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November 24 2013

21:20

Formel Eins: Analyse GP Brasilien 2013 – Zum Abschluss alles wie immer

Zwei Tage regnete es in Strömen, doch am Renntag blieb es trocken. Anders, als in den letzten Jahren gab es wenig Stress für die Strategen, und Vettel konnte erneut sein Rennen fahren.

130115_braDie Dominanz von Sebastian Vettel lässt sich am deutlichsten an einer Zahl festmachen: 397 Punkte. So viele Zähler konnte Mercedes nicht mal mit beiden Fahrern zusammen in der WM einfahren. Anders gesagt: Selbst wenn Red Bull nur mit Vettel angetreten wäre, hätten sie den Konstrukteurstitel in diesem Jahr einfahren können. Noch ein Beispiel: Vettel wäre auch Weltmeister geworden, wenn er die ersten acht (!) Rennen komplett ausgelassen hätte. Und so wie alle Rennen seit der Sommerpause, sah auch das Rennen in Brasilien aus. Vettel auf der Pole, der sich auch durch einen besser startenden Rosberg nicht aus dem Konzept bringen ließ. Ohne DRS war sein Red Bull noch schnell genug, um noch in der ersten Runde wieder am Mercedes vorbei gehen zu können. Danach war das Rennen an der Spitze wieder gelaufen.

Eine wirkliche Chance hatte die Konkurrenz mal wieder nicht, selbst dann nicht, als Vettel wegen es etwas chaotischen Boxentopps rund 10 Sekunden verlor. Aber selbst dieser Patzer reichte nicht aus, um jemanden anderen in Führung zu bringen. Da Webber und Alonso zeitgleich in der Box waren und Vettel zuvor rund 15 Sekunden Vorsprung hatte, konnte er seine Führung bequem verteidigen, während Webber sich zweimal an Alonso vorbei arbeiten musste. Ein Sieg blieb ihm am Ende versagt, aber immerhin konnte er im letzten Rennen noch einen zweiten Platz erreichen. Und Vettel gab Webber am Ende noch ein kleines Abschiedsgeschenk: Er ließ dem Australier die schnellste Rennrunde. Nach seinem verpatzten zweiten Stopp sah es für einen Moment so aus, als könnten Webber und Alonso zu Vettel aufschließen, aber der schonte in den ersten Runden nur seine Reifen um dann später wieder seinen normalen Rhythmus aufzunehmen. Und das sah so aus, dass er pro Runde 0.5 bis 0.7 Sekunden schneller als der Ferrari von Alonso war.

Der Spanier kämpfte allerdings auch mit stumpfen Waffen. Der F138 war wie gesamten Jahr zu langsam, egal wie sehr Alonso pushte. Im Gespräch nach dem Rennen meinte Webber zu Alonso, dass dieser vor allem beim Einlenken in die Kurve sehr langsam gewesen sei, was der Ferrari-Pilot mit einem müden Schulterzucken bestätigte. Was einen deutlichen Hinweis darauf gibt, wo der Red Bull besser ist. Wenn man mit höherer Geschwindigkeit einlenken kann, ist man logischerweise auch am Ausgang etwas flotter unterwegs. Der RB9 hat einfach mehr Abtrieb, als der Rest der Welt.

Für Ferrari lief das Rennen aber endlich mal besser, als es sonst der Fall war. Alonso verlor am Start einen wichtigen Platz, konnte sich aber aber nach ein paar Runden auf P2 festsetzen. Die Mercedes konnten dem Tempo nicht folgen und hatten sich wohl mit der Abstimmung verhauen. Felipe Massa hatte einen sensationellen Start und schoss von P9 auf P6 vor. Danach kämpfte er sich bis auf P4 vor und Alonso ließ nach dem Rennen durchblicken, dass er durchaus mit dem Gedanken gespielt hatte, seinen langjährigen Teamkollegen aufs Podium zu schicken. Aber dazu kam es dann nicht, weil Massa in Runde 28 die Boxeneinfahrt zu stark anschnitt und die Rautenlinien überquerte. In der Fahrerbesprechung hatte man wohl festgelegt, dass genau dies nicht passieren sollte. Es ist nicht ganz klar, ob Massa diesen Fehler vorher schon mal begangen und die Rennleitung Ferrari schon verwarnt hatte. Jedenfalls folgte eine Durchfahrtsstrafe, die Massa mit wilden Gesten in Richtung Rennleitung kommentierte.

Die Strafe war entscheidend für den Ausgang der Team-WM. Da es für Mercedes in Brasilien überhaupt nicht lief und Hamilton wegen eines kaputten Reifens und einer Durchfahrtsstrafe weit zurück fiel, hätten P3 und P4 für Ferrari gereicht, noch an Mercedes vorbei zu ziehen. Kein Wunder, dass Ferrari am Ende etwas genervt war. Aber in beiden Fällen waren die Strafen gerechtfertigt. Massa, weil es vor dem Rennen klar war, dass die Regel bestand hatte, Hamilton, weil er beim Anbremsen rüberzog und Bottas übersah, der sich zurückrunden wollte. Die 8 Millionen, die Ferrari damit entgehen, werden auch den Italienern weh tun, aber die fehlenden sieben Punkte um Mercedes zu überholen, hat man im letzten Drittel der Saison verloren, nicht in Brasilien. Da Mercedes in diesem Jahr drei Rennen, Ferrari aber nur zwei Rennen gewonnen hat, geht der WM-Stand auch durchaus in Ordnung.

Im Rennen fielen besonders die McLaren auf. Beide starteten in den Tiefen des Mittelfelds und konnten sich während des Rennens nach vorne arbeiten. Dabei hatte in McLaren nicht mal eine besonders andere Strategie gewählt. Button fuhr zwar auf den “Hart” los, behielt dieses aber nur 21 Runden auf dem Wagen, was etwas überraschend war. Auf der anderen Seite konnte man zu diesem Zeitpunkt sehen, dass die Wagen auf den frischen “Medium” schneller waren und von hinten drückten. Das waren vor allem beide Force India und der Sauber von Guiterrez. McLaren hatte also keine andere Wahl, als die Strategie auf einen Zwei-Stopp-Plan zu ändern. Im Endeffekt zeigte sich, dass dies die richtige Entscheidung war. Button konnte aus eigener Kraft das beste Saisonergebnis für das gebeutelte britische Team rausfahren. Und McLaren damit vor der schlechtesten Saison seit 1966 bewahren. Immerhin war es immerhin noch die schlechteste Saison seit 1980, also seit dem Ron Dennis das Team von Teddy Mayer übernommen hatte. Und das im Jubiläumsjahr des Teams.

Es war ein im Mittelfeld durchaus enges und spannendes Rennen, dass die Kameras auch oft einfingen. Vor allem zwischen Force India, Sauber und Toro Rosso ging es um Sekundenbruchteile. Aber die Inder konnten im letzten Rennen trotz aller Bemühungen keine Punkte sammeln. Besser lief es für Toro Rosso, wo Daniel Ricciardo seinem Team noch einen letzten Jahr schenken konnte. Gleiches gilt für Nico Hülkenberg, der immerhin drei Zähler für Sauber holte und sich damit P10 in der Fahrer-WM sichern konnte. In der Team-WM gab es auf den hinteren Plätzen keine Änderungen mehr.

Sehr enttäuschend lief das Rennen für Lotus. Man verlor Grosjean gleich in den ersten Runden mit einem seltenen Motorplatzer und Heikki Kovalainen blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Entweder hatte man sich mit der Abstimmung völlig verhauen, oder Kovalainen kam einfach nicht mit dem Lotus zurecht. Das er während des Rennens mit beiden Williams rumkämpfte spricht eher für die erste Variante. Im Nachhinein wäre es aber durchaus auch gerechtfertigt gewesen, Davide Valsecchi wenigstens eine Chance zu geben, aber hinterher ist man ja immer klüger. Viel Werbung hat Kovalainen für sich allerdings nicht machen können.

Auf dem Fahrermarkt geht es weiter wild zu: Hülkenberg wird mit Sauber und Force India in Verbindung gebracht. Maldonado mit Lotus und Sauber. Völlig offen ist die Lage bei Caterham, wo beide Piloten auf dem Prüfstand stehen. Sergio Perez hat die Woche verlauten lassen, dass er zu 95% ein Cockpit hat. Dies könnte bei Sauber sein, wo Guiterrez zwar in den letzten Rennen bessere Ergebnisse zeigen konnte, aber vermutlich reicht das nicht. Bei Sauber stehen also auch noch beide Cockpits zur Dispostion. Sicher ist wohl, dass Sutil bei Force India bleibt und Grosjean bei Renault. Zumindest die Zukunft von Hülkenberg soll sich in den nächsten Tagen entscheiden.

