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August 31 2011

17:57

BTCC/WTCC: Vorschau Knockhill & Valencia

Mal wieder ein Doppelheader der beiden Tourenwagenserien und damit auch ein schöner Vergleich der Leistungsdichte in beiden Serien.

Die BTTC Saison hat bisher durchaus Anlass zur Freude gegeben. Es gab einige spektakuläre Rennen, andere waren etwas müde. Aber in der Meisterschaft gibt es doch einige Überraschungen. Die befürchtete Dominanz des Honda-Teams ist ausgeblieben, auch weil die TOCA die NGTC-Turbos in im Laufe des Jahres immer wieder eingebremst hat. Nicht zu letzt auch deswegen, weil Chevrolet, bzw. Jason Plato mehrfach deutliche Worte gefunden hat. Man will das RML-Team mit Sicherheit nicht verlieren, also ist man ihnen etwas entgegen gekommen. Profitiert hat davon aber komischerweise nur Chevrolet. Die ebenfalls mit altem S2000-Motor fahrenden BMW sind in diesem Jahr chancenlos. Das wird sich in Schottland auch nicht ändern.

Die 1974 eröffnete Strecke von Knockhill ist ein echtes Unikat. Nur rund 2km lang, bietet sich doch mehr Abwechslung, als mancher Kurs, der in den letzten Jahren in den Boden betoniert wurde. Das liegt zum einen daran, dass man Knockhill schön die sanften Hügel Schottlands eingebettet hat, zum anderen daran, dass es die wenigen Kurven auch stark in sich haben. Turn 1 ist ein perfekter Platz um abzufliegen, die Schikane spektakulär und die letzte Haarnadel immer wieder für ein gewagtes Bremsmanöver gut. Man braucht in Knockhil eher ein kompaktes Autos, aber vor allem eins, was Leistung hat, sonst wird man auf der Bergaufgeraden gnadenlos stehen gelassen.

Die Turbos sollten wegen ihres besseren Drehmoments in Knockhill also einen leichten Vorteil haben, was für die Honda und die Focus von Airwaves spricht. Mat Jackson startet, etwas überraschend, als Führender der Meisterschaft ins Wochenende, was allerdings auch mit dem eher katastrophalen letzten Wochenende von Matt Neal zu tun hat. Der wird die drei Rennen am Wochenende auch mit einem starken Handicap bestreiten müssen, denn er hat sich vor drei Wochen bei einem Sportunfall die rechte Hand gebrochen. Der zweite Honda-Pilot, Gordon Shedden, gibt auch aus diesem Grund sehr zuversichtlich, was seine Meisterschaftschancen angeht. Aber man sollte auch einen angeschlagenen Matt Neal nicht unterschätzen.

Jason Plato wird den Rennen mit gemischten Gefühlen entgegen sehen, denn sein Cruze ist für den teilweise engen Kurs einfach nicht so gut gerüstet. Er wird auf Regen hoffen, was den Leistungsvorteil der Turbos etwas einbremst. Und Regen ist zu der Jahreszeit in Schottland ja eher die Regel, denn die Ausnahme.

Nur noch geringe Chancen auf die Meisterschaft hat James Nash mit seinem betagten Vectra des Triple8 Team. Das hat in den letzten Rennen immer wieder geschwächelt, vermutlich, weil die Leistungsreduzierung des NGTC-Motors den aerodynamisch nun auch nicht mehr vollkommen neuen Wagen eher getroffen hat, als die Honda und Ford.

Es dürften drei spannende Rennen werden, die wir wie immer für jene, die itv4 nicht sehen können auf unserem @racingbloglive Twitteraccount live kommentieren werden.

WTCC – Valencia

Die offenen Chevrolet Cruze Meisterschaften gehen in die nächste Runde. Die Meisterschaft entwickelt sich zu einem Duell zwischen Rob Huff und Altmeister Yvan Muller, der sich gerne einen weiteren Meisterschaftspokal in den Schrank stellen würde. Und in den letzten Rennen sah auch alles danach aus, dass ihm dies wieder gelingen wird. Huff scheint ein kleines Formtief zu haben, jedenfalls gelang es ihm nicht mehr an Muller vorbei zu kommen und er musste sich mit P2 begnügen. Nur noch Aussenseiterchancen hat Alain Menu, der zwar noch in Reichweite liegt, aber vermutlich darauf hofft, dass seine Kollegen mal Probleme haben oder sich ins Gehege kommen.

Chevrolet baut in Valencia in alle drei Wagen einen neuen Motor ein. Die FIA erlaubt einen straffreien Motorwechsel pro Jahr, der allerdings bis Valencia stattfinden muss. Da die Motoren verplombt sind, kann man sich den Verschleiss nicht richtig anschauen. Und diese Gelegenheit ergreift das RML-Team nun. Ein neuer Motor bedeutet zwar auch wieder etwas mehr Leistung, aber das Risiko, dass etwas schief geht, ist natürlich auch da. Dennoch werden die Cruze auch in Spanien wieder das Maß der Dinge sein.

Volvo sah in den letzten Rennen besser aus, was auch am niedrigen Startgewicht des C30 lag. Doch die FIA hat den Schweden nun 10 Zusatzkilo aufgebrummt, und man darf gespannt sein, wie sich der Volvo damit schlägt. Aber ein deutliches Lebenszeichen von Robert Dahlgren wäre auch mal schön.

Die BMW scheinen ihren Motorprobleme auch in den Griff bekommen zu haben. Der Sieg von Franz Engstler in Oschersleben war ein deutliches Lebenszeichen und es steht zu hoffen, dass BMW auch in Valencia wieder vorne mit dabei ist. Allerdings wird Engstler mit Zusatzgewicht unterwegs sein. Dazu kommt, dass die fahrerisch nicht uninteressante Strecke den BMW in den letzten Jahren nie so recht gepasst hat.

Quasi das “Dark horse” dürfte in Spanien Gabriele Tarquini im Seat sein. Spanischer Wagen in Spanien halt. Der neue Seat-Motor konnte bisher nicht sonderlich überzeugen, auch wenn ein klarer Aufwärtstrend zu sehen ist. In Oschersleben ging vieles schief, das wird Seat nicht zweimal passieren. Und Tarquini ist immer für einen Sieg gut, wenn denn sein Material stimmt.

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August 22 2011

06:46

ALMS: Fotofinish in Road America

Gleich in zwei Klassen gab es ein extrem spannendes Finish beim ALMS Rennen auf dem Kurs von Road America. Aber auch die oft kritisierte LMPC Klasse überraschte.

Groß ist das Starterfeld der LMP-Klassen in der ALMS ja nicht gerade, aber das reicht dennoch um spannende Rennen zu produzieren. Die Eigenart der US-Serien, das Feld gegen Ende des Rennens mal wieder zusammen zu führen, sorgt halt auch dafür, dass die Rennen am Ende immer wieder extrem eng sind. In der LMP1 prügeln sich regelmäßig der Dyson Lola mit Smith/Dyson und der Muscle-Milk Aston mit Graf/Luhr am Steuer um den Sieg. Dank der BoP sind beide Wagen ungefähr gleich auf und der alte Aston Martin mit 12 Zylinder zeigt, zu welchen Leistungen er noch in der Lage ist. Kein Wunder, dass er Aston selber ihn jetzt wieder ausgegraben hat und auch in der LMS einsetzen wird. Dennoch wurde es ein hartes Rennen für die deutschen Fahrer.

Schon in den ersten Kurven wurde klar, dass das kein einfaches Rennen für den Aston Martin wird, der sich die Pole geholt hatte. Doch nach drei Kurven war man die Führung schon wieder los. Steven Kane im zweiten Dyson-Lola schien seine Dunlop-Reifen schneller auf Temperatur bekommen zu haben und stach in T3 innen durch. Kane konnte seine Führung auch bis zur ersten Gelbphase nach wenigen Runden verteidigen und der Restart zeigte dann wieder ein ähnliches Bild. Zunächst spielte Klaus Graf das überlegende Drehmoment seines Wagens aus, doch Kane konterte wieder in T3 und ging erneut in Führung. Kane konnte den Vorsprung auf Graf sogar leicht ausbauen, was allerdings vermutlich auch etwas damit zu tun hatte, dass Klaus Graf in seinen ersten Stint auch etwas spritsparender unterwegs war, denn der 6 Liter Motor des Aston braucht dann doch etwas mehr, als die 2-Liter Mazda Maschine im Dyson.

Das Rennen plätscherte lange ein wenig vor sich hin, auch wenn es an der Box von Muscle Milk beim ersten Stopp jede Menge Aufregung gab, als am Benzineinlass beim Tanken ein kleines Feuer entstand. Steven Kane konnte in seinem Dopplestint die Führung locker verteidigen und übergab dann an seinen Partner Humaid al Masaood übergab. Doch der zerlegte den Lola dann in Führung liegend so dass der Aston dann in Führung ging.

Diese verteidigte die Mannschaft dann auch, auch wenn Chris Dyson von hinten teilweise ordentlich Druck machte. So richtig in Schwung kam das Duell jedoch in den letzten 45 Minuten, als man während der letzten Caution zusammen an die Box kam. Der Aston hatte aber nur noch gebrauchte Reifen, während der Dyson auf frischen Pneus unterwegs war. Es entwickelte sich ein enges, hartes aber immer faires Duell zwischen beiden auch in der Meisterschaft führenden Teams. In der letzten Runde hing Dyson mit seinem Lola im Zentimeterabstand hinter dem Aston und suchte seine Chance. Gleichzeitig hatte man bei Mucsle Milk Sorgen, dass der Sprit mal wieder ausgehen würde. So wie im letzten Jahr, als man zwei Kurven vor Schluss den sicher geglaubten Sieg abgeben musste, weil der Tank von Klaus Graf trocken war. Doch dieses Mal reichte es für den Aston und er gewann mit gerade mal einem Zehntel Vorsprung vor dem Lola-Mazda.

GT
In der GT-Klasse gab es die üblichen Raufereien zwischen den BMW, Corvette und Ferrari. Zunächst hatten die Corvette die Nase vorne, allerdings nur sehr knapp vor den BMW, die im Laufe des Rennens dann die Oberhand gewannen. Wie eng es zugeht konnte man nach einer Stunde sehen, als Toni Vilander um F458 und Oliver Gavin in der Corvette sich nach einem Boxenstopp in der ersten Kurve nicht einig waren und beide sich fast drehten. . Was dem BMW mit Bill Auberlen erlaubte in Führung zu gehen.

Etwas als sonst sah man von den Porsche, die immerhin mal wieder um einen Podiumsplatz kämpfen konnten. Der Flying Lizard 911er mit Jörg Bergmeister und Patrick Long lag bis weniger Minuten vor Schluss auf Platz 3, musste sich aber am Ende doch mit P4 begnügen, weil der heranstürmenden zweiten BMW nicht aufhalten konnte. Mehr war für Porsche nicht zu holen, an einen Sieg war eh nicht zu denken, auch wenn man etwas dichter dran war.

Während die Corvette vorne gegen Ende des Rennens mal wieder Probleme hatten, entwickelte sich ein schöner Kampf zwischen beiden BMW und dem Ferrari F458 von Risi Competizione. Offenbar hat man bei Ferrari in den letzten Wochen jene Leistung gefunden, die man bisher vermisst hatte. Ferrari selber hatte zugestanden, dass der Motor noch nicht die Leistung bringt, die man sich erhofft, und man einige Wochen hinter dem Zeitplan hängt. Das Problem scheint sich erledigt zu haben, denn nach der letzten Caution rang der Ferrari den BMW mit Dirk Werner nieder und erarbeitete sich auch noch eine gemütliche Führung von knapp 9 Sekunden, was in der engen GT-Klasse ja nicht gerade wenig ist. Wenn man bedenkt, dass der F458 gerade seine erste richtige Saison fährt, kann man sich vorstellen, was da im nächsten Jahr noch kommen wird. BMW und Chevrolet werden sich warm anziehen müssen, ob Porsche mit dem neuen GTR, der im Moment getestet wird, wieder um Siege kämpfen kann, wird man sehen müssen.

LMPC

In der LMPC gewann der PR1/Mathiasen Motorsport Wagen mit Butch Leitzinger und Rudy Junco Jr. am Steuer. Das war nicht gerade überraschend, die Endposition des Wagens jedoch schon. Weil in der P1 und P2 mal wieder wenig Wagen unterwegs waren, die dann auch noch Probleme hatten, gelang es dem LMPC einen beeindruckenden dritten Platz in der Gesamtwertung einzufahren.

Dabei war der Sieg von Leitzinger/Junco in der Klasse lange gar nicht so sicher. Denn das Team der #63 Genoa Racing übte lange massiv Druck aus, und konnte ein ums andere Mal auch die Führung in der Klasse erlangen. Erst nach der letzten Caution setzte sich Junco ab und konnte den Sieg festzurren.

GTC
Die GTC zeigte auch mal wieder ein spannendes Rennen, aber die letzte Runde toppte dann doch alles. Jeroen Bleekemolen lag in der letzten Runde auf P3, schappte sich aber zunächst den zweitplatzierten um dann zwei Kurven vor Schluss den Führenden zu überholen. Der rächte sich mit einem kleinen Stupser in der letzten Kurve, doch der Niederländer konnte trotz eines schleichenden Plattfuss noch den Sieg holen.

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August 08 2011

05:31

BTCC: Plato verkürzt den Abstand

Drei interessante Rennen gab es auf dem umgebauten Kurs von Snetterton. Matt Neal hatte dabei ein rabenschwarzes Wochenende.

Der umgebaute Kurs von Snetterton kam bei allen Fahrern sehr gut an, aber wie würde er sich im Rennen schlagen? Das Ergebnis: Nicht schlecht. Es dauerte etwas, bis die Fahrer die Stellen fanden, an denen man sich in der sehr engen Serie an der Konkurrenz vorbeiquetschen konnte. Dazu kommt, dass man etwas knauserig mit den Curbs war. Die sind recht schmal und dahinter ist dann bester britischer Lehmboden. Da muss man noch mal nachbessern und zumindest etwas Teppich verlegen. Aber nach und nach kamen die Piloten mit dem Kurs klar und die Rennen wurden richtig gut. Zumindest für alle, ausser Matt Neal, der ein katastrophales Wochenende erlebte, weil er in den ersten beiden Rennen nicht in die Punkte kam. Schön war aber zu sehen, dass der Dynojet Toyota mit Frank Warthall endlich in Schwung gekommen ist.

Rennen Eins

Und schon in der ersten Kurve gab es dann mächtig viel Ärger. Plato hatte einen guten Start, aber Neal hatten ebenfalls einen guten Start und setzte sich im sehr langen Turn 1 auf der Aussenseite von Plato fest. Doch das konnte einfach nicht gut gehen. Plato hatte innen auch keinen Platz und hielt einfach seine Linie, während Neal nach innen ziehen musste, um nicht auf das Gras zu kommen. Es kam, wie es dann kommen musste – Plato und Neal berührten sich mit dem schlechteren Ende für den Honda. Der drehte sich mitten ins Feld rein aber erstaunlicherweise kamen alle Kollegen um ihn herum. Neal hatte den Wagen abgewürgt und brauchte lange, um ihn wieder zu starten. Damit war auch schon klar, dass Neal damit im zweiten Rennen von ganz hinten starten musste. Neal meinte nach dem Rennen, dass er sich auch nicht ganz sicher sei, ob es ein Rennunfall war, oder ob Plato ihm zu wenig Platz gelassen hat. Die Wahrheit wird wohl dazwischen liegen.

