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February 29 2012

18:12

NASCAR – Analyse Daytona 500

Ein gutes, wenn auch recht unfallträchtiges erstes Rennen lieferte die NASCAR am Montagabend in Daytona ab. Wegen Regens musste das Rennen auf diesen Termin gelegt werden. Am Ende gewann nicht ganz überraschend ein Ford. 

Die NASCAR entschied sich am Sonntag auf Grund von Dauerregen das Rennen auf Montagmittag zu verlegen. Montag früh merkte man auf Grund der immer noch schlechten Wetterverhältnisse jedoch schnell, dass auch dieser Termin nicht zu halten sein würde und verschon das Rennen auf den Abend.

Dafür sprach neben der besseren Wettervorhersage noch ein weiterer Grund: Zur US-Primetime versprachen sich die Verantwortlichen auch deutlich bessere Quoten. Für FOX und die NASCAR war der Lauf eine Art Testballon – denn die Idee, manche Rennen des Sprint-Cup (à la “Mondy Night Football”) am Montagabend zu fahren ist keineswegs neu. Daytona sollte den Verantwortlichen nun endgütlig zeigen, welche Quoten Wochentags erreicht werden können.

Das Ergebnis fällt laut ersten Overnight-Ratings zwiespältig aus. Auf der positiven Seite: Man hatte mehr Zuseher als beim Pothole-Debakel 2010. Nicht so gut: Es waren auch weniger als 2011. Außerdem zeigen die Ratings einen deutlichen Anstieg nach Montoyas spektakulärem Unfall – mit einem “normalen” Rennen wäre man also vielleicht etwas schlechter gelegen. Ob die Zahlen nun Anlass sind, über weitere Montags-Rennen nachzudenken, liegt im Auge des Betrachters: Es ist sicher ein anständiges Ergebnis, mit dem man das beste aus einer widrigen Situation herausgeholt hat. Einen klar ersichtlichen Vorteil gibt es gegenüber dem Sonntag aber nicht. Und den bräuchte man, um ein Montags-Rennen zu rechtfertigen, das wohl mit einem deutlich Minus an Zuschauern an der Strecke auskommen müsste.

Einen dicken Silberstreif gibt es allerdings für die NASCAR: Die Nationwide-Serie auf ESPN hat mit Danica Patrick auf der Pole Zuschauerrekorde für Kabel gebrochen, und 4,4 Mio. Zuseher erreicht. Das Rating von 3.3 liegt etwa deutlich über jenem Wert, den die IndyCar-Serie bei ihren Übertragungen am Network-Sender ABC erzielt. Selbst das Indy 500 aus dem vergangenen Jahr hatte mit einem Rating von 4.0 nicht sehr viel mehr Zuseher.

Das Rennen:

Um 19.00 Uhr amerikanischer Zeit ging es dann endlich los in Daytona und Darell Walltrip eröffnete die Saison mit seinem bekanntem “Boogity, Boogity, Boogity, let’s go racing boys!”, welches er aus aktuellem Anlass mit einem “and Danica” vervollständigte. Die Fahrer schafften es sich auch eine ganze Runde zusammenreißen, bis es das erste Mal krachte. Sadler schob Johnson auf der Start- und Zielgeraden leicht an, der daraufhin hart in die Mauer einschlug und anschließend einen harten Treffer von einem weiteren Fahrzeug einstecken musste. Die übliche Kettenreaktion folgte. Insgesamt beschädigte der Unfall die Fahrzeuge von Johnson, Patrick, Bayne und Kurt Busch so schwer, dass das Rennen für sie entweder komplett vorbei war, oder sie so viele Runden Rückstand nach Reperaturen hatten, dass ein Sieg oder viele Punkte unmöglich waren. Johnson hat damit im Übrigen wieder einen Grund mehr, die Superspeedwayrennen zu hassen. Kyle Bush kommentierte den Unfall hingegen relativ amüsant über Funk: “Seriously, we sit around 36 hours and then we wreck on lap 1.”.

Nachdem Restart sah man vorne Kenseth und Biffle, wo sie auch den ganzen Abend bleiben sollten. Generell wurde den gesamten Abend viel 2-wide gefahren, wobei dies meistens erst hinter den Top 5 der Fall war. In Runde 13 gab es dann die nächste Gelphase, als Ryan Newman sich auf Grund eines Reifenplatzers drehte. In dieser kamen  alle an die Box. Nachdem Restart gab es lange Zeit vorne ein großes Pack und dahinter ein kleineres Pack mit unter anderem Montoya, McMurray, Labonte, Gilliland und Harvick, die sich so versuchten aus dem Gröbsten rauszuahalten.

Um Runde 57 folgten dann Green-Flag Pitstops, aus denen Jeff Burton als Führender hervorging. Tony Stewart verpasst die Boxeneinfahrt, ein größerer Schaden entstand daraus allerdings für ihn nicht. Kurz nach den Pitstops gab es die nächste Gelbphase wegen Debris auf der Strecke. Bei Kenseth zeigte sich zu dem Zeitpunkt, dass er massive Kühlungsprobleme hatte. Das Wasser sprühte geradezu aus seinem Auto, als er an der Box war. Er verlor zwar dadurch das Pack, konnte aber in der Lead Lap bleiben. Zu diesem Zeitpunkt waren vorne Burton, Biffle, Logano, Bowyer und ein starker Ambrose zu finden.

Bis Runde 81 lief das Rennen unter grün, dann platzte Jeff Gordon auf der Outside-Lane der Motor, er konnte dies zum Glück rechtzeitig mit der Hand anzeigen, so das es zu keiner Kollision mit anderen Fahrzeugen kam. Gordon sagte danach, dass alle Temperaturmesser im grünen Bereich gewesen seien, er also keine Ahnung habe, warum sich der Motor verabschiedete. Nach den nächsten Boxenstops ging es dann weiter.

Zu diesem Zeitpunkt schossen sich Hamlin und Kenseth nach vorne. Allgemein war auch beim 500 das zu beobachten, was sich schon in den Gatorade Duels und dem Budweiser Shootout angedeutet hatte: Die 2-Car-Tangos funktionierten begrenzt für eine bestimmte Zeit so um die 1- 1 1/2 Runden um sich im Pack nach vorne zu arbeiten, vom Pack weg fahren konnte man allerdings nicht. Polestitter Carl Edwards meldete in Runde 107, als vorne angefangen wurde Single-file zu fahren, Benzindruckprobleme. Seine Chancen auf einen Sieg waren damit auch dahin. Man dachte eigentlich, dass es in der Nacht weniger Temperaturprobleme geben würde, aber Bowyer meldete sich in Runde 117 und sagte, dass er sein Auto nicht mehr kühl bekommen würde. Allgemein sagten die Fahrer, dass es gut möglich war, das Auto im Rennen zu kühlen, wenn man es jedoch einmal übertrieben hatte, war es sehr schwer, den Normalzustand wiederherzustellen.

In Runde 127 dachten alle Bowyer’s Motor sei kaputt, aber in Wirklichkeit hatte er keinen Sprit mehr und wurde bei der Boxengasseneinfahrt durch 2 Autos geblockt. Die Folge war eine weitere Gelbphase, da sein Auto einfach ausrollte. Jeff Burton musste hierbei in die geschlossene Boxewngasse fahren und stoppen, da er sonst auch ausgerollt wäre. Nach den Boxenstops wurde es dann zunehmend aggressiver und temperamentvoller. Das hintere Pack hatte sich aufgelöst und Montoya. McMurray und Harvick mischten jetzt auch vorne mit. Ganz vorne war die Ford-Armada aus Kenseth und Biffle, dahinter Hamlin, Earnhardt Jr. und Logano.

