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January 30 2014

21:02

NASCAR: Wie funktioniert der neue Chase?

Es wurde viel spekuliert, seit heute ist es amtlich. Die NASCAR hat den kompletten Chase auf den Kopf gestellt und mit einem neuen Reglement versehen. Das neue Format stösst nicht auf ungeteilte Freude.

BfP0wFtCUAAJp84Man kann sich eigentlich über den Chase in den letzten Jahren nicht beklagen. Zwar hat Jimmie Johnson die meisten Chase-Entscheidungen gewonnen und auch das letzte Jahr war nicht so spannend. Aber dafür gab es die sensationelle Entscheidung zwischen Tony Stewart und Carl Edwards oder den Sieg von Brad Keselowski. Aber vor allem das Jahr 2011, als Tony Stewart und Carl Edwards punktgleich aus dem letzten Rennen kamen, hat es der NASCAR wohl angetan. Das neue Format zielt auf ein Shoot-Out Format ab, dass die Spannung verbessern soll. Gleichzeitig sollen Siege mehr belohnt werden.

Und so sieht das neue Format aus:

- Wie bisher wird es nach 26 Rennen einen Schnitt geben. Die letzten 10 Rennen gehören dem Chase.
- Statt 12 können nun 16 Fahrer in den Chase kommen.

Wer kommt in den Chase?
Jeder Fahrer, der ein Rennen gewinnt, ist automatisch für den Chase qualifiziert. Ebenso ist der Fahrer qualifiziert, der nach 26 Rennen die Tabelle nach Punkten anführt, auch wenn er keinen Sieg hat. Sollten sich mehr als 16 Fahrer für den Chase qualifizieren, kommen die Piloten in den Chase, die die meisten Siege haben. Haben zum Beispiel 18 Fahrer einen Sieg, entscheidet der Punktestand. Auch wenn weniger als 16 Piloten einen Sieg haben (was eher wahrscheinlich ist), entscheidet der Punktestand.

Die Fahrer, die in den Chase kommen, bekommen 2000 Punkte und 3 Punkte für jeden Sieg, den sie in den ersten 26 Rennen errungen haben.

Der neue Chase

Ab 2014 gibt es ein Shootout zwischen den 16 Fahrern. Der sieht wie folgt aus:

Rennen 27, 28 und 29 – Challenger Round
Jeder Fahrer, der ein Rennen gewinnt, kommt automatisch in die nächste Runde. 12 Fahrer werden insgesamt die nächste Runde erreichen. Die keinen Sieg errungen haben, qualifizieren sich über die Punkte. Die 12 Piloten, die weiter gekommen sind, bekommen für die nächste Runde 3000 Punkte.

Rennen 31, 31 und 32 – Contender Round
Wieder fliegen vier Fahrer aus dem Chase, es gelten die gleichen Regeln wie in der Vorrunde. Am Ende bleiben acht Piloten übrig.

Rennen 33, 34, 35 – Eliminator Round
Erneut erwischt es vier Piloten, auch hier gelten die Regeln der Vorrunden. Es bleiben vier Piloten übrig.

Rennen 36 – First-to-the-Finish Championship Finale
Das Rennen in Homestead entscheidet die Meisterschaft. Die Regeln sind einfach: Derjenige, der vier Piloten, der am Ende die beste Position im Rennen erlangt hat, ist NASCAR Champion.

Den Fahrer, die aus dem Chase fallen, bekommen wieder 2000 Punkte (plus jene, die sie im Chase raus gefahren haben) und kämpfen um P5 in der Meisterschaft. Hier geht es ja noch um eine Menge Geld.

Fazit:
Das klingt, auf den ersten Blick für den Chase recht spannend. In jedem Rennen geht es also um alles, das letzte Rennen entscheidet dann die Meisterschaft. Es geht nicht mehr um Siege oder Bonuspunkte, sondern nur noch um die beste Position im letzten Rennen. Wer in der ersten Runde einen Sieg einfährt, kann sich in den nächsten zwei Rennen aus allem raushalten. Alle anderen müssen um die ersten 12, 8 oder vier Positionen kämpfen.

Und genau da klinken sich die Kritiker ein, denn damit würde das gesamte System der NASCAR komplett entwertet. Es geht nicht mehr um Konstanz, sondern um Glück. Man kann theoretisch 35 Rennen gewinnen, aber wenn man im letzten Rennen ein Reifenschaden hat, wird jemand anders Meister.

Das klingt unfair – was es auch ist. Und es entwertet die gesamte Saison. Die Meisterschaftslotterie hätte die NASCAR noch erweitern können, wenn das letzte Rennen nach Talladega verlegen würde. Natürlich ist es immer noch wichtig über die gesamte Saison konstant zu sein. Wer allerdings eines der ersten fünf Rennen gewinnt, kann sich normalerweise den Rest der Saison zurücklehnen und verschiedene Dinge am Auto ausprobieren.

Die neuen Regeln sind nicht unbedingt nur für die Fans gemacht. Sie zielen auf das Fernsehpublikum ab und sichern die neuen Rechteinhaber von NBC ab. Man hofft, dass die Zuschauer im Herbst, wenn die NFL läuft und die MLB ihre World Series austrägt, mehr in Richtung NASCAR schielen. Die künstlich aufgebaute Spannung durch den Shootout soll Fans und Werbekunden gleichermaßen zu befriedigen.

Ich bin da skeptisch. Die Idee kann schnell in die Hose gehen. Es kann durchaus passieren, dass am Ende Tevor Bayne, Kyle Larson, Brian Vickers und Paul Menard übrig bleiben. Auch wenn das unwahrscheinlich ist, die Möglichkeit, dass schon früh Top-Favoriten rausfallen ist groß. Auf der anderen Seite: Hätte man die Regeln im letzten Jahr schon angewendet, wäre Dale Earnhardt jr. Meister geworden. Was den meisten Fans und der NASCAR vermutlich gefallen hätte.

Die neuen Regeln bieten auch kleinen Teams eine Chance. Mit zwei Rennen in Daytona, einem in Talladega und den Rennen in Sonoma und Watkins Glen gibt es vier Chancen für Fahrer, die sonst eher nicht für einen Sieg in Frage kommen. Marcus Ambrose wird es freuen. Das bedeutet, dass der Chase nicht mehr nur aus den “üblichen Verdächtigen” besteht, sondern auch Piloten reinkommen werden, die man sonst eher im Hinterfeld antrifft.

Mehr Piloten, die um eine Chance im Chase kämpfen bedeutet auch, dass es einige geben wird, die mehr Risiken eingehen. Die NASCAR geht davon aus, dass es gerade in den letzten Rennen eine Runde hart zugehen wird. Man will “Contact” sehen, aber natürlich im Rahmen der Regeln. Oder so.

Das neue Format hat Vor- und Nachteile. Die “alteingesessenen” NASCAR Fans haben schon aufgeheult, werden aber vermutlich stiller werden, sollte Junior im Chase lange unterwegs sein. Auf der anderen Seite werden die Rennen in der Saison etwas entwertet und es geht nicht mehr allein darum, möglich sauber durch die Saison zu kommen. Der Charakter der NASCAR verändert sich mit den neuen Regeln grundlegend.

Was denkt ihr? War es eine richtige Entscheidung der NASCAR, sich neu auszurichten?

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October 15 2013

11:24

NASCAR: Analyse Charlotte Oktober 2013 / Gedanken zur Aerodynamik / Status bei Michael Waltrip Racing

Da dominieren die Piloten von Hendrick Motorsports gemeinsam 313 von 334 Runden in Charlotte und am Ende gewinnt etwas überraschend Brad Keselowski. Bei nur vier Gelbphasen und einer Menge Green-Flag-Racing zeigte sich dieses Mal das große Problem des Sprint Cups vollumfänglich: die Clean- bzw. Dirty-Air beim Gen6!

NASCAR_NSCS_CMS_Brad_Keselowski_Win_BurnoutViel Spannung bot das letzte Nachtrennen der NASCAR-Saison nun wahrlich nicht auf, vor allem der zweiten Rennhälfte fehlten nahezu komplett die Cautions. Einige Gelbphasen hätten dem Rennen aber wirklich gut getan, wie man so schön sagt, denn mit der Hilfe von etwas Mystery-Debris wäre das Feld vermutlich nicht so weit auseinandergezogen worden. Zum Schluss befanden sich nur noch 13 Autos in der Führungsrunde, was man einer späten Caution zu verdanken hatte, sonst wären es maximal nur noch die Top10 gewesen. Das alles zeigte deutlich: Der Sprint Cup muss dringend die Aerodynamik des Gen6 überarbeiten! Doch darauf komme ich später im Artikel noch einmal zurück und werde ebenso auf die sich überschlagenden Ereignisse bei Michael Waltrip Racing eingehen. Zunächst lassen wir das Rennen vom Wochenende kurz Revue passieren:

325 Umläufe überbot man sich bei Hendrick Motorsports boxenstoppbereinigt an der Spitze des Feldes und ließ sich so sage und schreibe 313 von 334 möglichen Führungsrunden gutschreiben. Polesitter Jeff Gordon befand sich nur bis zur ersten Gelbphase in der Spitzenposition und übergab danach an Dale Earnhardt Jr, welcher allerdings mit Müll auf seinem Kühlergrill haderte und daraufhin Kasey Kahne passieren ließ. Weil Junior sein Debris an dessen Heck nicht abschütteln konnte, fiel er weiter zurück und probierte es schließlich erfolgreich bei Jimmie Johnson. Die so wichtige Track-Position war allerdings weg und weil die #88 später erneut etwas aufsammelte und ihr letztendlich in der Nacht das Handling abhandenkam, war im Jubiläumsrennen von Earnhardt leider nur Rang 15 drin.

An einer Fahrt in die Victory-Lane zeigten sich grundsätzlich Jimmie Johnson (130) und Kasey Kahne (138) am interessiertesten, die bis zur vierten, letzten und damit auch entscheidenden Caution in Runde 308 die meisten Umläufe in Führung verbracht hatten. Die Ausgangslage beim Auffinden des mysteriösen Debris präsentierte sich wie folgt: Johnson und Kahne verfolgt durch Kyle Busch und Matt Kenseth, die den Hendrick-Piloten als einzige Mitstreiter Konkurrenz bieten konnten. Dahinter lauerten Brad Keselowski und Jeff Gordon auf ihre Chance. Bei Kahne und Gordon versuchten es die Crew-Chiefs mit nur zwei neuen Reifen, was beide Fahrer vor Johnson, Kenseth, Busch und Keselowski in die erste Reihe für den Restart spülte.

Es folgte die einzig spannende Phase des Rennens – die Schlussphase über 23 Runden: Jimmie Johnson vergab seine Siegchance direkt beim Restart mit Übersteuern zwischen Turn 1 und 2. Zwar verlor er gleich einige Plätze, konnte sich aber bis zur karierten Flagge noch bis auf Rang 4 nach vorne arbeiten. Unterdessen fiel aber Jeff Gordon (7.) zurück, dem die nur zwei neuen Reifen weniger gut bekamen als seinem Teamkollegen an der Spitze. Sogar Kyle Busch (5.) und Kevin Harvick (6.) schoben sich noch an Gordon vorbei. Vorne lag plötzlich das Auto von Brad Keselowski wie ein Brett auf der Straße und so arbeitete sich der (nicht mehr lange) amtierende Champion zunächst nach fünf Runden an Matt Kenseth (3.) vorbei und fuhr anschließend Sturm auf Kasey Kahne, der zuvor noch vom Kampf um Position 2 profitieren konnte.

Mit seinen nur zwei neuen Reifen hatte Kasey Kahne (2.) aber schließlich keine Chance gegen den frischer bestückten Brad Keselowski, auch wenn sich beide Piloten rundenlang ein sehenswertes Duell lieferten. Neun Runden vor dem Ende war die Suppe dann ausgelöffelt und Keselowski das erste Mal in diesem Jahr in die Victory-Lane gefahren. Diesen Sieg hat Brad sich wirklich verdient, da er ihn auf der Rennstrecke erkämpfen konnte. Wie gut sein Penske-Ford in den Schlussrunden lag, zeigte seine Herkunft beim Restart. Innerhalb von nur 14 Runden fuhr er die blaue #2 von Rang 6 an die Spitze – eine beeindruckende Leistung! Dabei hatte er es auch im Rest des Rennens nicht einfach, da er von Startplatz 23 kam und bei einem Boxenstopp noch eine Strafe kassierte, weil er den Wagenheber eine Runde mit um die Strecke nahm.

Der Erfolg von Brad Keselowski war zudem der erste Sieg eines Nicht-Chase-Teilnehmers seit Kasey Kahne in Phoenix 2011. Weil die Playoff-Meute jedoch direkt hinter ihm einfuhr, ergab sich keine nennenswerte Verschiebung in der Meisterschaftstabelle. Diese ist aber am nächsten Wochenende in Talladega nahezu garantiert.

Vielleicht sollte ich unseren Debütanten Kyle Larson noch kurz erwähnen, der leider mit einem Motorschaden in Runde 247 ausschied. Larson konnte sich bis dahin allerdings exzellent verkaufen und hielt sich über weite Strecken der Nacht in den Top20 auf. Wenn er in Martinsville noch so ein gutes Resultat einfahren kann, muss ich meine Bedenken zu einem möglicherweise verfrühten Cup-Einsatz wohl zurückziehen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Wie versprochen folgen nun noch einige Gedanken zum Thema Aerodynamik: Am Wochenende zeigte sich sehr deutlich, dass es derzeit nahezu unmöglich ist, den Führenden mit seinem Bonus der Clean-Air zu überholen. Erst wenn der Spitzenreiter selbst in die Dirty-Air der zu überrundenden Fahrzeuge gerät, bekommen die Verfolger wieder eine theoretische Chance. Das Problem ist dann nur, dass die Führung zu diesem Zeitpunkt bereits auf einige Sekunden angewachsen ist. Immerhin haben die NASCAR-Offiziellen dies erkannt und arbeiten derzeit fieberhaft an einer Verbesserung des Wettbewerbs auf der Strecke. Direkt nach dem Rennen in Charlotte fanden umfangreiche Testfahrten mit vielen Teams statt, bei denen insgesamt sieben Neuerungen evaluiert wurden.

Da die NASCAR sich häufig sehr bedeckt hält, was interne Prozesse angeht, gerieten bisher nur einige wenige Experimentierfelder an die Öffentlichkeit. So spielt man zurzeit mit veränderten Größen der Spoiler an Heck, Kofferraum und Dach. Nun ergibt sich allerdings ein Problem, denn natürlich produzieren diese Luftleitbleche eine Menge Dirty-Air, gleichzeitig sind sie aber äußerst wichtige Sicherheitsfeatures. So verhindern die Kofferraum- und Dachspoiler gemeinsam mit den Roof-Flaps, dass sich die Fahrzeuge bei einem Dreher jenseits von 150 mph plötzlich in die Luft erheben und überschlagen. Weiterhin stabilisieren sie gemeinsam mit dem Heckspoiler die Wagen in den Turns, damit die Autos diese Geschwindigkeiten überhaupt erst gefahrlos erreichen können.

Ob die NASCAR das Überholproblem also mit einem Spoiler-Tweaking lösen kann, bleibt abzuwarten. Zusätzlich steht daher auch die umstrittene minimale Fahrzeughöhe auf dem Prüfstand, für deren Einhaltung vor und nach dem Rennen die Teams Unsummen in Form von Spezialdämpfern und -federn ausgeben. Ich sehe derweil schon die ersten Boxenstopps misslingen, weil der Wagenheber plötzlich nicht mehr unter das Auto passt, denn die Grundidee ist klar: Im Normalfall möchte man das Auto so tief wie möglich auf die Strecke drücken, damit man durch die überströmende Luft ein Maximum an Downforce generieren kann. Grundsätzlich ist eine Liberalisierung hier wünschenswert, um die Kosten zu drücken. Dass aber weniger Dirty-Air hinten austritt, ist unwahrscheinlich.

Weiterhin sind übrigens Testfahrten auf dem Texas Motor Speedway geplant, einem weiteren 1,5-Meilen-Oval und damit dem Kernproblem des Gen6. Hoffen wir, dass es den NASCAR-Offiziellen bis zum Beginn der nächsten Saison gelingt, den Wettbewerb auf der Strecke zu verbessern. Ich sehe bei der Aerodynamik leider wenig Handlungsspielraum und würde stattdessen lieber auf mehr Variabilität beim mechanischen Grip setzen – sprich den Reifenhersteller Goodyear in die Pflicht nehmen.

Drunter und drüber geht es derzeit auch bei Michael Waltrip Racing, wo die Verantwortlichen nach dem Wochenende reinen Tisch machen wollten und sich prompt mit weiteren Schwierigkeiten konfrontiert sahen: 2014 wird MWR nun nach dem Ausstieg von Sponsor NAPA an der #56 nur noch mit zwei Vollzeitautos an den Start gehen. Den zugehörigen Piloten Martin Truex Jr hatte man ja zuvor schon für Verhandlungen mit anderen Teams mehr oder weniger freigestellt, da der dritte Wagen nur noch auf Teilzeitbasis eingesetzt werden soll, u. a. mit Teamchef Michael Waltrip im Daytona 500. Truex besitzt unterdessen glücklicherweise eine gute Chance, bei Furniture Row Racing einzusteigen, die immer noch auf der Suche nach einem Ersatz für den scheidenden Kurt Busch sind.

Dann kam die Nachricht oder sagen wir besser Hiobsbotschaft, dass Brian Vickers mindestens bis zum Saisonende ausfällt, da bei einem medizinischen Check ein Blutgerinnsel in seiner rechten Wade gefunden wurde. Da die Ärzte ihn sofort auf blutverdünnende Medikamente setzten, darf er aufgrund des erhöhten Risikos bei einem etwaigen Unfall und dabei möglicherweise auftretenden Blutungen selbstverständlich kein Rennauto mehr bewegen.

Für Vickers ist dies unterdessen keine unbekannte Diagnose, da er schon 2010 ein halbes Jahr aufgrund von Blutgerinnseln in Lunge und Beinen aussetzen und sogar eine Herz-OP über sich ergehen lassen musste. Die gute Nachricht ist aber, dass die Ärzte nur von einem vergleichsweise kleinen Rückschlag ausgehen und für 2014 positiv gestimmt sind. In Talladega wird Michael Waltrip die #55 planmäßig pilotieren, die Bekanntgabe eines Ersatzmannes für den Rest des Jahres steht allerdings noch aus. An dieser Stelle wünschen wir Brian eine schnelle Genesung!

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October 08 2013

05:44

NASCAR: Analyse Kansas Chase 2013 – Chrash, boom, bang

Eine regelrechte Caution-Orgie sorgte für ein interessantes Rennen der NASCAR. Und dann brannte auch noch ein Busch. Allerdings ein richtiger, nicht einer der Brüder.

Hollywood Casino 400Kalte Temperaturen, eine neue Asphaltdecke und mal wieder Reifenprobleme von Goodyear sorgten auf dem Oval in Kansas für einen sehr abwechselungsreichen Renntag, bei man allerdings ein wenig Geduld mitbringen musste. Denn 15 Cautions waren dann doch etwas viel für ein Rennen, auf der anderen Seite beschweren wir uns das halbe Jahr über langweilige 1,5-Meilen-Ovale, auf denen nichts los ist. Dann doch lieber etwas mehr Abwechslung, wobei einige Unfälle wirklich nicht schön aussahen. Der Spannung im Chase hat das Rennen ein wenig geholfen.

Schuld an den ganzen Cautions der NASCAR waren, glaubt man den Fahrern, zu einem großen Teil die Reifen. Goodyear hatte zum dritten Mal in diesem Jahr die sogenannten “Zone Tread”-Reifen für die linke Seite mit nach Kansas gebracht. Auf dem neuen, eher rutschigen Asphalt geben die Reifen etwas mehr Grip, was die Belastungen auf der rechten Seite etwas reduziert. Dadurch entstand aber wohl ein neues Problem, was sich meist ausgangs der Kurven zeigte. Sobald der Druck am Ausgang der Kurve auf die rechte Seite wieder etwas nachließ, neigten die Autos zum Übersteuern, was diverse Dreher verursachte. Praktisch jeder Fahrer hatte mindestens einen “close call”.

Aber ganz schuldlos waren die Fahrer auch nicht. Gleich in der ersten Runde erwischte es Danica Patrick, die in der ersten Kurve rechts abbog und ziemlich heftig in die Safer Wall einschlug. Der Wagen war komplett zerstört, der Tag für Danica damit gelaufen. Immerhin musste sie dann nicht weitere vier Stunden im Auto sitzen. So lange dauerte es nämlich, bis am Ende endlich der Sieger feststand.

