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November 19 2013

08:00

NASCAR: Analyse Homestead 2013 – Six-Pack!

Flammen, Rauch und ein großes Feuerwerk. Der NASCAR Sprint Cup hatte zum Saisonfinale auf dem Homestead-Miami Speedway einiges im Angebot und sorgte am Ende für zwei strahlende Gesichter. 

Ford EcoBoost 400Es ist vorbei! Nach 36 Saisonrennen wurde am Sonntagabend der neue NASCAR-Champion gekrönt. Völlig unerwartet ließ sich Jimmie Johnson seine 28 Punkte Vorsprung auf Matt Kenseth nicht mehr nehmen und mutierte so von “Five-Time” zu “Six-Pack”. Damit nähert er sich immer mehr den Rekordmeistern Richard Petty und Dale Earnhardt, die insgesamt sieben Mal die höchste Klasse des NASCAR-Sports für sich entscheiden konnten. Ich glaube es bestehen kaum Zweifel daran, dass Johnson diese Rekordmarke einstellen oder sogar übertreffen wird. Doch bevor wir zu weit in die Zukunft blicken, widmen wir uns vorerst der Vergangenheit und dem Ford Eco Boost 400 auf dem Homestead-Miami Speedway, denn hier dürfte nicht nur Jimmie Johnson das Rennen am Sonntagabend freudestrahlend verlassen haben.

Der letzte Saisonlauf begann gegen 21:20 Uhr unserer Zeit und sah zunächst Matt Kenseth an der Spitze dominieren. Die #20 hatte schon die Traningssessions und das Qualifying klar für sich entschieden und ging als großer Favorit ins Rennen. Eine andere Möglichkeit außer der Flucht nach vorn hatte Kenseth auch nicht, denn er musste auf einen Fehler bei Jimmie Johnson hoffen. Dieser allerdings war stetig unter den ersten Zehn zu finden und somit zu diesem Zeitpunkt unangefochten Meister. Aber das Rennen hatte auch erst begonnen und der Schockmoment sollte noch kommen. Zuvor sorgte Travis Kvapil in Runde 11 mit einem Streifschuss an der Mauer in Kurve drei für die erste Caution des Abends. Beim Restart konnte sich zunächst der dritte Titelaspirant Kevin Harvick an die Spitze setzen, doch Kenseth hatte schon kurze Zeit später die passende Antwort gefunden und setzte sich wieder in Front.

Nur zwölf Umläufe nach seinem ersten Mauerkontakt schaffte es Travis Kvapil, dieses Kunststück in der gleichen Kurve erneut zu vollbringen. Er legte sogar noch eine kleine Zugabe oben drauf, indem er sich, beim Versuch sich von der Mauer zu lösen, nach innen abdrehte. Beim Restart dann ein ganz ungewohntes Bild: David Regan (der Gewinner des Talladega Frühjahrsrennens) setzte sich im Ford von Front Row Motorsports an die Spitze, allerdings auch nur, weil er während der Gelbphase nicht an der Box war. Folglicherweise wurde er nach der grünen Flagge wieder nach hinten durchgereicht und Matt Kenseth konnte weiter seine Runden an der Spitze drehen, um sich den zweiten Bonuspunkt für die meisten Führungsrunden zu sichern. Travis Kvapil schaffte es inzwischen, sein Auto aus der Mauer zu halten und so kam es schließlich zu den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge. Doch mitten rein platzte mal wieder eine unserer geliebten Debris-Cautions.

Nachdem sich alle Piloten an der Box vier frische Pneus und Sprit geholt hatten, durfte das Feld immerhin 20 Runden mit Vollgas unter die Räder nehmen. Dann sorgte Dave Blaney in seinem vielleicht letzten Sprint-Cup-Rennen für die vierte Gelbphase des Abends, als er – wie schon Kvapil zuvor – sein Auto in die Mauer setzte und sich anschließend Richtung Apron drehte. Das alles kümmerte Matt Kenseth wenig, der weiterhin an der Spitze einsam seine Kreise fuhr. Mehr Probleme hatte der dritte Meisterschaftskandidat Kevin Harvick, der nach dem Boxenstopp mit einem für ihn zu stark untersteuernden Fahrzeug kämpfte. Dies warf ihn zunächst aus den Top 20 und sorgte für einen verfrühten Boxenstopp der #29.

Während also Harvick in argen Problemen war, zeigte Joe Gibbs Racing seine volle Stärke. Mit allen drei Fahrzeugen belegte man die ersten drei Plätze. Hinter den Toyotas sortierte sich mit Ausnahme von Kasey Kahne die Hendrick-Armada ein und es wurde recht schnell klar, dass entweder ein Toyota von Joe Gibbs oder ein Hendrick-Chevrolet diesen Abend in die Victory Lane einfahren würde. Doch noch war das Rennen lang und die Nacht brach über den Süden Floridas herein.

Inzwischen war das Rennen in Runde 140 angelangt und die ersten Piloten suchten ihre Pitcrew erneut auf. Nachdem alle Fahrer ihre Stopps absolviert hatten, zeigte sich ein anderes Bild an der Spitze. Dale Earnhardt Jr. hatte, kurz bevor er an der Box fuhr, die Führung übernommen und behielt diese auch nach dem Besuch in der Boxengasse. Sein Fahrzeug war an diesem Abend besonders schnell auf den Long-Runs, hatte aber bei den kurzen Sprints seine Schwierigkeiten. Außerdem fuhr Earnhardt fast ausschließlich die oberste Linie direkt an der Mauer entlang. Falls er sich doch mal weiter unten versuchte, verlor er Zeit, was ihm wiederum am Ende des Rennens noch zum Verhängnis werden sollte.

Ungeachtet der Stärken und Schwächen der #88 kam es in Runde 153 zur bereits fünften Unterbrechung des Rennens. Schuld waren erneut Debris, die sich dieses Mal auf der Gegengerade befanden. Matt Kenseth holte sich in der Box erneut die Führung, doch konnte anschließend auf der kälter werdenden Strecke nicht mehr so dominieren und musste nach wenigen Runden die Führung an seinen Teamkollegen Denny Hamlin abgeben. Den Bonuspunkt für die meisten Führungsrunden hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits sicher.

Kurz vor dem Erreichen der 190. Runde wurde die sechste Caution des Renntages ausgelöst und völlig überraschend waren es Debris, nur dass sich diese jetzt in Kurve drei befanden. Diese Caution sollte aber noch ein einschneidendes Erlebnis für unsere beiden Meisterschaftsanwärter Jimmie Johnson und Matt Kenseth werden, denn beim Restart verlor Jeff Gordon in Reihe eins fast sein Fahrzeug und verursachte hinter ihm eine Kettenreaktion. Bei dieser wurde Jimmie Johnson von hinten angeschoben und verlor fast die Kontrolle über sein Fahrzeug. Beim Versuch, sein Auto wieder in den Griff zu bekommen, traf er Matt Kenseth an der rechten hinteren Seite, was diesen ebenfalls in kurzzeitige Probleme brachte. Doch beide Piloten hielten ihre Fahrzeuge auf der Bahn und konnten mit sichtlichen Kampfspuren das Rennen fortsetzen, allerdings nun einige Plätze weiter hinten im Feld. An der Spitze hatte sich inzwischen Kevin Harvick eingefunden.

Kurz nach diesem Zwischenfall gab es erneut eine Gelbphase. Dieses Mal war der rechte Hinterreifen am Fahrzeug von Paul Menard schuld, der seinen Dienst quittierte. Beim Restart setzte der inzwischen entthronte Champion Brad Keselowski nochmal ein Ausrufezeichen, indem er sich die Führung von Kevin Harvick holte. Doch von hinten kam nach einigen Runden erneut der in den letzten Wochen extrem gut aufgelegte Dale Earnhardt Jr. Dieser quetschte sich auf der äußersten Bahn in einem Bombenmanöver in Kurve zwei sowohl an Denny Hamlin als auch am führenden Brad Keselowski vorbei und übernahm die Spitzenposition.

30 Runden vor Schluss sorgte erneut die #27 von Paul Menard für eine Gelbphase. Sein Fahrzeug brannte bereits auf der Gegengeraden am rechten Hinterreifen und verlor einige Teile. Als er sich schließlich an seiner Box einfand, breitete sich das Feuer schnell auf den Rest des Fahrzeuges aus und sorgte für eine recht heftige Explosion, als der rechte Hinterreifen der Hitze nachgab. Als Grund für den Ausbruch des Feuers gab Paul Menard den Restart in Runde 194 an, bei dem er durch die Kettenreaktion (mit Johnson und Kenseth) einen Reifenschaden erlitt. Dadurch verfingen sich einige Gummiteile an der Hinterachse, die man bei den Stopps nicht komplett entfernen konnte. Diese entzündeten sich im weiteren Verlauf und sorgten für seinen spektakulären Ausfall. Zum Glück wurden dabei sowohl Menard als auch seine Crewmitglieder nicht verletzt.

Nach dem anschließenden Restart duellierten sich Dale Eanrhardt Jr. und Denny Hamlin um die Spitze, wobei sich Hamlin nach einigen Runden durchsetzen konnte. Auch Matt Kenseth schob sich an der #88 vorbei und servierte uns dadurch einen spannenden Fight in den letzten Runden. Denn Junior kam erneut über den Long-Run und wollte an Kenseth vorbei. Doch sobald Junior sich auf der unteren Linie versuchte, zog Kenseth wieder davon. Durch diesen Zweikampf mit leichten Berührungen konnte sich Denny Hamlin etwas Luft verschaffen und fuhr nach 267 Runden seinen lang ersehnten ersten Saisonsieg ein. Hinter ihm kam der nun als Vizemeister feststehende Matt Kenseth vor dem diese Saison sieglosen Dale Earnhardt Jr. ins Ziel. Jimmie Johnson sah auf Platz neun liegend die Zielflagge und sicherte sich nach zwei Jahren Pause seinen nächsten und bereits sechsten Titel. Ohne den Total-Ausfall der #20 in Phoenix hätte auch Matt Kenseth nach der Krone greifen können, doch Fehler darf man sich im Chase eben nicht erlauben. So ist erneut Johnson hochverdient der neue Champion.

Zum Abschluss nun noch die Finalstände der Fahrer- und Ownerwertung. Damit sind wir am Ende angelangt, zumindest für diese Saison. Nach 36 Rennen müssen nun alle NASCAR-Süchtigen den Winter überbrücken, bevor die Saison 2014 mit dem Daytona 500 am 23. Februar eingeläutet wird. Ein abschließendes Dankeschön geht an alle Racingblog-Leser und positiv Verrückten, die dem NASCAR-Zirkus Woche für Woche nicht entkommen. Bis zum nächsten Jahr!

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November 12 2013

20:44

NASCAR: Analyse Phoenix November 2013

Der vierte Saisonerfolg von Kevin Harvick bewies wieder einmal, dass Mister „Where did he come from?“ immer dann zur Stelle ist, wenn die Konkurrenz schwächelt. Unterdessen erlebte Matt Kenseth in Phoenix ein Setup-Debakel und verlor möglicherweise die entscheidenden Zähler im Kampf um die Meisterschaft.

292011Das zweitletzte Saisonrennen des Sprint Cups auf dem Phoenix International Raceway war ein recht kurzweiliges NASCAR-Rennen, da die acht Cautions immer mal wieder frischen Wind an der Spitze wehen ließen. So kamen schließlich 13 Fahrer auf insgesamt 23 Führungswechsel, wobei sogar ganze acht Piloten mehr als die üblichen ein bis zwei Umläufe unter gelb oder während Green-Flag-Pitstops in Front des Feldes unterwegs waren. Dass es auch keinem Teilnehmer gelang, mehr als 70 von 312 möglichen Führungsrunden anzusammeln, zeigt wie abwechslungsreich das Rennen wirklich war. Teilweise hatte man keine Ahnung, wer denn nun an der Spitze stand; das mag allerdings zum Teil der Konzentration von ESPN auf die beiden Meisterschaftsfavoriten geschuldet sein – und die hatten es absolut nicht leicht:

Jimmie Johnson geriet, von der Pole-Position gestartet, sofort in der ersten Kurve massiv durch Joey Logano in Bedrängnis, welcher etwas überforsch ins Rennen startete. Mit seinem rutschenden Wagen räumte er fast die #48 ab, was Johnson mit einigen gekonnten Lenkradbewegungen jedoch abwenden konnte. Trotzdem war er so in die umkämpften Top 10 abgerutscht, in deren Regionen es später noch einmal wild werden sollte, als er wohl Carl Edwards bei einem Three-Wide-Manöver in der Mitte übersah und von diesem ebenfalls beinahe abgeräumt wurde. Auch hier gab es wieder Car-Control par excellence zu bestaunen. Man merkte allerdings schon, dass Johnson und Crew-Chief Chad Knaus eher darauf bedacht waren, das Rennen ruhig und gelassen zu Ende zu bringen, anstatt sich beim Kampf zurück zur bzw. dann an der Spitze aufzureiben.

Der entsprechende Funkspruch von Knaus lautete, Johnson solle von Beginn an sein Auto schonen. Dass dies die Gewinnertaktik im Hinblick auf die Meisterschaft sein würde, bestätigte schließlich Matt Kenseth während der gesamten Renndauer mit seinem komplett unfahrbaren Auto. Dazu kam auch noch das Pech bei einem vergeigten Boxenstopp, als der vordere Tire-Changer seinen Luftschlauch unter dem Reifen einklemmte. Kenseth kostete alleine dieser Vorfall acht Plätze, was Johnson natürlich immer mehr Polster nicht nur im Rennen selbst einbrachte. Der eigentlich sehr talentierte Crew-Chief an der #20, Jason Ratcliff, war quasi machtlos, denn keine der möglichen Abstimmungsmaßnahmen wollte fruchten. Im Prinzip hätte man der Karre in der Garage eine komplett neue Fahrwerkseinstellung verpassen müssen.

Das Ende von Lied war dann Rang 23 für Matt Kenseth bei gleichzeitiger Podiumsplatzierung von Jimmie Johnson, der sich mühelos in den Top 10 aufhalten konnte und schlussendlich einen starken dritten Platz nach Hause fuhr, anstatt nach Trainingsbestzeiten und Pole-Positionen auf Krampf sein Auto in die Wand zu werfen. Diese kluge Fahrweise (und auch ein wenig Glück) brachte ihm nun einen sehr großen Vorsprung in Höhe von 28 Punkte in der Meisterschaft ein, der vor dem letzten Rennen mehr oder weniger einer Vorentscheidung im Chase gleichkommt. So ein hoher Rückstand konnte noch nie vom Zweitplatzierten im Saisonfinale aufgeholt werden. Ein Titelgewinn von Kenseth käme dem Wunder von Atlanta gleich, als Alan Kulwicki 1992 im vermutlich besten NASCAR-Rennen aller Zeiten satte 30 Zähler gutmachen konnte – im alten Punktesystem jedoch.

Ganz unbemerkt hat sich aber noch ein dritter Anwärter ins Spiel gebracht: Weil Kevin Harvick in der letzten Runde den Sieg vom ohne Sprit ausrollenden Carl Edwards erbte, reist er nun als einziger Verfolger des Spitzenduos nach Homestead. Harvick muss allerdings ein noch größeres Wunder vollbringen, wenn er die 34 Punkte Rückstand noch aufholen will. Strenggenommen sind es sogar 35 Zähler, denn bei Punktegleichheit fungieren die sechs bzw. sieben Saisonsiege von Jimmie Johnson bzw. Matt Kenseth als Tiebreaker und es ist ja nicht so, als ob wir dieses Kuriosum nach 36 Rennen nicht schon einmal bemühen mussten.

Allerdings ist Kevin Harvick immer dann zur Stelle, wenn die Konkurrenz sich nicht voll auf der Höhe zeigt. Dies beweisen seine vier Saisonsiege in Richmond, Charlotte, Kansas und nun eben Phoenix – vier Strecken, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Trotzdem war sein später Erfolg nicht unverdient, denn immerhin holte Harvick mit 70 Führungsrunden auch in dieser Kategorie Platz 1, weil er schon zu Beginn des Rennens 50 Umläufe in Front bestreiten konnte. Ich bin schon gespannt, was „The Closer“ im nächsten Jahr mit Hendrick-Material bei Stewart-Haas Racing reißen kann. Sollte er weiter so gerissen und konstant sein, wird er mit (im Gegensatz zu seinem RCR-Chevy wirklichem) Top-Material direkt zum Saisonbeginn zum Mitfavoriten auf den 2014er Titel.

Kommen wir kurz noch zum Rennen bzw. dessen Ausgang:

- Der verlorene Benzinpoker warf einen starken Carl Edwards (21.) schließlich ans Ende der Führungsrunde zurück, während sich vorne andere Piloten die Pfründe sicherten. Kasey Kahne belegte wieder einmal Platz 2 und musste sich damit erneut nur knapp geschlagen geben. Hinter Johnson auf Rang 3 fuhren Dale Earnhardt Jr. und Kurt Busch zwei eher unauffällige Top-5-Resultate ins Ziel.

- Die Top 10 komplettierten Juan Pablo Montoya, Kyle Busch, Martin Truex Jr., Joey Logano und Ryan Newman, wobei die beiden letztgenannten Fahrer zuvor gemeinsam 64 Runden an der Spitze verbrachten. Als weitere Lead-Lap-Hamster entpuppten sich Brad Keselowski (mit 27) und Jeff Gordon (mit 49), welche jedoch im Finale keine Rolle mehr spielten.

- Besonders gut gefiel mir auch David Gilliland, der sich mit unterlegenem Material zwischenzeitlich in die Top 10 nach vorne arbeiten konnte, aber leider am Ende nur außerhalb der Top 20 die Zielflagge sah.

- Einen heftigen Abflug erlebte David Reutimann in Runde 192, als er seinen BK-Toyota in einen asiatischen Kompaktwagen verwandelte. Reutimann schlug rücklings so heftig in die SAFER-Barrier ein, dass sich sogar die Hinterachse in Richtung Fahrerkabine verschob.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Da euch unser Neuzugang Steffen das Saisonfinale in der nächsten Woche schmackhaft machen wird, möchte ich mich abschließend noch ganz herzlich bei allen Lesern für das Interesse an meinen Artikeln sowie bei den Racingblog-Kollegen für die schöne und unterhaltsame Zusammenarbeit bedanken. Steffen gilt an dieser Stelle natürlich ein ganz besonderer Dank, da er mich in der NASCAR-Abteilung seit dem Brickyard 400 mehr als nur vertritt! Wir werden uns auch 2014 die Artikel hier gleichberechtigt aufteilen und lösen damit quasi das Gespann aus Mark Martin und Brian Vickers bei MWR ab. Auf in eine neue (Teilzeit-)Saison also, bei mir nicht aus Alters- sondern aus Arbeitsgründen.

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November 09 2013

13:00

NASCAR: Vorschau Phoenix November 2013

Wir befinden uns mitten in der heißen Phase der Meisterschaft und am Sonntag könnte in Phoenix sogar schon eine Vorentscheidung im Chase fallen. Jimmie Johnson konnte sich ausgerechnet in Texas ein kleines Polster auf Matt Kenseth herausfahren, während die anderen Verfolger jetzt quasi aus dem Rennen sind.

advo500_phoenix logo_finalZunächst möchte ich um Entschuldigung bitten, dass die NASCAR-Vorschau in dieser Woche so spät erscheint. Ich habe es neben der Arbeit zeitlich leider einfach nicht früher geschafft, was mir aber nun wiederum eine interessante Möglichkeit bietet: Am gestrigen Freitag gingen in Phoenix bereits das erste Freie Training sowie die Qualifikation über die Bühne, weshalb ich nun einen gewissen Informationsvorsprung für die Bewertung der Kräfteverhältnisse im Chase besitze. Bevor wir uns die Ergebnisse der ersten Fahraktivitäten anschauen, möchte ich allerdings zunächst kurz die Strecke vorstellen, auf der am Sonntag gefahren wird. Später folgen dann noch ein paar kleine mathematische Spielereien bezüglich des aktuellen Standes in der Meisterschaftstabelle.

Die V8-Motoren bullern an diesem Wochenende auf dem Phoenix International Raceway in der Wüste von Arizona, weshalb für das Rennen exzellente äußere Bedingungen zu erwarten sind. So beträgt die derzeitige Regenwahrscheinlichkeit 0% bei lauschigen 31 °C Lufttemperatur und einer leichten Bewölkung. Doch nicht nur das Wetter ist aufgrund der räumlichen Lage auch im Februar oder November immer außergewöhnlich gut, auch die Strecke selbst ist es, denn das felsige Grundstück machte den Bau des 1-Meilen-Ovals in einer symmetrischen Form nämlich praktisch unmöglich. Phoenix erinnert daher mit seinem offensichtlichen Buckel so in etwa an den Glöckner von Notre Dame in Asphaltform.

