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August 19 2013

15:34

DTM: Analyse Nürburgring 2013

Die DTM, der Nürburgring und ein wenig Eifelwetter. Das war eine erstaunlich gute Mischung für ein spannendes Rennen.

Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, Race at NuerburgringFür Mike Rockenfeller fing das Wochenende am Nürburgring nicht gerade gut an. In der Quali schaffte er es überraschenderweise nicht in die Top 10, obwohl er im freien Training noch auf P2 gelegen hatte. Aber allzu sehr ärgern musste er sich nicht, denn Gary Paffett und Bruno Spengler standen nicht viel weiter vor ihm. Das Rennen bekam noch vor dem Start die richtige Würze. Denn gerade, als es in die Einführungsrunde ging, kam der Regen runter. Und statt eines kurzen Schauers wurde es dann ein lang anhaltender Regenguss, der die Strategie der meisten Teams auf den Kopf stellte.

Der Start auf feuchter Strecke ging erstaunlich gut, nur in der ersten Kurve wurde es natürlich mal wieder eng. Es erwischte ausgerechnet Mike Rockenfeller, der sich drehte, um den vor ihm querstehenden Joey Hand nicht zu erwischen. Damit war das Rennen für Rocky eigentlich schon gelaufen, aber da der Regen weiter anhielt, entschied sich das Phoenix-Team zu einer riskanten Strategie. Man holte Rockenfeller eine Runde vor der Eröffnung des offiziellen Boxenstoppfensters rein und setzte ihn auf Regenreifen. Da das Feld noch eine weitere Runde auf Slicks unterwegs war, konnte man so den Rückstand aufholen und sogar in Führung gehen. Denn trotz seines großen Rückstandes lag der Vorteil weiter bei Rocky. Während seine Reifen schon auf Temperatur waren, mussten die anderen Piloten die Regenreifen erst einmal einfahren. Und so wurde aus einem letzten Platz in wenigen Runden die Führung.

Die Strategie hatte nur einen Nachteil: Rockenfeller musste noch zweimal an die Box, während der Rest das offizielle Boxenstoppfenster abgewartet hatte und nur noch einmal stoppen musste. Damit wurde die Strategie etwas schwieriger. Rockenfeller gelang es zwar, einen Vorsprung von 26 Sekunden herauszufahren, doch sein Team zögerte genau in dem Moment. Offenbar spekulierte man noch darauf, dass sich die Abstände hinter P3 weiter vergrößern würden, gleichzeitig trocknete die Strecke ab und man hoffte wohl, dass ein weiterer Regenschauer einsetzen würde. Dann hätte der Rest auch wieder rein gemusst und der Nachteil des fehlenden Boxenstopps wäre weg gewesen. Phoenix konnte sich dieses Spiel allerdings auch erlauben, weil der Rest der Meisterschaftskonkurrenten auch nicht gerade ein gutes Wochenende hatte.

Richtig schlimm erwischte es Gary Paffett und HWA. In der Quali lief es für Paffett auch nicht viel besser, im Rennen konnte er sich in den ersten Runden aber ein paar Plätze nach vorne schieben. Doch bei Mercedes spekulierte man in Sachen Wetter falsch. Man rechnete mit einem kurzen Schauer und zog Paffett beim ersten Stopp noch einmal Slicks auf. Eine fatale Fehlentscheidung, der Brite wurde so lange durchgereicht, bis er auf dem letzten Platz lag. Zur Krönung wurde er dann auch noch von Rockenfeller überrundet. Einen Vorwurf kann man seinem Team aber nicht machen. Es hätte auch gut gehen können, das Risiko war es angesichts des eh großen Rückstands von Paffett in der Meisterschaft auch wert.

Für Bruno Spengler lief es ein bisschen besser. Er hielt sich rund um die Top 6 auf, kam allerdings auch nicht wirklich nach vorne. Grund dafür war wohl auch eine Beschädigung an der linken Seite seines Wagens, die zwar nicht schlimm war, aber die Aerodynamik nachhaltig störte. Zudem verklemmte sich ein Teil im Radhaus und schliff ab und an am Reifen. Da er nach vorne wenig ausrichten konnte, rückte von hinten die Konkurrenz an und schob sich nach und nach an Spengler vorbei. Im späteren Verlauf des Rennens verlor er viele Plätze, als er im “Haug-Haken” mit einer Horde Audi aneinandergeriet, die sich dann auch noch vor in setzen.

Da beide Meisterschaftskonkurrenten nun aus dem Spiel waren, entspannte sich die Lage für Rockenfeller. Von hinten nahte Robert Wickens, der Miguel Molina niedergekämpft hatte, auf P3 lag Christian Vietoris. Warum man den letzten Stint von Rockenfeller dann allerdings länger als nötig machte, war mir nicht so ganz klar. P3 wäre drin gewesen, allerdings wäre es zwischen ihm und Vietoris eng geworden. Es kann auch sein, dass man bewusst auf den Zweikampf verzichten wollte. Rockenfeller war wohl mit einem etwas steiler angestellten Heckflügel unterwegs, der im Regen natürlich Gold wert ist. Auf der mittlerweile fast trockenen Strecke war das aber etwas hinderlich. P4 ist aber am Ende, vor allem nach der Startphase, wie ein kleiner Sieg. Wer hätte in den ersten Minuten des Rennens gedacht, dass er seinen Vorsprung in der Meisterschaft würde ausbauen können.

Viel besser hätte es für Audi jedenfalls nicht laufen können. In der Meisterschaft hat man Rockenfeller zwar noch lange nicht abgesichert, aber der Vorsprung für die letzten drei Rennen ist schon beeindruckend.

Rockenfeller 106
Vietoris 71
Wickens 70
Spengler 67
Farfus 66
Paffett 57

Paffett ist damit raus aus der Meisterschaft, aber Mercedes hat mit Vietoris und Wickens noch zwei richtige gute Eisen im Feuer. Theoretisch muss Rockenfeller nur noch in die Top Ten fahren, dann sollte der Titel sicher sein. Aber wie das so oft in einer Meisterschaft sein kann: Es ist leichter gesagt, als getan. Da man pro Sieg 25 Punkte erlangt, reicht schon ein Ausfall von Rockenfeller, der seit dem Start in Hockenheim immer in den Top 5 unterwegs war.

Es war ein spannendes und abwechslungsreiches Rennen der DTM, bei dem wirklich alles drin war. Nächstes Rennen ist in knapp vier Wochen in Oschersleben.

(Leider hat die DTM nicht mehr Fotos vom Renntag in ihrem Pressebereich)

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August 15 2013

13:50

DTM: Vorschau Nürburgring 2013

Die DTM macht ihren obligatorischen Stopp am Nürburgring und wenn für Mike Rockenfeller alles gut läuft, dann kann er seine Meisterschaftschancen am Ring schon erheblich verbessern.

P90130811_highResDamit hatte zu Beginn der DTM-Saison 2013 auch niemand gerechnet. Das Audi nach der schwierigen Saison 2012 plötzlich um die Meisterschaft fährt ist schon mal die eine Überraschung. Die andere, dass es mit Mike Rockenfeller geschieht. Ohne “Rocky” dabei irgendetwas von seinem fahrerischen Können abzusprechen – auf dem Schirm hatte man ihn für die Meisterschaft nicht. Da fielen eher Namen wie Gary Paffett, Bruno Spengler oder Timo Scheider. Aber diese DTM-Saison läuft sowieso etwas anders, als man gedacht hatte. Vor allem Mercedes dürfte enttäuscht sein.

Da hat man den Kader auf sechs Auto beschränkt, was theoretisch dafür sorgen sollte, dass man die einzelnen Fahrer besser unterstützen kann. Aber irgendwie funktioniert das in diesem Jahr bei Mercedes nicht so, wie man sich das gedacht hat. Zwar hat Gary Paffett noch Chancen auf den Titel, aber die sind wohl eher gering und es bedarf schon eines Ausfalls von Mike Rockenfeller um überhaupt in die Nähe des Audi-Piloten zu kommen. Immerhin wird man sich freuen, dass Christian Vietoris nur einen Zähler hinter dem Mercedes-Leader Paffett liegt.

BMW hat, nach der großartigen Saison 2012, in diesem Jahr etwas Federn lassen müssen. Merkwürdig ist vor allem, dass es eigentlich aussschließlich für Bruno Spengler läuft, während gute Piloten wie Jamie Green und Martin Tomczyk mehr oder weniger hinter her fahren. Vor allem Tomczyk merkt man eine gewisse Ratlosigkeit an. Der Ex-Meister wird das Fahren ja nicht verlernt haben, aber in der sehr engen DTM fehlen ihm einfach die drei bis vier Zehntel, die ihn ganz noch vorne bringen würde. Man kann sich vorstellen, wie frustrierend es sein muss, wenn man seine Zeiten sieht, nur einen halben Wimpernschlag langsamer ist und dennoch gerade so in den Top Ten ist.

Aber er steht da nicht so ganz alleine. Ekström, Scheider, Priaulx, Mortara, Glock – alles gute Namen, die in der Tabelle weit, weit zurückliegen. Und da die Saison nur noch vier Rennen (Nürburgring, Oschersleben, Zandvoort, Hockenheim) hat, bevor es in eine Pause bis Mai 2014 geht, wird die Zeit knapp und der Druck grösser.

Für das Rennen am Ring braucht man schon mal eine gute Startposition, denn Überholen ist nicht so ganz einfach. Das DRS wird sicher helfen, zumal man es in der DTM ja schon ab einem Abstand von 2 Sekunden nutzen kann. Entscheidend wird aber auch mal wieder die Strategie sein. Wie lange wird man gute Zeiten mit den Options-Reifen fahren können? In den letzten Rennen hat man immer wieder gesehen, dass man mit einem langen ersten Stint viele Plätze gut machen kann, wenn denn der Rest des Feldes mitspielt und früh an die Box geht. Wenn man am Ring einen guten Top-Speed hat, kann man das Wagnis eines späten Stopps durchaus eingehen.

Wer vorne liegt, wird nach hinten schauen. Was macht die Konkurrenz, wie entwickeln sich deren Zeiten? Es lohnt sich also auch als Zuschauer ein Auge auf das Livetiming zu haben.

Mit einer Prognose halte ich mich mal zurück, aber ich vermute mal, dass Audi vor allem Rockenfeller nach vorne bringen will, möglichst abgeschirmt durch einen weiteren Audi. Im Grunde müssen sie aber nur in der Nähe von Spengler bleiben und schauen, dass der nicht zu viele Punkte sammelt.

Stand in der Meisterschaft

Rockenfeller 94
Spengler 67
Paffett 57
Vietoris 56
Farfus 48

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June 17 2013

07:04

DTM: Analyse Lausitzring 2013

Die DTM lieferte am Lausitzring ein an der Spitze eher ruhiges Rennen ab. Immerhin ging es vergangenen Wochenende hinter den Top 3 gut zur Sache.

Mike Rockenfeller Christian VietorisIm Grunde war das Rennen schon am Start entschieden. Gary Paffett startete wie eine Rakete und ließ dem Polesitter Christian Vietoris nicht den Hauch einer Chance. Schon in der ersten Kurve setzte er sich ab und gab die Führung bis zum Ziel nicht mehr ab. Überraschend war dann eher schon die Tatsache, dass Mercedes plötzlich wieder vorne mitmischt. Der letzte Sieg eines Mercedes datierte aus dem letzten Jahr, als Jamie Green am Norisring gewinnen konnte. Seit dem schaute man beim Gewinnen nur zu. Woher kommt die also die Wiederauferstehung der Stuttgarter?

Bei AMG und den anderen Teams wird man hart gearbeitet haben, das ist klar. Ein leichter Aufwärtstrend war schon am Red-Bull-Ring zu sehen, hat man also nun den Anschluss an BMW und Audi geschafft? Ich vermute eher nicht. Denn auf der anderen Seite muss man sich am Lausitzring BMW anschauen. Die kamen mit der Strecke überhaupt nicht klar und verpassten schon in der Qualifikation zum ersten Mal seit Langem die Top 4. Nun werden weder Augusto Farfus noch Timo Glock das Fahren verlernt haben, beide krebsten im Rennen aber außerhalb der Top Ten herum und im letzten Jahr gewann man an selber Stelle. Was die Vermutung nahe legt, dass der Kurs am Eurospeedway den Mercedes einfach richtig gut passt.

Die BMW-Fahrer beschwerten sich unisono über ein schlecht liegendes Auto und Untersteuern. Das konnte man im Rennen bei Bruno Spengler sehen, dessen Linie deutlich weiter verlief, als die seiner Konkurrenten. Vielleicht hat man sich bei BMW wegen der kurzen Vorbereitungszeit auch mit der Abstimmung verhauen. Seitdem die ITR die Freitagstest verbannt hat, ist die Zeit für eine gute Abstimmung knapp geworden. Auf der anderen Seite ist da die FIA, die den Streckenbesitzern nun aufgetragen hat, auf der Strecke teilweise neuen Asphalt aufzutragen. Folgt man der Anweisung nicht, verliert man die FIA-Zertifizierung und damit auch die Top-Rennen.

Interessant war es an diesem Wochenende mal wieder in Sachen Strategie. Seit die DTM in diesem Jahr die etwas weicheren “Option” Reifen eingeführt hat und man wechseln kann, wann man will, ist das Rennen komplexer geworden. Zwei Beispiele machen das klar. Timo Scheider und Mattias Ekstörm. Beide Audi-Piloten erledigten ihre Pflichtboxenstopps in Runde 5 und Runde 8 und wollten mit den weichen Reifen dann bis zum Ende durchfahren. Bei Ekström ging die Rechnung auf. Nach dem zweiten Stopp lag er auf P19, kämpfte sich dann aber auf P8 vor, ohne noch einmal stoppen zu müssen. Bei Scheider klappte das nicht, er musste mit abbauenden Reifen 9 Runden vor Schluss noch mal reinkommen und landete so am Ende nur auf P20.