An der Spitze ging es während des Rennens recht bunt zu. Zunächst konnte sich Pole-Sitter Kevin Harvick an die Spitze setzen, meist gefolgt von Dale Earnhardt Jr. und Jimmie Johnson. Nach einem Drittel des Rennens hatte sich der bisherige Dominator des Chase, Matt Kenseth, die Führung geschnappt, doch lange konnte er sich dort nicht festsetzen. In einer der vielen Caution handelte er sich eine Strafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Box ein. Von dem Desaster konnte er sich bis zum Schluss nicht erholen. Nach dem Rennen klagte er über einen schwer zu fahrenden Gibbs-Toyota.

Überhaupt war es nicht das Wochenende der Gibbs-Mannschaft. Hamlin blieb erneut hinter den Erwartungen zurück und Kyle Busch, immerhin aussichtsreich im Chase positioniert, haderte mit sich, dem Wagen, den Reifen und den Mitstreitern. Im Verlauf des Rennens gelang es ihm nicht wie gewohnt, in die Top 3 zu fahren, nach einem Restart gegen Mitte des Rennens versuchte er Montoya zu blocken, der ihn auf der unteren Linie überholen wollte. Montoya touchierte Busch, der sich in einen langen Dreher verabschiedete. Immerhin sammelte er im dichten Feld niemanden auf. Für seinen Ausfall sorgte er ein paar Runden später, als er in Turn 1 massiv in die Mauer einschlug. Der Toyota war vorne komplett platt, Busch selber konnte aber aussteigen. Nach dem Rennen gab er erst Montoya einen mit (“Den werden wir nicht vermissen”), dann Goodyear (“Schlechter Reifen”), bevor er schnell nach Hause flog.

Die kurioseste Caution kam dann in Runde 156, als plötzlich dichter Rauch über Turn 1 zog. Am Rande der Strecke brannte plötzlich eine Hecke und der Qualm vernebelte die Sicht. An eine Caution aus diesem Grund konnten sich die Veteranen auch nicht erinnern.

In der Schlussphase des Rennens hatte sich Noch-Meister Brad Keselowski an die Spitze gesetzt und behauptete diese problemlos. Doch dann machte das Team einen schwer zu verstehenden Fehler und ließ Keselowski zu lange draußen. Dies hatte zur Folge, dass ihm der Spirt ausging und er gerade noch so an die Box rollen konnte. Bis der Tank voll und der Motor wieder gestartet war, hatte der Penske-Mann zwei Runden verloren. Offensichtlich hatte man sich in Sachen Verbrauch verrechnet oder beim Stopp zuvor war weniger Sprit in den Tank geflossen, als man gedacht hat.

Kaum war Keselowski wieder im Rennen, zerlegte Brian Vickers seinen MWR-Toyta nachhaltig ausgangs Turn 2. Der Einschlag war heftig, der Wagen zerstört, aber auch Vickers konnte unverletzt aussteigen. Die schweren Unfälle glichen sich sehr. Ein Fahrzeug, allein, niemand rechts, links oder knapp dahinter, und doch rutschten die Autos plötzlich über die Hinterachse raus und waren nicht mehr zu kontrollieren. Ein “Save” war offenbar nicht mehr möglich, nachdem der Wagen einmal den Grip verloren hatte. Ob Goodyear die “Zone Tread”-Reifen in diesem Saison noch mal unverändert an den Start bringen wird, darf bezweifelt werden.

Die Endphase des Rennens verlief dann ruhig. Kevin Harvick gewann den letzten Restart, dahinter positionierte sich Kurt Busch, der wegen eines Unfalls im Training vom letzten Startplatz aus ins Rennen gegangen war. Hinter Busch kam Jeff Gordon ins Ziel, der allerdings nach dem Rennen einiges mit Busch zu diskutieren hatte. Man war im Rennen zwei Mal aneinander geraten, was man nach dem Rennen dann (friedlich) besprach.

Hinter Gordon lautete die Reihenfolge Logano, Edwards, Johnson. JJ musste in der letzten Runde seinen Motor abstellen, weil dieser wohl den Geist aufgegeben hatte. Es folgten Menard, Junior, Ambrose und Amirola. Matt Kenseth kam auf P11.

Im Chase hat sich Johnson an Kenseth ran gerobbt, dessen Vorsprung nur noch drei Punkte beträgt. Dahinter liegt nun Kevin Harvick, dem 25 Punkte auf Kenseth fehlen. Mehr Abstand haben schon Gordon (-32), Kyle Busch (-35) und Greg Biffle (-44). Die Chancen von Harvick, Gordon und Busch sind zwar noch intakt, aber wenn Kenseth und Johnson weiter so regelmäßig punkten, dürfte es schwer werden. Aber mit dem Rennen in Talladega folgt ja noch ein Lauf, der den Chase stark verändern kann. Am kommenden Samstag geht es erst einmal nach Charlotte zum Nachtrennen.

Stand Fahrer (pdf)
Stand Owner (pdf)

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August 21 2012

06:15

NASCAR: Analyse Michigan August 2012

In Michigan lieferte der Sprint Cup endlich mal wieder ein solides Rennen ab – das musste man seit Anfang der Saison ja des Öfteren vermissen. Es steckte viel Dynamik in Form von alternativen Strategien, vielen Gelbphasen und Führungswechseln im Nachmittag. Am Ende blieb etwas überraschend Greg Biffle siegreich, doch das lag vor allem am Favoritensterben.

Die Eckdaten vom Sonntag lauten: 8 Cautions (6 davon wegen Drehern), 26 Führungswechsel unter 13 Fahrern, 3 Motorschäden und einige geplatzte Reifen! So ein Rennen hatte man in der obersten NASCAR-Liga schon länger nicht mehr zu sehen bekommen. Bis zum Anfang des Jahres war sowas eigentlich die Norm und in Michigan fand die Serie endlich mal wieder zu ihrer gewohnten Dynamik zurück. Das Schöne daran ist, dass ich mir aufgrund der vielen Vorkommnisse sogar den Luxus leisten kann, komplett auf eine Analyse der unterschiedlichen Spritstrategien zu verzichten. Durch die häufigen (und auch späten) Cautions hatte eigentlich jeder Fahrer irgendwann eine günstige Gelegenheit zum Tanken, weshalb im Finale alle Autos wieder in derselben Sequenz fuhren. Dies war auch der Grund, warum man so viele unterschiedliche Piloten an der Spitze sah, doch einer hatte das Rennen bis ins zweite Viertel hinein eigentlich recht deutlich im Griff:

Mark Martin – der alte Mann und das Meer sein Auto kämpfen gegen das Unrecht! (oder so ähnlich) – führte bis in Runde 64 geschlagene 54 Umläufe von der Pole-Position aus an und schwang sich damit früh zum großen Favoriten auf den Sieg empor. Ein schwerer Unfall, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde, beendete diese Serie leider jäh: Martin wurde gerade von Kasey Kahne (3.) verfolgt, als direkt davor die beiden Wagen von Bobby Labonte (22.) und Juan Pablo Montoya (mehr zu ihm später) zur Überrundung anstanden. Plötzlich wurde Labonte völlig ohne Berührung durch Montoya aero-loose, was einen typischen Auffahrunfall auslöste, in dessen Folge Martin zunächst auf die #42 krachte und anschließend vom ebenfalls mit voller Kraft bremsenden Kahne in die Boxengasse abgeschossen wurde.

Dort passierte dann einer dieser fürchterlichen „Freak-Accidents“, die eigentlich keiner voraussehen kann: Die #55 schlug seitlich und nur knapp hinter dem Fahrersitz in die spitze, offene Stelle einer Garagenzufahrt der Boxenmauer ein. Zum Glück wurde der Fahrersitz nicht direkt getroffen und außerdem hatte Mark Martin die Geschwindigkeit durch einige Dreher schon recht weit verringern können. Allerdings reichte die Aufprallenergie dafür aus, einen Öltank in Fetzen zu reißen, der ein kleineres Feuer auslöste und den Pitstall von Kasey Kahne komplett einschmierte. Zur genauen Ansicht gibt es an dieser Stelle noch ein Video von diesem außergewöhnlichen Unfall, für den ESPN sogar frühzeitig aus der Werbung zurückkehrte:

Danach wurde es bis zum Finale etwas unübersichtlich, da aufgrund der unterschiedlichen Strategien insgesamt sechs weitere Fahrer mehr als zehn Führungsrunden absolvieren konnten. Während die anderen beiden Piloten von Michael Waltrip Racing – Clint Bowyer (7.) und Martin Truex Jr (10.) – nur kurz an die Form ihres verunfallten Teamkollegen anknüpfen konnten, qualifizierten sich vorne Jimmie Johnson, Greg Biffle, Brad Keselowski sowie Dale Earnhardt Jr für den Rennsieg. Johnson verfügt dabei über das schnellste Auto im Feld, brachte die #48 aufgrund des nicht entscheidenden Strategiewirrwarrs jedoch nur 23 Mal als ersten Wagen über die Linie.

Die Führung holte sich Jimmie Johnson zum letzten Mal in Runde 190 – also zehn Runden vor Schluss – von Brad Keselowski, nachdem der Dauermeister beim vorletzten Restart in Umlauf 187 als Zweiter ins Finale gegangen war. Eine abschließende Caution stand dem Feld aber noch ins Haus und jene sollte ausgerechnet Johnson auslösen, als sich an der #48 der Chevrolet-Motor in die Ahnengalerie verabschiedete. Das war eine ganz unglückliche Situation, da das Aggregat nur noch sechs Runden vor sich hatte und zudem extra noch nach dem Qualifying ausgetauscht wurde. Johnson startete deshalb übrigens vom Ende des Feldes ins Rennen.

Dieses Missgeschick wäre natürlich isoliert schon ziemlich schlimm gewesen, doch eigentlich war es nur das Sahnehäubchen auf dem Michigan-Schrottplatz der Hendrick-Chevrolet-Motorenschmiede: Vor Jimmie Johnson (27.) kamen nämlich schon Tony Stewart (32.) und Jeff Gordon (28.) einzelne Zylinder abhanden, was natürlich DER Einsatz schlechthin für die Ventilfeder-Animation in Tim Brewers Tech-Garage gewesen wäre. Ansonsten bleibt hier nur zu bemerken, dass die hohen Geschwindigkeiten auf dem neuasphaltierten 2-Meilen-Oval wohl einen zu extremen Anspruch an die Aggregate von Rick Hendrick gestellt haben. Dass dann 50% der im Rennen befindlichen Motoren ausfallen, darf aber echt nicht passieren!

Doch neben den Motoren gab es noch weitere Themen, wie z. B. die Reifen:

Recht früh während der ESPN-Übertragung bekam man ein Paradebeispiel von optimal verschlissenem Gummi präsentiert, welches zwei komplette Fuelruns auf der Innenseite durchgestanden hatte. Nach den zusätzlichen Reifentests von Goodyear war aber auch klar, dass der Hersteller absolute Holzreifen mit an die Strecke bringen würde, um bei den sehr hohen Geschwindigkeiten jenseits der 200 mph eine Blasenbildung wie im Juni zu verhindern. Dennoch kam es später im Rennen zu einigen Reifenplatzern, welche den durchaus prominenten Fahrern Matt Kenseth (17.), Trevor Bayne (24.) sowie Juan Pablo Montoya (26.) den Nachmittag ruinierten. Sowas kann aber auch in einer zu aggressiven Fahrwerksabstimmung begründet liegen, welche einerseits höhere Temperaturen und/oder andererseits ungleichmäßige Abnutzung bewirkt haben könnte.

Juan Pablo Montoya hatte ohnehin wieder einen bescheidenen Tag und geriet mit Joey Logano (31.) aneinander, welchen er umdrehte. Dabei sah es so aus, als wenn beide Seiten mit etwas defensiverer Fahrweise diesen Unfall hätten verhindern können. Meiner Meinung nach trägt keiner die Alleinschuld daran, da sich beide Autos gleichzeitig auf ein gemeinsames Zentrum zwischen der oberen und der unteren Linie zubewegten. Trevor Bayne löste übrigens die vorletzte Caution in Runde 180 aus, welche die unterschiedlichen Spritstrategien wieder zusammenführte.

Zurück zum finalen Sprint: Der Restart nach der Johnson-Gelbphase war wegen der Ölspur und längeren Säuberungsarbeiten schon zum ersten Versuch eines Green-White-Checkered-Finishes befördert worden, zu dem jetzt Brad Keselowski und Greg Biffle in Reihe 1 gefolgt von Dale Earnhardt Jr (4.), Carl Edwards sowie Kasey Kahne antraten. Letzterer brannte einen grandiosen Run in den Asphalt, da er sofort Three-Wide die zweite Startreihe hinter sich ließ und Keselowski um Platz 2 herausforderte. Derweil konnte Biffle vorne enteilen und sich bis zur karierten Flagge in der Spitzenposition halten. Teamkollege Carl Edwards (6.) verlor unterdessen noch einen Platz an einen stark auffahrenden Marcos Ambrose (5.).

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Dort hat sich nicht zu viel verändert: Jimmie Johnson musste seine Führung an Greg Biffle abgeben und außerdem zogen auch gleich Matt Kenseth sowie Dale Earnhardt Jr wieder an der #48 vorbei. Für Biffle bringt der zweite Saisonsieg natürlich drei weitere Bonuspunkte im fast sicheren Chase. Die Wildcard-Situation hat sich nicht grundlegend verändert, hier befindet sich immer noch Ryan Newman mit einem Erfolg hinter Kasey Kahne, welcher über deren zwei verfügt. Kahne konnte aber seinen Rückstand auf den zehntplatzierten Denny Hamlin weiter verringern, dieser beträgt jetzt nur noch 33 Punkte.

2012_Michigan_Aug_NSCS_Mark_Martin_prerace 2012_Michigan_Aug_NSCS_Kid_Rock_start_engines 2012_Michigan_Aug_NSCS_race_start 2012_Michigan_Aug_NSCS_fans_cheer_start 2012_Michigan_Aug_NSCS_Mark_Martin_on_track 2012_Michigan_Aug_NSCS_Mark_Martin_accident 2012_Michigan_Aug_NSCS_Dale_Earnhardt_Jr_leads_Jimmie_Johnson 2012_Michigan_Aug_NSCS_Greg_Biffle_three_wide 2012_Michigan_Aug_NSCS_Greg_Biffle_leads 2012_Michigan_Aug_NSCS_Greg_Biffle_crosses_finish_line 2012_Michigan_Aug_NSCS_Greg_Bifle_burnout 2012_Michigan_Aug_NSCS_Greg_Biffle_Victory_Lane 2012_Michigan_Aug_NSCS_Greg_Biffle_champagne

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August 15 2012

00:28

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2012

Das Rundkursrennen in Watkins Glen lieferte am Sonntag eines der besten und spannendsten Finishes seit einigen Jahren ab. Ein beinhartes, aber jederzeit faires Duell zwischen Marcos Ambrose und Brad Keselowski sorgte für großen Unterhaltungswert, doch zuvor musste ein sehr dominanter Kyle Busch erst noch das Feld räumen (oder geräumt werden).

Zu Beginn plätscherte das Rennen allerdings eher so vor sich hin: Polesitter Juan Pablo Montoya musste seine Führung bereits nach einer Runde an Kyle Busch abgeben, konnte sich aber auf Platz 2 festsetzen. Etwas später leiteten dann frühe Stops von Ryan Newman (Runde 17), Jimmie Johnson (Runde 19), Marcos Ambrose (Runde 21), Jeff Gordon (Runde 23), Kevin Harvick (Runde 23), Brad Keselowski (Runde 24) und Kasey Kahne (Runde 24) die Strategiespiele ein. Es war eigentlich nur die Frage, ob man die passenden Verbrauchswerte für lediglich zwei Boxenstopps vorweisen konnte. Die vorgenannten Fahrer mussten an dieser Stelle wohl zunächst passen, anders sah es aber beim folgenden Kandidaten aus:

Kyle Busch führte nämlich auf einer mutmaßlichen Zwei-Stop-Strategie immer noch vor Juan Pablo Montoya als Jamie McMurray in den Esses ein Reifen platzte, was in Runde 26 die erste von insgesamt vier Cautions auslöste. Ich möchte nicht ausschließen, dass an der #1 von McMurray bereits zu diesem frühen Zeitpunkt die Aufhängung gebrochen ist, da sich später auch bei anderen Fahrzeugen ähnliche Probleme in dieser Hinsicht zeigen sollten. Die nachfolgend beschriebene Situation zeigt ein solches Beispiel:

Während der Gelbphase fiel nämlich plötzlich der linke Hinterreifen der #51 von Kurt Busch ab, was sich nach einem Interview mit dem Fahrer schnell als mechanischer Fehler herausstellte. Hätte die Pitcrew bei einem Reifenwechsel unter den wachsamen Augen eines NASCAR-Offiziellen eine Radmutter vergessen, wäre vermutlich schnell eingegriffen worden. Ich bin mir auch nicht sicher, ob Busch zu diesem Zeitpunkt überhaupt schon ein erstes Mal an der Box gewesen ist.

Den Restart gingen Brad Keselowski und Marcos Ambrose in Reihe 1 sowie direkt dahinter das Hendrick-Duo bestehend aus Jimmie Johnson und Jeff Gordon ganz vorne an, da sie während der Caution natürlich nicht noch einmal an die Boxengasse kamen. Der einzige Fahrer, welcher erneut seine Pitcrew ansteuerte, war Kasey Kahne, wobei ich vermute, dass man sich dabei um seine defekte Helmkühlung kümmerte und quasi als Bonus noch einmal nebenbei auftanken konnte.

Kurz nach dem Neustart bekam auch Juan Pablo Montoya Probleme mit seiner Radaufhängung, als der vordere linke Querlenker an seinem Chevrolet brach und den Tag der #42 effektiv beendete. Eine spätere Rückkehr auf die Strecke sollte lediglich noch Platz 33 einbringen, was nach der zweiten Pole-Position in Folge gleich die nächste Enttäuschung im jeweils anschließenden Rennen bedeutete. Die vermehrten mechanischen Probleme in diesem Rennen können möglicherweise auf das zu harte Überfahren der Randsteine und kurze Ausritte darüber hinaus zurückgeführt werden. Einige Aufhängungsteile einzelner Hersteller waren wohl nicht auf eine zu hemdsärmelige Fahrweise ausgelegt.

In Runde 39 wechselte dann die Führung von Brad Keselowski an Marcos Ambrose, welcher sich in Turn 1 am blauen Dodge mit der #2 vorbeischieben konnte. Ambrose vergrößerte den Abstand dann innerhalb einer Runde recht schnell auf fast eine Sekunde und sah zu diesem Zeitpunkt erstmals wie der sichere Sieger aus. Man durfte aber nicht vergessen, dass er im Gegensatz zu Kyle Busch auf einen Boxenstopp mehr setzte und für Busch fielen die Gelbphasen am Sonntag wirklich extrem günstig. Pünktlich zur Halbzeit gab Ambrose dann auch den Platz an der Sonne auf, um seinen zweiten von drei Pitstops zu absolvieren.

Unterdessen entschied man sich bei Brad Keselowski für einen Wechsel zur Zwei-Stopp-Strategie, nachdem zunächst Roger Penske dem Crew-Chief der #2 (Paul Wolfe) einen Besuch abstattete und man während der ersten Gelbphase auch schon so viel Sprit wie möglich zu sparen versuchte. Dieses Vorgehen zahlte sich aus, da Keselowskis Dodge immerhin bis Runde 58 durchhielt und somit knapp zwei Renndrittel mit nur einem Boxenstopp hinter sich gebracht hatte. Gemeinsam mit Keselowski kamen auch noch weitere Piloten zu Besuch, unter anderem Tony Stewart, Clint Bowyer, Greg Biffle sowie Dale Earnhardt Jr, für die es bei noch 32 zu fahrenden Runden eine knappe Angelegenheit zu werden schien. Das bewies Martin Truex Jr, welcher sich bereits einen Umlauf später mit trockenem Tank zur Pitcrew schleppen musste.

Fehlte nur noch Kyle Busch, welcher nach Bad Brads Abstecher erneut die Führung übernahm und somit neben Marcos Ambrose die besten Karten auf den Rennsieg besaß. Busch erwischte natürlich prompt und quasi mit Ankündigung Gelbphase #2 für seinen zweiten und letzten Boxenstopp. Opfer war dieses Mal sein Teamkollege Denny Hamlin, welcher im Outer Loop von seinem Motor verlassen wurde. Dass die abgestellte #11 dabei die komplette einnebelte, störte die Streckenposten erstmal nicht groß, was auch eher kurios wirkte.