Damit war das Feuer vorne aber dann auch leider raus. Plato war abgesichert durch durch MacDowall, der wiederum Gordon Shedden auf Distanz hielt. Die Reduzierung des Ladedrucks bei den S2000/NGTCs scheint wirklich dem Chevrolet geholfen zu haben. Plato fuhr dann einen ungefährdeten Sieg entgegen.

Hinter den Top 3 entwickelte sich ein nettes Duell zwischen Chilton und dem erstaunlichen Frank Wrathall im Dynojet Toyota. Der dient ja als Versuchsträger und fährt schon nach dem kompletten NGTC-Chassis Reglement. Bisher waren die Toyota nur sehr weit hinten zu finden. Aber offenbar hat Dynojet in der zweimonatigen Pause einiges am Wagen gefunden. Der Toyota lief jedenfalls sensationell gut und konnte auch die Zeiten der Top 3 halten. In einem sehenswerten Zweikampf rang er dann den Ford Focus von Chilton nieder und kam so auf P4. Schön, dass man eine weitere Marke unter den Top 5 sehen kann.

Erstaunlicherweise zog sich das Feld schnell weiter auseinander, vor allem das Mittelfeld fiel weit zurück. Der Abstand zwischen Plato und P10 betrug am Ende satte 26 Sekunden, was schon erstaunlich viel war.

Das Endergebnis sah dann so aus: Plato, MacDowall, Shedden, Warthall, Nash, Jackson, O’Neill, Cole, Chilton, Mewsham, Smith, Jordan, Foster, Byford, Austin, Neate, Griffin, Neal, George, James.

Rennen Zwei

Die Startaufstellung ergab sich aus dem Ergebnis des erstes Rennens. Plato musste aber mit dem maximalen Zusatzgewich von 45kg starten, was man schon am Start bemerkte. Er kam nur zäh los, Shedden, der von P3 kam, war deutlich agiler unterwegs und setzte sich auf der Innenseite für T2 fest. Plato konnte sich zunächst wehren, aber in T2 gab es hinter ihm einen kleinen Stau, der dazu führte, dass Shedden leicht angeschubst wurde, der wiederum Plato anschob. Der kam auf die schmutzige Seite und wurde von Shedden und Nash und Warthall überholt. P4 war aber immer noch ein gutes Ergebnis, zumal er von hinten von MacDowall abgeschirmt wurde. Der Toyota lag damit auf P3 und Warthall versuchte sich an James Nash heran zu fahren, was aber misslang. Nach hinten hatte er zunächst genug Luft.

Matt Neal hatte eine sensationelle erste Runde. Er startete von P18 und lag nach wenigen Kilometern schon auf P10. Aber hier wurde es etwas schwerer mit dem Überholen, aber nach sieben Runden hatte er sich Dave Newsham Seat geschnappt und lang direkt hinter MacDowall auf P6. Als man sich auf eine nettes Duell vorbereiten wollte, fuhr Neal plötzlich an die Box. Der Wagen wurde gecheckt, aber nach 20 Sekunden ging es weiter. Ein Wochenende zum Vergessen für Neal, dessen Vorsprung in der Meisterschaft damit hinüber war.

Vorne ließ Shedden keinen Zweifel an seinem Sieg. Dahinter lag auch James Nash sicher auf P2. Doch beim Dynojet Toyota bahnte sich ein kleines Drama an. Denn plötzlich verlor er viel Zeit und hatte Plato erneut im Genick. Den konnte er zwei Runden abwehren, was aber auch den weiter hinten liegenden Fahrer erlaubte, etwas näher zu kommen. Wrathall musste schließlich beide Cruze passieren lassen, aber es kam noch schlimmer. Er rollte dann mit einem überhitzten Motor aus.

Die einzigen Kämpfe gab es noch um P5, wo Newsham im Seat, O’Neill im 2010er Cruze und Jackson im 2010er Focus sich wenig schenkten. Es war mal wieder britischer Motorsport at its best und am Ende machte Newsham den entscheidenden Fehler und die Konkurrenz ging vorbei.

Am Ende siegte Shedden, vor Nash, Plato, MacD, O’Neill, Jackson, Newsham, Cole, Jordan, Collard, Foster, Chilton, Gilham, Griffin, Wood. Die Auslosung des Reverse Grid ergab dann P7.

Rennen Drei

Einen interessanten Mix gab es im letzten Rennen. Allein die Startaufstellung mit Newsham, Jackson, O’Neill, MacD, Plato, Nash, Shedden, Cole, Jordan, Collard versprach schon viel Spaß. Nicht mehr dabei war leider Frank Warthall mit dem Dnyojet Toyota, dessen Kühler hinüber war und man keinen Ersatz hatte.

Newsham hielt seinen Seat in Front, auch weiter hinten gab es zunächst kaum Veränderungen. Jason Plato und MacDowall bildeten mal wieder ein Tandem und blieben hinter Newsham, Jackson und O’Neill auf den Plätzen 4 und 5. Derweil entwickelte sich vorne ein schöner Kampf zwischen Jackson und Newsham, den der Ford-Pilot aber für sich entscheiden konnte. Der Grund war, dass die Vorderreifen des Seat schnell nachließen und Newsham sich mit einem fürchterlicher Untersteuern beschäftigen musste. So rutschte auch Paul O’Neill durch, der dem Tempo von Jackson nicht folgen konnte. Da Newsham mehr und mehr mit der Abwehr von Jason Plato beschäftigt war, konnte sich O’Neill auf P2 einrichten.

Plato blieb hinter Newsham erstaunlich ruhig, doch das änderte sich gegen Ende des Rennens, als Matt Neal plötzlich auftauchte. Neal hatte sich mal wieder durch das gesamte Feld gekämpft und auch seinen Teamkollegen Gordon Shedden nieder gerungen. Jetzt hing er MacDowall und Plato sah das Unheil kommen. Sein Druck auf Newsham wurde größer, aber der erlaubte sich zunächst keine weiteren Fehler.

Doch das änderte sich dann in den letzten zwei Runden. Als Newsham in der Schikane mal wieder eine weite Linie nehmen musste, setzt sich Plato innen rein und ging vorbei. MacDowell zog gleich mit, aber wenige Kurven später rempelte sich Neal an dem Youngster vorbei. Da war Plato vorne aber schon weg gezogen und MacDowall versuchte Neal weiter unter Druck zu setzten.

Doch es paasierte nichts mehr vorne, nur der arme Dave Newsham fiel mit abgelutschten Reifen noch weiter zurück. Das Ergebnis im letzten Rennen lautete dann: Jackson, O’Neill, Plato, Neal, MacD, Nash, Shedden, Newsham, Foster, Austin, Cole, Collard, Chilton, Jordan, Gilham.

In der Meisterschaft ist man nun sehr eng zusammen gerückt und mit Mat Jackson gibt es einen neuen Führenden im Championat. Jason Plato hat seinen Rückstand um satte 20 Punkte verkürzt und ist nun wieder mitten drin im Meisterschaftskampf.

1 Mat Jackson 158
2 Gordon Shedden 150
3 Matt Neal 148
4 Jason Plato 138
5 James Nash 127

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August 05 2011

15:25

BTCC: Vorschau Snetterton 2011

Die BTCC kommt endlich aus ihrer Sommerpause zurück und wartet direkt mit einer Neuheit auf. Auf dem umgebauten Kurs von Snetterton wird zum ersten Mal ein großes Tourenwagenrennen ausgetragen.

Der ehemalige Flugplatz bestand im Prinzip bisher aus dreieinhalb Geraden und 2 Schikanen, sorgte aber dennoch immer wieder für spektakuläre Rennen. Dr. Jonathan Palmer, dem die Strecke gehört, hat ein wenig Geld in die Hand genommen und den Kurs in den letzten Monaten umbauen lassen. Dabei hat er dankenswerterweise das Grundlayout der Strecke nicht verändert, sondern nur im riesigen Infield eine neue Schleife eingebaut. Die sieht auf den ersten Blick recht fahrbar aus und scheint sich harmonisch in den Streckenverlauf einzufügen. Jason Plato konnte in der Sommerpause ein paar Runden auf dem Kurs drehen und zeigte sich begeistert. Die Strecke sei flüssig, der Charakter von Snetterton nicht zerstört. Ein Video der neuen Strecke und was es sonst so an Neuigkeiten in der BTCC gibt nach dem Klick.

Der neue Streckenteil ist, wie man sehen kann, eher flach geraten, auf den ersten Blick fehlen ein paar Senken. Was die Puristen auch ärgern dürfte: Die enge Schikane vor Start/Ziel ist durch eine simple Linkskurve ersetzt worden. Zwar hatte die alte Schikane nicht gerade das Wort “harmonisch” verdient, aber dafür sorgte sie immer für viel Abwechslung.

Die Saison in der britischen Tourenwagenmeisterschaft ist mal wieder sehr eng. Im Moment führt Matt Neal (140 Punkte) das Championat mit neun Punkten vor dem erstaunlich gutem Mat Jackson im privaten Airwaves Ford Team. Dahinter lauert Gordon Shedden (120) im zweiten Honda. Andrew Jordan liegt mit 111 Punkten auf Platz 4, dahinter folgen dann James Nash (104) vor dem Vorjahresmeister Jason Plato, der nur 100 Punkte hat. Aber an einem Wochenende kann man 52 Punkte erlangen und ein Unfall ist in der ja eher ruppigen Serie keine Seltenheit.

Die TOCA hat auch mal wieder an den BoP-Einstellungen rumgefummelt. Um die das Mittelfeld etwas näher zusammen zu bringen, hat man den S2000 mit dem NGTC Turbomotor den Ladedruck um weitere 0,05 Bar reduziert. Damit bremst man vor allem Honda ein, die schon mehrfach in diesem Jahr eine Leistungsreduzierung hinnehmen mussten. Ausgenommen von der Regelung sind die Teams, die meist weit hinten starten. Also die Toyota, Audis usw. Die sollen so etwas von ihrem doch erheblichen Abstand nach vorne abfeilen können.

Den Chevys und vor allem den BMWs wird das auch gefallen, rücken sie doch auch wenig näher auf. Allerdings ist die Strecke in Snetterton immer noch ultraschnell, die Honda werden auch hier wieder so ihre Vorteile haben.

Sonst hat sich in der Sommerpause wenig getan, wie die Nennliste für das Rennen zeigt.

1 – Jason Plato – Silverline Chevrolet – Chevrolet Cruze LT (S2000)
2 – Matt Neal – Honda Racing Team – Honda Civic (S2000/NGTC)
4 – Tom Onslow-Cole – Arena Motorsport – Ford Focus (S2000/NGTC)
5 – Tom Chilton – Arena Motorsport – Ford Focus (S2000/NGTC)
7 – Mat Jackson – Motorbase Performance – Ford Focus ST (S2000/NGTC)
8 – Rob Collard – West Surrey Racing – BMW 320si (S2000)
11 – Frank Wrathall – Dynojet Racing – Toyota Avensis (NGTC)
13 – Rob Austin – Rob Austin Racing – Audi A4 (NGTC)
14 – James Nash – Triple Eight Race Engineering – Vauxhall Vectra (S2000/NGTC)
17 – Dave Newsham – Special Tuning Racing – SEAT León TFSI (S2000/NGTC)
18 – Nick Foster – West Surrey Racing – BMW 320si (S2000)
20 – Alex MacDowall – Silverline Chevrolet – Chevrolet Cruze LT (S2000)
22 – Tom Boardman – Special Tuning Racing – SEAT León TFSI (S2000/NGTC)
28 – John George – Tech-Speed Motorsport – Chevrolet Cruze LT (S2000)
29 – Paul O’Neill – Tech-Speed Motorsport – Chevrolet Cruze LT (S2000)
34 – Tony Gilham – Triple Eight Race Engineering – Vauxhall Vectra (S2000/NGTC)
42 – Daniel Welch – Welch Automotive – Proton Gen-2 (NGTC)
43 – Lea Wood – Team Wood Racing – Honda Integra Type-R (BTC)
44 – Andy Neate – Arena Motorsport – Ford Focus (S2000/NGTC)
50 – Tony Hughes – Speedworks Motorsport – Toyota Avensis (NGTC)
52 – Gordon Shedden – Honda Racing Team – Honda Civic (S2000/NGTC)
55 – Jeff Smith – Eurotech Racing – Vauxhall Vectra (S2000/NGTC)
66 – Liam Griffin – Motorbase Performance – Ford Focus ST (S2000/NGTC)
77 – Andrew Jordan – Eurotech Racing – Vauxhall Vectra (S2000/NGTC)
78 – Chris James – Team ES Racing – Chevrolet Lacetti (S2000)
99 – Martin Byford – AmD Milltek Racing – Volkswagen Golf (S2000/NGTC)

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August 01 2011

14:43

WTCC: Engstler schafft die Überraschung

Die offenen Chevrolet-Meisterschaften gingen zwar auch in Oschersleben weiter, aber nicht ganz so, wie man es erwartet hatte.

Es ist klar, dass in der WTCC nur ein Chevy-Pilot Meister werden kann, doch immerhin ist die Meisterschaft weiter spannend, da Yvan Muller und Rob Huff eng zusammen liegen. Nachdem der Brite die erste Saisonhälfte dominiert hatte und Muller in Porto regelrecht düpierte, sie die Sache nun anders aus. Jetzt ist es Muller, der offenbar seine alte Form wieder gefunden hat und Rob Huff hinter sich lässt. Richtig spannend ist es auch in der Independent Wertung, wo BMW Pilot Norbert Michelisz nach zwei miserablen Wochenende den einstmals großzügigen Punktevorsprung aufgebraucht hat. Das er die Führung nicht ganz abgeben musste war reines Glück. Doch BMW hatte am Wochenende durchaus Grund zur Freude.

In Lauf 1 sah die WTCC-Welt noch aus wie immer. Muller und Huff fochten ihr Duell an der Spitze aus, wobei der amtierende Weltmeister zum dritten Mal hintereinander die Nase vorne hatte. Huff mühte sich bei klatschnassen Bedingungen zwar ab, Muller machte aber mal wieder keinen Fehler. Lustig war es aber dahinter. Robert Dahlgren hatte es geschafft, den Volvo C30 für den ersten Lauf auf P2 zu stellen, doch beim Start (der dritte Start – die beiden ersten hatte man abgewunken) verlor der Schwede einige Plätze und wurde dann auch noch zur Seite geschoben. Dahlgren fiel zurück, kämpfte sich aber in einem ansehnlichem Rennen zurück. Immerhin zeigte der C30 mal wieder sein Potential. Auf der Geraden geht der Wagen schon mal gut, in den Kurven fehlt etwas.

Auch im Mittelfeld ging es gut zur Sache, vor allem zwischen den Independent Piloten. Die BMW mischten in Kampf um die vorderen Plätze deutlich besser mit, als in den Rennen zuvor. Das lag einerseits an einem leicht verbesserten Motor, hatte aber auch etwas damit zu tun, dass die FIA die BMW vor dem Rennen in Oschersleben um 10kg erleichert hatte. Das machte sich dann doch deutlich bemerkbar, auch wenn Gabriele Tarquini im ersten Rennen “Best of rest” war.

In Rennen zwei stand Franz Engstler auf der Pole, verlor seinen Spitzenplatz aber schon beim Start an Michelisz, der aus der zweiten Reihe nach vorne stürmte. Engstler konnte immerhin P2 halten, kam aber auch nicht näher an den Ungarn heran. Dahinter pflügten die Cruze durchs Feld, aber bei weitem nicht so leicht, wie bei den anderen Rennen der Saison. Das lag sicher auch an der Strecke, die wenig Überholmöglichkeiten bietet.

