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May 13 2013

08:04

Formel Eins: Analyse GP Spanien 2013

Besonders spannend war das Rennen in Spanien ja nicht, dafür bot es aber einige Überraschungen. Und Pirelli zieht die Notbremse.

F1 Spa 13 00022 300x200 Formel Eins: Analyse GP Spanien 2013 Die Zahl des Tages lautet: 4. Denn viermal mussten die Topteams, abgesehen von Lotus, an die Box kommen, um neue Reifen aufzuziehen. Dabei gilt der Kurs in Barcelona nicht mal als reifenmordend, die Temperaturen hielten sich auch in Grenzen und Pirelli hatte die härtesten Mischungen an die Strecke gebracht, die man überhaupt im Programm hat. Doch auch diese lösten sich schneller auf, als man zuschauen konnte. Fast alle Teams beobachteten die Reifentemperaturen im Zehntelgradbereich und bremsten ihre Fahrer massiv ein. Hinter den Kulissen muss es gekracht haben, denn Paul Hembery, Motorsportchef von Pirelli, kündigte sofort nach dem Rennen an, dass man für Silverstone neue Reifenmischungen haben würde. Vermutlich werden es die aus dem Jahr 2012 sein. Aber nicht alle Teams werden mit den Änderungen zufrieden sein.

Vor allem Ferrari und Lotus haben sich auf die diesjährigen Reifen sehr gut eingestellt. Zwar musste auch der spätere Sieger Fernando Alonso viermal an die Box, aber seine Reifen sahen bei weiten nicht so zerfleddert aus, wie die der Konkurrenz. Es war schon erstaunlich anzusehen, wie Red Bull, Mercedes und der Rest des Feldes unter den zerbröselnden Reifen litt. Vettel war nur in den ersten Runden in der Lage, wirklich um den Sieg mitzufahren. Gegen Ende der Stints brachen seine Reifen so sehr ein, dass er teilweise 2 Sekunden langsamer als die direkte Konkurrenz war. Das ist dann doch etwas viel und entspricht nicht dem Kräfteverhältnis in der Formel Eins. Vettel verlor pro Runde im Schnitt 0,5 Sekunden auf den siegreichen Ferrari und sah nach dem Rennen auch etwas zerknirscht aus. Ob Red Bull noch das beste Auto im Feld hat, ist schwer zu sagen, auf jeden Fall hat Ferrari deutlich aufgeholt. Die Ferrari legten einen konstanten Speed hin, erstaunlich war, dass man sogar aggressiv unterwegs sein konnte. Massa musste sich mehrfach an der Konkurrenz vorbeiwühlen, konnte sich aber rundenlang erlauben sehr gute Zeiten zu fahren. Alonso beließ es bei seiner konstanten Fahrt und zermürbte so seine Gegner.

Kimi Räikkönen hätte durchaus eine Chance auf den Sieg haben können, hätte er im ersten Renndrittel nicht so lange hinter Rosberg und Massa gehangen. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass er aufgrund seiner Strategie am Ende des Rennens gegen Alonso auch wenig hätte ausrichten können, da dieser mit neuen Reifen unterwegs gewesen ist. Räikkönen hätte nach dem letzten Stopp des Ferrari mindestens 20 Sekunden Vorsprung haben müssen, um ernsthaft den Sieg anzupeilen. Davon war Lotus sehr weit entfernt, was nicht nur am Verkehr in den ersten Runden gelegen haben dürfte. Ferrari hat auf der anderen Seite mal wieder Massa geopfert, um Lotus unter Druck zu setzen. Statt den Brasilianer gegen Mitte des Rennens etwas früher reinzuholen, ließ man ihn mit schlechten Reifen draußen, wo er viel Zeit verlor. Gebracht hat es am Ende nichts, Lotus ließ sich in seiner Strategie nicht beirren. Rechnet man den zusätzlichen Stopp von Alonso zum Endergebnis, dann sieht man, wie dominant Alonso unterwegs war.

Mercedes hatte wie erwartet einen schweren Nachmittag. Rosberg konnte seine Pole immerhin ein paar Runden lang in eine Führung umsetzen, musste sich dann aber beiden Ferrari und Red Bull geschlagen geben. Vermutlich wäre auch Grosjean noch an ihm vorbei gekommen, wenn dessen linke Hinterradaufhängung nicht kollabiert wäre. Hamilton erging es noch schlechter. Er verlor 11 Plätze und landete am Ende auch noch hinter dem Sauber von Esteban Guiterrez. Im Paddock rätselt man darüber, was mit Mercedes passiert ist. Die Vermutung lautet, dass die Deutschen eine “Vorstands-Pole” gefahren sind, also auf ein aggressives Setup gesetzt haben. Immerhin war Daimler-Vorstand Dieter Zetsche anwesend. Dafür spricht auch die extrem langsame Einführungsrunde, die Rosberg hinlegte. Die Kombination aus aggressivem Quali-Setup und dem damit verbundenen hohen Luftdruck in den Reifen zwangen beide Mercedes dazu, die Einführungsrunde langsam anzugehen, um die Reifen nicht schon vor dem Start zu überhitzen. Vettel beschwerte sich per Funk über die langsame Herangehensweise, konnte er seine Reifen mit der Fahrweise nicht auf Temperatur bringen.

Niki Lauda behauptete nach dem Rennen, Mercedes habe das schnellste Auto, nur mit den Reifen käme man nicht so gut klar. Das ist ein Witz. Die Deutschen verlieren pro Runde rund eine Sekunde auf die Ferrari, was in etwas dem Abstand entspricht, den man seit Anfang des Jahres mit sich schleppt. Auch bei den schnellsten Rennrunden sieht das nicht anders aus. Alonso stoppte das letzte Mal in Runde 49 und fuhr in Runde 53 mit 1.26.681 min seine beste Runde, Rosberg hielt in Runde 47 und landete in Runde 56 mit 1.27.591 min seine schnellste Runde. Man war also ungefähr gleichwertig unterwegs aber selbst mit frischen Reifen gelang Rosberg keine schnellere Zeit. Die Frage ist, ob das nur an den Reifen liegt, oder ob die Setup-Möglichkeiten von Mercedes so begrenzt sind.

Hamilton beklagte sich während des Rennens, dass er von einem Williams überholt wurde und dass er nicht noch langsamer fahren könne, auch wenn man das von ihm verlange würde. Es ist schon ungewöhnlich, dass Mercedes keine Abstimmung wählt, die die Reifen weniger belastet. Das kann zwei Gründe haben: Entweder, es geht nicht anders, oder man glaubt, dass man besser klarkommt, wenn man versucht den Wagen möglichst lange aus Zweikämpfen heraus zu halten. Auffallend war schon, dass Rosberg, waren die Konkurrenz an ihm vorbei, durchaus ansprechende und konstante Rundenzeiten fahren konnte, solange er alleine unterwegs war. Ob sich das Problem ändert, wenn Pirelli wie versprochen härtere Mischungen mitbringt, bezweifel ich aber mal. Der erhöhte Reifenverschleiß ist ja grundsätzlich vorhanden. Warum Rosberg besser unterwegs war als Hamilton, ist schwer zu sagen. In Bahrain war es genau umgekehrt, was zusätzlich verwirrt. Mag sein, dass der Brite ein noch aggressiveres Setup gewählt hat, seine Rundenzeiten waren im Vergleich zu Rosberg deutlich schlechter. Es ist ja nett, dass Mercedes nun dreimal hintereinander die Pole holen konnte, wenn man aber bei zwei Rennen einen Wagen aus den Punkten verliert, ohne dass es einen sichtbaren technischen Defekt gegeben hätte, ist das schon etwas merkwürdig.

Zwar gilt die alte Regel: “Es ist leichter, ein schnelles Auto standfest zu bekommen, als ein langsames Auto schnell”, aber es ist über die bisherige Saison wie gesagt kein Fortschritt zu sehen. Der Reifenverschleiß ist weiterhin sehr hoch, selbst mit den “Hard/Medium”. Mit den “Soft” machte der W04 auch nicht den besten Eindruck, aber die Reifen lösen sich bei allen Teams ja zu schnell auf. Fernando Alonso hat nach dem Rennen allerdings gesagt, dass Mercedes das Team sein könnte, dass in Monaco siegen wird. Die Chancen dafür stehen in der Tat nicht schlecht, denn in Monaco kann man ja so wie nicht überholen und auch über die Strategie geht es nur schwer. Kann gut sein, dass man in 14 Tagen zwei Mercedes sehen wird, die den Rest des Feldes hinter sich herziehen.

McLaren war in Spanien, trotz eines mehr oder weniger komplett neuen Autos, weiterhin nicht in der Lage, den Rückstand zu verkleinern. Perez und Button lagen am Ende rund eine Runde zurück, man verliert also weiter mehr als eine Sekunde pro Runde. Da die anderen Teams auch nicht langsamer werden, haben die Updates den Abstand nur minimal reduziert. Perez fuhr ein gutes Rennen, war teilweise recht aggressiv unterwegs, hatte aber auch mit den Reifen zu kämpfen. Button, der in Q2 hängen geblieben war, landete am Ende sogar noch vor Perez, weil er einen Stopp weniger einlegen konnte.

Die Force India waren in Spanien nicht ganz so stark, wie ich es erwartet hatte. Offenbar hatten auch die Inder mit mehr Reifenverschleiß zu kämpfen, als man erwartet hatte. Di Resta holte mit P7 ein gutes Ergebnis, doch Adrian Sutil war mal wieder der Pechvogel. Nach dem Start lag er auf P8, doch beim ersten Stopp hatte er ein, bisher nicht näher erklärtes, technisches Problem und verlor rund eine Minute and der Box. Danach war sein Rennen logischerweise gelaufen. Immerhin stimmte danach die Pace, denn er verlor gar nicht mehr so viel Zeit auf die Führenden. Da wäre bei einem normalen Rennverlauf deutlich mehr drin gewesen.

Toro Rosso und Williams taten sich schwer, etwas besser lief es für Sauber, die den Wagen ebenfalls stark umgebaut hatten. Hülkenberg lag auf Punktekurs, als er sich in einem dämlichen Manöver beim Boxenstopp den Frontflügel abfuhr. Das Team hatte ihn erst zu früh rausgelassen und der Deutsche rasierte sich den Flügel auch noch selbst verschuldet ab, weil er nicht vom Gas gehen wollte. Immerhin landete Guiterrez auf P11 und er fuhr die schnellste Runde des Rennens.

Es war kein besonders schöner Grand Prix, zumal die Sache an der Spitze nach rund der Hälfte des Rennens klar war. Pirelli steht nun ordentlich unter Druck. Das ist man teilweise aber auch selber schuld. Zwar hat man die Anweisung der FIA, die Reifen sollten nicht mehr als 20 Runden halten, umgesetzt, aber die Pneus bauen nicht linear ab, sondern haben einen fürchterlichen Drop-Off. Auch das Graining ist etwas, was man nicht sehen will. Dazu kommen zwei merkwürdige Reifenschäden in Spanien, wo sich die Lauffläche von der Karkasse gelöst hat. Ein Kollege schrieb mir gestern per Mail, unter den Teams gäbe es die Vermutung, dass die Konstruktion des Reifen misslungen sein. Das Graining sei unter anderem auf die extrem dünne Lauffläche zurückzuführen. Diese sei so dünn, dass sie die Hitze nicht ableiten könne. Ich bin kein Reifenexperte, daher kann ich das nicht beurteilen. Klar ist aber, dass das Graining in diesem Jahr auf fast allen Strecke und bei allen Temperaturen auftritt. Das hat man in den letzten Jahren nicht gesehen und Pirelli hat den Aufbau des Reifens in diesem Jahr verändert.

Das nächste Rennen wird in 14 Tagen in Monaco sein. Bisher hat Pirelli für dieses Rennen die Mischungen “Soft/Supersoft” angekündigt.
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Bilder: Ferrari, Lotus, Red Bull/Gepa, Daimler AG, Force India, McLaren, Toro Rosso/Gepa, Sauber, Williams, Caterham

 Formel Eins: Analyse GP Spanien 2013

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May 09 2013

16:02

Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2013

Nach einer dreiwöchigen Pause steht mit dem GP von Spanien traditionell das erste Europa-Rennen auf dem Programm. Die Teams werden, wie jedes Jahr, eine Menge Updates mit nach Barcelona bringen.

spango 300x167 Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2013 Eine Vorschau für den anstehenden Grand Prix in Spanien zu schreiben, ist jedes Jahr sehr schwer. Im letzten Jahr überraschte plötzlich Williams mit einer Pole und einem herausragenden Sieg, während der Rest mehr oder weniger hinterher fuhr. Das Problem ist, dass man die Updates nicht einschätzen kann. Die Teams haben seit dem letzten Test im Februar und den ersten Rennen an Verbesserungen gearbeitet und diese Updates schraubt man jetzt in Spanien ans Auto. Wie sich der Wagen mit den Updates auf der Strecke verhält, ist dann wieder eine andere Frage. Bekanntermaßen liegt man schnell mal gerne daneben und die Arbeit von mehreren Wochen ist dann hinfällig. Denn nicht alles, was im Windtunnel oder am CFD-Rechner gut aussieht, passt auch in der Realität.

Theoretisch sollte die Strecke Red Bull liegen, die zu dem mit der Reifenwahl zufrieden sein dürften. Denn Pirelli bringt die Mischungen “Hard/Medium” mit. Das ist eine sehr konservative Wahl, setzte man im letzten Jahr doch auch auf “Hard/Soft”. Doch weil die weiche Mischung in diesem Jahr kaum durchhält, hat sich der Reifenhersteller wohl für die konservative Variante entschieden, damit die Diskussion nicht wieder ausartet. Dazu kommt, dass man bei der harten Mischung einen Schritt zurückgegangen ist, und man die Version aus dem letzten Jahr nutzt. Die ist härter, als die Mischung aus diesem Jahr. Dem Red Bull liegen bekanntermaßen beide Mischungen und auch der Kurs in Barcelona kommt dem Wagen entgegen. Dementsprechend sollten die Wagen auch in Spanien ganz vorne mitfahren können und für den Sieg in Frage kommen.

Auf Augenhöhe sollten die Ferrari unterwegs sein. In der letzten Woche hieß es aus Maranello, dass man das Potenzial des neuen Chassis erst zu 60% ausgenutzt hat. Man bringt weitere Updates mit nach Spanien, die dem Wagen einige Zehntel bringen sollen. Problematisch war in letzter Zeit für Ferrari die Frage, ob man besser mit der “Hard”, oder “Medium” Mischung klar kommt. In den letzten Rennen probierte man beide Varianten aus, ohne das es dabei von außen betrachtet einen großen Erkenntnisgewinn gab. Dennoch: Für Alonso ist es der Heim-GP, da wird die Motivation noch größer sein.

Dahinter dürfte Lotus liegen, die mit den härten Reifen aber keinen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz habe. Es scheint so, dass, der E21 vor allem bei der Verwendung von weichen Reifen den Gegner in Sachen Verschleiß einen Schritt voraus ist. Die harte Mischung, die sowieso lange durchhält, bringt hingegen nichts, dass alle anderen Teams dort auch wenig Verschleiß sehen. Allerdings ist Lotus mit den harten Reifen der erste Kandidat für eine Zwei-Stopp-Strategie, die in Spanien durchaus etwas bringen kann.
Lotus ist in der Woche aus deswegen in die Schlagzeilen gekommen, weil Designer James Allison das Team verlassen hat. Der Brite ist wohl für den Erfolg des Team mitverantwortlich und gilt als ein wichtiger Bestandteil des Deals, den Lotus mit Kimi Räikkönen hat. Wohin Allison wechseln wird, ist unbekannt. Eine Variante wäre McLaren, Ferrari und Mercedes haben schon gesagt, dass man kein Interesse habe. Bei Mercedes ist das angesichts der Dichte an Ingenieuren nachvollziehbar, bei Ferrari hält Pat Fry die Zügel in der Hand. Als weiterer neuer Arbeitgeber wird Williams genannt.

Mercedes dürfte in Spanien wieder unter Druck kommen. Die Testzeiten im Winter, die man nach den schon erfolgten Updates natürlich unter Vorbehalt betrachten muss, sahen nicht sonderlich gut aus. Aber auch hier gilt, dass die Neuentwicklungen natürlich wieder alles ändern können. Das Problem des W04 ist weiter sein inkonstanter Reifenverschleiß, der auch für das Team schwer einzuschätzen scheint. In Bahrain ging man davon aus, dass man die Pole von Rosberg zumindest in ein Podium würde ummünzen können, am Ende ging man dann relativ sang- und klanglos unter.

Der Druck auf Mercedes wird von Force India kommen, die scheinbar ebenbürtig sind. Zwar können die Inder nicht mehr wie im letzten Jahr die Stintlängen beliebig variieren, aber in Sachen Verschleiß sind sie besser aufgestellt, als Mercedes. Nach mageren Rennen von Sutil ist es auch wieder an der Zeit, dass Deutsche etwas mehr Glück hat. P5 im Rennen halte ich für einen Force India für nicht unrealistisch.

McLaren wird den mittlerweile zur “B-Variante” gewandelten 2013er Wagen vermutlich noch weitere Updates verpassen. In Bahrain lief es schon etwas besser, auch wenn man immer noch rund eine Sekunde hinter der Spitze hinterher hing. Der Abstand wird in Spanien vermutlich nicht schrumpfen, weil die anderen ja auch einen Schritt nach vorne machen, oder es zumindest hoffen. Ich sehe weiterhin nicht, wie McLaren den Abstand in diesem Jahr auf Null reduzieren will, lasse mich aber gerne überraschen.

Dahinter hat sich eine kleine Lücke aufgetan. Sauber und Toro Rosso fahren ungefähr auf einem Niveau, wobei der Sauber im Rennen oft keine gute Figur macht, während die Italiener etwas besser dastehen. Williams ist leider weiter im Nirvana, so um P16 rum und es macht auch nicht den Eindruck, als ob dem Team große Fortschritte gelingen würden.


Strategie:

Die Teams kennen Spanien wie ihre Westentasche. Es gibt vermutlich keinen Grashalm, den man nicht kennt. Abriebwerte, Streckentemperaturen usw. sind in den Datenbanken vorhanden, die harten Reifen kennt man aus dem letzten Jahr, also ist der strategische Spielraum relativ eng. Zwischen den “Hard” und “Medium” Mischungen dürften in der Quali rund 0,8 Sekunden liegen, im Rennen sieht die Sache aber anders aus. Mit aufbauenden Gummibelag auf der Strecke dürfte der Unterschied auf 0,5 Sekunden sinken.