Diese charakteristische Biegung auf der Gegengerade, die im Zuge der letzten Neukonfiguration 2011 weiter herausgearbeitet wurde, bezeichnet man im NASCAR-Jargon als „dog leg“. Die Kurvenüberhöhung von 10 bis 11 Grad nutzen allerdings nicht alle Fahrer aus und fahren stattdessen lieber komplett vom Banking herunter und der alten Streckenführung nach, über die man tatsächlich legal abkürzen darf. Die Rückfahrt auf die Kurvenüberhöhung vor Turn 3 gestaltet sich dann jedoch oft derart holprig, dass es gerne mal zu seitlichen Rammstößen mit der Konkurrenz kommt. Verliert ein Fahrer hier sein Auto aus der Kontrolle und räumt jemanden unabsichtlich ab, werden schnell neue „persönliche Freundschaften“ geschlossen. Ein gutes Beispiel ist sicherlich der legendäre Dauerlauf aus dem letzten Jahr von Clint Bowyer zur Garage von Jeff Gordon.

Um kurz die Streckencharakteristik zum Abschluss zu bringen: Turn 1 und 2 sind aufgrund des besonderen Layouts etwas enger geschnitten und daher analog zum „dog leg“ mit 10 bis 11 Grad überhöht. Die beiden weiteren Kurven 3 und 4 kommen dagegen mit nur 8 bis 9 Grad aus, wobei dieses variable Banking ebenfalls 2011 eingeführt wurde und seitdem eine Menge Side-by-Side-Action ermöglicht. Wie immer auf den Shorttracks kommt der Track-Position eine besondere Bedeutung zu, die man jedoch ungern in beinharten Kämpfen auf der Strecke erobert. Stattdessen gibt man sich beim nächsten Boxenstopp mit zwei neuen Reifen zufrieden und versucht, die besser ausgestattete Konkurrenz irgendwie hinter sich zu halten. Die derzeitigen Goodyear-Mischungen lassen diese Strategie bedenkenlos zu und mich würden in Phoenix selbst Left-Side-Only-Calls nicht überraschen.

Das vorhergesagte Wetter am Sonntag macht es notwendig, den Wagen auch während des Rennens stets an die herrschenden Bedingungen anzupassen. Schieben sich Wolken vor die Sonne, sinkt die Streckentemperatur und der Grip erhöht sich. Dazu kommt in der Wüste auch immer etwas Staub, der den Asphalt am Anfang eines Rennens sehr rutschig macht. Also quasi Nachtrennen-Feeling für die Crew-Chiefs, obwohl unter der Sonne gefahren wird. Am besten kommen bekanntlich Jimmie Johnson und sein Stratege auf dem War-Wagon mit solchen Veränderungen klar, und Johnson bewies am Freitag gleich mal, wie gut die Truppe um Chad Knaus schon im Vorfeld gearbeitet hatte: Nicht weniger als die Bestzeit im ersten Freien Training und ein neuer Streckenrekord im Qualifying waren die Top-Resultate der #48. Zudem kann Johnson bereits auf vier Siege in den sehr erfolgreichen Jahren von 2007 bis 2009 zurückblicken.

Sein direkter Verfolger Matt Kenseth schwamm dagegen am Freitag eher an der Spitze mit und holte sich nach einem soliden sechsten Platz im Training nur Startposition 14, was am Sonntag zunächst eine kleine Aufholjagd durch die umkämpften Top 10 notwendig macht. Wie schnell man sich da im Verkehr nach einem Restart zum Beispiel im „dog leg“ verzetteln kann, hatte ich eingangs erwähnt. Kenseth gewann in Phoenix zudem bisher nur ein einziges Rennen und das war 2002 in einem Ford von Jack Roush. Im Toyota traue ich ihm jedoch deutlich mehr zu, das beweisen nicht zuletzt seine Gibbs-Teamkollegen, die sich am Freitag durchgehend in den Top 9 halten konnten. Ein Top-5-Resultat für Kenseth ist am Sonntag Pflicht, will er noch eine Chance haben, wenn es in der nächsten Woche zum Saisonfinale nach Homestead geht.

Interessantes offenbart auch ein Blick auf die Ergebnis-Statistik der beiden direkten Kontrahenten: Jimmie Johnson (6) und Matt Kenseth (7) sind mit ihren zahlreichen Saisonsiegen klar das erfolgreichste Duo in diesem Jahr, denn hier können die abgeschlagenen Verfolger Kyle Busch (4) und Kevin Harvick (3) eindeutig nicht mithalten. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich dagegen bei den Top-5/10-Resultaten der beiden Piloten, wo ausgerechnet der sonst so konstante Kenseth (11/19) das Nachsehen hinter Johnson (15/22) hat. Die drei DNFs des Gibbs-Piloten können ebenfalls erklären, woher der – wenn auch winzige – Rückstand hinter der #48 stammt, die nur einmal das Rennen nicht beenden konnte.

Apropos Rückstände und Punkte: Die beiden Titelfavoriten Jimmie Johnson und Matt Kenseth sind nur durch magere sieben Zähler voneinander getrennt, welche „noch“ Five-Time in Texas auf die #20 herausfahren konnte. Davor herrschte ja bekanntlich eine Woche lang Gleichstand, was für das Rennen in Homestead sicherlich ein wünschenswerter Zustand als Ausgangslage wäre. Die Verfolger sind mathematisch übrigens bereits jetzt ab Joey Logano (2x 48 > 91) auf Platz 9 aus der Entscheidung draußen. Neben Logano betrifft dies Kurt Busch, Carl Edwards, Ryan Newman und Kasey Kahne, die sich eine große Gabel von Brad Daugherty abholen dürfen.

Die magische Punktzahl vor dem Saisonfinale in Homestead lautet 48 (43 + 3 Bonus für den Sieg + 1 Most Lead-Laps + 1 Lead-Lap) und hier sind auch alle Fahrer hinter Kevin Harvick (-40) auf Platz 3 nach Phoenix angeschmiert, denn Kyle Busch (-52), Dale Earnhardt Jr (-62), Jeff Gordon (-69), Clint Bowyer (-69) und Greg Biffle (-73) müssen unter die genannte Marke kommen, um ihre minimalen Chancen aufrecht zu erhalten. Allerdings ist das nur noch mathematische Spielerei, denn wenn nichts komplett Unvorhergesehenes oder Abgefahrenes passiert, machen Jimmie Johnson und Matt Kenseth die Meisterschaft unter sich aus.

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm am Wochenende. Außerdem verlinke ich noch die Ergebnisse der bereits gelaufenen Sessions im Sprint Cup, sprich das erste Freie Training sowie die Qualifikation bzw. Startaufstellung.

Samstag, 09.11.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 1
18:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, FOX Sports 1
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, FOX Sports 1
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (ServiceMaster 200), ESPN2 / Motors TV ab 21:30 Uhr

Sonntag, 10.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (AdvoCare 500), ESPN / Motorvision TV ab 20 Uhr

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October 22 2013

19:23

NASCAR: Analyse Talladega Oktober 2013

Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe von „Sie sind gefahren“! In den Hauptrollen: Jimmie Johnson, Dale Earnhardt Jr, Matt Kenseth und der Sieger Jamie McMurray. Als Showstealer die beiden Foreigner: Marcos Ambrose und Juan Pablo Montoya! Es konnte leider nicht erscheinen: das Finish. Kleiner Gastauftritt von: die Caution.

NSCS_Talladega_PostRace2_102013Das Rennen am Sonntag, welches nicht nur ich als großen Punktemixer angekündigt habe, verhielt sich letztendlich völlig überraschend entgegen aller bekannten Restrictor-Plate-Erwartungen. Das war natürlich zum einen sehr enttäuschend, weil ein wirklich spannendes Finish fehlte. Zum anderen muss man aber froh sein, dass es so gesittet zugegangen ist und niemand verletzt wurde. Die meist latente Risiko bei dieser Art von Racing scheint aber einige Ordner im Trioval nicht wirklich beindruckt zu haben. Auch wenn es leider immer mal wieder vorkommt, dass Autos in den Fangzäunen landen, nutzte das Personal diese Sicherheitseinrichtung vereinzelt als Rückenlehne – unfassbar! Wie schnell die Gefahr dann eben doch real werden kann, zeigte sich in der letzten Caution, die eigentlich niemand wollte.

Insgesamt gab es auf dem Talladega Superspeedway nur magere drei Cautions, wobei man gehofft hatte, dass die NASCAR-Offiziellen dann doch bitte etwas Debris irgendwo auf der Strecke entdecken würden, um die Schlagzahl des Rennens zu erhöhen. Gelbphase #1 kam sehr früh, als dem Start-&-Parker Tony Raines schon in Runde 4 der Motor hochging. Kurz vor Halbzeit schoss dann Marcos Ambrose bei einem Spurwechsel den völlig unschuldigen Juan Pablo Montoya ab und löste damit Unterbrechung #2 aus. Das war es im Prinzip, ansonsten zeigten die Cup-Stars, warum sie in der ersten Liga mitfahren und brachten zahlreiche Three-Wide- sowie einige haarige Four-Wide-Situationen sehr gekonnt ohne Zwischenfälle hinter sich. Das Racing an sich war also trotzdem schön anzusehen.

Die meiste Zeit zeigten sich Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr an der Spitze des Feldes, zu Anfang immer mal wieder begleitet durch Matt Kenseth, der aber später zu sehr mit dem Handling seines Wagens haderte und schließlich die Top20 verließ. Doch auch der direkte Titelkonkurrent Johnson war gegen Ende nicht zur Stelle, weil er sich bei den letzten Green-Flag-Pitstops fast im Alleingang aus dem Draft löste und seine Boxenmannschaft ansteuerte. Damit fiel er bis zum Cycle-Through natürlich ohne Hilfe weiter ins Hinterfeld zurück. Lediglich Earnhardt konnte wirklich große Ansprüche auf eine Fahrt in die Victory-Lane geltend machen, wurde aber in seinem Vorwärtsdrang – ebenso wie die Erwartungen aller Fans – durch die letzte Caution jäh eingebremst.

Hinter Jamie McMurray und Dale Earnhardt Jr nahmen Austin Dillon und Ricky Stenhouse Jr die letzte Runde in Angriff, wobei sich das Feld an dieser Stelle schon seit einigen Runden im Single-File-Modus befand, um ein letztes Mal durchzuatmen. Stenhouse wollte auf der Gegengerade eine zweite Linie öffnen, wurde aber von Dillon geblockt, welcher sich danach in einen wilden Dreher verabschiedete. Nachdem er den Wagen bei 200 mph wieder in Fahrtrichtung gedreht hatte, krachte ihm Casey Mears so stark von hinten auf das Auto, dass die #14 förmlich in die Luft katapultiert wurde. Zum Glück flog Dillon weder in den Fangzaun, noch überschlug er sich komplett oder wurde von weiteren Fahrzeugen kassiert – ein glimpflicher Ausgang also.

Die NASCAR war leider so nervös auf dem Caution-Knopf, dass sie mit der recht bald ausgelösten Gelbphase ein wirklich spannendes Finish zerstörte. Warum die gelbe Flagge geschwenkt werden musste, war auch im Nachgang nicht ersichtlich: Austin Dillon konnte mit dem eigentlich komplett zerstörten Auto sogar noch mehr als die halbe Runde zu Ende bringen und musste anschließend nicht einmal ins Care-Center, weil er die #14 aus eigener Kraft bis in die Garage pilotierte. Ansonsten standen auch keine Wagen auf der Gegengerade rum, bis zu welcher die Spitze nach einem Finish unter grüner Flagge ohnehin verlangsamt hätte. Als die Caution kam, befand sich niemand in unmittelbarer Gefahr, eine klare Fehlentscheidung also. Andererseits muss man natürlich sagen, dass wenn etwas passiert wäre und niemand eingegriffen hätte, wieder alle laut aufgeschrien hätten.

Von daher freuen wir uns über den nicht unverdienten Sieg von Jamie McMurray, der vor einem starken – aber sicherlich sehr unglücklichen – Dale Earnhardt Jr unter gelb über die Ziellinie rollte. Nach Sichtung der Videoaufzeichnungen bestimmten die NASCAR-Offiziellen Ricky Stenhouse Jr, Paul Menard und Kyle Busch in die Top5 sowie David Ragan, David Gilliland, Martin Truex Jr, Ryan Newman und Clint Bowyer als Top10. Damit zeigte auch Front Row Motorsports wieder einmal, dass sie keinesfalls eine Eintagsfliege auf den Superspeedways sind.

Auch Danica Patrick war lange Zeit stark in den Top10 unterwegs, zerschoss sich aber mit einem komplett vergeigten letzten Green-Flag-Pitstop alle Chancen auf ein angemessenes Ergebnis. Nicht nur, dass sie mit einem extremen Geschwindigkeitsüberschuss durch die Boxengasse pflügte, sie verpasste anschließend auch noch ihren Pitstall und musste natürlich eine Durchfahrtsstrafe für das Speeding absitzen. Dass Patrick sich nicht gleich zwei Runden Rückstand einfing, war da schon ein kleines Wunder. Trotzdem war auf Rang 33 Endstation.

Noch erwähnenswert sind Brad Keselowski und Kasey Kahne, die ebenfalls früh eine Runde verloren, anschließend aber in einem Rennen innerhalb des Rennens an der Spitze um den Lucky-Dog kämpften. Leider vergeblich, da die ersehnte Gelbphase endlos auf sich warten ließ.

In der Meisterschaft drehte das Talladega-Rennen zwar die Tabellenführung, allerdings nur um wenige Zähler, da Jimmie Johnson (13.) nur sieben Plätze vor Matt Kenseth (20.) ins Ziel kam. Der Vorsprung von Johnson beträgt daher nur vier winzige Pünktchen. Aufgeholt haben mir ihren guten Resultaten auch Kyle Busch (-26) sowie Dale Earnhardt Jr (allerdings noch -52), die zwei bzw. drei Ränge aufrücken konnten.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Talladega Superspeedway on October 20, 2013 in Talladega, Alabama. 291422 NSCS_Talladega_Greenflag_102013 NSCS_Talladega_Race1_102013 NSCS_Talladega_Race2_102013 NSCS_Talladega_Race3_102013 NSCS_Talladega_Race4_102013 NSCS_Talladega_Race5_102013 NSCS_Talladega_PreRace_DanicaPatrick_102013 NSCS_Talladega_Race6_102013 291432 NSCS_Talladega_PostRace1_102013 NSCS_Talladega_PostRace2_102013 NSCS_Talladega_Race10_102013 NSCS_Talladega_Race9_102013

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October 15 2013

11:24

NASCAR: Analyse Charlotte Oktober 2013 / Gedanken zur Aerodynamik / Status bei Michael Waltrip Racing

Da dominieren die Piloten von Hendrick Motorsports gemeinsam 313 von 334 Runden in Charlotte und am Ende gewinnt etwas überraschend Brad Keselowski. Bei nur vier Gelbphasen und einer Menge Green-Flag-Racing zeigte sich dieses Mal das große Problem des Sprint Cups vollumfänglich: die Clean- bzw. Dirty-Air beim Gen6!

NASCAR_NSCS_CMS_Brad_Keselowski_Win_BurnoutViel Spannung bot das letzte Nachtrennen der NASCAR-Saison nun wahrlich nicht auf, vor allem der zweiten Rennhälfte fehlten nahezu komplett die Cautions. Einige Gelbphasen hätten dem Rennen aber wirklich gut getan, wie man so schön sagt, denn mit der Hilfe von etwas Mystery-Debris wäre das Feld vermutlich nicht so weit auseinandergezogen worden. Zum Schluss befanden sich nur noch 13 Autos in der Führungsrunde, was man einer späten Caution zu verdanken hatte, sonst wären es maximal nur noch die Top10 gewesen. Das alles zeigte deutlich: Der Sprint Cup muss dringend die Aerodynamik des Gen6 überarbeiten! Doch darauf komme ich später im Artikel noch einmal zurück und werde ebenso auf die sich überschlagenden Ereignisse bei Michael Waltrip Racing eingehen. Zunächst lassen wir das Rennen vom Wochenende kurz Revue passieren:

325 Umläufe überbot man sich bei Hendrick Motorsports boxenstoppbereinigt an der Spitze des Feldes und ließ sich so sage und schreibe 313 von 334 möglichen Führungsrunden gutschreiben. Polesitter Jeff Gordon befand sich nur bis zur ersten Gelbphase in der Spitzenposition und übergab danach an Dale Earnhardt Jr, welcher allerdings mit Müll auf seinem Kühlergrill haderte und daraufhin Kasey Kahne passieren ließ. Weil Junior sein Debris an dessen Heck nicht abschütteln konnte, fiel er weiter zurück und probierte es schließlich erfolgreich bei Jimmie Johnson. Die so wichtige Track-Position war allerdings weg und weil die #88 später erneut etwas aufsammelte und ihr letztendlich in der Nacht das Handling abhandenkam, war im Jubiläumsrennen von Earnhardt leider nur Rang 15 drin.

An einer Fahrt in die Victory-Lane zeigten sich grundsätzlich Jimmie Johnson (130) und Kasey Kahne (138) am interessiertesten, die bis zur vierten, letzten und damit auch entscheidenden Caution in Runde 308 die meisten Umläufe in Führung verbracht hatten. Die Ausgangslage beim Auffinden des mysteriösen Debris präsentierte sich wie folgt: Johnson und Kahne verfolgt durch Kyle Busch und Matt Kenseth, die den Hendrick-Piloten als einzige Mitstreiter Konkurrenz bieten konnten. Dahinter lauerten Brad Keselowski und Jeff Gordon auf ihre Chance. Bei Kahne und Gordon versuchten es die Crew-Chiefs mit nur zwei neuen Reifen, was beide Fahrer vor Johnson, Kenseth, Busch und Keselowski in die erste Reihe für den Restart spülte.

Es folgte die einzig spannende Phase des Rennens – die Schlussphase über 23 Runden: Jimmie Johnson vergab seine Siegchance direkt beim Restart mit Übersteuern zwischen Turn 1 und 2. Zwar verlor er gleich einige Plätze, konnte sich aber bis zur karierten Flagge noch bis auf Rang 4 nach vorne arbeiten. Unterdessen fiel aber Jeff Gordon (7.) zurück, dem die nur zwei neuen Reifen weniger gut bekamen als seinem Teamkollegen an der Spitze. Sogar Kyle Busch (5.) und Kevin Harvick (6.) schoben sich noch an Gordon vorbei. Vorne lag plötzlich das Auto von Brad Keselowski wie ein Brett auf der Straße und so arbeitete sich der (nicht mehr lange) amtierende Champion zunächst nach fünf Runden an Matt Kenseth (3.) vorbei und fuhr anschließend Sturm auf Kasey Kahne, der zuvor noch vom Kampf um Position 2 profitieren konnte.

Mit seinen nur zwei neuen Reifen hatte Kasey Kahne (2.) aber schließlich keine Chance gegen den frischer bestückten Brad Keselowski, auch wenn sich beide Piloten rundenlang ein sehenswertes Duell lieferten. Neun Runden vor dem Ende war die Suppe dann ausgelöffelt und Keselowski das erste Mal in diesem Jahr in die Victory-Lane gefahren. Diesen Sieg hat Brad sich wirklich verdient, da er ihn auf der Rennstrecke erkämpfen konnte. Wie gut sein Penske-Ford in den Schlussrunden lag, zeigte seine Herkunft beim Restart. Innerhalb von nur 14 Runden fuhr er die blaue #2 von Rang 6 an die Spitze – eine beeindruckende Leistung! Dabei hatte er es auch im Rest des Rennens nicht einfach, da er von Startplatz 23 kam und bei einem Boxenstopp noch eine Strafe kassierte, weil er den Wagenheber eine Runde mit um die Strecke nahm.

Der Erfolg von Brad Keselowski war zudem der erste Sieg eines Nicht-Chase-Teilnehmers seit Kasey Kahne in Phoenix 2011. Weil die Playoff-Meute jedoch direkt hinter ihm einfuhr, ergab sich keine nennenswerte Verschiebung in der Meisterschaftstabelle. Diese ist aber am nächsten Wochenende in Talladega nahezu garantiert.

Vielleicht sollte ich unseren Debütanten Kyle Larson noch kurz erwähnen, der leider mit einem Motorschaden in Runde 247 ausschied. Larson konnte sich bis dahin allerdings exzellent verkaufen und hielt sich über weite Strecken der Nacht in den Top20 auf. Wenn er in Martinsville noch so ein gutes Resultat einfahren kann, muss ich meine Bedenken zu einem möglicherweise verfrühten Cup-Einsatz wohl zurückziehen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Wie versprochen folgen nun noch einige Gedanken zum Thema Aerodynamik: Am Wochenende zeigte sich sehr deutlich, dass es derzeit nahezu unmöglich ist, den Führenden mit seinem Bonus der Clean-Air zu überholen. Erst wenn der Spitzenreiter selbst in die Dirty-Air der zu überrundenden Fahrzeuge gerät, bekommen die Verfolger wieder eine theoretische Chance. Das Problem ist dann nur, dass die Führung zu diesem Zeitpunkt bereits auf einige Sekunden angewachsen ist. Immerhin haben die NASCAR-Offiziellen dies erkannt und arbeiten derzeit fieberhaft an einer Verbesserung des Wettbewerbs auf der Strecke. Direkt nach dem Rennen in Charlotte fanden umfangreiche Testfahrten mit vielen Teams statt, bei denen insgesamt sieben Neuerungen evaluiert wurden.