Immerhin sorgte Ekström mit seiner Fahrt dafür, dass es einiges an Überholmanövern zu sehen gab. In der letzten Runde attackierte er den bestplatzierten BMW mit Bruno Spengler, der auf P7 lag. Die beiden lagen auf der Geraden nebeneinander und berührten sich auf der Zielgeraden mehrfach. Spengler rettete sich mit einer knappen Zehntel Vorsprung und quittierte die Aktion des Schweden mit einem ausgetrekkten Mittelfinger. Die ausgefallene Strategie von Audi zahlte sich aber dennoch aus, denn Ekström war nur von P18 gestartet.

Überhaupt lief es für die Audi im Rennen etwas besser, als noch in der Qualifikation. Mike Rockenfeller, der in diesem Jahr einen richtig guten Lauf hat, verbesserte sich im Rennen von P6 auf P2. Auch hier half eine andere Strategie, die ihm erlaubte, sich an den vor ihm liegenden Mercedes vorbei zu schieben. Auch er hatte früh gestoppt, fuhr dann einen langen Mittelstint und kam erst im letzten Drittel des Rennens wieder an die Box. Danach lag er zunächst knapp hinter Gary Paffett, der sich aber nach und nach doch absetzen konnte.

Erwähnenswert ist noch das Rennen von Daniel Juncadella. Der Mercedes-Junior startete von P13 und zauberte einige sehenswerte Überholmanöver auf die Strecke. Bruno Spengler überraschte er mit einem wilden Manöver am Ende der Start/Zielgeraden, das sich zu den Besten des Rennens gehört.

Weil bei BMW am Wochenende nichts ging, blieben auch deren Piloten unter ferner liefer. Nur Spengler rettete sich in Top Ten, verlor aber in der Meisterschaft wichtige Punkte an Mike Rockenfeller, der der wegen der besseren Gesamtergebnisse die Gesamtführung übernommen hat. Die DTM-Saison 2013 scheint spannend zu werden, vor allem wenn Mercedes die Form vom Lausitzring in den nächsten Rennen bestätigen kann.

1. Mike Rockenfeller (Audi) 59 Punkte
2. Bruno Spengler (BMW) 59 Punkte
3. Gary Paffett (Mercedes-Benz) 47 Punkte
4. Christian Vietoris (Mercedes-Benz) 40 Punkte
5. Augusto Farfus (BMW) 33 Punkte
6. Marco Wittmann (BMW) 32 Punkte
7. Robert Wickens (Mercedes-Benz) 27 Punkte
8. Dirk Werner (BMW) 22 Punkte
9. Mattias Ekström (Audi) 20 Punkte
10. Joey Hand (BMW) 16 Punkte

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3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Start DTM Lausitzring 2013 Start DTM Lausitzring 2013 19 Mike Rockenfeller (D), Audi Sport Team Phoenix, Audi RS 5 DTM 12 Jamie Green (GB), Audi Sport Team Abt Sportsline, Audi RS 5 DTM 9 Christian Vietoris (D), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé 3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Mike Rockenfeller Christian Vietoris

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May 26 2011

15:58

GP2 & Formel Renault 3.5: Vorschau Monaco

Die ersten Rennen in den zwei wichtigsten Nachwuchsserien sind geschlagen, zaghafte Trends scheinen sich abzuzeichnen. Am Wochenende fahren beide in Monaco.

Die GP2 hat die Rennen in der Türkei und in Barcelona hinter sich, die Formel Renault 3.5 sogar bereits drei Wochenenden in Aragon, Spa und Monza. Klare Favoriten gibt es in beiden Serien noch nicht – wer vorne dabei sein wird, scheint aber mittlerweile klar. Fest steht außerdem: 2011 ist eine gute Nachwuchs-Saison. Freilich, ein paar Geheimtipps haben enttäuscht, nur manche haben ihre Vorschusslorbeen bestätigt. Aber in beiden Serien gibt es gleich eine Reihe von Fahrern, die bald auch für die Formel 1 interessant werden könnten.

GP2

In der GP2 war es bisher eher eine Saison der Überraschungen: Weder Ferrari-Junior Jules Bianchi, noch Sauber-Tester Esteban Gutierrez oder Ex-Renault Pilot Romain Grosjean konnten bisher so richtig überzeugen.

Ganz unbekannt sind die Piloten an der Tabellenspitze aber auch nicht: Der Führende, Guido van der Garde ist schon länger im Umfeld der Formel 1 unterwegs – etwa als Testpilot für Super Aguri und Spyker. 2008 war der Niederländer Meister der Formel Renault 3.5. In der GP2 hat er sich bislang nicht so glänzend in Szene gesetzt, in dieser Saison könnte er den Durchbruch aber endlich schaffen.

Auf Rang zwei findet sich derzeit Sam Bird – der Brite hat sich schon 2010 als schneller und überholfreudiger Pilot erwiesen, und hat heuer die konstantesten guten Leistungen gezeigt. Im vergangenen Jahr durfte er beim F1-Juniortest einen Mercedes pilotieren, und konnte auch in dieser Funktion sein Talent beweisen. Man darf gespannt sein, wie er sich im weiteren Laufe der Saison entwickelt – gut vorstellbar, dass man ihm in nächster Zeit auch in der F1 wiederfinden könnte.

Dahinter lauern mit Charles Pic und Romain Grosjean gleich zwei Franzosen: Beide haben zweifelsfrei Talent, vor allem Grosjean stieg bei seinem Auftritt in der Königsklasse sehr unglücklich aus. Will heißen: Er hat sicher mehr Talent, als er in der halben Saison an der Seite von Fernando Alonso und unter der Regie Flavio Briatores zeigen konnte. Theoretisch steht ihm der Weg von Timo Glock (GP2-Champ und dann zurück in die F1) offen – praktisch könnte er aber durchaus auch so enden, wie Giorgio Pantano.

Ansonsten konnten sich bisher in Szene setzen: Dani Clos (Meisterschaft: Rang 6), der sich in Barcelona sowohl durch eine etwas eigenwillige Interpretation der Safety Car Regeln (die erstaunlicherweise nicht bestraft wurde) als auch durch ein gutes zweites Rennen ins Rampenlicht fuhr. Und Fabio Leimer (7), der in Barcelona zwei tolle Rennen zeigte, und als Lohn den Sieg im Sprintlauf holte.

Von den beiden deutschen Fahrern war bisher weniger zu sehen: Christian Vietoris war in Istanbul eher mager unterwegs, verunfallte dann im zweiten Rennen, und trat in Barcelona wegen der gesundheitlichen Folgen dieses Crashes erst gar nicht an. Angesichts der Tatsache, dass er ein Wochenende zuvor (!) in Zandvoort in der DTM trotz der Crashfolgen schon am Start war, könnte man seine Motivation für die GP2 Saison doch etwas hinterfragen. Kevin Mirocha (zuvor in der deutschen und europäischen F3 sowie der Formel Rnault 2.0 NEC unterwegs) war zwar wegen reger Teilnahme an Zweikämpfen oft im TV zu sehen, konnte allerdings auch noch keine Topleistungen zeigen.

Formel Renault 3.5

Medial steht die Serie trotz guter Liveübertragung bei Eurosport noch immer im Schatten der GP2. Sie hat in den vergangenen Jahren aber bewiesen, dass sie sich hinter dem großen Konkurrenten nicht zu verstecken braucht: Zumindest was die Spitze des Feldes betrifft war die Serie zuletzt ähnlich gut bestückt wie die GP2 – nicht zuletzt auch deswegen, weil Red Bull die etwas günstigeren Preise nützt, um dort seine Juniorpiloten auf größere Aufgaben vorzubereiten.

So auch heuer. Und mit Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne hat der österreichische Getränkehersteller endlich wieder Piloten unter Vertrag, deren Leitungen Großes versprechen. Anfangs der Saison wurde Ricciardo, Vizemeister des Vorjahres und Star der F1-Juniortests im vergangenen Herbst, als großer Tipp auf die Meisterschaftskrone gehandelt. In den bisherigen Rennen hat sich der britische F3 Champion Vergne allerdings als mindestens ebenbürtig erwiesen – wenn auch Ricciardo heuer nicht mehr alles gibt, und den Saisonauftakt wegen seiner Verpflichtungen als Toro Rosso-Tester sogar auslassen musste.

Ersthafte Chancen auf den Titel haben neben den beiden aber noch mindestens drei weitere Piloten: US-Hoffnung Alexander Rossi, Robert Wickens und der Este Kevin Korjus, im vergangenen Jahr Meister der Formel Renault 2.0.

Alex Rossi hatte vor allem in Aragon ein tolles Wochenende, danach war nicht mehr so ganz konstant unterwegs. In Monaco konnte er allerdings im vergangenen Jahr bei seinem einzigen Saisoneinsatz in der Formel Renault 3.5 mächtig beeindrucken – auch, wenn er wenige Runden vor Schluss nahe Casino in die Leitplanken abflog. Wenn er diese Leistung heuer wiederholen kann, dann ist von ihm sicher so einiges zu erwarten.

Formel Renault 3.5, A1GP, F3 Euro, Formel 2, britische F3, Formel Atlantic, GP3 – und jetzt wieder Formel Renault 3.5: Robert Wickens war in seiner langen Juniorkarriere schon in allen erdenklichen Serien unterwegs. Gemeinsam ist allen diesen Auftritten ein Mangel an Konstanz – und die Tatsache, dass er an guten Tagen richtig schnell unterwegs ist. Die fehlende Beständigkeit mag sich zum Teil auch aus seiner Zeit als Red Bull Junior erklären – wer an jedem Wochenende von Dr. Marko in ein wieder anderes Auto gesetzt wird, kann sich eben nie richtig auf eine Serie einstellen. So manches Talent ist an diesen Anforderungen schon gescheitert – siehe etwa den ebenfalls in der Formel Renault 3.5 fahrenden Brendon Hartley. Ohne Red Bull Sponsorship war Wickens 2010 zweiter der GP3 – und ist in diesem Jahr in der Formel Renault wieder richtig schnell unterwegs. In Monza kam zuletzt allerindgs wieder die mangelnde Konstanz zum Vorschein. Wenn er es schafft, dieses Problem in den Griff zu bekommen, dann ist mit dem Kanader aber gewiss zu rechnen. Andernfalls droht dem 22-jährigen der Ruf des ewigen Talents.

Bleibt noch Kevin Korjus: Dass der Este bereits bei seinen ersten Auftritten in der Formel Renault 3.5 so schnell unterwegs ist, spricht für sein Talent. Einen Sieg im erst zweiten Rennen in Aragon hätte wohl kaum jemand erwartet. Nun aber einen Titel in der Premirensaison zu erhoffen, wäre vielleicht doch etwas vermessen. Im Laufe der kommenden Jahre ist mit Korjus aber womöglich auch in höheren Aufgaben zu rechnen.

Schade: Nachdem die Formel Renault 3.5 mit einer Reihe von tollen Strecken begonnen hat, wird mit dem Spaß nun bald Schluss sein – im weiteren Verlauf der Saison winken (immerhin) der Nürburgring und Silverstone – aber auch die garantierten Langweiler am Hungaroring, in Le Castellet und Barcelona. Trost: Immerhin sind die Kurse für die Fahrer anspruchsvoll – und wenn es bei einem Rennen (so wie etwa beim Finale 2010 in Barcelona) regnen sollte, dann kann es trotzdem spannende Läufe geben. Das Niveau und die Anzahl der Spitzenpiloten versprechen allemal eine interessante Saison.

Am Wochenende im TV

Achtung: Die GP2 fährt ihr erstes Monaco-Rennen traditionsgemäß schon am Freitag (11:10 Uhr), Lauf 2 folgt dann nach dem Formel 1 Qualifying am Samstagnachmittag (16:05 Uhr). Beide Läufe werden wie immer live auf sky sport 2 (bzw. sky sport 1 HD) übertragen. Außerdem zeigt auch der via Hotbird frei empfangbare rai sport 2 die Rennen (wie immer bei den italienischen Sendern möchte ich aber keine Garantie dafür übernehmen, dass es für die Übertragung nicht ein Satelliten-Blackout gibt).

Die Formel Renault 3.5 fährt in Monaco nur ein Rennen, das findet aber dafür in direkter zeitlicher Nähe zum F1-Lauf statt: Am Sonnatg um 11:00 Uhr. Eurosport 2 ist live dabei, für Free TV-Zuseher gibt es um 23:00 eine Zusammenfassung auf Eurosport Deutschland (und um 22:30 auf Eurosport HD).

September 16 2010

06:42

DTM/WTCC/BTCC & Formelserien: Vorschau Oschersleben/Valencia/Donington

DTM/WTCC/BTCC & Formelserien: Vorschau Oschersleben/Valencia/Donington
Wieder ein volles Tourenwagenprogramm am Wochenende. Vor allem in der BTCC dürfte es ordentlich zur Sache gehen.

Oschersleben und die DTM – das kann eigentlich nicht passen, denn auf der schmalen Strecke in der Nähe von Magdeburg kann man nicht so richtig überholen. Aber dennoch sind die Rennen hier oft besser, als man es erwarten würde, was auch daran liegt, dass die Strecke kaum Fehler verzeiht. Anders als auf den moderneren Rundkursen, hat man hier neben der Strecke wenig Asphalt und wenn man abfliegt, dann ist auch meist was kaputt. Die Ausgangslage in der Meisterschaft ist dafür nicht so richtig spannend. Mercedes hat den Titel so gut wie in der Tasche, fragt sich nur, welcher Fahrer am Ende vorne liegt. Spengler, Paffett und di Resta sind die Kandidaten um die es geht. Und da für Mercedes alles klar ist, wäre es doch mal nett zu sehen, wenn die Drei freie Fahrt hätten.