Das war dann also die Saison 2013. Wir werden in den nächsten Wochen ausführlich auf die Leistungen der Teams eingehen, aber zumindest kann man schon mal festhalten, dass es nicht die spannende Saison war, die man sich gewünscht hat. Die Dominanz von Red Bull war einfach zu groß und umso erstaunlicher war es, dass Ferrari und Mercedes zu keiner Zeit etwas dagegen setzen konnte. Es mag der Doppelbelastung durch die kommende Saison 2014 geschuldet sein, dass man die Weiterentwicklung der Fahrzeuge schon im Spätsommer mehr oder weniger einstellte, aber vermutlich wäre die Saison 2013 auch nicht viel anders gelaufen.

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September 21 2013

06:01

WEC/ALMS: Vorschau Austin 2013

Für die WEC und ALMS steht der letzten Doubleheader in der Geschichte auf dem Programm. In Austin wird man die unterschiedlichen BoP-Einstellungen gut beobachten können.

AUTO - WEC 6 HOURS OF SAN PAULO 2013Die WEC ist zwar noch mitten in ihrer Saison, aber schon ist klar, dass sowohl der Fahrer- als auch der Konstrukteurstitel wieder nach Ingolstadt gehen wird. Dennoch ist das Rennen auch in der LMP1 nicht ohne Spannung, denn bisher konnte man vom leicht renovierten Toyota nur wenig sehen. Der fiel in Interlagos ja leider nach wenigen Runden aus und so konnte man die eventuellen Verbesserungen bei den Japanern nur erahnen. Klar ist, dass man dem Motor etwas mehr PS verliehen hat, aber in Sao Paulo waren die Audi dennoch deutlich schneller. Das wird in Austin, vor allem in den ersten Passagen des Kurses, nicht anders sein. Aber der Kurs verfügt auch über einen engen Schlussteil, in dem der Toyota eventuell leichte Vorteile haben könnte, da er seinen Hybridantrieb ja schon bei niedrigen Geschwindigkeiten nutzen kann.

Aber ungeachtet des eventuell niedrigeren Verbrauchs des Toyotas wäre alles andere als ein Sieg der Audi eine Überraschung. Das Rennen in Interlagos zeigte zwar, dass auch Audi schon mal Fehler an der Box macht, aber es müsste schon sehr viel zusammenkommen, damit Toyota am Ende ganz oben auf dem Podest stehen kann. Das gilt selbstverständlich auch für den Rebellion. Dort hofft man einfach darauf, dass eines drei Top-Teams mal wieder in größere Probleme kommt.

LMP2

Nachdem dem dann doch eher zähen Rennen in Sao Paulo sollte es in Austin hoffentlich wieder etwas enger zugehen. Das Delta-ADR Team (G-Drive) scheint auch für Austin gut gerüstet zu sein, aber ich denke, dass vor allem der OAK mit der #24 (Pla, Heinermeier-Hanson, A. Brundle) in Texas stärker einzuschätzen ist. Auch den zweiten OAK mit der Startnummer 35 und Baguette, Gonzales, Plowman am Steuer sollte man nicht unterschätzen. In Interlagos lagen beide Wagen im Rennen lange gleichauf und hatten Chancen auf den Sieg. Ebenfalls Siegchancen hat die Pecom-Mannschaft mit Companc, Minassian und Kaffer am Lenkrad. Diese vier Teams werden den Sieg wohl unter sich ausmachen. Die Lotus haben, nachdem sie in Le Mans eigentlich sehr gut unterwegs waren, an Schwung verloren. Mag in Brasilien an der Strecke gelegen haben, aber der große Sprung ist ihnen bisher nicht gelungen. Keine Chancen auf den Sieg dürfte der Greaves-Wagen haben, der mit Zügel und Chris Dyson ganz gut besetzt ist, aber der dritte Fahrer, der noch nicht bekannt ist, wird wohl eher aus der Abteilung “Paydriver” kommen. Und dann wäre da noch der dritte OAK, das “Art-Car”, das mit Nicolet, Maris, Merlin auch nur schwach besetzt ist.

GTE-Pro

Hier gibt es wieder die übliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Porsche, den beiden Ferrari und den drei Aston Martin. In Brasilien lieferten sich AF Corse und AMR einen regelrechte Schlacht um die erste Position. Im Ziel lag der F458 nur 1,4 Sekunden vor dem Aston. Ein ähnliches Rennen dürfte die Kategorie auch in Austin bieten und am Wochenende sollten die Porsche wieder ein Wort mitreden können. In Sao Paulo war man nicht so flott unterwegs, dazu kamen ein paar Nicklichkeiten im Feld, die zu Drehern führten. Der Vorteil des 991 von Manthey liegt allerdings nicht auf der Kurz-, sondern auf der Langstrecke. Und die Sechs-Stunden-Rennen scheinen tatsächlich etwas zu kurz für den Porsche zu sein, um seinen Verbrauchsvorteil ausspielen zu können. Aber Manthey Racing und Porsche werden nicht geschlafen haben und es wäre schön, wenn man einen echten Dreikampf um die Spitze sehen könnte.

GTE-Am

Auch hier starten die üblichen Verdächtigen und es wäre ein Wunder, wenn die Aston Martin nicht gewinnen würden. Die letztjährigen Modelle sind um einiges schneller als der Rest des Feldes. Der Labre-Corvette merkt man ihr Alter an, die Ferrari von AF Corse haben wie immer das Problem, dass ein schwächerer Fahrer mit an Bord ist. Neben Matt Griffin und Marco Cioci fährt in Austin Jack Gerber den F458. Die Porsche haben weiter das Problem, dass sie zu langsam auf den Geraden sind, also sollte Aston Martin das Rennen gewinnen können.

Wie üblich fährt die WEC sechs Stunden, das Rennen geht um 18:00 Uhr deutscher Zeit los und wird wie üblich gestreamt.

ALMS

Bei der ALMS gibt es in der LMP1 einen Neuzugang. Na ja, neu ist vielleicht etwas übertrieben. Aber Panoz hat den neuen Delta-Wing DWC12 in Austin dabei; das ist die Version mit dem Deckel auf dem Cockpit, die sich “Coupé” nennt. Neben den aerodynamischen Vorteilen bringt der Deckel auch mehr Sicherheit. Man muss jetzt nicht mehr den Atem anhalten, wenn sich das Ding überschlägt. Wie der Fahrer allerdings rauskommen soll, wenn der Wagen auf dem Dach liegt, ist mir ein Rätsel. Hoffen wir einfach, dass wir das nicht sehen müssen. Pilotiert wird auch das neue Auto von Kathrine Legge und Andy Meyrick. Vorne dürfte alles klar sein. Muscle Milk hat die Meisterschaft eh schon in der Tasche und der Dyson ist mit der schwachen Burgess/McMurry-Mannschaft besetzt. Da gibt es durchaus Chancen für einen LMP2, aufs Treppchen zu kommen.

Dort balgen sich weiterhin die beiden Wagen von Extrem Motorsport und Level 5 um die Plätze. Die HPD-Meisterschaft ist noch lange nicht entschieden, da kann es noch deutliche Veränderungen geben.

Deutlich mehr los dürfte wie immer in der GT-Klasse. Corvette, Viper, BMW heißen hier die Favoriten, eventuell noch der Risi F438 mit Malucelli und Beretta. Die Porsche dürften chancenlos sein. Interessant ist die Klasse aber vor allem, weil man sie direkt mit dem WEC vergleichen kann. Die ALMS hat ja eigene BoP-Einstellungen, dementsprechend sind die Corvette und die Viper in der US-Serie deutlich flotter unterwegs. Ich bin sehr gespannt auf die Rundenzeiten der Fahrzeuge, auch auf jene des Z4. Was die Pläne von BMW angeht, kann man leider wenig sagen. Ob der Z4 nächstes Jahr noch mal auftaucht, ist noch nicht sicher. Zum einen wegen des Regelchaos in der USCR, zum anderen weiß BMW noch nicht, ob man mit dem Z4 überhaupt weitermachen möchte. Da spielen Marketinggründe im Hintergrund eine Rolle.

PC und GTC spare ich mir jetzt mal, da bitte wie üblich den Spotterguide nutzen.

Das Rennen der ALMS ist am Samstagabend circa 22:00 Uhr und geht über etwas mehr als zwei Stunden.

AsiaLMS

Auch die asiatische Variante der Le Mans Serie ist am Wochenende unterwegs. Man fährt in Fuji und das Feld besteht aus sage und schreibe zwei OAK LMP1 und einem GTE Ferrari. Wird eng auf dem Podium. Dennoch ist das Rennen durchaus interessant, denn um das Feld etwas aufzuhübschen hat man elf Fahrzeuge aus der Super-GT-Klasse GT 300 eingeladen. Wir haben uns darüber und über die möglichen Performance-Unterschiede zwischen den GT300 und den GT3 der FIA im Podcast ausführlich unterhalten.

