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January 24 2014

10:40

USCC: 24H Daytona Vorschau 2014

Die Motorsportsaison 2014 startet traditionell mit dem 24-Stunden-Rennen in Daytona. In diesem Jahr ist vieles neu: die Serie, die Fahrzeuge und die Regeln.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie US-Protoypenserien ALMS und GrandAm gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist die USCC getreten, die United Sport Car Championship. Im Grunde hat man die beiden Serien einfach zusammengeworfen, denn man wird in diesem Jahr gleich mit fünf Klassen beglückt. Die LMP2, die GTLM und die PC aus der ALMS, die DP und die GTD aus der GrandAm. Da ist ein gewisses Regelchaos programmiert, auf der anderen Seite hat man ein riesiges Starterfeld. Allein in Daytona werden 67 Fahrzeuge an den Start gehen, was die Sache auf der Strecke auch nicht gerade einfacher machen wird.

DPs vs. LMP2

Spannend dürfte vor allem der Kampf um den Gesamtsieg zwischen den DP und den LMP2 werden. Die IMSA hat in den letzten Monaten lange getüftelt, damit die beiden sehr unterschiedlichen Prototypen im Rennen einigermaßen gleichauf liegen. Dabei hat man sich vor allem die DP und deren Abtriebswerte zur Brust genommen, die weit unter jenen der LMP2 lagen. Mittels eines neuen Hecks und eines Diffusors hat man die DP in den Kurven schneller gemacht, dazu kam eine kräftige Erhöhung der Motorleistung. Zusätzlich dürfen die DP jetzt auch mit Carbonbremsen ausgestattet werden. Die Überarbeitung war nicht problemlos, bei den ersten Tests in November verunfallten zwei Daytona Prototypen schwer, weil ein Reifen platzte. Diese Probleme hat man dank verstärkter Reifen wohl in den Griff bekommen, bei den letzten Tests vor wenigen Wochen konnten die DP problemlos ihre Stints absolvieren.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie LMP2 ist mit vier Chassis vertreten: HPD, Oreca (Morgan), Mazda und dem Delta-Wing. HPD und Oreca hat man in Sachen Motorleistung etwas eingebremst und das Gewicht wurde zunächst auf 960 kg angehoben. Mittlerweile hat man die 60kg wieder rausgenommen, die Fahrzeuge sind also mit ihrem Normalgewicht unterwegs. Mazda startet mit einem Diesel und ist damit ebenso etwas außer Konkurrenz unterwegs wie der Delta Wing.

Die vielen Änderungen haben zumindest dazu geführt, dass die DP in Daytona wieder die schnellsten Prototypen sind. Auf der Geraden wurden rund 193 mph gemessen, die LMP2 waren 5 bis 8 Meilen langsamer. Auch bei den Rundenzeiten haben die DP weiter die Nase vorne. Bei den Vortests in der ersten Januarwoche lagen auf den ersten sechs Plätzen die DP, der Abstand zum schnellsten LMP2 von Extreme Motorsport betrug rund eine Sekunde (1:38.630 vs. 1:39.750). Das waren allerdings Zeiten, die auf freier Strecke gefahren wurden – ein Luxus, den man im 24h-Rennen nur selten haben wird.

Dennoch werden die LMP2 in den ersten Stunden des Rennens vermutlich nicht vorne zu sehen sein. Im Verlauf des Rennens wird sich das allerdings wieder ändern, denn dann kommt die Strategie zum Tragen. Die DP werden wohl zwischen 21 und 23 Runden fahren können, die P2 zwischen 23 und 25 Runden. Am Ende könnte hier der Schlüssel zum Sieg liegen.

Ein Blick zu den Teilnehmern der beiden Klassen, aus Platzgründen beschränkt auf die wichtigsten Starter:

DP:

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingAction Express – Corvette DP
#5 Joao Barbosa – Christian Fittipaldi – Sebastien Bourdais – Burt Frisselle

Die übliche Besetzung bei Action Express, die waren bei fast allen Tests auch die schnellsten. Die Besetzung ist sehr stark, alle Fahrer verfügen über viel Erfahrung in 24h-Rennen. Friselle, Barbosa und Fittipaldi haben das Rennen schon gewinnen können.

Michael Shank Racing – Riley DP / Ford
#60 John Pew – Oswaldo Negri Jr. – AJ Allmendinger – Justin Wilson

Kein Underdogteam, aber bisher lief es bei den Tests noch nicht ganz so gut, wie man es sich erhofft hatte. Die Besetzung ist allerdings für einen Sieg gut. Ob man sich aber gegen Ganassi und Konsorten wird durchsetzen können?

Spirit of Dayona – Corvette DP
#90 Richard Westbrook – Michael Valiante – Mike Rockenfeller

Die waren bei allen Tests extrem schnell, hatten im November allerdings auch einen schweren Unfall, als Westbrook sich mehrfach überschlug. Ganz klare Favoriten in Daytona. Wie überhaupt die Corvette Chassis gegen über den alten Rileys im Vorteil sind.

Gainsco/Bob Stallings Racing – Corvette DP
#99 Alex Gurney – Jon Fogarty – Memo Gidley – Darren Law

In Daytona ist das Team meist vom Pech verfolgt, aber die Besetzung ist schon allererste Güte. Während andere Teams meist noch einen Fahrer an Bord haben, dem etwas die Erfahrung fehlt, ist diese Fahrerpaarung über alle Zweifel erhaben. Das kann sich bei einem engen Rennen durchaus auszahlen.

Chip Ganassi Racing – Riley DP / Ford
#01 Scott Pruett- Memo Rojas – Jamie McMurray – Sage Karam
#02 Scott Dixon – Tony Kanaan – Marino Franchitti – Kyle Larson

Die Dauersieger bei den 24h, dieses Jahr mal ohne Juan Pablo Montoya, dafür mit dem mir unbekannten Sage Karam. Der stammt aus der Indy Lights Series und ist gerade mal 18 Jahre alt. Da geht Ganassi ein ganz schönes Risiko ein. Der zweite Wagen sieht als Gaststarter Tony Kanaan. Beide Wagen sind mal wieder für einen Sieg gut.

Starworks Motorsport – Riley DP / Dinan
#78 Scott Mayer – Alex Popow – Brendon Hartley

Nicht ganz stark besetzt wie in den Jahren zuvor, auch wenn Brandon Hartley natürlich zu den schnellsten im Feld gehört. Starworks konzentriert sich in diesem Jahr aber etwas überraschend auf die LMPC-Klasse.

LMP2

Da gibt es vor allem alte Bekannte, die man trifft. Muscle Milk/Pikett haben sich ein Oreca-Chassis zugelegt und neben der Besetzung Luhr/Graf wird der sehr schnelle Alex Brundle in Daytona starten. Extreme Motorsport kommt mit zwei HPD, die sich bei den Tests als die schnellsten P2 vorgestellt haben. In einem Wagen werden Sharp/Dalziel/Brabham sitzen, im zweiten Pagenaud/van Overbeek/Brown/Lazzaro. Aus Europa kommt das aus ELMS und WEC bekannte OAK Racing, die auf Pla/Rusinov/Yacaman/Webb setzen. Starke Besetzung, bei den Tests fehlten allerdings 1,6 Sekunden auf den schnellsten DP.

Und dann wären da noch die beiden Mazda Diesel mit Tremblay/Hinchcliffe/Tom Long und Miller/Nunez/Vautier. Die werden aber im Rennen keine Rolle spielen, dafür sind sie zu langsam. Auch den Delta-Wing wird man vermutlich nicht allzu lange sehen. Wenn der Elan-Motor 24 Stunden durchhalten sollte, wäre das allein ja schon eine Sensation.

LMPC

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingAuch die Klasse gibt es noch in der USCC und sie hat sich erstaunlicherweise zu einem Sammelbecken von sehr guten Teams und Fahrern entwickelt. Man findet in der Entry-List (Link siehe unten) etliche Namen, die man aus der LMP2 kennt. Starworks und 8Star haben sich in diesem Jahr dazu entschlossen, in der PC-Klasse anzutreten.

Die LMPC haben der IMSA aber ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, denn die Wagen waren auf der Geraden schlichtweg zu langsam. Bei den ersten Tests waren die GTs deutlich schneller, ein Phänomen, dass man schon in der ALMS hier und da beobachten konnten. Daher hat man die GTs etwas einbremsen müssen, damit die PCs auf den Geraden auch vorbeikommen.

