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November 12 2013

20:44

NASCAR: Analyse Phoenix November 2013

Der vierte Saisonerfolg von Kevin Harvick bewies wieder einmal, dass Mister „Where did he come from?“ immer dann zur Stelle ist, wenn die Konkurrenz schwächelt. Unterdessen erlebte Matt Kenseth in Phoenix ein Setup-Debakel und verlor möglicherweise die entscheidenden Zähler im Kampf um die Meisterschaft.

292011Das zweitletzte Saisonrennen des Sprint Cups auf dem Phoenix International Raceway war ein recht kurzweiliges NASCAR-Rennen, da die acht Cautions immer mal wieder frischen Wind an der Spitze wehen ließen. So kamen schließlich 13 Fahrer auf insgesamt 23 Führungswechsel, wobei sogar ganze acht Piloten mehr als die üblichen ein bis zwei Umläufe unter gelb oder während Green-Flag-Pitstops in Front des Feldes unterwegs waren. Dass es auch keinem Teilnehmer gelang, mehr als 70 von 312 möglichen Führungsrunden anzusammeln, zeigt wie abwechslungsreich das Rennen wirklich war. Teilweise hatte man keine Ahnung, wer denn nun an der Spitze stand; das mag allerdings zum Teil der Konzentration von ESPN auf die beiden Meisterschaftsfavoriten geschuldet sein – und die hatten es absolut nicht leicht:

Jimmie Johnson geriet, von der Pole-Position gestartet, sofort in der ersten Kurve massiv durch Joey Logano in Bedrängnis, welcher etwas überforsch ins Rennen startete. Mit seinem rutschenden Wagen räumte er fast die #48 ab, was Johnson mit einigen gekonnten Lenkradbewegungen jedoch abwenden konnte. Trotzdem war er so in die umkämpften Top 10 abgerutscht, in deren Regionen es später noch einmal wild werden sollte, als er wohl Carl Edwards bei einem Three-Wide-Manöver in der Mitte übersah und von diesem ebenfalls beinahe abgeräumt wurde. Auch hier gab es wieder Car-Control par excellence zu bestaunen. Man merkte allerdings schon, dass Johnson und Crew-Chief Chad Knaus eher darauf bedacht waren, das Rennen ruhig und gelassen zu Ende zu bringen, anstatt sich beim Kampf zurück zur bzw. dann an der Spitze aufzureiben.

Der entsprechende Funkspruch von Knaus lautete, Johnson solle von Beginn an sein Auto schonen. Dass dies die Gewinnertaktik im Hinblick auf die Meisterschaft sein würde, bestätigte schließlich Matt Kenseth während der gesamten Renndauer mit seinem komplett unfahrbaren Auto. Dazu kam auch noch das Pech bei einem vergeigten Boxenstopp, als der vordere Tire-Changer seinen Luftschlauch unter dem Reifen einklemmte. Kenseth kostete alleine dieser Vorfall acht Plätze, was Johnson natürlich immer mehr Polster nicht nur im Rennen selbst einbrachte. Der eigentlich sehr talentierte Crew-Chief an der #20, Jason Ratcliff, war quasi machtlos, denn keine der möglichen Abstimmungsmaßnahmen wollte fruchten. Im Prinzip hätte man der Karre in der Garage eine komplett neue Fahrwerkseinstellung verpassen müssen.

Das Ende von Lied war dann Rang 23 für Matt Kenseth bei gleichzeitiger Podiumsplatzierung von Jimmie Johnson, der sich mühelos in den Top 10 aufhalten konnte und schlussendlich einen starken dritten Platz nach Hause fuhr, anstatt nach Trainingsbestzeiten und Pole-Positionen auf Krampf sein Auto in die Wand zu werfen. Diese kluge Fahrweise (und auch ein wenig Glück) brachte ihm nun einen sehr großen Vorsprung in Höhe von 28 Punkte in der Meisterschaft ein, der vor dem letzten Rennen mehr oder weniger einer Vorentscheidung im Chase gleichkommt. So ein hoher Rückstand konnte noch nie vom Zweitplatzierten im Saisonfinale aufgeholt werden. Ein Titelgewinn von Kenseth käme dem Wunder von Atlanta gleich, als Alan Kulwicki 1992 im vermutlich besten NASCAR-Rennen aller Zeiten satte 30 Zähler gutmachen konnte – im alten Punktesystem jedoch.

Ganz unbemerkt hat sich aber noch ein dritter Anwärter ins Spiel gebracht: Weil Kevin Harvick in der letzten Runde den Sieg vom ohne Sprit ausrollenden Carl Edwards erbte, reist er nun als einziger Verfolger des Spitzenduos nach Homestead. Harvick muss allerdings ein noch größeres Wunder vollbringen, wenn er die 34 Punkte Rückstand noch aufholen will. Strenggenommen sind es sogar 35 Zähler, denn bei Punktegleichheit fungieren die sechs bzw. sieben Saisonsiege von Jimmie Johnson bzw. Matt Kenseth als Tiebreaker und es ist ja nicht so, als ob wir dieses Kuriosum nach 36 Rennen nicht schon einmal bemühen mussten.

Allerdings ist Kevin Harvick immer dann zur Stelle, wenn die Konkurrenz sich nicht voll auf der Höhe zeigt. Dies beweisen seine vier Saisonsiege in Richmond, Charlotte, Kansas und nun eben Phoenix – vier Strecken, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Trotzdem war sein später Erfolg nicht unverdient, denn immerhin holte Harvick mit 70 Führungsrunden auch in dieser Kategorie Platz 1, weil er schon zu Beginn des Rennens 50 Umläufe in Front bestreiten konnte. Ich bin schon gespannt, was „The Closer“ im nächsten Jahr mit Hendrick-Material bei Stewart-Haas Racing reißen kann. Sollte er weiter so gerissen und konstant sein, wird er mit (im Gegensatz zu seinem RCR-Chevy wirklichem) Top-Material direkt zum Saisonbeginn zum Mitfavoriten auf den 2014er Titel.

Kommen wir kurz noch zum Rennen bzw. dessen Ausgang:

- Der verlorene Benzinpoker warf einen starken Carl Edwards (21.) schließlich ans Ende der Führungsrunde zurück, während sich vorne andere Piloten die Pfründe sicherten. Kasey Kahne belegte wieder einmal Platz 2 und musste sich damit erneut nur knapp geschlagen geben. Hinter Johnson auf Rang 3 fuhren Dale Earnhardt Jr. und Kurt Busch zwei eher unauffällige Top-5-Resultate ins Ziel.

- Die Top 10 komplettierten Juan Pablo Montoya, Kyle Busch, Martin Truex Jr., Joey Logano und Ryan Newman, wobei die beiden letztgenannten Fahrer zuvor gemeinsam 64 Runden an der Spitze verbrachten. Als weitere Lead-Lap-Hamster entpuppten sich Brad Keselowski (mit 27) und Jeff Gordon (mit 49), welche jedoch im Finale keine Rolle mehr spielten.

- Besonders gut gefiel mir auch David Gilliland, der sich mit unterlegenem Material zwischenzeitlich in die Top 10 nach vorne arbeiten konnte, aber leider am Ende nur außerhalb der Top 20 die Zielflagge sah.

- Einen heftigen Abflug erlebte David Reutimann in Runde 192, als er seinen BK-Toyota in einen asiatischen Kompaktwagen verwandelte. Reutimann schlug rücklings so heftig in die SAFER-Barrier ein, dass sich sogar die Hinterachse in Richtung Fahrerkabine verschob.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Da euch unser Neuzugang Steffen das Saisonfinale in der nächsten Woche schmackhaft machen wird, möchte ich mich abschließend noch ganz herzlich bei allen Lesern für das Interesse an meinen Artikeln sowie bei den Racingblog-Kollegen für die schöne und unterhaltsame Zusammenarbeit bedanken. Steffen gilt an dieser Stelle natürlich ein ganz besonderer Dank, da er mich in der NASCAR-Abteilung seit dem Brickyard 400 mehr als nur vertritt! Wir werden uns auch 2014 die Artikel hier gleichberechtigt aufteilen und lösen damit quasi das Gespann aus Mark Martin und Brian Vickers bei MWR ab. Auf in eine neue (Teilzeit-)Saison also, bei mir nicht aus Alters- sondern aus Arbeitsgründen.

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September 10 2013

08:00

NASCAR: Analyse Richmond September 2013

Die Chase-Teilnehmer stehen fest, doch der Weg dorthin war nicht nur turbulent, sondern wird in den nächsten Tagen noch für einigen Diskussionsstoff sorgen. Im Fokus stehen der Sieger Carl Edwards und vor allem Michael Waltrip Racing in Person von Clint Bowyer.

Federated Auto Parts 400Das Rennen in Richmond stand ganz im Zeichen des Chase. Ständig wechselten die Positionen und somit auch die Chase-Teilnehmer. Als alles entschieden schien, wurde durch ein späte Caution nochmal alles über den Haufen geworfen. Doch dazu später mehr. Eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Rennen hatte sich Jeff Gordon im Qualifying gesichert, als er sich mit Streckenrekord die Pole Position holte. Jimmie Johnson verpasste unterdessen nicht nur das Qualifying, sondern auch sämtliche Practice-Sessions, denn er wurde am Freitag zum zweiten Mal Vater, als Lydia Norriss das Licht der Welt erblickte. Ohne eine einzige gedrehte Runde ging Johnson als 43. ins Rennen. Dieses startete sehr diszipliniert und Gordon konnte in den ersten 49 Runden die Spitzenposition verteidigen. Dann ging allerdings Brad Keselowski an ihm vorbei, der wie auch Gordon einen Sieg bitter nötig gehabt hätte. Einige Runden nachdem Keselowski die Führung übernommen hatte, war er sie auch schon wieder los, denn Kurt Busch konnte durch sein auf Long Runs abgestimmtes Auto an ihm vorbeiziehen.

Nach den ersten Boxenstopps unter grün kam schließlich in Runde 136 die erste Caution heraus. Grund war – wie sollte es anders sein – Debris in Kurve drei. Bei den Stopps unter gelb fiel Kurt Busch durch Probleme beim Wechseln des linken Hinterrades von Platz eins auf sechs zurück. Die Führung hatte nun Jamie McMurray inne, allerdings nicht lange. Direkt beim Restart wurde er von Brad Keselowski geschnappt, der anschließend einsam seine Runden um die Konkurrenz drehte. Dies war dann in Runde 207 vorbei, denn David Stremme drehte sich eigenverschuldet in Kurve vier. Nach den Boxenstopps fand sich Kurt Busch wieder an der Spitze, vor Keselowski. Als es in Runde 215 weiter ging, kam es noch zu einem Kuriosum, als Jamie McMurray bei der Anfahrt auf Kurve eins frontal eine gefüllte Wasserflasche traf und diese mehrere Meter in die Luft geschleudert wurde. Es wurde zwar kein Auto nennenswert beschädigt, allerdings fragt man sich, wie diese “Debris” übersehen werden konnte und warum der Restart nicht noch um eine Runde verschoben wurde. Normalerweise sieht die NASCAR ja jedes Staubkorn auf der Strecke, diesmal allerdings nicht mal eine Wasserflasche.

Ungeachtet dessen setzte sich Brad Keselowski in Front, vor Kurt Busch. Während Keselowski vorne weg fuhr, musste Jimmie Johnson sein Auto aufgrund von technischen Problemen in die Garage stellen. Johnson fuhr kurz zuvor schon mit Rundenrückstand dem Feld hinterher und erwischte wie schon in den letzten Wochen ein grauenhaftes Rennwochenende. Auch sein Hendrick-Teamkollege Jeff Gordon in der #24 musste wenig später ungeplant die Box aufsuchen und kam mit zwei Runden Rückstand wieder auf die Strecke. Doch mit vier frischen Reifen konnte er sich schnell zumindest wieder um eine Runde zurückrunden. Dann kam auch noch ein bisschen Glück hinzu, als in Runde 267 wegen Debris auf der Gegengeraden erneut gelb geschwenkt wurde. Somit war Gordon durch den “Lucky Dog” wieder in der Führungsrunde. An der Spitze fand sich unterdessen Clint Bowyer wieder. Dieser konnte sich recht schnell absetzen, da hinter ihm der Kampf um die zweite Position zwischen Kevin Harvick, Brad Keselowski und Kurt Busch ausgetragen wurde. Besonders Harvick und Keselowski rieben sich einige Runden aneinander auf, bis Harvick die #2 in Kurve vier etwas beiseite schob und den zweiten Platz eroberte. Keselowski fiel danach immer weiter zurück und konnte nicht mehr an seine Leistung vom Anfang des Rennens anknüpfen. Die Titelverteidigung war nun Geschichte.

58 Runden vor Schluss, gerade als die Boxenstopps unter grün absolviert wurden, sorgte Jimmie Johnson für Aufsehen. Durch einen geplatzten Vorderreifen verursachte er die dritte Caution des Abends. Sein Teamkollege Jeff Gordon hatte zum wiederholten Male Glück, denn gerade als er seine Box aufsuchte, kam die gelbe Flagge. Erneut durfte er sich mit Hilfe des “Lucky Dogs” zurückrunden. Die Turbulenzen wusste Carl Edwards am besten für sich zu nutzen und lag beim Restart auf Position eins vor Paul Menard. In den letzten Runden sollte sich jedoch ein anderer Name aufdrängen: Ryan Newman. Er kämpfte sich durchs Feld und übernahm zehn Runden vor Schluss sogar die Führung. Hätte er das Rennen gewonnen, hätte er sich durch seinen zweiten Saisonsieg die Chase-Teilnahme gesichert – hätte. Denn acht Runden vor Schluss wurde zum vierten und letzten Mal in diesem Rennen die gelbe Flagge geschwenkt. Der Auslöser war Clint Bowyer in der #15, der sich in Kurve vier drehte. Bowyer behauptete nach dem Rennen, dass er von Dale Earnhardt Jr. getroffen wurde, doch dieser verneinte dies. Nach Aussage von Junior hatte sich Bowyer auf eigenartige Weise selbst gedreht. Nun kann man sich dabei denken, was man will, aber seinen Teamkollegen Martin Truex Jr. brachte Bowyer damit wieder ins Rennen um die letzte Wildcard.

Doch als ob das noch nicht genug Zündstoff gewesen wäre, setzte Carl Edwards beim Restart noch einen drauf. Nachdem er sich durch einen guten Boxenstopp die zweite Position hinter Paul Menard geholt hatte, schnappte er sich beim Restart gleich noch Menard, aber vor der Start-/Ziellinie. Menard kam durch seine alten linken Reifen schlecht weg und wurde bis zur Linie von Edwards bereits abgehängt. Ob die NASCAR auch zu diesem Vorfall Untersuchungen anstellen wird, ist bisher unbekannt. So sicherte sich Edwards schließlich seinen zweiten Saisonsieg. Zweiter wurde Kurt Busch, der damit eine kleine Sensation schaffte. Er zieht als erster Fahrer überhaupt mit einem Ein-Auto-Team in den Chase ein. Hinter ihm platzierte sich Ryan Newman, der kurz vor Schluss noch geführt hatte. Dies sollte allerdings nicht für den Chaseeinzug reichen, denn bis zur Nacht von Montag auf Dienstag war Truex durch seinen siebten Platz im Rennen im Chase. Doch dann gab die NASCAR die Ergebnisse der Untersuchung gegen Michael Waltrip Racing bekannt. Allen drei Sprint-Cup-Teams von MWR werden 50 Punkte in der Fahrer- und Ownerwertung abgezogen. Dies bedeutet, dass Truex aus dem Chase fällt und Newman nun doch drin ist. Zusätzlich wurden auch die drei Crew Chiefs der einzelnen Teams bis zum 31. Dezember diesen Jahres unter Beobachtung gesetzt. MWR wird zudem noch mit einer Geldstrafe von 300.000$ sanktioniert und der Spotter der #55 und General Manager von MWR – Ty Norris – wird auf unbestimmte Zeit suspendiert. Für Bowyer hat der Punkteabzug keine Auswirkung auf den Chase, da diese Strafe auf die Wertung der ersten 26 Rennen wirkt. Eine ausführliche Aufarbeitung der Ereignisse findet ihr hier.

Doch nicht nur im Kampf um die Wildcards war es knapp, auch die letzten Plätze der Top Ten waren stark umkämpft. Kurt Busch und Greg Biffle konnten durch solide Ergebnis relativ sicher den Chase-Einzug klar machen. Knapp wurde es hingegen für Joey Logano. Er setzte sich mit nur einem Punkt Vorsprung vor Jeff Gordon auf Platz zehn. Gordon ist damit nicht im Chase, nachdem er sich im Vorjahr noch knapp qualifizieren konnte. Ebenfalls nicht geschafft hat es der Vorjahresmeister Brad Keselowski, der sich nach dem Rennen in der Gesamtwertung sogar hinter Jamie McMurray wiederfindet. Als Führender geht Matt Kenseth in den Chase, der sich durch seine fünf Saisonsiege 15 Bonuspunkte sichern konnte. Im folgen mit einem Abstand von drei Punkten von Kyle Busch und Jimmie Johnson. Der Meister der ersten 26 Rennen – Carl Edwards – startet mit bereits neun Punkten Rückstand auf Kenseth in die Jagd um den Meisterschaftstitel. Nächste Woche läutet die NASCAR mit dem Rennen auf dem Chicagoland Speedway den Chase ein.

Neben dem Chase hat sich auch auf dem Fahrermarkt wieder etwas getan. Am Montag wurde bekannt gegeben, dass Ryan Newman nächste Saison wie erwartet zu Richard Childress Racing wechseln wird. Hier übernimmt er die #31 von Jeff Burton. Dieser wiederum ist aktuell bei Swan Racing für die #30 im Gespräch.

Zum Abschluss gibt es heute nicht nur die Punktestände der Fahrer- und Ownerwertung sondern zusätzlich noch die Meisterschaftstabelle der Fahrer mit der es in den Chase geht.

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August 27 2013

06:00

NASCAR: Analyse Bristol August 2013

Bristol wusste wieder mal, mit engen Kämpfen und vielen Unfällen zu begeistern, und am Ende konnte sich Matt Kenseth seinen fünften Saisonsieg sichern. Damit bewies er erneut, dass er zur Stelle ist, wenn die anderen Favoriten straucheln.

Irwin Tools Night RaceEs war eine heiße Nacht in Bristol, zumindest wenn es um den Gemütszustand einiger Piloten ging. Insgesamt unterbrachen elf Cautions das 500 Runden lange Rennen und sorgten besonders in der Schlussphase für einiges an Action. Der Start hingegen lief etwas ruhiger. Denny Hamlin startete von der ersten Position in das Rennen, gefolgt von den erneut starken Kurt Busch und Brian Vickers. Kurz nachdem es los ging, war es für die #87 mit Joe Nemechek am Steuer schon wieder vorbei. Grund war der Toyota-Motor, der schon nach drei Runden seinen Dienst quittierte. Ohne Caution ging es weiter und Kurt holte sich knapp 20 Runden später die Führung von Hamlin. Diese behielt er auch, als in Runde 41 die erste Caution des Rennens heraus kam. Grund hierfür war Ryan Truex – der jüngere Bruder vom in der #56 fahrenden Martin Truex Jr. – der durch einen Schaden am linken Vorderreifen der #51 in die Mauer einschlug. Für ihn war sein Sprint-Cup-Debüt damit vorbei. Unterdessen absolvierten einige Piloten ihre ersten Boxenstopps, normalerweise nichts besonderes, diesmal aber schon. Brad Keselowski verließ gerade seine Box, als David Reutimann in seine einfahren wollte. Es kam zu einer Überschneidung und Keselowski traf Reutimann am Heck. Leidtragender war auch Marcos Ambrose, der in seiner Box stehend zwischen den zwei Autos eingeklemmt war und somit ebenfalls einige Positionen verlor.