Während die BMW Independents vorne ihren Kampf ausfochten, hatten Huff und Muller ihr eigenes Rennen. Tief im Mittelfeld gestartet, hatten beide Probleme sich an den BMW und Seat vorbei zu schieben. Dabei war Huff zunächst der aggressivere und versuchte einen Wagen zwischen sich und Muller zu bringen. Das lief derartig schief, dass Muller einen missglückten Überholversuch von Huff an Monteiro ausnutzen konnte, um an beiden vorbei zu gehen. Huff blieb sogar noch etliche Runden hinter dem Seat hängen, bevor er doch wieder zu Muller aufschliessen konnte.

Vorne warf Michelisz seinen fast sicheren Sieg zur Halbzeit weg, als er sich dreht und später von Coronel in einen Reifenstapel geschickt wurde. Der Punktverlust sollte sich rächen, auch wenn sein direkter Konkurrenz Poulsen schon beim Start abgeschossen wurde. V

Vorne wurde es zeitweise dann wieder eng, nachdem Alain Menu seinen Cruze endlich hinter Engstler positioniert hatte. Doch erstaunlicherweise konnte der BMW den Abstand zu Menu konstant halten. Das ist, auch für die weitere Saison, eine gute Sache.

Engstler gewann sein erstes Rennen in der WTCC im zarten Alter von 50 Jahren. Ein schöner Erfolg vor der hemischen Kulissen. Durch den Ausfall von Michelisz und Poulson ist es in der Indepentwertung auch wieder richtig eng. Da liegen gleich vier Piloten noch gleichauf.

Alle Wertungen gibt es bei der WTCC.

WTCC_Oschersleben_2011_9 WTCC_Oschersleben_2011_10 WTCC_Oschersleben_2011_8 WTCC_Oschersleben_2011_7 WTCC_Oschersleben_2011_6 WTCC_Oschersleben_2011_5 WTCC_Oschersleben_2011_4 WTCC_Oschersleben_2011_3 WTCC_Oschersleben_2011_2 WTCC_Oschersleben_2011_1

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July 29 2011

11:45

WTCC: Vorschau Oschersleben 2011

Die Tourenwagen WM macht Station in Deutschland und fährt auf dem verwinkelten Kurs von Oschersleben. Überraschungen darf man nicht erwarten.

Auch in Oschersleben werden die Chevrolet Cruze wieder den Ton angeben. Zwar hat die FIA mal wieder an den Gewichten gespielt, aber große Änderungen sollten man nicht erwarten. Sieger der erneuten Jonglage mit den Bleigewichten ist in dieser BMW. Die fahren nun mit 1170kg Gesamtgewicht herum, was 20 Kilo weniger sind, als sie schon hatten. Auf dem engen Kurs in Oschersleben sollte diese Erleichertung den BMWs einiges bringen. Für das Team Engstler ist der Auftritt natürlich ein Heimspiel und nach den guten Ergebnissen in den letzten Rennen, wird man vermutlich versuchen, wieder ein Top 5 Ergebnis zu erzielen. Aber auch Tom Coronels BMW hat ein wenig an Gewicht verloren.

Ob die leichte Gewichtsveränderunge aber dafür sorgen wird, dass die BMW die Cruze unter Druck setzten können? Die BMW gehen in Oschersleben normalerweise gut, aber eine wirkliche Überraschung wird ihnen kaum gelingen können. Dem Cruze sollte die Strecke ebenfalls recht gut liegen, da der Wagen enge Strecken durchaus gerne mag.

Bleibt als dritte Mannschaft noch die von Seat. Deren neuer 1.6 Liter Motor hat sich zumindest schon mal als recht potent erwiesen, so dass man die BMW einigermaßen unter Kontrolle hatte. Tarquini zeigte sich recht angetan bisher, auch wenn er immer noch einen Leistungsmangel beklagt. Grundproblem des Leon ist aber, dass das Chassis einfach zu alt ist. Ein neues ist aber nicht in Sicht, da Seat ja offiziell ja nicht mehr in der WM mitmacht.

Volvo muss 10 kg mehr draufpacken, aber der C30 hat sich bisher als recht starkes Fahrzeug gezeigt. Der Motor hat offenbar genug Leistung, es fehlt aber noch an der Feinabstimmung. Die Schweden halten sich mit Informationen über die Fahrbeitkeit des Motors zurück, was eine Einschätzung schwer macht. Aber man kann die Fortschritte des Teams deutlich sehen und die Formkurve zeigt nach oben.

Spannung wird man am Wochenende wohl nur vom Kampf zwischen Yvan Muller und Rob Huff erwarten können. Die Stimmung zwischen beiden ist schon leicht gereizt, Chevy lässt seine Fahrer aber weiterhin frei fahren. Noch führt Huff in der WM mit knappen 15 Punkten, was der Sache weiter etwas Zündstoff gibt.

Falls es untergegangen sein sollte: Ford kommt 2012 mmit einem Werksteam wieder in die Tourenwagenmeisterschaft. Man wird 2 Fahrer einsetzen, davon vermutlich einen aus BTCC, was Tom Chilton sein dürfte. Der Einstieg eines weiteren Herstellers wird die Serie deutlich aufwerten, aber noch mal so ein Jahr wie dieses hätte die WTCC vermutlich nicht überlebt.

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July 14 2011

11:42

WTCC: Vorschau Donington Park 2011

Die offenen Chevrolet Cruze Meisterschaften gehen weiter. Dieses Wochenende kann die Konkurrenz sich das Heck der Chevy in Donington anschauen.

Donington ist für gute Tourenwagenrennen bekannt. Die Abstecher der BTCC sind ja meist immer recht unterhaltsam, so auch in diesem Jahr. Da ist der direkte Vergleich mit der WTCC ja durchaus mal interessant, auch wenn es vorne vermutlich nicht so eng wird, wie in der britischen Serie. Doch die FIA hat mit den Gewichten gespielt und das könnte die Sache interessanter machen. Das Chevorlet das Maximalgewicht aufgebrummt bekommt, ist klar, aber die FIA hat den BMW weiter 10 kg Ballast rausgenommen und beim Volvo sind es es sage und schreibe 60kg. Nach dem das Polestar Team in den letzten Rennen mit Maximalgewicht unterwegs war, sind es jetzt nur 1130kg. Da der Volvo in Porto schon nicht so schlecht aussah, werden die 60kg in Donington einiges bewirken.

Es wäre ja auch mal nett, wenn sich vorne noch eine andere Marke zeigen würde, als nur Chevrolet. Aber auch Gabriele Tarquini rechnet sich wieder etwas mehr Chancen aus. Dem Seat-Motor fehlte es bisher ein wenig an Leistung, da hat man aber offenbar nachgelegt, was gerade auf dem leicht hügeligen Kurs in England sicher nicht schlecht ist. Tarquini ist immer eine Marke, auf die man achten muss, vielleicht schafft er ja wie in Zolder eine Überraschung.

Doch im Grunde eht es vermutlich wieder einfach nur darum, wer von den drei Cruze-Piloten bei den Rennen die Nase vorne haben wird. Und so richtig entspannt ist die Stimmung im Chevrolet-Lager nicht. Yvan Muller beklagte sich nach dem Rennen in Porto, dass das Überholmanöver von Rob Huff nicht ganz legal gewesen sei. Der hatte eine Schikane auslassen müssen, dass allerdings auch nur deswegen, weil Muller ihn beim Überholvorgang sanft angeschoben hatte. Rob Huff wiederum möchte gerne seine “Underdog” Image los werden. Er gilt als schneller, aber auch fehleranfälliger Pilot, dem schon mal die Nerven fehlen. Bisher hat er eine tadellose Saison hingelegt, aber sein Vorsprung in der WM ist noch nicht so groß, dass man davon sprechen könnte, er sei dominant. Aber immerhin lässt Chevrolet seine Fahrer frei fahren, was ja auch eine nette Sache ist.

In der Wertung der freien Teams sieht es dagegen etwas enger aus. Dort führt Norbert Michelisz die Fahrerwertung an, was ein wenig überraschend ist, hatte man doch dem Engstler-Team gute Chancen ausgerechnet. Doch bei Franz Engstler läuft es im Moment nicht so rund, was auch mit dem etwas schwierig zu fahrenden BMW-Motor zu tun haben soll, dessen Leistungsentwicklung eher im digitalen Bereich liegt. Entweder ist der Turbo an, oder aus. BMW hat nachgebessert, was die letzten Rennen auch gezeigt haben, aber dann ist da halt noch das alte Chassis, aus dem man nicht mehr viel rausholen kann. Die Zeit der BMW neigt sich langsam zu Ende und man darf gespannt sein, ob BMW sich noch mal die Mühe macht, ein neues Chassis für die Kundenteams zu homologieren. Immerhin liegt Poulsen in der Wertung aber P2, nur 5 Punkte zurück, da ist also noch alles drin.

In England gibt es dann auch ein Wiedersehen mit Colin Turkington, der für das Wiechers Team an den Start gehen wird.

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July 04 2011

12:15

WTCC: Analyse Porto 2011

Das befürchtete Schlachtfest auf den Strassen von Porto blieb aus, dafür lieferte die WTCC einen spannenden Kampf an der Spitze ab. Doch leider bestand der nur aus drei blauen Chevrolet.

Die FIA hat in diesem Jahr ein echtes Problem mit der WTCC. Das Chevrolet noch mitmacht ist der einzige Grund, warum die Serie nicht komplett von den Independents beherrscht wird. Was sicher den Sport nicht schlechter machen würde, aber das Prädikat “Weltmeisterschaft” ist halt eigentlich für etwas anderes gedacht, wenn es nach der FIA geht. So kann Chevrolet seine drei Fahrer quasi nach Belieben siegen lassen. In diesem Jahr hat es erst einen Sieg eines Piloten gegeben, der nicht in einem Cruze gesessen hat: Tarquini in Zolder. In der Serie mehren sich die Stimmen, dass man die Chevrolets ein wenig einbremsen sollte, doch warum sollte man das machen? RML kann schließlich auch nichts dafür, dass BMW und Seat der Serie den Rücken gekehrt haben. Und so kann sich Chevrolet auch erlauben, seine drei Piloten von der Leine zu lassen, was immerhin zu spannenden Rennen führt.

Im Grunde muss man über beide Rennen nicht viel sagen. Rennen 1 sah wie üblich alle drei Cruze vorne, wobei Alain Menü überraschte und die Konkurrenz im Griff hatte. Das lag aber auch daran, dass Rob Huff und Yvan Muller über die gesamten 11 Runden in einen engen Zweikampf verzahnt waren, der immer fair aber hart geführt wurde. Aber egal, wie oft Huff auch bei Muller anklopfte, er kam nicht vorbei. Was auch an seinem Zusatzgewicht lag, denn Ausgangs der Kurven verschaffte sich Muller immer genau die paar Meter Vorsprung, die ihm den zweiten Platz sicherte.

Obwohl beide also in einem Kampf verwickelt waren, gelang es weder Tiago Monteiro, noch Gabriele Tarquini dran zu bleiben. Das lag teilweise auch daran, dass sich die Seat-Fahrer auch nicht immer über die Plätze einig waren, aber vor allem konnte man sehen, dass dem neuen Seat-Motor einfach noch der Dampf fehlt.

Auf der anderen Seite hört man immer wieder, dass Chevrolet das komplette Potential des Cruze gar nicht ausschöpft. Wer mit Maximalgewicht und auf dem engen Kurs in Porto die anderen Wagen in 11 Runden um etliche Sekunden distanziert, obwohl man im Zweikampf steckt, muss noch Reserven haben. Die konnte man auch ansatzweise im zweiten Rennen sehen, als Huff dem nun wirklich nicht langsamen Muller im letzten Drittel des Rennens einen 3 Sekunden Vorsprung wegnahm und seinerseits dann wieder 1.5 Sekunden auf den Ex-Meister rausholte. Es scheint so, als die Cruze dem Rest des Feldes massiv überlegen sind, dies aber nicht immer so zeigen, wie sie könnten.

Dabei läuft es immerhin für BMW und Volvo langsam etwas besser. Die Schweden, die im nächsten Jahr angeblich zwei weitere Autos an den Start bringen wollen, haben beim Bau des 1.6 Liter Motors offenbar ganze Arbeit geleistet, jedenfalls tauchte Dahlgren im ersten Rennen relativ weit vorne auf. In Rennen 2 versemmelte er den Start. Die Kunden-BMW kommen auch etwas besser in Schwung. Das alte 320er Chassis ist zwar nicht mehr wirklich aktuell, aber beim Motor gibt es mittlerweile Verbesserungen. Die Fahrer beklagen sich schon fast das gesame Jahr über Probleme bei der Leistungsentwicklung. Der Turbo setzt zu kräftig ein, was zu Problemen am Scheitelpunkt der Kurve führt. Das konnte man in Rennen 2 sehr schön bei Stefano D’Aste sehen, der den BMW lange auf P1 halten konnte. Aber Ausgangs der engen Kurven stand er ein ums andere Mal ziemlich quer. Die schlagartige Leistung fordert auch die Hinterreifen stärker, was gegen Ende des Rennens auch nicht gerade förderlich ist.

Das Chevrolet beide Titel holen wird, steht außer Zweifel. Spannend wird nur sein, ob es Rob Huff gelingen wird, seine sehr gute Form auch über das restliche Jahr zu halten. Bisher war der Brite fast fehlerlos, was man von ihm in den letzten Jahren nicht so oft gesehen hat. Muller drückt mit seiner Erfahrung, aber kann die in dieser Saison nicht so gut zur Geltung bringen, wie sonst. Huff führt im Moment mit 29 Punkten, was in der WM ziemlich wenig ist, kann man doch einem guten Wochenende bis zu 50 Punkte erreichen. Bei noch 12 ausstehenden Läufen an sechs Rennwochenenden kann sich also noch eine Menge tun. Und da Chevrolet offenbar keine Präferenzen bei den Fahrer setzt, bleibt zumindest diese Entscheidung spannend.

Am Rande vermerkt: 140.000 Menschen sollen am Wochenende in Porto an der Strecke gewesen sein. Daher überlegt man wohl das Rennen auch 2012 wieder in den Kalender zu hieven und nicht erst wieder 2013.
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June 11 2011

12:17

24 H von Le Mans 2011 – Liveblog

Das größte Rennen des Jahres geht los. Peugeot und Audi starten ebenso in eine Schlacht, wie BMW, Ferrari, Chevrolet und Porsche. Wer hat den besten Speed? Welchen Dramen warten auf die Teams und die Fahrer. Wir werden im Liveblog die 24H begleiten.

Wenn die Zeiten aus der Qualifikation und dem Testtag stimmen, dann steht uns vielleicht das engste Le Mans Rennen seit langer Zeit bevor. Alle Peugeot 908 und Audi R18 langen innerhalb von einer halben Sekunde, waren also praktisch gleich schnell. Allerdings – es gibt Gerüchte, dass die Audi im Renntrimm ca. 2 bis 3 Sekunden schneller als die Peugeot sein sollen, dafür aber eine Runde früher an die Box müssen. Sollte das stimmen, müssen die Audi R18 mindestens 3 Sekunden schneller sein, sonst geht die Rechnung nicht auf. Ein Boxenstopp ohne Reifen- und Fahrerwechsel dauert ca. 40 bis 60 Sekunden, dazu die An- und Abfahrt. In den Longruns ist mir aber nicht aufgefallen, dass Audi so viel schneller war. Alle lagen mit vollen Tanks bei ca. 3.34, drückten dann die Rundenzeiten auf 3.28 am Ende des Stints. Eine entscheidende Frage wird auch sein, wie viele Safety Car Phasen es geben wird und wie der ACO die SC-Phasen in diesem Jahr regelt. Im letzten Jahr verloren die Audi den Anschluss, weil das SC das Feld auseinander rupfte und nicht mehr zusammenführte. Das Wetter könnte auch eine Rolle spielen, und die Dramatik zusätzlich erhöhen. Heute und in der Nacht soll es trocken bleiben, aber für morgen Mittag sagen verschiedene Wettervorschauen leichten Regen voraus. Das wäre ja noch was, wenn es ausgerechnet in der Schlussphase anfängt zu regnen.