Da die NASCAR sich häufig sehr bedeckt hält, was interne Prozesse angeht, gerieten bisher nur einige wenige Experimentierfelder an die Öffentlichkeit. So spielt man zurzeit mit veränderten Größen der Spoiler an Heck, Kofferraum und Dach. Nun ergibt sich allerdings ein Problem, denn natürlich produzieren diese Luftleitbleche eine Menge Dirty-Air, gleichzeitig sind sie aber äußerst wichtige Sicherheitsfeatures. So verhindern die Kofferraum- und Dachspoiler gemeinsam mit den Roof-Flaps, dass sich die Fahrzeuge bei einem Dreher jenseits von 150 mph plötzlich in die Luft erheben und überschlagen. Weiterhin stabilisieren sie gemeinsam mit dem Heckspoiler die Wagen in den Turns, damit die Autos diese Geschwindigkeiten überhaupt erst gefahrlos erreichen können.

Ob die NASCAR das Überholproblem also mit einem Spoiler-Tweaking lösen kann, bleibt abzuwarten. Zusätzlich steht daher auch die umstrittene minimale Fahrzeughöhe auf dem Prüfstand, für deren Einhaltung vor und nach dem Rennen die Teams Unsummen in Form von Spezialdämpfern und -federn ausgeben. Ich sehe derweil schon die ersten Boxenstopps misslingen, weil der Wagenheber plötzlich nicht mehr unter das Auto passt, denn die Grundidee ist klar: Im Normalfall möchte man das Auto so tief wie möglich auf die Strecke drücken, damit man durch die überströmende Luft ein Maximum an Downforce generieren kann. Grundsätzlich ist eine Liberalisierung hier wünschenswert, um die Kosten zu drücken. Dass aber weniger Dirty-Air hinten austritt, ist unwahrscheinlich.

Weiterhin sind übrigens Testfahrten auf dem Texas Motor Speedway geplant, einem weiteren 1,5-Meilen-Oval und damit dem Kernproblem des Gen6. Hoffen wir, dass es den NASCAR-Offiziellen bis zum Beginn der nächsten Saison gelingt, den Wettbewerb auf der Strecke zu verbessern. Ich sehe bei der Aerodynamik leider wenig Handlungsspielraum und würde stattdessen lieber auf mehr Variabilität beim mechanischen Grip setzen – sprich den Reifenhersteller Goodyear in die Pflicht nehmen.

Drunter und drüber geht es derzeit auch bei Michael Waltrip Racing, wo die Verantwortlichen nach dem Wochenende reinen Tisch machen wollten und sich prompt mit weiteren Schwierigkeiten konfrontiert sahen: 2014 wird MWR nun nach dem Ausstieg von Sponsor NAPA an der #56 nur noch mit zwei Vollzeitautos an den Start gehen. Den zugehörigen Piloten Martin Truex Jr hatte man ja zuvor schon für Verhandlungen mit anderen Teams mehr oder weniger freigestellt, da der dritte Wagen nur noch auf Teilzeitbasis eingesetzt werden soll, u. a. mit Teamchef Michael Waltrip im Daytona 500. Truex besitzt unterdessen glücklicherweise eine gute Chance, bei Furniture Row Racing einzusteigen, die immer noch auf der Suche nach einem Ersatz für den scheidenden Kurt Busch sind.

Dann kam die Nachricht oder sagen wir besser Hiobsbotschaft, dass Brian Vickers mindestens bis zum Saisonende ausfällt, da bei einem medizinischen Check ein Blutgerinnsel in seiner rechten Wade gefunden wurde. Da die Ärzte ihn sofort auf blutverdünnende Medikamente setzten, darf er aufgrund des erhöhten Risikos bei einem etwaigen Unfall und dabei möglicherweise auftretenden Blutungen selbstverständlich kein Rennauto mehr bewegen.

Für Vickers ist dies unterdessen keine unbekannte Diagnose, da er schon 2010 ein halbes Jahr aufgrund von Blutgerinnseln in Lunge und Beinen aussetzen und sogar eine Herz-OP über sich ergehen lassen musste. Die gute Nachricht ist aber, dass die Ärzte nur von einem vergleichsweise kleinen Rückschlag ausgehen und für 2014 positiv gestimmt sind. In Talladega wird Michael Waltrip die #55 planmäßig pilotieren, die Bekanntgabe eines Ersatzmannes für den Rest des Jahres steht allerdings noch aus. An dieser Stelle wünschen wir Brian eine schnelle Genesung!

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October 11 2013

05:15

NASCAR: Vorschau Charlotte Oktober 2013

Am Wochenende legen die NASCAR-Piloten den letzten Stein für die Halbzeit des diesjährigen Chase, wenn zudem das letzte Nachtrennen der Saison auf dem Charlotte Motor Speedway ausgetragen wird. Wir schauen in dieser Vorschau auf die Situation an der Tabellenspitze und beschäftigen uns auch kurz mit den Verfolgern.

boa500_10Unglaublich: Da ist man mal ein Wochenende in Italien und die NASCAR zieht ein wahnsinnig spannendes Rennen ab! Vielleicht sollte ich öfter verreisen, damit ihr mal unterhaltsame Sonntage verbringen könnt… ;o) Der Alternativvorschlag wäre, dass Goodyear weiterhin so „tolle“ Neuentwicklungen mit an die Strecke bringt wie diesen Multi-Zone-Tread-Reifen, der sein Pensum komplett erfüllt hat oder auch nicht – je nachdem aus welchem Blickwinkel man die ganze Sache betrachtet. Ob die neue Technologie an diesem Wochenende in Charlotte zum Einsatz kommen wird, ist mir leider nicht bekannt. Zumindest in Atlanta hat der Pneu eigentlich ganz gut bei nächtlichen Temperaturen funktioniert und viele verschiedene Strategien zugelassen, aber die Streckenbeläge sind halt schon wahnsinnig unterschiedlich.

Zunächst ein paar Eckdaten zum Charlotte Motor Speedway und dem Rennen am Wochenende: Zum letzten Mal in dieser Saison wird ein Nachtrennen ausgetragen und zwar auf der Strecke, welche direkt in der NASCAR-Hauptstadt liegt: 99,9% der Teams (alle außer Furniture Row Racing) operieren rund um das 1,5-Meilen-Intermediate-Oval mit 24 Grad Banking. Gemeinsam mit Atlanta und der noch recht jungen Strecke in Texas bildet Charlotte quasi die Speerspitze der Quad-Oval-Cookie-Cutter-Speedways. Das heißt, sie sehen sich so ähnlich, als wären sie mit einer Plätzchenform aus dem Kuchenteig gestanzt worden. Da zudem 50% aller Chase-Rennen auf 1,5-Meilern ausgetragen werden, muss man hier besonders fit sein, wenn der Pott anschließend das eigene Trophäenzimmer aufwerten soll.

Ein Name, der da spontan ins Bild ragt, ist definitiv Jimmie Johnson: Vom fünfmaligen Cup-Champion sagt man nämlich gerne, dass Charlotte sein Wohnzimmer sei und sechs Siege in ca. 10 Jahren sprechen da schon eine deutliche Sprache. Zudem gewann Johnson noch zwei Mal das All-Star-Rennen jeweils eine Woche vor dem Coca-Cola 600. In der Meisterschaft ist er trotz allem derzeit der konstanteste und kompletteste Fahrer, auch wenn er derzeit winzige drei Pünktchen hinter Tabellenführer Kenseth zu finden ist.

Matt Kenseth musste letzte Woche in Kansas einige Federn lassen und konnte mit einer Kevin-Harvick-Gedächtnis-Platzierung in Form von Rang 11 wertvolle Punkte im Titelkampf retten. Noch einmal darf ihm ein Ausrutscher außerhalb der Top10 aber nicht passieren, dafür macht Johnson derzeit zu wenig Fehler. Unterschätzen sollte man Kenseth aber niemals nicht, denn immerhin holte er fünf seiner sechs Saisonsiege auf eben jenen, so wichtigen 1,5-Meilen-Ovalen. Am Wochenende könnte sich pünktlich zur Halbzeit zeigen, ob Kenseth oder doch Johnson die besseren Karten für den Rest der Playoffs auf der Hand hat.

Dagegen hat Kyle Busch (-35) vorerst sein Blatt aus der Hand gegeben, nachdem er in Kansas ein wahres Desaster erlitt und mit einem eigentlich Chase-zerstörenden DNF nach Unfall ausschied. In der Meisterschaft kostete ihn dies wertvolle Plätze, denn er ist nun auf Rang 5 hinter Kevin Harvick (-25) und Jeff Gordon (-32) abgerutscht. Diese kleine aber feine Gruppe bildet derzeit das Verfolgerfeld der beiden Favoriten an der Spitze und kann sich jederzeit mit einer Fahrt in die Victory-Lane wieder vorne ins Spiel bringen. Das zeigte nicht zuletzt Harvick am letzten Wochenende mit seinem dritten Saisonerfolg.

Die Top13 teilen sich an dieser Stelle in zwei ungleichgroße Gruppen auf, denn für Greg Biffle (-44) auf Rang 6 ist es bis zur roten Chase-Laterne in Händen von Kasey Kahne (-83) ein fast genauso weiter Weg nach hinten wie nach vorne an die Spitze. Dazwischen warten mit Kurt Busch (-47), Dale Earnhardt Jr (-54), Clint Bowyer (-55), Joey Logano (-59), Carl Edwards (-60) und Ryan Newman (-73) nicht wenige Piloten immer noch auf ihren ersten Saisonsieg. Wo genau ihr nun schon die Linie ziehen wollt, ab welcher der Kampf um den Titel nahezu aussichtlos ist, bleibt komplett euch überlassen. Ich schreibe jedenfalls niemanden komplett ab, da mit Talladega und Martinsville noch zwei Kleinholzstrecken direkt aufeinander folgen.

Ich gebe aber gerne zu, dass für die genannten Verfolger vermutlich schon mehr als eine erste (oder weitere) Fahrt in die Victory-Lane des Jahres 2013 her muss. Schön wäre so ein Erlebnis sicher für Dale Earnhardt Jr, der an diesem Wochenende bereits sein Cup-Rennen #500 feiern wird und zuletzt recht starke Ergebnisse einfahren und sich viele Führungsrunden gutschreiben lassen konnte.

Nicht so rosig sieht es derweil für Travis Kvapil aus, der am Dienstag von der Polizei wegen eines mutmaßlichen häuslichen Angriffs auf seine Frau verhaftet wurde. Zwar befindet Kvapil sich derzeit gegen Zahlung einer Kaution wieder auf freiem Fuß, aber ob BK Racing ihn in der Nacht von Samstag auf Sonntag in die #93 setzen wird, steht zur Stunde noch aus. Besonders pikant ist die Tatsache, dass sein Rennstall ungefähr zur Zeit des Vorfalls ein Bild der eigenen beiden Rennwagen auf Twitter postete, welche mit Schleifen versehen waren, die auf Brustkrebsvorsorge und die Prävention von häuslicher Gewalt aufmerksam machen sollten. Aua, ein blöderes Timing kann man dann auch nicht erwischen!

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm vom Rest-Wochenende. Die ersten Trainingssessions und das Cup-Qualifying sind aufgrund des Nachttermins schon am gestrigen Donnerstag über die Bühne gegangen.

Freitag, 11.10.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 2
22:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, FOX Sports 2
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, FOX Sports 2
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2 ab 1 Uhr

Samstag, 12.10.
01:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Bank of America 500), ABC / Motorvision TV ab 1 Uhr

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September 27 2013

06:15

NASCAR: Vorschau Dover September 2013

Am Wochenende steht Chase-Rennen #3 auf dem Programm, wenn der Sprint Cup die „Monster Mile“ in Dover unsicher macht. Steht uns ein weiterer Sieg durch Matt Kenseth bevor oder können die anderen Playoff-Teilnehmer endlich zurückschlagen? Am ehesten kommen zumindest die direkten Verfolger von Kenseth in Betracht.

aaa_400Wow, wir sind in Woche Nr. 3 des Chase und zur Abwechslung ist zwischen zwei Rennen mal so gut wie gar nichts passiert, über das es großartig zu berichten lohnt. Auf der anderen Seite kommt die Verschnaufpause nach den Playoff-Wirren des gesamten Monats nicht nur den Beteiligten gerade recht. Unter der Woche gab es dafür aber ein paar Sponsorenankündigungen, zu denen ich allerdings später kommen werde. Zunächst wollen wir uns mal anschauen, was uns am Wochenende erwartet: Der Dover International Speedway ist schon eine gewaltige Anlage und das, obwohl die Strecke nur eine Meile in der Länge misst. Das Spektakuläre an dieser Betonbahn ist das aggressive Banking in Höhe von 24 Grad, welches Bristol schon ein wenig Konkurrenz macht. Nicht umsonst bezeichnet man die „Monster Mile“ in Dover auch gerne als große Schwester der „World’s Fastest Half-Mile“.

Das namensgebende Monster mit Namen „Miles“, welchem außerhalb des weiten Runds eine riesige Statue mit Original-CoT in der Hand gewidmet ist, schlägt jedoch gerne einmal zu und dann kann es mit den Meisterschaftsträumen auch ganz schnell zu Ende sein. Das schwächste Glied der NASCAR-Kette ist in Dover für gewöhnlich der Goodyear-Reifen, dem bei den abrupten Übergängen von 24 auf 9 Grad und vice versa enorme Beanspruchung widerfährt. Wer zu aggressive Sturzwerte ausprobiert, findet sich womöglich in den Händen von Miles wieder. Selbst im TV kann man schön sehen, wie es die Wagen bei den Transits geradezu aushebelt – so groß ist der Höhenunterschied zwischen Kurve und Gerade auf der Ideallinie. Besonders absurd wirkt das Banking bei der Betrachtung der Fußgängerbrücken. Hier ist man durchaus geneigt, seiner Wasserwaage das Vertrauen zu entziehen.

Wenn man Bristol als den Superspeedway der Shorttracks bezeichnet und Watkins Glen den Superspeedway der Rundkurse nennt, dann wird Rusty Wallace mir sicherlich zustimmen, wenn ich behaupte, dass Dover den Superspeedway unter den Mile-Ovals darstellt! Kleiner Wermutstropfen: Am Sonntag ist kein Wheelhopping zu erwarten… Aber die Chase-Teilnehmer werden mit Sicherheit auch ohne diesen Effekt, welcher sich für 110% aller Abflüge und Verbremser verantwortlich zeigt, eine gute Show bieten. In der Meisterschaft ist die Lage ja nach wie vor sehr gespannt – zumindest an der Spitze:

Dort konnte Matt Kenseth mit zwei Siegen schon einen Vorsprung von 14 Punkten auf seinen Teamkollegen mit dem Abo auf den zweiten Platz herausfahren. Hinter jenem Kyle Busch folgt direkt Jimmie Johnson mit vier winzigen Zählern Rückstand. Danach klafft mit 18 Punkten schon eine größere Lücke zu Carl Edwards, der seinerseits ein mächtiges Verfolgerfeld bestehend aus Greg Biffle, Kevin Harvick, Kurt Busch, Jeff Gordon, Ryan Newman und Clint Bowyer innerhalb von 12 Zählern anführt. Die Plätze 11 – 13 belegen die mittlerweile fast chancenlosen Pechvögel Dale Earnhardt Jr (-62), Joey Logano (-69) und Kasey Kahne (-71).

Am Wochenende sehe ich die Initiative vor allem bei den Spitzenreitern der Tabelle, denn die letzten acht Jahre konnten in Dover fast ausschließlich die Platzhirsche von Hendrick Motorsports (und Stewart-Haas Racing), Joe Gibbs Racing und Roush-Fenway Racing dominieren. Zwar fuhr auch Penske Racing 2011 und 2012 in die Chase-Victory-Lane, doch mit denen sind 2013 wohl keine Playoffs zu gewinnen.

Sollte der ohnehin schon sehr konstante Jimmie Johnson endgültig in Schwung kommen? Immerhin stammen 4 der letzten 16 Siege seit 2008 von ihm und bei dieser Statistik kann ihm keiner das Wasser reichen, zumal er bei insgesamt sieben Dover-Erfolgen inzwischen sogar mit Bobby Allison und Richard Petty gleichgezogen ist! Interessant wird es sein, ob Kyle Busch mal seinen Teamkollegen Matt Kenseth im Rennen schlagen kann, einer Top-Qualifier ist er ja. Busch gewann in den genannten Jahren übrigens zwei Mal, während Kenseth nur auf einen Uralt-Erfolg auf der „Monster Mile“ aus dem Jahr 2006 im Gen4 zurückblicken kann. Die große Unbekannte ist Carl Edwards, welcher trotz seinem Spitznamen „Concrete Carl“ auf der Betonbahn in Dover bisher erst einmal in die Victory-Lane konnte.

Dafür gibt es seit dieser Woche einige Bekannte mehr, denn bei Stewart-Haas Racing gab es einige Sponsoren-Wechsel für 2014 zu verkünden: Kevin Harvick hat neben den 21 Rennen von „Budweiser“ und deren 2 durch „Outback Steakhouse“ nun auch für 12 Rennen seinen mehr oder weniger persönlichen Geldgeber „Jimmy John’s“ mit an Bord. Die #4 ist somit fast komplett finanziert, wie auch alle anderen SHR-Autos. Stattdessen geht „Quicken Loans“ übrigens wie erwartet mit Ryan Newman zu Richard Childress Racing – ebenfalls für 12 Meisterschaftsläufe. Noch kurz zu SHR: Die Startnummer für Kurt Busch nimmt Formen an, er soll im nächsten Jahr die #41 fahren, was allerdings noch nicht offiziell bestätigt ist.

Unterdessen schwelen die Gerüchte auch um Martin Truex Jr weiter, der prinzipiell immer noch NAPA hinter sich stehen hat, nur eben nicht bei Michael Waltrip Racing. Man fragte sich die Woche, wo Truex im Zweifelsfall andocken könnte und da wurden dann Gibbs, RCR und EGR genannt. Hier ist meiner Meinung aber nach nichts dran, das klingt alles viel zu unseriös. Keines dieser Teams kommt für eine so kurzfristige Erweiterung auf vier Wagen in Frage.

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm vom Wochenende.

Freitag, 27.09.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 1
18:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, FOX Sports 1
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2

Samstag, 28.09.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 2
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, FOX Sports 2
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, FOX Sports 2
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (5-hour ENERGY 200), ESPN2 / RaceBuddy / Motors TV
02:30 Uhr, Truck Series Rennen (Smith’s 350), FOX Sports 1

Sonntag, 29.09.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (AAA 400), ESPN / Motorvision TV ab 19 Uhr

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September 24 2013

07:00

NASCAR: Analyse New Hampshire September 2013

In seinem 500. Rennen holte sich Matt Kenseth seinen bereits siebten Saisonsieg und kam wie im letzten Rennen auf dem Chicagoland Speedway vor seinem Teamkollegen Kyle Busch ins Ziel. Jimmie Johnson wahrt sich unterdessen seine Meisterschaftschancen mit einem vierten Platz hinter Greg Biffle.

Sylvania 300Passend zu seinem 500. Rennen im NASCAR Sprint Cup beschenkte sich Matt Kenseth selbst mit seinem zweiten Erfolg im zweiten Rennen des Chase. Abermals Zweiter wurde Kyle Busch, was Joe Gibbs Racing als erstes Team überhaupt einen aufeinander folgenden Doppelsieg im Chase verschafft. Auf Platz drei kam Greg Biffle ins Ziel, der sich damit noch geringe Chancen auf die Meisterschaft wahrt. Mehr Hoffnungen auf den Titel darf sich hingegen “Mister Five Time” Jimmie Johnson machen, der mit seiner Ankunft auf dem vierten Platz die Lücke zu Kenseth nicht all zu groß werden ließ. Für Kasey Kahne ist hingegen die Jagd um den Titel nach einem Einschlag in die Mauer abrupt beendet.

Für den Start sicherte sich der kurzfristig in den Chase gerutschte Ryan Newman die beste Position. Neben ihm in Reihe eins startete Kasey Kahne. Nachdem der Start in das 300 Runden lange Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway freigeben wurde, setzte sich Kahne zügig an die Spitze und sollte diese Position für die ersten 35 Runden behalten. Der Pole-Sitter Ryan Newman kam hingegen nicht richtig vom Fleck und wurde bis auf Platz vier zurück gereicht. Vor ihm sortierten sich Jeff Gordon und Martin Truex Jr. ein. Es dauerte bis zum Umlauf Nummer 30, bis es zur ersten Gelbphase kam. Diese wurde vom in der #35 fahrenden Josh Wise ausgelöst, der sich durch einen Kontakt mit der #51 von McDowell in Kurve vier drehte. Bei den folgenden Boxenstopps war Jeff Gordon wieder mal in Problemen, als er seine Box verließ und David Ragan gerade in seine einbiegen wollte, was zu einer leichten Kollision zwischen den beiden Fahrzeugen führte.