Aber jeder angedeutete Kampf, nebst dem in den Tourenwagen auch mal gern gesehene “Anlehnen” wird in der DTM ja leider komplett unterbunden. Einerseits von der “Rennleitung”, andererseits sieht es auch Mercedes nicht gerne, wenn sich die Fahrer von der Strecke boxen. Das passt nicht zum Markenimage, also kann wohl davon ausgehen, dass es klare Absprachen geben wird. Im Sinne von “Die Positionen werden nach dem nächsten Boxenstopp gehalten”. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Im Audi-Lager wird sich die Enttäuschung nach zwei Meisterschaften hintereinander in Grenzen halten. Man wird sich auf noch mögliche Siege konzentrieren, was in Oschersleben durchaus schon möglich ist, weil der Audi auf engen Strecken etwas besser geht. Die eher niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit sollte auch die Vorderreifen der Audi nicht zu sehr belasten.

Hinter den Kulissen der DTM gibt es offensichtlich schon die ersten Dissonanzen zwischen Mercedes/der ITR und BMW. Die Stuttgarter sind angeblich genervt von den Münchnern, die mit immer neuen Forderungen das Regelment in ihre Richtung biegen wollen. Das soll dann auch der Grund sein, warum der gesamte Vorgang im Moment zum Halten gekommen ist und man auch in Richtung GrandAm und JapanGT nicht voran kommt. Ob es bei dem Streit um technische Regeln oder monetäre Angelegenheiten geht, wollte man mir nicht verraten. Nur so viel, dass BMW sehr verschnupft sein soll und eine endgültige Entscheidung sogar erst im November fallen könnte, also in dem Monat, in dem BMW gerne das Programm des kommenden Jahres bekannt gibt.

Ob das alles so stimmt ist dann wieder eine andere Frage. Allerdings ist es schon außergewöhnlich, dass man von BMW so gar nichts hört und die endgültige Entscheidung sich immer weiter rauszögert. Ich hatte schon im Juli gehört, dass man in München noch ganz und gar nicht von der DTM überzeugt ist, vor allem nach dem der ACO für Le Mans und die verkappte Weltmeisterschaft namens Intercontinatel Cup passende GT-Regeln präsentierte. BMW setzt in diesem Jahr schon einen M3 im Cup ein und die Konkurrenz mit Porsche, Ferrari und Aston Martin passt schon ins sportliche Konzept. Zu dem ist der fertig entwickelte M3 (bisher) a) günstiger und b) kann man ihn an Kunden verkaufen, wenn man das möchte.

BTCC
Die britische Serie hat ihren ersten Auftritt auf dem nicht umgebauten, aber wieder eröffneten Kurs in Donington. Nachdem man den schon begonnen Umbau der Strecke nicht weiter geführt hat, wird es interessant zu sehen, was genau man alles sinnlos abgerissen und neu- bzw. nicht gebaut hat. Gefahren wird auf jeden Fall auf der “großen” Schleife, also nimmt man den Haken mit der Haarnadel mit. Die Strecke ist sehr schnell und dürfte die Chevys, die Ford und die BMW bevorzugen. Trotz der Einbremsung geht der Fiesta immer noch wie die Hölle, die Hochgeschwindigkeitspassagen sollten Onslow-Cole und Chilton also liegen. Dennoch sehe ich den Cruze vorne, der hier einfach das beste Paket haben sollte. Schwer wird es für Honda, denen es trotz des neuen Motors etwas an Topspeed fehlt. Matt Neal und Gordon Shedden werden versuchen, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

In der Meisterschaft liegt zwar weiter Plato vorne, aber sein Vorsprung ist dünn.

Jason Plato 202
Matt Neal 182
Tom Onslow-Cole 178
Gordon Shedden 169

Shedden wird für Neal fahren müssen, Chilton für Onslow-Cole, was eine kleine Überraschung ist, da man Cole nicht so stark erwartet hatte. Da es die vorletzte Station im Kalender ist, darf man ein wildes Wochenende erwarten. Wie üblich werden die Auseinandersetzungen bei den Wasserträgern bei den letzten Rennen immer etwas heftiger. Aus den Augen lassen sollte man auch nicht die BMW, die in Donington den ein oder anderen Meisterschaftsfavoriten ärgern könnten.

Die BTCC hat erste Zeichnungen des neuen NGTC gezeigt. Bilder gibt es weiter unten.

WTCC
Die Herren der WTCC sind auf der lahmen Strecke von Valencia, die bisher wenig gute Rennen für die Tourenwagen gebracht hat. Warum man nicht mal woanders vor leeren Tribünen fährt, ist auch eines der vielen Rätsel der Meisterschaft. Für Seat ist es das Heimrennen, also dürften die sehr angrifflustig sein, zumal Tarquini nach seinem rabenschwarzen Wochenende in Oschersleben dringend Punkte braucht, wenn er Yvan Muller noch abfangen möchte. BMW, die ja überraschenderweise auch noch richtig große Chancen auf den Titel haben, sollte man auch nicht unterschätzen. Ich bin wirklich angetan, was die Mannschaft um Bart Mampaey da leistet, denn das Konzept des 320si ist ja nun nicht mehr gerade auf dem neusten Stand, die Probleme mit dem Topspeed und der Leistung des Motors sind bekannt. Umso erstaunlicher, dass sie immer noch im Rennen sind.

Hinter den Kulissen geht es im Moment darum, wer 2011 als Werksteam mit dabei ist. BMW liefert auf jeden Fall einen Motor und ein Umbaukit für interessierte Kunden, aber die Entscheidung über einen Werkseinsatz steht noch aus (siehe DTM). Seat wird angeblich das diesjährige, ziemlich alberne Spiel um den “Nicht-Werkseinsatz, der doch einer ist” beenden und wieder als Marke auftreten. Der VW-Konzern hat großes Interesse daran den neuen 1.6 Liter Motor in möglichst vielen Rennserien einzusetzen. Mit Skoda macht man das ja in der WRC, andere Serien sollen folgen. Die Marke Seat braucht den Renneinsatz eher, als VW, auch wenn dort auch noch nichts offiziell beschlossen ist, da man ja die gesamte Motorsportkoordination durch den Ankauf von Porsche neu sortiert. Klar ist aber, dass VW mehr denn je in den Motorsport investieren wird.

Sie Veranstalter hoffen, dass auch Nissan und Toyota spätestens 2012 in die Weltmeisterschaft einsteigen. Sicher ist man sich aber offenbar nicht, denn man hat mittlerweile klar gemacht, dass man 2011 noch mit dem alten Motor in der Serie starten darf, da man wohl Angst hat, dass man etliche Privatteams verlieren könnte und das Feld dann zu sehr ausdünnt.

Ich weiß nicht so recht, was ich vom Rennen erwarten soll. Die Strecke ist wie erwähnt nicht sonderlich toll in Sachen Überholen, auch wenn sie fahrerisch anspruchsvoll ist, was eine schnelle Runde angeht. Chevy scheint, wie in der BTCC, das beste Paket zu haben, also dürften die mit zwei Wagen vorne sein. Rob Huff muss in Valencia 10 Plätze nach hinten, wegen seines Startchrash mit Farfus und weil er im zweiten Rennen einen Seat von der Strecke geschoben hat. Ich hoffe, in Valencia sind wieder vernünftige Rennkommissare dabei.

Formelserien
Da der Kollege Vorsicht im Urlaub weilt und ich wenig Zeit habe, nur eine Kurzfassung in Form von News

- Pastor Maldonado ist GP2 Meister, was ja zu erwarten war. Überzeugt hat er mich nicht, die Saison war eh komisch. “Wunderkind” Jules Bianchi ging total unter und musste sich regelmäßig von seinem Teamkollegen Sam Bird demütigen lassen. Maldonado ist jetzt auch nicht gerade ein Riesentalent, vermutlich wird man ihn so schnell nicht in der Formel Eins sehen.

- Die mit Abstand beste Szene in Monza lieferte Christian Vietoris beim Start zum zweiten Rennen, als er aus der dritten Reihe startend alles und jeden hinter sich ließ.

Sowas sieht man ja auch eher selten. Vietoris hat auch eine eher maue Saison hinter sich, wird im nächsten Jahr mit ART oder Addax in Verbindung gebracht.

- In der GP3 ist Esteban Gutiérrez Meister. Der als das größte Talent aus Mexico seit den Rodríguez-Brüdern beschriebene neunzehnjährige hatte die Saison mit 5 Siegen und vier weiteren Podiumsplätzen relativ locker im Griff. Und das, obwohl das Starterfeld mit Rossi, Wickens, Jakes, Tambay oder van der Zande durchaus gut besetzt war. Logischerweise steigt er nun eine Klasse auf und wird vermutlich weiter für ART fahren.

- Am Wochenende steigt auch das Finale der Formel 2. Die Meisterschaft hat Dean “the new Mansell” Stoneman eigentlich relativ sicher in der Tasche. Joylon Palmer hat vor allem das letzte Rennen in Oschersleben komplett versemmelt und liegt nun 31 Punkte hinter Stoneman. Da an einem Wochenende theoretisch 50 Punkte zu holen sind, hat er aber noch eine Chance. Da Stoneman aber in diesem Jahr so gut wie keine Fehler gemacht hat, dürfte es schwer werden, ihn noch abzufangen. Er machte auch insgesamt das ganze Jahr den etwas aggressiveren Eindruck.

- Die F3 Euro Serie startet am Wochenende auch in Oschersleben. Hier führt Edoardo Mortara mit satten 24 Punkten Vorsprung vor Marco Wittman. Da man an einem Rennwochenende maximal 17 Punkte erreichen kann, ist das Italiener also fast durch. Natürlich kann man schnell einen Totalausfall haben, wenn man im ersten Rennen ausfällt und im zweiten Rennen von hinten starten muss. Aber von “hinten” bedeutet bei dem kleinen Starterfeld ja nur Platz 12, da hat man noch Chancen auf Punkte, wenn es gut läuft. Mortara kann am Wochenende aber mit ein wenig Glück die Meisterschaft schon für sich entscheiden.
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August 03 2010

16:13

Formelserien: Kein gutes Wochenende

Gleich zwei schwere Unfälle mit drei verletzten Fahrern gab es am vergangenen Wochenende in den Formelklassen. Jener aus der GP2 kann wohl leider überall passieren – bei der Superleague sollten sich die Verantwortlichen aber vielleicht ein paar Gedanken machen.

Es ist ein wirklich hässlicher Trend, der am Wochenende seine Fortsetzung gefunden hat: Nach Josef Kral (Valencia, GP2) und Simon Trummer und James Jakes (Hockenheim, GP3) gibt es schon wieder Verletzte in den Formel 1-Rahmenrennen. Diesmal hat es Jules Bianchi und Ho-Ping Tung getroffen. Letzterer hat wohl “nur” einen leichten Lendenwirbelbruch und könnte in Spa schon wieder im Cockpit sitzen. Bianchi hat sich ebenfalls einen Lendenwirbel gebrochen – allerdings schwerer als der Chinese. Er wird wohl für die gesamte restliche Saison ausfallen. Ganz besonders schlimm war der Unfalls von Chris van der Drift bei der SLF in Brands Hatch. Aber so schmerzhaft die zahlreichen Verletzungen auch sicherlich sind: Mit einem gebrochenen Knöchel, zwei gebrochenen Rippen, einem gebrochenen Schulterblatt und zwei gebrochenen Fingern ist Van der Drift (und die Superleague) wohl noch günstig davongekommen.

Superleague Formula

Denn dass Van der Drift noch am Leben ist, ist – abgesehen von der sicheren Bauweise moderner Formelautos – nur einigen glücklichen Umständen zu verdanken. Wer sich das Video vom Unfall genauer ansieht, wird feststellen, dass sich der Wagen nach dem Abheben erst kurz vor der Brücke genau so auf den Kopf dreht, dass der Unterboden parallel zur Decke der Brücke steht – im Abstand von wenigen Zentimetern. Und, dass der Wagen dann den Brückenpfeiler mit dem Heck trifft, und auf die Strecke zurückgeworfen wird. Die Brücke ist auf einer solchen Strecke sicher gefährlich – und es sollte (wie etwa auch in Monza) überlegt werden, ob sie unbedingt notwendig ist. Der Einschlag am Pfeiler hat wohl zu Van der Drifts Verletzungen beigetragen. Trotzdem hat sie dem Neuseeländer womöglich das Leben gerettet – wäre der Wagen nämlich nicht vom Pfeiler abgelenkt worden, wäre er wohl in Richtung Bäume geflogen. Mit sicher noch fataleren Folgen.

Damit aber genug von den grausamen Details. Der eigentliche Wahnsinn ist ja noch nichtmal der Unfall selbst – sondern, dass die SLF überhaupt in Brands Hatch gefahren ist. Schon für die kleinere Formel 2 ist die Strecke nicht mehr modern genug – den Eurosport-Kommentatoren war auch ein Jahr nach Henry Surtees’ tödlichem Unfall die Angst richtiggehend anzuhören, als die Serie vor zweieinhalb Wochen dort gastierte. (“Jungs, macht das bitte nicht! Das ist doch so gefährlich!” etc.). Die AutoGP hat zu Beginn des Jahres ihr geplantes Rennen in dort abgesagt und nach Navarra verschoben. Weitsichtige Begründung des Serienorganisators Enzo Coloni:

“While Brands Hatch has a great tradition, Navarra’s safety standards are way better, and with high performing and very powerful cars like ours, safety is something that we have to keep in mind as one of our priorities.”

