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September 13 2013

06:15

NASCAR: Vorschau Chicagoland 2013 Analyse Chase-Debakel 2013

Endlich ist es soweit: Auf dem Chicagoland Speedway eröffnet die NASCAR am Wochenende den Chase! Doch wer fährt mit? Immerhin stehen mittlerweile circa elf Fahrer ziemlich fest, doch mindestens ein Teilnehmer wackelt noch. Nach dem MWR-Skandal wird nun auch Penske Racing bezichtigt, illegale Absprachen getroffen zu haben.

helton_pembertonEs hätte alles so schön werden können: Ich hatte eigentlich geplant, eine nette kleine Vorstellung aller Chase-Fahrer zu bringen. Jeder Pilot wäre neben seinem Konterfei von mir auf Herz und Nieren bezüglich seiner Meisterschaftstauglichkeit untersucht worden. Leider kenne ich bis heute (Stand: Donnerstagabend vor dem ersten Playoff-Rennen in Chicagoland) nicht die komplette Liste aller Teilnehmer. Für den Fall, dass jemand die letzten fünf Tage in einer Hütte im tiefsten Wald verbracht und sich eher um den nächsten Fisch auf dem Teller gesorgt hat, gibt es erstmal eine Zusammenfassung des ganzen Dramas. Ich werde mich dabei auch bemühen, keine altgriechischen Sagen zu referenzieren. Begonnen hat der Schlamassel nur wenige Runden vor dem Ende des Rennens in Richmond, welches die NASCAR zu diesem Zeitpunkt – im Nachhinein betrachtet – einfach hätte abbrechen sollen.

Aber wer konnte schon ahnen, dass Clint Bowyer mit seinem sehr seltsamen Dreher den Urknall für einen großen Skandal liefern sollte. In diesem Moment befanden sich Ryan Newman und Jeff Gordon auf Chase-Kurs. Newman wollte mit einem Sieg die zweite Wildcard und damit sein Chase-Ticket lösen, während Gordon einen glücklosen Joey Logano mit zwei Runden Abstand hinter sich halten konnte und damit sogar über die punktbesten Zehn qualifiziert war. Martin Truex Jr. schien trotz Top-10-Resultat chancenlos, noch in die Playoffs zu gelangen, da sein einziger Saisonsieg gegen deren zwei von Newman und Kasey Kahne nichts wert gewesen wäre. Als einzige Chance für Truex blieb eine Wende an der Spitze und prompt drehte sich Teamkollege Bowyer, zeitlich akkurat passend, von der Strecke.

Im Endeffekt führte dieser Vorfall dazu, dass weder Ryan Newman das Rennen gewann, noch Jeff Gordon in den Chase einzog, während Joey Logano noch einige Plätze gewann und seinerseits Ticket #10 löste. Damit öffnete sich die Wildcard-Situation für Martin Truex Jr., weil Gordon natürlich keinen Rennsieg aufweisen konnte. Trotz Punktgleichheit mit Newman, der ebenfalls einen Saisonerfolg auf seinem Konto wusste, landete schließlich Truex bei sehr schlechter – wenn nicht sogar schlechtester – Ausgangssituation in den Playoffs. Ausschlaggebend war hier am Ende ein zweiter Platz (aus Texas), den Truex mehr eingefahren hatte als Newman. So weit, so gut, doch nun kam ESPN ins Spiel.

Nachdem die Kommentatoren des TV-Senders sich ob des spannenden Finales beruhigt hatten, fand jemand die Aufzeichnung des Funkverkehrs zwischen Clint Bowyer und seinem Spotter, setzte das Interview mit Dale Earnhardt Jr. nach dem Rennen dazu, verquirlte das Ganze und stellte es bei 200 °C in den Ofen. Bowyer habe seinen Dreher absichtlich eingeleitet, hieß es plötzlich und die unschuldigen Opfer Ryan Newman und Jeff Gordon konnten in ihrer ersten Niedergeschlagenheit noch gar nicht ahnen, welcher Tsunami sich damit in rasender Geschwindigkeit auf die NASCAR zubewegte. Da ich das Rennen erst mit einem Tag Verzögerung gesehen habe, kann ich leider nicht sagen, wie sehr Twitter in diesem Moment explodierte.

Der Schneeball vergrößerte sich auf seinem Weg den Abhang hinunter schnell und stetig, denn bereits am nächsten Tag sahen sich die NASCAR-Offiziellen das Renngeschehen unter dem Mikroskop an und es kamen weitere Unregelmäßigkeiten zum Vorschein. Auch der dritte MWR-Teamkollege im Bunde, Brian Vickers, war in den Skandal verstrickt, da er von seinem Spotter und Team-Manager Ty Norris zu einem unplanmäßigen und unsinnigen Boxenstopp während der letzten drei Runden unter grüner Flagge aufgefordert wurde. Passenderweise verblieb er dann ebenso wie Clint Bowyer ganze zwei Runden in seinem Pitstall, was Joey Logano zwei Positionen einbrachte, mit denen er Jeff Gordon aus den Top 10 in der Meisterschaft kegeln konnte, was wiederum die zweite Wildcard für Martin Truex Jr. in Reichweite brachte.

Da der Funkverkehr der #55 ziemlich eindeutig war, überführte NASCAR das gesamte Waltrip-Team der illegalen Absprache und wies ihnen nach, das Rennen manipuliert zu haben. Es wurden hohe Strafen ausgesprochen, so bekamen alle drei Teams jeweils 50 Fahrer- sowie Owner-Punkte abgezogen, während die jeweiligen Crew-Chiefs bis zum Jahresende auf Bewährung an den Wagen arbeiten müssen. Am schlimmsten erwischte es den Initiator Ty Norris, der nun auf unbestimmte Zeit gesperrt wurde, während Michael Waltrip Racing als Organisation mit einer Geldbuße in Höhe von 300.000 US-Dollar noch recht günstig davonkam. Das Urteil brachte dann jedoch ein Novum: Zum ersten Mal in der Geschichte des Chase änderte man das Teilnehmerfeld nachträglich!