Beim Restart in Runde 35 ging Kasey Kahne vom ersten Platz ins Rennen, konnte diesen aber nicht verteidigen und musste seine Spitzenposition an Martin Truex Jr. abgeben. Doch bevor das Feld überhaupt wieder richtig in Fahrt gekommen war, entschied Juan Pablo Montoya in Runde 37 mal wieder die Brechstange auszupacken, was zur nächsten Caution führte. Montoya versuchte, in Kurve vier an seinen (Noch-)Teamkollegen Jamie McMurray vorbei zu gehen und schickte diesen dabei in einen Dreher. Kevin Swindell in der #30 von Swan Racing konnte der stehenden #1 von McMurray nicht mehr ausweichen und fuhr auf den Ganassi-Chevrolet auf. Es dauerte bis zur Runde 47, bis das Rennen mit Truex in Front wieder aufgenommen werden konnte.

Abermals sollte es nur wenige Runden unter grün weiter gehen, denn nur fünf Umläufe nach dem Restart versagte der linke Hinterreifen am Auto von Bobby Labonte. Durch den darauf folgenden Dreher musste erneut die gelbe Flagge geschwenkt werden. Beim Restart führte Martin Truex Jr. das Feld erneut zur ersten Kurve. Hinter ihm verlor Jimmie Johnson einige Position, da die #56 das Feld vor der grünen Flagge stark eingebremst hatte und damit für den berühmten Ziehharmonikaeffekt sorgte. Ungeachtet dessen drehte Truex an der Spitze weiter seine Kreise. Weiter hinten zeigte sich langsam Matt Kenseth, der bereits bis auf die dritte Position vor fuhr. In Runde 109 begannen schließlich die ersten Boxenstopps unter grün mit Denny Hamlin. Bei ihm ging es auch gleich mal ordentlich schief, da er die weiße Linie seiner Box überfuhr und zurück geschoben werden musste. Auch für Joey Logano lief der Stopp alles andere als perfekt, da er 3,4 Sekunden verlor.

Dadurch, dass die meisten Piloten ihre Crew aufsuchten, konnte Dale Earnhardt Jr. für immerhin knapp 15 Runden die Führung übernehmen, ehe auch er an die Box kam. Dadurch konnte Truex sich erneut in Führung setzen, die er allerdings bald wieder abgeben musste. In Runde 153 konnte sich Kenseth, nachdem er vorher stetig auf Truex aufholte, in Kurve zwei den ersten Platz schnappen. Der lange Lauf unter grün wurde schließlich in Runde 165 durch Debris in Kurve vier unterbrochen. Bei den Boxenstopps begannen nun die ersten Spielchen: Die Führenden Kenseth und Truex holten sich vier neue Reifen, wohingegen sich die meisten anderen Piloten für nur zwei neue Pneus entschieden. Dies sorgte dafür, dass das Rennen in Runde 170 mit Jeff Gordon und Brian Vickers in Front wieder aufgenommen wurde.

Es dauerte 30 Umläufe bis es erneut zu einer Gelbphase kam und wieder war es Debris. Diesmal waren allerdings keine Reifen- oder Fahrzeugteile, sondern ein aufgerissenes Banner an der Betonmauer schuld. Bei den Boxenstopps unter gelb stand zum wiederholten Male Jeff Gordon im Mittelpunkt. Er parkte zu weit vorne in seiner Box ein und musste zurück geschoben werden. Das kostete ihn nicht nur wertvolle Sekunden, sondern auch viele Position. Beim Restart 95 Runden vor Schluss standen andere Piloten ganz vorne: Clint Bowyer und Marcos Ambrose waren während der Gelbphase nicht an der Box und konnten sich damit in die erste Reihe schieben. Durch ihre alten Reifen wurde sie allerdings recht schnell wieder nach hinten durchgereicht und Matt Kenseth konnte an der Spitze wieder die Pace setzen.

55 Runden vor dem Ende kam es zur sechsten Caution des Abends, die kurz nach dem Boxenstopp von Clint Bowyer durch einen Motorplatzer beim Ford mit der #38 von David Gilliland ausgelöst wurde. Beim Restart kam Martin Truex Jr. nicht vom Fleck und wurde von Kyle Busch und Jimmie Johnson überholt, die sich nun hinter dem Leader Kenseth befanden. Kurz nach dem die grüne Flagge geschwenkt wurde, setzte Kasey Kahne seine letzten Titelhoffnungen wortwörtlich in die Mauer. 48 Runden vor Schluss drehte sich die #5 bei der Ausfahrt aus Turn vier in die innere Mauer und Kahne musste sein Auto verlassen. Dies war auch die siebte und letzte Caution des Rennens. Beim Restart setzte sich Matt Kenseth durch und Kyle Busch behauptete Platz zwei. Greg Biffle wusste, was die Stunde geschlagen hatte, und setzte ein riskantes Manöver eingangs Turn drei an. Weil er spät bremste, konnte er sich unter anderem an Jimmie Johnson vorbei setzen und Platz drei behaupten. Hinter ihm sortierte sich schließlich die #48 ein. Diese Reihenfolge blieb in den letzten 40 Runden unverändert und so konnte Matt Kenseth seinen zweiten Sieg im zweiten Chase-Rennen bzw. seinen siebten Saisonsieg einfahren. Kyle Busch wurde abermals Zweiter und Jimmie Johnson verlor weitere Punkte auf die #20.

Doch was heißt das jetzt für den Chase? Matt Kenseth führt nun mit bereits 14 Punkten Vorsprung die Meisterschaftwertung vor Kyle Busch an. Dieser wiederum wird mit vier Punkten Abstand von Jimmie Johnson gefolgt. Danach kommt lange nichts. Erst mit 36 Zählern Rückstand auf Kenseth taucht auf Platz vier Carl Edwards auf, dem sein Teamkollege Greg Biffle folgt. Ab Edwards drängelt sich alles dicht an dicht bis zum auf Platz zehn liegenden Clint Bowyer, dem bereits 48 Punkte auf die Spitze fehlen. Auf den letzten drei Plätzen des Chase befinden sich Dale Earnhardt Jr., Joey Logano und Kasey Kahne. Diese Piloten haben bereits einen Rückstand von 62, 69 bzw. 71 Punkten auf den Führenden und werden in den Kampf um den Titel voraussichtlich nicht mehr eingreifen können. Generell scheint es dieses Jahr ein Dreikampf zwischen Matt Kenseth, Kyle Busch und Jimmie Johnson um den Gewinn der Meisterschaft zu werden. Ob Matt Kenseth auch das dritte Rennen des Chase gewinnen kann, werden wir sehen, wenn die NASCAR diese Woche Station in Dover macht.

Zum Abschluss gibt es nun wie gewohnt noch die Punktestände der Fahrer- und Owner-Wertung sowie das Rennergebnis in der Übersicht.

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September 18 2013

16:15

NASCAR: Analyse Chicagoland 2013

Der Regen machte der NASCAR beim Chase-Auftakt in Chicagoland einen Strich durch die Rechnung. Die nächtlichen Bedingungen aufgrund der Wetterpause sorgten aber für ein turbulentes Rest-Rennen, welches Matt Kenseth am Ende für sich entscheiden konnte. Gesehen haben das aber wohl nur sehr wenige Fans.

NSCS_Matt_Kenseth_Victory_Lane_Chicago_091513Nachdem die NASCAR Jeff Gordon im Zuge der Absprache zwischen Penske Racing und Front Row Motorsports in Richmond am Freitag, dem 13. als 13. Fahrer nachträglich zum Chase zugelassen hatte, kehrte wieder etwas Ruhe in die NASCAR-Garage ein. Leider übernahm dann am Sonntag das schlechte Wetter die Schlagzeilen und sorgte im Sprint Cup für eine fünfstündige Unterbrechung wegen Regens. Am Ende gewann Matt Kenseth in Chicagoland ein sehr umkämpftes und turbulentes erstes Playoff-Rennen, das wohl leider nur noch sehr wenige Fans sehen konnten. Wir schauen uns mal an, was alles am Sonntag passiert ist, warum kein AirTitan vor Ort war und weshalb man das Rennen auch auf den Montag hätte verschieben können – dann wäre es aber ohne die nächtlichen Bedingungen wohl deutlich weniger unterhaltsam geworden.

Aber alles hübsch der Reihe nach: Polesitter Joey Logano und Teamkollege Brad Keselowski hatten das Geschehen nach dem – natürlich wegen Regens – um eine Stunde verspäteten Rennstart gemeinsam im Griff. Kurz konnte sich auch Juan Pablo Montoya als Dritter ins Spiel bringen, verlor jedoch schnell wieder an Schwung. Die Führung sollte allerdings nicht lange halten, da die NASCAR für Runde 30 eine Competition-Caution angesetzt hatte, um den Teams eine Möglichkeit zu geben, ihren Reifenverschleiß zu überprüfen. Diese künstliche Gelbphase nutzten überraschenderweise fünf Piloten zum Gewinn von Track-Position, gingen meiner Meinung nach mit nur zwei neuen Reifen aber ein gewisses Risiko ein. Jimmie Johnson übernahm somit die Führung vor Kyle Busch, Dale Earnhardt Jr., Matt Kenseth und Aric Almirola.

Ausgerechnet Jimmie Johnson kam dann in den Genuss, die neue Restart-Regel auszutesten, als er sich beim Restart nach der Competition-Caution mit Kyle Busch konfrontiert sah. Letzter nutzte auch sofort die Gelegenheit, in Übereinstimmung mit den aktualisierten Regularien den Führenden auf dem Weg zur Ziellinie zu überholen. Apropos Überholen: Aufgrund der grünen Strecke gestaltete sich dies zunächst äußerst schwierig. Das konnte man an Aric Almirola erkennen, der trotz eines klar langsameren Autos rundenlang die Penske-Truppe hinter sich halten konnte. So kamen alle Piloten mit nur zwei neuen Reifen erstaunlich gut weg. Die optimaler bereiften Kollegen im Hinterfeld hatten dagegen so ihre Probleme, ihren Vorteil auszuspielen.

Jimmie Johnson erkannte, dass der Vorteil seiner Strategie so langsam verpuffte, weil Brad Keselowski und Joey Logano von hinten durchs Feld pflügten. Somit eröffnete die #48 weit vor Ende des Benzinfensters den Reigen von Boxenstopps unter grüner Flagge, weshalb der Rest der Meute praktischerweise sofort folgen musste. Dummerweise erkannte ein NASCAR-Offizieller nicht schnell genug, dass am rechten Hinterrad des Hendrick-Chevrolets eine Radmutter eben doch korrekt festgezogen war. Johnson verlor dadurch mehrere Sekunden auf der Strecke und musste sich auf Platz 6 wieder einreihen, während Matt Kenseth die Führung übernahm. Als weiterer Pechvogel fing sich Kurt Busch eine Durchfahrtsstrafe wegen Speeding in der Boxengasse ein.

raindelayDer große Wendepunkt (nicht nur meiner Nacht) folgte in Runde 108 von 267 und damit nur wenige Minuten vor dem Erreichen der Halbzeit, zu der NASCAR das Rennen offiziell und mit vollen Punkten hätte werten können. Der Schauer kam schnell und heftig: Cole Whitt drehte sich sofort von der Strecke und auch die andern Piloten hatten so ihre Mühe, die Wagen bei Aquaplaning zügig unter Kontrolle zu bringen. Es folgte die gefühlt längste Unterbrechung mit roter Flagge wegen Regens. Zunächst gab es noch Hoffnung und auch die Jetdryer waren im Einsatz, doch das Wetter verschlechterte recht schnell zu lang anhaltendem Dauerregen.

Warum man den extrem hochgespielten AirTitan nicht an der Strecke hatte, weiß wohl auch nur der Herrgott selbst. Immerhin kostet er ja erstaunliche 50.000 US-Dollar und das ist bei TV-Einnahmen von mehreren Milliarden grünen Scheinen natürlich völlig außerhalb des Budgets. Die Wundertechnologie hätte den Asphalt mit Sicherheit schon 15 Minuten vor dem eigentlichen Start des Rennens trocken bekommen und der NASCAR somit bestimmt die nötigen Runden bis zur Halbzeit eingebracht. Stattdessen zog sich die Unterbrechung dann Stunde um Stunde und netterweise verfügt der Chicagoland Speedway über eine Flutlichtanlage, was die Offiziellen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ausharren ließ.

Während der hart arbeitende Teil der europäischen Fans – aber auch viele Zuschauer an der Strecke – anstelle der NASCAR die weiße Flagge rausholte, hielten sich die Kollegen Fink und Leberkern auf Motorvision TV mit Fan-Fragen vor einem quasi Standbild des verregneten Speedways über Wasser. Irgendwann gegen kurz vor 3 Uhr habe ich noch mal die Augen aufgeschlagen und verpennt vernommen, dass gegen 5 Uhr (also 22 Uhr Ortszeit in Chicago) wohl ein Restart geplant war. Ohne zu zögern habe ich die Glotze dann abgestellt und mich massiv geärgert. Nicht nur, weil ich das Rennen nicht zu Ende schauen konnte, sondern weil am nächsten Tag auch die Wiederholung bei den bekannten Quellen nicht mehr verfügbar war.

Ich bin mir jedenfalls äußerst unsicher, ob es trotz oder gerade wegen des vorhandenen Flutlichts eine gute Idee war, die Fans fünf Stunde (!!!) warten zu lassen, während man nebenher lustig SportsCenter sendete. Die Fans an der Strecke, die ohnehin nach Hause mussten, hätte es wohl nicht gestört, wenn das Rennen am nächsten Tag zur Mittagszeit stattgefunden hätte. Die wären entweder im Auto oder auf der Arbeit gewesen. Den Fans vor Ort wäre eine weitere Dusche erspart geblieben und wir hätten eine Chance gehabt, das Rennen gemeinsam mit Montoya12 und Kimi im Chat zu verfolgen. Noch schlimmer als dieses Rain-Delay wäre nur eine Dauerschleife von Rusty Wallace gewesen, wie er den „Classic Wheelhop“ erklärt!

NSCS_Dale_Earnhardt_Jr_Chicagoland_091513Wir spulen vor auf 5 Uhr morgens: Jetdryer hatten ganze Arbeit geleistet und die Strecke wieder einsatzfähig gemacht. Jetzt waren die Crew-Chiefs gefragt, um die Wagen unter Flutlicht an die Temperaturdifferenz des Asphalts anzupassen. Dieses Mal versuchte sich die Top 9 an einer Strategie mit zwei neuen Reifen, da die letzte Caution – zumindest rundentechnisch – noch nicht lange her war. Nach sieben Runden mit Matt Kenseth an der Spitze war der Spaß auch schon wieder vorbei, dieses Mal aber nicht wegen Regens, sondern weil die Strategen bei Earnhardt-Ganassi Racing wohl vergessen haben, den Fender-Rub an der #42 zu beheben, den sich Juan Pablo Montoya fünf Stunden zuvor durch den drehenden Cole Whitt einfing.

Einen knappen Fuelrun später drehte sich Cup-Debütant Justin Allgaier nach Kontakt mit Landon Cassill von der Strecke und brachte damit alle Piloten zum Reifenwechsel. Unterdessen gab das Triebwerk von Joey Logano deutliche Rauchzeichen von sich und startete damit eine Serie von Motorschäden, die Ray Evernham zuvor aufgrund der härteren Bedingungen unter Flutlicht und der langen Cool-Down-Phase während der Unterbrechung richtig vorhergesagt hatte. An der Boxengasse übernahm unterdessen Jeff Gordon mit einem Two-Tire-Pitstop die Führung, während bei Jimmie Johnson der langsame Jackman für den Verlust von viel Track-Position sorgte. Johnson hatte aber noch Glück, da man mehr durch Zufall einen schleichenden Plattfuß bei ihm fand.

Pünktlich zum Restart, bei dem Kyle Busch einen sehenswerten Run bekam, rauchte dann auch der Motor von Cole Whitt ab, was für Caution #5 von insgesamt 9 sorgte. Auch beim nächsten Anlauf machte Busch viele Positionen gut, setzte sich nach zwei Runden an Carl Edwards vorbei und damit direkt hinter den Leader Jeff Gordon. Nur Sekunden später verabschiedete sich das Aggregat von Brian Vickers, der aber noch vor der Entstehung einer großen Rauchwolke in die Garage gebracht werden konnte. Es ging Schlag auf Schlag weiter, denn während Matt Kenseth mit vier frischen Reifen seine Aufholjagd an die Spitze des Feldes fortsetzte, fand NASCAR gut 100 Runden vor Schluss ein ernsthaftes Stück Debris auf der Strecke.

An der Box setzte sich im Zuge einigen Gedränges Kyle Busch vor Jeff Gordon, musste beim Restart aber auf die Pace von Greg Biffle setzen, der gar nicht zum Pitstop kam. Wieder ging es turbulent weiter und ESPN war beinahe nicht mehr in der Lage, all das Geschehen auf und neben der Strecke aufzuarbeiten: Gordon hatte sich vor dem Restart wohl in Folge eines Kontakts den linken Hinterreifen aufgeschlitzt und wurde sofort von der Meute gefressen. Er hatte nur Glück, dass sofort wieder eine Caution ausgerufen wurde, weil der Motor von Joey Logano nun endgültig in Rauch aufging. Endlich hatte ESPN auch die Zeit, den Kontakt an der Box zwischen den Hendrick-Teamkollegen Dale Earnhardt Jr. und Kasey Kahne aufzuklären, der einige Reparaturarbeiten nach sich zog.

NSCS_Kyle_Busch_Matt_Kenseth_Chicagoland_091513Zur Abwechslung kehrte etwas Ruhe ein und Kyle Busch machte sich nach einem exzellent getimten Restart auf und davon. Zunächst konnten sich nur Martin Truex Jr. und Kurt Busch an seine Fersen heften, während der Rest des Feldes hinter Greg Biffle festhing, der noch auf seinen alten Reifen unterwegs war. Im Laufe des Green-Flag-Runs kristallisierten sich unterdessen Matt Kenseth und Jimmie Johnson als die ärgsten Verfolger von Kyle heraus, doch niemand konnte die #18 selbst über die Phase der nächsten Boxenstopps unter grüner Flagge bezwingen. Bruder Kurt fuhr sich derweil die Reifen im wahrsten Sinne des Wortes auf, denn gerade als er auf dem Weg zum Pitstall die Bremsen betätigte, platzte einer seiner Pneus.

Gerade als Jeff Gordon als einer der letzten Piloten seinen Green-Flag-Pitstop antreten wollte, verschwand auch bei Dale Earnhardt Jr. eine Tim-Brewer-Gedächtnis-Ventilfeder im Brennraum. Des einen Teamkollegen Leid, des anderes Freud sozusagen. Ebenso bei Joe Gibbs Racing, wo Matt Kenseth durch die Caution den Vorsprung von Kyle Busch komplett eindampfen konnte. Nach dem Restart konnte sich Busch aber erneut behaupten und sah schon wie der sichere Sieger des Rennens aus. Leider kam es für ihn aber noch zu einer letzten Caution des Tages/Abends/Morgens, weil Justin Allgaier einen weiteren Dreher hinlegte. Zwischenzeitlich waren „Algair“ kurioserweise einige Buchstaben seines Namens auf der Frontscheine abhandengekommen.

Die Gelbphase sah dann ein letztes Mal interessante Strategiespiele in der Boxengasse, weil ab Platz 6 alle Fahrer noch einmal zumindest zwei neue Reifen abholten. Da sich aber im Rennverlauf gezeigt hatte, dass Track-Position wichtiger war, sollte dies ein aussichtsloses Unterfangen bleiben. Der finale Restart sah dann Kyle Busch vor Matt Kenseth, Kevin Harvick, Kurt Busch und Jimmie Johnson, während sich Kasey Kahne als erster Two-Tire-Stopper nur auf Rang 10 wiederfand. Kenseth erhielt sofort den entscheidenden Push von Harvick, um die Führung von Kyle zu übernehmen. Dies war die Schlüsselszene des Rennens, da Kenseth die Spitzenposition danach nicht mehr abgab. Die genannten Top 5 blieben ansonsten unverändert.

Mein Fazit dieses Rennens:

1. Matt Kenseth war als verdienter Sieger mit den meisten Führungsrunden am Ende rechtzeitig wieder zur Stelle und holte sich Saisonsieg #6 – ein mehr als ernsthafter Griff nach dem Titel.

2. Die Top-5-Resultate von Kyle Busch, Kevin Harvick, Kurt Busch und Jimmie Johnson zeigen früh, dass der Kampf um die Meisterschaft wohl über längere Zeit ein sehr enger bleiben wird.

3. In den Top 10 müssen sich Jeff Gordon, Clint Bowyer und Ryan Newman daher noch viel weiter strecken, um den Pokal auch nur berühren zu dürfen.

4. Ganz zu schweigen von Carl Edwards, Kasey Kahne und Greg Biffle, die auf einem für sie sonst so starken 1,5-Meilen-Oval viel Boden verloren haben.

5. Die vielen Motorschäden haben einige Fahrer wie Dale Earnhardt Jr. und Joey Logano im Kampf um die Meisterschaft schon früh ein gehöriges Stück zurückgeworfen.

