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September 03 2012

14:28

ALMS: Bericht Baltimore 2012 & Ende der ALMS?

Ein ungewöhnliches Rennen der ALMS sahen die Zuschauer in Baltimore. Mittlerweile verdichten sich auch Gerüchte, dass die ALMS bald Geschichte ist.

Wie schon in der Vorschau befürchtet, war Baltimore keine gute Strecke für die Prototypen. Zu eng, zu wellig, zu eckig. Vor allem die LMP1 tat sich schwer und zu dem waren Muscle Milk und beide Dyson Wagen von Problemen gebeutelt, die sie weit zurückfallen ließen. Und so kam es dann zu dem seltenen Ergebnis, dass ein LMP2 Wagen den Sieg einfahren konnte. Das auch diese Klasse nicht von Schwierigkeiten verschont blieb zeigt der dritte Platz auf dem Podium, der von einem LMPC-Team erreicht werden konnte. Immerhin: Das Rennen war recht spannend und in der GT-Klasse ging es ordentlich zur Sache.

Das Rennen hatte eigentlich wie immer angefangen: Das Muscle Milk Team ging in Führung und baute diese auch rasch aus. Dahinter platzierte sich Chris Dyson, der allerdings unter massiven Druck vom LMP2 Wagen des Conquest-Teams stand. Es war schon erstaunlich anzusehen, wie der Morgan-Nissan den Dyson-Lola vor sich herschob. Ähnliche Bilder sah man teilweise zwischen GT und LMPC Wagen, die auf dem Kurs in Baltimore kaum von der Stelle kamen. Doch der Tag für Conquest verlief unglücklich. Erst handelte man sich eine 60 Sekunden Stopp & Go ein, weil David Heinemeier-Hanson sich etwas ruppig am Dyson-Lola vorbei geschoben hatte, später forderte der wellige Kurs seinen Tribut in Form einer gebrochenen Aufhängung. Über die Strafe gegen Conquest wurde viel diskutiert, denn eigentlich war der LMP2 Wagen klar schneller und Eingangs Turn 1 auch schon deutlich neben dem Dyson. Dennoch sah die Rennleitung ein Vergehen, obwohl die Berührung keinerlei Schäden an beiden Wagen verursachte. Damit war dann zumindest der Weg für beide Level 5 Wagen an der Spitze der LMP2 frei.

Doch es sollte noch besser für Scott Tucker laufen. Erst verabschiedete sich vorne der Muscle Milk Wagen mit einem Getriebeproblem, dass den HPD etliche Runden an der Box aufhielt. Dann verabschiedeten sich auch noch beide Dyson mit Problemen von der Spitze. Zwar konnten alle LMP1 das Rennen beenden, aber die Platzierung sagt schon alles. Chris Dyson landete auf P23, Muscle Milk einen Rang dahinter. Der zweite Dyson mit Eric Lux und Michael Marsal erreichte immerhin P13. So konnte Level 5 nach dem ALMS Klassensieg in Sebring den zweiten Gesamtsieg einfahren. Das es ein Doppelsieg wurde, erfreute die Mannschaft um so mehr.

Die GT-Klasse war wie erwartet hart umkämpft, am Ende konnte sich der Falken Porsche mit Wolf Henzler und Bryan Sellers vor der Corvette mit Gavin/Millner durchsetzen. Auf P3 kam der Ferrari von Extrem Sport mit Scott Sharp und Johannes van Overbeek ins Ziel. Das die Porsche auf Grund ihrer Gewichtsverteilung in Baltimore einen Vorteil haben würde, war vor dem Rennen klar, man hatte jedoch allgemein auf das Flying Lizard Team mit Bergmeister/Long gesetzt. Die kamen innerhalb der Zwei-Stunden-Distanz nie so recht an die Spitzengruppe ran. Der Falken Porsche dominierte das Rennen die meiste Zeit, auch wenn die Corvette in Schlagdistanz blieben. Oliver Gavin berichtete nach dem Rennen, dass man vor allem in Sachen Traktion nicht mithalten konnte. Abgeschlagen blieben die BMW, die auf der Strecke nicht zurechtkamen.

ALMS vs. GrandAm

Das Rennen war angesichts der kursierende Gerüchte fast nur eine Nebensache. Mittlerweile scheint klar zu sein, dass die ALMS und GrandAm kurz vor einem Zusammenschluss stehen. Mehr noch: Gerüchte besagen, dass Don Panoz, dem die ALMS gehört, die gesamte Serie, inkl. aller Verträge mit den Strecken usw. an die GrandAm verkauft haben soll. Startschuss für die neue, gemeinsame Serie soll 2014 sein.

Es gibt seit Jahren Gerüchte, dass ALMS und GrandAm gemeinsame Sachen machen wollen. Der Prototypen-Sport hat in den USA wenig Freunde, der ALMS ist es nie richtig gelungen die LMP1 in den USA zu verankern. Seit dem Rückzug von Audi darbt die Serie in der obersten Klasse mehr oder weniger vor sich hin. Die Grundidee, eine vom ACO sanktionierte und mit den ACO-Regeln ausgestattete Serie in den USA zu etablieren, damit mehr US-Teams und Hersteller sich auch in Le Mans engagieren, ist nie richtig aufgegangen. Das lag zum einen an den Kosten, zum anderen an der Dominanz von Audi in den frühen Jahren. Panoz musste in den letzten Jahren die Regeln des ACO immer mehr aufweichen, damit überhaupt noch Starter in der LMP1 anwesend waren. Was wiederum den ACO verärgerte und für weitere Probleme sorgte.

Erstaunlich ist es allerdings, dass die LMP2 in den USA nicht richtig Fuss fassen konnte. Analog zur ELMS hätten eigentlich genügend Teams das Geld für die Klasse, die dank der Kostenbegrenzung auch kaum teurer ist, als die GT-Klasse. Doch Teams wie Starworks, die in Le Mans und in der ELMS einen LMP2 einsetzen, fahren lieber in der GrandAm. Dabei scheint die ALMS mit einer starken LMP2 Klasse durchaus überlebensfähig, die P1-Prototypen braucht man nicht wirklich.

Zum Jahr 2014 gibt es ein neues Regelement des ACO in allen Klassen, das wird der ALMS den Todesstoß versetzt haben. Schon jetzt mangelt es in der P1 an Mitstreitern, es ist nicht mal klar, was 2013 mit der Klasse passieren wird. Durch die Pleite von Lola gehen Dyson die Ersatzteile aus. Er wird 2013 wohl kaum noch auf das Lola-Chassis setzen können, dass zusammen mit dem Mazda-Motor dem HPD-Honda auch klar unterlegen ist. Nach unseren Informationen ist es aber so, dass die ALMS für 2013 noch einen Vertrag mit dem ACO und eine weitere Saison fahren könnte.

Der GrandAm geht es eigentlich auch nicht besser. Das Starterfeld in der DP-Klasse ist aber deutlich größer, die GT-300 Klasse meist gut gefüllt. Zuschauer sind aber eher Mangelware, die Übertragungen laufen, wenn es sie live gibt, auf Speed, deren Reichweite auch begrenzt ist. Aber hinter der GrandAm steht die NASCAR, die die Serie vor ein paar Jahren gekauft haben. Da ist also genug Geld vorhanden.

Die Frage ist nun, wie es weiter geht. Am Mittwoch wird es eine Pressekonferenz geben, auf der der Merger und die weitere Vorgehensweise bekanntgegeben werden soll. Die Vermutung ist, dass die LMP-Klassen verschwinden, was die Teams dann machen, ist unklar, zu mal Dempsey Racing gerade aufsteigen wollte. Völlig unklar ist, wie man mit den GT-Klassen umgehen möchte. Die Reglements von GrandAm und ALMS sind grundverschieden, eine Anpassung ist so leicht nicht. Entweder müsste man eine BoP einrichten, oder eigene Klassen.

Auch was mit den Events passiert ist nicht klar. Die 12 Stunden von Sebring bilden das größte Fragezeichen, weil sie in diesem Jahr auch zur WEC gehörten. WEC vs. GrandAm? Schwer vorstellbar. Auch das Petit Le Mans in Gefahr, allein schon aus Namensrechtlichen Gründen. Wenn der ACO seine Sanktionierung stoppt, dürfte auch der Name des Rennens wegfallen.

Was auch immer passieren wird: Wir halten Euch natürlich hier auf dem laufenden.