Bleibt die Frage, wie oft man stoppen möchte. Die Boxengasse in Spanien ist kurz, man verliert rund 20 Sekunden bei einem Stopp. Die Verlockung, dreimal zur Box zu kommen, ist also groß und dürfte auch die Strategie der vorderen Teams sein. McLaren könnte es mit zwei Stopps versuchen, dann müssten aber die Medium sehr lange durchhalten, was ich nicht so richtig sehe.

So gesehen könnte das Rennen in Spanien ein wenig eintönig werden. Die Strategie dürfte bei fast allen vorderen Teams gleich sein, die Überholmöglichkeiten sind gering. Da man aber in den letzten Rennen sehr nah zusammenlag, könnte sich ein spannendes Rennen im vorderen Mittelfeld entwickeln.

 Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2013

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March 08 2012

16:52

WTCC: Saisonvorschau 2012

Die WTCC startet dieses Wochenende schon in ihre neue Saison. Nach den offenen Chevyopen letztes Jahr sieht es dieses Jahr leider nicht viel besser aus. Das Positive ist aber, dass wieder mehr Werke in die Serie drängen.

Kalender und Regeländerungen:

Doch zunächst zu ein paar allgemeinen Sachen. Allem vorran der Kalender der diesjährigen WTCC-Saison:

1.  10/11 März  Monza  Autodromo di Monza 2.  31 März/01 April  Valencia Circuit Ricardo Tormo 3.  14/15 April  Marrakesch  Circuit de Marrakech 4.  28/29 April  Slovakei  Slovakia Ring 5.  05/06 Mai  Budapest  Hungaroring 6.  19/20 Mai  Salzburg  Salzburgring 7.  02/03 Juni  Estoril  Circuito do Estoril 8.  21/22 Juli  Curitiba  Autódromo Internacional de Curitiba 9.  22/23 September  Sonoma  Infineon Raceway 10.  20/21 Oktober  Suzuka  Suzuka East Circuit 11.  03/04 November  Shanghai  Shanghai International Circuit 12.  16/18 November  Macao  Circuito da Guia

12 Rennen auf 5 Kontinenten wird man bestreiten, 6 davon in Europa. Eine gute und ansprechende Mischung für eine Weltmeisterschaft, auch wenn es gerne 2 Rennen mehr seien dürften. Das Problem ist, dass die WTCC dann in Logistikprobleme kommt, da einem natürlich nicht die Transportmöglichkeiten der Formel 1 zur Verfügung stehen. So sieht der Kalender rein von Daten her leider etwas komisch aus mit 8 Rennen in 5 Monaten und die restlichen 4 Rennen in 4 Monaten. Die großen logistisch bedingten Pausen am Ende des Kalenders lassen das Ganze immer ein bisschen zäh und zusammenhangslos wirken.

Starten wird man die Saison in Monza dieses Wochenende, danach bringt man den Spanienbesuch hinter sich, den jede Serie macht. Die gute Nachricht ist man fährt nicht in Barcelona sondern in Valencia, und dort auch nicht auf dem unsäglichen Stadtkurs, obwohl der vielleicht für Tourenwagenrennen gar nicht so schlimm wäre, sondern die Strecke, wo auch die MotoGP ihre Rennen absolviert. Das Motorland Aragón hätte mir zwar besser gefallen, aber Hauptsache man sieht mal nicht Barcelona. Danach geht man nach Marrakesch und da muss man fragen: Warum?. Der letzte Marrakesch Auftritt war sowohl mit der damaligen Begleitserie Formel 2, als auch mit den Tourenwagen ein mittelschweres Desaster, da die Streckenposten ewig brauchten, um verunfallte Fahrzeuge von der Strecke zu kriegen. Bei der kurzen Rennlänge der WTCC laufen dann ganz schnell Großteile des Rennens unter gelb ab. Zu der Verteidigung der Streckenposten muss man sagen, dass die WTCC-Piloten bei ihrem letzten Auftritt auf dem Stadtkurs auch echt Schrott am laufenden Band produziert haben. Aber dann war da auch unter anderem noch, die nicht funktionierende Ampelanlage…

Nach Marrakesch wollte man eigentlich nach Argentinien, blos dieses Rennen kam nicht zu Stande. weswegen man den Slovakia Ring als Ersatzstrecke gewählt hat. Danach geht man auf den immer noch als Micky-Maus-Kurs verschrienen Hugaroring, obwohl die Rennen dort eigentlich nie so schlecht sind. Der Salzburgring und Estoril bilden den Abschluss des Europateils des Kalenders. Sehr schade ist das Fehlens eines Rennens in Deutschland, ebenso wie es kein Rennen in Frankreich und England gibt. Nach Estoril setzt man über nach Brasilien und fährt in Curitiba und danach und das ist sehr erfreulich in Sonoma. Somit hat man es geschafft einen Nordamerikaauftritt auf einer nicht uninteressanten Strecke zu organisieren. Man verlässt Amerika dann Richtung Asien, fährt in Suzuka und in Shanghai. Dort zum Glück auf der Grand-Prix-Strecke und nicht auf der Kartbahn, auch wenn leider wieder kaum Zuschauer da sein werden. Den Abschluss der Saison bildet wie jedes Jahr das Destruction-Derby in Macao.

Zur neuen Saison gibt es auch einige Regeländerungen, hier die Wichtigsten: Die Rennen sind jetzt wenigstens 10 Kilometer länger (60 Kilometer). Dies ist nur zu begrüßen, auch wenn 75 oder gar 100 Kilometer vielleicht ein vernünftigerer Ansatz wären. Es gibt jetzt Punkte fürs Qualifing und zwar 5 für den Bestplatzierten, 4 für den Zweitplatzierten und so weiter, ist keine große Änderung, wertet das Qualifying aber nochmals auf. Außerdem kommen nun 12 statt 10 Fahrern in Q2. Die Startaufstellung für Rennen 2 bestimmt sich nun nich tmehr nach der umgekehrten Reihenfolge von Q1 sondern nach der von Q2. Es können nur noch Wagen Q2 erreichen, die in der Meisterschaft eingetragen sind, also Meisterschaftspunkte sammeln. Desweiteren verteilt die WTCC weiterhin Karten, nun gilt: Wer 2 statt 3 Mal wegen fahrerischen Vergehen auf der Strecke bestraft wird, muss beim nächsten Rennen 10 Plätze nach hinten. Ursprünglich hieß es, dass man nur noch einen Motor für die ganze Saison verwenden darf, dies wurde jedoch vermutlich auf Bestreben von Ford und Seat dahin geändert, dass man bis zum Hungaroring seinen Motor strafenfrei wechseln darf. Zuletzt wird es ab diesem Jahr auch in der WTCC wie in der Formel 1 einen “Fahrersteward” geben.

Die Hersteller:

Chervrolet: Nachdem nicht unüberraschend erfolgreichem Jahr 2011 kehrt Chevrolet auch 2011 wieder werksseitig zurück in die Serie. Zwischen den Zeilen hat man in Interviews immer wieder herausgehört, dass man den großen Erfolg, den man hat natürlich begrüße, aber aus Marketinggründen einige andere Werke doch wünschenswert wären, ansonsten könnte man darüber nachdenken, sein Engagement etwas zurückzufahren. Weitere Werke werden wohl kommen, weswegen Chevrolet sich wohl entschied, auch dieses Jahr mit 3 Autos anzutreten. Es gab sogar Gerüchte, dass man ein 4. Auto für Alex MacDowall einsetzen könnte, letzendlich blieb man jedoch bei 3 Wagen. Von Seiten der FIA hat man sich gedacht, dass man um die Chevrolets etwas einzubremsen ihr Mindestgewicht um 30kg erhöht, was eine ganze Menge ist. Später hat FIA da nochmal drüber geschaut. und lediglich 10kg raufgepackt. Ob das reicht, wird man sehen müssen. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat sich technisch wenig getan, die Werkschevrolets werden mit neuen Aufhängungen und einem leicht überabeitetem Motor an den Start gehen. Desweiteren verschwindet die Landesflagge des jeweiligen Fahrers vom Dach und die Lackierung wurde etwas überabreitet, so dass die Autos jetzt etwas schnittiger wirken.

Seat: Weiterhin unterstützt Seat nur, allerdings mehr als im letzten Jahr. Man hat sich im Winter vor allem auf das eine große Problem konzentriert: Den Motor. Dieser wird jetzt nicht bei dem mit Seat eng verbundenem SunRed-Team gebaut, sondern bei Seat selbst. Damit will man einen Flop wie das verspätete Auftauchen des neuen Motors letztes Jahr, der dann nichtmal mehr besonders konkurrenzfähig war, vermeiden. Der neue Motor soll bei den Testfahrten wohl erstaunlich gut und zuverlässig gelaufen sein. Eventuell will sich Seat ab 2013 wieder komplett werksseitig engagieren, sicher ist man sich da aber noch nicht.

BMW: Kaum neues aus dem Hause BMW, sogar eher schlechte Nachrichten. War der BMW 320 zu seiner Blütezeit vor 3-5 Jahren in vielen Rennserien einsetzbar und DAS Kundenauto, ist dies heute nicht mehr so. Einige Serien verabschieden sich vom S2000 Reglement und verlangen Fahrzeuge auf GT-3 Basis, weswegen BMW viel Energie in den Z4 setzt. Dennoch möchte man die Kundenteams, die den 320 TC einsetzen, natürlich bestmöglich betreuen. Die Eindrücke des ebenfalls leicht überarbeitetem Motors bei den Tests waren wohl eher so mittelmäßig, es dürfte ein schweres Jahr für die BMW-Teams werden.

Honda: Sehr erfreuliches gibt es von Honda zu berichten. Überraschend gaben die Japaner bekannt, dass man werksseitig mit dem JAS Motorsportteam ab 2013 mit 2 Honda-Civic in die WTCC einsteigen wird. Geplant ist im Moment sogar schon als Gasstarter bei den Asienrennen zum Ende der Saison anzutreten. Für das WTCC-Programm wird man natürlich einen neuen 1,6l-Turbomotor nach dem neuen Reglement entwickeln. Ein ganz wichtiger Schritt für die WTCC, die in Asien ziemlich beliebt ist und somit endlich mit Sicherheit einen weiteren namhaften Hersteller bekommt.

Ford: Ford steigt dieses Jahr erfreulicherweise auf privater Ebene in die WTCC ein. Mit Hilfe von Mountune Racing hat man einen Motor nach aktuellem Reglement konstruiert und finanziert, der vom Einsatzteam Aon Motorsport ausgiebig getestet und für gut befunden wurde. Im Vergleich zur BTCC Version des Ford Focus hat man dem Auto ein neues Bodywork und eine neue Aufhängung verpasst, mit dem Verlauf der Tests war man sehr zufrieden. Vielleicht findert Ford ja soviel Spaß an der WTCC, dass man sich für einem Werkseinsatz entscheidet…

Lada: TMS wird als privates Team dieses Jahr mit starker Unterstützung von Lada 2 Rennwochenenden bestreiten, jenes am Hungaroring und das in Estoril. Eingesetzt wird der neue LADA Granta Sport, der ab April ausgiebig getestet werden soll. Allerdings hat man momentan ziemliche Probleme bei der Entwicklung, die FIA lehnte unter anderem einen Antrag zur Verbreiterung des Radstandes ab. Sollten die beiden Rennen gut laufen, denkt man wohl über ein werksseitiges 3-Jahres-Engagement nach. Entsprechende Vorverträge mit Fahrer James Thompson sind anscheinend geschlossen.

Volvo: Die schlechtesten Nachrichten diesen Winter kamen doch etwas überraschend von Volvo. Diese ziehen nämlich ihre Unterstützung für das Einsatzteam Polestar komplett zurück. Dies ist nach einer doch recht vielversprechenden Saison 2011, die man ja komplett bestritt ziemlich merkwürdig. Grund dafür ist laut Volvo schlicht und ergreifend der, dass man das falsche Auto für die WTCC gebaut hat. Der C30 ist nicht mehr das Auto, welches Volvo promotet sehen möchte, statt dessen setzt man auf den S60, den es aber nicht in einer S2000 Version gibt. Diesen möchte man in Rennserien im skandinavischen Raum einsetzen. Insgesamt mehr als schade das Ganze.

Die Teams und Fahrer:

Man wird bei jedem Rennen weit über 20 Fahrer am Start haben, was ein sehr ansehnliches Starterfeld ist. Hier ein Überblick über die Teams und Fahrer:

Chevrolet-Werksteam: Die Meistertruppe vom letzten Jahr tritt mit einem unverändertem Aufgebot an Fahrern an, Menu, Huff und Muller. Viel muss man zu dem Team nicht sagen, sehr starkes Line-up an Fahrern, wohl den besten Wagen, hier fahren die Titelaspiranten und es muss eigentlich erwartet werden, das am Ende des Jahres diese Autos am Ende des Jahres in der Meisterschaft auf den Plätzen 1, 2 und 3 landen. In welcher Reihenfolge muss sich noch herraus stellen.

Chevrolet Team Schweden: Sowas wie ein vierter veralteter Werkswagen, den Chevrolet hier einsetzt, allerdings keinesfalls die ganze Saison. Fahrer Rickard Rydell wird einen 2011-er Chevrolet-Werkswagen bekommen. Rydell und das Chevrolet Team Schweden kommen aus der STCC, dort sind sie Titelverteidiger. Das Team möchte mal schauen was in Monza so geht und dann eventuell die Rennen, die nicht mit der STCC kollidieren ebenfalls fahren (Rydell kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Bamboo-Engineering: Mit neuen Wagen und neuer Fahrerpaarung geht Bamboo-Engineering in die Saison. Man wird 2 neue Kunden-Chevrolet-Cruz mit den neuesten Updates fahren. Als Fahrer hat man Pasquale Di Sabatino und Alex MacDowall gewinnen können. Nie von den beiden gehört?  Pasquale Di Sabatino kommt aus dem Formelsport, ist letzte Saison AutoGP gefahren und wurde dort sehr unauffälliger Gesamtzwölfter. Wesentlich erfolgsversprechender klingt da schon Alex MacDowall, der aus der BTCC kommt und dort für Chevrolet fuhr. Er konnte dort einige Podien erreichen, auf ihn wird zu achten sein.

Sunred-Engineerig: Auch Sunred-Engineering ist natürlich wieder dabei. Als Fahrer hat man Andrea Barlesi und Fernando Monje verpflichtet. Andrea Barlesi gewann vorletztes Jahr immerhin die Formla Le Mans und fuhr letztes Jahr in der LMS. Fernando Monje kommt aus den Formel 3 Open, wo er letztes Jahr 15. in der Gesamtwertung wurde. Das ist jetzt nicht das beste Lineup. Einsatzfahrzeug ist ein neuer Seat-Léon mit dem neuem Motor.

Tuenti Racing Team: Das Tuenti Racing Team ist das Schwesterteam von Sunred. Fahrer sind Tiago Monteiro und Pepe Oriola. Oriola fuhr letztes Jahr eine mittelprächtige Debutsaison und wurde 18. in der Gesamtwertung, aber der Junge ist ja auch erst 17. Über Routinier Monteiro muss man keine Worte mehr verlieren, bei einem günstigem Rennen ist vielleicht ein Sieg für das Team mit ihren Seats drin (Monteiro kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Lukoil Racing Team: Das eng mti Seat zusammenarbeitende Lukoil Racing Team ist jenes Seat-Team, welches am siegfähigsten aussieht. Fahrer sind Gabriele Tarquini und Aleksei Dudukalo. Lukoil ist eine russische Ölfirma, die viel Geld investiert und deshalb auch viel Support von Seat bekommt. Dieses Jahr möchte man richtig angreifen, es gibt sogar Gerüchte, dass man nächstes Jahr das Werksteam von Seat werden könnte. Dudokalo lieferte eine schwache erste Saison ab und holte letztes Jahr nur 4. Punkte, während Routinier Tarquini natürlich immer für gute Rennen zu haben ist (Tarquini kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Zengo Motorsport: Die Truppe ist auch dieses Jahr wieder dabei. Man hat es sogar geschafft, ein zweites Auto zu finanzieren. Neben Norbert Michelisz wird Gábor Wéber einen der beiden BMW 320 TC pilotieren. Michelisz wurde starker 9. letztes Jahr, während Wéber mit ganz ansprechenden Ergebnissen aus dem Seat Leon Supercopa kommt.

Team Engstler: Das sympathische Team geht wieder mit 2 Wagen, natürlich BMW’s an den Start, gefahren von Franz Engstler und Charles Kaki Ng. Ng kommt aus dem Tourenwagensport in Asien und fährt nun seine erste volle WTCC-Saison, über Engstler sollte alles bekannt sein. Vielleicht schafft man es wieder, die großen Blauen zu ärgern und ein oder zwei Siege einzufahren, ansonsten geht es um die Privatfahrerwertung.

Roal Motorsport: Wieder wird man bei Roal Motorsport auf 2 BMW 320 TC setzen. Am Steuer werden Tom Coronel und Alberto Cerqui sitzen. Tom Coronel wird wohl neben der Engstler der BMW-Fahrer sein, der am ehesten mal für einen Sieg gut ist. Alberto Cerqui ist allerdings nicht zu unterschätzen, er steigt als Meister der italienischen Superstars Series auf. Dort fuhr er auch schon für das Roal-Team (Coronel kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Proteam-Racing: Das Team setzt leider nur noch 2 Autos statt 3 wie letzte Saison ein. Mehdi Bennani bekommt wieder eines der Cockpits, er wurde letzte Saison 16. den zweiten BMW bekommt Isaac Tutumlu. Jener hat ein paar Einsätze in der Superstars Series und dem Porsche Super Cup hinter sich, die Ergebnisse des Spaniers waren jedoch eher unspektakulär.

Wiechers-Sport: Auch Wiechers-Sport wird man in der WTCC sehen. Man tritt mit einem BMW an, diesmal wieder pilotiert von Stefano D’Aste. D’Aste ist sicherlich besser als das “Experiment” Urs Sonderegger, bei dem Weichers-Sport ja schon Mitte der letztes Saison die Reißleine zog.