Da sich die Punktabzüge auf die Regular-Season bezogen, rutschte Martin Truex Jr. hinter Ryan Newman ab, der sich mit später Genugtuung die zweite Wildcard sicherte. Laut Jeff Gordon war damit die Gerechtigkeit fast wiederhergestellt, jedoch war die Bestrafung seiner (und auch meiner) Meinung nach nur sehr halbherzig. Eigentlich gehört für uns auch Clint Bowyer aus dem Chase geworfen, doch die Offiziellen konnten ihm trotz der sehr merkwürdigen Konversation am Funk und des einzigartigen Drehers keinen Vorsatz ankreiden. Somit blieb es dabei und die Welt diskutiert seitdem, womit der Schaden im Prinzip angerichtet war. Dass mal alle Welt über die NASCAR reden würde, hat sich die Organisation sicherlich auch anders vorgestellt. Solche Gespräche führen wir nämlich normalerweise, wenn die DTM mal wieder kräftig zugelangt hat.

Doch damit nicht genug, denn am Donnerstag tat sich das nächste Loch im Boden auf. Nun steht plötzlich Penske Racing mit Joey Logano am Pranger. Denen wirft man vor, den Markenkollegen David Gilliland im Front-Row-Ford beiseite gebeten zu haben, um dringend benötigte Punkte zu sammeln. Jeff Gordon wittert unterdessen natürlich schon Morgenluft, weil die Offiziellen sich nun auch diese Anschuldigungen ganz genau ansehen. Wie sich die Situation aufklärt bzw. aufgeklärt hat, wisst ihr womöglich schon beim Lesen dieses Artikels, da der NASCAR meiner Meinung nach nicht mehr viel Zeit verbleibt. Am Freitag geht der Fahrbetrieb in Chicagoland los und dann sollten eigentlich alle zwölf Variablen zweifelsfrei bestimmt sein.

Fraglich ist, wie sich das Urteil (oder vielleicht die Urteile?) auf die Zukunft auswirken werden. Muss nun jedes kleine Überholmanöver auf dem Weg zum Sieg untersucht werden? Muss die NASCAR – wie von Jimmie Johnson vorgeschlagen – bei unklaren Situationen einen Timeout (unter roter Flagge) ähnlich wie beim Football einführen? NEIN, bitte bloß das nicht! Man sollte den ganzen Trubel wirklich nicht überbewerten. Klar hat die Teamorder so kurz vor dem Chase überhandgenommen und natürlich war der (meiner Meinung nach klar absichtliche) Dreher von Clint Bowyer totaler Mist. Deswegen aber jetzt den Weltuntergang zu wittern? Ich weiß ja nicht. Wenn man sich in Zukunft einfach darauf beschränkt, dass man einen Teamkollegen gerne vorbeilassen kann, wenn er diesen einen Punkt benötigt und direkt hinter einem fährt, dann hat wohl keiner etwas dagegen.

Achso: Wen die nicht vorhandene Streckenvorstellung für das Wochenende gestört hat, der darf sich gerne in unserem Artikel zum Chicagoland Speedway seine gewünschte Informationsdosis abholen. Außerdem lege ich euch den Podcast vom gestrigen Donnerstag ans Herz, in dem wir uns ausführlich mit der Situation beschäftigt (wenn auch ohne die neuesten Logano-Erkenntnisse) und auch eine Bewertung der Chase-Favoriten abgegeben haben. Ihr verpasst also trotz meiner Zusammenfassung des Geschehens auf epischer Breite kein Stück vom Randgeschehen, zu dem der Chase und das Rennen am Sonntag ja mehr oder weniger verkommen sind. Und weil dies leider leider leider passiert ist, sehe ich nur einen Ausweg: In bester Pofalla’scher Manier erkläre ich die Diskussion über die Vorkommnisse von Richmond für beendet! In diesem Sinne: Lasset den Chase beginnen…

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den (momentan nicht ganz) aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm vom Wochenende.

Freitag, 13.09.
16:00 Uhr, Truck Series Practice, FOX Sports 1
18:00 Uhr, Truck Series Final Practice, FOX Sports 1
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 1
20:30 Uhr, Nationwide Series Practice, FOX Sports 1
22:00 Uhr, Truck Series Qualifying, FOX Sports 1
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
00:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, FOX Sports 2
02:30 Uhr, Truck Series Rennen (EnjoyIllinois.com 225), FOX Sports 1 ab 2 Uhr

Samstag, 14.09.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 2
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, FOX Sports 2
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, FOX Sports 2
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2 / Motors TV

Sonntag, 15.09.

20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Geico 400), ESPN / Motorvision TV ab 19 Uhr

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September 16 2011

06:06

NASCAR: Vorschau Chicagoland 2011 / Chase

Nach 26 Saisonrennen beginnt an diesem Wochenende auf dem Chicagoland Speedway die Meisterschaftsentscheidung der obersten NASCAR-Liga. Im „Chase for the Sprint Cup“ wird über zehn Rennen unter zwölf Fahrern der Titel ausgefahren. In dieser Vorschau werfen wir mal einen genaueren Blick auf die Teilnehmer sowie das Format.

Der Beginn des diesjährigen „Chase for the Sprint Cup“ findet 2011, anders als noch in den vorherigen Saisons, auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Eine gute Nachricht gab es in dieser Woche zu vermelden, denn ab dieser Saison werden neun von zehn Chase-Rennen im bekannten Format des RaceBuddy als Internet-Stream angeboten – und zwar kostenlos! Acht Kanäle (vier Streckenkameras, vier Cockpit-Perspektiven) werden aufgeteilt auf zwei Mosaiks analog zum Sommer-Service von TNT zur Verfügung stehen. Alle Rennen, welche auf ESPN übertragen werden, können im sogenannten ChaseBuddy auf NASCAR.com angeschaut werden, lediglich auf das Rennen unter Flutlicht aus Charlotte muss verzichtet werden. ABC möchte seine regionalen Affiliates nicht mit einem Stream entblößen, beim Kabelsender ESPN ist dies hingegen kein Problem. Auf der anderen Seite hoffe ich aber noch auf einen Einsatz von ServusTV beim letzten Nachtrennen der Saison. Ob der TV-Kommentar auch mit in den RaceBuddy durchgeschleift wird, ist mir leider nicht bekannt, in der Summer-Series kam es ja öfters dazu.