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August 29 2012

09:11

ALMS: Vorschau Baltimore 2012

Auf dem Stadtkurs von Baltimore startet die nächste Runde der ALMS. Wegen des besonderen Charakters der Strecke, wird es vor allem in der GT-Klasse wieder richtig spannend.

Baltimore als “rund zu fahren” zu bezeichnen, wäre eine massive Übertreibung. Der Kurs ist eng, hat unzählige 90 Grad-Kurven und die lange Gerade hat man aus Sicherheitsgründen 2011 mit einer eckigen Schikane versehen. Fahrerisch ist der Kurs ein Albtraum, man kommt kaum in einen Rhythmus, was vor allem die Prototypen beim Überrunden erfreuen wird. Oder anders gesagt: Es gibt bessere Stadtkurse als den in Baltimore. Aber die Sache hat auch ihre guten Seiten. Die Strecke ist kurz und vor allem in der GT-Klasse wird das Feld sehr eng zusammen bleiben. Grund genug, sich das Rennen anzuschauen.

Für die LMP-Klassen wird das Rennen eher schwierig. Die Strecke ist vor allem in den Anbremszonen wellig, auf den kurzen Geraden geht es aber. Schwieriger wird es allerdings, die Prototypen durch die engen Gassen zu zirkeln. Daher wundert es auch nicht, dass sowohl die P1 als auch die P2 nur mit den üblichen Verdächtigen besetzt sind. Das Muscle Milk Team und beide Dyson in der P1, der Conquest Wagen und ein Level 5 Auto in der P2. Dempsey Racing verzichtet wohl auf einen Einsatz, was nachvollziehbar ist. So ein Chassis ist in Baltimore schnell zerstört. Die Rollenverteilung ist zu dem auch klar. In der P1 wird der Muscle Milk seine Vorherrschaft weiter zementieren und die Dyson in Schach halten. In der P2 wird es eng zwischen dem Conquest und dem Level 5, hier wage ich mal keine Prognose. Da hängt vieles an der Strategie und wie man durch den Verkehr kommt.

Dafür ist die GT-Klasse richtig gut besetzt. Vier Porsche, zwei BMW, zwei Corvette, zwei Ferrari, zwei Viper und ein Lotus werden die Strassen unsicher machen. Im Gegensatz zu den Prototypen kann man sich in der GT-Klasse beim Überholen auch mal anlehnen, was einen Versuch schon mal eher möglich macht. Aber schwer ist es dennoch. Die Porsche sollten wegen ihrer Gewichtsverteilung in Baltimore einen Vorteil haben, zu mal Flying Lizard schon gezeigt hat, dass man den neuen RSR in den Griff bekommen konnte. Die BMW, im letzten Rennen überraschend mal wieder auf dem Siegertreppchen schätze ich auch stark ein. Die Corvette werden sich auf dem Stadtkurs etwas schwer tun, ebenso die Ferrari, wobei vor allem das Team mit Van Overbeek/Sharp Chancen auf die Top 3 haben könnte. Das wird aber schwer für das Extrem Motorsport-Team. Mein Tipp wäre Bergmeister/Long vor einem BMW und einer Corvette.

In der GTC gehen nur sechs Wagen an den Start, klare Favoriten sind hier MacNeil/Bleekemolen und LeSaffre/Faulkner. Dazu starten noch sieben Wagen der LMPC, die beim Überrunden das Salz in der Supper werden sollten. Der Speed zwischen den GT und den LMPC ist auf einem Stadtkurs nicht so unterschiedlich, das dürfte den ein oder anderen Stau geben.

Da Baltimore ein Double-Header mit der IndyCar ist, findet das Rennen der ALMS schon am Samstag statt. Wie eng es in Baltimore ist, kann man schön auf diesem Video sehen.

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September 02 2011

16:30

ALMS: Vorschau Baltimore

Bevor es zum Saisonabschluss zweimal über Langstreckendistanzen auf klassischen Kursen geht, steht noch ein kürzerer Lauf auf dem nagelneuen Stadtkurs in Baltimore an.

Auch wenn Stadtkurse ja nun mal so gar nicht der natürliche Lebensraum von Sportwagen sind, in den USA gehören sie einfach dazu. Die ALMS hat in den 12 Jahren ihres Bestehens auch schon einige davon verschlissen, darunter die Parkplatzkurse von Washington D.C. und Houston, die hübsche Belle Isle im Detroit River und die Uferstraßen von St. Petersburg und Miami sowie das traditionsreiche Trois Rivieres in Kanada. Auch das Race of a Thousand Years am 31.12.2000 in Adelaide zählte zur amerikanischen Sportwagenserie und die Vorläuferserie IMSA GT-Meisterschaft vorher ist auch schon durch Städte in allen Ecken Amerikas gerast. Die Rennen sind oft spannend und eine tragen zum abwechslungsreichen Rennkalender bei.

Doch Stadtkurse kamen und gingen, da ihre Austragung natürlich sehr aufwändig ist und so blieb in den letzten Jahren nur Long Beach übrig. Ein Rennen in Oklahoma City steht auf der Wunschliste, aber nun ist erstmal Baltimore dran. Im Rahmenprogramm der IndyCar Series</a> treten die Prototypen und GTs in der „Charm City“ an einem der Ausläufer der Chesapeake Bay an. Charmante Bilder dürfte es auch zu sehen geben, denn der <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Inner Harbor ist schon so malerisch, wie der Downtown-Bereich einer US-Großstadt eben sein kann. Und das Ensemble bestehend aus dem Baseball-Stadion Oriole Park (gebaut übrigens von Populous, die auch für das „neue“ Silverstone verantwortlich zeichnen) und dem historischen der Kurs selbst</a> scheint etwas hinter den Sehenswürdigkeiten am Straßenrand zurückzustehen.Vor dem 300m langen Eisenbahn-Lagerhaus wird für das Rennwochenende die a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Boxengasse eingerichtet, entlang der Start/Ziel-Geraden hat man dafür keinen Platz gefunden – die Boxengasse ist trotzdem noch vergleichsweise kurz, hinter der Einfahrt sind einige Boxen sogar an beiden Seiten angeordnet. Die Zufahrt ist im Vergleich dazu um so länger, sie kriegt ihre eigene Haarnadelkurve und dürfte auch nicht übermäßig breit sein. Die Boxengasse könnte damit ein Knackpunkt im Rennen werden, doch man muss abwarten, wie die Situation schließlich „in der Realität“ aussieht.

Ebenfalls zu den Gefahrenpunkten dürfte das zweimalige Queren der Bahnschienen zählen: um hier gefährliche Holper-Orgien bei hohen Geschwindigkeiten zu vermeiden, mussten an zwei Stellen enge Schikanen eingerichtet werden, einmal aStream</a> beginnt 15 Minuten vorher. MotorsTV zeigt das Rennen diesmal leider erst aufgezeichnet am Sonntag um 18 Uhr. Auch die Quali wird live gestreamt, am Freitag um 20:45 Uhr MEZ. Alle weiteren Infos und Services bietet die ALMS wie immer im a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Race Hub an.

Update: Quali-Zeit verschiebt sich wegen noch andauernder Streckenarbeiten. Bitte Infos via Twitter und im Chat beachten.

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10:05

Vorschau: IndyCar Baltimore Grand Prix

Auf dem schicken, neuen Statdkurs in Baltimore geht es in die viertletze Meisterschaftsrunde. Ob man dort überholen kann, muss sich noch zeigen.

Mit dem Auftritt in der größten Stadt des Bundesstaates Maryland geht die IndyCar Series zum zweiten Mal nach Edmonton auf einem Kurs an den Start, auf dem alle Teams bei Null anfangen müssen. Das heißt nicht zwingend, dass es nicht auch hier zu einer Top-Team Dominanz wie vor ein paar Tagen in Sonoma kommen kann – von der Papierform her sollte der Kurs den Autos von Penske und Ganassi sogar ziemlich gut liegen. Dass es sich bei der Strecke um Neuland handelt, könnte es aber für clevere Teams und talentierte Piloten etwas einfacher machen, den arrivierten Mannschaften einen Schritt voraus zu sein. Auch für die Fans ist das Rennen eine Überraschungstüte. Der Kurs sieht interessant aus, und führt an einigen pittoresken Sehenswürdigkeiten vorbei. Ganz rund liefen die Vorbereitungen an der Strecke aber nicht. Für die IndyCar Series sollte sich der Ausflug aber trotzdem lohnen: Angeblich sind bereits alle 90.000 110.000 Tribünenplätze verkauft.