Nun denn – auf in den Kampf. Wir werden ab sofort bis morgen den nach dem Rennen, also ca. 15.30 Uhr live durchbloggen. Ebenfalls im Liveblog: Das 3. freie Training der F1 (nur eingeschränkt) und die Qualifikation (komplett). Es begleiten Euch abwechselnd: Stefan, Flo aus N, tbz und meine Wenigkeit. Alle weiteren Infos gibt es auch in unserem ultimativen Le Mans Guide!

14.00 – 18.00 Uhr Don
18.00 – 20.00 Uhr Stefan
20.00 – 23.00 Uhr Flo aus N
23.00 – 02.00 Uhr Don
02.00 – 08.00 Uhr Stefan (light, ab 6 wieder voll)
08.00 – 10.00 Uhr tbz
10.00 – 13.00 Uhr Don
13.00 – 16.00 Uhr Stefan

24 H von Le Mans 2011 – Liveblog

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June 06 2011

06:46

BTCC: Analyse Oulton Park 2011

Die Rennen in Oulton Park wird man so schnell nicht vergessen. Plato schimpft nach einem Sieg wie ein Rohrspatz und die beiden Führenden schieben sich ins Kiesbett.

Zu Beginn der Saison versprach die TOCA, die die BTCC organisiert, dass in jedem Rennen eine Gleichheit zwischen den S2000 und den NGTC bestehen wird. Das war auch einer Gründe, warum Chevrolet überhaupt angetreten ist, denn hinterher fahren wollte man als Werksteam nicht. Tatsächlich hat die TOCA im ersten Halbjahr schon massiv nachgeregelt. Die Turbos wurden eingebremst, die S2000 leichter gemacht. Geholfen hat es allerdings nur wenig, denn im Rennen konnte man sehen, wie schnell die Honda wirklich sind. Selbst auf den kurzen Geraden in Oulton Park schlüpften die Honda an den Cruze vorbei, als hätten die 50 PS weniger. Plato reagierte nach dem zweiten Rennen in einem Live-Interview mit einer Schimpfkanonade und nannte die Regeln “lächerlich”. Dennoch waren die Rennen mal wieder sehr sehenswert.

Rennen 1

Die Hondas hatten sich die erste Startreihe gesichert, doch vor dem Rennen war die Strecke nass und es nieselte leicht. Die Rennleitung entschied sich relativ spät dazu, ein “wet race” zu erklären, was die Reifenwahl nicht leichter machte. In der BTCC kann an die verschiedenen Reifen mischen, also zum Beispiel vorne Regenreifen und hinten Slick, oder beim Heckantrieb auch umgekehrt. Einige entschieden sich auf komplett auf Slicks zu setzen, während Matt Neal auf Nummer Sicher ging, und nur Regenreifen wählte. Die Startaufstellung sah dann hinter den Honda etwas überraschend Andy Neate im neuen Ford Focus, dahinter lauerte schon Jason Plato.

Der Start ging erstaunlicherweise gut über die Bühne, Neal schnappte sich auf der Außenbahn Shedden, der sich auch nicht sonderlich wehrte. Stattdessen musste sich Shedden mit einem sehr wilden Andy Neate herumschlagen, der seinerseits von Plato unter Druck gesetzt wurde. Der hatte Andy MacDowell als Schutzschild im Nacken und dahinter mischte sich das Feld ordentlich durch.

Nun hörte der Regen aber auf, was vor allem für all jene schlecht war, die komplett auf Regenreifen gesetzt hatten. Dazu gehörten Neal und Neate, die nun massiv unter Druck kamen. Neal ließ Shedden kampflos durch, dahinter schnappte sich Plato dann Neate. Der neue Focus soll zwar etwas netter zu den Vorderreifen sehen, viel sah man davon aber nicht. Relativ flott versank der Ford dann Mittelfeld, aber er machte es seinen Gegnern nicht leicht.

Neal war offenbar bedacht, so viel Punkte wie möglich einzusammeln und blieb weiter vorsichtig in den Zweikämpfen. Während Shedden vorne mit seiner Misch-Bereifung einen Vorsprung von bis zu 7 Sekunden heraus fuhr, machten es sich beide Cruze auf den Plätzen zwei und drei gemütlich. Da sollte dann auch nichts mehr passieren.

Doch dahinter ging es teilweise wild und unübersichtlich zu. Vor allem James Nash, der von weit hinten hatte starten müssen, schob seinen Vectra durchs Feld und passierte sämtliche Konkurrenten um schließlich auf P4 zu landen. Dahinter ging es allerdings zur Sache, weil die unterschiedlichen Reifenstrategien nun zum tragen kamen. Rob Collard hatte eine Mischbereifung und kämpfte mit Nick Foster, Lea Wood, Matt Neal und Andy Neate. Es entwickelte sich ein enger aber immer fairer Kampf, den Collard dann für sich entscheiden konnte.

Am Ende siegte Shedden vor Plato, Macdowell, Nash, Collard, Foster Wood, Neal, Neate und Andrew Jordan.

Rennen 2

Aus diesem Ergebnis ergab sich dann auch die Startaufstellung für das zweite Rennen. das ebenfalls unter gemischten Bedingungen los ging. Nach dem Start tat sich jedoch nicht viel, nur MacDowell hatte einen miserablen Start und fiel ein paar Positionen zurück. Shedden setzte sich vorne relativ leicht ab, daran konnte auch die erste SC-Phase nichts ändern, die nach einer Runde kam, weil Jeff Smith seinen Vectra schlecht geparkt hatte. Plato dagegen hatte größere Probleme, da er von James Nash massiv unter Druck gesetzt wurde.

Dann wurde der Regen stärker und all jene, die teilweise Slicks aufgezogen hatten, kamen in große Probleme. Dafür tauchten plötzlich Rob Collard und Matt Neal auf, die komplett auf Regenreifen gesetzt hatten und teilweise 4 Sekunden schneller als der Rest waren. Neal schnappte sich Collard, dann auch Andrew Jordan und gewann innerhalb einer Runde mehrere Plätze. Danach machte er sich auf die Jagd nach James Nash und Jason Plato, die immer noch im Zweikampf steckten. Nash boxte sich Eingangs der letzten Kurve an Nash vorbei, am Ende der Start/Zielgeraden ließ er auch Plato stehen.

Doch das Rennen von Neal sollte noch deutlich aufregender werden. Kaum auf P2 gelandet, verbremste er sich in der Haarnadel und rutschte wieder auf P4 zurück. Doch mit dem völlig überlegenen Honda holte sich innerhalb von einer Runde P2 wieder zurück. Plato ließ er dabei in einem Beschleunigungsduell auf der Gegengeraden einfach stehen, was beim amtierenden Meister für eine dicke Halsschlagader sorgen sollte.

Das Rennen wäre damit gelaufen gewesen, da Shedden vorne 10 Sekunden in Front lag, aber dann stand der 2010er Cruze von John George in Lodge in der Schusslinie. Nach einer erneuten SC-Phase ging es dann noch über drei Runden weiter. Shedden blieb vorne, Neal machte aber Druck und verbremste sich in der Haarnadel. Er berührte Shedden leicht im Heck, der den Wagen jedoch meisterlich abfangen konnte. Doch Neal war offenbar auf einer Mission.

In der letzten Kurve der letzten Runde setzte er sich plötzlich innen neben Shedden und verpasste erneut den Bremspunkt. Neal rutschte einfach geradeaus und schob sich und den Führenden Shedden ins Kiesbett.

So was sieht man auch nur selten und Neal, der ja nun als zweifacher BTCC-Champion kein Anfänger ist, saß minutenlang zusammengesunken im Wagen. Das half aber auch nicht, Jason Plato staubte den Sieg ab.

Der war allerdings überhaupt nicht glücklich, sondern griff im Siegerinterview massiv die TOCA, die Organisatoren der BTCC, an. Es sei ein Witz, so Plato, dass ein Honda auf der Geraden einfach an seinem S2000 Wagen vorbei gehen könne. Das habe nichts mit Chancengleichheit zu tun, es sei lächerlich und dumm. Mal sehen, ob seine Aussagen noch ein Nachspiel haben werden.

Ergebnis: Plato, Nash, Collard, Jordan, MacD, Shedden, O’Neill, Foster, Jackson, Chilton, Wood.

Rennen 3
Die Auslosung des Reverse Grid erbrachte P9 und damit folgende Startaufstellung: Jackson, Foster, O’Neill, Shedden, MacD, Jordan, Nash, Collard, Plato, Chilton, Wood, Austin.

Dieses Mal war die Strecke trocken, allerdings gab es noch etliche nasse Stellen, die gleich in der ersten Runde Paul O’Neill zum Verhängnis wurden. Der wollte vor Druids aussen den zweitplatzierten Nick Foster überholen und kam auf so eine nasse Stelle. Das Ergebnis war ein heftiger Abflug, ein zerstörtes Auto, aber ein Fahrer, der ok war. Da James Nash seinen Vectra ebenfalls in die Botanik geworfen hatte, musste das Safety Car rauskommen.

Das Rennen entwickelte sich aber auch nach dem Restart nicht zu dem “Demolition Derby”, das man normalerweise im letzten Rennen des Tages erwartet. Stattdessen zog sich das Feld unter den Top 3 etwas auseinander. Dahinter sorgten beide West Surrey BMWs mit Foster und Collard für einigen Trubel, weil von hinten Plato und Matt Neal auftauchten. Neal fuhr offenbar mit einem dicken Hals und schnitt durchs Feld. Plato ließ er dank der überlegenen Leistung des Hondas einfach stehen, die BMWs dauerten aber etwas länger, weil die zusammenarbeiteten. Dennoch holte sich Neal schnell P4 und machte sich auf die Jagd nach Andrew Jordan.

Jason Plato blieb hinter den BMW stecken und den Unterschied zwischen dem Honda und dem Chevrolet konnte dabei gut feststellen. Wo Neal einfach auf der Geraden vorbei ging, blieb Plato hinten. Er versuchte es mit einem sehr späten Manöver in Lodge, das natürlich in die Hose ging und ihn aus den Punkten warf.

Neal hatte derweil Jordan eingeholt und setzte den massiv unter Druck. Doch Jordan hat auch einen NGTC Motor unter der Haube, also ging das nicht so leicht wie bei den S2000 Wagen. Der Kampf war eng, aber fair, beide mussten einmal die Schikane auslassen, aber am Ende konnte sich Jordan auf P3 halten. Erstaunlicherweise gelang Mat Jackson ein relaltiv ungefährdeter Sieg, obwohl beide Focus des Airwaves Team am Wochenende völlig von der Rolle waren.

Die turbulenten Rennen in Oulton Park haben dafür gesorgt, dass die Meisterschaftstabelle kräftig durch geschüttelt wurde. Neal führt zwar weiterhin, aber dahinter ist es richtig eng geworden. Die Tabelle gibt es bei der BTCC.

BTCC_OPark_2011_8 BTCC_OPark_2011_1 BTCC_OPark_2011_2 BTCC_OPark_2011_3 BTCC_OPark_2011_4 BTCC_OPark_2011_5 BTCC_OPark_2011_6 BTCC_OPark_2011_7 BTCC_OPark_2011_9 BTCC_OPark_2011_10 BTCC_OPark_2011_11 BTCC_OPark_2011_12 BTCC_OPark_2011_13 BTCC_OPark_2011_14 BTCC_OPark_2011_15 BTCC_OPark_2011_16

June 03 2011

16:50

BTTC / WTCC: Vorschau Oulton Park / Budapest

Beide Tourenwagenserien sind an diese Wochenende auf durchaus spannenden Strecken unterwegs. Während die Weltmeisterschaft in Budapest Halt macht, versuchen die Briten Oulton Park zu bezwingen.

Nach einer vierwöchigen Pause fährt die BTCC ihr nächstes Rennen. Die Traditionsstrecke in Oulton Park steht auf dem Programm. Der Kurs liegt im Norden Englands, genauer in Cheshire, mitten in einer Parklandschaft des gleichnamigen Gebäudes und gehört zu britischen Traditionsstrecken. Anders, als die vielen Flugplatzkurse wie Silverstone oder Snetterton, hatte man hier in die hügelige Landschaft einen Kurs gezimmert, der sehr anspruchsvoll ist. Das liegt zum einen an den nicht in jeder Ecke üppig bemessenen Auslaufzonen, zum anderen an der Streckenführung, die dank etlicher blinder Kurven einiges abverlangt. Weil es in Oulton Park aber sowohl schnelle, als auch langsame Passagen gibt, ist es nicht leicht, einen Favoriten auszumachen. Zu dem hat die BTCC mal wieder an der “BoP” Schraube gedreht.

Dieses Mal war es nur eine leichte Änderung, die es aber in sich haben könnte. Den NGTC wurde der Ladedruck um 0,05 Bar reduziert, dafür haben die S2000 mit Frontantrieb 25 Kilo Gewicht verloren, die BMW allerdings nur 10 kg. Die dürfen aber wieder an der Getriebeübersetzung des ersten Gangs rum fummeln, der von der TOCA festgelegt worden war, nach dem die BMW immer so gut gestartet waren.

Die TOCA hat zum Start der Saison versprochen, dass sie sich um Chancengleichheit bemühen werden, allerdings ist der Ärger bei den NGTC Team schon recht groß. Gerade in Oulton Park sind 25 Kilo weniger ein echter Gewinn, also wird man die Cruze wieder vorne mitmischen sehen. Jason Platos Chancen auf die Meisterschaft sind nach den ersten Rennen nicht sonderlich gut, aber man kennt Plato, der ja niemals aufgibt und der seine Fahrweise im Fall eines Rückstand auch auf “robust” umstellen kann.

Mein Tipp bleiben aber die Honda Civic, die in diesem Jahr einen bärenstarken Eindruck machen. Matt Neal hat im Moment 12 Punkten Vorsprung auf Mat Jackson im Airwaves Focus. Nun bedeutet dies in der BTCC nicht viel. Ein kleiner Rempler und gerade in Oulton Park kann die Sache erledigt sein und die Meisterschaftsführung ist Vergangenheit. Schöne wäre es, wenn die 2011er Focus mal so langsam in Schwung kommen. Man hat den Eindruck, dass die Freigabe von Onslow-Cole keine so gute Idee war, der den Golf wiederum langsam nach vorne bringt.

Die Rennen starten wie immer am Sonntag, allerdings geht es erst im 13.00 Uhr los.

WTCC – Budapest

Die WM ist an diesem Wochenende auf ungewohntem Geläuf unterwegs. Der Hungaroring stand, so weit ich mich erinnern kann, noch nie auf dem Programm, also erlebt man eine Premiere. Die Strecke sollte den Tourenwagen eigentlich was besser liegen, als den Formel Eins. Sie ist breit genug für zwei Wagen, die Möglichkeit, sich mal anlehnen zu können, bietet eventuell Überholmöglichkeiten, wo sonst keine sind.

Auf der anderen Seite: In der WM herrscht gerade etwas Langeweile, in Sachen Markenvielfalt an der Spitze. Die Cruze scheinen fast unschlagbar, auch wenn Tarquini das Kunststück in Zolder gelang. Immerhin probiert Seat an diesem Wochenende mal den neuen 1.6 Liter Turbomotor aus, den man als Testballon in den Wagen von Michael Nykjær verpflanzt hat. Doch viel sollte man nicht erwarten und es wäre ein Wunder, wenn irgendjemand die Chevrolet schlagen könnte.