GTLM

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingIm Prinzip ist das die alte GT-Klasse aus der ALMS, in der auch die üblichen Verdächtigen antreten werden. Neu dabei in diesem Jahr: Porsche, die einen Werkseinsatz wagen. Die Autos werden von Porsche Nordamerika direkt eingesetzt und sind mit den Werksfahrern Tandy/Lietz/Pilet und Long/Bergmeister/Christensen besetzt. Der 991 hatte bei den Tests allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen, weil die Antriebswellen die Belastung in den Steilkurven nicht ausgehalten haben. Das soll aber mittlerweile behoben sein. Immerhin konnte man bei den Tests die schnellste Zeit in der GT-Klasse fahren.

General Motors schickt die komplett neue Corvette C7-R ins Rennen, die ebenfalls aus dem Stand sehr schnell scheint. Der neue Wagen war auch überfällig, nachdem man in den letzten zwei Jahren hinter die BMW und die Ferrari zurückgefallen war. Mit Magnussen/Garcia/Briscoe und Gavin/Millner/Lidell geht GM in Sachen Fahrer auch keine Risiken ein. Ob die C7 aber schon standfest genug ist, um 24 Stunden durchzuhalten? GM wird das Rennen auch als Test für das Rennen in Le Mans sehen.

BMW setzt in Zusammenarbeit mit RLL weiter auf den Z4. Bei der Fahrerbesetzung hat man alles an den Start gebracht, was gut und schnell ist. In einem Wagen sitzen Auberlen/Priaulx/Hand/Martine im anderen Dirk Müller/Edwards/Rahal/Werner. Besser kann man kaum unterwegs sein.

Mit leichten Sorgenfalten reisen die Ferrari nach Daytona. Den F458 hatte man in den letzten Jahren immer weiter eingebremst und so mehr oder weniger chancenlos gemacht. Kurz vor dem Rennen hat die IMSA allerdings die BoP etwas angepasst, sodass der Ferrari nun etwas mehr Luft und damit Leistung bekommt. Die Ferrari-US-Abteilung Risi setzt auf Fisichella/Bruni/Beretta/Malucelli, der zweite Wagen kommt von Krohn und ist mit Dumbreck/Bertolini/Jonsson/Krohn belegt.

Dann sind da noch die beiden Viper mit Farnbacher/Goosens/Hunter-Reay und Robert Bell/Bomarito/Wittmer. In Le Mans fuhr die Viper bekanntermaßen weit hinterher, in den USA ist die BoP-Einstellung allerdings anders. In der ALMS konnte die Viper ein paar Siege einholen, dementsprechend schnell ist man auch in Daytona, wie die Tests schon gezeigt haben.

Nicht neu, aber zumindest ungewohnt ist der Start eines Werks-Aston-Martin. Dave Richards setzt auf Mücke/Turner/Lamy/Stanaway/Della Lana und war bei den Tests gut dabei. Auf jeden Fall ein Wagen, der auf Sieg fahren kann.

GTD

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie GTD unterscheiden sich von den GTLM vor allem in Sachen Aerodynamik und Leistung. Im Grunde handelt es sich, grob gesagt, um die US-GT3-Variante. Die Klasse ist mit knapp 30 Fahrzeugen dann auch für die Hälfte des Feldes zuständig. Eine riesige Armada von Porsche ist am Start, aber auch fünf Audi R8 LMS, die teilweise mit Werksunterstützung unterwegs sind. Nachdem Flying Lizard Motorsports von Porsche zu Audi gewechselt ist, stellt das Team auch die Speerspitze der Ingolstädter dar. Mit Canache jr/Pumpelly/Pappas/Winkelhock hat man jedenfalls keine Amateurfahrer am Start.

Die Starterliste komplett durchzugehen, würde den Rahmen sprengen, aber es finden sich extrem gute Gaststarter wie Shane van Gisbergen, Marco Holzer, Marc Lieb, Nicki Thiim, Marc Basseng, Familie Bleekemolen, Filipe Albuquerque, Réné Rast, Toni Vilander, Timo Bernhard, Mika Salo, Kevin Estre, Augusto Farfus und Markus Palttala in der Startliste.

Die Strecke

Der Rundkurs in Daytona ist bekannt. Man fährt alle Steilkurven, biegt aber nach Turn 4 zunächst ins teils enge, teils sehr schnelle Infield ab. Dann geht es raus in T1 und T2. Damit man nicht zu schnell wird, hat man vor T3 eine durchaus flüssige Schikane eingebaut.

Das Wetter dürfte in diesem Jahr keine große Rolle spielen. Die USCC fährt auch bei Regen, aber die Regenreifen wird Continental wohl im Schrank lassen können. Angesagt sind knapp 18 Grad am Tag und 8 Grad in der Nacht. Ein Problem verursachte in den letzten Jahren immer wieder der Nebel, der vom Meer aus kommen kann. Da es aber nicht so feucht sein soll, dürfte dieses Jahr auch das Problem nicht existieren.

Übertragungen
MotorsTV wird das Rennen relativ lange übertragen, dazu kommt ein Livestream der IMSA, der dann ansetzt, wenn die großen Sender aussteigen.

Motors TV: Sa. 19:45 – 01:45 Uhr // So. 11:45 Uhr – 20:45 Uhr
Fox: Sa. 20:00 Uhr – 22:00 Uhr
Fox Sports 2: Sa. 22:00 – 03.00 Uhr
IMSA Livestream: So. 03:00 – 13:00 Uhr
Fox Sports 1: So. 13:00 Uhr – 21:00 Uhr

Ein Livetiming sollte es bei der IMSA geben.

Die Entrylist ist hier zu finden.

Spotterguide ist hier. Allerdings ist der dieses Jahr in Sachen Format etwas unglücklich ausgefallen.

Zu guter Letzt: Ich werde dieses Jahr vor Ort in Daytona sein. US-SIM-Karte vorausgesetzt sollte ich Internet haben und damit auch jede Menge Bilder und Infos von vor Ort senden können. Die laufen dann über Twitter ein. Sollte das mit dem Internet nicht klappen, gibt es dann später jede Menge Bilder aus Daytona.

(Bilder: “Courtesy of IMSA”)

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May 26 2011

15:58

GP2 & Formel Renault 3.5: Vorschau Monaco

Die ersten Rennen in den zwei wichtigsten Nachwuchsserien sind geschlagen, zaghafte Trends scheinen sich abzuzeichnen. Am Wochenende fahren beide in Monaco.

Die GP2 hat die Rennen in der Türkei und in Barcelona hinter sich, die Formel Renault 3.5 sogar bereits drei Wochenenden in Aragon, Spa und Monza. Klare Favoriten gibt es in beiden Serien noch nicht – wer vorne dabei sein wird, scheint aber mittlerweile klar. Fest steht außerdem: 2011 ist eine gute Nachwuchs-Saison. Freilich, ein paar Geheimtipps haben enttäuscht, nur manche haben ihre Vorschusslorbeen bestätigt. Aber in beiden Serien gibt es gleich eine Reihe von Fahrern, die bald auch für die Formel 1 interessant werden könnten.

GP2

In der GP2 war es bisher eher eine Saison der Überraschungen: Weder Ferrari-Junior Jules Bianchi, noch Sauber-Tester Esteban Gutierrez oder Ex-Renault Pilot Romain Grosjean konnten bisher so richtig überzeugen.

Ganz unbekannt sind die Piloten an der Tabellenspitze aber auch nicht: Der Führende, Guido van der Garde ist schon länger im Umfeld der Formel 1 unterwegs – etwa als Testpilot für Super Aguri und Spyker. 2008 war der Niederländer Meister der Formel Renault 3.5. In der GP2 hat er sich bislang nicht so glänzend in Szene gesetzt, in dieser Saison könnte er den Durchbruch aber endlich schaffen.

Auf Rang zwei findet sich derzeit Sam Bird – der Brite hat sich schon 2010 als schneller und überholfreudiger Pilot erwiesen, und hat heuer die konstantesten guten Leistungen gezeigt. Im vergangenen Jahr durfte er beim F1-Juniortest einen Mercedes pilotieren, und konnte auch in dieser Funktion sein Talent beweisen. Man darf gespannt sein, wie er sich im weiteren Laufe der Saison entwickelt – gut vorstellbar, dass man ihm in nächster Zeit auch in der F1 wiederfinden könnte.