Doch auch, wenn “Full House” ist: Wichtig wäre es schon, nach dem recht langatmigen Rennen in Sonoma wiedermal ein etwas interessanteres Rennen zu produzieren. Die Streckenplaner haben sich ganz offensichtlich bemüht, einige Überholstellen zu schaffen: Es gibt einen 180-Grad Turn, und einige scharfe Kurven, die auf Geraden folgen. Ihnen waren aber auch Grenzen gesetzt: Denn mitten durch den Stadtkurs verläuft eine Straßenbahnlinie. Um ein San Jose-eskes Rennen mit abhebenden Autos und womöglich einigen defekten Radaufhängungen zu vermeiden, wurden auf zwei der Geraden langsame Schikanen eingebaut, so, dass die Autos nicht mit hoher Geschwindigkeit auf die Schienen treffen.

Das ganze ist eine recht kurzfristige Änderung. Grund: Irgendjemand hat den Planern erzählt, dass die IndyCars auch in Toronto problemlos Schienen überfahren würden: Der Haken: Diese Information ist falsch, der Kurs von Toronto kreuzt nicht mal eine Straßenbahnstrecke. Das hat man in Baltimore zu spät bemerkt, weshalb man die Schienen nun nicht mehr, wie eigentlich üblich, zubetonieren kann. Stattdessen hat man den Asphalt rundum so abgeschliffen, dass sie nun zumindest flach mit der Strecke abschließen. Und eben die Schikanen eingebaut, um die Geschwindigkeit zu reduzieren, mit der das passiert. Die Schikanen bestehen, wie am Bild zu sehen, aus eilig angebrachtem Asphalt, und stehen mitten auf der Strecke. Die Gefahr, dass sie sich irgendwann im Laufe des Wochenendes aufzulösen beginnen, scheint groß.

Leider gibt es eine solche Schikane auch auf der Start- und Zielgeraden, knapp nach der eigentlichen Zielkurve. Das könnte sich für die Rennspannung als tückisch erweisen, denn die Schikane sieht dort nicht nur reichlich uninspiriert aus, und lässt gerade mal Platz für ein einzelnes Auto – sie verkürzt die Gerade auch von rund 800 auf nur noch 650 Meter. Ein Unterschied, der es deutlich erschweren wird, dort aus dem Windschatten heraus an einem Konkurrenten vorbeizufahren.

Nach der ersten Kurve führt eine etwas kürzere Gerade die Piloten am ansehnlichen “Inner Harbour” vorbei zur schon angesprochenen 180-Grad Kehre, die sich womöglich als eine der besseren Überholmöglichkeiten des Kurses erweisen könnte. Oder aber auch zu Chaos-Aktionen á la Edmonton führen mag, sofern die Fahrer die dort auf hartem Wege erlernten Lektionen schon wieder vergessen haben. Ähnlich wie am Formel 1-Kurs in Shanghai folgt auf die Kehre eine relativ flotte Linkskurve, die noch einmal auf eine kurze Gerade mündet. Danach beginnt ein enges und ziemlich Crash-verdächtiges Kurvengeschlängel, das unter anderem auch die zweite Querung der Straßenbahnschienen beinhaltet.

Gut möglich, dass das Feld diese Stelle im Rennen wegen Aufräumarbeiten ein paar Mal meiden muss – was zum Glück möglich ist, weil in diesem Bereich die Boxengasse von der Strecke abbiegt. Die ist übrigens auch etwas ungewöhnlich: Im Anfangsbereich werden angeblich auf beiden Seiten der Bahn (!) Boxenstopps stattfinden. Das letzte Drittel des Kurses besteht dann wieder aus recht flotten, aber dennoch leicht gewundenen Passagen: Eine Überholmöglichkeit könnte es allenfalls noch in der Anfahrt auf die 90-Grad Ecke vor Start- und Zielgerade geben. Hier das ganze in der virtuellen Onboard-Version (in der allerdings die letzte Schikane fehlt):

In der Meisterschaft könnte das Rennen eine weitere Chance für Will Power werden, den zuletzt geschmolzenen Rückstand auf Dario Franchitti weiter zu verkürzen, bevor es wieder auf die Ovale geht. Nur noch 26 Punkte trennen den vor kurzem nach so abgeschlagen zurück liegenden Australier von Franchitti. Das ist das, was man zum Beispiel für einen siebten Platz bekommt – oder auch das Abstand zwischen einem Sieg und Rang sieben.

An den Start gehen in Baltimore die gleichen 28 Piloten wie vor einer Woche in Sonoma. Eine Änderung gibt es nur bei HVM Racing: Simona de Silvestro hat das “Missverständnis” mit der US-Einreisebehörde offenbar überwinden können, und wird am Wochenende wieder im Grid stehen.

Auch Pechvogel Giorgio Pantano wird wieder Justin Wilson ersetzen. Nachdem er ja nun Zeit hatte, sich etwas intensiver mit den “Blocking”-Regeln in der IndyCar Series zu befassen, könnte er in Baltimore einer jener eingangs erwähnten Fahrer sein, die mit etwas Glück an der Spitze mitkämpfen können.

Neben den IndyCars gehen in Baltimore auch die Indy Lights wieder an den Start. Dort sieht die Meisterschaft schon fast entschieden aus. 68 Punkte trennen den Führenden Josef Newgarden von seinem Verfolger Esteban Guerrieri, dem unbelohnten Star der vergangenen Formel Renault 3.5 Saison. Baltimore ist der letzte Rundkurs der Saison, danach folgen noch die beiden Ovale von Kentucky und Las Vegas, die beide wohl eher gegen den Oval-Rookie Guerrieri sprechen. Stefan “Brunde von Justin” Wilson hat auf Rang drei der Meisterschaft schon 106 Zähler Rückstand auf Newgarden.

Interessant ist das Rennen aber aus einem anderen Grund: Willy T. Ribbs, IndyCar Rennlegende und erster schwarzer Rennfahrer mit einem Formel 1 Test (Brabahm 1986) und Indy 500 Qualifikation (1991) kehrt ins Cockpit zurück. Hintergrund: Ribbs unterhält in diesem Jahr gemeinsam mit Geschäftspartner Chris Miles von Starting Grid, Inc, einer Initiative, die es ich zum Ziel gesetzt hat, mehr Angehörige von Minderheiten zum Motorsport zu bringen, ein Indy Lights Team. Im Mai – zum zwanzigjährigen Jubiläum von Ribbs’ erstem Antreten beim Indy 500 – hat das Team dem dunkelhäutigen Talent Chase Austin einen Start beim Freedom 100 ermöglicht (Austin wurde damals zum Debut Neunter von 18 Startern). Ribbs Antreten in Baltimore mit seinem großen afroamerikanischen Bevölkerungsanteil soll dabei helfen, Begeisterung für den Motorsport zu schaffen. Der 56-jährige Ribbs selbst ist allerdings schon seit zehn Jahren nicht mehr im Rennauto gesessen – man darf gespannt sein, wie er sich gegen die jungen Talente schlägt. Mutig ist sein Start in jedem Fall.

Im TV

Auch das Rennen in Baltimore wird von Versus übertragen – man darf sich also auf ausführliche Vorberichte freuen. Um Mitternacht zwischen Samstag und Sonntag zeigt der Sender eine Aufzeichnung des Qualifying, am Sonntag beginnt die Übertragungsstrecke um 18:00 Uhr mit dem Lauf der Indy Lights. Um 20:00 Uhr startet die eigentliche Übertragung des IndyCar Rennens. Der Rennstart ist aktuell für 20:45 Uhr geplant (alle Zeiten MESZ).

Foto: INDYCAR

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March 24 2011

06:24

IndyCar Series: Saisonstart in St. Petersburg

Eine teils chaotische, teils erfreuliche Off-Season geht endlich zu Ende – am Sonntagabend kehrt die IndyCar Series zurück auf die Strecke. Das dürfte spannend werden, denn seit dem Finale 2010 hat sich einiges getan.

