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September 13 2013

06:15

NASCAR: Vorschau Chicagoland 2013 Analyse Chase-Debakel 2013

Endlich ist es soweit: Auf dem Chicagoland Speedway eröffnet die NASCAR am Wochenende den Chase! Doch wer fährt mit? Immerhin stehen mittlerweile circa elf Fahrer ziemlich fest, doch mindestens ein Teilnehmer wackelt noch. Nach dem MWR-Skandal wird nun auch Penske Racing bezichtigt, illegale Absprachen getroffen zu haben.

helton_pembertonEs hätte alles so schön werden können: Ich hatte eigentlich geplant, eine nette kleine Vorstellung aller Chase-Fahrer zu bringen. Jeder Pilot wäre neben seinem Konterfei von mir auf Herz und Nieren bezüglich seiner Meisterschaftstauglichkeit untersucht worden. Leider kenne ich bis heute (Stand: Donnerstagabend vor dem ersten Playoff-Rennen in Chicagoland) nicht die komplette Liste aller Teilnehmer. Für den Fall, dass jemand die letzten fünf Tage in einer Hütte im tiefsten Wald verbracht und sich eher um den nächsten Fisch auf dem Teller gesorgt hat, gibt es erstmal eine Zusammenfassung des ganzen Dramas. Ich werde mich dabei auch bemühen, keine altgriechischen Sagen zu referenzieren. Begonnen hat der Schlamassel nur wenige Runden vor dem Ende des Rennens in Richmond, welches die NASCAR zu diesem Zeitpunkt – im Nachhinein betrachtet – einfach hätte abbrechen sollen.

Aber wer konnte schon ahnen, dass Clint Bowyer mit seinem sehr seltsamen Dreher den Urknall für einen großen Skandal liefern sollte. In diesem Moment befanden sich Ryan Newman und Jeff Gordon auf Chase-Kurs. Newman wollte mit einem Sieg die zweite Wildcard und damit sein Chase-Ticket lösen, während Gordon einen glücklosen Joey Logano mit zwei Runden Abstand hinter sich halten konnte und damit sogar über die punktbesten Zehn qualifiziert war. Martin Truex Jr. schien trotz Top-10-Resultat chancenlos, noch in die Playoffs zu gelangen, da sein einziger Saisonsieg gegen deren zwei von Newman und Kasey Kahne nichts wert gewesen wäre. Als einzige Chance für Truex blieb eine Wende an der Spitze und prompt drehte sich Teamkollege Bowyer, zeitlich akkurat passend, von der Strecke.

Im Endeffekt führte dieser Vorfall dazu, dass weder Ryan Newman das Rennen gewann, noch Jeff Gordon in den Chase einzog, während Joey Logano noch einige Plätze gewann und seinerseits Ticket #10 löste. Damit öffnete sich die Wildcard-Situation für Martin Truex Jr., weil Gordon natürlich keinen Rennsieg aufweisen konnte. Trotz Punktgleichheit mit Newman, der ebenfalls einen Saisonerfolg auf seinem Konto wusste, landete schließlich Truex bei sehr schlechter – wenn nicht sogar schlechtester – Ausgangssituation in den Playoffs. Ausschlaggebend war hier am Ende ein zweiter Platz (aus Texas), den Truex mehr eingefahren hatte als Newman. So weit, so gut, doch nun kam ESPN ins Spiel.

Nachdem die Kommentatoren des TV-Senders sich ob des spannenden Finales beruhigt hatten, fand jemand die Aufzeichnung des Funkverkehrs zwischen Clint Bowyer und seinem Spotter, setzte das Interview mit Dale Earnhardt Jr. nach dem Rennen dazu, verquirlte das Ganze und stellte es bei 200 °C in den Ofen. Bowyer habe seinen Dreher absichtlich eingeleitet, hieß es plötzlich und die unschuldigen Opfer Ryan Newman und Jeff Gordon konnten in ihrer ersten Niedergeschlagenheit noch gar nicht ahnen, welcher Tsunami sich damit in rasender Geschwindigkeit auf die NASCAR zubewegte. Da ich das Rennen erst mit einem Tag Verzögerung gesehen habe, kann ich leider nicht sagen, wie sehr Twitter in diesem Moment explodierte.

Der Schneeball vergrößerte sich auf seinem Weg den Abhang hinunter schnell und stetig, denn bereits am nächsten Tag sahen sich die NASCAR-Offiziellen das Renngeschehen unter dem Mikroskop an und es kamen weitere Unregelmäßigkeiten zum Vorschein. Auch der dritte MWR-Teamkollege im Bunde, Brian Vickers, war in den Skandal verstrickt, da er von seinem Spotter und Team-Manager Ty Norris zu einem unplanmäßigen und unsinnigen Boxenstopp während der letzten drei Runden unter grüner Flagge aufgefordert wurde. Passenderweise verblieb er dann ebenso wie Clint Bowyer ganze zwei Runden in seinem Pitstall, was Joey Logano zwei Positionen einbrachte, mit denen er Jeff Gordon aus den Top 10 in der Meisterschaft kegeln konnte, was wiederum die zweite Wildcard für Martin Truex Jr. in Reichweite brachte.

Da der Funkverkehr der #55 ziemlich eindeutig war, überführte NASCAR das gesamte Waltrip-Team der illegalen Absprache und wies ihnen nach, das Rennen manipuliert zu haben. Es wurden hohe Strafen ausgesprochen, so bekamen alle drei Teams jeweils 50 Fahrer- sowie Owner-Punkte abgezogen, während die jeweiligen Crew-Chiefs bis zum Jahresende auf Bewährung an den Wagen arbeiten müssen. Am schlimmsten erwischte es den Initiator Ty Norris, der nun auf unbestimmte Zeit gesperrt wurde, während Michael Waltrip Racing als Organisation mit einer Geldbuße in Höhe von 300.000 US-Dollar noch recht günstig davonkam. Das Urteil brachte dann jedoch ein Novum: Zum ersten Mal in der Geschichte des Chase änderte man das Teilnehmerfeld nachträglich!

Da sich die Punktabzüge auf die Regular-Season bezogen, rutschte Martin Truex Jr. hinter Ryan Newman ab, der sich mit später Genugtuung die zweite Wildcard sicherte. Laut Jeff Gordon war damit die Gerechtigkeit fast wiederhergestellt, jedoch war die Bestrafung seiner (und auch meiner) Meinung nach nur sehr halbherzig. Eigentlich gehört für uns auch Clint Bowyer aus dem Chase geworfen, doch die Offiziellen konnten ihm trotz der sehr merkwürdigen Konversation am Funk und des einzigartigen Drehers keinen Vorsatz ankreiden. Somit blieb es dabei und die Welt diskutiert seitdem, womit der Schaden im Prinzip angerichtet war. Dass mal alle Welt über die NASCAR reden würde, hat sich die Organisation sicherlich auch anders vorgestellt. Solche Gespräche führen wir nämlich normalerweise, wenn die DTM mal wieder kräftig zugelangt hat.

Doch damit nicht genug, denn am Donnerstag tat sich das nächste Loch im Boden auf. Nun steht plötzlich Penske Racing mit Joey Logano am Pranger. Denen wirft man vor, den Markenkollegen David Gilliland im Front-Row-Ford beiseite gebeten zu haben, um dringend benötigte Punkte zu sammeln. Jeff Gordon wittert unterdessen natürlich schon Morgenluft, weil die Offiziellen sich nun auch diese Anschuldigungen ganz genau ansehen. Wie sich die Situation aufklärt bzw. aufgeklärt hat, wisst ihr womöglich schon beim Lesen dieses Artikels, da der NASCAR meiner Meinung nach nicht mehr viel Zeit verbleibt. Am Freitag geht der Fahrbetrieb in Chicagoland los und dann sollten eigentlich alle zwölf Variablen zweifelsfrei bestimmt sein.

Fraglich ist, wie sich das Urteil (oder vielleicht die Urteile?) auf die Zukunft auswirken werden. Muss nun jedes kleine Überholmanöver auf dem Weg zum Sieg untersucht werden? Muss die NASCAR – wie von Jimmie Johnson vorgeschlagen – bei unklaren Situationen einen Timeout (unter roter Flagge) ähnlich wie beim Football einführen? NEIN, bitte bloß das nicht! Man sollte den ganzen Trubel wirklich nicht überbewerten. Klar hat die Teamorder so kurz vor dem Chase überhandgenommen und natürlich war der (meiner Meinung nach klar absichtliche) Dreher von Clint Bowyer totaler Mist. Deswegen aber jetzt den Weltuntergang zu wittern? Ich weiß ja nicht. Wenn man sich in Zukunft einfach darauf beschränkt, dass man einen Teamkollegen gerne vorbeilassen kann, wenn er diesen einen Punkt benötigt und direkt hinter einem fährt, dann hat wohl keiner etwas dagegen.

Achso: Wen die nicht vorhandene Streckenvorstellung für das Wochenende gestört hat, der darf sich gerne in unserem Artikel zum Chicagoland Speedway seine gewünschte Informationsdosis abholen. Außerdem lege ich euch den Podcast vom gestrigen Donnerstag ans Herz, in dem wir uns ausführlich mit der Situation beschäftigt (wenn auch ohne die neuesten Logano-Erkenntnisse) und auch eine Bewertung der Chase-Favoriten abgegeben haben. Ihr verpasst also trotz meiner Zusammenfassung des Geschehens auf epischer Breite kein Stück vom Randgeschehen, zu dem der Chase und das Rennen am Sonntag ja mehr oder weniger verkommen sind. Und weil dies leider leider leider passiert ist, sehe ich nur einen Ausweg: In bester Pofalla’scher Manier erkläre ich die Diskussion über die Vorkommnisse von Richmond für beendet! In diesem Sinne: Lasset den Chase beginnen…

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den (momentan nicht ganz) aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm vom Wochenende.

Freitag, 13.09.
16:00 Uhr, Truck Series Practice, FOX Sports 1
18:00 Uhr, Truck Series Final Practice, FOX Sports 1
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 1
20:30 Uhr, Nationwide Series Practice, FOX Sports 1
22:00 Uhr, Truck Series Qualifying, FOX Sports 1
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
00:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, FOX Sports 2
02:30 Uhr, Truck Series Rennen (EnjoyIllinois.com 225), FOX Sports 1 ab 2 Uhr

Samstag, 14.09.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 2
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, FOX Sports 2
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, FOX Sports 2
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2 / Motors TV

Sonntag, 15.09.

20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Geico 400), ESPN / Motorvision TV ab 19 Uhr

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September 11 2013

22:47

Racingblog Podcast: Ausgabe vom 12.09.2013

Der wöchentliche Podcast von Racingblog-Team. Im Stream, im Download und bei iTunes.

Der Skandal um Michael Waltrip Racing beschäftigt nicht nur die NASCAR sondern auch uns. Hat man MWR richtig betraft? Warum wurde Clint Bowyer nicht bestraft? Daher nimmt die NASCAR diese Woche einen großen Teil des Podcast ein. In der zweiten Hälfte geht es um die Verpflichtung von Kimi Räikkönen von Ferrari. (Podcast wurde am Dienstag aufgenommen, daher einige “vielleicht” ;) ) Thomas und Felix werfen einen Blick auf das erste Langstreckenrennen des Jahres der V8 Supercars und am Schluss gibt es die Vorschau auf Wochenende in etwas komprimierter Form.

Hier der Link zu den Funksprüchen zwischen MWR und seinen Fahrern, über die wir im Podcast reden.

Download (MP3, 57 MB)
iTunes
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Here is the Music Player. You need to installl flash player to show this cool thing!

Dauer: ca. 120 Minuten

00:00:00 NASCAR
00:54:00 F1
01:29:00 V8 Supercars
01:41:00 DTM/GT Masters/BTCC/ELMS

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September 10 2013

08:00

NASCAR: Analyse Richmond September 2013

Die Chase-Teilnehmer stehen fest, doch der Weg dorthin war nicht nur turbulent, sondern wird in den nächsten Tagen noch für einigen Diskussionsstoff sorgen. Im Fokus stehen der Sieger Carl Edwards und vor allem Michael Waltrip Racing in Person von Clint Bowyer.

Federated Auto Parts 400Das Rennen in Richmond stand ganz im Zeichen des Chase. Ständig wechselten die Positionen und somit auch die Chase-Teilnehmer. Als alles entschieden schien, wurde durch ein späte Caution nochmal alles über den Haufen geworfen. Doch dazu später mehr. Eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Rennen hatte sich Jeff Gordon im Qualifying gesichert, als er sich mit Streckenrekord die Pole Position holte. Jimmie Johnson verpasste unterdessen nicht nur das Qualifying, sondern auch sämtliche Practice-Sessions, denn er wurde am Freitag zum zweiten Mal Vater, als Lydia Norriss das Licht der Welt erblickte. Ohne eine einzige gedrehte Runde ging Johnson als 43. ins Rennen. Dieses startete sehr diszipliniert und Gordon konnte in den ersten 49 Runden die Spitzenposition verteidigen. Dann ging allerdings Brad Keselowski an ihm vorbei, der wie auch Gordon einen Sieg bitter nötig gehabt hätte. Einige Runden nachdem Keselowski die Führung übernommen hatte, war er sie auch schon wieder los, denn Kurt Busch konnte durch sein auf Long Runs abgestimmtes Auto an ihm vorbeiziehen.

Nach den ersten Boxenstopps unter grün kam schließlich in Runde 136 die erste Caution heraus. Grund war – wie sollte es anders sein – Debris in Kurve drei. Bei den Stopps unter gelb fiel Kurt Busch durch Probleme beim Wechseln des linken Hinterrades von Platz eins auf sechs zurück. Die Führung hatte nun Jamie McMurray inne, allerdings nicht lange. Direkt beim Restart wurde er von Brad Keselowski geschnappt, der anschließend einsam seine Runden um die Konkurrenz drehte. Dies war dann in Runde 207 vorbei, denn David Stremme drehte sich eigenverschuldet in Kurve vier. Nach den Boxenstopps fand sich Kurt Busch wieder an der Spitze, vor Keselowski. Als es in Runde 215 weiter ging, kam es noch zu einem Kuriosum, als Jamie McMurray bei der Anfahrt auf Kurve eins frontal eine gefüllte Wasserflasche traf und diese mehrere Meter in die Luft geschleudert wurde. Es wurde zwar kein Auto nennenswert beschädigt, allerdings fragt man sich, wie diese “Debris” übersehen werden konnte und warum der Restart nicht noch um eine Runde verschoben wurde. Normalerweise sieht die NASCAR ja jedes Staubkorn auf der Strecke, diesmal allerdings nicht mal eine Wasserflasche.

Ungeachtet dessen setzte sich Brad Keselowski in Front, vor Kurt Busch. Während Keselowski vorne weg fuhr, musste Jimmie Johnson sein Auto aufgrund von technischen Problemen in die Garage stellen. Johnson fuhr kurz zuvor schon mit Rundenrückstand dem Feld hinterher und erwischte wie schon in den letzten Wochen ein grauenhaftes Rennwochenende. Auch sein Hendrick-Teamkollege Jeff Gordon in der #24 musste wenig später ungeplant die Box aufsuchen und kam mit zwei Runden Rückstand wieder auf die Strecke. Doch mit vier frischen Reifen konnte er sich schnell zumindest wieder um eine Runde zurückrunden. Dann kam auch noch ein bisschen Glück hinzu, als in Runde 267 wegen Debris auf der Gegengeraden erneut gelb geschwenkt wurde. Somit war Gordon durch den “Lucky Dog” wieder in der Führungsrunde. An der Spitze fand sich unterdessen Clint Bowyer wieder. Dieser konnte sich recht schnell absetzen, da hinter ihm der Kampf um die zweite Position zwischen Kevin Harvick, Brad Keselowski und Kurt Busch ausgetragen wurde. Besonders Harvick und Keselowski rieben sich einige Runden aneinander auf, bis Harvick die #2 in Kurve vier etwas beiseite schob und den zweiten Platz eroberte. Keselowski fiel danach immer weiter zurück und konnte nicht mehr an seine Leistung vom Anfang des Rennens anknüpfen. Die Titelverteidigung war nun Geschichte.

58 Runden vor Schluss, gerade als die Boxenstopps unter grün absolviert wurden, sorgte Jimmie Johnson für Aufsehen. Durch einen geplatzten Vorderreifen verursachte er die dritte Caution des Abends. Sein Teamkollege Jeff Gordon hatte zum wiederholten Male Glück, denn gerade als er seine Box aufsuchte, kam die gelbe Flagge. Erneut durfte er sich mit Hilfe des “Lucky Dogs” zurückrunden. Die Turbulenzen wusste Carl Edwards am besten für sich zu nutzen und lag beim Restart auf Position eins vor Paul Menard. In den letzten Runden sollte sich jedoch ein anderer Name aufdrängen: Ryan Newman. Er kämpfte sich durchs Feld und übernahm zehn Runden vor Schluss sogar die Führung. Hätte er das Rennen gewonnen, hätte er sich durch seinen zweiten Saisonsieg die Chase-Teilnahme gesichert – hätte. Denn acht Runden vor Schluss wurde zum vierten und letzten Mal in diesem Rennen die gelbe Flagge geschwenkt. Der Auslöser war Clint Bowyer in der #15, der sich in Kurve vier drehte. Bowyer behauptete nach dem Rennen, dass er von Dale Earnhardt Jr. getroffen wurde, doch dieser verneinte dies. Nach Aussage von Junior hatte sich Bowyer auf eigenartige Weise selbst gedreht. Nun kann man sich dabei denken, was man will, aber seinen Teamkollegen Martin Truex Jr. brachte Bowyer damit wieder ins Rennen um die letzte Wildcard.

Doch als ob das noch nicht genug Zündstoff gewesen wäre, setzte Carl Edwards beim Restart noch einen drauf. Nachdem er sich durch einen guten Boxenstopp die zweite Position hinter Paul Menard geholt hatte, schnappte er sich beim Restart gleich noch Menard, aber vor der Start-/Ziellinie. Menard kam durch seine alten linken Reifen schlecht weg und wurde bis zur Linie von Edwards bereits abgehängt. Ob die NASCAR auch zu diesem Vorfall Untersuchungen anstellen wird, ist bisher unbekannt. So sicherte sich Edwards schließlich seinen zweiten Saisonsieg. Zweiter wurde Kurt Busch, der damit eine kleine Sensation schaffte. Er zieht als erster Fahrer überhaupt mit einem Ein-Auto-Team in den Chase ein. Hinter ihm platzierte sich Ryan Newman, der kurz vor Schluss noch geführt hatte. Dies sollte allerdings nicht für den Chaseeinzug reichen, denn bis zur Nacht von Montag auf Dienstag war Truex durch seinen siebten Platz im Rennen im Chase. Doch dann gab die NASCAR die Ergebnisse der Untersuchung gegen Michael Waltrip Racing bekannt. Allen drei Sprint-Cup-Teams von MWR werden 50 Punkte in der Fahrer- und Ownerwertung abgezogen. Dies bedeutet, dass Truex aus dem Chase fällt und Newman nun doch drin ist. Zusätzlich wurden auch die drei Crew Chiefs der einzelnen Teams bis zum 31. Dezember diesen Jahres unter Beobachtung gesetzt. MWR wird zudem noch mit einer Geldstrafe von 300.000$ sanktioniert und der Spotter der #55 und General Manager von MWR – Ty Norris – wird auf unbestimmte Zeit suspendiert. Für Bowyer hat der Punkteabzug keine Auswirkung auf den Chase, da diese Strafe auf die Wertung der ersten 26 Rennen wirkt. Eine ausführliche Aufarbeitung der Ereignisse findet ihr hier.

Doch nicht nur im Kampf um die Wildcards war es knapp, auch die letzten Plätze der Top Ten waren stark umkämpft. Kurt Busch und Greg Biffle konnten durch solide Ergebnis relativ sicher den Chase-Einzug klar machen. Knapp wurde es hingegen für Joey Logano. Er setzte sich mit nur einem Punkt Vorsprung vor Jeff Gordon auf Platz zehn. Gordon ist damit nicht im Chase, nachdem er sich im Vorjahr noch knapp qualifizieren konnte. Ebenfalls nicht geschafft hat es der Vorjahresmeister Brad Keselowski, der sich nach dem Rennen in der Gesamtwertung sogar hinter Jamie McMurray wiederfindet. Als Führender geht Matt Kenseth in den Chase, der sich durch seine fünf Saisonsiege 15 Bonuspunkte sichern konnte. Im folgen mit einem Abstand von drei Punkten von Kyle Busch und Jimmie Johnson. Der Meister der ersten 26 Rennen – Carl Edwards – startet mit bereits neun Punkten Rückstand auf Kenseth in die Jagd um den Meisterschaftstitel. Nächste Woche läutet die NASCAR mit dem Rennen auf dem Chicagoland Speedway den Chase ein.

Neben dem Chase hat sich auch auf dem Fahrermarkt wieder etwas getan. Am Montag wurde bekannt gegeben, dass Ryan Newman nächste Saison wie erwartet zu Richard Childress Racing wechseln wird. Hier übernimmt er die #31 von Jeff Burton. Dieser wiederum ist aktuell bei Swan Racing für die #30 im Gespräch.

Zum Abschluss gibt es heute nicht nur die Punktestände der Fahrer- und Ownerwertung sondern zusätzlich noch die Meisterschaftstabelle der Fahrer mit der es in den Chase geht.

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September 06 2013

07:00

NASCAR: Vorschau Richmond September 2013

Es ist angerichtet: Das letzte Rennen vor dem Chase auf dem Richmond International Raceway steht an. Einige Piloten konnten ihr Ticket für die Playoffs der NASCAR bereits letzte Woche lösen, aber um die letzten Plätze verspricht es noch ein spannender Kampf zu werden.

fed_autoparts_400_rir_cNun ist es also soweit. Das letzte Rennen steht an, bevor es in den Chase geht. Einige Piloten haben ihren Platz in den Playoffs bereits sicher, doch ab der achten Position in der Meisterschaftstabelle wird es spannend. Doch bevor ich genauer auf den Kampf um die letzten Chase-Plätze eingehe, schauen wir uns erstmal die Strecke an. Der Richmond International Raceway wurde und 1946 eröffnet und seit 1958 durchgängig von der höhsten NASCAR-Liga besucht. 1988 wurde die Strecke in das heute bekannte, 0,75 Meilen kurze D-Oval umgebaut. Richmond weist ein moderates Banking von 14° in den Kurven auf. Die Start-/Zielgerade ist mit 8° und die Gegengerade mit 2° überhöht. Wie auf allen Short-Tracks gilt es auch hier, besonders schonend mit den Bremsen umzugehen und vielleicht auch mal einen kleinen “bump and run” zu setzen. Die meisten Siege unter den aktiven Fahrer hat mit vier Erfolgen Kyle Busch, der bis jetzt aber noch nie das September-Rennen gewinnen konnte. Letztes Jahr sicherte sich Clint Bowyer den Sieg im Federated Auto Parts 400. Traditionell wird es durch die Lage direkt vor dem Chase ein spannendes Rennen werden, denn auch dieses Jahr haben noch einige Piloten die Chance, in die finale Phase der Meisterschaft zu gelangen.

Werfen wir zuerst einen Blick auf die bereits sicher im Chase stehenden Piloten: Trotz seiner Pechsträhne führt Jimmie Johnson die Meisterschaft mit 837 Punkten an. 28 Punkte dahinter befindet sich der aktuelle Vizemeister Clint Bowyer. Weitere 14 Punkte hinter Bowyer sind punktgleich Kevin Harvick und Carl Edwards zu finden. Kyle Busch ist anders als letzte Saison bereits für den Chase qualifiziert. Mit vier Siegen besitzt er zusätzlich auch eine ausgezeichnete Ausgangssituation für die Meisterschafts-Playoffs. Nur Matt Kenseth als aktuell Sechstplatzierter konnte mehr Siege einfahren als Johnson und Busch, fünf an der Zahl. Er ist zudem auch mit 55 Punkten Vorsprung auf Platz elf der letzte Pilot, der den Chase-Einzug bereits über die Punkte erreicht hat. Doch noch ein weiterer Fahrer ist bereits sicher dabei und dieser findet sich aktuell auf Position zwölf wieder. Kasey Kahne hat mit bereits zwei Siegen mehr Erfolge in dieser Saison erzielt als seine direkten Konkurrenten um die letzten Chase-Plätze. Die einzige Frage, die sich noch stellt, ist, ob er es über eine Wildcard oder über die Punkte unter die letzten Zwölf schafft. Aktuell befindet sich Kahne zehn Punkte hinter dem zehnten Platz.