Dahinter lauern mit Charles Pic und Romain Grosjean gleich zwei Franzosen: Beide haben zweifelsfrei Talent, vor allem Grosjean stieg bei seinem Auftritt in der Königsklasse sehr unglücklich aus. Will heißen: Er hat sicher mehr Talent, als er in der halben Saison an der Seite von Fernando Alonso und unter der Regie Flavio Briatores zeigen konnte. Theoretisch steht ihm der Weg von Timo Glock (GP2-Champ und dann zurück in die F1) offen – praktisch könnte er aber durchaus auch so enden, wie Giorgio Pantano.

Ansonsten konnten sich bisher in Szene setzen: Dani Clos (Meisterschaft: Rang 6), der sich in Barcelona sowohl durch eine etwas eigenwillige Interpretation der Safety Car Regeln (die erstaunlicherweise nicht bestraft wurde) als auch durch ein gutes zweites Rennen ins Rampenlicht fuhr. Und Fabio Leimer (7), der in Barcelona zwei tolle Rennen zeigte, und als Lohn den Sieg im Sprintlauf holte.

Von den beiden deutschen Fahrern war bisher weniger zu sehen: Christian Vietoris war in Istanbul eher mager unterwegs, verunfallte dann im zweiten Rennen, und trat in Barcelona wegen der gesundheitlichen Folgen dieses Crashes erst gar nicht an. Angesichts der Tatsache, dass er ein Wochenende zuvor (!) in Zandvoort in der DTM trotz der Crashfolgen schon am Start war, könnte man seine Motivation für die GP2 Saison doch etwas hinterfragen. Kevin Mirocha (zuvor in der deutschen und europäischen F3 sowie der Formel Rnault 2.0 NEC unterwegs) war zwar wegen reger Teilnahme an Zweikämpfen oft im TV zu sehen, konnte allerdings auch noch keine Topleistungen zeigen.

Formel Renault 3.5

Medial steht die Serie trotz guter Liveübertragung bei Eurosport noch immer im Schatten der GP2. Sie hat in den vergangenen Jahren aber bewiesen, dass sie sich hinter dem großen Konkurrenten nicht zu verstecken braucht: Zumindest was die Spitze des Feldes betrifft war die Serie zuletzt ähnlich gut bestückt wie die GP2 – nicht zuletzt auch deswegen, weil Red Bull die etwas günstigeren Preise nützt, um dort seine Juniorpiloten auf größere Aufgaben vorzubereiten.

So auch heuer. Und mit Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne hat der österreichische Getränkehersteller endlich wieder Piloten unter Vertrag, deren Leitungen Großes versprechen. Anfangs der Saison wurde Ricciardo, Vizemeister des Vorjahres und Star der F1-Juniortests im vergangenen Herbst, als großer Tipp auf die Meisterschaftskrone gehandelt. In den bisherigen Rennen hat sich der britische F3 Champion Vergne allerdings als mindestens ebenbürtig erwiesen – wenn auch Ricciardo heuer nicht mehr alles gibt, und den Saisonauftakt wegen seiner Verpflichtungen als Toro Rosso-Tester sogar auslassen musste.

Ersthafte Chancen auf den Titel haben neben den beiden aber noch mindestens drei weitere Piloten: US-Hoffnung Alexander Rossi, Robert Wickens und der Este Kevin Korjus, im vergangenen Jahr Meister der Formel Renault 2.0.

Alex Rossi hatte vor allem in Aragon ein tolles Wochenende, danach war nicht mehr so ganz konstant unterwegs. In Monaco konnte er allerdings im vergangenen Jahr bei seinem einzigen Saisoneinsatz in der Formel Renault 3.5 mächtig beeindrucken – auch, wenn er wenige Runden vor Schluss nahe Casino in die Leitplanken abflog. Wenn er diese Leistung heuer wiederholen kann, dann ist von ihm sicher so einiges zu erwarten.

Formel Renault 3.5, A1GP, F3 Euro, Formel 2, britische F3, Formel Atlantic, GP3 – und jetzt wieder Formel Renault 3.5: Robert Wickens war in seiner langen Juniorkarriere schon in allen erdenklichen Serien unterwegs. Gemeinsam ist allen diesen Auftritten ein Mangel an Konstanz – und die Tatsache, dass er an guten Tagen richtig schnell unterwegs ist. Die fehlende Beständigkeit mag sich zum Teil auch aus seiner Zeit als Red Bull Junior erklären – wer an jedem Wochenende von Dr. Marko in ein wieder anderes Auto gesetzt wird, kann sich eben nie richtig auf eine Serie einstellen. So manches Talent ist an diesen Anforderungen schon gescheitert – siehe etwa den ebenfalls in der Formel Renault 3.5 fahrenden Brendon Hartley. Ohne Red Bull Sponsorship war Wickens 2010 zweiter der GP3 – und ist in diesem Jahr in der Formel Renault wieder richtig schnell unterwegs. In Monza kam zuletzt allerindgs wieder die mangelnde Konstanz zum Vorschein. Wenn er es schafft, dieses Problem in den Griff zu bekommen, dann ist mit dem Kanader aber gewiss zu rechnen. Andernfalls droht dem 22-jährigen der Ruf des ewigen Talents.

Bleibt noch Kevin Korjus: Dass der Este bereits bei seinen ersten Auftritten in der Formel Renault 3.5 so schnell unterwegs ist, spricht für sein Talent. Einen Sieg im erst zweiten Rennen in Aragon hätte wohl kaum jemand erwartet. Nun aber einen Titel in der Premirensaison zu erhoffen, wäre vielleicht doch etwas vermessen. Im Laufe der kommenden Jahre ist mit Korjus aber womöglich auch in höheren Aufgaben zu rechnen.

Schade: Nachdem die Formel Renault 3.5 mit einer Reihe von tollen Strecken begonnen hat, wird mit dem Spaß nun bald Schluss sein – im weiteren Verlauf der Saison winken (immerhin) der Nürburgring und Silverstone – aber auch die garantierten Langweiler am Hungaroring, in Le Castellet und Barcelona. Trost: Immerhin sind die Kurse für die Fahrer anspruchsvoll – und wenn es bei einem Rennen (so wie etwa beim Finale 2010 in Barcelona) regnen sollte, dann kann es trotzdem spannende Läufe geben. Das Niveau und die Anzahl der Spitzenpiloten versprechen allemal eine interessante Saison.

Am Wochenende im TV

Achtung: Die GP2 fährt ihr erstes Monaco-Rennen traditionsgemäß schon am Freitag (11:10 Uhr), Lauf 2 folgt dann nach dem Formel 1 Qualifying am Samstagnachmittag (16:05 Uhr). Beide Läufe werden wie immer live auf sky sport 2 (bzw. sky sport 1 HD) übertragen. Außerdem zeigt auch der via Hotbird frei empfangbare rai sport 2 die Rennen (wie immer bei den italienischen Sendern möchte ich aber keine Garantie dafür übernehmen, dass es für die Übertragung nicht ein Satelliten-Blackout gibt).

Die Formel Renault 3.5 fährt in Monaco nur ein Rennen, das findet aber dafür in direkter zeitlicher Nähe zum F1-Lauf statt: Am Sonnatg um 11:00 Uhr. Eurosport 2 ist live dabei, für Free TV-Zuseher gibt es um 23:00 eine Zusammenfassung auf Eurosport Deutschland (und um 22:30 auf Eurosport HD).

June 30 2010

16:52

Formelserien: Analysen und Vorschau

Licht und Schatten bei den Formelrennen: Abwechslungsreiche Läufe bei der GP3, aber ein schwerer Crash und etwas Chaos bei der GP2. Und bei der Superleague Formula am Ring gab es wie immer gute Duelle – aber live gesehen hat sie wohl wieder fast niemand.

Um mit dem Positiven zu beginenn: Der Großteil der Formelrennen am vergangenen Wochenende war spannender, als gedacht. Vor allem die GP3 lieferte auf dem sonst so leblosen Stadtkurs in Valencia zwei recht ansehnliche Läufe. Auch die Rennen der Superleague am Nürburgring waren wieder mal recht sehenswert. Weniger gut: Auf den Tribünen waren außer Friends & Family wohl nicht sehr viele Menschen anzutreffen. Ganz besonders unschön: Josef Krals Crash beim Sprintrennen der GP2. Ähnlich wie Mark Webber einige Stunden später hob der Tscheche nach einem Auffahrunfall ab, und landete hart in den Leitplanken. Anders als Webber konnte sich Kral aber nicht selbständig aus dem Auto befreien. Die jüngsten Meldungen zu seinem Zustand sind aber erfreulich – er wurde gestern Abend aus dem Krankenhaus entlassen, und denkt schon wieder an das nächste Rennen.