6. Die NASCAR hat wirklich 100% gegeben und muss deshalb nicht bestraft werden!

An dieser Stelle möchte ich noch einmal ausdrücklich die Arbeit von ESPN loben, die während des Rennens einen guten Job gemacht haben und auch das Hinterfeld nicht vernachlässigten. Die Vorberichterstattung konnte mit einer interessanten Aufarbeitung der Geschehnisse der Woche und einem souveränen Ray Evernham überzeugen. Zudem hatte ESPN während des Rain-Delays so viel Werbung versendet, dass der Rest des Rennens mit Split-Screen-Commercials abgehandelt werden konnte. Negativ aufgefallen ist eigentlich nur Brad Daugherty, der mit seiner ernstgemeinten Quasi-Forderung von Four-Wide-Restarts den Vogel abgeschossen hat und auch gleich von seinen Kollegen der Lächerlichkeit preisgegeben wurde.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

NSCS_Joey_Logano_Green_Flag_Chicago_091513 NSCS_Brian_Vickers_Kasey_Kahne_Chicago_091513 NSCS_Chase_Field_Chicago_091513 NSCS_Jeff_Gordon_Chicago_091513 NSCS_Jimmie_Johnson_Kyle_Busch_Chicago_091513 NSCS_Pit_Road_Chicago_091513 NSCS_Matt_Kenseth_Burnout_Chicago_091513 NSCS_Matt_Kenseth_Checkered_Flag_Chicago_091513 NSCS_Matt_Kenseth_Victory_Lane_Chicago_091513 NSCS_Dale_Earnhardt_Jr_Chicagoland_091513 NSCS_Jimmie_Johnson_Chicagoland_091513 NSCS_Joey_Logano_Chicago_091513 NSCS_Kyle_Busch_Matt_Kenseth_Chicagoland_091513 NSCS_Matt_Kenseth_VL_Chicagoland_091513 NSCS_Ricky_Stenhouse_Jr_Chicagoland_091513

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September 13 2013

06:15

NASCAR: Vorschau Chicagoland 2013 Analyse Chase-Debakel 2013

Endlich ist es soweit: Auf dem Chicagoland Speedway eröffnet die NASCAR am Wochenende den Chase! Doch wer fährt mit? Immerhin stehen mittlerweile circa elf Fahrer ziemlich fest, doch mindestens ein Teilnehmer wackelt noch. Nach dem MWR-Skandal wird nun auch Penske Racing bezichtigt, illegale Absprachen getroffen zu haben.

helton_pembertonEs hätte alles so schön werden können: Ich hatte eigentlich geplant, eine nette kleine Vorstellung aller Chase-Fahrer zu bringen. Jeder Pilot wäre neben seinem Konterfei von mir auf Herz und Nieren bezüglich seiner Meisterschaftstauglichkeit untersucht worden. Leider kenne ich bis heute (Stand: Donnerstagabend vor dem ersten Playoff-Rennen in Chicagoland) nicht die komplette Liste aller Teilnehmer. Für den Fall, dass jemand die letzten fünf Tage in einer Hütte im tiefsten Wald verbracht und sich eher um den nächsten Fisch auf dem Teller gesorgt hat, gibt es erstmal eine Zusammenfassung des ganzen Dramas. Ich werde mich dabei auch bemühen, keine altgriechischen Sagen zu referenzieren. Begonnen hat der Schlamassel nur wenige Runden vor dem Ende des Rennens in Richmond, welches die NASCAR zu diesem Zeitpunkt – im Nachhinein betrachtet – einfach hätte abbrechen sollen.

Aber wer konnte schon ahnen, dass Clint Bowyer mit seinem sehr seltsamen Dreher den Urknall für einen großen Skandal liefern sollte. In diesem Moment befanden sich Ryan Newman und Jeff Gordon auf Chase-Kurs. Newman wollte mit einem Sieg die zweite Wildcard und damit sein Chase-Ticket lösen, während Gordon einen glücklosen Joey Logano mit zwei Runden Abstand hinter sich halten konnte und damit sogar über die punktbesten Zehn qualifiziert war. Martin Truex Jr. schien trotz Top-10-Resultat chancenlos, noch in die Playoffs zu gelangen, da sein einziger Saisonsieg gegen deren zwei von Newman und Kasey Kahne nichts wert gewesen wäre. Als einzige Chance für Truex blieb eine Wende an der Spitze und prompt drehte sich Teamkollege Bowyer, zeitlich akkurat passend, von der Strecke.

Im Endeffekt führte dieser Vorfall dazu, dass weder Ryan Newman das Rennen gewann, noch Jeff Gordon in den Chase einzog, während Joey Logano noch einige Plätze gewann und seinerseits Ticket #10 löste. Damit öffnete sich die Wildcard-Situation für Martin Truex Jr., weil Gordon natürlich keinen Rennsieg aufweisen konnte. Trotz Punktgleichheit mit Newman, der ebenfalls einen Saisonerfolg auf seinem Konto wusste, landete schließlich Truex bei sehr schlechter – wenn nicht sogar schlechtester – Ausgangssituation in den Playoffs. Ausschlaggebend war hier am Ende ein zweiter Platz (aus Texas), den Truex mehr eingefahren hatte als Newman. So weit, so gut, doch nun kam ESPN ins Spiel.

Nachdem die Kommentatoren des TV-Senders sich ob des spannenden Finales beruhigt hatten, fand jemand die Aufzeichnung des Funkverkehrs zwischen Clint Bowyer und seinem Spotter, setzte das Interview mit Dale Earnhardt Jr. nach dem Rennen dazu, verquirlte das Ganze und stellte es bei 200 °C in den Ofen. Bowyer habe seinen Dreher absichtlich eingeleitet, hieß es plötzlich und die unschuldigen Opfer Ryan Newman und Jeff Gordon konnten in ihrer ersten Niedergeschlagenheit noch gar nicht ahnen, welcher Tsunami sich damit in rasender Geschwindigkeit auf die NASCAR zubewegte. Da ich das Rennen erst mit einem Tag Verzögerung gesehen habe, kann ich leider nicht sagen, wie sehr Twitter in diesem Moment explodierte.

Der Schneeball vergrößerte sich auf seinem Weg den Abhang hinunter schnell und stetig, denn bereits am nächsten Tag sahen sich die NASCAR-Offiziellen das Renngeschehen unter dem Mikroskop an und es kamen weitere Unregelmäßigkeiten zum Vorschein. Auch der dritte MWR-Teamkollege im Bunde, Brian Vickers, war in den Skandal verstrickt, da er von seinem Spotter und Team-Manager Ty Norris zu einem unplanmäßigen und unsinnigen Boxenstopp während der letzten drei Runden unter grüner Flagge aufgefordert wurde. Passenderweise verblieb er dann ebenso wie Clint Bowyer ganze zwei Runden in seinem Pitstall, was Joey Logano zwei Positionen einbrachte, mit denen er Jeff Gordon aus den Top 10 in der Meisterschaft kegeln konnte, was wiederum die zweite Wildcard für Martin Truex Jr. in Reichweite brachte.

Da der Funkverkehr der #55 ziemlich eindeutig war, überführte NASCAR das gesamte Waltrip-Team der illegalen Absprache und wies ihnen nach, das Rennen manipuliert zu haben. Es wurden hohe Strafen ausgesprochen, so bekamen alle drei Teams jeweils 50 Fahrer- sowie Owner-Punkte abgezogen, während die jeweiligen Crew-Chiefs bis zum Jahresende auf Bewährung an den Wagen arbeiten müssen. Am schlimmsten erwischte es den Initiator Ty Norris, der nun auf unbestimmte Zeit gesperrt wurde, während Michael Waltrip Racing als Organisation mit einer Geldbuße in Höhe von 300.000 US-Dollar noch recht günstig davonkam. Das Urteil brachte dann jedoch ein Novum: Zum ersten Mal in der Geschichte des Chase änderte man das Teilnehmerfeld nachträglich!

Da sich die Punktabzüge auf die Regular-Season bezogen, rutschte Martin Truex Jr. hinter Ryan Newman ab, der sich mit später Genugtuung die zweite Wildcard sicherte. Laut Jeff Gordon war damit die Gerechtigkeit fast wiederhergestellt, jedoch war die Bestrafung seiner (und auch meiner) Meinung nach nur sehr halbherzig. Eigentlich gehört für uns auch Clint Bowyer aus dem Chase geworfen, doch die Offiziellen konnten ihm trotz der sehr merkwürdigen Konversation am Funk und des einzigartigen Drehers keinen Vorsatz ankreiden. Somit blieb es dabei und die Welt diskutiert seitdem, womit der Schaden im Prinzip angerichtet war. Dass mal alle Welt über die NASCAR reden würde, hat sich die Organisation sicherlich auch anders vorgestellt. Solche Gespräche führen wir nämlich normalerweise, wenn die DTM mal wieder kräftig zugelangt hat.

Doch damit nicht genug, denn am Donnerstag tat sich das nächste Loch im Boden auf. Nun steht plötzlich Penske Racing mit Joey Logano am Pranger. Denen wirft man vor, den Markenkollegen David Gilliland im Front-Row-Ford beiseite gebeten zu haben, um dringend benötigte Punkte zu sammeln. Jeff Gordon wittert unterdessen natürlich schon Morgenluft, weil die Offiziellen sich nun auch diese Anschuldigungen ganz genau ansehen. Wie sich die Situation aufklärt bzw. aufgeklärt hat, wisst ihr womöglich schon beim Lesen dieses Artikels, da der NASCAR meiner Meinung nach nicht mehr viel Zeit verbleibt. Am Freitag geht der Fahrbetrieb in Chicagoland los und dann sollten eigentlich alle zwölf Variablen zweifelsfrei bestimmt sein.

Fraglich ist, wie sich das Urteil (oder vielleicht die Urteile?) auf die Zukunft auswirken werden. Muss nun jedes kleine Überholmanöver auf dem Weg zum Sieg untersucht werden? Muss die NASCAR – wie von Jimmie Johnson vorgeschlagen – bei unklaren Situationen einen Timeout (unter roter Flagge) ähnlich wie beim Football einführen? NEIN, bitte bloß das nicht! Man sollte den ganzen Trubel wirklich nicht überbewerten. Klar hat die Teamorder so kurz vor dem Chase überhandgenommen und natürlich war der (meiner Meinung nach klar absichtliche) Dreher von Clint Bowyer totaler Mist. Deswegen aber jetzt den Weltuntergang zu wittern? Ich weiß ja nicht. Wenn man sich in Zukunft einfach darauf beschränkt, dass man einen Teamkollegen gerne vorbeilassen kann, wenn er diesen einen Punkt benötigt und direkt hinter einem fährt, dann hat wohl keiner etwas dagegen.

Achso: Wen die nicht vorhandene Streckenvorstellung für das Wochenende gestört hat, der darf sich gerne in unserem Artikel zum Chicagoland Speedway seine gewünschte Informationsdosis abholen. Außerdem lege ich euch den Podcast vom gestrigen Donnerstag ans Herz, in dem wir uns ausführlich mit der Situation beschäftigt (wenn auch ohne die neuesten Logano-Erkenntnisse) und auch eine Bewertung der Chase-Favoriten abgegeben haben. Ihr verpasst also trotz meiner Zusammenfassung des Geschehens auf epischer Breite kein Stück vom Randgeschehen, zu dem der Chase und das Rennen am Sonntag ja mehr oder weniger verkommen sind. Und weil dies leider leider leider passiert ist, sehe ich nur einen Ausweg: In bester Pofalla’scher Manier erkläre ich die Diskussion über die Vorkommnisse von Richmond für beendet! In diesem Sinne: Lasset den Chase beginnen…

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den (momentan nicht ganz) aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm vom Wochenende.

Freitag, 13.09.
16:00 Uhr, Truck Series Practice, FOX Sports 1
18:00 Uhr, Truck Series Final Practice, FOX Sports 1
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 1
20:30 Uhr, Nationwide Series Practice, FOX Sports 1
22:00 Uhr, Truck Series Qualifying, FOX Sports 1
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
00:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, FOX Sports 2
02:30 Uhr, Truck Series Rennen (EnjoyIllinois.com 225), FOX Sports 1 ab 2 Uhr

Samstag, 14.09.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 2
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, FOX Sports 2
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, FOX Sports 2
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2 / Motors TV

Sonntag, 15.09.

20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Geico 400), ESPN / Motorvision TV ab 19 Uhr

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November 22 2011

19:33

NASCAR: Analyse Homestead Saisonfinale 2011

„WOW!“ Mehr braucht man im Prinzip nicht zu dieser knappen Entscheidung sagen, denn Tony Stewart und Carl Edwards standen nach den 36 Saisonrennen am Ende des Jahres wieder bei Null. Die fünf Siege im Chase brachten Stewart letztendlich als Tiebreaker den Gewinn des Cup-Titels 2011, doch dieser Triumph war mehrfach gefährdet.

Letztendlich ist es auf dem Homestead-Miami Speedway genau so gekommen, wie es die nahezu günstigsten Szenarien in puncto Spannung vorschlugen. Tony Stewart und Carl Edwards beendeten das Rennen auf den Plätzen 1 und 2, der direkte Kampf um den Sieg entschied die Meisterschaft. Besser hätte es nur werden können, wenn die beiden Fahrer in der letzten Runde Seite an Seite aus Turn 4 gekommen wären. Doch auch so barg das Resultat einige Brisanz, denn aufgrund der Einlaufreihenfolge waren Stewart und Edwards in den Punkten plötzlich gleichauf. Da fährt man 36 Rennen und kommt am Jahresende wieder nach Florida zurück, nur um erneut bei Null zu stehen. Tony Stewart gewann zwar durch den besseren Tiebreaker die Cup-Trophäe, doch seinem Erfolgsdrang wurden zuvor einige Getriebeteile in den Weg geworfen:

Nach vier Runden sah es bereits aus, als wäre das Rennen des späteren Meisters schon verloren. Ein faustgroßes Loch klaffte am Kühlergrill des Chevrolet mit der #14, vermutlich verursacht durch ein Trümmerteil, welches beim Getriebeschaden von Kurt Busch auf der Strecke zurückgeblieben war. Nun war es für die Crew von Tony Stewart an der Zeit, entsprechend zu handeln und den Einsatzwagen auf dem 1,5-Meilen-Intermediate-Oval aerodynamisch konkurrenzfähig zu belassen. Glücklicherweise kam weniger Runden später eine Caution wegen eines kurzen Schauers heraus, was Smoke eine Reparatur ohne Rundenverlust ermöglichte. Anstatt auf Platz 8, welchen er sich von seiner Startposition innerhalb der ersten 13 Umläufe erkämpft hatte, musste Stewart das Rennen nun von Rang 40 aufrollen und was dann geschah, war geradezu magisch.

In Erwartung des kommenden Spektakels war der US-Proxy für den RaceBuddy auch schneller installiert als dem NASCAR-Region-Coding-Verwalter lieb war. Ich verfolgte nun fast die komplette erste Rennhälfte bis zum erneuten und diesmal stärker einsetzenden Regen aus der Onboard-Kamera von Tony Stewart. Smoke legte eine Hammer-Vorstellung auf den Asphalt und überholte in den ersten sieben Runden nach der Grünen Flagge gleich mal 13 Autos. Three-Wide im Hinterfeld war keine Seltenheit und wenn die obere und untere Spur schon zeitgleich durch die Konkurrenz besetzt war, ging es halt in der Mitte an den Autos vorbei. Zeitweise hatte man echt den Eindruck, die anderen Wagen würden lediglich unter Caution-Tempo rollen.

Seine Aufholjagd wurde jedoch kurze Zeit später durch eine weitere Caution gebremst. In Runde 34 bekam die Crew von Stewart dabei aber noch einmal die Gelegenheit, die Reparaturarbeiten am Chevy zu überprüfen und das Grilltape entsprechend anzubringen. Auf Platz 27 nahm der Verfolger des jederzeit (Boxenstopp-bereinigt) Führenden Carl Edwards dann die Fahrt wieder auf. Zur dritten Gelbphase in Umlauf 83 hatte Smoke die Top10 geknackt und arbeitete sich bis zum Beginn von Caution #4 in Runde 108 noch in die Top5 vor. Dann kam jedoch der erwähnte Regen, welcher die Fahraktivitäten für etwas mehr als eine Stunde unterbrach und den Beteiligen eine Menge bezüglich der Wahnsinns-Fahrt von Tony Stewart zum Rätseln gab.

NASCAR bekam die Strecke zum Glück relativ problemlos wieder trocken, sodass es in Runde 117 nun unter Flutlicht wieder ans Eingemachte gehen konnte. Es folgte eine knapp 50 Umläufe lange Phase mit drei weiteren Cautions, in welcher sich Stewart und ein nur rechtsseitig neu bereifter Kevin Harvick um die Führung stritten. Die letzte dieser genannten Gelbphasen sah Jeff Burton und Dale Earnhardt Jr in Front des Feldes, welche sich den Boxenstopp gespart hatten. Währenddessen wechselten Smoke und Carl Edwards nur jeweils zwei Pneus, wobei Stewarts Crew ein wenig schlampte und aufgrund einer im Schlagschrauber feststeckenden Mutter acht Plätze für die #14 verlor. Ein Four-Wide während des Restarts später klebte Stewart aber wieder an Edwards Allerwertestem und machte sich direkt mit einem kleinen freundschaftlichen Schubser bemerkbar.

Nach einer Ermahnung seitens NASCAR ging das Rennen in die entscheidende Phase, denn es waren noch zwei Boxenstopps zu absolvieren und die lange Grünphase von Runde 161 bis 213 ließ zunächst vermuten, dass dies alles unter Grün passieren würde. Tony Stewarts Crew-Chief Darian Grubb heckte ein riskantes Pokerspiel aus und wollte damit wohl auf Nummer sicher gehen, um bei den Besuchen der eigenen Crew nicht noch mehr Zeit liegen zu lassen, als zuvor schon geschehen. Grubb schickte Smoke also außer Sequenz und wies seinen Schützling und Boss in Personalunion zum Sparen von Benzin an.

Unterdessen setzte Carl Edwards unbeirrt seine Fahrt an der – zwischenzeitlich in der langen Grünphase zurückgewonnenen – Spitze des Feldes fort und blieb bei der konservativen Strategie. Direkt nachdem Stewart den rettenden Pitstop absolviert hatte, welcher ihn bis zur karierten Flagge bringen sollte, kam die achte und letzte Caution des Abends heraus. Diese Gelbphase und ihr Zeitpunkt waren ein echter Glücksgriff für Tony Stewart, da er nun von Platz 15 direkt nach vorne gespült wurde, denn die erneute Regentropfen sorgten für eine längere Parade hinter dem Pacecar, welche die Fahrer in Sequenz zum allerletzten Nachfassen nutzen.

Damit war zum einen klar, dass Homestead kein Benzinkrimi mehr werden sollte und zum anderen lag Stewart wegen der geschickten Taktik plötzlich in „Führung“. Zwar hatte er noch Kyle Busch und Brad Keselowski vor sich, die verzichteten in Erwartung einer weiteren Caution aber zuvor auf einen Boxenstopp und somit noch einmal stoppen mussten. Keselowski schluckte Stewart beim Restart noch in der ersten Runde und führte daraufhin von Umlauf 232 bis einschließlich 267 den Rest des Rennens solo an. Carl Edwards versuchte über die letzten gut 30 Runden zwar noch, Stewart an der Spitze abzufangen, doch auf weniger als 0,8 Sekunden konnte er den Vorsprung zu keinem Zeitpunkt verringern.

Der anschließende Sieg brachte Tony Stewart die Führung in der Meisterschaft aufgrund des Tiebreakers und damit auch den Sprint-Cup-Titel des Jahres 2011 ein. Zwar kamen Carl Edwards und er mit Gleichstand in den Punkten über die Ziellinie, doch Smoke gewann in dieser Saison fünf Rennen, im Gegensatz zu Edwards einzigem Sieg zu Beginn in Las Vegas. Die knappste Meisterschaftsentscheidung in der NASCAR hat damit ihren Weg in die Rekordbücher gefunden. Ich denke, dass wir das realistisch betrachtet spannendst-mögliche Saisonfinale bekommen haben, welches möglich war. Dem 1992er Hooters 500 macht es jedenfalls ganz eindeutig Konkurrenz.

Tony Stewart hat sich den Titel in diesem Mega-Rennen geradezu wirklich und real erarbeitet, indem er den bis zur Halbzeit führenden Kontrahenten Carl Edwards am Ende ausstach und von Platz 40 aus die Spitzenposition eroberte. Ein Meisterschaftsgewinn von Edwards hätte dagegen immer diesen unangenehmen Nachgeschmack gehabt, dass Stewart vielleicht gerade wegen seines Kühlergrillschadens nicht mehr wirklich nach vorne hätte durchbrechen können, um den Ford mit der #99 noch abzufangen. Somit ist Tony Stewart, natürlich auch aufgrund seiner fünf Chase-Siege in zehn Playoff-Rennen ein absolut verdienter und unumstrittener Champion, der gemeinsam mit einem ebenso jederzeit fairen Carl Edwards diese Meisterschaft auskämpfen konnte.

Edwards hatte zwar zuvor lange Zeit die Führung inne, musste aber trotzdem auch mehrmals um den, nach Stewarts Grillschaden zunächst perfekt geglaubten, Titelgewinn fürchten: In der Ford-Armada von Roush-Fenway Racing und Richard Petty Motorsports verabschiedeten sich gleich drei Roush-Yates-Aggregate mit Schall und Rauch, denn neben David Ragan und Marcos Ambrose musste auch Greg Biffle vorzeitig die Segel streichen. Zumindest bei Ragen war aber im Vorfeld bereits klar, dass es sich um eine Testversion des Motors für das nächste Jahr handelte.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung.