In Runde 158 gab es dann die nächste Gelphase wegen eines Reifenschadens von David Stremme, was sehr schade war, da das Auto erst 2,5 Wochen vor dem 500 auf die Beine beziehungsweise Räder gestellt werden konnte. Bei den letzten Boxenstops kam es dann zu der wohl einprägsamsten Szene des Rennens. Juan Pablo Montoya war nach seinem letzten Boxenstop auf dem Weg zum Pack als ihm kurz vor einem Track-Blower wohl das Differential kaputt ging. Die Folge war, dass er mit dem Auto unkontrollierbar in das Heck des Track-Blowers krachte. Dabei traf er natürlich die hinten angebrachte Turbine mit Tank. Es gab einen großen Feuerball, Kerosin floss die Strecke herunter entzündete sich, das Feuer konnte jedoch nach kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Etwas ernsthaftes ist zum Glück weder der Besatzung des Track-Blowers noch Montoya passiert. Aber die Bilder waren schon erschreckend und spektakulär zu gleich.

Wegen des Feuers stoppte man die Autos erstmal auf der Backstretch und unterbrach das Rennen. Brad Keselowski wurde irgendwann so langweilig, dass er woher auch immer sein Handy holte, anfing zu twittern und Fotos zu schießen. Die NASCAR begrüßte im Nachhinein die Aktion, solang dabei keine Gefahr entsteht. Zunächst gab es Zweifel ob die Strecke das Feuer unbeschadet überstanden hatte, nach knapp 2 Stunden Pause konnte es dann aber doch weiter gehen.

Der Restart erfolgt in Runde 163, vorne waren Kenseth, Biffle, Earnhardt Jr., dahinter Harvick und Logano. Es wurde nun zunehmend unruhiger, teilweise wurde versucht eine Dritte Linie aufzumachen, doch das gelang nicht, da schon die zweite, obere Linie etwas schlechter als die Untere funtktionierte.

In Runde 172 kamen sich dann Ambrose, Mears und Almirola ins Gehege, was zu einer weiteren Gelbphase führte. Nachdem Restart in Runde 181 führte Kenseth vor Biffle, Earnhardt Jr, Hamlin und Harvick. Wenige Runden später folgte der nächste Big One, nachdem McMurray durch einen Reifenschaden das Auto verlor. Involviert waren: McMurray, Stewart, Almirola, Smith, Edwards, Kahne und Keselowski, der scherzhaft nachdem Unfall im Interview gefragt wurde, ob sein Auto oder sein Telefon mehr Schaden genommen hätte (es war das Auto).

Beim Restart in Runde 193 wurde klar, dass Biffle und Kenseth weiter zusammenarbeiten würden, als Kenseth hochzog, um Biffle “einzusammeln”. Doch nach 3 Runden war der Spaß wieder vorbei, es gab nämlich noch einen letzten Big One, weil Stewart von Stenhouse umgedreht wurde. Dieser war zuvor leicht von Logano berührt worden. Resultat waren Schäden an den Wagen von: Blaney, Kyle Busch, Stewart, Reutimann, Stenhouse, Newman und Gilliland. Dieser letzte Big One führte zu einem Green-White-Checkered- Finish. Beim Restart sammelte Kenseth wieder Biffle ein, welcher ihn pushte und vor Earnhardt “beschützte”, der leider von Hamlin nicht wirklich gepushed wurde. Er konnte vor der Ziellinie aber noch Biffle überholen, der sich ganz klar in den Dienst des Teams stellte, als er Kenseth nicht angriff, sondern bis zum Ende pushte.

Daytona bestätigte seinen Ruf, sich nach der Neusasphaltierung als Fordstrecke zu entwickeln. Ganz starke Leistung des Roush-Teams, während Hendrick-Motorsports mal wieder auf den Superspeedways bis auf Junior, der ein gutes Rennen ablieferte ordentlich unter ging. Für Stewart-Hass Racing lief es auf Grund der Unfälle, in die alle 3 Fahrzeuge unschuldig verwickelt wurde auch sehr schlecht, das gleiche gilt wie so oft auf den Superspeedways für Earnhardt-Ganassi-Racing, die ansonsten wohl gut unterwegs gewesen wären. Herauszuheben aus den Top 10 sind noch Paul Menard mit einem sehr starkem 6. Platz und Mark Martin auf Platz 10. Das vollständige Endergebnis gibt es http://www.jayski.com/stats/2012/pdfs/01daytona2012results.pdf .

Allgemein war es ein ganz gutes Rennen mit einem verdientem Sieger und trotz des Montagabendtermins mit beeindruckender Zuschauerzahl an der Strecke. Matt Kenseth fuhr die ganze Zeit, bis auf eine kurze Phase wegen seines Kühlproblems vorne mit, ebenso Biffle und Earnhardt Jr. Das Packracing ist zurück in Daytona in einem begrenzten Mix mit den 2-Car-Tangos, auch wenn die obere Linie am Montag leider nicht so gut funktionierte. Wer wissen möchte, wie sehr gutes Pack-Racing mit 2-Car-Trains aussieht, sollte sich das Nationwiderennen anschauen.

Im deutschen TV: 

Reichlich Verwirrung gab es rund um die deutschsprachige TV-Übertragung im Vorfeld des Rennens: Motorvisison TV hat vergangene Woche überraschend angekündigt, das Daytona 500, den gesamten Chase, und einige “Highlights” der laufenden Saison live “und exklusiv” zu übertragen. Als Kommentatoren wurden Lenz Leberkern und Jacques Schulz vorgestellt, wobei letzterer als Experte fungieren sollte.

Nach der Verschiebung des Rennens auf Montagnacht trat dann auch noch Servus TV auf den Plan, und kündigte an, das Daytona 500 ebenfalls live zu übertragen. Dabei scheint der Red Bull-Sender allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht zu haben, denn wenig später musste man zurückrudern: Man habe gerade bemerkt, dass man das Rennen doch nicht live zeigen könne. Eine etwas peinliche Vorstellung, die aber immerhin duch das Versprechen “es wieder gutzumachen” entschärft wurde. Welche Umstände die kommunikative Fehlleistung ausgelöst haben, ist unklar.

Das Fazit zur ersten Motorvision-Übertragung bietet Plus- und Minuspunkte. Loben muss man die Bildqualität, und die Beharrlichkeit, mit der man auch nach zwei Verschiebungen die Übertragung durchgezogen hat. Auch der Einsatz des Kommentatorenduos ist nicht zu bemängeln, immerhin musste man am Ende mehr als sechs Stunden ein nicht stattfindendes Rennen kommentieren (vier Stunden am Sonntag, und dann nochmal zwei Stunden Rot-Phase am Montag). Mit sicher geringer Vorbereitungszeit eine nicht ganz einfache Aufgabe. Nett war auch der interaktive Ansatz der Sendung, der zu einer teils fast familiären Atmosphäre führte. Manchmal aber auch zur angespannten Esstisch-Stimmung bei etwas weiter entfernteren Verwandten. Auch die ehrliche und effiziente Facebook-Kommunikation des Senders mit den Fans ist zu begrüßen.

Mit der Beurteilung des Renngeschehens taten sich Leberkern und Schulz gelegentlich ein wenig schwerer. Das mag mit der geringen Vorbereitungszeit und auch der späten Stunde zu tun haben – während der zweistünden Rotphase war den beiden die Belastung doch ein wenig anzumerken. Für zukünftige Übertragungen würde man sich aber vielleicht ein wenig mehr Detailinformationen erhoffen. Aber gut – bis zur nächsten Übertragung dürften ja nun ausreichend Zeit für Vorbereitungen bleiben.

Die Initiative von Motorvision ist für deutsche Fans jedenfalls sehr zu begrüßen – gerade vor dem Hintergrund, dass das NASCAR 2012 deutlich aggressiver gegen inoffizielle Internet-Streams vorzugehen scheint.

( Der Artikel entstand in Zusammenarbeit zwischen Chaos und Vorsicht, Bilder folgen. )

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February 21 2012

07:15

NASCAR: Analyse Budweiser Shootout / Vorschau Gatorade Duels

Mit dem Budweiser Shootout ist das erste Rennen des Jahres – und dazu noch ein ziemlich spektakuläres – Geschichte. Welche Lehren können die Teams aus dem Event ziehen? Außerdem ging am Sonntag das Pole-Qualifying über die Bühne, womit die ersten Mannschaften aus der Go-or-go-homer-Riege fest im Daytona 500 stehen.