Der ChaseBuddy ist übrigens kein einmaliger Service, sondern gilt bis zum Ende der aktuellen TV-Verträge nach der Saison 2014. Zusätzlich werden ab 2012 ALLE(!) ESPN-Rennen im RaceBuddy gezeigt, womit nun lediglich die drei ABC-Ausstrahlungen und die FOX-Übertragungen in der Liste fehlen. Da scheint sich auch bis Ende 2014 nichts zu bewegen…

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 16.09.
16:00 Uhr, Truck Series Practice, nicht im TV
17:30 Uhr, Truck Series Final Practice, nicht im TV
18:40 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Fast Five 225), SPEED

Samstag, 17.09.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2

Sonntag, 18.09.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Geico 400), ESPN / RaceBuddy auf NASCAR.com

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August 30 2010

16:09

Indycar Chicagoland: Verdienter Sieger?

Über fast zwei Stunden haben die Indycars Samstagnacht all das geboten, was sich Fans vom Rennen in Chichago erwartet hatten. Aber: Hat am Ende vielleicht “der Falsche” gewonnen?

In der Indycar-Meisterschaft wird es nochmal spannend. Soviel ist nach dem ersten von vier Ovalrennen zum Ende der Saison jetzt endgültig klar. Und das, obwohl Miesterschaftsleader Will Power über weite Strecken des Laufes deutlich besser unterwegs war, als sich manche vom australischen Rundkursprofi erwartet hatten. Doch dann machte sein Team einen entscheidenen Fehler – und schon hatte Rennsieger Dario Franchitti Powers Meisterschaftsvorsprung halbiert. Aber auch sonst ging es am Eineinhalb-Meilen Oval von Joliet, Illinois wieder mal sehr ordentlich zur Sache.


Sollten die Meldungen, wonach die Indycars kommende Saison nicht mehr nach Chicago zurückkehren, wirklich stimmen, dann hat sich die Strecke mehr als stilvoll verabschiedet: Über weite Strecken gab es – vor allem im Spitzenfeld – unglaublich spannende Duelle, zum Teil fuhren die Wagen in zwei Dreierreiehen hintereinander her. Auch die TV-Kommentatoren schienen es manchmal kaum fassen zu können, wie knapp es in der Gruppe von zehn bis 15 Autos zuging. Es waren zwar wiedermal die Autos vom “Todesstern” dominant – allerdings waren einige Verfolger diesmal deutlich näher dran, als das in dieser Saison bisher oft der Fall war.

Wirklich Ton angebend war eigentlich nur eines der beiden Teams: Penske. Vor allem Ryan Brsicoe und Will Power sahen lange Zeit wie die fast schon sicheren Sieger aus. Die beiden Ganassi-Wagen suchten ihr Glück wieder mal eher in der Strategie – und zumindest Dario Franchitti sollte am Ende damit Recht behalten.

Als sich nämlich 30 Runden vor Schluss alle anderen Fahrer beim letzten Boxenstop Sprit und Reifen holten, pokerte Franchitti mit einem reinen “Splash and Dash”-Service. Die Entscheidung spülte den Schotten aus dem vorderen Mittelfeld an die Spitze – und die sollte er schließlich trotz heftiger Angriffe der Verfolger nicht mehr abgeben.

Der Sieg ist also weniger dem reinen Speed, als cleverem Agieren auf der Strecke geschuldet. Aber ist Franchitti deswegen wirklich ein unverdienter Sieger? Ich finde nicht – Strategie war schon immer ein bedeutender Teil des Erfolges bei Ovalrennen. Und niemand hat in den vergangenen Jahren derartig viele clevere Entscheidungen getroffen wie das Team von Chip Ganassi. Auch das verdient, meine ich, Anerkennung.

Und das allein hätte an der Meisterschaft auch noch nicht viel verändert: Will Power lieferte dahinter nämlich eines der besten Ovalrennen seiner Karriere und war das ganze Rennen lang in der Spitze dabei. 17 Führungsrunden sprechen eine deutliche Sprache für jemanden, dessen beste Ovalresultate davor zwei fünfte Plätze in Indianapolis 2009 und Iowa 2010 waren.

Gewonnen hätte er am Ende wohl ohnehin nicht. Dass es aber gar nur für Platz 16 reichte, ist höchst unverdient. Grund war ein Problem beim letzten Boxenstopp, als nicht ausreichend Ethanol in den Tank floss. Daher musste Power wenige Runden vor Schluss den Kampf um den Sieg in Richtung Box verlassen. Resultat: Dario Franchitti holte ganze 30 Punkte auf, und liegt drei (Oval-)rennen vor Saisonschluss nur noch 23 Zähler zurück.

Dominator des Rennens war aber eigentlich ein anderer Penske-Fahrer: Ryan Briscoe, der 2005 hier bei einem Horrorunfall fast ums Leben gekommen wäre, führte das Rennen für 113 Runden an. Er hätte auch am Ende noch das Zeug gehabt, um zu gewinnen. Doch dann wurde er zweimal am Kurveneingang nach oben gedrückt, musste vom Gas gehen – und fand sich schließlich auf einem enttäuschenden elften Rang wieder.

Positive Überraschung des Rennens waren die Andretti Autosport Wagen: Marco Andretti auf Rang drei, Ryan Hunter-Reay auf vier und Tony Kanaan auf fünf konnten wieder einmal beweisen, dass das Team im Oval in Punkto Rennspeed fast zu alter Stärke zurückgefunden hat. Wenn die Mannschaft es fertig bringt, jetzt auch noch die Performance im Qualifying zu verbessern, muss man ihnen bei den kommenden Rennen ernsthafte Siegchancen zugestehen.