Von den Ereignissen unberührt setzte Kurt Busch seine Führung nach dem Restart fort. Hinter ihm platzierten sich Carl Edwards und Denny Hamlin. Alles lief also nach Plan für Kurt, aber dann kam – wie immer – etwas dazwischen. Kurz vor dem Erreichen der 80. Runde fiel die #78 auf einmal zurück. Er musste schließlich an die Box kommen, denn eine Radnabe an seinem Auto war defekt. Seine Crew versuchte, dieses Problem mit einem schnellen Boxenstopp zu beheben, der allerdings keine Wirkung zeigte. Zusätzlich musste Kurt kurz nach seinem Reparatur-Stopp erneut durch die Boxengasse, da er diese beim vorherigen Stopp zu schnell durchfahren hatte. Währenddessen ging es auf der Strecke weiter heiß er und manchmal wurde es eng, zu eng. Nachdem die #78 wieder Fahrt aufgenommen hatte, stand sie auch schon wieder im Fokus. Diesmal hatte Kurt das Heck von Josh Wise getroffen und die #35 in Runde 91 hart in die Mauer einschlagen lassen. Die #78 musste wenige Runden später die Garage aufsuchen und nahm das Rennen mit einem Rückstand von 21 Runden wieder auf. Beim Restart fand sich dann Dale Earnhardt Jr. an der Spitze wieder, da er nicht seine Boxencrew in der Gelbphase besucht hatte. Gefolgt wurde er von Clint Bowyer und Bobby Labonte, welche ebenfalls während der Caution draußen geblieben waren.

Währenddessen ließ sich Kyle Busch weiter vorne auf Platz 16 blicken. Kyle war aufgrund eines Unfalls im Qualifying von der letzten Position gestartet und kämpfte sich stetig durchs Feld. Doch je weiter vorn man fährt, umso enger werden die Abstände und manchmal kommt es zu Kontakten. Diese Erfahrung machten in Runde 107 Kyle Busch und Joey Logano, als sie aneinander gerieten und kurz darauf wegen Debris von diesem Kontakt die nächste Caution heraus brachten. Zum Kontakt kam es, weil Kyle wie im Qualifying loose wurde und somit direkt vor bzw. in das Auto von Logano fuhr. Die #18 trug einen Schaden am Heck und die #22 einen an der rechten Front davon. Beim Restart startete Earnhardt erneut von der Spitze und fand erstmal Danica Patrick vor sich, die genau vor dem Feld wieder aus der Box kam, nachdem sie diese zu Reparaturarbeiten aufgrund eines Mauerkontaktes aufgesucht hatte. Danica machte schnell Platz und ließ dem Führungskampf von Earnhardt und Bowyer freien Lauf. In Runde 128 konnte sich Bowyer schließlich an Junior vorbei setzen und führte das Rennen nun souverän an.

Irwin Tools Night RaceAllerdings schien man als Führender dieses Mal nicht gerade mit Glück gesegnet zu sein, denn auch Clint Bowyer hatte wenig später ein Problem. In Runde 176 versuchte sich Bowyer am Überrunden und kam ganz gut durch das Feld, bis Travis Kvapil auftauchte. Dieser setzte sich mit Schwung neben den ebenfalls überrundeten David Ragan und überlappte leicht mit der #15. Bowyer zog leicht nach innen, um Schwung für die Gerade zu holen und wurde am Heck von Kvapil getroffen. Bowyer drehte sich und zusätzlich wurde auch noch Bobby Labonte in den Toyota mit der #15 geschubst. Was Travis sich bei dieser Aktion dachte, bleibt wohl ein ewiges Rätsel. Den Führenden als Überrundeter abzuschießen, gehört jedenfalls zu den peinlichsten Sachen, die man als Rennfahrer anstellen kann. Bowyer fand sich nach seinem Dreher auf Platz 26 wieder. Kvapil hingegen wurde wenig später vom Karma heimgesucht und musste nach einem Mauerkontakt an die Box.

Die nächste Gelbphase ließ auch nicht lange auf sich warten. Kurz nach dem Absolvieren der 200. Runde kam Tony Raines in der Kurve zu hoch und erwischte dabei Brad Keselowski und Jimmie Johnson. Alle Beteiligten trugen keine größeren Beschädigungen davon. Beim Restart war diesmal Carl Edwards in Front, der von Hamlin und Kenseth verfolgt wurde. Die Führung musste Edwards nach knapp 30 Runden unter grün an Kenseth abgeben. In dieser Reihenfolge ging es weiter, bis zur nächsten Caution. Diese löste Vickers kurz nach 250 gefahrenen Runden aus, als er die Mauer touchierte und Debris auf der Strecke hinterließ. Während der Boxenstopps wurde es dann interessant. Hamlin, der eigentlich als Erster die Boxengasse verlassen hätte, wartete am Ende der Boxenstraße auf Earnhardt Jr. und sortierte sich hinter diesem ein, um beim Restart auf der Außenbahn zu starten. Dieser Plan ging allerdings nicht auf, denn ausgerechnet der Teamkollege von Hamlin in Form von Matt Kenseth musste wegen zu schneller Fahrt in der Boxengasse an das Ende des Feldes zurück, was Hamlin wieder auf die innere Bahn schob.

Beim Restart fuhr dann Paul Menard von der Spitzenposition vor Kyle Busch los. Beide waren unter gelb nicht an der Box. Nach einigen Umläufen kam Edwards mit vier frischen Pneus von hinten näher und setzte sich schließlich in Runde 328 an die Spitze. Sechs Runden später kam es erneut zu einer Caution, nachdem Bobby Labonte und David Gilliland sich etwas zu nah kamen. Bei den Boxenstopps wurde diesmal Juan Pablo Montoya vom Pech verfolgt. Auf Platz zwei liegend suchte er sein Team auf, doch beim Verlassen seiner Box war er etwas zu schnell. Dies bedeutete, dass er an das Ende des Feldes zurück musste und somit seine gute Position verlor. An der Spitze fuhren jetzt Andere, in Form von Kevin Harvick, Martin Truex Jr., Jeff Gordon und vor allem Carl Edwards. Dieser setzte sich kurz nach dem Restart wieder an die Spitze. Nach wenigen grünen Runden kam es knapp 140 Runden vor Schluss erneut zu einer Gelbphase. Diesmal war der Auslöser Brian Vickers in der #55, der Reutimann in einen Dreher schickte. Dieser stand dann mitten auf der Strecke, genau vor Jimmie Johnson. Die #48 konnte nicht mehr ausweichen und knallte genau in das Heck der #83. Johnson musste in die Garage und wurde schließlich als 36. gewertet.

In Runde 368 ging es dann weiter, erneut mit Edwards an der Spitze. Hinter ihm platzierte sich kurze Zeit darauf Kenseth, der sich an Truex vorbei setzte. Lang hielt die Grünphase nicht, denn sieben Runden nach der erneuten grünen Flagge wurde schon wieder gelb geschwenkt. Diesmal lag die Schuld bei Juan Pablo Montoya, der David Stremme am Heck traf. Stremme wurde loose und erwischte noch Jeff Burton, der sich in die innere Mauer drehte. Kurz bevor die gelbe Flagge geschwenkt wurde, eroberte Kenseth noch die Führung von Edwards. Beim Restart konnte sich die #20 dann durchsetzen und für Carl Edwards begannen die Probleme. Er wurde immer langsamer und fuhr schließlich in die Garage, denn sein Ford-Motor hatte schlapp gemacht. Währenddessen ging das Rennen unter grün weiter, bis knapp 65 Runden vor Schluss auf einmal ein Teil am Heck des Autos mit der #42 von Montoya wedelte. Dieses hatte sich nach einem Kontakt mit David Stremme gelöst und landete schließlich auf der Strecke, was zur nächsten Caution führte.

Irwin Tools Night Race54 Runden vor Schluss ging es dann weiter, mit Kenseth in Front vor Clint Bowyer und Jeff Gordon. Nur eine Runde später kam es dann zu einem Big One. Brian Vickers scherte vor Kurve drei aus und erwischte dabei Denny Hamlin an der rechten Front. Bei der Einfahrt zur Kurve versagte dann der Reifen an der #11 und Hamlin fuhr quer über die Strecke und erwischte Ryan Newman am Heck und Kevin Harvick an der Front. Martin Truex Jr., Brad Keselowski und Casey Mears konnten nicht mehr ausweichen und trugen einen mehr oder weniger großen Schaden davon. Das Auto von Martin Truex Jr. war komplett beschädigt und rollte auf den Apron. Dabei tuschierte die #56 die #30 mit David Stremme und kam direkt vor Ken Schrader in der #32 zum Stehen, der nicht mehr ausweichen konnte und die #56 ebenfalls erwischte. Währenddessen stellte sich Kevin Harvick auf den Boxenplatz von Denny Hamlin, bevor er von diesem durch die #11 wieder runter geschoben wurde. Danach lieferten sich Harvick und die Crew der #11 ein kleines Wortgefecht. Dieses endete mit einer Aussprache von Harvick und Hamlin und wurde mit einem Handshake abschlossen. Die verbleibenden Autos auf der Strecke wurden kurzzeitig mittels einer roten Flagge geparkt, um die Aufräumarbeiten nicht zu stören.

48 Runden vor Schluss ging es dann weiter. Erneut führte Kenseth das Feld an, vor einem auf einmal wieder vorn mitfahrenden Juan Pablo Montoya und Kasey Kahne. Kahne zog 25 Runden vor dem Ende an Montoya vorbei und schloss schnell auf Kenseth auf. Die #5 versuchte in den letzten 15 Runden mehrmals, auf der Innenbahn an Kenseth vorbei zu gehen, konnte dies aber nie zum Erfolg führen. So sicherte sich Matt Kenseth nach einem spannenden Zweikampf zum Schluss seinen fünften Saisonsieg. Dies verschafft ihm auch eine ausgezeichnete Ausgangsposition für den Chase, denn Kenseth ist der einzige, der dieses Jahr bereits fünf Siege einfahren konnte. Kritischer ist da die Lage für Vorjahreschampion Brad Keselowski, der aktuell nicht im Chase vertreten wäre. Einen genaueren Einblick in den Kampf um die Playoff-Plätze wird euch am Freitag Kristian in seiner Vorschau zu Atlanta liefern.

Und zum Schluss noch eine Hammernachricht, die am Montag-Abend die Runde machte: Kurt Busch fährt nächstes Jahr für Stewart/Haas-Racing! Nach ersten Information hat Kurt einen Vertrag über mehrere Jahre abgeschlossen und könnte mit der #00 nächste Saison an den Start gehen. Ein offizielles Statement wird im Laufe des heutigen Tages folgen.

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February 29 2012

18:12

NASCAR – Analyse Daytona 500

Ein gutes, wenn auch recht unfallträchtiges erstes Rennen lieferte die NASCAR am Montagabend in Daytona ab. Wegen Regens musste das Rennen auf diesen Termin gelegt werden. Am Ende gewann nicht ganz überraschend ein Ford. 

Die NASCAR entschied sich am Sonntag auf Grund von Dauerregen das Rennen auf Montagmittag zu verlegen. Montag früh merkte man auf Grund der immer noch schlechten Wetterverhältnisse jedoch schnell, dass auch dieser Termin nicht zu halten sein würde und verschon das Rennen auf den Abend.

Dafür sprach neben der besseren Wettervorhersage noch ein weiterer Grund: Zur US-Primetime versprachen sich die Verantwortlichen auch deutlich bessere Quoten. Für FOX und die NASCAR war der Lauf eine Art Testballon – denn die Idee, manche Rennen des Sprint-Cup (à la “Mondy Night Football”) am Montagabend zu fahren ist keineswegs neu. Daytona sollte den Verantwortlichen nun endgütlig zeigen, welche Quoten Wochentags erreicht werden können.

Das Ergebnis fällt laut ersten Overnight-Ratings zwiespältig aus. Auf der positiven Seite: Man hatte mehr Zuseher als beim Pothole-Debakel 2010. Nicht so gut: Es waren auch weniger als 2011. Außerdem zeigen die Ratings einen deutlichen Anstieg nach Montoyas spektakulärem Unfall – mit einem “normalen” Rennen wäre man also vielleicht etwas schlechter gelegen. Ob die Zahlen nun Anlass sind, über weitere Montags-Rennen nachzudenken, liegt im Auge des Betrachters: Es ist sicher ein anständiges Ergebnis, mit dem man das beste aus einer widrigen Situation herausgeholt hat. Einen klar ersichtlichen Vorteil gibt es gegenüber dem Sonntag aber nicht. Und den bräuchte man, um ein Montags-Rennen zu rechtfertigen, das wohl mit einem deutlich Minus an Zuschauern an der Strecke auskommen müsste.

Einen dicken Silberstreif gibt es allerdings für die NASCAR: Die Nationwide-Serie auf ESPN hat mit Danica Patrick auf der Pole Zuschauerrekorde für Kabel gebrochen, und 4,4 Mio. Zuseher erreicht. Das Rating von 3.3 liegt etwa deutlich über jenem Wert, den die IndyCar-Serie bei ihren Übertragungen am Network-Sender ABC erzielt. Selbst das Indy 500 aus dem vergangenen Jahr hatte mit einem Rating von 4.0 nicht sehr viel mehr Zuseher.

Das Rennen:

Um 19.00 Uhr amerikanischer Zeit ging es dann endlich los in Daytona und Darell Walltrip eröffnete die Saison mit seinem bekanntem “Boogity, Boogity, Boogity, let’s go racing boys!”, welches er aus aktuellem Anlass mit einem “and Danica” vervollständigte. Die Fahrer schafften es sich auch eine ganze Runde zusammenreißen, bis es das erste Mal krachte. Sadler schob Johnson auf der Start- und Zielgeraden leicht an, der daraufhin hart in die Mauer einschlug und anschließend einen harten Treffer von einem weiteren Fahrzeug einstecken musste. Die übliche Kettenreaktion folgte. Insgesamt beschädigte der Unfall die Fahrzeuge von Johnson, Patrick, Bayne und Kurt Busch so schwer, dass das Rennen für sie entweder komplett vorbei war, oder sie so viele Runden Rückstand nach Reperaturen hatten, dass ein Sieg oder viele Punkte unmöglich waren. Johnson hat damit im Übrigen wieder einen Grund mehr, die Superspeedwayrennen zu hassen. Kyle Bush kommentierte den Unfall hingegen relativ amüsant über Funk: “Seriously, we sit around 36 hours and then we wreck on lap 1.”.

Nachdem Restart sah man vorne Kenseth und Biffle, wo sie auch den ganzen Abend bleiben sollten. Generell wurde den gesamten Abend viel 2-wide gefahren, wobei dies meistens erst hinter den Top 5 der Fall war. In Runde 13 gab es dann die nächste Gelphase, als Ryan Newman sich auf Grund eines Reifenplatzers drehte. In dieser kamen  alle an die Box. Nachdem Restart gab es lange Zeit vorne ein großes Pack und dahinter ein kleineres Pack mit unter anderem Montoya, McMurray, Labonte, Gilliland und Harvick, die sich so versuchten aus dem Gröbsten rauszuahalten.

Um Runde 57 folgten dann Green-Flag Pitstops, aus denen Jeff Burton als Führender hervorging. Tony Stewart verpasst die Boxeneinfahrt, ein größerer Schaden entstand daraus allerdings für ihn nicht. Kurz nach den Pitstops gab es die nächste Gelbphase wegen Debris auf der Strecke. Bei Kenseth zeigte sich zu dem Zeitpunkt, dass er massive Kühlungsprobleme hatte. Das Wasser sprühte geradezu aus seinem Auto, als er an der Box war. Er verlor zwar dadurch das Pack, konnte aber in der Lead Lap bleiben. Zu diesem Zeitpunkt waren vorne Burton, Biffle, Logano, Bowyer und ein starker Ambrose zu finden.

Bis Runde 81 lief das Rennen unter grün, dann platzte Jeff Gordon auf der Outside-Lane der Motor, er konnte dies zum Glück rechtzeitig mit der Hand anzeigen, so das es zu keiner Kollision mit anderen Fahrzeugen kam. Gordon sagte danach, dass alle Temperaturmesser im grünen Bereich gewesen seien, er also keine Ahnung habe, warum sich der Motor verabschiedete. Nach den nächsten Boxenstops ging es dann weiter.

Zu diesem Zeitpunkt schossen sich Hamlin und Kenseth nach vorne. Allgemein war auch beim 500 das zu beobachten, was sich schon in den Gatorade Duels und dem Budweiser Shootout angedeutet hatte: Die 2-Car-Tangos funktionierten begrenzt für eine bestimmte Zeit so um die 1- 1 1/2 Runden um sich im Pack nach vorne zu arbeiten, vom Pack weg fahren konnte man allerdings nicht. Polestitter Carl Edwards meldete in Runde 107, als vorne angefangen wurde Single-file zu fahren, Benzindruckprobleme. Seine Chancen auf einen Sieg waren damit auch dahin. Man dachte eigentlich, dass es in der Nacht weniger Temperaturprobleme geben würde, aber Bowyer meldete sich in Runde 117 und sagte, dass er sein Auto nicht mehr kühl bekommen würde. Allgemein sagten die Fahrer, dass es gut möglich war, das Auto im Rennen zu kühlen, wenn man es jedoch einmal übertrieben hatte, war es sehr schwer, den Normalzustand wiederherzustellen.

In Runde 127 dachten alle Bowyer’s Motor sei kaputt, aber in Wirklichkeit hatte er keinen Sprit mehr und wurde bei der Boxengasseneinfahrt durch 2 Autos geblockt. Die Folge war eine weitere Gelbphase, da sein Auto einfach ausrollte. Jeff Burton musste hierbei in die geschlossene Boxewngasse fahren und stoppen, da er sonst auch ausgerollt wäre. Nach den Boxenstops wurde es dann zunehmend aggressiver und temperamentvoller. Das hintere Pack hatte sich aufgelöst und Montoya. McMurray und Harvick mischten jetzt auch vorne mit. Ganz vorne war die Ford-Armada aus Kenseth und Biffle, dahinter Hamlin, Earnhardt Jr. und Logano.

In Runde 158 gab es dann die nächste Gelphase wegen eines Reifenschadens von David Stremme, was sehr schade war, da das Auto erst 2,5 Wochen vor dem 500 auf die Beine beziehungsweise Räder gestellt werden konnte. Bei den letzten Boxenstops kam es dann zu der wohl einprägsamsten Szene des Rennens. Juan Pablo Montoya war nach seinem letzten Boxenstop auf dem Weg zum Pack als ihm kurz vor einem Track-Blower wohl das Differential kaputt ging. Die Folge war, dass er mit dem Auto unkontrollierbar in das Heck des Track-Blowers krachte. Dabei traf er natürlich die hinten angebrachte Turbine mit Tank. Es gab einen großen Feuerball, Kerosin floss die Strecke herunter entzündete sich, das Feuer konnte jedoch nach kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Etwas ernsthaftes ist zum Glück weder der Besatzung des Track-Blowers noch Montoya passiert. Aber die Bilder waren schon erschreckend und spektakulär zu gleich.

Wegen des Feuers stoppte man die Autos erstmal auf der Backstretch und unterbrach das Rennen. Brad Keselowski wurde irgendwann so langweilig, dass er woher auch immer sein Handy holte, anfing zu twittern und Fotos zu schießen. Die NASCAR begrüßte im Nachhinein die Aktion, solang dabei keine Gefahr entsteht. Zunächst gab es Zweifel ob die Strecke das Feuer unbeschadet überstanden hatte, nach knapp 2 Stunden Pause konnte es dann aber doch weiter gehen.

Der Restart erfolgt in Runde 163, vorne waren Kenseth, Biffle, Earnhardt Jr., dahinter Harvick und Logano. Es wurde nun zunehmend unruhiger, teilweise wurde versucht eine Dritte Linie aufzumachen, doch das gelang nicht, da schon die zweite, obere Linie etwas schlechter als die Untere funtktionierte.

In Runde 172 kamen sich dann Ambrose, Mears und Almirola ins Gehege, was zu einer weiteren Gelbphase führte. Nachdem Restart in Runde 181 führte Kenseth vor Biffle, Earnhardt Jr, Hamlin und Harvick. Wenige Runden später folgte der nächste Big One, nachdem McMurray durch einen Reifenschaden das Auto verlor. Involviert waren: McMurray, Stewart, Almirola, Smith, Edwards, Kahne und Keselowski, der scherzhaft nachdem Unfall im Interview gefragt wurde, ob sein Auto oder sein Telefon mehr Schaden genommen hätte (es war das Auto).

Beim Restart in Runde 193 wurde klar, dass Biffle und Kenseth weiter zusammenarbeiten würden, als Kenseth hochzog, um Biffle “einzusammeln”. Doch nach 3 Runden war der Spaß wieder vorbei, es gab nämlich noch einen letzten Big One, weil Stewart von Stenhouse umgedreht wurde. Dieser war zuvor leicht von Logano berührt worden. Resultat waren Schäden an den Wagen von: Blaney, Kyle Busch, Stewart, Reutimann, Stenhouse, Newman und Gilliland. Dieser letzte Big One führte zu einem Green-White-Checkered- Finish. Beim Restart sammelte Kenseth wieder Biffle ein, welcher ihn pushte und vor Earnhardt “beschützte”, der leider von Hamlin nicht wirklich gepushed wurde. Er konnte vor der Ziellinie aber noch Biffle überholen, der sich ganz klar in den Dienst des Teams stellte, als er Kenseth nicht angriff, sondern bis zum Ende pushte.