Immerhin scheint man im Team Menu, Hoff und Muller von der Leine zu lassen, wenn man sich das Rennen aus Monza so anschaut. Offenbar rechnet man auch bei Chevrolet nicht damit, dass man gefährdet ist und so liefern sich die drei Piloten einen herzhaften Kampf um die Führung in der WM. Das könnte dann aber leider auch das einzige Highlight am Wochenende sein.

June 01 2011

06:57

Ferner liefen: Die Newshappen

// Die Formel 1 Saison 2011 könnte länger werden als ursprünglich geplant. Der Grand Prix von Bahrain könnte nämlich den ursprünglich geplanten Platz des indischen Grand Prix am 30. Oktober einnahmen, sofern die FIA zum Schluss kommt, dass die politische Lage im Land die Austragung eines Rennens erlaubt. Das wäre durchaus denkbar, denn heute, Mittwoch sollten die während der Proteste eingeführten Notstandsgesetze wieder aufgehoben werden. Zumindest offiziell, denn auch danach wird man den offiziellen Druck gegen Proteste nicht lösen. Der Indische Grand Prix könnte in Folge dessen an das Ende der Saison verschoben werden. Das bisher letzte Rennen ist der GP von Brasilien am 27. November – weil aber neue Grand Prix wegen der Unwegbarkeiten bei Einreise und Zoll immer im zweiwöchigen Abstand vom vorherigen Rennen stattfinden, wäre der erste mögliche Termin also der 11. Dezember. Angeblich sollen die Organisatoren in Indien darüber ganz froh sein, weil die Arbeiten an der Strecke wohl doch nicht ganz so schnell vorangehen wie erwartet. Nicht begeistert sind dagegen die Teams, deren Mitarbeiter im Dezember die einzige Chance haben, sich ein wenig Freizeit abseits der Formel 1 zu gönnen. (Vorsicht)

// Sergio Perez und Vitaly Petrov haben nach ihren Unfällen in Monaco das Krankenhaus verlassen, und sich beide zuversichtlich, in Montreal wieder antreten zu können. Petrov hat zwar noch Schmerzen in den Beinen, ist sich aber “sicher“, in Montreal wieder antreten zu können. Nicht ganz so sicher ist die Angelegenheit bei Sergio Perez. Er selbst spricht davon, zwar noch Muskelschmerzen in den Beinen und im Nacken zu haben und sich an den Unfall nicht genau erinnern zu können – er ist aber ebenfalls “ziemlich sicher“, eine Rennfreigabe für Kanada zu erhalten. (Vorsicht)

// Renault stellt Nick Heidfeld die Rute ins Fenster. Man sei mit den Leistungen des Deutschen, vor allem im Qualifying, nicht zufrieden – das sagte Renault Teamchef Eric Boullier gegenüber autosport.com. Momentan ist aber davon auszugehen, dass diese Aussagen eher Heidfelds Motivation dienen sollen. Ihnen fehlt nämlich das Drohpotenzial – Renault fehlen nämlich schlichtweg Piloten, mit denen man Heidfeld einigermaßen gleichwertig ersetzen könnte. (Vorsicht)

// Die GP2 Asia Serie könnte nach vier zunehmend enttäuschenden Saisons vor dem Aus stehen. Offenbar ist man bei Teams und Organisatoren unzufrieden – auch, weil die Serie das ursprüngliche Ziel, nämlich asiatische Fahrer an die Formel 1 heranzuführen, verfehlt hat. Als Ersatz will man die “große” GP2 Serie um einige Überseerennen im Rahmen der F1 erweitern. Debattiert wird etwa über ein Rennen in Bahrain (sofern dort noch gefahren wird), in Abu Dhabi oder auch in Singapur. Zu viele zusätzliche Läufe soll es aber nicht geben, da sonst das Sponsorbudget für GP2-Piloten zu hoch würde. (Vorsicht)

// Wilde Gerüchte um Penske. Wie eine italienische Motorsportseite unter Berufung auf Gerüchte berichtet, sollen sich Roger Penske und Hendrick Motorsports auf eine Zusammenarbeit in der kommenden Saison geeinigt haben. Demnach wollen die beiden Teams 2012 gemeinsam mit Chevrolet in der IndyCar Serie antreten – und sollen außerdem daran interessiert sein, Simona de Silvestro als Fahrerin zu engagieren. (Vorsicht)

// Die geplanten Rennen der Superleague Formula und der GT3 EM im russischen Smolensk könnten vor der Absage stehen. Das behauptet zumindest eine russische News-Seite die einen Verantwortlichen der Rennstrecke mit den Worten zitiert, dass leider für beide Veranstaltungen ein Sponsor abgesprungen sei. Die Strecke könne sich die beiden Rennen daher nicht mehr leisten. Für die ohnehin etwas chaotisch wirkende Superleague Formula mag das nicht so überraschen – mehr dazu morgen in der Saisonvorschau zur Serie, sofern ich es bis dahin geschafft habe, mir ein kohärentes Bild zu veschaffen. Dass auch die GT3 dort nicht fahren soll, erstaunt aber doch etwas. Die französische AUTOhebdo vermeldet dazu, dass die Organisatoren die von der FIA geforderten Umbauten an der Strecke nicht vorgenommen haben. Und beim abgesprungenen “Sponsor” soll es sich demnach um öffentliche Gelder der Region Smolensk handeln, die nicht eingetroffen sind. Die Absage hat mittlerweile auch die GT3 offiziell bestätigt. Man will sich um einen anderen Austragungsort für einen Ersatzlauf umsehen. Das letzte Wort ist aber trotzdem noch nicht gesprochen, die Superleague Formula behauptet auf ihrer Facebook-Seite, es sei lediglich das Datum um eine Woche nach vorne verlegt worden. Vielleicht wird es sich bei dem Rennen dann aber, wie schon 2010 in Beijing, um ein “Einladungsrennen” ohne Sanktus der FIA und ohne Punkte handeln. (Vorsicht)

May 12 2011

16:02

WTCC: Vorschau Monza 2011

Die Tourenwagenweltmeisterschaft macht am Wochenende in Monza Station, einer Strecke, die quasi für die Tourenwagen gebaut wurde.

Monza ist eine reine Hochgeschwindigkeitsorgie. Das gilt für alle Serien, natürlich auch für die WTCC, die in den letzten Jahren dort immer wieder spektakuläre Rennen gezeigt hat. Die von der FIA mittels “BoP” und Ballastgewichte möglichst auf gleiche Leistung getrimmten Wagen werden in Monza sehr eng zusammen bleiben. Die Frage wird sein, ob jemand das Werksteam von Chevrolet wird schlagen können. In Zolder gelang das Tarquini in seinem Seat, allerdings begünstigt durch den “reverse Grid”, der den Italiener an die Spitze brachte. In Monza könnte die Sache für die Cruze allerdings wieder etwas enger werden, denn Seat hat nun auch den 1.6 Liter Turbomotor im Gepäck.

Man hat bei den Testfahrten heute geprüft, wie sich der neue Motor schlägt, und angeblich sollen die recht positiv ausgefallen sein. Der neue 1.6 Liter Motor bringt gegenüber dem Diesel zwar einen leichten Nachteil in Sachen Drehmoment aus den Kurven heraus, hat aber deutlich mehr Leistung, was vor allem in Monza extrem wichtig ist. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man alle Wagen mit dem neuen Motor ausgestattet werden, ein Umbau wird nicht so ganz trivial sein, da der Diesel-Motor ja doch etwas schwerer ist. Eingetragen sind alle Seat auch noch mit dem alten Motor.

Auch Volvo arbeitet an einem neuen Aggregat, ebenfalls einen 1.6 Liter FIA-Motor. Auch hier ist es nicht sicher, ob die Schweden den in Monza einsetzen werden, allerdings hat Volvo ja weniger zu verlieren als Seat. Mit dem alten Motor wird man hinterher fahren, ein mutiger Einsatz könnte sich also lohnen. Es gibt allerdings auch Meldungen, die von einem Einsatz ab Brno sprechen.

Auch bei Chevrolet gibt es Neuigkeiten, die allerdings nur mit der Datenübertragung zu tun haben. Laut Pressemitteilung hat man ein System entwickelt, mit dem die Fahrer nun auch Livedaten aus den Boxen empfangen können. Als hätte man bei den Rennen nicht schon genug zu tun, aber die Geraden in Monza sind ja lang, da kann man ja etwas an den Knöpfen rumspielen.

BMW hat, trotz neuem Motor, in diesem Jahr schlecht ausgesehen. Ich weiß nicht, was sich BMW eigentlich davon verspricht zwar einen neuen Motor zu bringen, wenn die Privatteams aber weiterhin keine Chance gegen Chevrolet haben. Selbst die alten Seat laufen besser. Nun ist der BMW zumindest in Sachen Aerodynamik auf der Höhe der Zeit und viele Beobachter erwarten, dass vor allem Tom Coronel in Monza zumindest in die Top 5 fahren kann.

Ansonsten gibt es im Moment wenig News aus der Serie, deren Zukunft nicht so sicher ist, wie es noch vor zwei Jahren aussah. Bisher ist kein neuer Hersteller in Sicht, die Namen, die immer wieder aufpoppen, verschwinden auch schnell wieder. Die Japaner haben gerade andere nachvollziehbarerweise Probleme, Volvo denkt zumindest darüber nach, einen weiteren Wagen einzusetzen. Seat und BMW werden bei ihrem bisherigen Engagement bleiben. Es gibt Gerüchte, dass Ford den Focus in die WTCC bringen möchte, bestätigt ist das aber nicht.

Vielleicht sollte die FIA auch mal etwas am Rennformat ändern. Die beiden Monza-Rennen werden über je 9 Runden gehen, was ein Witz ist. Immerhin passen sie so in die Werbepausen bei den GT-Rennen am Wochenende.

April 28 2011

15:41

BTCC: Vorschau Thruxton 2011

Die BTCC geht in ihre dritte Runde, dieses Mal auf dem ultraschnellen Kurs in Thruxton. Damit es spannend bleibt, hat man die Turbomotoren etwas eingebremst.

Der Ärger von Jason Plato nach dem letzten Rennen in Donington war groß. Nicht nur, weil er seinen Cruze nachhaltig und spektakulär zerlegt hatte, sondern weil er mit seinem S2000 Motor selbst auf dem eher mittelschnellen Kurs komplett unterlegen war. Die Hersteller machen wie üblich ein Geheimnis um die Leistung der Motoren, aber man schätzt, dass der neue 2.0 Liter Turbomotor um die 25 PS mehr haben soll. Dazu kommt der Vorteil beim Drehmoment, der beim Rausbeschleunigen hilft. Chevrolet hatte in diesem keine Ressourcen frei neben dem 1.6 Liter FIA-Motor noch einen weiteren für die BTCC zu entwickeln, aber dann man mit Honda der einzige verbliebene Hersteller in der Serie ist, finden Beschwerden auch eher mal Gehör. Daher ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass die BTCC die NGTC-Turbos noch vor Thruxton eingebremst hat.

Man hat den Ladedruck um 0.1 Bar auf maximal 1.6 Bar gesenkt. Allerdings ist das Messverfahren bei der BTCC etwas anders. Da man davon ausgeht, dass alle Teams in der Qualifikation die Höchstleistung aus ihren Motoren holen (und mit höchsten Ladedruck fahren), wird der Ladedruck aus der Quali in Donington als Maßstab genommen, von dem die 0.1 Bar abzieht. Dummerweise musste Honda in Donington nicht mal die volle Leistung abrufen, was bedeutet, dass sie in Thruxton mit weniger als 1.6 Bar Ladedruck unterwegs sein werden. Die genaue Zahl ist leider nicht bekannt. Honda sieht es einigermaßen gelassen, man hatte mit einer Einbremsung gerechnet. Wie das bei den anderen NGTC Teams aussieht, ist auch nicht bekannt, aber die meisten hatten wohl das Maximum aus den Motoren heraus geholt.

Mehr Sorgen macht Honda das Fahrverhalten des Civic. Der ist leer zwar ziemlich flott unterwegs, mit dem Ballastgewicht von 36 kg sieht die Sache aber schon wieder anders aus. Der Wagen schiebt dann mehr über die Vorderachse, was dem Einlenken nicht gerade gut tut. Team Dynamics wird diese Kleinigkeit aber vermutlich schneller in den Griff bekommen, als es der Konkurrenz lieb ist.

Doch durch die Einbremsung der Turbomotoren wird das Feld noch enger zusammenrücken. Die Strecke in Thruxton besteht im Prinzip aus zwei Schikanen einer langen, gebogenen Gerade, die meistenteils voll gefahren wird. Das hängt oft davon ab, wie schwer die Wagen sind und was die Reifen hergeben. Mit den höheren Leistung und verbesserten Aerodynamik der 2011er Modelle, wird man die Einfahrt zu “Goodwood” vermutlich nicht immer voll nehmen können und auch der kleine Knick namens “Church” riecht einmal lupfen.

Thruxton ist nicht ungefährlich. Der Flugplatz bietet zwar reichhaltige Wiesenflächen, durch die man im Falle eines Abflugs pflügen kann, aber in der Vergangenheit hat es immer wieder haarsträubende Abflüge gegeben, weil sich die Autos auf der Wiese eingraben oder einfach nicht abgebremst werden können. Unfallträchtig ist auch die enge Schikane vor Start/Ziel, die eigentlich nur eine Linie zulässt, aber solche Kleinigkeiten haben in der BTCC ja noch niemanden gestört.

Es ist schwer zu sagen, wer am Wochenende die Nase vorn haben wird, weil man die abwarten muss, wie die NGTC sich mit dem reduzierten Ladedruck schlagen werden. Die Cruze haben einen guten Topspeed und dürften aus dem Windschatten heraus dank guter Aerodynamik gute Überholchancen haben. Die Ford (Airwaves und Aon) haben in Donigton teilweise gezeigt, dass sie an einem guten Tag siegfähig sein, aber am Wochenende würde ich mein Geld dann doch eher in Richtung der Vauxhall von Pirtek und Triple8 schieben, die in Donington mächtig stark aussahen.

Ansonsten gibt es wenig Neuigkeiten. Rob Auston wird versuchen seinen A4 mal über die Distanz zu bekommen, ein Toyota wird nicht dabei sein. Fehlen wird auch Dave Newsham, der Geoff Steel Racing verlässt und bei Seat angedockt hat. Ob sein BMW von einem anderen Fahrer besetzt wird, ist noch nicht bekannt.

April 25 2011

12:51

WTCC: Analyse Zolder 2011

Wie man erwartet hatte, waren die Cruze in Zolder zumindest im ersten Rennen nicht zu schlagen. Überhaupt könnte das eine langweilige Saison werden.

Die Chevrolet Cruze sind weiter nicht zu schlagen. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, stellt RML Mannschaft die einzigen ernst zunehmenden Werkswagen. Im ersten Rennen in Zolder konnte man die Dominanz der Cruze deutlich sehen. Am Start bliebt Rob Huff vorne und musste nicht mal gegen Alain Menu verteidigen, weil der wiederum mit Gabriele Tarquini zu kämpfen hatte, der die Nase seines Seat mal kurz zwischen die beiden Chevys setzte. Menu kam im vollen Drift aus der ersten Kurve, konnte aber sowohl den Wagen halten, als auch Tarquini auf Distanz. Weiter hinten gab es die üblichen Liebesbekundungen in Form von Lackaustausch, aber erstaunlicherweise blieben alle Wagen auf der Strecke. Das änderte sich allerdings in Runde 3.