Kommen wir zu den Piloten, die noch zittern müssen. Der heimliche Punktesammler Dale Earnhardt Jr. ist auf Platz sieben liegend so gut wie durch. Mit 37 Punkten Vorsprung auf Platz elf muss schon einiges schief gehen, damit er noch aus dem Chase fällt. Gefährlicher wird die Lage für die Piloten ab dem achten Platz. Hier macht der aktuell starke Joey Logano den Anfang, der 16 Punkte Vorsprung inne hat. Hinter ihm platziert sich Greg Biffle mit 14 Punkten Vorsprung. Geradeso drin ist auch noch Kurt Busch. Doch er hat es bedeutend schwerer als die beiden Fahrer vor ihm, denn er steht bis jetzt noch ohne Sieg da und muss in Richmond zumindest ein gutes Ergebnis einfahren. Gleiches gilt auch für den auf Rang elf liegenden Jeff Gordon, der ebenfalls noch keinen Erfolg diese Saison vorweisen kann. Mit sechs Punkten Rückstand auf Kurt Busch scheint ein Sieg für ihn dieses Wochenende fast Pflicht zu sein. Den Erfolg, den Gordon braucht, hat Martin Truex Jr. sich bereits in Sonoma gesichert. Diesem verdankt er jetzt seine Wildcard, die er mit fünf Punkten Vorsprung vor dem ebenfalls bereits ein Mal siegreichen Ryan Newman hält. Beide Fahrer befinden sich bereits 15 bzw. 20 Punkte hinter dem zehnten Platz. Hinter Ryan Newman finden wir auf Platz 15 endlich den Vorjahresmeister Brad Keselowski. Für ihn gilt das Gleiche wie für Kurt und Jeff: Er muss in Richmond endlich seinen ersten Saisonsieg einfahren. Falls er dies schaffen sollte, könnte er bei einem schlechten Ergebnis von Truex und Newman doch noch das Ticket zur Titelverteidigung lösen. Dafür braucht es aber viel Glück, doch dieses scheint er diese Saison nicht zu haben. Wem das jetzt noch nicht genug “Wie-komme-ich-in-den-Chase-Theorie” war, der kann sich gerne bei den Kollegen von jayski noch alle möglichen Kombination anschauen, mit denen ein Fahrer im bzw. aus dem Chase wäre.

Genug über den Chase geredet, kommen wir nun wieder zum aktuellen Rennen zurück. In den 44 gemeldeten Cockpits für dieses Wochenende hat sich erstaunlich wenig getan. Mike Bliss sitzt wieder mal im Toyota mit der Startnummer 19, im Ford mit der #32 Timmy Hill, im Chevrolet mit der #40 Landon Cassill und ebenfalls in einem Chevy, allerdings mit der #51, sitzt Ryan Truex. In der #47 ersetzt AJ Allmendinger Bobby Labonte. Die Leavine Family ist ebenfalls wieder mit dabei, diesmal aber nicht mit Scott Speed, sondern mit Reed Sorenson. Dieser ist zudem ein potentieller Kandidat für das Cockpit der #95 in der nächsten Saison. Sorenson absolvierte bis jetzt bereits 15 Sprint-Cup-Rennen und konnte schon eine Pole einfahren.

In dieser Woche wurden auf den Fahrermarkt erneut einige Gerüchte gestreut und Neuigkeiten bekannt gegeben. Das wichtigste mal kurz zusammengefasst: Jeff Burton wird nächstes Jahr trotz gültigen Vertrags nicht mehr in der #31 von Richard Childress Racing sitzen. Als Grund für diese Entscheidung werden zu geringe Sponsorengelder für die kommende Saison genannt, die nicht erlauben, ein viertes Auto an den Start zu bringen. Somit ist es durchaus plausibel, dass Ryan Newman nächstes Jahr in der #31 sitzen könnte, sofern er zu RCR wechselt. Wohin die Reise für Burton geht, ist noch ungewiss. Juan Pablo Montoya hingegen wurde unter der Woche in Denver bei Furniture Row Racing gesichtet. Aktuell gibt es aber noch keine Informationen, ob wir Juan nächstes Jahr in der #78 als Ersatz für Kurt Busch sehen oder nicht. Schließlich soll es ja auch noch ein Angebot aus der IndyCar von Andretti Autosport geben.

Zum Schluss nun wie gewohnt noch die Stände der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entrylist für das Federated Auto Parts 400 auf dem Richmond International Raceway. Das Rennen wird live auf ABC und auch wieder bei MotorvisionTV übertragen. Letztere werden die verbleibenden Rennen bis zum Finale allesamt live zeigen. Die TV-Zeiten für dieses Wochenenden gestalten sich folgendermaßen:

Freitag 06.09.2013
15:00 Uhr Nationwide Practice, Fox Sports 1
18:00 Uhr Sprint Cup Practice, ESPN2
20:30 Uhr Sprint Cup Final Practice, ESPN2
22:00 Uhr Nationwide Qualifying, ESPN2
23:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN2

Samstag 07.09.2013
01:30 Uhr Nationwide Rennen (Virginia 529 College Savings 250), ESPN2 (Green Flag: 01:45 Uhr)
18:00 Uhr Trucks Practice (Iowa), Fox Sports 2

Sonntag 08.09.2013
01:30 Uhr Sprint Cup Rennen (Federated Auto Parts 400), ABC (Green Flag 01:44 Uhr)
18:30 Uhr Trucks Qualifying (Iowa), Fox Sports 1
20:00 Uhr Trucks Rennen (Iowa, Fan Appreciation 200 Presented by New Holland), Fox Sports 1 (Green Flag: 20:17 Uhr)

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October 11 2011

06:09

NASCAR: Analyse Kansas Oktober 2011

Jimmie Johnson ist wieder da! Nachdem er sich in Dover Kurt Busch knapp geschlagen geben musste, dominierte der Dauermeister in Kansas fast nach Belieben. Nach langen Grünphasen hätte Johnson nur Kasey Kahne am Ende wirklich gefährlich werden können, doch auch den Red Bull ließ er beim letzten Restart einfach stehen.

197 von 272 Runden führte Jimmie Johnson am Sonntag auf dem Kansas Speedway an und holte sich damit nach Dover zum zweiten Mal in Folge die meisten Führungsmeilen ab. Dieses Mal reichte es am Ende sogar für eine Fahrt in die Victory-Lane, nachdem er sich am vergangenen Wochenende noch mit Platz 2 hinter Kurt Busch zufriedengeben musste. Dabei sah zunächst alles nach einem Triumpf der Ford-Mannschaft von Roush-Fenway Racing aus, denn im ersten Renndrittel zeigten vor allem Matt Kenseth (26) und Polesitter Greg Biffle (23) mit – im Vergleich zu Johnson – einigen Führungsrunden an, dass auch sie Anspruch auf die Trophäe hätten.

Doch der fünffache Titelträger war schnell zur Stelle und holte sich in der ersten Gelbphase mit nur zwei neuen Reifen die nötige Track-Position. Den Platz an der Spitze musste er wegen des alten Gummis zwar noch kurz wieder an Kenseth abtreten, aber nach den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge war dann Johnson-Time! Das Team der #48 zeigte damit auch gleich, was schon früh im Rennen strategisch so möglich war und brachte auch andere Mannschaften zum Pokern: So kopierte zum Beispiel Kyle Busch in Caution #2 den Meister, hielt sich wegen des in Kansas generell schlechten Handlings seines Toyotas aber nur acht Runden an der Spitze, bevor Johnson wieder übernahm und die zweite Phase des Rennens einläutete.

Von besagter Gelbphase in Runde 84 bis zur dritten und nächsten Caution dauerte es sage und schreibe 122 Umläufe, bevor NASCAR Einsehen mit den durstigen Fans hatte und Debris auf der Strecke fand. Das Schwenken der gelben Flagge hätte in Runde 206 von eigentlich 267 eigentlich nicht besser für die Spannung sein können, denn immerhin lag man bei einem Spritfenster von ca. 50 Runden in Reichweite eines Fuel-Runs. Schon ein merkwürdiger Zufall eigentlich… Den Restart führte übrigens wieder Jimmie Johnson an, gefolgt von Tony Stewart, Kyle Busch, Greg Biffle und Brad Keselowski. Nun kam eine alte Rennfahrerweisheit zum Tragen, denn plötzlich gebaren Cautions weitere Cautions und machten somit die Benzinsituation noch interessanter.

Nachdem sich Regan Smith etwas zu sehr in Landon Cassill verbissen hatte, kam die gesamte Meute zum nächsten Tankstopp, um das Spritfenster endgültig zu schließen – mit Ausnahme von Kurt Busch und Kevin Harvick, die sich mit einem gehörigen Gewinn von Track-Position wieder ins Rennen brachten. Allerdings mussten beide Piloten ja noch massiv an Benzin sparen, um am Ende nicht trockenzulaufen. Bei Richard Childress Racing führte das alsbald zur taktischen Finesse: Da sich hinter Harvick zufällig bis zum anstehenden Boxenstopp der überrundeten Fahrzeuge Einmal-Teamkollege, Childress-Enkel und Cup-Premier Austin Dillon befand, wurde dieser kurzerhand zum Anschieben beordert. Da ein solches VORgehen nur in der letzten Rennrunde zum VERgehen wird, hat Harvick sicherlich die eine oder andere Gallone sparen können.

Genützt hat es ihm allerdings kaum etwas, denn plötzlich wurde Kansas nach der langen Grünphase in der Mitte des Rennens noch zur Caution-Orgie und gab somit eher wieder die Spielwiese für weitere Reifenpoker frei! Es war schon wirklich schwierig, zum diesem Zeitpunkt den Überblick zu behalten, wer denn nun wie viele Pneus gewechselt hat und wann dies geschah. An dieser Stelle fallen mir lediglich zwei prominente Beispiele auf Anhieb ein:

Tony Stewart gab in Caution #5 ca. 30 Runden vor Schluss eine Top5-Platzierung auf und entschied sich für vier neue Reifen, was ihn sogar aus den Top10 herauskatapultierte. Zwar konnte er sich wieder in Reichweite der Top5 zurückkämpfen, verpasste aber in der sechsten und letzten Gelbphase seinen Pitstall und mähte fast die eigene Boxencrew um. Dieser letzte Fehler ließ ihn schließlich nur auf Platz 15 die Zielflagge sehen. Warum Smoke da nochmal kommen musste, hat sich mir nicht gänzlich erschlossen, immerhin kann es nicht wegen Benzin gewesen sein und seine neuen Pneus sollten unter normalen Umständen noch ausreichend Grip geboten haben.

Das zweite Beispiel ist Kasey Kahne, welcher sich zum selben Zeitpunkt wie Stewart für vier neue Reifen entschied, diese aber wesentlich besser nutzen konnte und plötzlich von hinten durchs Feld pflügte. Innerhalb von nicht mal 30 Runden hatte er sich von außerhalb der Top10 auf Platz 2 nach vorne gekämpft und hatte nur noch Jimmie Johnson vor sich. Leider war dieser schon außer Reichweite für seinen zukünftigen Teamkollegen und nur noch eine sehr späte Caution hätte Johnson stoppen können. Tatsächlich hatte der Dauermeister dann ungewöhnliches Pech und konnte sich prompt bei Jeff Gordon bedanken, dessen Motor nach längerer Ankündigung drei Runden vor Schluss noch sein Leben aushauchte.

Eine Verlängerung war angesagt, aber Kahne konnte Johnson leider nicht mehr gefährden. Beim letzten Restart – nach der erwähnten Caution #6 – ließ der noch Red-Bull-Pilot seine Reifen durchdrehen, während sein Konkurrent den schnelleren Gasfuß bewies. Brad Keselowski versuchte zwar noch, Kasey Kahne anzuschieben, da er selbst vor der Ziellinie nicht ausscheren und überholen durfte, aber genützt hat es nichts mehr. So fuhr Johnson dem sicheren Sieg entgegen und positionierte sich mit einer Menge Oberwasser noch einmal neu in der Stärkeverteilung des Chase.

Hinter Johnson, Kahne und Keselowski kamen die Fords von Roush-Fenway Racing mit Matt Kenseth und Carl Edwards am Steuer über die Linie. Edwards kann sich mit seinem Top5-Ergebnis noch glücklich schätzen, nachdem sein Team über die komplette Renndistanz mit dem Handling des Autos haderte und erst zum Schluss endlich bei der Musik dabei war. Lohn für ihn ist nun weiterhin die Spitzenplatzierung in der Meisterschaft, jedoch jetzt alleine und einen Punkt vor Kevin Harvick, welcher in Kansas eine Position hinter Edwards ins Ziel fuhr.

In der Meisterschaft reiht sich hinter den beiden Fahrern im Moment Jimmie Johnson mit winzigen vier Zählern Rückstand auf die Spitze ein. Nach dieser Dreiergruppe nimmt der Abstand schon ein wenig mehr zu, denn Brad Keselowski (-11), Matt Kenseth (-12), Kurt Busch (-16), Tony Stewart (-19) und Kyle Busch (-20) haben schon einige Punkte mehr auf Edwards aufzuholen, sind aber immer noch gut im Rennen.

Pech hatte Jeff Gordon (-47), der durch seinen Motorschaden in der Schlussphase nur auf Platz 34 gewertet wurde und somit mächtig Punkte auf alle anderen Chase-Teilnehmer verlor. Gemeinsam mit Dale Earnhardt Jr. (-43), Ryan Newman (-54) und Denny Hamlin (-79) scheint er schon aus der Meisterschaftsentscheidung herausgerutscht zu sein, da man an dieser Stelle nun mindestens einen Totalausfall aller Konkurrenten benötigt, um wieder zur Spitze vorzustoßen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

September 27 2011

10:22

NASCAR: Analyse New Hampshire September 2011

Tony Stewart gibt sich derzeit größte Mühe, meine Vorhersagen bezüglich des Chase von vor einer Woche zu unterminieren. In New Hampshire gewann Smoke auch das zweite Playoff-Rennen und mauserte sich damit innerhalb von zwei Wochen zum derzeit größten Favoriten auf den Titel. Die üblichen Verdächtigen blieben dagegen farblos.

Zwei Rennen ist der Chase nun alt und beide Saisonläufe entschied am Ende Tony Stewart für sich, womit er auch sofort an die Tabellenspitze vorrückte, um dort Kevin Harvick abzulösen. Zwar gilt zu beachten, dass sowohl der Playoff-Auftakt in Chicagoland als auch das Rennen vom Sonntag in New Hampshire aufgrund der wiederholten Spritpoker keine klassischen Fälle waren, Smoke aber auch ohne die Fuel-Mileage mindestens innerhalb der Top5 ins Ziel gefunden hätte. Seine Erfolge kann und darf die Benzinstrategie damit keinesfalls abwerten! Überraschend kamen sie trotzdem, denn Stewart betreffend, schrieb ich in der Vorschau für Chicagoland und den Chase folgende Worte nieder:

Newmans Teamchef Tony Stewart lieferte wirklich eine ungewöhnliche Regular-Season ab, denn für gewöhnlich gewinnt Smoke in der Sommerperiode normalerweise mindestens ein Rennen. In diesem Jahr hat es leider nicht ganz gereicht und auch die wenigen Top5-Ergebnisse (3) lassen eher für ein Übergangsjahr sprechen. Bei Stewart könnte ich mir vorstellen, dass er seinen NASCAR-Zenit bereits überschritten hat und sich fortan eher auf sein Dasein als Owner konzentrieren sollte, vielleicht liegt aber auch hier die störende Ablenkung. Ausschließen sollte man aber bekanntlich nichts…

Doch nicht nur mich traf dieser plötzliche Aufschwung unerwartet, auch die US-Kollegen konnten bisher keine vernünftige Erklärung dafür finden. Auch Stewart selbst hat wohl nicht mit einer solchen Performance gerechnet, jedenfalls betonte er dies im Siegerinterview. Letzteres brachte dann auch zusätzlichen Diskussionsstoff, da Smoke in einem Nebensatz erwähnte, dass die Leistung des Teams wieder stimmen würde, nachdem man Anfang der Woche überflüssigen Ballast („dropped some dead weight“) von Bord geworfen hätte. Was Tony Stewart damit meinte, blieb er auch in der anschließenden Pressekonferenz in gewohnt „liebenswürdiger“ Art den nachfragenden Journalisten schuldig. Immerhin konnte man ihm entlocken, dass niemand Stewart-Haas Racing verlassen hätte.

Keiner weiß nichts Genaues oder so, würde ich mal behaupten. Falls jemand über das ein oder andere spitze Ohr in den USA verfügt, wäre ich über eine Aufklärung sehr erfreut. Immerhin mutet es schon komisch an, wenn Stewart erst seinen sonst so erfolgreichen Sommer auslässt, nur um dann im Chase wie aus heiterem Himmel die Konkurrenz zu bügeln. Die Qualifikation war ja nun nicht unbedingt so sicher, da konnte man keinesfalls von trockenen Tüchern sprechen. Daher dürfte man an dieser Stelle eine taktische Spielerei ausschließen. Was ist/war dieses „dead weight“? Doch ganz sicher keine halbvolle Burger-King-Tüte im Cockpit der #14, die Smoke nach dem Frühstück dort vergessen hat…

Um nun noch mal kurz ins Reich der Spekulationen vorzudringen: Jeff Gordon monierte nach dem Rennen etwas den Benzinverbrauch, während die Leistung des Motors nach wie vor spitzenmäßig sei. Interessant ist an dieser Stelle, dass Stewart-Haas Racing seine Aggregate von Hendrick Motorsports least (und auch die Chassis dort vorproduziert werden), wobei ich nicht weiß, inwiefern da nun Änderungen und sonstige Tuning-Maßnahmen im Nachhinein möglich sind. Wer Stewart kennt, der weiß, dass der Teambesitzer solche Äußerungen nicht mal eben nebenbei macht und dann im Nachhinein bedächtig schweigt. Vermutlich hat man bei SHR etwas Entscheidendes gefunden, nur was, das bleibt zu beantworten!

Jedenfalls ging die Benzinrechnung von Tony Stewart mehr als auf und der Grundstein dafür wurde in der dritten und letzten (!) Gelbphase in Runde 173 von 300 (!) gelegt. Das Rennen blieb über weite Strecke relativ ruhig, was Unterbrechungen anging und so musste man die wenigen Cautions ganz klar dafür nutzen, wichtige Track-Position zu gewinnen. Wer dieses Mal unter Gelb vier Reifen aufziehen ließ, der war paradoxerweise klar im Nachteil. Zum einen verlor er viele Platzierungen und dann erwies sich das Renngeschehen als zu gedrängt, um ernsthaft Positionen unter Grün gut zu machen. Die perfekte Formel lautete somit, während der Cautions die Track-Positionen mit einer Zwei-Reifen-Strategie zu holen, um bei den Boxenstopps unter grüner Flagge auch die linke Fahrzeugseite neu zu bestücken.

Um zu verstehen, warum Jeff Gordon die Meute nach der letzten Gelbphase wieder auf Rennspeed führte, müssen wir zunächst eine Caution weiter in die Vergangenheit schauen und finden dabei folgende Ausgangsposition vor: Dreher von Landon Cassill gegen Ende der Green-Flag-Pitstops, einzig Gordon und David Ragan waren noch nicht zum Tanken gekommen und haben somit fast dem gesamten Rest des Feldes mehr als eine Runde Rückstand aufgebrummt. Der #24 war es nun möglich, vier neue Reifen und Benzin zu fassen, ohne eine Top3-Platzierung zu verlieren, während sich die anderen Fahrer per Wavearound zurückrundeten.

Gute 15 Runden später löste dann Carl Edwards (8.) die angesprochene letzte Caution aus, indem er ausgerechnet seinen Teamkollegen und ebenfalls Chase-Teilnehmer Matt Kenseth (6.) in einen Dreher schickte. Immerhin konnten die beiden Piloten von Roush-Fenway Racing am Ende noch Top10-Resultate verbuchen. An dieser Stelle verzichteten Jeff Gordon und acht andere Mitstreiter auf einen Tankstopp, wobei sich lediglich Gordon mit einem letzten Boxenaufenthalt sicher sein konnte, über die Distanz zu kommen. Zurück also zum Anfang der Analyse und dem Restart mit Jeff Gordon in Führung:

Während sich von außerhalb der Top10 die Piloten mit neueren Reifen langsam aber sicher in der folgenden langen Grünphase wieder nach vorne kämpften, hatte Gordon das Rennen im Prinzip in der Tasche. Ein weiterer Tankstopp sollte ihm eigentlich genügen, so war die einhellige Meinung. Die letzten Green-Flag-Pitstops folgten für einige Fahrer nur sehr knapp im Rahmen des Benzinfensters, was wieder für etliche Ausroller in den finalen Rennrunden sorgte. Ausgerechnet für Gordon ging der Boxenstopp aber mächtig schief, denn in der Anfahrt auf seine Pitcrew riss die Benzinversorgung ab. Der Chevy musste erst mächtig rödeln, bis er wieder in Gang kam und zu allem Überfluss stellte sich auch noch heraus, dass nicht genügend Benzin aus der Spritkanne in den Tank geflossen war. Gordon war damit früh zum Sparen verdammt und musste die Konkurrenz ziehen lassen. Immerhin rettete er noch einen halbwegs versöhnlichen vierten Rang ins Ziel.

Die Boxenstopp-Phase zog sich über gute 25 Runden hinweg und an deren Ende war plötzlich wieder Kasey Kahne in Führung, dicht gefolgt von Clint Bowyer, welcher wirklich gefühlt aus der tiefsten Versenkung auftauchte. Wo Bowyer die Zeit und Positionen gutgemacht hat, würde ich nur zu gerne wissen. Kahne war jedenfalls kein Gegner für den Überraschungsmann, der sich auf dem besten Weg zum Rennsieg befand, aber ebenso wie Jeff Gordon den kürzeren Halm zog. Im Gewusel der – mit leerem Tank ausrollenden – Gegner, geriet auch Vorjahressieger Bowyer ins Stocken und wurde prompt zwei Runden vor Schluss vom heraneilenden Tony Stewart geschnappt, welcher 2010 im Chase-Rennen von New Hampshire noch in der gleichen Situation das Nachsehen hinter Ersterem hatte.

Verkehrte Welt also, was man vor allem bei der Betrachtung der Ergebnisse der übrigen Chaser feststellen kann:

- Jimmie Johnson war so ein Beispiel des missglückten Versuchs, mit frischen Reifen Boden zu gewinnen. Der sonst so allmächtige Chad Knaus und sein Erfüllungsgehilfe am Steuer der #48 waren sich dabei auch ungewohnt uneinig, da wurde über den Boxenfunk schon mal etwas schärfer gepöbelt. Johnson war akustisch-ersichtlich derart angefressen, dass er Knaus in seinen eigenen Zuständigkeitsbereich verwies. Doch auch seine selbst angepriesenen Fahrkünste konnten das Rennen nicht mehr retten, denn nach der letzten Gelbphase (mit Four-Tire-Stop) ging er auf Position 19 wieder ins Rennen und konnte in den folgenden gut 100 Runden nur fünf Ränge zurückholen. Dann stieß er auf Kyle Busch!

Im Kampf um Platz 13 gingen die beiden eigentlichen Titelfavoriten sehr hart miteinander ins Gericht und drehten sich beinahe in die Mauer. Während Kyle Busch noch mit Glück davonkam und später Rang 11 sichern konnte, hatte Johnson härter zu knabbern. Der Dauermeister ruinierte sich das Handling seines Chevrolets und musste am Ende abgeschlagen mit Rang 18 Vorlieb nehmen. Die ungewohnt schlechte Leistung in den ersten beiden Chase-Rennen katapultierte ihn auf Platz 10 der Playoffs zurück. Busch ist immerhin Sechster, jedoch liegen beide Piloten nur drei Zähler auseinander und mehr dürfen es auf keinen Fall werden!

Bei Johnson fällt übrigens deutlich auf, dass die Stimmung im Team sofort ruiniert ist, falls mal die Leistung nicht stimmt. Da kann man ihm nur wünschen, dass er nicht noch in ein richtiges Tief absackt und sich dieser Effekt multipliziert. Das könnte auch so eine Situation sein, welche die so erfolgreiche Fahrer-Crew-Chief-Kombination Jimmie Johnson / Chad Knaus eines Tages sprengt.

- Noch mehr Pech hatten Dale Earnhardt Jr. (17.), Ryan Newman (25.) und Denny Hamlin (29.), welche eigentlich mit einem Top10-Resultat gerechnet hatten. Junior war, wie er später bestätigte, auf „Red-Bull-Kurs“ unterwegs und wurde vermutlich Opfer eines übertriebenen Radsturzes! Ein Reifenschaden folgte dem anderen, doch glücklicherweise traten beide zu halbwegs günstigen Zeitpunkten (knapp vor dem letzten Boxenstopp und in der finalen Rennrunde) auf, sodass Earnhardt nicht noch mehr wertvolle Plätze verlor.