Das Rennen der AsiaLMS geht um 07:00 Uhr am Sonntag los.

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March 08 2012

16:52

WTCC: Saisonvorschau 2012

Die WTCC startet dieses Wochenende schon in ihre neue Saison. Nach den offenen Chevyopen letztes Jahr sieht es dieses Jahr leider nicht viel besser aus. Das Positive ist aber, dass wieder mehr Werke in die Serie drängen.

Kalender und Regeländerungen:

Doch zunächst zu ein paar allgemeinen Sachen. Allem vorran der Kalender der diesjährigen WTCC-Saison:

1.  10/11 März  Monza  Autodromo di Monza 2.  31 März/01 April  Valencia Circuit Ricardo Tormo 3.  14/15 April  Marrakesch  Circuit de Marrakech 4.  28/29 April  Slovakei  Slovakia Ring 5.  05/06 Mai  Budapest  Hungaroring 6.  19/20 Mai  Salzburg  Salzburgring 7.  02/03 Juni  Estoril  Circuito do Estoril 8.  21/22 Juli  Curitiba  Autódromo Internacional de Curitiba 9.  22/23 September  Sonoma  Infineon Raceway 10.  20/21 Oktober  Suzuka  Suzuka East Circuit 11.  03/04 November  Shanghai  Shanghai International Circuit 12.  16/18 November  Macao  Circuito da Guia

12 Rennen auf 5 Kontinenten wird man bestreiten, 6 davon in Europa. Eine gute und ansprechende Mischung für eine Weltmeisterschaft, auch wenn es gerne 2 Rennen mehr seien dürften. Das Problem ist, dass die WTCC dann in Logistikprobleme kommt, da einem natürlich nicht die Transportmöglichkeiten der Formel 1 zur Verfügung stehen. So sieht der Kalender rein von Daten her leider etwas komisch aus mit 8 Rennen in 5 Monaten und die restlichen 4 Rennen in 4 Monaten. Die großen logistisch bedingten Pausen am Ende des Kalenders lassen das Ganze immer ein bisschen zäh und zusammenhangslos wirken.

Starten wird man die Saison in Monza dieses Wochenende, danach bringt man den Spanienbesuch hinter sich, den jede Serie macht. Die gute Nachricht ist man fährt nicht in Barcelona sondern in Valencia, und dort auch nicht auf dem unsäglichen Stadtkurs, obwohl der vielleicht für Tourenwagenrennen gar nicht so schlimm wäre, sondern die Strecke, wo auch die MotoGP ihre Rennen absolviert. Das Motorland Aragón hätte mir zwar besser gefallen, aber Hauptsache man sieht mal nicht Barcelona. Danach geht man nach Marrakesch und da muss man fragen: Warum?. Der letzte Marrakesch Auftritt war sowohl mit der damaligen Begleitserie Formel 2, als auch mit den Tourenwagen ein mittelschweres Desaster, da die Streckenposten ewig brauchten, um verunfallte Fahrzeuge von der Strecke zu kriegen. Bei der kurzen Rennlänge der WTCC laufen dann ganz schnell Großteile des Rennens unter gelb ab. Zu der Verteidigung der Streckenposten muss man sagen, dass die WTCC-Piloten bei ihrem letzten Auftritt auf dem Stadtkurs auch echt Schrott am laufenden Band produziert haben. Aber dann war da auch unter anderem noch, die nicht funktionierende Ampelanlage…

Nach Marrakesch wollte man eigentlich nach Argentinien, blos dieses Rennen kam nicht zu Stande. weswegen man den Slovakia Ring als Ersatzstrecke gewählt hat. Danach geht man auf den immer noch als Micky-Maus-Kurs verschrienen Hugaroring, obwohl die Rennen dort eigentlich nie so schlecht sind. Der Salzburgring und Estoril bilden den Abschluss des Europateils des Kalenders. Sehr schade ist das Fehlens eines Rennens in Deutschland, ebenso wie es kein Rennen in Frankreich und England gibt. Nach Estoril setzt man über nach Brasilien und fährt in Curitiba und danach und das ist sehr erfreulich in Sonoma. Somit hat man es geschafft einen Nordamerikaauftritt auf einer nicht uninteressanten Strecke zu organisieren. Man verlässt Amerika dann Richtung Asien, fährt in Suzuka und in Shanghai. Dort zum Glück auf der Grand-Prix-Strecke und nicht auf der Kartbahn, auch wenn leider wieder kaum Zuschauer da sein werden. Den Abschluss der Saison bildet wie jedes Jahr das Destruction-Derby in Macao.

Zur neuen Saison gibt es auch einige Regeländerungen, hier die Wichtigsten: Die Rennen sind jetzt wenigstens 10 Kilometer länger (60 Kilometer). Dies ist nur zu begrüßen, auch wenn 75 oder gar 100 Kilometer vielleicht ein vernünftigerer Ansatz wären. Es gibt jetzt Punkte fürs Qualifing und zwar 5 für den Bestplatzierten, 4 für den Zweitplatzierten und so weiter, ist keine große Änderung, wertet das Qualifying aber nochmals auf. Außerdem kommen nun 12 statt 10 Fahrern in Q2. Die Startaufstellung für Rennen 2 bestimmt sich nun nich tmehr nach der umgekehrten Reihenfolge von Q1 sondern nach der von Q2. Es können nur noch Wagen Q2 erreichen, die in der Meisterschaft eingetragen sind, also Meisterschaftspunkte sammeln. Desweiteren verteilt die WTCC weiterhin Karten, nun gilt: Wer 2 statt 3 Mal wegen fahrerischen Vergehen auf der Strecke bestraft wird, muss beim nächsten Rennen 10 Plätze nach hinten. Ursprünglich hieß es, dass man nur noch einen Motor für die ganze Saison verwenden darf, dies wurde jedoch vermutlich auf Bestreben von Ford und Seat dahin geändert, dass man bis zum Hungaroring seinen Motor strafenfrei wechseln darf. Zuletzt wird es ab diesem Jahr auch in der WTCC wie in der Formel 1 einen “Fahrersteward” geben.

Die Hersteller:

Chervrolet: Nachdem nicht unüberraschend erfolgreichem Jahr 2011 kehrt Chevrolet auch 2011 wieder werksseitig zurück in die Serie. Zwischen den Zeilen hat man in Interviews immer wieder herausgehört, dass man den großen Erfolg, den man hat natürlich begrüße, aber aus Marketinggründen einige andere Werke doch wünschenswert wären, ansonsten könnte man darüber nachdenken, sein Engagement etwas zurückzufahren. Weitere Werke werden wohl kommen, weswegen Chevrolet sich wohl entschied, auch dieses Jahr mit 3 Autos anzutreten. Es gab sogar Gerüchte, dass man ein 4. Auto für Alex MacDowall einsetzen könnte, letzendlich blieb man jedoch bei 3 Wagen. Von Seiten der FIA hat man sich gedacht, dass man um die Chevrolets etwas einzubremsen ihr Mindestgewicht um 30kg erhöht, was eine ganze Menge ist. Später hat FIA da nochmal drüber geschaut. und lediglich 10kg raufgepackt. Ob das reicht, wird man sehen müssen. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat sich technisch wenig getan, die Werkschevrolets werden mit neuen Aufhängungen und einem leicht überabeitetem Motor an den Start gehen. Desweiteren verschwindet die Landesflagge des jeweiligen Fahrers vom Dach und die Lackierung wurde etwas überabreitet, so dass die Autos jetzt etwas schnittiger wirken.

Seat: Weiterhin unterstützt Seat nur, allerdings mehr als im letzten Jahr. Man hat sich im Winter vor allem auf das eine große Problem konzentriert: Den Motor. Dieser wird jetzt nicht bei dem mit Seat eng verbundenem SunRed-Team gebaut, sondern bei Seat selbst. Damit will man einen Flop wie das verspätete Auftauchen des neuen Motors letztes Jahr, der dann nichtmal mehr besonders konkurrenzfähig war, vermeiden. Der neue Motor soll bei den Testfahrten wohl erstaunlich gut und zuverlässig gelaufen sein. Eventuell will sich Seat ab 2013 wieder komplett werksseitig engagieren, sicher ist man sich da aber noch nicht.

BMW: Kaum neues aus dem Hause BMW, sogar eher schlechte Nachrichten. War der BMW 320 zu seiner Blütezeit vor 3-5 Jahren in vielen Rennserien einsetzbar und DAS Kundenauto, ist dies heute nicht mehr so. Einige Serien verabschieden sich vom S2000 Reglement und verlangen Fahrzeuge auf GT-3 Basis, weswegen BMW viel Energie in den Z4 setzt. Dennoch möchte man die Kundenteams, die den 320 TC einsetzen, natürlich bestmöglich betreuen. Die Eindrücke des ebenfalls leicht überarbeitetem Motors bei den Tests waren wohl eher so mittelmäßig, es dürfte ein schweres Jahr für die BMW-Teams werden.