Daytona bestätigte seinen Ruf, sich nach der Neusasphaltierung als Fordstrecke zu entwickeln. Ganz starke Leistung des Roush-Teams, während Hendrick-Motorsports mal wieder auf den Superspeedways bis auf Junior, der ein gutes Rennen ablieferte ordentlich unter ging. Für Stewart-Hass Racing lief es auf Grund der Unfälle, in die alle 3 Fahrzeuge unschuldig verwickelt wurde auch sehr schlecht, das gleiche gilt wie so oft auf den Superspeedways für Earnhardt-Ganassi-Racing, die ansonsten wohl gut unterwegs gewesen wären. Herauszuheben aus den Top 10 sind noch Paul Menard mit einem sehr starkem 6. Platz und Mark Martin auf Platz 10. Das vollständige Endergebnis gibt es http://www.jayski.com/stats/2012/pdfs/01daytona2012results.pdf .

Allgemein war es ein ganz gutes Rennen mit einem verdientem Sieger und trotz des Montagabendtermins mit beeindruckender Zuschauerzahl an der Strecke. Matt Kenseth fuhr die ganze Zeit, bis auf eine kurze Phase wegen seines Kühlproblems vorne mit, ebenso Biffle und Earnhardt Jr. Das Packracing ist zurück in Daytona in einem begrenzten Mix mit den 2-Car-Tangos, auch wenn die obere Linie am Montag leider nicht so gut funktionierte. Wer wissen möchte, wie sehr gutes Pack-Racing mit 2-Car-Trains aussieht, sollte sich das Nationwiderennen anschauen.

Im deutschen TV: 

Reichlich Verwirrung gab es rund um die deutschsprachige TV-Übertragung im Vorfeld des Rennens: Motorvisison TV hat vergangene Woche überraschend angekündigt, das Daytona 500, den gesamten Chase, und einige “Highlights” der laufenden Saison live “und exklusiv” zu übertragen. Als Kommentatoren wurden Lenz Leberkern und Jacques Schulz vorgestellt, wobei letzterer als Experte fungieren sollte.

Nach der Verschiebung des Rennens auf Montagnacht trat dann auch noch Servus TV auf den Plan, und kündigte an, das Daytona 500 ebenfalls live zu übertragen. Dabei scheint der Red Bull-Sender allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht zu haben, denn wenig später musste man zurückrudern: Man habe gerade bemerkt, dass man das Rennen doch nicht live zeigen könne. Eine etwas peinliche Vorstellung, die aber immerhin duch das Versprechen “es wieder gutzumachen” entschärft wurde. Welche Umstände die kommunikative Fehlleistung ausgelöst haben, ist unklar.

Das Fazit zur ersten Motorvision-Übertragung bietet Plus- und Minuspunkte. Loben muss man die Bildqualität, und die Beharrlichkeit, mit der man auch nach zwei Verschiebungen die Übertragung durchgezogen hat. Auch der Einsatz des Kommentatorenduos ist nicht zu bemängeln, immerhin musste man am Ende mehr als sechs Stunden ein nicht stattfindendes Rennen kommentieren (vier Stunden am Sonntag, und dann nochmal zwei Stunden Rot-Phase am Montag). Mit sicher geringer Vorbereitungszeit eine nicht ganz einfache Aufgabe. Nett war auch der interaktive Ansatz der Sendung, der zu einer teils fast familiären Atmosphäre führte. Manchmal aber auch zur angespannten Esstisch-Stimmung bei etwas weiter entfernteren Verwandten. Auch die ehrliche und effiziente Facebook-Kommunikation des Senders mit den Fans ist zu begrüßen.

Mit der Beurteilung des Renngeschehens taten sich Leberkern und Schulz gelegentlich ein wenig schwerer. Das mag mit der geringen Vorbereitungszeit und auch der späten Stunde zu tun haben – während der zweistünden Rotphase war den beiden die Belastung doch ein wenig anzumerken. Für zukünftige Übertragungen würde man sich aber vielleicht ein wenig mehr Detailinformationen erhoffen. Aber gut – bis zur nächsten Übertragung dürften ja nun ausreichend Zeit für Vorbereitungen bleiben.

Die Initiative von Motorvision ist für deutsche Fans jedenfalls sehr zu begrüßen – gerade vor dem Hintergrund, dass das NASCAR 2012 deutlich aggressiver gegen inoffizielle Internet-Streams vorzugehen scheint.

( Der Artikel entstand in Zusammenarbeit zwischen Chaos und Vorsicht, Bilder folgen. )

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November 22 2011

19:33

NASCAR: Analyse Homestead Saisonfinale 2011

„WOW!“ Mehr braucht man im Prinzip nicht zu dieser knappen Entscheidung sagen, denn Tony Stewart und Carl Edwards standen nach den 36 Saisonrennen am Ende des Jahres wieder bei Null. Die fünf Siege im Chase brachten Stewart letztendlich als Tiebreaker den Gewinn des Cup-Titels 2011, doch dieser Triumph war mehrfach gefährdet.

Letztendlich ist es auf dem Homestead-Miami Speedway genau so gekommen, wie es die nahezu günstigsten Szenarien in puncto Spannung vorschlugen. Tony Stewart und Carl Edwards beendeten das Rennen auf den Plätzen 1 und 2, der direkte Kampf um den Sieg entschied die Meisterschaft. Besser hätte es nur werden können, wenn die beiden Fahrer in der letzten Runde Seite an Seite aus Turn 4 gekommen wären. Doch auch so barg das Resultat einige Brisanz, denn aufgrund der Einlaufreihenfolge waren Stewart und Edwards in den Punkten plötzlich gleichauf. Da fährt man 36 Rennen und kommt am Jahresende wieder nach Florida zurück, nur um erneut bei Null zu stehen. Tony Stewart gewann zwar durch den besseren Tiebreaker die Cup-Trophäe, doch seinem Erfolgsdrang wurden zuvor einige Getriebeteile in den Weg geworfen:

Nach vier Runden sah es bereits aus, als wäre das Rennen des späteren Meisters schon verloren. Ein faustgroßes Loch klaffte am Kühlergrill des Chevrolet mit der #14, vermutlich verursacht durch ein Trümmerteil, welches beim Getriebeschaden von Kurt Busch auf der Strecke zurückgeblieben war. Nun war es für die Crew von Tony Stewart an der Zeit, entsprechend zu handeln und den Einsatzwagen auf dem 1,5-Meilen-Intermediate-Oval aerodynamisch konkurrenzfähig zu belassen. Glücklicherweise kam weniger Runden später eine Caution wegen eines kurzen Schauers heraus, was Smoke eine Reparatur ohne Rundenverlust ermöglichte. Anstatt auf Platz 8, welchen er sich von seiner Startposition innerhalb der ersten 13 Umläufe erkämpft hatte, musste Stewart das Rennen nun von Rang 40 aufrollen und was dann geschah, war geradezu magisch.

In Erwartung des kommenden Spektakels war der US-Proxy für den RaceBuddy auch schneller installiert als dem NASCAR-Region-Coding-Verwalter lieb war. Ich verfolgte nun fast die komplette erste Rennhälfte bis zum erneuten und diesmal stärker einsetzenden Regen aus der Onboard-Kamera von Tony Stewart. Smoke legte eine Hammer-Vorstellung auf den Asphalt und überholte in den ersten sieben Runden nach der Grünen Flagge gleich mal 13 Autos. Three-Wide im Hinterfeld war keine Seltenheit und wenn die obere und untere Spur schon zeitgleich durch die Konkurrenz besetzt war, ging es halt in der Mitte an den Autos vorbei. Zeitweise hatte man echt den Eindruck, die anderen Wagen würden lediglich unter Caution-Tempo rollen.

Seine Aufholjagd wurde jedoch kurze Zeit später durch eine weitere Caution gebremst. In Runde 34 bekam die Crew von Stewart dabei aber noch einmal die Gelegenheit, die Reparaturarbeiten am Chevy zu überprüfen und das Grilltape entsprechend anzubringen. Auf Platz 27 nahm der Verfolger des jederzeit (Boxenstopp-bereinigt) Führenden Carl Edwards dann die Fahrt wieder auf. Zur dritten Gelbphase in Umlauf 83 hatte Smoke die Top10 geknackt und arbeitete sich bis zum Beginn von Caution #4 in Runde 108 noch in die Top5 vor. Dann kam jedoch der erwähnte Regen, welcher die Fahraktivitäten für etwas mehr als eine Stunde unterbrach und den Beteiligen eine Menge bezüglich der Wahnsinns-Fahrt von Tony Stewart zum Rätseln gab.

NASCAR bekam die Strecke zum Glück relativ problemlos wieder trocken, sodass es in Runde 117 nun unter Flutlicht wieder ans Eingemachte gehen konnte. Es folgte eine knapp 50 Umläufe lange Phase mit drei weiteren Cautions, in welcher sich Stewart und ein nur rechtsseitig neu bereifter Kevin Harvick um die Führung stritten. Die letzte dieser genannten Gelbphasen sah Jeff Burton und Dale Earnhardt Jr in Front des Feldes, welche sich den Boxenstopp gespart hatten. Währenddessen wechselten Smoke und Carl Edwards nur jeweils zwei Pneus, wobei Stewarts Crew ein wenig schlampte und aufgrund einer im Schlagschrauber feststeckenden Mutter acht Plätze für die #14 verlor. Ein Four-Wide während des Restarts später klebte Stewart aber wieder an Edwards Allerwertestem und machte sich direkt mit einem kleinen freundschaftlichen Schubser bemerkbar.

Nach einer Ermahnung seitens NASCAR ging das Rennen in die entscheidende Phase, denn es waren noch zwei Boxenstopps zu absolvieren und die lange Grünphase von Runde 161 bis 213 ließ zunächst vermuten, dass dies alles unter Grün passieren würde. Tony Stewarts Crew-Chief Darian Grubb heckte ein riskantes Pokerspiel aus und wollte damit wohl auf Nummer sicher gehen, um bei den Besuchen der eigenen Crew nicht noch mehr Zeit liegen zu lassen, als zuvor schon geschehen. Grubb schickte Smoke also außer Sequenz und wies seinen Schützling und Boss in Personalunion zum Sparen von Benzin an.

Unterdessen setzte Carl Edwards unbeirrt seine Fahrt an der – zwischenzeitlich in der langen Grünphase zurückgewonnenen – Spitze des Feldes fort und blieb bei der konservativen Strategie. Direkt nachdem Stewart den rettenden Pitstop absolviert hatte, welcher ihn bis zur karierten Flagge bringen sollte, kam die achte und letzte Caution des Abends heraus. Diese Gelbphase und ihr Zeitpunkt waren ein echter Glücksgriff für Tony Stewart, da er nun von Platz 15 direkt nach vorne gespült wurde, denn die erneute Regentropfen sorgten für eine längere Parade hinter dem Pacecar, welche die Fahrer in Sequenz zum allerletzten Nachfassen nutzen.

Damit war zum einen klar, dass Homestead kein Benzinkrimi mehr werden sollte und zum anderen lag Stewart wegen der geschickten Taktik plötzlich in „Führung“. Zwar hatte er noch Kyle Busch und Brad Keselowski vor sich, die verzichteten in Erwartung einer weiteren Caution aber zuvor auf einen Boxenstopp und somit noch einmal stoppen mussten. Keselowski schluckte Stewart beim Restart noch in der ersten Runde und führte daraufhin von Umlauf 232 bis einschließlich 267 den Rest des Rennens solo an. Carl Edwards versuchte über die letzten gut 30 Runden zwar noch, Stewart an der Spitze abzufangen, doch auf weniger als 0,8 Sekunden konnte er den Vorsprung zu keinem Zeitpunkt verringern.

Der anschließende Sieg brachte Tony Stewart die Führung in der Meisterschaft aufgrund des Tiebreakers und damit auch den Sprint-Cup-Titel des Jahres 2011 ein. Zwar kamen Carl Edwards und er mit Gleichstand in den Punkten über die Ziellinie, doch Smoke gewann in dieser Saison fünf Rennen, im Gegensatz zu Edwards einzigem Sieg zu Beginn in Las Vegas. Die knappste Meisterschaftsentscheidung in der NASCAR hat damit ihren Weg in die Rekordbücher gefunden. Ich denke, dass wir das realistisch betrachtet spannendst-mögliche Saisonfinale bekommen haben, welches möglich war. Dem 1992er Hooters 500 macht es jedenfalls ganz eindeutig Konkurrenz.

Tony Stewart hat sich den Titel in diesem Mega-Rennen geradezu wirklich und real erarbeitet, indem er den bis zur Halbzeit führenden Kontrahenten Carl Edwards am Ende ausstach und von Platz 40 aus die Spitzenposition eroberte. Ein Meisterschaftsgewinn von Edwards hätte dagegen immer diesen unangenehmen Nachgeschmack gehabt, dass Stewart vielleicht gerade wegen seines Kühlergrillschadens nicht mehr wirklich nach vorne hätte durchbrechen können, um den Ford mit der #99 noch abzufangen. Somit ist Tony Stewart, natürlich auch aufgrund seiner fünf Chase-Siege in zehn Playoff-Rennen ein absolut verdienter und unumstrittener Champion, der gemeinsam mit einem ebenso jederzeit fairen Carl Edwards diese Meisterschaft auskämpfen konnte.

Edwards hatte zwar zuvor lange Zeit die Führung inne, musste aber trotzdem auch mehrmals um den, nach Stewarts Grillschaden zunächst perfekt geglaubten, Titelgewinn fürchten: In der Ford-Armada von Roush-Fenway Racing und Richard Petty Motorsports verabschiedeten sich gleich drei Roush-Yates-Aggregate mit Schall und Rauch, denn neben David Ragan und Marcos Ambrose musste auch Greg Biffle vorzeitig die Segel streichen. Zumindest bei Ragen war aber im Vorfeld bereits klar, dass es sich um eine Testversion des Motors für das nächste Jahr handelte.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung.

Ansonsten verabschiede ich mich mit dieser Analyse bis zum Beginn der 2012er-Speedweeks in Daytona im Februar. Es wird in diesem Jahr vermutlich nur ein kurzes Best-Of analog zur letzten Saison geben, da ich über den Winter meine Diplomarbeit schreiben werde und die Zeit anderweitig sicher gut gebrauchen kann. Vielen Dank für das Interesse am Racingblog und meinen Artikeln, wir hören uns sicher das ein oder andere Mal im Podcast während der Motorsport-freien Zeit, in welchem ich auch das jeweils neueste zur Silly-Season ausbreiten werde!

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November 18 2011

09:10

NASCAR: Vorschau Homestead Saisonfinale 2011

Zum letzten Mal in dieser Saison röhren am Wochenende in der NASCAR die Motoren, bevor es in die knapp drei Monate lange Winterpause geht. Das Zentrum im finalen Kampf um den Titel bilden Carl Edwards und Tony Stewart, welche nur durch drei Punkte getrennt sind. Am Sonntag erwartet uns in Homestead also ein spannendes Rennen.

Das Saisonfinale findet 2011 zum zehnten Mal in Folge auf dem aHomestead-Miami Speedway statt, wo aber bereits seit 1999 Cup-Rennen stattfinden. Früher hatte die Strecke ein ähnliches Layout wie der Indianapolis Motor Speedway, war jedoch kürzer als das legendäre Oval. Ein späterer Umbau brachte dem Speedway das heutige Aussehen mit den charakteristischen zwei 180°-Kurven und einem progressiven Banking von maximal 20 Grad auf 1,5 Meilen Länge. Weitere Details können in unserer oben verlinkten Streckenbeschreibung nachgelesen werden. Homestead hat sich im Laufe der Jahre aber vor allem einen sehr bestimmten Ruf aufgebaut, welcher die Meisterschaftsentscheidung noch entscheidend beeinflussen könnte:

Der Homestead-Miami Speedway ist nämlich geradezu eine reine Ford-Domäne. Von den letzten neun Austragungen – und das sind alle bisherigen Saisonfinals auf der Strecke – konnten Piloten von Roush-Fenway Racing sage und schreibe sieben Rennen gewinnen. Dazwischen schlichen sich lediglich 2003 Bobby Labonte, noch in einem Chevrolet von Joe Gibbs Racing, sowie zuletzt 2009 Denny Hamlin in einem JGR-Toyota. Sowohl für Chevy als auch für den japanischen Motorenhersteller waren dies die einzigen beiden Fahrten in die Victory Lane von Homestead überhaupt. Das letzte Event der Saison trägt also nicht umsonst den Namen „Ford Championship Weekend“.

Zwischen 1999 und 2002 verfügte das Oval noch nicht über sein progressives Banking zwischen 18 und 20°, wodurch sich auch die Siegerlisten etwas anders lesen: Als der Homestead-Termin noch nicht das letzte Rennen im Kalender war, gewannen nämlich Tony Stewart (1999 in einem Gibbs-Pontiac) und Bill Elliott (2001 in einem Evernham-Dodge), während Kurt Busch die letzte Ausgabe auf dem alten Layout (2002 damals noch in einem Roush-Ford) siegreich beenden konnte. Die beste Serie in Homestead legte Greg Biffle zwischen 2004 und 2006 hin, als er drei Rennen in Folge für sich entscheiden konnte.

In diesem Jahr ist der Kampf um die Meisterschaft an Spannung kaum zu überbieten, denn nur drei winzige Punkte trennen Carl Edwards und seinen Verfolger Tony Stewart voneinander. Diese Konstellation besteht schon seit dem Sieg von Stewart vor zwei Wochen in Texas, denn das vorletzte Rennen der Saison in Phoenix konnte daran nichts mehr ändern. Der Lauf am vergangenen Wochenende sorgte im Prinzip lediglich dafür, dass nun alle anderen Chase-Teilnehmer auch rechnerisch vom möglichen Gewinn des Titels ausgeschlossen sind. Kevin Harvick kann seinen Rückstand von 51 Punkten nämlich nicht mehr aufholen, da pro Rennen maximal 48 Punkte vergeben werden.

Mit der aktuellen Punktedifferenz zwischen Carl Edwards und Tony Stewart (-3) lassen sich nun ein paar Rechenspiele anstellen: Zunächst einmal besteht für beide Fahrer die Möglichkeit, mit einem Rennsieg die Meisterschaft komplett aus eigener Kraft zu gewinnen. Für eine Fahrt in die Victory-Lane vergibt die NASCAR derzeit 43 Punkte plus 3 Bonuszähler für den Sieg an sich sowie noch einen weiteren Extrapunkt, weil man ja als Gewinner mindestens die letzte Runde in Führung gelegen haben muss. Summa summarum bekommt ein Rennsieger also mindestens 47 Punkte, wobei er sich noch einen weiteren Zähler für die meisten Führungsrunden anrechnen lassen kann.

Gewinnt nun Stewart (43+3+1 = 47) direkt vor Edwards, welcher jedoch die meisten Führungsrunden holt (42+1+1 = 44), dann haben wir die engst-mögliche Entscheidung im Titelkampf, nämlich einen Gleichstand zwischen beiden Fahrern, da Stewart exakt den Rückstand von drei Punkten aufholen konnte. Da er in diesem Fall aber über insgesamt fünf Rennsiege 2011 verfügt, im Gegensatz zu Edwards‘ einzigem Saisonerfolg in Las Vegas, macht ihn dieser Tie-Breaker zum neuen Meister.

Alle anderen Szenarien hängen von den Positionsunterschieden der beiden Fahrer im Rennen ab. Pro Platzierung abwärts vergibt die NASCAR einen Punkt weniger, womit Stewart also außer bei einem Sieg immer drei Plätze vor Edwards ankommen muss, um Meister zu werden. Die Bonuspunkte können diesen Abstand allerdings noch um +/-2 Positionen verändern. Einfaches Bespiel: Holt Tony Stewart Platz 4, dann kann Carl Edwards auf Platz 5 trotzdem den Titel verlieren, wenn er selber keine Runde anführen konnte, während Smoke aber die meisten Umläufe an der Spitze gedreht hat. Hier hätten wir dann wieder einen Gleichstand mit Vorteil Stewart.