Team-Aon: Die beiden Fords dieses Jahr werden von Team Aon eingesetzt. Das Team kommt aus der BTCC und bringt auch gleich 2 britische Fahrer mit, nämlich Tom Chilton und James Nash. Die beiden sind echte Topfahrer, waren beide Privatchampions in der BTCC. Auf das Team wird man achten müssen. James Nash ist ein heißer Anwärter für den Titel in der Privatfahrerwertung (Chilton kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Special Tuning Racing: Das Team wird 2 Seats einsetzen und kommt ebenfalls aus der BTCC. Fahrer werden  Tom Boardman und Darryl O’Young sein. Tom Boardman ist Miteigentümer des Teams, und konnte in der BTCC gute Ergebnisse abliefern. O’Young wurde 14. in der letzten Saison und hat die 12h von Bathurst in diesem Jahr gewonnen, man sollte ihn also nicht unterschätzen.

TV-Übertragung:

Nicht viel Neues an dieser Stelle. Eurosport beziehungsweise Eurosport 2 werden wieder das Qualifying (teilweise) und beide Rennen live übertragen. Die Übertragungszeiten werden wohl wieder so variieren, wie sie Eurosport am besten in ihren am Wochenende mit Livesport befülltem Programmplan passen. Dafür bitte jedes Wochenende unsere Tv-Termine beachten. Kommentiert werden die Rennen wieder von Dirk Adorf und Uwe Winter, neu stößt Christian Menzel hinzu, der sich mit Dirk Adorf abwechseln wird.

Dieses Wochendende: 

Etwas untypisch für die WTCC beginnt die Saison dieses Jahr nicht in Übersee, sondern in Europa auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza. Bei der Starterliste gibt es zwei kleine Besonderheiten: Fernando Monje wird für Sunred noch nicht am Start seien, da er für das Team in der ETCC antritt, dafür fährt Rickard Rydell für das Chevrolet Team Schweden einen Einsatz, der als Test für ein eventuell weiterführendes Engagement herhalten soll (s.o.).

Zu Monza an sich als Strecke muss man nicht viel sagen. Es ist ein reines Hochgeschwindigkeitsrennen, bei der WTCC mit ihren 60 Kilometern Renndistanz ist das ein eher kurzers Vergnügen. Es wird alles von den Motoren abhängen, vorallem davon wie gut der Seat und Ford-Motor ist. Letztes Jahr hat Rob Huff beide Rennen gewonnen, die Blauen sind aber auch dieses Wochenende auf alle Fälle Favourit. Es sollen angenehm-sonnige 15 Grad werden.

 

 

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March 04 2012

17:29

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 04.03.2012

Red Bull steckt vielleicht in größeren Problemen, als man bisher angenommen hat. Heute war wieder kein sehr guter Tag für das Weltmeisterteam.

Die neuen Updates, die gestern mit dem neuen Chassis das erste Mal ausprobiert wurden, sind schwer einzuschätzen. Einige Beobachter, wie im vorherigen Artikel schon beschrieben, sehen eine clevere Lösung, die man angebracht hat. Offenbar hat sich Newey auch von der Auspuffführung des Sauber und des McLaren inspirieren lassen. Aber merkwürdig ist dieser Totalumbau des Hecks schon, so zwei Tage vor Schluss der Tests. Dazu kam dann heute noch ein kleiner Ausflug von Vettel ins Kiesbett und ein Getriebeproblem. Beides kostete das Team fast den gesamten Tag, was ein ziemlicher Rückschlag sein dürfte. Weil nun auch Daten fehlen, darf man gespannt sein, welche Variante des RB8 in 14 Tagen in Melbourne an den Start gehen wird. Man dürfte bei Red Bull einiges an Arbeit vor sich haben.

Wobei man aber nicht vergessen sollte, dass der RB8 bisher sehr schnelle und vor allem konstante Zeiten gezeigt hat. Auf den Longruns sah der RB8 schon vor dem Umbau wie der Wagen aus, den es zu schlagen gilt. Immerhin bringt man aus dem letzten Jahr ein guten Vorsprung mit, den andere Teams nicht so leicht aufholen dürften. Aber die Änderungen im Heck und beim Mapping der Motoren sind offenbar gravierender, als gedacht. Dazu kommen die neuen Pirelli-Mischungen, die ebenfalls einen Effekt haben könnten.

Die Frage ist, warum Red Bull das Heck und die Abgasführung so spät noch komplett umgebaut hat. Das es ein geplantes Update war, kann ich mir nicht vorstellen, vieles deutet darauf hin, dass man mit sehr heißer Nadel gestrickt hat. Da es heute und gestern keine aussagekräftigen Zeiten des Teams gab, ist es schwer, etwas genaueres zu sagen. Das aber ein Vettel während eines Tests mal durchs Kiesbett fegt, ist dann schon bemerkenswert.

Auch McLaren hat am Wochenende neue Updates mitgebracht. Man spricht von der “Melbourne-Aerodynamik”, was darauf schliessen lässt, dass man in diesem Jahr ein gewaltiges Tempo bei der Entwicklung vorgeben wird. Im letzten Jahr war man durch die Probleme mit dem Unterboden lange gehandicapt, in diesem Jahr läuft der Wagen direkt richtig gut. Die Zeiten sehen gut, aber vor allem der Reifenverschleiss ist ziemlich gering. Jenson Button fuhr heute etliche, sehr imposante Longruns. Ein Beispiel:

Button:
29.2, 29.3, 29.3, 29.6, 30.0, 30.0, 30.4, 30.6, 31.3

Ein weiterer:
29.7, 29.4, 29.8, 29.8, 29.9, (31.5), 30.3, 30.5, 30.8, 31.1, 31.3

Auffallend ist der gleichmäßige Drop-Off der Zeiten, es geht beständig, aber in kleinen Schritten nach unten und oder der Zeitverlust hält sich einigermaßen in Grenzen, auch wenn der Red Bull in der Disziplin vor dem Umbau etwas besser aussah. Bei McLaren ist man jedenfalls sehr zufrieden und man sieht sich in einer guten Position für die ersten Rennen. Ob man sogar die Nase vor Red Bull hat, ist schwer zu beantworten. Zeitweise konnte man zumindest das Gefühl haben, dass zwischen beiden Teams nur wenige Zeitsppäne liegen. Wenn man den guten Speed des McLaren nimmt, den niedrigen Reifenverschleiss und einen Fahrer wie Button, der mit so einem Wagen sehr konstante, schnelle Runden hinlegen kann und später an die Box kommt, dann dürften die Siegchancen für McLaren richtig groß sein.

Ferrari einzuschätzen fällt auch am Ende der Testwochen sehr schwer. Einerseits hat man die anfänglichen Probleme wohl in den Griff bekommen, andererseits scheint man den F2012 immer noch nicht komplett verstanden zu haben. Das austüfteln der Abstimmung dauert lange, ebenso hat man mit der Position des Auspuff experimentiert, was auch kein so gutes Zeichen ist, wenn es denn nicht geplant war. Die Probleme des Ferrari sind zumindest sichtbar: Zu wenig Abtrieb, zu viel Reifenverschleiss. Ferrari fuhr in den letzten Tagen mit den neuen Updates keine richtigen Longruns mehr, deswegen ist ein Vergleich schwer zu ziehen. In der englischen Presse geht man davon aus, dass der F2012 langsamer ist, als man denkt. Dafür spricht auch der Maulkorb, den Ferrari seinen Fahrern verpasst hat. Durchgesickert ist wohl, dass der neue Wagen zunächst (mal wieder) nicht in Top 3 Form ist.

Bei Mercedes hatte man sehr produktive Testwochen. Auffallend waren zwei Dinge: Der Wagen ist deutlich schneller geworden, die Fahrer beklagten sich kaum und vor allem gab es mit dem neuen Wagen, obwohl man den Jerez-Test mit dem alten Modell bestritt, keinerlei technische Probleme. Sorgen macht man sich aber über den Reifenverschleiss, denn hier ist man deutlich im Hintertreffen. Mit den weichen Reifen verliert man in 10 Runden so um die 2.5 Sekunden.

Ein Beispiel von Schumacher:
22.9, 24.8, 25.1, 25.3, 25.5, 25.7, 25.7

Das ist einfach zu viel, wenn man bedenkt, dass man die Supersoft vor allem für kurze, schnelle Stints einsetzen möchte. Bei den anderen Mischungen sieht es besser aus, aber auch nicht gut. Nun wird man abwarten müssen, wie sich der Wagen auf welchen Belägen und bei unterschiedlichen Temperature wie verhält, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass Team die entweder auf der einen (zu viel) oder der anderen Seite (zu wenig) beim Reifenverschleiss standen, das Problem auch über die Saison selten in den Griff bekommen haben. Aber einen deutlichen Schritt nach vorne sollte man gemacht haben.

Schnell sieht auch der Lotus aus, denn Räikkönen legte heute eine Bestzeit hin. Und gleich die schnellste Zeit, der gesamten Testwoche. Schön für den Finnen, aber nicht sehr glaubhaft. Kimi dürfte, bei allem Respekt für sein Können, noch weit von einer Topform entfernt sein, und in diesem Zusammenhang sollte man die Zeit auch sehen. Auffallend ist aber, dass der Lotus gut mit den Reifen umgeht. Ich dachte erst, die andauernden 28er, 29er und 30er Zeiten seien der Versuch, mit möglichst konstanten Runden eine Reifenverschleissmessung zu fahren, aber die ganze Woche? Lotus scheint ein wenig das erste “dark horse” in der erweiterten Spitzengruppe zu sein. Oder sie haben halt “Sponsorzeiten” gefahren.

Unauffällig, aber sehr schnell, waren auch die Sauber. Keine Spitzenzeiten, das ist klar, aber schnell genug, um Richtung Top 5 zu schielen. Auffallend gut sind die langen Stint mit wenig Reifenverschleiss und das der Sauber im letzten Jahr schon mal gerne den ein oder anderen Stopp weniger eingelegt hat, könnte dies auf die Strategie schliessen lassen, die man bei der Konstrktion angewandt hat. Nicht superschnell auf eine Runde, aber konstant schnell für 15+ Runden.

Dahinter wird es dann düster in Sachen Einschätzung. Beobachter vor Ort waren der Meinung, dass Force India bei weitem nicht so gut sei, wie es dem Anschein habe. Vor allem auf eine schnelle Runde, in der Quali im so engen Mittelfeld ja auch nicht unwichtig, soll der Wagen nicht gut aussehen. Die Longruns dagegen scheinen ok zu sein.

Toro Rosso hat mir Sicherheit einen schnellen, bisher aber auch sehr anfälligen Wagen. Mit zwei neuen Fahrern, von denen einer (Vergne) noch nie in der F1 unterwegs war, dürfte die Weiterentwicklung auch eher beschwerlich werden. Im Moment sehe das Team jedenfalls hinter Sauber und Force India.

Bei Williams gibt es etwas Licht, aber auch viel Schatten. Der FW34 ist schneller als sein Vorgänger, hat aber laut Aussage der Fahrer Probleme in den langsamen Kurven. Ein Schritt nach vorne, und einer zurück also, dazu kommen auch beim britischen Team zwei Fahrer, die jetzt nicht gerade für ihre Entwicklungskompentenz berühmt sind.

CaterhamF1 sieht weiter nicht so aus, als habe man gute Karten in der Hand. Kovalainen meinte zwar, dass man so um die 0,3 Sekunden hinter dem Mittelfeld sei, aber das ist eine sehr optimistische Einschätzung. Bei Caterham reicht es, sich die langsamsten Zeiten anzuschauen und das steht gerne mal eine 34er Zeit. Sowas hat man werder bei Sauber noch bei den anderen Teams gesehen.

Wie genau sich das Feld sortieren wird, kann man sowieso erst nach der zweiten Quali-Session in Melbourne und in Malaysia sehen. Die große Vorschau zur F1-Saison 2012 folgt natürlich noch bis zum Start der Saison in Melbourne.

(Anmerkung zu den Bildern: Aus Testzwechen im neuen Layout sind die Bilder anders verlinkt.)

F1_BarTest04_03_2012_1 F1_BarTest04_03_2012_2 2012 F1 Testing Barcelona 2012 F1 Testing Barcelona F1_BarTest04_03_2012_5 F1_BarTest04_03_2012_6 F1 Testing in Barcelona - Day Four F1 Testing in Barcelona - Day Four F1 Testing in Barcelona - Day Three Lewis Hamilton Testing Lewis Hamilton Testing F1_BarTest04_03_2012_12 Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 4 - Barcelona, Spain Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 4 - Barcelona, Spain F1_BarTest04_03_2012_15 TEST F2012 BARCELLONA 1 TEST F2012 BARCELLONA 1

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March 03 2012

18:03

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 03.03.2012

Überrachung am dritten Testtag in Barcelona. Red Bull hat ein fast komplett neues Auto mit gebracht. Eine ungewöhnliche Strategie.

Schon gestern Abend kündigte Red Bull an, dass man den Samstag mit einem deutlich überarbeiteten RB8 angehen wollte. Und die Änderungen sind in der Tat recht groß. Neuer Frontflügel, neuer Heckflügel, ein paar kleinere Veränderungen an Seitenkästen. Doch der größte Unterschied zum bisher gefahrenen Modell ist die Lage des Auspuff. Red Bull hat ihn etwas weiter nach hinten gelegt und praktisch eine Art angeblasenes Heck entwickelt, wie man auf einem Foto bei F1technical sehen kann. (Ein HQ-Bild gibt es hier, ein weiteres, aber kleineres Bild hier). Gary Anderson von autosport.com ist der Meinung, dass die Lage des Auspuff das Heck etwas besser anströmt, bzw. die Auspuffgase in den Luftfluss integriert werden. Überraschend ist eine so tiefgreifende Änderung am Wagen aber schon. Mit nur noch zwei Testtagen muss man sich schon sehr sicher sein, dass die Updates funktionieren. Oder es hat vorher Probleme am Wagen gegeben, die man als Außenstehender nicht gesehen hat.

Denn offensichtlich sind die Änderungen unter großem Zeitdruck entstanden. Adrian Newey ist in Barcelona nicht aufgetaucht, stattdessen arbeitete er wohl weiter im Red Bull Technologycenter an der Weiterentwicklung des RB8. Dabei machten die Zeiten des RB8 einen guten Eindruck, auch ohne die Updates. Es gab zwar Stimmen, die meinten, dass Red Bull mit weniger Sprit im Tank als McLaren unterwegs gewesen sei, aber das nun wirklich pure Spekulation, da die Betankungsmenge nie kommuniziert wird.

Mark Webber war heute derjenige, der den RB8 in der 2.0 Version ausprobieren durfte, klare Zeiten kamen dank mangels Longruns aber nicht zustande. Ein 10-Runden-Stint bewegte sich in folgenden Dimensionen:

29.6, 29.6, 29.8, 29.8, 30.6, 30.2, 30.5, 30.8, 31.3, 32.2

Wenn das ein Test mit vollem Tank war, sind das keine schlechte Zeiten. Auch im Vergleich zu Ferrari, wo Massa heute auf einem ähnlichem Stint folgende Zeiten fuhr:

30.1, 30.2, 30.6, 30.3, 30.4, 30.7, 31.8, 31.4, 31.8

Ein anderer Stint sah so aus:

29.7, 30.1, 30.0, 30.1, 30.6, 31.5, 32.1

Sollten das “echte” Zeiten gewesen sein, bestätigt sich die Tendenz der letzten Tage. Ferrari hat deutlich zugelegt, aber in Sachen Reifenverschleiss hat man weiter ein Problem. Das gilt auch für den Vergleich mit McLaren, die heute wieder keine Zeiten hinlegten, aus denen man viel raus lesen könnte. Wie gut der neue Red Bull auch gegenüber dem McLaren ist, wird sich vielleicht morgen, beim letzten Testtag etwas deutlicher zeigen.

Bei Mercedes ist man einerseits zufrieden, dass man wohl einen Wagen hat, der zumindest das Podium in Reichweite bringt, allerdings bestätigte Schumacher nach dem gestrigen Test den Eindruck, die ich auch schon etwas länger habe. Der Wagen geht gut auf eine Runde, aber der Drop-Off ist höher, als bei Ferrari, McLaren oder Red Bull. Das macht dem Team aber offenbar deutlich weniger Sorgen, denn es gilt der alte Spruch von Colin Chapman: Es ist leichter, ein schnelles Auto standfest zu machen, als ein langsames, standfestes Auto schnell zu machen. Dennoch ist der erhöhte Verschleiss ein Problem, vor allem, wenn alle Top Team eng zusammen liegen. Da man dann auf der Strecke kaum überholen kann, wird der Verschleiss und vor allem die Kürze oder Länge des letzten Stint entscheidend für die Position am Ende des Rennens sein.

Es ist schon schwer, vorne eine Rangordnung zu finden, aber im Mittelfeld ist es quasi unmöglich. Ich habe den Eindruck, dass der Sauber C31 in diesem Jahr besonders gut geht, auch die Reifenverschleiss hält sich, wie ja schon fast traditionell bei Sauber, in engen Grenzen. Mit einer interessanten Besonderheit wartete der C31 heute noch auf. Über den Seitenkästen hat man noch einen Flügel angebracht, der anscheinend konform mit dem Regelement ist. Sieht etwas merkwürdig aus und dient weniger dem Abtrieb, denn mehr der Luftführung über dem Lufteinlass. Aber aus den Zeiten von Sauber, Toro Rosso, Lotus und Force India kann man beim besten Willen wenig rauslesen. Schon im letzten Jahr ging es in der Quali zwischen den Team teilweise um Hunderstel Sekunden, von daher liefern die Testtage da wenig Erkenntnisse.

Weiterhin eine Baustelle ist der Caterham, wenn man sich die Longruns so anschaut, liegt man so um die zwei Sekunden hinter dem Mittelfeld. Selbst Williams scheint einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Bisher gab es nicht eine schnelle Zeit des Teams, die andeuten könnte, dass der Caterham auch nur in die Nähe von Q2 kommen würde.

Morgen gehen die Testfahrten zu Ende, vielleicht sieht man dann noch ein paar interessante Vergleichszeiten.

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March 02 2012

18:08

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 02.03.2012

Ähnlich wie gestern, fuhren die Teams nur wenig Aussagekräftige Londruns. Stattdessen probierte man weiter neue Teile, sowohl mechanische, wie aerodynamische.