Neben Kyle Busch nutzten dann im Vorderfeld auch alle (inkl. Marcos Ambrose) bis auf die gerade erst abgefertigten Piloten die Gelegenheit zum letzten Boxenstopp, da man zu diesem Zeitpunkt recht komfortabel im Benzinfenster für den Rest des Rennens lag – mögliche Verlängerungen natürlich ausgenommen. Nachdem man das Sprit-Problem also quasi abhaken konnte, kam direkt das nächste auf, denn die Kameralinsen rund um die Strecke fingen plötzlich einige Regentropfen ein und auch Pacecar-Fahrer Brett Bodine berichtete von vereinzeltem Niesel.

Dem Restart tat dies aber erstmal keinen Abbruch, jedoch drehten sich in den beiden Runden unmittelbar danach zunächst Kasey Kahne in Turn 1 und kurz darauf Jason Leffler, wobei Letzterer durch seinen Einschlag die dritte Caution des Tages auslöste. Diese Gelbphase zog sich dann über vier Runden etwas hin, weil der Regen an Intensität zunahm. Das gab zumindest auch den letzten Fahrern zu diesem Zeitpunkt die Gelegenheit, sich das eventuell noch fehlende Benzin bis zum Ende des Rennens vom Einspritzer abzusparen.

Brett Bodine entschied sich schließlich, die Strecke für den Restart freizugeben und auch die Wettbewerbspiloten hatten offensichtlich keinerlei Problem damit, dem leichten Nieselregen zu trotzen. Brad Keselowski nahm somit das Finale vor Tony Stewart, Clint Bowyer, Kyle Busch und Greg Biffle unter die Räder. Marcos Ambrose war wegen seines dritten Boxenstopps gemeinsam mit u. a. Jimmie Johnson und Jeff Gordon erst dahinter zu finden, hatte sich nach einer Runde aber schon an Busch vorbei auf Platz 3 gearbeitet.

Tony Stewart nahm sich zwei Umläufe später selbst aus der Entscheidung, als er in der letzten Kurve vor Start-und-Ziel seinen Chevrolet völlig unbedrängt aus der Kontrolle verlor und sich in die Boxengasseneinfahrt drehte. Zum Glück vermied er dabei ein ähnliches Desaster wie vor ein paar Jahren, als auch diese mit Sand gefüllten Tonnen von Sam Hornish Jr gesprengt wurden und sich Bobby Labonte ordentlich wehtat. Dieser Crash war übrigens der Grund, warum es in Turn 11 jetzt eine SAFER-Barrier gibt.

Die aus dem Smoke-Incident resultierende vierte und letzte Gelbphase sollte jetzt das meiner Meinung nach spannendste NASCAR-Finish seit einigen Jahren einläuten, welches über 15 Runden angesetzt war. Die Hauptprotagonisten – auch über das Rennen gesehen – in Form von Brad Keselowski, Marcos Ambrose und Kyle Busch waren dazu praktischerweise direkt hinter- bzw. nebeneinander aufgereiht. Busch nutzte den Restart, um innen auf einer dritten Spur an beiden Konkurrenten vorbeizuziehen, was schon ein wahnsinniges Manöver war. Fünf Runden später hatte Ambrose nach einem harten Kampf endlich Keselowski kassiert, was aber Busch seinerseits die Möglichkeit gab, vorne einen Abstand von zwei Sekunden herauszufahren.

Dadurch kam zunächst etwas Ruhe in die Schlussphase, welche nur durch einen Dreher von Dale Earnhardt Jr in Turn 10 sowie dem Überholmanöver von Jimmie Johnson an Greg Biffle (gut für Platz 4) unterbrochen wurde. Diese Ruhe vor dem Sturm war zwei Runden vor Schluss endgültig vorbei, als die Strecke nach und nach unfahrbarer wurde, weil jemand immer mehr feines Öl-Spray auf der Fahrbahn verteilte. Als möglicher Übeltäter wurde nach dem Rennen Bobby Labonte vermutet, gesicherte Informationen gibt es diesbezüglich aber nicht.

Der Vorsprung des – aufgrund der Ölspur sichtlich mit Handling-Problemen kämpfenden – Leaders Kyle Busch war innerhalb einer Runde eingedampft und dass obwohl Marcos Ambrose und Brad Keselowski hinter ihm weiter verbissen um den zweiten Platz kämpften, welchen Keselowski nach einem Fehler von Ambrose im Verlauf der Kombination Inner Loop/Outer Loop zurückerobern konnte.

Im direkten Dreikampf ging es dann in die entscheidende letzte Runde, welche in Turn 1 fast alle Konkurrenten neben der Strecke sah. Kyle Busch wurde am weitesten herausgetragen und verlor in der Anfahrt auf die Esses daher sehr viel Schwung, was Brad Keselowski bergauf die innere Linie öffnete. Busch versuchte zwar noch, diese Lücke zu schließen, doch die #2 befand sich bereits neben ihm. Es kam wie es kommen musste, die #18 trudelte von der Strecke und ein vermutlich sehr angefressener, eigentlich sicherer Sieger musste sich mit Platz 7 begnügen. Das bringt Busch im Kampf um die Wildcards natürlich überhaupt nicht weiter und kostet ihn möglicherweise sogar die Chase-Teilnahme, wer weiß?!

Verblieben also nur noch zwei Streithähne, da Jimmie Johnson sich mittlerweile einen Rückstand von neun Sekunden auf die Spitze eingefangen hatte. Brad Keselowski und Marcos Ambrose lieferten sich auf der ölverschmierten Strecke einen wilden Kampf, der teilweise auch eher neben als auf der Fahrbahn ausgetragen wurde. Nach Turn 10 bumpte sich Ambrose an Keselowski vorbei, welcher sich in Turn 11 brav revanchierte. Dies brachte beide Piloten Kopf-an-Kopf in die allerletzte Kurve, auf der Ambrose schließlich die Innenbahn vorteilhaft für sich nutzen konnte. Worte können dieses Finish eigentlich nur schwer beschreiben, weshalb ich nachfolgend auch noch ein HD-Video davon anfügen möchte. Die letzten beiden Runden starten ab 1m52s:

Für Marcos Ambrose ist das natürlich ein toller Erfolg, immerhin konnte er damit das zweite Rennen in Watkins Glen in Folge für sich entscheiden. Zusätzlich bringt er sich ebenfalls für den Kampf um die beiden Wildcards in Stellung, auch wenn ein zweiter Saisonsieg natürlich unwahrscheinlicher als bei der direkten Konkurrenz erscheint. Aber: In Michigan, wo am nächsten Wochenende gefahren wird, holte er im Juni die Pole-Position, ausschließen sollte man also nichts.

Brad Keselowski gab sich als guter Verlierer und klang in seinem Post-Race-Interview sehr versöhnlich, auch wenn er sichtlich völlig mit Adrenalin zugepumpt war, aber das kann man ihm wohl nicht verübeln. Während die beiden Erst- und Zweitplatzierten übereinstimmend von „tollem Racing“ sprachen, welches man „jede Woche sehen sollte“, gab es von Kyle Busch keinerlei Reaktion mehr, vielleicht war das aber auch besser so. Lediglich sein Crew-Chief Dave Rogers fasste die Enttäuschung des Teams in Worte und überhaupt: wer will schon einen Busch-Bruder nach so einem Rennen interviewen?

Kurz noch zum Rest vom Schützenfest:

- Die Top5 komplettierten hinter Johnson noch Clint Bowyer sowie ein stark auffahrender Sam Hornish Jr, welcher sich mit diesem Ergebnis sicherlich für den Platz im Cockpit der #22 im nächsten Jahr beworben hat.

- Die Top10 vervollständigten sich durch Greg Biffle, Kyle Busch, Matt Kenseth, Regan Smith sowie Martin Truex Jr, somit konnte also auch Roush-Fenway Racing mit Ausnahme von – wieder einmal – Carl Edwards ein solides Rennen abliefern.

- Michael Waltrip Racing und Joe Gibbs Racing zeigten sich in etwa gleichauf, wenn man die Ergebnisse vergleicht: MWR brachte zwei Fahrer in die Top10, während JGR das beste Auto des Rennens stellte. Beide Teams hatten jeweils einen Motorschaden (Denny Hamlin, Brian Vickers) zu verzeichnen.

- Hendrick Motorsports hatte mit viel Pech zu kämpfen, denn nach den Drehern von Kasey Kahne (13.) und Dale Earnhardt Jr (28.) verlor auch Jeff Gordon (21.) sein Auto im Finale und musste ein sicheres Top10-Ergebnis aufgeben. Natürlich hilft ihm keines der beiden Szenarien in Bezug auf die Wildcards, da muss in Michigan noch mehr kommen. Immerhin kann Gordon von sich sagen, dass die Ölspur Schuld an seinem schlechten Finish war.

- Tony Stewart (19.) lieferte bis zu seinem Dreher in die Boxengasse eigentlich ein sehr gutes Rennen ab, wenn man bedenkt, dass er zwischenzeitlich bei einem Pitstop verbotenerweise die Tankkanne mitgehen ließ. Smoke verlor wegen der logischen Durchfahrtsstrafe viele Plätze und kämpfte sich später wieder bis auf Platz 2 nach vorne.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!), auf die Situation im Kampf um die Wildcards werde ich in der Vorschau für Michigan genauer eingehen, denn für heute habe ich meine Lenkzeit schon deutlich überschritten.

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February 29 2012

18:12

NASCAR – Analyse Daytona 500

Ein gutes, wenn auch recht unfallträchtiges erstes Rennen lieferte die NASCAR am Montagabend in Daytona ab. Wegen Regens musste das Rennen auf diesen Termin gelegt werden. Am Ende gewann nicht ganz überraschend ein Ford. 

Die NASCAR entschied sich am Sonntag auf Grund von Dauerregen das Rennen auf Montagmittag zu verlegen. Montag früh merkte man auf Grund der immer noch schlechten Wetterverhältnisse jedoch schnell, dass auch dieser Termin nicht zu halten sein würde und verschon das Rennen auf den Abend.

Dafür sprach neben der besseren Wettervorhersage noch ein weiterer Grund: Zur US-Primetime versprachen sich die Verantwortlichen auch deutlich bessere Quoten. Für FOX und die NASCAR war der Lauf eine Art Testballon – denn die Idee, manche Rennen des Sprint-Cup (à la “Mondy Night Football”) am Montagabend zu fahren ist keineswegs neu. Daytona sollte den Verantwortlichen nun endgütlig zeigen, welche Quoten Wochentags erreicht werden können.

Das Ergebnis fällt laut ersten Overnight-Ratings zwiespältig aus. Auf der positiven Seite: Man hatte mehr Zuseher als beim Pothole-Debakel 2010. Nicht so gut: Es waren auch weniger als 2011. Außerdem zeigen die Ratings einen deutlichen Anstieg nach Montoyas spektakulärem Unfall – mit einem “normalen” Rennen wäre man also vielleicht etwas schlechter gelegen. Ob die Zahlen nun Anlass sind, über weitere Montags-Rennen nachzudenken, liegt im Auge des Betrachters: Es ist sicher ein anständiges Ergebnis, mit dem man das beste aus einer widrigen Situation herausgeholt hat. Einen klar ersichtlichen Vorteil gibt es gegenüber dem Sonntag aber nicht. Und den bräuchte man, um ein Montags-Rennen zu rechtfertigen, das wohl mit einem deutlich Minus an Zuschauern an der Strecke auskommen müsste.

Einen dicken Silberstreif gibt es allerdings für die NASCAR: Die Nationwide-Serie auf ESPN hat mit Danica Patrick auf der Pole Zuschauerrekorde für Kabel gebrochen, und 4,4 Mio. Zuseher erreicht. Das Rating von 3.3 liegt etwa deutlich über jenem Wert, den die IndyCar-Serie bei ihren Übertragungen am Network-Sender ABC erzielt. Selbst das Indy 500 aus dem vergangenen Jahr hatte mit einem Rating von 4.0 nicht sehr viel mehr Zuseher.

Das Rennen:

Um 19.00 Uhr amerikanischer Zeit ging es dann endlich los in Daytona und Darell Walltrip eröffnete die Saison mit seinem bekanntem “Boogity, Boogity, Boogity, let’s go racing boys!”, welches er aus aktuellem Anlass mit einem “and Danica” vervollständigte. Die Fahrer schafften es sich auch eine ganze Runde zusammenreißen, bis es das erste Mal krachte. Sadler schob Johnson auf der Start- und Zielgeraden leicht an, der daraufhin hart in die Mauer einschlug und anschließend einen harten Treffer von einem weiteren Fahrzeug einstecken musste. Die übliche Kettenreaktion folgte. Insgesamt beschädigte der Unfall die Fahrzeuge von Johnson, Patrick, Bayne und Kurt Busch so schwer, dass das Rennen für sie entweder komplett vorbei war, oder sie so viele Runden Rückstand nach Reperaturen hatten, dass ein Sieg oder viele Punkte unmöglich waren. Johnson hat damit im Übrigen wieder einen Grund mehr, die Superspeedwayrennen zu hassen. Kyle Bush kommentierte den Unfall hingegen relativ amüsant über Funk: “Seriously, we sit around 36 hours and then we wreck on lap 1.”.

Nachdem Restart sah man vorne Kenseth und Biffle, wo sie auch den ganzen Abend bleiben sollten. Generell wurde den gesamten Abend viel 2-wide gefahren, wobei dies meistens erst hinter den Top 5 der Fall war. In Runde 13 gab es dann die nächste Gelphase, als Ryan Newman sich auf Grund eines Reifenplatzers drehte. In dieser kamen  alle an die Box. Nachdem Restart gab es lange Zeit vorne ein großes Pack und dahinter ein kleineres Pack mit unter anderem Montoya, McMurray, Labonte, Gilliland und Harvick, die sich so versuchten aus dem Gröbsten rauszuahalten.

Um Runde 57 folgten dann Green-Flag Pitstops, aus denen Jeff Burton als Führender hervorging. Tony Stewart verpasst die Boxeneinfahrt, ein größerer Schaden entstand daraus allerdings für ihn nicht. Kurz nach den Pitstops gab es die nächste Gelbphase wegen Debris auf der Strecke. Bei Kenseth zeigte sich zu dem Zeitpunkt, dass er massive Kühlungsprobleme hatte. Das Wasser sprühte geradezu aus seinem Auto, als er an der Box war. Er verlor zwar dadurch das Pack, konnte aber in der Lead Lap bleiben. Zu diesem Zeitpunkt waren vorne Burton, Biffle, Logano, Bowyer und ein starker Ambrose zu finden.

Bis Runde 81 lief das Rennen unter grün, dann platzte Jeff Gordon auf der Outside-Lane der Motor, er konnte dies zum Glück rechtzeitig mit der Hand anzeigen, so das es zu keiner Kollision mit anderen Fahrzeugen kam. Gordon sagte danach, dass alle Temperaturmesser im grünen Bereich gewesen seien, er also keine Ahnung habe, warum sich der Motor verabschiedete. Nach den nächsten Boxenstops ging es dann weiter.

Zu diesem Zeitpunkt schossen sich Hamlin und Kenseth nach vorne. Allgemein war auch beim 500 das zu beobachten, was sich schon in den Gatorade Duels und dem Budweiser Shootout angedeutet hatte: Die 2-Car-Tangos funktionierten begrenzt für eine bestimmte Zeit so um die 1- 1 1/2 Runden um sich im Pack nach vorne zu arbeiten, vom Pack weg fahren konnte man allerdings nicht. Polestitter Carl Edwards meldete in Runde 107, als vorne angefangen wurde Single-file zu fahren, Benzindruckprobleme. Seine Chancen auf einen Sieg waren damit auch dahin. Man dachte eigentlich, dass es in der Nacht weniger Temperaturprobleme geben würde, aber Bowyer meldete sich in Runde 117 und sagte, dass er sein Auto nicht mehr kühl bekommen würde. Allgemein sagten die Fahrer, dass es gut möglich war, das Auto im Rennen zu kühlen, wenn man es jedoch einmal übertrieben hatte, war es sehr schwer, den Normalzustand wiederherzustellen.

In Runde 127 dachten alle Bowyer’s Motor sei kaputt, aber in Wirklichkeit hatte er keinen Sprit mehr und wurde bei der Boxengasseneinfahrt durch 2 Autos geblockt. Die Folge war eine weitere Gelbphase, da sein Auto einfach ausrollte. Jeff Burton musste hierbei in die geschlossene Boxewngasse fahren und stoppen, da er sonst auch ausgerollt wäre. Nach den Boxenstops wurde es dann zunehmend aggressiver und temperamentvoller. Das hintere Pack hatte sich aufgelöst und Montoya. McMurray und Harvick mischten jetzt auch vorne mit. Ganz vorne war die Ford-Armada aus Kenseth und Biffle, dahinter Hamlin, Earnhardt Jr. und Logano.

In Runde 158 gab es dann die nächste Gelphase wegen eines Reifenschadens von David Stremme, was sehr schade war, da das Auto erst 2,5 Wochen vor dem 500 auf die Beine beziehungsweise Räder gestellt werden konnte. Bei den letzten Boxenstops kam es dann zu der wohl einprägsamsten Szene des Rennens. Juan Pablo Montoya war nach seinem letzten Boxenstop auf dem Weg zum Pack als ihm kurz vor einem Track-Blower wohl das Differential kaputt ging. Die Folge war, dass er mit dem Auto unkontrollierbar in das Heck des Track-Blowers krachte. Dabei traf er natürlich die hinten angebrachte Turbine mit Tank. Es gab einen großen Feuerball, Kerosin floss die Strecke herunter entzündete sich, das Feuer konnte jedoch nach kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Etwas ernsthaftes ist zum Glück weder der Besatzung des Track-Blowers noch Montoya passiert. Aber die Bilder waren schon erschreckend und spektakulär zu gleich.

Wegen des Feuers stoppte man die Autos erstmal auf der Backstretch und unterbrach das Rennen. Brad Keselowski wurde irgendwann so langweilig, dass er woher auch immer sein Handy holte, anfing zu twittern und Fotos zu schießen. Die NASCAR begrüßte im Nachhinein die Aktion, solang dabei keine Gefahr entsteht. Zunächst gab es Zweifel ob die Strecke das Feuer unbeschadet überstanden hatte, nach knapp 2 Stunden Pause konnte es dann aber doch weiter gehen.

Der Restart erfolgt in Runde 163, vorne waren Kenseth, Biffle, Earnhardt Jr., dahinter Harvick und Logano. Es wurde nun zunehmend unruhiger, teilweise wurde versucht eine Dritte Linie aufzumachen, doch das gelang nicht, da schon die zweite, obere Linie etwas schlechter als die Untere funtktionierte.

In Runde 172 kamen sich dann Ambrose, Mears und Almirola ins Gehege, was zu einer weiteren Gelbphase führte. Nachdem Restart in Runde 181 führte Kenseth vor Biffle, Earnhardt Jr, Hamlin und Harvick. Wenige Runden später folgte der nächste Big One, nachdem McMurray durch einen Reifenschaden das Auto verlor. Involviert waren: McMurray, Stewart, Almirola, Smith, Edwards, Kahne und Keselowski, der scherzhaft nachdem Unfall im Interview gefragt wurde, ob sein Auto oder sein Telefon mehr Schaden genommen hätte (es war das Auto).

Beim Restart in Runde 193 wurde klar, dass Biffle und Kenseth weiter zusammenarbeiten würden, als Kenseth hochzog, um Biffle “einzusammeln”. Doch nach 3 Runden war der Spaß wieder vorbei, es gab nämlich noch einen letzten Big One, weil Stewart von Stenhouse umgedreht wurde. Dieser war zuvor leicht von Logano berührt worden. Resultat waren Schäden an den Wagen von: Blaney, Kyle Busch, Stewart, Reutimann, Stenhouse, Newman und Gilliland. Dieser letzte Big One führte zu einem Green-White-Checkered- Finish. Beim Restart sammelte Kenseth wieder Biffle ein, welcher ihn pushte und vor Earnhardt “beschützte”, der leider von Hamlin nicht wirklich gepushed wurde. Er konnte vor der Ziellinie aber noch Biffle überholen, der sich ganz klar in den Dienst des Teams stellte, als er Kenseth nicht angriff, sondern bis zum Ende pushte.