Bleibt also nur noch die Frage zu beantworten, welcher der beiden Piloten sich auf dem Intermediate-Oval in Homestead die besten Chancen ausrechnen darf. Auf dem Papier schlägt die Statistik zunächst recht klar in Richtung von Carl Edwards aus, auch wenn die bisherigen Erfolge der zwei Titelkontrahenten nahezu identische Zahlen zu Tage befördern: Denn einerseits verfügen beide Fahrer jeweils über 2 Siege und 6 Top10s in Homestead, nur bei den Top5s hat Edwards mit 4 knapp die Nase vor Tony Stewart mit 3. Zusätzlich konnte Ersterer auch schon eine Pole-Position einfahren.

Andererseits muss man aber wiederum beachten, dass Carl Edwards seit seinem Cup-Debüt nur sieben Rennen dafür zur Verfügung hatte, während Tony Stewart schon seit Beginn im Jahr 1999 zwölf Ausgaben in Homestead gefahren ist. Zudem sind Edwards Erfolge wesentlich jüngeren Datums: Die Ausgabe in 2008 während seiner 8-Siege-Saison und das Chase-Rennen im letzten Jahr konnte der Meisterschaftsführende zuletzt einstreichen.

Auf Edwards Seite steht damit die Overall-Performance in Homestead, denn nur in seiner Debüt-Saison gelang ihm mit Platz 14 nicht der Sprung in die Top8. Stewart erreichte dagegen in den letzten sechs Jahren nur zwei Mal die Top10 und das waren dann auch nur die Ränge 8 sowie 9. Interessant ist in puncto Hersteller-Strecke auch noch die Tatsache, dass zuletzt sowohl Tony Stewart als auch Carl Edwards jeweils auf dem starken Oval des anderen Piloten sehr gut mithalten, bzw. sogar gewinnen konnten. Smokes Sieg auf dem Ford-Oval in Texas unterstützt diese Beobachtung ebenso wie der zweite Platz von Edwards auf der eigentlichen Chevy-Strecke in Phoenix.

Das Finale wird also eine ganz ganz enge Kiste, die an Spannung vermutlich kaum zu überbieten sein wird, sollte denn alles optimal bzw. normal ablaufen. Natürlich kann immer mal ein schlechter Startplatz für eine Verwicklung in Scharmützel im Mittelfeld mit Folgen sorgen. Auch der Ausfall einer der beiden Titelkontrahenten ist denkbar, wollen wir aber hoffen, dass Smoke und Cousin Carl bis zur letzten Runde fighten. In diesem Szenario natürlich am besten um den Sieg!

Wie gewohnt folgen an dieser Stelle noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und ein Zeitplan für das Wochenende:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 18.11.
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
16:30 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (um 17 Uhr)
18:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
22:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Ford 200), SPEED

Samstag, 19.11.
19:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Ford 300), ESPN2

Sonntag, 20.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Ford 400), ESPN

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November 11 2011

07:11

NASCAR: Vorschau Phoenix November 2011

Noch zwei Fahrer haben in zwei verbleibenden Rennen eine realistische Chance auf den Titel, wenn nicht ein Wunder geschieht. Der vorletzte Saisonlauf steht für den Sprint Cup in Phoenix an, wo man die Rennbahn neu asphaltiert und konfiguriert hat. Es ist also die letzte Wildcard der Saison auf einer Strecke mit unbekannten Eigenschaften.

Mitte dieses Jahres wurde der Phoenix International Raceway im Zuge einer Neuasphaltierung auch etwas umkonfiguriert: Man tauschte nicht nur den gut 20 Jahre alten Streckenbelag des 1-Meilen-Ovals in der Wüste Arizonas aus, sondern führte außerdem ein variables Banking ein, um die obere Rennlinie gleichwertig gut befahrbar zu machen. Zusätzlich wurde der charakteristische und einzigartige Dog-Leg umgestaltet und etwas weiter aus dem Raceway herausgelegt, womit er jetzt einen engeren Kurvenradius aufweist. Aus diesem Grund musste dann natürlich auch etwas für das Banking getan werden:

Deshalb wurde Letzteres im Scheitelpunkt des Dog-Leg-Knicks der Gegengerade zusätzlich auf 10-11° erhöht, um angemessene Geschwindigkeiten an diesem Punkt der Strecke zu ermöglichen. Die anderen Turns sind bei ihrer maximalen Kurvenüberhöhung von 11 bzw. 9 Grad geblieben, allerdings klaute man der unteren Spur wegen des variablen Bankings jeweils 1° in allen vier Kurven. Weitere kleine Veränderungen wurden in der Boxengasse vorgenommen, so haben u.a. die Boxenplätze jetzt eine Betonfläche, wie man das auch von anderen Oval schon sehr gut kennt. Außerdem wurde die Start/Ziel-Gerade von 16 auf 19 Meter verbreitert.

Es gab zwar schon Reifentests von Goodyear auf dem neuen Layout, bei denen Tony Stewart auch nicht schlecht abschnitt, immerhin kennt er Phoenix ja zu Genüge aus seiner Vergangenheit bei den IndyCars. Doch zu dem Zeitpunkt der Testfahrten gelang es im Sommer nicht, eine wirklich befahrbare zweite Rennlinie auf der Außenseite zu generieren, da der neue glatte Asphalt kaum Gummi annahm. Als Maßnahme zur Vorbereitung auf das Rennen am Sonntag mussten deswegen die ausrangierten Boliden der Richard Petty Driving Experience unzählige Runden in den Belag brennen, damit für das Cup-Rennen genug schwarzes Gold auf der oberen Spur vorhanden ist. Sollte dieser Kniff nicht gelingen, dann wird Track-Position eine verdammt große Rolle spielen. Es gibt am Wochenende also mehr Variablen als Konstanten.

Damit ist Phoenix in diesem Chase also vor allem eines: Die letzte große Wildcard 2011, wo grundsätzlich alles passieren könnte. Im Grunde genommen bleiben uns hier also nur die Daten und Fakten aus den letzten Jahren seit Einführung des CoT, um wenigstens ansatzweise eine Prognose wagen zu können. Schaut man sich die Ergebnisse seit 2007 an, dann springt einem Hendrick Motorsports förmlich mit dem nackten Allerwertesten ins Gesicht. Von den vergangenen neun Rennen konnte das Meisterteam nämlich satte sieben Ausgaben gewinnen, alleine Jimmie Johnson entschied vier Rennen davon für sich.

Jimmie Johnson ist in Phoenix sowieso ein Wunderknabe, denn in bisher 16 Auftritte dort, fuhr er nur zwei Mal nicht in die Top7. Diese Ausritte waren dann jedoch zwei 15. Plätze, was seine Stärke in den letzten Jahren allerdings nur untermauert. In den letzten zehn Phoenix-Rennen kam Johnson erstaunlicherweise jedes Mal in den Top5 ins Ziel. 2011 stagniert seine Performance ja das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit so sehr, dass ihn das sehr wahrscheinlich sogar die Meisterschaft gekostet hat. Im Hause Jimmie Johnson / Chad Knaus hängt zurzeit der Haussegen also etwas schief, was für das Wochenende keine Top-Resultate vermuten lässt. Wer will bei einer solchen Traum-Statistik aber schon gegen den Dauermeister wetten?

Die übrigbleibenden beiden Phoenix-Rennen seit 2007 gewannen Ryan Newman (Frühjahr 2010) für Stewart-Haas Racing und ausgerechnet Carl Edwards (Chase 2010) in seinem Run zum Jahresende, wo er anschließend auch in Homestead siegte und sich selbst nach einer zunächst miesen Saison zu einem großen Favoriten auf den diesjährigen Playoff-Titel krönte. Gute Voraussetzungen also für Edwards am Wochenende, denn er weiß wie man in Phoenix siegt; das Problem ist nur die Rekonfiguration. Liegt die neue Strecke dem alten Fahrer immer noch?

Der letzte Ford-Sieg liegt übrigens schon etwas zurück, 2005 gewann Kurt Busch noch in einem Auto von Jack Roush für den Hersteller mit dem blauen Oval. Bis zu Edwards’ Sieg haben ausnahmslos Chevrolets in der Victory Lane gestanden, so gewann zum Beispiel Kevin Harvick 2006 beide Phoenix-Ausgaben. Im Vergleich der Marken ist Ford aber trotzdem gleich auf mit Chevy (15:13), weil man vor 2003 sage und schreibe 11 von 15 Rennen gewonnen hat! Die Zeiten sind aber längst vorbei, doch natürlich darf man niemals nie sagen.

Trotzdem sehe ich Tony Stewart am Wochenende im Vorteil, denn er fährt ein Hendrick-Kundenauto und ist in diesem Chase super aufgelegt. Ein Kracher wäre natürlich, wenn Edwards jetzt auf der Chevy-Strecke siegen würde, nachdem Smoke zuletzt die Ford-Dominanz in Texas geknackt hatte. Dann kann ich mir das ganze Geklüngel in der Homestead-Vorschau auch sparen, weil es einfach zu kompliziert wäre, im Vorfeld mehr als nur ansatzweise etwas zu erahnen. Da kann man auch gleich das Saisonfinale in Las Vegas austragen und vor dem Meisterbankett dort im Casino den Titel ausspielen.

Die nächste Möglichkeit wäre natürlich ein Totalausfall eines oder sogar beider großen Meisterschaftskandidaten. Schauen wir uns also abschließend noch mal ein wenig die Punktesituation an: Carl Edwards führt knapp mit 3 Punkten vor Tony Stewart, die beiden trennen im Prinzip also nur drei Plätze auf der Rennstrecke zum Gleichstand. Andersherum könnte Edwards den Sack zumachen, wenigstens was Smoke angeht. Dazu müsste Stewart beispielsweise schon früh im Rennen ausfallen und die Top40 bei einem gleichzeitigen Sieg des Führenden in der Punktewertung verfehlen. Ziemlich unwahrscheinlich, aber warum sollte nicht mal ein Hendrick-Chevy das zeitliche segnen.

Die nachfolgenden Fahrer Kevin Harvick (-33) und Matt Kenseth (-38) haben bei gleichbleibendem Rückstand auf Edwards auch in Homestead noch eine Außenseiter-Chance auf den Titel. Dann dürfen sie aber nicht mehr als 48 Punkte Differenz auf ihrem Konto haben, wenn sie aus Phoenix abreisen. Ein Abschneiden um mehr als 10 bzw. 15 Plätze hinter Carl Edwards wäre also das Ende ihrer verbliebenen schmalen Titelhoffnungen. Ein Harvick-Sieg wie 2006 brächte bei gleichzeitigem Ankommen der beiden großen Contender außerhalb der Top10 also noch einen weiteren Kandidaten zurück ins Boot nach Florida.

Anders sieht es dagegen bei Brad Keselowski (-49) und Jimmie Johnson (-55) aus, die erstmal unter die Marke von 48 Zählern kommen müssten. Dazu wäre ein Ankommen von einem bzw. sieben Plätzen vor Carl Edwards nötig. Bei allen Rechenspielen bezüglich Harvick, Kenseth, Keselowski und Johnson ist natürlich vorausgesetzt, dass nicht plötzlich Stewart vor Homestead die Tabelle anführt. Dann ändern sich alle Zahlen noch ein weiteres Mal. Die vier Piloten benötigen aber eh ohnehin ein Wunder, wenn sie noch den Titel holen wollen.

Und wenn diese beiden Fahrer schon höheren Beistand brauchen, dann müsste bei Dale Earnhardt Jr. (-79), Jeff Gordon (-81) und Kurt Busch (-87) schon der Herrgott persönlich aus den Wolken hinabsteigen und die Top2 persönlich in die SAFER-Barrier schicken. Aber das wäre natürlich unfair und würde von NASCAR sofort mit Abzug von Owner-Punkten und einer Geldstrafe geahndet. Gott dürfte das vermutlich wenig stören, genauso wie Kyle Busch seine Rambogebühr über wahnsinnige 50.000 US-Dollar.

Schlecht sieht es für Busch derzeit nur in Punkte restliche Saisonrennen und 2012 aus. Sein Sponsor Z-Line hat sich für Homestead schon jemand anderes im Nationwide-Rennen gewünscht, daher wird Denny Hamlin seinen Teamkollegen dort in der #18 vertreten. Auch geistert das Gerücht umher, Kyle Busch würde von M&Ms mal mindestens bis zum Ende des Jahres aus dem Cockpit geworfen. Möglicherweise steige man auch komplett bei Joe Gibbs Racing aus, sodass Busch für die nächste Saison vor ernsthafte Probleme gestellt würde. Ich habe so einen Move ja im Podcast noch für unwahrscheinlich gehalten, doch mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Aber das sind eben wie gesagt im Moment nur Gerüchte.

Hamlin, Busch und auch Ryan Newman sind mathematisch übrigens schon vor dem Rennen in Phoenix aus der Entscheidung draußen. Interessant werden könnte es dagegen aber noch in der Owner-Wertung, wo die #38 von Front Row Motorsports nur winzige elf Zähler vor der #71 von TRG Motorsports liegt. Hier geht es immerhin ja auch um eine feste Qualifikation für das nächstjährige Daytona 500 und ein Jahresende in den Top35 wäre für Andy Lally sicherlich wertvoller als der kampflose Gewinn des Titels Rookie-of-the-Year.

Wie gewohnt folgen an dieser Stelle noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende und jetzt ganz neu mit dabei die Entry-List:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 11.11.
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:40 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2

Samstag, 12.11.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Wypall 200), ESPN2

Sonntag, 13.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Kobalt Tools 500), ESPN

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October 04 2011

06:03

NASCAR: Analyse Dover Oktober 2011

Drei Favoriten kristallisierten sich am Sonntag in Dover heraus und Kurt Busch holte schließlich den Sieg vor Jimmie Johnson und Carl Edwards. Das Endergebnis sorgt für eine relativ enge Top9-Gruppe in der Meisterschaftswertung und damit für einen Quasi-Reset des Chase nach nur drei Rennen.

Nur 19 Punkte trennen die Top9 in den Playoffs voneinander, wobei die Ränge 1 und 2 sowie 3 und 4 sogar jeweils punktgleich die Tabelle schmücken. Kevin Harvick und Carl Edwards luchsten Tony Stewart die Führung in der Meisterschaft ab, der nun gemeinsam mit Kurt Busch, dem Rennsieger von Dover, nur neun Zähler hinter dem Spitzenduo die Plätze belegt. Busch war allerdings nicht der einzige Kandidat für die Fahrt in die Victory-Lane, obwohl er sich schon von Runde 3 an bis zur Competition-Caution in Umlauf 40 in Front des Feldes in Szene setzen konnte. Auch Jimmie Johnson und Carl Edwards zeigten mit 157 bzw. 116 Führungsrunden, dass sie durchaus für einen Sieg in Frage kamen.

Johnson führte damit zum sechsten Mal in Folge bei einem Rennen auf dem Dover International Speedway die meisten Umläufe lang die Meute an und holte sich deshalb zusätzlich einen weiteren Bonuspunkt ab. Kurt Busch konnte zwar nur 90 Führungsrunden verbuchen, war aber im Gegensatz zur Konkurrenz zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle. Die übrigen 37 Lead-Laps verteilen sich übrigens nicht aussagekräftig auf zehn weitere Piloten, wobei unter ihnen lediglich Kevin Harvick (10) hervorstach. Das Rennen selbst bot in seinen 400 Runden eigentlich fast alles, was man sich für den Sonntag gewünscht hatte: Viele Führungswechsel, gleich drei Kontrahenten im Kampf um den Sieg, zehn Cautions, viel Drama und natürlich ein bissiges Monster namens Miles!

Leider blieb die Schlussphase vergleichsweise unspektakulär, weil Johnson und Edwards lediglich mit stumpfen Waffen zum Endspurt angereist waren. Niemand konnte Busch mehr stoppen, der wie erwähnt auch nicht nur das Finale, sondern zunächst auch den Beginn des Rennens bestimmte. Nach der Competition-Caution war dann die frühe dominante Phase des späteren Siegers vorerst vorbei und an dieser Stelle übernahm Carl Edwards das Zepter, welches er Boxenstopp-bereinigt auch fast bis zum Ende der ersten Rennhälfte nicht mehr aus der Hand gab. In Runde 174 sorgte Gelbphase #5 etwa gegen Mitte des Fuel-Runs für einige Strategiespielchen in der Boxengasse.

Edwards bzw. sein Crew-Chief entschied sich in Führung liegend logischerweise für die konservative Variante namens vier neue Reifen, während knapp zehn andere Teams pokerten. So konnten sich zum Beispiel die Chaser Jimmie Johnson, Kevin Harvick und Kyle Busch gute Track-Position sichern, welche sich auch am Sonntag wieder als wichtiger Faktor zu erkennen gab. Allerdings funktionierten die Reifen auf der zu Beginn grünen Strecke im Herbst besser als noch zuletzt im Frühling und ließen weniger Abrieb auf der Betonbahn zurück. Vier neue Reifen erwiesen sich also nicht unbedingt als großer Vorteil, wenngleich sie natürlich trotzdem mehr Grip boten.

Nun war es an Jimmie Johnson, die zweite Rennhälfte einzuleiten und die kurzen Gastspiele von AJ Allmendinger und Kevin Harvick in Führung nach gut 15 Runden zu beenden. Das dritte Rennviertel hatte Johnson Boxenstopp-bereinigt komplett in der Hand und schickte sich auch bis Runde 350 langsam an, das Rennen in so dominanter Manier zu gewinnen, um im Chase einen großen Sprung zurück in Richtung eines möglichen sechsten Titels in Folge zu unternehmen. Der Dauermeister ahnte allerdings nicht, dass sich unterdessen Kurt Busch wieder zurückmeldete. Das Team mit der #22 hatte plötzlich die so lange anhaltende Schwäche von Handling-Problemen spät im Rennen überwunden und konnte Busch nach einem überzeugenden Start auch ein Top-Auto für das Finale bereitstellen.

Der entscheidende Moment des Rennens passierte dann in der zehnten und letzten Caution des Nachmittags, welche in Runde 352 glücklicherweise auch das Benzinfenster schloss und damit einen dritten Benzinkrimi in Folge ausschloss. Die Crew von Kurt Busch arbeitete schneller als die Meistermannschaft bei Hendrick Motorsports, wodurch der ältere Busch-Brüder als Erster zum Restart antrat. Hier zeigte Johnson plötzlich Nerven und ließ die Räder durchdrehen, was seinem Kontrahenten zu einem De-Facto-Blitzstart verhalf. Den Vorsprung könnte Johnson nicht mehr aufholen und musste sich zum Schluss mit Platz 2 hinter Kurt Busch geschlagen geben.

Carl Edwards konnte sich in dieser Phase des Rennens leider nicht mehr für weitere Führungsrunden zurückmelden, da er sich während der ersten Green-Flag-Pitstops nach seinem Verlust der Spitzenposition in der Aufholjagd von Platz 9 eine Durchfahrtsstrafe wegen Speedings in der Boxengasse einhandelte! Die anschließende Anstrengung brachte ihm aber immerhin noch einen für die Meisterschaft wichtigen dritten Platz ein. Hätte das Rennen vielleicht noch 50 Runden länger gedauert, wäre Edwards vielleicht noch an Johnson herangekommen.

Die Top5 komplettierten ein – in Erwartung seines baldigen Wechsels zu Hendrick Motorsports – starker Kasey Kahne und Matt Kenseth, der sich schon früh am Tag eher unauffällig dort festgesetzt hatte und nicht mehr zu vertreiben war. In den Top10 liefen außerdem folgende Piloten ein:

- Kyle Busch hielt sich ebenso wie Kenseth das gesamte Rennen über im Dunstkreis der Top5 auf,
- AJ Allmendinger hatte zu Anfang eine brisante Situation zu überstehen, als er bei ca. 130 mph einen übersteuernden Wagen in einem atemberaubenden Drift von der Mauer fernhalten konnte,
- Clint Bowyer, der vermutlich am nächsten Wochenende in Kansas seinen Wechsel von Richard Childress Racing zu Michael Waltrip Racing bekanntgeben wird,
- sowie Marcos Ambrose in einem soliden Rennen und
- Kevin Harvick, welcher durch seinen zehnten Platz die Führung in der Meisterschaftswertung erobern konnte.

Die übrigen Chaser im Überblick:

- Jeff Gordon erreichte immerhin Platz 12, nachdem das Handling seines Chevrolets die gesamte Renndistanz über nicht vom Untersteuern zu befreien war. Denny Hamlin absolvierte ein ebenso unauffälliges Rennen auf einem 18. Rang, was seine Meisterschaftschancen nicht gerade bestärkt hat. Denn wenn ein relativ guter Tag schon so schlecht verläuft…

- Der in den letzten Wochen so konstante Brad Keselowski startete zunächst in den Top5 eine Fortsetzung seiner Super-Serie, handelte sich jedoch nach 115 Runden eine Durchfahrtsstrafe ein. Zwar konnte er den Anschluss an die Spitze wiederherstellen, bekam in der zweiten Rennhälfte aber das nächste Problem in Form einer defekten Servolenkung präsentiert. Unter normalen Umständen wäre also mehr als Platz 20 drin gewesen. Bleibt nur zu hoffen, dass sein Momentum nicht zu stark unter diesem plötzlichen Pech gelitten hat.

