etwas fragiles, aber durchaus brauchbaren Auto zu sein. Dafür, dass man Null Erfahrung hat, sind die Zeiten ok. Über Punkte denkt man eh nicht nach.

- Das sieht bei Lotus auch nicht anders aus. Trulli hat die Woche schon ausgeplaudert, dass man zu wenig Abtrieb habe. Der Wagen ist, das hat Gascoyne ebenfalls erwähnt, ein konservativer Entwurf. Man will in diesem Jahr lernen und brav hinterher fahren.

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