Großer Gewinner des Wochenendes war mal wieder der alte Pastor Maldonado. Ein verdienter Sieg im chaotischen Hauptrennen und ein vierter Platz im Sprint sorgten dafür, dass der Venezoelaner seine Meisterschaftsführung weiter ausbauen konnte. Endlich mal ein passables Wochenende hat auch Jules Bianchi erwischt. Zumindest im ersten Rennen. Da reichte es diesmal für einen zweiten Platz – der Ausfall im Sprint sprach dann wieder nicht für besondere Konstanz. Für Christian Vietoris war es ein weiteres Wochenende zum Vergessen: Ein zwölfter Platz und ein Ausfall können den Ansprüchen des jungen Deutschen wohl kaum genügen.

Eine Chance zur Verbesserung haben alle Beteiligten in zwei Wochen im Rahmen des Formel 1 Grand Prix in Silverstone.

GP3

Bei der GP3 scheinen sich so langsam die Spitzenpiloten heraus zu kristallisieren. Es ist zwar noch zu früh zu sagen, wer nicht dazu gehört – aber eines ist dann doch klar: Esteban Gutierrez, Robert Wickens, Nigel Melker, Alexander Rossi und der Indonesier Ryo Haryanto zählen wohl zu den schnelleren Piloten in der Nachwuchs-Nachwuchsserie.

Gutierrez konnte das mit einem Sieg im Samstagsrennen gleich wieder unter Beweis stellen, am Sonntag reichte es diesmal allerdings nur für Rang 7. Die klare Meisterschaftsführung hat der Mexikaner aber trotzdem behalten. Sein Verfolger Robert Wickens hatte ein ähnliches Wochenende wieder der Tabellenleader: Platz zwei am Samstag war äußerst ordentlich, seine Rambo-Vorstellung von Sonntag zeugte allerdings nicht von der Reife die man ihm erwarten könnte. Immerhin war er aber auch am Sonntag schnell unterwegs. Das kann man vom Meisterschaftsdritten Alexander Rossi nicht unbedingt behaupten. Man kann aber auch das Gegenteil nicht behaupten. Das einzige was man doch beahaupten kann: Rossi schied in beiden Rennen zu früh aus, um seinen Speed beurteilen zu können.

Beeindrucken konnte dagegen Roberto Mehri: Der Spanier, derzeit nur Dritter in der F3 Euroseries, zeigte bei seinen heuer wohl einzigen Rennen in der GP3 eine tadellose Leistung und fuhr an beiden Tagen aufs Podest. So sehr – auch hier im Blog – die F3 Euroseries jüngst belächelt wurde: Mehris Ergebnis spricht doch sehr für die hohe Qualität ihrer Fahrer.

SLF

Also: Dass ich die SLF eine tolle Serie mit mangelhaftem Konzept halte, das habe ich ja schon mehrfach gesagt. Dass sie leider kaum Fans an die Strecke bringt auch. Daher gleich zu den Rennen: Da konnte diesmal in Lauf eins der sonst stets verlässliche aber nicht immer extra-schnelle Yelmer Buurman auftrumpfen – in Lauf zwei reichte es für den Niederländer im AC Milan Auto dann nochmal für Rang sieben. Angesichts des kompletten Reverse Grid keine üble Leistung.

Ein weniger tolles Wochenende hatte Meisterschagfsführer Craig Dolby im Tottenham Hotspur-Wagen: In Rennen eins brachte er das Paket nicht wirklich zum Arbeiten. Lauf zwei war dann zwar etwas besser – insgesamt reichte es aber dennoch erstmals in diesem Jahr nicht für den Einzug ins Superfinale. Der einzige Fahrer der seine weiße Weste noch behalten darf ist somit Max Wissel. Der Deutsche im SLF Feld schaffte zwar in den Rennen auch keine berauschenden Platzierungen, war aber immerhin wieder im Superfinale dabei.

Erstaunlich ist, wie schwer sich nach wie vor die ehemaligen Formel 1-Fahrer in der SLF tun: Sebastian Bourdais konnte in der vergangenen Saison immerhin noch Rennen dieser Meisterschaft gewinnen. Am Nürburgring reichte es diesmal nur für die Plätze 14 und 17, in der Meitschaft ist sein Team Olympique Lyonnais nur auf dem vorletzten Rang. Damit hat man immerhin noch den PSV Eindhofen mit Narain Karthikeyan geschlagen, der gar nur 18. und damit Letzter ist.

Die positive Überraschung des Rennens war dagegen María de Villota. Die Tochter des ehemaligen Formel 1-Fahrers Emilio de Villota wurde bisher eher ein wenig belächelt – mit ihrem gefährlichen Manöver vor einer Woche in Jarama hat sie sich sicher auch keinen Gefallen getan. Im zweiten Rennen am Nürburgring lieferte die Spanierin jetzt aber eine tadellose Vorstellung ab und landete auf Platz vier. Sicher: Dass sie im Reverse Grid auf Rang drei stand, hat das Ergebnis wohl erst möglich gemacht. Aber, wie Marc Surer immer so richtig sagt, “man muss die Zeit auch erstmal fahren”. Und de Villota fuhr das ganze Rennen lang ziemlich gute Zeiten, so dass sie gegen Rennende sogar schneller war, als der hinter ihr lauernde Meisterschaftsleader Craig Dolby.

Die SLF macht jetzt erstmal eine kurze Sommerpause und ist in zweieinhalb Wochen mit dem Rennen in Zolder wieder zurück.

F3 Euroseries

Die “beste Nachwuchsserie der Welt” hat am kommenden Wochenende eines der Rennen, auf das ich mich immer ganz besonders freue. Der Lauf am Norisring ist zwar zunehmend anachronisisch und die Strecke ist nicht ganz ungefährlich – aber die Windschattenschlachten machen trotzdem mächtig Laune. Wie viel davon auch in diesem Jahr zu sehen sein wird, ist unklar. Das hängt vor allem davon ab, ob die Organisatoren es schaffen, zumindest für dieses Prestige-Rennen etwas mehr Autos aufzutreiben, als die zwölf bis 13 Wagen, die bisher meist am Start waren.

Immerhin hat Valencia-Überraschung Kevin Magnussen von der die Startnummer 15 verliehen bekommen. Was darauf hindeuten könnte, dass man ihn bei den nächsten Rennen öfter mal sieht – dann reine Gaststarter erhalten sonst Nummern über 30.

Aus sportlicher Sicht spannend wird am kommenen Wochenende vor allem die Frage, ob es Marco Wittmann oder Valencia-Überraschung Roberto Mehro gelingt, auf den derzeit überlegenen Meisterschaftsleader Eduardo Mortara aufzuschließen.

Übertragen werden die beiden Rennen – wie immer – live auf n-tv. Und zwar am Samstag und Sonntag jeweils um 11:20 Uhr.

WSbR

Wie doch die Zeit vergeht: Bereits zwei Drittel der WSbR-Saison werden nach dem Lauf in Budapest am kommenden Wochenende vorbei sein. Was man von der Strecke erwarten (Langeweile) bzw. nicht erwarten (Überholmanöver) kann, dürfte ja allseits bekannt sein. Daher gleich zur sportlichen Ausgangssituation: In der Meisterschaft führt nach wie vor der Russe Mikhail Aleshin mit 75 Punkten vor dem höher eingeschätzten Daniel Ricciardo (66) und Esteban Guerrieri (58), der zwar den Lauf in Monaco verpasst hat, seither aber toll unterwegs war. In Ungarn ist er wohl auch wieder dabei.

Der sonstigen Prominenz ist es bisher nicht so toll ergangen: Red Bull Tester Brendon Hartley liegt nur auf Platz sieben, der einzige Deutschsprachige im Feld, Walter Grubmüller, jun. aus Österreich lediglich auf Position 13. Greg Mansell ist gar nur 16.

Zu sehen sind die Rennen auch diesmal wieder live auf Eurosport, und zwar am Samstag um 12:45 Uhr auf ESP Intl. und am Sonntag um 13:00 Uhr auf ESP 2.

F2

Die Formel 2 geht am kommenden Wochenende auch an den Start. Und zwar endlich mal wieder auf einer Strecke, der ich voll und ganz zustimmen kann. Im Rahmen der WTCC fährt man diesmal nämlich auf der Berg- und Talbahn von Portimão, wo man zweifelhaft ein paar schöne Duelle der jungen Talente sehen wird.

In der Meitschaft haben sich Jolyon Palmer (139 Punkte) und Dean Stoneman (131) schon ein wenig vom Dritten Philipp Eng (80) abgesetzt – man darf gespannt sein, ob sich dieser Erfolgslauf der beiden jungen Briten fortsetzt, oder ob Eng doch noch in das Rennen um den Titel mit eingreifen kann.