Die Superleague Formula ist auf vielen schönen Strecken unterwegs. Aber ob man – bei aller angeblichen Begeisterungsfähigkeit der Südeuropäer für die SLF – ausgerechnet in Jarama fahren muss, das seit ewigen Zeiten kaum noch Renovierungen gesehen hat? Und, bei aller Spannung vor zwei Wochen – ob Zolder wirklich eine ideale Strecke für eine so schnelle Rennserie ist? Von Brands Hatch, wo die Katastrophe bei Formelaction ohnehin immer in der Luft liegt, gar nicht zu reden.

Klar: Die Serie will wachsen. Und auch klar: Es gibt in Europa zwar viele Strecken. Aber so viele, die 1) nicht schon ausgebucht, und 2) überdies bereit sind, die SLF aufzunehmen, gibt es auch wieder nicht. Man darf nicht zu wählerisch sein, sonst landet man nur noch auf Kursen wie dem Adria Intl. Raceway, wo die Serie am 4. unf 5. September ihr nächstes Rennen fahren wird. Aber bei der Sicherheit darf man eben auch keine Kompromisse machen. Das Wochenende hat das noch einmal nachdrücklichst gezeigt – bleibt zu hoffen, dass die SLF wenigstens daraus lernt.

Noch ganz kurz zum sportlichen Teil: In der Tabelle hat sich in Brands Hatch wenig verändert. Die beiden Tabellenführer, der AC Milan (Yelmer Buurman) und Tottenham Horspur (Craig Dolby) fuhren in beiden Rennen direkt hintereinander. Am Ende konnte Tottenham ein wenig aufholen – und liegt jetzt mit 461 Punkten nur noch denkbar knapp hinter Milan (463). Der RSC Anderlecht (Davide Rigon) bleibt auf Rang drei, dahinter konnte Chris van der Drifts Olympiacos Piräus den FC Basel (mit Max Wissel am Steuer) überholen – Rennen 2 wurde ja nach dem Unfall mit der roten Flagge abgebrochen, Van der Drifts sechster Platz geht daher trotz des Unfalls in die Wertung ein.

Bleibt zu hoffen, dass er bald wieder einen Gesundheitszustand erreicht, der es ihm erlaubt, sich darüber zu freuen. Wir wünschen jedenfalls gute Genesung!

GP 2

Anders als bei der SLF, tendiere ich bei der GP2 dazu, die Verletzungen einfach unter “Rennfahrer-Risiko” abzuhandeln. Immerhin fährt man nur auf jenen ausgewählten Kursen, die auch die Formel 1 besucht – und auch die Autos müssen Formel 1-Crashtests bestehen. Die Häufung von Wirbelverletzungen (Kral, Bianchi, Tung) ist zwar ein wenig bedenklich – kann aber auch ein hässlicher Zufall sein. Der Unfallhergang am Samstag spricht jedenfalls dafür: Bianchi hatte sich, nachdem er sich zurück ins Feld gedreht hatte, zunächst die Nase bei Dani Clos abgefahren. Erst danach wurde er frontal (und eben ohne Nase als Knautschzone) von Tungs Wagen erfasst. Dieser nicht mehr gefederte Aufprall führte wohl trotz recht geringer Geschwindigkeit zu den Verletzungen. Ein Unglücksfall, wie er wohl bei allen Sicherheitsvorkehrungen leider passieren kann.

Das nach längerer Unterbrechung folgenden Rennen war dann jedenfalls weitgehend Budapest-typisch, um nicht zu sagen: zäh. Pastor Maldonado legte einen überzeugenden Start-Zielsieg hin, dahinter verteidigte ein kräftig auftrumpfender Christian Vietoris seinen zweiten Platz gegen Sergio Pérez. Rennen zwei gewann dann von der Reverse-Grid Pole aus Giacomo Ricci – ebenfalls in recht überzeugender Manier. Dass dahinter wieder Vietoris landete, war eine gewisse Überraschung. Vielleicht ist dem jungen Deutschen ja jetzt endgültig der Knoten geplatzt.

In der Meisterschaft liegt Pastor Maldonado nun schon mit 26 Punkten Vorsprung auf Pérez in Front. Es müsste also schon sehr viel Unvorhergesehenes passieren, damit dem Venezoelaner nach fast drei Viertel der Saison der Meisterschaftssieg noch zu nehmen ist. Weitere acht Punkte dahinter liegen Dani Clos und Jules Bianchi, deren Duell um den dritten Platz wohl durch den Unfall entschieden wurde.

Weiter geht es mit der GP2 in knapp vier Wochen in Spa.

Formel 2

Ein knappes Rennen um die Meisterschaft gibt es in der Formel 2: Zwei Rennwochenenden vor Schluss liegen Jolyon Palmer und Dean Stoneman nur 4 Punkte voneinander getrennt an der Tabellenspitze. Weitere Titelkandidaten gibt es allerdings nicht mehr. Denn der derzeit drittplatzierte Phillip Eng liegt schon fast 100 Punkte hinter Palmer. Um diesen dritten Platz wird es dann allerdings wieder ein knappes Rennen – neben Eng haben auch Will Bratt und Sergey Afanasiev noch gute Chancen.

Die Rennen auf der tschechischen Strecke waren für F2-Verhältnisse nicht ganz so berühmt – in den jeweiligen Startphasen gab es ein paar recht nette Duellen. Sonst ging der Blutdruck – außer beim Ausfall Engs auf Platz drei, nur eine Runde vor Ende des zweiten Rennens – nicht wirklich in die Höhe.

Im Vergleich mit den Geschehnissen bei SLF und GP2 mag das eine angenehme Abwechslung gewesen sein. Anfang September in Oschersleben wären etwas spannendere Rennen aber trotzdem eine schöne Sache.

Formel 3 Euroseries

Na, vermisst? Erstmals nach der hochverdienten Sommerpause lässt die F3 Euroserie am kommenden Wochenende am Nürburgring die Motoren wieder aufheulen. Und zwar wohl mit etwas größerem Starterfeld als bisher. Denn neben Perlen wie “Optimistically into the second season half” war auf der Serienhomepage kürzlich zu lesen, dass Mika Mäki und Christopher Zanella Comebacks in der Nachwuchsserie geben werden. Zumindest mit Mäki kann man sicher auch im vorderen Teil des Feldes rechnen.

An der Spitze der Meisterschaft liegt mit Eduardo Mortara derzeit ein weiterer Comeback-Mann. Und das schon ziemleich deutlich – nämlich mit einem Vorsprung von 15 Punkten auf Marco Wittmann, der seierseits sieben Zähler vor dem drittplatzierten Valtteri Bottas liegt.

Übertragen werden beide Rennen am Samstag und Sonntag jeweils um 11:20Uhr  – wie immer live auf n-tv.

July 14 2010

16:21

Formelserien: Zwei Analysen und zwei Vorschauen

Langsam wachsen der GP3 Hand und Fuß – die Rennen in Silverstone waren erstmals richtig spannend. Dafür ziemlich lapp: Die GP2. Am Wochenende stehen dann Superleague Formula und F2 auf dem Programm.

Ziemlich gemischte Kost gab es am Wochenende bei den beiden großen Nachwuchsserien iin Silverstone. Das GP2-Hauptrennen war eher von der langatmigen Sorte, der Sprint am Sonntag war zwar dann etwas interessanter, aber für GP2-Verhältnisse auch nicht gerade nervenaufreibend. Viel spannender waren allerdings die Läufe der GP3, die sich immer mehr zu einer Serie mausert, bei deren Rennen man gerne den TV anwirft. Am kommenden Wochenende stehen dann schon wieder zwei Formelserien auf dem Programm: Die Superleague Formula beendet in Zolder ihre erste Saisonhälfte – und die Formel 2 kehrt fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Tragödie um Henry Surtees nach Brands Hatch zurück.

GP2

Wie schon gesagt: Eher dröge, diese GP2 in Silverstone. Vor allem das Hauptrennen glich in unangenehmer Weise anderen Samstags-Vorstellungen in dieser Saison. Will heißen: Nach dem Start war nicht mehr viel los, weil alle auf die Boxenstopps gewartet haben. Und nach dem Stops hatte sich das Feld dann endgültig sortiert.

Immerhin hat Meisterschaftsleader Pastor Maldonado bewiesen, dass er auch ohne Pech und Unvermögen der Konkurrenz gewinnen kann. Der Sieg am Silverstone-Samstag schien nach dem Start (bei dem er Jules Bianchi überholte) nie in Gefahr. Am Sonntag konnte er sich immerhin von Position acht auf vier vorfahren. Eine tolle Vorstellung vom Venezolaner, der nun schon 19 Punkte Vorsprung auf den Meisteschaftszweiten Dani Clos, und ganze 25 auf den drittplatzierten Bianchi hat. Nur einen Punkt dahinter liegt Sergio Pérez, der ebenfalls ein gutes Wochenende hatte, und den Sieg im Sprintrennen einfahren konnte.

Weniger toll war wieder mal die Leistung von Christian Vietoris. Den sechsten Platz am Samstag muss man angesichts der bisherigen Saison wohl schon fast als Erfolg werten. Platz 10 am Sonntag, als er von der dritten Startposition losfuhr, lässt sich nicht mehr so einfach schönreden. Fairerweise muss aber auch gesagt werden, dass Vietoris am Sonntag wohl auch ein technisches Problem am Auto hatte. Trotzdem: Teamkollege Dani Clos liegt in der Meisterschaft auf Platz 2 – Vietoris nun auf 16. Ein paar Highlights in der zweiten Saisonhälfte würde dem deutschen Nachwuchspiloten sicher gut tun – zumindest am Talent sollte es ja eigentlich nicht mangeln.

Ein kleiner Hinweis noch zu den Bildern: Die GP2 hat jetzt ein paar offizielle Pressebilder des Autos für 2011-2013 veröffentlicht. Besonders schön finde ich die Kiste ja immer noch nicht – aber wenn sich jemand selbst ein Bild machen will: Ich habe ein paar davon unten an diesen Artikel gehängt.

GP3

In der GP3 zeigt weiterhin Esteban Gutierrez, dass Pérez nicht Mexikos einzige Hoffnung auf den ersten Formel 1 Piloten seit Héctor Rebaque 1981 ist. Der 19-jährige Formel BMW Meister des vergangenen Jahres drückt der ersten Saison der neuen Nachwuchsserie so richtig seinen Stempel auf: Zur Saisonhalbzeit hat er mit 52 Meisterschaftspunkten exakt doppelt so viele Zähler wie der zweitplatzierte Alexander Rossi (für Rechenfaule: 26).

Langeweile kommt in der GP3 trotzdem nicht auf: Fast in jeder Runde gibt es irgendeinen Zweikampf zwischen den 30 Nachwuchspiloten. Was am Anfang noch etwas unübersichtlich schien, beginnt mit zunehmender Vertrautheit mit der Serie so richtig Spaß zu machen. Das hat auch Europsort erkannt, die am vergangenen Wochenende erstmals beide Läufe live übertragen haben. Schade, dass man in einenhalb Wochen wohl wieder dazu zurückkehrt, nur das Sonntagsrennen live zu zeigen. Ein weiterer Wehrmutstropfen rund um die TV-Übertragung: Die internationale FOM-Regie wirkt so, als würde man die GP3-Rennen eher uninteressiert nebenbei übertragen. Positionswechsel werden nicht immer aufgelöst, vor allem ist wesentlich seltener als bei F1 und GP2 ein Leaderboard im Bild – was es gerade bei einer neuen Serie wohl so manchem Fan erschwert, das Chaos auf der Strecke richtig einzuordnen.

Aus deutschsprachiger Perspektive erfreulich: Der Schweizer Nico Müller hat sich in der Serie nach seinem Sieg in Valencia und konstanten Leistungen in Silverstone nun auf den dritten Tabellenplatz geschoben. Weniger konnten bisher leider der Deutsche Tobias Hegewald, der Schweizer Simon Trummer, Austro-Italiener Mirko Bortolotti und Patrick Reiterer aus Südtirol überzeugen, die lediglich auf den Rängen 15, 17, 21 und 30 liegen.

Bortolotti gab im zweiten Silverstone-Rennen, in dem er lange auf Platz drei lag, immerhin ein Lebenszeichen von sich. Am Ende wurde aber aus der Punkteplatzierung doch nichts, weil er für ein unfaires und gefährliches Manöver an Esteban Gutierrez völlig zu Recht nach dem Rennen mit einer 20-Sekunden-Strafe belegt wurde.

Superleague Formula

Die SLF beendet am kommenden Wochenende ihre erste Saisonhälfte in Zolder – und damit auf dem einzigen Kurs, auf dem sie bisher in allen drei Jahren ihres Bestehens unterwegs war. 2008 haben hier Liverpool (Adrian Valles) und Beijing Guoan (Davide Rigon) gewonnen, im vergangenen Jahr Tottenham Hotspur (Craig Dolby) und Al-Ain (Esteban Guerrieri). Wieso man ausgerechnet in Zolder bisher immer unterwegs war? Womöglich liegt es daran, dass es sich um das Heimrennen des derzeitigen Tabellenvierten RSC Anderlecht handelt. Außerdem ist mit Azerti Motorsport (Anderlecht und Corinthians) auch ein belgisches Team in der Serie vertreten.