Kyle Busch war in der Nacht von Samstag auf Sonntag der Held des Abends und gewann das Budweiser Shootout des Jahres 2012, nachdem er mehrfach eigentlich schon so gut wie geschlagen schien. Zwei Mal fing er seinen Gibbs-Toyota in spektakulärer Manier bei über 300 km/h noch querstehend wieder ein, während um ihn herum die Hölle losbrach. Zu insgesamt drei Big-Ones kam es über eine Renndistanz, welche noch nicht einmal halb so lang wie die des Daytona 500 ist. Da es sich um ein Showrennen handelt, will ich nicht zu viel analysieren, doch einige Beobachtungen in Bezug auf das Bump-Drafting sind es wert, genauer unter die Lupe genommen zu werden:

Nachdem ich mir im Anschluss an die Winter-Testfahrten und vor dem ersten Wochenende der Daytona Speedweeks recht sicher war, dass sich das Fahren im großen Paket relativ in Grenzen halten würde, bekam ich das genaue Gegenteil präsentiert. Warum ich letztendlich falsch lag, kann ich nur vermuten: Möglicherweise hing es mit den zahlreichen unterschiedlichen Parametern zusammen, welche NASCAR die Teams bei den Testfahrten ausprobieren ließ. Die genutzte Regelauslegung für das Budweiser Shootout könnte also eine nicht direkt in dieser Kombination getestete Variante gewesen sein.

Wie auch immer, das Ergebnis konnte sich auf jeden Fall sehen lassen: Die Autos waren insgesamt schneller unterwegs als noch in der Vergangenheit und ein Ausbrechen aus dem großen Drafting-Feld war auch nicht ohne weiteres möglich. Lediglich drei Runden im Two-Car-Train waren den Wagen möglich, bevor die Instrumente im Cockpit Alarm schlugen. Außerdem reichte der Geschwindigkeitsüberschuss in dieser Größenordnung nicht aus, um einen dauerhaften Abstand zum Rest der Meute herauszufahren. Was man auch gesehen hat, war die Tatsache, dass ein wild rotierendes Teil-Feld auf zwei oder drei Spuren langsamer unterwegs war, als die verfolgende Single-Line-Gruppe.

Den Fahrern hat es sichtlich Spaß gemacht, wieder im Pack zu fahren und praktisch niemand hat sich hinterher kritisch geäußert. Worauf man in den anstehenden Gatorade Duels und dem Daytona 500 allerdings achten müssen wird, ist die aerodynamische Anfälligkeit der Autos durch den kleineren Heckspoiler beim physischen Pushen mit Kontakt: Sobald der hinterherfahrende Wagen seinen Drafting-Partner in den Turns zu weit links anschiebt, übernimmt er den Luftstrom am Heck des vorderen Autos sehr ungünstig und sorgt ungewollt für Auftrieb. Der Grip des Vordermanns lässt dadurch schlagartig nach, was zu einem klassischen Dreher führt. Alle drei Big-Ones im Shootout sind auf diese Weise entstanden.

Ich denke nicht, dass die NASCAR-Offiziellen sich da bis zum größten Rennen des Jahres noch spontan etwas einfallen lassen können oder werden. Zudem sorgt die derzeitige Konfiguration ja endlich mehrheitlich dafür, dass Pack-Racing wieder möglich ist. Da nimmt man es dann mit den Auswirkungen von aggressivem Fahren nicht so genau. Lediglich Richard Childress war kurzzeitig sehr besorgt um seine Brieftasche und funkte an seine Fahrer, dass sie doch ein direktes Anschieben des Vordermannes im Paket unterlassen sollen, um nicht noch mehr Unfälle zu provozieren.

Das wird dann vermutlich auch der Tenor für den restlichen Teil der Speedweeks bleiben: Lieber etwas verhaltener fahren! Die Fahrer müssen das selbst in den Griff bekommen und abschätzen, wann ein Bump-Draft zu aggressiv wird. Sollte das nicht funktionieren, könnte die NASCAR im Zweifelsfall auch wieder ihre unbeliebte No-pushing-in-the-turns-Regel auspacken. Allerdings dürfte dann sofort Kritik aufflammen. Am besten ist es wohl, wenn wir erstmal die Duels am Donnerstag abwarten und uns dann ein aktuelles Bild der Situation machen.

Bei den angesprochenen Gatorade Duels handelt es sich um die nächste Phase der Speedweeks, bei denen die letztendliche Startreihenfolge für das Daytona 500 festgelegt wird. Das gesamte Feld wurde nach dem Pole-Qualifying geteilt und fährt am Donnerstag in zwei Qualifikationsrennen um die letzten verbliebenen Startplätze im größten NASCAR-Event des Jahres. In Duel 1 starten alle Fahrer mit einer ungeraden Position in den letztjährigen Owner-Points aufgereiht nach ihrem Ergebnis aus dem Einzelzeitfahren vom Sonntag. Duel 2 beinhaltet dagegen die geraden Plätze der Besitzer-Wertung von 2011. Bei einem Ungleichgewicht der Starteranzahl behält sich NASCAR vor, einzelne Änderungen in der Zusammensetzung der Felder zu unternehmen. Das Ergebnis des ersten Duels bestimmt die Startreihenfolge auf der Innenbahn des Daytona 500, während im zweiten die Außenseite ausgefahren wird. Pro Duel können die beiden besten nicht Top35-Teams in das Hauptfeld aufrücken, wobei es noch einige Besonderheiten zu beachten gibt. Im Pole-Qualifying haben sich nämlich aus rechnerischen Gründen schon drei Fahrer aus der Go-or-go-homer-Gruppe fest qualifiziert. Die Rechnung ist folgende und eigentlich relativ einfach:

35 (Top35) + 4 (2×2 in den Duels) + 3 (die schnellsten nach den Duels noch nicht qualifizierten Teams aus dem Einzelzeitfahren) + 1 (Champions-Provisional oder das vierschnellste Team) = 43

Da das Pole-Qualifying aber schon vor den Gatorade Duels stattgefunden hat, sind eben die drei schnellsten Teams außerhalb der Top35 schon fest im Rennen, jedoch ist ihre Startposition im Daytona 500 noch unklar. Dabei handelt es sich um Trevor Bayne (#21 – Wood Brothers), Tony Raines (#26 – Front Row Motorsports) und David Stremme (#30 – Inception Motorsports). Zusätzlich verfügt Terry Labonte immer noch über den Anspruch auf das Champions-Provisional, was derzeit Bill Elliott etwas nervös machen dürfte.

Diese drei bzw. vier Fahrer haben am Donnerstag aber immer noch die Möglichkeit, sich über die Duels erneut ins Daytona 500 zu fahren, was dann vorrangig wäre. Damit würden sie ihre festen Plätze aus der Qualifikation an die nachfolgend schnellsten Fahrer abgeben. In den Genuss einer solchen „zugeschanzten“ Startposition könnten nach dem Ergebnis des Einzelzeitfahrens Kenny Wallace (#09 – RAB Racing), Dave Blaney (#35 – Tommy Baldwin Racing) und Michael Waltrip (#40 – Hillman Racing) in dieser Reihenfolge kommen. Positioniert sich auch Terry Labonte unter den besten zwei Go-or-go-homern in seinem Duel, wandert das Provisional an Bill Elliott weiter.

Damit verbleiben noch sechs Fahrer, welche sich auf keinerlei Schützenhilfe verlassen können und die Qualifikation aus eigener Kraft über ein Top2-Resultat innerhalb der Go-or-go-homer in ihrem Duel schaffen müssen: Joe Nemechek (#87 – NEMCO Motorsports), Michael McDowell (#98), Mike Wallace (#37), Robert Richardson Jr. (#23), Robby Gordon (#7 – Robby Gordon Motorsports) und JJ Yeley (#49). Während der TV-Übertragung wird das aktuelle Szenario dann erstens von den Kommentatoren immer wieder neu durchgespielt und zweitens im Leaderboard farblich dargestellt, damit man auch zu jedem Zeitpunkt voll im Bilde bleibt.