Beide Rennen gibts um jeweils 14:00 Uhr live auf Eurosport, Lauf eins auf ESP International, Lauf zwei auf ESP 2.

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June 17 2010

06:42

Formelserien: Vorschau F2/SLF/WSbR

Nach einer kurzen Pause geht es am kommenden Wochenende bei den diversen Formelserien wieder richtig weiter: Die Formel 2 geht als Support-Programm für die WTCC in Zolder an den Start, die WSbR fährt in Magny-Cours, und die Superleague Formula macht in Jarama Station.

Drei ehemalige Formel 1-Strecken sind also am kommenden Wochenende die Gastgeber für die Rennen der Juniorserien. Und nur bei einer ist mir richtig wohl: Die Strecke in Magny-Cours ist immer noch ziemlich modern und erfüllt die Sicherheitsstandards für aktuelle Kurse. Anders sieht es dagegen in Zolder und Jarama aus: Beide Strecken wurden aus gutem Grund schon vor einiger Zeit von der Formel 1 verlassen und seither nur in Teilen entschärft. Auf beiden Strecken sind die Rennen meiner Ansicht nach zwar zu verantworten – riesige Auslaufzonen wie auf modernen Tilkodromen sind allerdings Mangelware.

Zunächst zur Formel 2: Die fährt in Zolder bereits das vierte von neuen Saisonrennen. Qualitativ hatten alle drei Ausgaben nicht riesig viel zu bieten, die beiden Läufe in Monza waren aber immerhin spannend. In der Meisterschaft hat sich – für viele etwas überraschend – Jolyon Palmer, Sohn von Serienorganisator und Ex-F1 Fahrer Dr. Jonathan Palmer an die Spitze gesetzt. Erstaunlich ist das deswegen, weil er im vergangenen Jahr auch schon mit dabei war – und zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Glanzlichter setzen konnte. In diesem Jahr läuft es aber deutlich besser: Palmers Meisterschaftsführung kam nicht durch glückliche Zufälle zustande – sie ist durchaus verdient, zumal er als einziger Pilot bei allen bisherigen Rennen konstant schnell unterwegs war. Dahinter lauern der erstaunliche Rookie Dean Stoneman und Philipp Eng, um dessen Finanzen es nicht gar so gut bestellt sein soll, und der daher in dieser Saison umso mehr beweisen muss, was in ihm steckt.

Austragungsort des Rennens ist, wie erwähnt, Zolder. Die ehemalige Formel 1 Strecke im Nordosten Belgiens ist Neuland für die Formel 2, und wird auch sonst von Formelserien eher gemieden. Die Champcar fuhr auf dem ziemlich schnellen und flüssigen Kurs im Jahr 2007 eines ihrer beiden Europarennen, die Superleague Formula war auch schon gelegentlich hier. Zum Glück gab es bei diesen Rennen nie größere Probleme – wenn es die aber gibt, dann kann in Zolder auch schnell mal auf eher unangenehme Weise der Platz ausgehen. Dort zu fahren ist sicher weniger riskant, als in Marrakesch oder in Brands Hatch – aber ein wenig Fingerspitzengefühl sollten die Damen und Herren Nachwuchsfahrer am kommenden Wochenende dort schon an den Tag legen.

Lauf eins und zwei werden Samstag und Sonntag live auf Eurosport zu sehen sein.

WSbR

Die Word Series by Renault macht nach den mäßig spannenden Rennen vor knapp zwei Wochen in Brünn am kommenden Wochenende in Magny-Cours Station. In Brünn war die Performance von Esteban Guerrieri die große Überraschung. Der nicht mehr ganz so junge (25) Argentinier konnte dort beide Rennen für sich entscheiden, nachdem er zuvor in Monaco nicht mehr genug Geld gehabt hatte, um antreten zu können. Wasserstandsmeldungen aus Argentinien besagen, dass er auch am kommenden Wochenende in Magny Cours wieder mit dabei sein wird – der Rest der Saison ist allerdings weiter ungesichert. Die Motivation, seine Leistung aus Tschechien zu wiederholen, wird also groß sein.

Ebenso motiviert wird wohl Red Bull Junior Daniel Ricciardo ans Werk gehen. Nachdem er schon bei den ersten Saisonrennen nicht konstant genug war, fehlte es in Brünn auch noch am Speed. Erstmals in dieser Saison musste er sich sogar seinem Stallrivalen Brendon Hartley geschlagen geben – was sein Betreuer und Chef Dr. Helmut Marko sicher nicht sehr gerne gesehen haben wird.

Beim Rennen in Brünn hat Eurosport angekündigt, neben der WSbR auch den Renault Megane Cup im Eurosport Player übertragen zu wollen – angeblich hat dies allerdings nicht funktioniert. Auch diesmal dürfte eine solche Übertragung wieder geplant sein. Ob diesmal aber tatsächlich auch etwas davon zu sehen sein wird, bleibt abzuwarten.

Beide Läufe der WSbR werden jedenfalls live auf Eurosport 2 übertragen.

Superleague Formula

Zum zweiten Mal geht die Fußball-Rennserie am kommenden Wochenende in Jarama an den Start. Das mag weniger an der Qualität der Strecke liegen, als vielmehr an der Nähe des Austragungsortes zum Großraum Madrid – auf der eigens eingerichteten Homepage der Veranstaltung wird das Rennen sogar als “SLF Madrid 2010″ beworben.Für die Veranstaltung ist ein großes Rahmenprogramm inklusive eines Konzertes der “Simple Minds” direkt nach dem Superfinale angekündigt – man darf also hoffen, dass sich diesmal mehr Menschen auf den Tribünen finden, als noch bei den vergangenen Rennen.

Ob sich die Fans allerdings auch auf einen Heimsieg des Teams von Atlético Madrid oder zumindest des zweiten spanischen Clubs Sevilla FC freuen dürfen, darf bezweifelt werden. Zumindest in der Meisterschaft liegen beide Mannschaften eher im Mittelfeld – und die allerbesten Piloten hat man mit María de Villota und Marcos Martinez auch nicht gerade zur Verfügung. Zumindest Martinez, der in der WSbR ja bisweilen ganz gut unterwegs war ist aber auf heimischen Boden vielleicht doch eine Überraschung zuzutrauen. Die großen Favoriten werden trotzdem wohl auch in Spanien Tottenham Hotspurs (Craig Dolby), AC Milan (Yelmer Buurman), RSC Anderlecht (Davide Rigon) und FC Basel (mit dem Deutschen Max Wissel am Steuer) heißen.

Die 1967 gebaute und seither nur, sagen wir, behutsam aktualisierte Strecke war schon im vergangenen Jahr als Austragungsort des Saisonfinales  im SLF-Kalender. Die Strecke wurde von John Hungenholtz gebaut, der auch für das Layout von Zandvoort und Suzuka verantwortlich ist. Das wäre an sich ein recht gutes Vorzeichen, leider ist Jarama aber ein minderes Werk des Architektur-Künstlers. Der Kurs besteht im wesentlichen aus einer langen Geraden und zahlreichen engen Kurven – das Überholen ist dementsprechend schwierig. Auch die Sicherheitsvorkehrungen sind nicht flächendeckend auf dem neuesten Stand. Die Formel 1 hat die Strecke schon Anfang der 80er-Jahre verlassen, weil ihr der Kurs zu eng wurde. Trotzdem waren die beiden Läufe der SLF 2009 ganz ansprechend.

Wer sich selbst ein Bild machen will, wird dies leider wieder nicht im TV machen können, da sich immer noch kein Sender gefunden hat, der die Rennserie überträgt. Dafür wird es wie immer auf superleagueformula.com einen recht anständigen offiziellen Stream der drei sonntäglichen Rennen sowie angeblich -erstmals in dieser Saison – auch vom Qualifying am Samstag geben.

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May 19 2010

16:30

Formelserien: Wieder viele Überraschungen

Die Monaco-Bilanz: Zwei muntere Rennen bei der GP2 – aber die Favoriten stehen sich immer noch selbst im Weg. In der WSbR konnte sich Daniel Ricciardo dafür endlich durchsetzen. Und die SLF bot abermals feines Racing. Schade, dass ihr auch am kommenden Wochenende keiner zusehen wird.