- Noch schlechter lief es nur für Ryan Newman, Dale Earnhardt Jr. und Tony Stewart, die geschlossen die Platzierungen 23-25 belegten. Für die Teamkollegen von Stewart-Hass Racing lief so gut wie nichts zusammen, nachdem Smoke über zwei Wochen in Folge die Cup-Szenerie nach Belieben bestimmt hatte. Unerwartete, größere Handling-Probleme verhagelten Stewart und Newman eine Fortführung des guten Starts in den Chase. Ich kann mir diese überraschende Schwäche absolut nicht erklären!

- Am schlimmsten erwischte es wohl Dale Earnhardt Jr., dem Materialermüdung einen Strich durch die Rechnung machte. Bereits kurz nach dem Start des Rennens brach an Juniors Auto die Sway-Bar, was eine Reparatur notwendig machte. Nachdem er seinen Rundenverlust mit Hilfe des Lucky-Dogs wieder rückgängig machen konnte und gegen Rennhälfte in Griffweite der Top10 angelangt war, brachte ihn ein loser Reifen erneut unter Grün an die Box. Den dabei erhaltenen Rückstand von zwei Umläufen konnte er in der zweiten Rennhälfte nicht wieder korrigieren.

Polesitter Martin Truex Jr. landete nur auf Rang 30, nachdem er vor Ablauf der ersten 100 Runden schon die Top20 verlassen hatte und zu Beginn des letzten Rennviertels durch einen Reifenplatzer und anschließendem Boxenstopp unter grüner Flagge eine Menge weitere Plätze verlor.

Der Meisterschaft brachte dieses Rennergebnis eine Menge Spannung, da die Top9 in der Fahrerwertung auf 19 Punkte Unterschied komprimiert wurden. Lediglich Dale Earnhardt Jr. (-34), Ryan Newman (-41) und Denny Hamlin (-68) benötigen bei ihrem Rückstand schon so einige gute Rennen bei gleichzeitigem Pech der Konkurrenz, um noch ein Wörtchen in der Meisterschaft mitzureden.

Dass ein Aufholen nicht so ohne weiteres möglich ist, zeigte Jimmie Johnson ganz gut, der seinen Abstand auf die Spitze von 29 Punkten in einem für ihn guten Rennen nur um 16 Zähler verkürzen konnte. Dabei profitierte er natürlich vom glücklosen Tony Stewart, woran man sieht, wie schwer ein solches Comeback ist.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

September 16 2011

06:06

NASCAR: Vorschau Chicagoland 2011 / Chase

Nach 26 Saisonrennen beginnt an diesem Wochenende auf dem Chicagoland Speedway die Meisterschaftsentscheidung der obersten NASCAR-Liga. Im „Chase for the Sprint Cup“ wird über zehn Rennen unter zwölf Fahrern der Titel ausgefahren. In dieser Vorschau werfen wir mal einen genaueren Blick auf die Teilnehmer sowie das Format.

Der Beginn des diesjährigen „Chase for the Sprint Cup“ findet 2011, anders als noch in den vorherigen Saisons, auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Eine gute Nachricht gab es in dieser Woche zu vermelden, denn ab dieser Saison werden neun von zehn Chase-Rennen im bekannten Format des RaceBuddy als Internet-Stream angeboten – und zwar kostenlos! Acht Kanäle (vier Streckenkameras, vier Cockpit-Perspektiven) werden aufgeteilt auf zwei Mosaiks analog zum Sommer-Service von TNT zur Verfügung stehen. Alle Rennen, welche auf ESPN übertragen werden, können im sogenannten ChaseBuddy auf NASCAR.com angeschaut werden, lediglich auf das Rennen unter Flutlicht aus Charlotte muss verzichtet werden. ABC möchte seine regionalen Affiliates nicht mit einem Stream entblößen, beim Kabelsender ESPN ist dies hingegen kein Problem. Auf der anderen Seite hoffe ich aber noch auf einen Einsatz von ServusTV beim letzten Nachtrennen der Saison. Ob der TV-Kommentar auch mit in den RaceBuddy durchgeschleift wird, ist mir leider nicht bekannt, in der Summer-Series kam es ja öfters dazu.

Der ChaseBuddy ist übrigens kein einmaliger Service, sondern gilt bis zum Ende der aktuellen TV-Verträge nach der Saison 2014. Zusätzlich werden ab 2012 ALLE(!) ESPN-Rennen im RaceBuddy gezeigt, womit nun lediglich die drei ABC-Ausstrahlungen und die FOX-Übertragungen in der Liste fehlen. Da scheint sich auch bis Ende 2014 nichts zu bewegen…

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 16.09.
16:00 Uhr, Truck Series Practice, nicht im TV
17:30 Uhr, Truck Series Final Practice, nicht im TV
18:40 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Fast Five 225), SPEED

Samstag, 17.09.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2

Sonntag, 18.09.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Geico 400), ESPN / RaceBuddy auf NASCAR.com

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September 13 2011

06:07

NASCAR: Analyse Richmond September 2011

Vor Richmond = Nach Richmond, denn an der Liste der Chase-Teilnehmer hat sich am Wochenende nichts mehr geändert. Sowohl Tony Stewart als auch Dale Earnhardt Jr und Denny Hamlin schafften als letzte Fahrer den Cut für die Playoffs. Gewonnen hat unterdessen Kevin Harvick, obwohl kurz vor Schluss Jeff Gordon wie der sichere Sieger aussah!

Ein ganz simpler Faktor bestimmte in der Nacht von Samstag auf Sonntag das Renngeschehen maßgeblich und sorgte am Ende dafür, dass Kevin Harvick anstatt Jeff Gordon in die Victory-Lane fuhr: Cautions – und zwar ohne Ende! Für ganze 15 Gelbphasen reichte es in bester Shorttrack-Manier auf dem Richmond International Raceway, was sogar den bisherigen Rekord egalisierte. Doch während der Löwenanteil dieser Hausnummer kurioserweise in den ersten drei Vierteln des Rennens aufaddiert wurde, ging die Schlussphase relativ ruhig und unfallfrei über die Bühne. Lediglich zwei weitere Cautions in den letzten 100 Runden sorgten nicht zuletzt durch ihr Timing für eine Vorentscheidung im Rennen.

Drei Gelbphasen im 12-Runden-Takt leiteten das letzte Viertel der Nacht ein und zu diesem Zeitpunkt führte mit Carl Edwards der dritte Favorit auf den Sieg. Im Verlauf des Rennens kam der Ford-Pilot insgesamt auf 113 Führungsrunden und nur Harvick konnte mit seinen 202 Umläufen in Front am Ende dagegen anstinken. Caution #14 sah David Reutimann nach einem Kontakt mit Clint Bowyer in der Mauer und es waren noch knappe 90 Runden bis zur schwarz-weiß-karierten Flagge zu absolvieren, was die Teams das Benzinfenster – zumindest mit Ausnahme einer durchaus möglichen Verlängerung – schließen ließ. Etliche Fahrer kamen somit zum errechnet letzten Tankstopp in die Boxengasse, doch ausgerechnet Leader Edwards pokerte und blieb auf der Strecke.

Dieses Verhalten muss man schon als grandiose Fehlentscheidung bewerten, denn frische Reifen entpuppten sich trotz der häufigen Gelbphasen und Pitstops als überlebenswichtig! Zwar gewannen viele Piloten im Verlauf des Renngeschehens mit einem Two- oder No-Tire-Boxenbesuch eine gute Portion Track-Position, konnten diese aber auf alten Reifen nicht lange halten. Warum Edwards hier draußen blieb, war mir ein Rätsel, entweder hatte Crew-Chief Bob Osborne gepennt oder sich schlicht und ergreifend verzockt. Vielleicht spekulierte er auf zehn weitere Cautions in einem wilden Finish, doch trotzdem müsste er eigentlich um den Vorteil der neuen Pneus gewusst haben, immerhin wurde es dem Team mit der #99 den gesamten Abend über vorgelebt.

Nächster Auftritt Kevin Harvick: Mit frischen Reifen pflügte er innerhalb von nicht mal zehn Runden von außerhalb der Top5 an die Spitze vor, während Edwards in besagte Gefilde zurückfiel. Harvick konnte sich also zu einem Short-Run-Auto im Rennfinale beglückwünschen, welches für die zu erwartende, kurzatmige Caution-Schlacht top-gerüstet erschien. Zur selben Zeit allerdings machte Jeff Gordon nun massiv Druck und brachte sich in der immer länger werdenden Grünphase mit seinem Harvick-entgegengesetzten Long-Run-Wagen an die Verfolgung der Spitze. Gordon war auf Platz 5 in den Restart gegangen und benötigte gut 25 Runden, um Greg Biffle den zweiten Rang streitig zu machen. In Runde 378, gut 47 Umläufe später hatte der seit Atlanta alleinige Drittplatzierte in der Cup-Sieges-Historie den Führenden Harvick abgefangen und war auf dem Weg zu Erfolg #86.

Wohlgemerkt geschah dies alles in einer ungewöhnlich langen Grünphase, welche sich zu diesem Zeitpunkt bereits über 72 Runden erstreckte. Gordon trennten also nur noch 22 Umläufe bzw. knappe zehn Minuten von der Victory-Lane, denn sein Wagen war nun klar der schnellste Bolide auf dem Shorttrack. Dass er dort nicht als Erster ankam, hatte er dann der letzten Caution in Runde 384 zu verdanken, für die Paul Menard aufgrund eines Drehers verantwortlich war.

Natürlich war es nun an der Zeit, für den Endspurt noch ein letztes Mal neue Reifen abzuholen und hier arbeitete dann die Crew von Kevin Harvick am schnellsten. Carl Edwards und Jeff Gordon mussten sich beim Restart mit den Platzierungen begnügen und hatten zudem Harvicks Short-Run-Flitzer mit der #29 nicht viel entgegenzusetzen. Gordon fiel zunächst aus den Top5 heraus und schien komplett geschlagen, holte aber kurz vor dem Ende die Ränge zurück, da sein Chevrolet später im Run über zwölf Runden wieder auf Touren kam. Mehr als Platz 3 war am Ende für den Atlanta-Sieger aber nicht drin. Etwas besser kam Carl Edwards (2.) zurecht, welcher seinen Ford bis zur Zielflagge noch auf 0,2 Sekunden an den Sieger Kevin Harvick heranbringen konnte.

Die Top5 komplettierten ein unauffälliger und starker David Ragan sowie Kurt Busch. Dahinter liefen Kurts Bruder Kyle Busch, Tony Stewart, Ryan Newman, Denny Hamlin und Mark Martin ein. Alle diese Piloten haben sich während des Rennens aus nahezu allen Scharmützeln herausgehalten und konnten somit in einem hart umkämpften Saisonlauf weiter vorne die Ziellinie überqueren. Interessant sind vielleicht noch die Positionen 11-16, die AJ Allmendinger, Brad Keselowski, Greg Biffle, Jamie McMurray, Juan Pablo Montoya und Dale Earnhardt Jr belegten.

Stewart und Hamlin nutzten ihre Top10-Resultate, um den Chase aus eigener Kraft zu erreichen, selbiges gelang auch Junior mit seinem Top16-Ergebnis! Für alle drei Piloten ist diese Playoff-Teilnahme ein Muss und gerade Earnhardts Qualifikation könnte eine Besserung der diesjährigen TV-Quoten gegen die Playoffs der NFL bringen, denn ohne den Publikumsliebling in der Meisterschaftsendscheidung flaute das Interesse in den vergangenen Jahren stets ab. Somit ist dieser bestimmte Teilnehmer auch für die NASCAR an sich eine wichtige Größe im Hinblick auf die nächsten zehn Wochen.

Brad Keselowski kam teilweise dicht an eine reguläre Qualifikation innerhalb der Top10 der Meisterschaft heran, weil Earnhardt über weite Strecken außerhalb der Top20 im Rennen unterwegs war. Keselowski darf nun als erster Wildcard-Teilnehmer die Bonuspunkte für seine drei Saisonsiege nicht nutzen. Juan Pablo Montoya war längere Zeit gut unterwegs und bewegte sich in der Nähe der Top5, bis nachlassende Bremsen ihn zum Verlangsamen zwangen. Mehr als die Top15 waren somit am Ende nicht drin, in der Meisterschaft brachte ihn das wieder auf Platz 18 voran – sicherlich nicht das angestrebte Ziel in dieser Saison.

Aber auch andere Piloten gerieten in Probleme, sei es nun selbst verschuldet oder unschuldig. Die 15 Cautions lösten sich schließlich nicht von selbst aus:

- Bowyer und Reutimann waren sich nicht erst am Ende des Rennens alles andere als Grün, denn schon nach 8(!) Runden lösten die beiden eine Massenkarambolage aus, der unter anderem Denny Hamlin und Dale Earnhardt Jr zum Opfer fielen. Die Crew der #88 hatte dann einen verdammt langen Abend vor sich und brachte den Chevrolet von Junior am Ende nach Reparaturarbeiten trotz teils extremer Kaltverformungen in Position für den Chase. Dafür möchte ich an dieser Stelle meinen Respekt aussprechen, denn die Möhre war doch arg demoliert und das selbst noch am Schluss.

- Marcos Ambrose räumte nach 50 Runden in seiner zweiten ausgelösten Caution die beiden Red-Bull-Fahrer Kasey Kahne und Brian Vickers ab. Kahne landete allerdings schon zu Gelbphase #3 hart in der Mauer. Vickers revanchierte sich mit einigen Schubsern und einem unfairen Blockade-Manöver an Ambrose, wofür NASCAR die #83 lange Zeit zum Abkühlen in die Garage schickte.

- Außerdem kamen sich auch Jimmie Johnson und Kurt Busch ordentlich ins Gehege, denn zunächst drehte Busch den Dauermeister in Runde 185 um, weil er mit Untersteuern die Strecke hochrutschte. Johnson wollte dies natürlich nicht auf sich sitzen lassen und zeigte eine seiner eher seltenen Revanchen. Vermutlich kam es dazu nur, weil die #48 eh schon für den Chase qualifiziert war. In Umlauf 246 versagten dann plötzlich Johnsons Bremsen kurzzeitig, so dass er die #22 in einen Dreher bugsierte. Dieser kleine Rammstoß verlief allerdings auch für Johnson nicht vorteilhaft, denn seinen Chevy versenkte er dabei mit gehöriger Hitze unterm Helm selbst in der Mauer.

Ich hoffe, dass ich an dieser Stelle kein wichtiges Ereignis unter den Tisch fallen lassen habe, immerhin war ja in den ziemlich genau vier Stunden einige Action geboten. Das Rennen habe ich über den Internet-Stream von ServusTV angeschaut, der in puncto Bildqualität wie immer kaum Wünsche übrig ließ. Was mir allerdings nur mit Abstrichen gefiel, war der Kommentar: Walter Zipser stellte zwar stets die richtigen Fragen an den Experten (oder wie ServusTV es ausdrückte: ehem. NASCAR-Team-Besitzer) Christian Kuhn, doch wenn er ewig Fahrernamen falsch ausspricht, tut es irgendwann weh. „Paul Menar“ war da ein schönes bzw. unschönes Beispiel, wann die Ohren anfangen zu klingeln.

Kuhn litt teilweise an derselben „Krankheit“, denn trotz mehrmaligen Vorsprechens des richtigen Namens durch Zipser, kam der eigentlich gut informierte Experte nicht über „Travis Kvofil“ hinaus. Christian Kuhn glänzte dafür jedoch an einer anderen Stelle, denn er gab wie gewohnt etliche Anekdoten und viel Insiderwissen an die Zuschauer weiter. Ob das Gerücht von Kevin Harvicks potentieller Scheidung auf wahren Tatsachen beruht, kann ich nicht bestätigen. Die Einstellung seines Truck- und Nationwide-Programms zugunsten der Cup-Karriere kann durchaus in dem Wunsch zum Gewinn der Meisterschaft ohne Ablenkungen begründet liegen. Warum man dafür aber mindestens 70 Leute auf die Straße setzen muss, hat sich mir nicht erschlossen.

Kuhn, der ehemalige NASCAR-Team-Besitzer – wobei ich mich Frage, ob man die Verantwortung für fünf Einsätze von Klaus Graf (3x 2004, 2x 2007) denn so bezeichnen kann –, machte insgesamt aber eine gute Figur, auch wenn er sichtliche Mühe hatte, die Funktion einer Trackbar zu erklären. Was er stattdessen erzählte war eine gute Beschreibung der Wedge-Einstellung, einer Art Feder-Vorspannung. Letzterer Begriff war sicherlich auch derjenige, den Kuhn in der Live-Übertragung suchte. Die Trackbar dagegen ist ahier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

August 29 2011

15:51

NASCAR: Analyse Birstol Herbst 2011

Nach einem für Bristol Verhältnisse wieder verhältnismäßig schnellem Rennen gewann nicht der dominierende Mann des Rennens Jeff Gordon, sondern der dominierende Mann der letzten 3 Rennen. Auch in Bezug auf den Chase hat sich in Bristol einiges getan.

Das Rennen kam ohne größere Zwischenfälle gut in einen Rhythmus. In den ersten 150 Runden gab es zwar 3 Gelbphasen, die waren aber alle sehr kurz (2 Mal Debris, 1 Mal Motorsachaden bei Kvapil). In den Top 10 befanden sich nach 150 Runden Johnson, Gordon, Keselowski, Kenseth, Newman, Edwards, Kyle Busch, Smith, Hamlin, Truex Jr. Da sollte sich bis zum Rennende auch nicht mehr viel dran ändern, was die hohe Relevanz einer guten Startposition und eines von Anfang an gut fahrbaren Autos in Bristol unterstreicht.

Probleme mit den Reifen gab es diesmal übrigens keine, da Goodyear vorsorglich die aus dem Vorjahr an die Strecke gebracht hatte und nicht die aus dem Frühjahr. Nach der Gelbphase durch Kvapil folgte eine lange Grünphase, die über 150 Runden dauerte. In dieser Zeit zeigte sich das überlegene Auto von Jeff Gordon. Er fuhr in dieser Zeit konstant an der Spitze und sammelte Führungsrunde um Führungsrunde, insgesamt sollten es am Ende über 200 werden.

Stewart hingegen musste schon von weit hinten starten und kam nicht nach vorne, am Ende sollte es für ihn nur ein sehr enttäuschender 28. Platz werden. Das schnelle Rennen und die lange Grünphase in der Mitte führten dazu, dass in der Mitte des Rennens nur noch 20 Autos in der Führungsrunde waren. Auch Harvick und Boywer vielen mit schlecht liegenden Autos wenig später weit zurück und sollten sich davon nicht mehr wirklich erholen, Boywer wurde 26. und Harvick 22.

Die lange Grünphase wurde durch 2 unabhängige Situationen beendet, die aber beide zur selben Zeit stattfanden. Einerseits hatte Reutimann beim Überholen Stremme leicht berührt, der aus unerfindlichen Gründen meinte sich unbedingt dafür rächen zu müssen und Reutimann abschoss. Andererseits fuhr Menard, der einen Plattfuß durch schleifende Frontpartie zu erwarten hatte einfach Hamlin eingangs einer Kurve ins Heck.

In Runde 362 gab es dann die nächste Gelbphase, ausgelöst durch Mark Martin, der ausgangs einer Kurve etwas zu weit nach oben kam, Vickers leicht am Heck traf, sich dadurch in die Mauer drehte und hart einschlug, doch die Safer Wall verhinderte schlimmeres. In dieser Gelbphase kamen natürlich alle zum tanken, es hätte sogar mit Green-White-Checkered einen Spritpoker geben können, doch es kam anders. Nachdem Restart in Runde 369 sahen die Top 10 folgendermaßen aus: Gordon, Kenseth, Keselowski, McMurray, Johnson, Edwards, Logano, Kyle Busch, Hamlin, Truex Jr.