Daytona bestätigte seinen Ruf, sich nach der Neusasphaltierung als Fordstrecke zu entwickeln. Ganz starke Leistung des Roush-Teams, während Hendrick-Motorsports mal wieder auf den Superspeedways bis auf Junior, der ein gutes Rennen ablieferte ordentlich unter ging. Für Stewart-Hass Racing lief es auf Grund der Unfälle, in die alle 3 Fahrzeuge unschuldig verwickelt wurde auch sehr schlecht, das gleiche gilt wie so oft auf den Superspeedways für Earnhardt-Ganassi-Racing, die ansonsten wohl gut unterwegs gewesen wären. Herauszuheben aus den Top 10 sind noch Paul Menard mit einem sehr starkem 6. Platz und Mark Martin auf Platz 10. Das vollständige Endergebnis gibt es http://www.jayski.com/stats/2012/pdfs/01daytona2012results.pdf .

Allgemein war es ein ganz gutes Rennen mit einem verdientem Sieger und trotz des Montagabendtermins mit beeindruckender Zuschauerzahl an der Strecke. Matt Kenseth fuhr die ganze Zeit, bis auf eine kurze Phase wegen seines Kühlproblems vorne mit, ebenso Biffle und Earnhardt Jr. Das Packracing ist zurück in Daytona in einem begrenzten Mix mit den 2-Car-Tangos, auch wenn die obere Linie am Montag leider nicht so gut funktionierte. Wer wissen möchte, wie sehr gutes Pack-Racing mit 2-Car-Trains aussieht, sollte sich das Nationwiderennen anschauen.

Im deutschen TV: 

Reichlich Verwirrung gab es rund um die deutschsprachige TV-Übertragung im Vorfeld des Rennens: Motorvisison TV hat vergangene Woche überraschend angekündigt, das Daytona 500, den gesamten Chase, und einige “Highlights” der laufenden Saison live “und exklusiv” zu übertragen. Als Kommentatoren wurden Lenz Leberkern und Jacques Schulz vorgestellt, wobei letzterer als Experte fungieren sollte.

Nach der Verschiebung des Rennens auf Montagnacht trat dann auch noch Servus TV auf den Plan, und kündigte an, das Daytona 500 ebenfalls live zu übertragen. Dabei scheint der Red Bull-Sender allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht zu haben, denn wenig später musste man zurückrudern: Man habe gerade bemerkt, dass man das Rennen doch nicht live zeigen könne. Eine etwas peinliche Vorstellung, die aber immerhin duch das Versprechen “es wieder gutzumachen” entschärft wurde. Welche Umstände die kommunikative Fehlleistung ausgelöst haben, ist unklar.

Das Fazit zur ersten Motorvision-Übertragung bietet Plus- und Minuspunkte. Loben muss man die Bildqualität, und die Beharrlichkeit, mit der man auch nach zwei Verschiebungen die Übertragung durchgezogen hat. Auch der Einsatz des Kommentatorenduos ist nicht zu bemängeln, immerhin musste man am Ende mehr als sechs Stunden ein nicht stattfindendes Rennen kommentieren (vier Stunden am Sonntag, und dann nochmal zwei Stunden Rot-Phase am Montag). Mit sicher geringer Vorbereitungszeit eine nicht ganz einfache Aufgabe. Nett war auch der interaktive Ansatz der Sendung, der zu einer teils fast familiären Atmosphäre führte. Manchmal aber auch zur angespannten Esstisch-Stimmung bei etwas weiter entfernteren Verwandten. Auch die ehrliche und effiziente Facebook-Kommunikation des Senders mit den Fans ist zu begrüßen.

Mit der Beurteilung des Renngeschehens taten sich Leberkern und Schulz gelegentlich ein wenig schwerer. Das mag mit der geringen Vorbereitungszeit und auch der späten Stunde zu tun haben – während der zweistünden Rotphase war den beiden die Belastung doch ein wenig anzumerken. Für zukünftige Übertragungen würde man sich aber vielleicht ein wenig mehr Detailinformationen erhoffen. Aber gut – bis zur nächsten Übertragung dürften ja nun ausreichend Zeit für Vorbereitungen bleiben.

Die Initiative von Motorvision ist für deutsche Fans jedenfalls sehr zu begrüßen – gerade vor dem Hintergrund, dass das NASCAR 2012 deutlich aggressiver gegen inoffizielle Internet-Streams vorzugehen scheint.

( Der Artikel entstand in Zusammenarbeit zwischen Chaos und Vorsicht, Bilder folgen. )

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September 27 2011

10:22

NASCAR: Analyse New Hampshire September 2011

Tony Stewart gibt sich derzeit größte Mühe, meine Vorhersagen bezüglich des Chase von vor einer Woche zu unterminieren. In New Hampshire gewann Smoke auch das zweite Playoff-Rennen und mauserte sich damit innerhalb von zwei Wochen zum derzeit größten Favoriten auf den Titel. Die üblichen Verdächtigen blieben dagegen farblos.

Zwei Rennen ist der Chase nun alt und beide Saisonläufe entschied am Ende Tony Stewart für sich, womit er auch sofort an die Tabellenspitze vorrückte, um dort Kevin Harvick abzulösen. Zwar gilt zu beachten, dass sowohl der Playoff-Auftakt in Chicagoland als auch das Rennen vom Sonntag in New Hampshire aufgrund der wiederholten Spritpoker keine klassischen Fälle waren, Smoke aber auch ohne die Fuel-Mileage mindestens innerhalb der Top5 ins Ziel gefunden hätte. Seine Erfolge kann und darf die Benzinstrategie damit keinesfalls abwerten! Überraschend kamen sie trotzdem, denn Stewart betreffend, schrieb ich in der Vorschau für Chicagoland und den Chase folgende Worte nieder:

Newmans Teamchef Tony Stewart lieferte wirklich eine ungewöhnliche Regular-Season ab, denn für gewöhnlich gewinnt Smoke in der Sommerperiode normalerweise mindestens ein Rennen. In diesem Jahr hat es leider nicht ganz gereicht und auch die wenigen Top5-Ergebnisse (3) lassen eher für ein Übergangsjahr sprechen. Bei Stewart könnte ich mir vorstellen, dass er seinen NASCAR-Zenit bereits überschritten hat und sich fortan eher auf sein Dasein als Owner konzentrieren sollte, vielleicht liegt aber auch hier die störende Ablenkung. Ausschließen sollte man aber bekanntlich nichts…

Doch nicht nur mich traf dieser plötzliche Aufschwung unerwartet, auch die US-Kollegen konnten bisher keine vernünftige Erklärung dafür finden. Auch Stewart selbst hat wohl nicht mit einer solchen Performance gerechnet, jedenfalls betonte er dies im Siegerinterview. Letzteres brachte dann auch zusätzlichen Diskussionsstoff, da Smoke in einem Nebensatz erwähnte, dass die Leistung des Teams wieder stimmen würde, nachdem man Anfang der Woche überflüssigen Ballast („dropped some dead weight“) von Bord geworfen hätte. Was Tony Stewart damit meinte, blieb er auch in der anschließenden Pressekonferenz in gewohnt „liebenswürdiger“ Art den nachfragenden Journalisten schuldig. Immerhin konnte man ihm entlocken, dass niemand Stewart-Haas Racing verlassen hätte.

Keiner weiß nichts Genaues oder so, würde ich mal behaupten. Falls jemand über das ein oder andere spitze Ohr in den USA verfügt, wäre ich über eine Aufklärung sehr erfreut. Immerhin mutet es schon komisch an, wenn Stewart erst seinen sonst so erfolgreichen Sommer auslässt, nur um dann im Chase wie aus heiterem Himmel die Konkurrenz zu bügeln. Die Qualifikation war ja nun nicht unbedingt so sicher, da konnte man keinesfalls von trockenen Tüchern sprechen. Daher dürfte man an dieser Stelle eine taktische Spielerei ausschließen. Was ist/war dieses „dead weight“? Doch ganz sicher keine halbvolle Burger-King-Tüte im Cockpit der #14, die Smoke nach dem Frühstück dort vergessen hat…

Um nun noch mal kurz ins Reich der Spekulationen vorzudringen: Jeff Gordon monierte nach dem Rennen etwas den Benzinverbrauch, während die Leistung des Motors nach wie vor spitzenmäßig sei. Interessant ist an dieser Stelle, dass Stewart-Haas Racing seine Aggregate von Hendrick Motorsports least (und auch die Chassis dort vorproduziert werden), wobei ich nicht weiß, inwiefern da nun Änderungen und sonstige Tuning-Maßnahmen im Nachhinein möglich sind. Wer Stewart kennt, der weiß, dass der Teambesitzer solche Äußerungen nicht mal eben nebenbei macht und dann im Nachhinein bedächtig schweigt. Vermutlich hat man bei SHR etwas Entscheidendes gefunden, nur was, das bleibt zu beantworten!

Jedenfalls ging die Benzinrechnung von Tony Stewart mehr als auf und der Grundstein dafür wurde in der dritten und letzten (!) Gelbphase in Runde 173 von 300 (!) gelegt. Das Rennen blieb über weite Strecke relativ ruhig, was Unterbrechungen anging und so musste man die wenigen Cautions ganz klar dafür nutzen, wichtige Track-Position zu gewinnen. Wer dieses Mal unter Gelb vier Reifen aufziehen ließ, der war paradoxerweise klar im Nachteil. Zum einen verlor er viele Platzierungen und dann erwies sich das Renngeschehen als zu gedrängt, um ernsthaft Positionen unter Grün gut zu machen. Die perfekte Formel lautete somit, während der Cautions die Track-Positionen mit einer Zwei-Reifen-Strategie zu holen, um bei den Boxenstopps unter grüner Flagge auch die linke Fahrzeugseite neu zu bestücken.

Um zu verstehen, warum Jeff Gordon die Meute nach der letzten Gelbphase wieder auf Rennspeed führte, müssen wir zunächst eine Caution weiter in die Vergangenheit schauen und finden dabei folgende Ausgangsposition vor: Dreher von Landon Cassill gegen Ende der Green-Flag-Pitstops, einzig Gordon und David Ragan waren noch nicht zum Tanken gekommen und haben somit fast dem gesamten Rest des Feldes mehr als eine Runde Rückstand aufgebrummt. Der #24 war es nun möglich, vier neue Reifen und Benzin zu fassen, ohne eine Top3-Platzierung zu verlieren, während sich die anderen Fahrer per Wavearound zurückrundeten.

Gute 15 Runden später löste dann Carl Edwards (8.) die angesprochene letzte Caution aus, indem er ausgerechnet seinen Teamkollegen und ebenfalls Chase-Teilnehmer Matt Kenseth (6.) in einen Dreher schickte. Immerhin konnten die beiden Piloten von Roush-Fenway Racing am Ende noch Top10-Resultate verbuchen. An dieser Stelle verzichteten Jeff Gordon und acht andere Mitstreiter auf einen Tankstopp, wobei sich lediglich Gordon mit einem letzten Boxenaufenthalt sicher sein konnte, über die Distanz zu kommen. Zurück also zum Anfang der Analyse und dem Restart mit Jeff Gordon in Führung:

Während sich von außerhalb der Top10 die Piloten mit neueren Reifen langsam aber sicher in der folgenden langen Grünphase wieder nach vorne kämpften, hatte Gordon das Rennen im Prinzip in der Tasche. Ein weiterer Tankstopp sollte ihm eigentlich genügen, so war die einhellige Meinung. Die letzten Green-Flag-Pitstops folgten für einige Fahrer nur sehr knapp im Rahmen des Benzinfensters, was wieder für etliche Ausroller in den finalen Rennrunden sorgte. Ausgerechnet für Gordon ging der Boxenstopp aber mächtig schief, denn in der Anfahrt auf seine Pitcrew riss die Benzinversorgung ab. Der Chevy musste erst mächtig rödeln, bis er wieder in Gang kam und zu allem Überfluss stellte sich auch noch heraus, dass nicht genügend Benzin aus der Spritkanne in den Tank geflossen war. Gordon war damit früh zum Sparen verdammt und musste die Konkurrenz ziehen lassen. Immerhin rettete er noch einen halbwegs versöhnlichen vierten Rang ins Ziel.

Die Boxenstopp-Phase zog sich über gute 25 Runden hinweg und an deren Ende war plötzlich wieder Kasey Kahne in Führung, dicht gefolgt von Clint Bowyer, welcher wirklich gefühlt aus der tiefsten Versenkung auftauchte. Wo Bowyer die Zeit und Positionen gutgemacht hat, würde ich nur zu gerne wissen. Kahne war jedenfalls kein Gegner für den Überraschungsmann, der sich auf dem besten Weg zum Rennsieg befand, aber ebenso wie Jeff Gordon den kürzeren Halm zog. Im Gewusel der – mit leerem Tank ausrollenden – Gegner, geriet auch Vorjahressieger Bowyer ins Stocken und wurde prompt zwei Runden vor Schluss vom heraneilenden Tony Stewart geschnappt, welcher 2010 im Chase-Rennen von New Hampshire noch in der gleichen Situation das Nachsehen hinter Ersterem hatte.

Verkehrte Welt also, was man vor allem bei der Betrachtung der Ergebnisse der übrigen Chaser feststellen kann:

- Jimmie Johnson war so ein Beispiel des missglückten Versuchs, mit frischen Reifen Boden zu gewinnen. Der sonst so allmächtige Chad Knaus und sein Erfüllungsgehilfe am Steuer der #48 waren sich dabei auch ungewohnt uneinig, da wurde über den Boxenfunk schon mal etwas schärfer gepöbelt. Johnson war akustisch-ersichtlich derart angefressen, dass er Knaus in seinen eigenen Zuständigkeitsbereich verwies. Doch auch seine selbst angepriesenen Fahrkünste konnten das Rennen nicht mehr retten, denn nach der letzten Gelbphase (mit Four-Tire-Stop) ging er auf Position 19 wieder ins Rennen und konnte in den folgenden gut 100 Runden nur fünf Ränge zurückholen. Dann stieß er auf Kyle Busch!

Im Kampf um Platz 13 gingen die beiden eigentlichen Titelfavoriten sehr hart miteinander ins Gericht und drehten sich beinahe in die Mauer. Während Kyle Busch noch mit Glück davonkam und später Rang 11 sichern konnte, hatte Johnson härter zu knabbern. Der Dauermeister ruinierte sich das Handling seines Chevrolets und musste am Ende abgeschlagen mit Rang 18 Vorlieb nehmen. Die ungewohnt schlechte Leistung in den ersten beiden Chase-Rennen katapultierte ihn auf Platz 10 der Playoffs zurück. Busch ist immerhin Sechster, jedoch liegen beide Piloten nur drei Zähler auseinander und mehr dürfen es auf keinen Fall werden!

Bei Johnson fällt übrigens deutlich auf, dass die Stimmung im Team sofort ruiniert ist, falls mal die Leistung nicht stimmt. Da kann man ihm nur wünschen, dass er nicht noch in ein richtiges Tief absackt und sich dieser Effekt multipliziert. Das könnte auch so eine Situation sein, welche die so erfolgreiche Fahrer-Crew-Chief-Kombination Jimmie Johnson / Chad Knaus eines Tages sprengt.

- Noch mehr Pech hatten Dale Earnhardt Jr. (17.), Ryan Newman (25.) und Denny Hamlin (29.), welche eigentlich mit einem Top10-Resultat gerechnet hatten. Junior war, wie er später bestätigte, auf „Red-Bull-Kurs“ unterwegs und wurde vermutlich Opfer eines übertriebenen Radsturzes! Ein Reifenschaden folgte dem anderen, doch glücklicherweise traten beide zu halbwegs günstigen Zeitpunkten (knapp vor dem letzten Boxenstopp und in der finalen Rennrunde) auf, sodass Earnhardt nicht noch mehr wertvolle Plätze verlor.

Ryan Newman wurde übrigens ebenfalls von einem explodierenden Pneu überrascht, hatte aber weniger Glück mit dem Timing und verlor eine ganze Runde. Denny Hamlin konnte sich dieses Mal anders als in Chicagoland um einen Reifenplatzer drücken, lief jedoch trocken und kann seine Meisterschaftschancen mit 66 Punkten Rückstand nun wohl schon begraben…

- Mann des Rennens hinter Stewart war wieder einmal Brad Keselowski, der am Ende noch einen ausrollenden Greg Biffle (3.) einholen konnte, um sich Platz 2 in New Hampshire zu sichern. Damit verbesserte er sein Top5-Ergebnis aus der letzten Woche noch einmal und hielt seine Serie somit aufrecht. In der Meisterschaft rangiert der Überraschungspilot der Saison nun sogar schon auf Platz 3, mit nur 11 Punkten Rückstand auf Tony Stewart. Mal angenommen, Keselowski hätte sich über die Top10 in den Chase gefahren, dann wäre er dank der neun Bonuspunkte derzeit sogar Zweiter. Mal schauen, wie es in Dover weitergeht, vielleicht ist der große Triumph für ihn am Ende gar nicht so unwahrscheinlich bei dieser Performance.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

September 16 2011

06:06

NASCAR: Vorschau Chicagoland 2011 / Chase

Nach 26 Saisonrennen beginnt an diesem Wochenende auf dem Chicagoland Speedway die Meisterschaftsentscheidung der obersten NASCAR-Liga. Im „Chase for the Sprint Cup“ wird über zehn Rennen unter zwölf Fahrern der Titel ausgefahren. In dieser Vorschau werfen wir mal einen genaueren Blick auf die Teilnehmer sowie das Format.

Der Beginn des diesjährigen „Chase for the Sprint Cup“ findet 2011, anders als noch in den vorherigen Saisons, auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Eine gute Nachricht gab es in dieser Woche zu vermelden, denn ab dieser Saison werden neun von zehn Chase-Rennen im bekannten Format des RaceBuddy als Internet-Stream angeboten – und zwar kostenlos! Acht Kanäle (vier Streckenkameras, vier Cockpit-Perspektiven) werden aufgeteilt auf zwei Mosaiks analog zum Sommer-Service von TNT zur Verfügung stehen. Alle Rennen, welche auf ESPN übertragen werden, können im sogenannten ChaseBuddy auf NASCAR.com angeschaut werden, lediglich auf das Rennen unter Flutlicht aus Charlotte muss verzichtet werden. ABC möchte seine regionalen Affiliates nicht mit einem Stream entblößen, beim Kabelsender ESPN ist dies hingegen kein Problem. Auf der anderen Seite hoffe ich aber noch auf einen Einsatz von ServusTV beim letzten Nachtrennen der Saison. Ob der TV-Kommentar auch mit in den RaceBuddy durchgeschleift wird, ist mir leider nicht bekannt, in der Summer-Series kam es ja öfters dazu.

Der ChaseBuddy ist übrigens kein einmaliger Service, sondern gilt bis zum Ende der aktuellen TV-Verträge nach der Saison 2014. Zusätzlich werden ab 2012 ALLE(!) ESPN-Rennen im RaceBuddy gezeigt, womit nun lediglich die drei ABC-Ausstrahlungen und die FOX-Übertragungen in der Liste fehlen. Da scheint sich auch bis Ende 2014 nichts zu bewegen…

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 16.09.
16:00 Uhr, Truck Series Practice, nicht im TV
17:30 Uhr, Truck Series Final Practice, nicht im TV
18:40 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Fast Five 225), SPEED

Samstag, 17.09.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2

Sonntag, 18.09.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Geico 400), ESPN / RaceBuddy auf NASCAR.com

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August 29 2011

15:51

NASCAR: Analyse Birstol Herbst 2011

Nach einem für Bristol Verhältnisse wieder verhältnismäßig schnellem Rennen gewann nicht der dominierende Mann des Rennens Jeff Gordon, sondern der dominierende Mann der letzten 3 Rennen. Auch in Bezug auf den Chase hat sich in Bristol einiges getan.

Das Rennen kam ohne größere Zwischenfälle gut in einen Rhythmus. In den ersten 150 Runden gab es zwar 3 Gelbphasen, die waren aber alle sehr kurz (2 Mal Debris, 1 Mal Motorsachaden bei Kvapil). In den Top 10 befanden sich nach 150 Runden Johnson, Gordon, Keselowski, Kenseth, Newman, Edwards, Kyle Busch, Smith, Hamlin, Truex Jr. Da sollte sich bis zum Rennende auch nicht mehr viel dran ändern, was die hohe Relevanz einer guten Startposition und eines von Anfang an gut fahrbaren Autos in Bristol unterstreicht.

Probleme mit den Reifen gab es diesmal übrigens keine, da Goodyear vorsorglich die aus dem Vorjahr an die Strecke gebracht hatte und nicht die aus dem Frühjahr. Nach der Gelbphase durch Kvapil folgte eine lange Grünphase, die über 150 Runden dauerte. In dieser Zeit zeigte sich das überlegene Auto von Jeff Gordon. Er fuhr in dieser Zeit konstant an der Spitze und sammelte Führungsrunde um Führungsrunde, insgesamt sollten es am Ende über 200 werden.