Auch nach dem zweiten Tag in Barcelona, kann man noch wenig über die Form der Teams sagen. Die meisten Teams waren zwar sehr fleissig heute, teilweise fuhr man über 100 Runden, aber genaue Aussagen lassen sich kaum treffen. Das gilt vor allem für die Rangordnung in der Formel Eins. Wirft man einen nur oberflächlichen Blick auf die Zeiten, könnte man den Eindruck bekommen, dass Red Bull noch etwas sehr viel bastelt, ebenso McLaren, während Ferrari fleissig Renndistanzen übt. Das stimmt so nicht, wie die Rundenzeiten belegen, wenn man sie mal nebeneinander legt. Dann stellt man fest, dass Red Bull gegenüber Ferrari und Mercedes immer noch einen ziemlich großen Vorteil hat.

Und der dürfte beim Reifenverschleiss liegen. Es ist schwer, die Zeiten zu vergleichen, weil ich nicht immer die genaue Reifenmischung zur Hand habe, die genutzt wurde. Aber man findet über die Tage verteilt zumindest ähnliche Stints und kann einen Querschnitt des Drop-Off feststellen. Ein typischer kurzer Stint von Red Bull sieht so aus:

Vettel heute mit seinem längstem Stint:
28.8, 29.0, 28.6, 28.7, 28.9, 28.8, 28.9, 29.8, 29.3

Dagegen Alonso:
29.1, 29.2, 29.3, 29.7, 29.9, 30.3, 30.7

Der Drop-Off scheint bei Red Bull so bei 1.5 Sekunden auf 10 Runden zu liegen, bei Ferrari ist er doch etwas höher. Auch wenn es nur um Zehntel geht, auf eine Renndistanz gesehen, potenziert sich dieser Nachteil schon. Zwar hat Ferrari das Problem verglichen zu den ersten Testwochen besser in den Griff bekommen, doch man ist noch nicht da, wo man gerne sein würde. Bei Rennen, in denen der Asphalt besonders heiss ist, dürfte das Problem noch etwas größer werden.

Mercedes scheint da mit dem Verschleiss ebenso Probleme zu habe. Einen richtigen Longrun fuhr man heute nicht, dafür simulierte man wohl einen schnellen ersten oder zweiten Stint. Die Zeiten sind nicht schlecht, aber sie fallen auch recht flott in den Keller:

Schumacher:
24.8, 24.7, 25.0, 26.0, 26.1, 26.3, 26.6, 26.6

Ein anderer Stint:
24.4, (29.6), 25.2, 25.5, 26.0, 26.6, 26.2, 26.5

Dieser Drop-Off zieht sich durch alle bisherigen Tests. Der W03 scheint von der reinen Geschwindigkeit auf dem Niveau von Ferrari zu sein, denen ihrerseit Zeit nach vorne fehlt. Bei den Longruns ergibt sich im Moment eventuell ein kleiner Vorteil für die Italiener. Der ist aber so gering, dass er auf Strecke wenig ausmachen dürfte. Zumindest kann man sagen, dass Mercedes in diesem Jahr besser aufgestellt und nicht mehr im Niemandsland zwischen den Top3 und dem Mittelfeld unterwegs ist. Und zufrieden ist man bei Mercedes auch. Schumacher verkündete, dass man in allen Belangen die Testziele erreicht habe, die man sich vorgenommen hatte. Man begibt sich also schon in die Weiterentwicklung, was ein gutes Zeichen ist.

Zu McLaren kann ich heute gar nicht sagen. Hamilton fuhr zwar 65 Runden, aber da war nich ein längerer Stint bei. Vermutlich hat man den Freitag dazu genutzt, Vergleichswerte mit neuen Teilen einzufahren.

Verdächtig gut war Lotus unterwegs. Man sicher etwas nachzuholen, aber der Eindruck aus Jerez, dass der Lotus gar nicht so schlecht ist, verstärkt sich doch deutlich. Grosjean war fast den gesamten Nachmittag auf der Strecke und fuhr einige interessante Longruns. Auch hier geht es mehr um den Drop-Off, weniger um die reinen Zeiten. Grosjean fuhr einen bemerkenswert gleichmäßigen Stint mit wenig Zeitverlust:

Grosjean:
29.3, 29.3, 29.5, 29.5, 29.6, 29.3, 29.4, 29.6, 29.7, 30.9, 30.6, 30.3, 30.6

Diese und ähnliche, sehr gleichmäßigen Zeiten bei offenbar recht voll getanktem Wagen erzielte Grosjean mehrfach und scheinbar problemlos. Sicher geht es Lotus, nach dem Umbau an der Vorderachse, sicher auch noch darum zu sehen, wie die Reifen sich bei langen Stint verhalten. Aber schnell ist Lotus auch noch. In seinem letzten Stint zeigte Grosjean folgendes:

22.6, 23.8, 24.6, 24.4

Ich bin mir aufgrund der fehlenden Zeiten aus der letzten Woche noch nicht sicher, wo Louts steht, aber das sieht alles besser aus, als nach den Problemen befürchtet. Im vorderen Mittelfeld sind sie auf jeden Fall zu finden.

Force India kam heute kaum zum fahren, weil man Probleme mit dem Antrieb hatte und am Nachmittag gar nicht mehr auf die Strecke kam. Sauber beließ es heute bei sehr konstanten, teilweise langen Stint, während bei Toro Rosso auch der Fehlerteufel zuschlug und man nur wenig zum Fahren kam. Die italienische Red Bull Filiale wirkt zwar schnell, aber auch etwas anfällig. Auch zu Williams kann man wenig sagen. Von denen hat man noch keine richtigen Longruns gesehen, dort scheint man, nach den Fortschritten in der letzten Woche, doch wieder unzufrieden zu sein.

Bei Caterham scheint sich die Lage etwas stabilisiert zu haben. Mike Gasconye twittere letzte Woche, dass man da sein, wo man es erwartet hatte. Aber ob Tony Fernandes damit zufrieden ist? Ein langer Stint des Caterham fängt bei 30.0 an und hört dann 15 Runden später bei 32.3 auf. Das sind Seiten, die man weder von Sauber, noch von Force India gesehen hat, die derartige Volltank-Stints meist bei 28.x oder 29.x beginnen. Immerhin stimmt der Reifenverschleiss, trotz KERS und allem anderen. Caterham dürfte noch ein gutes Stück von den Punkten entfernt sein, aber man hat sich zumindest etwas nach vorne bewegt. Allerdings: Richtig schnelle Zeiten hat man vom Auto auch nicht gesehen, was keine guten Aussichen für die Qualifikation sind. Ein Zeichen dafür, dass man bei Caterham noch nicht so ganz zufrieden ist, belegt auch die Aussage von Riad Asmat, Caterham Group Chief Executive Officer: “Another very good day, and signs that we are starting to find out what this car can do.”

Am Wochenende testen die Teams weiter, vielleicht sieht man dann dort mal ein paar aussagekräftigeren Zahlen.

TEST F2012 BARCELLONA 1 TEST F2012 BARCELLONA 1 Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain F1_BarTest02_03_2012_5 Lewis Hamilton Testing Lewis Hamilton Testing F1 Testing in Barcelona - Day Two Lewis Hamilton Testing F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day Two F1_BarTest02_03_2012_12 F1_BarTest02_03_2012_13 F1_BarTest02_03_2012_14 2012 F1 Testing Barcelona 2012 F1 Testing Barcelona F1_BarTest02_03_2012_17

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February 24 2012

21:20

Formel Eins: Analyse Erste Testwoche Barcelona

Wie zu erwarten war, haben die Teams auch in Barcelona weiter gemauert. Eine genaue Analyse fällt schwer, Tendenzen sind aber auf jeden Fall zu erkennen.

Die Teams waren allesamt fleissig in der vergangenen Woche, sieht man mal von Lotus ab, die wegen eines Problems mit dem Chassis gar nicht testen konnten. Sie bekommen beim letzten Test zwar einen “Gratistag” geschenkt, verlieren aber insgesamt dennoch zwei sehr wichtige Testtage. Wie ungemein wichtig die Zeit auf der Strecke ist, hat Ferrari bewiesen, die heute zumindest mal ein Lebenszeichen von sich gegeben haben. Dennoch scheint es so, als ob der aerodynamisch und technisch sehr komplexe F2012 noch einiges an Arbeit benötigt, bis auf dem Niveau von Red Bull und McLaren ist, die beide die bisherigen Tests domniert haben. Im Mittelfeld sieht es vor allem zwischen Sauber und Force India sehr eng aus, Toro Rosso scheint nicht ganz auf deren Niveau zu sein. Weiterhin Großbaustellen sind der Williams und vor allem der Caterham.

Ferrari kam heute endlich mal dazu, richtig viele Runden zu drehen. In den ersten Tagen war man noch mit Abstimmungtests beschäftigt und probierte verschiedene Auspuff-Konfigurationen aus. Auffallend war auch, das der Drop-Off bei den Reifen und Rundenzeiten sehr hoch war. Doch das hat man offenbar etwas besser in den Griff bekommen. Am Schluss des Tests sprach Massa sogar von einem “Durchbruch” den man erzielt habe. Wie der aussieht, kann man an den Zahlen sehen:

Am Mittwoch fuhr Alonso einen Stint, der so aussah:
24.0, 25.2, 25.3, 25.6, 26.0, 26.0, 26.3, 26.3, 27.2

Massa schaffte heute in einem vergleichbaren Stint folgende Zahlen:
24.7, (34.5), 24.9, 25.0, 25.2, 25.7, 25.7, 26.2, 27.8, 26.3, 26.2

Mal abgesehen von der eingesteuten 27.8 (vermutlich Verkehr) sind das für eine mittlere Spritbeladung durchaus annehmbare Zeiten. Auch mit etwas mehr Sprit im Wagen geht der F2012 nicht so schlecht:
26.5, 26.4, 26.3, 26.6, 26.7, 27.0, 27.2, 27.2, 28.6, 28.0

Zusammengefasst liegt der Drop-Off in einem Stint bei rund 1.5 Sekunden, was ein guter Wert ist. Auch Red Bull und McLaren liegen in dieser Region. Der Ferrari war auf eine Runde gesehen bisher nie langsam, es fehlte allerdings an Abtrieb und laut den Berichten aus Spanien lag der Wagen sehr unruhig mit einer deutlichen Tendenz zum Übersteuern. Das würde dann auch den hohen Verschleiss und die damit verbundenen, teilweise dramatischen Zeitverluste auf den Long Runs erklären. Man darf gespannt sein, was die Ingenieure aus Maranello bis zum nächsten Test finden werden.

Ebenfalls auf einem guten Weg ist Mercedes. Man hat definitiv etwas vom Rückstand wegfeilt, den man im letzten Jahr noch hatte. Der W03 macht einen zuverlässigen, stabilen und schnellen Eindruck. Das belegt auch ein Stint von Freitag, den Rosberg gefahren ist:

24.0, 24.9, 25.4, 25.7, 25.4, 26.6, 26.0, 28.8, 27.1, 27.0, 27.1, 27.4, 27.5, 27.5

Der Drop-Off wirkt hoch, allerdings könnten hier gebrauchte Reifen im Spiel gewesen sein. Mittwoch gab es folgenden Stint:

24.7, 25.0, 25.1, 25.3, 25.3, 25.8, 28.0, 26.0, 26.2,
Zum Vergleich noch mal der Massa-Stint:
24.7, 24.9, 25.0, 25.2, 25.7, 25.7, 26.2, 27.8, 26.3, 26.2

Rosberg ist also an Ferrari daran, aber Ferrari hat einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, wenn denn die Spritladungen einigermaßen identisch waren.

Red Bull und McLaren fuhren Freitag Abtrieb und Reifentest mit relativ vom vollem Tank. Button für über gesamten Tag sehr konstante 28er Zeiten, ohne Ausreisser nach oben oder unten, Red Bull machte es ebenso. Der Eindruck verstärkt sich, dass McLaren zum jetzigen Zeitpunkt ganz leicht die Nase vorne haben könnte, aber auch hier geht es wieder um die Spritmengen. 10 kg machen schnell 0,3 Sekunden aus, daher muss man das mit Vorsichit geniessen. Zwei Stint im Vergleich:

Button:
27.4, 27.7, 28.0, 28.1, 28.1, 28.2, 28.4, 28.6, 28.4, 28.6, 28.9, 29.0, 30.1, 29.7, 30.1

Vettel (Donnerstag):
27.7, 28.3, 28.5, 28.7, 28.7, 28.9, 29.3, 29.7, 29,2, 29.4, 30.1, 30.0, 30.2, 30.4, 30.4

Das sieht jetzt dramatischer aus, als es vermutlich ist, zu mal wie erwähnt die Spritmengen nicht klar sind. Vergleicht man die Zeiten von Red Bull und McLaren über gesamte Woche, sieht es schon so aus, als ob beide sich wenig tun an der Spitze. Wenn Red Bull nicht extrem mauert und immer mit vollem Tank unterwegs ist, dürfte der Vorsprung in diesem Jahr kaum vorhanden sein. McLaren zeigt sich jedenfalls extrem zuversichtlich, zumal man erst beim letzten Test die letzten, wichtigen Aero-Packete drauf schnallen will.

Vorne sieht es also so aus, dass Red Bull und McLaren gleichauf liegen. Gleiches gilt, zumindest wenn man Zeiten von Freitag nimmt, für Mercedes und Ferrari, der Abstand nach vorne dürfte rund 1 Sekunde betragen. Allerdings haben beide Team noch das Problem, dass der Drop-Off auf den Longruns einfach zu hoch ist. Wo Red Bull und McLaren eine Sekunde verlieren, sind es bei Mercedes und Ferrari 1.5 und mehr. Das dürfte den Weg aufs Podium schwer machen.

Im Mittelfeld kann auch nach eingehender Betrachtung der Zeiten nur sagen “to close to call”. Sauber macht einen schnellen Eindruck. Kobayashi fuhr Freitag einen sehr beeindruckenden Longrun:

28.6, 28.6, 29.3, 29.0, 29.0, 29.2, 29.3, 29.7, 29.5, 30.1, 30.4, 30.7, 30.5, 31.1, 31.3

Der Abstand nach vorne ist zwar da, aber so groß wie im letzten Jahr ist er nicht. Aber auch bei Sauber gilt immer eine gewisse Vorsicht. Man sah auch im letzten Jahr bei den Tests gut aus um dann bei den ersten Rennen zu enttäuschen.

Interessant ist ein Vergleich mit Force India, wo Paul di Resta gestern am Steuer war. Dessen Rundenzeiten sahen in einem vergleichbaren Stint so aus:

28.3, 29.4, 28.3, 28.4, 28.6, 28.8, 28.9, 28.9, 29.4, 29.3, 30.1

Etwas merkwürdig sind die teilweise pro Runde sehr hohen Zeitverluste. Kann an Paul dir Resta liegen, kann auch sein, dass der Force India das Phänomen ausweist, dass man zwei schnelle Runden hat, dann bricht der Reifen ein ganzes Stück, stabilisiert sich usw. Aber vom reinen Speed her geht der FI sehr gut, wie Hülkenberg die Woche gezeigt hat.

Toro Rosso einzuschätzen fällt etwas schwerer. Die haben die Woche zwar immer wieder gute Zeiten hingelegt, aber kaum innerhalb eines gescheiten Lonruns. Vergne fuhr Freitag endlich mal 20 Runden am Stück, allerding mit einem vollgetankten Auto:

30.6, 30.5, 30.4, 30.2, 30.4, 30.3, 30,4, 30.6, 31.4, 31.0, 32.1, 31.6, 32.5, 32.2, 32.4, 32.7, 32.6, 32.5, 32.8, 32.9

Offensichtlich war es das Ziel, einen möglichst langen und gleichmäßigen Stint zu fahren. Toro Rosso ist aus den letzten zwei Jahren bekannt dafür, dass man meist einen Stopp spart und zwei sehr lange Stints im Rennen einlegt. Für ein vollgetanktes Auto sind die Zeiten nicht schlecht, man dürfte rund 2 Sekunden und mehr hinter dem Red Bull liegen. Einen Vergleich zu Sauber oder Force India kann man aber nur bedingt ziehen. Ich sehe das Team im Moment etwas weiter zurück.

Williams hat die Woche ebenfalls einen Schritt nach vorne gemacht. Ich habe allerdings keine Stints gefunden, die sich mit den anderen Teams vergleichen lassen. Bei den vermutlichen Volltanktests sah man teilweise Zeiten um die 33.0, was deutlich zu wenig ist, um mit Sauber oder Force India konkurrieren zu können. Im Moment fehlen mir da aber noch genügend Zeiten, um das genau einschätzen zu können. Insgesamt tut man sich ein wenig schwer.

Bei Caterham geht es in kleinen Schritten vorwärts. Einen Lichtblick gab es am Freitag mit folgendem Stint:

29.8, 30.2, 30.2, 30.4, 30.4, 30.8, 30.8, 31.5, 31.3, 31.5

Vergleicht man die Zeiten über die Woche, gibt es eine Tendenz nach vorne, allerdings war von richtigen Longruns auch wenig zu sehen. Man bastelt wohl vor allem noch an der Abstimmung und ist nicht richtig zufrieden. Vergleicht man den Stint allerdings mit Force India von Freitag, sieht man wie weit Caterham vom Mittelfeld weg ist. Gegenüber Force India dürfte es mindestens eine Sekunde sein, vermutlich aber eher mehr. Deutlich sind da auch die Worte von Kovalainen: “Things haven’t exactly gone as we would have liked, but I think we all know where the car can and should be when it gets real in Australia, so now the challenge is to regroup in time for next week and make sure we come back here ready to put in a final week of hard work on track and get back to where we want to be.”

Nächste Woche geht es ab dem 1.3. weiter mit den Testfahrten. RB und Ferrari stossen aber erst am Freitag dazu, dafür fährt man noch am Montag. Warum die beiden Teams erst später in Barcelona aufschlagen ist nicht klar, vermutlich werden dann erst neue Teile fertig oder man benötigt noch etwas mehr Zeit, die Daten auszuwerten.

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February 22 2012

17:07

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 22-02-2012

Interessantes gibt es aus Spanien zu berichgten. Red Bull und McLaren scheinen ziemlich gleich auf zu liegen.