Ryan Newman wurde übrigens ebenfalls von einem explodierenden Pneu überrascht, hatte aber weniger Glück mit dem Timing und verlor eine ganze Runde. Denny Hamlin konnte sich dieses Mal anders als in Chicagoland um einen Reifenplatzer drücken, lief jedoch trocken und kann seine Meisterschaftschancen mit 66 Punkten Rückstand nun wohl schon begraben…

- Mann des Rennens hinter Stewart war wieder einmal Brad Keselowski, der am Ende noch einen ausrollenden Greg Biffle (3.) einholen konnte, um sich Platz 2 in New Hampshire zu sichern. Damit verbesserte er sein Top5-Ergebnis aus der letzten Woche noch einmal und hielt seine Serie somit aufrecht. In der Meisterschaft rangiert der Überraschungspilot der Saison nun sogar schon auf Platz 3, mit nur 11 Punkten Rückstand auf Tony Stewart. Mal angenommen, Keselowski hätte sich über die Top10 in den Chase gefahren, dann wäre er dank der neun Bonuspunkte derzeit sogar Zweiter. Mal schauen, wie es in Dover weitergeht, vielleicht ist der große Triumph für ihn am Ende gar nicht so unwahrscheinlich bei dieser Performance.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

August 29 2011

15:51

NASCAR: Analyse Birstol Herbst 2011

Nach einem für Bristol Verhältnisse wieder verhältnismäßig schnellem Rennen gewann nicht der dominierende Mann des Rennens Jeff Gordon, sondern der dominierende Mann der letzten 3 Rennen. Auch in Bezug auf den Chase hat sich in Bristol einiges getan.

Das Rennen kam ohne größere Zwischenfälle gut in einen Rhythmus. In den ersten 150 Runden gab es zwar 3 Gelbphasen, die waren aber alle sehr kurz (2 Mal Debris, 1 Mal Motorsachaden bei Kvapil). In den Top 10 befanden sich nach 150 Runden Johnson, Gordon, Keselowski, Kenseth, Newman, Edwards, Kyle Busch, Smith, Hamlin, Truex Jr. Da sollte sich bis zum Rennende auch nicht mehr viel dran ändern, was die hohe Relevanz einer guten Startposition und eines von Anfang an gut fahrbaren Autos in Bristol unterstreicht.

Probleme mit den Reifen gab es diesmal übrigens keine, da Goodyear vorsorglich die aus dem Vorjahr an die Strecke gebracht hatte und nicht die aus dem Frühjahr. Nach der Gelbphase durch Kvapil folgte eine lange Grünphase, die über 150 Runden dauerte. In dieser Zeit zeigte sich das überlegene Auto von Jeff Gordon. Er fuhr in dieser Zeit konstant an der Spitze und sammelte Führungsrunde um Führungsrunde, insgesamt sollten es am Ende über 200 werden.

Stewart hingegen musste schon von weit hinten starten und kam nicht nach vorne, am Ende sollte es für ihn nur ein sehr enttäuschender 28. Platz werden. Das schnelle Rennen und die lange Grünphase in der Mitte führten dazu, dass in der Mitte des Rennens nur noch 20 Autos in der Führungsrunde waren. Auch Harvick und Boywer vielen mit schlecht liegenden Autos wenig später weit zurück und sollten sich davon nicht mehr wirklich erholen, Boywer wurde 26. und Harvick 22.

Die lange Grünphase wurde durch 2 unabhängige Situationen beendet, die aber beide zur selben Zeit stattfanden. Einerseits hatte Reutimann beim Überholen Stremme leicht berührt, der aus unerfindlichen Gründen meinte sich unbedingt dafür rächen zu müssen und Reutimann abschoss. Andererseits fuhr Menard, der einen Plattfuß durch schleifende Frontpartie zu erwarten hatte einfach Hamlin eingangs einer Kurve ins Heck.

In Runde 362 gab es dann die nächste Gelbphase, ausgelöst durch Mark Martin, der ausgangs einer Kurve etwas zu weit nach oben kam, Vickers leicht am Heck traf, sich dadurch in die Mauer drehte und hart einschlug, doch die Safer Wall verhinderte schlimmeres. In dieser Gelbphase kamen natürlich alle zum tanken, es hätte sogar mit Green-White-Checkered einen Spritpoker geben können, doch es kam anders. Nachdem Restart in Runde 369 sahen die Top 10 folgendermaßen aus: Gordon, Kenseth, Keselowski, McMurray, Johnson, Edwards, Logano, Kyle Busch, Hamlin, Truex Jr.

Auch nach diesem Restart zeigte Gordon, dass sein Auto weiterhin überlegen war und zog zunächst vorne weg. Kyle Busch hatte das ganze Rennen über ein gutes Auto, hielt sich aus allem raus, wäre folglich ein sicherer Top 5 Kandidat gewesen, zumal er in Bristol so gut wie kein anderer Fahrer in den letzten Jahren war. Doch dieses Mal sollte es nichts werden. Kyle kollidierte leicht mit Labonte und holte sich dadurch einen Platten, der ihn in die Mauer schickte. Dies löste die letzte Caution circa 85 Runden vor Schluss aus.

In dieser gab es auch die letzten Boxenstopps, wobei Newman und Truex Jr nur 2 Reifen nahmen. Für Beide sollte sich das am Ende trotz ausbleiben weiterer Gelbphasen auszahlen. Am schnellsten insgesamt arbeitete jedoch die Crew von Brad Keselowski, der das Feld beim Restart anführte. Gordon und Johnson lagen hinter Kenseth und Truex Jr auf Platz 4 und 5. Nach einige Runden und leichtem Mauerkontakt von Gordon schafften es schließlich Gordon und Johnson an einem mittlerweile wegen eines in der Schlussphase schlecht liegenden Autos frustrierten Kenseth vorbei zu ziehen.

Gordon schloss dann schnell auf Martin Truex Jr auf und die Frage war eigentlich nur, wann Gordon mit seinen 4 neuen Reifen an Truex Jr vorbei gehen würde und ob die Zeit dann noch reichen würde, um den vorne um mittlerweile 2 Sekunden enteilten Keselowski noch einzuholen. Doch was folgte war der beste Zweikampf des gesamten Rennens. Truex Jr fuhr mit alten Reifen die ganze Zeit die obere Linie, während Gordon ihn immer wieder auf der unteren Linie versuchte zu überholen. Immer fair erwehrte sich Truex Jr Gordon mit allem was er hatte und sollte es tatsächlich über 50 Runden lang bis zur Zielflagge schaffen Gordon hinter sich zu halten. Das war eine wirklich beeindruckende Leistung von Truex Jr.

Aber natürlich muss man auch über den Sieger,”Mister August”, Brad Keselowski sprechen. Seine Ergebnisse mit gebrochenem Knöchel in den letzten 4 Rennen: 1. (Pocono), 2. (Watkins Glen), 3. (Michigan), 1. (Bristol). Das ist schon sehr sehr stark, außerdem ist er jetzt mit 3 Siegen praktisch sicher im Chase, vielleicht hat sich da in den letzten 4 Rennen ein Meisterschaftskandidat gemausert…

Auf Platz 2 kam Martin Truex Jr ins Ziel, der zwar keine Chance mehr auf den Chase hat, aber so eine verdiente Belohnung für seinen Kampf gegen Gordon bekam. Dahinter folgten Gordon und Johnson. Johnson ist schon sicher im Chase, aber auch für Gordon besteht eigentlich nur noch eine rechnerische Chance rauszufallen. McMurray wurde 5., dahinter kam Kenseth ins Ziel, der sich somit auch sein Chase Ticket sicherte.

Hamlin wurde 7., hat im Moment die zweite Wild Card inne und sammelte wichtige Punkte um diese gegen Menard zu verteidigen, der nur 30. wurde. 8. wurde Ryan Newman, der 7. in der Meisterschaft ist und unter normalen Umständen ebenso wie Kurt Busch, der 17. wurde, den Chase erreichen sollte. Edwards sicherte sich sein Chaseticket mit einem 9. Platz auch rechnerisch. Einen starken 10. Platz holte sich Marcus Ambrose.

Ebenfalls sicher im Chase ist Kyle Busch nach seinem 14. Platz. Eng könnte es hingegen nochmal für Earnhardt Jr. (16. in Bristol) und Tony Stewart werden, wenn Boywer noch ein Rennen gewinnt, dann würde bei einem schlechten Ergebnis nämlich einer von ihnen aus dem Chase fallen. Weiter geht es nächste Woche in Atlanta. Das Rennergbnis könnt ihr hier einsehen: http://www.jayski.com/stats/2011/results/24bms2011results.htm, den aktuellen Meisterschaftsstand gibt es hier: http://www.jayski.com/stats/2011/points/24bms2011points.htm, und zum Schluss die Owner Points: http://www.jayski.com/stats/2011/owners/24bms2011owners.htm.

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August 05 2011

06:19

NASCAR: Vorschau Pocono August 2011

Nach dem Klassiker von Indianapolis geht es an diesem Wochenende in Pocono weiter, wo das zweite Saisonrennen des nicht unumstrittenen Triovals auf dem Programm steht. Die Juni-Ausgabe gewann Jeff Gordon vor den Busch-Brüdern und der viermalige Meister sollte auch am Sonntag nach seinem zweiten Platz in Indy wieder der Favorit auf die Fahrt in die Victory Lane sein.

Zwei Mal im Jahr ist der Sprint Cup auf dem aTwitter präsentierte er einen ziemlich dicken Knöchel</a> (nicht gebrochen) und das Nationwide-Rennen wurde schon mal vorsichtig an Sam Hornish Jr weiterdeligiert. Laut eigener Aussage ist Keselowski “cleared to race”, aber dafür muss er den Fuß auch erstmal in einen feuerfesten Schuh bekommen. Bilder vom Ausmaß des Unfalls stellte Jimmie Johnson <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier, hier</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier bereit. Kurt Busch sehe ich dagegen nach wie vor als Siegkandidaten in Pocono.

Etwas Neues gibt es von der Vertrags-Front zu vermelden: Carl Edwards hat endlich einen neuen Vertrag unterschrieben und zwar erneut bei Roush-Fenway Racing, wie gestern bekannt geworden ist. Damit löst sich ein ganz großer Teil der Silly-Season sofort in Luft auf, denn weil Edwards nicht zu Joe Gibbs Racing geht, wird dessen Platz bei RFR nicht frei. Dieses hätte wiederum eventuell Clint Bowyer bekommen können, der dann bei RCR von Juan Pablo Montoya ersetzt worden wäre. Puh, ziemlich kompliziert, aber nun hinfällig. Bleibt nur noch zu fragen, wo Mark Martin und Brian Vickers im nächsten Jahr fahren. Kommt die Übernahme von Red Bull Racing durch General Manager Jay Frye tatsächlich zu Stande, dann gibt es keine Probleme. Ansonsten habe ich für Vickers einen tollen Vorschlag: Warum bewirbt er sich nicht um das vierte Cockpit bei Joe Gibbs Racing? Und Mark Martin könnte prima zu Stewart-Haas Racing gehen, denn:

Danica Patrick steht offenbar kurz vor der Bekanntgabe ihres NASCAR-Wechsels. Mehrere Personen, welche die Verhandlungen verfolgen, gehen davon aus, dass Patrick 2012 nur noch das Indy 500 bei den IndyCars verbringen wird. Stattdessen würde sie den Chevrolet mit der #7 Vollzeit für JR Motorsports in der Nationwide Series bewegen und zusätzlich sieben Cup-Einsätze bei SHR in einem dritten Auto absolvieren, damit sie 2013 um den “Rookie of the Year”-Titel antreten könnte. Mark Martin wär hier als Mentor im ersten Teilzeit-Cup-Jahr sicherlich am besten geeignet. Die Zeit wird es zeigen, wie Madame sich entscheidet…

Zum Abschluss wie gewohnt noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Neben dem Sprint Cup sind auch noch die Trucks und die ARCA-Serie mit in Pocono dabei. Am Freitag überträgt SPEED die Trainingssitzungen, allerdings schiebt man das Truck-Practice als Aufzeichnung zwischen die Cup-Trainings, damit man die Pause umgehen kann, in der die ARCA fährt. Am Samstag überträgt SPEED dann alles an Truck-Events vom Qualifying bis zum Rennen zu europafreundlichen Uhrzeiten, während das das Cup-Qualifying erneut auf ESPN2 läuft. Die Nationwide Series fährt unterdessen in Iowa ein Nachtrennen von Samstag auf Sonntag, ESPN2 ist dafür ebenfalls der Sender der Wahl. Alle anderen Nationwide-Sessions habe ich ausgespart, da sie nicht im TV übertragen werden.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 05.08.
16:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (TV um 20 Uhr!)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED

Samstag, 06.08.
15:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
19:00 Uhr, Truck Series Rennen (Good Sam RV Emergency Road Service 125), SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (U.S. Cellular 250), ESPN2

Sonntag, 07.08.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Good Sam RV Insurance 500), ESPN

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June 21 2011

06:16

NASCAR: Analyse Michigan 2011

Ein echter “Burner” war das Rennen in Michigan ja nicht gerade, was Denny Hamlin aber am Ende vermutlich am allerwenigsten störte.

Es ist immer so eine Sache mit den ultrabreiten 1.5 Meilen Ovalen. In Las Vegas sind die Rennen durchaus brauchbar, in Michigan eher nicht. Und dabei sind beide Ovale fast baugleich, lediglich 2 Grad Banking gibt es in Las Vegas, was ja nun nicht den großen Unterschied machen sollte. Michigan steht meist für Verbrauchsrennen mit wenig Gelbphasen, was dann, ähnlich wie in Pocono dann immerhin den Vorteil hat, dass die Rennen auch schneller vorbei sind. In der Riesenschüssel von Michigan gab es leider auch wenig Abwechslung an der Spitze. Das Rennen teilten sich mehr oder weniger die Gibbs- und die Roushtruppe unter sich auf. Vor allem Roush ist rechtzeitig zum Sommer in guter Form und bringt seine Fahrer wieder in aussichtsreiche Position. Edwards führt die Meisterschaft an, Kenseth lauert auf P6, nur Biffle ist noch nicht im Chase. Größere Sorgenfalten gibt es derweil im Hendrick Lager.

Doch zunächst zum Rennen, dass wie erwähnt eher im Bereich “Muss man nicht sehen” angesiedelt ist. Pole-Sitter Kurt Busch führte das Feld zwar nach der ersten Runde an, aber nach 12 Runden war dann schon der erste Roush-Fahrer in Form von Greg Biffle an der Reihe. Bis zur Halbzeit tat sich vorne kaum etwas, sei denn Biffle und Carl Edwards lösten sich an der Spitze an. Auch Matt Kenseth war vorne zu finden hielt sich aber zurück und ließ Edwards und Biffle gewähren. Die Duelle um die Spitze waren nett, aber eben auch etwas fad. Etwas mehr Pfeffer kam in die Sache, als Kyle Busch seinen Toyota nach vorne schieben konnte. Die Gibbs Motoren waren offenbar die einzigen, die mithalten konnten, denn auch Denny Hamlin hielt sich relativ weit vorne. Nur Joey Logano kam mal wieder nicht vom Fleck.

Bis Runde 158 tat sich wenig, dann löste ein unglücklicher Crash zwischen Montoya und Andy Lally eine entscheidende Safety Car Phase ein. Montoya war mitten im letzten Turn der Sprit ausgegangen und er versuchte noch in die Boxeneinfahrt zu kommen, als Lally von hinten angerauscht kam und das Heck der #43 traf. Für den Kolumbianer war es ein Wochenende zum Vergessen. In der Quali lief es schon nicht und im Rennen ging nach vorne gar nichts. Montoya konnte zwar weiterfahren, endete aber auf P29, was seinen Chase-Ambitionen auch nicht gerade gut tut. Auch bei seinem Teamkollegen Jamie McMurray lief es nicht wirklich gut. Der blieb im gesamten Rennen auffällig und blieb im Mittelfeld stecken. Im Ziel landete er auf P19.

Die Gelbphase lag zu einem interessanten Zeitpunkt, mit noch ca. 40 Runden zu fahren. Das lag ganz knapp im Benzinfenster der meisten Teams, allerdings durfte dann auch kein GWC mehr kommen. Also verordneten die meisten Crew Chiefs ihren Fahrern eine Benzin-Diät. Vor allem Kenseth wurde darauf aufmerksam gemacht, dass er rund zwei Runden “short” sei, was dieser mit leichten Ungefallen per Boxenfunk quittierte, weil er die Führung an Edwards abegeben musste. Der segelte dann auch davon und schien das Rennen als Sieger beenden zu könnne.

Doch dann hämmerte Junior seinen Wagen in die Mauer und in Runde 192 gab es wieder Gelb. Earnhardt war in Michigan eigentlich sehr gut unterwegs. Er hatte mal wieder einen Top 10 Wagen und lag teilweise auf P5. Doch eine verlorene Radmutter zwang ihn zu einem Extra-Stopp und er landete auf P19. Dort traf er dann unglücklicherweise auf Mark Martin, der Ausgangs Turn 2 massives Untersteuern hatte und Junior leicht in die Mauer zwang. Ein paar Runden später verabschiedete sich dann der rechte Vorderreifen von Junior, was den Abflug erzwang. Dennoch mal wieder ein gutes Rennen für Junior.

Die Pause nutzten alle Fahrer um an die Box zu gehen und nachdem die Stopps absolviert waren, lag plötzlich Denny Hamlin an der Spitze, dessen Team am schnellsten gearbeitet hatte. Seine “Pole” setzte er dann in eine Führung um, die er leicht ausbauen konnte, da sich Matt Kenseth und Carl Edwards zunächst nicht so richtig einig waren, wer denn nun hinter Hamlin her sollte. Kenseth entschied das Duelle für sich, hatte aber die entscheidenden Sekunden verloren und konnte Hamlin nicht mehr einholen.

Auf den Plätzen hinter Hamlin und Kenseth landeten Kyle Busch, der erstaunliche Paul Menard, Carl Edwards, Ryan Newman, Tony Stewart, Clint Bowyer, Mark Martin und Brian Vickers. Vor allem für das gebeutelte Red Bull Team mal wieder ein gutes Ergebnis.

Auch das Ergebnis von Mark Martin ist erfreulich, den man so weit vorne lange nicht mehr gesehen hat. Ansonsten lief das Wochenende für Hendrick zäh. Pocono-Sieger Jeff Gordon warf ein besseres Ergebnis beim letzten Stopp weg, als man statt zwei Reifen dann doch auch vier frische Goodyears setzte. Noch schlechter lief es für Jimmie Johnson, der sich schon nach neun Runden drehte und wegen eines Swaybar-Wechsels dann 2 Runden verlor. Die Sommerschwäche von Hendrick ist ebenso ungewöhnlich, wie die Tatsache, dass Dale Earnhardt im Moment noch am Besten in der Meisterschaft liegt. Der benötigt für einen guten Chase aber dringend einen (überfälligen) Sieg.

Nächste Woche geht es aber erst einmal auf die Rundstrecke und nach Infinion. Da dürften andere Namen vorne an der Spitze aufpoppen.

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May 10 2011

06:36

NASCAR: Analyse Darlington 2011

In welcher Rennserie kann ein Underdog aus einem leicht unterfinanziertem Team noch gewinnen? In der NASCAR, wie Regan Smith am Wochenende gezeigt hat.

Ein bisschen sensationell ist die Sache schon. Furniture-Row-Racing gehört jetzt nicht zwingend zu den Team, die man oft vorne sieht. Aber der Kurs in Darlington, der unter dem Beinamen “to tough to tame” läuft, machte diesem Zusatznamen mal wieder alle Ehre. Es flogen die Fetzen, und das nicht nur, weil Brian Vickers einen der kuriosesten Unfälle seit Ewigkeiten hatten, sondern auch weil nach dem Rennen fast zu viel los war, wie auf der Strecke. Denn die beiden durchaus als Heißsporne bekannten Kyle Busch und Kevin Harvick gerieten ebenso aneinander, wie vor dem Rennen Ryan Newman und Juan Pablo Montoya, die sich angeblich bei einer “Aussprache” am Freitag wortwörtlich in den Haaren gelegen haben sollen. Die NASCAR bezeichnete das Ergebnis der Aussprache als “unglücklich”, beide Fahrer wollten sich nicht so recht äußern. Offenbar sind bei einigen Fahrern die Nerven etwas angespannt.

Das kann man auch verstehen, denn bei kaum einen Team läuft es so richtig rund. Die Earnhardt-Ganassi Fahrer Montoya und McMurray kommen nicht so recht in Schwung, zäh läuft es auch bei RCR, trotz einiger vielversprechender Ergebnisse. Und bei Hendrick will es auch nicht so recht laufen. Mark Martin knallte seinen Chevy etwas zu heftig in die Mauern von Darlington und verlor so viel Zeit, dass er er nur auf P19 einlief. Dem Rest erging es nicht besser. Jeff Gordon tauchte zunächst vorne auf, pendelte dann aber zwischen P5 und P12 rum. Junior hatte man wieder eine beschiedene Quali, kämpfte sich aber bis in die Top 5 vor, bevor er weiter nach hinten durch gereicht wurde. Meister Johnson drehte sich gleich zweimal, einmal wurde er von Montoya angeschubst, ein anderes Mal machte er einen seiner seltener Fehler. Die Hendrick Mannschaft kam dann fast geschlossen auf den Plätzen 12 (Gordon), 14 (Junior) und 15 (Johnson) an. Das hat man schon anders gesehen.

Im Rennen dominierte etwas überraschend Kasey Kahne im Red Bull, der sich schon die Pole geholt hatte. Er führte im ersten Drittel, bevor von hinten Carl Edwards angerauscht kam. Es mischte sich dann noch Kevin Harvick in den Kampf ein, der aber über die Distanz das Tempo nicht ganz halten konnte. Also teilten sich Kahne und Edwards die Führung. Kyle Busch fuhr in teilweiser atemberaubender Manier zwischenzeitlich durchs Feld, hatte aber Pech, weil sein Team gegen Mitte des Rennen ein loses Rad vermutete und der Mehrfach-Sieger an die Box musste. Er holte sich zwar seine verlorene Runde wieder zurück, kam aber nach der Runde 204 von 367 nicht mehr an die Front.

Es war ein typisches Darlington Rennen. Viel Single-File, aber nicht uninteressant, da es trotzdem viele Zweikämpfe gab. Hilfreich war auch, dass es kaum Cautions gab, obwohl etliche Fahrer mehr als einen “Stripe” an der Mauer hinterließen. Den interessantesten Unfall hatte wohl Brain Vickers. Der gerat in Runde 231 mit David Ragan aneinander. Vickers kam etwas quer aus der Ecke, Ragan versuchte auszuweichen, was natürlich schief ging. Irgendwie hakte sich die linke Front von Ragan im rechten Kotflügel von Vickers ein und riss ihm die gesamte rechte Seite. Sogar die Hartschaumeinlagen aus der Tür wurden rausgerissen. So konnte Vickers nicht weiterfahren, die Reparatur dauerte dann ewig.

15 Runden vor Schluss hatte sich Edwards an der Spitze etwas von Kahne und Harick auf P3 abgesetzt. Dahinter lagen Newman, Hamlin und auf P6 der erstaunliche Regan Smith. Kyle Busch lag einen Platz dahinter. Alle hatten genug Sprit und konnten also durchfahren. Doch dann platzte Jeff Burton in Runde 359 der Motor – Caution. Die Frage war: Reinkommen oder draussen bleiben? Bis auf Regan Smith, Brad Keselowski und Stewart kamen alle Piloten herein. Dabei hatte Stewart die besten Karten, den er hatte einen andern Stopp-Rhythmus gewählt und seine Reifen hatten nur 19 Runden auf dem Buckel. Es konnte also ein deftiges Finale geben – und das kam auch.

Der Restart sah Regan Smith auf der ersten Position, doch schon einer Runde gab es wieder Gelb. Kyle Busch, Harvick und Bowyer konnten sich nicht einigen und versuchten es “3-wide”, was in Darlington nicht so die wirklich gute Idee ist. Busch rumpelte in Kevin Harvick, der ausgerechnet auf der Start/Zielgeraden seinen Teamkollegen Clint Bowyer hart in die Mauer schickte. Damit war die Sache aber nicht beendet, denn ein paar Meter weiter schob Busch, der offenbar einen Aussetzer hatte, auch noch Harvick einfach zur Seite und in die Mauer. Das sollte nach dem Rennen noch ein Nachspiel haben.

Wegen des vielen Schrotts war ein “GWC” angesagt. Regan Smith war in Front geblieben und kam beim Restart sehr gut weg. Er konnte Carl Edwards in Schach halten, bis er in der letzten Runde in Turn 2 noch die Mauer berührte. Edwards schien das ausnutzen zu können, doch Smith gelang es tatsächlich Edwards geschickt zu blocken und er gewann das Rennen, was auch sein erster Sieg und der des Teams war. Bei Furniture-Row-Racing wusste man nicht, ob man vor lauter Freude lachen oder weinen sollte. Ein toll heraus gefahrener Sieg, absololut verdient.