Im Pole-Qualifying selbst wurde am Sonntag natürlich nur die erste Startreihe ausgefahren, welche sich Carl Edwards (1.) und Greg Biffle (2.) sichern konnten. Damit verschafften sie Jack Roush ein absolutes Traumergebnis und übernahmen zum ersten Mal seit 2007 wieder die komplette erste Reihe für ein Ford-Team. Beide Piloten dürfen übrigens trotzdem aus Gründen der Gerechtigkeit in ihrem jeweiligen Gatorade Duel antreten, allerdings haben – sie egal was kommt – ihre Startposition für das Daytona 500 in der Pole-Reihe schon sicher.

Abschließend gibt es noch adie Teilnehmerlisten der beiden Gatorade Duels sowie einen Zeitplan für die restlichen Daytona Speedweeks:

Ausstrahlungsdaten

Dienstag, 21.02.
— FREI —

Mittwoch, 22.02.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED

Donnerstag, 23.02.
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
16:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
18:00 Uhr, Truck Series Practice, SPEED
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Gatorade Duels), SPEED
00:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (TV um 00:30 Uhr)

Freitag, 24.02.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED
20:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
22:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
01:00 Uhr, Truck Series Rennen (NextEra Energy Resources 250), SPEED

Samstag, 25.02.
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Final Practice, SPEED
18:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Drive4COPD 300), ESPN2

Sonntag, 26.02.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Daytona 500), FOX

Alle Angaben sind ohne Gewähr!

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February 17 2012

07:15

NASCAR: Vorschau Budweiser Shootout / Daytona 500 Qualifying

Es ist wieder soweit: Nach gut drei Monaten des Wartens beginnt die neue NASCAR-Saison traditionell mit den Speedweeks in Daytona! An diesem Wochenende steht zunächst das Budweiser Shootout in der Nacht von Samstag auf Sonntag an, gefolgt vom Pole-Qualifying für das Daytona 500 am Sonntagabend.

In diesem Jahr muss eine schriftliche Saison-Vorschau der Teams und deren Fahrer aus Zeitgründen leider entfallen. Einen Ersatz bieten wir aber dennoch in unserem Podcast an: In der gestrigen Ausgaben haben wir zunächst über Hendrick Motorsports, Stewart-Haas Racing und Joe Gibbs Racing sowie Penske Racing gesprochen und die Veränderungen (wie Fuel-Injection) gegenüber 2011 aufgezeigt. In den nächsten Wochen stehen dann weitere Vorstellungen an, zu kurz sollte also keiner der Racingblog-Leser bzw. Podcast-Hörer kommen! Wem die Dreiviertelstunde von dieser Woche zu lang zum Reinhören ist, der kann sich auch adirekt im Teamchart 2012 bei Jayski.com umsehen. Diese Vorschau soll sich daher explizit mit dem ersten Teil der anstehenden Speedweeks befassen:

Auf dem aDaytona International Speedway startet die NASCAR nämlich an diesem Wochenende traditionell mit dem Budweiser Shootout und dem Pole-Qualifying zum Daytona 500 in ihre neue Saison. Das Einladungsrennen wird seit 1979 unter einem ständig wechselnden Regelwerk ausgetragen und bringt dem Sieger derzeit satte 200.000 US-Dollar. Bis Ende 2008 war das Shootout ein inoffizieller Wettkampf aller letztjährigen Pole-Position-Inhaber, doch dann ging der Sponsoring-Vertrag für den Pole-Award an den Konkurrenten Coors Light über. Budweiser wollte deshalb das Rennkonzept von der Spitzenplatzierung im Qualifying lösen und so wurde das Shootout 2009 zu einem Machtkampf der sechs (plus je 1 Wildcard) bestplatzierten Wagen pro Hersteller der Vorjahres-Owner-Wertung erklärt.

Diese Qualifikationsregel ließ sich durch den mehrheitlichen Ausstieg von Dodge nur ein Jahr aufrechterhalten, so dass die Startplätze ab 2010 schon wieder nach einem neuen System vergeben werden mussten. Dieses Mal rückte der Daytona International Speedway selbst in den Vordergrund, denn neben den vergangenen Siegern des Einladungsrennens waren erstmals auch alle ehemaligen Rennsieger der beiden Daytona-Punkterennen zugelassen. Dazu gesellten sich in einem – trotz großzügiger Teilnahmebeschränkungen – relativ kleinen Starterfeld (24) auch noch alle bisherigen Cup-Champions, die Chase-Piloten der Vorsaison sowie alle Fahrer, die jemals zu Rookie-of-the-Year-Ehren in der ersten Liga gekommen sind (2010 nur der beste Vorjahres-Rookie).

In dieser Saison entschied man sich dazu, die Bedingungen etwas zu vereinfachen und das Feld wieder zu vergrößern. Ab 2012 sind beim Budweiser Shootout nun die Top25 der Fahrerwertung gesetzt und zudem noch wie bisher alle ehemaligen Gewinner des Einladungs- und der Punkterennen. Der Modus, nach dem das Event ausgetragen wird, hat sich hingegen seit der Einführung des heute gültigen Namens 2001 nicht großartig geändert. Damals dauerte das Shootout 70 Runden, seit 2009 sind es 75 Runden, wobei diese seit 2003 in zwei Segmente unterteilt sind.

Segment 1 läuft über 25 Umläufe (bis 2009 nur 20 Umläufe) und lässt sich als Vorgeschmack auf das längere Finale sehen. Es gibt den Teams genügend Zeit auf der Strecke, um das Setup des Wagens in den Griff zu bekommen, bevor es in Segment 2 über 50 Runden um die Wurst bzw. Siegprämie geht. Die beiden Abschnitte werden durch eine zehnminütige Pause unterbrochen, in welcher die Mannschaften in der Boxengasse oder wahlweise auch der Garage alle Arbeiten am Fahrzeug vornehmen dürfen, zu denen sie auch während eines normalen Pitstops im Rennen befugt sind. Größere Änderungen wie z. B. der Wechsel von Federn, Stoßdämpfern oder Heckpartien sind verboten.

Das Budweiser Shootout ist normalerweise ein ziemliches Spektakel, da der Umfang des Preisgeldes im Verfolgerfeld des Siegers recht schnell abfällt: „Win or bust!“, wie die Amerikaner sagen. In den letzten Jahren ist es dagegen etwas ruhiger geworden, da man für die gesamten Speedweeks nur noch mit zwei Wagen pro Fahrer kalkuliert. Das beste Auto einer Mannschaft wird dabei für gewöhnlich erst zum Great-American-Race aus dem Hauler gerollt, um ja nichts zu riskieren. Also sollte man die B-Variante, welche nach dem Shootout auch noch durch die Pole-Qualifikation sowie eines der Gatorade-Duels muss, tunlichst beim Einladungsrennen in einem Stück wieder in der Garage abstellen! Ansonsten ist halt das Überstreifen der Samthandschuhe für die restlichen Speedweeks im eigentlichen Einsatzauto angesagt…

Was wir in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 2 Uhr (Jawohl, es geht direkt mit einem der so geliebten Nachtrennen los!) aber auf jeden Fall sehen werden, ist ein interessanter Ausblick auf den Bump-Draft-Modus für das große Daytona 500. Die NASCAR hat bei den Pre-Season-Tests ja schon gewaltig mit dem Kühlsystem der Autos herumgespielt, um die Cockpit-Instrumente früher zum Aufleuchten zu bringen. Denn wenn der Motor schneller überhitzt, müssen die Fahrer eines Two-Car-Drafts öfter die Positionen tauschen, da die neuere Form des Restrictor-Plate-Racings von vielen Fans, Fahrern und Offiziellen nicht gerne gesehen ist. Das leidige Thema sollte nach den Daytona-Testfahrten im Januar eigentlich der Vergangenheit angehören, doch so ganz erfolgreich war man dabei nicht.

Die Tangos wollten sich einfach nicht auflösen lassen, und dass obwohl man den Lufteinlass für den Kühler quasi direkt an die Kontaktstelle für das Bump-Drafting versetzt hatte. Unter Umständen bekommt der Motor also bei einer Hinterherfahrt nun gar keinen kühlenden Wind mehr. Zusätzlich wurde auch das Fassungsvermögen des Kühlkreislaufs verringert und ein Druckventil vorgeschrieben, welches schon bei weniger Dampf eine kochende Fontäne in den Himmel schießen lässt. Zahlen führe ich hier aus Übersichtsgründen bewusst nicht auf, da die Offiziellen doch sehr viel im Kleinen herumexperimentiert haben. Auch eine Vergrößerung der Löcher im Restrictor-Plate brachte keine Besserung, höchstens insofern, als dass sich die Verbindung der beiden Wagen schwerer herstellen ließ.