Heute fuhren McLaren und Red Bull etliche Long Runs, die meisten so um die 20 Runden, was einer mittleren Stint-Länge entspricht. Pirelli hat die “Harte” Mischung ein wenig entschärft und sie weicher gemacht, was in näher an die “Medium” Reifen bringt. Der Unterschied pro Runde zwischen den Mischungen soll von 1.2 bis 1.5 Sekunden auf 0.8 Sekunden betragen. Das ändert einerseits ein wenig die Strategie auf manchen Kursen, andererseits ist der “Drop-Off”, also der Verschleiss der Reifen auf einen Stint nun auch bei der harten Mischung etwas höher. Zu Erinnerung – manches Team konnte fast ein gesamtes Rennen mit den Harten fahren. Der Drop-Off wird bei einigen Team eine große Rolle spielen und könnte bei einem derartig engen Feld rennentscheidend werden. Gut sortiert scheinen McLaren und Red Bull zu sein, unsicher darf man sich bei Ferrari und Mercedes sein.

Vor allem die Italiener bleiben schwer einzuschätzen. Man fuhr heute mehr oder weniger Funktionstest, spielte also weiter mit der Abstimmung rum. Alonso kam auf 87 Runden, sein längster Stint betrug gerade mal 10 Runden. Die Zeiten spielen dabei keine gr0ße Rolle, aber es war schon auffällig, dass sie gegen Ende des Stints deutlich schlechter wurden. Als Beispiel der Stint von Runde 42 bis 51:

24.0, 25.2, 25.3, 25.6, 26.0, 26.0, 26.3, 26.3, 27.2

Diese Zeiten ziehen sich, teilweise mit deutlich ansteigender Verschlechterung, durch den ganzen Tag. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die aggressive Herangehensweise bzgl. der Aufhängung etwas über das Ziel heraus geschossen ist, kann aber auch sein, dass man heute Quali-Simulationen mit halbleeren Tank gefahren ist. Dafür sprechen zumindest die konstanten Zeiten. Aber in 10 Runden rund 3 Sekunden zu verlieren ist schon arg.

Zur gleichen Zeit war Nico Rosberg auf der Strecke. Ich kenne die Reifenwahl nicht, aber es war ein langer Stint und ich vermute, es waren die “Medium”. Seine Zahlen sind nicht schlecht:

24.7, 25.0, 25.1, 25.3, 25.3, 25.8, 28.0, 26.0, 26.2,

Schlechter als Alonso angefangen, aber deutlich weniger Drop-Off. Allerdings stand der Wagen ab dem Nachmittag in der Garage. Bei einem so neuen Wagen allerdings nicht weiter verwunderlich. Die Zeiten sehen stabil aus, auch die, wo er etwas langsamer unterwegs war. Zumindest verstärkt sich der Eindruck, dass Mercedes auf Ferrari aufgeholt hat. Ob es für ganz vorne reicht? Eher nicht.

Red Bull und McLaren waren heute wohl eher in Richtung Volltank-Test unterwegs. Ein Zeitvergleich:

Vettel:
29.1, 29.3, 29.5, 29.6, 29.8, 29.9, 30.4, 30.4., 30.4, 30.5

Hamilton
29.6, 29.5, 29.3, 29.4, 29.5, 29.7, 30.9, 30.5, 31.7

Etwas später folgte dann diese Runden, die ebenfalls sehr beeindruckend sind.
28.8, 28.6, 28.8, 28.9, 29.0, 29.1, 29.3, 29.5, 30.3, 30.7, 30.4

In Sachen Verschleiß sieht es sowohl bei Red Bull, als auch bei McLaren sehr gut aus, wenn es um einen vollgetankten Wagen und die harte Mischung geht. Das ist schon beeindruckend, allerdings fehlt der Vergleich mit Mercedes und Ferrari. Andeutungsweise kann aber erkennen, dass beide Teams, trotz völlig unterschiedlicher Chassis-Konzepte, etwas gleich auf liegen könnten. Der scheinbar sehr moderate Verschleiß bei den Reifen kommt Hamilton auf jeden Fall entgegen. Interessant ist auf jeden Fall, dass beide Teams schon an den Rennsimulationen arbeiten, während Ferrari noch immer an der Abstimmung bastelt. Mercedes muss man noch außen vor lassen, da diese ja den neuen Wagen erst im zweiten Testtag haben.

Nico Hülkenberg legte heute die schnellste Runden hin, aber leider lässt sich von seinen Long Runs wenig erkennen. Der Deutsche fuhr am Nachmittag zwei 15 Runden Stint, beide aber mit verdächtig konstanten Zeiten, die immer zwischehn 28.4 und 29.0 (Stint 1) und 28.4 und 29.1 lagen. Schwer zu sagen, was dahinter steckt, ich tippe auf reinen Reifenverschleiß bei mittelschweren Wagen und harten Reifen.

Ein Blick ins Hinterfeld. Bei Williams fuhr erstaunlicherweise Valteri Bottas und nicht die Einsatzfahrer, daher lässt sich zu den Zeiten nichts sagen. Sauber fuhr fast ausschließlich kurze Stints, auch hier kann man wenig mitteilen. Aber immerhin war Perez zweitschnellster. Etwas Sorgen kann man um CaterhamF1 machen. Während Sauber, Force India und Toro Rosso alle schon mal flotte Zeiten zeigen konnten, bleibt der Abstand des Caterham konstant bei rund 3 Sekunden auf die Spitze. Das erscheint mir im Moment etwas viel, vor allem, weil nicht eine schnelle Runden dabei war. Mal abwarten, was die beiden weiteren Tage ergeben.

P Fahrer Team Zeit Runden 1  Hulkenberg Force India  1m22.608s 112 2  Perez Sauber  1m22.648s  +0.040 85 3  Vettel Red Bull  1m22.891s  +0.283 104 4  Alonso Ferrari  1m23.180s  +0.572 87 5  Ricciardo Toro Rosso  1m23.639s  +1.031 50 6  Hamilton McLaren  1m23.806s  +1.198 120 7  Rosberg Mercedes  1m24.555s  +1.947 82 8  Bottas Williams  1m25.738s  +3.130 117 9  Petrov Caterham  1m26.605s  +3.997 69 10  Pic Marussia  1m27.343s  +4.735 108 F1 Testing in Barcelona - Day Two F1 Testing in Barcelona - Day Two F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day One TEST F2012 BARCELLONA 1 TEST F2012 BARCELLONA 1 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain 6920230953_efa456441e_o F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day One sam22022012006565 sam22022012006566

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February 21 2012

17:57

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 21-02-2012

Wenig Neues gibt es aus Barcelona zu berichten, die Teams mauern noch kräftig. Für Lotus ist der Test schon beendet.

Barcelona ist die Standart-Teststrecke der Formel Eins. Man kennt hier jeden Millimeter und Grashalm am Rande des Kurses. Da man auch die Referenzzeiten aus Simulationen und dem letzten Jahr kennt, arbeitet man mit sehr viel Vergleichsdaten im Hintergrund. Oder anders ausgedrückt. Man kan Sektorzeiten interpolieren, muss also nicht eine schnelle zusammenhängende Runde am Stück fahren. Die Schikane vor der letzten Kurve erlaubt zu dem, dass man den Bremspunkt etwas früher legen kann, ohne dass es weiter auffällt. Oder kurz gesagt: Die Zeiten, die man zu sehen bekommt, sind relativ wertlos. Leider fehlt in diesem Jahr die Quelle für die Zeiten auf den Long Runs, die 2011 ein guter Indikator für die Form der Teams waren. [<-- Siehe Kommentare] Lotus wird das alles nicht stören, denn für das Team ist die Testwoche schon komplett beendet.

Am Abend gab Lotus bekannt, dass die komplette Testwoche absagt. Es gibt wohl Probleme mit dem Chassis, die so grundlegend sind, dass man so nicht weiterfahren kann. Man hatte heute in Barcelona ein neues Chassis (Nr.2) dabei, damit kam Grosjean nur rund 170 km weit. Danach stellte man den Wagen ab. Erst hieß es, dass man Chassis Nr. 1, das vorletzte Woche in Jerez unterwegs war, aus Enstone einfliegen lassen möchte, aber in einer Presseerklärung bekannte man, dass beide Chassis vom gleichen Problem betroffen sind. Das könnte auf einen Fabrikationsfehler hindeuten, wofür es wiederum viele Ursachen geben kann. Grundsätzlich schien der Lotus letzte Woche recht gut unterwegs zu sein. Bitter ist es auf jeden Fall, weil man wichtige Testzeit verliert.

Zurück zu den Testzeiten und den Long Runs: Williams hat zwar ein Livetiming, dass auch die Zeiten der letzten Runde anzeigt, aber ich hatte zu viel zu tun um mir die einzelnen Rundenzeiten anzuschauen. Wer aber nur auf die schnellsten Runden schaut, kommt kaum weiter. Im letzten Jahr war Michael Schumacher bei den Tests laufend vorne und man holte die schnellste Zeit, die insgesamt gefahren wurde. Die Long Runs sahen allerdings schlecht aus und in Australien kam das die Überraschung, als man 1.5 Sekunden hinter den Red Bull lag.

Ein wenig lässt sich aber schon sagen, denn die Zeiten lagen sehr dicht beeinander und alle Teams verlegten sich auf Long Runs, also mal kurze, mal längere Stints. Force India und Toro Rosso sollte man raus rechnen, es ist kaum zu erwarten, dass beide Teams die knapp 2 Sekunden aufgeholt haben, die ihnen im letzten Jahr mindestens nach vorne gefehlt haben. Auch sollte man wissen, dass Vettel seine Bestzeit auf der harten Mischung eingefahren hat, wie das bei den anderen Teams war, kann man leider nicht sagen.

Immerhin fällt auf, dass der Mercedes auf Anhieb recht gut unterwegs ist. Die Fahrer äußerten sich vorsichtig optimitisch und deutlich entspannter, als im letzten Jahr. Bei Ferrari ist weiterhin (scheinbar) der Wurm drin. Am Vormittag hatte man kleinere technische Probleme, daher verlor man wichtige Testzeit. Man ist aber sichtbar noch nicht da, wo man gerne wäre.

Etwas Sorgen wird man sich bei Caterham machen. Während Sauber, Toro Rosso und Force India vorne mitschwimmen, fehlen den Malayen weiter rund 3 Sekunden. Immerhin hat man die Williams in nicht allzu großer Entfernung vor der Nase.

Mein Gefühl sagt mir, dass man an der Spitze etwas zusammen gerückt ist. Mercedes scheint zumindest den Abstand zu Ferrari aufgeholt zu haben (oder die sind halt langsamer geworden), nach vorne fehlen aber noch 0,8 bis 1 Sekunde. Bercelona ist zudem eine Strecke, die dem Mercedes recht gut liegt, auch hier muss man vorsichtig sein.

Die Testfahrten gehen noch bis Freitag.

P Driver Team Time Laps 1  Vettel Red Bull  1m23.265s 79 2  Hulkenberg Force India  1m23.440s  +0.175 97 3  Hamilton McLaren  1m23.590s  +0.325 114 4  Ricciardo Toro Rosso  1m23.618s  +0.353 76 5  Alonso Ferrari  1m24.100s  +0.835 75 6  Schumacher Mercedes  1m24.150s  +0.885 51 7  Perez Sauber  1m24.219s  +0.954 66 8  Senna Williams  1m25.711s  +2.446 97 9  Kovalainen Caterham  1m26.035s  +2.770 31 10  Grosjean Lotus  1m26.809s  +3.544 7 11  Pic Marussia  1m28.026s  +4.761 121

Note: Etwas wenig Bilder heute, aber mehr gab gerade nicht. McLaren zeigt wie immer keine Bilder von den Tests.

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February 07 2012

20:07

Formel Eins: Testfahrten Jerez 07-02-2012 / sky verlängert F1-Rechte

Der erste Tag der diesjährigen Testwochen ist vorbei. Sagen lässt sich natürlich noch nichts.

Die Zeiten, die man heute gefahren hat, lassen noch keinen Schluss zu. Das zeigt sich alleine schon daran, dass Räikkönen an der Spitze der Liste steht. Die Zeit ist minimal besser als das, was Rubens Barrichello letztes Jahr im Williams gezeigt hat. Und wie gut der FW33 lief ist ja noch jedem bekannt. Besondernheiten gab es heute keine, man rätselt weiter über das Loch in der Schnauze des RB8. Adrian Newey behauptet, dass das Loch nur der Belüftung des Fahrers dient, aber so richtig glaubt ihm das (noch) keiner. Referenzzeiten wird man erst sehen, wenn die Teams in Barcelona testen.

Und dann gibt es da noch Neuigkeiten von sky…


Die Formel Eins wird man auch 2012 auf sky sehen können. Die Übertragung umfasst alle freien Trainings, die Quali und die Rennen. Ob die GP2 wieder mit von der Partie ist, wurde nicht berichtet. sky hatte sich mit der Verlängerung der Rechte etwas Zeit gelassen und man hat diese auch nur für ein Jahr verlängert. Das passiert nun schon zum zweiten Mal hintereinander, um die Gründe kann man da nur spekulieren. Zumindest ist die Saison für sky-Kunden damit erst einmal gerettet. Welchen Umfang die Übertragungen haben ist auch nicht bekannt. sky hatte in den letzten Rennen der Saison 2011 die Übertragungen auf ein Minimum zurück gefahren und auf lange Vor- und Nachberichterstattungen verzichtet.

1  Raikkonen Lotus  1m19.670s 2  Rosberg Mercedes  1m20.219s  +0.549 3  Di Resta Force India  1m21.526s  +1.856 4  Ricciardo Toro Rosso  1m22.036s  +2.366 5  Kobayashi Sauber  1m22.112s  +2.442 6  Button McLaren  1m22.366s  +2.696 7  Massa Ferrari  1m23.391s  +3.721 8  Maldonado Williams  1m23.457s  +3.787 9  Kovalainen Caterham  1m24.298s  +4.628 10  De la Rosa HRT  1m25.535s  +5.865

ACHTUNG: Alles HQ-Bilder!

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May 19 2011

17:24

Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2011

Das Rennen in Barcelona stand in den letzten Jahren immer treu für eine Sache: gähnende Langweile. Das könnte in diesem Jahr anders sein.

Die Strecke in Barcelone ist auch nach dem Einbau der komplett missglückten Schikane, die zu eng ist und zu weit vor die letzte Kurve platziert wurde, immer noch nicht wirklich gut. Fahrerisch ist sie eher langweilig, es gibt ein paar Ecken (Turn 7 & 9), die durchaus kniffelig sein können. Bekannt ist Barcelona vor allem für zwei Dinge: Schnelle Kurven und die lange Gerade, die eigentlich für gute Überholmanöver stehen sollte. Das könnte in diesem Jahr dank DRS dann auch mal in der F1 klappen, da die DRS-Aktivierung vor der letzten Kurve stattfinden soll und dann knapp 800 Meter reichen wird. Damit kann man sich dann schon vor dem Anbremspunkt zu Turn 1 wieder einsortieren. Ein weiterer Faktor werden die Reifen sein, die in der Vielzahl der schnellen Kurven leiden werden. Allerdings hat Pirelli eine neue harte Mischung mit nach Spanien gebracht, die die Teams in der Türkei im freien Training schon ausprobiert haben. Die könnte aber für weitere Probleme sorgen.

Denn schon in China konnte man sehen, dass die Strecke nur schwer das Gummi aufnahm. Das Phänomen hat man hier und da schon mal gesehen, eine etwas länger haltende harte Mischung, wie sie Pirelli nun dabei hat, könnte das Problem auch in Spanien haben. Die Teams rechnen meist damit, dass eine Strecke das Gummi irgendwann annimmt, was den Reifenverschleiss und die Rundenzeiten verändert. Eine gute mit Gummi ausgestattete Strecke kann durchaus mal 5 Zehntel schneller sein, was die Kalkulation für die Boxenstopps verändert. Geht man am Schluss mit harten Reifen raus, hofft man, dass der Zeitverlust gegenüber jenen Fahrern, die mit “Weich” unterwegs sind, sich einigermaßen in Grenzen hält. Man wird am Freitag und Samstagmorgen sehr genau die Longruns beobachten müssen. DRS und KERS werden in Spanien sicher eine große beim Überholen spielen, aber vor allem der Abbau der weichen Reifen wird wieder für viel Nachdenken sorgen. Drei Stopps sollten, auch wegen der kurzen Ein- und Ausfahrt, auf jeden Fall zu sehen sein.

Auf dem Papier ist Red Bull wieder klar vorne. Nach der dominanten Vorstellung von Vettel in der Türkei und die dann doch eher enttäuschenden Performance von McLaren, sollte man sein Geld vermutlich wieder auf “Blau” setzen. Aber – wie jedes Jahr bringen alle Team jede Menge neuer Teile mit nach Katalonien. McLaren hatte das schon angekündigt, ebenso Mercedes, Sauber und Lotus. Red Bull wird da mit Sicherheit nicht tatenlos zu sehen und vor allem das immer noch kränkelnde KERS verbessert haben. Da Barcelona die Referenzstrecke aller Teams ist und man jede Menge Daten hat, sollten die Updates zumindest hier funktionieren. Das könnte das Feld vorne etwas enger zusammenrücken lassen, aber ob man an Red Bull ran kommt, ist dann wieder etwas anderes.

Ferrari war in der Türkei zumindest im Renn-Trimm dran, weil sie mit den Reifen am Besten umgehen können. Den Angriff auf Platz Eins hatte sich das Team mit einer, kann man nicht anders sagen, bescheuerten Strategie in der Quali vermasselt, als sie Massa ohne Not in Q1 noch mal mit den weichen Reifen auf die Strecke schickten, die dann am Ende im Rennen gefehlt haben. Bei Ferrari ist gerade sowieso Feuer unterm Dach. Der bisherige Chef der Aerodynamik-Abteilung, Marco de Luca, wurde wohl sanft auf einen anderen Posten geschoben, wer da jetzt am Steuer sitzt, ist nicht bekannt, aber könnte sein, dass Nikolas Tombazis (Chefdesigner) oder Pat Fry (Chefingenieur) die Zügel in die Hand genommen haben. Durch gesickert ist auch, dass Ferrari dann doch wieder mit einer kompletten B-Variante des Wagens kommen wird, dieses Mal zum Grand Prix von Kanada.
Verkündet wurde ebenfalls, dass man Fernando Alonso bis 2016 an sich gebunden hat, Montezemolo bestätigte in einem Interview (Link weiter unten) auch, dass Massa 2012 fahren wird. Was Sinn macht, auch wenn im ersten Moment komisch klingt. Aber wen sollten sie holen? Wunschkandidat Kubica ist raus, Rosberg bleibt wohl bei Mercedes, Hamilton und Button sind fest bei McLaren. Beim Nachwuchs drängt sich nur Kobayahsi auf, den man natürlich gerne in einem Ferrari sehen würde. Der eigene Nachwuchs (Bianchi, Bortolotti) ist noch lange nicht so weit. Ungewöhnlich ist die Ankündigung aber schon. Denn zum einen lief der Vertrag von Alonso noch bis Ende 2012 zum anderen pflegt Ferrari seine Fahrerbesetzung immer erst in Monza bekannt zu geben.