Ansonsten verabschiede ich mich mit dieser Analyse bis zum Beginn der 2012er-Speedweeks in Daytona im Februar. Es wird in diesem Jahr vermutlich nur ein kurzes Best-Of analog zur letzten Saison geben, da ich über den Winter meine Diplomarbeit schreiben werde und die Zeit anderweitig sicher gut gebrauchen kann. Vielen Dank für das Interesse am Racingblog und meinen Artikeln, wir hören uns sicher das ein oder andere Mal im Podcast während der Motorsport-freien Zeit, in welchem ich auch das jeweils neueste zur Silly-Season ausbreiten werde!

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November 18 2011

09:10

NASCAR: Vorschau Homestead Saisonfinale 2011

Zum letzten Mal in dieser Saison röhren am Wochenende in der NASCAR die Motoren, bevor es in die knapp drei Monate lange Winterpause geht. Das Zentrum im finalen Kampf um den Titel bilden Carl Edwards und Tony Stewart, welche nur durch drei Punkte getrennt sind. Am Sonntag erwartet uns in Homestead also ein spannendes Rennen.

Das Saisonfinale findet 2011 zum zehnten Mal in Folge auf dem aHomestead-Miami Speedway statt, wo aber bereits seit 1999 Cup-Rennen stattfinden. Früher hatte die Strecke ein ähnliches Layout wie der Indianapolis Motor Speedway, war jedoch kürzer als das legendäre Oval. Ein späterer Umbau brachte dem Speedway das heutige Aussehen mit den charakteristischen zwei 180°-Kurven und einem progressiven Banking von maximal 20 Grad auf 1,5 Meilen Länge. Weitere Details können in unserer oben verlinkten Streckenbeschreibung nachgelesen werden. Homestead hat sich im Laufe der Jahre aber vor allem einen sehr bestimmten Ruf aufgebaut, welcher die Meisterschaftsentscheidung noch entscheidend beeinflussen könnte:

Der Homestead-Miami Speedway ist nämlich geradezu eine reine Ford-Domäne. Von den letzten neun Austragungen – und das sind alle bisherigen Saisonfinals auf der Strecke – konnten Piloten von Roush-Fenway Racing sage und schreibe sieben Rennen gewinnen. Dazwischen schlichen sich lediglich 2003 Bobby Labonte, noch in einem Chevrolet von Joe Gibbs Racing, sowie zuletzt 2009 Denny Hamlin in einem JGR-Toyota. Sowohl für Chevy als auch für den japanischen Motorenhersteller waren dies die einzigen beiden Fahrten in die Victory Lane von Homestead überhaupt. Das letzte Event der Saison trägt also nicht umsonst den Namen „Ford Championship Weekend“.

Zwischen 1999 und 2002 verfügte das Oval noch nicht über sein progressives Banking zwischen 18 und 20°, wodurch sich auch die Siegerlisten etwas anders lesen: Als der Homestead-Termin noch nicht das letzte Rennen im Kalender war, gewannen nämlich Tony Stewart (1999 in einem Gibbs-Pontiac) und Bill Elliott (2001 in einem Evernham-Dodge), während Kurt Busch die letzte Ausgabe auf dem alten Layout (2002 damals noch in einem Roush-Ford) siegreich beenden konnte. Die beste Serie in Homestead legte Greg Biffle zwischen 2004 und 2006 hin, als er drei Rennen in Folge für sich entscheiden konnte.

In diesem Jahr ist der Kampf um die Meisterschaft an Spannung kaum zu überbieten, denn nur drei winzige Punkte trennen Carl Edwards und seinen Verfolger Tony Stewart voneinander. Diese Konstellation besteht schon seit dem Sieg von Stewart vor zwei Wochen in Texas, denn das vorletzte Rennen der Saison in Phoenix konnte daran nichts mehr ändern. Der Lauf am vergangenen Wochenende sorgte im Prinzip lediglich dafür, dass nun alle anderen Chase-Teilnehmer auch rechnerisch vom möglichen Gewinn des Titels ausgeschlossen sind. Kevin Harvick kann seinen Rückstand von 51 Punkten nämlich nicht mehr aufholen, da pro Rennen maximal 48 Punkte vergeben werden.

Mit der aktuellen Punktedifferenz zwischen Carl Edwards und Tony Stewart (-3) lassen sich nun ein paar Rechenspiele anstellen: Zunächst einmal besteht für beide Fahrer die Möglichkeit, mit einem Rennsieg die Meisterschaft komplett aus eigener Kraft zu gewinnen. Für eine Fahrt in die Victory-Lane vergibt die NASCAR derzeit 43 Punkte plus 3 Bonuszähler für den Sieg an sich sowie noch einen weiteren Extrapunkt, weil man ja als Gewinner mindestens die letzte Runde in Führung gelegen haben muss. Summa summarum bekommt ein Rennsieger also mindestens 47 Punkte, wobei er sich noch einen weiteren Zähler für die meisten Führungsrunden anrechnen lassen kann.

Gewinnt nun Stewart (43+3+1 = 47) direkt vor Edwards, welcher jedoch die meisten Führungsrunden holt (42+1+1 = 44), dann haben wir die engst-mögliche Entscheidung im Titelkampf, nämlich einen Gleichstand zwischen beiden Fahrern, da Stewart exakt den Rückstand von drei Punkten aufholen konnte. Da er in diesem Fall aber über insgesamt fünf Rennsiege 2011 verfügt, im Gegensatz zu Edwards‘ einzigem Saisonerfolg in Las Vegas, macht ihn dieser Tie-Breaker zum neuen Meister.

Alle anderen Szenarien hängen von den Positionsunterschieden der beiden Fahrer im Rennen ab. Pro Platzierung abwärts vergibt die NASCAR einen Punkt weniger, womit Stewart also außer bei einem Sieg immer drei Plätze vor Edwards ankommen muss, um Meister zu werden. Die Bonuspunkte können diesen Abstand allerdings noch um +/-2 Positionen verändern. Einfaches Bespiel: Holt Tony Stewart Platz 4, dann kann Carl Edwards auf Platz 5 trotzdem den Titel verlieren, wenn er selber keine Runde anführen konnte, während Smoke aber die meisten Umläufe an der Spitze gedreht hat. Hier hätten wir dann wieder einen Gleichstand mit Vorteil Stewart.

Bleibt also nur noch die Frage zu beantworten, welcher der beiden Piloten sich auf dem Intermediate-Oval in Homestead die besten Chancen ausrechnen darf. Auf dem Papier schlägt die Statistik zunächst recht klar in Richtung von Carl Edwards aus, auch wenn die bisherigen Erfolge der zwei Titelkontrahenten nahezu identische Zahlen zu Tage befördern: Denn einerseits verfügen beide Fahrer jeweils über 2 Siege und 6 Top10s in Homestead, nur bei den Top5s hat Edwards mit 4 knapp die Nase vor Tony Stewart mit 3. Zusätzlich konnte Ersterer auch schon eine Pole-Position einfahren.

Andererseits muss man aber wiederum beachten, dass Carl Edwards seit seinem Cup-Debüt nur sieben Rennen dafür zur Verfügung hatte, während Tony Stewart schon seit Beginn im Jahr 1999 zwölf Ausgaben in Homestead gefahren ist. Zudem sind Edwards Erfolge wesentlich jüngeren Datums: Die Ausgabe in 2008 während seiner 8-Siege-Saison und das Chase-Rennen im letzten Jahr konnte der Meisterschaftsführende zuletzt einstreichen.

Auf Edwards Seite steht damit die Overall-Performance in Homestead, denn nur in seiner Debüt-Saison gelang ihm mit Platz 14 nicht der Sprung in die Top8. Stewart erreichte dagegen in den letzten sechs Jahren nur zwei Mal die Top10 und das waren dann auch nur die Ränge 8 sowie 9. Interessant ist in puncto Hersteller-Strecke auch noch die Tatsache, dass zuletzt sowohl Tony Stewart als auch Carl Edwards jeweils auf dem starken Oval des anderen Piloten sehr gut mithalten, bzw. sogar gewinnen konnten. Smokes Sieg auf dem Ford-Oval in Texas unterstützt diese Beobachtung ebenso wie der zweite Platz von Edwards auf der eigentlichen Chevy-Strecke in Phoenix.

Das Finale wird also eine ganz ganz enge Kiste, die an Spannung vermutlich kaum zu überbieten sein wird, sollte denn alles optimal bzw. normal ablaufen. Natürlich kann immer mal ein schlechter Startplatz für eine Verwicklung in Scharmützel im Mittelfeld mit Folgen sorgen. Auch der Ausfall einer der beiden Titelkontrahenten ist denkbar, wollen wir aber hoffen, dass Smoke und Cousin Carl bis zur letzten Runde fighten. In diesem Szenario natürlich am besten um den Sieg!

Wie gewohnt folgen an dieser Stelle noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und ein Zeitplan für das Wochenende:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 18.11.
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
16:30 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (um 17 Uhr)
18:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
22:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Ford 200), SPEED

Samstag, 19.11.
19:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Ford 300), ESPN2

Sonntag, 20.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Ford 400), ESPN

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November 11 2011

07:11

NASCAR: Vorschau Phoenix November 2011

Noch zwei Fahrer haben in zwei verbleibenden Rennen eine realistische Chance auf den Titel, wenn nicht ein Wunder geschieht. Der vorletzte Saisonlauf steht für den Sprint Cup in Phoenix an, wo man die Rennbahn neu asphaltiert und konfiguriert hat. Es ist also die letzte Wildcard der Saison auf einer Strecke mit unbekannten Eigenschaften.

Mitte dieses Jahres wurde der Phoenix International Raceway im Zuge einer Neuasphaltierung auch etwas umkonfiguriert: Man tauschte nicht nur den gut 20 Jahre alten Streckenbelag des 1-Meilen-Ovals in der Wüste Arizonas aus, sondern führte außerdem ein variables Banking ein, um die obere Rennlinie gleichwertig gut befahrbar zu machen. Zusätzlich wurde der charakteristische und einzigartige Dog-Leg umgestaltet und etwas weiter aus dem Raceway herausgelegt, womit er jetzt einen engeren Kurvenradius aufweist. Aus diesem Grund musste dann natürlich auch etwas für das Banking getan werden:

Deshalb wurde Letzteres im Scheitelpunkt des Dog-Leg-Knicks der Gegengerade zusätzlich auf 10-11° erhöht, um angemessene Geschwindigkeiten an diesem Punkt der Strecke zu ermöglichen. Die anderen Turns sind bei ihrer maximalen Kurvenüberhöhung von 11 bzw. 9 Grad geblieben, allerdings klaute man der unteren Spur wegen des variablen Bankings jeweils 1° in allen vier Kurven. Weitere kleine Veränderungen wurden in der Boxengasse vorgenommen, so haben u.a. die Boxenplätze jetzt eine Betonfläche, wie man das auch von anderen Oval schon sehr gut kennt. Außerdem wurde die Start/Ziel-Gerade von 16 auf 19 Meter verbreitert.

Es gab zwar schon Reifentests von Goodyear auf dem neuen Layout, bei denen Tony Stewart auch nicht schlecht abschnitt, immerhin kennt er Phoenix ja zu Genüge aus seiner Vergangenheit bei den IndyCars. Doch zu dem Zeitpunkt der Testfahrten gelang es im Sommer nicht, eine wirklich befahrbare zweite Rennlinie auf der Außenseite zu generieren, da der neue glatte Asphalt kaum Gummi annahm. Als Maßnahme zur Vorbereitung auf das Rennen am Sonntag mussten deswegen die ausrangierten Boliden der Richard Petty Driving Experience unzählige Runden in den Belag brennen, damit für das Cup-Rennen genug schwarzes Gold auf der oberen Spur vorhanden ist. Sollte dieser Kniff nicht gelingen, dann wird Track-Position eine verdammt große Rolle spielen. Es gibt am Wochenende also mehr Variablen als Konstanten.

Damit ist Phoenix in diesem Chase also vor allem eines: Die letzte große Wildcard 2011, wo grundsätzlich alles passieren könnte. Im Grunde genommen bleiben uns hier also nur die Daten und Fakten aus den letzten Jahren seit Einführung des CoT, um wenigstens ansatzweise eine Prognose wagen zu können. Schaut man sich die Ergebnisse seit 2007 an, dann springt einem Hendrick Motorsports förmlich mit dem nackten Allerwertesten ins Gesicht. Von den vergangenen neun Rennen konnte das Meisterteam nämlich satte sieben Ausgaben gewinnen, alleine Jimmie Johnson entschied vier Rennen davon für sich.

Jimmie Johnson ist in Phoenix sowieso ein Wunderknabe, denn in bisher 16 Auftritte dort, fuhr er nur zwei Mal nicht in die Top7. Diese Ausritte waren dann jedoch zwei 15. Plätze, was seine Stärke in den letzten Jahren allerdings nur untermauert. In den letzten zehn Phoenix-Rennen kam Johnson erstaunlicherweise jedes Mal in den Top5 ins Ziel. 2011 stagniert seine Performance ja das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit so sehr, dass ihn das sehr wahrscheinlich sogar die Meisterschaft gekostet hat. Im Hause Jimmie Johnson / Chad Knaus hängt zurzeit der Haussegen also etwas schief, was für das Wochenende keine Top-Resultate vermuten lässt. Wer will bei einer solchen Traum-Statistik aber schon gegen den Dauermeister wetten?

Die übrigbleibenden beiden Phoenix-Rennen seit 2007 gewannen Ryan Newman (Frühjahr 2010) für Stewart-Haas Racing und ausgerechnet Carl Edwards (Chase 2010) in seinem Run zum Jahresende, wo er anschließend auch in Homestead siegte und sich selbst nach einer zunächst miesen Saison zu einem großen Favoriten auf den diesjährigen Playoff-Titel krönte. Gute Voraussetzungen also für Edwards am Wochenende, denn er weiß wie man in Phoenix siegt; das Problem ist nur die Rekonfiguration. Liegt die neue Strecke dem alten Fahrer immer noch?

Der letzte Ford-Sieg liegt übrigens schon etwas zurück, 2005 gewann Kurt Busch noch in einem Auto von Jack Roush für den Hersteller mit dem blauen Oval. Bis zu Edwards’ Sieg haben ausnahmslos Chevrolets in der Victory Lane gestanden, so gewann zum Beispiel Kevin Harvick 2006 beide Phoenix-Ausgaben. Im Vergleich der Marken ist Ford aber trotzdem gleich auf mit Chevy (15:13), weil man vor 2003 sage und schreibe 11 von 15 Rennen gewonnen hat! Die Zeiten sind aber längst vorbei, doch natürlich darf man niemals nie sagen.

Trotzdem sehe ich Tony Stewart am Wochenende im Vorteil, denn er fährt ein Hendrick-Kundenauto und ist in diesem Chase super aufgelegt. Ein Kracher wäre natürlich, wenn Edwards jetzt auf der Chevy-Strecke siegen würde, nachdem Smoke zuletzt die Ford-Dominanz in Texas geknackt hatte. Dann kann ich mir das ganze Geklüngel in der Homestead-Vorschau auch sparen, weil es einfach zu kompliziert wäre, im Vorfeld mehr als nur ansatzweise etwas zu erahnen. Da kann man auch gleich das Saisonfinale in Las Vegas austragen und vor dem Meisterbankett dort im Casino den Titel ausspielen.

Die nächste Möglichkeit wäre natürlich ein Totalausfall eines oder sogar beider großen Meisterschaftskandidaten. Schauen wir uns also abschließend noch mal ein wenig die Punktesituation an: Carl Edwards führt knapp mit 3 Punkten vor Tony Stewart, die beiden trennen im Prinzip also nur drei Plätze auf der Rennstrecke zum Gleichstand. Andersherum könnte Edwards den Sack zumachen, wenigstens was Smoke angeht. Dazu müsste Stewart beispielsweise schon früh im Rennen ausfallen und die Top40 bei einem gleichzeitigen Sieg des Führenden in der Punktewertung verfehlen. Ziemlich unwahrscheinlich, aber warum sollte nicht mal ein Hendrick-Chevy das zeitliche segnen.

Die nachfolgenden Fahrer Kevin Harvick (-33) und Matt Kenseth (-38) haben bei gleichbleibendem Rückstand auf Edwards auch in Homestead noch eine Außenseiter-Chance auf den Titel. Dann dürfen sie aber nicht mehr als 48 Punkte Differenz auf ihrem Konto haben, wenn sie aus Phoenix abreisen. Ein Abschneiden um mehr als 10 bzw. 15 Plätze hinter Carl Edwards wäre also das Ende ihrer verbliebenen schmalen Titelhoffnungen. Ein Harvick-Sieg wie 2006 brächte bei gleichzeitigem Ankommen der beiden großen Contender außerhalb der Top10 also noch einen weiteren Kandidaten zurück ins Boot nach Florida.

Anders sieht es dagegen bei Brad Keselowski (-49) und Jimmie Johnson (-55) aus, die erstmal unter die Marke von 48 Zählern kommen müssten. Dazu wäre ein Ankommen von einem bzw. sieben Plätzen vor Carl Edwards nötig. Bei allen Rechenspielen bezüglich Harvick, Kenseth, Keselowski und Johnson ist natürlich vorausgesetzt, dass nicht plötzlich Stewart vor Homestead die Tabelle anführt. Dann ändern sich alle Zahlen noch ein weiteres Mal. Die vier Piloten benötigen aber eh ohnehin ein Wunder, wenn sie noch den Titel holen wollen.

Und wenn diese beiden Fahrer schon höheren Beistand brauchen, dann müsste bei Dale Earnhardt Jr. (-79), Jeff Gordon (-81) und Kurt Busch (-87) schon der Herrgott persönlich aus den Wolken hinabsteigen und die Top2 persönlich in die SAFER-Barrier schicken. Aber das wäre natürlich unfair und würde von NASCAR sofort mit Abzug von Owner-Punkten und einer Geldstrafe geahndet. Gott dürfte das vermutlich wenig stören, genauso wie Kyle Busch seine Rambogebühr über wahnsinnige 50.000 US-Dollar.

Schlecht sieht es für Busch derzeit nur in Punkte restliche Saisonrennen und 2012 aus. Sein Sponsor Z-Line hat sich für Homestead schon jemand anderes im Nationwide-Rennen gewünscht, daher wird Denny Hamlin seinen Teamkollegen dort in der #18 vertreten. Auch geistert das Gerücht umher, Kyle Busch würde von M&Ms mal mindestens bis zum Ende des Jahres aus dem Cockpit geworfen. Möglicherweise steige man auch komplett bei Joe Gibbs Racing aus, sodass Busch für die nächste Saison vor ernsthafte Probleme gestellt würde. Ich habe so einen Move ja im Podcast noch für unwahrscheinlich gehalten, doch mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Aber das sind eben wie gesagt im Moment nur Gerüchte.

Hamlin, Busch und auch Ryan Newman sind mathematisch übrigens schon vor dem Rennen in Phoenix aus der Entscheidung draußen. Interessant werden könnte es dagegen aber noch in der Owner-Wertung, wo die #38 von Front Row Motorsports nur winzige elf Zähler vor der #71 von TRG Motorsports liegt. Hier geht es immerhin ja auch um eine feste Qualifikation für das nächstjährige Daytona 500 und ein Jahresende in den Top35 wäre für Andy Lally sicherlich wertvoller als der kampflose Gewinn des Titels Rookie-of-the-Year.

Wie gewohnt folgen an dieser Stelle noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende und jetzt ganz neu mit dabei die Entry-List:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 11.11.
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:40 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2

Samstag, 12.11.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Wypall 200), ESPN2

Sonntag, 13.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Kobalt Tools 500), ESPN

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October 19 2011

06:13

NASCAR: Analyse Charlotte / Vorschau Talladega Oktober 2011

Am letzten Wochenende ging die erste Chase-Hälfte zu Ende und brachte auf dem Charlotte Motor Speedway womöglich eine kleine Vorentscheidung in der Meisterschaft mit sich. Schon am Sonntag geht es aber in Talladega weiter, wo sich das Blatt in der Restrictor-Plate-Lotterie natürlich jederzeit wieder wenden könnte.