Auch nach diesem Restart zeigte Gordon, dass sein Auto weiterhin überlegen war und zog zunächst vorne weg. Kyle Busch hatte das ganze Rennen über ein gutes Auto, hielt sich aus allem raus, wäre folglich ein sicherer Top 5 Kandidat gewesen, zumal er in Bristol so gut wie kein anderer Fahrer in den letzten Jahren war. Doch dieses Mal sollte es nichts werden. Kyle kollidierte leicht mit Labonte und holte sich dadurch einen Platten, der ihn in die Mauer schickte. Dies löste die letzte Caution circa 85 Runden vor Schluss aus.

In dieser gab es auch die letzten Boxenstopps, wobei Newman und Truex Jr nur 2 Reifen nahmen. Für Beide sollte sich das am Ende trotz ausbleiben weiterer Gelbphasen auszahlen. Am schnellsten insgesamt arbeitete jedoch die Crew von Brad Keselowski, der das Feld beim Restart anführte. Gordon und Johnson lagen hinter Kenseth und Truex Jr auf Platz 4 und 5. Nach einige Runden und leichtem Mauerkontakt von Gordon schafften es schließlich Gordon und Johnson an einem mittlerweile wegen eines in der Schlussphase schlecht liegenden Autos frustrierten Kenseth vorbei zu ziehen.

Gordon schloss dann schnell auf Martin Truex Jr auf und die Frage war eigentlich nur, wann Gordon mit seinen 4 neuen Reifen an Truex Jr vorbei gehen würde und ob die Zeit dann noch reichen würde, um den vorne um mittlerweile 2 Sekunden enteilten Keselowski noch einzuholen. Doch was folgte war der beste Zweikampf des gesamten Rennens. Truex Jr fuhr mit alten Reifen die ganze Zeit die obere Linie, während Gordon ihn immer wieder auf der unteren Linie versuchte zu überholen. Immer fair erwehrte sich Truex Jr Gordon mit allem was er hatte und sollte es tatsächlich über 50 Runden lang bis zur Zielflagge schaffen Gordon hinter sich zu halten. Das war eine wirklich beeindruckende Leistung von Truex Jr.

Aber natürlich muss man auch über den Sieger,”Mister August”, Brad Keselowski sprechen. Seine Ergebnisse mit gebrochenem Knöchel in den letzten 4 Rennen: 1. (Pocono), 2. (Watkins Glen), 3. (Michigan), 1. (Bristol). Das ist schon sehr sehr stark, außerdem ist er jetzt mit 3 Siegen praktisch sicher im Chase, vielleicht hat sich da in den letzten 4 Rennen ein Meisterschaftskandidat gemausert…

Auf Platz 2 kam Martin Truex Jr ins Ziel, der zwar keine Chance mehr auf den Chase hat, aber so eine verdiente Belohnung für seinen Kampf gegen Gordon bekam. Dahinter folgten Gordon und Johnson. Johnson ist schon sicher im Chase, aber auch für Gordon besteht eigentlich nur noch eine rechnerische Chance rauszufallen. McMurray wurde 5., dahinter kam Kenseth ins Ziel, der sich somit auch sein Chase Ticket sicherte.

Hamlin wurde 7., hat im Moment die zweite Wild Card inne und sammelte wichtige Punkte um diese gegen Menard zu verteidigen, der nur 30. wurde. 8. wurde Ryan Newman, der 7. in der Meisterschaft ist und unter normalen Umständen ebenso wie Kurt Busch, der 17. wurde, den Chase erreichen sollte. Edwards sicherte sich sein Chaseticket mit einem 9. Platz auch rechnerisch. Einen starken 10. Platz holte sich Marcus Ambrose.

Ebenfalls sicher im Chase ist Kyle Busch nach seinem 14. Platz. Eng könnte es hingegen nochmal für Earnhardt Jr. (16. in Bristol) und Tony Stewart werden, wenn Boywer noch ein Rennen gewinnt, dann würde bei einem schlechten Ergebnis nämlich einer von ihnen aus dem Chase fallen. Weiter geht es nächste Woche in Atlanta. Das Rennergbnis könnt ihr hier einsehen: http://www.jayski.com/stats/2011/results/24bms2011results.htm, den aktuellen Meisterschaftsstand gibt es hier: http://www.jayski.com/stats/2011/points/24bms2011points.htm, und zum Schluss die Owner Points: http://www.jayski.com/stats/2011/owners/24bms2011owners.htm.

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August 26 2011

06:12

NASCAR: Vorschau Bristol August 2011

Drei Nachtrennen trennen die Sprint-Cup-Piloten noch vom Meisterschaftsendspurt in diesem Jahr. Doch für den Chase muss man sich auch erstmal qualifizieren und auf dem Bristol Motor Speedway wird an diesem Wochenende das nächste Kapitel in diesem Buch geschrieben. ServusTV überträgt dabei wieder LIVE in der Nacht von Samstag auf Sonntag!

Der adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Die Trucks sind in dieser Woche zwar ebenfalls in Bristol mit dabei, fuhren ihr Rennen aber bereits am Mittwoch aus. Da nur die Hauler und das Equipment zweier Rennserien im kleinen Kolosseum von Bristol Platz finden und die Nationwide Series den Sprint Cup am Wochenende zusätzlich unterstützen soll, mussten die Trucks schon vorher ran. Das Rennen gewann Kevin Harvick, welcher damit den dritten Saisonlauf in Folge für sich verbuchen konnte. Kyle Buschs Toyota-Truck fiel einem Unfall zum Opfer und wurde nur auf Platz 30 gewertet.

Das Sprint-Cup-Rennen wird an diesem Wochenende mal wieder von ServusTV übertragen, ebenso wie übrigens auch das Finale des Kampfs um die Chase-Qualifikation aus Richmond in zwei Wochen. Ab 01:30 Uhr zeigt der österreichische Sender das Rennen in HD und Zweikanalton. Die deutschen Kommentatoren sind Andreas Gröbl und Christian Kuhn, welche nach einhelliger Meinung hier in den Kommentaren schon beim Rennen aus Daytona einen guten Job erledigt haben. Bei mir funktionierte im Juli auch der Webstream zu ServusTV während des Daytona-Rennens, was eigentlich kaum einen Zuschauer ausschließen dürfte, sollte es erneut im Internet verfügbar sein. Als besonderer Bonus wurde Daytona ja werbefrei gesendet und man wird abwarten müssen, ob das auch in Bristol und Richmond so bleibt.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 26.08.
15:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED (TV um 15:30 Uhr)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
23:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Food City 250), ESPN2

Samstag, 27.08.
01:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Irwin Tools Night Race), ABC / ServusTV

In eigener Sache:

Zum Schluss möchte ich mich noch zu den Kommentaren für die Michigan-Analyse äußern. Falls in den letzten Wochen der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich hier bewusst NASCAR-Bashing betreiben möchte, dann ist das meine Antwort dazu:

NASCAR ist der Grund, warum ich damals zum Racingblog kam und NASCAR ist gleichzeitig auch mein liebstes Hobby! Versteht mich bloß nicht falsch, ich liebe NASCAR wirklich sehr. Was in den letzten Rennen aber abgelaufen ist, kann man wahrlich nicht mit der Situation vor 2011 vergleichen. Schaut man sich bei Jayski.com beispielsweise einfach mal die Anzahl der Cautions im Vergleich über die Jahre an, dann kann man sehen, dass sich in puncto Rennfluss wirklich etwas verändert hat und das ist sicherlich nicht der einzige Aspekt.

Weniger Cautions/Unfälle und weniger technische Defekte bringen die Rennen in den letzten Monaten eher in einen europäischen Fluss, was mir nicht wirklich gefällt. Schließlich habe ich mich mit meiner Rückkehr zur NASCAR 2007 eigentlich der amerikanischen Variante des Motorsports verschrieben (Geschmäcker sind halt verschieden, was aber nicht heißt, dass ich gerne Unfälle sehen will oder sowas!). Die hohe Leistungsdichte trägt im Moment ihr Übriges dazu bei: Zwar dominieren immer wieder andere Fahrer und das ist ja auch schön, doch tun sie dies meist über das gesamte Rennen, da einer kleiner Unterschied in der Performance oft einen großen Sprung nach vorne oder hinten ermöglicht. Letzteres kommt seit diesem Jahr VERSTÄRKT vor, obwohl es sowas in Pocono oder Michigan schon länger gab. Dazu kommt, dass nur noch knapp 30 Autos ernsthaft um irgendwas mitfahren, während es bei meinem Wiedereinstieg 2007 noch mehr als 40 waren…

Kritik ist auch nicht immer nur schlecht, hat es doch in Pocono über die letzten zwei Jahre für viele Verbesserungen gesorgt! Fans von dortigen 500-Meilen-Rennen ohne SAFER-Barrier haben selbstverständlich mein vollstes Mitgefühl. Außerdem sehe ich nicht alles nur negativ: Es gibt nämlich durchaus positive Aspekte, welche ich in den Artikeln hier auch erwähne: Die Rennen werden zum Beispiel zwar weniger abwechslungsreich (langweiliger), die Meisterschaft wird wegen der hohen Leistungsdichte aber zunehmend spannender. Zudem gibt es nun mal Strecken, die nicht gerade für spannende Rennen bekannt sind und davon folgten zuletzt einige Ausgaben aufeinander. Über die Reihenfolge kann man sich natürlich streiten, ich persönlich fand Pocono wirklich interessanter als Michigan von letzter Woche!

Falls jemand wissen möchte, warum ich bei den Samstag-Nacht-Rennen öfter einschlafe: Das liegt nicht (nur) an der mangelnden Abwechslung über drei Stunden Rennzeit, sondern auch daran, dass ich unter der Woche einen Hauptberuf habe. Als Student ist mir sowas nicht passiert, aber da hatte ich natürlich auch noch ganz andere Zeiten! ;o) Dass man dann in der Nacht ab 1 Uhr eher müde ist, können viele Leser sicherlich verstehen und/oder nachvollziehen.

Zu guter Letzt: Das hier ist ein Blog und das bietet mir daher auch die Möglichkeit, subjektiv meine Meinung zu äußern. Und das ist sicherlich einer der Gründe, warum ihr gerne zum Lesen und Mitmachen hier auf die Seite kommt und womit wir uns von anderen Angeboten im Netz unterscheiden/abgrenzen.

Fazit: Ich liebe NASCAR, aber nicht um jeden Preis! Kritik muss erlaubt bleiben und dafür haben wir hier auch den Kommentarbereich. Für Meinungen gilt das sowieso und nur weil ich ein Rennen langweilig fand, müsst ihr das nicht genauso sehen und andersherum. Trotzdem bemühe ich mich immer, meine persönliche Meinung von der eigentlichen Analyse zu trennen.

Vielen Dank für eure bisherigen Kommentare und ich denke, dass nach diesen Zeilen noch einige dazukommen werden.

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August 05 2011

06:19

NASCAR: Vorschau Pocono August 2011

Nach dem Klassiker von Indianapolis geht es an diesem Wochenende in Pocono weiter, wo das zweite Saisonrennen des nicht unumstrittenen Triovals auf dem Programm steht. Die Juni-Ausgabe gewann Jeff Gordon vor den Busch-Brüdern und der viermalige Meister sollte auch am Sonntag nach seinem zweiten Platz in Indy wieder der Favorit auf die Fahrt in die Victory Lane sein.

Zwei Mal im Jahr ist der Sprint Cup auf dem aTwitter präsentierte er einen ziemlich dicken Knöchel</a> (nicht gebrochen) und das Nationwide-Rennen wurde schon mal vorsichtig an Sam Hornish Jr weiterdeligiert. Laut eigener Aussage ist Keselowski “cleared to race”, aber dafür muss er den Fuß auch erstmal in einen feuerfesten Schuh bekommen. Bilder vom Ausmaß des Unfalls stellte Jimmie Johnson <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier, hier</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier bereit. Kurt Busch sehe ich dagegen nach wie vor als Siegkandidaten in Pocono.

Etwas Neues gibt es von der Vertrags-Front zu vermelden: Carl Edwards hat endlich einen neuen Vertrag unterschrieben und zwar erneut bei Roush-Fenway Racing, wie gestern bekannt geworden ist. Damit löst sich ein ganz großer Teil der Silly-Season sofort in Luft auf, denn weil Edwards nicht zu Joe Gibbs Racing geht, wird dessen Platz bei RFR nicht frei. Dieses hätte wiederum eventuell Clint Bowyer bekommen können, der dann bei RCR von Juan Pablo Montoya ersetzt worden wäre. Puh, ziemlich kompliziert, aber nun hinfällig. Bleibt nur noch zu fragen, wo Mark Martin und Brian Vickers im nächsten Jahr fahren. Kommt die Übernahme von Red Bull Racing durch General Manager Jay Frye tatsächlich zu Stande, dann gibt es keine Probleme. Ansonsten habe ich für Vickers einen tollen Vorschlag: Warum bewirbt er sich nicht um das vierte Cockpit bei Joe Gibbs Racing? Und Mark Martin könnte prima zu Stewart-Haas Racing gehen, denn:

Danica Patrick steht offenbar kurz vor der Bekanntgabe ihres NASCAR-Wechsels. Mehrere Personen, welche die Verhandlungen verfolgen, gehen davon aus, dass Patrick 2012 nur noch das Indy 500 bei den IndyCars verbringen wird. Stattdessen würde sie den Chevrolet mit der #7 Vollzeit für JR Motorsports in der Nationwide Series bewegen und zusätzlich sieben Cup-Einsätze bei SHR in einem dritten Auto absolvieren, damit sie 2013 um den “Rookie of the Year”-Titel antreten könnte. Mark Martin wär hier als Mentor im ersten Teilzeit-Cup-Jahr sicherlich am besten geeignet. Die Zeit wird es zeigen, wie Madame sich entscheidet…

Zum Abschluss wie gewohnt noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Neben dem Sprint Cup sind auch noch die Trucks und die ARCA-Serie mit in Pocono dabei. Am Freitag überträgt SPEED die Trainingssitzungen, allerdings schiebt man das Truck-Practice als Aufzeichnung zwischen die Cup-Trainings, damit man die Pause umgehen kann, in der die ARCA fährt. Am Samstag überträgt SPEED dann alles an Truck-Events vom Qualifying bis zum Rennen zu europafreundlichen Uhrzeiten, während das das Cup-Qualifying erneut auf ESPN2 läuft. Die Nationwide Series fährt unterdessen in Iowa ein Nachtrennen von Samstag auf Sonntag, ESPN2 ist dafür ebenfalls der Sender der Wahl. Alle anderen Nationwide-Sessions habe ich ausgespart, da sie nicht im TV übertragen werden.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 05.08.
16:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (TV um 20 Uhr!)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED

Samstag, 06.08.
15:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
19:00 Uhr, Truck Series Rennen (Good Sam RV Emergency Road Service 125), SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (U.S. Cellular 250), ESPN2

Sonntag, 07.08.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Good Sam RV Insurance 500), ESPN

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August 03 2011

06:47

Newshappen vom 03.08.2011

// Relativ hohe Wellen schlug die Ankündigung in England, dass die BBC ihre Übertragungen der F1 mehr oder weniger Ende dieses Jahr einstellt. Stattdessen springt sky Sport ein, die, wie in Deutschland, alle Trainings, Qualis und Rennen live zeigen. 10 Rennen wird auch die BBC zeigen, den Rest gibt es in England als leicht gekürzte Aufzeichnung am Abend. Dabei übernimmt die BBC den Kommentar von sky, die vermutlich wieder auf Coulthard/Brundle setzen werden. Die Ankündigung kam überraschend, auch wenn es seit Wochen Gerüchte gab und hat die britischen F1-Fans auf die Barrikaden gebracht. Muss man in Deutschland nun ähnliches befürchten? Die Antwort lautet: Nein. RTL verdient mit der F1 gutes Geld, es ist eher die Frage, ob sky den Ende 2011 auslaufen Vertrag verlängern wird. Die Situation in England ist zudem besonders. Die BBC muss viel Geld sparen, die 50 Millionen Dollar, die eine Saison F1 allein an Rechten gekostet hat, kommen da gerade recht. Zu den 50 Millionen kommen ja auch noch die Ausgaben für die Übertragung, die beim “Dreamteam” der BBC nicht gerade wenig sind. Eng könnte es dann allerdings an der Streaming-Front werden. Bisher liessen sich die Übertragungen der BBC relativ leicht ansehen, das ist mit dem Wechsel zu sky nun vorbei. Don

// Laut der “Süddeutschen Zeitung” ist Flavio Briatore auch in den Bestechungsskandal um Ecclestone und Gribkowsky verwickelt. Briatore, seit etlichen Jahren ein enger Geschäftspartner von Bernie, soll in den Fall verwickelt sein. Wie genau wird aber nicht verraten. Mehr als “Flavio war auch dabei… hört man so aus der Staatsanwaltschaft” hat die SZ auch nicht. Also eher nichts. Es verdichtet sich allerdings das Bild, dass das Geld deswegen geflossen ist, damit die CVC den Zuschlag bekommt. Ob Ecclestone nun erpresst wurde den Deal so zu machen, oder ob er das so wollte ist halt die große Frage. Don

// Der Renault zeigt sich in Ungarn zwar nicht von seiner schnellen Seite, aber immerhin sorgte er mit seinem Brand und der merkwürdigen Explosion im Seitenkasten für einiges Stirnrunzeln. Und böse Witze über Heidfeld, der schneller aus dem Auto war, als er fahren kann. Sagen jedenfalls gemeine Menschen, zu denen wir hier nicht gehören. Zurück zum Thema: Was genau da explodiert ist, weiß man immer noch nicht, aber Scarbs hat ein paar Verdächtige gefunden. Don

// Noch mehr Technik. Gordon Mccabe über Diffusor und wie sie arbeiten. Er verlinkt auch auf die sehr interessante Arbeit zweier Studenten mit dem Titel “Ground Effect Areodynamics Of Race Cars“(pdf). Don

// Noch viel mehr Daten gibt es jede Woche im Blog F1 Data Junkie. Don

// Der Mann, über den im Moment in der NASCAR am meisten gesprochen wird, ist weder Dale Junior, noch der frisch gebackene Indy-Sieger Paul Menard. Es ist Carl Edwards und seine seit Monaten anstehende Entscheidung, ob er jetzt bei Roush bleibt, oder zu Joe Gibbs wechselt. Angeblich will man dort sogar entweder einen vierten Wagen bereit halten. Den soll Logano bekommen, während “Home Depot” in Zukunft auch Edwards setzen soll. Grosses Sommertheater also, allerdings lähmt die Entscheidung den gesamten Fahrermarkt, weil Roush ja Edwards mit irgendjemanden ersetzen müsste. Don

// Schöne Zusammenfassung über den Stand der Dinge in den USA was die Prototypen und GT-Klassen angeht. Don

// Noch eine Meldung auf der US-Medienszene, die über Umwege auch die IndyCar Series betrifft: Versus, der Sender, der noch einige Jahre lang den Großteil der IndyCar-Rennen übertragen wird, soll ab Anfang Jänner 2012 in “NBC Sports Network” umbenannt werden. Eine Überraschung das nicht. Im Gegenteil waren Beobachter nach dem Kauf von NBC durch Versus-Mutter Comcast im Februar eigentlich davon ausgegangen, dass dieser Schritt schon im Herbst des laufenden Jahres stattfinden könnte. Schon seit einiger Zeit etwa hat Versus keine eigene Homepage mehr, sondern ist unter der Internetadresse nbcsports.com erreichbar. Ziel ist es, aus Versus und NBC eine Art Gegenstück zur Partnerschaft zwischen den Disney-Töchtern ABC und ESPN zu schaffen. So hat NBC bei Erwerb der Rechte für die Olympischen Spiele 2014-2020 vor ein paar Wochen angekündigt, alle Events “auf einem NBC-Kanal” oder im Internet live zu übertragen. Es liegt nahe, dass einiges davon auf dem neu geschaffenen Sender laufen wird.
Das alles sollte dazu beitragen, das Profil des Senders zu heben – was natürlich auch den IndyCars nur gut tun kann, gerade in einer Zeit, in der die Serie unter niedrigen Einschaltquoten leidet. Vorsicht

// Die Superleague Formula muss ihre geplantes Finale im neuseeländischen Taupo absagen. Sponsoren, die das Rennen eigentlich unterstützen wollten sind nun abgesprungen – angeblich, weil man in Folge des schweren Erdbebens, das den Inselstaat im Februar heimgesucht hat, das Geld in wichtigere Projekte stecken will. Die Begründung erscheint sehr verständlich. Angesichts der Tatsache, dass das Neuseeland-Rennen aber erst deutlich nach dem Erdbeben erstmals im Kalender aufgeschienen ist, darf man sich dennoch fragen, ob es sich dabei um die ganze Wahrheit handelt. Bitter ist die Meldung gewiss auch für das SLF-Team Neuseelands, dessen (zum Teil nur in der Heimat tätige) Sponsoren sicher sehr gerne ein Rennen in Taupo gesehen hätten. Bisher gibt es noch keine offizielle Meldung der SLF zum Thema. Es ist aber davon auszugehen, dass man auf der Suche nach einem neuen Austragungsort ist: Nicht nur wegen des öffentlichen Ansehens der Serie, sondern vermutlich auch auf Verlangen der Teams. So hatte sich vor Saisonbeginn etwa schon GU-Racing aus der Serie zurückgezogen, als der Kalender von zwölf auf acht Läufe verkürzt wurde. Grund damals: Der Rückgang im zu erwartenden Preisgeld.
Was mögliche Ausweich-Strecken betrifft, ist noch nichts bekannt. Der Lauf davor findet aber (angeblich) Anfang November in Seoul statt, die Läufe davor in China. Man darf also davon ausgehen, dass die Serie auch den Saisonabschluss gerne im asiatisch-ozeanischen Raum halten möchte. Vorsicht

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June 29 2011

06:22

Newshappen-Sammlung für 29.06.