Aber, wie man es auch dreht und wendet – ich rechne nicht damit, dass Ferrari oder ein anderes Team in Barcelona an die Red Bull heran kommen wird. Das wäre vielleicht noch der Fall gewesen, wenn es richtig heiss geworden wäre, aber es sind maximal 24 Grad für denn Renntag angesagt, also bestes Motorsportwetter.

Das Mittelfeld spare ich mir diese Woche mal, da gibt es, bis auf ein großes Update bei Sauber, nicht viel zu berichten.

Interessanter wird es dann wieder weiter hinten. Mike Gascoyne hat für Lotus neue Teile angekündigt, die seiner Meinung nach rund eine Sekunde bringen würden. Damit wäre man dann wirklich mittendrin im Mittelfeld und könnte in der Quali sogar Williams oder Toro Rosso unter Druck setzten. Allerdings sind die Schätzungen von Gasconye immer etwas optimistisch, aber der Aufwärtstrend von Lotus ist klar zu sehen.

Weniger gut läuft es bei Virgin. Das “neue” Design (von dem ich immer noch nicht glaube, dass es wirklich neu ist) funktioniert hinten und vorne nicht. Im Grunde hat man keinen Schritt nach vorne gemacht, im Gegenteil. Selbst der runderneuerte HRT, der immer noch auf dem eher unterentwickelten Dallara-Konzept beruht, ist nicht langsamer als die Virgin. Das sieht nicht gut aus für die Truppe, ich glaube auch nicht, dass man in Spanien einen großen Schritt wird machen können. Vielleicht sollte man sich doch mal einen Windkanal mieten.

Spannender als die Rangfolge in der F1 sind gerade auch die Hintergrundgeschichten, die in der F1 los sind. Da wird ja bekanntlich an vielen Fronten gekämpft.

CVC Verkauf
Da gibt es wenig konkrete Neuigkeiten. Offenbar hat die “News Corp.” ihre PR-Veranstaltung auf “sky” erst einmal eingestellt, jedenfalls hatte der Journalist Mark Kleinman in letzter Zeit wenig Neues zu berichten. Das interessantes ist ein Interview, dass Luca di Montezemolo CNN gegeben hat, in dem er sich relativ detailliert zu den Möglichkeiten der Teams äußert. Kurz zusammen gefasst sind in seinen Augen folgende:

1. Man erneuert den Vertrag mit der CVC (das Concorde Agreement) und alles bleibt, wie es ist.
2. Man schließ einen Vertrag mit einem anderen Anbieter, bzw. gründet eine eigene Vermarktungsfirma.
3. Man sucht einen neuen Verwalter, würde dann also Bernie Ecclestone los werden.

Montezemolo favorisiert wohl klar eine Mischung der Varianten 2 und 3. Neue Inhaber, mehr Rechte und Geld für die Teams, neuer Verwalter. Das wird aber so einfach nicht sein, denn laut diverser Gerüchte verschiebt Ecclestone im Moment die Rechte innerhalb seines Firmenimperiums. Er hatte schon vor Wochen gesagt, dass es wohl weniger um eine freundliche Übernahme gehen würde, sondern das da was anderes im Hintergrund kocht. Die italienische Presse spricht schon von einer “Piraten-Serie”, was aber nicht gehen wird, weil die CVC/Eccelstone auf allen Rechten, samt langfristigen Verträgen mit den Kursen sitzt. Passieren wird im Moment aber nichts, nur das Schachspiel ist los gegangen und alle bringen ihre Figuren in die Startposition.

Blown Diffusor
Es gibt jede Menge Gerüchte, dass die FIA so schnell wie möglich die “blown diffusor” verbieten möchte, um die Kurvengeschwindigkeiten runter zu bekommen. Das ist aber nicht so ganz richtig. Der FIA geht es weniger darum, dass die Diffusor generell angeblasen werden, sondern dass Red Bull, Ferrari und Renault Techniken entwickelt haben, die es erlauben, dass der Diffusor auch dann angeblasen wird, wenn man vom Gas wird. Im Grunde hält man einfach automatisch die Drehzahl hoch, so dass die Auspuffgase auch dann weiter auf den Diffusor drücken, wenn man vom Gas geht oder durch eine Kurve fährt. Das kostet jede Menge Sprit, soll aber bis zu 30% der aerodynamsichen Effizienz aus machen.

Der FIA ist der Mehrverbrauch ein Dorn im Auge, außerdem kostet das System wieder Geld. Man wollte dieses nicht durch die Fahrt verursachte Anblasen in Spanien verbieten, hat die Entscheidung aber jetzt in den Juni verschoben, wenn der technische Rat der FIA zusammen kommt. Komplett verbieten kann man das Anblasen eh nicht, dafür müssten die Teams in der Saison ihre Autos komplett umbauen, was keinen Sinn macht.

Adrian Sutil
Fällt unter den Bereich “Gossip”, der hier ja selten zu finden ist. Bekanntermaßen hat es in China eine tätliche Auseinandersetzung zwischen Sutil und Eric Lux von Renault gegeben, bei der der Renault-Mann verletzt wurde. Was auch immer passiert sein soll, Sutil hat wohl Mist gebaut und wird nun von Lux auch rechtlich belangt. Das ist unschön, aber die F1 wäre nicht die F1, wenn es gleichzeitig nicht auf Gerüchte geben würde, dass Force India die Angelegenheit dazu nutzen möchte, Sutil los zu werden. Der tut sich in diesem Jahr sehr schwer gegen den Newcomer Paul di Resta, gleichzeitig hat man mit Hülkenberg einen Mann im Kader, dessen Qualitäten bekannt sind. Angeblich will Mercedes Hülkenberg spätestens 2012 bei Force India einsetzen, man hätte aber auch nichts dagegen, wenn er früher zum Einsatz kommen würde, da man dann sehen könnte, wer das Zeug für ein Mercedes Cockpit hat. Force India hat sich dann beeilt zu sagen, dass man an Sutil festhalten möchte. Wenn ich mich recht erinnere hat man das auch Liuzzi im Dezember 2010 gesagt.

Abschließend noch die Meldung, dass RTL die Übertragungsrechte der F1 bis Ende 2015 gesichert hat. Das wurde heute, etwas überraschend, bekannt gegeben. Überraschend deswegen, weil solche Deals meist erst im Herbst über den Tisch gehen, aber könnte sein, dass Ecclestone auch hier seine Schachfiguren schon mal setzt.

March 14 2011

00:32

Formel 1: Barcelona Test II – Tage 3-5

Die letzten Testfahrten vor der Saison 2011 sind vorüber. Und wie jedes Jahr gilt wieder: man weiß nur, dass man nichts weiß. Und das gilt auch für das Rätsel um die Dämpfer für den am Freitag vorgestellten HRT F111.

Eigentlich hätte am vergangenen Wochenende das erste Saisonrennen stattfinden sollen, doch bekanntermaßen machten die – nach wie vor andauernden – Unruhen in Bahrain die Austragung unmöglich. Ob es einen Nachholtermin geben wird, muss bis zum 1. Mai entschieden werden, das verlangt der FIA-Weltrat. Doch da, wie gesagt, die Situation im Königreich weiterhin instabil ist und auch in den letzten Tagen wieder Polizei und Demonstranten blutig aufeinandergetroffen sind, wird man sich hoffentlich dagegen entscheiden. So gibt es kein Rennen zu analysieren, sondern nur die letzten drei Tage der nach Barcelona verlegten Abschluss-Testfahrten. Und die sind deutlich weniger aufschlussreich als ein Rennen es hätte sein können; zumal es am Samstag, dem letzten Testtag, in Strömen regnete. 

Die „Überraschung“ des Tests ist Mercedes. Je mehr neue Teile angeschraubt wurden, desto besser wirkte das Upgrade-Paket, am Freitag fuhr Michael Schumacher eine beeindruckende Bestzeit von 1’21:268, mehr als eine halbe Sekunde schneller als Vettels Bestzeit vom Mittwoch. Bleibt die Frage: sind die neuen Teile wirklich so gut, dass man z.B. regelmäßig aufs Podium fahren könnte? Oder ging es eher darum, Herzinfarkt-Vorsorge für die Herrschaften in Stuttgart zu betreiben, nachdem die deutschsprachigen Motorsport-Redaktionen in den vergangenen Wochen vorzugsweise das Sorgenkind Mercedes auf die Titelseiten hoben? Wissen wird man es wohl erst in zwei Wochen, doch Nico Rosberg aer </a>als auch Teamkollege a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Massa, der mit dem hinzugewonnenen Abtrieb glücklich ist. Das Paket sei mehr oder weniger das, was man in Melbourne fahren werde.

Red Bull dürfte noch nicht seine wahre Stärke gezeigt haben, denn am Freitag, als die schnellsten Zeiten gefahren wurden, war man weit abgeschlagen. Auch von McLaren gab es keine positiven (aber auch keine neuen negativen) Signale, ebenso still war es in Barcelona um das Renault-Team. Sauber ließ am Donnerstag mit einer Bestzeit durch Sergio Perez (1’21:761) aufhorchen, was die wert ist, ist allerdings auch schwer zu sagen, wie überhaupt eine Rangordnung im Mittelfeld schwer herauszubilden ist.

Auch am avia Twitter</a> verkündete. Es habe ein a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Problem zwischen E-Motor und Batterie vorgelegen, nachdem das beseitigt ist, soll das KERS nun in Australien sicher zum Einsatz kommen.

_Q0C3070 2011 Formula One Testing _Q0C3746 2011 Formula One Testing _Q0C4674 TEST F1/2011 BARCELLONA - 2 TEST F1/2011 BARCELLONA - 2 110418tst F1 Testing in Barcelona - Day Three F1 Testing in Barcelona - Day Four F1 Testing in Barcelona - Day Four 154458568-056191032011 434863182-453391232011 490838269-4125171232011 2011 Formula One Testing

March 09 2011

22:52

Formel 1: Barcelona Test II – Tage 1+2

Die ersten zwei Tage des abschließendes Pre-Season-Tests in Bareclona sind rum und die Teams haben noch einmal allerlei Neues an ihre Wagen geschraubt. Doch das ändert nichts daran, dass Red Bull Racing nach wie vor den stärksten Eindruck macht.

Gestern, am ersten Tag führte Mark Webber die Zeitenliste am Ende des Tages an, heute dann Weltmeister Sebastian Vettel – im Grunde nichts besonderes, und eigentlich sollte man den Ranglisten an den Testtagen auch nicht zu viel Bedeutung beimessen, aber die 1’21:856, die Vettel heute fuhr, ist insofern bemerkenswert, als dass sie die mit Abstand schnellste Zeit ist, die bei den diesjährigen Tests in Barcelona gefahren wurde; also ein weiteres Indiz dafür, dass Red Bull zu Saisonbeginn von der Pace her am stärksten sein könnte, auch wenn Vettel sich gegenüber Journalisten vorsichtig äußert</a>. Neu bei Red Bull ist der Frontflügel.<span id=">

Dahinter wird weiterhin Ferrari vermutet, die gestern (wie auch Mercedes, Williams und HRT) noch aussetzen, und für die Massa heute unterwegs war. Der nach der erneuten Namensänderung von letzter Woche nun „Ferrari 150° Italia“ betitelte Wagen wurde mit einigen neuen Teilen versehen, wie die italienische Autosprint schon vor dem Test agegenüber Autosport</a>, dass der neue Bolide aktuell noch nicht fähig sei, um den Titel mitzukämpfen. Die an einen Beluga-Wal erinnernde a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Nasen-Konstruktion, die man gestern aufs Auto monitiert hatte, diente vermutlich dazu, über Streben die Bewegung des Frontflügels zu messen und zu optimieren, um einen möglichst flexiblen, aber noch legalen Flügel zu konstruieren, wie ihn Red Bull im vergangenen Jahr entwickelt hatte. Außerdem wurde Pedro de la Rosa, der bisher Pirelli-Tester war, als Testfahrer von den Briten engagiert.

Sorgenkind in der deutschen Motorsport-Presse ist weiterhin Mercedes. Aber auch am W02 werden täglich neue Upgrades montiert und ausprobiert, Schritt für Schritt möchte man vorgehen, erklärt </a>Norbert Haug. Dazu gehört unter anderem auch ein neuer Auspuff, der sich aber deutlich von z.B. der Red Bull-Lösung unterscheidet, da er nicht bis zum Diffusor verlängert ist, sondern schon früher, vor dem Ende des Seitenkastens, austritt, von wo die heißen Gase durch Bleche weitergeleitet werden. Rosberg konnte damit heute zwar keine Top-Zeit setzen, aber das ist auch nicht das Ziel und die Zeiten in mittellangen Stints sahen wohl nicht allzu schlecht aus und entsprechend zeigte sich Nico Rosberg auch recht a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">zufrieden, auch im Hinblick auf die nächsten Tage, wenn dann mehr und mehr neue Teile montiert werden und zusammenwirken können.

Doch natürlich haben nicht nur diese vier, sondern alle Teams diverse Upgrades mitgebracht, so hat auch Sauber neue Frontflügel und Turning Vanes montiert und Virgin hat sich die große gewölbte a

February 21 2011

20:28

Formel Eins: GP von Bahrain abgesagt / Barcelona Test Tag 4

Es war seit Tagen erwartet worden, heute war es dann soweit. Der GP von Bahrain ist abgesagt, die Saison startet erst Ende März in Australien.

Die Absage des GP erfolgte durch den Vize-König von Bahrain und kam nach den blutigen Protesten im Land nicht unerwartet. Zwar hat sich die Lage in den letzten Tagen wieder beruhigt, aber es ist einfach keine gute Idee nun so zu tun, als sei nichts gewesen. Das Lans muss erst einmal den Schock überwinden und die unterschiedlichen Gruppen müssen sich an einen Tisch setzen. Ein Formel Eins Rennen hat in so einer Situation nichts zu suchen. Ob das Rennen nun komplett abgesagt ist, oder ob man es auf Ende des Jahres verschieben kann, ist noch nicht bekannt. Es bieten sich eigentlich nur zwei Termine an: Nach dem Abu Dhabi und vor Brasilien, oder nach Brasilien als letztes Rennen der Saison. Ebenfalls abgesagt ist damit logischerweise das letzte Rennen der GP2 Asia und der Saisonstart des Porsche Supercup. Im Spiegel erschien heute ein Kommentar zur Absage, in dem Detlef Hacke den Verantwortlichen vorwirft, dass man zu lange mit einer Absage gewartet habe. Das sehe ich etwas anders.

Die Frage, in wie weit sich der Sport in die inneren Angelegenheiten eines Landes einmischen soll, wird häufig kontrovers diskutiert. Ob man die olympischen Spiele in China hätte abhalten sollen, ist so eine Frage, die vom IOC mit dem Satz kommentiert wird, dass Sport unpolitisch sein. Das stimmt natürlich so nicht, denn die Machthaber bestimmter Staaten nutzen Großveranstaltungen gerne, um sich positiv zu präsentieren. Bernie Ecclestone ist nicht als ein Mann bekannt, der in Sachen Geld mit sich reden lässt. Ich nehme an, dass ihm schnell klar war, dass die Situation in Bahrain ein Rennen unmöglich machen. Spätestens mit der Absage des GP2 Asia Rennens am letzten Wochenende (die Serie gehört ihm teilweise) war klar, dass die F1 auch nicht würde antreten können. Die Frage war halt nur: Wer sagt das Rennen ab, Bahrain oder Ecclestone? Eine Absage von Ecclestone (oder der FIA) hätte zweierlei bedeutet: Zum einen wären dann Strafgelder fällig geworden, die Ecclestone in alle Richtungen (Bahrain, TV, Sponsoren usw.) hätte zahlen müssen, zum anderen wäre der Gesichtsverlust für die Regierung in Bahrain, sowohl international, als auch national, enorm gewesen. Ich vermute mal, dass man über das Wochenende die finanziellen Dinge ausgehandelt hat, um dann heute die Absage offiziell zu machen.

Kritisch muss man aber wohl die Rolle der FIA betrachten. Jean Todt hat sich nicht gerührt, auch wenn er vermutlich im Hintergrund viel kommuniziert hat. Aber ich sage mal so: Unter Max Mosley wäre das nicht so gewesen. Mosley, der auch ein sensibles Gespür für Stimmungslagen hat, hätte vermutlich klarere Worte gefunden, als es die FIA mit ihrer spärlichen Presseerklärung getan hat. Immerhin spricht man erst einem von einem “verschobenen Rennen”.

Gut, dass das Thema endlich vom Tisch ist. Die Teams werden zwischen 8.3 und 11.3 ein paar Testtage in Barcelona verbringen, bevor es nach Australien geht.

Zum Sport: Einige Teams werden den späteren Start in die Saison mit Erleichterung quittiert haben. Darunter Mercedes und McLaren. Bei den Deutschen weiß man, dass sie zumindest im Moment zurück hängen. Autosport schätzt den Rückstand auf 1.5 Sekunden ein, aber das sehe ich nicht ganz. Ich denke, dass man ca. 0.7 Sekunden zurückliegt, allerdings scheint der Wagen nicht mit allen Reifen gleich gut zu funktionieren. Aber die massiven Schwankungen bei den Zeiten können viele Gründe haben.

Sicher ist aber, das McLaren Probleme hat. Der Wagen ist nicht da wo er sein sollte, und man hat in beiden Testwochen nicht einen Long Run hinbekommen. Heute waren es immerhin mal 20 Runde mit einem schweren Wagen, und die Zeiten waren nicht gut.