Das ist also die Plus-Seite. Auf der Minus-Seite: Die Strecke ist, wie die Formel 2 erst vor ein paar Wochen wieder einmal bewiesen hat, für Formel-Rennen nur begrenzt geeignet und nicht ganz ungefährlich. Aber immerhin: Die SLF hat noch fast überall spannende Läufe hinbekommen – vielleicht dürften wir ja auch in Belgien auf eine Fortsetzung dieser Serie hoffen.

In der Tabelle führt nach wie vor Tottenham Hotspur (Craig Dolby), deren Vorsprung auf den AC Milan (Yelmer Buurman) allerdings nach einer schwachen Vorstellung auf dem Nürburgring etwas geschmolzen ist. An dritter Stelle liegt der FC Basel, dessen Auto von Deutschen Max Wissel gefahren wird.

Insgesamt werden in Zolder diesmal nur 17 der sonst 18 SLF-Boliden an den Start gehen: Sebastian Bourdais wird nicht nach Zolder reisen, weil sein LRS Formula Team Setup-Probleme am Wagen entdeckt hat, die sich wohl nicht rechtzeitig bis zum kommenden Wochenende lösen lassen.

Neuigkeiten gibt es von der Superleague Formula an einer anderen Front: Vergangene Woche hat die Serie ohne weiteren Kommentar ihren Online-Kalender für die laufenden Saison aktualisiert. Dort tauchen jetzt zwischen dem Lauf Ende September in Portimão und dem Saisonfinale in Navarra zwei Rennen in China auf. Die erste der beiden Meisterschaftsrunden wird am 2. und 3. Oktober am nagelneuen Ordos International Circuit in der inneren Mongloei stattfinden, der Austragungsort der zweiten China-Veranstaltung ist zur Stunde noch offen. Mehr dazu in den aktuellen Newshappen.

Eine Liveübertragung im TV scheint es auch diesmal wieder nicht zu geben – nicht völlig auszuschließen ist allerdings, dass die Rennen noch kurzfristig im Programm von Bloomberg auftauchen. Ansonsten wird man sich wieder mit dem (ausgezeichneten) Gratis-Stream auf der Serienhomepage begnügen müssen.

Formel 2

Bleibt noch die Formel 2, die an diesem Wochenende nach Brands Hatch zurückkehrt, wo am 19. Juni 2009 Henry Surtees beim Sonntagsrennen der Serie tödlich verunglückt ist. Der tragische Unfall hat damals für heftige Diskussionen um die Sicherheit in der Budget-Nachwuchsserie gesorgt, die bis heute nicht alle befriedigend gelöst sind.

Ein Kritikpunkt war damals, dass die Reifen nur ungenügend an den Autos fixiert seien. Hier scheint es wohl Verbesserungen gegeben zu haben, wie der Marrakesch-Unfall von Ricardo Teixeira zeigt – dort sind trotz des heftigen Einschlages alle Reifen am Auto geblieben.

Ein weiterer Kritikpunkt war die Auswahl der Strecken. Und da hat sich, meiner Meinung nach, zu wenig getan. Marrakesch, Monza und Zolder sind für eine so schnelle Nachwuchsformel mit zum Teil sehr unerfahrenen Piloten sicher nicht ideal. Und in Brands Hatch geht man in diesem Jahr eben auch wieder an den Start. Angeblich sollen dort zwar ein paar Verbesserungen des Auslaufs vorgenommen worden sein – das Grundproblem, dass die Strecke einfach für Monoposti nicht mehr zeitgemäß ist, hat man damit aber wohl kaum gelöst. Bleibt zu hoffen, dass in die Evalutation der neuen Sicherheitsmaßnahmen nicht die Tatsache eingeflossen ist, dass die Strecke der Betreiberfirma MotorSport Vision gehört. Jener Firma im Besitz von Jonathan Palmer also, die im Auftrag der FIA auch die Formel 2 Meisterschaft betreibt.

Noch kurz zum Sportlichen: Beim Test in Brands Hatch am Dienstag hatte einmal mehr Meisterschaftsleader Jolyon Palmer die Nase vorn. Will Bratt und Dean Stoneman auf den Plätzen zwei und drei vervollständigten das britische Führungstrio. Auch die Meisterschaft dürfte auf ein britisches Duell hinauslaufen. Dort führt Jolyon Palmer mit 182 Punkten vor Dean Stoneman (156). Der Abstand zu Platz drei (Phillip Eng, 88) ist bereits schier unüberwindbar.

Übertragen werden die beiden Rennen wie immer live auf Eurosport: Lauf eins Samstag, 12:30 auf ESP Intl., Rennen zwei am Sonntag, 13:45 auf ESP2.

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June 30 2010

16:52

Formelserien: Analysen und Vorschau

Licht und Schatten bei den Formelrennen: Abwechslungsreiche Läufe bei der GP3, aber ein schwerer Crash und etwas Chaos bei der GP2. Und bei der Superleague Formula am Ring gab es wie immer gute Duelle – aber live gesehen hat sie wohl wieder fast niemand.

Um mit dem Positiven zu beginenn: Der Großteil der Formelrennen am vergangenen Wochenende war spannender, als gedacht. Vor allem die GP3 lieferte auf dem sonst so leblosen Stadtkurs in Valencia zwei recht ansehnliche Läufe. Auch die Rennen der Superleague am Nürburgring waren wieder mal recht sehenswert. Weniger gut: Auf den Tribünen waren außer Friends & Family wohl nicht sehr viele Menschen anzutreffen. Ganz besonders unschön: Josef Krals Crash beim Sprintrennen der GP2. Ähnlich wie Mark Webber einige Stunden später hob der Tscheche nach einem Auffahrunfall ab, und landete hart in den Leitplanken. Anders als Webber konnte sich Kral aber nicht selbständig aus dem Auto befreien. Die jüngsten Meldungen zu seinem Zustand sind aber erfreulich – er wurde gestern Abend aus dem Krankenhaus entlassen, und denkt schon wieder an das nächste Rennen.

Großer Gewinner des Wochenendes war mal wieder der alte Pastor Maldonado. Ein verdienter Sieg im chaotischen Hauptrennen und ein vierter Platz im Sprint sorgten dafür, dass der Venezoelaner seine Meisterschaftsführung weiter ausbauen konnte. Endlich mal ein passables Wochenende hat auch Jules Bianchi erwischt. Zumindest im ersten Rennen. Da reichte es diesmal für einen zweiten Platz – der Ausfall im Sprint sprach dann wieder nicht für besondere Konstanz. Für Christian Vietoris war es ein weiteres Wochenende zum Vergessen: Ein zwölfter Platz und ein Ausfall können den Ansprüchen des jungen Deutschen wohl kaum genügen.

Eine Chance zur Verbesserung haben alle Beteiligten in zwei Wochen im Rahmen des Formel 1 Grand Prix in Silverstone.

GP3

Bei der GP3 scheinen sich so langsam die Spitzenpiloten heraus zu kristallisieren. Es ist zwar noch zu früh zu sagen, wer nicht dazu gehört – aber eines ist dann doch klar: Esteban Gutierrez, Robert Wickens, Nigel Melker, Alexander Rossi und der Indonesier Ryo Haryanto zählen wohl zu den schnelleren Piloten in der Nachwuchs-Nachwuchsserie.

Gutierrez konnte das mit einem Sieg im Samstagsrennen gleich wieder unter Beweis stellen, am Sonntag reichte es diesmal allerdings nur für Rang 7. Die klare Meisterschaftsführung hat der Mexikaner aber trotzdem behalten. Sein Verfolger Robert Wickens hatte ein ähnliches Wochenende wieder der Tabellenleader: Platz zwei am Samstag war äußerst ordentlich, seine Rambo-Vorstellung von Sonntag zeugte allerdings nicht von der Reife die man ihm erwarten könnte. Immerhin war er aber auch am Sonntag schnell unterwegs. Das kann man vom Meisterschaftsdritten Alexander Rossi nicht unbedingt behaupten. Man kann aber auch das Gegenteil nicht behaupten. Das einzige was man doch beahaupten kann: Rossi schied in beiden Rennen zu früh aus, um seinen Speed beurteilen zu können.

Beeindrucken konnte dagegen Roberto Mehri: Der Spanier, derzeit nur Dritter in der F3 Euroseries, zeigte bei seinen heuer wohl einzigen Rennen in der GP3 eine tadellose Leistung und fuhr an beiden Tagen aufs Podest. So sehr – auch hier im Blog – die F3 Euroseries jüngst belächelt wurde: Mehris Ergebnis spricht doch sehr für die hohe Qualität ihrer Fahrer.

SLF

Also: Dass ich die SLF eine tolle Serie mit mangelhaftem Konzept halte, das habe ich ja schon mehrfach gesagt. Dass sie leider kaum Fans an die Strecke bringt auch. Daher gleich zu den Rennen: Da konnte diesmal in Lauf eins der sonst stets verlässliche aber nicht immer extra-schnelle Yelmer Buurman auftrumpfen – in Lauf zwei reichte es für den Niederländer im AC Milan Auto dann nochmal für Rang sieben. Angesichts des kompletten Reverse Grid keine üble Leistung.

Ein weniger tolles Wochenende hatte Meisterschagfsführer Craig Dolby im Tottenham Hotspur-Wagen: In Rennen eins brachte er das Paket nicht wirklich zum Arbeiten. Lauf zwei war dann zwar etwas besser – insgesamt reichte es aber dennoch erstmals in diesem Jahr nicht für den Einzug ins Superfinale. Der einzige Fahrer der seine weiße Weste noch behalten darf ist somit Max Wissel. Der Deutsche im SLF Feld schaffte zwar in den Rennen auch keine berauschenden Platzierungen, war aber immerhin wieder im Superfinale dabei.

Erstaunlich ist, wie schwer sich nach wie vor die ehemaligen Formel 1-Fahrer in der SLF tun: Sebastian Bourdais konnte in der vergangenen Saison immerhin noch Rennen dieser Meisterschaft gewinnen. Am Nürburgring reichte es diesmal nur für die Plätze 14 und 17, in der Meitschaft ist sein Team Olympique Lyonnais nur auf dem vorletzten Rang. Damit hat man immerhin noch den PSV Eindhofen mit Narain Karthikeyan geschlagen, der gar nur 18. und damit Letzter ist.

Die positive Überraschung des Rennens war dagegen María de Villota. Die Tochter des ehemaligen Formel 1-Fahrers Emilio de Villota wurde bisher eher ein wenig belächelt – mit ihrem gefährlichen Manöver vor einer Woche in Jarama hat sie sich sicher auch keinen Gefallen getan. Im zweiten Rennen am Nürburgring lieferte die Spanierin jetzt aber eine tadellose Vorstellung ab und landete auf Platz vier. Sicher: Dass sie im Reverse Grid auf Rang drei stand, hat das Ergebnis wohl erst möglich gemacht. Aber, wie Marc Surer immer so richtig sagt, “man muss die Zeit auch erstmal fahren”. Und de Villota fuhr das ganze Rennen lang ziemlich gute Zeiten, so dass sie gegen Rennende sogar schneller war, als der hinter ihr lauernde Meisterschaftsleader Craig Dolby.

Die SLF macht jetzt erstmal eine kurze Sommerpause und ist in zweieinhalb Wochen mit dem Rennen in Zolder wieder zurück.

F3 Euroseries

Die “beste Nachwuchsserie der Welt” hat am kommenden Wochenende eines der Rennen, auf das ich mich immer ganz besonders freue. Der Lauf am Norisring ist zwar zunehmend anachronisisch und die Strecke ist nicht ganz ungefährlich – aber die Windschattenschlachten machen trotzdem mächtig Laune. Wie viel davon auch in diesem Jahr zu sehen sein wird, ist unklar. Das hängt vor allem davon ab, ob die Organisatoren es schaffen, zumindest für dieses Prestige-Rennen etwas mehr Autos aufzutreiben, als die zwölf bis 13 Wagen, die bisher meist am Start waren.

Immerhin hat Valencia-Überraschung Kevin Magnussen von der die Startnummer 15 verliehen bekommen. Was darauf hindeuten könnte, dass man ihn bei den nächsten Rennen öfter mal sieht – dann reine Gaststarter erhalten sonst Nummern über 30.

Aus sportlicher Sicht spannend wird am kommenen Wochenende vor allem die Frage, ob es Marco Wittmann oder Valencia-Überraschung Roberto Mehro gelingt, auf den derzeit überlegenen Meisterschaftsleader Eduardo Mortara aufzuschließen.

Übertragen werden die beiden Rennen – wie immer – live auf n-tv. Und zwar am Samstag und Sonntag jeweils um 11:20 Uhr.

WSbR

Wie doch die Zeit vergeht: Bereits zwei Drittel der WSbR-Saison werden nach dem Lauf in Budapest am kommenden Wochenende vorbei sein. Was man von der Strecke erwarten (Langeweile) bzw. nicht erwarten (Überholmanöver) kann, dürfte ja allseits bekannt sein. Daher gleich zur sportlichen Ausgangssituation: In der Meisterschaft führt nach wie vor der Russe Mikhail Aleshin mit 75 Punkten vor dem höher eingeschätzten Daniel Ricciardo (66) und Esteban Guerrieri (58), der zwar den Lauf in Monaco verpasst hat, seither aber toll unterwegs war. In Ungarn ist er wohl auch wieder dabei.

Der sonstigen Prominenz ist es bisher nicht so toll ergangen: Red Bull Tester Brendon Hartley liegt nur auf Platz sieben, der einzige Deutschsprachige im Feld, Walter Grubmüller, jun. aus Österreich lediglich auf Position 13. Greg Mansell ist gar nur 16.

Zu sehen sind die Rennen auch diesmal wieder live auf Eurosport, und zwar am Samstag um 12:45 Uhr auf ESP Intl. und am Sonntag um 13:00 Uhr auf ESP 2.