Eine stille Winterpause sieht anders aus: Die IndyCar Series bedachte seit der Meisterschaftsentscheidung in Homestead Fans und Medien mit einem steten Fluss an Neuigkeiten, wie das sonst sogar während der laufenden Saison ungewöhnlich ist. CEO Randy Bernard hat bewiesen, dass er weiß, wie man mit der zuletzt eher unscheinbaren Monoposto-Serie Aufsehen erregt. Ob seine Ideen auch auf der Rennstrecke funktionieren, das muss sich allerdings noch beweisen. Immerhin: Zum Saisonstart stehen 25 Fahrer bereit, die meisten davon werden wohl das ganze Jahr lang dabei sein. Ein paar alte Stars haben es in die Serie zurückgeschafft, wenn auch zum Teil in letzter Minute. Zusammen mit einigen interessanten Rookies bescheren sie der IndyCar Series das wahrscheinlich stärkste Starterfeld seit CART-Zeiten.

Spannende Zeiten also auch für Fans, daher eine kurze Zusammenfassung der Meldungen aus dem Winter – für alle, die in der Off-Season nicht ganz so aktiv waren wie Randy Bernard. Eine Vorschau auf das Rennen in St. Petersburg folgt dann weiter unten.

Neue Hersteller

Auch, wenn sich die Nachricht eher auf die kommende Saison bezieht, als auf die aktuelle: Die wichtigste Meldung des Winters war wohl die Rückkehr von Chevrolet in die IndyCar Series. Der US-Hersteller wird dabei 2012 nicht nur Motoren liefern, sondern auch selbst eines jener Aero-Kits anbieten, mit denen die Teams das Standard-Chassis von Dallara erweitern können. Gleiches hat auch Lotus angekündigt, die ab kommendem Jahr als dritter Hersteller in der Serie aktiv sein werden. Richtig gelesen: Der in malaysischer Hand befindliche Sportwagenhersteller hat angekündigt, nicht nur ein Aero-Kit zu liefern, sondern auch einen Motor. Woher der kommen soll, wurde bisher allerdings nicht enthüllt. Als vierter Hersteller könnte auch noch das französische ORECA-Team dazukommen. Dort will man sich allerdings mit der Fertigung von Aero-Kits bescheiden.

Teams und Fahrer 2011

Gleich vorneweg eine kurze Entschuldigung: Die IndyCar Serie bietet leider zur Stunde noch keine Fotos aus St. Petersburg an. Bei den Bildern unten handelt es sich daher um Aufnahmen vom Test am Barber Motorsports Park in der vergangenen Woche. Dort waren leider nicht alle Teams und Piloten anwesend, von manchen gibt es also leider keine Bilder. Auch bei den Lackierungen könnte es also noch Änderungen geben. Die IndyCar Serie veröffentlicht normalerweise vor Rennstart einen Spotter’s Guide auf indycar.com. Den werde ich nachreichen, sobald bzw. sofern er verfügbar wird.

Penske

Die Mannschaft unter der Leitung von “Captain” Roger Penske wird wohl auch 2011 zu den Favoriten im Starterfeld zählen. Das haben auch die Ergebnisse der Testfahrten in Alabama noch einmal unterstrichen. Bei den Piloten hat sich nichts verändert, auch in diesem Jahr greifen Helio Castroneves, Will Power und Ryan Briscoe ins Lenkrad. Abseits der Ovale ist wohl Power der schnellste aus diesem Dreiergespann, als besserer Allrounder könnte sich aber einmal mehr Castroneves erweisen. Ryan Briscoe hat in der vergangenen Saison nicht so wirklich überzeugt, und wird in diesem Jahr etwas kräftiger aus Gaspedal treten müssen, wenn er sich die Gunst des Captains erhalten will.

Ganassi

Das zweite Top-Team der IndyCar Series hat sich über den Winter verdoppelt. Neben dem bisherigen Fahrergespann Dario Franchitti und Scott Dixon (die wieder in den klassischen, links abgebildeten Target-Farben starten), treten 2011 auch Graham Rahal und Charlie Kimball für Ganassi an, die jeweils von anderen Sponsoren unterstützt werden. Weil Target aber keine Konkurrenz im gleichen Team wollte, musste man bei Ganassi zu einem etwas ungewöhnlichen Trick greifen – und einfach ein zweites Team eröffnen. Offiziell wird man zwar nicht müde, die Unabhängigkeit der beiden Teams voneinander zu betonen. Inoffiziell darf man aber wohl schon davon ausgehen, dass sich die Verantwortlichen der beiden Teams gelegentlich mal über den Wag laufen werden. Und dabei wohl nicht nur über Baseball reden. Bei den Test hatte man noch ein paar Probleme, bei den Rennen darf man aber auch in diesem Jahr die Mannschaft vorne erwarten. Fahrerisch sind von Franchitti und Dixon wohl auch in dieser Saison wieder konstant gute bis sehr gute Ergebnisse zu erwarten. Auch Rahal hat in der Vergangenheit (vor allem 2009 bei Newman/Haas) schon Talent bewiesen. Inwieweit auch Charlie Kimball mithalten kann, muss sich noch weisen.

Andretti Autosport

Einige Überraschungen bot über den Winter die traditionell dritte Kraft der IndyCar Series. Erst wurde Tony Kanaan freigestellt (und ihm “erlaubt, mit anderen Teams zu verhandeln”) – vermutlich deshalb, weil man sich sein hohes Gehalt nicht mehr leisten konnte. Und dann tritt man 2011 doch wieder mit vier Fahrern an: Marco Andretti und Danica Patrick waren ohnehin schon gesetzt, Ryan Hunter-Reay konnte auch genügend Sponsoren auftreiben, um sich im Team zu halten. Keiner der drei hat bisher das Talent gezeigt, konstant um Siege oder gar Meisterschaften mitzufahren. Aber: Alle sind solide Piloten, und auf ihre Art wichtig für die Serie. Erstaunlich ist dagegen die Verpflichtung des beim Indy 500 schwer verunglückten (aber mittlerweile wohl wieder genesenen) Mike Conway. Der Brite hat zwar in diversen Juniorserien gute Leistungen gezeigt, in der IndyCar Series konnte er allerdings bislang (außer beim schicksalsvollen Indy 500) nicht wirklich überzeugen. Und seit seinem Unfall fehlt ihm überhaupt jegliche Erfahrung im Auto. Ein erfolgreiches Comeback wäre ihm zu vergönnen – bis es soweit ist, muss man aber vermutlich noch ein paar Rennen Geduld haben. Abzuwarten bleibt außerdem, ob es das Team nach einer sehr mäßigen Saison 2010 wieder schafft, an alte Stärken anzuknüpfen.

KV Racing

Mit drei Piloten geht das Team von Kevin Kalkhoven und Jimmy Vasser an den Start. Zur bisherigen Stammmanschaft mit EJ Viso und Takuma Sato ist in letzter Sekunde noch ein weiterer großer Name gestoßen. Der bei Andretti entlassene Tony Kanaan hat es am Wochenende vor dem Saisonstart geschafft, ausreichend Sponsoren für eine volle Saison im Teams zu sammeln. Das könnte sich für beide als gutes Geschäft erweisen: KV wird von der Erfahrung des Tony Kanaan (vor allem in Fragen der Abstimmung) gewiss profitieren, der Brasilianer bekommt von KV Racing ein in seinem Speed womöglich unterschätztes Autos zu Verfügung gestellt. Das mag zwar in dieser Saison noch nicht für Siege reichen – wenn Sato und Viso aber ihr Temperament diesmal etwas öfter in Zaum halten können, als im vergangenen Jahr, dann könnte das Team durchaus einen Sprung nach vorne machen.

Dreyer & Reinbold

Ein weiteres Team aus dem Bereich “solides Mittelfeld”, das sich 2011 nach oben entwicklen könnte. Justin Wilson ist ein Pilot, der gewiss immer wieder einmal für eine Überraschung gut ist – ganz besonders auf den Rundkursen. Außerdem hat man sich mit Ana Beatriz verstärkt. Die Brasilianerin bringt einige Sponsoren an Bord, und konnte auch bei ihren Einsätzen in der vergangenen Saison durchaus Potenzial beweisen. Sie könnte sich also als gute Mischung aus Pay-Driver und solider Pilotin herausstellen. Beim Indy 500 wird außerdem Haudegen Paul Tracy für Dreyer & Reinbold an den Start gehen. Weitere Einsätze sind in Planung, aber bisher nicht fix. Beim Saisonstart ist der Kanadier jedenfalls nicht dabei.