Honda: Sehr erfreuliches gibt es von Honda zu berichten. Überraschend gaben die Japaner bekannt, dass man werksseitig mit dem JAS Motorsportteam ab 2013 mit 2 Honda-Civic in die WTCC einsteigen wird. Geplant ist im Moment sogar schon als Gasstarter bei den Asienrennen zum Ende der Saison anzutreten. Für das WTCC-Programm wird man natürlich einen neuen 1,6l-Turbomotor nach dem neuen Reglement entwickeln. Ein ganz wichtiger Schritt für die WTCC, die in Asien ziemlich beliebt ist und somit endlich mit Sicherheit einen weiteren namhaften Hersteller bekommt.

Ford: Ford steigt dieses Jahr erfreulicherweise auf privater Ebene in die WTCC ein. Mit Hilfe von Mountune Racing hat man einen Motor nach aktuellem Reglement konstruiert und finanziert, der vom Einsatzteam Aon Motorsport ausgiebig getestet und für gut befunden wurde. Im Vergleich zur BTCC Version des Ford Focus hat man dem Auto ein neues Bodywork und eine neue Aufhängung verpasst, mit dem Verlauf der Tests war man sehr zufrieden. Vielleicht findert Ford ja soviel Spaß an der WTCC, dass man sich für einem Werkseinsatz entscheidet…

Lada: TMS wird als privates Team dieses Jahr mit starker Unterstützung von Lada 2 Rennwochenenden bestreiten, jenes am Hungaroring und das in Estoril. Eingesetzt wird der neue LADA Granta Sport, der ab April ausgiebig getestet werden soll. Allerdings hat man momentan ziemliche Probleme bei der Entwicklung, die FIA lehnte unter anderem einen Antrag zur Verbreiterung des Radstandes ab. Sollten die beiden Rennen gut laufen, denkt man wohl über ein werksseitiges 3-Jahres-Engagement nach. Entsprechende Vorverträge mit Fahrer James Thompson sind anscheinend geschlossen.

Volvo: Die schlechtesten Nachrichten diesen Winter kamen doch etwas überraschend von Volvo. Diese ziehen nämlich ihre Unterstützung für das Einsatzteam Polestar komplett zurück. Dies ist nach einer doch recht vielversprechenden Saison 2011, die man ja komplett bestritt ziemlich merkwürdig. Grund dafür ist laut Volvo schlicht und ergreifend der, dass man das falsche Auto für die WTCC gebaut hat. Der C30 ist nicht mehr das Auto, welches Volvo promotet sehen möchte, statt dessen setzt man auf den S60, den es aber nicht in einer S2000 Version gibt. Diesen möchte man in Rennserien im skandinavischen Raum einsetzen. Insgesamt mehr als schade das Ganze.

Die Teams und Fahrer:

Man wird bei jedem Rennen weit über 20 Fahrer am Start haben, was ein sehr ansehnliches Starterfeld ist. Hier ein Überblick über die Teams und Fahrer:

Chevrolet-Werksteam: Die Meistertruppe vom letzten Jahr tritt mit einem unverändertem Aufgebot an Fahrern an, Menu, Huff und Muller. Viel muss man zu dem Team nicht sagen, sehr starkes Line-up an Fahrern, wohl den besten Wagen, hier fahren die Titelaspiranten und es muss eigentlich erwartet werden, das am Ende des Jahres diese Autos am Ende des Jahres in der Meisterschaft auf den Plätzen 1, 2 und 3 landen. In welcher Reihenfolge muss sich noch herraus stellen.

Chevrolet Team Schweden: Sowas wie ein vierter veralteter Werkswagen, den Chevrolet hier einsetzt, allerdings keinesfalls die ganze Saison. Fahrer Rickard Rydell wird einen 2011-er Chevrolet-Werkswagen bekommen. Rydell und das Chevrolet Team Schweden kommen aus der STCC, dort sind sie Titelverteidiger. Das Team möchte mal schauen was in Monza so geht und dann eventuell die Rennen, die nicht mit der STCC kollidieren ebenfalls fahren (Rydell kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Bamboo-Engineering: Mit neuen Wagen und neuer Fahrerpaarung geht Bamboo-Engineering in die Saison. Man wird 2 neue Kunden-Chevrolet-Cruz mit den neuesten Updates fahren. Als Fahrer hat man Pasquale Di Sabatino und Alex MacDowall gewinnen können. Nie von den beiden gehört?  Pasquale Di Sabatino kommt aus dem Formelsport, ist letzte Saison AutoGP gefahren und wurde dort sehr unauffälliger Gesamtzwölfter. Wesentlich erfolgsversprechender klingt da schon Alex MacDowall, der aus der BTCC kommt und dort für Chevrolet fuhr. Er konnte dort einige Podien erreichen, auf ihn wird zu achten sein.

Sunred-Engineerig: Auch Sunred-Engineering ist natürlich wieder dabei. Als Fahrer hat man Andrea Barlesi und Fernando Monje verpflichtet. Andrea Barlesi gewann vorletztes Jahr immerhin die Formla Le Mans und fuhr letztes Jahr in der LMS. Fernando Monje kommt aus den Formel 3 Open, wo er letztes Jahr 15. in der Gesamtwertung wurde. Das ist jetzt nicht das beste Lineup. Einsatzfahrzeug ist ein neuer Seat-Léon mit dem neuem Motor.

Tuenti Racing Team: Das Tuenti Racing Team ist das Schwesterteam von Sunred. Fahrer sind Tiago Monteiro und Pepe Oriola. Oriola fuhr letztes Jahr eine mittelprächtige Debutsaison und wurde 18. in der Gesamtwertung, aber der Junge ist ja auch erst 17. Über Routinier Monteiro muss man keine Worte mehr verlieren, bei einem günstigem Rennen ist vielleicht ein Sieg für das Team mit ihren Seats drin (Monteiro kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Lukoil Racing Team: Das eng mti Seat zusammenarbeitende Lukoil Racing Team ist jenes Seat-Team, welches am siegfähigsten aussieht. Fahrer sind Gabriele Tarquini und Aleksei Dudukalo. Lukoil ist eine russische Ölfirma, die viel Geld investiert und deshalb auch viel Support von Seat bekommt. Dieses Jahr möchte man richtig angreifen, es gibt sogar Gerüchte, dass man nächstes Jahr das Werksteam von Seat werden könnte. Dudokalo lieferte eine schwache erste Saison ab und holte letztes Jahr nur 4. Punkte, während Routinier Tarquini natürlich immer für gute Rennen zu haben ist (Tarquini kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Zengo Motorsport: Die Truppe ist auch dieses Jahr wieder dabei. Man hat es sogar geschafft, ein zweites Auto zu finanzieren. Neben Norbert Michelisz wird Gábor Wéber einen der beiden BMW 320 TC pilotieren. Michelisz wurde starker 9. letztes Jahr, während Wéber mit ganz ansprechenden Ergebnissen aus dem Seat Leon Supercopa kommt.

Team Engstler: Das sympathische Team geht wieder mit 2 Wagen, natürlich BMW’s an den Start, gefahren von Franz Engstler und Charles Kaki Ng. Ng kommt aus dem Tourenwagensport in Asien und fährt nun seine erste volle WTCC-Saison, über Engstler sollte alles bekannt sein. Vielleicht schafft man es wieder, die großen Blauen zu ärgern und ein oder zwei Siege einzufahren, ansonsten geht es um die Privatfahrerwertung.

Roal Motorsport: Wieder wird man bei Roal Motorsport auf 2 BMW 320 TC setzen. Am Steuer werden Tom Coronel und Alberto Cerqui sitzen. Tom Coronel wird wohl neben der Engstler der BMW-Fahrer sein, der am ehesten mal für einen Sieg gut ist. Alberto Cerqui ist allerdings nicht zu unterschätzen, er steigt als Meister der italienischen Superstars Series auf. Dort fuhr er auch schon für das Roal-Team (Coronel kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Proteam-Racing: Das Team setzt leider nur noch 2 Autos statt 3 wie letzte Saison ein. Mehdi Bennani bekommt wieder eines der Cockpits, er wurde letzte Saison 16. den zweiten BMW bekommt Isaac Tutumlu. Jener hat ein paar Einsätze in der Superstars Series und dem Porsche Super Cup hinter sich, die Ergebnisse des Spaniers waren jedoch eher unspektakulär.