Die NASCAR-Berichterstattung vom vergangenen Wochenende kommt dieser Tage etwas später, da die emotionale Aufarbeitung der tragischen Geschehnisse vom Sonntag in Las Vegas erstmal Vorrang vor dem Tagesgeschehen haben sollte. Weil mir wie sicherlich vielen von euch in den letzten beiden Tagen nicht so wirklich nach Motorsport – geschweige denn Oval-Rennen – war, habe ich mich für eine Kompromisslösung entschieden: In dieser Woche gibt es ausnahmsweise einen Kombi-Artikel bestehend aus Analyse des Charlotte-Rennens und einer kleinen Vorschau auf Talladega am kommenden Sonntag. So steht uns der Rest der Woche noch für etwas mehr Besinnung zur Verfügung, anstatt groß die Freuden des Motorsports zu preisen. An dieser Stelle möchte ich mich, bevor wir zum eigentlichen Artikel kommen, noch den zahlreichen Kommentaren auch hier im Racingblog anschließen: Rest in Peace, Dan Wheldon! You will be missed! Als jahrelanger Beobachter des amerikanischen Motorsports kann ich das Ergebnis des traurigen Tages immer noch nicht richtig begreifen und erfassen…

Analyse Charlotte Oktober 2011

Da ist es zwar eher zweitrangig, dass Matt Kenseth am Wochenende in Charlotte sein drittes Saisonrennen gewinnen konnte und Jimmie Johnson sich nach einem Unfall möglicherweise schon aus dem Titelrennen verabschiedet hat, doch lasst uns ein wenig ablenken und zurückblicken: Die ersten knapp zwei Drittel des Rennens blieben auffällig ruhig und wurden nur durch zwei Gelbphasen unterbrochen. Diesen Teil des Tages konnten vor allem Tony Stewart und Greg Biffle für sich nutzen, wobei sie knapp die Hälfte der zu vergebenden Führungsrunden für sich beanspruchten. Vor allem Biffle konnte lange Zeit über das Rennen nach Belieben bestimmen, nachdem er Smoke kurz nach den ersten Green-Flag-Pitstops in Runde 50 die Spitzenposition abgenommen hatte.

Doch sein Tag sollte es nicht werden, denn nach weiteren Boxenstopps unter grüner Flagge in Umlauf 125 vergaß seine Mannschaft beim Reifenwechsel eine Radmutter aufzuziehen, was Biffle zu einem erneuten Besuch bei seiner Crew zwang. Glücklicherweise gab es schon kurz danach eine Caution, wodurch er direkt seinen Rundenrückstand per Lucky-Dog wieder aufholen konnte. Zwar konnte Biffle später wieder in die Top5 vordringen, jedoch beendete ein Feindkontakt mit Tony Stewart und Außenmauer knapp 35 Runden vor Schluss sämtliche Hoffnungen auf einen Sieg. Greg Biffle kam nur auf Platz 15 ins Ziel, was jedoch nicht so wichtig ist, da er ohnehin nicht am diesjährigen Chase teilnimmt.

Nachdem Biffle sich aus der Spitzengruppe verabschiedet hatte, nahm der spätere Rennsieger Matt Kenseth für knapp 20 Runden seinen Platz ein, bevor Tony Stewart ihm mit einem Two-Tire-Stop während Caution #2 in Umlauf 149 die Führung wieder abjagte. Der Chevrolet mit der #14 lief anschließend in der nachfolgenden Grünphase nicht langsamer als erwartet, da um ihn herum viele andere Fahrer ebenfalls mit nur zwei neuen Reifen pokerten. Chad Knaus und Jimmie Johnson setzten in dieser Gelbphase dagegen auf vier Pneus und verzockten sich gewaltig, denn ihre Restart-Position war anschließend nicht mehr die 3, sondern die 15! Das Gerangel im Mittelfeld sollte Johnson später auch noch das Rennen versauen.

An zweiter Stelle startete Kyle Busch nach besagter Gelbphase zurück ins Renntempo und benötigte einen kompletten Fuel-Run (50 Umläufe), bevor er seinerseits für etwas mehr als 100 Runden die Führung übernehmen konnte und die letzte Phase des Rennens einleitete. Ursache für den Positionsverlust bei Stewart war letztendlich die Leistung der eigenen Mannschaft, denn sein Team konnte ihn nach einem anstehenden Boxenstopp unter grüner Flagge lediglich als Dritten zurück auf die Strecke bringen. Die nächsten vier (teilweise direkt aufeinander folgenden) Cautions überstand Busch noch als Leader, da er sich bei jedem Restart gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte, doch in Runde 310 kam die Wende:

Nachdem Matt Kenseth bei fast allen Restarts zuvor die Räder durchdrehen ließ und mehrere Plätze verlor, erwischte er beim vorletzten Neustart einen Riesen-Lauf. Innerhalb von nur fünf Runden knackte er zunächst Carl Edwards und zog anschließend tatsächlich auch an Kyle Busch vorbei. Doch Kenseth hatte noch eine letzte Schwierigkeit zu überstehen, denn Jimmie Johnson verlor bei seiner Aufholjagd am Ende der Top10 liegend sein Auto im Positionskampf aus der Kontrolle und schlug sehr hart frontal in die SAFER-Barrier ein.

Der Unfallhergang erinnerte mich sehr an den fatalen Crash von Dale Earnhardt Sr. damals in Daytona, denn auch Johnson geriet beim Korrigieren auf den Apron und krachte anschließend fast im 90°-Winkel frontal in die Mauer. Schon beeindruckend zu sehen, wie in den letzten zehn Jahren der Sicherheit Rechnung getragen wurde. Auf einen Videolink verzichte ich an dieser Stelle, der geneigte Zuschauer wird sicherlich eigenständig bei YouTube fündig werden. Jedenfalls ließ sich in der Wiederholung sehr gut die Energie-absorbierende Wirkung der SAFER-Barrier erkennen. Johnson wurde zwar ordentlich durchgeschüttelt und sprach anschließend von einem „hard hit“, blieb jedoch zum Glück unverletzt.

Zurück zum Finale: Ausgerechnet beim letzten Restart gelang es Kyle Busch nicht, dagegen zu halten, womit Matt Kenseth anschließend ungefährdet seinen dritten Saisonsieg einfahren konnte. Busch hingegen musste sich noch in eine Auseinandersetzung mit Carl Edwards begeben, doch Kyle setzte sich schlussendlich gegen einen wieder sehr konstanten Ford-Piloten durch. Die Top5 komplettierten die temporär gut zu Recht kommenden Kasey Kahne und Marcos Ambrose. Alleine Kahne holte sich das dritte Top5-Ergebnis in Folge ab und unterstricht damit seine Vorfreude auf Hendrick Motorsports 2012.

Kevin Harvick, AJ Allmendinger, Tony Stewart, Denny Hamlin und Ryan Newman sicherten sich die Plätze 6-10, wobei vor allem Hamlin mal wieder mit einem recht guten Resultat aufwarten konnte. Vielleicht gibt ihm das den nötigen Schwung, die Saison würdevoll zu beenden, nachdem die Chancen auf den Titel ja schon maximal minimiert sind.

Die übrigen Chaser stammen allesamt aus den Teams von Penske Racing und Hendrick Motorsports, welche beide kein tolles Wochenende erwischten. Kurt Busch (13.) und Brad Keselowski (16.) konnten das gesamte Rennen über keine Akzente setzen und kamen trotz zwischenzeitlichem Rundenverlust sogar noch halbwegs gut ins Ziel. Für die Meisterschaft bedeutete dies aber einen gehörigen Rückschritt, vor allem da Keselowskis Momentum jetzt am Ende sein könnte.

Noch schlechter lief es für Dale Earnhardt Jr. (19.), Jeff Gordon (21.) und Jimmie Johnson (34.), wobei ich die Ursache von Johnsons Resultat ja schon erwähnt habe. Von Gordon war am gesamten Wochenende nichts zu sehen, nur ein kleines Scharmützel mit David Ragan und Kasey Kahne brachte ihn in der Nacht von Samstag auf Sonntag kurz ins Bild. Juniors kleiner Aufschwung scheint ebenfalls beendet, er konnte zu keinem Zeitpunkt in die Top10 vordringen und kann mit Platz 19 noch durchaus zufrieden sein.

Auf die Situation in der Punktetabelle gehe ich am Ende des zweiten Teils dieses Artikels ein:

Vorschau Talladega Oktober 2011

Am nächsten Wochenende geht es mit dem Restrictor-Plate-Klassiker auf dem ahier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

October 14 2011

06:06

NASCAR: Vorschau Charlotte Oktober 2011

Nach diesem Wochenende ist Halbzeit im Chase angesagt und bisher hat sich noch kein Pilot als herausragender Meisterschaftskandidat verkaufen können. Acht Fahrer haben weiterhin eine ziemlich realistische Chance auf den Titel und es kommt wieder einmal darauf an, das Rennen möglichst in den Top10 zu beenden.

Das fünfte von zehn Chase-Rennen wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Da der Sprint Cup in Charlotte ein Nachtrennen fährt, begann das Rahmenprogramm schon am gestrigen Donnerstag, womit knapp die Hälfte des Fahrprogramms bereits absolviert ist. Unter anderem sind die beiden Trainingssitzungen der Nationwide Series durch und auch der Pole-Sitter im Cup steht fest. Für den Freitagabend verbleiben dann noch Nationwide-Qualifying und -Nachtrennen sowie die beiden Practices des Sprint Cups.

Der Samstag bietet das Truck-Rennen aus Las Vegas, wo die dritte NASCAR-Liga als Vorprogramm des IndyCar-Finales auftritt und das sogar zu einer schaubaren Uhrzeit. Alle Chase-Fans müssen danach noch tapfer wach bleiben, denn das Cup-Rennen beginnt erst um 01:30 Uhr in der Nacht auf Sonntag. Als kleiner Trostpreis sind die Jungs von ServusTV noch einmal LIVE auf Sendung, was einem dann zumindest die Suche nach einem Stream erspart.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 14.10.
21:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
22:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300 Miles of Courage), ESPN2

Samstag, 15.10.
21:30 Uhr, Truck Series Rennen (Smith’s 350), SPEED
01:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Bank of America 500), ABC / ServusTV

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October 11 2011

06:09

NASCAR: Analyse Kansas Oktober 2011

Jimmie Johnson ist wieder da! Nachdem er sich in Dover Kurt Busch knapp geschlagen geben musste, dominierte der Dauermeister in Kansas fast nach Belieben. Nach langen Grünphasen hätte Johnson nur Kasey Kahne am Ende wirklich gefährlich werden können, doch auch den Red Bull ließ er beim letzten Restart einfach stehen.

197 von 272 Runden führte Jimmie Johnson am Sonntag auf dem Kansas Speedway an und holte sich damit nach Dover zum zweiten Mal in Folge die meisten Führungsmeilen ab. Dieses Mal reichte es am Ende sogar für eine Fahrt in die Victory-Lane, nachdem er sich am vergangenen Wochenende noch mit Platz 2 hinter Kurt Busch zufriedengeben musste. Dabei sah zunächst alles nach einem Triumpf der Ford-Mannschaft von Roush-Fenway Racing aus, denn im ersten Renndrittel zeigten vor allem Matt Kenseth (26) und Polesitter Greg Biffle (23) mit – im Vergleich zu Johnson – einigen Führungsrunden an, dass auch sie Anspruch auf die Trophäe hätten.

Doch der fünffache Titelträger war schnell zur Stelle und holte sich in der ersten Gelbphase mit nur zwei neuen Reifen die nötige Track-Position. Den Platz an der Spitze musste er wegen des alten Gummis zwar noch kurz wieder an Kenseth abtreten, aber nach den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge war dann Johnson-Time! Das Team der #48 zeigte damit auch gleich, was schon früh im Rennen strategisch so möglich war und brachte auch andere Mannschaften zum Pokern: So kopierte zum Beispiel Kyle Busch in Caution #2 den Meister, hielt sich wegen des in Kansas generell schlechten Handlings seines Toyotas aber nur acht Runden an der Spitze, bevor Johnson wieder übernahm und die zweite Phase des Rennens einläutete.

Von besagter Gelbphase in Runde 84 bis zur dritten und nächsten Caution dauerte es sage und schreibe 122 Umläufe, bevor NASCAR Einsehen mit den durstigen Fans hatte und Debris auf der Strecke fand. Das Schwenken der gelben Flagge hätte in Runde 206 von eigentlich 267 eigentlich nicht besser für die Spannung sein können, denn immerhin lag man bei einem Spritfenster von ca. 50 Runden in Reichweite eines Fuel-Runs. Schon ein merkwürdiger Zufall eigentlich… Den Restart führte übrigens wieder Jimmie Johnson an, gefolgt von Tony Stewart, Kyle Busch, Greg Biffle und Brad Keselowski. Nun kam eine alte Rennfahrerweisheit zum Tragen, denn plötzlich gebaren Cautions weitere Cautions und machten somit die Benzinsituation noch interessanter.

Nachdem sich Regan Smith etwas zu sehr in Landon Cassill verbissen hatte, kam die gesamte Meute zum nächsten Tankstopp, um das Spritfenster endgültig zu schließen – mit Ausnahme von Kurt Busch und Kevin Harvick, die sich mit einem gehörigen Gewinn von Track-Position wieder ins Rennen brachten. Allerdings mussten beide Piloten ja noch massiv an Benzin sparen, um am Ende nicht trockenzulaufen. Bei Richard Childress Racing führte das alsbald zur taktischen Finesse: Da sich hinter Harvick zufällig bis zum anstehenden Boxenstopp der überrundeten Fahrzeuge Einmal-Teamkollege, Childress-Enkel und Cup-Premier Austin Dillon befand, wurde dieser kurzerhand zum Anschieben beordert. Da ein solches VORgehen nur in der letzten Rennrunde zum VERgehen wird, hat Harvick sicherlich die eine oder andere Gallone sparen können.

Genützt hat es ihm allerdings kaum etwas, denn plötzlich wurde Kansas nach der langen Grünphase in der Mitte des Rennens noch zur Caution-Orgie und gab somit eher wieder die Spielwiese für weitere Reifenpoker frei! Es war schon wirklich schwierig, zum diesem Zeitpunkt den Überblick zu behalten, wer denn nun wie viele Pneus gewechselt hat und wann dies geschah. An dieser Stelle fallen mir lediglich zwei prominente Beispiele auf Anhieb ein:

Tony Stewart gab in Caution #5 ca. 30 Runden vor Schluss eine Top5-Platzierung auf und entschied sich für vier neue Reifen, was ihn sogar aus den Top10 herauskatapultierte. Zwar konnte er sich wieder in Reichweite der Top5 zurückkämpfen, verpasste aber in der sechsten und letzten Gelbphase seinen Pitstall und mähte fast die eigene Boxencrew um. Dieser letzte Fehler ließ ihn schließlich nur auf Platz 15 die Zielflagge sehen. Warum Smoke da nochmal kommen musste, hat sich mir nicht gänzlich erschlossen, immerhin kann es nicht wegen Benzin gewesen sein und seine neuen Pneus sollten unter normalen Umständen noch ausreichend Grip geboten haben.

Das zweite Beispiel ist Kasey Kahne, welcher sich zum selben Zeitpunkt wie Stewart für vier neue Reifen entschied, diese aber wesentlich besser nutzen konnte und plötzlich von hinten durchs Feld pflügte. Innerhalb von nicht mal 30 Runden hatte er sich von außerhalb der Top10 auf Platz 2 nach vorne gekämpft und hatte nur noch Jimmie Johnson vor sich. Leider war dieser schon außer Reichweite für seinen zukünftigen Teamkollegen und nur noch eine sehr späte Caution hätte Johnson stoppen können. Tatsächlich hatte der Dauermeister dann ungewöhnliches Pech und konnte sich prompt bei Jeff Gordon bedanken, dessen Motor nach längerer Ankündigung drei Runden vor Schluss noch sein Leben aushauchte.

Eine Verlängerung war angesagt, aber Kahne konnte Johnson leider nicht mehr gefährden. Beim letzten Restart – nach der erwähnten Caution #6 – ließ der noch Red-Bull-Pilot seine Reifen durchdrehen, während sein Konkurrent den schnelleren Gasfuß bewies. Brad Keselowski versuchte zwar noch, Kasey Kahne anzuschieben, da er selbst vor der Ziellinie nicht ausscheren und überholen durfte, aber genützt hat es nichts mehr. So fuhr Johnson dem sicheren Sieg entgegen und positionierte sich mit einer Menge Oberwasser noch einmal neu in der Stärkeverteilung des Chase.

Hinter Johnson, Kahne und Keselowski kamen die Fords von Roush-Fenway Racing mit Matt Kenseth und Carl Edwards am Steuer über die Linie. Edwards kann sich mit seinem Top5-Ergebnis noch glücklich schätzen, nachdem sein Team über die komplette Renndistanz mit dem Handling des Autos haderte und erst zum Schluss endlich bei der Musik dabei war. Lohn für ihn ist nun weiterhin die Spitzenplatzierung in der Meisterschaft, jedoch jetzt alleine und einen Punkt vor Kevin Harvick, welcher in Kansas eine Position hinter Edwards ins Ziel fuhr.

In der Meisterschaft reiht sich hinter den beiden Fahrern im Moment Jimmie Johnson mit winzigen vier Zählern Rückstand auf die Spitze ein. Nach dieser Dreiergruppe nimmt der Abstand schon ein wenig mehr zu, denn Brad Keselowski (-11), Matt Kenseth (-12), Kurt Busch (-16), Tony Stewart (-19) und Kyle Busch (-20) haben schon einige Punkte mehr auf Edwards aufzuholen, sind aber immer noch gut im Rennen.

Pech hatte Jeff Gordon (-47), der durch seinen Motorschaden in der Schlussphase nur auf Platz 34 gewertet wurde und somit mächtig Punkte auf alle anderen Chase-Teilnehmer verlor. Gemeinsam mit Dale Earnhardt Jr. (-43), Ryan Newman (-54) und Denny Hamlin (-79) scheint er schon aus der Meisterschaftsentscheidung herausgerutscht zu sein, da man an dieser Stelle nun mindestens einen Totalausfall aller Konkurrenten benötigt, um wieder zur Spitze vorzustoßen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

October 07 2011

06:08

NASCAR: Vorschau Kansas Oktober 2011

Noch sieben Rennen verbleiben im Chase und wenn man nach einem Favoriten auf den Titel sucht, scheint „Last Man Driving“ als Motto angemessen. In Kansas geht es an diesem Wochenende also primär darum, keine Punkte liegenzulassen und am besten einen Sieg einzufahren. Den Anschluss zu verlieren, wäre hingegen fatal!

Am Sonntag steht das (seit neuestem) zweite Saisonrennen auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 07.10.
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
20:00 Uhr, Nationwide Series Practice, ESPN2
21:45 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
23:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2

Samstag, 08.10.
16:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
19:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Kansas Lottery 300), ESPN2

Sonntag, 09.10.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Hollywood Casino 400), ESPN / RaceBuddy auf NASCAR.com (mit Geoblocking!)

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October 04 2011

06:03

NASCAR: Analyse Dover Oktober 2011

Drei Favoriten kristallisierten sich am Sonntag in Dover heraus und Kurt Busch holte schließlich den Sieg vor Jimmie Johnson und Carl Edwards. Das Endergebnis sorgt für eine relativ enge Top9-Gruppe in der Meisterschaftswertung und damit für einen Quasi-Reset des Chase nach nur drei Rennen.

Nur 19 Punkte trennen die Top9 in den Playoffs voneinander, wobei die Ränge 1 und 2 sowie 3 und 4 sogar jeweils punktgleich die Tabelle schmücken. Kevin Harvick und Carl Edwards luchsten Tony Stewart die Führung in der Meisterschaft ab, der nun gemeinsam mit Kurt Busch, dem Rennsieger von Dover, nur neun Zähler hinter dem Spitzenduo die Plätze belegt. Busch war allerdings nicht der einzige Kandidat für die Fahrt in die Victory-Lane, obwohl er sich schon von Runde 3 an bis zur Competition-Caution in Umlauf 40 in Front des Feldes in Szene setzen konnte. Auch Jimmie Johnson und Carl Edwards zeigten mit 157 bzw. 116 Führungsrunden, dass sie durchaus für einen Sieg in Frage kamen.

Johnson führte damit zum sechsten Mal in Folge bei einem Rennen auf dem Dover International Speedway die meisten Umläufe lang die Meute an und holte sich deshalb zusätzlich einen weiteren Bonuspunkt ab. Kurt Busch konnte zwar nur 90 Führungsrunden verbuchen, war aber im Gegensatz zur Konkurrenz zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle. Die übrigen 37 Lead-Laps verteilen sich übrigens nicht aussagekräftig auf zehn weitere Piloten, wobei unter ihnen lediglich Kevin Harvick (10) hervorstach. Das Rennen selbst bot in seinen 400 Runden eigentlich fast alles, was man sich für den Sonntag gewünscht hatte: Viele Führungswechsel, gleich drei Kontrahenten im Kampf um den Sieg, zehn Cautions, viel Drama und natürlich ein bissiges Monster namens Miles!

Leider blieb die Schlussphase vergleichsweise unspektakulär, weil Johnson und Edwards lediglich mit stumpfen Waffen zum Endspurt angereist waren. Niemand konnte Busch mehr stoppen, der wie erwähnt auch nicht nur das Finale, sondern zunächst auch den Beginn des Rennens bestimmte. Nach der Competition-Caution war dann die frühe dominante Phase des späteren Siegers vorerst vorbei und an dieser Stelle übernahm Carl Edwards das Zepter, welches er Boxenstopp-bereinigt auch fast bis zum Ende der ersten Rennhälfte nicht mehr aus der Hand gab. In Runde 174 sorgte Gelbphase #5 etwa gegen Mitte des Fuel-Runs für einige Strategiespielchen in der Boxengasse.