Derweil war in der Boxengasse die Hölle los. Harvick war offenbar noch sauer und versuchte Busch noch auf der Strecke zu stellen. In einem sehenswerten Wendemanöver inkl. Rückwärtsfahrt manövrierte Busch Harvick aus, der sich dann allerdings in der Boxengasse vor ihn stellte…. ach, das muss man selber sehen.

Am Ende lagen sich dann auch noch die Crews beider Mannschaften in den Haaren. That’s NASCAR. Sowohl was den Sieger angeht, als auch den Rest.

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April 29 2011

06:26

NASCAR: Vorschau Richmond April 2011

Das neunte Saisonrennen beschließt an diesem Wochenende das erste Viertel des Jahres. In Richmond findet dabei das bereits dritte echte Shorttrack-Rennen nach Bristol und Martinsville und außerdem die erst zweite Flutlichtschlacht nach Texas statt. Die vier Ausgaben seit 2009 hat Joe Gibbs Racing dominiert, kann Denny Hamlin also endlich in die Gänge kommen?

Drei Monate oder ein Vierteljahr ist die NASCAR-Saison nun schon alt, wenn auf dem Richmond International Raceway Saisonrennen Nummer 9 von 36 ansteht. Damit ist die Orientierungsphase abgeschlossen und jetzt gilt es, die verbliebenen Probleme endlich auszumerzen bzw. weiterhin konstant Top10-Ergebnisse einzufahren, möchte man das „Race to the Chase“ zur Halbzeit der Saison dann aus einer komfortablen Position in Angriff nehmen. Hierbei denke ich besonders an Denny Hamlin, Jeff Burton und Joey Logano, die in Richmond eine gute Vergangenheit hatten, 2011 aber bisher noch nicht in einen vernünftigen Fluss gekommen sind. Das dritte echte Shorttrack-Rennen des Jahres auf dem 0,75 Meilen langen D-shaped-Oval läutet über dies eine zweiwöchige Nachtschicht im Sprint Cup ein, denn in Richmond und Darlington wird unter Flutlicht gefahren. Zur Orientierung: Daraufhin folgt dann Dover zur gewohnten Zeit am Sonntag, bevor das All-Star-Weekend (ebenfalls nachts) und das Coca-Cola 600 (spät am Sonntag) anstehen!

Zur Strecke an sich sage ich jetzt mal nicht viel mehr, als dass sich das Anschauen des Rennens definitiv lohnt. Im oben verlinkten Streckenportrait kann man einiges zur besonderen Charakteristik des Richmond International Raceway nachlesen, die ich persönlich sehr ansprechend finde. Zudem verfügt das Nachtrennen über eine Menge Tradition und unter Flutlichtbedingungen kommt die Rennaction noch mal mit ein Stück mehr Flair rüber. Nein, ich meine nicht Ric Flair, den sehen wir dann höchstwahrscheinlich erst in Dover oder seiner Heimatstadt Charlotte wieder…

Zum Thema Stärkeverteilung am Wochenende: Die bisherigen acht Saisonrennen gewannen 2011 nicht weniger als sieben unterschiedliche Piloten. Lediglich Kevin Harvick konnte in Fontana und Martinsville zu einem Doppelschlag ausholen. Nachdem dann in Texas Matt Kenseth den Rest der Roush-Fenway-Flotte wieder zum Leben erweckte, sicherte sich Jimmie Johnson in Talladega seinen ersten Saisonerfolg in einer Hendrick-Paradevorstellung um winzige 0,002 s. Im Prinzip bedeutet diese Aufzählung, dass im Moment eigentlich in jeder Woche jeder Fahrer ein Rennen gewinnen könnte. Noch nie war eine Sprint Cup Saison so kompetitiv, was auch die Anzahl der Führungswechsel und Überholmanöver belegt, welche ich in einem vergangenen Artikel mal aufgelistet hatte.

Richmond könnte also die Chance für z.B. Denny Hamlin sein, endlich Anschluss an den Rest der Chase-Anwärter zu bekommen. Immerhin dominierte sein Team Joe Gibbs Racing die letzten beiden Jahre auf dem Shorttrack. 2009 und 2010 gewann Kyle Busch jeweils die Frühlingsausgaben, während Denny Hamlin immer das letzte Rennen vor dem Chase für sich entscheiden konnte. Kyle Busch steht in der Meisterschaft auf derzeit auf Platz 6, aber auch nur, weil er durch seinen frühen Ausfall in Talladega vier Ränge abgestürzt ist. Das zeigt, wo Denny Hamlin und Joey Logano stehen könnten, wenn denn nur die Qualität des Materials gezählt würde.

Teamintern überlegt man daher laut einen Crew-Chief-Tausch bei den beiden weniger erfolgreichen Wagen. Ich befürworte unterdessen den möglichen Wechsel von Greg Zipadelli an die #11 sowie von Mike Ford an die #20. Was bei Hendrick Motorsports so prima funktioniert hat, könnte bei Gibbs ebenso klappen. Manchmal braucht es nur eine kleine Luftveränderung, denn weder haben Hamlin und Logano das Fahren verlernt, noch sind Zipadelli und Ford auf den Kopf gefallen. „Zippy“ ist immerhin zweimaliger Meister mit Tony Stewart geworden! Was Joey Logano betrifft, so sollte zumindest ein Top10-Resultat am Wochenende drin sein, denn in der Nähe dieser Marke hielt sich der Youngster in allen seinen vier Richmond-Teilnahmen auf.

Apropos Hendrick Motorsports: Was das Team in Talladega abgezogen hat, war schon unglaublich. Aus den ersten vier Plätzen in der Qualifikation machten die Mannschaften von Jimmie Johnson, Jeff Gordon, Dale Earnhardt Jr und Mark Martin nach 188 harten Restrictor-Plate-Runden ein internes Top8-Ergebnis. Zudem ist auch Richmond kein unbekanntes Pflaster für Jimmie Johnson, der 2007 und 2008 drei der vier Rennen dort gewinnen konnte. Dazwischen kam ihm 2008 nur Clint Bowyer, der dort seinen zweiten von vier Sprint-Cup-Siegen einfuhr.

Dale Earnhardt Jr befindet sich in der Form seines Lebens, denn mit einer durchschnittlichen Zielankunft von exakt Platz 10 stellt 2011 bisher seine beste Cup-Saison dar. Lediglich ein Sieg fehlt Junior noch zum großen Glück und dem Wiedergewinn seines Selbstvertrauens. Wie man in Richmond siegt weiß Earnhardt, schließlich gelang es ihm schon drei Mal. In der jüngsten Vergangenheit hinderten ihn allerdings einige Scharmützel mit Kyle Busch an einem weiteren Erfolg auf dem Shorttrack. Platz 3 in der Meisterschaft ist aber schon ein himmelweiter Unterschied zu den grottenschlechten letzten beiden Jahren! Junior ist auf einem guten Weg… Währenddessen geht es bei Jeff Gordon und Mark Martin weiterhin auf und ab, beide sind in Richmond in den vergangenen Saisons aber regelmäßig in die Top5 gefahren und könnten nun endlich nach vorne durchbrechen.

2008 siegte wie erwähnt einmal Clint Bowyer, der in diesem Jahr erst spät auf Touren kam. Nach anfangs sehr miesen Ergebnissen außerhalb der Top15, konnte er in den letzten vier Rennen in die Top10 vorstoßen und zuletzt sogar zwei zweite Ränge in Folge holen. Damit setzte er sich auf den zehnten und letzten festen Chase-Rang und wäre damit derzeit ebenso für die Playoffs qualifiziert, wie seine Teamkollegen Kevin Harvick (4.) und Überflieger Paul Menard (11.). Besonders Menard zeigt in dieser Saison was er wirklich kann, wenn er denn ordentliches Material zur Verfügung hat. Hier darf man weiterhin gespannt sein, denn auch dieser Mann fährt derzeit die mit Abstand beste Saison seiner Karriere. Die zweitbeste war letztes Jahr in Diensten von Richard Petty Motorsports, wo er nach langen Jahren bei DEI erstmals so richtig aufblitzen konnte.

Schlecht sieht es für Richard Childress Racing im Moment weiterhin bei Jeff Burton aus, der 2011 noch kein einziges Top10-Resultat ergattern konnte, zumindest fährt er seit Texas aber wieder regelmäßig in die Top20. Wenn Burton in diesem Jahr in den Chase will, dann muss die Leistung jetzt kommen! Richmond könnte ein guter Punkt sein, denn in den letzten sechs Rennen fuhr er dort drei Mal in die Top6. Die anderen Ergebnisse waren immer noch Top18s, was ja nun wirklich keine so schlechte Statistik ist.

So gar nicht einschätzen kann ich nach wie vor die Ford-Teams: Klar, in Texas sind sie eingeschlagen wie eine Bombe und auch in Talladega zeigten sie mehrfach gute Zeiten im Draft. Wie gut sie nun aber auf dem Shorttrack in Richmond klarkommen, kann ich absolut nicht beurteilen. Bisherige Ergebnisse dort lassen die Mannschaften von Roush-Fenway Racing und Richard Petty Motorsports nicht gerade als Spezialisten dieser Disziplin dastehen, doch der Amerikaner schwört auf sein „Momentum“. Wenn Ford also am Wochenende stark auftreten sollte, dann sitzt Carl Edwards ganz sicher noch fester im „Kampf um die Meisterschaft“-Sattel als ohnehin schon! Edwards ist dazu noch der einzige Ford-Pilot, welcher in den letzten sechs Richmond-Ausgaben mehr als ein Top10-Ergebnis einfahren konnte – darunter ist auch ein fünfter Platz aus dem letztjährigen Frühjahrsrennen.

Weiterhin nicht zu unterschätzen sind Tony Stewart, Ryan Newman und Juan Pablo Montoya. Alle drei Piloten haben sich 2011 mit eher unauffälligen Top5- und Top10-Resultaten auf den Chase-Rängen festgesetzt. Die beiden Piloten von Stewart-Haas Racing schwächelten zuletzt ein wenig und müssen in Richmond nun wieder zu alter Stärke zurückfinden. Gerade für Newman ist der Shorttrack eine echte Lieblingsstrecke, denn Ergebnisse außerhalb der Top12 sucht man fast vergebens. Seit seinem Debüt 2002 passierte das nämlich nur vier Mal! Tony Stewart errang 2008 und 2009 als Ausreißer jeweils einen zweiten Rang und wird es schon schwerer haben. Montoya steigerte sich in seinen bisher acht Richmond-Rennen kontinuierlich und beendete drei der letzten vier Ausgaben in den Top10. Ein solches Ergebnis muss jetzt nach dem Ausfall in Talladega dringend wieder her, um Platz 9 in der Meisterschaft auszubauen oder mindestens zu halten.

Mein Dark-Horse ist in dieser Woche Marcos Ambrose, der zuletzt in Talladega etwas Pech hatte und auch in den Rennen davor mehr so „Hop oder Top“ unterwegs war. Entweder klappt es bei ihm mit einem Top5-Resultat oder er kommt jenseits von Platz 15 ins Ziel. Für Ambrose mag das ganz in Ordnung sein, doch waren 2011 50% seiner Rennergebnisse Totalausfälle. In Richmond zeigte der Australier in seinen bisher vier Auftritten aber, dass ihm die Strecke liegt und an diesem Wochenende mal wieder ein gutes Ergebnis drin sein könnte: Drei Top11s stehen aus diesen vier Rennen zu Buche, mit dabei sogar ein fünfter Platz aus der letzten Ausgabe.

Ein kurzes Wort noch zu den „Hinterbänklern“: Trevor Bayne und die Wood Brothers haben bekanntlich trotz des Sieges im Daytona 500 keine Sponsoren für eine komplette Saison an Land ziehen können. Da man schon die Paychecks für acht von ca. 20 Rennen eingelöst hat, holt das Traditionsteam mit der #21 nun die Realität langsam wieder ein. In den nächsten drei Rennen (Richmond, Darlington und Dover) verzichtet man daher auf eine Teilnahme, um beim All-Star-Rennen und dem Coca-Cola 600 wieder voll durchzustarten. Start-&-Park-Einsätze lehnen die Wood Brothers kategorisch ab, dafür möchte man sich nicht hergeben. Die Nutznießer dieser Situation sind vorerst die Mannen von TRG Motorsports, welche bei Abwesenheit der #21 in die Top35 vorrücken dürfen.

Besser traf es in dieser Woche Tommy Baldwin Racing: Golden Corral und Big Red kommen für einen Großteil der restlichen Saison an Bord des kleinen Teams mit der #36 und sichern Fahrer Dave Blaney damit volle Renneinsätze zu. Abschließend sind meiner Rechnung nach lediglich vier Rennen nach wie vor nicht bezahlt, was sicherlich zu verschmerzen sein dürfte. Die nächste Aufgabe ist es nun, von Platz 37 in die Top35 der Owner Points vorzustoßen, die derzeit elf Punkte vorweg liegen.

Zum Abschluss wie gewohnt noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Zur Unterstützung des Sprint Cups ist die Nationwide Series in Richmond vor Ort, während die Trucks eine etwas längere Frühlingspause bis zum Rennen in Dover einlegen. Außerdem ist die Nationwide Series dieses Mal ausnahmsweise auf SPEED zu sehen! Das Einschalten lohnt sich am Wochenende auf jeden Fall, denn besonders der Freitagabend ist mit fast zwölf Stunden NASCAR am Stück gut vollgepackt.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 29.04.
15:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED (TV um 16:30 Uhr!)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
22:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Bubba Burger 250), SPEED

Samstag, 30.04.
01:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Crown Royal presents the Matthew and Daniel Hansen 400), FOX

April 19 2011

06:21

NASCAR: Analyse Talladega April 2011

Wie erwartet wurde die Restrictor-Plate-Schlacht von Talladega eine mordsmäßige Lotterie, welche eigentlich jeder der 43 Starter hätte gewinnen können. Dabei wurde es jedoch keinesfalls langweilig, zumal das wahnsinnige Finish den engsten Zieleinlauf in der Geschichte der elektronischen Zeitmessung egalisierte, den Jimmie Johnson knapp für sich entschied.

Kurzfristige Four-Wides hatte man auf dem Talladega Superspeedway ja schon des Öfteren gesehen, doch noch nie im Endspurt um den Sieg. Acht Wagen, von denen sechs innerhalb von einer Zehntelsekunde einliefen, prügelten sich ohne Crash und jederzeit fair um den Einzug in die Victory-Lane. Dass es dabei nicht gekracht hat, war eigentlich ein Wunder. Zusammenhängen könnte es mit der neuen Praxis der Two-Car-Trains, die sich nun auch auf dem anderen Restrictor-Plate-Oval endgültig durchgesetzt hat. Denn zwar fahren die Wagen nun insgesamt enger zusammen, aber eben immer nur paarweise, was die Lücke im Feld für querschießende Wagen deutlich größer macht. Der gefürchtete Big-One blieb am Ende aus, doch trotzdem mussten einige Piloten verfrüht den Heimweg antreten. Nicht so Jimmie Johnson, der in Talladega sein erstes Saisonrennen 2011 gewann.

Dabei entpuppte sich das Rennen am Sonntag wie erwartet als riesige Lotterie mit der Chance 1 zu 43, bei der auch einige Rekorde egalisiert wurden. Die 88 Führungswechsel vom letzten Jahr zum Beispiel, doch die interessanteste Bestmarke ergab sich erst auf den letzten Metern oder besser gesagt Zentimetern. Im Schlusssprint Richtung Ziellinie konnte Jimmie Johnson sich mit einem Vorsprung von 16,8 cm gegen Clint Bowyer durchsetzen, geht man von einer Geschwindigkeit um die 190 mph aus! Das entspricht also gut 0,002 s bzw. zwei Tausendstelsekunden und das gab es seit der Einführung der elektronischen Zeitmessung im Mai 1993 erst ein weiteres Mal: 2003 beharkten sich Kurt Busch und Ricky Craven in Darlington ähnlich und Craven holte sich damals den Sieg ebenfalls mit einer Margin-of-Victory von 0,002 s. Wahrlich beeindruckende Zahlen und optisch sah das Ganze ebenfalls so aus. Bei YouTube gibt es die letzten beiden Runden noch einmal zu sehen:

Bis dahin war viel passiert, eigentlich zu viel, um es komplett zusammenzufassen. Deswegen beschränke ich mich mal auf die eigentlichen Game-Changer und einige weitere Statistiken: In Talladega war es wie beim ersten Tag auf der neuen Schule, jeder durfte mal nach vorne und sich präsentieren. Insgesamt 26 der 43 teilnehmenden Piloten gelangen in den Genuss wenigstens einer Führungsrunde, was einer Quote von sagenhaften 60% entspricht. Lässt man Joe Nemechek, Steve Park und Kevin Conway außen vor, die nur Start-&-Park-Einsätze absolvierten, dann liegt der Anteil sogar bei 65%! Die meisten Umläufe an der Spitze konnte sich Clint Bowyer (38) vor Dave Blaney (21), Kurt Busch (19), Jimmie Johnson (14) und Dale Earnhardt Jr (11) sichern. Alle weiteren Fahrer konnten nur weniger als zehn Führungsrunden ansammeln.

In dieser Statistik zeigt sich ausnahmsweise auch mal die Stärkeverteilung des Rennens ganz gut. Überrascht hat dabei vor allem Dave Blaney, schaut man sich aber die Herkunft seines Materials bei Tommy Baldwin Racing an, so ändert sich die Sachlage schnell – TBR ist ein Kundenteam von Richard Childress Racing, die auch am Sonntag wieder zeigten, dass der Sieg nur über Clint Bowyer und Kevin Harvick gehen würde. Harvick wiederum arbeitete bis kurz vor Schluss mit Blaney zusammen, entschied sich dann aber für seinen Teamkollegen, nachdem der eigentliche Partner von Bowyer – Jeff Burton – beim vorletzten Restart in Folge einer Konfusion im Feld verloren ging.

Dave Blaney bekam daraufhin zwar Unterstützung von Kurt Busch, was aber auch seinen Untergang bedeutete. Busch beförderte nämlich zunächst in der Mitte des Rennens seinen Penske-Kollegen Brad Keselowski in einen Dreher und drei Runden vor Schluss eben Dave Blaney. Schade ist das Ganze natürlich für die Underdogs von Tommy Baldwin Racing, welche im Kampf um die Top35 in der Owner-Wertung sicherlich noch ein paar gute Punkte gebrauchen könnten.

Insgesamt sechs Gelbphasen gab es übrigens in Talladega, wobei zwei durch Debris ausgelöst wurden. Das Rennen war dank der relativ gleichmäßig verteilten Gelbphasen stets in einem guten Fluss, vor allem in der ersten Hälfte ging es lange unter Grün zur Sache. Die größten Abflüge des Tages und damit die vier Unterbrechungen ereigneten sich folgendermaßen:

Caution #1 (Runde 28): Landon Cassill wurde bei einem Push umgedreht und räumte dabei auch Brian Vickers ab. Wenn ich es richtig gesehen habe, dann war ebenfalls Kurt Busch dafür verantwortlich, der somit drei Fahrer an einem Tag aus dem Rennen nahm. Bei den Two-Car-Trains in Talladega muss man sowas aber wohl als Rennunfall verbuchen, da schon ein geringer Anstoßwinkel ausreicht, um den Vordermann in einen Dreher zu schicken. Vickers war natürlich völlig unschuldig und wurde seitlich getroffen.

Dieses Szenario wiederholte sich mit anderen Beteiligten anschließend noch öfter, wobei die geringere Big-One-Gefahr bei den Tangos deutlich wurde, weil die Abstände der Gruppen einfach viel größer waren als sonst im riesigen Drafting-Feld. Wer allerdings bei einem Dreher keine Lücke erwischte, der räumte eben leider Vorder- oder Hintermann eines Two-Car-Drafts von der Seite ab. Das muss ein ziemlich unschönes Gefühl sein, da plötzlich und unerwartet einen ordentlichen Schlag abzubekommen.

Caution #2 (Runde 90): Die angesprochene Situation zwischen Kurt Busch und Brad Keselowski riss außerdem noch Kasey Kahne, Trevor Bayne und David Ragan mit ins Verderben. Vor allem Kahne wurde schwer getroffen und musste seinem brennenden Auto noch auf dem Weg in die Boxengasse entsteigen. Zwischenzeitlich war ich etwas besorgt, als die Flammen recht hoch schlugen und den Wagen in wirklich schwarzen Rauch einhüllten, dem Kahne doch arg spät entsprang. Später stellte sich noch heraus, dass gleichzeitig mit dem Dreher der Motor von David Ragan den Geist aufgab, was für zusätzliche Verwirrung unter den Piloten sorgte.

Caution #4 (Runde 140): Joey Logano drehte Kyle Busch um, der Matt Kenseth aus seinem Tandem riss. Außerdem bekam auch AJ Allmendinger etwas ab.

Caution #6 (Runde 174): Ryan Newman dreht sich auf der Gegengerade und verpasst dabei knapp die SAFER-Barrier an der Grenze zum Infield. Das war übrigens der zweite unglaubliche Save von Newman innerhalb von drei Runden. Beim ersten Vorfall stieß Ryan Newman noch mit Juan Pablo Montoya zusammen, der sein Rennen danach abhaken konnte. Wenige Runden später zerriss ihm dann ein platzender Reifen als Folgeschaden den kompletten vorderen rechten Kotflügel. Bis dahin war er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Jamie McMurray doch recht gut unterwegs. Nach langem Aufenthalt am Ende des Feldes kämpften sich die beiden Earnhardt-Ganassi-Fahrer im Finale zur Front durch.

Ich denke, dass ich zum Finish jetzt nicht allzu viel erzählen muss, im Video oben kann man es ja doch recht gut nachvollziehen. Außerdem gibt es aPunkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung.

Am nächsten Wochenende läutet der Sprint Cup bereits früh das zweite von nur drei Off-Weekends ein und macht eine kurze Osterpause, doch NASCAR-Racing wird es trotzdem geben: Nationwide Series und Trucks treffen sich in Nashville, um zwei von Sam Bass designte Gibson-Les-Paul-Gitarren abzustauben. Während die Trucks bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag um 2 Uhr fahren, geht die zweite Liga am Samstagabend zur besten Sendezeit um 21 Uhr auf die Strecke. Ich wünschen allen Lesern und Kollegen daher schon jetzt frohe Ostern und verweise auf die Vorschau zu Richmond in der nächsten Woche!

2011TalladegaApr_NSCS_Race_Bobby_Allison_and_Brad_Keselowski 226908 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jeff_Gordon_Jimmie_Johnson_Green_Flag 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Hendrick_Motorsports_starts_and_leads_Talladega 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Clint_Bowyer_and_Michael_Waltrip 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Brian_Vickers_Spins 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jimmie_Johnson_and_Dale_Earnhardt_Jr_Pit 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Kyle_Busch_spins 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Mark_Martin_and_Jeff_Gordon_drafting 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jimmie_Johnson_final_lap_pass 226882 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Four_wide_finish_Jimmie_Johnson_wins 226857 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jimmie_Johnson_victory_lane

April 12 2011

06:19

NASCAR: Analyse Texas April 2011

Wieder einer aus der Kategorie „Das war ja wohl nichts!“… Wer in der Hoffnung auf Action unter dem Scheinwerferlicht lange wach geblieben ist, der wird am Ende wohl seinen Schlaf zurückverlangt haben. Einzig Roush-Fenway Racing dürfte nach diesem Rennen zum Feiern zumute gewesen sein, denn Matt Kenseth beendete in Texas eine lange sieglose Serie.

Ganze fünf Gelbphasen unterbrachen die 334 Runden auf dem Texas Motor Speedway in der Nacht von Samstag auf Sonntag vereinzelt und sorgten dafür, dass sich das Feld nicht noch weiter auseinanderzog. Am Ende befanden sich nur noch zwölf Autos in der Führungsrunde und Matt Kenseth gewann das Rennen, welches er etwa zur Hälfte an vorderster Front verbrachte. Das einzig Schöne ist ja, dass ich mit meinem Dark-Horse-Tipp vor dem Wochenende gar nicht so falsch lag. Zu gut sah die Texas-Statistik von Kenseth aus, um ihn letztendlich zu ignorieren.

Ganz allgemein gesehen machte die gesamte Ford-Truppe von Roush-Fenway Racing gewaltig auf sich aufmerksam. Nach Bestzeiten von David Ragan und Carl Edwards in den Freien Trainings und der Qualifikation wusste die Konkurrenz, was die Stunde für das Hauptrennen geschlagen hatte: Alle vier Piloten brachte man schlussendlich in die Top7, während viele andere Teams so ihre liebe Mühe hatten. Insgesamt kann man Texas durch die langen Grünphasen wohl als Strategie-Rennen bezeichnen, indem gegen Ende auch der Benzinverbrauch eine Rolle spielen sollte. Das fing aber auch schon recht früh an:

Nach einer zeitigen Caution in Runde 10 spielten die beiden Piloten von Penske Racing als erste mit der Strategie und setzten sich mit nur zwei neuen Reifen (Brad Keselowski) bzw. gänzlich ohne Boxenstopp (Kurt Busch) an die Spitze des Feldes. Erstaunlicherweise konnten sich die beiden Fahrer auch bis Umlauf 45 in Vorausfahrt halten, doch dann war auch schon Matt Kenseth zur Stelle, um mit neuerem Material die Führung zu übernehmen. Gleich danach kam es zu Gelbphase #2, was Zeit und Raum für weitere Boxenstopps öffnete. Den Restart führte Kenseth ebenfalls an, wurde jedoch sofort vom Teamkollegen Greg Biffle geschnappt. Dessen Reise in die Nacht war allerdings nach wenigen Runden beendet, als Kenseth erneut die Führung übernahm und seinerseits einen einsamen Ritt anstrebte.