Hamilton
31.1, 31.3, 32.2, 30.8, 30.6, 31.4, 31.1, 31.0, 31.2, 30.9, 31.3, 31.1, 31.4, 31.4, 31.8, 32.6, 34.0, 33.1

Zum Vergleich der mittlere Stint von Schumacher am Donnerstag.
Schumacher
30.3, 30.4, 31.2, 31.9, 32.4, 32.2, 31.3, 31.7, 31.7, 31.7, 31.7, 32.3, 32.5, 32.3, 32.8, 33.0

Dagegen Rosberg am Freitag
Rosberg
30.9, 30.9, 31.2, 31.2, 30.8, 30.9, 31.1, 31.3, 33.7, 31.5, 31.6, 32.6, 32.2, 32.1, 32.8, 32.8, 33.5, 35.0

Und Perez im Sauber gestern
Perez
30.3, 30.0, 30.1, 30.4, 30.4, 30.3, 30.7, 30.4, 30.9, 30.8, 30.8, 30.8, 30.7, 30.9, 31.0, 31.0, 31.7, 32.6, 32.4, 31.9

Webber fuhr heute nur einen längeren Stint:

Webber
30.0, 29.8, 29.8, 30.2, 30.2, 30.2, 30.0, 30.1, 30.2, 30.5, 31.2, 31.2 34.3, 32.4

Wie gesagt, das dürften alles Zeit mit ganz vollem oder zumindest mit 3/4 vollen Tank sein und ich habe vorausgesetzt, dass alle mit den gleichen Reifen unterwegs waren. Wenn dem so sein sollte, hat Red Bull die Nase vor Mercedes und Sauber. Bei McLaren wird man sich dagegen große Sorgen machen.

Nicht vergessen sollte man Ferrari, die sich aber heute nicht in die Karten schauen ließen. Gestern fuhr man aber eine ähnliche Simulation:

Alonso (gestern)
28.2, 36.5, 27.8, 28.1, 28.3, 28,7, 29,0, 28.9, 28.9, 29,3, 29.2, 29.4, 29.9, 30.1, 31.5

Ich vermute aber mal, das Ferrari hier mit weicheren Reifen oder einem leichterem Auto unterwegs war.

Natürlich mauern alle Teams und eine richtige Zeit gibt es nicht. Die Pole lag letztes Jahr bei 1.19, da ist also noch viel Luft.

Ein Blick noch zu Renault, wo es heute mal besser lief. Heidfeld hatte einen guten Tag und fuhr einen Stint über 44 Runden. Dabei lagen die Zeiten sehr konstant um die 30.0, am Ende konnte er mit leeren Tanks sogar noch zulegen. Das ist insofern bemerkenswert, als das man bisher selten gesehen hat, dass die Pirellis das am Ende eines Stint noch leisten können. Bei den anderen Teams fielen die Zeiten in den letzten Runden immer wieder in den Keller. Ich bin mir sicher, dass Renault noch bei weitem nicht das gezeigt hat, was man kann.

Das gilt auch überraschenderweise für Williams. Maldonado fuhr heute eine Rennsimulation, sein erster Stint war 34 Runden lang. Die Zeite mit dem vollen Tanks waren durchaus gut und pendelten zwischen 30.8 und 34.4. Das ist auf dem Niveau von Mercedes.

Allerdings – die Zahlen sind eigentlich unbedeutend. Man kann jetzt noch mal drei Wochen an den Autos schrauben, bevor diese nach Australien geflogen werden. Durch die Absage von Bahrain hat man jede Menge Zeit, eventuelle Schwachstellen auszubessern. Die Wahrheit, wie gut McLaren, Mercedes oder Williams sind, wird man erst in Australien sehen.

1 Massa Ferrari 1m22.625s
2 Webber Red Bull 1m23.442s +0.817
3 Buemi Toro Rosso 1m23.550s +0.925
4 Heidfeld Renault 1m23.657s +1.032
5 Hamilton McLaren 1m24.003s +1.378
6 Maldonado Williams 1m24.057s +1.432
7 Sutil Force India 1m24.177s +1.552
8 Perez Sauber 1m24.515s +1.890
9 D’Ambrosio Virgin 1m26.501s +3.876
10 Schumacher Mercedes 1m27.079s +4.454
11 Trulli Lotus 1m29.992s +7.367

Bestzeiten aus allen Tagen zusammengefasst:

Massa Ferrari 1m22.625s Rosberg Mercedes 1m23.168s Vettel Red Bull 1m23.315s Webber Red Bull 1m23.442s Petrov Renault 1m23.463s Alguersuari STR 1m23.519s Buemi STR 1m23.550s Heidfeld Renault 1m23.657s Hamilton McLaren 1m23.858s Alonso Ferrari 1m23.978s Barrichello Williams 1m24.008s Maldonado Williams 1m24.057s Sutil Force India 1m24.177s Kobayashi Sauber 1m24.243s Perez Sauber 1m24.515s Button McLaren 1m24.923s Di Resta Force India 1m25.194s Trulli Lotus 1m25.454s D’Ambrosio Virgin 1m26.501s Kovalainen Lotus 1m26.421s Glock Virgin 1m26.598s Liuzzi HRT 1m27.044s Schumacher Mercedes 1m27.079s Mondini HRT 1m28.178s Ricciardo STR 1m28.329s Karthikeyan HRT 1m28.393s Teixeira Lotus 1m31.584s

Bilder gibt es heute leider keine.

February 19 2011

18:16

Formel Eins: Barcelona Test Tag 2

Heute konzentrierten sich fast alle Teams auf die Simulation einer Grand Prix Distanz. Sollten die Zeiten “echt” sein, hat Mercedes ein Problem.

Schwerstarbeit für die Teams heute in Barcelona. Bei den meisten standen Long Runs auf dem Programm und man testete verschiedene Setups. Wie immer sind die Zeiten mit Vorsicht zu geniessen. Wie man im letzten Jahr gesehen hatte, als Williams und Sauber sehr konstant und schnell waren, bedeuten die Zeiten nicht wirklich viel. Noch mal der Hinweis: Wir wissen nicht mit welchen Reifen die Teams unterwegs waren, wie viel Sprit an Bord war, ob man KERS oder das neue Heckflügelsystem genutzt hat und welche Abstimmungsvarianten gewählt wurden. Es ist halt die übliche Kaffeesatzleserei der Zeiten, aber zumindest gibt es wieder ein paar Zweifel, was die Form von Mercedes angeht.

Man kann die Longruns aus den oben genannten Gründen nur schwer vergleichen. Aber zu Rosberg kann man sagen, dass seine Stints so lange waren, dass die Zeiten eigentlich hätten etwas besser sein müssen. Ein Vergleich mit Vettel sieht auf den ersten Blick nicht gut aus:

Vettel
29.8, 29.2, 29.2, 29.4, 29.9, 30.2, 29.9, 30.1, 30.4, 30.4, 30.7, 31.0, 31.4, 32.1, (Box)
28.4, 28.4, 28.7, 28.6, 29.1, 30.0, 29.2, (Box)
29.8, P

Rosberg
32.4, 32.3, 31.9, 32.4, 32.2, 32.2, 32.1, 32.2, 34.2, 32.7, 33.8, (Box)
30.1, 30.4, 30.8, 30.9, (Box)
31.7, 31.3, 31.6, 32.0, 32.3, 32.6, 32.4, 32.6, 33.5, 33.5, (Box)
30.9, 30.9, 31.2, 31.2, 30.8, 30.9, 31.1, 31.3, 33.7, 31.5, 31.6, 32.6, 32.2, 32.1, 32.8, 32.8, 33.5, 35.0

Dann allerdings muss man auch die Zeiten von Schumacher nehmen, der gestern ebenfalls eine GP Simulation absolvierte.

Schumacher (gestern, Strecke nicht so gut wie heute)
30.4, 30.6, 31.3, 31.2, 31.5, 31.9, 32.5, 33.4, 33.5, 33.5, 33.6, 33.8, 34.8, (Box)
30.3, 30.4, 31.2, 31.9, 32.4, 32.2, 31.3, 31.7, 31.7, 31.7, 31.7, 32.3, 32.5, 32.3, 32.8, 33.0, (Box)
29.0, 29.8, 30.2, 30.2, 30.6, 30.2, 30.1, 31.0, 30.5, 31.0, 30.6, 30.4, 30.4, 30.9, 31.0, 31.8

Wenn man die Zahlen ein wenig schüttelt, kommt man auf ca. sechs Zehntel, die dem Mercedes auf den Red Bull fehlen. Das deckt sich auch mit den Beobachtungen aus Jerez. Mercedes und Ross Brawn haben noch eine Menge Arbeit vor sich. Dazu passt dann auch die Meldung, dass man den ehemaligen Teamchef von Renault, Bob Bell, verpflichtet hat, der Teammanger werden soll. Die Position hatte er schon bei den Franzosen inne.

Neben Ferrari, Red Bull und Mercedes muss man aber dieses Jahr evtl. auch Williams mit auf der Rechnung haben. Allerdings muss man erwähnen, dass Rubens nur ca. 13 Runden lange Stints gefahren ist. Davon allerdings einige und die lagen zeitlich sehr beieinander.

Barrichello
29.6, 29.4, 30.5, 31.0, 30.1, 30.7, 30.9, 31.3, 31.5, 32.2, 32.0, 32.5

McLaren fuhr heute morgen überhaupt nicht, weil man ein Hydraulikproblem hatte. Gegen Nachmittag fuhr man zwei mittlere Stint, wobei die Zeiten nicht schlecht waren:

Button
29.4, 28.8, 28.8, 29.4, 29.8, 29.7, 29.8, 30.1, 30.8, 31.0, 31.7, 31.7

Das die bisher genannten Teams offenbar mit randvollen Tanks unterwegs waren, sieht man an den Ferrari Zeiten. Alonso war zwar mal wieder sehr fleißig, aber offenbar probierte man Stints aus, die zwischen zwei Reifenstopps liegen könnten. Der Zeitunterschied war jedenfalls enorm.

Alonso
24.4, 25.2, 25.8, 26.2, 28.2, 27.6, 27.0, 27.4, 27.6, 27.8, 28.4, 28.8, (Box),
24.5, 25.3, 26.0, 28.3, 27.0, 26.1, 26.2, 26.0, 26.3, 26.2, 26.1, 26.2, 26.3, 26.5, 26.6, 28.6, 27.1, (Box)
23.9, 24.8, 25.7, 26.5, 27.6, 27.6, 28.4

Die zweitschnellste Zeit fuhr heute Toro Rosso, allerdings sollte man diese nicht zu hoch bewerten. Die Stints mit vollen Tanks sahen dann schon nicht mehr so gut aus und lagen zwischen 31.0 und 34.0. Aber sollten die Zeiten vergleichbar sein, dann muss man mit Toro Rosso zumindest in der Qualifikation rechnen.

Wenig gibt es von Lotus und Virgin zu berichten. Bisher konnte das Team Lotus nicht an den guten Eindruck anknüpfen, den man in Jerez hinterließ. Der Abstand hat sich wieder auf 2.5 bis 3 Sekunden eingependelt, was deutlich mehr ist, als die 1.5 Sekunden, die es noch in Jerez waren. Man setzte heute auch Teixeira mal in den Wagen, der weit zurück blieb. Bei Virgin sieht es noch schlechter aus. Offenbar hat man noch größere technische Probleme, denn Glock fuhr heute fast ausschließlich Installationsrunden und kam dann wieder an die Box. Es gab nur wenig kurze Stints, und die boten auch keine guten Rundenzeiten.

HRT fährt ja noch mit dem Vorjahreswagen, dessen Zeiten man also vergessen kann. Interessant ist nur, dass Liuzzi heute seine Chance bekam und dabei gleich mal 1.3 Sekunden schneller als Karthikeyan war. Liuzzi gilt als heisser Kandidat für den noch vakanten zweiten Sitz bei HRT.

1 Vettel Red Bull 1m23.315s
2 Alguersuari Toro Rosso 1m23.519s +0.204
3 Alonso Ferrari 1m23.978s +0.663
4 Barrichello Williams 1m24.008s +0.693
5 Heidfeld Renault 1m24.242s +0.927
6 Kobayashi Sauber 1m24.243s +0.928
7 Rosberg Mercedes 1m24.730s +1.415
8 Button McLaren 1m24.923s +1.608
9 Di Resta Force India 1m25.194s +1.879
10 Kovalainen Lotus 1m26.421s +3.106
11 Petrov Renault 1m26.884s +3.569
12 Liuzzi HRT 1m27.044s +3.729
13 Glock Virgin 1m27.242s +3.927
14 Teixeira Lotus 1m31.584s +8.269

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Bilder: Ferrari, Team Lotus, Force India, Renault. Bilder: McLaren, Sauber CC Lizenz f1photos

February 18 2011

17:24

Formel Eins: Barcelona Test Tag 1 / Bahrain

Da die Strecke heute morgen nass war, kann man relativ wenig aus den Zeiten lesen. Derweil droht dem Saisonstart der Formel Eins eine Absage.

In Bahrain gehen die Proteste gegen den König und seine Regierung weiter. Die Proteste sind nicht ganz so leicht zu erklären, wie jene in Ägypten oder Tunesien, aber der Spiegel hat eine gute Zusammenfassung der Hintergründe. Die meisten Regierungsformen auf der arabischen Halbinsel sind Monarchien, manche funktionieren ganz gut, manche weniger. Bahrain steht auf der Liste “Rangliste der Pressefreiheit” der Pressefreiheit der Organisation “Reporter ohne Grenzen” auf Platz 144 von 178. Im dem vom Economist erstellten Liste “Demokratischer Index” (großes pdf) nimmt Bahrain Platz 122 von 167 gelisteten Staaten ein. Beides also Indizien dafür, dass es Bahrain, nach westlichen Maßstäben, nicht sonderlich frei zu geht. Die Ereignisse der letzten Tage machen die Austragung eines Grand Prix in drei knapp drei Wochen eigentlich unmöglich. Bernie Ecclestone wäre gut beraten, das Rennen abzusagen oder zumindest zu verschieben.

Wie immer sieht Ecclestone das noch etwas anders. In einem Radio Interview mit der BBC meinte er heute, dass man die Lage erst einmal beobachten würde. Gleichzeitig tauchten aber schon Stimmen von nicht näher benannten Teamverantwortlichen auf, die meinten, dass man auf die Durchführung eines Rennens in Bahrain verzichten sollte.

Es wäre meiner Meinung nach eine fatale Fehlentscheidung, den Saisonstart mit aller Gewalt durch zu ziehen. Man kann schlecht in den VIP Logen der Rennstrecke feiern, während diese von der Armee mit Panzern gesichert wird und man um die Ecke auf Demonstranten schießt. Ein Start wäre eine moralische Bankrotterklärung, sollte man in Bahrain nicht kruzfristig eine friedliche Lösung finden. Mitglieder des GP2 Asia Tross, deren Rennen ja abgesagt wurde, berichteten in den letzten Tagen via Twitter, dass die Zustände erbärmlich seien, die Arbeit der Kamerateams wurde mehrfach behindert. Vermutlich wird Bahrain von sich aus das Rennen absagen, denn man will wohl kaum einen Haufen internationaler Journalisten im Land haben, während man massenweise Demonstranten niederknüppelt.

Das Problem für Ecclestone und alle Teams ist aber, dass man eigentlich schon ab Mitte nächster Woche mit dem Transport etlicher Teile nach Bahrain beginnen müsste, um die Tests über die Bühne zu bringen. Natürlich kann man den Test ausfallen lassen oder um die Ecke nach Abu Dhabi verschieben, aber ein gutes Signal würde man damit nicht senden. So wie die Sache im Moment aussieht, ist der Saisonstart in Bahrain unwahrscheinlich. Man kann das Rennen nicht einfach komplett nach Abu Dhabi verlegen, weil es eine Menge Sponsorverträge usw. gibt. Deswegen kommt auch keine Verschiebung nach Europa in Frage.

Zum Sport: Da die Strecke in Barcelona heute morgen nass war, kam man immerhin dazu die Regenreifen und Intermediates von Pirelli mal auszuprobieren. Erst nach Mittag war die Strecke so weit trocken, dass man richtige Tests fahren konnte. Eine Analyse kann man aus den Zeiten aber nicht machen. Zwar war die schnellste Runde von Vettel ziemlich genau so schnell, wie die letztjährige schnellste Runde von Webber, lag aber knapp 5 Sekunden über der Pole-Zeit. Zu dem waren die Abstände mal wieder riesig, denn zwischen Schumacher und Vettel lange mehr als 3 Sekunden. Man wird die nächsten Tage abwarten müssen und schauen, wie die Sache bei den Longruns aussieht. Bisher hat sich da noch kein Vergleich angeboten.

Es gab einige Unterbrechungen durch stehende Fahrzeuge, aber nichts wirklich dramatisches. Schließlich sind Tests ja auch dafür da, die Schwachpunkte der Wagen zu finden. Nur bei Renault ging heute kaum etwas, weil technische Probleme den R31 immer wieder einbremsten. Schlecht für Petrov, der heute dran war, morgen sitzt Heidfeld im Wagen.

Auch endlich dabei: HRT. Die waren aber nur mit dem alten Wagen unterwegs.

1 Vettel Red Bull 1m24.374s
2 Alonso Ferrari 1m25.485s +1.111
3 Alguersuari Toro Rosso 1m25.638s +1.264
4 Kobayashi Sauber 1m25.641s +1.267
5 Button McLaren 1m26.365s +1.991
6 Di Resta Force India 1m26.575s +2.201
7 Barrichello Williams 1m26.912s +2.538
8 Schumacher Mercedes 1m27.512s +3.138
9 Karthikeyan HRT 1m28.393s +4.019
10 Kovalainen Lotus 1m30.065s +5.691
11 D’Ambrosio Virgin 1m30.950s +6.576
12 Petrov Renault 1m35.174s +10.800
13 Heidfeld Renault 1m44.324s +19.950

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Bilder: Bahrain Flagge: CC Lizenz Justdonque, Ferrari, Team Lotus, Force India

May 07 2010

20:16

Formel Eins: Analyse Freies Training GP Spanien 2010

Wie üblich kann man am Freitag nur raten, wer morgen die Nase vorn haben wird. An die wundersame Auferstehung von Mercedes und Schumacher glaube ich indes nicht.