Es hätte schlechter kommen können: Immerhin neun Punkte nimmt Jules Bianchi von den beiden Rennen in Monaco mit, nur zwei weniger als der neue Meisterschaftsleader Sergio Pérez. Der Franzose bot vor allem im Sprintrennen eine tolle kämpferische Leistung und ließ seine Klasse aufblitzen – aber einmal Platz vier und einmal Rang drei sind trotzdem noch nicht das, was man sich vom Meisterschaftskandidaten Nr. 1 erwartet hätte. Auch von den anderen Favoriten konnten in Monaco fast keiner überzeugen: Sam Bird nimmt einen einzigen Punkt aus dem Fürstentum nach Hause mit, Charles Pic und Christian Vietoris gingen überhaupt leer aus. Dafür gab es wieder einige Überraschungen.

Schon zum zweiten Mal nach Barcelona fuhr der im vergangenen Jahr meist unauffällige Dani Clos im Hauptrennen auf das Podium – und seinem Teamkollegen Vietoris um die Ohren. Lohn ist der vorläufig dritte Platz in der Meisterschaft. Wenn er so weitermacht, sind auch Siege in diesem Jahr nicht ausgeschlossen. Jerome D’Ambrosio hat zwar auch in der Vergangenheit öfter mal seine Klasse aufblitzen lassen, Platz 1 im Sprintrennen kam trotzem etwas unerwartet. Die Überraschung des Wochenendes war aber Johnny Cecotto, Jr. Der junge Venezuelaner war im vergangenen Jahr in Monza im Regen schon einmal richtig gut unterwegs, crashte dann aber ins Aus. Sonst konnte er bisher nicht so ganz überzeugen – umso beeindruckender, wie er in Monaco von Startplatz neun auf Rang vier vorgefahren ist.

Als einziger aus dem erweiterten Favoritenkreis wirklich überzeugen konnte bisher Sergio Pérez. Schon beim Hauptrennen in Barcelona wäre der Mexikaner ohne technische Probleme zum Sieg gefahen, in Monaco hat es jetzt funktioniert. Die Meisterschaftsführung ist fürs erste völlig verdient – mal sehen, wie es beim nächsten Rennen dann weitergeht. Das ist (natürlich) wieder im Rahmen der Formel 1 – in zwei Wochen auf der legendären Traditionstrecke von Istanbul.

WSbR

Fast schon prophetisch war das (an diese Wochenende einzige) Rennen der WSbR am Sonntagvormittag: Ganz oben am Siegertreppchen stand ein Australier in den Farben von Red Bull. Nach zwei eher verkorksten Meetings in Aragón und Spa konnte sich Red Bull-Talent Daniel Ricciardo erstmals auch im Rennen durchsetzen. Und wie: Das, was der Red Bull-Junior von Start bis Ziel zeigte, sah ziemlich souverän aus, und lässt erahnen, wieso viele Beobachter so große Stücke auf ihn halten. Auch seinen Teamkollegen und potentiellen F1-Cockpit-Konkurrenten Brendon Hartley hatte Ricciardo in Monaco wieder deutlich im Griff – auch, wenn Hartley anders als in den vergangenen Wochen diesmal wieder eine sehr anständige Leistung gezeigt hat.

Eine große Überraschung gab es dann aber auch bei der WSbR: Bei seinem allerersten Rennwochenende in einem Renault 3.5 Auto konnte sich Alexander Rossi auf Platz fünf qualifizieren. Auch im Rennen konnte der erst 18-jährige Kalifornier gut mit der Spitze mithalten. Schade, dass der Lauf dann doch in den Leitplanken ein Ende fand – wegen der geringen Erfahrung ist das aber verzeihlich.

In der Meisterschaft führt auch nach Monte Carlo noch Mikhail Aleshin. Das scheint nach je einem Sieg in Aragón und Spa und einem zweiten Platz in Monaco auch sehr gerechtfertigt. Dritter ist Sten Pentus, der im Fürstentum eine eher diskrete Leitung gezeigt hat, und auf Platz 6 ins Ziel fuhr.

Jetzt gibts bei der WSbR erstmal Pause: Das nächste Rennwochenende findet erst in drei Wochen in tschechischen Brno statt.

Superleague Formula

Es ist und belibt ein Jammer. So viel machen die Organisatoren der Superleague Formula richtig: Tolle Autos, namhafte Fahrer, eine feine TV-Übertragung (wenn auch hierzulande nur noch via Stream), spannende Rennen und abwechslungesreiche Strecken. Außerdem eine attraktive Präsentation – und ein Seriensponsor (die angolanische Staats-Ölgesellschaft Sonangol), der zwar vielleicht nicht unglaublich potent sein mag, aber alles versucht, sich auf dem europäischen Markt zu etablieren. Trotzdem findet die Serie hierzulande fast völlig unter dem Radar statt. Das hat mehrere Gründe: Erstens braucht sich niemand, der ein Formelrennen zeitgleich mit dem GP von Monaco durchführt wundern, wenn er gegen die Königsklasse den Kürzeren zieht. Immerhin waren diesmal ein paar Fans an der Strecke vor Ort, sogar ein bengalisches Feuer war zu sehen. Trotzdem: Diese Terminplanung steht in einer Reihe mit der (gütig verworfenen) Idee, am Tag des WM-Finales einen Lauf der Fußball-Rennserie in Oschersleben durchzuführen.

Die gute Nachricht ist: Das ist ein Problem, das sich relativ einfach beheben lässt. Man muss einfach aus Erfahrung lernen, und beim nächsten Mal etwas behutsamer planen. Zweitens krankt die Serie aber leider auch anderswo – und dieses Problem wird sich nicht so leicht beheben lassen. Denn die eigenartige Mischung aus Fußball und Rennsport schlägt einfach nicht ein. Auch, wenn die SLF in Südeuropa und Lateinamerika wohl mehr Fans gefunden hat – ich habe bis jetzt niemanden, wirklich niemanden sagen hören, dass er sich die Serie deswegen ansieht, weil dort Fußballklubs mitfahren. Oft aber das Gegenteil. Ein paar Dinge könnte man aber auch hier schnell ändern: So wie in ihren führen Rennen auch die A1GP setzt die Superleague noch zu starr auf das Konzept. Es würde sicherlich helfen, wenn man in den Einblendungen und im TV-Kommentar auch ohne Spotters-Guide mitverfolgen könnte, welcher Fahrer denn nun für welchen Klub fährt.

Und dann gibt es aktuell noch ein neues Problem: Serienpräsident Alex Andreu hat seine Funktionen zurückgelegt, wie die Printausgabe von Autosport berichtet. Andreu behält zwar demnach eine Anteile an der Serie – eine besonders gute Nachricht für die SLF ist aber auch das wohl nicht.

Das alles ist, wie gesagt, schade: Denn was den Sport an sich betrifft, braucht sie die Superleague nicht zu verstecken. Die beiden Rennen in Assen waren beide äußerst ansehnlich, vor allem in Lauf zwei gab es ein paar sehr spektakuläre Überholmanöver zu bewundern. Der “komplette” Reverse-Grid, der bei der SLF zum Einsatz kommt ist zwar sportlich gesehen ziemlich unfair – aber er produziert eben auch spannende Rennen. Was den Leistungsstand betrifft, lässt sich nach zwei Rennen schonmal das Folgende sagen: Craig Dolby scheint mit dem SLF-Boliden richtig gut zurecht zu kommen. Nach einem tollen Lauf in Silverstone konnte der junge Brite diesmal zwar nicht gewinnen – seine Fahrt von Platz zwölf zu Rang zwei im zweiten Rennen war aber trotzdem äußerst sehenswert. Völlig verdient fahren Dolby und die Tottenham Hotspurs damit auch als Tabellenführer zum nächsten Rennen. Auf Platz zwei der Tabelle hat sich die Kombination aus Max Wissel und dem FC Basel halten können – auch, wenn die Vorstellung in Assen nicht ganz so überzeugend war, wie jene von Silverstone. Dahinter folgen Flamengo (Franck Perera in Assen und Duncan Tappy in Silverstone) und der AC Milan mit Yelmer Buurman. Fünfter ist Assen-Gesamtsieger Davide Rigon (RSC Anderlecht).

Weiter geht es mit der SLF schon am kommenden Wochenende in Magny Cours. Verfolgen können wird man die Läufe wohl wieder nur im offiziellen Stream. Aber wie gesagt: Wer gütig über das Konzept hinwegsehen kann, der sollte vielleicht auch einen zweiten Blick riskieren. Die Rennen sind es wirklich meist wert.