// Ein geradezu bizarr kompliziertes Puzzle über die Hintergründe und den momentanen Stand der Übernahmeschlacht in der Formel Eins liefert Joe Saward. In einen ziemlich langen und verworrenen Artikel versucht er die Frontlinien zu zeichnen, die bis weit in die Politik reichen. Im Grunde beschreibt er, dass Bernie Ecclestone gerade an allen Fronten sein Netzwerk aktiviert und diverse Leute in diverse, wichtige Positionen bringt. Zum einen wäre da Max Mosley, bekanntermaßen ein alter Kampfgefährte von Ecclestone, der sich in den letzten Wochen mal wieder häufiger in die aktuelle F1-Politik eingemischt hat. Saward spekuliert, dass Mosley eventuell wieder als FIA-Präsident kandieren könnte, da Jean Todt gerade an den meisten Fronten eine schlechte Figur macht und die FIA mit seinen Entscheidungen für Bahrain und den Weltmotor in Bedrängnis gebracht hat. Die zweite Eben betrifft Ferrari und vor allem Luca di Montezemolo, der im Moment der Hauptgegenspieler von Ecclestone zu sein scheint. Saward gräbt das seit Wochen kursierende Gerücht aus, dass Flavio Briatore die sportliche Leitung von Ferrari übernehmen könnte, sollte Montezemolo tatsächlich den Versuch starten in die Politik zu gehen. Offenbar gibt es tatsächlich im Moment viel Bewegung im Hause Ferrari, dazu kommt, dass der sportliche Erfolg ja auch nicht vorhanden ist. Vieles, was Saward schreibt, ist pure Spekulation und teilweise undenkbar. Mosley ist nach seiner Nummer mit den Damen politisch verbrannt, für Briatore gilt das ebenso. Hintergrund des langen Textes ist, dass es das Gerücht gibt, etliche Streckenbetreiber zur – Achtung – IRL überlaufen wollen. Das ist, gelinde gesagt Quatsch, interessant ist es aber doch, weil die Karte mit den Strecken nur von Ecclestone gespielt werden kann. Ein weiteres besagt nämlich, dass die Strecken Verträge über eine Firma mit Ecclestone haben, die nicht zur CVC gehört. Mit anderen Worten: a) Die Vermutung vieler, dass Eccelstone die Grundpfeiler der F1 an sich und nicht an die CVC gebunden hat, schält sich zumindest ein wenig heraus und b) Sommerloch. (Don)

// Williams hat zwei neue Leute für das technische Department eingekauft. Interessant ist dabei die Verpflichtung von Mark Gillan. Der war lange bei Jaguar und Red Bull und gilt als ausgewiesener Fahrwerks- und Aeroexperte. Nummer Zwei ist Jason Somerville. Der war schon mal bei Williams, bevor er zu Toyota und danach zu Renault ging. Damit holt nach der umstrittenen Verpflichtung von Mike “Copyshop” Coughlin zwei weitere, sehr gute Experten ins Team. Das Problem ist nur: Während Coughlin schon jetzt am 2012er Wagen basteln kann, kommt Somerville erst Ende August und Gillan sogar erst im Oktober. [Quelle: PR Meldung Williams] (Don)

// Die Dauerbaustelle DRS wird man wieder von der FIA bearbeitet. Es bleibt zwar, auf geeigneten Strecken, bei zwei DRS-Zonen, jedoch soll ein Fahrer den DRS-Vorteil nur noch in der ersten Zone ausnutzen können, wenn denn der Überholvorgang erfolgreich war. Beschlossen ist allerdings noch nichts. (Don)

// Sommerzeit = Silly Season. Es geht vor allem um zwei Plätze: den bei Red Bull und den bei Ferrari. Die Italiener bestehen darauf, dass Massa auch 2012 fährt, ich habe allerdings mitbekommen, dass zwei englischsprachige Piloten in Maranello waren. Da muss man nicht lange raten, wer das sein könnte. Nummer Eins ist Jenson Button, Nummer Zwei war wohl Webber, dem Ferrari aber eine Absage erteilt hat. Der Australier hat klar verkündet, dass er gerne bei Red Bull bleiben würde, doch die zieren sich, den Vertrag zu verlängern. Denn, so die Gerüchteküche, Red Bull ist an einem McLaren-Fahrer dran. Das könnten sowohl Hamilton als auch Button sein, wobei McLaren gerade mehrfach verkündet hat, dass man beide Piloten gerne behalten würde. (Don)

// Aus zwei mach eins: Angeblich steht eines der beiden Rennen in Spanien vor dem Aus. Und überraschenderweise handelt es sich nicht um den Stadt-GP von Valencia. Stattdessen könnte es sein, dass die Königsklasse heuer zum vorübergehend letzten Mal in Barcelona an den Start gegangen ist. Zwei spanische Radiostationen sollen am Wochenende verkündet haben, dass die Valencia-Veranstalter einen neuen Vertrag mit Bernie Ecclestone unterschrieben haben, der bis ins Jahr 2021 reicht. Bedingungen für den offenbar finanziell lukrativen Deal: Man möchte ganz offiziell den “Grand Prix von Spanien” austragen, das einzige F1-Rennen im Lande sein, und bereits im Mai an den Start gehen. Bestätigt ist die Meldung zur Stunde noch nicht. (Vorsicht)

// In der NASCAR geht das Gerücht um, dass Carl Edwards einen vierten Wagen bei Joe Gibbs übernehmen könnte. Carl und Kyle in einem Team? Viel Spaß, Joe Gibbs. Derweil werden Hendrick Motorsport und Dale Earnhardt jr. den gemeinsamen Vertrag wohl verlängern. Die Aufwärtstendenz von Junior mit Steve Letarte ist klar zu sehen, ein Sieg in diesem Jahr eigentlich überfällig. (Don)

// Die Kollegen von motorsport-total.com melden unter Berufung auf Motorsport aktuell, dass Katherine Legge bald in der IndyCar Serie für Sam Schmidt starten könnte. Angeblich sind heuer bis zu sieben Rennen möglich, ganz besonderes Augenmerk legen Legge und das Team aber auf das Finale in Las Vegas. Ob die Britin, die 2012 dann eine volle Saison bestreiten möchte, dabei ein zweites Auto des Teams pilotieren wird, ist noch unbekannt – wegen angeblicher finanzieller Probleme bei Sam Schmidt scheint es aber auch denkbar, dass sie den Stammpiloten Alex Tagliani ersetzen könnte. (Vorsicht)

// Die Superleague Formula hat verkündet, dass der Deutsche Max Wissel beim kommenden Rennen in Zolder wieder mit von der Partie sein wird. Interessant: Sein vom spanischen Team des ehemaligen Formel 1 Fahrers Emilio DeVillota eingesetztes Auto wird in den Farben von Südkorea unterwegs sein. Damit sind für das kommende Rennen immerhin 15 statt bisher 14 Autos gemeldet. Die Südkorea-Connection ist aber auch deswegen spannend, weil die Superleague Formula ebenfalls vergangene Woche bekannt gegeben hat, dass das geplante Rennen im russischen Smolensk nicht stattfinden wird, weil der Kurs keine Grande 2 Lizenz der FIA erhalten hat. Seither sucht man fieberhaft nach einer Ersatz-Rennstrecke. Denn weniger als die geplanten acht Rennen pro Saison will man nicht fahren –  auch deswegen, weil die Teams mit einem fixen Preisgeld-Betrag kalkulieren möchten. Ein Lauf auf der so wenig genutzten Formel 1 Bahn in Yeongam wäre also durchaus eine Möglichkeit – ist im Moment aber natürlich noch reine Spekulation. (Vorsicht)

// Auch eine andere Serie muss ihren Kalender ändern: Das geplante Event der AutoGP in Bukarest wird nicht stattfinden – offiziell wurde auch hier die fehlende Grade 2 Lizenz der Strecke als Grund genannt. Man könnte aber auch spekulieren, dass irgendjemand in der AutoGP-Organisation oder beim Management der Strecke festgestellt hat, dass sich der Aufbau des Stadtkurses für ein Standalone-Event der bisher noch wenig breitenwirksamen Formelserie wohl kaum finanziell lohnen kann. Auch die AutoGP plant, das nun abgesagt Rennen zu ersetzen. Nicht wurde aber keine konkreten Kandidaten genannt. (Vorsicht)

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June 21 2011

06:16

NASCAR: Analyse Michigan 2011

Ein echter “Burner” war das Rennen in Michigan ja nicht gerade, was Denny Hamlin aber am Ende vermutlich am allerwenigsten störte.

Es ist immer so eine Sache mit den ultrabreiten 1.5 Meilen Ovalen. In Las Vegas sind die Rennen durchaus brauchbar, in Michigan eher nicht. Und dabei sind beide Ovale fast baugleich, lediglich 2 Grad Banking gibt es in Las Vegas, was ja nun nicht den großen Unterschied machen sollte. Michigan steht meist für Verbrauchsrennen mit wenig Gelbphasen, was dann, ähnlich wie in Pocono dann immerhin den Vorteil hat, dass die Rennen auch schneller vorbei sind. In der Riesenschüssel von Michigan gab es leider auch wenig Abwechslung an der Spitze. Das Rennen teilten sich mehr oder weniger die Gibbs- und die Roushtruppe unter sich auf. Vor allem Roush ist rechtzeitig zum Sommer in guter Form und bringt seine Fahrer wieder in aussichtsreiche Position. Edwards führt die Meisterschaft an, Kenseth lauert auf P6, nur Biffle ist noch nicht im Chase. Größere Sorgenfalten gibt es derweil im Hendrick Lager.

Doch zunächst zum Rennen, dass wie erwähnt eher im Bereich “Muss man nicht sehen” angesiedelt ist. Pole-Sitter Kurt Busch führte das Feld zwar nach der ersten Runde an, aber nach 12 Runden war dann schon der erste Roush-Fahrer in Form von Greg Biffle an der Reihe. Bis zur Halbzeit tat sich vorne kaum etwas, sei denn Biffle und Carl Edwards lösten sich an der Spitze an. Auch Matt Kenseth war vorne zu finden hielt sich aber zurück und ließ Edwards und Biffle gewähren. Die Duelle um die Spitze waren nett, aber eben auch etwas fad. Etwas mehr Pfeffer kam in die Sache, als Kyle Busch seinen Toyota nach vorne schieben konnte. Die Gibbs Motoren waren offenbar die einzigen, die mithalten konnten, denn auch Denny Hamlin hielt sich relativ weit vorne. Nur Joey Logano kam mal wieder nicht vom Fleck.

Bis Runde 158 tat sich wenig, dann löste ein unglücklicher Crash zwischen Montoya und Andy Lally eine entscheidende Safety Car Phase ein. Montoya war mitten im letzten Turn der Sprit ausgegangen und er versuchte noch in die Boxeneinfahrt zu kommen, als Lally von hinten angerauscht kam und das Heck der #43 traf. Für den Kolumbianer war es ein Wochenende zum Vergessen. In der Quali lief es schon nicht und im Rennen ging nach vorne gar nichts. Montoya konnte zwar weiterfahren, endete aber auf P29, was seinen Chase-Ambitionen auch nicht gerade gut tut. Auch bei seinem Teamkollegen Jamie McMurray lief es nicht wirklich gut. Der blieb im gesamten Rennen auffällig und blieb im Mittelfeld stecken. Im Ziel landete er auf P19.

Die Gelbphase lag zu einem interessanten Zeitpunkt, mit noch ca. 40 Runden zu fahren. Das lag ganz knapp im Benzinfenster der meisten Teams, allerdings durfte dann auch kein GWC mehr kommen. Also verordneten die meisten Crew Chiefs ihren Fahrern eine Benzin-Diät. Vor allem Kenseth wurde darauf aufmerksam gemacht, dass er rund zwei Runden “short” sei, was dieser mit leichten Ungefallen per Boxenfunk quittierte, weil er die Führung an Edwards abegeben musste. Der segelte dann auch davon und schien das Rennen als Sieger beenden zu könnne.

Doch dann hämmerte Junior seinen Wagen in die Mauer und in Runde 192 gab es wieder Gelb. Earnhardt war in Michigan eigentlich sehr gut unterwegs. Er hatte mal wieder einen Top 10 Wagen und lag teilweise auf P5. Doch eine verlorene Radmutter zwang ihn zu einem Extra-Stopp und er landete auf P19. Dort traf er dann unglücklicherweise auf Mark Martin, der Ausgangs Turn 2 massives Untersteuern hatte und Junior leicht in die Mauer zwang. Ein paar Runden später verabschiedete sich dann der rechte Vorderreifen von Junior, was den Abflug erzwang. Dennoch mal wieder ein gutes Rennen für Junior.

Die Pause nutzten alle Fahrer um an die Box zu gehen und nachdem die Stopps absolviert waren, lag plötzlich Denny Hamlin an der Spitze, dessen Team am schnellsten gearbeitet hatte. Seine “Pole” setzte er dann in eine Führung um, die er leicht ausbauen konnte, da sich Matt Kenseth und Carl Edwards zunächst nicht so richtig einig waren, wer denn nun hinter Hamlin her sollte. Kenseth entschied das Duelle für sich, hatte aber die entscheidenden Sekunden verloren und konnte Hamlin nicht mehr einholen.

Auf den Plätzen hinter Hamlin und Kenseth landeten Kyle Busch, der erstaunliche Paul Menard, Carl Edwards, Ryan Newman, Tony Stewart, Clint Bowyer, Mark Martin und Brian Vickers. Vor allem für das gebeutelte Red Bull Team mal wieder ein gutes Ergebnis.

Auch das Ergebnis von Mark Martin ist erfreulich, den man so weit vorne lange nicht mehr gesehen hat. Ansonsten lief das Wochenende für Hendrick zäh. Pocono-Sieger Jeff Gordon warf ein besseres Ergebnis beim letzten Stopp weg, als man statt zwei Reifen dann doch auch vier frische Goodyears setzte. Noch schlechter lief es für Jimmie Johnson, der sich schon nach neun Runden drehte und wegen eines Swaybar-Wechsels dann 2 Runden verlor. Die Sommerschwäche von Hendrick ist ebenso ungewöhnlich, wie die Tatsache, dass Dale Earnhardt im Moment noch am Besten in der Meisterschaft liegt. Der benötigt für einen guten Chase aber dringend einen (überfälligen) Sieg.

Nächste Woche geht es aber erst einmal auf die Rundstrecke und nach Infinion. Da dürften andere Namen vorne an der Spitze aufpoppen.

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June 10 2011

06:13

NASCAR: Vorschau Pocono Juni 2011

An diesem Wochenende steht das erste Pocono-Rennen auf dem Programm, welches ja nicht ganz unumstritten ist. Immerhin hat man nach den zwei schweren Unfällen im letzten Jahr etwas für die Sicherheit der Strecke getan. Zudem überträgt TNT das erste Rennen in dieser Saison, nachdem sich FOX bis zum nächsten Daytona 500 verabschiedete. Den Coup des Jahres hat aber eindeutig der Hauptsponsor des Rennens gemacht.

Ein in der NASCAR bekannter Hersteller von Energy-Drinks sicherte sich die Werberechte für das Rennen am Sonntag und könnte damit eindeutig nicht richtiger liegen. Vermutlich wird man eines ihrer Produkte benötigen, um über die komplette Renndistanz zu kommen. Auf dem fragwürdigen adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Der Sprint Cup vertritt die Farben der NASCAR in Pocono komplett alleine, lediglich die ARCA-Serie ist noch am 2,5-Meilen-Oval. Die Nationwide Series macht in dieser Woche Pause und ist in sieben Tagen auf dem Michigan International Speedway wieder mit von der Partie. Die Trucks sind gemeinsam mit der IndyCar Series in Texas und starten zu einer wirklich gemeingefährlichen Uhrzeit! Da das komplette Vorprogramm der Trucks auch schon gelaufen ist (allerdings nicht im TV), wird es ein karges NASCAR-Wochenende.

Auch blöd ist, dass die Formel 1 in Kanada zu einer für NASCAR-Fans unglücklichen Zeit fährt. Das Rennen in Montreal zählt ja bekanntlich zu den besseren Grand Prix und ist durchaus sehenswert, startet aber 15 Minuten vor dem NASCAR-Rennen. Meine Empfehlung für den Sonntagabend lautet daher: Sich um 18 Uhr bei gutem Wetter mit Freunden und/oder Familie schön den Grill vollschaufeln und ggf. die Vorberichte nach Wahl anschauen. Um 19 Uhr dann Formel 1 und ab ca. 20:30 Uhr die restlichen 2,5 Stunden aus Pocono mitnehmen. Ich wünsche allseits ein schönes und erholsames Wochenende!

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 10.06.
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
03:00 Uhr, Truck Series Rennen (WinStar World Casino 400k), SPEED

Samstag, 11.06.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED (ab 17:30 Uhr)

Sonntag, 12.06.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (5-Hour Energy 500), TNT / NASCAR.com RaceBuddy

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June 07 2011

06:21

NASCAR: Analyse Kansas Juni 2011

Das zweite Saisondrittel startete, wie das erste aufgehört hatte: mit einem ausgewachsenen Benzinkrimi! In Kansas spielte Dale Earnhardt Jr wieder eine der Hauptrollen und beendete das Rennen erneut nur auf dem zweiten Platz, während dieses Mal Brad Keselowski als Sparfuchs in die Victory Lane fuhr. Die favorisierten Fords spielten dabei übrigens nur als Statisten mit.

Am Sonntag begann auf dem Kansas Speedway das zweite Drittel der Sprint-Cup-Saison. Zunächst deutete allerdings nichts auf dieses spannende Finale hin, denn ein Großteil des Rennens wurde unter grüner Flagge absolviert. Drei der fünf Cautions wurden zudem wegen Debris ausgerufen, während Landon Cassill und Dale Earnhardt Jr jeweils ein Mal Interaktion mit der Außenmauer zeigten. Der Quersteher von Earnhardt brachte ihn zwar durch den erwägten Spritpoker in die Nähe eines Sieges, kostete ihn gleichzeitig aber auch eine Menge Positionen und womöglich den Erfolg, als Junior seinen Wagen driftend wieder einfangen musste. Am Ende lagen nämlich nur noch der spätere Rennsieger Brad Keselowski und Verfolger Denny Hamlin mit Earnhardt im spekulativen Spritfenster. Wäre er seine Taktik mit besserer Track-Position angegangen, hätte er seinen ersten Sieg seit Michigan 2008 feiern können.

Naja, „hätte-hätte-Fahrradkette“ sagt man in solch einem Fall und rollt das Rennen lieber konventionell auf. Das hätte (no pun intended!) sich auch die Crew der Vorberichterstattung auf SPEED zu Herzen nehmen sollen. Die kannten nämlich in einer ihrer schlechtesten Sendungen seit langem kein anderes Thema außer dem Fast-Sieg von Earnhardt beim Coca-Cola 600. Anscheinend gelten in den USA andere Gesetze, wenn selbst ein Mike Joy von FOX sich nicht zu schade ist, auf das kursierende YouTube-Video des, sagen wir mal massiv enttäuschten, weiblichen Junior-Fans hinzuweisen.