Was NASCAR also letztendlich erreicht hat, ist eine Verkürzung der maximalen Durchführungsdauer eines Two-Car-Drafts pro eindeutiger Reihenfolge in der Formation der beiden Wagen. Konnte man früher mehr als zehn Runden gemeinsam fahren, so ist diese Zeitspanne mittlerweile auf unter zehn Umläufe gesunken. Trotzdem sind die Tandems nach wie vor schneller, um bis zu fünf Meilen pro Stunde nämlich. Der einzige Nachteil ist der Zeitverlust beim internen Positionswechsel und solange NASCAR den nicht mindestens jede zweite Runde erforderlich macht – wie es früher einmal war – sehe ich da keine Änderungen. Das testweise Fahren im großen Paket hat sich im Januar jedenfalls nicht bewährt. Vielleicht sollten die Offiziellen da noch etwas kreativer und rigoroser werden.

Bevor wir aber überhaupt zum Daytona 500 kommen, müssen zunächst die Teilnehmer in einem recht komplexen Qualifikationsmodus ermittelt werden. Der erste Schritt einer langen Reihe erfolgt dabei am Sonntagabend ab 19 Uhr beim sogenannten Pole-Qualifying und dabei geht es wie der Name schon sagt, eigentlich nur um die Pole-Position (auf beiden Seiten). Nach der Session stehen nämlich die beiden erstplatzierten Piloten auf eben diesen Startplätzen fest im größten Rennen des Jahres. Alle anderen Resultate aus dem Qualifying bestimmen dann nur noch die Startreihenfolge der beiden Gatorade-Duels, in welchen die genaue Ordnung im Grid für das Daytona 500 ermittelt wird; mit einer Ausnahme:

Es ist sehr wichtig, die drei (möglicherweise vier, falls kein Champions-Provisional in Anspruch genommen wird) bestplatzierten und noch nicht fest qualifizierten Teams zu beobachten. Diese sind aus rechnerischen Gründen dann bereits nach dem Pole-Qualifying für das Daytona 500 startberechtigt. Sie können sich in ihrem Gatorade-Duel aber noch ein weiteres Mal ins große Rennen fahren und somit eventuellen Nachrückern einen großen Gefallen tun. Dazu komme ich aber in der nächsten Woche rechtzeitig vor den Duels am Donnerstag noch zu sprechen. Um die möglichen Szenarien etwas abzukürzen, gibt es deshalb vorerst nur so viel. Wer wirklich die volle Dröhnung auf einen Schlag haben möchte, der kann sich gerne ameinen letztjährigen Artikel diesbezüglich anschauen, den ich hier verlinkt habe.

Na gut, eine Sache noch, nicht das sich einige Leser umsonst Sorgen um ihren Favoriten machen müssen: Wer in der vergangenen Saison innerhalb der Top35 der Owner-Points gelandet ist oder sich beim diesjährigen Geschacher nachträglich solche ausreichenden Punkte ergattert hat, der ist in jedem Fall beim Daytona 500 dabei. Die relativ frische Entry-List dazu bietet Jayski.com an, diese habe ich ebenfalls verlinkt. Alle fest qualifizierten Fahrer sind NICHT rot markiert. Dazu gibt es natürlich auch die Entry-List für das Budweiser Shootout sowie einen Zeitplan bis zum nächsten Artikel:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 17.02.
23:00 Uhr, Sprint Cup Series Budweiser Shootout Practice, SPEED
00:30 Uhr, Sprint Cup Series Budweiser Shootout Final Practice, SPEED

Samstag, 18.02.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED
22:30 Uhr, ARCA Series Rennen (Lucas Oil Slick Mist 200), SPEED
02:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Budweiser Shootout), FOX

Sonntag, 19.02.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Pole-Qualifying, FOX

Montag, 20.02. & Dienstag, 21.02.
— FREI —

Mittwoch, 22.02.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED

flattr this!

February 14 2011

15:38

NASCAR: Daytona Speedweeks Update I

Wir befinden uns mitten in den Speedweeks und können bereits auf ein interessantes Budweiser Shootout sowie die ersten Qualifikationsergebnisse für das Daytona 500 zurückblicken. Dabei wird vor allem immer klarer, dass NASCAR sich hinter den Kulissen ausführlich mit der extremen Häufung der two-car breakaways beschäftigt und diese gerne zurückfahren würde.

Während der Reifentests im Januar und der beiden Trainingssessions für das Budweiser Shootout am Freitagabend kündigte sich der massive Gebrauch der two-car breakaways schon an. Mit der neuen Silhouette des CoT, welches 2007 eingeführt wurde, lassen sich die Stoßstangen der Fahrzeuge beim bump drafting wesentlich besser verbinden als dies beim alten Auto der Fall war. Sehen konnte man dies im direkten Vergleich zwischen Budweiser Shootout und dem ARCA-Rennen in dessen Vorfeld. Die ARCA nutzt weiterhin alte Cup-Chassis, die damals nach der Ausmusterung billig zu erwerben waren. Im Rennen am Samstagabend sah man dann auch das eigentlich übliche, große Drafting-Paket, sofern es denn das Talent des Starterfeldes zuließ, seinen Vordermann auch mal kräftig anzuschieben.

Das neue Chassis mit seinen nachträglichen Veränderungen an Spoiler und Splitter ist aber nicht alleine Schuld am Umstand der two-car breakaways, also dem schnelleren Vorankommen mit zwei exakt verbundenen Fahrzeugen. Zusätzliche Innovationen im Motorenbereich – wenn man denn in Bezug auf die antike Technik der NASCAR davon sprechen kann – tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Zu nennen sind als Beispiele u.a. der Einsatz druckresistenterer Ventile am Kühlwasserüberlauf sowie die Nutzung des Bremskühlsystems zur zusätzlichen Kühlung des Motors. Denn wenn ein Auto seinen Vordermann über mehrere Runden konsequent anschob, ging bisher schon nach ein bis zwei Umläufen die Temperatur des Wasserkreislaufs gen 300°F.

Letztere der angesprochenen Neuerungen hat die NASCAR bereits vor dem Budweiser Shootout verboten, obwohl sie gar nicht von allen Teams eingesetzt wurde. Der Clou dieser technischen Lösung war die Tatsache, dass man Bremsen auf einem Superspeedway einfach nicht kühlen muss und die entsprechende Kühlungsanlage direkt der Motorkühlung zur Unterstützung bereitstellen konnte. Gebracht hat das aber anscheinend nicht viel, denn das Resultat war ja im Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu begutachten. Die andere Möglichkeit, welche die Teams seit Anfang der Saison nutzten, wurde nun nach dem Shootout verboten: Hochdruck-Kühlsysteme. Zusätzlich beschränkte NASCAR die Kühlerfläche vorne am Auto noch ein weiteres Mal.

Durch einen neuen Aluminium-Rahmen hinter der Frontverkleidung stehen den Teams nur noch 322,58 cm² (50 square inch) Fläche zur Belüftung des Kühlergrills zur Verfügung. Außerdem wurde der Öffnungsdruck des Überlaufventils im Wasserkühlsystem auf 2,275 bar (33 psi) gesenkt. Damit soll es in Zukunft nicht mehr möglich sein, bei knapp 300°F Wassertemperatur und Motordrehzahlen von 9500 RPM einen Push für 30 oder 40 Runden zu geben. NASCAR erwartet dadurch wieder Temperaturen im normalen Rahmen von ca. 250°F und die Drehzahlen zurück unter 9000 RPM. Zusätzlich könnte diese Neuregelung auch ein weiteres Problem lösen:

Schon seit den Freitagstrainings schaute man besorgt auf die purzelnden Rekorde in Bezug auf die mittlerweile extrem hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten. 205 mph waren während des Budweiser Shootouts im two-car draft keine Seltenheit und sowas sieht NASCAR bekanntlich nicht gerne. Generell kann man sagen, dass bei Geschwindigkeiten jenseits von 200 mph die Autos bei einem Dreher zum Abheben neigen. Früher trat diese aerodynamische Tatsache bekanntlich schon eher auf, konnte mit den zusätzlichen Finnen auf Heckscheibe und –klappe jedoch so ziemlich gelöst werden.