Wiechers-Sport: Auch Wiechers-Sport wird man in der WTCC sehen. Man tritt mit einem BMW an, diesmal wieder pilotiert von Stefano D’Aste. D’Aste ist sicherlich besser als das “Experiment” Urs Sonderegger, bei dem Weichers-Sport ja schon Mitte der letztes Saison die Reißleine zog.

Team-Aon: Die beiden Fords dieses Jahr werden von Team Aon eingesetzt. Das Team kommt aus der BTCC und bringt auch gleich 2 britische Fahrer mit, nämlich Tom Chilton und James Nash. Die beiden sind echte Topfahrer, waren beide Privatchampions in der BTCC. Auf das Team wird man achten müssen. James Nash ist ein heißer Anwärter für den Titel in der Privatfahrerwertung (Chilton kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Special Tuning Racing: Das Team wird 2 Seats einsetzen und kommt ebenfalls aus der BTCC. Fahrer werden  Tom Boardman und Darryl O’Young sein. Tom Boardman ist Miteigentümer des Teams, und konnte in der BTCC gute Ergebnisse abliefern. O’Young wurde 14. in der letzten Saison und hat die 12h von Bathurst in diesem Jahr gewonnen, man sollte ihn also nicht unterschätzen.

TV-Übertragung:

Nicht viel Neues an dieser Stelle. Eurosport beziehungsweise Eurosport 2 werden wieder das Qualifying (teilweise) und beide Rennen live übertragen. Die Übertragungszeiten werden wohl wieder so variieren, wie sie Eurosport am besten in ihren am Wochenende mit Livesport befülltem Programmplan passen. Dafür bitte jedes Wochenende unsere Tv-Termine beachten. Kommentiert werden die Rennen wieder von Dirk Adorf und Uwe Winter, neu stößt Christian Menzel hinzu, der sich mit Dirk Adorf abwechseln wird.

Dieses Wochendende: 

Etwas untypisch für die WTCC beginnt die Saison dieses Jahr nicht in Übersee, sondern in Europa auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza. Bei der Starterliste gibt es zwei kleine Besonderheiten: Fernando Monje wird für Sunred noch nicht am Start seien, da er für das Team in der ETCC antritt, dafür fährt Rickard Rydell für das Chevrolet Team Schweden einen Einsatz, der als Test für ein eventuell weiterführendes Engagement herhalten soll (s.o.).

Zu Monza an sich als Strecke muss man nicht viel sagen. Es ist ein reines Hochgeschwindigkeitsrennen, bei der WTCC mit ihren 60 Kilometern Renndistanz ist das ein eher kurzers Vergnügen. Es wird alles von den Motoren abhängen, vorallem davon wie gut der Seat und Ford-Motor ist. Letztes Jahr hat Rob Huff beide Rennen gewonnen, die Blauen sind aber auch dieses Wochenende auf alle Fälle Favourit. Es sollen angenehm-sonnige 15 Grad werden.

 

 

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November 29 2011

09:27

Formel Eins: Analyse GP Brasilien 2011

Ein Klassiker war das nicht gerade, den man in Brasilien sehen konnte. Dafür gab es erstaunlich viel Überholmanöver und einen Überraschungssieger.

Mark Webber hatte man jetzt nicht ganz oben auf dem Podium erwartet, denn auch in Sao Paulo hatte ihn sein Teamkollege mal wieder locker im Griff. Wo Webber scheinbar auf der letzten Rille unterwegs war, nahm ihm Vettel immer noch ein paar Zehntel ab. Und auch im Rennen sah alles nach einem bequemen Sieg für den Weltmeister aus. Schnell hatte er sich paar Sekunden abgesetzt, Webber wiederum konnte Button, Alonso und Hamilton auf Distanz halten. Doch aus dem perfekten Saisonende für den Deutschen wurde nichts. Schon nach ein paar Runden meldete die Box, dass Vettel mit Getriebeproblemen zu kämpfen hatte. Vettel verlor Runde um Runde Zeit, ließ Webber passieren und verlor auch den Kontakt nach vorne. Seine Rundenzeiten waren aber immer noch so gut, dass er den Rest des Feldes locker distanzieren konnte. Hat Red Bull da etwas am Ende geschummelt und Webber den Sieg geschenkt?

Laut Christian Horner wusste man schon seit der fünften Runde, dass es ein Problem mit dem Getriebe von Vettel geben würde. Laut der Telemetriedaten verlor er Öl, das Getriebe erhitzte sich zu dem sehr stark. Man wies Vettel aber erst später an, mit dem Tempo etwas runter zu gehen, weil man abwarten wollte, wie das Getriebe sich machen würde. Gleichzeitig war man sich ziemlich sicher, dass das Getriebe nicht die volle Distanz durchhalten könnte. Webber informierte man zunächst nicht. Erst als der Ölstand neue Tiefstwerte erreichte, das Getriebe aber in Runde 30 immer noch hielt, besann man sich wohl darauf, es bis zum Ende zu versuchen. Also schob man Webber nach vorne, während Vettel versuchen sollte, den zweiten Platz zu halten, was bis zur letzten Runde wohl nicht sicher war. Soweit Red Bull.

Tatsache ist, dass Vettel nicht der einzige mit Getriebeproblemen war. Hamilton fiel mit einem zerbröselten Getriebe komplett aus, bei Paul di Resta verabschiedeten sich zwei Gänge. Am Ende einer langen Saison ist das Material ziemlich verbraucht, neue Teile können und werden nicht mehr eingebaut, weil man sonst eine Strafe riskiert. Ein neues Getriebe im letzten Rennen einzusetzen macht aus Kostengründen auch keinen Sinn. Es ist also sehr gut möglich, dass die Version von Red Bull der Wahrheit entspricht.

Es gibt natürlich viele, die der Meinung sind, dass man Webber den Sieg geschenkt habe. Doch da stellt sich die Frage: Wozu? Um Webber für seine Dienste im Jahr zu danken? Webber hatte in diesem Jahr keinen Sieg einfahren können, da Vettel ihm keine Chance ließ. Auch war und ist er sich bewusst, dass Vettel im RB7 nicht zu schlagen ist. Einem sehr kompetativen Fahrer wie Mark Webber einen Sieg zu schenken, ist eine größere Beleidigung. Und so fies ist dann Helmut Marko auch nicht.

Während Red Bull vorne ungefährdet unterwegs sein konnte, war es um Platz 3 doch etwas enger. Nachdem Ausfall von Hamilton, der ein zähes Wochenende hatte, kämpften Alonso und Button um den Trostpreis. Button machte auch am Renntag mal wieder eine gute Figur, an Alonso kam er aber nicht wirklich vorbei. Also entschloss man sich bei McLaren zu einer etwas ungewöhnliches Taktik, in dem man die “Medium” Reifen im vorletzten Stint einsetzte. Weil Ferrari mit dem “Medium” aber nicht klar kommt, diesen Satz Reifen für den letzten Stint zurück gehalten, war die Sache eher klar. Button musste zwar alles aus dem McLaren rausquetschen, aber als er an Alonso dran war, konnte der Spanier sich nicht wehren. Durch das Überholmanöver verlor er auch Platz 3 in der WM. Für den kann man sich aber eh nichts kaufen und außerdem spart er sich die weite Reise nach Indien zum FIA Bankett und der Preisverleihung in ein paar Wochen.

Von Massa sah man bei seinem Heim GP auch nichts. Er wirkte ziemlich müde, fuhr ein uninspiriertes Rennen und als sein Lieblingsgegner Hamilton weg war, passierte um ihn herum auch nichts mehr. Die Saison war mal wieder eine einzige Enttäuschung. Und wie schlecht sie war wird daran deutlich, dass Massa der erste Ferrari-Pilot seit 1981 (Didier Pironi) ist, der es in einer Saison nicht aufs Podium geschafft hat.

Weiter hinten gab es zumindest die Überraschung, dass Adrian Sutil Platz 6 holen konnte und damit Nico Rosberg schlagen konnte. Die beiden hatten etwas unterschiedliche Strategien, wobei Mercedes seit einigen Rennen mit Rosberg erstaunlich oft falsch liegt. Schumacher hatte den Rennunfall mit Senna, was beiden das Rennen zerstörte. Aber Force India zeigte mal wieder, dass man ganz klar zum fünfbesten Team geworden ist, was für einen so kleinen Rennstall eine sehr feine Leistung ist.

Sauber setzte sich, trotz einer miserablen Quali, gegen Toro Rosso in der Meisterschaft durch. Man kann sich allerdings bei Kobayahsi bedanken, der die nötigen Punkte holte, in dem er ein unauffälliges Rennen fuhr. Beide Toro Rosso liefen im Renntrimm nicht schlecht, aber auch nicht gut. Dass Petrov mit dem lahmen Renault noch vor beides Toro Rosso landete, mag dafür ein deutliches Zeichen sein.