Einzig Danica Patrick, die sich nach ihren schwachen Vorstellungen auf den Rundstrecken doch so auf die Oval-Rückkehr gefreut hatte, lieferte abermals eine ziemlich enttäschende Vorstellung und landete am Ende nur auf Rang 14.

In bestechender Oval-Form ist weiterhin das Team von Panther Racing: Dan Wheldon hätte um ein Haar gewonnen, und landete schließlich um Haaresbreite hinter Franchitti auf Platz zwei. Auch das zweite Autos des Teams, der in Kooperation mit Vision Racing eingesetzte Bolide von Ed Carpenter, konnte sich beim Comeback lange in der Spitzengruppe halten. Leider fiel er am Ende aber mit technischen Problemen aus.

Viel Freude dürften mit dem Rennen auch die Sponsoren von Sarah Fisher gehabt haben: Im Zuge der ersten Boxenstopps ging Fisher out of sequence – und lag kurzzeitig sogar in Führung. Die war sie zwar nach dem Restart schnell wieder los – in der Spitzengruppe konnte sie sich allerdings noch eine ganze Weile halten. Dass sie sich so tapfer gegen die heranstürmenden Spitzenfahrer wehrte, dürfte diese zwar wenig gefreut haben – aber wenigstens war der “Dollar General”-Wagen so mal ein paar Runden lang im Bild.

Ihr eigener größter Feind waren wiedermal die Piloten von KV-Racing. Die Autos waren – wie eigentlich immer – für anständige Punkteplätze gut, aber einmal mehr scheiterten Moraes, Viso und Sato an ihrem Übermut. Sato und Viso kollidierten in der Box, Moraes verlor eine mögliche gute Platzierung nach einer Durchfahrtsstrafe. Vielleicht sollte doch mal jemand aus der KV-Führungriege den drei Sponsorlieferanten nahelegen, dass man die Rennen auch beenden sollte. Mit derart wenig Platzierungen und derart viel Kleinholz kann es jedenfalls nicht länger weitergehen. Der Status quo ist eine fast schon unglaubliche Verschwendung eines gutes Teams und dreier im Grunde sehr talentierter Piloten.

Ein positives Wort muss man, finde ich, mal nach der vielen Kritik über die Versus-Übertragung verlieren. Klar – es gab mal wieder viel Werbung, und nicht immer zum idealen Zeitpunkt. Von den grottigen Übertragungen, wie sie in dieser Saison etwa schon mehrfach auf ABC zu sehen waren, war man aber weit entfernt. Was die beiden Sender vor allem unterscheidet: Versus hat nicht besonders viel Geld, man merkt aber, dass sie sich bemühen. ABC/ESPN hätten das Geld, stehen der Serie außerhalb des Indy 500 aber mit demonstrativer Gleichgültigkeit gegenüber.

Weiter geht es am kommenden Samstagabend mit dem Rennen in Kentucky – eine Vorschau folgt noch in den nächsten Tagen.

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August 27 2010

16:42

Indycar: Vorschau Chicagoland

Für viele Fans ist das, was Samstagnacht auf dem Programm steht eines der Highlights der IRL-Saison. Fahrerisch ist Chicagoland zwar nicht besonders schwierig – aber dafür geht es dort immer unglaublich eng zur Sache.

Auch sonst hat die Indycar Series am kommenden Wochenende so einiges zu bieten: Etwa mit 29 Autos das größte Feld, das es jemals außerhalb des Indy 500 gegeben hat. Und dementsprechend auch die Rückkehr einiger Fan-Favoriten, die in diesem Jahr bisher gefehlt haben. Außerdem geht die bisher so spannende Meisterschaft in die Endphase. Dort wird die große Frage sein, ob es Dario Franchitti auf den Ovalen gelingt, den Rückstand auf “Rundkursmeister” Will Power zu schließen. Aber nicht alles ist eitel Wonne in der IRL: Hinter den Kulissen begehren die Teams gegen die bereits getroffene Chassis-Entscheidung für 2012 auf.


Aber zuerst mal zum sensationell großen Starterfeld. Mit 29 Autos in einem ganz normalen Ovalrennen hätte in dieser Saison wohl kaum jemand gerechnet. Die IRL musste sogar extra ihre Regeln ändern, so dass nun auch außerhalb des Indy 500 29 statt bisher 28 Wagen an den Start gehen dürfen. (Wieso es diese Regel gibt, wenn man sie bei Bedarf einfach ändert, das darf man sich allerdings schon fragen…) Außerdem musste man deshalb das Qualifying-Format verändern: Es bleibt beim gewohnten Einzelzeitfahren, allerdings drehen die Piloten nicht mehr vier, sondern nur noch zwei gezeitete Runden.

Ganz neu ist diesmal keiner der Fahrer dabei, das Feld wird also von “Rückkehrern” vergrößert. Da wäre etwa Ed Carpenter, der nach dem Aus von Vision Racing (das ja bekanntermaßen von seinem Stiefvater Tony George geführt wurde) dank neuem Sponsor mit Panther Racing zurückkehrt. Carpenter hatte in der Vergangenheit nicht den allerbesten Ruf, sicher waren auch die Familienbande zum damaligen Indycar-CEO nicht gerade hilfreich dabei, ein eigenständiges Image aufzubauen. Er hat aber, vor allem im vergangenen Jahr, einige äußerst respektable Vorstellungen abgeliefert. Man denke etwa an seinen zweiten Platz in Kentucky. In Chacagoland reichte es 2009 immerhin für Rang sechs.

Ebenfalls zurück im Cockpit, diesmal in jenem von Conquest, ist Tomas Scheckter. Conquest mag jetzt nicht gerade ein Team sein, das zu vorauseilenden Jubelschreien verleitet, aber Scheckter ist auf schnellen Ovalen eigentlich noch immer recht gut dabei gewesen. Vielleicht schafft er am Wochenende ja eine Überraschung.