Während der nun folgenden längsten Grünphase in Texas seit fünf Jahren (bis zu diesem Zeitpunkt) sammelte Matt Kenseth in etwas mehr als 60 Runden auch über die Green-Flag-Pitstops hinweg ein Führungspolster von vier Sekunden an, bevor Ken Schrader die dritte Caution auslöste. Während der Boxenstopps, zu denen so ziemlich alle Piloten trotz gerade mal zehn Runden auf den neuen Reifen antraten, packte das Penske Doppelpack wieder einen Strategiezug mit nur zwei Gummis aus. Dieses Mal ging das Wagnis allerdings nicht auf, weil mit 90 Runden unter Grün der nächste Rekord geknackt wurde und man natürlich mit halbem Grip keinen ganzen Fuel-Run an der Spitze des Feldes verbleiben konnte! Also wieder Führung Kenseth…

Nach der zweiten Serie von Boxenstopps unter grüner Flagge hatte die NASCAR dann Erbarmen und warf die gelbe als Trümmerteil auf die Strecke hinterher; im übertragenden Sinne natürlich, schließlich konnte ich kein Debris erkennen. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass ich zu diesem Zeitpunkt vor lauter Langeweile und Müdigkeit schon zwei Mal fast mit dem Kopf auf der Laptop-Tastatur aufgeschlagen bin. Direkt nach dem Restart – wieder unter Kenseths Führung, jedoch nur bis in Turn 3, wo Clint Bowyer übernahm – krachte es dann richtig: In Folge eines Rückstaus musste Martin Truex Jr vom Gas gehen und wurde daraufhin von Kevin Harvick umgedreht. Dabei räumte er zunächst Mark Martin (der wirklich völlig unvorbereitet mitten in der Rauchwolke hart getroffen wurde) und dann auch noch Regan Smith ab.

Für alle drei Piloten, die das Rennen daraufhin beenden mussten, war dies sicherlich ein herber Rückschlag. Mark Martin und Truex hätten dringend ein Top10-Resultat gebraucht, um nicht zu viele Positionen auf die Chase-Ränge zu verlieren, während Smith seiner erneut guten Qualifying-Leistung sicherlich gerne ein solches Ergebnis hinzugefügt hätte.

Doch wie erwähnt war nun Clint Bowyer am Zug, der unter nächtlichen Bedingungen als einziger direkter Konkurrent zu Kenseth auf den Plan trat. Zu diesem Zeitpunkt begann auch die Schlussphase des Rennens, welche über die letzten ca. 120 Runden gehen sollte: Einige Fahrer hatten direkt nach den letzten Green-Flag-Pitstops noch einmal die Boxengasse angesteuert (in Gelbphase #4). In der berechtigten Hoffnung, dass das Rennen bis zum Ende unter Grün laufen würde, versuchten diese Piloten, diese letzten Runden mit nur einem weiteren Tankstopp zu absolvieren. Tony Stewart kam als einziger richtig nah dran und schaffte einen Run von gut 60 Umläufen, bevor er sich neu besohlt und betankt an die letzten Meilen machte. Seine Strategie mit Potenzial ging allerdings sofort in Rauch auf, weil Smoke zu schnell in der Boxengasse erwischt wurde. Er entschuldigte sich auch prompt bei seiner Mannschaft.

Dabei hatte Tony Stewart schon zu Anfang des Rennens zu kämpfen, als er sich in Gelbphase #1 die Frontschürze bei einem Gerangel in der Boxengasse beschädigt hatte. Auf der Aerodynamik-Strecke Texas bekam das Team den Kotflügel aber wieder vernünftig hingebogen – Vorschlaghammer und Panzertape sei Dank! Insgesamt betrachtet kam es während der Nachtfahrt aber recht häufig zu solchen Feindberührungen, was unter anderem auch David Reutimann oder Joey Logano zu spüren bekamen. Logano hatte wieder Pech und kam nur auf Platz 24 ins Ziel, dabei waren einige Probleme dieses Mal sicherlich vermeidbar: Beim Boxenstopp während Caution #2 arbeiteten zu viele Mechaniker am Toyota mit der #20! Achso: Tony Stewart ging dann trotzdem noch in der letzten Runde der Sprit aus…

Zurück zum letzten langen Green-Flag-Run, der übrigens den letzten Rekord für eine durchgehende Grünphase in Texas setzte. Wie viele Jahre man auf so kontinuierliche Rennaction verzichten musste/durfte, ist mir allerdings nicht bekannt. An Spannung brachte diese Periode allerdings außer dem Stewart-Drama nichts hervor, denn um die letzten Boxenstopps unter grüner Flagge herum holte sich auch Matt Kenseth die Führung vom einzigen Konkurrenten Clint Bowyer zurück. Der Ritt in die Victory Lane war damit sicher und auch sonst passierte nichts mehr.

Dieses Wochenende inklusive dem Sieg von Matt Kenseth war natürlich gerade für Roush-Fenway Racing eine absolute Genugtuung. Nach einer sehr langen Durststrecke folgten zunächst die guten Resultate von Carl Edwards, bevor nun auch der Rest des Teams ordentlich Fahrtwind bekam. Sogar David Ragan konnte einen seiner wenigen lichten Momente anbringen und holte sich nicht nur die Pole-Position im Qualifying, sondern auch ein Top10-Resultat im Rennen. Diese Leistung zeigt vor allen Dingen eines, nämlich dass die Roush-Truppe wieder ganz vorne ankommen ist und in diesem Jahr beim Kampf um die Meisterschaft nicht unberücksichtigt bleiben darf!

Besonders hervorheben muss man aber neben dem fabelhaften Rennen von Kenseth die 334 Runden von Carl Edwards. Als ich folgenden Satz im Lap-by-Lap-Ticker las, war ich mir sicher, dass er nun wirklich keinen Spaß gehabt haben dürfte: „Lap 140 — Without getting too graphic, I’ll just say Carl Edwards’ stomach problems have become a more physical issue.“ Ich hoffe nur, dass er nicht in bester Tradition eines Johnny Herbert ins Auto gemacht hat…

Im Gegensatz dazu musste Hendrick Motorsports am Wochenende ordentlich Lehrgeld zahlen. Während Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr. zwar mit viel Mühe und Not noch völlig unauffällig die Top10 erreichten, ging Jeff Gordon jenseits der Top20 komplett unter. Mark Martin war ja in den etwas heftigeren Unfall des Tages verwickelt gewesen.

Überzeugt haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag auch Paul Menard und Marcos Ambrose, welche tolle Top6-Resultate holten. Hinter ihren Erwartungen blieben sicherlich wieder Jamie McMurray und nach zuletzt guten Leistungen auch Kevin Harvick und Kasey Kahne; alle am Ende der Top20 herum. Bei einigen schlechten und auch guten Resultaten muss ich aber noch auf den Umstand der wenigen gelben Flaggen hinweisen. Wer einmal aus der Führungsrunde verschwunden war, der hatte Mühe, sich wieder nach vorne durchzukämpfen. Zudem war auch an unterschiedlichen Strategien nicht viel möglich, um z.B. einen Wave-Around oder Lucky-Dog zu kassieren. Gleiches gilt für die Top12-Fahrer, welche so weit vorne natürlich seltener in Gefahr liefen, überrundet zu werden.

Alles in allem war Texas kein Klassiker und wusste auch nicht wirklich zu unterhalten. Aber man ist halt doch Fan, wenn man sowas tapfer bis fünf Uhr morgens erträgt. In der nächsten Woche geht es wieder auf einen Superspeedway, wenn in Talladega Restrictor-Plate-Action auf dem Programm steht. Gespannt bin ich vor allem, ob der Asphalt in Dega noch saftig genug ist, um auch dort die Two-Car-Trains zu ermöglichen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können aPunkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung.

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March 21 2011

16:47

NASCAR: Analyse Bristol März 2011

Es war mal wieder das Wochenende von Kyle Busch, der beide Rennen der NASCAR am Wochenende gewinnen konnte. Aber auch für andere Fahrer lief das Wochenende nicht schlecht.

Bristol entwickelt sich zum “Wohnzimmer” von Kyle Busch. Gleich fünf der letzten acht Rennen konnte der jüngere Busch gewinnen, was nicht nur seine, sondern auch die Stärke von Joe Gibbs Racing auf den Short Tracks zeigt. Dabei sah es zunächst aber nicht nach einem Sieg von ihm aus, denn zu Beginn bestimmte der erstaunlich gut aufgelegte Paul Menard das Tempo, bevor er von dem normalerweise in Bristol ebenfalls starken Martin Truex abgelöst wurde. Aber das Rennen selber war dieses Mal eher eins von der schlechteren Sorte. Seit dem Bristol vor ein paar Jahren eine neue Asphaltdecke bekommen hat und man ein progressives Banking Einzug hielt, habe die Rennen sehr an Biss verloren. Das alte “beatin’ and bangin’” gibt es kaum noch, lange Phasen unter Grün sind mittlerweile völlig normal. Die Langeweile der letzten Jahre schlägt sich auch auf die Anzahl der Besucher nieder.

Noch vor ein drei Jahren war Bristol immer ausverkauft. Der Witz machte die Runde, dass man nur durch ein Erbe in den Besitz von Karten kommen konnte. Vor zwei Jahren gab es dann plötzlich Restkarten, in diesem Jahr waren die Tribünen erschreckend leer. Das kann nicht nur an den immer noch recht hohen Preisen oder der weiterhin schlechten Wirtschaftslage in den USA liegen. Auch die Rennen der NASCAR waren einigermaßen gut, aber Bristol hat eben durch den Umbau viel von seinem Charme verloren. Da helfen auch keine “Debris-Caution”. 120.000 Besucher vermeldet die NASCAR für Sonntag, 160.000 passen auf die Tribünen. Das sagt schon eine Menge aus und wenn man die Bilder so sieht, dann finde ich die 120.000 schon eine sportliche Aussage.

Auch gestern war es ein eher zähes Rennen. Wer unten auf der inneren Linie klebte, musste nicht fürchten, dass die Konkurrenz vorbei kam, da oben rum kaum etwas ging. Nur 18 Leadchanges verzeichnet die Statistik, wenn man diejenigen abzieht, die nur eine Runde vorne waren, dann waren es sogar nur 13.

Während in der ersten Rennhälfte Truex und Ryan Newman den Ton angaben, tauchte ab Mitte des Rennens Jimmie Johnson an der Spitze auf, dessen Chevrolet im Gegensatz zu seinen anderen Hendrick-Kollegen vernünftig ging. Zusammen mit Kyle Busch dominierte er ab Runde 192 und die beiden wechselten sich regelmäßig in der Führung ab, ohne jedoch in bissige Zweikämpfe verwickelt zu sein. Das passierte eher weiter hinten, wo es ein wenig Action gab, die allerdings von den Fox-Kameras nur selten eingefangen wurde. Überhaupt gab Fox in Bristol ein eher lustloses Bild ab. Das zähe Rennen zerrte wohl auch an der Laune der Kommentatoren, die sich vor allem im zweiten Rennteil schwer taten, noch irgendetwas neues zu Busch oder Johnson erzählen zu können.

Aber zurück zum Hendrick Team. Während sich Johnson in guter Form zeigte, waren die drei anderen Piloten kaum zu sehen. Jeff Gordon, der eh einen schlechten Start in die Saison hat, blieb wieder unauffällig. Sein Wagen hatte massive Handlingsprobleme, dazu kam, dass er mit Brad Kesolowski aneinander rasselte, als er diesen überrunden wollte. “Bad Brad” lag drei Runden zurück, kämpfte aber derartig verbissen gegen Gordon, dass er ihn fast abgeräumt hätte. Am Ende kam nur ein Platz 14 raus. Nicht besser lief es bei Mark Martin, der ebenfalls mit seinem Wagen zu kämpfen hatte, und nicht vorne eingreifen konnte. Auf Platz 11 und damit einen vor Martin, kam Earnhardt jr. ins Ziel, dessen Aufwärtstrend sich zumindest im Moment weiter fortsetzt. Nach einer schlechten Qualifikation arbeitete sich der Publikumsliebling in Richtung Top 10 vor, bevor ihm eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Box wieder zurück warf. Doch während Junior im letzten Jahr nach derartigen Vorfällen meist im Nirvana der Wertung verschwand, kämpfte er sich in Bristol wieder an die Top Ten. Das ist zwar alles noch nicht wirklich richtig gut, aber die konstanten Platzierungen unter den ersten 10 zeigt, dass er zusammen mit Steve Letarte auf einem gutem Weg ist.

Richtig miserabel läuft es dagegen bei RCR. Wenn der bestplatzierte Chevrolet von Childress der von Bezahlfahrer Paul Menard ist, dann heißt das schon was. Jeff Burton und Clint Bowyer hatten früh im Rennen Unfälle, bzw. Probleme, Kevin Harvick drehte sich im letzten Renndrittel und verursachte dabei weitere Kollisionen, die unter anderem den bedauernswerten Trevor Bayne das Rennen kostete. Aber es läuft nicht und bei RCR und die ersten Sorgenfalten dürften im Team auftauchen. Paul Menard liegt in der Meisterschaft zwar auf Platz 5, aber Kevin Harvick nur auf 15, während Bowyer und Burton nicht mal unter den Top 20 sind.

Auch bei ECR ist man mit angezogener Handbremse in die Saison gestartet. Montoya konnte in Las Vegas kurz zeigen, das man noch dabei ist, doch bei Jamie McMurray läuft es überhaupt nicht. Montoya liegt nach Bristol in der Wertung auf Platz 8, sein Teamkollege wird in den Top 20 noch vermisst.

Es war, wie erwähnt, kein sonderlich gutes Rennen in Bristol. Nächste Woche steht Fontana auf dem Program. Eigentlich ein programmierter Langweiler, weil es aber ein Highspeed Oval ist, und Bump Drafting gehen sollte, könnte es doch interessanter werden, als man es gewöhnt.

Das ganze Ergebnis bei Racing Reference.
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November 02 2010

07:25

NASCAR: Analyse Talladega Oktober 2010

Das restrictor plate-Rennen in Talladega bot bis auf eine vernünftige letzte Runde eigentlich alles, was ein Superspeedway so herzugeben hat: viele Führungswechsel, ein großes Fragezeichen am Ende und ordentlich Spannung! Die Chase-Tabelle schafft nach diesem Wochenende beste Voraussetzungen für einen engen Titelkampf in den verbleibenden drei Rennen.

In den knapp drei Stunden am Sonntagabend sorgte restrictor place racing für gehörige Action, auch wenn es leider nicht mehr zu einem Zieleinlauf unter grüner Flagge kam. Weil der Kampf um die Führung eingangs von Turn 1 im Moment des Auslösens der Gelbphase noch in vollem Gange war, mussten die NASCAR-Offiziellen zunächst die Videobänder befragen, um einen Sieger zu ermitteln. Zu diesem Zeitpunkt waren zwei two car trains auf dem Weg zur Ziellinie: Clint Bowyer wurde von Juan Pablo Montoya angeschoben und Kevin Harvick bekam einen Push von David Reutimann. Ich werde etwas anders als sonst üblich versuchen, den Weg hin zu diesem Szenario zu beschreiben.

Ein Superspeedway-Rennen kann man schließlich nicht Runde für Runde einzeln zusammenfassen. Wie lautete noch das Zitat aus dem Film Fear & Loathing in Las Vegas? Richtig: „Über dieses Rennen im konventionellen Stil zu berichten, war absurd.“ Denkt man alleine an die 87 Führungswechsel zwischen 26 Fahrern, dann wird einem ganz schwindelig und der Rekord von 88 lead changes aus dem Frühjahr konnte nur ganz knapp nicht geknackt werden. Statt einzelne Phasen genauer zu analysieren, beschränke ich mich deshalb auf die Protagonisten dieses Spektakels und ihre Leides- bzw. Erfolgsgeschichten:

Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass die two car trains mal wieder ausgezeichnet funktionierten. Jeff Burton outete sich früh als bester Pusher des Tages und zog mit Matt Kenseth vor der Kühlerhaube dem Feld davon. Burton schob außerdem noch seinen Teamkollegen Clint Bowyer, sowie Dale Earnhardt Jr in Führung, bevor ihn das restrictor plate-Schicksal erwischte. Als Folge einer Uneinigkeit bei der Linienwahl verabschiedete sich Burton in die Mauer und kollidierte dabei ausgerechnet mit Earnhardt, der zuvor seine Superspeedway-Fähigkeiten unter Beweis stellte und insgesamt 24 Runden führte. Für beide Fahrer war daraufhin das Rennen gelaufen, Junior kassierte immerhin noch die Bonuspunkte für die meisten Führungsrunden, da im verbleibenden Renndrittel niemand mehr seine Leistung überbieten konnte. Schade, denn nach Martinsville war Talladega erneut ein Rennen mit Siegchancen für Earnhardt.

Diese Caution war bereits die zweite am Nachmittag, nachdem zuvor AJ Allmendinger zur Rennhalbzeit einen Schubs von Brad Keselowski bekam. Einen Einschlag im Infield konnte der Kalifornier dieses Mal noch verhindern, am Ende des Rennens sah es dann leider ganz anders aus. Dort überschlug er sich im Gewimmel einer größeren Rauferei und krachte kopfüber frontal in die innere SAFER-Barrier, passiert ist Allmendinger dabei glücklicherweise nichts. Damit war er aber Urheber der letzten Gelbphase des Rennens und das ausgerechnet kurz nach dem Schwenken der weißen Flagge. Weil nun keine Verlängerung mehr möglich war, musste der Schlusssprint abgebrochen werden.

Ansonsten blieben die restlichen drei Gelbphasen mit einer Ausnahme unspektakulär: Bevor Caution #4 und #5 wegen Debris ausgerufen wurden, flog Marcos Ambrose nach einem Bump von Clint Bowyer ab und landete dabei unglücklich vor der Stoßstange von Kevin Harvick, der einige kosmetische Schäden an seiner Front erlitt. Um die Aerodynamik wieder zu kitten, kam NASCAR-üblich Blechstreifen und Klebefolie zum Einsatz. Dass sein Auto noch gut lief, konnte er mit der späteren Siegchance anschließend untermauern.

Da die Namen Burton, Harvick und Bowyer nun schon des Öfteren fielen, kann man erahnen, dass die Richard-Childress-Truppe sich in Talladega leistungsmäßig besonders gut geschlagen hat. Das lag nicht zuletzt an den Motoren aus der Schmiede von Earnhardt-Childress Technologies, welche auch das Team von Earnhardt-Ganassi Racing beliefert. Juan Pablo Montoya und Jamie McMurray zeigten sich als weitere Siegkandidaten und harmonierten besonders im teaminternen two car train exzellent. Montoya ließ sich nach einer Führungsrunde zu Beginn schnell ans Ende des Feldes zurückfallen, um einem möglichen big one zu entgehen. In Kooperation mit McMurray konnte er gegen Halbzeit wieder vorstoßen und weitere 17 Runden führen. Während sein Teamkollege sich die #1 später durch einige unvorteilhafte Kontakte beschädigte und die anfängliche Leistung nicht mehr abrufen konnte, war Montoya im unterbrochenen Finale mit Siegchancen hinter Clint Bowyer zu finden. McMurray verlor in der Folge fünf Runden wegen notwendiger Reparaturarbeiten.

An diesem Wochenende waren die Augen aber natürlich besonders auf die Top3 der Chase-Tabelle gerichtet: Während Kevin Harvick wie erwartet gut abschnitt und sogar um den Sieg kämpfte, musste Denny Hamlin einen temporären Rückschlag hinnehmen. Zur Halbzeit verlor er den Draft und fing sich eine Runde Rückstand ein. Während Rusty Wallace rätselte, warum denn kein Toyota-Mann zu Hamlins Unterstützung zurückbeordert wurde, wusste Dale Jarrett die logische Antwort: Zum einen wartete man zu lange, um etwaige Teamkollegen zurückfallen zu lassen. Hamlin verlor pro Runde drei Sekunden auf das Hauptfeld, womit er schnell außer Reichweite gelangt war. Zum anderen kann bei einem solchen Abstand nicht dauerhaft durch einen two car train Boden gutgemacht werden. Die Motoren überhitzen dabei mit wenig Frischluftzufuhr recht schnell, so dass nach 1-2 Runden die Positionen getauscht werden müssen und das kostet wiederum zusätzliche Zeit.

So blieb es Hamlin selbst überlassen, sich mit dem lucky dog seine Runde zurückzuholen, was ihm in Gelbphase #3 dann auch gelang. Am Ende reichte ihm ein neunter Platz, um den Rückstand hinter Jimmie Johnson nur weitere acht Pünktchen anwachsen zu lassen. Tabellenführer Johnson verfolgte eine ähnliche Taktik wie Montoya und ließ sich ebenfalls hinter das Hauptfeld zurückfallen. Knappe 20 Runden vor Schluss bekamen Johnson und sein Teamkollege Jeff Gordon dann das Zeichen von Crew Chief Chad Knaus, nach vorne durchzubrechen. Innerhalb weniger Umläufe kamen sie tatsächlich mit einer echten Meisterleistung in Top5-Nähe, doch der Öldruck der #24 drohte durch den two car train in astronomische Höhen zu entschwinden. Gordon ließ sich daraufhin zurückfallen und erreichte noch den achten Platz. Für Johnson war ebenfalls Schluss, er musste sich mit Rang 7 zufrieden geben, weil ihn unverwunderlicherweise niemand mehr anschieben wollte.

Um das große Fragezeichen vom Anfang dann doch noch aufzulösen: Clint Bowyer gewann schließlich das Talladega-Rennen, weil Montoya ihn eingangs von Turn 1 beim Auslösen der Gelbphase schon an Kevin Harvick vorbeigeschoben hatte. Minutenlang war der Ausgang des Rennens unklar und kuriose Szenen spielten sich auf dem Apron vor der Boxengasse ab: Zunächst fuhren die RCR-Teamkollegen Bowyer und Harvick Fahrerfenster-an-Fahrerfenster nebeneinander und gaben sich freundschaftlich die Hand. Als es Bowyer dann mit dem Warten zu blöd wurde, drehte er gleich mal provisorisch seine Siegerdonuts, nach denen NASCAR ihn dann endlich als Sieger bestätigte. So gab es zwar keinen nervenzerreißenden Schlusskampf in der letzten Runde, jedoch ein spannendes Warten auf die Verkündigung des Ergebnisses. Alles in allem hätte aber auch nur diese letzte Runde zu einem wirklich perfekten Rennen gefehlt. Das Talladega-Chase-Rennen war das bisher beste Rennen in den Playoffs, nachdem zuvor Martinsville schon die Latte recht hoch gelegt hatte.

Weitere Ergebnisse:
- David Reutimann und Joey Logano konnten in die Top5 fahren, Martin Truex Jr auf den sechsten Platz und Brad Keselowski komplettierte die Top10.
- Kyle Busch führte wenige Runden vor Schluss noch, fiel dann aber bis auf Platz 25 zurück. Damit sind seine Meisterschaftschancen nun wohl auch gleich Null.
- Schlechter erwischte es im Chase außer Jeff Burton (41.) nur Kurt Busch (30.) und Tony Stewart (31.). Kurt tauchte zwischenzeitlich mal in den Top5 auf, konnte sich zum Schluss aber nicht mehr nach vorne durchdrücken. Stewart lag zwischenzeitlich zwei Runden zurück, holte sich die Umläufe aber mittels wave around und lucky dog wieder zurück. Er beendete das Rennen am Ende der lead lap.
Die komplette Ergebnisliste habe ich hier bei Jayski.com verlinkt, denn die ist immer ganz übersichtlich.

