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October 09 2013

13:00

V8 Supercars: Vorschau Bathurst 1000

bathurst-rbAm kommenden Wochenende werden wieder hunderttausende Motorsportfans aus ganz Australien nach Bathurst in New South Wales pilgern, denn auf dem dort gelegenen Mount Panorama Circuit steht der absolute Höhepunkt des australischen Motorsports auf dem Programm: “The Great Race”, das Bathurst 1000.

1960 wurde das Rennen das erste Mal ausgetragen. Damals ging es jedoch noch über eine Distanz von 500 Meilen (ca. 800km) und fand nicht in Bathurst, sondern auf Phillip Island statt. Erst 1963 zog man dann nach Bathurst um, da auf dem Phillip Island Circuit der Asphalt brüchig geworden war. Zehn Jahre später wurde in Australien das metrische System übernommen, und die Renndistanz auf 1000 Kilometer erhöht.

Die Historie

In den letzten 50 Jahren schrieb das Bathurst 1000 einige legendäre Geschichten und die bekannteste von ihnen spielte sich wohl im Jahre 1980 ab: Ein damals noch relativ unbekannter Dick Johnson führte mit seinem privat eingesetzten Ford Falcon ungefährdet das Rennen an und hatte sich in Runde 17 bereits einen Vorsprung von über 40 Sekunden herausgefahren. Ein anscheinend betrunkener Zuschauer (viele verdächdigen bis heute einen GM-Sympathisanten) hatte in der Zwischenzeit im Streckenabschnitt Quarry Corner (Turn 5 und 6) einen fast fußballgroßen Stein mit den Füßen aus dem Boden gelockert, der ihm “entglitt” und auf die Strecke rollte. Um den Stein von der Strecke zu holen, schickte die Rennleitung einen Truck auf die Strecke. Johnson fuhr rechts an dem Truck vorbei, traf dabei den Stein und knallte daraufhin links in die Betonwand. Sein Rennen war gelaufen, das Auto hinüber.

Johnson, der im anschließenden Interview mit den Nerven am Ende war, enthüllte dass er für die Teilnahme in Bathurst sein letztes Geld zusammengekratzt hatte, um es im elften Anlauf endlich zu gewinnen. Das Rennen war noch nicht beendet, da riefen Zuschauer beim übertragenen TV-Sender an, die Johnson unbedingt Geld spenden wollten, damit er sein Auto wieder aufbauen konnte. Mit der enormen Unterstützung von Fans und von Ford (die einen Großteil der entstandenen Kosten übernahmen) kam er 1981 zurück und gewann sowohl das Bathurst 1000, als auch den ATCC-Titel – die Legende Dick Johnson war geboren. Es folgten vier weitere Meisterschaftstitel (1982, 1984, 1988 und 1989), sowie zwei weitere Bathurst-Siege (1989 und 1994).

Den Stein hat Johnson übrigens bis heute aufbewahrt.

Legendär ist auch das Rennen 1992: In Runde 144 hatte es angefangen zu regnen, während Jim Richards (zusammen mit Mark Skaife) in seinem Nissan R32 Skyline GT-R das Rennen anführte. Richards, noch auf Slicks unterwegs, rutschte im Abschnitt Reid Park (Turn 7 und 8) auf nasser Fahrbahn geradeaus in die Wand und zerstörte dabei die Radaufhängung vorne links. Begleitet von dem Jubel von zahlreichen “Anti-Nissan-Fans” versuchte er nun, unter sintflutartigem Regen, die Box zu erreichen. Auf der Strecke war inzwischen das totale Chaos augebrochen und in Forrest’s Elbow (Turn 18 und 19) versperrten drei weitere verunfallte Fahrzeuge den Weg. Richards konnte weder bremsen noch ausweichen und knallte in die Unfallstelle – das Rennen wurde abgebrochen.

Die meisten Zuschauer dachten nun, dass der bisher zweitplatzierte Fan-Liebling Dick Johnson das Rennen gewonnen hätte. Dabei vergaßen sie jedoch, dass bei einem Abbruch die letzte vollständige Rennrunde als Ergebnis herangezogen wird. Und demnach waren Jim Richards und Mark Skaife die Sieger. Die Fans machten bei der anschließenden Siegerehrung ihrem Unmut Luft, pfiffen Richards und Skaife gnadenlos aus. Richards stellte sich daraufhin ans Mikrofon und beschimpfte vor laufenden Kameras die Menge als einen “Haufen A****löcher” (“You’re a pack of a**holes!”).