Dale Coyne Racing

Eine faustdicke Überraschung gibt es beim ewig unterfinanzierten Traditionsteam: Champ-Car Dominator (und Toro-Rosso Mittelfeldpilot) Sebastian Bourdais kehrt in den US-Rennsport zurück. Allerdings nicht für die ganze Saison: Der Franzose wird aus Sponsormangel und wegen Terminkollisionen mit seinen Sportwagen-Projekten bei den Oval-Rennen nicht antreten. Dass Bourdais mit den amerikanischen Open Wheelern und hemdsärmeligen Stadt- und Rundkursen gut zurecht kommt, hat er bewiesen. Unklar ist dagegen, ob die Autos von Dale Coyne gut genug sind, um ein ernsthafter Kandidat auf die Mario Andretti Rundstrecken-Trophy zu sein. Ebenfalls unerwartet ist der zweiten Pilot: James Jakes, bisher bekannt aus GP2 und GP3 hat wohl einen zahlungskräftigen Sponsor gefunden, und wird die gesamte Saison mit dabei sein.

Newman/Haas Racing

In 50%-Stärke startet die Mannschaft von Newman/Haas in St. Petersburg in die Saison. Ursprünglich hatte man gehofft, Oriol Servia und James Hinchcliffe zu verpflichten – schließlich hat es aber nur Servia geschafft, die nötigen Sponsorgelder aufzutreiben. Das ist schade, denn beim Test in Alabama waren beide sehr gut unterwegs. Hinchcliffe hofft nun, bis zu einem der kommenden Rennen ausreichend Gelder zu finden, um doch noch in die Serie einsteigen zu können. Immerhin hat Newman/Haas mit Oriol Servia aber einen erfahrenen und meist schnellen Piloten verpflichtet, mit dem man hoffen kann, das Abschneiden vom vergangenen Jahr (als der Pilot Hideki Mutoh hieß) vergessen zu machen.

Der Rest

Fans von Simona de Silvestro dürfen sich auch in dieser Saison auf ein dauerhaftes Antreten der Schweizerin freuen. Einziger Wehrmutstropfen: Ihr Sponsor, “Nuclear Clean Air Energy”, ein Projekt, das für “sauberen” Atomstrom werben soll, dürfte sich momentan nicht an der Spitze seiner Popularität befinden. Alex Tagliani und das FAZZT-Team sind auch wieder mit dabei – allerdings nach Kauf durch Sam Schmidt unter dem Namen von dessen Team “Sam Schmidt Motorsports”. Sebastian Saavedra wird die gesamte Saison bei Conquest Racing bestreiten, Raphael Matos hat in letzter Minute einen Deal mit dem neuen AFS Racing zustande gebracht. Vitor Meira bleibt bei Foyt. Und JR Hildebrand bei Panther Racing vervollständigt ein starkes und wieder etwas US-lastigeres IndyCar Feld. Sarah Fisher Racing wollte eigentlich die gesamte Saison mit Ed Carpenter bestreiten, musste sich nach einen Crash beim Testen aber für dieses Wochenende zurückziehen. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft bald wieder dabei sein kann.

Nicht dabei sind beim Saisonstart der schon erwähnte Paul Tracy – und Dan Wheldon, der sich im Streit von Panther Racing getrennt hat. Der Brite scheint bei der Suche nach einem neuen Cockpit keine große Eile an den Tag zu legen, und wird nach eigener Aussage nur dann wieder in die Serie einsteigen, wenn er ein Angebot von einem konkurrenzfähigen Team bekommt.

Der Kalender

Nach dem Saisonstart am kommenden Wochenende geht es im Zwei-Wochen Takt mit Rennen am Barber Motorsports Park, in Long Beach und dem Brasilien-Lauf in Sao Paulo weiter.

Ohne vorheriger Übung auf einem Oval beginnt dann der Monat Mai, und damit die Vorbereitung auf das Indy 500 am 29.5.

Zwei Wochen später gibt es die erste Kalender-Neuerung – und die ist durchaus als Experiment zu bezeichnen. In Texas wird es nämlich zwei Rennen geben, die am selben Tag stattfinden werden. Die Punkte dafür werden ganz einfach geteilt, die Startaufstellung für das zweite Rennen wird ausgelost. Das kann spektakuläres Rennen geben – aber auch ebenso spektakulär in die Hose gehen. Es ist sicher nicht schlecht, frischen Wind in die Serie zu bringen. Ob man das aber unbedingt auf die High-Speed Oval in Texas machen muss, ist eine andere Frage.

Nur eine Woche danach feiert Milwaukee die Rückkehr in den IndyCar Kalender – ein Ort der Tradition aber auch der kleineren Geschwindigkeiten und nicht immer wahnsinnig spannenden Rennen. Danach folgt Iowa, bevor es im Rahmen der Kanada-Tournee wieder auf die Rundkurse geht. Zuerst startet die Serie in Toronto, zwei Wochen später auf dem völlig umgebauten Flugplatzkurs in Edmonton.

Wieder zurück in den USA folgt der Klassiker von Mid-Ohio. Dann steht wieder eine “Premiere” auf dem Programm: Das erste größere Open-Wheel-Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon seit mehreren Jahren. Besonderheit: Damit die Teams nicht umbauen müssen, wird auch dort in Road-Konfiguration fahren.

Es folgt eine weitere Premiere: Das erste Rennen auf dem neuen Stadtkurs in Baltimore. Dort hatte man wohl über den Winter finanzielle Anlaufschwierigkeiten. Nach aktuellem Stand wird die Strecke aber rechtzeitig fertig.

Für die letzten drei Rennen der Saison folgen dann wieder Ovale. Zunächst plant man, in Motegi zum vorerst letzten Japan-Auftritt der Serie anzutreten. Dass man dort ab 2012 nicht mehr antreten wird, haben INDYCAR und Motegi-Betreiber schon vor einiger Zeit bekannt gegeben. Ob man sich nach Erbeben und Tsunami heuer wirklich noch einmal auf die Reise macht, darüber gibt es im Moment noch keinen Beschluss.

Als vorletztes Rennen der Saison steht Kentucky auf dem Programm, wo es in letzter Zeit immer spannende Rad-an-Rad Duelle gegeben hat.

Schließlich folgt das Finale am baulich recht ähnlichen Oval in Las Vegas, für das sich Randy Bernard allerdings einen besondere Dreh einfallen hat lassen: Bei der Veranstaltung mit dem bescheidenen Titel “IndyCar World Championship” werden neben den regulären IndyCar Piloten noch fünf weitere Fahrer aus anderen Serien antreten. Sollte einer dieser fünf das Rennen gewinnen, winkt ein Preisgeld in der Höhe von 5 Millionen Dollar. Im Sommer soll ein Komitee entscheiden, welche Fahrer antreten dürfen. Bis dahin gibt es nur Spekulationen – etwa um den ehemaligen F1 und CART Piloten Mark Blundell, den Motocross Star James Stewart oder möglicherweise sogar Alex Zanardi.

Neue Regeln

Mit dem Ziel, eine bessere Show zu liefern, wurden in der Winterpause außerdem einige neue Regeln beschlossen: Commitment Cone, Double-File Restart, Einführung einer “Lucky Dog”-ähnlichen Regel, eine Höchst-Teilnehmerzahl von 26 Autos.

Oder auch nicht: Denn nach heftigen Beschwerden zahlreicher Fans wurden “Lucky Dog” und das 26-Starter Limit wieder gestrichen. Ausnahme: Auf Kursen, in denen die Pitlane nicht lang genug ist, etwa in Mid Ohio, wird es weiterhin eine Beschränkung des Startfeldes geben.

Geblieben ist die neue Regelung für Restarts: Die werden ab sofort in Double File absolviert. Außerdem wird die grüne Flagge deutlich später fallen als bisher. Die Autos werden also beim Überqueren der Zielflagge wieder näher beieinander liegen. Das sieht spektakulärer aus, ist bei den Teambesitzern aber nicht besonders beliebt, weil es auch zu einer Häufung an teurem Schrott führen könnte.

Vorschau: St. Petersburg

Wie das ganze in der Praxis funktioniert, werden wir am Wochenende in St. Petersburg sehen. Die IndyCar Series gastiert dort schon zum siebten, zählt man ein Champ Car Rennen 2003 dazu sogar schon zum achten Mal. Der Kurs liegt einigermaßen pittoresk in der 250.000 Einwohner-Stadt am Golf von Mexiko. Die Kursführung ist aber leider auch ziemlich eng. Die Rennen sind daher nicht immer wahnsinnig spannend. Mit etwas Glück und ein bisschen Regen wird das ganze allerdings schon wieder interessanter – so etwa 2008, als Graham Rahal das zweite Rennen nach der Wiedervereinigung von IRL und Champ Car Series gewann. Im vergangenen Jahr war es dann doch etwas zu viel des Guten, so dass der Lauf wegen Überflutungen auf den Montag verschoben werden musste. Gewonnen hat dann Will Power – der vierte Penske-Sieg in sechs Jahren. Heuer soll es aktuellen Wetterberichten zufolge trocken bleiben.