Formel 2

Eine ungute Fortsetzungsserie hat die Formel 2 im Programm. Nach Marrakesch geht es nun auch die nächste Strecke, die für Juniorklassen nur begrenzte Tauglichkeit hat: Monza. Das Autodromo Nazionale ist zwar sicherheitstechnisch um Welten besser, als der Kurs im Marokko. Und mit der F2 dort zu fahren, ist wohl vertretbar – andere Serien (etwas GP2 und GP3) machen es schließlich auch. Aber die Speeds sind trotzdem hoch – und wenn jemand abfliegt, dann sind die Leitplanken (und – im Horrorfall – der Wald) schnell da.

Dass die Serie nicht mal ein Jahr nach dem tragischen Tod eines jungen Fahrers mit stolzgeschwellter Brust auf ihrer Homepage berichtet, wie viele User sich das Videos von Teixeiras Horrorcrash auf Youtube angesehen haben, macht leider auch nicht den besten Eindruck.

Trotzdem: Sofern alles gut geht, sollten uns in Monza nach den Langweilern von Silverstone und dem Chaos von Marokko wieder einmal zwei spannendere Läufe bevorstehen. Denn immerhin kann im königlichen Park sogar die Formel 1 überholen – also wird wohl auch die F2 ein paar Manöver liefern. Als Meisterschaftsleader geht Phillip Eng ins dritte Rennwochenende, dahinter folgen Rookie Dean Stoneman, Jolyon Palmer und Will Bratt.

F3 Euroseries

Neuland beitritt am Wochenende die F3 Euroseries. Im Rahmen der DTM geht die Juniorklasse erstmals in Valencia an den Start. Eine Teilnehmerliste gibt es leider noch nicht, momentan deutet aber nichts darauf hin, dass am Wochenende mehr als die 13 für die gesamte Meisterschaft gemeldeten Piloten antreten werden. Vom tatsächlichen Teilnehmerstand wird man sich wieder an beiden Renntagen live auf n-tv ein Bild machen können.

Nach zwei Rennwochenenden führt Comeback-Mann Eduardo Mortara die Meisterschaft an,  nur einen Punkt dahinter liegt Marco Wittmann. Mit etwas Respaktabstand folgt auf Rang drei der hoch eingeschätzte Roberto Mehri.

Auto GP

Und dann gibts am Wochenende noch das zweite Rennen der AutoGP. Mangels Motors TV konnte ich leider bisher keine bewegten Bilder von der Serie sehen – daher gibt’s hier auch keine Einschätzung von Serie und Fahrern. Die Ausgangssituation vor dem Wochenende: Luca Filippi führt punktglich mit Eduardo Piscopo in der Tabelle, gefolgt von Vladimir Arabadziev.

Kabelkunden dürfen sich auch dieses Mal auf ausführliche Berichterstattung freuen: Motors TV überträgt Samstag und Sonntag beide Rennen – allerdings nicht live, sondern am späteren Nachmittag als Aufzeichnung.

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April 15 2010

06:30

F2/WSbR Saisonvorschau, F3 Euro Analyse

Das Motorsportjahr nimmt weiter Fahrt auf: Am vergangenen Wochenende ist eine Nachwuchsserie gestartet, diesmal folgen gleich zwei weitere. Eine davon verspricht wieder unterhaltsame Rennen – in der anderen sind ein paar große Talente am Start. Und in der dritten fährt fast gar keiner mehr.

Schon bemerkt? Seit dem Wochenende ist die neue Saison der F3 Euroseries in vollem Gange. Wenn nicht, dann ist das verständlich: Irgendwie ist in diesem Jahr fast gar nichts über die Saisonvorbereitungen der laut Eigendefinition “stärksten Juniorserie der Welt” an die Öffentlichkeit gedrungen. Nicht nur bei den Fans ist wenig angekommen – auch einige Fahrer dürften den Saisonbeginn verschlafen haben, denn zur Premiere standen nur 13 Starter am Grid. Deutlich mehr Piloten werden am kommenden Wochenende in der Formel 2 das Racingjahr 2010 in Angriff nehmen – nicht alle davon sind aber ganz unumstritten. Immerhin hat Konstrukteur Williams F1 angekündigt, dass das Auto in diesem Jahr deutlich näher an Formel 1 Wagen dran sein soll. Außerdem gibt es in der Formel 2 ja bekanntlich Superlizenzen für die drei erstplatzierten Fahrer – ein nicht zu unterschätzendes Asset, wie sich im Winter gezeigt hat, als einige der neuen Teams nach startfähigen Talenten mit Kleingeld gesucht haben. Gerade an Talenten scheint es in der Formel 2 aber in diesem Jahr – mit wenigen Ausnahmen – ein bisschen zu mangeln. Daher erstmal zur anderen Serie, die an diesem Wochenende startet: Denn in der World Series by Renault gehen 2010 einige sehr viel versprechende Fahrer an den Start.

Da wäre zunächst Daniel Ricciardo. Der Red Bull Junior aus Australien konnte im vergangenen Jahr in der Britischen Formel 3 überzeugen, und hat auch bei den Formel 1-Testfahrten im Herbst eine gute Figur gemacht. In diesem Jahr wechselt er sich mit Brendon Hartley als Ersatzfahrer bei den beiden Red Bull F1-Teams ab. Mit dem Neuseeländer teilt sich Ricciardo neben der Ersatzfahrerrolle und der ozeanischen Herkunft in diesem Jahr außerdem den Platz bei Tech 1 Racing in der WSbR. Auch wenn Hartley 2009 eher ein charakterbildendes Jahr eingelegt hat: In der Branche wird ihm nach wie vor eine große Portion Talent nachgesagt. Sofern er das wieder findet, sind wohl beide Fahrer Titelkandidaten.

Aus deutschsprachiger Sicht interessant: Walter Grubmüller. Der Österreicher wurde 2009 hinter Ricciardo Vizemeister in der birtischen Formel 3 – war dort aber vorher schon ein paar Jahr mit eher durchschnittlichem Erfolg unterwegs. Mal sehen, was ihm im Familieneigenen P1 Motorsport-Team gelingt. Ganz interessant könnte auch das Abschneiden von Esteban Guerrieri werden, sofern sich der Argentinier in diesem Jahr endlich mal eine ganze Saison leisten kann. Guerrieri ist schon einige Jahr in europäischen Juniorserien unterwegs. Dass er sich nie wirklich durchsetzen konnte, dürfte aber eher am mangelnden Budget als am Talent liegen: 2004 fuhr er in der Formel 3000 regelmäßig in die Punkte, 2008 in der WSbR. Im vergangenen Jahr gelangen ihmin der SLF sogar zwei Siege. Die WSbR hat aber einen Hang dazu, dass dort auf einmal Talente auftauchen, die man vorher nicht so auf der Rechnung hatte – es kann also gut sein, dass sich am Ende ein Fahrer durchsetzt, der hier nicht erwähnt wurde. Spannend wird es aber allemal – immerhin genießt die Serie einen ausgezeichneten Ruf. Nicht umsonst waren Sebastian Vettel, Robert Kubica und Fernando Alonso alle mal in der Serie unterwegs.

Bei den Strecken bemüht sich Renault, möglichst oft auf Kursen zu fahren, auf denen auch die Formel 1 unterwegs ist. Highlight der Saison ist wohl auch in diesem Jahr das Rennen im Rahmen des GP von Monaco – Lowlights versprechen aus Überhol-Sicht dagegen die Ausgaben am Hungaroring und in Barcelona zu werden. Außerdem fährt die Serie noch in Spa, Magny-Cours, und in Silverstone. Wer selbst einmal eines der Rennen besuchen will, kann das in diesem Jahr wohl am besten in Hockenheim (3.-5. September) oder (von Österreich aus) in Brno (4.-6. Juni) machen. Renault bietet an allen Wochenenden ein ziemlich breites Programm: Neben der WSbR 3.5 sind noch ein paar weitere Serien aus dem Haus des “Créateur d’automobiles” unterwegs: Formel Renault 2.0 und 1.6, Clio Cup und lokale Tourenwagen Meisterschaften. Der Clou: Der Besuch ist gratis, man muss sich nur aus versicherungstechnischen Gründen ein Ticket beim Renault-Händler abholen – oder von der Serienhomepage ausdrucken.