Freddy Barth verlor seinen Seat ohne Einwirkung von Außen nach der Kanaalbocht. Der dahinter fahrende Tom Coronel wusste auch nicht so recht, in welche Richtung der Seat nun abflog und entschied sich für den Weg durch den Kies. Doch Ausgangs wartete ein kleiner Hubbel, der den BMW des Niederländers unsanft auf die Strecke zurück warf. Dort drehte er sich dann und stand auf der Strecke. Der heran fliegende Franz Engstler konnte dann nicht mehr ausweichen und hobelte die rechte Vorderradaufhängung ab. Das war gleich zweifaches Pech für Coronel. Keine Punkte im ersten Rennen und für das zweite Rennen war sein Wagen so zerstört, dass er nicht antreten konnte. Ein schwerer Rückschlag für seine Ambitionen in Sachen Independt Trophy.

Die Aufräumarbeiten dauerten etwas, als es dann endlich wieder los ging klemmte sich Yvan Muller direkt hinter Tarquini und versuchte den Seat-Piloten zu überholen, um das Podium komplett mit den Cruze zu besetzen. Ausgangs der ersten Schikane setzte er sich innen neben den Ex-Meister und ließ ihm auf der Anfahrt zur zweiten Schikane keine Chance. Er versuchte sich dann im Verlauf des Rennens auch an Alain Menu, konnte aber beim Markenkollegen nicht die Brechstange raus holen. Das “blaue” Podium war damit aber gesichert.

Spannend wurde es noch in der Independent Trophy, wo sich Norbert Michelisz nach dem leichten Chaos in P6 wieder fand. Allerdings klemmte der zweite Engstler Pilot Poulsen hinter ihm und machte machte Druck. Michelisz, dessen Heck beim Start schon mächtig onduliert wurde, saß zum ersten Mal in einem BMW und hatte noch so seine Probleme. Ausgangs der Jochen-Rind-Boocht stand sein Wagen etwas quer und Poulsen nutzte seine Chance sofort.

Danach tat sich dann leider nicht mehr in den Top Ten. Rob Huff rollte bequem zu seinem Sieg, Menu verteidigte P2 gegen Muller. Die beiden Seat-Fahrer Tarquini und Monteiro kam mit deutlichen Respektabstand auf P4 und P5 an, dahinter, auch mit großem Abstand, die beiden BMW.

Rennen 2

Eigentlich stand Freddy Barth für das zweiten Rennen auf Pole, aber da der Schweizer seinen Seat in Rennen Eins zerlegt hatte, konnte er den zweiten Lauf nicht starten und musste seine Sachen packen. Franz Engstler konnte auch nicht starten, also hatte Gabriele Tarquini P1. Doch dahinter folgte dann schon die Cruze Truppe in der Reihenfolge Huff, Menu, Muller. Es folgten Poulsen, Monteiro und Dahlgren im Volvo.

Tarquini machte den Seat am Start mächtig breit, die drei Cruze waren sich auch absolut nicht einig, ordneten sich aber dann doch irgendwie ein. Poulsen erfreute sich seines fünften Platzes nur kurz, weil Monteiro ihn in der Anfahrt zur zweiten Schikane ins Aus schickte. Vorne entwickelte sich ein heftiges Duell. Huff drückte auf Tarquini, Muller zackte hinter Menu hin und her, aber an den Positionen änderte sich nichts. Das dann doch sehr enge Duell der beiden Cruze Piloten gefiel Chevy wohl nicht, also pfiff man Muller erst mal zurück, damit man sich Tarquini vorknöpfen konnte. Muller fiel jedoch bald mit einem Schaden am Motor zurück und musste das Rennen aufgeben.

Huff erhöhte jetzt den Druck auf den Seat, aber der Italiener packte alle Tricks aus, um den Cruze hinter sich zu halten. Doch Ausgangs der ersten Schikane machte Tarquini einen kleinen Fehler und Huff setzte sich daneben. Tarquini holte, wie bei ihm üblich in der Situation, den Knüppel raus, und drückte Huff einmal aufs Gras, dann berührten sich beide in der Anbremszone und Huff rodelte quer durch die Schikane. Dabei verbog er sich offensichtlich etwas am Wagen. Er fiel auf P8 zurück, fuhr aber weiter und kam am Ende sogar auf P6.

Damit war Tarquini schon mal zwei Chevys los, blieb nur noch Alain Menu übrig, der seine Angriffe aber nur halbherzig ansetzte. Das lag zum einen daran, dass sich hinter ihm mittlerweile Tiago Monteiro eingefunden hatte, zum anderen dachte er auch den Punktestand. Da Muller raus war und Huff weit zurücklag, ging es Menu am Ende nur um die Punkte. Er überließ Gabriele Tarquini dann den Sieg im zweiten Rennen.

Das könnte der letzte Sieg eines Diesels in der WTCC gewesen sein. Laut der in Zolder kursierenden Gerüchte ist der neue Benziner-Turbo von Seat jetzt fertig und soll schon beim nächsten Rennen in Monza eingesetzt werden.

Insgesamt zwei sehr unterschiedliche Rennen, der reverse Grid für Lauf 2 tat da seine gute Wirkung, weil vorne eben mal nicht die Cruze standen. Dennoch gilt in der Meisterschaft, das nur ein Chevy Pilot Meister werden wird, was der Serie nicht gerade hilft.

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April 22 2011

19:35

WTCC: Vorschau Zolder 2011

Nach einer längeren Pause startet die WTCC ihre Europasaison in Zolder. Aber große Überraschungen darf man an der Spitze wohl nicht erwarten.

Ich war schon ein wenig überrascht, wie schlecht das Feld in Curitiba aufgestellt war. Das Prädikat “Weltmeisterschaft” finde ich im Moment für die Serie etwas übertrieben. Im Grunde sind es die “Offenen Chevrolet Meisterschaften”, denn nach dem Rückzug von BMW und Seat gibt es für die Cruze keine richtige Konkurrenz mehr. Nun startet die Chevy-Mannschaft in Zolder aber mit etwas mehr Gewicht im Auto, da könnten zumindest die “Sunred” Seat vorne etwas besser mitmischen. Gespannt bin ich auch, ob die BMW Teams in der langen Pause etwas am Wagen gefunden haben. In der BTCC konnte Rob Collard am letzten Wochenende immerhin etwas weiter vorne landen, das sollte den BMWs von Engstler und den Coronell auch gelinden. Aber ich rechne nicht damit, dass es vorne wirklich eng wird.

Die Strecke in Zolder ist bekannt, ebenso die Probleme, die man da haben kann. Die sehr enge Start/Zielgeraden ist immer wieder für einen Crash gut, ebenso die erste Linkskurve. Die alte Schikane hinter den Boxen hat man ja umgebaut, so richtig glücklich ist damit aber auch keiner. Immerhin ist sie langsamer, was vor allem für die Anfahrt auf die zweite Schikane besser ist. Aber ihr Ausgang ist jetzt auch nicht so gestaltet, dass man großartig Fehler machen kann, deswegen sieht man in der Passage auch relativ wenig Überholmanöver. Überhaupt ist das Überholen in Zolder so eine Sache, es geht eigentlich nur dann richtig gut, wenn man die Brechstange rausholt und der Vordermann ein wenig mitspielt.

Die Strecke sollte den Cruze liegen, die sich erstaunlich agil auf Kursen zeigen, die enge Kurven haben. Der Seat hätte da eigentlich einen Vorteil, aber schon im letzten Jahr konnte man sehen, dass der Leon da nicht mehr mithalten kann. Das könnte in Belgien den BMWs in die Hände spielen, die hier gut aussehenden sollten, auch wenn es im Prinzip nur Engstler und Coronell sind, die konkrete Chancen haben.

Während der Kampf um die “Weltmeister-Krone” vorne etwas langweilig ist, sieht es dagegen in der Independent-Wertung um so enger aus. Da das halbe Feld um die Trophy fährt, kann man eigentlich getrost den Kampf um P1 vergessen und sich in die Untiefen des Mittelfelds werfen. Hier sieht das Starterfeld richtig eng aus, denn mit Fredy Barth, Kristian Poulsen, Franz Engstler und Michel Nykjaer sind einige Spitzenpiloten unterwegs, die die Trophy gerne nach Hause holen würden.

Einen Blick wert ist sicher auch der Volvo C30, der sich in Curitiba ordentlich geschlagen hat. Wie man sehen konnte, fehlt dem Volvo noch der Speed auf der Geraden, aber Robert Dahlgren lobte den Wagen nach dem Rennen in Sachen Fahrverhalten. Ich glaube zwar nicht, dass Volvo in Zolder weit vorne zu finden sein wird, aber die Strecke eignet sich hervorragend für die Schweden den Wagen weiter abzustimmen, da man in Zolder so ziemlich alle Streckenteile vorfindet, auf die man im Laufe des Jahres noch treffen wird.

Das Wetter wird am Wochenende keine große Rolle spielen, es wird warm und trocken sein.

April 18 2011

06:05

BTCC – Analyse Donington 2011

War das erste Rennen eher ruhig, ging es in den beiden anderen Rennen richtig zur Sache. Jason Plato zerlegte seinen Cruze im zweiten Rennen nachhaltig.

Nach dem Rennen auf dem dem Indy-Kurs in Brands Hatch, der dann doch eher eine Kartbahn ist, konnten die NGTC Wagen zum ersten Mal zeigen, was wirklich ihnen steckt. Und schon in der Quali wurde klar, dass für die Saugmotorfront alles Hoffen nicht geholfen hat. Gleich fünf NGTC Wagen belegten die ersten Plätze, und das auf den relativ kurzen Geraden von Donington. Wie das in Thruxton, Croft oder Oulton Park werden soll, kann man sich ausmalen. Vor allem Honda war in der Quali eine Macht für sich. Aber dahinter tauchten dann schon einige ältere Vectra auf, die immer noch gut für Siege sind, wie Andrew Jordan in Brands Hatch gezeigt hat. So leicht wird das für Matt Neal in diesem Jahr nicht.

Race 1

Bei schönem Wetter ging es in das erste Rennen. Die Startaufstellung sah wie folgt aus: Neal, Shedden, Nash, Jordan, Chilton, Smith, Jackson, Plato, MacDowell, Collard, O’Neill, Boardman, Gilham, Neate. Neal hat am Start zu viel Wheelspin und auch Shedden kommt nur zögernd weg. Dafür hat James Nash einen Raketenstart und geht sofort in Führung. Weiter hinten kommt es in der ersten Kurve (Redgate) weiter hinten zum üblichen Geschiebe, dem einige Fahrer auf der Wiese entkommen. Nash kann gerade die erste Runde als Führender beenden, dann legt ihn sich Neal zurecht und schlüpft vorbei. Auch Shedden setzt Nash unter Druck, als wie aus dem Nichts plötzlich Andrew Jordan auftaucht und in einem sehenswerten Manöver nach der Old Hairpin Shedden vernascht. Eine halbe Runde später schnappt sich Jordan auch den Markenkollegen Nash vor Redgate, als dieser die Tür einfach auf lässt. Damit ist der Ärger für Nash aber noch nicht vorbei, er muss sich auch noch Shedden beugen, der ihn auf P4 zurückstuft.

Das war es dann leider im ersten Rennen mit den Kämpfen vorne. Donington ist nicht gerade eine Strecke, auf der man gut überholen kann, oder die die Fahrer zu Fehlern verleitet. Dazu kommt, dass man sich vorne schon aufs Punkte holen fest gelegt hat. Jordan klebt zwar im 0,8 Sekunden Abstand hinter Neal, macht aber keine Anstalten mehr ihn weiter unter Druck zu setzen. Alle Fahrer berichteten nach dem Rennen übereinstimmend, dass man auf die Bremsen geachtet hat, die auf der Strecke besonders gefordert sind.

Während sich vorne nichts mehr tat, gab es einen interessanten Kampf um die achte Position. Rob Collard prügelte den altersschwachen BMW um den Kurs und versuchte den Seat von Boardman in Schach zu halten, der auf der Geraden deutlich schneller war. Aber Boardman kam nicht vorbei, was dazu führte, dass MacDowell und Paul O’Neill ebenfalls aufschließen konnte. Es entwickelte sich ein fairer Kampf, mit einigen Überholversuchen. Collard konnte sich vorne halten, meinte nach dem Rennen aber, dass mit dem BMW einfach nicht mehr attackieren kann.

Richtig übel erwischte es Jason Plato gegen Ende des Rennens, als sich vorne links ein Reifen verabschiedete. Er schimpfte dann per Funk, dass man mit dem Saugmotor einfach keine Chance mehr habe. “It’s joke” meinte er noch recht gefasst.

Am Ende gewann Neal vor Jordan, Nash, Chilton, Jackson, Collard, Boardman, O’Neill, MacD, Smith, Cole, Foster. Plato kam nur auf 19 und verlor im ersten Rennen schon die Führung in der Meisterschaft an Matt Neal. Der zweitplatzierte Shedden wurde nach dem Rennen disqualifiziert, weil sein Motor einen zu hohen Ladedruck hatte.

Race 2

Das zweite Rennen beginnt gleich mit einer Schrecksekunde. Jason Plato, der von hinten starten musste, wurde von Liam Griffin, der wiederum von Shedden angeschoben wurde, abgeschossen und in ultraschnellen Craner Curves in die Wiese geschickt. Plato konnte den Wagen nicht stoppen, rutschte in eine Böschung und überschlug sich dreimal. Ihm passierte nichts, ein Streckenposten wurde von einem Trümmerteil leicht verletzt.

Die Aufräumarbeiten dauerten lange, erst in der siebten Runde ging es weiter. Stand zu diesem Zeitpunkt: Jordan, Nash, Neal, Collard, Chilton, Jackson, O’Neill, Cole, MacD, Foster, Newsham, Smith, Shedden. Vorne tat sich nichts, aber Mat Jackson machte sich nun auf die Jagd nach vorne. Erst schnappte er sich Chilton, dessen Focus immer noch nicht richtig gut geht, dann machte er Jagd auf den erstaunlichen Rob Collard, der sich auf P4 hielt. Jackson rutschte aber dann in der Schikane aus, und Chilton ging wieder vorbei. Doch Jackson übertrieb es jetzt etwas und kam Ausgangs der Old Hairpin aufs Gras. Collard freut sich, ebenso Chilton, der jetzt wieder knapp hinter Jackson hing. Eingangs McLeans berühren sich beide, Jackson musste in den Kies und fiel weit zurück.

Der zweite BMW mit Foster am Steuer kam dann in Cranes zur Old Hairpin während eines Duells von der Strecke und rodelte mit 180 km/h durchs Gras, überschlug sich aber erstaunlicherweise nicht. Doch er beendete seine Countrytour im Kies, so dass das SC noch einmal raus musste. Der Restart machte vor allem Tom Onslow-Cole im Golf Sorgen, der sich auf P7 gefahren hatte, denn hinter ihm lauerte eine ganze Meute. Vorne blieb nach dem Restart alles beim alten. Jordan konnte James Nash auf Distanz halten, Neal musste sich allerdings gegen Chilton wehren, der immer besser in Schwung kam. Nachdem Jackson weg war, musste sich Collard gegen Shedden wehren, aber überraschenderweise konnte er den BMW dann doch vor dem Honda halten. Weiter hinten kämpfte Cole um seinen siebten Platz, während es sich hinter ihm etwas staute. Doch weil die Konkurrenz dadurch beschäftigt war, konnte Cole P7 tatsächlich nach Hause bringen.