Zum Kurs selbst: Nach der Start/Zielgerade, die über eine für das Rennen stillgelegte Landebahn führt, geht es in eine recht enge Rechtskurve, wo in der Vergangenheit die meisten Überholmanöver stattgefunden haben. Es folgt eine kürzere Gerade, an deren Ende eine 90 Grad-Kurve auf die Fahrer wartet. Überholversuche gibt es dort immer wieder, gelungene Überholmanöver eher selten. Gelbphasen dafür wieder ziemlich häufig. Nach einem kurzen, ziemlich eckigen Intermezzo geht es entlang der Promenade in zwei schnelle Linkskurven und eine schnelle Schikane. Diese Passage ist landschaftlich besonders schön am Meeresufer gelegen – merkwürdig, dass dort nie Kameras postiert sind, die das entsprechend einfangen. Überholmanöver sind dort nicht zu empfehlen, und Fehler auch nicht – denn die Wand ist ziemlich nah. Über eine langgezogene, mittelschnelle Kehre geht es dann wieder zurück auf Start und Ziel. Wer sich hier einen Fehler erlaubt, läuft Gefahr, überholt zu werden. Die Versuchung für hinterherfahrende Piloten, beim Vordermann in NASCAR-Manier “anzuklopfen” scheint ziemlich groß zu sein. Helio Castroneves hat das am Ende einer SC-Phase vor ein paar Jahren mit Scott Dixon erfolgreich praktiziert. Ein aktuelles Onboard-Video hat die IndyCar Series zwar noch nicht veröffentlicht. Die Kursführung hat sich aber seit 2009 meines Wissens nach nicht verändert, so dass ich hier einfach die Onboard-Vorschau vom letzten Jahr, begleitet von Ryan Briscoe, poste.

Leider auch neu: Kein Stream

Alles in allem also gute Voraussetzungen für eine spannende Saison. Für Fans im deutschen Sprachraum hat die Sache aber leider einen Haken: Die Serie wird auch heuer (nach derzeitigem Stand) auf keinem Sender übertragen. Und auch den offiziellen Internet-Stream, der zwar nicht besonders gut, 2010 aber trotzdem oft die einzige Rettung war, gibt es auf Geheiß des amerikanischen Rechteinhabers Comcast/NBC (den neuen Versus-Besitzern) heuer nicht mehr.

Für die USA ist das verständlich, denn die INDYCAR hatte offenbar nie die Rechte, ihre Rennen im Internet zu streamen. Versus hat das wohl bisher trotz schlechter Quoten geduldet. Weil aber die Fans offenbar immer in der Werbeunterbrechung den Stream angeschalten haben, hat man diese Praxis nun beendet.

Weniger verständlich ist dagegen, wieso man auch die Trainings und die nicht im TV übertragenen Qualifying-Sessions mehr zeigen will. Und völlig unverständlich ist, wieso man nicht gegen Gebühr einen Stream des von ESPN produzierten internationalen Feeds der Serie in jenen Ländern anbietet, wo die Rechte für die IndyCar Serie nicht verkauft wurden. Leider ist man im Moment derartig auf den Aufbau einer amerikanischen Fanbase konzentriert, dass man es noch nicht mal geschafft hat, eine Liste der internationalen Broadcaster auf die Homepage zu stellen. Stattdessen gibt es dort noch immer jene vom vergangenen Jahr. Wird man sich also wieder in den Untiefen des Internets umsehen müssen, wenn man das Rennen trotzdem sehen will.

27.03.2011 LIVE 18:30 Uhr IndyCar Series St. Petersburg ABC LIVEx 23:00 Uhrx Asian F BMWxxx Bud Shootout Practicex sky sport2x

August 27 2010

16:42

Indycar: Vorschau Chicagoland

Für viele Fans ist das, was Samstagnacht auf dem Programm steht eines der Highlights der IRL-Saison. Fahrerisch ist Chicagoland zwar nicht besonders schwierig – aber dafür geht es dort immer unglaublich eng zur Sache.

Auch sonst hat die Indycar Series am kommenden Wochenende so einiges zu bieten: Etwa mit 29 Autos das größte Feld, das es jemals außerhalb des Indy 500 gegeben hat. Und dementsprechend auch die Rückkehr einiger Fan-Favoriten, die in diesem Jahr bisher gefehlt haben. Außerdem geht die bisher so spannende Meisterschaft in die Endphase. Dort wird die große Frage sein, ob es Dario Franchitti auf den Ovalen gelingt, den Rückstand auf “Rundkursmeister” Will Power zu schließen. Aber nicht alles ist eitel Wonne in der IRL: Hinter den Kulissen begehren die Teams gegen die bereits getroffene Chassis-Entscheidung für 2012 auf.


Aber zuerst mal zum sensationell großen Starterfeld. Mit 29 Autos in einem ganz normalen Ovalrennen hätte in dieser Saison wohl kaum jemand gerechnet. Die IRL musste sogar extra ihre Regeln ändern, so dass nun auch außerhalb des Indy 500 29 statt bisher 28 Wagen an den Start gehen dürfen. (Wieso es diese Regel gibt, wenn man sie bei Bedarf einfach ändert, das darf man sich allerdings schon fragen…) Außerdem musste man deshalb das Qualifying-Format verändern: Es bleibt beim gewohnten Einzelzeitfahren, allerdings drehen die Piloten nicht mehr vier, sondern nur noch zwei gezeitete Runden.

Ganz neu ist diesmal keiner der Fahrer dabei, das Feld wird also von “Rückkehrern” vergrößert. Da wäre etwa Ed Carpenter, der nach dem Aus von Vision Racing (das ja bekanntermaßen von seinem Stiefvater Tony George geführt wurde) dank neuem Sponsor mit Panther Racing zurückkehrt. Carpenter hatte in der Vergangenheit nicht den allerbesten Ruf, sicher waren auch die Familienbande zum damaligen Indycar-CEO nicht gerade hilfreich dabei, ein eigenständiges Image aufzubauen. Er hat aber, vor allem im vergangenen Jahr, einige äußerst respektable Vorstellungen abgeliefert. Man denke etwa an seinen zweiten Platz in Kentucky. In Chacagoland reichte es 2009 immerhin für Rang sechs.

Ebenfalls zurück im Cockpit, diesmal in jenem von Conquest, ist Tomas Scheckter. Conquest mag jetzt nicht gerade ein Team sein, das zu vorauseilenden Jubelschreien verleitet, aber Scheckter ist auf schnellen Ovalen eigentlich noch immer recht gut dabei gewesen. Vielleicht schafft er am Wochenende ja eine Überraschung.

Mike Conway ist immer noch nicht im Dreyer & Reinbold Cockpit zurück, er wird diesmal von Ana Beatriz ersetzt. Die Dritte der Indy Lights Saison 2009 (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Model) war schon in Sao Paulo und beim Indy 500 mit dabei, und hat dort eigentlich recht ansehnliche Leistungen abgeliefert. Sarah Fisher Racing ist diesmal gleich mit zwei Autos vertreten: Neben Fisher selbst ist auch Jay Howard am Start. Veteran Davey Hamilton rundet schließlich mit seinem zweiten Einsatz nach dem Indy 500 das Feld ab.

Zum Chicagoland Speedway gibt es hier im Blog ja dank NASCAR-Vorschau schon eine eigene Seite, folglich brauche ich dazu nicht mehr allzuviele Worte zu verlieren. Die IRL ist seit 2001 auf der Strecke unterwegs, und die Rennen hier haben eigentlich noch fast jedes Mal enge Manöver und eine Menge Spannung geboten. Wer bisher noch kein IRL-Rennen dort gesehen hat, der sollte das diesmal unbedingt tun. Umso mehr deshalb, weil man munkelt, dass es der vorläufig letzte Auftritt der Indycars auf dem Kurs sein könnte. Normalerweise folgt jetzt an dieser Stelle noch eine Onboard-Runde. Die gibt es diesmal zwar auch, hier im Blog wollte ich aber diesmal einfach die letzten drei Runden vom vergangenen Jahr einbinden. Die sagen eigentlich alles, was man zu Indycar-Rennen in Chicagoland wissen muss.