Hier das Video dazu:

Rekordsieger des Bathurst 1000 ist Peter Brock, der “King of the Mountain”, mit insgesamt neun Siegen (1972, 1975, 1978-1980, 1982–1984 und 1987). Brock verunglückte am 8. September 2006 auf der zweiten Etappe der Targa West Rally tödlich.

Von den momentan aktiven Fahrern ist Craig Lowndes der erfolgreichste. Er gewann das Bathurst 1000 fünfmal (1996, 2006-2008 und 2010).

Und auch einige Europäer tauchen in der Siegerliste auf: 1977 gewann Jacky Ickx (BEL) zusammen mit Allan Moffat auf einem Ford XC Falcon; 1998 waren Rickard Rydell (SWE) und Jim Richards in einem Volvo S40 erfolgreich. Und auch ein Deutscher konnte bereits ein Rennen am Mount Panorama gewinnen: 1985 siegte John Goss (AUS) gemeinsam mit Armin Hahne in einem Jaguar XJ-S.

Die Strecke

Der Mount Panorama Circuit wurde 1938 fertiggestellt, und ist im Prinzip eine öffentlich zugängliche Straße. Wenn nicht gerade Motorsportveranstaltungen stattfinden, kann man mit seinem eigenen Auto die Strecke kostenlos abfahren – mit maximal 60 Stundenkilometern.

Der Kurs ist 6,2 Kilometer lang und hat insgesamt 23 Kurven, die alle mit klangvollen Namen versehen sind.

Beispiel gefällig? Turn 1 nennt sich gleich mal Hell Corner und ist eine 90-Grad-Linkskurve. Ihren Namen verdankt die Kurve einem Baumstumpf, der früher am Kurvenscheitel stand und angeblich jeden Motorradfahrer, der ihn berührte dazu verdammte “nach einer Dummheit”, die ihn direkt in die Hölle bathurstschicken sollte, zu sterben. Nun ja…

Danach geht es die Mountain Straight hinauf zu Griffins Bend, einer mittelschnellen Rechts ohne Auslaufzone, wer sich dort verschätzt landet unweigerlich in der Mauer.

Hat man diese Passage hinter sich gelassen, landet man in The Cutting, einer Doppel-Linkskurve, die zuerst im vierten dann im zweiten Gang durchfahren wird und bergauf führt. Die Fahrbahn ist dort sehr eng, überholen eigentlich unmöglich.

Als nächstes geht es durch Reid Park, Frog Hollow und Sulman Park – einer Kombination aus schnellen Rechts- und Linkskurven, die zudem über einige Kuppen und Senken führen.

Nun hat man Brock’s Skyline erreicht und befindet sich am höchsten Punkt der Strecke. Es folgen The Esses und The Dipper. The Dipper ist eine Schikane, die stark abfällt und für mich ist sie eine der spektakulärsten Stellen in Bathurst.

Nach einem weiteren Kurvengeschlängel erreichen wir Forrest’s Elbow. Diese Linkskurve führt uns zur mit 1,3 Kilometern längsten Geraden der Strecke, auf der die V8 Supercars 300km/h erreichen.

Am Ende der Geraden wartet mit The Chase ein Rechtsknick, der mit Vollgas genommen wird und zudem in eine Senke führt (Wie man The Chase nicht durchfahren sollte, zeigte Fabian Coulthard 2010). Danach wird bis in den zweiten Gang heruntergebremst und es geht durch eine weitere Schikane.

Hat man diese hinter sich gelassen muss man nur noch durch Murray’s Corner und man befindet sich wieder auf der Start-Ziel-Geraden.

Den Rundenrekord hält Jamie Whincup mit einer Rundenzeit von 2:08.4651, aufgestellt im Jahr 2007. Im letzten Jahr holte sich Will Davison (FPR) mit einer 2:08.0693 die Pole Position.

Hier führt uns Rick Kelly zwei Runden über den Mount Panorama – einmal mit und einmal ohne Kommentar:

Kleine Randnotiz: Jenson Button drehte in Bathurst 2011 zu PR-Zwecken einige Runden in einem McLaren MP4-26 und erreichte eine Bestzeit von 1:48.88.

Ausblick

In diesem Jahr erwartet uns wieder ein Rennen über 161 Runden. Whincup brauchte dafür bei seinem Sieg im letzten Jahr etwas mehr als 6 1/4 Stunden.

Die Fahrer-Lineups dürften ja mittlerweile bekannt sein, wer sie sich nochmal in aller Ruhe zu Gemüte führen möchte, kann ja einen Blick in unser Forum werfen. Neu dabei, aber leider nur in Bathurst, sind Andy Priaulx und Mattias Ekström, die im dritten Auto von Triple Eight an den Start gehen werden (mit XBox-Lackierung). Während Ekström sein Debüt bei den V8 Supercars feiert, hat Priaulx schon zehn Einsätze vorzuweisen, drei davon in Bathurst.