Vorne passierte nichts mehr und so gewann Jordan vor Nash, Neal, Chilton, Collard, Shedden, Cole, Gilham, MacDowell, Jackson, Neate, George, Smith, James, Newsham und Hughes. Die Ziehung des “reverse grid” erbrachte dann, dass der neuntplatzierte auf die Pole gesetzt wurde. Dadurch ergab sich folgende Startaufstellung: MacDowell, Gilham, Cole, Shedden, Collard, Chilton, Neal, Nash, Jordan, Jackson, Neate, George.

Race 3

Obwohl der Einsatzwagen von Jason Plato nach mehrfachen Überschlag eher wie ein Schrotthaufen aussah, und Plato selber schon seinen Rennanzug ausgezogen hatte, schaffte es seine Mannschaft, den Wagen wieder hinzu bekommen. Das gelang auch, weil man sich von anderen Teams ein paar Teile ausborgen konnte. Plato rollte mit seinen reichlich verbogenen Chevrolet dann tatsächlich in die Startaufstellung.

So ein “reverse grid” bringt in der BTCC immer wieder interessante Rennen, bei denen es meist eng wird. Und kaum hatte man das Rennen gestartet, ging es auch schon los. MacDowell kam schlecht weg und für einen Moment war Tom Onslow-Cole im Golf vorne. Doch Tony Gilham war etwas übermotiviert und schickte Cole direkt mal in Redgate in den Kies. Cole wühlte sich zurück und kam direkt ein Paket rein, dass zu dritt in Richtung Old Hairpin unterwegs war. Das konnte nicht gut gehen und so landete Tom Chilton final im Kies. Und irgendwie hatte sich in dem Trubel Mat Jackson von P10 auf P2 vorgefahren.

Nach der SC-Phase ging es weiter. MacDowell blieb vorne, doch Mat Jackson machte mächtig Druck auf den Nachwuchsmann von Chevrolet. Nach einer Runde war er schon in Front und löste sich sofort. Richtig eng wurde es dann dahinter. Matt Neal hatte einen defekten Splitter und damit einen unruhig liegenden Wagen. Das machten sich Andrew Jordan, James Nash und Andy Neate zu Nutze, die den Honda-Piloten nach einander aufschnupften. Erstaunlich stark war auch Jeff Smith im privaten Vectra unterwegs, der nun Neal im Heck klebte. Doch der Routinier gab nicht nach, die beiden wechselten oft die Positionen. Das erlaubte dann auch Tony Gilham und Jason Plato aufzuschließen.

Die vier Piloten blieben rundenlang eng zusammen. Plato versuchte an Gilham vorbei zu gehen, doch der hielt in der Schikane dagegen, schnappte sich etwas später auch noch Matt Neal. Danach machte er sich in Richtung Andy Neate auf, der auf P5 lag. Als Neate dann einen kleinen Ausrutscher in der Old Hairpin hatte, setzte sich Gilham neben ihn, aber die beiden berührten sich. Neate flog heftig in die Reifen, Gilham stellte seinen Vectra dann dann drei Kurven weiter mit einer gebrochenen Hinterradaufhängung ab. Damit waren Neal und Plato plötzlich wieder alleine, aber Neals Honda lief nicht mehr und Plato konnte mit dem schwer ondulierten Cruze tatsächlich noch vorbei gehen.

Vorne tat sich nur nichts mehr. Mat Jackson blieb vorne, dahinter balgten sich Jordan und Nash ein wenig, dachten aber vor allem an die Meisterschaft und blieben vorsichtig. MacDowell rettet P4 vor dem erstaunlichen Jeff Smith, der sich für P5 das Herz aus dem Leib fuhr. P6 ging dann an Matt Neal.

Drei gute Rennen, die zeigten, dass die Sache für Honda nicht so einfach wird, wie man gedacht hat. Vor allem Andrew Jordan im Pritek Vectra und James Nash im 888 Vectra sind absolute Titelkandidaten. Plato wird seinen Titel nur verteidigen können, wenn er im Laufe des Jahres einen Turbomotor bekommt, was wohl nicht der Fall sein wird.

Als nächstes Rennen steht die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Thruxton auf dem Programm, wo man sich auf spektakuläre Windschattenschlachten zwischen den Vectra, den Ford und den Honda freuen kann.

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April 16 2011

05:59

BTCC: Vorschau Donington 2011

Ein interessantes Wochenende dürfte die BTCC in Donington auf die Beine stelle. Der abwechslungsreiche Kurs verlangt nach viel Leistung.

Jason Plato hat in Brands Hatch zwar zwei Rennen gewinnen können, zeigte sich nach dem Rennen aber pessimistisch, was die Leistung der Chevrolet Cruze anging. Jeder Punkt sei wichtig, bemerkte er, und was nach einer Plattitüde klingt, ist in Wahrheit keine. Da sich Chevrolet in diesem Jahr eher auf die WTCC konzentiert und die BTCC ein anderes Motorreglement hat, als die FIA, blieb dem RML Team nichts anderes übrig, als nur einen neuen Motor zu bauen. Das BTCC Team muss daher in diesem Jahr weiter nach dem S2000 Reglement fahren und schon auf den winzigen Geraden in Brands Hatch zeigte sich, dass der Turbomotor nach NGTC in diesem Jahr der Antrieb der Wahl ist. Wären die Geraden nicht so kurz gewesen, die Konkurrenz wäre an Plato locker vorbei gezogen. Daher wird Donington kein Spaß für die Cruze.

Denn der Kurs hat zwar so seine langsame Ecken, aber allein die Passage runter zur Old Hairpin geht im Tourenwagen voll und man kann auch durchaus eine zweite Linie aufmachen. Auch die lange Gerade zurück zu Start/Ziel dürfte lang genug sein, damit die Turbos von Ford, Honda und den privaten Vauxhalls ihren Leistungsvorteil ausspielen können. Der einzige Vorteil, der für Chevrolet spricht, ist die Tatsache, dass man das Ballastgewicht aus dem ersten Rennen los wird und dementsprechend etwas flotter unterwegs sein.

Man darf Plato und Chevrolet nicht unterschätzen, die Saison wird Verbesserungen bringen, aber es wird schwer, wenn die NGTC auch ihre Kinderkrankheiten ablegen. In Brands Hatch sah es so aus, als haben Honda im Moment das beste Paket, danach folgen die Airwaves Ford, der Pirtek und der 888 Vauxhall. Team Aon, das verkappte Ford-Werksteam, war dagegen beim Saisonauftakt nicht sehr sonderlich gut unterwegs. Im ersten Rennen konnte Chilton noch überzeugen, danach versank mam im Mittelfeld. Der neue Focus ist offenbar auch noch eine mittelgroße Baustelle, aber immerhin hat man der Problem mit dem zu hohen Verschleiß an den Vorderrädern in den Griff bekommen.

Eine interessante Analyse, welcher Wagen in Brands Hatch besonders gut ging, haben die Kollegen von Touringcar Times. Nimmt man die reine Höchstgeschwindigkeit, so sind die NGTC unschlagbar. Auf der kurzen Geraden fehlen den Cruze rund 6 mph, wie das dann auch einer langen Geraden aussieht, kann man sich vorstellen. Doch es geht ja nicht allein nach dem Topspeed, und wenn die Rundenzeiten der Teams addiert sieht man, dass Chevrolet doch nicht so weit weg ist. Der Cruze scheint mehr Abtrieb zu generieren und besonders aus den engen Kurven heraus konnte man auf Inboard-Aufnahmen sehen, dass er etwas raus kam.

Das Leistungsplus der NGTC und das höhere Drehmonent zerrt auch an den Vorderreifen, besonders bei Ford und Honda. Und in Donington gibt es zwei Ecken, aus denen man eher langsam kommt, was die Chancen des von Plato und MacDowell erhöhen könnte. Dennoch – ein Sieg von Plato wäre eine kleine Überraschung, er wird auf Regen hoffen. Und im Verlaufe der Saison wird er das noch oft hoffen müssen, denn Thruxton, Croft, Oulton Park und Silverstone sind alles andere als langsame Strecken.

Begibt man sich in die Untiefen des Mittelfelds, so fällt auf, dass sich hier vor allem die zweiten Fahrer einiger Teams tummeln. Andy Neate, zweiter Mann bei Aon, konnte im letzten Jahr im BMW noch überzeugen, aber offenbar hat er Probleme mit dem Umstieg von Hinter- auf Vorderradantrieb. Und wo ich gerade bei BMW bin – es ist erstaunlich, wie chancenlos der Wagen geworden. Noch weiter hinten mühen sich die Toyota ab, mit denen man im letzten Jahr das NGTC getestet hatte. Das wird beim zweiten Rennen nicht anders. Zum ersten Mal dabei wird dann hoffentlich der Audi A4 sein. Der konnte beim ersten Lauf nicht starten, weil ihnen ein Teil der Einspritzung am Wochenende abhanden kam. Fahrer Dave Pinkney half es auch auch nicht, dass er per Twitter (!) unter den Zuschauern (!) einen A4 mit dem passenden Bauteil suchte. In Donington geht dann auch Teamchef Rob Auston selber an den Start, da Pinkney verhindert ist. Dafür soll der Audi dann im traditionellen Silber/Rot lackiert sein.

Es dürfte also am Wochenende bunt an der Spitze werden, ich rechne aber damit, dass Honda in Donington dominieren wird.

April 04 2011

06:27

BTCC: Analyse Brands Hatch Indy 2011

Drei sehr abwechslungsreiche Rennen lieferte die BTCC zum Saisonstart auf der kurzen Indy Variante. Größter Gewinner war Jason Plato, der in der Quali nicht sehr stark aussah.

Schon die ersten Rennen machten klar, dass es sich für viele Team gelohnt hat, den Umstieg auf den 2 Liter Turbomotor nach dem NGTC-Regeln zu machen. Der Leistungsunterschied soll bis zu 20 PS betragen und selbst auf den kurzen Geraden in Brands Hatch konnte man sehen, das Chevrolet, die weiter einen 2 Liter Saugmotor nach S2000 Regeln einsetzen, in diesem Jahr einen schweren Stand haben werden. Wenn ein Andrew Jordan im Pirtek Vectra durchs Feld pflügt, als würden die anderen eine Klasse langsamer sein, dann sieht man, was da in diesem Jahr gehen wird. Das spricht alles für Honda, die als einziges Team eine Werksunterstützung haben. Doch für Matt Neal startete die Saison nur teilweise gut.

Rennen Eins:
Wie es sich für die BTCC gehört, startete die Saison gleich mit einem Chrash. Liam Griffin im zweiten Airwaves Focus kam in der Einführungsrunde dem Kollegen Rob Collard im BMW etwas zu nahe. Ergebnis war eine zerstörte Aufhängung vorne links bei Griffin und hinten rechts bei Collard. Beim Start wurde es dann richtig eng. Beide Chevy kamen gut weg, auch Andrew Jordan, der Matt Neal im Heck klebte. Neal rutschte auf den kalten Reifen in Paddock etwas raus, was Plato erlaubte ganz nach innen zu gehen. Wie üblich kam es in Druids dann zum Stau und beim Anbremsen räumte MacDowell dann Neal einfach ab. Der Meisterschaftsfavorit stand schon nach 500 Meter im Kies und damit war das Rennen beendet. Stand vor dem Restart: Plato, Nash, McDowell, Chilton, Jordan, Jackson.

Chilton zeigte dann gleich das Überholmanöver des Wochenendes, als er Ausgangs Surtees komplett auf dem Gras an MacDowell vorbei schoss. Der völlig überraschte Youngster konnte nur noch hinterher schauen, wie Chilton dann weg zog. Der Focus Fahrer lief dann auf seinen Markenkollegen Mat Jackson auf und man konnte schön die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Focus sehen. Denn offenbar bewirkt die neue Front des Focus weniger Belastung auf den Vorderreifen, was vor allem die Reifen schont.

Wie gut der Honda geht, zeigte Gordon Shedden, der vom letzten Platz starten musste, nachdem er im Training seinen Civic zerlegt hatte. Innerhalb weniger Runden zog Shedden durchs Feld und ließ alle hinter sich. Erst auf Platz 6 war dann die Überholorgie beendet, aber auch nur, weil das Rennen halt zu Ende war.

Vorne setzte sich Plato relativ locker ab und er hielt James Nash im erstaunlich gut laufenden 888 Vectra auf Distanz. Weiter hinten zeigte Andrew Jordan im Pirtek Vectra ein sehr gutes Rennen. Beim Start hatte er viele Plätze verloren, die holte er sich teilweise aber wieder zurück. Mit dem ebenfalls starken Boardman im Seat und MacDowell lieferte er sich rundenlang ein packendes Duell, dass er am Ende für sich entscheiden konnte. Doch dann platzte Jordan vorne links der Vorderreifen und das Rennen war für ihn beendet.

Boardman prügelte sich dann in der Endphase mit Gordon Shedden, der setzte sich aber in der üblichen BTTC-Fahrweise durch, und schob Boardman leicht an. Der versuchte gegen zu halten, dabei zerbröselte allerdings seine Vorderradaufhängung. Ein überflüssiges Manöver, Shedden war deutlich schneller und eigentlich schon vorbei.

Am Ende gewann Plato vor Nash, Chilton, Jakcson, MacD, Shedden, O’Neill, Gilham, Smith, Newsham, Neate, Foster, Cole, George, James und Jordan.

Rennen Zwei:
Der Start vom zweiten Rennen lief wieder gut für Jason Plato im Chevy, der gleich vorne bleiben konnte. Dahinter quetschte sich Mat Jackson vor Alex MacDowell und James Nash. Da Onslow-Cole und Tom Boardman eine kurze Begegnung hatten, die ihren Wagen nicht gut tat, kam das Safety Car für zwei Runden raus. Nach dem Restart bekam Macdowell eine Durchfahrtstrafe, weil er einen Frühstart hin gelegt hatte und fiel damit weit zurück. Das nutzte Gordon Shedden aus, der sich auf Platz Drei vorschieben könnte.

Weiter hinten flogen Andrew Jordan und Matt Neal gemeinsam durchs Feld. Quasi im Duett zogen sie relativ leicht an der Konkurrenz vorbei und schoben sich in die Top Ten. Doch richtig spannend war es vorne. Denn dieses Mal konnte Plato Mat Jackson nicht abschütteln und der Airwaves-Pilot klebte derartig knapp im Heck des BTCC-Meisters, dass dieser sich rundenlang vor der Anfahrt zu Druids gezwungen sah, die Innenlinie zu blockieren. Shedden dahinter sah sich das Ganze in Ruhe an, wollte es aber dann auch mal mit Plato versuchen und setzte Jackson unter Druck. Das sorgte dann dafür, dass Plato sich ein paar Zehntel Luft verschaffen konnte.

In den letzten Runden kam es für Mat Jackson richtig dick. Seine Vorderreifen waren hinüber und Shedden ging in den letzten Runden relativ leicht an ihm vorbei. Von hinten nahte dann auch noch James Nash, der ebenfalls am Focus vorbei wollte, aber Jackson schaffte es gerade so vorne bleiben.

Andrew Jordan und Matt Neal legten sich derweil Tom Chilton zurecht, dessen 2011er Ford Focus Probleme machte. So richtig wehrte er sich auch nicht, als beide innerhalb einer Runde an ihm vorbei gehen konnten. Richtig mies erwischte es Andy Neate, der im zweiten Focus nicht mal ansatzweise in die Top Ten kam.

Plato gewann das zweite Rennen dann auch noch, aber stellte nach dem Rennen gleich klar, dass das mit dem Titel in diesem Jahr schwer wird, da die NGTC-Motoren einfach zu stark sind.