Dazu kommt, dass – trotz des topfebenen, neuen Streckenbelags in Daytona – bump drafting bei über 200 mph keine sichere Sache mehr ist. Gleich zwei Mal in wenigen Runden schoben sich dabei zuerst Mark Martin und Kyle Busch sowie später Tony Stewart und Michael Waltrip unabsichtlich gegenseitig von der Strecke, was auch daran liegt, dass die neue Drafting-Möglichkeit ungleich mehr Präzision erfordert als das Fahren im großen Draft. Anstatt nun einfach die restrictor plates erneut zu verkleinern und die two-car breakaways von der Ausnahme zur Regel zu befördern, hält sich NASCAR lieber am Status Quo fest und versucht diese interessante Draft-Form auf die Schlussphase zu beschränken.

Nachlesen kann man diese Hintergrundinformationen hier verlinkt bei ESPN und auf der offiziellen Homepage der NASCAR.

Es wird sich meiner Meinung nach schon Donnerstagabend in den beiden Gatorade Duels zeigen, ob diese Maßnahme als Erfolg gewertet werden kann. Generell finde ich NASCARs Vorgehen gut, weil mich der Anblick von 75 Runden Renngeschehen nur in Zweierpaketen etwas befremdet hat. Das Fahren im großen Pulk ist vielleicht für das Auge einfach gewohnter und folgendes Szenario finde ich weit besser als das, was wir im Budweiser Shootout gesehen haben: Zwei Fahrer hinten im Drafting-Feld tun sich spontan zusammen, um von Platz 30 und 31 innerhalb von zwei Runden (mehr Zeit hat man durch die neue Kühlungsregelung nicht mehr!) three-wide an den beiden Hauptkolonnen vorbei in Führung zu ziehen. Die Speeds (ca. 185 mph ohne Draft, ca. 195 mph im Hauptdraft sowie max. 205 mph in einem two-car breakaway) vom Wochenende zeigen, dass dieses Szenario in Zukunft das spannendere und erfolgversprechendere für die NASCAR sein dürfte. Auf eure Meinungen zu diesem Thema bin ich wie immer gespannt.

Noch ergänzend zum Budweiser Shootout: Das Einladungsrennen gewann Kurt Busch (unterstützt durch Jamie McMurray) am Ende gegen Denny Hamlin, der zuvor Ryan Newman pushte. Weil Hamlin aber unterhalb der doppelten gelben Linie an Newman vorbeizog, blieb ihm der Sieg natürlich verwehrt. Für Busch war es unterdessen der erste Superspeedway-Erfolg seiner Cup-Karriere in einem Rennen, welches erst im zweiten Segment über 50 Runden so richtig in Schwung kam. Die Favoriten von Richard Childress Racing waren zu Beginn noch weit vorne unterwegs, verpassten im Finale jedoch den Anschluss an die führenden beiden two-car breakaways.

Qualifying zum Daytona 500

Nach dem Einzelzeitfahren am Sonntagabend sind 39 der 43 Startplätze bereits vergeben, zwar nicht als feste Platzierungen, sondern bis auf zwei Ausnahmen lediglich durch die Tatsache in der Rechnung. Diese Ausnahmen sind natürlich Rang 1 und 2, welche sich Dale Earnhardt Jr. und Jeff Gordon gestern holen konnten. Für Junior ist es sicherlich ein guter Start in die Saison, auch wenn die Pole auf einem Superspeedway wie Daytona für die Rennentscheidung so wenig eine Rolle spielt wie nirgendwo anders. Da sich in diesem Jahr der Tod seines Vaters zum zehnten Mal jährt, kann man aber zumindest von einer emotionalen Situation in Runde 3 ausgehen, wenn alle Fans im Gedenken an Senior die drei Finger in den Himmel strecken und eventuell sein Sohn das Rennen zu diesem Zeitpunkt anführt.

Sportlich gesehen bedeutet die Doppelpole von Hendrick Motorsports natürlich, dass mit der Truppe in punkto Motorleistung und Aerodynamik im Daytona 500 zu rechnen ist. Die Überraschung des Abends stellte der dritte Platz von Rookie Trevor Bayne im Ford der Wood Brothers dar. Diese Platzierung ist aber im Endeffekt nur die Erfahrung wert, denn alle Positionen von 3-39 werden erst in den Gatorade Duels am Donnerstag ermittelt und da könnte dann erneut mit Bayne zu rechnen sein. Meine bisherigen Favoriten von Richard Childress Racing landeten in einer Dreiergruppe hinter dem Roush-Nachwuchsfahrer auf den Plätzen 4-6. Insgesamt fuhren acht Chevrolets in die Top10, nur Trevor Bayne sowie Greg Biffle auf Rang 10 bildeten für Ford eine Ausnahme. Vor allem Hendrick und RCR (inkl. Earnhardt-Ganassi Racing) sollte man also in den Duels und vermutlich auch im 500 auf dem Zettel haben, da diese beiden Teams alles in allem derzeit über das beste Motorenprogramm verfügen.

Zusätzlich zur ersten Startreihe machten aber auch vier der go or go-homer am Sonntag alles klar: #09-Bill Elliott (17.), #38-Travis Kvapil (20.) und #87-Joe Nemechek (21.) waren die schnellsten drei der nicht fest qualifizierten Fahrer. Zusätzlich kommt noch #32-Terry Labonte (42.) dazu, der zwar eine schlechte Performance im Qualifying bot, aber über das jüngste freie champion’s provisional verfügt. Sollte er sich bei den Duels am Donnerstag nicht aus eigener Kraft ins Rennen fahren können, bleibt ihm dieser Strohhalm.

Da diese vier Fahrer sich natürlich auch über die Gatorade Duels noch ins Rennen fahren können, was Priorität bei der Startplatzvergabe hat, besteht für vier Piloten im hinteren Teil der Qualifying-Ergebnisliste noch die Möglichkeit, sich mit Schützenhilfe zu qualifizieren. Dies betrifft #15-Michael Waltrip (25.), #36-Dave Blaney (26.), #60-Todd Bodine (35.) und #97-Kevin Conway (36.), welche im entsprechenden Fall einer doppelten Qualifikation von Elliott, Kvapil, Nemechek und/oder Labonte in dieser Reihenfolge nachrücken würden. Bei Kevin Conway erscheint mir diese Möglichkeit allerdings unwahrscheinlich, weil dann alle vier Fahrer im Duel unter die jeweils besten zwei go or go-homer fahren müssten, was bei Terry Labonte meiner Meinung nach am Material scheitern wird.

Damit steht für die restlichen Fahrer hinter Quali-Platz 36, welche sich außerhalb der Top35 der Owner-Wertung befinden, folgendes fest: Sie müssen sich über die Gatorade Duels am Donnerstag qualifizieren. Dies betrifft #13-Casey Mears, #66-Michael McDowell, #46-JJ Yeley, #64-Derrike Cope, #92-Brian Keselowski und #57-Norm Benning. Die letzten drei Piloten schließe ich mal kategorisch von dieser Fähigkeit aus, da sie im Qualifying nicht mal ansatzweise auf Speed kamen.

Diese Fahrer waren immerhin langsamer als Denny Hamlin, der gestern mit einer kuriosen Situation zu kämpfen hatte: Bei ihm löste sich nach der Ausfahrt aus der Boxengasse das Lenkrad und der Wagen schlug den Weg nach links in die Wiese ein. Per vorsichtiger Fahrt nach Behebung des Problems und ohne Schaden am Auto konnte er immerhin eine Installationsrunde drehen. Diese war nötig, da zuvor der Motor der #11 getauscht werden musste. Die Platzierung in der Qualifikation (44.) ist für Hamlin aber unerheblich: Zum einen ist er fest qualifiziert, zum anderen muss er sein Duel wegen des Motorenwechsels ohnehin von ganz hinten in Angriff nehmen.