TV- bzw. Live-Stream Zeiten

An der derzeitigen TV-Situation hat sich nicht sonderlich viel geändert, man wird sich also wieder nach den entsprechenden Alternativen umschauen müssen. Einen Livestream wird es auf der offiziellen Homepage der V8 Supercars geben. Dieser ist jedoch kostenpflichtig. Für Europäer gäbe es noch die Möglichkeit via Motors TV.

Die genauen Startzeiten zum Rennen, und auch einiger Rahmenrennen, findet ihr wie gewohnt in unserem TV-Planer.

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October 09 2010

07:05

V8 Supercars: Das Bathurst 1000

Die Strecke:

Wenn man denkt, man hat alles an kranken Strecken aus Europa und Amerika gesehen, dann sollte man mal nach Australien gucken: Denn dort gibt es den Mount Panorama Circuit. Die (Teilzeitrenn)strecke ist der absolute Wahnsinn und würde so heute auf keinen Fall mehr gebaut werden. Beispiele gefällig: Über die “Hell Corner” kommt man auf die “Mountain Straight”, eine 1 Kilometer lange Gerade, die zuerstmal abfällt – die Strecke hat 174 Meter (!) Höhendifferenz – und an deren Ende man jetzt Auslaufzone erwarten könnte. Diese besteht aus einer Betonwand. Kein Kies, keine Wiese , gefühlte 2 Meter Asphalt. Wer sich hier verbremst, darf sich die Front seines Autos fast immer runderneuern lassen.

Für die anderen Streckenteile zitiere ich aus der sehr schönen letztjährigen Vorschau vom Kollegen Stefan Tegethoff (http://www.racingblog.de/2009/10/09/v8-supercars-bathurst-1000/ ) :

Auf 23 Kurven kommt man bei üblicher Zählweise, und es gibt eben auch das, was man auf modernen Strecke so oft vermisst: klangvolle Namen, die Geschichten erzählen. Die erste Kurve ist die 90°-Links „Hell Corner”, den Berg hinauf durchfährt man unter anderem „The Cutting”, „Reid Park” (benannt nach dem damaligen städtischen Ingenieur Hughie Reid, der dafür Sorge getragen hat, dass die Touristen-Straße auf den Berg so gebaut wurde, dass man dort auch Rennen fahren kann), „Sulman Park” und „McPhillamy Park” (nach der Familie, der mal ein Großteil des Geländes gehört, das heute Park und Rennstrecke beheimatet). Der Gipfel nennt sich „Brock’s Skyline” (ursprünglich nur Skyline, aber man fügte später den Namen des berühmten neunfachen Siegers Peter Brock hinzu), danach geht’s bergab durch die „Esses”, von denen wohl der berühmteste Abschnitt „The Dipper” ist; es folgen „Forrest’s Elbow” (benannt nach einem Motorradfahrer, der sich in dieser Kurve bei einem Sturz den Ellbogen verletzt hat) und die ewig lange „Conrod Straight” (die heißt tatsächlich so, weil da dem Fahrer Frank Kleinig ein Pleuel, also connection rod oder kurz con-rod kaputt gegangen ist).

Seit 1938 werden hier Rennen gefahren und es gab in dieser Zeit nur eine einzige wesentliche Änderung an der Streckenführung. Die Conrod Straight war bis 1986 ganze 2,1 Kilometer lang. Im Jahre 1987 wollte man die neue Tourenwagen-Weltmeisterschaft in Bathurst fahren lassen. Diese unterstand der FIA, die aber keine Geraden von über 1,5 Kilometern Länge erlaubte, sodass man eine Kurvenkombination einbauen musste: „The Chase” wurde hinzugefügt, bestehend aus einem heute mit 300 km/h gefahrenen Rechtsknick und einer darauf folgenden anspruchsvollen Links-Rechts-Kombination – ein durchaus gelungener Umbau.

„The Chase” ist neben „McPhillamy Park” eine von nur zwei Streckenabschnitten mit ausreichenden Kiesbetten

Diese Streckenbauweise ist natürlich auch verdammt gefährlich. Schwere Unfälle sind bedauerlicherweise bei dem Rennen keine Seltenheit. Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man sich das Rennen anguckt, und auf ein Rennen ohne schlimmere Zwischenfälle hoffen. Denn diese provoziert die Strecke durch ihre an einen Berg angelehnte Bauweise und damit schwer einsehbare Kurven und sehr nahe Mauern.