Stewart hingegen musste schon von weit hinten starten und kam nicht nach vorne, am Ende sollte es für ihn nur ein sehr enttäuschender 28. Platz werden. Das schnelle Rennen und die lange Grünphase in der Mitte führten dazu, dass in der Mitte des Rennens nur noch 20 Autos in der Führungsrunde waren. Auch Harvick und Boywer vielen mit schlecht liegenden Autos wenig später weit zurück und sollten sich davon nicht mehr wirklich erholen, Boywer wurde 26. und Harvick 22.

Die lange Grünphase wurde durch 2 unabhängige Situationen beendet, die aber beide zur selben Zeit stattfanden. Einerseits hatte Reutimann beim Überholen Stremme leicht berührt, der aus unerfindlichen Gründen meinte sich unbedingt dafür rächen zu müssen und Reutimann abschoss. Andererseits fuhr Menard, der einen Plattfuß durch schleifende Frontpartie zu erwarten hatte einfach Hamlin eingangs einer Kurve ins Heck.

In Runde 362 gab es dann die nächste Gelbphase, ausgelöst durch Mark Martin, der ausgangs einer Kurve etwas zu weit nach oben kam, Vickers leicht am Heck traf, sich dadurch in die Mauer drehte und hart einschlug, doch die Safer Wall verhinderte schlimmeres. In dieser Gelbphase kamen natürlich alle zum tanken, es hätte sogar mit Green-White-Checkered einen Spritpoker geben können, doch es kam anders. Nachdem Restart in Runde 369 sahen die Top 10 folgendermaßen aus: Gordon, Kenseth, Keselowski, McMurray, Johnson, Edwards, Logano, Kyle Busch, Hamlin, Truex Jr.

Auch nach diesem Restart zeigte Gordon, dass sein Auto weiterhin überlegen war und zog zunächst vorne weg. Kyle Busch hatte das ganze Rennen über ein gutes Auto, hielt sich aus allem raus, wäre folglich ein sicherer Top 5 Kandidat gewesen, zumal er in Bristol so gut wie kein anderer Fahrer in den letzten Jahren war. Doch dieses Mal sollte es nichts werden. Kyle kollidierte leicht mit Labonte und holte sich dadurch einen Platten, der ihn in die Mauer schickte. Dies löste die letzte Caution circa 85 Runden vor Schluss aus.

In dieser gab es auch die letzten Boxenstopps, wobei Newman und Truex Jr nur 2 Reifen nahmen. Für Beide sollte sich das am Ende trotz ausbleiben weiterer Gelbphasen auszahlen. Am schnellsten insgesamt arbeitete jedoch die Crew von Brad Keselowski, der das Feld beim Restart anführte. Gordon und Johnson lagen hinter Kenseth und Truex Jr auf Platz 4 und 5. Nach einige Runden und leichtem Mauerkontakt von Gordon schafften es schließlich Gordon und Johnson an einem mittlerweile wegen eines in der Schlussphase schlecht liegenden Autos frustrierten Kenseth vorbei zu ziehen.

Gordon schloss dann schnell auf Martin Truex Jr auf und die Frage war eigentlich nur, wann Gordon mit seinen 4 neuen Reifen an Truex Jr vorbei gehen würde und ob die Zeit dann noch reichen würde, um den vorne um mittlerweile 2 Sekunden enteilten Keselowski noch einzuholen. Doch was folgte war der beste Zweikampf des gesamten Rennens. Truex Jr fuhr mit alten Reifen die ganze Zeit die obere Linie, während Gordon ihn immer wieder auf der unteren Linie versuchte zu überholen. Immer fair erwehrte sich Truex Jr Gordon mit allem was er hatte und sollte es tatsächlich über 50 Runden lang bis zur Zielflagge schaffen Gordon hinter sich zu halten. Das war eine wirklich beeindruckende Leistung von Truex Jr.

Aber natürlich muss man auch über den Sieger,”Mister August”, Brad Keselowski sprechen. Seine Ergebnisse mit gebrochenem Knöchel in den letzten 4 Rennen: 1. (Pocono), 2. (Watkins Glen), 3. (Michigan), 1. (Bristol). Das ist schon sehr sehr stark, außerdem ist er jetzt mit 3 Siegen praktisch sicher im Chase, vielleicht hat sich da in den letzten 4 Rennen ein Meisterschaftskandidat gemausert…

Auf Platz 2 kam Martin Truex Jr ins Ziel, der zwar keine Chance mehr auf den Chase hat, aber so eine verdiente Belohnung für seinen Kampf gegen Gordon bekam. Dahinter folgten Gordon und Johnson. Johnson ist schon sicher im Chase, aber auch für Gordon besteht eigentlich nur noch eine rechnerische Chance rauszufallen. McMurray wurde 5., dahinter kam Kenseth ins Ziel, der sich somit auch sein Chase Ticket sicherte.

Hamlin wurde 7., hat im Moment die zweite Wild Card inne und sammelte wichtige Punkte um diese gegen Menard zu verteidigen, der nur 30. wurde. 8. wurde Ryan Newman, der 7. in der Meisterschaft ist und unter normalen Umständen ebenso wie Kurt Busch, der 17. wurde, den Chase erreichen sollte. Edwards sicherte sich sein Chaseticket mit einem 9. Platz auch rechnerisch. Einen starken 10. Platz holte sich Marcus Ambrose.

Ebenfalls sicher im Chase ist Kyle Busch nach seinem 14. Platz. Eng könnte es hingegen nochmal für Earnhardt Jr. (16. in Bristol) und Tony Stewart werden, wenn Boywer noch ein Rennen gewinnt, dann würde bei einem schlechten Ergebnis nämlich einer von ihnen aus dem Chase fallen. Weiter geht es nächste Woche in Atlanta. Das Rennergbnis könnt ihr hier einsehen: http://www.jayski.com/stats/2011/results/24bms2011results.htm, den aktuellen Meisterschaftsstand gibt es hier: http://www.jayski.com/stats/2011/points/24bms2011points.htm, und zum Schluss die Owner Points: http://www.jayski.com/stats/2011/owners/24bms2011owners.htm.

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August 16 2011

16:47

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2011

Einen Tag später als geplant konnte das zweite Rundkursrennen der Saison in Watkins Glen über die Bühne gebracht werden. Die Warterei war nicht vergeblich, denn die Fans wurden mit einem spannenden Rennen belohnt: Marcos Ambrose fuhr endlich seinen ersten Cup-Sieg, während nicht nur Boris Said und Greg Biffle für ordentlich Action sorgten.

Marcos Ambrose hat lange auf diesen ersten Cup-Sieg warten müssen, nachdem er 2008, 2009 und 2010 schon drei Mal in Folge das Nationwide-Rennen in Watkins Glen gewinnen konnte. Letztes Jahr verhagelte ihm der Spritsparmodus unter Gelb in Sonoma schon einen sichergeglaubten Erfolg, als der Motor in der steilen Bergaufpassage nach der Zielgeraden nicht wieder ansprang und Ambrose seine Führung an den späteren Sieger Jimmie Johnson abgeben musste. Etwas mehr als ein Jahr später steht nun der zweimalige, australische V8-Supercar-Champion endlich in der Victory-Lane und das auch äußerst verdient. Seinen Erfolg hat er sich ganz alleine herausgefahren und musste dieses Mal auch nicht am Benzin sparen, obwohl das Rennen durchaus auch zum Spritpoker hätte verkommen können.

Kyle Busch brachte das Feld zur grünen Flagge und behielt die Spitzenposition insgesamt über die Hälfte der Renndistanz bei. Beim Start musste er sich aber direkt dem Duo von Richard Petty Motorsports geschlagen geben, denn zunächst gaben AJ Allmendinger und Marcos Ambrose den Ton an. In den ersten Runden rutschte bereits Kurt Busch von der Strecke und musste sich an der Box den Kühlergrill reinigen lassen. Blöderweise kam er genau zwischen den beiden Petty-Fords wieder auf die Strecke zurück. Busch wehrte sich so vehement gegen seine Überrundung, dass er Allmendinger kurzerhand abschoss. Letzterer sann über den Funk sofort nicht gerade jugendfrei nach Rache, woraus jedoch nichts werden sollte – zumindest nicht in Watkins Glen, doch dazu später mehr.

Kyle Busch versuchte derweil, wie sein Bruder Kurt in Sonoma, mit einer Zweistopp-Strategie ins Ziel zu kommen. Marcos Ambrose und unter anderem auch Juan Pablo Montoya kamen allerdings recht früh zu ihrem ersten Pitstop, da hier zum Teil auch noch die Rechnung bis zur Halbzeit gemacht wurde, denn der Regen gefährdete zunächst ebenfalls den Montagstermin. Als Montoya und Ambrose in Runde 17 die Box ansteuerten, konnten sie sich sicher sein, zumindest an der Wertungsgrenze (50% des Rennens) in Führung zu liegen, falls es denn erneut regnen würde. Die neuen Reifen waren nämlich schnell genug, um in kürzester Zeit das gesamte Feld umzukrempeln, während vorne Kyle Busch einsam seine Runden abspulte.

Pünktlich zum Ende des Fuel-Windows in Runde 28 rollte dann Greg Biffle ohne Sprit aus, was auch zeigte, dass der Benzinverbrauch sich am Montag nicht gerade als zuverlässig bekannt bezeichnen ließ. Einige Fahrer wie z.B. Jeff Gordon und Jimmie Johnson waren daher ebenfalls schon vor der Caution zum Tanken gekommen. Während die meisten Piloten nun ihre leeren Tanks nachfüllen konnten, kamen Allmendinger und Johnson nur für zwei neue Reifen an die Box und Ambrose sowie Montoya verzichteten sogar gänzlich auf ein Nachfassen, was ihre unterschiedliche Strategie noch einmal unterstrich und die beiden Fahrer wieder in Führung spülte.

Um Runde 40 herum war dann allerdings auch deren Tank leer, was zuerst Ambrose (R38) und danach auch Montoya (R42) zum Pitstop zwang und Kyle Busch direkt zur Halbzeit (R45) wieder an die Spitze des Feldes brachte, da auch Jeff Gordon langsam aber sicher mit alten Reifen zurückfiel. Jimmie Johnson kam übrigens in Runde 43 zum Nachfassen.

Gelbphase #2 war dann wenig später der Grund, warum Kurt Busch keine Rache mehr von AJ Allmendinger fürchten musste, auch wenn das die Situation für ihn nicht besser machte: Ein Reifenplatzer im leicht überhöhten Turn 5 direkt nach dem Inner Loop (Busstop-Schikane) katapultierte Buschs Penske frontal mit einer Menge Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Der Onboard-Kamera konnte man dann ganz gut entnehmen, wie das HANS-System seine Arbeit verrichtete, sodass Busch dem Wrack gottseidank unverletzt entsteigen konnte.

Dies sollte allerdings nicht der letzte Unfall des Tages dieser Art bleiben, denn nur gut 15 Runden später ereilte Denny Hamlin derselbe Defekt beim Anbremsen auf den abschüssigen Turn 1. Auch hier folgte ein sehr harter Einschlag, zum Glück jedoch ebenfalls ohne schlimme Folgen. Die Ursache für die Reifenschäden müssen wohl bei den sehr heißen Temperaturen der Bremsen auf Rundstrecken gesucht werden. Obwohl die Bremsen wirklich massiv durch eigene Lüfter und den Fahrtwind gekühlt werden, lässt sich ein Überhitzen bei Überbremsen der Fahrzeuge leider nie ganz vermeiden. Die Hitze setzt dann den Reifen derartig zu, dass sie einfach irgendwann nachgeben. Schlimmer hätte es nur kommen können, wenn einem Fahrer womöglich gar eine ganze Bremsscheibe geplatzt wäre.

Zwischen diesen beiden Gelbphasen kamen dann die unterschiedlichen Strategien sehr schön zum Tragen, als zunächst Brad Keselowski die Führung auf der Rennstrecke von Kyle Busch übernahm, nur um kurze Zeit später den vorletzten Boxenstopp absolvieren zu müssen. Das brachte nun natürlich wieder Ambrose und Montoya in Führung, die bei normalem Rennverlauf nur noch einen finalen Pitstop vor sich haben würden. Diesen legten sie übrigens zwei Umläufe vor Hamlins Umfall in Runde 64 ein, wobei ihnen die anschließende Caution sogar wertvolle Spritspar-Runden für eine später auch eingetretene Green-White-Checkered-Verlängerung einbrachte.

Der Rest des Feldes absolvierte den letzten Boxenstopp während dieser Caution und damit waren dann auch wieder alle Fahrzeuge annähernd in derselben Sequenz unterwegs. Für Ambrose und Montoya kam die Gelbphase leider zwei Runden zu spät, denn sie verloren wertvolle Zeit an der Boxengasse, während die Konkurrenz unter Renntempo an ihnen vorbeidonnerte. Kyle Busch konnte dagegen unter Gelb ganz gemütlich zum Nachfassen erscheinen und die Führung verteidigen. Die Ausgangssituation für das Finale über 21 Runden war damit geschaffen:

Kyle Busch führte das Feld vor Brad Keselowski, Martin Truex Jr und Marcos Ambrose zum Restart, Juan Pablo Montoya war in diesem Moment meiner Erinnerung nach Fünfter. Das Problem von Ambrose und Montoya war nun, dass sie ihre Track-Position bis zum Führenden Busch auf der Strecke gutmachen mussten. Dem Australier gelang das wirklich vortrefflich, denn er war sechs Runden später bereits Zweiter hinter Busch, während Montoya eher zurückfiel und seinen fünften Rang zehn Umläufe nach dem Restart bereits an einen heranstürmenden Jimmie Johnson abgeben musste.

Zehn Runden vor Schluss begann dann die vermeintlich entscheidende Rennsituation, als Marcos Ambrose damit begann, sich Kyle Busch zurechtzulegen. Sechs Umläufe lang gelang es Ambrose allerdings nicht, die Führung zu übernehmen, auch wenn er Busch in den einen oder anderen Fehler zwingen konnte. Dann gab plötzlich auch bei Paul Menard ein Reifen nach, was einen Einschlag inkl. Ölfeuer unter der #27 ausgangs von Turn 5 zum Ergebnis hatte. Natürlich rief NASCAR die vierte Caution aus, weil die Strecke eingehend gesäubert werden musste. Diese längere Maßnahme führte dann dazu, dass der finale Restart direkt als erste Green-White-Checkered-Verlängerung ausgerufen wurde.

Diese begann Kyle Busch auf der Innenseite gegen Marcos Ambrose in Reihe 1, gefolgt von Brad Keselowski und Martin Truex Jr. Innerhalb von einer halben Runde war das Rennen dann entschieden und obwohl Ambrose zunächst mit durchdrehenden Reifen nicht von der Stelle kam, verließ er trotzdem den Inner Loop als neuer Führender. Das passierte, weil zunächst Kyle Busch zu schnell in die Kurve fuhr und innen vom lachenden Dritten Brad Keselowski überholt wurde. Alle drei Piloten waren dann three-wide unterwegs, wobei Busch außen auf dem Gras den Kürzeren zog. Für den neuen Führenden Keselowski war dann vor der Busstop-Schikane Schluss, als Marcos Ambrose auf der Bremse die Position an der Spitze eroberte.

Im Normalfall hätte der Australier jetzt noch mehr als eine Runde zittern müssen, doch nachdem die weiße Flagge draußen war, gab es im Mittelfeld einen massiven Unfall in den Esses (Turns 2, 3 und 4) unter Beteiligung von Boris Said, David Ragan und David Reutimann. Außerdem rodelte Tony Stewart im Inner Loop durchs Gras und räumte dabei noch Clint Bowyer ab. NASCAR machte das einzig Richtige und brach das Rennen mit Marcos Ambrose als verdientem Sieger direkt ab, um den schlimmen Crash am Anfang der Strecke auflösen zu können.

Said hatte auf der Außenseite keinen Platz mehr, ohne selber auf das Gras zu gehen. Daher drehte er in einem typischen Rennunfall stattdessen David Ragan mit der linken Frontpartie zuerst in die Leitplanke. Dabei verletzte sich Ragan nach eigener Aussage leicht am Fuß, da ihm die Fußstütze bzw. -ablage entgegen kam und auch die Pedale einen gehörigen Satz nach rechts machten. Anschließend schoss der Ford mit der #6 quer über die Strecke und traf blöderweise direkt David Reutimann, der dann mit der Fahrerseite zuerst direkt in die gegenüberliegende Leitplanke krachte und sich danach über die Fahrbahn zurück mehrfach überschlug. Kein schöner Anblick und der Unfall ging zum Glück sehr sehr glimpflich aus.

Später forderten beteiligte Fahrer auch an dieser Stelle die Errichtung einer SAFER-Barrier, nachdem zuletzt schon in Turn 10 und 11 eine solche installiert worden war. Grundsätzlich ist diese Forderung zu begrüßen und zu unterstützen, doch leider wird auch hier wieder klar, dass die – für ein solches Upgrade relevanten – Streckenteile vielmals erst nach einem schweren Unfall offenbar werden. Im Grunde genommen könnten viele Rundkurse und Ovale noch weitere Sicherheitsüberholungen vertragen, doch wer investiert schon gerne die Millionen an Umbaukosten.

Der ganz große Spaß brach dann nach dem Rennen los, als ESPN plötzlich hektisch in den Garagenbereich schaltete, wo sich Boris Said mit Greg Biffle ziemlich in der Wolle hatte. Offenbar ging es wohl um eine mir unbekannte Szene während des Rennens, als der Ford-Pilot laut Said trotz Rundenrückstand sehr unfair gefahren sein soll. Dabei wurden beide Piloten auch massiv handgreiflich und ein sehr aufgebrachter Boris Said kündigte an, Greg Biffle unter der Woche mal einen Besuch abzustatten. Die Szene möchte ich hier noch einmal in Bild und Wort wiedergeben, sicherlich schon sehr kurios die Nummer:

“He’s the most unprofessional little scaredy cat I’ve ever seen in my life,” Said fumed. “He wouldn’t even fight me like a man after. So, if someone texts me his address, I’ll go see him Wednesday at his house and show him what he really needs. He needs a whipping, and I’m going to give it to him. He was flipping me off, giving me the finger. Totally unprofessional, two laps down — I mean he is a chump.”

“I went over there to go talk to him. He wouldn’t even let me get out of the car. He comes over and throws a few little baby punches, and then when I get out, he runs away and hides behind some big guys. But he won’t hide from me long. I’ll find him. I won’t settle it out on the track. It’s not right to wreck cars, but he’ll show up at a race with a black eye one of these days. I’ll see him somewhere.”

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

August 09 2011

06:18

NASCAR: Analyse Pocono August 2011

Pocono hat exakt gehalten was es im Vorfeld versprach, nur das Wetter hat dem Rennen am Wochenende einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Fünf Stunden dauerte deshalb die Sprint-Cup-Veranstaltung und am Ende gewann ein verletzter Brad Keselowski – der Fahrer, von dem man es wohl am wenigsten erwartet hätte.

Das sage ich nicht etwa, weil Keselowski nicht fahren könnte. Viel mehr geht es darum, dass es sich mit einem gebrochenen (Ja, er ist doch gebrochen!) Knöchel wirklich schwerlich Auto fahren lässt. Bei Tests in Road Atlanta hatte der Penske-Pilot einen schweren Unfall, nachdem die Bremsen an seinem Dodge versagten. Mit 160 km/h schlug er in eine mit Reifenstapeln „gesicherte“ Betonwand ein und verletzte sich dabei wie durch ein Wunder „nur“ an seinem Knöchel. Die zugehörigen Bilder hatte ich ja bereits in der Vorschau gepostet und selbst Keselowski gab später zu, dass er da wohl eine ganze Menge Glück gehabt hatte! Erschwerend kam am Sonntag in Pocono die Tatsache hinzu, dass seit einer Veränderung der Gear-Rule seitens NASCAR in diesem Jahr auf dem Trioval wieder geschaltet wird, um das beste Drehmoment für die langen Geraden zu erwischen.