Terminplan – die Zweite

Zum Ende des ersten Updates gibt es hier noch den Terminplan für den Rest der Woche. Ein weiteres Update kommt am Wochenende nach den Gatorade Duels. Der Trainingsbetrieb geht übrigens erst am Mittwoch weiter:

Mittwoch, 16. Februar 2011
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:10 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
22:30 Uhr, Truck Series Practice, SPEED

Donnerstag, 17. Februar 2011
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
16:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
18:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
20:00 Uhr, Gatorade Duels (2x 150 Meilen), SPEED
00:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED

Freitag, 18. Februar 2011
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (NextEra Energy Resources 250), SPEED

Samstag, 19. Februar 2011
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
19:15 Uhr, Nationwide Series Rennen (DRIVE4COPD 300), ESPN2

Sonntag, 19. Februar 2011
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Daytona 500), FOX

Alle Angaben ohne Gewähr! (Dieses Mal ist es eine Menge…)

February 11 2011

07:09

NASCAR: Vorschau Speedweeks 2011

In dieser Woche geht es endlich wieder los, wenn die NASCAR traditionell mit den Daytona Speedweeks in eine neue Saison startet. Am ersten Wochenende steht das Budweiser Shootout an, gefolgt vom Pole-Sunday für das Daytona 500. In den sieben Tagen danach gibt es dann in den Gatorade Duels sowie dem Truck- und Nationwide-Rennen eine Menge Restrictor-Plate-Action zu sehen, bevor am 20. Februar das größte Rennen des Jahres ansteht.

Offiziell starten die Speedweeks ja schon eine Woche vorher mit dem 24h-Rennen der GrandAm-Sportwagen-Serie und auch die Reifentests im Dezember und Januar lieferten schon erste Eindrücke, so richtig geht es in der NASCAR aber erst jetzt los. Die nächsten zehn Tage warten mit viel Fahrbetrieb auf dem Daytona International Speedway, dem man im letzten Jahr für 20 Millionen US-Dollar ein neues Asphaltband verpasste, auf. Um dabei den Überblick zu behalten, soll sich dieser Artikel mit dem Ablauf der einzelnen Events beschäftigen und außerdem das Qualifikationsprozedere zum Daytona 500 etwas näher erläutern.

Budweiser Shootout

Die Show beginnt mit dem Budweiser Shootout in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 2:00 Uhr auf FOX. Das Shootout ist ein Einladungsrennen, an dem nicht einfach jeder Fahrer teilnehmen darf. Bis vor wenigen Jahren lag der Fokus dieses Rennens noch darauf, die verschiedenen Polesitter der Vorsaison zu ehren, bevor man 2009 von dieser Tradition abkehrte und die Hersteller in den Vordergrund rückte. Weil Dodge ein Jahr später aber nur noch mit zu wenigen Autos im Feld vertreten war, änderte man das Konzept erneut. Seitdem dreht sich das Shootout um die Fahrer, welche in Daytona bisher am erfolgreichsten waren – die Daytona-All-Stars sozusagen. Weil aber kein Jahr ohne Veränderungen vergeht, kommt auch 2011 eine kleine Neuerung hinzu.

Wer ist für das Budweiser Shootout qualifiziert?
- die 12 Chase-Fahrer des letzten Jahres
- frühere Meister im Sprint Cup
- frühere Sieger des Budweiser Shootouts
- frühere Sieger in Daytona-Punktrennen
- Sprint Cup „Rookie of the Year“-Fahrer der letzten zehn Jahre
Bisher war nur der letztjährige beste Neuling qualifiziert.

Damit setzt sich das Starterfeld aus folgenden Fahrern zusammen:
1. #48-Jimmie Johnson (Chase-Teilnahme)
2. #11-Denny Hamlin (Chase-Teilnahme)
3. #29-Kevin Harvick (Chase-Teilnahme)
4. #99-Carl Edwards (Chase-Teilnahme)
5. #24-Jeff Gordon (Chase-Teilnahme)
6. #14-Tony Stewart (Chase-Teilnahme)
7. #16-Greg Biffle (Chase-Teilnahme)
8. #17-Matt Kenseth (Chase-Teilnahme)
9. #18-Kyle Busch (Chase-Teilnahme)
10. #33-Clint Bowyer (Chase-Teilnahme)
11. #22-Kurt Busch (Chase-Teilnahme)
12. #31-Jeff Burton (Chase-Teilnahme)

13. #47-Bobby Labonte (Meister im Jahr 2000)

14. #64-Derrike Cope (Sieg im Daytona 500 1990)
15. #15-Michael Waltrip (Sieg im Daytona 500 2003)
16. #88-Dale Earnhardt Jr. (Sieg im Daytona 500 2004)
17. #39-Ryan Newman (Sieg im Daytona 500 2008)
18. #1-Jamie McMurray (Sieg im Daytona 500 2010)

19. #5-Mark Martin (Sieg im Budweiser Shootout 1999)

20. #4-Kasey Kahne (Rookie of the Year 2004)
21. #42-Juan Pablo Montoya (Rookie of the Year 2007)
22. #78-Regan Smith (Rookie of the Year 2008)
23. #20-Joey Logano (Rookie of the Year 2009)
24. #97-Kevin Conway (Rookie of the Year 2010)

Startberechtigt wären noch folgende Piloten:
- #09-Bill Elliott (Meister im Jahr 1988) hat ein Cockpit bei Phoenix Racing, nimmt aber nicht am Bud Shootout teil
- Terry Labonte (Meister im Jahr 1996) nimmt für #32 FAS Lane Racing (ehemals #26 Latitude 43 Motorsports) am Daytona 500 teil, Pläne für das Shootout bisher unbekannt, verfügt aber auch noch über ein eigenes Team (#10 Stavola-Labonte Racing), welches im letzten Jahr antrat
- John Andretti (Sieg im Coke Zero 400) hat kein Cockpit, fuhr im Daytona 500 2010
- Ken Schrader (Sieg im Budweiser Shootout 1990) nahm 2010 für Red Bull am Rennen teil
- Geoff Bodine (Sieg im Daytona 500 1992) hat kein Cockpit
- Sterling Marlin (Sieg im Daytona 500 1995) ist im Ruhestand

Das Format ändert sich 2011 nicht und ist dasselbe wie im Vorjahr: Das Rennen geht über 75 Runden, aufgeteilt in zwei Segmente zu jeweils 25 und 50 Umläufen, dabei zählen sowohl Runden unter grüner als auch unter gelber Flagge. Zwischen den beiden Teilen gibt es eine zehnminütige Unterbrechung, in der die Teams unter denselben Regeln an den Autos arbeiten dürfen, wie bei einem normalen Boxenstopp. Die Startaufstellung wird wie immer einen Tag vorher ausgelost.

Qualifikation zum Daytona 500

Die Vorbereitungen zum wichtigsten Rennen des Jahres beginnen bereits einen Tag nach dem Budweiser Shootout. Am Pole-Sunday beginnt traditionell die Jagd nach den begehrten Startplätzen beim Daytona 500, welche anders als bei normalen Rennen nach einem halbwegs komplizierten Verfahren ermittelt werden:

- Zunächst gehen die gemeldeten Fahrer am Sonntagabend um 19 Uhr im Pole-Qualifying ins Einzelzeitfahren, bei dem sich vorerst nur die erste Startreihe fest qualifiziert. Auch ein Team außerhalb der Top35 der Owner-Wertung kann hier schon alles dingfest machen, wenn es einen der ersten beiden Plätze belegt oder unter den drei schnellsten, nicht fest qualifizierten Teams liegt. Außerdem dient das Pole-Qualifying zur Ermittlung der Startreihenfolge für die beiden Qualifikationsrennen Mitte der Woche.