F2

Die Formel 2 geht am kommenden Wochenende auch an den Start. Und zwar endlich mal wieder auf einer Strecke, der ich voll und ganz zustimmen kann. Im Rahmen der WTCC fährt man diesmal nämlich auf der Berg- und Talbahn von Portimão, wo man zweifelhaft ein paar schöne Duelle der jungen Talente sehen wird.

In der Meitschaft haben sich Jolyon Palmer (139 Punkte) und Dean Stoneman (131) schon ein wenig vom Dritten Philipp Eng (80) abgesetzt – man darf gespannt sein, ob sich dieser Erfolgslauf der beiden jungen Briten fortsetzt, oder ob Eng doch noch in das Rennen um den Titel mit eingreifen kann.

Beide Rennen gibts um jeweils 14:00 Uhr live auf Eurosport, Lauf eins auf ESP International, Lauf zwei auf ESP 2.

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June 25 2010

16:44

Formel Vorschau: GP2 Valencia, AutoGP Spa, SLF am Ring

Fans von Formelserien steht mal wieder ein prall gefülltes Wochenende bevor: GP2, GP3 und die gute, alte Formel BMW fahren in Valencia, die AutoGP in Spa. Und die Superleague Formula geht am Nürburgring an den Start.

Das Wochenende wird widersprüchlich: Die beste Nachwuchsserie der Welt fährt auf der wohl langweiligsten aller Formel 1 Strecken. Mit ihr die GP3, in die man zumindest ein paar Spannungs-Hoffnungen setzen darf. Die nicht so hoch eingeschätzte AutoGP geht auch an den Start – auf einem der besten Kurse der Welt in den belgischen Ardennen. Und die Serie, die versucht, Fußball und Motorsport zu vereinen fährt ihr einziges Deutschland-Rennen just an jenem Nachmittag, an dem ein Formel 1 Grand Prix und das Achtelfinalspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen England zusammenfallen. Trotz stets spannender Rennen wird ihr daher wohl wieder kaum jemand dabei zusehen.

GP2

Sechs Rennen und sechs verschiedene Sieger – so sieht die bisherige Bilanz der GP2 Saison 2010 aus. Anders, als in vergangenen Jahren gibt es also diesmal keinen klaren Dominator. Zumindest bisher. Denn ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Jules Bianchi – und möglicherweise auch Teamkollege Sam Bird – vom reinen Talent her wohl das Zeug dazu hätten, die Konkurrenz klar zu distanzieren. Aber Talent allein reicht eben nicht immer: Wer es in sechs Rennen nicht auf die Reihe gebracht hat, einmal Quali und Rennen fehlerfrei und ohne übertriebene Aggressivität zu absolvieren, muss eben damit leben, nicht mehr als die französische Rennsport-Hoffnung schlechthin zu gelten.

Ähnliches (minus Frankreich) gilt für Chrisitan Vietoris: Auch der 21-jährige auch Gerolstein hätte zweifellos die Anlagen dazu, größeres zu erreichen, als den 17. Platz in der Meisterschaft, den er derzeit belegt.

Weil aber weder Bianchi, noch Bird oder Vietoris ihr Talent bisher abrufen konnten, führt eben Pastor Maldonado in der Meisterschaft. Ein Mann, der bisher – außer in Monaco – nicht durch besondere Glanzleistungen in Erinnerung geblieben ist, sondern eher dadurch, dass er schon das vierte Jahr in der GP2 unterwegs ist, und immer noch kein bleibendes Interesse in der Formel 1-Welt erregen konnte.

Es mag also durchaus sein, dass diese Saison so endet, wie 2008. Damals gewann Giorgio Pantano die Meisterschaft – und verschwand in Folge in der Versenkung. Es könnte aber auch immer noch anders kommen: Wenn einer der drei genannten es schafft, etwas weniger ungestüm aufzutreten. Oder wenn das vierte große Talent Sergio Pérez, endlich sein Pech hinter sich lassen kann. Dann würde doch noch ein Fahrer gewinnen, der auch in der Formel 1 eine Zukunft haben könnte.

Auf der Pole steht morgen Sergio Pérez, dahinter Pastor Maldonado und Jules Bianchi und Davide Valsecchi. In der dritten Reihe stehen Giedo van der Garde und der erstaunliche Michael Herck.

Zwei organisatorische Neuigkeiten gibt es auch noch: Zum einen wurde bekannt gegeben, dass Pirelli neben der Formel 1 und der GP3 in den kommenden drei Jahren auch die GP2 mit Reifen beliefern wird. Das ist einerseits konsequent, weil die jungen Talente so schon mal mit dem Material üben können, dass die auch in der Formel 1 beherrschen müssen. Andererseits macht es auch für Pirelli selbst Sinn: So meldet Autosport, dass man den Formel 1 Reifen für die kommenden Saison mit dem neuen GP2 Auto für 2011 testen wird. Zusätzlich ist so neben der Formel 1 auch ein weiterer sicherer Mark für die Pirelli-Renngummis geschaffen, so dass sich die Herstellung für die Italiener auch finanziell lohnen wird.

Zweitens hat die GP2 beschlossen, dass die Teams, die in der GP2 Hautserie antreten in Zukunft auch in der GP2 Asia fahren müssen. Das heißt also, Mannschaften wie Meritus Mahara, die bisher nur in der Asien-Meisterschaft tätig waren, wird es ab kommendem Winter nicht mehr geben. Allerdings: Das Team hat sich ohnehin um den Startplatz von Durango beworben, die ja schon in diesem Jahr aus finanziellen Gründen nicht mehr in Hauptserie antreten. Es gibt zwar dem Vernehmen nach auch weitere Bewerber, Meritus ist aber wohl der Favorit.

GP3

Auch die Nachwusserie zur GP2, die GP3 geht in Valencia an den Start. Favoriten lassen sich in dort auch nach zwei Rennwochenende für mich noch nicht wirklich festmachen. Ähnlich wie in der GP2 gab es bisher in vier Rennen vier verschiedene Sieger. Immerhin hat zweimal der gleiche Fahrer die Pole gefahren: Nigel Melker. Allerdings konnte der Niederländer bisher beide Trainigsergebnisse nicht in Rennpunkte ummünzen. Stattdessen führt in der Meisterschaft Esteban Guiterrez vor US-Hoffnung Alexander Rossi und Kanada-Talent Robert Wickens. Einmalig und nur in Spanien dabei: F3 Euro-Pilot Roberto Mehri.

Die Rennen werden wie gewohnt wieder am Sonntagvormittag auf Eurosport 2 übertragen, der erste Lauf vom Samstag als Aufzeichnung um 9:00Uhr, Rennen 2 live um 9:30Uhr.

Außerdem fährt in Valencia noch die Formel BMW. Viel mehr dazu kann ich allerdings guten Gewissens nicht schreiben, weil die bisherige Saison leider ziemlich an mir vorbeigegangen ist.

Auto GP

Die ehemaligen A1GP-Lolas sind auch wieder unterwegs, und zwar im Rahmenprogramm der Open GT Serie in Spa. Ich weiß ja immer noch nicht so recht, was ich von der Serie halten soll. Einersteits wirkt die Umbenennung von Euro F3000, der Einsatz der alten Lolas und die hohen Preisgelder vom Poker-Sponsor ein bisschen “gimmicky”.

Andererseits: Die AutoGP gewinnt durchaus an Profil, und es sind auch einige Piloten unterwegs, die zweifellos Talent haben. Luca Filippi zum Beispiel, oder Jonny Reid und der oben schon angesprochene Girgio Pantano. In Spa wird das Lineup jetzt auch noch durch Romain Grosjean verstärkt. Es könnte sich also lohnen, am Sonntag kurz reinzuschauen. Übertragen werden beide Rennen auf Motors TV. Der erste Lauf (9:50Uhr) sogar live, der zweite As-Live um 19:00Uhr.

Noch kurz ein Wort zur Meisterschaft: Dort führt Eduardo Piscopo mit 20 Punkten vor Adrien Tambay und Luca Filippi. Reid ist nur Elfter, Pantano mit einem Punkt gar nur auf Rang 16.

SLF

Und dann ist da noch die Superleague-Formula, die ich einfach nicht verstehe. Wie eingangs schon geschildert möchte diese merkwürdige Serie, die Fußball und Motorsport unter einen Hut bringen will, am Tag des F1 Grand Prix von Valencia und des Duells Deutschland gegen England ihren Auftritt am Nürburgring absolvieren. Zugegeben: Dass es auchgerechnet der Klassiker gegen England sein würde, war nicht zwingend im Frühjahr schon vorherzusehen. Dass Deutschland als Gruppensieger aber am Sonntagnachmittag spielen würde, war durchaus schon zu vermuten.

Immerhin versuchen die Veranstalter diesen unglücklichen Zufall mittels Fanzone und Übetragung am Ring zu meistern. Trotzdem: Dass viele Fans auf F1 und Fußball vorm heimischen TV verzichten, um die Superleague Fomula und die “Radical Masters” live zu sehen, wage ich trotz des geringen Eintrittspreises von 7,50 € zu bezweifeln.

Und das ist schade: Denn wie schon mehrfach festgestellt, liefert die SLF fast immer ziemlich spannende Rennen. Sogar auf dem winkeligen Kurs von Jarama ist es gelungen, für reichlich Überholmanöver zu sorgen. Trotzdem waren auch in Spanien, wo die SLF ja angeblich mehr Fans haben soll, als hierzulande recht viele Tribünenplätze leer.

An der Tabellensitze liegt nach vier Rennen weiterhin die Tottenham Hotspur mit Craig Dolby, der sich immer mehr als echtes Fahr- und Überholtalent erweist. Dahinter liegt AC Milan mit Yelmer Buurman und der FC Basel mit dem Deutschen Max Wissel am Steuer.

Übertragen werden beide Rennen wieder via Live-Stream auf superleagueformula.com. Aus Jarama hat außerdem wohl überraschend Bloomberg TV live übertragen – das Rennen vom Nürburgring steht bisher allerdings nicht in deren Schedule. Aber beim Wirschaftssender weiß man ja in Sachen Motorsport nie so wirklich, was sie machen – kurz reinschauen könnte sich also womöglich lohnen.

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May 19 2010

16:30

Formelserien: Wieder viele Überraschungen

Die Monaco-Bilanz: Zwei muntere Rennen bei der GP2 – aber die Favoriten stehen sich immer noch selbst im Weg. In der WSbR konnte sich Daniel Ricciardo dafür endlich durchsetzen. Und die SLF bot abermals feines Racing. Schade, dass ihr auch am kommenden Wochenende keiner zusehen wird.

Es hätte schlechter kommen können: Immerhin neun Punkte nimmt Jules Bianchi von den beiden Rennen in Monaco mit, nur zwei weniger als der neue Meisterschaftsleader Sergio Pérez. Der Franzose bot vor allem im Sprintrennen eine tolle kämpferische Leistung und ließ seine Klasse aufblitzen – aber einmal Platz vier und einmal Rang drei sind trotzdem noch nicht das, was man sich vom Meisterschaftskandidaten Nr. 1 erwartet hätte. Auch von den anderen Favoriten konnten in Monaco fast keiner überzeugen: Sam Bird nimmt einen einzigen Punkt aus dem Fürstentum nach Hause mit, Charles Pic und Christian Vietoris gingen überhaupt leer aus. Dafür gab es wieder einige Überraschungen.

Schon zum zweiten Mal nach Barcelona fuhr der im vergangenen Jahr meist unauffällige Dani Clos im Hauptrennen auf das Podium – und seinem Teamkollegen Vietoris um die Ohren. Lohn ist der vorläufig dritte Platz in der Meisterschaft. Wenn er so weitermacht, sind auch Siege in diesem Jahr nicht ausgeschlossen. Jerome D’Ambrosio hat zwar auch in der Vergangenheit öfter mal seine Klasse aufblitzen lassen, Platz 1 im Sprintrennen kam trotzem etwas unerwartet. Die Überraschung des Wochenendes war aber Johnny Cecotto, Jr. Der junge Venezuelaner war im vergangenen Jahr in Monza im Regen schon einmal richtig gut unterwegs, crashte dann aber ins Aus. Sonst konnte er bisher nicht so ganz überzeugen – umso beeindruckender, wie er in Monaco von Startplatz neun auf Rang vier vorgefahren ist.

Als einziger aus dem erweiterten Favoritenkreis wirklich überzeugen konnte bisher Sergio Pérez. Schon beim Hauptrennen in Barcelona wäre der Mexikaner ohne technische Probleme zum Sieg gefahen, in Monaco hat es jetzt funktioniert. Die Meisterschaftsführung ist fürs erste völlig verdient – mal sehen, wie es beim nächsten Rennen dann weitergeht. Das ist (natürlich) wieder im Rahmen der Formel 1 – in zwei Wochen auf der legendären Traditionstrecke von Istanbul.

WSbR

Fast schon prophetisch war das (an diese Wochenende einzige) Rennen der WSbR am Sonntagvormittag: Ganz oben am Siegertreppchen stand ein Australier in den Farben von Red Bull. Nach zwei eher verkorksten Meetings in Aragón und Spa konnte sich Red Bull-Talent Daniel Ricciardo erstmals auch im Rennen durchsetzen. Und wie: Das, was der Red Bull-Junior von Start bis Ziel zeigte, sah ziemlich souverän aus, und lässt erahnen, wieso viele Beobachter so große Stücke auf ihn halten. Auch seinen Teamkollegen und potentiellen F1-Cockpit-Konkurrenten Brendon Hartley hatte Ricciardo in Monaco wieder deutlich im Griff – auch, wenn Hartley anders als in den vergangenen Wochen diesmal wieder eine sehr anständige Leistung gezeigt hat.