Mike Conway ist immer noch nicht im Dreyer & Reinbold Cockpit zurück, er wird diesmal von Ana Beatriz ersetzt. Die Dritte der Indy Lights Saison 2009 (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Model) war schon in Sao Paulo und beim Indy 500 mit dabei, und hat dort eigentlich recht ansehnliche Leistungen abgeliefert. Sarah Fisher Racing ist diesmal gleich mit zwei Autos vertreten: Neben Fisher selbst ist auch Jay Howard am Start. Veteran Davey Hamilton rundet schließlich mit seinem zweiten Einsatz nach dem Indy 500 das Feld ab.

Zum Chicagoland Speedway gibt es hier im Blog ja dank NASCAR-Vorschau schon eine eigene Seite, folglich brauche ich dazu nicht mehr allzuviele Worte zu verlieren. Die IRL ist seit 2001 auf der Strecke unterwegs, und die Rennen hier haben eigentlich noch fast jedes Mal enge Manöver und eine Menge Spannung geboten. Wer bisher noch kein IRL-Rennen dort gesehen hat, der sollte das diesmal unbedingt tun. Umso mehr deshalb, weil man munkelt, dass es der vorläufig letzte Auftritt der Indycars auf dem Kurs sein könnte. Normalerweise folgt jetzt an dieser Stelle noch eine Onboard-Runde. Die gibt es diesmal zwar auch, hier im Blog wollte ich aber diesmal einfach die letzten drei Runden vom vergangenen Jahr einbinden. Die sagen eigentlich alles, was man zu Indycar-Rennen in Chicagoland wissen muss.

Sonstige Neuigkeiten

Die Indycar spielt weiter mit dem Kalender für die kommende Saison herum, zum Teil mit etwas kreativen Ideen. Am Texas Motor Speedway soll es 2011 statt einem 550Km-Rennen zwei direkt aufeinanderfolgende Läufe mit einer Länge von jeweils 275Km geben. Bei beiden Rennen soll dann jeweils die halbe Punktezahl eines “normalen” Wertungslaufes ausgeschrieben werden. Wie man mit Autos verfährt, die im ersten Rennen beschädigt werden, ist noch unklar.

Baltimore hat, wie schon in den Newshappen geschrieben, noch einmal das Streckenlayout etwas verändert. Die neue Streckenführung ist hier zu sehen. Außerdem wurde auch das Datum auf das Labor Day Weekend (1. Septemberwochenende) verschoben.

Der Iowa Speedway hat inzwischen wenig überraschend bestätigt, dass die IRL auch im kommenden Jahr dort zu Gast sein wird. Datum ist der 25. Juni.

IRL-Kenner Curt Cavin hat dieser Tage auch ein wenig spekuliert, was den Kalender betrifft. Aus den bisher bekannten Fakten würde sich also das folgende Bild ergeben:

? St. Petersburg ? Barber Motorsports Park 17. April Long Beach 1. Mai Sao Paulo 29. Mai Indy 500 11. Juni Texas Twin 275 25. Juni Iowa ? Toronto ? Edmonton 7. August Mid Ohio 14. August New Hampshire ? Sonoma 4. Septemberx Baltimore ? Kentucky ? Motegi ? Las Vegas

Text

insgesamt also 16 Rennen, möglicherweise (etwa dann, wenn doch Chicagoland noch dazukommt) 17.

Und damit noch schnell zum Unbill, den ich im ersten Absatz schon angekündigt hatte: Die Teams scheinen mit der Entscheidung über das neue Chassis für 2012 ganz und gar nicht glücklich zu sein – und schon gar nicht mit der Informationspolitik, die die IRL danach betrieben hat. Ganassi, Penske und Dreyer & Reinbold drohen gar damit, das Ding ganz einfach nicht zu kaufen. Tenor: Die Umstellung auf ein neues Auto sei zu teuer. Es muss aber wohl etwas mehr dahinter stecken: Immerhin schien Ganassi die Umstellung noch keineswegs zu teuer, als auch der (über Umwege) im Auftrag des Teams entwickelte Delta Wing noch im Rennen war.

Übertragungszeiten

Der Lauf in Chicagoland wird – wie alle restlichen Rennen dieser Saison – von Versus übertragen. Im Vergleich zu ESPN/ABC ist also das gewohnte Bild zu erwarten: Bessere Übertragung, aber weniger Zuseher und weniger Streams. Immerhin findet die Veranstaltung diesmal nicht zeitgleich mit einem NASCAR-Wettbewerb statt, die IRL dürfte also die Interessen der Motorsport-Zuseher auf sich vereinen können. Start der Übertragung ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 01:00 Uhr.

July 12 2010

16:00

NASCAR: Analyse Chicagoland Juli 2010

Auf dem Chicagoland Speedway wurde nach Daytona das zweite Märchen in dieser Saison geschrieben. Jimmie Johnson dominierte zunächst und fiel nach einem Dreher zurück. Dafür ergriff David Reutimann die Chance und holte sich seinen ersten selbst herausgefahrenen Cup-Sieg.

Das Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag war sicher nicht das spektakulärste, kann aber dennoch als eines der schönsten in letzter Zeit bezeichnet werden. Da wurde endlich mal wieder eine Geschichte geschrieben, wie sie traumhafter nicht sein kann: David Reutimann gewann im letzten Jahr das prestigeträchtige Coca-Cola 600 in Charlotte. Jedoch kam dieser Sieg nicht aus eigener Kraft zu Stande, sondern der Wettergott sorgte gemeinsam mit einem riskanten Strategiespiel für Reutimanns ersten Sprint-Cup-Sieg. Lange musste er sich, wie er selbst zugab, fragen lassen, ob er denn auch aus eigener Kraft gewinnen könne. In Chicago war es dann endlich soweit:

Zunächst verabschiedete sich Jimmie Johnson gegen Rennmitte nach einigen der bei ihm so seltenen Fehler aus der Spitzengruppe. Damit war der Weg für Mr. „I love Love“ frei, denn weder Jeff Gordon noch Carl Edwards konnten das Märchen verhindern – sogar NASCAR hielt die Füße still und verzichtete in den letzten Runden nach einer langen Grünphase auf mysteriöse Debris-Cautions. Mike Helton gratulierte dem Sieger sogar anschließend in der „victory lane“. Hätten Jeff Gordon oder Carl Edwards wenige Runden vor Schluss geführt, dann bin ich mir sicher, dass irgendwo ein Staubkörnchen von den Offiziellen gefunden worden wäre, um das Feld für ein spannendes Finale zusammenzuführen. Die Reutimannsche Cinderella-Story war nun aber freilich genug Spannung am Ende des Rennens.