Das vermutlich letzte Rennen von Barrichello verlief auch eher mau, mehr als Platz 14 war nicht drin. Immerhin hatte er mal seinen Teamkollegen im Griff. Das wird ihm bei Williams aber wohl auch nicht mehr helfen, denn so wie es aussieht, wird man wohl doch Adrian Sutil holen.

Ein gutes Rennen hatte mal wieder Kovalainen im Lotus. Er konnte immerhin Bruno Senna hinter sich halten, der nach der Kollison mit Schumacher eine Durchfahrtsstrafe kassierte. Aber dennoch – eine sehr gute Leistung. Tony Fernandes bekannte nach dem Rennen, dass ihm ein Stein vom Herzen gefallen sei. Der 10. Platz in diesem Jahr bedeuten, dass er endlich an der Gewinnausschüttung der Formel Eins teilhaben kann, da man im ersten Jahr ja nichts bekommt. Und die Ausschüttung ist deftig. Fernandes bestätigte 30 Millionen Dollar.

Damit ist die F1-Saison 2011 Geschichte. Es war eine lange Saison, man konnte allen Beteiligten am Ende die Müdigkeit ansehen. Und es wird ein sehr kurzer Winter. In knapp 10 Wochen geht die Testsaison schon wieder los.

(Bilder schiebe ich nach, wenn ich es schaffe)

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November 24 2011

17:30

Formel Eins: Vorschau GP 2011

Das letzte Rennen einer ungewöhnlich langen Saison steht auf dem Programm. In der WM geht es noch um zwei Entscheidungen.

Dass der Saisonabschluss wieder in Brasilien stattfindet, kann man nur begrüßen. So imposant die Anlange in Abu Dhabi auch sein mag, ein traditioneller Kurs, wie der von Sao Paulo macht doch dann irgendwie mehr Spaß. Interlagos ist etwas in die Jahre gekommen, besonders die Boxenanlage und Teile der Auslaufzonen, aber sie ist immer noch eine spektakuläre Strecke, die die meisten Fahrer auch mögen. Zudem ist der Kurs immer wieder für eine Überraschung gut, auch wenn es mal nicht um die Meisterschaft (2007/2008) geht. Im letzten Jahr stand, in einer etwas chaotischen Qualifikation, Nico Hülkenberg auf der Pole, und auch in diesem Jahr verspricht das Wetter eine große Rolle zu spielen, so dass das Rennen mehr oder weniger schwer vorherzusagen ist.

Klar ist – es geht mal wieder darum, die Red Bull zu schlagen. Vettel gewann hier im letzten Jahr vor Webber und Alonso, die beiden McLaren mit Hamilton und Button wurden auf die Plätze 4 und 5 verwiesen. Bei trockenen Bedingungen dürfte das Rennergebnis in diesem Jahr ähnlich aussehen, allerdings sind die McLaren deutlich stärker und vor allem Hamilton dürfte nach seinem Sieg in Abu Dhabi und seiner verkorksten Saison, noch auf einen weiteren Sieg scharf sein. Sollte das Wetter wieder wechselhaft sein, kann sein Geld vermutlich wieder auf Jenson Button setzen. Red Bull dürfte es schwerer haben, als ihnen lieb ist. Für Button ist das Rennen durchaus noch wichtig, der er kann Vize-Weltmeister werden. Er führt mit 10 Punkten vor Alonso, das sollte sich also, wenn es er keinen Unfall oder Defekt hat, für ihn ausgehen. Der “best of the rest” zu sein bringt McLaren und Button zwar auch nichts, ist aber ein ein halbwegs versöhnliches Ergebnis.

Mercedes wird sich dahinter einreihen, sollte Rosberg nicht ausfallen, wird er in der WM auch mal wieder vor Schumacher landen. Doch im Gegensatz zum letzten Jahr, ist die Sache in diesem Jahr etwas knapp. Rosberg hat 83, Schumacher 76 Punkte. Interessanterweise war die Saison von Mercedes 2011 noch schlechter, als 2010. Da konnte man in der 214 Punkte holen, dieses Jahr werden es selbst mit einem Doppelsieg in Brasilien maximal 202 Punkte. Im Moment steht man bei 159 Punkten. Dabei hatte ich eher den Eindruck, dass die Saison dieses gefühlt etwas besser lief.

Spannend wird es noch um Platz 6, 7 und 8 in der Team-WM. Stand ist dort folgender:

6. Force India 57
7. Sauber 42
8. Toro Rosso 41

Theoretisch kann man Force India noch abfangen, praktisch wird das schwer, da Sutil und di Resta in den letzten Rennen sehr gut unterwegs waren. Für Vijay Mallya wäre der 6. Platz ein tolles Ergebnis, immerhin ist man damit bestes Privatteam. Aber im Rennen sollte man Sauber und Toro Rosso im Auge behalten, für beide Teams geht es hier auch um sehr viel Geld, da die Team-Wertung auch festlegt, wie viel der Transportkosten übernommen werden und wie viel Anteil man an den TV-Geldern bekommt.

Vom Rennen darf man also durchaus etwas erwarten, zumal Pirelli mal wieder einen neuen Reifen mitbringt. Man setzt auf die Mischungen Soft/Medium, wobei die “Soft” Mischung neu ist. Sie soll etwas härter sein, was die thermische Langlebigkeit erhöht. Damit kann man dann länger draussen bleiben, der Abstand zu den Medium ist damit auch nicht mehr so groß. Wegen der kurzen Boxenein- und Ausfahrt wird man (bei Trockenheit) sicher um die drei Stopps sehen, aber Teams wie Force India und Sauber könnten auch auf nur einen Stopp setzen, da der Zeitverlust mit dem Medium vor allem in der letzten Hälfte des Rennens nicht mehr so groß sein wird.

Eine DRS-Zone(pdf) gibt es auch. Man hat sich für die zweite Gerade entschieden, nach den ersten beiden Kurven. Aktiviert wird sofort nach Turn 3, die Zone ist dann 600 Meter lang, was etwas knapp ist. Dennoch hat man vor allem Eingangs Turn 4 immer wieder gute Überholmanöver gesehen.

Ein paar Fakten:

- Topseed 323 km/h (mit DRS), 311 km/h (ohne)
- Vollgasanteil 60% (normal/hoch)
- Gesamtverbrauch 144 (normal/niedrig)
- Verbrauch pro Runde 2 Kilo (niedrig)
- Zeitverlust pro 10kg Sprit/Runde: 0,33 Sekunden (Normal)
- Bremsen pro Runde: 16% (niedrig)
- Zeitverlust beim Boxenstopp: ca. 20 Sekunden

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June 01 2011

06:57

Ferner liefen: Die Newshappen

// Die Formel 1 Saison 2011 könnte länger werden als ursprünglich geplant. Der Grand Prix von Bahrain könnte nämlich den ursprünglich geplanten Platz des indischen Grand Prix am 30. Oktober einnahmen, sofern die FIA zum Schluss kommt, dass die politische Lage im Land die Austragung eines Rennens erlaubt. Das wäre durchaus denkbar, denn heute, Mittwoch sollten die während der Proteste eingeführten Notstandsgesetze wieder aufgehoben werden. Zumindest offiziell, denn auch danach wird man den offiziellen Druck gegen Proteste nicht lösen. Der Indische Grand Prix könnte in Folge dessen an das Ende der Saison verschoben werden. Das bisher letzte Rennen ist der GP von Brasilien am 27. November – weil aber neue Grand Prix wegen der Unwegbarkeiten bei Einreise und Zoll immer im zweiwöchigen Abstand vom vorherigen Rennen stattfinden, wäre der erste mögliche Termin also der 11. Dezember. Angeblich sollen die Organisatoren in Indien darüber ganz froh sein, weil die Arbeiten an der Strecke wohl doch nicht ganz so schnell vorangehen wie erwartet. Nicht begeistert sind dagegen die Teams, deren Mitarbeiter im Dezember die einzige Chance haben, sich ein wenig Freizeit abseits der Formel 1 zu gönnen. (Vorsicht)

// Sergio Perez und Vitaly Petrov haben nach ihren Unfällen in Monaco das Krankenhaus verlassen, und sich beide zuversichtlich, in Montreal wieder antreten zu können. Petrov hat zwar noch Schmerzen in den Beinen, ist sich aber “sicher“, in Montreal wieder antreten zu können. Nicht ganz so sicher ist die Angelegenheit bei Sergio Perez. Er selbst spricht davon, zwar noch Muskelschmerzen in den Beinen und im Nacken zu haben und sich an den Unfall nicht genau erinnern zu können – er ist aber ebenfalls “ziemlich sicher“, eine Rennfreigabe für Kanada zu erhalten. (Vorsicht)