Edwards bzw. sein Crew-Chief entschied sich in Führung liegend logischerweise für die konservative Variante namens vier neue Reifen, während knapp zehn andere Teams pokerten. So konnten sich zum Beispiel die Chaser Jimmie Johnson, Kevin Harvick und Kyle Busch gute Track-Position sichern, welche sich auch am Sonntag wieder als wichtiger Faktor zu erkennen gab. Allerdings funktionierten die Reifen auf der zu Beginn grünen Strecke im Herbst besser als noch zuletzt im Frühling und ließen weniger Abrieb auf der Betonbahn zurück. Vier neue Reifen erwiesen sich also nicht unbedingt als großer Vorteil, wenngleich sie natürlich trotzdem mehr Grip boten.

Nun war es an Jimmie Johnson, die zweite Rennhälfte einzuleiten und die kurzen Gastspiele von AJ Allmendinger und Kevin Harvick in Führung nach gut 15 Runden zu beenden. Das dritte Rennviertel hatte Johnson Boxenstopp-bereinigt komplett in der Hand und schickte sich auch bis Runde 350 langsam an, das Rennen in so dominanter Manier zu gewinnen, um im Chase einen großen Sprung zurück in Richtung eines möglichen sechsten Titels in Folge zu unternehmen. Der Dauermeister ahnte allerdings nicht, dass sich unterdessen Kurt Busch wieder zurückmeldete. Das Team mit der #22 hatte plötzlich die so lange anhaltende Schwäche von Handling-Problemen spät im Rennen überwunden und konnte Busch nach einem überzeugenden Start auch ein Top-Auto für das Finale bereitstellen.

Der entscheidende Moment des Rennens passierte dann in der zehnten und letzten Caution des Nachmittags, welche in Runde 352 glücklicherweise auch das Benzinfenster schloss und damit einen dritten Benzinkrimi in Folge ausschloss. Die Crew von Kurt Busch arbeitete schneller als die Meistermannschaft bei Hendrick Motorsports, wodurch der ältere Busch-Brüder als Erster zum Restart antrat. Hier zeigte Johnson plötzlich Nerven und ließ die Räder durchdrehen, was seinem Kontrahenten zu einem De-Facto-Blitzstart verhalf. Den Vorsprung könnte Johnson nicht mehr aufholen und musste sich zum Schluss mit Platz 2 hinter Kurt Busch geschlagen geben.

Carl Edwards konnte sich in dieser Phase des Rennens leider nicht mehr für weitere Führungsrunden zurückmelden, da er sich während der ersten Green-Flag-Pitstops nach seinem Verlust der Spitzenposition in der Aufholjagd von Platz 9 eine Durchfahrtsstrafe wegen Speedings in der Boxengasse einhandelte! Die anschließende Anstrengung brachte ihm aber immerhin noch einen für die Meisterschaft wichtigen dritten Platz ein. Hätte das Rennen vielleicht noch 50 Runden länger gedauert, wäre Edwards vielleicht noch an Johnson herangekommen.

Die Top5 komplettierten ein – in Erwartung seines baldigen Wechsels zu Hendrick Motorsports – starker Kasey Kahne und Matt Kenseth, der sich schon früh am Tag eher unauffällig dort festgesetzt hatte und nicht mehr zu vertreiben war. In den Top10 liefen außerdem folgende Piloten ein:

- Kyle Busch hielt sich ebenso wie Kenseth das gesamte Rennen über im Dunstkreis der Top5 auf,
- AJ Allmendinger hatte zu Anfang eine brisante Situation zu überstehen, als er bei ca. 130 mph einen übersteuernden Wagen in einem atemberaubenden Drift von der Mauer fernhalten konnte,
- Clint Bowyer, der vermutlich am nächsten Wochenende in Kansas seinen Wechsel von Richard Childress Racing zu Michael Waltrip Racing bekanntgeben wird,
- sowie Marcos Ambrose in einem soliden Rennen und
- Kevin Harvick, welcher durch seinen zehnten Platz die Führung in der Meisterschaftswertung erobern konnte.

Die übrigen Chaser im Überblick:

- Jeff Gordon erreichte immerhin Platz 12, nachdem das Handling seines Chevrolets die gesamte Renndistanz über nicht vom Untersteuern zu befreien war. Denny Hamlin absolvierte ein ebenso unauffälliges Rennen auf einem 18. Rang, was seine Meisterschaftschancen nicht gerade bestärkt hat. Denn wenn ein relativ guter Tag schon so schlecht verläuft…

- Der in den letzten Wochen so konstante Brad Keselowski startete zunächst in den Top5 eine Fortsetzung seiner Super-Serie, handelte sich jedoch nach 115 Runden eine Durchfahrtsstrafe ein. Zwar konnte er den Anschluss an die Spitze wiederherstellen, bekam in der zweiten Rennhälfte aber das nächste Problem in Form einer defekten Servolenkung präsentiert. Unter normalen Umständen wäre also mehr als Platz 20 drin gewesen. Bleibt nur zu hoffen, dass sein Momentum nicht zu stark unter diesem plötzlichen Pech gelitten hat.

- Noch schlechter lief es nur für Ryan Newman, Dale Earnhardt Jr. und Tony Stewart, die geschlossen die Platzierungen 23-25 belegten. Für die Teamkollegen von Stewart-Hass Racing lief so gut wie nichts zusammen, nachdem Smoke über zwei Wochen in Folge die Cup-Szenerie nach Belieben bestimmt hatte. Unerwartete, größere Handling-Probleme verhagelten Stewart und Newman eine Fortführung des guten Starts in den Chase. Ich kann mir diese überraschende Schwäche absolut nicht erklären!

- Am schlimmsten erwischte es wohl Dale Earnhardt Jr., dem Materialermüdung einen Strich durch die Rechnung machte. Bereits kurz nach dem Start des Rennens brach an Juniors Auto die Sway-Bar, was eine Reparatur notwendig machte. Nachdem er seinen Rundenverlust mit Hilfe des Lucky-Dogs wieder rückgängig machen konnte und gegen Rennhälfte in Griffweite der Top10 angelangt war, brachte ihn ein loser Reifen erneut unter Grün an die Box. Den dabei erhaltenen Rückstand von zwei Umläufen konnte er in der zweiten Rennhälfte nicht wieder korrigieren.

Polesitter Martin Truex Jr. landete nur auf Rang 30, nachdem er vor Ablauf der ersten 100 Runden schon die Top20 verlassen hatte und zu Beginn des letzten Rennviertels durch einen Reifenplatzer und anschließendem Boxenstopp unter grüner Flagge eine Menge weitere Plätze verlor.

Der Meisterschaft brachte dieses Rennergebnis eine Menge Spannung, da die Top9 in der Fahrerwertung auf 19 Punkte Unterschied komprimiert wurden. Lediglich Dale Earnhardt Jr. (-34), Ryan Newman (-41) und Denny Hamlin (-68) benötigen bei ihrem Rückstand schon so einige gute Rennen bei gleichzeitigem Pech der Konkurrenz, um noch ein Wörtchen in der Meisterschaft mitzureden.

Dass ein Aufholen nicht so ohne weiteres möglich ist, zeigte Jimmie Johnson ganz gut, der seinen Abstand auf die Spitze von 29 Punkten in einem für ihn guten Rennen nur um 16 Zähler verkürzen konnte. Dabei profitierte er natürlich vom glücklosen Tony Stewart, woran man sieht, wie schwer ein solches Comeback ist.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

September 30 2011

06:05

NASCAR: Vorschau Dover Oktober 2011

Nach zwei Siegen in Folge ist Tony Stewart der unbestrittene Favorit im diesjährigen Meisterschaftskampf. Am Wochenende geht es wieder auf ein 1-Meilen-Oval, wenn in Dover das zweite von drei Chase-Rennen dieser Kategorie ansteht. Kann Stewart einen dritten Erfolg nachlegen, bevor es wieder auf die Intermediate-Speedways geht?

Der adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

In Dover ist die Nationwide Series gemeinsam mit dem Sprint Cup unterwegs, wobei sich ESPN2 am Freitag um die Practices kümmert und SPEED am Samstag die Qualifyings abdeckt, das erste Training des Cups wird leider nicht übertragen. Beide Rennen sind bei ESPN bzw. ESPN2 zu sehen und beginnen zu angenehmen Uhrzeiten. Unterdessen fahren die Trucks im Rahmen des vorletzten Saisonrennens der IndyCar Series in Kentucky ein Nachtrennen aus. Da der komplette Vorbetrieb der Trucks nicht im TV übertragen wird, habe ich wie gehabt nur das Rennen selbst aufgelistet. Viel Spaß am Wochenende beim NASCAR schauen!

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 30.09.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, nicht im TV
18:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2

Samstag, 01.10.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (OneMain Financial 200), ESPN2
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Kentucky 225), SPEED

Sonntag, 02.10.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (AAA 400), ESPN / RaceBuddy auf NASCAR.com (mit Geoblocking!)

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September 27 2011

10:22

NASCAR: Analyse New Hampshire September 2011

Tony Stewart gibt sich derzeit größte Mühe, meine Vorhersagen bezüglich des Chase von vor einer Woche zu unterminieren. In New Hampshire gewann Smoke auch das zweite Playoff-Rennen und mauserte sich damit innerhalb von zwei Wochen zum derzeit größten Favoriten auf den Titel. Die üblichen Verdächtigen blieben dagegen farblos.

Zwei Rennen ist der Chase nun alt und beide Saisonläufe entschied am Ende Tony Stewart für sich, womit er auch sofort an die Tabellenspitze vorrückte, um dort Kevin Harvick abzulösen. Zwar gilt zu beachten, dass sowohl der Playoff-Auftakt in Chicagoland als auch das Rennen vom Sonntag in New Hampshire aufgrund der wiederholten Spritpoker keine klassischen Fälle waren, Smoke aber auch ohne die Fuel-Mileage mindestens innerhalb der Top5 ins Ziel gefunden hätte. Seine Erfolge kann und darf die Benzinstrategie damit keinesfalls abwerten! Überraschend kamen sie trotzdem, denn Stewart betreffend, schrieb ich in der Vorschau für Chicagoland und den Chase folgende Worte nieder:

Newmans Teamchef Tony Stewart lieferte wirklich eine ungewöhnliche Regular-Season ab, denn für gewöhnlich gewinnt Smoke in der Sommerperiode normalerweise mindestens ein Rennen. In diesem Jahr hat es leider nicht ganz gereicht und auch die wenigen Top5-Ergebnisse (3) lassen eher für ein Übergangsjahr sprechen. Bei Stewart könnte ich mir vorstellen, dass er seinen NASCAR-Zenit bereits überschritten hat und sich fortan eher auf sein Dasein als Owner konzentrieren sollte, vielleicht liegt aber auch hier die störende Ablenkung. Ausschließen sollte man aber bekanntlich nichts…

Doch nicht nur mich traf dieser plötzliche Aufschwung unerwartet, auch die US-Kollegen konnten bisher keine vernünftige Erklärung dafür finden. Auch Stewart selbst hat wohl nicht mit einer solchen Performance gerechnet, jedenfalls betonte er dies im Siegerinterview. Letzteres brachte dann auch zusätzlichen Diskussionsstoff, da Smoke in einem Nebensatz erwähnte, dass die Leistung des Teams wieder stimmen würde, nachdem man Anfang der Woche überflüssigen Ballast („dropped some dead weight“) von Bord geworfen hätte. Was Tony Stewart damit meinte, blieb er auch in der anschließenden Pressekonferenz in gewohnt „liebenswürdiger“ Art den nachfragenden Journalisten schuldig. Immerhin konnte man ihm entlocken, dass niemand Stewart-Haas Racing verlassen hätte.

Keiner weiß nichts Genaues oder so, würde ich mal behaupten. Falls jemand über das ein oder andere spitze Ohr in den USA verfügt, wäre ich über eine Aufklärung sehr erfreut. Immerhin mutet es schon komisch an, wenn Stewart erst seinen sonst so erfolgreichen Sommer auslässt, nur um dann im Chase wie aus heiterem Himmel die Konkurrenz zu bügeln. Die Qualifikation war ja nun nicht unbedingt so sicher, da konnte man keinesfalls von trockenen Tüchern sprechen. Daher dürfte man an dieser Stelle eine taktische Spielerei ausschließen. Was ist/war dieses „dead weight“? Doch ganz sicher keine halbvolle Burger-King-Tüte im Cockpit der #14, die Smoke nach dem Frühstück dort vergessen hat…

Um nun noch mal kurz ins Reich der Spekulationen vorzudringen: Jeff Gordon monierte nach dem Rennen etwas den Benzinverbrauch, während die Leistung des Motors nach wie vor spitzenmäßig sei. Interessant ist an dieser Stelle, dass Stewart-Haas Racing seine Aggregate von Hendrick Motorsports least (und auch die Chassis dort vorproduziert werden), wobei ich nicht weiß, inwiefern da nun Änderungen und sonstige Tuning-Maßnahmen im Nachhinein möglich sind. Wer Stewart kennt, der weiß, dass der Teambesitzer solche Äußerungen nicht mal eben nebenbei macht und dann im Nachhinein bedächtig schweigt. Vermutlich hat man bei SHR etwas Entscheidendes gefunden, nur was, das bleibt zu beantworten!

Jedenfalls ging die Benzinrechnung von Tony Stewart mehr als auf und der Grundstein dafür wurde in der dritten und letzten (!) Gelbphase in Runde 173 von 300 (!) gelegt. Das Rennen blieb über weite Strecke relativ ruhig, was Unterbrechungen anging und so musste man die wenigen Cautions ganz klar dafür nutzen, wichtige Track-Position zu gewinnen. Wer dieses Mal unter Gelb vier Reifen aufziehen ließ, der war paradoxerweise klar im Nachteil. Zum einen verlor er viele Platzierungen und dann erwies sich das Renngeschehen als zu gedrängt, um ernsthaft Positionen unter Grün gut zu machen. Die perfekte Formel lautete somit, während der Cautions die Track-Positionen mit einer Zwei-Reifen-Strategie zu holen, um bei den Boxenstopps unter grüner Flagge auch die linke Fahrzeugseite neu zu bestücken.

Um zu verstehen, warum Jeff Gordon die Meute nach der letzten Gelbphase wieder auf Rennspeed führte, müssen wir zunächst eine Caution weiter in die Vergangenheit schauen und finden dabei folgende Ausgangsposition vor: Dreher von Landon Cassill gegen Ende der Green-Flag-Pitstops, einzig Gordon und David Ragan waren noch nicht zum Tanken gekommen und haben somit fast dem gesamten Rest des Feldes mehr als eine Runde Rückstand aufgebrummt. Der #24 war es nun möglich, vier neue Reifen und Benzin zu fassen, ohne eine Top3-Platzierung zu verlieren, während sich die anderen Fahrer per Wavearound zurückrundeten.

Gute 15 Runden später löste dann Carl Edwards (8.) die angesprochene letzte Caution aus, indem er ausgerechnet seinen Teamkollegen und ebenfalls Chase-Teilnehmer Matt Kenseth (6.) in einen Dreher schickte. Immerhin konnten die beiden Piloten von Roush-Fenway Racing am Ende noch Top10-Resultate verbuchen. An dieser Stelle verzichteten Jeff Gordon und acht andere Mitstreiter auf einen Tankstopp, wobei sich lediglich Gordon mit einem letzten Boxenaufenthalt sicher sein konnte, über die Distanz zu kommen. Zurück also zum Anfang der Analyse und dem Restart mit Jeff Gordon in Führung:

Während sich von außerhalb der Top10 die Piloten mit neueren Reifen langsam aber sicher in der folgenden langen Grünphase wieder nach vorne kämpften, hatte Gordon das Rennen im Prinzip in der Tasche. Ein weiterer Tankstopp sollte ihm eigentlich genügen, so war die einhellige Meinung. Die letzten Green-Flag-Pitstops folgten für einige Fahrer nur sehr knapp im Rahmen des Benzinfensters, was wieder für etliche Ausroller in den finalen Rennrunden sorgte. Ausgerechnet für Gordon ging der Boxenstopp aber mächtig schief, denn in der Anfahrt auf seine Pitcrew riss die Benzinversorgung ab. Der Chevy musste erst mächtig rödeln, bis er wieder in Gang kam und zu allem Überfluss stellte sich auch noch heraus, dass nicht genügend Benzin aus der Spritkanne in den Tank geflossen war. Gordon war damit früh zum Sparen verdammt und musste die Konkurrenz ziehen lassen. Immerhin rettete er noch einen halbwegs versöhnlichen vierten Rang ins Ziel.

Die Boxenstopp-Phase zog sich über gute 25 Runden hinweg und an deren Ende war plötzlich wieder Kasey Kahne in Führung, dicht gefolgt von Clint Bowyer, welcher wirklich gefühlt aus der tiefsten Versenkung auftauchte. Wo Bowyer die Zeit und Positionen gutgemacht hat, würde ich nur zu gerne wissen. Kahne war jedenfalls kein Gegner für den Überraschungsmann, der sich auf dem besten Weg zum Rennsieg befand, aber ebenso wie Jeff Gordon den kürzeren Halm zog. Im Gewusel der – mit leerem Tank ausrollenden – Gegner, geriet auch Vorjahressieger Bowyer ins Stocken und wurde prompt zwei Runden vor Schluss vom heraneilenden Tony Stewart geschnappt, welcher 2010 im Chase-Rennen von New Hampshire noch in der gleichen Situation das Nachsehen hinter Ersterem hatte.

Verkehrte Welt also, was man vor allem bei der Betrachtung der Ergebnisse der übrigen Chaser feststellen kann:

- Jimmie Johnson war so ein Beispiel des missglückten Versuchs, mit frischen Reifen Boden zu gewinnen. Der sonst so allmächtige Chad Knaus und sein Erfüllungsgehilfe am Steuer der #48 waren sich dabei auch ungewohnt uneinig, da wurde über den Boxenfunk schon mal etwas schärfer gepöbelt. Johnson war akustisch-ersichtlich derart angefressen, dass er Knaus in seinen eigenen Zuständigkeitsbereich verwies. Doch auch seine selbst angepriesenen Fahrkünste konnten das Rennen nicht mehr retten, denn nach der letzten Gelbphase (mit Four-Tire-Stop) ging er auf Position 19 wieder ins Rennen und konnte in den folgenden gut 100 Runden nur fünf Ränge zurückholen. Dann stieß er auf Kyle Busch!

Im Kampf um Platz 13 gingen die beiden eigentlichen Titelfavoriten sehr hart miteinander ins Gericht und drehten sich beinahe in die Mauer. Während Kyle Busch noch mit Glück davonkam und später Rang 11 sichern konnte, hatte Johnson härter zu knabbern. Der Dauermeister ruinierte sich das Handling seines Chevrolets und musste am Ende abgeschlagen mit Rang 18 Vorlieb nehmen. Die ungewohnt schlechte Leistung in den ersten beiden Chase-Rennen katapultierte ihn auf Platz 10 der Playoffs zurück. Busch ist immerhin Sechster, jedoch liegen beide Piloten nur drei Zähler auseinander und mehr dürfen es auf keinen Fall werden!

Bei Johnson fällt übrigens deutlich auf, dass die Stimmung im Team sofort ruiniert ist, falls mal die Leistung nicht stimmt. Da kann man ihm nur wünschen, dass er nicht noch in ein richtiges Tief absackt und sich dieser Effekt multipliziert. Das könnte auch so eine Situation sein, welche die so erfolgreiche Fahrer-Crew-Chief-Kombination Jimmie Johnson / Chad Knaus eines Tages sprengt.

- Noch mehr Pech hatten Dale Earnhardt Jr. (17.), Ryan Newman (25.) und Denny Hamlin (29.), welche eigentlich mit einem Top10-Resultat gerechnet hatten. Junior war, wie er später bestätigte, auf „Red-Bull-Kurs“ unterwegs und wurde vermutlich Opfer eines übertriebenen Radsturzes! Ein Reifenschaden folgte dem anderen, doch glücklicherweise traten beide zu halbwegs günstigen Zeitpunkten (knapp vor dem letzten Boxenstopp und in der finalen Rennrunde) auf, sodass Earnhardt nicht noch mehr wertvolle Plätze verlor.

Ryan Newman wurde übrigens ebenfalls von einem explodierenden Pneu überrascht, hatte aber weniger Glück mit dem Timing und verlor eine ganze Runde. Denny Hamlin konnte sich dieses Mal anders als in Chicagoland um einen Reifenplatzer drücken, lief jedoch trocken und kann seine Meisterschaftschancen mit 66 Punkten Rückstand nun wohl schon begraben…

- Mann des Rennens hinter Stewart war wieder einmal Brad Keselowski, der am Ende noch einen ausrollenden Greg Biffle (3.) einholen konnte, um sich Platz 2 in New Hampshire zu sichern. Damit verbesserte er sein Top5-Ergebnis aus der letzten Woche noch einmal und hielt seine Serie somit aufrecht. In der Meisterschaft rangiert der Überraschungspilot der Saison nun sogar schon auf Platz 3, mit nur 11 Punkten Rückstand auf Tony Stewart. Mal angenommen, Keselowski hätte sich über die Top10 in den Chase gefahren, dann wäre er dank der neun Bonuspunkte derzeit sogar Zweiter. Mal schauen, wie es in Dover weitergeht, vielleicht ist der große Triumph für ihn am Ende gar nicht so unwahrscheinlich bei dieser Performance.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

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