Dann folgten mit der Siegeszeremonie samt vorangegangenem „burnout“ Szenen, in denen alle Beteiligten ihren Emotionen freien Lauf ließen. Die „donut“-Versuche des nun zweifachen Cup-Siegers wirkten durch die überschwängliche Freude lange nicht so professionell wie die der alten „victory lane“-Hasen, während Crew Chief Rodney Childers einfach nur sprachlos war und beinahe in Tränen ausbrach. Auch David Reutimann selbst musste beim Siegerinterview zunächst inne halten und realisieren, was ihm da gerade gelang. Es war wirklich wunderschön anzuschauen, wie sonst so medial-abgeklärte Menschen aus der eigentlich routinemäßigen Sponsor-Huldigung ausbrechen und wirklich echte Freude zeigen. Zuletzt gesehen habe ich das beim Daytona 500, als Jamie McMurray zuerst ehrfürchtig den Rasen des Infields küsste, um danach gegen die Tränen zu kämpfen. Es war zwar schon sein vierter Cup-Sieg, aber er hatte gerade das Daytona 500 gewonnen.

Das ist es, warum wir alle den Motorsport lieben und schauen. Das sind die Geschichten, welche heutzutage leider viel zu selten geschrieben werden. Mich freut es für David Reutimann und Rodney Childers, der laut seinem siegreichen Piloten mit einer Top-Strategie die Wende gebracht habe. Ebenso gönne ich es Michael Waltrip Racing, das nach dem schweren Start 2007 nun endlich in Reichweite der Top-Teams vom Schlage eines Hendrick, Gibbs oder Roush angekommen ist. Viel schöner hätte es nur noch werden können, wenn der Teamchef auch im Bild zu sehen gewesen wäre und sein Bruder Darrell Waltrip das Rennen an Kyle Pettys Stelle kommentiert hätte. Dann wären sicher noch ein paar mehr Tränen geflossen. Zwar habe ich MWR in der Vorschau vor dem Wochenende als Geheimtipp ausgewiesen, ein Sieg wäre mir aber nicht in den Sinn gekommen. Ich dachte eigentlich mehr an die Top5/Top10. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten! … auch dafür dass wir TNT nun wieder los sind.

Klarer Favorit war für mich eigentlich Jimmie Johnson, der auch sofort in Führung ging

Wer stand wirklich auf meiner Siegerliste? Beim Tippspiel war Jimmie Johnson mein klarer Favorit und am Ende führte er ja auch die meisten Runden. Ohne zwei Fehler wäre das Rennen vielleicht ganz anders ausgegangen. Schon in der ersten Runde war der Pole-Mann Jamie McMurray nämlich seine Führung an Johnson losgeworden. Eine kurze Gelbphase nach dem Mauerkontakt von David Stremme änderte nicht viel an der Reihenfolge in der Spitzengruppe. Jimmie Johnson führte vor dem ebenfalls stark agierenden MWR-Fahrer Martin Truex Jr, Jamie McMurray, Greg Biffle und… David Reutimann. Kurz vor Runde 100 war es dann Zeit für die ersten Boxenstopps unter grüner Flagge, bei denen Johnson das erste von zwei Missgeschicken passierte: Beim Anbremsen der „pit lane“ sorgte eine ungünstige Einstellung der Bremsbalance in Kombination mit einem spendablen Bremsfuß für einen wilden Slide an der Einfahrt vorbei.

Circa sechs Sekunden dürfte diese Aktion den viermaligen Meister gekostet haben, der erneut beschleunigen musste, um seine Boxencrew in der nächsten Runde zu beehren. All das hielt die #48 aber keineswegs auf, in Runde 129 war Johnson bereits an der Spitze zurück und griff Jamie McMurray auf der Innenseite an – währenddessen fanden findige NASCAR-Offizielle Trümmer in Turn 2. Bei den folgenden Boxenstopps etwa zur Rennhalbzeit holten sich etliche Fahrer zusätzlich zu vier neuen Reifen und Benzin auch umfangreiche Chassis-Verstellungen und Luftdruck-Veränderungen ab. Jimmie Johnson schienen die „adjustments“ nicht geholfen zu haben, denn schon beim Restart geriet er mit Martin Truex Jr aneinander und drehte sich ins Infield. Truex hatte die #48 allerdings nicht berührt und auch sein Spotter konnte im Anschluss keine Kratzer an der #56 erkennen.

Johnson nutzte die Gelbphase, welche er ausgelöst hatte, um seinen Kühlergrill säubern und den Zustand des Splitters überprüfen zu lassen. Im Zuge dessen fiel er auf Platz 24 zurück und konnte sich davon nicht mehr erholen. In Runde 140 führte Jamie McMurray das Feld beim Restart an, hatte aber offensichtlich nicht das Auto für „long runs“. 26 Umläufe später zogen erst Jeff Gordon und später auch David Reutimann am Polesitter vorbei. Vor der folgenden Gelbphase in Runde 180 trat Jimmie Johnson noch einmal in Erscheinung, als er mit seinem Wagen die Mauer streifte und ein nötig gewordener Reifenwechsel den Kalifornier auf Rang 33 mit Rundenrückstand zurückwarf. Hinterher stellte sich heraus, dass die #48 diesen Umstand einem schleichenden Plattfuß zu verdanken hatte: Jimmie Johnson im Pech – äußerst ungewöhnlich!