Sonstige Neuigkeiten

Die Indycar spielt weiter mit dem Kalender für die kommende Saison herum, zum Teil mit etwas kreativen Ideen. Am Texas Motor Speedway soll es 2011 statt einem 550Km-Rennen zwei direkt aufeinanderfolgende Läufe mit einer Länge von jeweils 275Km geben. Bei beiden Rennen soll dann jeweils die halbe Punktezahl eines “normalen” Wertungslaufes ausgeschrieben werden. Wie man mit Autos verfährt, die im ersten Rennen beschädigt werden, ist noch unklar.

Baltimore hat, wie schon in den Newshappen geschrieben, noch einmal das Streckenlayout etwas verändert. Die neue Streckenführung ist hier zu sehen. Außerdem wurde auch das Datum auf das Labor Day Weekend (1. Septemberwochenende) verschoben.

Der Iowa Speedway hat inzwischen wenig überraschend bestätigt, dass die IRL auch im kommenden Jahr dort zu Gast sein wird. Datum ist der 25. Juni.

IRL-Kenner Curt Cavin hat dieser Tage auch ein wenig spekuliert, was den Kalender betrifft. Aus den bisher bekannten Fakten würde sich also das folgende Bild ergeben:

? St. Petersburg ? Barber Motorsports Park 17. April Long Beach 1. Mai Sao Paulo 29. Mai Indy 500 11. Juni Texas Twin 275 25. Juni Iowa ? Toronto ? Edmonton 7. August Mid Ohio 14. August New Hampshire ? Sonoma 4. Septemberx Baltimore ? Kentucky ? Motegi ? Las Vegas

Text

insgesamt also 16 Rennen, möglicherweise (etwa dann, wenn doch Chicagoland noch dazukommt) 17.

Und damit noch schnell zum Unbill, den ich im ersten Absatz schon angekündigt hatte: Die Teams scheinen mit der Entscheidung über das neue Chassis für 2012 ganz und gar nicht glücklich zu sein – und schon gar nicht mit der Informationspolitik, die die IRL danach betrieben hat. Ganassi, Penske und Dreyer & Reinbold drohen gar damit, das Ding ganz einfach nicht zu kaufen. Tenor: Die Umstellung auf ein neues Auto sei zu teuer. Es muss aber wohl etwas mehr dahinter stecken: Immerhin schien Ganassi die Umstellung noch keineswegs zu teuer, als auch der (über Umwege) im Auftrag des Teams entwickelte Delta Wing noch im Rennen war.

Übertragungszeiten

Der Lauf in Chicagoland wird – wie alle restlichen Rennen dieser Saison – von Versus übertragen. Im Vergleich zu ESPN/ABC ist also das gewohnte Bild zu erwarten: Bessere Übertragung, aber weniger Zuseher und weniger Streams. Immerhin findet die Veranstaltung diesmal nicht zeitgleich mit einem NASCAR-Wettbewerb statt, die IRL dürfte also die Interessen der Motorsport-Zuseher auf sich vereinen können. Start der Übertragung ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 01:00 Uhr.

June 03 2010

16:30

Vorschau: IRL Firestone 550K in Texas

Auch in diesem Jahr versucht die IRL, den Buzz des Indy 500 gleich eine Woche später in ein weiteres Rennen hinüberzuretten. Anders, als in den vergangenen Jahren fährt man dieses Jahr allerdings nicht die Milwaukee Mile, sondern am superschnellen Texas Motor Speedway.

Das in Fort Worth gelegene Oval ist jene Strecke, auf der die CART 2001 ihr Rennen absagen musste, weil den Fahrern wegen der hohen Fliehkräfte bei 370 km/h schwindlig wurde (und wenn man sich die Onboard-Aufnahmen aus der Qualy ansieht, kann man auch sofort verstehen, wieso). Die IRL fährt allerdings schon länger auf dem Kurs, und das ohne größere Probleme. Das Rennen ist sogar so populär, dass die Indycars in den Jahren von 1998 bis 2004 zweimal pro Jahr in Texas Station machten. Außerdem war die Strecke bis 2005 auch bereits als Schauplatz des Indy 500-Nachspiels im Einsatz. Diesen Platz hat sie nun von der finanziell strauchelnden Milwaukee Mile zurückerobert. Das ist schade, denn die Traditionsrennstrecke von Wisconsin war in gewisser Weise ein idealer Partner für das geschichteträchtige Indy 500. Spektakulärere Rennen könnten wir aber durchaus in Texas zu sehen bekommen.

Die Veranstaltung trägt den klingenden Titel “Firestone 550″ – man sollte sich davon aber nicht irritieren lassen. Es handelt sich bei der marketingtechnisch geschickt gewählten Rennlänge nämlich nicht um Meilen, sondern um Kilometer. Der Lauf erstreckt sich also lediglich über 340 Meilen – und ist mithin nur geringfügig länger als die zahlreichen 300 Meilen-Rennen, die sonst noch am Indycar-Kalender stehen. Beim Zusehen könnte die Zeit aber trotzdem schneller vergehen als sonst. Denn in den vergangenen Jahren gab es in Texas fast durchgehend äußerst spannende Rennen mit zahlreichen, über mehrere Kurven und Runden gehenden Duellen. Das liegt vor allem daran, dass die gesamte Strecke flat-out gefahren wird, und dass mehrere Linien möglich sind – die ideale Voraussetzung für epische Windschattenschlachten. An technischer Finesse gibt die Youtube Onboard-Runde, die die IRL für jedes Rennwochenende bereitstellt dafür diesmal nicht allzuviel her:

Leider ist die Strecke nicht nur wegen der guten Duelle spektakulär – es gab dort auch schon einige sehr unschöne Unfälle. Dan Wheldon hatte hier laut eigener Aussage etwa den heftigsten Abflug seiner Karriere, Tony Kanaan hatte dort mal beim Queren einer Unfallstelle so richtig viel Glück. Zuoberst steht aber wohl jener Crash, der 2003 Kenny Bräck fast das Leben und jedenfalls einen Teil seiner Karriere geraubt hat – ein ähnlicher Unfall wie jener, den Mike Conway am Wochenende erlitten hat, nur noch etwas schlimmer. Es ist also Vorsicht geboten, wenn es Samstagnacht wieder losgeht.

Wer Mike Conway, der für mindestens drei Monate ausfallen wird, bei Dreyer und Reinbold ersetzen soll, ist noch unklar. An erste Stelle steht aber wohl Tomas Scheckter, der schon in Teilen der vergangenen Saison und beim heurigen Indy 500 für Dreyer & Reinbold unterwegs war, und außerdem just in Texas 2005 seinen ersten und einzigen IRL-Sieg landen konnte. Auch Scheckters Twitter-Meldungen deuten sehr darauf hin, dass der Südafrikaner wohl in Texas am Start sein wird. Auf lange Sicht wäre aber auch ein anderes Szenario denkbar: Ryan Hunter-Reay, einer der großen Überraschungsmänner der bisherigen Saison, hat bei Andretti Autosport nur genügend Sponsorgelder, um bis einschließlich Texas dort zu fahren. Die IRL-Verantwortlichen dürften aber wohl sehr daran interessiert sein, den mit Abstand besten US-Fahrer 2010 über das ganze Jahr hindurch in der Serie zu halten. Die nötigen Gelder bringt der reine Wille zwar auch nicht – aber vielleicht lässt sich ja doch eine Lösung finden, zumal wohl auch Dreyer & Reinbold daran interessiert sein wird, den bestmöglichen Fahrer zu finden.

An der Spitze werden wohl trotzdem wieder die alten Bekannten von Penske und Ganassi zu finden sein. Denn auch, wenn die Charakteristik des Ovals enge Duelle erlaubt – es wäre sehr erstaunlich, wenn die anderen Teams ihren Rückstand plötzlich ganz aufgeholt hätten. Bei Penske würde ich die innerhalb des Teams am ehesten auf Helio Castroneves tippen, weil der Brasilianer ganz einfach mit Abstand über die größte Oval-Erfahrung verfügt. Bei Ganassi sehe ich eher Dario Franchitti vorn. Scott Dixon ist zwar auf Ovalen auch nicht zu unterschätzen – in Indianapolis hatte er aber auch schon vor dem Fehler seiner Boxencrew, der seinen Wagen kurzfristig zum Dreiradler machte kein rechtes Mittel gegen seinen schottischen Teamkollegen parat.