Ergebnis Lauf 2: Plato, Shedden, Jackson, Nash, O’Neill, Jordan, Shedden, Neal, Chilton, Collard, Gilham, Newsham, Neate, MacD, Foster

Rennen Drei
Ex-F1-Weltmeister Jody Scheckter war in Brands Hatch und durfte die Startnummer für den Reverse Grid ziehen. Das Schicksal meinte es gut mit Matt Neal, der dann auf der Pole landete. Die Startaufstellung sah also so aus: Neal, Jordan, O’neill, Nash, Jackson, Shedden, Plato, Gilham, Newsham, Neate.

Gleich am Start hatte James Nash eine unschöne Begegnung mit Mat Jackson, der den Vectra unsanft ins Gras schickte und so die Chancen von Nash auf ein Podium zunichte machte. Vorne blieb Matt Neal, der nach Druids diesmal auch auf der Strecke bleiben konnte und erneut Andrew Jordan im Nacken hat. Dahinter reihte sich Paul O’Neill ein, der ja den alten Chevy Cruze von Plato aus dem letzten Jahr fährt. Dahinter kam Mat Jackson und Jason Plato, der am Start drei Plätze gewinnen konnte.

Jackson machte massiv Druck auf O’Neill, der mit seinem alten S2000 Motor nur schwer gegen Jackson ankam. Der Focus schob sich dann in Druids neben O’Neill und schrubbte sich unter Verlust eines Außenspiegels vorbei. Damit hatten sich die Zweikämpfe unter den ersten Drei erledigt. Neal im Honda, Jordan im Vectra und Jackson im Ford waren ziemlich gleichwertig unterwegs, was ein gutes Zeichen für die weitere Saison ist.

Leider platzte Andrew Jordan gegen Ende des Rennens schon wieder ein linker Vorderreifen, was ihn sein Podium kostet. Angeblich war es wieder mal ein Trümmerteil, vielleicht hatte sich Pirtek aber auch mit der Abstimmung vertan. Beide Reifenplatzer kassierte Jordan nach Paddock Hill Bend, vielleicht hatte man etwas zu optimistische Sturzwerte.

Eng wurde es noch im Kampf um Platz vier. Plato, Shedden und der wieder aufgetauchte James Nash lieferten sich ein schönes Duell, vor allem Shedden und Plato. Der Alt-Meister war klar langsamer, konnte Shedden aber rundenlang hinter sich halten. In einem sehenswerten Manöver setzte sich Shedden dann direkt nach Druids neben Plato und zwang diesen eine weite Linie in “Graham Hill” zu nehmen. In Surtees vollendete Shedden das Manöver und machte noch Jagd auf O’Neill auf Platz drei, konnte diesen aber nicht abfangen.

Matt Neal holte sich seinen verdienten Sieg, Mat Jackson machte mit Platz 2 klar, dass man mit ihm in der Meisterschaft rechnen muss. O’Neill schleppte den alten Cruze auf einen hervorragenden Platz 3. Plato sicherte sich Platz 5, was für die Meisterschaft wichtig ist.

Nachdem Wochenende kann zur neuen Kräfteverteilung noch nicht viel sagen. Fast alle kämpften mit kleinen Problemen, manche Teams brachten ihre Wagen nicht mal auf die Strecke (Audi A4). Dennoch konnte man sehen, dass der neue NGTC-Motor einen klaren Leistungsvorteil hat. Die Teams mit einer S2000 Maschine werden vor allem auf den extrem schnellen Kursen von Thruxton, Silverstone und Croft schwer leiden.

Enttäuscht haben die Semi-Werks Ford mit Tom Chilton und Andy Neate. Chilton konnte nur im ersten Rennen ein Ausrufezeichen setzten, danach verschwand er im Mittelfeld. Noch schlimmer erging es Andy Neate, der Mühe hatte in die Top Ten zu kommen. Da wartet viel Arbeit auf Team Aon, aber der Wagen ist halt auch brandneu. Vorne hat man in Brands Hatch kaum Neuwagen gesehen, daher kann sich das noch ändern.

Das nächste Rennen ist in Donington, danach wird man schon mehr sagen können. Klar ist aber, dass der Kreis der Meisterschaftsfavoriten größer ist als gedacht und man muss auch das Airwaves Team, das 888 Team und Pritek Racing im Auge haben. Das dürfte eine interessante Saison werden.

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March 31 2011

18:15

BTCC: Vorschau Saison 2011

Eine der besten Tourenwagenserien der Welt startet am Wochenende in eine neue Saison. Zwar gibt es ein paar neue technische Regeln, aber viel wird sich in diesem Jahr in der Hackordnung nicht ändern.

Die BTCC ist zwar immer noch nicht wieder in den Höhen angekommen, in denen sie in den 90er Jahren mal schwebte, aber ihre Zukunft ist im Moment sicher. ITV hat den Vertrag mit der Serie Ende 2010 um weitere drei Jahre verlängert und mit Honda und Chevrolet gibt es zwei Werksteams, die jeweils einen Fahrer einsetzen. Aber die Serie lebte schon immer von ihrer Leistungsdichte, die dazu führt, dass auch Amateur-Teams Chancen auf den Sieg haben. Diese Ausgeglichenheit und die bekannt ruppige Fahrweise, kombiniert mit lässigen Rennkommissaren machen die Serie zu etwas ganz besonderen. Und weil die Serie so klein ist, gibt es auch nicht allzu viel Gerangel hinter den Kulissen, wie man es aus der WTCC kennt. Ab Sonntag geht es also wieder los, diesmal ist der Start in Brands Hatch, wo man die Indy-Variante fährt.

Technisch gibt es in diesem Jahr eigentlich ein ziemliches Durcheinander. Es fahren Wagen nach dem alten S2000 Regeln, von denen einige, aber nicht alle, mit dem neuen NGTC Turbomotor ausgestattet sind. Andere fahren noch den alten 2 Liter Saugmotor. Dazu kommen die Wagen, die nach dem neuen, von der BTCC entwickelten NGTC-Regeln fahren, die wiederum mit einem 2 Liter Turbomotor ausgestattet sind. Das ist mehr als verwirrend und schlecht von der BTCC organisiert, aber auf der anderen hätte eine Zwangsumstellung auf das NGTC dazu geführt, dass man die Starterliste nicht voll bekommen hatte.

Die BTCC, bzw. die dahinter stehende ToCA, haben sich mit dem NGTC aber schon was gedacht. Man will zum einen die Kosten senken, in man sehr strenge Regeln für den Fahrzeugbau entwickelt hat. Die Wagen müssen bestimmten Längen- und Breitenvorgaben entsprechen, dazu ist die Aerodynamik vorgeschrieben. Es gibt ein Einheitsgetriebe, ein Einheitsbremssystem und eine von Cosworth gelieferte Standardelektronik. In Zukunft soll es Teams dann auch möglich sein, ein unter dem ToCA Label gefertigen Motor zu erwerben. Ziel der BTCC ist klar: Man will sich von Herstellern unabhängig machen. Die haben die neuen Regeln allerdings schon mit wenig Freude kommentiert, was auch der Grund ist, warum man BMW nicht mehr so wirklich in der Serie sieht.

2011 und 2012 sind Übergangsjahre, in der alle Regulieren noch unter einen Hut gebracht werden. ab 2013 soll es dann endgültig nur noch NGTC Wagen geben. Die BTCC versucht die neue Regeln auch in andere Länder zu exportieren, vor allem in die STCC und DTCC, wo man eh schon sehr eng zusammenarbeitet.

Ansonsten ändert sich in diesem Jahr aber nichts, von den unterschiedlichen Regelsystemen wird man in den Rennen vermutlich auch nur wenig merken. Es bleibt dabei, dass es drei Rennen am Sonntag gibt, wobei sich die Startaufstellung nach der Quali am Samstag richtet. Im zweiten Rennen gilt die Reihenfolge des Ergebnisses aus Rennen Eins und für Rennen 3 zieht man eine Nummer zwischen 6 und 9. So darf dann der sechstplatzierte des zweiten Rennens auf die Pole usw.

Auch bei den Teams ist es stabil geblieben. Als Titelfavoriten müssen wieder die Chevrolet Cruze vom RML Team gelten, die in diesem Jahr weiter nach dem S2000 Regeln fahren. Grund ist, dass man bei RML alle Hände voll mit den neuen WTCC-Motor zu tun hat, und nicht noch einen weiteren entwicklen möche. Jason Plato hat erst in den letzten Wochen offiziell bestätigt, dass er eine weitere Saison in der BTCC fährt und er gilt logischerweise als Titelfavorit. Neben ihm gönnt man dem Nachwuchstalent Michael McDowell ein zweites Jahr in der Serie.

Team Dynamics, das Honda Werksteam, ist ebenfalls wieder dabei und wird mit Matt Neal und Gordon Shedden um den Titel fahren. Der Civic ging im letzte Jahr schon gut, kämpfte aber mit einem schwachen Motor. In diesem Jahr fährt man mit einem Wagen nach S2000 Regeln, in dem aber ein NGTC Motor schlummert. Und damit hat man einen Unsicherheitsfaktor im Wagen, denn viel konnte man mit dem neuen Motor nicht testen. Zwar gab es im letzten Jahr kaum Motorschäden bei den Teams, die den NGTC-Motor eingesetzt haben, aber wie es mit der Leistung aussieht, ist eine andere Sache.

Team Aon bleibt dem Ford Focus treu wird aber in diesem Jahr nicht weiter in der Independent Trophy gewertet. Allerdings auch nicht als Werksteam, was etwas verwirrend ist. Aber Aon hat im letzten Jahr viel einstecken müssen, weil die Unterstützung seitens Ford schon sehr massiv ist. In diesem Jahr setzt man nicht mehr den mit Gas angetriebenen Motor, sondern auf einen NGTC Motor in einem brandneuen S2000 Spec. Ford Focus. Tom Chilton ist dem Team treu geblieben, an seiner Seite wird aber der Ex-BMW Mann Andy Neate den zweiten Focus pilotieren. Die Ford Mannschaft ist schwer einzuschätzen, weil man mit wenig Testkilometern ein brandneuen Wagen und ein neuen Motor einsetzt.

Airwaves Racing ist vom mittlerweile veralteten BMW 320si auf den letztjährigen Focus ST umgestiegen. Auch hier setzt man ein S2000 Auto mit einem NGTC Motor ein. Mat Jackson ist dem Team treu geblieben und hat bei den Tests auch schon überzeugt. Als zweiter Mann wird der hier eher unbekannte Liam Griffin eingesetzt, der aus dem Porsche Carrera Cup GB kommt. Mat Jackson wird man in der Saison im Auge behalten müssen, denn an guten Tagen ist auf dem Niveau von Jason Plato.

888 Racing ist auch wieder dabei und setzt den schon sehr angestaubten Vauxhall Vectra mit einem NGTC-Motor. James Nash, der im letzten Jahr durchaus gute Rennen hatte, ist beim Team geblieben, neu dabei ist Tony Gilham, der mal im britischen Porsche Carrera Cup unterwegs war. 888 wird wegen des alten Vectra wohl kaum in der Lage sein um den Titel zu fahren, aber Podien sollten drin sein.

Außenseiterchancen auf Siege hat das Tech-Speed Team, dass mit den letztjährigen Chevrolet Cruze unterwegs sind und die gingen ja bekanntermaßen richtig gut. Als Fahrer hat man den seit 2007 in der BTCC fahrenden John George verpflichtet, dazu kommt Paul O’Neill, den man nicht unterschätzen sollte. Er ist ein sehr konstanter Pilot, der 2009 in Snetterton einen dritten Platz erringen konnte. Wenn die Teams vorne mal schwächeln sollte, ist O’Neill auf jeden Fall für ein Podium gut. Wie das RML Team setzt man komplett auf einen S2000 Wagen.

West Surrey Racing ist als einziges Top Team dem BMW 320si E90 treu geblieben. Man setzt ihn in der S2000 Variante ein. Der brave BMW war im letzten Jahr schon nicht mehr wirklich bei der Musik und das wird in diesem Jahr nicht besser werden. Ein Vorteil ist allerdings, dass der BMW halt ein erprobtes Auto ist, dass sehr zuverlässig ist. Rob Collard ist dem Team treu geblieben, neben ihm wird Nick Foster fahren. Es ist geplant, dass man Colin Turkington ebenfalls ab und an einsetzt, wenn es denn seine Starts in der STCC zulassen.

Nicht vergessen darf man die sympathische Mannschaft von Pirtek Racing. Auch dort setzt man einen Vectra mit einem NGTC-Motor sein, was man alledings schon im letzten Jahr getan hat. Da hat man sehr viele Informationen und Daten sammeln können, was in diesem Jahr ein Vorteil sein könnte. Andrew Jordan ist mit Sicherheit ein Mann, der für einen Sieg gut ist, auch wenn er vermutlich einen reverse grid dafür benötigt. Jeff Smitz besetzt das zweite Cockpit.

Geoff Steel Racing setzt einen weiteren BMW ein, den man von Airwaves Team erworben hat. Man setzt Dave Newsham ein, den britischen Renault Clio Meister, und wird nur im Hinterfeld zu finden sein.

Es gibt noch vier weitere Wagen, deren Einsatz zumindest interessant ist. Rob Austin Racing setzt ziemlich überraschend einen Audi A4 ein, der komplett nach NGTC gebaut ist. Man hat den TFSI Motor von Audi als Basis genommen und es gibt durchaus Gerüchte, dass Audi da zumindest mal drüber geschaut hat. Das Problem ist nur, dass das Team mit einem engen Budget arbeitet und der Audi A4 eine kleine Baustelle ist. David Pinkey hat bei Rob Austin unterschrieben und wird in Brands Hatch starten. Ein zweiter Wagen ist geplant, aber es ist nicht klar, wann der kommt.

Dynojet setzt den Toyota Avensis ein, mit dem im letzten Jahr die NGTC Regeln getestet wurden. Der Einsatz war lange auf der Kippe, weil Toyota selber eigentlich nicht in der BTCC aktiv werden möchte. Aber offenbar finanziert man zumindest eine Saison, startet aber mit Frank Wrathall (Ginetta G50 Cup Champion) in der Independent Trophy.

Ein echter Exot ist der Proton Gen2 von Welch Automotive, zu dem es aber bisher kaum Infos gibt. Bekannter ist da schon YRC & AmD Milltek Racing, die mal wieder einen VW Golf einsetzen. Interessant ist dabei nicht der völlig untermotorisierte Golf, sondern dass man den Ex-Aon Mann Tom Onslow-Cole verpflichtet hat. Cole hatte im letzten Jahr einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, da er Tom Chilton teilweise gut im Griff hatte. Warum Cole Team Aon verlassen hat, ist nicht so ganz klar, sein Einsatz im Golf ist auch eher unterhalb seiner Fähigkeiten.

Und dann ist da noch Central Group Racing, die Lea Wood in einem wirklich sehr alten Honda Integra einsetzen. Viel wird sie damit nicht reißen können, was schade ist.

Übertragen wird die Serie wie erwähnt von itv4, da wird man sich einen Stream suchen müssen. Neu ist, dass itv Samstag die Qualifikation streamen wird. Ob das mit einem Geoblocking versehen ist, wird man leider erst am Samstag feststellen können.

Hier noch die Termine für dieses Jahr:

Brands Hatch Indy 03/Apr/2011
Donington Park 17/Apr/2011
Thruxton 01/May/2011
Oulton Park 05/Jun/2011
Croft 19/Jun/2011
Snetterton 07/Aug/2011
Knockhill 04/Sep/2011
Rockingham 18/Sep/2011
Brands Hatch GP 02/Oct/2011
Silverstone 16/Oct/2011

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