Los geht’s am Wochenende an der selben Strecke, an der die letzte Saison geendet hat – am Motorland Aragon. Der Kurs im Nordosten Spaniens hat mir beim ersten Auftritt 2009 recht gut gefallen. Es handlet sich um ein Tilkodrom der gehobenen Klasse. Will heißen: Die Strecke ist von Verlauf her recht ähnlich wie zum Beispiel jene in Istanbul – ein paar schnelle Kurven, relativ viel Auslauf, eine lange Gerade, deutliche Höhenunterschiede. Die gehobene Klasse zeigt sich darin, dass der Kurs schöner in die Landschaft gebaut ist, und viel weniger seril wirkt, als das Otodrom. Außerdem waren im vergangenen Herbst auch ein paar Fans vor Ort. Kollege Stefan Tegethoff hat die Strecke zur Eröffnung damals ausführlicher vorgestellt – wer mehr wissen will, folge also diesem Link. Für alle anderen hier die “Kurzversion” der Streckenvorstellung in Form eines Onboard-Videos.

Formel 2

Etwas mehr Nähe zur Königsklasse sucht man auch in der Formel 2, die am kommenden Wochenende in Silverstone ins Racingjahr 2010 startet. Im vergangenen Jahr war die Serie mit dem Anspruch, eine der GP2 und WSbR gleichwertige, aber deutlich billigere Feederserie für die Formel 1 zu werden gestartet. Ganz ist das noch nicht gelungen: Meister Andy Soucek hat sich als einziger Teilnehmer einen Platz imF1-Milieu sichern können – und zwar als einer von zwei Testfahreren beim Neuling Virgin F1. Ob und wie oft er dort im Cockpit sitzen wird, muss sich erst zeigen. Vizemeister Robert Wickens ebenfalls “aufgestigen” – allerdings nicht in die Formel 1, und auch nicht in die GP2. Stattdessen wird der Kanadier im kommenden Jahr in der GP3 an den Start gehen. Nicht gerade ein Qualitätsausweis für den Ruf der Formel 2 als Talentschmiede. Aber was nicht ist, kann ja noch werden: Daher hat Williams im Winter am Wagen gearbeitet. Das Chassis wird nun 24 Prozent mehr aerodynamische Effektivität bieten, der Motor hat 30 PS zugelegt, und auch das Fahrverhalten soll deutlich näher an einem Formel 1 Auto dran sein.

Ob sich aber auch das Niveau der Fahrer entsprechend verbessert hat, dass darf man bezweifeln. Zwar ist diesmal kein Juniorserien-Altstar wie Vorjahresmeister Andy Soucek dabei. Dafür fehlen aber auch Talente wie Mirko Bortolotti oder Robert Wickens. Wieder am Start ist dafür Phillip Eng. Für den Österreicher ist in seiner zweiten Saison in der Serie der Titel das klare Ziel. Bei den Testfahretn schnell unterwegs waren sonst etwa noch Will Bratt, Benjamin Bailly und Dean Stoneman. Außerdem konnte sich noch Jolyon Palmer, Sohn des ehemaligen Formel 1 Fahrers und Serienorganisators Jonathan eine Tagesbestzeit sichern. Weniger toll für den Ruf der Serie als Nachwuchs-Kaderschmiede sind wohl die Engagements des 38-jährigen Bollywood-Stars Ajith Kumar und des 37-jährigens bulgarischen Geschäftsmanns Plamen Kralev. Die beiden werden sich mit GP2-Dropout Ricardo Teixeira wohl ein munteres Duell um den letzten Platz liefern.

Das Engagement solcher Gentleman-Junioren inmitten echter Heißsporne ist dabei alles andere als unriskant. Vor allem, wenn man sich die Strecken ansieht, auf denen die Formel 2 in diesem Jahr fahren wird. Wie schnell im Rennsport nach wie vor etwas passieren kann, hat uns allen der tragische Unfall von Henry Surtees viel zu deutlich vor Augen geführt. Was ich davon halte, dass die Formel 2 trotzdem heute nicht nur wieder in Brands Hatch, sondern außerdem noch in Zolder und am Stadtkurs von Marrakesch unterwegs ist, ist mittlerweile sicher hinlänglich bekannt – dehalb hier nicht nochmal die ganze Leier. Ich hoffe natürlich sehr, mit meinen Befürchtungen unrecht zu haben. Abgesehen davon fährt die Formel 2 noch in Monza, Portimao, Brünn, Oschersleben und in Valencia. Die Saisonpremiere am kommenden Wochenende wird wohl das letzte große Rennen am “alten” Kurs in Silverstone sein – die GT1-WM fährt zwei Wochen später schon am neuen “Arena”-Layout.

Übertragen wird die Formel 2 auch in diesem Jahr wieder auf Eurosport und Eurosport 2. Laut Serienhomepage sollten alle Rennen live gesendet werden. Derzeit steht aber nur das zweite Rennen im Eurosport-Programm, das erste ist nichteinmal als Wiederholung gelistet. Mal sehen, ob sich das im Lauf der Woche noch ändert. Sofern nicht bleibt noch die Hoffnung auf einen Livestream – ein solcher soll auch in diesem Jahr wieder gratis auf formulatwo.com verfügbar sein. Ebenfalls auf Eurosport laufen heuer auch wieder die Rennen der WSbR – für das kommenden Wochenende sind derzeit beide Rennen als Liveübertragungen geplant.

F3 Euro-Analyse

Und dann ist da noch “die stärkste Juniorserie der Welt”. Es war ja zu erwarten, dass die steigende Masse an Nachwuchsformeln auch an der F3 Euroserie nicht ganz spurlos vorbeigehen würde. Aber das, was dann am vergangenen Wochenende offensichtlich wurde, hat doch etwas überrascht: Nur 13 Fahrer haben die Reise nach Le Castellet angetreten, wo man im Rahmen der LMS die ersten beiden Rennen dieses Jahres gefahren ist. Zwar sollen sollen in Hockenheim angeblich wieder etwas mehr Starter ins Rennen gehen – aber Werbung für die Serie war das vergangene Wochenende nicht gerade. Es ist verständlich, dass die Reise nach Frankreich für zwei Rennen im Rahmen der LMS in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht für alle Teams interessant ist. Aber andererseits kommt der Name “Euroserie” ja nicht von ungefähr: Die Klasse ist aus dem Zusammenschluss der deutschen und französischen F3 hervorgegangen und hat internationalen Anspruch – Rennen im Ausland gehören eben dazu. Und nur der Wirtschaftskrise oder gar den Teams die Schuld zu geben, greift auch zu kurz – ein bisschen müssen sich die Serienorganisatoren schon selbst an die Nase fassen. Denn irgendwas scheint auch bei der Öffentlichkeitsarbeit nicht so ganz zu funktionieren: Da, wo man von anderen Serien während der Winterpause immer wieder mal hört, so dass sich langsam eine gewisse Vorfreude entwickelt, schien bei der F3 Euro gepflegtes Schweigen zu herrschen. Dabei kann man nichtmal fehlendes Bemühen unterstellen: Den ganzen März über hat man Fahrerportraits und Testberichte veröffentlicht, zum Saisonstart war es eine schicke neue Homepage online, und nach dem TV-Desaster des vergangenen Jahres gibt’s heuer jeweils beide Rennen live auf n-tv. Trotzdem: Irgenwas läuft falsch, und man sollte schnell darauf reagieren – wenn der Eindruck der “Premiummarke” nämlich verloren geht, wird die verhältnismäßig teure F3 Euro wohl als Verlierer aus dem “Kampf der Juniorserien” hervorgehen.

Immerhin: Bei den wenigen Piloten, die am Wochenende am Start waren, sind gleich einige gute Talente dabei. Und auch die Rennen selbst waren nicht übel: Wer seine Augen an den migränigen Streifen-Auslauf von Le Castellet gewöhnt hatte, konnte in beiden Läufen ein paar schöne Zweikämpfe beobachten. Besonders hervortun konnte sich dabei Edoardo Mortara. Der Italiener gibt in diesem Jahr den “Andy Soucek der Formel 3″: Er kehrt nach einem mittelmäßigen Jahr in der GP2 wieder in die Serie zurück, und will dort versuchen, seine Karriere wieder in die richtige Bahn zu lenken. Am Samstag konnte er nach einem frühen Zweikampf mit Pole-Mann Juncadella recht unbedrängt den Sieg ins Ziel fahren. Sonntags konnte Mortara sich in der letzten Runde noch von Platz vier auf Rang zwei hinter Sieger Alexander Sims hochkämpfen. Lohn der harten Arbeit: Drei Punkte Vorsprung (insgesamt 15) in der Meisterschaft auf die beiden zweitplatzierten Sims und Marco Wittmann (beide 12). Weiter geht es in zwei Wochen beim DTM-Auftakt in Hockenheim – es bleibt zu hoffen, dass sich die Ankündigungen bewahrheiten, und dann wieder mehr Teams an den Start gehen werden.

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