// Renault stellt Nick Heidfeld die Rute ins Fenster. Man sei mit den Leistungen des Deutschen, vor allem im Qualifying, nicht zufrieden – das sagte Renault Teamchef Eric Boullier gegenüber autosport.com. Momentan ist aber davon auszugehen, dass diese Aussagen eher Heidfelds Motivation dienen sollen. Ihnen fehlt nämlich das Drohpotenzial – Renault fehlen nämlich schlichtweg Piloten, mit denen man Heidfeld einigermaßen gleichwertig ersetzen könnte. (Vorsicht)

// Die GP2 Asia Serie könnte nach vier zunehmend enttäuschenden Saisons vor dem Aus stehen. Offenbar ist man bei Teams und Organisatoren unzufrieden – auch, weil die Serie das ursprüngliche Ziel, nämlich asiatische Fahrer an die Formel 1 heranzuführen, verfehlt hat. Als Ersatz will man die “große” GP2 Serie um einige Überseerennen im Rahmen der F1 erweitern. Debattiert wird etwa über ein Rennen in Bahrain (sofern dort noch gefahren wird), in Abu Dhabi oder auch in Singapur. Zu viele zusätzliche Läufe soll es aber nicht geben, da sonst das Sponsorbudget für GP2-Piloten zu hoch würde. (Vorsicht)

// Wilde Gerüchte um Penske. Wie eine italienische Motorsportseite unter Berufung auf Gerüchte berichtet, sollen sich Roger Penske und Hendrick Motorsports auf eine Zusammenarbeit in der kommenden Saison geeinigt haben. Demnach wollen die beiden Teams 2012 gemeinsam mit Chevrolet in der IndyCar Serie antreten – und sollen außerdem daran interessiert sein, Simona de Silvestro als Fahrerin zu engagieren. (Vorsicht)

// Die geplanten Rennen der Superleague Formula und der GT3 EM im russischen Smolensk könnten vor der Absage stehen. Das behauptet zumindest eine russische News-Seite die einen Verantwortlichen der Rennstrecke mit den Worten zitiert, dass leider für beide Veranstaltungen ein Sponsor abgesprungen sei. Die Strecke könne sich die beiden Rennen daher nicht mehr leisten. Für die ohnehin etwas chaotisch wirkende Superleague Formula mag das nicht so überraschen – mehr dazu morgen in der Saisonvorschau zur Serie, sofern ich es bis dahin geschafft habe, mir ein kohärentes Bild zu veschaffen. Dass auch die GT3 dort nicht fahren soll, erstaunt aber doch etwas. Die französische AUTOhebdo vermeldet dazu, dass die Organisatoren die von der FIA geforderten Umbauten an der Strecke nicht vorgenommen haben. Und beim abgesprungenen “Sponsor” soll es sich demnach um öffentliche Gelder der Region Smolensk handeln, die nicht eingetroffen sind. Die Absage hat mittlerweile auch die GT3 offiziell bestätigt. Man will sich um einen anderen Austragungsort für einen Ersatzlauf umsehen. Das letzte Wort ist aber trotzdem noch nicht gesprochen, die Superleague Formula behauptet auf ihrer Facebook-Seite, es sei lediglich das Datum um eine Woche nach vorne verlegt worden. Vielleicht wird es sich bei dem Rennen dann aber, wie schon 2010 in Beijing, um ein “Einladungsrennen” ohne Sanktus der FIA und ohne Punkte handeln. (Vorsicht)

November 26 2010

11:00

GT1-WM: Vorschau Interlagos

Der Endspurt in der Debutsaison der FIA GT1-Weltmeisterschaft steht an, mit zwei Südamerika-Rennen an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden.

Alle anderen großen internationalen Rennserien haben sich mittlerweile in die Winterpause verabschiedet, sodass die GT1-WM zum Ende ihrer ersten Saison die ganze Aufmerksamkeit der Fans haben sollte. Beide Rennen sollten sich wegen der tollen Strecken auch durchaus anzuschauen lohnen. Doch bevor es Anfang Dezember nach San Luis zum aufregenden Potrero de los Funes geht, ist das brasilianische Interlagos an der Reihe, ebenfalls eine beliebte Bahn. Im Senna-S können schließlich sogar Formel 1-Boliden überholen, es dürften also an diesem Wochenende zwei spektakuläre Rennen bevorstehen.

Um den Meistertitel wird es allerdings nur dann noch einmal spannend, wenn die GT1-Dominatoren der letzten Jahre, Michael Bartels und Andrea Bertolini in ihrem Vitaphone-Maserati MC12, in Brasilien wenig bis gar nicht punkten. Denn auch bei 66 maximal noch einzufahrenden Punkten sind 35 Punkte Vorsprung viel. Schließlich werden Seriensiege, und damit eine Aufholjagd, wie sie notwendig wäre, durch den Erfolgsballast stark erschwert.

Thomas Mutsch (Matech-Ford GT), Marc Hennerici (Phoenix-Corvette) und Frank Kechele (Reiter-Lamborghini) heißen die Verfolger. Insbesondere letzterer hat in dieser Saison sein Talent mehrfach bewiesen, weswegen er auch so weit oben in der Meisterschaft dabei ist, obwohl er an zwei Rennwochenenden ausgesetzt hat. Auch ein Teamgefährt Ricardo Zonta wird bei seinem Heimrennen entsprechend motiviert sein, er geht auch davon aus, dass die Traktion und Motorleistung seines Wagens besonders auf der langen Bergauf-Start/Ziel-Passage ihm und seinen Markenkollegen zum Vorteil gereicht. In der Teamwertung hat Reiter auch noch realistische Chancen auf den Titel, bei nur 18 Punkten Rückstand auf Vitaphone. Hier zählen selbstverständlich auch die zweiten Fahrzeuge der Teams, und bei Vitaphone sitz in diesem mit Enrique Bernoldi ein weiterer Lokalmatador.

Weitere Würze bekommt das Duell dieser beiden Teams dadurch, dass sowohl die #1, das Vitaphone-Topauto, als auch die #25 von Kechele/Zonta mit je 40kg Zusatzgewicht die schwersten Fahrzeuge im Feld sind, während die zweiten Wagen beider Teams mit Normalgewicht unterwegs sein werden – also ein Kampf auf Augenhöhe. Gut möglich aber, dass sich ganz vorne auch wieder andere Teams blicken lassen werden, etwa die Young Driver-Aston Martin, die Pilot Nygaard wegen der langgezogenen, schnellen Kurven im Vorteil sieht, die Sumo Power-Nissan und Matech-Ford GT. Denn letztere sind nach dem desaströsen Hauptrennen in Navarra wieder ohne Ballast unterwegs und haben noch Rang 3 der Teamwertung in Reichweite, während der mathematisch auch noch erreichbare Fahrertitel für Mutsch wohl eher unrealistisch ist.

Die Rennen starten am Samstag um 17:30 Uhr und Sonntag um 18 Uhr deutscher Zeit und sind auf Sport 1 oder, mit jeweils viertelstündiger Vor- und Nachberichterstattung, im Livestream auf der Homepage der Rennserie zu sehen.

November 08 2010

11:22

Formel Eins: Analyse Brasilien GP 2010

Ein erstaunlich ruhiges Rennen war das dieses Jahr in Brasilien. Zumindest an der Spitze. Die WM ist dadurch noch spannender geworden.

Das hatte sich Ferrari anders vorgestellt. Auch wenn man vor dem Rennen den Ball etwas flach gehalten hatte, war es doch offensichtlich, dass man sich in Interlagos eine Menge ausgerechnet hatte. Die Strecke sollte dem Wagen gut liegen, vor allem deutlich besser, als der Kurs in der nächsten Woche. Aber schon am Freitag wurde sichtbar, dass die Italiener gegen die Red Bull keine Chance haben würden. Die fast schon spielerische Dominanz mit der die Österreicher ab der ersten Minute des Rennwochenendes den Rest des Feldes dominierten, war schon beängstigend. Ich hatte das nicht in der Form erwartet, und offenbar auch nicht Ferrari, die allerdings mit dem schlechten Wetter am Samstag nicht klar gekommen sind. Dass Alonso nach dem Rennen meinte, dass die WM in Abu Dhabi komplett offen sei, deutet schon an, dass man sich für Abu Dhabi in keiner guten Position sieht. Die Ergebnis des Rennens macht die WM immerhin richtig spannend.