Die erwähnte Caution löste Bill Elliott aus, der sich ohne Fremdeinwirkung auf der Strecke drehte und etliche Sekunden später von Robby Gordon „ge-T-boned“ wurde. Was die Aktion des Driver-Owners sollte, ist mir nach wie vor rätselhaft: Alle umliegenden Fahrer hatten bereits ihr Tempo verringert und wählten den Apron für eine sichere Passage des immer noch seitwärts rutschenden Wracks von Elliott. Als die #21 fast zum Stillstand gekommen war, rauschte plötzlich Gordon unmerkbar verlangsamt auf der oberen Linie heran und versenkte seinen Camry mit ordentlichem Getöse in Elliotts Beifahrertür.

Zwar war Robby Gordon hinterher schlauer und wusste zu berichten, dass beide Teams eigentlich finanziell nicht gerade in der Lage dazu seien, ihre Autos ohne größere Konsequenzen in Schrott verwandeln zu können. Jedoch bleibt damit unerklärt, warum er noch auf dem Gas stand, während alle anderen Fahrer für die Caution verlangsamt hatten. Die späte Notbremsung inklusive stehender Reifen machte den Einschlag vermutlich auch nicht mehr weicher für beide Piloten. Gordon muss sich nun fragen lassen, ob er noch das nötige Sicherheitsdenken hat, um weiterhin im Cup zu fahren. Es kann nicht sein, dass er da so spät bremst und seine Gesundheit und die von Bill Elliott fahrlässig aufs Spiel setzt. Hat vielleicht sein Spotter gepennt?

Die entscheidende Phase dominierte Reutimann nach einem kurzen Jeff-Gordon-Gastspiel

In Runde 189 begann dann die entscheidende Phase des Rennens, nachdem alle Fahrer zum vorletzten Mal die Boxengasse ansteuerten. Jeff Gordon führte das Feld beim Restart an, gefolgt von Clint Bowyer, Jamie McMurray, David Reutimann und Carl Edwards. Klar war zu diesem Zeitpunkt: Bis zum Ende in Runde 267 würde man nicht durchfahren können, ein weiterer Boxenstopp würde noch zu absolvieren sein. In Umlauf 213 zeigte sich die zuvor gelobte Abstimmungsarbeit von Rodney Childers, denn David Reutimann war von Platz 4 an Jeff Gordon vorbei in Führung gestürmt. Den Platz an der Sonne musste er nur noch einmal bei den letzten Stopps unter grüner Flagge abgeben, bevor er endlich seinen ersten selbst herausgefahrenen Sieg einstreichen konnte. Carl Edwards zog zwar noch an Gordon vorbei und sicherte sich einen zweiten Rang, Reutimann war zu diesem Zeitpunkt allerdings zu weit enteilt und konnte trotz Vibrationen den Abstand noch vergrößern.

Die Top10 komplettierten Clint Bowyer, Jamie McMurray, Kasey Kahne, Jeff Burton, Denny Hamlin, Tony Stewart und Paul Menard – Martin Truex Jr landete am Ende auf Platz 11. Juan Pablo Montoya war zunächst lange Zeit auf Top10-Kurs, bekam aber Probleme mit dem Wagen. Glücklicherweise konnte er die Reparaturpausen in die Gelbphasen legen, sodass er keine Runde verlor und das Rennen auf Rang 16 beendete. Jimmie Johnson arbeitete sich mit einer Runde Rückstand noch bis auf Platz 25 vor. Farblos blieben Mark Martin (15.), der momentan mit einer kleinen Formkrise zu kämpfen hat, Kyle Busch (17.), Dale Earnhardt (23.) und Kurt Busch (26.). Busch kam mit dem Handling seiner blauen #2 zeitweise gar nicht zurecht, was die Crew zu ungewöhnlichen Maßnahmen verleitete: ein kompletter Tausch der vorderen Stoßdämpfer.

Ganz schlecht lief es für Kevin Harvick (34.) und Greg Biffle (35.): Der Meisterschaftsführende Harvick musste mit einer defekten Benzinpumpe vorzeitig die Garage ansteuern, konnte nach einer Reparaturpause aber wenigstens Schadenbegrenzung betreiben. Biffle gelang das leider nicht, denn sein explodierter Ford-Motor (übrigens der neue FR9, den seit Daytona alle Ford-Teams fahren) besaß nur noch Schrottwert. Die meisten Runden führten die vier größten Siegkandidaten Jimmie Johnson (92), Jamie McMurray (72), David Reutimann (52) und Jeff Gordon (47). Carl Edwards konnte zwei Umläufe an der Spitze des Feldes bleiben, Clint Bowyer und Juan Pablo Montoya jeweils eine Runde.

Harvick führt noch in der Punktetabelle, Earnhardt Jr muss erneut Anlauf für den Chase nehmen

In der Meisterschaftswertung, die auf der NASCAR-Media-Seite noch nicht grafisch aufbereitet zur Verfügung stand, führt nach wie vor Kevin Harvick, allerdings nur noch mit 103 Punkten vor Jeff Gordon und Jimmie Johnson (-188). Denny Hamlin (-203) zog an Kurt Busch (-221) vorbei, hinter dem sein Bruder Kyle lauert (-257). Jeff Burton (-280) konnte einen Rang von Matt Kenseth (-299) gewinnen, bevor Tony Stewart (-356) unverändert auf Platz 9 rangiert. Die beiden Fords von Carl Edwards (-400) und Greg Biffle (-453) liegen schon mehr als 400 Punkte hinter Harvick. Neu in den Top12 ist nach seinem Top5-Ergebnis Clint Bowyer (-459), der Dale Earnhardt Jr (-474/-15) wieder rausgekegelt hat. Innerhalb von 100 Punkten verfolgen außer Junior noch Mark Martin (-22), David Reutimann (-96) und Ryan Newman (-99) den Chase.