Die 500 Meilen dürften für Brad Keselowski also nicht schmerzfrei über die Bühne gegangen sein, was seinen Erfolg natürlich noch weiter aufwertet. Da kann man von dem Burschen halten, was man will, aber das ist schon eine Hausnummer, bei 200mph 200 Runden lang die Zähne zusammenzubeißen und dann noch den Sieg mit nach Hause zu nehmen. Die Ausgangsposition für seinen Sieg legte Keselowski gemeinsam mit dem Teamkollegen Kurt Busch kurz vor der gut 100-minütigen Regenunterbrechung. Die beiden Penske-Piloten kamen gemeinsam vor dem Rest des Feldes zum Tankstopp und sahen sich danach die Spitze vorerst von den hinteren Plätzen an. Dann fiel allerdings der Regen und es sah nach dem Rennen eines anderen Fahrers aus:

Nach 124 Runden lag Joey Logano in Front, als es nass wurde. Logano hatte das Rennen vorher schon für über 40 Umläufe angeführt und gemeinsam mit seinen Teamkollegen Kyle Busch und Denny Hamlin einen Anspruch auf den Rennsieg angemeldet. Die drei Fahrer von Joe Gibbs Racing lagen unter roter Flagge auf den Plätzen 1,3 und 4, nur getrennt durch Jimmie Johnson auf Rang 2. Im ersten Moment dachte ich nach einem Blick auf das Radar, dass die nächste Regenfront einfach zu schnell nachziehen würde, um eine Wiederaufnahme des Rennens ermöglichen zu können. Wäre es so gewesen, wäre dieser Artikel vermutlich jetzt zu Ende. Doch irgendwie gab es eine Veränderung in der Macht und der Regen blieb aus, noch dazu konnte man das 2,5-Meilen-Oval in weniger als den üblichen zwei Stunden wieder abtrocknen. Das Rennen wurde fortgesetzt…

Da zu diesem Zeitpunkt alle Piloten bis auf die Penske-Teamkollegen am Ende ihres Spritfensters angelangt waren, mussten sie nachfassen. Brad Keselowski und Kurt Busch wurden daher sofort nach den Boxenstopps an die Spitze des Feldes gespült und waren auch durch weitere Green-Flag-Pitstops und eine letzte Caution nicht mehr aus den Top5 zu vertreiben. Hier zeigte sich wieder ganz klar, was in Pocono am wichtigsten ist, nämlich Track-Position. Wie in der Vorschau beschrieben, zog sich das Feld nach maximal fünf Runden massiv auseinander und verteilte sich auf dem riesigen Trioval. Während der Restarts war es aber wie erwartet durchaus spaßig und es ging teilweise five-wide zu Sache. Eigentlich müsste man in Pocono das Rennen auf 300 Meilen verkürzen und alle 10-20 Runden eine Competition-Caution werfen, dann hätte man eine Menge Spaß!

Nachdem die Penske-Piloten ihre Führung in Folge der letzten Boxenstopps unter grüner Flagge an Kyle Busch verloren hatten, gerieten 20 Umläufe vor Schluss Juan Pablo Montoya und Kasey Kahne aneinander. Der Kolumbianer „übersah“ Kahnes Red-Bull-Toyota auf der Außenseite bei der Ausfahrt aus Turn 1, weil sein Spotter kurzzeitig am Funk gestört wurde. Das „Outside“-Kommando kam anscheinend nie bei der #42 an, weshalb der Tag für beide Fahrer nach dem folgenden Mauerkontakt gelaufen war. Für Montoya ist der Chase damit außerhalb seiner eigenen Reichweite, denn selbst ein Rennsieg nützt ihm jetzt kaum noch etwas: Erstens haben bereits zu viele Piloten vor ihm eine Fahrt in die Victory-Lane vorzuweisen und zweitens bleiben die Wildcard-Plätze außerhalb der Top20 unerreichbar und dort befindet Montoya sich nun!

Zurück zum Rennen: Die letzte Caution wurde noch einmal zum Tanken und Reifenwechseln genutzt und brachte die erste Reihe unverändert zum Restart: Kyle Busch vor Brad Keselowski und Jimmie Johnson. Letzterer witterte seine Chance und scherte nach der Ziellinie unten aus, um beiden Autos auf einmal zu schnappen. Da Busch jedoch konterte, konnte Keselowski die Führung übernehmen. Sofort zog sich das Feld wieder auseinander und die Clean-Air an der Spitze rettete der blauen #2 die Spitzenposition bis ins Ziel. Kyle Busch konnte kämpfen wie er wollte und das tat er auch, doch trotz Quersteher in der letzten Kurve der letzten Runde blieb Keselowski für ihn unerreichbar. Trotzdem sollte Buschs Leistung in einem guten Licht gesehen werden:

Bereits früh im Rennen warf der jüngere Busch-Bruder fast alle Chancen auf ein solides Ergebnis weg, als er sich ausgangs von Turn 3 drehte und fast in der Boxenmauer landete. Um keinen Reifenschaden mit den entstandenen Bremsplatten auf einer Extrarunde zu riskieren, musste er direkt in der noch gesperrten Boxengasse zum Reifenwechsel kommen. Weil NASCAR sowas natürlich nicht erlaubt, musste er beim Restart zurück ans Ende der längsten Schlange. Doch Busch kämpfte sich wie gesehen zurück.

Ebenfalls im Pech aber ohne Rebound fanden sich folgende Piloten wieder:

- David Ragan löste die zweite Gelbphase in Runde 20 aus und beschädigte sich seinen Wagen fast irreparabel. Somit verlor er am Schluss 51 Umläufe und kam nur als 34. ins Ziel.

- Joey Logano sah zunächst wie der sichere Rainout-Sieger aus, kam dann aber nach dem Neustart ganz schön unter die Räder: Ein Reifenschaden spät im Rennen zwang ihn zu einem unplanmäßigen Boxenstopp unter Grün und bedeutete am Ende nur Platz 26.

- Was für Joe Gibbs Racing so gut begann, endete schließlich nur für Kyle Busch mit einem (fast) Happy-End. Denny Hamlin, der dritte Fahrer im Bunde, musste aufgrund einer abgefallenen Radmutter beim letzten Pitstop auf eine bessere Platzierung verzichten. Immerhin sprang noch Rang 15 raus, auch wenn im Kampf um eine Chase-Teilnahme natürlich weitere Rennsiege her müssen!

Außerdem gerieten noch Kurt Busch und Jimmie Johnson in den letzten Runden beim Kampf um Platz 3 teilweise heftig aneinander. Während Johnson der Meinung war, dass Busch nicht fair gegen ihn gefahren sei, forderte Letzterer natürlich sein Recht auf Positionsverteidigung ein. Man konnte nicht genau sehen, ob Busch wirklich zu hart im Zweikampf unterwegs war, doch den Auslöser der Anklopf-Orgie startete Johnson mit einem echt überflüssigen Fast-Rempler. Dass Busch sich sowas nicht bieten lassen würde, war klar und so rempelte er die #48 einmal heftig an, was Johnson auch gleich an die #22 zurückgab. Nach der Zieldurchfahrt unterhielten sich die beiden Piloten noch einmal ausführlichst in der Boxengasse über den Vorfall und konnten sich nicht wirklich einig werden. Eine körperliche Auseinandersetzung blieb aber aus, auch wenn es zwischenzeitlich doch danach aussah.

Für Brad Keselowski bedeutet sein zweiter Saisonsieg außer dem Vorstoß in die Top20 der Fahrerwertung  damit verbunden  natürlich auch das derzeitige Anrecht auf den ersten Wildcard-Platz. Zwei Erfolge sind an dieser Stelle zwar schon eine gute Leistung, doch innerhalb von zwei Rennen könnte sich mit Rennsiegen der falschen Fahrer das Blatt ganz schnell wieder drehen. In den Top10 der Meisterschaft hat sich dagegen kaum etwas geändert: Carl Edwards führt weiterhin vor Jimmie Johnson, dahinter stehen jetzt Kyle Busch, Kurt Busch, Kevin Harvick und Matt Kenseth in veränderter Reihenfolge.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

August 05 2011

06:19

NASCAR: Vorschau Pocono August 2011

Nach dem Klassiker von Indianapolis geht es an diesem Wochenende in Pocono weiter, wo das zweite Saisonrennen des nicht unumstrittenen Triovals auf dem Programm steht. Die Juni-Ausgabe gewann Jeff Gordon vor den Busch-Brüdern und der viermalige Meister sollte auch am Sonntag nach seinem zweiten Platz in Indy wieder der Favorit auf die Fahrt in die Victory Lane sein.

Zwei Mal im Jahr ist der Sprint Cup auf dem aTwitter präsentierte er einen ziemlich dicken Knöchel</a> (nicht gebrochen) und das Nationwide-Rennen wurde schon mal vorsichtig an Sam Hornish Jr weiterdeligiert. Laut eigener Aussage ist Keselowski “cleared to race”, aber dafür muss er den Fuß auch erstmal in einen feuerfesten Schuh bekommen. Bilder vom Ausmaß des Unfalls stellte Jimmie Johnson <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier, hier</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier bereit. Kurt Busch sehe ich dagegen nach wie vor als Siegkandidaten in Pocono.

Etwas Neues gibt es von der Vertrags-Front zu vermelden: Carl Edwards hat endlich einen neuen Vertrag unterschrieben und zwar erneut bei Roush-Fenway Racing, wie gestern bekannt geworden ist. Damit löst sich ein ganz großer Teil der Silly-Season sofort in Luft auf, denn weil Edwards nicht zu Joe Gibbs Racing geht, wird dessen Platz bei RFR nicht frei. Dieses hätte wiederum eventuell Clint Bowyer bekommen können, der dann bei RCR von Juan Pablo Montoya ersetzt worden wäre. Puh, ziemlich kompliziert, aber nun hinfällig. Bleibt nur noch zu fragen, wo Mark Martin und Brian Vickers im nächsten Jahr fahren. Kommt die Übernahme von Red Bull Racing durch General Manager Jay Frye tatsächlich zu Stande, dann gibt es keine Probleme. Ansonsten habe ich für Vickers einen tollen Vorschlag: Warum bewirbt er sich nicht um das vierte Cockpit bei Joe Gibbs Racing? Und Mark Martin könnte prima zu Stewart-Haas Racing gehen, denn:

Danica Patrick steht offenbar kurz vor der Bekanntgabe ihres NASCAR-Wechsels. Mehrere Personen, welche die Verhandlungen verfolgen, gehen davon aus, dass Patrick 2012 nur noch das Indy 500 bei den IndyCars verbringen wird. Stattdessen würde sie den Chevrolet mit der #7 Vollzeit für JR Motorsports in der Nationwide Series bewegen und zusätzlich sieben Cup-Einsätze bei SHR in einem dritten Auto absolvieren, damit sie 2013 um den “Rookie of the Year”-Titel antreten könnte. Mark Martin wär hier als Mentor im ersten Teilzeit-Cup-Jahr sicherlich am besten geeignet. Die Zeit wird es zeigen, wie Madame sich entscheidet…

Zum Abschluss wie gewohnt noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Neben dem Sprint Cup sind auch noch die Trucks und die ARCA-Serie mit in Pocono dabei. Am Freitag überträgt SPEED die Trainingssitzungen, allerdings schiebt man das Truck-Practice als Aufzeichnung zwischen die Cup-Trainings, damit man die Pause umgehen kann, in der die ARCA fährt. Am Samstag überträgt SPEED dann alles an Truck-Events vom Qualifying bis zum Rennen zu europafreundlichen Uhrzeiten, während das das Cup-Qualifying erneut auf ESPN2 läuft. Die Nationwide Series fährt unterdessen in Iowa ein Nachtrennen von Samstag auf Sonntag, ESPN2 ist dafür ebenfalls der Sender der Wahl. Alle anderen Nationwide-Sessions habe ich ausgespart, da sie nicht im TV übertragen werden.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 05.08.
16:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (TV um 20 Uhr!)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED

Samstag, 06.08.
15:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
19:00 Uhr, Truck Series Rennen (Good Sam RV Emergency Road Service 125), SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (U.S. Cellular 250), ESPN2

Sonntag, 07.08.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Good Sam RV Insurance 500), ESPN

flattr this!

July 12 2011

06:17

NASCAR: Analyse Kentucky 2011

Die erste Hälfte der NASCAR-Saison ist Geschichte, ebenso wie das erste Cup-Rennen auf dem Kentucky Speedway. Gewonnen hat Kyle Busch, welcher die Hälfte des Abends in Führung verbrachte und nur durch seinen Bruder Kurt sowie dessen Teamkollegen Brad Keselowski ernsthaft in Bedrängnis gebracht wurde.

Der Sieg von Kyle Busch in Kentucky war für NASCAR-Verhältnisse schon ziemlich dominant, auch wenn Busch nur knapp die Hälfte aller Runden in Führung lag. Dieser Umstand war zu einem Großteil Brad Keselowski geschuldet, der auf einer anderen Strategie unterwegs war und 79 Runden in Front des Feldes verbringen konnte. Früh im Rennen und gegen Ende auch noch einmal für zehn Umläufe trat Bruder Kurt Busch kurzzeitig auf den Plan. Trotzdem waren für die beiden Penske-Fahrer zum Schluss nur Platz 7 und 9 übrig, während sich zum Beispiel die sehr unauffälligen Jimmie Johnson (3.), Carl Edwards (5.) und Matt Kenseth (6.) bessere Platzierungen sicherten.

Im Grunde genommen könnte ich den Artikel mit dieser Zeile beenden, denn viel passiert ist ansonsten nicht. Das Nachtrennen dümpelte fast die gesamte Renndistanz über so vor sich hin und wurde erst gegen Ende noch ein paar Mal durch Cautions unterbrochen und dadurch halbwegs spannend. Das Blut zum Kochen brachte es allerdings nicht, denn ich habe zwar nach dem Daytona-Debakel mal wieder ein komplettes Rennen unter Flutlicht angeschaut, musste aber trotzdem gewaltig mit den seeehr müden Augen kämpfen. Die letzten Cautions brachten Kyle Busch jedoch überhaupt nicht in Bedrängnis, weil sie für ihn richtig günstig fielen und die Konkurrenz sich Fehler erlaubte.

Die Schlussphase wurde durch einen kapitalen Motorschaden von Jamie McMurray in Runde 200 eingeläutet, welcher die Strecke komplett einnebelte. McMurray lag zu diesem Zeitpunkt aber schon längst nicht mehr in der Führungsrunde und kämpft in dieser Saison ohnehin nur mehr um den Anschluss. Derzeit liegt er lediglich auf Platz 28 in der Meisterschaft, was nach seinem Wunderjahr 2010 eigentlich schon eine riesige (negative) Überraschung ist.

Brad Keselowski entschied sich bei den folgenden Boxenstopps, nicht zu einem Tankstopp zu kommen, weil er bereits früher im Rennen auf eine andere Spritstrategie gewechselt war und noch Benzin für ein paar mehr Runden übrig hatte. Das spülte ihn wieder an die Spitze des Feldes, welche Keselowski auch tapfer bis zur letzten Caution gegen Kyle Busch verteidigte, der direkt hinter ihm unterwegs war. In Runde 240 von 267 machten sich die beiden Führenden dann auf, das Benzinfenster bei den letzten Green-Flag-Pitstops endgültig zu schließen.

Während des Cycle-through musste NASCAR allerdings eine weitere Caution auslösen, da Dale Earnhardt Jr wegen eines Reifenplatzers direkt nach seinem Boxenstopp ordentlich Debris auf der Strecke verteilte. Junior nahm zuvor nur zwei neue Reifen mit auf den Weg und fing sich den Plattfuß dummerweise beim alten linken Vorderreifen ein. Diese Gelbphase kam David Reutimann sehr gelegen, da er zwischenzeitlich im Wechselreigen die Führung übernommen hatte. Zwar gab er die Führung in der Caution wieder ab, weil er ja noch Benzin für die letzten Runden fassen musste, doch unter Gelb verlor er weit weniger Plätze als bei Renntempo und legte damit einen weiteren entscheidenden Stein für sein klasse Endergebnis.

Brad Keselowski machte nun den Move des Rennens und holte sich gemeinsam mit dem Teamkollegen Kurt Busch noch einmal vier neue Reifen, um Kyle Busch mit frischen Gummis die erhoffte Konkurrenz bieten zu können. Diese Entscheidung war es, welche die beiden Penske-Piloten letztendlich das Rennen kostete. Die Top5 holten sie trotz neuer Reifen einfach nicht mehr ein.

Kyle Busch konnte fortan die letzten zehn Runden bestimmen, welche zudem noch ein allerletztes Mal durch eine Gelbphase unterbrochen wurde, weil Clint Bowyer ebenfalls einen Reifenplatzer erlitt und in der Mauer landete. Etwas kurios sicherte sich David Reutimann den zweiten Platz hinter Kyle Busch im Zweikampf mit Jimmie Johnson, der wohl die weiße Flagge übersehen hatte. Johnson dachte, das Rennen sei noch gar nicht in der letzten Runde und ließ Reutimann daraufhin ziehen.

Kyle Buschs dritter Saisonsieg ist sein erster Erfolg des Jahres außerhalb der Shorttracks von Bristol und Richmond, was Joe Gibbs Racing auf den Intermediate Ovalen wieder zurück an die Spitze brachte. Denny Hamlin (11.) deutete diese Entwicklung ja schon mit seinem Sieg in Michigan an, allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob man diesen Trend bei Gibbs auch wird halten können. In New Hampshire am kommenden Wochenende kann zumindest alles passieren, da die Top-Teams in den vergangenen Jahren die Siege dort recht gleichmäßig untereinander aufteilten.

Weitere interessante Ergebnisse andere Fahrer:

- David Ragan, seines Zeichens Sieger der Vorwoche in Daytona erreichte erneut ein gutes Ergebnis, wenngleich Platz 8 natürlich nicht mit einer Fahrt in die Victory-Lane des traditionsreichen Superspeedways zu vergleichen ist.

- Juan Pablo Montoya lag lange Zeit in den Top5 und freute sich schon auf ein gutes Ergebnis im Kampf um die Chase-Qualifikation, bevor er bei der Earnhardt-Caution zu schnell in der Boxengasse unterwegs war. Dabei hatte er keine Eile, weil er sich zu diesem Zeitpunkt ohnehin beim Cycle-Through in der Lucky-Dog-Position befand. Montoya stand hier unter keinerlei Zeitdruck, was ein Speeding schon sehr sehr verwunderlich erscheinen lässt. Damit landete er am Ende dann nur auf Platz 15, was schon ziemlich enttäuschend ist. Von den Playoffs trennen ihn immer noch 32 Punkte.

- Greg Biffle (21.) und Mark Martin (22.) kamen über das gesamte Rennen gesehen überhaupt nicht in Schwung, was sich letztendlich lediglich in Positionen knapp außerhalb der Top20 niederschlug.

- Ebenfalls gar nichts gesehen hat man von Brian Vickers (27.) und AJ Allmendinger (28.), wobei die schlechte Platzierung des ersteren Piloten ansatzweise durch ein Speeding in der Boxengasse erklärt werden kann.

- Schlechter erwischte es nur Dale Earnhardt (30.) und Jamie McMurray (36.), die mit Reifen- bzw. Motorschaden außerhalb der Top30 landeten.

Zur Meisterschaftstabelle:

Busch brachte sich am Wochenende doch tatsächlich auf dem Spitzenplatz in der Meisterschaft unter, was für mich etwas überraschend kam. Allerdings sprechen zehn Top5-Resultate und elf Top10-Ergebnisse in 18 Rennen schon eine deutliche Sprache. Nur Carl Edwards fuhr zwei Mal öfter in die Top10 als Kyle Busch. Interessant ist dabei die folgende Rechnung: 11 Top10 minus 10 Top5 ergibt für Busch demnach nur eine Platzierung zwischen Platz 5 und 10, was im Grunde genommen seine Konstanz ziemlich in Frage stellt. Bei über der Hälfte aller gefahrenen Rennen kam Busch in die Top5, nur um bei sieben Rennen also suboptimale Ergebnisse zu holen.

In Punkto Saisonsiegen (3) liegt Busch nun mit Kevin Harvick gleich auf, jeweils zwei Siege haben außerdem Jeff Gordon und Matt Kenseth eingefahren. Die Top6 in der Meisterschaft liegen derzeit nur 22 Punkte auseinander, was die hohe Leistungsdichte in diesem Jahr deutlich wiederspiegelt. Es fällt wie oben beschrieben aber auch auf, dass sich 2011 bisher niemand mit konstanten Top10-Resultaten vorne absetzen konnte, so wie z.B. im letzten Jahr Kevin Harvick. Carl Edwards war zwar zu Beginn der Saison auf einem guten Weg, rutschte dann aber wieder ab.