Das Rennen:

Es ist ein Langstreckenrennen über 1000km, daher auch der Name Bathurst 1000, was einer Rundenanzahl von 161 entspricht. Es ist DAS Rennen, des australischen Motorsports, dort unten auch einfach nur bekannt als “The Great Race”, 52 Ausgaben gab es bisher. Das Event findet im Rahmen der australischen V8-Supercars-Meisterschaft statt. Pilotiert werden die 31 Wagen (modifizierte Ford Falcons oder Holden Commoderes) während des Rennens von 2 Piloten.

Die Fahrer:

Sie kommen natürlich hauptsächlich aus der australischen V8-Meisterschaft, aber einige Gaststarter sind auch dabei. Zu den Bekanntesten zählt sicherlich Ryan Briscoe, der ja sonst in der Indycar Series für Roger Penske fährt. Er wird zusammen mit Andrew Thompson für das Bundaberg Red Racing Team an den Start gehen. Das Auto trägt die Nummer 10. Das zweite Auto dieses Teams (#24) wird pilotiert von Fabian Coulthard, der ein Cousin David Coulthards ist und Craig Baird. Craig Bird ist ein sehr erfolgreicher Tourenwagenfahrer in Neu-Seeland und gewann dort unter anderem den Porsche GT3 Cup und die neuseeländische V8-Meisterschaft.

Auch dabei ist David Brabham, dieses Jahr Klassensieger in Le Mans, der es nach seinem letzten Einsatz 2005 wieder versucht. Zusammen mit dem erfahrenen Tourenwagenfahrer Alex Davison wird er das Auto mit der Nummer 4 von IRWIN Racing pilotieren.

Als eines der Favoriten-Autos gilt sicherlich die Startnummer 1 vom Team Vodafone, ein hochkarätig besetztes Fahrzeug: Jamie Whincup, der das Rennen 2006, 2007 und 2008 gewann wird zusammen mit  Steve Owen, der noch keine besonderen Erfolge vorzuweisen hat , versuchen das Rennen ein viertes Mal zu gewinnen. Auf keinen Fall zu unterschätzen ist auch das zweite Vodafone Auto mit der Startnummer #888, pilotiert von Craig Lowndes, 4-maliger Sieger des Rennens. Interessant ist, dass er 3 seiner 4 Siege mit Jamie Whincup zusammen erringen konnte, man sie in diesem Jahr aber in unterschiedlichen Autos fahren lässt. Unterstützt wird Craig Lowndes von Mark Skaife, 5(!)-maligem Sieger des Bathrust 1000. Vom Papier her sicherlich das stärkste Auto.

Nicht zu vergessen sind allerdings auch die 2 Autos vom Team Toll Holden Racing, die die Vorjahressieger, dieses Jahr in getrennten Fahrzeugen beinhalten. Zuerst wäre da die #2, pilotiert von Garth Tander. Der zweite Fahrer ist Cameron McConville, der schon seit vielen Jahren in der V8-Series fährt, die ganz großen Erfolge blieben ihm allerdings bisher verwehrt. Das zweite Auto ist die #22 mit Vorjahressieger WIll Davison. Sein Partner ist David Reynolds, der erst seit letztem Jahr regelmäßig in der V8-Meisterschaft unterwegs ist.

Ebenfalls gut bestetzt ist die Startnummer 5 mit Mark Winterbuttom und Luke Youlden vom Orcon Steel Team. Winterbuttom ist ein erfolgreicher Fahrer in der V8-Meisterschaft. Die letzten 4 Jahre war er immer in den Top 5 der Meisterschaft.

Mein persönliches “Dark Horse” ist die Nummer 55, die von Greg Murphy und Allan Simonsen pilotiert wird. Greg Murphy ist 4-facher Bathrust 1000 Sieger.

Die Übertragung:

MotorsTv überträgt das komplette Event live von 22.00 Uhr bis 9.00 Uhr unserer Zeit. Da der Rennstart erst um 1 unserer Zeit ist (ohne Gewähr !), sieht es so aus als würde man die Rahmenrennen und das Pre-Race Prozedere mit übertragen. Da aber kaum noch jemand MotorsTv empfängt, muss man entweder auf die üblichen Quellen hoffen, oder darauf ,dass das Rennen auf der offiziellen Website http://www.v8supercars.com.au/ gestreamt wird, was allerdings mit etwas Pech “Geoblocking” beinhalten dürfte, das heißt man braucht eventuell eine australische IP…

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