- In den Gatorade Duels, zwei Qualifikationsrennen über 150 Meilen am Donnerstagabend ab ca. 20 Uhr, werden die Startplätze 3-39 ermittelt. Dafür trennt NASCAR die bereits fest qualifizierten Teilnehmer (Top 35 der letztjährigen Owner-Points) nach geraden und ungeraden Platzierungen in dieser Wertung. Teams außerhalb der Top35 werden zahlenmäßig gerecht auf die beiden Rennen verteilt. Pro Duel können dann die jeweils besten zwei, nicht bereits fest qualifizierten Fahrer den Sprung ins Daytona 500 schaffen. Diese werden in der Startaufstellung hinter die garantierten Teilnehmer, deren Duel-Ergebnis ihre Startposition im größten Rennen des Jahres bestimmt, auf die Plätze 35-39 gesetzt. Im ersten Duel werden übrigens die ungeraden und im zweiten Duel die geraden Startplätze ausgefahren.

- Die noch fehlenden vier Ränge werden nach den schnellsten Zeiten, der immer noch nicht qualifizierten Fahrer aus dem Pole-Qualifying, verteilt. Der 43. und letzte Startplatz bleibt im Falle des Falles vorrangig aber auch noch einem ehemaligen Champion vorbehalten, sollte es dieser nicht über die Zeit oder über sein Duel geschafft haben. Da es nur ein solches champion’s provisional pro Rennen gibt, erhält ihn der Meister mit dem jüngsten Titel.

Bei diesem Prozedere kann es natürlich auch zu kleineren Abweichungen in den oben erklärten Regeln kommen, zum Beispiel wenn ein Team außerhalb der Top35 die Pole-Position holt. Dann rücken im letzten Schritt natürlich nur noch die drei schnellsten Zeiten in das Daytona 500 auf.

Da die Platzierung im Gatorade Duel höher gewichtet ist, gibt es in den Qualifikationsrennen manchmal noch merkwürdige Verschiebungen, wenn zum Beispiel der schnellste go or go homer aus dem Pole-Qualifying in seinem Duel vorne liegt. Damit gibt er seinen Platz für die Nachrücker frei und ermöglicht eventuell einem Fahrer die Teilnahme, der sich nicht mehr aus eigener Kraft hätte qualifizieren können. Ich werde diese möglichen Szenarien über die Woche aufzuarbeiten versuchen, damit der jeweils aktuelle Qualifikationsstand immer ersichtlich bleibt. Da in den letzten beiden Jahren viele Teams ganz oder zumindest teilweise ihre Pforten schließen mussten, sind aber wohl die Zeiten der großen Starterfelder vorbei. Mehr als 50 Entries werden wir 2011 wohl eher nicht sehen, was dafür aber ein recht übersichtliches Qualifying ergeben dürfte.

Das Daytona 500 an sich

Der Sprint Cup startet das NASCAR-Jahr bekanntlich direkt mit dem größten Rennen des Jahres, dem Daytona 500. Nach der Eskapade rund um das Schlagloch und der riesigen Verzögerung im letzten Jahr, kann man 2011 wohl wieder ein entspannteres Rennen erwarten, denn nach dem Sommerrennen wurde der gesamte Superspeedway neu asphaltiert. Goodyear konnte bei den ersten Reifentests bereits die richtigen Gummis präsentieren und es zeigte sich sofort vor allem eines: Der Verschleiß ist wohl verschwindend gering, was am nächsten Sonntag große Aufmerksamkeit auf die neue Tankvorrichtung lenken wird.

Da die Reifen angeblich mehr als einen fuel run durchhalten sollen, richtet sich die Boxenstoppzeit vorrangig nach der Arbeit des gas man, der ab dieser Saison auf eine neue Tankkanne mit eingebautem Entlüftungssystem zurückgreifen muss. Damit wird ganz nebenbei auch der catch can man überflüssig. Wie der hier verlinkte Artikel zeigt, haben die Teams den Umgang mit dem neuen Arbeitsgerät anscheinend noch nicht so richtig perfektioniert und rechnen mit etwaigen Schwierigkeiten im Rennen. Das wär schon der Hammer, sollte sich deswegen eine Vorentscheidung im Rennen ergeben.

Denn Daytona ist als Superspeedway vor allem für eines bekannt: bump drafting was das Material hält. Mit dem neuen topfebenen Streckenbelag wird vermutlich sogar eine längere three wide Situation möglich sein, weil sich die Autos jetzt einfach viel weniger bewegen. Böse Zungen nahmen schon das Wort „Daydega“ oder „Tallatona“ in den Mund. Leider waren die offiziellen Pre-Season-Tests vor einigen Wochen weniger aufschlussreich, denn das größte Pack, welches ich erspähen konnte, umfasste gerade mal fünf Autos. Viel und häufig geprobt wurden die beliebten two car trains sowie das Einzelfahren für den Pole-Sunday.

Was also möglich ist, sehen wir wohl frühestens im Budweiser Shootout, spätestens aber im Hauptrennen selbst. Die ersten 150 der 200 Runden werden vermutlich zum Überleben und Knüpfen von guten Kontakten für die Schlussphase, welche für gewöhnlich ca. 20-50 Umläufe vor Schluss anbricht, genutzt. Da die finale Situation äußerst hektisch abläuft und das Ausnutzen der richtigen Lücke mit dem richtigen Drafting-Partner entscheidend ist, kann man schwerlich einen Sieg-Tipp abgeben. Bis zur letzten Kurve haben meistens noch ca. zehn Fahrer die Chance auf einen historischen Sieg, es sei denn, zwei Trains setzen sich im finalen Umlauf vom Hauptfeld ab.

So sieht meine einzige Prognose aus, denn das Fahren im Duett wurde während der Tests ausgiebig geübt. Vor allem Red Bull Racing mit Brian Vickers und Kasey Kahne könnte beim großen 500 für eine Überraschung sorgen, so oft wie die Jungs sich Mitte Januar gegenseitig angeschoben haben. Über die beste Motorenpower verfügen wohl nach wie vor die Aggregate von Earnhardt-Childress Racing Technologies, welche bei Richard Childress Racing und Earnhardt-Ganassi Racing zum Einsatz kommen. Ein Sieg aus diesen Reihen erscheint nach der totalen Superspeedway-Dominanz beider Teams im letzten Jahr wahrscheinlicher, alleine RCR gewann 2011 drei dieser vier Events.

Terminplan

In diesem Artikel gibt es vorerst nur einen genauen Terminplan bis einschließlich des Pole-Qualifyings am Sonntag, Anfang der Woche folgt dann zusammen mit einer ersten Einschätzung der Rest der Daten inklusive Nationwide Series und Trucks. Achtung: Es geht schon heute Abend los!

Freitag, 11. Februar 2011
23:00 Uhr, Shootout Practice, SPEED
00:30 Uhr, Shootout Practice, SPEED

Samstag, 12. Februar 2011
17:00 Uhr, Daytona 500 Practice, SPEED
20:00 Uhr, Daytona 500 Practice, SPEED
02:00 Uhr, Budweiser Shootout, FOX

Sonntag, 13. Februar 2011
19:00 Uhr, Daytona 500 Qualifying, FOX

Danach ist dann erstmal Montag und Dienstag Pause, bevor am Mittwoch das Training für die Gatorade Duels beginnt und auch die anderen beiden nationalen Rennserien ins Geschehen einsteigen.

Zum Schluss noch ein paar Korrekturen zum Vorschau-Artikel der letzten Woche:
- Robby Gordon startet 2011 in einem Dodge, nicht in einem Chevrolet
- Paul Menard bekam bei RCR Owner-Punkte der #71 von TRG Motorsports und nicht von seiner alten #98 bei RPM
- die Punkte der #98 gehen stattdessen an die #71 und machen den Ringtausch damit komplett, TRG bleibt aber ein Chevy-Team
- die #26 von Latitude 43 Motorsports wird es wohl nicht mehr geben, dafür macht Crew Chief Frank Stoddard ein eigenes Team auf: #32 FAS Lane Racing
- 2011 gibt es möglicherweise keinen Kandidaten für den Titel des „Rookie of the Year“, da der einzige Kandidat Trevor Bayne seine Punkte in der Nationwide Series machen möchte. Dort hat er im Gegensatz zu seinem 17-Rennen-Deal mit den Wood Brothers ein Vollzeitcockpit. Weil er sein Kreuzchen an einer anderen Stelle gemacht hat, ist er nun wahrscheinlich nicht ROTY-berechtigt.

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