Die beiden Wildcard-Plätze teilen sich derzeit Tony Stewart auf Platz 11 und David Ragan etwas weiter dahinter, weil Brad Keselowski wieder knapp den Einzug in die Top20 der Meisterschaft verpasste. Da die anderen Rennsieger innerhalb der Top10 außer Denny Hamlin schon über einen recht komfortablen Vorsprung auf den Cut verfügen, bleibt die Wildcard-Besetzung vorerst spannend. Hier kann sich nun jede Woche das Bild komplett drehen, sollte beispielsweise einer der folgen Piloten ein Rennen gewinnen:

- Tony Stewart
- Clint Bowyer
- Juan Pablo Montoya
- Greg Biffle
- Kasey Kahne
- Mark Martin
- Joey Logano

Gleiches gilt zwar auch für AJ Allmendinger und Paul Menard, die sich ebenfalls in den Top20 der Meisterschaft befinden, doch ein Rennsieg wird bei beiden Kandidaten zunehmend unwahrscheinlicher.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

June 07 2011

06:21

NASCAR: Analyse Kansas Juni 2011

Das zweite Saisondrittel startete, wie das erste aufgehört hatte: mit einem ausgewachsenen Benzinkrimi! In Kansas spielte Dale Earnhardt Jr wieder eine der Hauptrollen und beendete das Rennen erneut nur auf dem zweiten Platz, während dieses Mal Brad Keselowski als Sparfuchs in die Victory Lane fuhr. Die favorisierten Fords spielten dabei übrigens nur als Statisten mit.

Am Sonntag begann auf dem Kansas Speedway das zweite Drittel der Sprint-Cup-Saison. Zunächst deutete allerdings nichts auf dieses spannende Finale hin, denn ein Großteil des Rennens wurde unter grüner Flagge absolviert. Drei der fünf Cautions wurden zudem wegen Debris ausgerufen, während Landon Cassill und Dale Earnhardt Jr jeweils ein Mal Interaktion mit der Außenmauer zeigten. Der Quersteher von Earnhardt brachte ihn zwar durch den erwägten Spritpoker in die Nähe eines Sieges, kostete ihn gleichzeitig aber auch eine Menge Positionen und womöglich den Erfolg, als Junior seinen Wagen driftend wieder einfangen musste. Am Ende lagen nämlich nur noch der spätere Rennsieger Brad Keselowski und Verfolger Denny Hamlin mit Earnhardt im spekulativen Spritfenster. Wäre er seine Taktik mit besserer Track-Position angegangen, hätte er seinen ersten Sieg seit Michigan 2008 feiern können.

Naja, „hätte-hätte-Fahrradkette“ sagt man in solch einem Fall und rollt das Rennen lieber konventionell auf. Das hätte (no pun intended!) sich auch die Crew der Vorberichterstattung auf SPEED zu Herzen nehmen sollen. Die kannten nämlich in einer ihrer schlechtesten Sendungen seit langem kein anderes Thema außer dem Fast-Sieg von Earnhardt beim Coca-Cola 600. Anscheinend gelten in den USA andere Gesetze, wenn selbst ein Mike Joy von FOX sich nicht zu schade ist, auf das kursierende YouTube-Video des, sagen wir mal massiv enttäuschten, weiblichen Junior-Fans hinzuweisen.

In der nächsten Woche übernimmt zwar TNT die Übertragung der kommenden sechs Rennen, doch das wird den Hype sicherlich nicht besonders bremsen oder verstummen lassen. Die Junior-Nation steht derweil Kopf, seit ihr Held wieder in Richtung von Rennsiegen und Chase unterwegs ist. Letzteres wird Earnhardt in diesem Jahr wohl ziemlich sicher erreichen, denn nach Kansas rangiert er bereits auf Platz 3 in der Meisterschaft. Doch nun wirklich zum Rennen:

Eigentlich sollte Kansas das Rennen eines ganz anderen Piloten werden, denn Kurt Busch holte sich völlig überraschend die Pole-Position und im Anschluss mit 152 von 267 Umläufen auch mehr als 50% der Führungsrunden ab. So stark unterwegs verzichtet man natürlich auf sämtliche Strategiespielchen und verhält sich lieber konservativ, um einen Sieg nicht leichtfertig wegzuwerfen. Fallen dann jedoch die Gelbphasen ungünstig oder bleiben gänzlich aus, wirft man die Fahrt in die Victory Lane aber eben gerade wegen der vorsichtigen Herangehensweise weg. So ist es Sonntag dann Kurt Busch passiert, der im Normalfall mit einer späten Caution den Sieg davongetragen hätte. Da er mit seinem letzten Boxenstopp extrem lange wartete, stotterte sein Dodge nach der Rückkehr auf die Strecke sogar etwas vor sich hin, weil die Benzinleitung zwischenzeitlich schon trockengelaufen war.

Die entscheidende Phase des Rennens begann aber schon gute 90 Runden zuvor, als in der letzten Gelbphase neben Denny Hamlin lediglich Piloten von außerhalb der Top20 noch einmal an die Boxengasse kamen. Der Rest riskierte den Verlust von wertvoller Track-Position nicht, nachdem nur gut zehn Umläufe zuvor in der vorletzten Gelbphase des Rennens eh vollgetankt wurde. Zwar konnten einige Kandidaten jetzt mit nur einem statt zwei weiteren Pitstops durchfahren, doch dafür mussten sie bei noch gut 110 zu fahrenden Runden ans äußerste Extrem des Fuel-Windows von max. 55 Umläufen gehen!

Tony Stewart versuchte unterdessen im Laufe des nach dem Restart folgenden Green-Flag-Runs ebenfalls, einen Boxenstopp so lange wie möglich heraus zu zögern, hatte bei seinem vermeintlich letzten Aufenthalt aber Pech. Ausgerechnet im entscheidenden Moment floss nicht genug Sprit in den Tank von Smoke, welcher sonst ebenfalls als Siegkandidat in Frage gekommen wäre. So langsam kommt Stewart wieder in seinen gewohnten Sommer-Schwung, wo er in der prallen Sonne auf dem heißen Asphalt mit einem rutschigen Auto wesentlich besser umgehen kann. Gleiches komme ab sofort nach eigener Aussage auch Dale Earnhardt Jr in den nächsten Rennen zu Gute. Ob das nun stimmt, wird sich zeigen, aber zumindest bei Smoke kann man das Kalenderblatt vom Juni aufblättern, wenn er wieder in Reichweite der Victory-Lane gelangt.

Die finale Schlacht ergab sich dann zehn Runden vor dem Ende des Rennens, als Kurt Busch seinen Dodge an die Box lenkte und seinem Teamkollegen damit die Führung überließ. Dieser wusste zu dem Zeitpunkt übrigens gar nicht, dass er auf dem Weg zum Sieg war, da sein Crew-Chief ihn nicht über seine Position informierte. Keselowski erblickte nach eigener Aussage erst zwei Runden vor Schluss eigenäugig seine Startnummer #2 an oberster Stelle der Anzeigetafel im Infield – auch sehr kurios… In den Top3 waren nun Keselowski, Earnhardt und Hamlin verblieben. Dabei wurde letzterer zwischenzeitlich auf Befehl von Crew-Chief Steve Letarte von Junior geschluckt, die sich mit einem solchen Manöver gute Chancen auf einen Sieg ausrechneten, solche Keselowski noch ohne Benzin ausrollen.

Der spätere Sieger war davon geschätzt auch gar nicht soweit entfernt, da er aufgefordert wurde, den Wagen in den Kurven mehr rollen zu lassen und das Gaspedal noch sparsamer zu benutzen. Deshalb kuppelte Keselowski kurzerhand in voller Fahrt einfach aus und gewann so die entscheidenden Gallonen für eine saubere Zieldurchfahrt. Danach hatte der blaue Dodge mit der #2 zur Freude der Fans sogar noch genügend Benzin für einige Donuts und die Fahrt in die Victory-Lane übrig. Hinter ihm musste Junior sich mit Platz 2 zufrieden geben, da auch seine Spritrechnung nicht ganz auf Vollgas ausgelegt war. Somit cruisten die Top3 am Ende gemütlich dem Ziel entgegen, während Jeff Gordon und Carl Edwards die Top5 komplettierten.

Zwar gelangten mit Matt Kenseth (6.) und meinem ausgerechneten Favoriten Greg Biffle (10.) noch zwei weitere Fahrer von Roush-Fenway Racing in die Top10, doch sie spielten am Wochenende nicht die erste Geige. Um besagtes Musikinstrument stritten sich Penske Racing und Hendrick Motorsports, wobei vor allem die Penske-Jungs seit einigen Rennen endlich von ihrer Schwächephase Abschied nehmen dürfen. Die interne Neustrukturierung inkl. einer Entlassung am Auto von Kurt Busch sorgte für frischen Wind und bessere Performance. Am nächsten Wochenende steht mit Pocono auch eine Strecke an, welche Busch in der Vergangenheit schon öfter mit guten Ergebnissen belohnt hat. Der Fahrer der #22 wurde am Ende übrigens nach seinem Benzin-Schluckauf noch Neunter.

Die verbliebenen Top10-Positionen belegten Jimmie Johnson (7.) in einem unauffälligen Rennen ohne Führungsrunden und der ebenfalls geschlagene Tony Stewart (8.). Insgesamt fiel auf, dass nach einem sehr wettbewerbsfähigen Wochenende in Charlotte dieses Mal nur sieben Fahrer eine signifikante Anzahl an Umläufen in Front des Feldes absolvieren konnten. Das Rennen war wegen der nervenaufreibenden Schlussphase natürlich alles andere als langweilig, hätte aber auch ohne den Benzinkrimi auskommen können. Immerhin zerriss der Verkehr wie erwartet nicht so schnell, wie z.B. auf der Strecke in Fontana, die ja eines ihrer Saisonrennen an Kansas abgehen musste. Daher gab es bei der großzügig bemessenen Streckenbreite auch eine 5-Wide-Aktion zu bewundern. Grundsätzlich konnten auch mehr als zwei Linien auf dem Oval befahren werden, wobei allerdings die oberste direkt an der Mauer nicht immer ohne Berührung der SAFER-Barrier zu absolvieren war.

Was ich noch erwähnen wollte: Wirklich gar nichts gesehen hat man in Kansas von Richard Petty Motorsports! Entgegen meiner Erwartungen kamen Marcos Ambrose (26.) und AJ Allmendinger (27.) geschlossen am Ende der Top30 ins Ziel, so ein schlechtes Rennen erwischte außer ihnen nur Jamie McMurray (29.). Aber auch Mark Martin (21.), Joey Logano (23.) und Jeff Burton (25.) müssen sich nach diesem Rennen fragen, warum man von ihnen in Kansas so gut wie gar nichts gesehen hat.

Einen Fahrer mit trockenem Tank gab es bei allen Spritsparern aber trotzdem noch: Juan Pablo Montoya rollte in den Top10 liegend aus und wurde nur auf Platz 17 gewertet. Der Kolumbianer und seine Crew müssen sich bei den nächsten Rennen wirklich mehr anstrengen, denn in Kansas verlor man erneut das Handling des Wagens und Montoya setzte die #42 auch ein Mal etwas unsanft in die Mauer, was einen erfolgreicheren Tag eigentlich komplett beendete. Da nützen auch die zehn Führungsrunden nicht viel.

Ein Blick auf die Meisterschaftstabelle zeigt folgende Situation: Zumindest bei Martin Truex Jr, David Reutimann, Jeff Burton, Joey Logano, Brian Vickers und Jamie McMurray darf man die Saison nun wohl schon mal abhaken, denn nach einem Drittel des Jahres befinden sich diese Piloten geschlossen nur auf den Rängen 22-27. Das ist sicherlich unter den Erwartungen aller, auch bei Michael Waltrip Racing, die 2010 deutlich besser unterwegs waren. Brad Keselowski liegt auf Platz 21 nur knapp davor, könnte sich aber eine Chase-Wildcard sichern, wenn er die neun Punkte auf den 20. Rang von Paul Menard noch knackt. Erst ab dort gilt nämlich die Playoff-Ausnahmegenehmigung für Rennsieger.

Weiter vorne hat sich wenig geändert, außer dass Jeff Gordon und Denny Hamlin sich stetig weiter an den Chase heranrobben, wobei Gordon ja zumindest noch seinen einzelnen Saisonsieg als Chase-Joker besitzt. Auf den Playoff-Positionen rutschten unterdessen Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr an Kevin Harvick vorbei auf die Plätze 2 und 3. An der Spitze liegt nach wie vor Carl Edwards mit einem sicheren Polster von 40 Zählern, da er 2011 in zehn von dreizehn Rennen in die Top7 gefahren ist. Damit machte er sich selbst zum derzeit größten Konkurrenten für Johnson, welcher nur acht Top9-Resultate einfahren konnte. Die Konstanz von Edwards wird vor allem im Chase selbst sicher von Nutzen sein.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

October 20 2010

14:57

NASCAR: Probleme mit den Quoten

Die Einschaltquoten der NASCAR sinken seit Jahren. Auch in diesem Jahr macht vor allem der Chase Sorgen. Was macht die NASCAR falsch? Wo ist sie schuldlos?

Die Welt der NASCAR ist mehr ganz so glänzend, wie sie noch vor ein paar Jahren ausschaute. 2010 ist ABC aus dem Chase ausgestiegen, stattdessen überträgt nur noch ESPN die Rennen, sieht man mal vom Rennen wenigen Rennen ab. Der Verlust von ABC ist nicht ganz so schlimm, wie man auf den ersten Blick denken könnte. ESPN erreicht rund 100 Millionen Zuschauer, bei ABC liegt die technische Reichweite 16 Millionen Zuschauer höher. Aber ein Zeichen ist es schon, wenn ein Hauptsender in den USA auf die NASCAR verzichtet. Allerdings hatte die NASCAR noch nie besonders viel Glück mit einem der vier Prime-Sender. Nur NBC war eine gewisse Zeit in der Lage, vernünftige Quoten zu erreichen. Die Gründe für den Verfall sind vielfältig, aber die Frage ist auch, ob das wirklich so schlimm ist.

Ein Blick auf die Quoten in diesem und ein Vergleich mit den letzten Jahren ist schon sehr ernüchternd. Auf der Webseite von Jayski kann sich die Zahlen genau anschauen. Im Schnitt hat die NASCAR in den letzten vier Jahren rund 1 Millionen Zuschauer pro Rennen verloren. Bei einigen Rennen ist Verlust richtig groß (Fontana, Daytona), bei anderen hält es sich in Grenzen (Bristol, Talladega). Tatsache bleibt aber, dass das Interesse an der NASCAR schrumpft. Und zwar gewaltig. Es gibt mehrere Gründe, die für den Rückgang verantwortlich gemacht werden:

1. CoT
Die Einführung des CoT wurde unzureichend und schlecht kommuniziert. Das veränderte Aussehen sorgte erst einmal für Ablehnung, wobei sie die Kritik vor allem am Splitter, Heckflügel und am langweiligen Aussehen der Wagen festmachte. Splitter und Heckflügel ist die Verantwortung der NASCAR, beim Aussehen haben allerdings die Hersteller Mist gebaut. Die neuen Wagen der NW-Serie, wo Ford zum Beispiel den Mustang einsetzt, kamen deutlich besser an. Die Idee der Marketingabteilungen, möglichst Großserien Limousinen einzusetzen, mit denen sich die Fans besser identifizieren können, ist deutlich nach hinten losgegangen. Wie leicht zu erraten war, interessieren sich die Fans nicht für Alltags-Wagen, denen sie sonst auch im Straßenverkehr begegnen. Sie wollen “richtige” Rennwagen sehen. Mittlerweile wird im Sprint Cup offen diskutiert, ob man den Mustang etc. nicht in die Top-Liga holen soll. Den auch von den Fahrern massiv kritisierten Heckflügel hat man wieder gegen die Bordsteinkante ausgetauscht, die in den USA “Spoiler” heißt.

2. Zu wenig Action
Tatsächlich hat der Spoiler dazu geführt, dass die Rennen wieder besser geworden sind. Die Wagen produzieren weniger “dirty Air” sondern ziehen halt wieder ein riesiges Luftloch hinter sich her. Auch das Quasi-Verbot des “bump drafting” hat der Serie nicht geholfen, dazu kam die zeitweise strenge Regulierung der in der NASCAR seit Generationen üblichen harten Fahrweise. Erst seit diesem Jahr hat die Fahrer wieder “von der Leine gelassen”, wie es so schön heißt. Das führte dann immerhin Fehden zwischen Keselowski/Edwards, Kyle Busch/Alle anderen und selbst Jeff Gordon und Jimmie Johnson kamen sich ins Gehege.

3. Zu viele Rennen
36 Meisterschaftsläufe plus das Budweiser Shootout und das All-Star. Das ist machen Fan einfach zu viel. Es bedeutet, dass man 38 Wochenende rund 4 Stunden vor dem Fernseher verbringen muss, was nicht in jeder Familie auf Gegenliebe stößt. Kritiker sind zu dem der Meinung, dass die vielen Rennen die Marke verwässern. Die Frage ist halt auch: Braucht es zwei Rennen in Fontana und Pocono? Oder in Kansas? Sollte man nicht wieder so Fan-Favoriten wie Rockingham reinnehmen? Oder Fontana wenigstens als Restictor Plate Rennen fahren?

4. Zu lange Rennen
Die Diskussion hatten wir hier auch schon mal. Grundsätzlich bin ich weiter der Meinung, dass der Langstreckencharakter der NASCAR erhalten bleiben muss, aber die Frage, ob es immer 500 Meilen sein müssen, ist dann wieder eine andere. Dass man das zweite Rennen in Fontana um 100 Meilen verkürzt hat, war sicher nicht die schlechteste Idee. Das könnte man sich auch für andere Strecken überlegen.

5. Zu viele “Milchgesichter”.
Ein sehr oft gehörter Vorwurf ist, dass das Fahrerfeld nur noch aus narzisstischen, glatt-rasierten Marketing-Bubis besteht, deren Charisma gerade knapp über dem eines Versicherungsvertreters liegen. Das ist nicht so ganz falsch, weil die Fahrer selbst für NASCAR-Verhältnisse immer jünger werden. Joey Logano & Brad Keselowski sind so Prototypen einer neuer Generation. Aber ein wenig ungerecht ist es auch, denn wenn man ehrlich ist, fuhren auch in den 70er und 80er Jahren jede Menge Fahrer mit, die auch nicht weiter auffielen. Mit Tony Stewart, Juan Pablo Montoya, Kyle Busch, Mark Martin, Kevin Harvick, Dale Earnhardt jr, Kurt Busch oder Carl Edwards hat man schon genügend Fahrer, die man als “Charakterköpfe” bezeichnen kann.

6. Jimmie Johnson
Stimmt. Noch ein Meistertitel von Johnson muss wirklich nicht sein. Schon jetzt, nach drei Rennen im Chase, droht die Sache zu einer Soloshow von Johnson zu werden. Aber der kann ja nun auch nichts dafür, wenn das Team die Sache besser als die Konkurrenz macht. Die Meisterorgie von Schumacher in der F1 hat der Serie auch nicht geschadet.

7. Schlechte Übertragungen
An den Bildern liegt es nicht, die kommen eh von der NASCAR. FOX, TNT und ESPN bringen nur das Studio, die Boxencrews und ein paar zusätzliche Kameras mit. Mittlerweile lässt man den Führenden auch mal Führenden sein und die Regie schaltet ins Mittelfeld, wenn sich vorne nichts tut. Kritisiert werden vor allem die Werbung und die teilweise hanebüchenen Kommentare. In Sachen Werbung liefert das Blog Cawsnjaws jede Woche eine minutiöse Abrechnung der Werbung, inkl. verpennter Restarts. Die Menge der Spots (und deren endlose Wiederholungen) sind eine Sache, eine andere, wie die Breaks gesetzt werden. Bei ESPN kann man die Uhr danach stellen, dass bei 1.5 Meilen Ovalen nach acht bis neun Runden die erste Unterbrechung kommt, was viele Fans als deutlich zu früh empfinden. ESPN argumentiert, dass man nur beim Start auf die meisten Zuschauer kommen würde. Mag sein, führt aber wohl dazu, dass eben viele Zuschauer ab- bzw. wegschalten. FOX und TNT probierten dieses Jahr eine extrem nervige Programmierung aus, in dem sie zur Mitte des Rennens teilweise alle acht bis zehn Minuten in eine Werbepause gingen. ESPN bekleckerte sich nicht gerade mit Ruhm, als man bei einigen Rennen 5 Runden vor Schluss noch mal kurz einen Boxenstopp einlegte.
Bei den Kommentatoren liegt auch einiges im Argen. Darrell Waltrip war in diesem Jahr, vorsichtig formuliert, nicht gerade in der Form seinen Lebens, TNT versagte beim Rennen in Infinion derartig, dass man denn Kommentar unter “Slapstick” ablegen musste, und Rusty Wallace redet sich bei ESPN jede Woche um Kopf und Kragen. Alle Sender verteidigen die teilweise absurden Rennkommentare damit, dass man “neue” Zuschauer nicht mit zu viel Insider-Wissen vertreiben möchte (Ja, “neue Zuschauer” da habe ich auch gelacht). Aber das scheint ja eine Sache zu sein, die die Amis allein falsch machen, Heiko Waßer erklärt auf RTL ja auch seit 15 Jahren, warum ein Reifen rund ist.