Eine große Überraschung gab es dann aber auch bei der WSbR: Bei seinem allerersten Rennwochenende in einem Renault 3.5 Auto konnte sich Alexander Rossi auf Platz fünf qualifizieren. Auch im Rennen konnte der erst 18-jährige Kalifornier gut mit der Spitze mithalten. Schade, dass der Lauf dann doch in den Leitplanken ein Ende fand – wegen der geringen Erfahrung ist das aber verzeihlich.

In der Meisterschaft führt auch nach Monte Carlo noch Mikhail Aleshin. Das scheint nach je einem Sieg in Aragón und Spa und einem zweiten Platz in Monaco auch sehr gerechtfertigt. Dritter ist Sten Pentus, der im Fürstentum eine eher diskrete Leitung gezeigt hat, und auf Platz 6 ins Ziel fuhr.

Jetzt gibts bei der WSbR erstmal Pause: Das nächste Rennwochenende findet erst in drei Wochen in tschechischen Brno statt.

Superleague Formula

Es ist und belibt ein Jammer. So viel machen die Organisatoren der Superleague Formula richtig: Tolle Autos, namhafte Fahrer, eine feine TV-Übertragung (wenn auch hierzulande nur noch via Stream), spannende Rennen und abwechslungesreiche Strecken. Außerdem eine attraktive Präsentation – und ein Seriensponsor (die angolanische Staats-Ölgesellschaft Sonangol), der zwar vielleicht nicht unglaublich potent sein mag, aber alles versucht, sich auf dem europäischen Markt zu etablieren. Trotzdem findet die Serie hierzulande fast völlig unter dem Radar statt. Das hat mehrere Gründe: Erstens braucht sich niemand, der ein Formelrennen zeitgleich mit dem GP von Monaco durchführt wundern, wenn er gegen die Königsklasse den Kürzeren zieht. Immerhin waren diesmal ein paar Fans an der Strecke vor Ort, sogar ein bengalisches Feuer war zu sehen. Trotzdem: Diese Terminplanung steht in einer Reihe mit der (gütig verworfenen) Idee, am Tag des WM-Finales einen Lauf der Fußball-Rennserie in Oschersleben durchzuführen.

Die gute Nachricht ist: Das ist ein Problem, das sich relativ einfach beheben lässt. Man muss einfach aus Erfahrung lernen, und beim nächsten Mal etwas behutsamer planen. Zweitens krankt die Serie aber leider auch anderswo – und dieses Problem wird sich nicht so leicht beheben lassen. Denn die eigenartige Mischung aus Fußball und Rennsport schlägt einfach nicht ein. Auch, wenn die SLF in Südeuropa und Lateinamerika wohl mehr Fans gefunden hat – ich habe bis jetzt niemanden, wirklich niemanden sagen hören, dass er sich die Serie deswegen ansieht, weil dort Fußballklubs mitfahren. Oft aber das Gegenteil. Ein paar Dinge könnte man aber auch hier schnell ändern: So wie in ihren führen Rennen auch die A1GP setzt die Superleague noch zu starr auf das Konzept. Es würde sicherlich helfen, wenn man in den Einblendungen und im TV-Kommentar auch ohne Spotters-Guide mitverfolgen könnte, welcher Fahrer denn nun für welchen Klub fährt.

Und dann gibt es aktuell noch ein neues Problem: Serienpräsident Alex Andreu hat seine Funktionen zurückgelegt, wie die Printausgabe von Autosport berichtet. Andreu behält zwar demnach eine Anteile an der Serie – eine besonders gute Nachricht für die SLF ist aber auch das wohl nicht.

Das alles ist, wie gesagt, schade: Denn was den Sport an sich betrifft, braucht sie die Superleague nicht zu verstecken. Die beiden Rennen in Assen waren beide äußerst ansehnlich, vor allem in Lauf zwei gab es ein paar sehr spektakuläre Überholmanöver zu bewundern. Der “komplette” Reverse-Grid, der bei der SLF zum Einsatz kommt ist zwar sportlich gesehen ziemlich unfair – aber er produziert eben auch spannende Rennen. Was den Leistungsstand betrifft, lässt sich nach zwei Rennen schonmal das Folgende sagen: Craig Dolby scheint mit dem SLF-Boliden richtig gut zurecht zu kommen. Nach einem tollen Lauf in Silverstone konnte der junge Brite diesmal zwar nicht gewinnen – seine Fahrt von Platz zwölf zu Rang zwei im zweiten Rennen war aber trotzdem äußerst sehenswert. Völlig verdient fahren Dolby und die Tottenham Hotspurs damit auch als Tabellenführer zum nächsten Rennen. Auf Platz zwei der Tabelle hat sich die Kombination aus Max Wissel und dem FC Basel halten können – auch, wenn die Vorstellung in Assen nicht ganz so überzeugend war, wie jene von Silverstone. Dahinter folgen Flamengo (Franck Perera in Assen und Duncan Tappy in Silverstone) und der AC Milan mit Yelmer Buurman. Fünfter ist Assen-Gesamtsieger Davide Rigon (RSC Anderlecht).

Weiter geht es mit der SLF schon am kommenden Wochenende in Magny Cours. Verfolgen können wird man die Läufe wohl wieder nur im offiziellen Stream. Aber wie gesagt: Wer gütig über das Konzept hinwegsehen kann, der sollte vielleicht auch einen zweiten Blick riskieren. Die Rennen sind es wirklich meist wert.

Formel 2

Eine ungute Fortsetzungsserie hat die Formel 2 im Programm. Nach Marrakesch geht es nun auch die nächste Strecke, die für Juniorklassen nur begrenzte Tauglichkeit hat: Monza. Das Autodromo Nazionale ist zwar sicherheitstechnisch um Welten besser, als der Kurs im Marokko. Und mit der F2 dort zu fahren, ist wohl vertretbar – andere Serien (etwas GP2 und GP3) machen es schließlich auch. Aber die Speeds sind trotzdem hoch – und wenn jemand abfliegt, dann sind die Leitplanken (und – im Horrorfall – der Wald) schnell da.

Dass die Serie nicht mal ein Jahr nach dem tragischen Tod eines jungen Fahrers mit stolzgeschwellter Brust auf ihrer Homepage berichtet, wie viele User sich das Videos von Teixeiras Horrorcrash auf Youtube angesehen haben, macht leider auch nicht den besten Eindruck.

Trotzdem: Sofern alles gut geht, sollten uns in Monza nach den Langweilern von Silverstone und dem Chaos von Marokko wieder einmal zwei spannendere Läufe bevorstehen. Denn immerhin kann im königlichen Park sogar die Formel 1 überholen – also wird wohl auch die F2 ein paar Manöver liefern. Als Meisterschaftsleader geht Phillip Eng ins dritte Rennwochenende, dahinter folgen Rookie Dean Stoneman, Jolyon Palmer und Will Bratt.

F3 Euroseries

Neuland beitritt am Wochenende die F3 Euroseries. Im Rahmen der DTM geht die Juniorklasse erstmals in Valencia an den Start. Eine Teilnehmerliste gibt es leider noch nicht, momentan deutet aber nichts darauf hin, dass am Wochenende mehr als die 13 für die gesamte Meisterschaft gemeldeten Piloten antreten werden. Vom tatsächlichen Teilnehmerstand wird man sich wieder an beiden Renntagen live auf n-tv ein Bild machen können.

Nach zwei Rennwochenenden führt Comeback-Mann Eduardo Mortara die Meisterschaft an,  nur einen Punkt dahinter liegt Marco Wittmann. Mit etwas Respaktabstand folgt auf Rang drei der hoch eingeschätzte Roberto Mehri.

Auto GP

Und dann gibts am Wochenende noch das zweite Rennen der AutoGP. Mangels Motors TV konnte ich leider bisher keine bewegten Bilder von der Serie sehen – daher gibt’s hier auch keine Einschätzung von Serie und Fahrern. Die Ausgangssituation vor dem Wochenende: Luca Filippi führt punktglich mit Eduardo Piscopo in der Tabelle, gefolgt von Vladimir Arabadziev.

Kabelkunden dürfen sich auch dieses Mal auf ausführliche Berichterstattung freuen: Motors TV überträgt Samstag und Sonntag beide Rennen – allerdings nicht live, sondern am späteren Nachmittag als Aufzeichnung.

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May 11 2010

06:30

Formelserien: GP2/GP3 Analyse, WSbR/SLF Vorschau

Der Saisonauftakt bei der GP2 ist vorbei, ein erster Leistungsstand einschätzbar. Die GP3 hatte eine pannenfreie Premiere und lieferte zwei passable Rennen. Das kommende Wochenende steht dann ganz im Zeichen des GP von Monaco, in dessen Rahmenprogramm sich GP2 und WSbR treffen. Und dann geht auch noch die SLF in Assen an den Start.

Die Macher der (mutmaßlich) still verschiedenen International Formula Master müssen sich am vergangenen Wochenende ziemlich bestätigt gefühlt haben. Nicht nur, dass das neue GP3 Auto dem IFM-Wagen deutlich ähnlich sieht – in den Rennen haben auch an beiden Tagen Fahrer gewonnen, die im vergangenen Jahr noch in der seligen Rennserie unterwegs waren. Und dann konnte IFM-Meiser Fabio Leimer auch noch das Sprintrennen der GP2 für sich entscheiden. Die großen Favoriten hatten in der Parade-Nachwuchsklasse dafür zum Teil noch ein paar Probleme. Umso besser für die Zuseher: Die Aufholjagden der ART-Piloten, allen voran des famosen Sam Bird sorgten dann zumindest für zwei Barcelona-untypisch spannende Rennen.

GP2

Nach der Qualifikation hatte alles noch so ausgesehen, wie viele Kenner vermutet hatten: Jules Bianchi auf der Pole, Sergio Pérez auf Startplatz zwei. Direkt dahinter der zweite ART mit Sam Bird – und auf Platz vier Christian Vietoris. Doch dann kam die kollisionträchtige Kurve eins dazwischen: Eine Kollision zwischen Bianchi und Vietoris nahm beide Heisporne aus dem Rennen, und zwang auch Sam Bird zu einem Ausweichmanöver, das ihn ins Mittelfeld zurückwarf. Der vierte im Bunde, Sergio Pérez, konnte die Führung zwar bis zu Boxenstopp halten, hatte dann aber auch Pech: Probleme beim Boxenstop warfen den Mexikaner auf Rang vier zurück. Nutznießer war Charles Pic, der die Führung übernahm, und sie auch bis zur Zielflagge nicht wieder hergab. Fraglos eine gute – und vor allem fehlerfreie – Leistung des Franzosen. Ohne die Ausrutscher der vier anderen Piloten hätte er aber wohl dennoch nicht gewonnen.

Ähnliches gilt auch für den Sieg Fabio Leimers im Sprintrennen. Schon klar: Eine fehlerfreie Leistung. Wer in der GP2 gewinnt, der hat es auch verdient. Trotzdem: Der schnellste Fahrer war Leimer in beiden Rennen nicht – der Sieg im Sprintrennen von der Reverse-Grid Pole aus schmeichelt seiner Leistung in Barcelona dann doch ein wenig. Immerhin hat der Schweizer aber in seinem allerersten GP2-Rennen gezeigt, dass er an der Spitze mitfahren kann – und dass er auch die Nerven hat, einen Rennsieg nach Hause zu bringen. Mal sehen, was Leimer in den kommenden Rennen zeigen kann.

An der Einschätzung des Kräfteverhältnisses hat das Wochenende trotzdem nicht viel geändert: Jules Bianchi ist wohl weiterhin der Mann, den es in diesem Jahr zu schlagen gilt. Ähnlich wie schon in der GP2 Asia gibt es nur einen Gegner, dem dieses Kunststück wirklich zuzutrauen ist: Jules Bianchi. Wenn der Franzose sein unbestrittenes Talent auch in Siege und Meisterschaften umsetzten will, dann muss er eben lernen, seinen Speed auch in Ergebnisse umzumünzen. Ein ähnliches Problem scheint auch Christian Vietoris aus der GP2 Asia mitgenommen zu haben: Schnell, aber im entscheidenen Moment noch etwas zu ungestüm. Auch dem dritten im Bunde, Sam Bird, könnte seine Fahrweise noch zum Verhängnis werden. Der Brite war an seinem Zurückfallen im Hauptrennen zwar weitgehend unschuldig, und zeigte dann eine atemberaubende Aufholjagd. Aber: Ein wenig so, wie Juan Pablo Montoya in seinen frühen Formel 1-Jahren, scheint auch Bird einer jener Fahrer zu sein, die glauben, ein angeborenes Recht darauf zu haben, dass alle anderen auf die Seite fahren, wenn sie zum Überholen ansetzen. Das sieht spektakulär aus, und schafft unter den Fans viele Freunde. So wie Montoya wird aber auch Bird, sofern er so weitermacht, feststellen müssen, dass dieses Verhalten nicht dazu beiträgt, Meisterschaften zu gewinnen.

Weiter geht’s bei der GP2 bereits am kommenden Wochenende beim Klassiker in Monaco. Das Hauptrennen dort findet bereits am F1-freien Freitag (!) statt, das Sprintrennen am Samstag nach der F1-Qualifikation.