Damit verbleiben noch drei Rennen im Chase 2010: Zunächst geht es nach Texas auf das 1,5-Meilen-Oval in Fort Worth, wo auch die IndyCars regelmäßig unterwegs sind. Die letzten beiden Meisterschaftsläufe finden in Phoenix und Homestead statt. Die ersten beiden Strecken gehören dabei definitiv zu den starken Ovalen von Jimmie Johnson, vor allem in Phoenix hat er im Chase nie schlechter als auf Platz 2 abgeschnitten, wenn er später Meister wurde. Die letzten drei Playoff-Rennen dort gingen an Johnson. In Texas kam er 2006 und 2007 auf Rang 1 und 2 an, danach schwächelte er etwas und erreichte 2008 nur Platz 15. Im letzten Jahr wurde er Opfer eines Unfalls und musste Platz 38 einstecken, was beinahe seine vierte Meisterschaft in Gefahr brachte. In Homestead fehlt Johnson noch ein Sieg und in seinen Meisterjahren wurde er dort bestenfalls Fünfter. Das mag aber damit zusammenhängen, dass ihm im letzten Rennen des Jahres jeweils ein solides Ergebnis reichte und er nicht auf Sieg fahren musste.

Die einzigen verbliebenen ernsthaften Verfolger von Johnson sind nun Denny Hamlin (-14) und Kevin Harvick (-38), noch dazu mit einem verschwindend geringen Rückstand. Alle anderen Piloten ab Jeff Gordon (-207) haben wohl nur noch rechnerische Titelchancen. Auch Hamlin und Harvick müssen sich auf den verbleibenden Strecken nicht verstecken, denn sie können ebenfalls so Fabeljahre inkl. einer guten Serie in Texas, Phoenix und Homestead vorweisen. Hamlin gelang dies im letzten Jahr (2/3/1) und auch 2006 (10/3/3) war er recht ordentlich unterwegs. Harvick legte 2006 (3/1/5) und 2008 (7/7/2) jeweils nur Top10s hin. Das wird in den nächsten drei Wochen also noch ziemlich interessant werden, zumal es auch zu diesem Zeitpunkt im Chase nie so eine enge Situation gab.

Ein Wort noch zu den Top35: Weil Travis Kvapil die Qualifikation verpasst hat, verlor die #38 von Front Row Motorsports wichtige Punkte in der Owner-Wertung. Gleichzeitig legte Robby Gordon einen guten Platz 18 in Talladega vor und überholte damit sogar die #71 von TRG Motorsports, welche Chad McCumbee am Wochenende auf Rang 22 ins Ziel brachte. Damit liegt die #38 jetzt 116 Punkte hinter der #71, was vermutlich in dieser Saison nicht mehr aufzuholen sein wird. Robby Gordon Motorsports und die anderen beiden Teams von FRM liegen innerhalb von 151 Punkten vor dem Cut. Das ist zwar eng, aber wahrscheinlich bereits genug.

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October 12 2010

06:34

NASCAR: Analyse Fontana Oktober 2010

Ausgerechnet Fontana entpuppte sich am Wochenende als eines der spannenderen Rennen der letzten Zeit und sorgte für richtungsweisende Veränderungen in der Punktetabelle. Im Rennen wechselte oft die Führung und bis zum Schluss kristallisierte sich kein Fahrzeug als dominant heraus. Das Feld der Meisterschaftsfavoriten verkleinerte sich zunehmend.

Eigentlich ist der Auto Club Speedway nicht als Kracher bezüglich großer Spannung bekannt, doch das 400-Meilen-Rennen am Sonntag zeigte, was das Oval bieten kann, wenn es mal richtig gut läuft: Neun Gelbphasen über 36 der 200 Runden sorgten dafür, dass sich das Feld nicht so stark auseinanderziehen konnte, wie zuletzt noch häufig zu beobachten war. 23 Führungswechsel zwischen insgesamt 14 Fahrern zeigten, dass kein Fahrzeug in einer Glanzvorstellung den Rest des Feldes in Grund und Boden fuhr. Mindestens fünf Fahrer waren während der gesamten Renndistanz als mögliche Sieger in Betracht zu ziehen, doch Tony Stewart fuhr letztlich seinen zweiten Saisonerfolg ein und brachte sich damit wieder in Reichweite der Tabellenspitze. Sein Sieg kam nicht zuletzt wegen günstig gefallenen Gelbphasen gegen Rennende zustande.

In Führung begann das Rennen zunächst Polesitter Jamie McMurray, der allerdings nach 14 Runden die Spitzenposition an Matt Kenseth abgeben musste. Dieser brachte die #17 erst an Juan Pablo Montoya vorbei, der bereits nach weniger als zehn Umläufen für den ersten Aufreger sorgte. Beim Versuch, die obere Linie früh im Rennen zu nutzen, brach die #42 auf der staubbedeckten Asphaltdecke aus und touchierte die Mauer. Dabei beschädigte Montoya sein Auto zwar nicht schwer, jedoch reichte es, um ihn in der Folge ausreichend zu verlangsamen. Aus der Rennentscheidung hatte er sich somit selbst verabschiedet, sollte aber später noch kurz in Erscheinung treten.

Das erste Fünftel des Rennens beschlossen Boxenstopps unter grüner Flagge, die vor allem Jimmie Johnson äußerst gelegen kamen. Der Kalifornier fing sich im Heimrennen ein Trümmerteil vor dem Kühlergrill ein, welches sich auch nach mehrmaligen Ansaugversuchen und Hilfestellung von Kollegen mittels Unterdruck nicht lösen wollte. Die Wassertemperatur befand sich dabei glücklicherweise knapp unter dem Grenzbereich und beim „pit stop“ konnte die Crew das Teil dann schließlich entfernen.

Direkt nach den „green flag stops“ begann dann das Roush-Fenway-Drama des Rennens: Fontana ist dafür bekannt, dass es eine wahre Tortur für die Motoren darstellt. Diese Tatsache habe ich in der Vorschau leider übersehen. Bereits im Frühjahrsrennen kam es zu einigen Motorschäden, unter anderem bei Juan Pablo Montoya. Als Erstes erwischte es am Sonntag dann Greg Biffle, der sich in einer massiven Rauchwolke aus dem Rennen verabschiedete. Dadurch verlor er 130 Punkte auf Jimmie Johnson, den Führenden in der Meisterschaft. Für Biffle ist der neue Rückstand von über 200 Punkten wohl gleichbedeutend mit dem Ende aller Titelchancen in diesem Jahr. Weitere Schwierigkeiten beim Team von Roush-Fenway Racing sollten dann noch folgen.

Beim Wechsel ins zweite Rennviertel setzten sich dann zum Restart Jeff Gordon und Jimmie Johnson zuerst an Matt Kenseth vorbei und schließlich nacheinander in Führung. In Runde 54 war der Sprint allerdings beendet, weil Marcos Ambrose mit einem übersteuernden Auto einen Dreher hinlegte und dabei zwei Reifen zerstörte. Beim Neustart führten mit Dale Earnhardt Jr, der keinen Boxenstopp einlegte, Jimmie Johnson und Mark Martin drei Fahrer von Hendrick Motorsports das Feld an. Alle vier Piloten von Rick Hendrick sollten am Ende des Tages auch halbwegs solide Ergebnisse einfahren.

An dieser Stelle setzte sich das Roush-Pech fort und traf direkt beim Restart Carl Edwards, dem einfach der Motor abstarb. Während einer etwas längeren Reparaturpause wurde das Problem behoben, welches sich als defekter Zündverteiler herausstellte. In der Meisterschaft wird es nun auch für Edwards eng, der nach Fontana mehr als 150 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze angesammelt hat.

Den folgenden Restart in Runde 62 führte Kyle Busch, gefolgt von Jimmie Johnson und Mark Martin an, musste seine Spitzenposition aber sofort an Johnson abgeben. Zehn Umläufe später zog dann Martin am Teamkollegen vorbei, Junior hatte sich zu diesem Zeitpunkt übrigens nach außerhalb der Top20 verabschiedet, weil er bekanntlich kurz davor auf einen Reifenwechsel verzichtete.

Bis zur Rennhälfte in Runde 100 kehrte dann allmählich wieder Ruhe ein, nur unterbrochen durch Boxenstopps unter grüner Flagge. Die Top5 danach lauteten Mark Martin, Jimmie Johnson, Jeff Gordon, Clint Bowyer und Tony Stewart. Damit hatten sich die wichtigen Fahrer für die Rennentscheidung an der Spitze sortiert.

In Runde 114 war es um Mark Martins 5,6-Sekunden-Führung geschehen, als NASCAR Trümmerteile auf der Strecke fand. Jeff Gordons Crew arbeitete in der Folge an der Box schneller als der Rest des Feldes, was die #24 wieder in Führung spülte. In Umlauf 126 setzte sich dann allerdings Clint Bowyer erstmals in Führung, der ab diesem Zeitpunkt seinen Anspruch auf den Sieg bedeutend untermauerte.

In Runde 137 war es mit der Entspannung jedoch vorbei, weil Marcos Ambrose seinen Toyota erneut umdrehte. Der Restart läutete vier Umläufe später eine turbulente Schlussphase ein, die Clint Bowyer anführen sollte. In den Top5 hatte sich zu diesem Zeitpunkt kaum etwas verändert, lediglich Denny Hamlin war von ganz hinten auf Platz 5 vorgerückt und verdrängte Jimmie Johnson auf den sechsten Rang; ein Getriebewechsel vor dem Rennen zwang Hamlin zur Aufgabe seines eigentlichen Startplatzes. Jeff Gordon, Mark Martin und Tony Stewart belegten vor der #11 die Plätze 2 bis 4.

Gelbphase Nummer 6 – erneut wegen „debris“ – folgte auf dem Fuße und brachte beim Neustart einen Wechsel an der Spitze: Tony Stewart, der spätere Sieger, setzte sich nun vor Bowyer in Führung. Zwischenzeitlich ging es im Kampf um wertvolle Positionen immer wieder drunter und drüber, teilweise fuhren die Piloten sogar zu fünft(!) nebeneinander durch die Turns. So ein actiongeladenes Fontana-Finale gab es selten zu sehen und der Grund dafür dürften die direkt aufeinanderfolgenden Gelbphasen gewesen sein. So war es keinem Fahrer möglich, sich allzu weit vom Rest des Feldes abzusetzen. Diese Tatsache wurde später auch Clint Bowyer zum Verhängnis.

Als nächster Chase-Pilot war Kyle Busch an der Reihe, seine Titelchancen zu begraben, als bei der #18 der Toyota-Motor seinen Geist aufgab. Mit fast 200 Punkten Rückstand auf Jimmie Johnson dürfte der jüngere Busch-Bruder in den verbleibenden sechs Playoff-Rennen nun wesentlich schlechtere Karten haben als noch zuletzt.

Das Benzinfenster konnte man bei noch 40 zu fahrenden Runden schließen, wobei Juan Pablo Montoya aber ziemlich hoch pokerte und nur zwei neue Reifen auf die ondulierte #42 ziehen ließ. Der Meute, bestehend aus Tony Stewart, Ryan Newman, Clint Bowyer und Mark Martin, war der Kolumbianer dann deshalb auch ein dankbares Opfer.

In Runde 168 folgte der große Moment von Clint Bowyer, denn er hatte das dominante Auto auf den „long runs“, das zeigte etwas früher ja auch die Übernahme der Führung von Jeff Gordon. An Tony Stewart vorbeigezogen, erkämpfte er sich einen mehrsekündigen Vorsprung, der ihm wohl den Rennsieg beschert hätte, doch NASCAR fand 17 Runden vor dem Ende „debris“ auf der Gegengerade. Clint Bowyer war im ersten Moment völlig außer sich und wetterte über den Bordfunk, was das denn nun sollte. Da die Trümmerteile allerdings nicht zu übersehen waren und zudem auch innerhalb des „grooves“ lagen, war Gelbphase Nummer 8 natürlich völlig berechtigt.

Der Großteil des Feldes zog nun an der Box noch einmal vier neue Reifen auf, da sich diese Kombination auf längere Sicht bewährt hatte. Lediglich Paul Menard und Regan Smith sorgten für Aufregung, indem sie nur deren zwei Pneus aufschnallen ließen.

12 Runden vor Schluss stand der Restart an, bei dem Tony Stewart und der Rest der Top10 den Taktik-Spielern keine Chance ließen. Zeit für Roush-Fenway-Drama, die Dritte: Auch Matt Kenseth kam nicht ungeschoren davon, denn so kurz vor dem Ende zollte auch sein Ford-Triebwerk der Motor-mordenden Strecke in Fontana Tribut. Er konnte das Rennen zwar noch beenden, jedoch musste er sich mit eindeutigen Rauchzeichen aus den Top10 verabschieden. Die neunte und letzte Gelbphase war daraufhin jedoch nicht Kenseth geschuldet, sondern Kurt Busch und David Ragan. Das macht die Probleme von Jack Roush natürlich nicht kleiner, kam somit doch kein einziges seiner vier Teams heil durch das Rennen. Ragan übersah Busch auf der äußeren Linie und wurde von diesem ausgangs von Turn 4 umgedreht, wodurch beide Fahrer in der Mauer landeten.

In den verbleibenden zwei Runden nach dem letzten Restart konnte Clint Bowyer den Stewart-Haas-Chevrolet von Tony Stewart allerdings nicht mehr abfangen. Stewart gelang somit der zweite Saisonsieg und ein dringend benötigter Sprung in der Fahrerwertung. Mit etwas mehr als 100 Punkten hinter Jimmie Johnson wahrt er vorerst alle Chancen auf die Meisterschaft. Clint Bowyer musste sich mit Platz 2 begnügen, einen Rang vor Jimmie Johnson, der Dritter wurde. Kasey Kahne und Ryan Newman komplettierten die Top5, wobei Kahne in einem unauffälligen Rennen endlich mal wieder ein solides Resultat einfuhr.

Mark Martin beendete seine maue Serie endlich als guter Sechter vor den drei Chasern Kevin Harvick, Denny Hamlin und Jeff Gordon. Gordon hatte dabei noch Glück, denn zwischenzeitlich verlor er wegen einer Geschwindigkeitsübertretung inklusiver anschließender Strafe viele Plätze. Auch Harvick wurde übrigens einmal zu schnell erwischt. David Reutimann schob sich als letzter Fahrer in die Top10.

Dahinter kamen Joey Logano und Regan Smith ins Ziel, wobei Smith von der taktischen Finesse mit den nur zwei neuen Reifen kurz vor Schluss profitierte. Elliott Sadler wurde 13. vor Juan Pablo Montoya, der sogar zwei Mal zu schnell in den Boxen erwischt wurde. Hinter Sam Hornish Jr kam Dale Earnhardt Jr auf Platz 16, nachdem er zuvor im Rennen weiter vorne unterwegs war. Die gesamte Hendrick-Flotte kam somit in den Top16 ins Ziel, wobei Earnhardts Leistungen trotz des recht guten Ergebnisses weiterhin Anlass zur Sorge bereiten. Polesitter Jamie McMurray musste sich am Ende mit Rang 17 zufrieden geben. Paul Menard brachte der taktische Kniff im Gegensatz zu Smith nicht viel, er wurde nur 22.

Die restlichen Chaser kamen außerhalb der Top20 ins Ziel und verloren dabei wichtige Punkte auf den Tabellenführer Jimmie Johnson: Mit Kurt Busch (21.), Jeff Burton (23.), Matt Kenseth (30.), Carl Edwards (34.), Kyle Busch (35.) und Greg Biffle (41.) betraf das sogar die Hälfte der zwölf Playoff-Piloten.

In der Meisterschaft bedeutet das Rennergebnis folgendes: Jimmie Johnson konnte seinen Vorsprung auf Denny Hamlin etwas ausbauen und hat nun 36 Punkte Vorsprung. Innerhalb von 100 Punkten hinter Johnson liegen Kevin Harvick (-54) und Jeff Gordon (-85). Der Sieg brachte Tony Stewart wieder etwas näher an die Spitze heran, allerdings beträgt sein Rückstand immer noch 107 Zähler. Eng wird es langsam für Kurt Busch (-140) und Carl Edwards (-162), die benötigen schon ein Top-Resultat in nächster Zeit, um ihre Chancen auf die Meisterschaft zu bewahren. Jeff Burton (-177) und Kyle Busch (-187) sind wohl bereits aus der Entscheidung heraus.

Ganz finster sieht es bei Greg Biffle (-215), Matt Kenseth (-241) und Clint Bowyer (-247) aus, da ist vermutlich alles gegessen. Besonders bitter ist die 150-Punkte-Strafe für Bowyer, da er ansonsten auf Rang 5 in der Meisterschaft stünde. Roush-Fenway Racing hat sich mit gleich drei technischen Defekten in Fontana auch keinen Gefallen getan und dadurch mindestens einen aussichtsreichen Fahrer mit Titelchancen verloren.

In der Owner-Wertung wird es zunehmend interessanter, da David Gilliland die #38 von Front Row Motorsports auf einen tollen 20. Platz bringen konnte. Kevin Conway im Auto von Robby Gordon Motorsports war dagegen auf Rang 31 der erste Fahrer mit Rundenrückstand, noch dazu gleich deren drei. Das sagt zum einen etwas über die Qualität des Fontana-Rennens aus, zum anderen über die Fahr- und Abstimmungskünste des Rookies. Der Kampf um die Top35 hat sich schließlich final zugespitzt: Nur noch 25 Pünktchen trennen die #38 und die #7, ein Platzierungswechsel und damit auch der Wechsel des garantierten Startrechts könnte schon in Charlotte oder Martinsville erfolgen. Vor den beiden Teams liegt die #71 von TRG Motorsports und auch hier tragen die „start & park“-Einsätze nicht viele Früchte, 43 Zähler Vorsprung auf Rang 36 sind die Folge. Weil Patrick Carpentier die #26 in Fontana nicht qualifizieren konnte, hat das Team von Bill Jenkins jetzt wieder 170 Punkte Rückstand.

In den nächsten beiden Wochen geht es nach Charlotte und Martinsville, welche verdammt gute Strecken für Jimmie Johnson darstellen. Alleine in Martinsville haben zum Beispiel Johnson und Denny Hamlin ganz alleine die Siegerlisten der letzten paar Jahre gestellt. Vor Fontana war der Chase weit offen, doch die Fehlschläge einiger Teams haben nun das Favoritenfeld verkleinert. Es bleibt spannend…

NASCAR war leider nicht wie gewohnt schnell mit den üblichen Grafiken, die folgen dann im Laufe des Tages noch! An dieser Stelle deshalb vorerst Links zu Jayski.com, dort gibt es die Übersichten zur Fahrerwertung und den Top35 der Owner-Points.

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October 01 2010

06:29

NASCAR: Vorschau Kansas 2010

Das dritte Chase-Rennen findet in diesem Jahr wieder auf dem Kansas Speedway statt, welcher einer der neueren NASCAR-Strecken im Kalender ist. Außerdem stellt der Meisterschaftslauf am Wochenende das erste Playoff-Event der Saison auf einem 1,5-Meilen-Oval dar.

Die NASCAR-Historie auf dem Kansas Speedway ist nun wirklich übersichtlich: Erst seit 2001 ist der Sprint Cup im mittleren Westen der USA vertreten und das jahrelang auch nur mit einem Saisonrennen. Das Herzland der Vereinigten Staaten ist ansonsten ziemlich NASCAR-arm, denn die nächstgelegenen Strecken sind beispielsweise der Texas Motor Speedway sowie Kansas‘ Schwesterstrecke, der Chicagoland Speedway, und die haben immerhin schon mal mindestens einen Bundesstaat als Puffer zwischen sich und dem Kansas Speedway. Im neuen Kalender für 2011 wurde Kansas dann mit einem zweiten Termin neben dem Chase-Datum bedacht, der Anfang Juni ansteht.

Erst neun Rennen bedeuten insgesamt nur sieben bisherige Sieger, da zwei Fahrer auch schon mehr als einmal gewinnen konnten: Jeff Gordon gewann die ersten beiden Ausgaben 2001 und 2002, Tony Stewart holte sich 2006 und im letzten Jahr im eigenen Team einen Sieg. Jeweils einmal fuhren bisher Ryan Newman (2003), Joe Nemechek (2004), Mark Martin (2005), Greg Biffle (2007) und Jimmie Johnson (2008) in die „victory lane“. In Kansas sollten Hendrick Motorsports und ihr Kundenteam Stewart-Haas Racing die besten Chancen auf den Rennsieg besitzen, schaut man sich in der Statistik der letzten Jahre um.

Jimmie Johnsons schlechtestes Ergebnis stellt – außer einem Unfall 2004 – der 14. Platz aus seinem ersten Meisterschaftsjahr 2006 dar, ansonsten ist er immer in die Top10 gefahren. Jeff Gordon kann von sich behaupten dasselbe erreicht zu haben, mit Ausnahme eines 13. Ranges 2006. Zusätzlich fuhr er in den letzten drei Jahren jedes Mal in die Top5. Nach seinen Ausflügen knapp außerhalb der Top10 in den vergangenen Meisterschaftsläufen käme ihm ein Sieg im Kampf um den Titel sicher sehr gelegen.

Tony Stewart ist so schlecht in den Chase gestartet, dass er bereits 162 Punkte Rückstand auf Denny Hamlin angesammelt hat. Kansas ist aber eine seiner erfolgreicheren Strecken, weswegen ein Sieg am Wochenende für ihn schon fast eine Pflicht darstellt, um weiterhin im Titelgeschehen auf der Höhe zu bleiben. Seine bisherigen Ergebnisse sind genauso eindrucksvoll wie die von Johnson und Gordon: Ein 14. Platz steht als schlechtestes Resultat nach normal verlaufenen Rennen zu Buche, zweimal musste er allerdings ein DNF hinnehmen. Ansonsten ist Stewart immer in den Top8 eingefahren und hat bekanntlich auch zwei Siege auf dem Konto. In den letzten vier Jahren ist er entweder ausgefallen oder hat das Rennen gewonnen, eine gute Möglichkeit also für Stewart.

Hinter der Hendrick-Armada reiht sich überraschenderweise nicht direkt Joe Gibbs Racing ein, sondern zunächst Greg Biffle von Roush-Fenway Racing. Einem Unfall im Eröffnungsjahr folgten außer zwei zwölften Plätzen nur Top3(!)-Ergebnisse, was zeigt, wie gut dem Ford-Piloten die Strecke in Kansas liegt. Seine Teamkollegen Carl Edwards und Matt Kenseth auf jeden Fall Kandidaten für die Top5/10: Edwards erreichte in 50% seiner Rennen die Top6, Kenseth steht mit nur drei Top7s aus neun Rennen aber schon etwas schlechter da.

Joe Gibbs Racing tat sich bisher in Kansas nicht unbedingt hervor! Zwar gewann Tony Stewart mal ein Rennen für seinen alten Teamchef, doch die Bilanz der neuen Fahrer liest sich nicht allzu rosig: Denny Hamlin fuhr erst bei fünf Ausgaben auf dem Kansas Speedway mit und sein bestes Resultat ist ein fünfter Platz aus dem letzten Jahr; das erfolgreichste Ergebnis danach ist „nur“ ein elfter Rang. Bei Kyle Busch sieht es noch schlechter aus, denn seine beiden besten Kansas-Rennen beendete er als Siebter und Zwölfter.

Die verbleibenden Chase-Fahrer sind demnach Kurt Busch und die drei Piloten von Richard Childress Racing: Alle drei Fahrer sind in Kansas bisher eher durchschnittlich unterwegs gewesen, im Gegensatz zum Team von Joe Gibbs aber schon eher Top10-Material. Kurt Buschs Top10-Resultate stammen aus den Jahren 2001 (9.) und 2004 (6.), in den letzten drei Ausgaben fuhr er immerhin noch zwei elfte Plätze ein. Ähnlich sieht es für Kevin Harvick aus, der drei sechste Ränge als Top10-Platzierungen vorweisen kann. Ein wenig besser konnten Jeff Burton und Clint Bowyer abschneiden, denn denen gelang auch schon jeweils eine Fahrt in die Top5. Für Burton steht ein fünfter Platz (2006) in den Büchern und zusätzlich erreichte er 2008 den siebten Platz als insgesamt zweites Top10-Ergebnis. Bowyer beendete seine bisher vier Kansas-Rennen auf den Rängen 9, 2, 12 und 21.

Bei den anderen Fahrern, welche sich außerhalb des Chase befinden, erscheint die Leistungsdichte in Kansas sehr hoch zu sein. Fahrer mit Top5 -Ergebnissen, auf die man ein Auge haben sollte sind an diesem Wochenende in dieser Reihenfolge: Juan Pablo Montoya (Platz 4 in 2009), Mark Martin (4 Top7 in neun Rennen, darunter ein Sieg und ein dritter Platz) und Ryan Newman (Platz 2, 2 und 1 in den ersten drei Jahren).

Für die Top10 habe ich noch AJ Allmendinger, Jamie McMurray, David Reutimann, Dale Earnhardt Jr, Kasey Kahne und Joey Logano auf dem Plan. Die drei letztgenannten Piloten sind auf Anhieb vielleicht eher nicht so die erste Wahl, doch Earnhardt (5 Top13 in neun Rennen) und Kahne (2 Top10 in sechs Rennen) haben gezeigt, dass sie in Kansas gut zu Recht kommen, auch wenn es in 2010 momentan eher nicht so läuft. Joey Logano landete auf dem Kansas Speedway in seinen beiden einzigen Rennen zwar jenseits der Top10, doch in seinem dritten Cup-Jahr hat er schon so manches Top-Resultat abgeliefert. Die beiden Top4-Ergebnisse in den letzten drei Saisonrennen sprechen eindeutig für mehr.