8. Schlechte Übertragungszeiten
Früher starteten die Rennen um 12 Uhr. Das hatte seinen Grund, denn im sehr gläubigen Teil der USA, aus dem die NASCAR stammt, passte die Anfangszeit perfekt. Man kam gerade aus der Kirche und konnte beim Mittagessen nebenbei NASCAR schauen. Auf Wunsch der Fernsehsender schob die NASCAR die Anfangszeiten teilweise auf 14.00 Uhr, was nicht ankam. Mittlerweile ist man bei 13.00 Uhr gelandet, was aber auch nur mittelmäßig gut ist. Denn ab September kämpft man dann Sonntags gegen die mächtige NFL. Würde man eine Stunde früher starten, hätte man zumindest die Chance, ein paar NFL-Fans zu halten, wenn denn das Rennen spannend ist.

Aber – es mag auch noch ein paar andere Gründe geben, warum die Quote in den Keller geht. Und dafür kann die NASCAR nicht unbedingt was.

1. Ende der linearen Fernsehkultur
Früher musste man dem Ablauf des Programms folgen, man hatte vielleicht noch ein paar Filme auf Video. Heute kann man in den USA dank Hulu alles zu der Zeit sehen, wann man es möchte. Die Idee, sich am Sonntag ein paar Folgen der Lieblingserie anzuschauen, die man verpasst hat, liegt ziemlich nahe. Je mehr Alternativen es gibt, desto mehr machen die Leute davon Gebrauch. Warum sollte ich mir ein langweiliges Rennen in Fontana anschauen, wenn ich zwei Folgen “House” sehen kann?

2. Streams
Nicht nur die NASCAR, für die Fernsehsender generell gilt, dass man sich nach und nach etwas einfallen lassen muss, wenn es um die Zählung der Quoten geht. Die Leute schauen das Rennen mittlerweile nicht mehr vor dem Fernseher, sondern neben am Rechner als Stream. Das gilt insbesondere für all jene, die die NASCAR nur per Stream empfangen können. Die NASCAR hat schon im letzten Winter versucht, einen Stream auf der eigenen Seite zu installieren, scheiterte allerdings am Widerstand von FOX, die Angst haben, dass die eh schwache Quote noch weiter absinkt. Aber wie das eben so ist – wenn die Industrie nicht schnell genug reagiert, sucht sich der User eben andere, in dem Fall halblegale Angebote.

3. Aufsplittung der Aufmerksamkeitsökonomie
Die NASCAR konkurriert nicht nur gegen andere Sportarten, sondern auch gegen Spielekonsolen, das Internet, DVDs und andere Sachen. Ihnen geht es wie der jeder “alten” Branche. Man muss sich in der neuen Ordnung auch erst einmal seinen Platz suchen. Der Konkurrenz geht es ja teilweise auch nicht besser. Die NHL ist bei Versus verschwunden, viele der regulären Saisonspiele der MLB kratzen am Rande der Bedeutungslosigkeit.

4. Relativierung des Erfolgs
Die NASCAR hat zwischen 2000 und 2005 eine beispiellose Karriere hingelegt. Das lag nicht zuletzt am Jahr 2001, als man zum einen durch den Tod von Dale Earnhardt plötzlich einen Schub bekam, und an den Anschlägen vom 11. September. Das dadurch verstärkte “Wir-Gefühl”, die Zuwendung zu US-Sportarten und das eh sehr stark propagierte Nationalbewusstseinn der NASCAR, die sich schon immer mit dem Militär eng verbunden war (Fly Over, Troop Day, Veteranen Tag usw.) halfen der Serie ein breites Interesse zu entfachen. Dass das so nicht bleiben würde, war klar, allerdings hat die NASCAR, wie oben beschrieben, auch einige strategische Fehler gemacht. Die fehlenden Internationalisierung, der Verlust der Märkte in Europa (England, Deutschland) sind da nur zwei Beispiele. Jedenfalls macht es den Eindruck, als ob die NASCAR sich von ihrem Peak verabschiedet hat und wieder auf “Normalmaß” zurück gestuft wird.

Bleibt am Ende die Frage, was die NASCAR gegen einen weiteren Absturz machen kann. Eine schnelle Lösung wäre, vor allem für die internationalen Zuschauer, dass man auf der eigenen Webseite einen vernünftigen Stream anbietet. Das scheint im Moment weiterhin am Widerstand von FOX zu scheitern, aber man wird sehen müssen, was die Verhandlungen über den Winter ergeben. Wenn die NASCAR Pech hat, wird sich das Problem erst 2013 lösen, denn die momentanen TV-Verträge laufen bis Ende 2012.

Der Chase wird 2011 renoviert werden. Vermutlich wird ihn deutlich erweitern. Entweder wird man auf die ersten 15 setzten, oder weiterhin auf die Top 12 plus jene, die ein Rennen in der laufenden Saison gewonnen haben. So hätte man dieses Jahr immerhin Montoya in den Chase geschubst und Junior wird ja wohl auch irgendwann mal wieder ein Rennen gewinnen.

Man sieht aber schon, dass die NASCAR nach den massiven Änderungen, die man in diesem Jahr vorgenommen hat, kaum noch Spielraum hat. Im Grunde stimmt das Paket eigentlich. Man könnte den Sprint Cup noch in Road Atlanta und in Montreal fahren lassen, aber das würde wohl eher den Wünschen der europäischen Fans entsprechen. Vielleicht hilft es auch, wenn man Jimmie Johnson nach dem vermutlich fünften Titel in Folge einfach die nächsten 10 Jahre aus der Wertung nimmt.

March 18 2010

22:10

NASCAR: Vorschau Bristol März 2010

Mit dem fünften Saisonrennen ist der erste große Meilenstein der neuen NASCAR-Saison erreicht – nach dem Daytona 500 natürlich – denn in Bristol kommen das letzte Mal in diesem Jahr die Owner Points der vergangenen Saison zur Anwendung; und es ist eng in den aktuellen Top35!

Zum ersten Mal 2010 ist es „short track time“ und dazu noch in Bristol, dem Kolosseum mit progressivem Banking zwischen 24 und 30°. Eine Woche Pause haben wir hinter uns, welche auf NASCAR-Seite gut genutzt wurde: 24 Teams fanden sich in Talladega ein, um den neuen Spoiler unter Drafting-Bedingungen zu testen. Außerdem war das gleichzeitig auch ein Goodyear-Reifentest für das Dega-Rennen im April. NASCAR brachte gleich ein paar neue „restrictor plates“ mit, die zum ersten Mal Löcher aufwiesen, die größer als ein Inch (2,54 cm) waren. Das provozierte in Kombination mit dem Spoiler Geschwindigkeiten von bis zu 213mph, was den Offiziellen dann doch ein wenig zu schnell war. Die letztendliche Größe der vier Durchlässe wird jetzt 31/32 Inch betragen (gut für mittlere 190er mph) und außerdem wurde der Spoiler um knapp 5cm verkleinert, sowie die höheren Kanten an den Seiten beseitigt. Ob dieses Design endgültig ist, kann man aber nicht genau sagen, da in der nächsten Woche noch die abschließenden Tests in Charlotte anstehen, zu denen über 50 Cup-Autos erwartet werden. Die notwendigen Veränderungen an den von den Teams selbst mitgebrachten provisorischen Spoilern wurden übrigens ganz fach- und NASCAR-gerecht mit der Stichsäge durchgeführt. Außerdem wird die Finne auf der linken Seite des Kofferraumdeckels, die wir schon aus Daytona kennen, genauso wie der Spoiler ab Martinsville auf allen Strecken zum Einsatz kommen. Das knapp 9 cm hohe Teil verringert den Unterdruck über dem Heck der Autos bei einem Dreher und soll ein Abheben der Wagen verhindern.

Keselowski und Edwards müssen unter NASCAR-Aufsicht noch einmal zusammenkommen

Das größte Thema der vergangenen Wochen dürfte aber wohl die Fehde zwischen Carl Edwards und Brad Keselowski gewesen sein. Dass Edwards nach seinem Revanchefoul an „Crashalotski“ (Twitter-Zitat von Denny Hamlin) nur für drei Rennen auf Bewährung unterwegs ist, hat viele unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Tatsache ist, dass es früher für kleinere Scharmützel mal gut und gerne eine Bewährung bis zum Ende der Saison setzte. NASCAR scheint da also konsequent die neue Richtlinie beizubehalten, die man zu Beginn des Jahres bekannt gab. Das ist auf der einen Seite sicherlich erfreulich und konsequent, da die Fahrer wissen woran sie sind. Auf der anderen Seite war das Manöver natürlich höchst gefährlich und absolut unnötig, das müsste gerade ein frischgebackener Vater Carl Edwards wissen. Es hätte durchaus gereicht, Kegelowski nach dem Rennen in der Auslaufrunde umzudrehen, das wäre Warnung genug gewesen. Interessant ist, dass beide neben dem Cup-Rennen natürlich auch im Nationwide-Rennen an den Start gehen. Vorher treffen sich die beiden Duellanten aber in Begleitung ihrer Owner unter NASCAR-Beobachtung zu einem Meeting. Die Gemüter sollten sich abgekühlt haben, doch trotzdem bleibt es spannend…

Das „Food City 500“ ist das mittlerweile 99te Cup-Rennen auf dem Bristol Motor Speedway, Ausgabe 100 folgt dann im Herbst kurz vor dem Chase. Wer ein wenig mehr über die Strecke und ihre Geschichte erfahren möchte, dem empfehle ich eine meiner Vorschauen aus dem letzten Jahr. Vielleicht wäre es für die Zukunft was, eine FAQ für die NASCAR-Strecken anzulegen, damit diese gesammelten Informationen über die Speedways nicht mit der Zeit untergehen und ich nicht immer zitieren muss. :o) In diesem Jahr kann man aber möglicherweise die legendäre Serie streichen, denn es sind noch Tickets für das Rennen am Sonntag zu haben; eigentlich eine Seltenheit in Bristol. Außerdem hat man die SAFER-Barrier in beiden Kurvenausgängen in die Geraden hinein verlängert. Bei der Neuasphaltierung für 2007 wurde der Apron verkleinert und die Strecke verbreitert. Nach Ansicht vieler ist die Betonpiste damit zu breit geworden und die Rennaction habe nachgelassen. Die erweiterten SAFER-Walls machen die Strecke damit nun wieder schmaler und als netten Nebeneffekt auch sicherer. Mal schauen, ob es da wieder mehr Zusammenstöße deswegen gibt.

Kyle Busch kommt nach zwei Siegen 2009 langsam in die Nähe seines Bruders und Jeff Gordon

Kommen wir zur obligatorischen Liste der bisherigen Sieger:

1. Jeff Gordon, Kurt Busch (je 5)
2. Kyle Busch (3)
3. Mark Martin, Matt Kenseth, Carl Edwards (je 2)
4. Tony Stewart, Dale Earnhardt Jr., Kevin Harvick, Jeff Burton, Elliott Sadler (je 1)

Vor allem ein Name fehlt auf dieser Liste: Jimmie Johnson. Der Dauermeister konnte in Bristol bisher noch nicht gewinnen, ebenso in Michigan, Sonoma, Chicagoland, Watkins Glen und Homestead. Im Gegensatz dazu konnte Jeff Gordon bereits fünf Mal in die Victory Lane fahren und die Hendrick-Fahrer muss man immer auf dem Radar haben. Dieses Mal trifft das sogar besonders auf Dale Earnhardt Jr. zu, auch wenn das jetzt erstmal fies klingt. Junior ist in Bristol seit 2002 nur drei Mal nicht in die Top11 gefahren, da könnte also was gehen. Für Tony Stewart ist diese Strecke nicht die erste Wahl, für die Top10 sollte es aber reichen. Ein ähnliches Ergebnis muss Ryan Newman (29.) anpeilen, um den Anschluss an die Spitze nicht total zu verlieren. Ein weiteres Ass im Chevy-Ärmel ist Juan Pablo Montoya, der in Atlanta zeigte wie gut sein Auto funktioniert, wenn es denn funktioniert. In Bristol steht ein neunter Platz im Frühjahrsrennen 2009 für Montoya in den Büchern und eigentlich braucht er noch ein richtig gutes Top5-Resultat, um von Platz 21 weiter nach vorne zu rutschen. Ich bin jedenfalls gespannt darauf, was er an diesem Wochenende zu leisten im Stande ist.

Der Saisonstart wurde eindeutig von Chevrolet dominiert und überraschenderweise waren das die Chevys von Richard Childress Racing, die zwar keinen Sieg einfuhren, aber mit großer Konstanz punkteten. Kevin Harvick spülte das an den ersten Platz in der Meisterschaftstabelle und auch Clint Bowyer (5.) und Jeff Burton (6.) sind auf Chase-Kurs. Nun verlief das Rennen in Atlanta aber nicht ganz nach den Wünschen von RCR, nur Harvick kam knapp in die Top10. Ganz sicher kann das kein generelles Problem auf den Intermediate Ovalen sein, da man in Las Vegas eine Woche zuvor noch geschlossen in die Top11 fuhr. Bristol ist eine Strecke, wo man bis 2009 richtig gut aussah, immer landete mindestens ein Wagen in den Top5. Unvergessen ist sicherlich das Frühjahrsrennen 2008, wo RCR die ersten drei Plätze belegte. Dieser Shorttrack ist also das Pflaster, wo ich die drei Fahrer am ehesten wieder zurück an der Spitze erwarte. Leider kennen wir die allgemeine Shorttrack-Performance 2010 noch nicht, was eine Prognose schwieriger macht.

Toyota und Ford konnten in dieser Saison noch kein Rennen gewinnen / Scott Speed im Aufwind

Ganz klar im Aufwind ist Penske Racing, was man vor allem Kurt Busch zu verdanken hat, aber auch Brad Keselowski und Sam Hornish Jr. waren in Atlanta über weite Strecken in den Top10 unterwegs. Die fünf Bristol-Siege von Busch machen ihn zu einem Top-Anwärter auf den Sieg. Keselowski war dagegen noch nie im Cup auf dem Bristol Motor Speedway unterwegs. Das war dann klein aber fein das Dodge-Camp…

Kyle Busch gewann 2007 noch in Diensten von HMS das erste CoT-Rennen, sowie – dann im Toyota – beide Meisterschaftsläufe des Vorjahres, was ihn zu einem ernsthaften Siegkandidaten macht. Dazu müssen die Toyotas aber endlich in Form kommen, denn zusammen mit Ford ist man 2010 bisher sieglos geblieben. Da habe ich wenn es denn klappt auch noch ein paar ganz außergewöhnliche Kandidaten auf der Uhr: Wer ist derzeit bester Toyota in der Gesamtwertung? Richtig, Scott Speed! Wait, what? Ja, genau der Scott Speed, welcher Ende letzten Jahres nicht den Einzug in die Top35 schaffte, liegt jetzt auf einem Platz für den Chase. Ob er am Ende der Saison auch dort ist, wage ich mal zu bezweifeln, aber immerhin ist er konstant auf Top20-Kurs. Noch ein kleiner Geheimtipp für das Wochenende gefällig: Marcos Ambrose! Schlecht in die Saison gestartet, dann mit zwei Top15-Resultaten auf sich aufmerksam gemacht. Im letzten Jahr belegte er außerdem die Plätze 10 und 3 in Bristol, also aufgepasst. Schwer enttäuschen tut dagegen weiterhin Denny Hamlin, vor der Saison als Meisterschaftsanwärter verschrien, gurkt er nun zwischen Platz 17 und 29 herum. Vielleicht ist das auf seine Knieprobleme zurückzuführen.

Bleibt also noch das Ford-Lager, wo ich vor allem an Matt Kenseth (2.) und Greg Biffle (3.) glaube, die 2010 bisher ganz ordentlich unterwegs waren und auch in Bristol Top5-Ergebnisse vorweisen können. Dazu kommen als Anwärter für die Top5 Kasey Kahne und „concrete“-Carl Edwards, der wie Kenseth hier schon zwei Mal in der Victory-Lane stand. Das große „dark horse“ dürfte Paul Menard sein: In dieser Saison stark unterwegs (13/18/17/5), was sich durch einen neunten Platz in der Meisterschaft ausdrückt. In Bristol ist er zwar noch nicht groß in Erscheinung getreten, aber bei den Ergebnissen muss man wieder mit Menard rechnen. Ebenso würde ich mir wünschen, dass AJ Allmendinger seinen jüngsten Aufwärtstrend weiter fortsetzen kann.

Der Kampf um die Top35 spitzt sich zu und nach Bristol gelten die neuen Owner Points

Das Beste kommt nun wie immer ganz zum Schluss: Der Kampf um die Top35 findet in Bristol einen vorläufigen Höhepunkt. Nach diesem Rennen werden dann endlich die neuen Owner Points für die Startplatzvergabe herangezogen. Grundsätzlich gibt es hier wenige Überraschungen, aber die Abstände sind nach wie vor ziemlich eng. Scott Speed und Bobby Labonte sind die großen Gewinner, denn sie können vermutlich neu in die Top35 aufsteigen. Ebenso konnte sich Furniture Row Racing vielversprechend platzieren und wird wohl das garantierte Startrecht behalten, das ehemals der #07 von RCR gehörte. David Gillilands #38 von Front Row Motorsports könnte mit 318 Punkten (+42) knapp durch sein, sicher drin sind allerdings erst alle ab Platz 19. Akut gefährdet sind derzeit Brad Keselowski (Vielleicht gibt ihm das mal zu denken, seine Fahrweise ein wenig mehr auf das Ankommen zu ändern.) und Robby Gordon. Hier also die aktuellen Top35 an der Grenze:

32. David Gilliland (#38), 318 Punkte (+42)
33. Brad Keselowski (#12), 295 Punkte (+19)
34. Travis Kvapil (#34), 286 Punkte (+10)
35. Mike Bliss (#36), 276 Punkte
———————————————————-
36. Kevin Conway (#37), 276 Punkte
37. Boris Said (#26), 252 Punkte (-24)
38. Robby Gordon (#7), 249 Punkte (-27)
39. Max Papis (#13), 247 Punkte (-29)

Dahinter kommen dann schon die Wood Brothers, die erst zwei Rennen bestritten haben und in Bristol nicht dabei sind, sowie die Start&Park-Teams. Mal schauen, was Max Papis am Sonntag reißen kann, ihm wäre ein Top35-Platz sicherlich zu wünschen. Zwei Änderungen ergeben sich noch für das Rennen: Zum einen wird Boris Said durch David Stremme ersetzt, da er noch nie in Bristol gefahren ist. Hier wird es interessant werden, denn dann kann man die Stärke des Latitude43-Teams ein wenig besser einschätzen. Said ist ja bisher total hinterher gefahren, obwohl man technische Unterstützung von Roush-Fenway Racing erhält. Nun werden wir sehen, ob es nicht vielleicht doch an Boris Said liegt, der ja doch eher die road courses als sein Zuhause ansieht. Zum anderen wird Michael Waltrip am Steuer der #55 von Phil Parsons und Randy Humphrey sitzen, um das Team vor seinem Talladega-Auftritt schon einmal kennen zu lernen. Bristol wird vermutlich ein Start&Park-Auftritt, während NAPA in Talladega als Sponsor mit an Bord ist.

In dieser Saison haben wir zwar einheitliche Startzeiten, aber trotzdem bleiben wir nicht unbeeinflusst von der Umstellung auf die Sommerzeit: Die Amerikaner haben das Umstellen der Uhren bereits am vergangenen Sonntag hinter sich gebracht und wir müssen noch bis zum Sonntag nach Bristol warten. Somit brauchen wir momentan nur fünf Stunden zurückrechnen, um auf die Ostküstenzeit zu kommen. Das gilt auch in der nächste Woche für Martinsville mit Ausnahme des Cup-Rennens am Sonntag. Somit startet das Cup-Rennen in Bristol schon um ca. 18:15 Uhr, die Vorberichterstattung auf ABC beginnt um 17 Uhr. Das Qualifying findet am Freitag ab 20:30 Uhr statt und wird auf SPEED übertragen. Die Nationwide Series ist am Samstagabend dran und ABC geht um 19 Uhr auf Sendung. Die Trucks machen eine Woche Pause, bevor sie in Martinsville wieder mit von der Partie sind.

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