Bei den „owner points“ hat sich die Situation etwas beruhigt, denn wer nun nicht raus aus den oder gerne rein in die Top35 möchte, der muss schon mehr als 100 Punkte verwalten:
32. #7 Robby Gordon (Robby Gordon) +173 Punkte
33. #34 Bob Jenkins (Kevin Conway) +132 Punkte
34. #71 Kevin Buckler (Landon Cassill) +128 Punkte
35. #37 Doug Yates (David Gilliland) +108 Punkte
—————————————————————————-
36. #26 Bill Jenkins (David Stremme) -108 Punkte
37. #38 Doug Yates (Travis Kvapil) -156 Punkte

Am nächsten Wochenende findet ausnahmsweise mal kein Cup-Rennen statt, ich melde mich deshalb in alter Frische für die Indianapolis-Vorschau eine Woche drauf zurück. Trotzdem kann NASCAR geschaut werden, denn Nationwide Series und die Trucks sind gemeinsam auf dem Gateway International Raceway in Madison, Illinois unterwegs. Das 1,25-Meilen-Oval mit zwei unterschiedlich großen Turns liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Bundesstaates Illinois von Chicago aus gesehen. Turn 1 & 2 haben 11° Banking und erinnern an den New Hampshire Motor Speedway, während Turn 3 & 4 mit 9° überhöht dem Phoenix International Raceway nachempfunden sind. Außerdem unterscheiden sich die Kurvenradien, was der Strecke eine Ei-Form ähnlich Darlington verleiht; der Besitzer ist Dover Motorsports. Die Trucks fahren in der Nacht von Freitag auf Samstag ab 2:30 Uhr auf SPEED. Die Nationwide Series ist eine Nacht später ab 1 Uhr auf ESPN2 zu sehen.

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July 09 2010

06:30

NASCAR: Vorschau Chicagoland Juli 2010

An diesem Wochenende beginnt im Sprint Cup die zweite Saisonhälfte, TNT überträgt zum Glück das letzte ihrer sechs Rennen. Der von mir oft totgeredete Kevin Harvick führt weiterhin die Meisterschaftstabelle an und das nach seinem Sieg in Daytona sogar mit über 200 Punkten.

Das Daytona-Rennen konnte ich in der letzten Woche leider nicht verfolgen, weil die Arbeit rief und außer meinem Gehalt habe ich sogar einen wunderschönen Sonnenbrand mitgenommen. Dankenswerterweise hat mich aber Kollege Stefan Tegethoff vertreten, welcher dann vom Superspeedway-üblichen Favoritensterben im Zuge des großen „big ones“ berichtete. Am Ende gewann wie in Talladega erneut Kevin Harvick, der nun mit zwei Siegen weiterhin an der Tabellenspitze rangiert und kurz vor dem Beginn des Chase sogar schon über 200 Punkte Vorsprung angehäuft hat.

Ich habe Harvick hier oft totgeredet und war der Meinung, er würde die Führung schneller verlieren, als ihm lieb sei. Die zunächst fehlenden Siege glich der RCR-Pilot dann mit absolut tadelloser Konstanz wieder aus: In den ersten 18 Rennen gelangen Harvick immerhin 13 Top10- und 8 Top5-Resultate. Dazu kamen dann auch insgesamt zwei Siege, jeweils auf den Superspeedways in Talladega und Daytona. Zusätzlich gewann der Mann, der zuhause angeblich nicht den „fire suit“ trägt, auch das Budweiser Shootout zu Saisonbeginn. Wenn man bei Richard Childress Racing nun noch auf den „regulären“ Ovalen den Durchbruch schaffte, sollte man Harvick als ernsthaften Meisterschaftskandidaten betrachten. Zumindest ein weiteres „restrictor plate“-Rennen gibt es im Chase ja noch: Talladega!

Derweil stürmte Jeff Gordon weit an die Spitze der Tabelle vor und rangiert nun ohne Saisonsieg auf Platz 2 noch vor seinem Teamkollegen und dem frisch gebackenen Vater Jimmie Johnson, der immerhin fünf Saisonsiege auf seinem Konto hat. Auf Rang 4 hält Dodge-Fahrer Kurt Busch alleine die Fahne des unterrepräsentierten Herstellers hoch. „Rookie“ Brad Keselowski liegt in der Meisterschaft zwar noch vor Sam Hornish Jr, ist aber auf Platz 25 weit abgeschlagen. Bei Penske Racing ist es schon seit einigen Jahren erstaunlich zu verfolgen, wie nur auf ein wirkliches Ass gesetzt wird. Vielleicht schafft „Bad Brad“ ja im nächsten Jahr den Anschluss an die Spitze, denn das Talent besitzt er ohne Zweifel und führt auch die Nationwide Series an. Kurt Busch hat 2010 übrigens schon zwei Siege auf dem Konto.

Erst dahinter komplettiert Denny Hamlin im ersten Toyota die Top5 der Meisterschaftswertung und hat wie Jimmie Johnson bereits fünf Siege angesammelt. Teamkollege Kyle Busch auf Platz 6 kann auf zwei Erfolge zurückblicken. Die restlichen Chase-Platzierungen sind in diesem Jahr bisher sieglos ausgegangen: Der erste Ford-Fahrer Matt Kenseth rangiert in den Top12, obwohl die Marke derzeit den anderen hinterher fährt. Weitere, einigermaßen sichere Ford-Piloten am Ende des Chase sind Greg Biffle auf Platz 10 und Carl Edwards auf Rang 12. Auf Platz 7 liegt Harvick-Teamkollege Jeff Burton vor Tony Stewart, der in Daytona nach vier guten Resultaten Pech hatte. Auch Dale Earnhardt Jr, der zuletzt wieder in die Top5 fuhr und in diesem Jahr eine gute Chance hat, nach 26 Rennen den „cut“ zu schaffen. Innerhalb von 100 Punkten verfolgen Mark Martin, Clint Bowyer und Ryan Newman die Chaser.

An diesem Wochenende fahren Cup und Nationwide Series auf dem aUmstrukturierung</a> des <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Cup-Kalenders, einer Änderung</a> des <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Chase und der   

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