In der nächsten Woche übernimmt zwar TNT die Übertragung der kommenden sechs Rennen, doch das wird den Hype sicherlich nicht besonders bremsen oder verstummen lassen. Die Junior-Nation steht derweil Kopf, seit ihr Held wieder in Richtung von Rennsiegen und Chase unterwegs ist. Letzteres wird Earnhardt in diesem Jahr wohl ziemlich sicher erreichen, denn nach Kansas rangiert er bereits auf Platz 3 in der Meisterschaft. Doch nun wirklich zum Rennen:

Eigentlich sollte Kansas das Rennen eines ganz anderen Piloten werden, denn Kurt Busch holte sich völlig überraschend die Pole-Position und im Anschluss mit 152 von 267 Umläufen auch mehr als 50% der Führungsrunden ab. So stark unterwegs verzichtet man natürlich auf sämtliche Strategiespielchen und verhält sich lieber konservativ, um einen Sieg nicht leichtfertig wegzuwerfen. Fallen dann jedoch die Gelbphasen ungünstig oder bleiben gänzlich aus, wirft man die Fahrt in die Victory Lane aber eben gerade wegen der vorsichtigen Herangehensweise weg. So ist es Sonntag dann Kurt Busch passiert, der im Normalfall mit einer späten Caution den Sieg davongetragen hätte. Da er mit seinem letzten Boxenstopp extrem lange wartete, stotterte sein Dodge nach der Rückkehr auf die Strecke sogar etwas vor sich hin, weil die Benzinleitung zwischenzeitlich schon trockengelaufen war.

Die entscheidende Phase des Rennens begann aber schon gute 90 Runden zuvor, als in der letzten Gelbphase neben Denny Hamlin lediglich Piloten von außerhalb der Top20 noch einmal an die Boxengasse kamen. Der Rest riskierte den Verlust von wertvoller Track-Position nicht, nachdem nur gut zehn Umläufe zuvor in der vorletzten Gelbphase des Rennens eh vollgetankt wurde. Zwar konnten einige Kandidaten jetzt mit nur einem statt zwei weiteren Pitstops durchfahren, doch dafür mussten sie bei noch gut 110 zu fahrenden Runden ans äußerste Extrem des Fuel-Windows von max. 55 Umläufen gehen!

Tony Stewart versuchte unterdessen im Laufe des nach dem Restart folgenden Green-Flag-Runs ebenfalls, einen Boxenstopp so lange wie möglich heraus zu zögern, hatte bei seinem vermeintlich letzten Aufenthalt aber Pech. Ausgerechnet im entscheidenden Moment floss nicht genug Sprit in den Tank von Smoke, welcher sonst ebenfalls als Siegkandidat in Frage gekommen wäre. So langsam kommt Stewart wieder in seinen gewohnten Sommer-Schwung, wo er in der prallen Sonne auf dem heißen Asphalt mit einem rutschigen Auto wesentlich besser umgehen kann. Gleiches komme ab sofort nach eigener Aussage auch Dale Earnhardt Jr in den nächsten Rennen zu Gute. Ob das nun stimmt, wird sich zeigen, aber zumindest bei Smoke kann man das Kalenderblatt vom Juni aufblättern, wenn er wieder in Reichweite der Victory-Lane gelangt.

Die finale Schlacht ergab sich dann zehn Runden vor dem Ende des Rennens, als Kurt Busch seinen Dodge an die Box lenkte und seinem Teamkollegen damit die Führung überließ. Dieser wusste zu dem Zeitpunkt übrigens gar nicht, dass er auf dem Weg zum Sieg war, da sein Crew-Chief ihn nicht über seine Position informierte. Keselowski erblickte nach eigener Aussage erst zwei Runden vor Schluss eigenäugig seine Startnummer #2 an oberster Stelle der Anzeigetafel im Infield – auch sehr kurios… In den Top3 waren nun Keselowski, Earnhardt und Hamlin verblieben. Dabei wurde letzterer zwischenzeitlich auf Befehl von Crew-Chief Steve Letarte von Junior geschluckt, die sich mit einem solchen Manöver gute Chancen auf einen Sieg ausrechneten, solche Keselowski noch ohne Benzin ausrollen.

Der spätere Sieger war davon geschätzt auch gar nicht soweit entfernt, da er aufgefordert wurde, den Wagen in den Kurven mehr rollen zu lassen und das Gaspedal noch sparsamer zu benutzen. Deshalb kuppelte Keselowski kurzerhand in voller Fahrt einfach aus und gewann so die entscheidenden Gallonen für eine saubere Zieldurchfahrt. Danach hatte der blaue Dodge mit der #2 zur Freude der Fans sogar noch genügend Benzin für einige Donuts und die Fahrt in die Victory-Lane übrig. Hinter ihm musste Junior sich mit Platz 2 zufrieden geben, da auch seine Spritrechnung nicht ganz auf Vollgas ausgelegt war. Somit cruisten die Top3 am Ende gemütlich dem Ziel entgegen, während Jeff Gordon und Carl Edwards die Top5 komplettierten.

Zwar gelangten mit Matt Kenseth (6.) und meinem ausgerechneten Favoriten Greg Biffle (10.) noch zwei weitere Fahrer von Roush-Fenway Racing in die Top10, doch sie spielten am Wochenende nicht die erste Geige. Um besagtes Musikinstrument stritten sich Penske Racing und Hendrick Motorsports, wobei vor allem die Penske-Jungs seit einigen Rennen endlich von ihrer Schwächephase Abschied nehmen dürfen. Die interne Neustrukturierung inkl. einer Entlassung am Auto von Kurt Busch sorgte für frischen Wind und bessere Performance. Am nächsten Wochenende steht mit Pocono auch eine Strecke an, welche Busch in der Vergangenheit schon öfter mit guten Ergebnissen belohnt hat. Der Fahrer der #22 wurde am Ende übrigens nach seinem Benzin-Schluckauf noch Neunter.

Die verbliebenen Top10-Positionen belegten Jimmie Johnson (7.) in einem unauffälligen Rennen ohne Führungsrunden und der ebenfalls geschlagene Tony Stewart (8.). Insgesamt fiel auf, dass nach einem sehr wettbewerbsfähigen Wochenende in Charlotte dieses Mal nur sieben Fahrer eine signifikante Anzahl an Umläufen in Front des Feldes absolvieren konnten. Das Rennen war wegen der nervenaufreibenden Schlussphase natürlich alles andere als langweilig, hätte aber auch ohne den Benzinkrimi auskommen können. Immerhin zerriss der Verkehr wie erwartet nicht so schnell, wie z.B. auf der Strecke in Fontana, die ja eines ihrer Saisonrennen an Kansas abgehen musste. Daher gab es bei der großzügig bemessenen Streckenbreite auch eine 5-Wide-Aktion zu bewundern. Grundsätzlich konnten auch mehr als zwei Linien auf dem Oval befahren werden, wobei allerdings die oberste direkt an der Mauer nicht immer ohne Berührung der SAFER-Barrier zu absolvieren war.

Was ich noch erwähnen wollte: Wirklich gar nichts gesehen hat man in Kansas von Richard Petty Motorsports! Entgegen meiner Erwartungen kamen Marcos Ambrose (26.) und AJ Allmendinger (27.) geschlossen am Ende der Top30 ins Ziel, so ein schlechtes Rennen erwischte außer ihnen nur Jamie McMurray (29.). Aber auch Mark Martin (21.), Joey Logano (23.) und Jeff Burton (25.) müssen sich nach diesem Rennen fragen, warum man von ihnen in Kansas so gut wie gar nichts gesehen hat.

Einen Fahrer mit trockenem Tank gab es bei allen Spritsparern aber trotzdem noch: Juan Pablo Montoya rollte in den Top10 liegend aus und wurde nur auf Platz 17 gewertet. Der Kolumbianer und seine Crew müssen sich bei den nächsten Rennen wirklich mehr anstrengen, denn in Kansas verlor man erneut das Handling des Wagens und Montoya setzte die #42 auch ein Mal etwas unsanft in die Mauer, was einen erfolgreicheren Tag eigentlich komplett beendete. Da nützen auch die zehn Führungsrunden nicht viel.

Ein Blick auf die Meisterschaftstabelle zeigt folgende Situation: Zumindest bei Martin Truex Jr, David Reutimann, Jeff Burton, Joey Logano, Brian Vickers und Jamie McMurray darf man die Saison nun wohl schon mal abhaken, denn nach einem Drittel des Jahres befinden sich diese Piloten geschlossen nur auf den Rängen 22-27. Das ist sicherlich unter den Erwartungen aller, auch bei Michael Waltrip Racing, die 2010 deutlich besser unterwegs waren. Brad Keselowski liegt auf Platz 21 nur knapp davor, könnte sich aber eine Chase-Wildcard sichern, wenn er die neun Punkte auf den 20. Rang von Paul Menard noch knackt. Erst ab dort gilt nämlich die Playoff-Ausnahmegenehmigung für Rennsieger.

Weiter vorne hat sich wenig geändert, außer dass Jeff Gordon und Denny Hamlin sich stetig weiter an den Chase heranrobben, wobei Gordon ja zumindest noch seinen einzelnen Saisonsieg als Chase-Joker besitzt. Auf den Playoff-Positionen rutschten unterdessen Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr an Kevin Harvick vorbei auf die Plätze 2 und 3. An der Spitze liegt nach wie vor Carl Edwards mit einem sicheren Polster von 40 Zählern, da er 2011 in zehn von dreizehn Rennen in die Top7 gefahren ist. Damit machte er sich selbst zum derzeit größten Konkurrenten für Johnson, welcher nur acht Top9-Resultate einfahren konnte. Die Konstanz von Edwards wird vor allem im Chase selbst sicher von Nutzen sein.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

June 03 2011

06:20

NASCAR: Vorschau Kansas Juni 2011

We are not in Kansas anymore? Yes, we are! Und zwar zum ersten von neuerdings zwei Malen, denn ab 2011 fährt der Sprint Cup auch auf dem Kansas Speedway zwei Saisonrennen pro Jahr. Nach dem Coca-Cola 600 folgt wieder ein „normales“ Rennen, was aber nicht heißen muss, dass es minder-spannend wird. Die Übertragung ist übrigens wieder zur gewohnten Uhrzeit.

Der adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Zur Unterstützung des Sprint Cups sind dieses Mal die Trucks vor Ort, die Nationwide Series fährt ein Nachtrennen auf dem Chicagoland Speedway. Am Freitag gibt es nach dem Aufwachen von der Himmelfahrts-Tour direkt sechs Stunden NASCAR zum Ausnüchtern und der Samstag ist ebenfalls gut vollgepackt! :o)

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 03.06.
18:30 Uhr, Truck Series Practice, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
22:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
00:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV!

Samstag, 04.06.
16:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
20:00 Uhr, Truck Series Rennen (O’Reilly Auto Parts 250), SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
02:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (STP 300), ESPN

Sonntag, 05.06.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (STP 400), FOX

May 31 2011

06:12

NASCAR: Analyse Charlotte Mai 2011

Kevin Harvick sicherte sich im Coca-Cola 600 seinen dritten Saisonsieg und kam dabei, wie schon bei den ersten beiden Fahrten in die Victory Lane, augenscheinlich aus dem Nichts. Auch im NASCAR-Teil des Super-Wochenendes gab es einen großen Verlierer, denn Dale Earnhardt Jr ging in der letzten Kurve der letzten Runde in Führung liegend der Sprit aus!

Wer am Sonntag gegen Mitternacht nach den spannenden Klassikern von Monaco und Indianapolis noch für eine weitere Runde wach geblieben ist, der wird es wahrscheinlich nicht bereut haben. Zwar ging ein Großteil des Rennens mit längeren Ausdauerfahrten unter Grün über die Bühne, aber das war ja beim längsten Meisterschaftslauf der NASCAR-Saison immerhin angekündigtes Programm. Wer dann auch noch bis zum Ende durchgehalten hat, der wurde mit einem spannenden Finish belohnt. Ich bin dummerweise leider ca. fünf Runden vor Schluss eingeschlafen und wurde gegen Ende von Kevin Harvicks Zeremonie in der Victory Lane wieder kurz wach. Die Frage, welche ich mir sofort stellte, war die übliche zu den Themen Harvick und Rennsiege: Where the hell did he come from? Weil ich dann vor der Arbeit noch etwas Schlaf kriegen wollte, schaltete ich den Rechner aus und bekam dabei ein wichtiges Detail erst gar nicht mit: Fast hätte Dale Earnhardt Jr das Rennen gewonnen, rollte jedoch kurz vor dem ersehnten Ziel ohne Benzin aus!

Den Weg zu diesen verpassten 15 Minuten ebnete die vorletzte Gelbphase des Abends ca. 55 Runden vor Schluss. Weil das Spritfenster normalerweise nur gute 50 Umläufe groß ist, begann zu diesem Zeitpunkt der große Spritpoker von Charlotte. Schon kurz vor dem Ende des Fuel-Runs mussten Matt Kenseth und Jeff Gordon mit geringem Benzindruck aufgeben und Sprit nachfassen, um nicht auszurollen.

Ihr größtes Problem war dabei, dass Jimmie Johnsons Motor nur einige Runden später den Tag vorzeitig beenden wollte, nachdem der Dauermeister schon zuvor nicht gerade vom Glück verfolgt war. Mehrere Scharmützel in der Boxengasse, darunter ein steckengebliebener Stellschraubenschlüssel in der Öffnung der Heckscheibe, warfen Johnson zeitweilig zurück. Just als er in die Top10 vordrang, löste er vier Runden vor dem regulären Ende die letzte Gelbphase aus und brachte den Benzinkrimi damit auch noch in die Verlängerung.

Nun könnte man meinen, dass Kenseth und Gordon dadurch mit vollem Tank einen Vorteil beim Restart haben würden, nur hingen beide nach ihrem Stopp unter Grün am Ende der Führungsrunde bzw. mit einem Umlauf Rückstand im Hinterfeld fest. Da die langsam trockenlaufende Konkurrenz aber keinen Moment lang daran dachte, noch einmal zum Nachfassen an die Box zu kommen, war ihr Tag damit erledigt. Der nächste Top-Contender, Greg Biffle, überstand das Herumrollen unter gelber Flagge nicht und musste ebenfalls zum Tanken fahren.

Dale Earnhardt Jr hatte sich zum Restart an zweiter Stelle hinter Kasey Kahne platziert und hatte nach einem guten Rennverlauf innerhalb der Top10 auch tatsächlich eine Siegchance. Sein letzter Erfolg entstammte natürlich ebenfalls einem Spritpoker, das war bekanntlich 2008 in Michigan. Doch fast wäre es für Junior schon unter Gelb vorbei gewesen, da er große Probleme damit hatte, seinen Motor wieder anzustellen, nachdem er ihn zuvor zum Benzinsparen ausschaltete. Dass man so auch ein Rennen verlieren kann, darüber wird Marcos Ambrose sicherlich noch eine lange Geschichte erzählen können, davon dass er im letzten Jahr in den kalifornischen Bergen ausrollte und Jimmie Johnson den Vortritt lassen musste.

Hinter Kahne und Earnhardt starteten dann übrigens Denny Hamlin und Brad Keselowski in die Verlängerung über zwei Runden. Der Restart ging jedoch überhaupt nicht gut, da Kasey Kahne sofort nach dem Schwenken der grünen Flagge ohne Benzin ausrollte. Als Führender stand er damit natürlich einer Menge weiterer Piloten im Weg rum, was fast zu einer Massenkarambolage führte. Weil alle betroffenen Fahrer ihre Wagen allerdings sofort wieder unter Kontrolle bekamen, sah NASCAR keinen Anlass, erneut eine Caution auszurufen. Man konnte an dieser Stelle sicherlich wieder die bösen Zungen vernehmen, welche einen Zusammenhang zur nun erlangten Führung von Dale Earnhardt Jr sahen. Mir liegt es dieses Mal jedoch fern, denn ich denke, dass NASCAR dort richtig entschieden hat. Immerhin löste sich die Gefahrensituation wirklich schnell wieder auf.

Nutzen konnte Junior den Umstand allerdings nicht mehr, denn nachdem zunächst Anfang der letzten Runde Verfolger Denny Hamlin der Sprit ausging, rollte auch Earnhardt ausgangs von Turn 4 mit leerem Tank langsam in Richtung Ziellinie. Profitieren konnte wieder einmal Kevin Harvick – oder „The Closer“ wie er jetzt genannt wird! Harvick führte im Laufe des Rennens übrigens nur zwei Runden an. Auf die Gründe für seinen Erfolg in diesem Benzinkrimi gehe ich gleich ein, zunächst möchte ich noch ein paar Worte über die in Charlotte sehr starke Ford-Flotte verlieren:

Denn Roush-Fenway Racing stellt sich momentan eindeutig am besten an, auch wenn man den Poker zum Schluss verlor und am Ende leider größtenteils nicht mehr in die Top12 fahren konnte. Die Roush-Fahrer dominierten über die Hälfte des Rennens, als es noch unter normalen Bedingungen zuging. Matt Kenseth (103, Rang 14), Carl Edwards (61, Platz 16), Greg Biffle (50, Rang 13) und David Ragan (7, Platz 2) führten gemeinsam 221 der 400 Runden an. Weil Ragan aber während der letzten Gelbphase an die Boxengasse kam, konnte er an den ausrollenden Fahrzeugen vorbei auf einen starken zweiten Rang fahren, welcher sich zuvor schon über die gesamte Renndistanz ankündigte. Insgesamt haben wir gesehen, dass sich die Roush-Fords sehr schwer mit ihrem Benzinverbrauch taten, ähnlich wie auch die Chevrolets von Hendrick Motorsports.

Der Meister im Spritsparen bleibt also nach wie vor der Chevy-Motor von Richard Childress Racing, welcher in Kooperation mit Earnhardt-Ganassi Racing hergestellt wird. Allerdings darf man bei aller Euphorie im Team auch nicht vergessen, dass z.B. Paul Menard (der zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Runden Rückstand hatte) als Schützenhilfe einsprang, um seinen Teamkollegen Harvick wörtlich durch die Gelbphase zu schieben. Eine solche Aktion ist im Übrigen nicht illegal, wenn sie nicht in der letzten Runde erfolgt. Damit ist RCR natürlich auch eine taktische Meisterleistung gelungen, welche die Super-Strategen von Hendrick gar nicht auf dem Programm hatten.

Dass aber auch sonst eine Menge passiert war, zeigte sich alleine an der Verteilung der Führungsrunden: Von den Top23 in der Ergebnisliste führten nicht weniger als 17 Fahrer das Rennen für mindestens eine Runde an. Rechnet man die Totalausfälle zweier weiterer Piloten mit ein, befanden sich sogar 19 von 43 unterschiedlichen Fahrern zwischenzeitlich an der Spitze des Feldes, was immerhin knapp 50% entspricht. Dabei wird auch die hohe Leistungsdichte im Sprint Cup deutlich, welche in dieser Saison ja schon so einige Male aufgeblitzt ist.

Leider entspricht das letztendliche Rennergebnis nicht so richtig dem Verlauf des Abends, daher kann ich lediglich auflisten, wer sich besonders gut und wer besonders schlecht verkauft hat:

- Roush-Fenway Racing und Kasey Kahne, auch wenn das nur in einem Fall belohnt wurde,
- Marcos Ambrose und AJ Allmendinger fuhren in die Top6, nachdem sie vorher auch lange Zeit konstant in den Top10 unterwegs waren,
- Ricky Stenhouse Jr verkaufte sich bei seinem Cup-Debüt recht ordentlich, bedenkt man, dass er zuvor schon 300 Meilen in der Nationwide Series gefahren ist. Platz 11 ist nach dem frühen Mauerkuss ein gutes Ergebnis!
- Kyle Busch und Mark Martin waren dummerweise in Umfälle verwickelt, während sich Jimmie Johnson und Jamie McMurray jeweils vor Rennende von ihren Triebwerken verabschieden mussten.

Kevin Harvick katapultierte sich mit seinem Sieg von Platz 5 in der Meisterschaftswertung auf Rang 2, vorbei an Jimmie Johnson (3.), Dale Earnhardt Jr (4.) und Kyle Busch (5.). Ganz vorne steht nach wie vor mit 36 Punkten Vorsprung Carl Edwards.

Das gute Ergebnis von Ricky Stenhouse Jr beförderte am Wochenende außerdem Robby Gordon aus den Top35 der Owner Points und das mehr als deutlich. Zwischen den Plätzen 35 und 36 liegen nun 17 Punkte, was das Rennen um die garantierten Startplätze erstmal für mindestens ein Rennen entschärfen dürfte.

In der nächsten Woche geht es dann gleich in Kansas weiter, einem weiteren 1,5-Meilen-Oval. Zur Unterstützung sind die Trucks dabei, während die Nationwide Series sich in Chicagoland vergnügt.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

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