Alle Teams haben in Spanien Updates mit dabei, aber den radikalsten Umbau hat sich wohl Mercedes geleistet. Über die Verlängerung des Radstands ist ja schon viel geschrieben worden, dazu kam aber auch ein neuer Frontflügel und ein komplett neue Heckabdeckung. Das ist aber nur das, was man sehen konnte. Klar ist: Man versucht den Heckflügel besser anströmen zu können, damit man den mangelnden Abtrieb hinten in den Griff bekommt. Logischerweise bringt es da wenig, wenn man unter dem Auto etwas verändert. Der Wagen ist derartig flach geworden, dass man sogar oben etwas anbauen musste, damit man die FIA Richtlinien einhalten kann. Scheinbar hat es etwas gebracht.

Immerhin sah man beide Mercedes die gesamte Zeit in den Top 10, Schumacher war in beiden Trainingssessions sogar unter den Top 3. Das ist neu, verglichen mit den Rennen zu vor, und kein schlechtes Zeichen. Der Ex-Weltmeister ließ per Pressemitteilung seines Teams verlauten, dass er sich nun deutlich wohler im Wagen fühlt, der sich nun auch “konstanter” verhält. (“Today I felt much more comfortable in the car and feel that it is behaving more consistently.”) Das klingt schon mal besser und erklären seine gute Zeiten, die von Rosberg aber nicht. Denn die halbe Sekunde, die er aufgebrummt bekam, sind nicht normal. Rosberg selber erklärte, dass er sich beim Setup verhauen habe. Dabei dachte ich immer, die beiden würden gemeinsam daran arbeiten.

Ob das gute Ergebnis auch morgen Bestand haben wird? Schwer zu sagen. Zum einen soll es morgen regnen, was die Sache wieder zu einer Lotterie macht, zum andere ist halt die Frage, ob McLaren und Renault schon die Karte auf den Tisch gelegt haben. Gerade bei den Briten denke ich mal, dass die den ganzen Tag schwer unterwegs waren. Hamilton machte Longruns mit abgelutschten, harten Reifen und war damit so langsam nicht. Wenn man das Gewicht abzieht und die ca. 8 Zehntel schnelleren weichen Reifen hinzufügt, sieht die Sache vorne schon anders aus.

Red Bull wird allerdings schwer zu schlagen sein. Die 1.19.965 min von Vettel heute waren schon ein Wort, vermutlich aber auch nicht gerade mit einem leeren Tank gefahren. Erfahrungsgemäß liegen zwischen Freitag und der Quali gerne noch mal eine Sekunde. Das Mercedes auf eine schnelle Runde rund sieben Zehntel langsamer sein könnte, halte ich durchaus für realistisch. Im Rennen wird es anders aussehen, aber in der Quali wird man damit rechnen müssen. Die Frage ist halt: was können die anderen?

Ebenfalls unter “ferner liefen”: Ferrari. Was mir bei denen aber nicht gefallen hat, war das sehr unruhige Fahrverhalten des Wagens. Sowohl Massa als auch Alonso rutschten im kurvenreichen letzten Teil sichtbar rum und kämpften mit einem unruhigen Heck. Mag an einem randvollen Tank gelegen haben, aber souverän sah man nicht gerade aus. Schwer einzuschätzen sind die Renault, aber für den Moment sieht es so aus, als habe man einen kleineren Schritt gemacht, als der Rest der Spitze.

Weiter hinten sieht Williams schlecht aus. Hülkenberg semmelte seinen Wagen ins Aus, Barrichello fuhr heute nur ein Testprogramm. Laut Williams PR sah das so aus:

Runs P1: Run 1: New Prime (1 lap, install), Run 2: Used Prime (1 lap, aero evaluation), Run 3: Used Prime (7 laps, baseline set-up), Run 4: Used Prime (7 laps, mechanical set-up), Run 5: Used Prime (6 laps, race set-up)
Runs P2: Run 1: New Prime (5 laps, tyre evaluations), Run 2: Used Prime (3 laps, set-up test), Run 3: Used Prime (6 laps, set-up test), Run 4: New Option (5 laps, tyre evaluations), Run 5: Used Option (13 laps, race set-
up)

Zu dem hat man noch gar nicht alle neuen Teile vor Ort. Ein nicht kleiner Teil wird erst über Nacht eingeflogen. Barrichello ist aber zuversichtlich, dass man besser da steht. Wie klein die Erwartungen sind, sieht man aber am Ausblick des Teams: Man hofft einfach, Q3 zu überstehen.

Das befürchtete Regen soll morgen ausbleiben, allerdings ist die Vorhersage etwas wackelig. Sicher scheint nur, dass es Sonntag trocken bleiben wird.

Hinweis zu den Bildern: Ich hätte ja gerne ein paar Bilder des neuen Mercedes gezeigt, aber leider ist noch nichts im Pressebereich online. Wenn die wach werden, trage ich es nach.

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May 06 2010

14:53

Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2010

Nach drei Wochen Frühjahrsschlaf geht es in der Formel Eins mit dem Start der Europasaison endlich weiter. Fast alle Teams werden in Spanien große Updates mitbringen.

Der Grand Prix in Barcelona stand in den letzten Jahres vor allem für eins: gnadenlose Langeweile. Schon nach nur einer Runde zieht sich das Feld meist auseinander und man kann getrost bis zum Zieleinlauf weg dösen um sich dann zu beglückwünschen, dass man eh nichts verpasst hat. Das wird in diesem Jahr vermutlich auch nicht anders sein, es denn, es regnet weiter so wie in den letzten drei Tagen. Die Wettervorhersage ist allerdings noch unentschlossen. Samstag soll es regnen, Sonntag eher nicht. Wenn es trocken bleibt, wird man aber zumindest schauen können, wer in den letzten Wochen am besten am Wagen gearbeitet hat.

Ob die Red Bull in Spanien noch Klassenprimus sind ist unsicher. Eigentlich sollte dem Team die Strecke sehr gut liegen, auf der anderen Seite hat vor allem McLaren mächtig aufgeholt. In China war man schon nicht mehr in der Lage, die McLaren zu halten, allerdings spielte das Wetter und die Fehlentscheidungen an der Box keine kleine Rolle. McLaren gibt sich vor dem Rennen selbstbewusst, man peilt die erste Reihe an und hofft vor allem darauf, dass Lewis Hamilton endlich mal in Schwung kommt. Bei Red Bull hält man nichts von großen Ankündigungen, hofft aber, dass die Verbesserungen am Wagen bis zu drei Zehntel bringen werden. Damit würde man vermutlich den Abstand zu McLaren einigermaßen halten können, aber da man die neuen Teile nur im Windkanal und nicht auf der Strecke getestet hat, weiß man nicht, wie genau sich alles verhalten wird. Bei BrawnGP hatte man im letzten Jahr auch mal eine neue Hinterachse eingebaut, die in der Theorie einiges bringen sollte, in der Praxis aber den Wagen eher langsamer machte.

Vor einem ähnlichen Problem steht Mercedes. Man weiß, dass man sich mit dem Radstand in diesem Jahr vertan hat und versucht jetzt, in dem man die Voderradaufhängungspunkte versetzt, das Problem zu korrigieren. Grundsätzlich ist es wohl so, dass man vorne zu viel Gewicht fährt, während die Hinterachse zu wenig Grip bietet. Verlängert man den Radstand (nebst anderer Änderungen) kann man auch mehr Gewicht nach hinten schieben, was die Balance des Wagens verbessern sollte. Craig Scarborough merkt allerdings an, das es damit nicht getan ist. Denn nur Gewicht verschieben löst nicht das Problem, dass der Wagen grundsätzlich hinten zu wenig Abtrieb hat. Selbst wenn man ihm das mittels Gewichtsverlagerung das Untersteuern abgewöhnen kann, ändert das nichts am Strömungsproblem. Man braucht dann auch eine Änderung der Finne, der Heckflügels (F-Duct) und des Diffusor. Ob all diese Dinge tatsächlich verändert worden sind, wird man morgen früh sehen.

Für Schumacher sind die Änderungen allerdings wichtig. Zum einen dürfte der Verlust des Untersteuerns für ihn ein Gewinn sein, denn wie mehrfach berichtet, passt das Übersteuern bessern zu seinem etwas aggressiveren Fahrstil. Könnte also sein, dass er die fehlenden Zehntel zu Rosberg aufholen kann. Auf der anderen Seite hatte er schon in den letzten Rennen Probleme mit dem Reifenverschleiss. Ob sich das ändert, wenn der Wagen nach seinen Wünschen fährt, ist dann wieder etwas anderes.

Es viel in den letzten Wochen darüber geschrieben worden, ob Schumacher sich bei seinem Comeback nicht einfach überschätzt hat. Ich sehe das immer noch nicht. Ich bin kein wirklich großer Schumacher Fan, aber man sollte auch nicht zu früh den Stab brechen. Er ist nach drei Jahren Pause immerhin auf wenige Zehntel an Rosberg dran. Wenn man sich erinnert, wie weit im letzten Jahr ein Badoer oder Fisichella von Räikkönen weg waren, verschiebt sich das Bild vielleicht wieder zugunsten des Deutschen. Die Probleme des Mercedes verzerren das Bild weiter, auch wenn man natürlich sagen muss, dass Rosberg deutlich besser unterwegs ist.

Ein Team, das in Spanien im Auge haben sollte, ist Renault. Man arbeitet bei ehemaligen Werksteam nicht mehr mit einem Sparplan, sondern kann offenbar besser weiter entwicklen. Interessant ist dabei, dass Renault im Gegensatz zu allen anderen Teams, weiter mit einem total anderen Konzept unterwegs ist. Die meisten Chassis sind in der Länge gewachsen, der Renault hat dagegen dicke Backen an der Seite bekommen. Offenbar funktioniert das System aber ähnlich gut. In China konnte man schon sehen, wie schnell der Renault sein kann, das wird in Spanien nicht anders sein. Dazu hat mich Petrov mit zwei guten Rennen schon ziemlich beeindruckt. Wenn er jetzt auch mal in der Quali gut unterwegs ist…

Ferrari hat mittlerweile das Zuverlässigkeitsproblem des Motors entschlüsselt. Es ist wohl das pneumatische Ventilsystem, dass versagt hat. Offenbar sind bestimmte Dichtungen aus baulichen Gründen nicht in der Lage, den Druck im System über eine GP Distanz aufrecht zu halten. Das Problem war schon lange bekannt, aber man musste nichts ändern, da man beim Nachtanken auch neue Luft ins System pressen konnte. Das geht jetzt wegen der kurzen Standzeit beim Reifenwechsel aber nicht mehr. Ergo geht dem System die Luft aus und der Motor verabschiedet sich final. Mittlerweile hat man, dank einer Ausnahmereglung der FIA, der alle Teams zugestimmt haben, das Problem beseitigt. Peter Sauber wirds freuen. Was sonstige Änderungen am Ferrari angeht, ist nichts bekannt. Aber vermutlich wird man auch hier viele neue Teile sehen.

Im hinteren Bereich des Feldes schleppen vor allem die neuen Teams Updates an. Selbst HRT wird neue Teile bringen, mit deren Hilfe man hofft, wenigstens auf Virgin Niveau zu kommen. Die wiederum haben nur ein Chassis mit größerem Tank fertig, weil das andere in der Vulkanasche hängen geblieben war. Timo Glock hat offenbar den Nummer 1 Status und wird in Spanien fahren.

Bei HRT gibt es noch eine Veränderung: Freitags wird ab sofort Christian Klien unterwegs sein.

Am Wochenende soll sich auch klären, wer denn nun neuer Reifenlieferant der Serie wird. Beworben haben sich: Michelin, Avon und Pirelli. Michelin will nicht ohne Konkurrenz ausrüsten, weil der Marketingeffekt, im Falle eines Sieges, einfach zu klein sei. Avon und Pirelli könnten wohl das gesamte Feld ausrüsten. Ehrlich gesagt ist mir ein Alleinausrüster auch lieber, sonst geht das Rätselraten wieder los, welcher Fahrer mit welchen Reifen bei welchen Temperaturen und bei was für einem Asphalt einen Vorteil hat. Darauf kann ich gerne verzichten. Ob die Entscheidung dann auch wirklich kommt, ist dann wieder eine Sache. Nur zur Erinnerung: Die FIA hatte im Dezember 2009 schon mal eine Entscheidung “für die kommende Woche” angekündigt.

Ein großes Rennen kann man am Wochenende wohl nicht erwarten, aber eine interessante Einschätzung, wer wo steht, wird man nach dem Grand Prix schon treffen können.

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March 03 2010

17:49

Formel Eins: Analyse Wintertests 2010

Seit Jahren testet die Formel Eins im Winter fleißig die neuen Autos und seit Jahren haben die Tests auch etwas von Kremlastrologie.

Denn in die Karten schauen lassen sich die meisten Teams nicht. Man darf nicht vergessen, dass die Tests nicht unter die FIA-Hoheit fallen und dementsprechend können die Teams machen was sie wollen. Es gibt keine Gewichtsbeschränkung, man kann also den Wagen auch etwas leichter machen, wenn man das möchte. Was einige Teams in der Vergangenheit schon mal gerne gemacht haben. Es bringt natürlich nichts, wenn man 50 Kilo aus dem Auto raus nimmt, aber manch klammes Team hat auf diesem schon den ein oder anderen Sponsor ran gezogen. In diesem Jahr scheint das nicht der Fall zu sein. Im Gegenteil – die Testzeiten waren viel zu langsam.

Dass man in diesem Jahr vor allem den Reifenabrieb im Blick hatte, war schon vorher klar. Wegen des Nachtankverbots sind Wagen deutlich schwerer geworden. Wie schwer ist nicht so ganz klar, denn in Sachen Tankgröße gibt man sich außerordentlich verschlossen. Im letzten Jahr lagen die Startgewichte bei einem konservativen ersten Stint bei rund 645 Kilo. Da wird man in diesem Jahr noch die 15 Kilo drauf packen müssen, die die Chassis insgesamt schwerer geworden sind, und auch noch mal zwischen 150 und 170 Kilo für den Sprit. Macht ein Startgewicht von ca. 750 bis 760kg. Bis man den Sprit so weit runter gefahren hat, dass man mit einem mittelschweren Wagen unterwegs ist, wird es also etwas dauern.

Das bedeutet vor allem, dass die Reifen im ersten Stint die größte Belastung aushalten müssen. Wessen Reifen unter Graining leidet, kann gleich an die Box fahren. Deswegen wurden in Jerez und in Barcelona vor allem Long-Runs gefahren. Man versuchte über die Abstimmung heraus zu bekommen, wie lange man wie schnell mit welchen Reifen unterwegs sind. Das Problem: zum einen war es in Spanien nie wirklich warm, zum anderen bietet Bridgestone ja verschiedene Reifen auf verschiedenen Strecken an. Zwar haben viele Teams Vergleichswerte aus dem letzten Jahr, aber lustigerweise profitieren davon eher die Hinterbänkler, die eh oft mit einem randvoll getankten Wagen unterwegs waren.

Deswegen sah man auch an den Tagen keine guten Zeiten, an denen es mal trocken war. Gehen Ende des Tests schienen einige Teams die Hosen runter zu lassen, aber die Zeiten kann man völlig vergessen. Niemand hat am Ende auch nur ansatzweise gezeigt, was das neue Chassis kann. Natürlich weiß ich das nicht sicher, weil ich ja nicht die Gewichte der Teams kenne, aber ich habe die Zeiten aus dem letztem Jahr.

Und die sahen so aus:

Am letzten Tag in Barcelona fuhr Barrichello 2009 eine 1:18.926min bei vergleichbaren Wetterbedingungen und gleicher Streckenlänge. Der schnellste Wagen ohne Doppeldiffusor lag bei 1:20.576min und wurde von Vettel gefahren. Die schnellste Zeit in diesem Jahr lag bei 1:20.472min. Es kann nicht sein, dass das Ende der Fahnenstange war.

Es gibt sicher ein paar Änderungen in diesem Jahr, die die Wagen langsamer machen. Zum einen sind die Vorderreifen schmaler geworden (20 mm), zum anderen sind Wagen länger geworden und die Gewichtsverteilung hat sich verändert. Aber diese Änderungen dürften bei einem Wagen im Quali-Trimm kaum mehr als eine Sekunde ausmachen, selbst wenn man sehr großzügig ist. Man darf auch nicht vergessen dass Wagen im Laufe des letzten Jahres deutlich schneller geworden sind. Selbst Brawn konnte trotz den eingeschränkten Budgets um rund eine Sekunde zulegen. Also müsste MercedesGP in diesem Jahr 17er Zeiten fahren können. So zumindest die Theorie.

Man kann aber wohl davon ausgehen, dass die schnellen Zeiten nicht mit leeren Tank gefahren wurden. Wenn aber alle wiederum mit einigermaßen ähnlichen Gewichten unterwegs waren, kann man zumindest einen kleinen Vergleich anstellen.

Und da sieht man, dass man wohl relativ eng zusammen ist. Ferrari und McLaren machten vor allem bei den Longruns einen extrem guten Eindruck. Danach folgen Mercedes und Red Bull, wobei letztere bisher ein massives Problem mit der Standfestigkeit ihres Wagens hatten. Schwer einzuschätzen sind Sauber, Williams und Force India. Sauber sah extrem gut aus, aber da wurde vermutet, dass man ein wenig Show gemacht hat. Die Zeitunterschiede zwischen de la Rosa und Kobayashi waren teilweise schon sehr groß. Ähnliches gilt für Force India, während Williams insgesamt einen sehr guten Eindruck machte.

Bei den Hinterbänklern tat sich wenig. Sowohl Virgin als auch Lotus hingen rund 4.5 Sekunden hinter der Spitze. Das ist schon etwas sehr bitter und vor allem sehr viel. Man kann sich vorstellen, dass so “rollende Schikanen” bei den Rennen schnell im Weg stehen. Ich hatte den Abstand nicht so groß erwartet, sondern eher bei 2 Sekunden eingeschätzt. Und bei Campos, die wohl demnächst Hispania Racing Team (HRT) heißen, dürfte der Abstand noch gewaltiger sein.

Wie genau ich welches Team einschätze, kommt nächste Woche in einer großen Saison-Vorschau, aber so richtig wird man das erst sehen können, wenn die Quali in Bahrain los geht.

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