Nach der Einzelbetrachtung der Fahrer wird deutlich, dass Jimmie Johnson nach seinem Sieg in Dover das Ruder in der Meisterschaft übernehmen könnte. Joe Gibbs Racing ist in Kansas bei weitem nicht so gut aufgestellt, wie der Rest der Chase-Piloten. Denny Hamlin und Kyle Busch könnten ihre Führungsrolle in den Playoffs ebenso wie ihr „momentum“ also durchaus verlieren, wenn das Team nicht deutlich anzieht. In der NASCAR kann aber natürlich alles passieren und hinterher kommt wieder alles ganz anders als vermutet.

Die Fahrer von Richard Childress Racing sind weiterhin Kandidaten für unauffällige und solide Ergebnisse, die ein Dranbleiben im Meisterschaftskampf ermöglichen. Für Clint Bowyer ist nach seiner Bestrafung aber vermutlich alles gegessen, denn das Aufholen von 235 Punkten Rückstand nach zwei Rennen ist in den verbleibenden acht eigentlich unmöglich. Ein durchschnittlicher Cup-Meister fährt in den Playoffs normalerweise höchstens einmal nicht in die Top10. Der Einspruch von Teamchef Richard Childress wurde indes übrigens abgelehnt und geht nun erneut in die Berufung, dieses Mal mit Unterstützung eines Experten für die Rekonstruktion von Unfällen. Dabei soll bewiesen werden, dass das Anschieben durch den Abschleppwagen nach dem Rennen der Grund für die regelwidrige Höhe des Kotflügels war. Mal schauen, was da kommt. Die Aussicht auf Erfolg dürfte weiterhin gering sein.

Außerdem nicht mehr in Schlagdistanz sind Greg Biffle (-140), Tony Stewart (-162) und Matt Kenseth (-165). Diese drei Piloten müssen in Kansas einen Sieg einfahren, um noch Chancen auf die Meisterschaft zu behalten. Da zwei dieser drei Fahrer ja auch dafür in Fragen kommen, könnte sich das Rennen als äußerst spannend darstellen. Was macht Joe Gibbs Racing? Welche Fahrer können sich langsam aber sicher aus der Entscheidung verabschieden? Beginnt Jimmie Johnsons Dominanz nach dem Sieg in Dover erst richtig? Das sind die größten Fragen an diesem Wochenende in Kansas.

Wie gewohnt folgen nach der Statistik mit den Rennergebnissen der Chase-Fahrer in Kansas und den Meisterschaftstabellen noch die Ausstrahlungsdaten für das Wochenende. Der Freitag hat viel TV-Time zu bieten, während am Samstag kaum etwas von den Sendern übertragen wird. Das Cup-Rennen ist in dieser Woche noch einmal am Sonntag um 19 Uhr, während Fontana sieben Tage später dann um 21 Uhr beginnen wird.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 01.10.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
22:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
00:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED

Samstag, 02.10.
16:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, nicht im TV
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, nicht im TV
19:50 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2 um 00:30 Uhr
21:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Kansas Lottery 300), ESPN2

Sonntag, 03.10.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Price Chopper 400 presented by Kraft Foods), ESPN

September 24 2010

06:23

NASCAR: Vorschau Dover September 2010

Das zweite Chase-Rennen findet an diesem Wochenende in Dover statt und einige Fahrer haben viele Punkte gut zu machen. Einer davon ist ausgerechnet der New-Hampshire-Sieger Clint Bowyer. Ein massiver Punktabzug wegen eines Regelverstoßes warf ihn weit zurück.

Clint Bowyer gewann am vergangenen Sonntag das erste Rennen des Chase in New Hampshire und rückte dadurch auf Platz 2 in den Punkten direkt hinter Spitzenreiter Denny Hamlin vor. Ein Super-Start, der nun allerdings seitens NASCAR eingebremst wurde. Die Geschichte beginnt jedoch eine Woche vorher in Richmond: Nach dem dortigen Rennen nahmen die Offiziellen das Auto mit der #33 unter ihre Fittiche und brachten es nach Concord, North Carolina ins hauseigene R&D-Center zwecks genauerer Inspektion. Dabei stellte sich heraus, dass Richard Childress Racing ziemlich haarscharf an den durch die Templates vorgegebenen Maßen arbeitet. Der Wagen war zwar innerhalb gültiger Parameter was Maße und Abstände angeht, doch es reichte dafür, dass NASCAR eine Warnung an RCR aussprach, nicht die Linie zu überschreiten.

Da NASCAR nach jeden Rennen ausnahmslos immer auch das Auto des Siegers untersucht, wurde eine Woche später direkt der zweite Wagen von Bowyer nach Concord geschickt. Und dieses Mal war passiert, wovor die Offiziellen gewarnt hatten: Der linke, hintere Kotflügel wies einen zu großen Abstand vom Boden auf. Bestraft wurde dies mit jeweils 150 Punkten Abzug in Fahrer- und Owner-Wertung. Zusätzlich suspendierte NASCAR den Crew-Chief Shane Wilson und Car-Chief Chad Haney für die nächsten sechs Rennen, Wilson erhielt noch eine Geldstrafe in Höhe von 150.000 US-Dollar. Für Clint Bowyer dürfte damit schon nach dem ersten Chase-Rennen die Meisterschaft in diesem Jahr gelaufen sein, denn wie soll er 185 Punkte in den verbleibenden neun Rennen aufholen?

Teamchef Richard Childress wusste direkt den Grund für den Regelverstoß zu berichten: Nachdem Bowyer der Sprit während der Sieger-Donuts ausging, musste er von einem Abschleppwagen in die „victory lane“ geschoben werden. NASCAR-üblich geschieht das durch sprichwörtliches Anschieben. Außerdem beglückwünschten einige andere Fahrer Bowyer direkt nach dem Rennen mittels einiger „bumps“ an die hintere Stoßstange. Laut Childress hätten diese Vorfälle dafür gesorgt, dass der Kotflügel eben ein Stück zu weit nach oben gedrückt wurde.

Da stellt sich für mich die Frage, ob NASCAR nicht Recht hatte und die #33 wirklich zu extrem die Grenzbereiche beim Chassisbau auslotet. Richard Childress hat derweil gegen die Entscheidung Protest eingelegt, wird aber vermutlich keine Chance auf Erfolg haben. Wann hat NASCAR denn mal eine ausgesprochene Strafe zurückgenommen? Ganz ehrlich, das ist auch richtig so! Immerhin funktioniert die Serie gerade wegen der harten Hand der NASCAR so gut und Lobbyisten haben anders als in der Formel 1 – und momentan ganz offensichtlich in der DTM – nie große Einflussmöglichkeiten gehabt. Der einzige negative Punkt, der mir da spontan einfällt, dürfte eine fehlende Fahrer-Gewerkschaft sein. Eigentlich eine nützliche Einrichtung, hat ein Streben in ihre Richtung schon mindestens einen Fahrer die Lizenz gekostet. So verlor beispielsweise Curtis Turner 1961 für fünf Jahre seine Rennerlaubnis.

Auf der anderen Seite steht nun NASCAR und ließ durch Robin Pemberton ausrichten, dass RCR besser auf sie gehört hätte, wie vor einem Jahr Hendrick Motorsports. Zwei Autos von Rick Hendrick wurden Ende 2009 ebenfalls für zu dicht am Reglement-Limit befunden und daraufhin später erneut untersucht. HMS hatte das Problem erkannt, hausintern nachgebessert und verschwand aus dem Fokus der Offiziellen. Ohne tiefgreifende Einsicht in die Aktenlage ist es natürlich schwierig zu entscheiden, wer nun tatsächlich Recht hat. In diesem Fall ist NASCAR aber im Recht, denn die Serie wird diktatorisch geführt und die Offiziellen haben auch einiges zu verlieren, wenn die eiserne Faust nicht regelmäßig geschwungen wird. Childress sollte also einfach die Strafe akzeptieren und in Zukunft besser aufpassen, bevor NASCAR noch laut darüber nachdenkt, ein weiteres Exempel zu statuieren. Jeremy Mayfield kennt sich mit sowas ja schon genügend aus…

Die Vorschau für das zweite Chase-Rennen auf dem Dover International Speedway fällt nun leider etwas kürzer aus, da meine Zeit in der zweiten Wochenhälfte begrenzt ist. Deswegen beschränke ich mich auf die Chancen der Playoff-Fahrer in diesem Rennen:

Jimmie Johnson hätte eigentlich das Frühlings-Rennen in Dover gewonnen, doch dann nahm er sich kurz vor Schluss mit einem Speeding in der Boxengasse selbst aus dem Rennen. Er führte die meisten Runden an und konnte auf den „long runs“ Kyle Busch das Wasser abgraben. Letztendlich gewann dann aber Kyle und auch sein Teamkollege Denny Hamlin wurde als Vierter mit einem guten Ergebnis belohnt. Das war übrigens inmitten der starken Serie von Joe Gibbs Racing nach dem Wechsel vom Flügel zum Spoiler. Da beide Fahrer auch in der letzten Woche auf dem Short-Track in New Hampshire gut unterwegs waren, dürften sie auf der Betonmeile zu den Siegkandidaten gehören.

Jimmie Johnson braucht nach seinem bescheidenen Finish vom vergangenen Wochenende dringend ein Top-Resultat und das könnte er in Dover auch holen. 2009 gewann er dort auf dem Weg zu seiner vierten Meisterschaft in Folge beide Rennen und die erste diesjährige Ausgabe wäre ja auch fast sein Rennen geworden.

Dieses Wochenende könnte aber der richtige Zeitpunkt für Ford sein, um ein Wörtchen um den Titel mitzureden. Matt Kenseth hat eine besonders gute Dover-Statistik und benötigt auch dringend Punkte in der Meisterschaft. In den letzten sieben Dover-Ausgaben (seit 2007) fuhr er sage und schreibe sechs (!) Mal in die Top5, ein Sieg blieb ihm dabei aber vergönnt. Ebenfalls gut aufgestellt sind seine Teamkollegen Carl Edwards und Greg Biffle: Edwards fuhr seit 2005 nur zwei Mal nicht in die Top8 und Biffle in derselben Zeit nur drei Mal nicht in die Top9. Hier sind also Top-Resultate für Ford in Dover möglich.

Die anderen sechs Chaser haben mit Ausnahme von Clint Bowyer gute Chancen auf Top5- oder Top10-Platzierungen. Bowyer dürfte die Strafe so ziemlich alles an Momentum gekostet haben, welches er benötigt, um seine Dover-Resultate aufzupolieren. Mehr als ein achter Platz war bisher nicht für ihn drin. Der „best of the rest“ wird von Jeff Gordon angeführt, der etwas bessere Ergebnisse in Dover aufweisen kann als Kevin Harvick, Kurt Busch, Tony Stewart und Jeff Burton. Bei Harvick gehe ich eigentlich fest von einem Top10-Resultat aus, seine Statistik ist 2010 einfach der helle Wahnsinn.

Als Geheimtipp außerhalb des Chase habe ich noch David Reutimann, der am letzten Wochenende Siebter wurde und das Dover-Frühlingsrennen auf dem fünften Platz beendete. Ryan Newman dürfte für die Top10 zu haben sein und bei Jamie McMurray bin ich gespannt, ob er nach seinem guten dritten Rang in New Hampshire wieder etwas zeigen kann. Juan Pablo Montoya wurde im letzten Dover-Chase-Rennen 2009 Vierter und hat hier ansonsten nur ein weiteres Top10-Ergebnis holen können. Am letzten Wochenende schwächelte er ja etwas, vielleicht ist dieses Mal wieder ein Top10-Resultat für den Kolumbianer drin.

Zum Schluss noch die Übersicht der bisherigen, noch aktiven Sieger auf dem Dover International Speedway und der Hinweis auf die Übertragungsdaten nach den Grafiken von NASCAR-Media. Die Meisterschaftsstände habe ich ja schon in der New-Hampshire-Analyse kommentiert.

1. Jeff Gordon, Mark Martin und Jimmie Johnson (je 4 Siege)
2. Ryan Newman (3 Siege)
3. Tony Stewart, Greg Biffle und Kyle Busch (je 2 Siege)
4. Dale Earnhardt Jr., Bobby Labonte, Jeff Burton, Carl Edwards, Matt Kenseth und Martin Truex Jr (je 1 Sieg)

Ausstrahlungsdaten

Nur Sprint Cup und Nationwide Series sind an diesem Wochenende in Dover unterwegs, die Truck Series fährt ein Nachtrennen in Las Vegas. Wegen der großen Entfernung sind keine Cup-Stars am Start, allerdings stehen Nelson Piquet Jr. und Narain Karthikeyan mal wieder auf der Entry List. Las Vegas ist ein sehr lukratives Rennen und in der Qualifikation werden sich 41 Fahrer um 36 Startplätze streiten. Von den Ex-Formel-1-Piloten ist dabei nur der Inder fest qualifiziert. In der Nationwide Series tritt an diesem Wochenende zudem Danica Patrick an.

Freitag, 24.09.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
19:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2

Samstag, 25.09.
16:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dover 200), ESPN2
03:00 Uhr, Truck Series Rennen (Smith’s Food & Drug Stores 350), SPEED

Sonntag, 26.09.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (AAA 400), ESPN

September 21 2010

06:23

NASCAR: Analyse New Hampshire September 2010

Clint Bowyer gewann wie 2007 das erste Chase-Rennen, während einige Favoriten durchaus ins Schwitzen kamen und wertvolle Punkte liegen ließen. Da neun weitere Rennen folgen, kann aber natürlich noch viel passieren. Das zweite Saisonrennen in New Hampshire tat sich anfangs nicht als spannungsgeladen hervor, wurde dann aber zu einem handfesten Spritpoker.

Wie so viele Saisonrennen in diesem Jahr drohte auch der erste Chase-Termin in New Hampshire zunächst zu einem Langweiler zu verkommen. Satte 200 der 300 Runden hatten so gut wie nichts mit der Rennentscheidung zu tun, einzig und allein Clint Bowyer unterstrich, dass der Sieg wohl nur über ihn gehen würde. Nun muss ich sagen, dass es natürlich nicht immer und in jeder Runde Action am laufenden Band geben kann, doch in letzter Zeit verkümmert der Sprint Cup diesbezüglich etwas. Der Langstreckencharakter der Rennen der ersten NASCAR-Liga sticht deutlicher hervor denn je: Mehr als die Hälfte eines Rennens ist das Feld damit beschäftigt, sich extrem zurückzuhalten und sich bestenfalls gut für die Schlussphase zu positionieren.

Nach einem Langweiler in der ersten Rennhälfte, lieferte das Ende einen spannenden Spritpoker und machte das Leben vieler Chase-Teilnehmer erheblich schwerer. Die ersten 200 von 300 Runden sind – mal wieder – schnell erzählt: Brad Keselowski ist seine Führung nach zwei Runden an Tony Stewart losgeworden und konnte am Ende nur Platz 18 einfahren. Zwei kurze Gelbphasen im ersten Drittel sorgten dafür, dass Scott Speeds Rennen nach einem Einschlag in der Mauer beendet war und Marcos Ambrose und Paul Menard wertvolle Plätze nach einem Dreher aufgeben mussten. Für alle Involvierten endete der Tag jenseits von Position 28.

Clint Bowyer setzte sich unterdessen während Gelbphase 1 in Führung, als er nur zwei neue Reifen aufzog. Dort sollte er dann auch eine längere Zeit verweilen. Boxenstopps unter grüner Flagge brachten um Runde 100 herum keine signifikante Veränderung der Machtverhältnisse, die übliche Rotation der Führenden brachte Clint Bowyer am Ende erneut als „leader“ hervor. Es folgte eine dritte Gelbphase wegen Debris in Runde 147 und auch diesmal führte Bowyer das Feld zurück zur grünen Flagge, welche bis in Umlauf 206 anhielt. Dann platzte Mark Martin ein Reifen und die rennentscheidende Phase begann endlich nach zwei Dritteln des Rennens.

Alle Fahrer der Spitzengruppe kamen in Runde 208 zum Boxenstopp und es war klar, dass bei noch 92 zu fahrenden Runden das Spritfenster (75-80 Umläufe) nicht geschlossen werden konnte. Da es in der Folge jedoch noch zu vier weiteren Gelbphasen kam, wurde es für Pokerspieler nun reell, das Rennen auch ohne zusätzlichen Sprit beenden zu können. In den Top10 befanden sich beim Restart Clint Bowyer, Tony Stewart, Carl Edwards, Denny Hamlin, Jeff Gordon, Jeff Burton, Kurt Busch, Jimmie Johnson, Ryan Newman und Kyle Busch und damit fast ausnahmslos Chaser. Allgemein hatte man das Gefühl, es liefe für die Meisterschaftsfavoriten ein wenig zu sorglos und das sollte sich dann auch zwei Runden nach dem Schwenken der grünen Flagge ändern:

In Runde 213 drehte Carl Edwards den Meisterschaftsführenden Denny Hamlin um, weil er „loose“ wurde und die Strecke herauf rutschte. Über Funk ließ Edwards seinen Konkurrenten wissen, dass es ihm Leid täte und es keine Absicht gewesen wäre. Hamlin quittierte die Entschuldigung mit der Aussage, Edwards würde es selbst noch Leid tun. Sein gutes Abschneiden am Ende des Tages dürfte den kurzzeitigen Frust aber vergessen gemacht haben, denn von Platz 22 arbeitete Hamlin sich noch auf den zweiten Rang vor und hatte sogar eine Chance auf den Rennsieg. Kurz vor der ausgelösten Gelbphase schob sich Tony Stewart an Clint Bowyer vorbei in Führung und machte in der Folge auch nur noch zweimal kurz für Jamie McMurray Platz an der Spitze.

Die nächste Gelbphase wurde wieder nur wenige Runden nach dem Restart in Umlauf 221 ausgerufen, weil Jeff Burton Kurt Busch abräumte. Da Kyle Busch dahinter vom Gas ging, drehte ihn Jimmie Johnson um, was als Resultat allen drei Fahrern gute Platzierungen in den Top10 verwehrte. Lediglich Kyle Busch wurde am Ende Neunter und betrieb ebenso Schadensbegrenzung wie sein Bruder Kurt als 13. Johnson verpokerte sich beim anschließenden Boxenstopp, der alle Fahrer sicher ins Ziel bringen würde, welche sich denn auch für ein Nachfassen von Benzin entschieden. Johnson wollte zu viel und ließ zusätzlich vier neue Reifen aufziehen, was ihn ans Ende der Führungsrunde zurückwarf. Damit war die #48 aus der Entscheidung draußen und beendete das Rennen lediglich als schlechtester Chaser auf Platz 25.

Vorne entschieden sich Tony Stewart, Clint Bowyer und Jeff Burton dafür, auf einen Tankstopp zu verzichten, weil die hohe Frequenz der Cautions ein Durchfahren möglich machte. Einige Fahrer, wie z.B. Jamie McMurray und David Reutimann verließen die Box mit nur zwei neuen Reifen und befanden sich plötzlich in den Top5. Für beide Piloten sollte sich diese Entscheidung im Nachhinein auszahlen, McMurray nahm den dritten Platz mit und Reutimann wurde noch starker Siebter. In Runde 228 waren damit alle Zutaten für ein spannendes Finale im Topf gelandet und es stellte sich die Frage, ob Stewart, Bowyer und Burton würden durchfahren können.

Zwei weitere Gelbphasen brachten noch einmal die Möglichkeit, weiteren Sprit zu sparen. Zuerst räumte Brad Keselowski Matt Kenseth ab und bescherte dem Chase-Teilnehmer damit am Ende des Nachmittags Platz 23. Später erwischte es dann noch Joey Logano, der einem übersteuernden Kurt Busch zum Opfer fiel. 50 Runden vor Schluss stand der letzte Restart an, der die Führenden eine lange Zeit zittern ließ. Denn von hinten nahte mit riesigen Schritten Denny Hamlin heran und übte Druck auf Stewart und Bowyer aus, nachdem er zehn Runden vor Schluss den dritten Platz erobert hatte. Nacheinander ging nun erst Jeff Burton und dann dem Führenden Tony Stewart das Benzin in den letzten beiden Runden aus. Clint Bowyer blieb wie durch ein Wunder genug Sprit übrig, um das Rennen vor Hamlin zu gewinnen.

Wie knapp es war, zeigten aber seine „burnouts“ im Anschluss, bei denen ihm endgültig der Saft ausging. Alles in allem ist Clint Bowyer aber ein verdienter Sieger geworden, denn er konnte zuvor mehr als die Hälfte der Renndistanz anführen und sicherte sich somit auch fünf Bonuszähler in der Meisterschaft. Es war erst Bowyers insgesamt dritter Cup-Sieg, nachdem er 2007 schon einmal das Chase-Auftaktrennen gewinnen konnte und im folgenden Jahr in Richmond die „victory lane“ besuchte. Wenn sein erneuter Sieg ein gutes Omen sein sollte, dann beendet er 2010 vielleicht wieder auf einem tollen dritten Rang in der Meisterschaft.

Wo kamen die anderen Chase-Fahrer an?
- Denny Hamlin wurde Zweiter und hatte eine gute Chance, das Rennen zu gewinnen, wäre Bowyer ebenfalls der Sprit ausgegangen.
- Kevin Harvick (5.) hielt sich schadlos, fuhr wieder einmal in die Top5 und untermauerte damit seine unheimliche Konstanz in diesem Jahr.
- Jeff Gordon fuhr ebenfalls unauffällig auf Rang 6.
- Kyle Busch wurde nach dem Kontakt mit Jimmie Johnson Neunter.
- Carl Edwards kam auf Rang elf ins Ziel, Kurt Busch wurde Dreizehnter.
- Jeff Burton rollte ohne Benzin aus und wurde noch als 15. gewertet.
- Greg Biffle holte sich zwei Führungsrunden und beendete das Rennen als 17.
- Matt Kenseth, Tony Stewart und Jimmie Johnson belegten nach einem Unfall, dem verlorenen Spritpoker bzw. einer taktischen Fehlentscheidung an der Box geschlossen die Ränge 23-25.

Hier noch der Rest vom Schützenfest:
- Dale Earnhardt Jr. legte endlich mal wieder ein Super-Rennen hin und konnte nach einer unauffälligen Fahrt den vierten Platz belegen.
- Juan Pablo Montoya blieb ein gutes Ergebnis verwehrt, nachdem das Auto im Verlauf des Rennens zunehmend schwächer wurde. Mehr als Rang 16 war für den Kolumbianer nicht drin, zuvor hielt er sich mehrmals in den Top10 auf.
- Besser lief es dagegen für den Teamkollegen Jamie McMurray der einen dritten Platz einfuhr, nachdem er beim letzten Boxenstopp mit nur zwei neuen Reifen ordentlich „track position“ gewann.
- David Reutimann (7.), Ryan Newman (8.) und Sam Hornish Jr. (10.) waren die verbliebenen Nicht-Chase-Piloten in den Top10.
- Mark Martin erlebte einen „bescheidenen“ Tag und fand nach seinem Reifenplatzer nicht mehr ins Rennen zurück, sein Endergebnis ist ein enttäuschender 29. Platz.

In der Meisterschaft führt jetzt Denny Hamlin vor dem Rennsieger Clint Bowyer und Kevin Harvick. Am Ende der Top12 haben Greg Biffle, Jeff Burton, Tony Stewart und Matt Kenseth nun schon nach einem Rennen mehr als 100 Punkte Rückstand. Besonders für Stewart ist das bitter, immerhin hätte er fast gewonnen und stünde in dem Fall ganz woanders in der Tabelle. Da noch neun Rennen folgen, ist natürlich nicht alles verloren; es bleibt spannend.

Zu den Top35 der Owner-Wertung gab es auf der Mediaseite der NASCAR noch keine aktuelle grafische Übersicht, deswegen vorerst bei Jayski.com nachschauen. Interessant ist jetzt vor allem die Entwicklung bei Robby Gordon Motorsports zu verfolgen. Nachdem Front Row Motorsports und ich mich in der letzten Woche schon ganz sicher wiegten, tauschte Gordon einfach den Platz mit Kevin Conway. Angeblich weil Gordon für dieses Wochenende einen eigenen Sponsor für das Rennen gefunden hatte, nun war aber Speedfactory.tv auf seinem Toyota zu sehen gewesen und das ist im Prinzip Robby Gordons eigene Internet-TV-Show – ergo sein eigenes Geld. Ich vermute, dass Gordon bei der Performance von Conway kalte Füße bekommen hat und seinen Einsatz im nächsten Daytona 500 gefährdet sah.