GP3

Eine gelungene Premiere hat in Barcelona die GP3 hingelegt. Die Standfestigkeit der neuen Rennwagen war beeindruckend – das eifrige Testen und die lange Vorbereitungszeit hat sich gelohnt. Die Rennen selbst waren auch ganz in Ordnung, wenn auch Barcelona-typisch nach turbulenten Startphasen zum Teil etwas ruhig. Dass es in beiden Rennen allerdings Kollisionen auf der Start/Zielgeraden gab, beunruhigt dann doch ein wenig. Diesen Trend sollten die Herren Fahrer schnell wieder abstellen, denn wenn ein Feld von 30 Fahrzeugen auf ein Auto zuschießt, das sich gerade wieder auf die Strecke zurückdreht, dann kann das schnell auch weniger harmlos ausgehen, als dies zum Glück in Barcelona noch der Fall war.

Zum Sportlichen: Das erste Rennen konnte der norwegische IFM-Alumni Pål Verhaug nach einer ansprechenden Fahrt für sich entscheiden, Zweiter wurde F2-Vizechampion Robert Wickens vor Esteban Guiterrez aus Mexiko. Auch das Sprintrennen ging an einen Zögling der IFM: “Rookie of the Year” Alexander Rossi konnte den Lauf von der Reverse-Grid-Pole aus gewinnen, dahinter landeten Lucas Foresti und wiederum Guiterrez.

In Monaco ist die GP3 nicht zu Gast – was bei einem Feld von 30 heißblütigen Youngstern eine kluge Entscheidung ist, von der sich andere Nachwuchsserien (etwas die Formel 2) durchaus eine Scheibe abschneiden könnten. Die nächsten Läufe finden in drei Wochen bei F1 Grand Prix von Istanbul statt.

WSbR

An den Start gehen wird in Monaco dafür traditionsgemäß die World Series by Renault. Ähnlich wie in der GP2 leiden die Favoriten auch in der Talentschmiede des französisches Autokonzerns am Problem, ihren Speed im Rennen nicht in Ergebnisse ummünzen zu können: Daniel Ricciardo hatte sich im Motorland Aragon noch achtbar aus der Affäre gezogen – in Spa belief sich die Ausbeute des Australiers aber nur mehr auf einen mageren fünften Platz in Rennen 1. Immerhin reicht das noch für den zweiten Tabellenrang. Teamollege Brendon Hartley ist nach zwei von sieben Veranstaltungen gar nur auf Platz acht der Meisterschaft. Das alles ist aber nichts gegen die Probleme, die Esteban Guerreri plagen: Der Argentinier konnte zwar das zweite Rennen in Spa mit einer überzeugenden Leistung für sich entscheiden – in Monaco wird er aber wegen Geldmangels trotzdem nicht mehr im WSbR Cockpit sitzen. Ersetzen wird ihn dort GP3-Rennsieger Alexander Rossi für den der erste Auftritt im schnellen WSbR Boliden ausgerechnet in Monte Carlo zu einer echten Talentprobe werden wird.

Anders als sonst werden in Monaco nicht zwei, sondern nur ein Rennen des WSbR gefahren. Das findet dafür aber am Sonntagvormittag vor dem Grand Prix statt, und wird ab 11:00Uhr live auf Eurosport übertragen.

Superleague Formula

Die Terminplanung der SLF bleibt fragwürdig: Nach mehr als einmonatiger Pause ausgerechnet am Monaco-Wochenende  an die Strecke zurückzukehren, garantiert eigentlich, dass sich nur wenige Motorsportfans zur Fußball-Rennserie verirren werden. Das ist allerdings schade, denn in Silverstone hat die Superleague wieder einmal zwei durchaus interessante Rennen geboten, die Lust darauf gemacht hätten, sich auch den zweiten Saisonauftritt in Assen anzusehen.

Dort wird sich zeigen, ob Craig Dolby seine feine Leistung aus Silverstone (Kollege Stefan Tegethoff hat berichtet) wiederholen kann. Nach einem vierten und einem ersten Platz liegt der Wagen der Tottenham Hotspurs in der Meisterschaft mit 92 Punkten vor dem FC Porto (Álvaro Parente) und dem FC Basel (mit dem Deutschen Max Wissel am Steuer) in Führung.

Und wer weiß: Sofern sich das Rennen der Formel 1 nach 30 Minuten als Langweiler der Bahrain-Klasse entpuppen sollte, könnte es sich ja vielleicht doch lohnen, ab 14:30 mit einem Auge auf den Computerbildschrim zu schielen. Auch am kommenden Wochenende werden  die Läufe der SLF nämlich wieder live im offiziellen Stream übertragen, kommentieren soll dort angeblich Ben Edwards. Am Fernseher herumzuzappen wird dagegen wohl nicht zum gewünschten Erfolg führen: Bisher deutet nichts darauf hin, dass die SLF nach dem Aus auf Eurosport einen neuen TV-Partner im deutschen Sprachraum gefunden haben könnte.

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May 06 2010

06:30

GP2/GP3: Saisonvorschau

Es ist das gewohnte Bild: Traditionell spät beginnt am kommenden Wochenende die GP2 Saison 2010. Ungewohnt: Erstmals wird in Spanien auch die neue GP3 Serie an den Start gehen.

Niko Hülkenberg, Vitaly Petrov, Kamui Kobayashi, Lucas di Grassi und Karun Chadhok: Ganze fünf Fahrer aus der GP2 Saison 2009 haben heuer den Sprung in die Königsklasse geschafft. Im kommenden Jahr werden es zwar mangels finanzschwacher neuer Teams vielleicht etwas weniger sein – der eine oder andere zukünftige F1-Pilot ist sicher aber auch diesmal dabei. Manche der Heißsporne haben schon jetzt Förderverträge mit Formel 1 Teams – andere stechen durch ihr Talent aus der Masser heraus. Aber auch in der neuen GP3 Saison gehen ein paar Junioren an den Start, von denen man wohl noch hören wird.

In der GP2 gibt es eigentlich immer einen Fahrer, der schon zu Jahresbeginn Topfavorit auf den Titel ist. 2006 hat es Lewis Hamilton geschafft, 2007 Timo Glock; 2008 scheiterte Bruno Senna nur knapp an Giorgio Pantano. Im vergangenen Jahr sprach alles für einen Zweikampf zwischen Romain Grosjean und Niko Hülkenberg – und den hätte es auch gegeben, wäre Grosjean nicht mitten in der Saison zum karrieremordenden Renault-Abenteuer abkommandiert worden. In dieser Saison heißt der große Favorit Jules Bianchi. Der Franzose lieferte 2009 eine Traumsaison in der Europäischen F3 ab, und wurde propt in den Förderkader von Ferrari aufgenommen. In der GP2 Asia zeigt er schnelle Runden und schöne Zweikämpfe. Wenn es darum ging, die Schnelligkeit in Resultate umzumünzen hatte er allerdings noch ein paar Schwächen. Wenn er die jetzt in den Griff bekommt, ist wohl diesmal er der Mann, den es zu schlagen gilt.

Wenn nicht, dann gibt es aber auch in dieser Saison ein paar Kandidaten, die dankend die Siege abstauben werden. Aus deutscher Sicht steht auf dieser Liste Christian Vietoris ganz oben. Der 21-jährige Gerolsteiner hat ein gutes Management im Rücken, und in der Vergangenheit ein paar sehr respektable Ergebnisse gezeigt. Restlos überzeugen konnte er bisher aber nicht – mal sehen, ob sich das mit wachsender Reife in diesem Jahr ändert. Gemischtes Programm gibt es im Kader der Mannschaft von DAMS, die diesmal unter dem Namen “Renault F1 Junior Team” an den Start geht. Über großes Talent verfügt sicher Jérôme d’Ambrosio – aber auch hier ist unklar, ob es wirklich für ganz vorne reicht. Sein Teamkollege ist in dieser Saison Ho-Pin Tung: Der Chinese mag zwar für internationale Sponsoren und eine Ausweitung des Publikumskreises sorgen. Dass er darüber hinaus auch konstant gute Ergebnisse einfahren kann, hat er bei seinen GP2 Auftritten seit 2007 bisher nicht unter Beweis stellen können.

Ein “Make or Break”-Jahr dürfte 2010 auch für eine Reihe weiterer Piloten werden: Das ist zuallererst Sergio Pérez. Für den Mexikaner sprechen seine Auftritte in der britischen Formel 3 im Jahr 2008, als er mit den Red Bull Junioren Brendon Hartley und Jaime Alguersuari um den Titel kämpfte. Seine Saison 2009 in der GP2 war dagegen verbesserungswürdig. Dann wären da noch Fabio Leimer und Josef Král: Die beiden haben im vergangenen Jahr noch in der International Formula Master um Siege gekämpft. Das alleine ist zwar wegen der geringen Leistungsdichte in der  maroden Juniorserie noch kein Qualitätsausweis – ihre Leistungen in der GP2 Asia waren aber teils recht ansehnlich. In Monaco wird uns wohl wieder Pastor Maldonado überraschen: Der Venezuelaner, der auch mit einem Stammplatz bei Sauber in Verbindung gebracht wird ist ein echter Spezialist für den Stadtkurs, hat dort schon zweimal gewonnen, und war einmal Zweiter. Wenn er sein reichhaltiges Sponsorenbudget rechtfertigen will, muss er 2010 aber auch auf anderen Rennstrecken seine Klasse aufblitzen lassen. Seine Leistungen bei den Testfahrten waren schon mal vielversprechend.

Sonst noch zu beachten: Giedo van der Garde, der im vergangenen Jahr mit drei Siegen einen sehr passablen Einstand hat; Marcus Ericcsson, der in der GP2 Asia zwar nicht überzeugt hat, sehrwohl aber bei seinem Formel 1 Test im Herbst; GP2 Asia Meister Davide Valsecchi; Der WBbR-Dritte Charles Pic. Und die beiden Briten Sam Bird und Oliver Turvey.

Insgesamt ist die Leistungsdichte in der GP2 also in diesem Jahr mal wieder ganz besonders hoch – wer sich in diesem Haifischbecken durchsetzen kann, der hat sich einen Platz in der Formel 1 redlich verdient. Organisatorisch hat sich bei der GP2 indes wenig geändert: Durango konnte sich die Teilnahme nicht mehr leisten, weshalb in Barcelona nur 24 Autos an den Start gehen werden. Die Serie fährt wieder im Rahmenprogramm aller europäischer Formel 1 Rennen, und darüber hinaus bei einer Stand Alone Veranstaltung in Portimão. Neu: Das letzte Rennen findet in diesem Jahr nicht mehr in Monza statt, sondern beim Formel 1 Grand Prix von Abu Dhabi – Ob es sportlichen Sinn macht, nach einer zweimonatigen Pause dort das Finale auszutragen, sei mal dahingestellt. Immerhin können die Autos dann gleich dort bleiben: Die GP2 Asia fährt ohnehin vermutlich wieder in den Emiraten und die Hauptserie braucht die Wagen nicht mehr. Denn 2011 wird die GP2 mit einem neuen Chassis an den Start gehen.

GP3

Auch unter den 30 Fahrern, die in der neu geschaffenen “dritten Liga”  an den Start gehen, sind einige Namen, die man schon mal wo gehört hat: US-Hoffnung Alexander Rossi und der Brite James Jakes waren im Winter schon in der GP2 Asia unterwegs – Rossi konnte dabei ein paar recht ansehnliche Rennen abliefern. Robert Wickens konnte vor drei Jahren in der A1GP zwei dritte Plätze und einen grandiosen Sieg im Regen von Easter Creek herausfahren, war im vergangenen Jahr in der Formel 2 aber etwas unkonstant unterwegs – zum Vizetitel hat es zwar trotzdem gericht, die Unterstützung von Red Bull ging allerdings verloren. In dieser Saison wird Wickens wohl endgültig beweisen müssen, was er kann.

Ebenfalls aus der Formel 2 in die GP3 ab/auf/umgestiegen sind Ferrari-Protegé Mirko Bortolotti und der Deutsche Tobias Hegewald. Sonst noch zu beachten: Der Mexikaner Esteban Guiterrez, der in der Formel 3 eher mittelmäßig unterwegs war, bei den letzten GP3 Tests mit drei von vier Session-Bestzeiten allerdings zu überzeugen wusste. Außerdem James Jakes und Renger van der Zande sowie die Formula Master Piloten Pål Varhaug aus Norwegen und Simon Trummer aus der Schweiz.

Etwas ungewohnt ist die Teamsstruktur in der GP3: Statt wie in anderen Klassen nur zwei Wagen setzt jedes Team hier gleich drei Boliden ein – wodurch sich die ungewöhnlich hohe Starterzahl von 30 Piloten erklärt. Altbekannt ist dagegen der Austragungsmodus: Zwei Rennen mit einer Maximaldauer von 30 Minuten (die maximale Renndistanz konnte ich leider nicht eruieren) am Samstag und Sonntag, die Startaufstellung für Rennen 2 wird durch einen Reverse Grid der ersten Acht aus Rennen 1 ermittelt. Wie bei der GP2 gibt es deswegen mehr Punkte für das erste Rennen – außerdem gibt es noch Zähler für die Pole Position sowie in beiden Rennen für die schnellste Runde. Wenn man der Serienhomepage glauben darf, dann verwendet die GP3 auch in dieser Saison das alte FIA Punktesystem mit 10 Zählern für den Sieger, 8 für den Zweiten, usw.

Die Läufe finden im Rahmen aller Europarennen der Formel 1 statt, in Monaco geht die GP3 allerdings nicht an den Start. Dafür begleitet sie die “große Schwester” GP2 im Juni nach Portimão.

Im TV

Die GP2 wird man im deutschen Sprachraum wie gewohnt über sky verfolgen können, die GP3 leider  nicht. Was eine Live-Übertragung der neuen Serie anbelangt, ist derzeit noch nichts bekannt – und mit zunehmend knapper werdender Zeit sieht die Sache immer düsterer aus. Ausführliche Zusammenfassungen der Rennwochenenden wird es allerdings auf Motors TV geben.

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