Klar ist, dass nur noch Alonso, Webber und Vettel Weltmeister werden können. Hamilton hat zwar noch rechnerisch Chancen auf den Titel, aber da müsste in der Yas Marina schon einiges Zusammenkommen, damit er das schafft. Aber seit 2007 sollte man ja vorsichtig sein, mit Vorhersagen. Aus eigener Kraft wird Hamilton es nicht schaffen, dafür hat McLaren auch zu sehr den Anschluss verloren. Zwar gelang dem Briten die schnellste Runde des Rennens, aber die McLaren haben seit Wochen Probleme mit ihrem Wagen. Offenbar funktioniert er mit vollen Tanks nicht sonderlich gut und neigt zu einem fiesen Untersteuern. Interessant ist, dass Button mit dem McLaren besser klar kommt, wenn das Rennen los geht, während Hamilton gegen Ende des Rennens zulegen kann, wenn das geringere Gewicht auch das Untersteuern beseitigt. Aber dieses Problem wird man innerhalb der nächsten 5 Tage wohl kaum lösen können.

Red Bull zeigte in Brasilien eine beeindruckende Leistung und sicherte sich zurecht den Konstrukteurstitel, der dem Team insgesamt wichtiger ist, als die Fahrer WM. Das ist nichts neues, McLaren und anderen Teams war und ist der Team-Titel schon immer wichtiger. Auch den Mechanikern geht es so, denn er reflektiert ihre Arbeit hinter den Kulissen. Verdient war der Titel in jedem Fall, denn Red Bull hatte das mit Abstand beste Auto innerhalb der fast abgelaufenen Saison. Es gab, abgesehen von Monza, kaum eine Strecke, auf der der RB6 nicht glänzen konnte, er hatte einfach kaum Schwächen. Das man die WM nicht schon längst gewonnen hat, lag eher am Renault Motor und den kleinen Aussetzer der Fahrer. Und natürlich auch daran, dass Red Bull seine Fahrer von der Leine gelassen hat. Das mag in der modernen Formel Eins selten geworden sein, aber im Grunde ist es genau das, was man sehen will. Aber wenn Alonso am Ende den Titel mit jenen Punkten gewinnen sollte, die er Massa in Hockenheim abnehmen durfte, muss man sich schon fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, Webber in Brasilien gewinnen zu lassen. Den Team-Titel hätte man so oder so gewonnen, dazu hätte man Webber auf einen Punkt an Alonso heran gebracht und angesichts der zu vermutenden Dominanz von Red Bull in Abu Dhabi wäre der Titel ein wenig näher gekommen.

Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass der Defektteufel bei Webber in diesem Jahr noch nicht zugeschlagen hat. Rein statistisch gesehen ist die Chance groß, dass genau das im letzten Rennen passieren könnte. Und dann hat man in dieser Konstellation wenigstens noch Vettel mit einer minimalen Chance im Rennen. 15 Punkte sind zwar viel Holz, aber es ist nicht unmöglich, dass er es machen kann. Wenn er gewinnt, Webber zweiter wird und Alonso nur auf Platz 6 landet, gewinnt Vettel den Titel trotz Punktgleichheit mit Webber, weil er einen Sieg mehr hat. Wird Alonso in der Konstallation fünfter, haben alle drei (!) Piloten 256 Punkte und Alonso holt den Titel, weil er einen vierten Platz (!) mehr als Vettel hat. Das sind alles Varianten, die nicht unwahrscheinlich sind. Ebenso wenig wie jene, in der Alonso auf Platz 2 ankommt und damit so oder so Meister ist.

Das Rennen selber plätscherte lange vor sich hin. Das der erstaunliche Hülkenberg die erste Runde nicht als Führender beenden würde, war vorher schon klar, Webber dürfte allerdings ein Stein vom Herzen gefallen sein, dass er den Deutschen schnell hinter sich lassen konnte. Der hielt dann ein paar Runden Alonso auf, was schon klar machte, wie gut die Red Bull und wie “schlecht” der Ferrari war. Alonso verlor rund 12 Sekunden hinter Hülkenberg, aber selbst ohne diesen Verlust hätte er die beiden vor ihm nicht halten können. Vettel und Webber reduzierten ihr Tempo, nachdem Alonso weiter hinten lag, offenbar hatten beide Anweisung nicht schneller zu fahren. Der Zeitunterschied vor dem ersten Reifenstopp war schon interessant, denn man war mit vollen Tanks zu Beginn des Rennens rund 7 Zehntel schneller unterwegs, als später im Rennen. Und das, ohne dass die Reifen nachließen. Das Webber seinem Teamkollegen nicht näher auf die Pelle rückte, lag wohl dann auch daran, dass man sich auf ein “Stillhalteabkommen” verständigt hatte. So viel auch zum Thema “Jeder darf voll fahren”.

Weiter hinten brillierte Jenson Button zu Beginn des Rennens, als er früh an die Box ging, mit den für ihn deutlich besseren “Medium” Reifen durchs Feld schnitt und um ein Haar auch noch Lewis Hamilton geschnappt hätte, der erst spät an die Box kam. Überhaupt schienen die “Medium” die bessere Wahl für einige Teams zu sein. Nicht nur der McLaren, auch der Mercedes ging mit der härteren Mischung besser. Michael Schumacher zeigte ein beherztes Rennen. Obwohl er beim Start von Kubica unsanft im Senna-S ins Gras gedrückt wurde und auf Platz 11 zurückfiel. Er kämpfte sich schnell wieder in die Top Ten, doch sein schlecht getimter Stopp klemmte ihn hinter Sutil ein, der auf einem sehr langem Stint unterwegs war. Deswegen konnte Rosberg, obwohl er viel später an die Box kam und weit hinter Schumacher lag, am Ende direkt hinter dem Ex-Weltmeister landen, der ihn dann passieren ließ. Kurios war der Stopp von Rosberg während der Safety Car Phase. Obwohl er zweimal kommen musste, blieb er doch hinter Schumacher.

Nachdem Liuzzi seinen Force India nachdrücklich im Senna-S verschrottet hatte, kam die erwähnte SC-Phase, die das Feld aber nicht weiter durcheinander würfelte, weil die Rennleitung auch darauf verzichtete, das Feld zu sortieren. Warum man das nicht gemacht hat, habe ich auch nicht verstanden, vermutlich aber auch deswegen, weil das Feld wirklich extrem durch gemischt war. Es hätte Ewigkeiten gedauert, bis man das sortiert hätte. Leider war damit auch die Spannung vorne raus, nur im Mittelfeld herrschte das komplette Chaos, weil Teile des Feldes eine Runde zurück waren, andere Teile wieder nicht und man irgendwie aber trotzdem gegen- und miteinander kämpfte. In dem ganzen Chaos war es schwer, die blauen Flaggen richtig einzusetzen und am Ende fing sich nur Heidfeld eine nachvollziehbare Strafe ein. Ein wenig gewundert habe ich allerdings schon, dass es nicht mehr Strafen gab, vermutlich hat die Rennleitung da beide Augen zugedrückt.

Nico Hülkenberg kam am Ende als achter ins Ziel. Wäre man etwas früher reingekommen, hätte man vielleicht noch Schumacher abfangen können, aber mehr wäre vermutlich nicht drin gewesen. Der “Hulk” zeigte ein gutes Rennen, auch wenn es am Anfang nicht gut aussah, wie die anderen über ihn herfielen. Er hat sein Talent mal wieder gezeigt, die Frage wird sein, was Williams mit ihm jetzt macht. Im Interview bei sky verriet der, dass weder er noch Barrichello einen Vertrag für 2011 haben, was mich etwas überrascht hat, weil Barrichello schon als “bestätigt” galt. Wenn Williams Maldonado nehmen muss dürfte die Entscheidung für Frank Williams nicht leicht sein. Barrichello ist ein sicherer Punktelieferant, Hülkenberg scheint zumindest gegen Ende der Saison der schnellere zu sein. Mit den neuen Pirelli Reifen braucht man aber wieder die Erfahrung von Barrichello, weil man sich das Risiko von zwei Rookies nicht aufladen möchte. Vielleicht ist der Besuch von Ecclestone bei Hülkenberg vor dem Rennen ja gutes Zeichen. Dazu kommt, dass sich hinter den Kulissen in Sachen Renault/Lotus usw. eine Menge bewegt. Vielleicht dürfen auch beide bleiben, wenn es ihnen gelingt Force India in der WM hinter sich zu lassen. Denn der Platz vor den Indern ist 5 Millionen Dollar wert. Das sollte auch möglich sein, denn Force India sieht in den letzten Rennen sehr unsortiert aus und hat eigentlich keine Chance gegen die deutlich schnelleren Williams.

Die WM-Entscheidung in Abu Dhabi steht schon in einer Woche an und dürfte wohl zu den spannenderen Momenten des Jahres gehören. Da alle Red Bull vorne erwarten, wird die Frage der Woche lauten: “Wird Vetttel Webber vorbei lassen, wenn es um die WM geht?”.
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Bilder: Red Bull/Getty, Lotus, Virgin, Ferrari, MGP, Williams, Renault, Sauber, HRT

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