Zuvor verlautbarten Conway und sein Sponsor ExtenZe ja noch vollmundig, dass der Rookie die Saison bei RGM beenden würde, aber man behauptete ja auch kurz vor der Trennung von Front Row Motorsports, dass an den „Trennungsgerüchten“ nichts dran sei. Mittlerweile kam dann auch ans Tageslicht, dass Conways Sponsor bei FRM wohl nicht mehr den vollen Betrag pro Rennen bezahlte, aber über die Hintergründe müssen sich jetzt die Gerichte streiten. Da Gordon auch in Dover mit Speedfactory.tv in seinem eigenen Auto sitzen wird, vermute ich, dass das Abenteuer Kevin Conway bei RGM beendet sein dürfte. Dass dies eine gute Entscheidung gewesen sein könnte, zeigte Robby Gordon indem er gleich mal ein paar Punkte auf die #38 von Front Row Motorsports gut machte. Der Abstand beträgt jetzt immerhin schon wieder 110 Punkte. Bill Jenkins’ #26 musste einen Schnitt hinnehmen, nachdem Fahrer Jeff Green die Qualifikation verpasste.

Kevin Conway und ExtenZe erscheinen mir derweil von Woche zu Woche suspekter. Ständig wird da irgendwas angekündigt, wo nichts dahinter steckt. Dann stimmen die Zahlungen angeblich nicht und die Leistungen des Fahrers erst recht nicht. Die Spannung bleibt also auch hier erhalten, bei den kleineren Storys im Starterfeld. Nächstes Wochenende geht es dann in Dover weiter…

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September 17 2010

18:09

NASCAR: Vorschau Chase 2010

In New Hampshire beginnt an diesem Wochenende der insgesamt siebte „Chase for the Sprint Cup“ und damit die entscheidende Phase der Meisterschaft. Während der kommenden zehn Rennen streiten sich nur noch zwölf Fahrer um die Krone der NASCAR.

Der „Chase for the Sprint Cup“ wurde 2004 eingeführt, um eine vorzeitige Entscheidung in der Meisterschaft zu verhindern; zumindest ist das der offizielle Grund. Gerüchte besagen, dass Matt Kenseth für die Einführung der NASCAR-Playoffs verantwortlich war, indem er 2003 mit nur einem Rennsieg die Meisterschaft gewinnen konnte. Das ursprüngliche Punktesystem des Chase ist nun aber nicht wirklich freundlich zu den Rennsiegern der „regular season“ gewesen, weshalb es 2007 auch überarbeitet wurde. Alles in allem dürfte der Chase eine Ausgeburt des amerikanischen Gedanken gewesen sein, immer hochdramatisch in Playoffs entscheiden zu wollen. Zusätzlich entgeht man dem Zuschauerschwund pünktlich zum Start der Football-Saison, wenn Spannung bis zum letzten Rennen garantiert bleibt.

Die Tabellenführer der „regular season“ bekamen im Chase meist so ihre Probleme, was z.B. Tony Stewart im vergangenen Jahr erfahren musste. Mit weit über 200 Punkten führte Stewart das Verfolgerfeld in die Playoffs, doch dort angekommen musste er seine Vorsprung aufgeben und sich hinter Mark Martin einreihen. Warum? Weil im Chase die Punkte zurückgesetzt werden und zwar nach folgenden Regeln:

- Die zwölf bestplatzierten Fahrer in der Meisterschaft nehmen am Chase teil, bei Punktgleichheit entscheidet die Anzahl der Siege, danach die Anzahl der Top5s usw.

- Die Punkteanzahl dieser zwölf Fahrer wird auf 5000 Zähler gesetzt, was somit dem Rest des Feldes rechnerisch die Chance auf die Meisterschaft nimmt.

- Jetzt bekommt jeder Chase-Fahrer zusätzlich zu den 5000 Punkten noch zehn Bonuszähler pro Saisonsieg auf seinem Konto gutgeschrieben.

Verständlicherweise zeigte Stewart sich nicht gerade begeistert und meiner Meinung nach sollte der Tabellenführer am Ende der „regular season“ nach 26 Saisonrennen auch ähnlich wie die Rennsieger des Jahres einen Extra-Bonus bekommen. Zusätzlich könnte man auch gleich alle Rennsieger der Saison am Chase teilnehmen lassen, auch wenn die Playoffs dann vielleicht etwas überfrachtet würden. In anderen US-Sportarten ist es aber üblich, dass ca. die Hälfte aller Mannschaften an der Meisterschaftsentscheidung teilhat.

Die NASCAR-Offiziellen überlegen derzeit noch angestrengt, ob das System im nächsten Jahr erneut verändert werden soll. Dabei sind auch Überlegungen auf dem Tisch, nach denen schlechter positionierte Fahrer jeweils nach mehreren Rennen aus dem Chase eliminiert würden. Wer beispielsweise nach der Hälfte der zehn Rennen nicht mehr in den Top6 zu finden ist, der wäre aus der Entscheidung ausgeschlossen. Was mir dabei Bauchschmerzen bereitet, ist dass am Ende möglicherweise die drei besten Fahrer im letzten Rennen die Meisterschaft unter sich ausfahren, nachdem zuvor die Punkte erneut zurückgesetzt wurden! Ein totaler Bruch mit den traditionellen Motorsportregeln, bei dem die vorangegangenen 35 Rennen dann kaum noch einen Wert hätten.

Den Hinweis, dass diese Alles-oder-nichts-Situation auch bei anderen Sportarten, wie z.B. im KO-Modus beim Fußball gang und gäbe sind, nehme ich gerne an. Vermutlich bin ich aber zu konservativ, um mich im Motorsport damit anfreunden zu können, dass plötzlich zu jedem Zeitpunkt alles vorbei sein kann und Punktepolster nicht mehr gelten. Für diesen Faktor hat der Rennsport schließlich etwas, was bei anderen Sportarten seltener vorkommt: Unfälle! Bitte nicht falsch verstehen, ich bin grundsätzlich für den Chase, finde aber, dass viele Errungenschaften während der „regular season“ generell zu wenig gewürdigt werden. Außerdem ermöglicht das, meiner Meinung nach schlecht gewählte, NASCAR-Punktesystem diese Konstanz-Orgien à la Matt Kenseth 2003 oder Kevin Harvick in diesem Jahr.

Naja, jedenfalls bin ich gespannt, was die Verantwortlichen für die Zukunft beschließen werden, auch wenn es möglich erscheint, dass nichts am bestehenden System geändert wird. Dieser Artikel soll jetzt aber zu seinem eigentlichen Fokus zurückkehren, nämlich der Bewertung der Chase-Fahrer 2010:

1. Denny Hamlin, #11 Joe Gibbs Racing, 5060 Punkte

Noch vor der Saison wurde Denny Hamlin zum Johnson-Herausforderer bestimmt und bekam damit eine schwere Last aufgebürdet. Als er sich dann das Kreuzband riss und eine Operation unumgänglich wurde, schienen alle Meisterschaftsträume ausgeträumt. Wenige Tage vor seiner OP zeigte er dann allen Kritikern, aus welchem Holz er geschnitzt ist und gewann sein erstes Saisonrennen in Martinsville. Danach folgten Texas und Darlington, bevor Hamlin eine kleine Verschnaufpause einlegte, um erst im Juni nacheinander in Pocono und Michigan zu gewinnen. Während des Sommers lief es für ihn allerdings nicht so gut, da sein Team mit vermehrt auftretenden technischen Problemen zu kämpfen hatte.

Im zweiten Michigan-Rennen hätte er beispielsweise ohne die Elektronikprobleme seinen Sieg wiederholen können, musste aber Kevin Harvick den Vortritt lassen, der mit dem Erfolg auf einem nicht „restrictor plate“-Oval seine eigenen Meisterschaftschancen untermauerte. Sein sechster Saisonsieg folgte unmittelbar vor dem Chase-Beginn in Richmond am vergangenen Wochenende, was Hamlin eine Menge „momentum“ bescheren könnte. Die #11 ist jederzeit siegfähig, wenn die kleinen Problemchen im Team abgestellt werden. Mit Martinsville folgt zudem eine der Hausstrecken von Denny Hamlin.

Prognose: Ernsthafter Meisterschafts-Kandidat, falls Jimmie Johnson sich selbst schlägt und Hamlin keine DNFs mehr hinnehmen muss.

2. Jimmie Johnson, #48 Hendrick Motorsports, 5050 Punkte (-10)

Obwohl der Chase 2010 so offen erscheint, wie schon lange nicht mehr, möchte sicherlich niemand gegen Jimmie Johnson wetten. Vier der bisher sechs Playoff-Ausgaben konnte der Dauermeister bisher gewinnen und das auch noch direkt hintereinander in den letzten vier Jahren. Seine Vorstellung 2009 war dabei sogar so dominant, dass er die Meisterschaft auch nach den alten Punkteregeln gewonnen hätte. In diesem Jahr sah die #48 bisher aber nicht so überzeugend aus: Zwar gewann er gleich mal mit Fontana, Las Vegas und Bristol drei der ersten fünf Saisonrennen, doch dann war lange Zeit Schluss mit seiner Dominanz. Viele Experten machen den Wechsel vom Heckflügel zum –spoiler für sein schlechtes Abschneiden in den Rennen danach verantwortlich.

Nach einem Durchhänger im Frühling gelangen Johnson dann aber doch noch zwei Rennsiege und zwar „back-to-back“ in Sonoma und New Hampshire. Der Erfolg auf dem Infineon Raceway stellte zudem seinen ersten Rundkurs-Sieg dar. Im Sommer kamen dann aber Abstimmungsprobleme auf, denn Chad Knaus und Johnson bekamen die #48 im Laufe der Nachtrennen einfach nicht in den Griff; eigentlich ungewöhnlich für den Meister-Crew-Chief. Zum Chase ist Johnson aber in den letzten Jahren immer wieder rechtzeitig fit gewesen und kann das mit einer unglaublichen Statistik auch belegen: 18 der bisher 60 Playoff-Rennen konnte der Kalifornier gewinnen, was knapp 20% oder aber drei Rennen pro Chase bedeutet.

Prognose: Die Statistik sagt, dass Jimmie Johnson sich nur selbst schlagen kann. Zudem ist Johnson auf den Intermediate-Ovalen und in Martinsville stark. In diesem Jahr erscheint er zwar angreifbarer als sonst zu sein, trotzdem ist der der Favorit auf den Titel.

3. Kevin Harvick, #29 Richard Childress Racing, 5030 Punkte (-30)

An dritter Stelle im Chase steht der Meister der „regular season“ Kevin Harvick, der 2010 bisher soviel Top5- und Top10-Resultate einfahren konnte wie kein anderer Konkurrent. In 26 Rennen kam er elf Mal unter die besten Fünf und siebzehn Mal unter die besten Zehn, was bedeutet, dass Harvick in jedem zweiten Rennen ein Top5-Resultat eingefahren hat. Diese unglaubliche Konstanz brachte ihn nach Richmond mit 228 Zählern in Front. Nachdem er im letzten Jahr den Chase verpasste und die Saison außerhalb der Top20 in den Punkten abschloss, kam 2010 das große Comeback. Zwei Siegen in den „restrictor plate“-Rennen von Talladega und Daytona im Sommer folgte dann auch ein Sieg unter „normalen“ Bedingungen in Michigan. Spätestens dort untermauerte Harvick seine Chancen auf die Meisterschaft.

Prognose: Harvick ist ein ernsthafter Kandidat auf die Meisterschaft, das hat er in den ersten 26 Rennen eindrucksvoll bewiesen. Zudem hat er das Zeug dazu, das Talladega-Rennen im Chase zu gewinnen. Wenn die Konstanz weiterhin stimmt, dann kann er endlich seinen ersten Titel holen.

4. Kyle Busch, #18 Joe Gibbs Racing, 5030 Punkte  (-30)

Nachdem er den Chase im letzten Jahr trotz vier Siegen verpasst hat, gab Kyle Busch der Vernunft eine Chance und hielt sich mit einer defensiven Fahrweise nicht einfach nur in die Top12, sondern beförderte sich zum Abschluss der „regular season“ sogar auf Platz 2 hinter Kevin Harvick. Die Tatsache, dass er dabei nur einen Sieg weniger einfuhr als 2009, sollte ihm zu denken geben. Kyles Chancen vorauszusagen fällt mir sehr schwer, denn bei ihm kann alles passieren. Wenn es läuft und das Auto schnell ist, gewinnt er und das durchaus auch mal mehrere Wochen hintereinander. Fällt er jedoch in eines seiner Tiefs, kann er die Meisterschaft abhaken. Kyle Busch ist am wenigsten durchschaubar, hat aber wie eigentlich immer die Chance, den großen Wurf zu landen.

Prognose: Wenn Busch seine Rookie-Fehler und sein Temperament jetzt endgültig abgestellt hat und solide Resultate wie in der „regular season“ auch an schlechten Wochenenden liefern kann, dann hat er eine realistischen Titelchance, falls die obengenannten drei Fahrer patzen.

5. Kurt Busch, #2 Penske Racing, 5020 Punkte (-40)

Kyles Bruder Kurt Busch gewann die erste Ausgabe des Chase 2004. Diese Meisterschaft hätte er nach traditionellen Regeln nicht holen können, denn im alten System wäre nur ein vierter Platz für den Penske-Piloten drin gewesen. Kurt hat 2010 in Atlanta und Charlotte gewonnen, was seine Gefährlichkeit auf den Intermediate-Ovalen unterstreicht. Außerdem ist er ein guter „restrictor plate“-Fahrer, was seine Chancen auf ein schlechtes Talladega-Resultat verringert. Das große Fragezeichen ist aber Penske Racing: Das Team stellt Busch gutes Material zur Verfügung, was zu vereinzelten Glanzleistungen und Rennsiegen führt. Insgesamt ist die Performance des letzten verbliebenen Dodge-Teams derzeit aber allgemein zu schlecht, um wirklich eine Meisterschaft zu gewinnen, was man besonders bei seinen Teamkollegen sehen kann. Busch ist einfach in einer Außenseiterposition gefangen und holt an schlechten Wochenenden keine Schadensbegrenzungsresultate, sondern geht komplett unter.

Prognose: Ein oder zwei Siege sind für Kurt Busch im Chase drin, aber wenn bei Penske Racing auf der Performance-Seite nicht plötzlich ein Wunder passiert, dann ist er kein Kandidat auf den Titel.

6. Tony Stewart, #14 Stewart-Haas Racing, 5010 Punkte (-50)

Im letzten Jahr führte Tony Stewart sein eigenes Team in der Debüt-Saison gleich mal als Tabellenführer in den Chase und damit hatte eigentlich niemand ernsthaft gerechnet. In diesem Jahr geriet das Unternehmen etwas ins Stocken und keiner weiß so richtig, woran das liegt. Im Sommer hatte er wie gewohnt wieder seine starke Zeit und gewann auch vor zwei Wochen das Rennen in Atlanta, ob er das Tempo allerdings halten kann, ist unsicher. Seine zweite Meisterschaft 2005 gewann Stewart unter Chase-Regeln, er weiß also wie es geht. Es kommt aber stark auf die Leistung seines Teams in den kommenden Wochen an, was er aus seiner Playoff-Qualifikation machen kann.

Prognose: Für Stewart sollte ein weiterer Sieg ähnlich wie für Kurt Busch möglich sein, doch wenn sein Team nicht plötzlich einen Wahnsinnsaufschwung erlebt, sollte die #14 nichts mit der Titelvergabe zu tun haben.

7. Greg Biffle, #16 Roush-Fenway Racing, 5010 Punkte (-50)

Ford ist in diesem Jahr so etwas wie das Problemkind der NASCAR: Erst ein Sieg gelang der Marke 2010 und diesen so wichtigen Erfolg holte Greg Biffle kurz nach Halbzeit der Saison in Pocono. Biffle war die letzten beiden Jahre ebenfalls im Chase vertreten, konnte aber nur als Dritter und Siebter abschneiden. Der dritte Rang 2008 kam in der starken Saison von Ford zustande, wo alleine Carl Edwards neun Saisonsiege abräumte. Danach ging so ein wenig das „momentum“ bei Roush-Fenway Racing verloren, bis Biffle und seine Teamkollegen im August endlich wieder zur Spitze aufschlossen. Vor Jack Roushs Team liegt in den kommenden Wochen und Monaten aber noch eine Menge Arbeit, die Chase-Qualifikation kann nur ein Ansporn und eine Bestätigung sein, mehr nicht.

Prognose: Bevor Roush-Fenway Racing nicht vollends zu seiner ehemaligen Stärke – vor allem auf den Intermediate-Ovalen – zurückfindet, sehe ich Biffle nicht in einer ernsthaften Anwärterposition. Vielleicht gelingt 2010 noch ein weiterer Sieg.

8. Jeff Gordon, #24 Hendrick Motorsports, 5000 Punkte (-60)

Jeff Gordon wartet ja nun schon seit längerer Zeit auf einen Sieg und außer Jimmie Johnson schwächeln zurzeit alle Fahrer bei Hendrick Motorsports ein wenig. Mark Martin verpasste die Chase-Qualifikation und Dale Earnhardt Jr ist meilenweit von Gut und Böse unterwegs. HMS hat in dieser Saison massiv an Dominanz eingebüßt, ob es nun am Wechsel Flügel-Spoiler lag, weiß ich letzten Endes nicht. Trotzdem ist Jeff Gordon bei gefühlt schlechterer Leistung in diesem Jahr als drittplatzierter Fahrer in den Chase eingezogen, nur zwei Pünktchen hinter Kyle Busch. Gordon stand 2010 oft dicht vor einem Sieg, vor allem zu Beginn der Saison und der Durchbruch könnte immer noch jede Woche kommen. In den vergangenen Jahren war er stets ein Mitfavorit auf den Titel, nur um am Ende immer knapp Zweiter oder Dritter zu werden.

In diesem Jahr scheint er einen ganz besonderen Beweis erbringen zu wollen: Eine Meisterschaft ohne einen einzigen Saisonsieg. Möglich ist das Ganze und es würde NASCARs Punktesystem total ad absurdum führen. Gordon hat aber viel von seinem früheren Biss verloren, immerhin ist er schon seit Ende 1992 im Cup unterwegs und hat bereits vier Meisterschaften gewonnen. Gordons Karriere klingt ähnlich wie die von Mark Martin langsam aus, doch er kann stolz auf seine jetzigen Resultate sein. Er ist nach all den Jahren wirklich immer noch ein guter Fahrer, dass muss man einfach mal so sehen. Es gibt nicht viele Piloten, die jede Woche so konstant vorne unterwegs sind wie Gordon.

Prognose: Ich würde Gordon schon gerne ohne einen einzigen Rennsieg die Meisterschaft holen sehen, das wäre einfach schon vom Gedanken her zu genial irgendwie. Er kann es schaffen, muss aber wirklich konstant in die Top5 oder sogar Top3 fahren. Ein Rennsieg erscheint mir jedoch wahrscheinlicher, wobei sich dann seine Chancen auf den Titel noch vergrößern würden. Jeff Gordon kann in diesem Jahr eigentlich nur noch gewinnen (jetzt nicht unbedingt auf einen Rennsieg oder die Meisterschaft bezogen).

9. Carl Edwards, #99 Roush-Fenway Racing, 5000 Punkte (-60)

Bei Carl Edwards angekommen, beginnt die Riege der wirklichen Außenseiter. Für ihn gilt im Prinzip dasselbe wie für Greg Biffle, denn es liegt wohl zurzeit mehr an Roush-Fenway Racing als an seinem Talent. Wenn man Edwards ein gutes Auto hinstellt, dann gewinnt er neun Saisonrennen, wie 2008 geschehen. Damals hat er die Intermediate-Ovale fast nach Belieben dominiert und musste sich am Ende nur knapp Jimmie Johnson geschlagen geben. In diesem Jahr konnte er nach dem noch beginnenden Wiederaufschwung bei Roush eine schöne Top10-Serie mit vereinzelten Top5-Resultaten hinlegen, die ihn auf Platz vier in der Meisterschaft liegend in den Chase brachte. Noch ist sein Team aber nicht weit genug an der Spitze dran.

Prognose: Ein Sieg ähnlich wie bei Biffle erscheint bei Carl Edwards möglich, wenn Roush-Fenway Racing aber nicht plötzlich schlagartig besser wird, dann hat er keine Chancen auf den Titel.

10. Jeff Burton, #31 Richard Childress Racing, 5000 Punkte (-60)

Der „Bürgermeister“ der NASCAR war bereits 2006 (7.), 2007 (8.) und 2008 (6.) im Chase vertreten, musste 2009 allerdings wie die gesamte Restflotte von Richard Childress Racing passen. Jeff Burton wartet schon seit geraumer Zeit auf seinen ersten Cup-Titel, den er sich auf jeden Fall verdient hätte. Seine erfolgreicheren Jahre hatte er aber vor seinem Wechsel zu RCR damals noch bei Jack Roush in einem Ford. Mit der Konstanz und der Leistung seines Teamkollegen Kevin Harvick kann Burton derzeit leider nicht mithalten, deswegen ist er aber kein schlechter Fahrer. Seine starke Strecke im Chase ist Texas, vielleicht kann er dort aufblitzen.

Prognose: Mit der Meisterschaftsentscheidung hat Burton vermutlich nichts zu tun, er könnte eher als Unterstützer von Kevin Harvick von sich Reden mache, vor allem in Talladega. In Aussicht ist ein mögliches Top-Resultat in Texas, an einem Sieg habe ich aber noch Zweifel.

11. Matt Kenseth, #17 Roush-Fenway Racing, 5000 Punkte (-60)

Für Matt Kenseth gilt im wesentlich dasselbe wie für Greg Biffle und Carl Edwards, da ist wohl das meiste schon gesagt worden. Kenseths Erfolg stoppte 2009 schlagartig, nachdem er zuvor noch die ersten beiden Saisonrennen für sich entscheiden konnte, darunter auch das Daytona 500. Er war bis auf das letzte Jahr in jedem Chase mit dabei und erreichte von Platz 2 bis Rang 11 so ziemlich alles. Bei ihm kommt es immer stark auf die momentane Form an, wo er am Ende landet. Er kann konstante Ergebnisse liefern, das hat er 2003 mit seiner Meisterschaft bewiesen, doch zurzeit ist er davon weit entfernt.

Prognose: Kenseth nimmt 2010 eine Statistenrolle im Chase ein und ist in diesem Jahr hinter Edwards und Biffle nur der drittstärkste Fahrer bei Roush-Fenway Racing. Auf die Meisterschaft hat er wohl keine Chance und auch ein möglicher Rennsieg erscheint mehr als fraglich.

12. Clint Bowyer, #33 Richard Childress Racing, 5000 Punkte (-60)

Clint Bowyer kann schon zwei Chase-Teilnahmen verbuchen und landete dabei immer in den Top5. 2007 konnte er bei Playoff-Beginn in New Hampshire sogar seinen ersten Cup-Sieg feiern und beendete die Saison auf einem guten dritten Platz. Bei Richard Childress Racing spielt er häufig nur die dritte Geige, ist aber was das fahrerische Talent angeht ebenbürtig. Ob er in diesem Jahr wieder eine ähnlich bemerkenswerte Abschlussposition erreichen kann, bleibt abzuwarten. Für den Chase qualifizierte er sich in den beiden Jahren ähnlich knapp wie 2010, also ist ein erneuter Aufschwung wohl auch nicht unwahrscheinlicher. Es kommt aber stark auf sein Team an und ob man ihm gute Autos hinstellt. Will er in Zukunft weiterhin oben mitspielen, muss er die Saison wieder oben in der Punktetabelle beenden.

Prognose: Ähnlich wie Jeff Burton hat er eine Chance, vielleicht ein Rennen zu gewinnen, die Meisterschaft wird ihm aber unter normalen Umständen verwehrt bleiben. Er kann dem Team etwas zurückgeben und Schützenhilfe für Kevin Harvick leisten.

Zum Schluss noch eine Übersicht über die kumulierten, bisherigen Leistungen der Chase-Fahrer auf den zehn Rennstrecken der Playoffs. Auch hier hat Jimmie Johnson statistisch gesehen ganz klar die besten Karten aller Piloten. Die Chase-Rennen finden auf den folgenden Strecken statt:

1. New Hampshire Motor Speedway (1 Meile, Short Track, 2x 180°-Turns)
2. Dover International Speedway (1 Meile, Short Track, 2x 180°-Turns)
3. Kansas Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, Trioval)
4. Auto Club Speedway (2 Meilen, Intermediate, D-shaped)
5. Charlotte Motor Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, Quadoval)
6. Martinsville Speedway (0,526 Meilen, Short Track, 2x 180°-Turns)
7. Talladega Superspeedway (2,66 Meilen, Superspeedway, Trioval)
8. Texas Motor Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, Quadoval)
9. Phoenix International Raceway (1 Meile, Intermediate/Short Track, Unique)
10. Homestead-Miami Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, 2x 180°-Turns)

(Fünf Strecken fehlen noch in unserer Übersicht, werden aber bis zum Ende des Jahres nachgereicht!)

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