Gespannt darf man sein, ob die Wagen von Andretti Autosport ihre Pace vom Indy 500 auch auf anderen Ovalen umsetzen können. Zumindest mit Tony Kanaan und Marco Andretti wäre dann ja allemal zu rechnen. Der angesprochene Ryan Hunter-Reay musste sich nach dem Unfall mit Mike Conway einer Operation an den Bändern in seiner linken Hand unterziehen, und muss eine Schiene tragen – er will aber trotzdem antreten, was sehr unangenehme Assoziationen weckt. Danica Patrick war am Ende beim Indy 500 auch wieder ganz gut unterwegs – ihre Platzierung verdankt sich allerdings nicht nur der eigenen Leistung, sondern auch dem Pech mancher Kollegen. Trotzdem sollte der sechste Platz ein Ergebnis sein, an dem sie sich mental ein wenig aufrichten kann – ob das reicht, um zu alter Stärke zurückzufinden, bleibt abzuwarten.

Das Rennen von Texas (in der Nacht von Sa auf So, 2:00Uhr) wird in den USA wieder von Versus, anstatt von ABC/ESPN übertragen. Endlich, möchte man sagen, denn Versus hat in der bisherigen Saison doch einen deutlich inspirierteren Job gemacht, als die eher lustlosen Network-Kollegen. Wer hierzulande zusehen will, muss leider weiterhin auf den offiziellen Stream von der Indycar Race Control zurückgreifen. Es ist allerdings zu hoffen, dass die vertraglichen Rahmenbedingungen, anders als beim Indy 500, diesmal wieder etwas abwechslungsreichere Kamerapositionen erlauben. Andernfalls bleibt wieder nur der Weg ins inoffizielle Stream-Milieu – wegen des gleichzeitig stattfinden Rennens der NASCAR NW könnte es dabei allerdings zu gewissen Engpässen kommen.

Planungen für 2011 und 2012

Teils überraschend gab es in dieser Woche dann noch zwei Verlautbarungen über die Zukunft der Rennserie.

Ziemlich unerwartet kam am Mittwochabend die Meldung, dass sich die Arbeitsgruppe mit dem klingenden Namen ICONIC (das steht für Innovative, Open-Wheel, New, Industry-Relevant, Cost Effective) auf die Rahmenbedingungen für das Motorenkonzept geeinigt hat, das ab 2012 zum Einsatz kommen soll. Es wird sich dabei um Turbomotoren mit 550 bis 700 PS handeln. Der Clou: Die Regeln werden sehr weit gefasst, es soll also ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Konzepten und Herstellern stattfinden. Festgelegt ist lediglich, dass die Ethanol-betriebenen Triebwerke maximal sechs Zylinder und 2,4 Liter Hubraum haben dürfen. Dass das alles noch etwas zu vage klingt, finden wohl auch manche Hersteller, etwa Honda, Ford und Mazda, die zwar prinzipiell Interesse signalisiert haben, aber gerne mehr Details hören würden. Die sollen am Samstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Texas folgen.

Eher erwartbar dagegen: Ebenfalls am Mittwoch hat die IRL bestätigt, dass die Indycars ab der kommenden Saison ein Stadtrennen in Baltimore abhalten werden. Die IRL hofft drauf, bis zu 100.000 Fans auf die Tribünen der zwischen Washington, DC und Philadelphia gelegenen Metropole zu locken. Als Termin wird der 5.-7. August genannt, der Vertrag mit der Stadt läuft über fünf Jahre. Ein vollständiger Kalender für die kommende Saison soll bis Juli feststehen – wegen Unstimmigkeiten mit der Betreiberfirma ISC, die unter anderem die Strecken von Chicagoland, Homestead, Kansas und Watkins Glen besitzt, ist möglicherweise mit größeren Änderungen zu rechnen.

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May 12 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Wieder keine Reifenentscheidung in der Formel 1: Ursprünglich hatte man geplant, sich bis Barcelona hinsichtliches des Ausrüsters für 2010 einig zu werden, jetzt waren Stimmen zu vernehmen, die zumindest eine Einigung bis zum kommenden Wochenende in Monaco fordern. Offiziell beworben haben sich Michelin, Pirelli und Avon/Cooper. Gestern wurde allerdigs bekannt, dass die Teams auch weiterhin versuchen, Bridgestone zum Bleiben zu überreden. Zeit wäre es allemal für eine Entscheidung, denn immerhin ist bei den Teams die Entwicklung der Wagen für kommendes Jahr schon lange angelaufen – da wäre es schon mal praktisch zu wissen, mit welchen Reifen das Design dann arbeiten muss. Der Vorschlag, bereits 2011 mit 18 Zoll-Reifen zu fahren schient derweil vom Tisch – Michelin und Pirelli wären zwar weiterhin an einer Umstellung interessiert, würden aber wegen der hohen Entwicklungskosten einer Verschiebung auf 2012 oder 2013 zustimmen.

//2011 wird es in der Formel 1 keinen F-Schacht mehr geben: Die Team-Organisation FOTA beschloss am Rennsonntag in Spanien das System für 2011 zu verbieten. Die wohl kontroverseste Entwicklung dieses Jahres wird damit schon fürs nächste Jahr ausgeschlossen. McLaren bat die FOTA zwar kein Verbot auszusprechen, diese Bitte wurde jedoch abgelehnt. Sicherheitstechnische Aspekte sollen hierbei ebenfalls eine Rolle gesehen haben, da die Lösung von Ferrari, mit der Hand das Loch zuzuhalten, als kritisch angesehen wird, da ein Fahrer beide Hände wenn möglich am Lenkrad haben sollte.

// Dietrich Mateschitz hat überraschenderweise durchblicken lassen, wie viel Leistung dem Motor von Renault fehlt. Laut seiner Aussage sind es 30 bis 40 PS. Das erscheint mir etwas viel, vor allem wenn man den aerodynamisch leicht benachteiligten Renault sich so anschaut und wie der in der Lage ist, je nach Quali-Ergebnis sich unter den Top5 zu tummeln. Wenn dem Renault wirklich so viel Power fehlt, dann müsste Red Bull deutlich benachteiligt sein.

// Doch keine Rennen der GP2 und GP3 in Portimão – weil die Strecke “vertraglichen Verpflichtungen” nicht nachgekommen ist, wurden die für Juni geplanten Läufe abgesagt. Nach der Auto GP, die ihren für Portimão geplanten Saisonauftakt schon vor zwei Monaten wegen eines angeblichen Mangels an Streckenposten nach Brünn verschoben hat, ist es bereits das zweite Event auf der portugiesischen Bahn, das in diesem Jahr nicht stattfinden kann. Bleibt zu hoffen, dass sich die Berg- und Talbahn nicht so kurz nach der Eröffnung schon wieder in finanziellen Problemen befindet.

// Massig Zukunftsspekulationen gibt es auch in dieser Woche wieder in der WTCC: Promoter Marcello Lotti hat in einem Gespräch mit Autosport bestätigt, dass Ford, Honda, Toyota und Alfa Romeo am Einstieg in die Serie interessiert sind. Angeblich denkt zusätzlich auch noch Subaru über einen Einsatz nach. Alfa Romeo-Mutter FIAT macht ein mögliches Engagement allerdings davon abhängig, ob die WTCC in Hinkunft den den Einsatz von Biogas-Motoren erlaubt. Ist dies der Fall, könnte sich dem Vernehmen nach auch SEAT wieder einen verstärkten Einsatz in der Serie vorstellen. Ein möglicher Einsatz von Honda wiederum könnte über den Umweg über die Zweigstelle Honda Argentinien stattfinden – in diesem Sinne scheint die WTCC derzeit auch darüber nachzudenken, die kommende Saison in dem südamerikanischen Land zu beginnen. Bevor sich jetzt einige zu früh freuen: Ein Rennen in Potrero de los Funes (San Luis) ist wohl leider nicht angedacht, zur Wahl stehen offenbar die ehemalige Formel 1 Strecke in Buenos Aires oder eine Strecke bei der Stadt Termas del Rio Hondo im Nordwesten des Landes.

// Ein wenig zeitweisen Zuwachs wird es aber auch in diesem Jahr bereits geben: Kristian Poulsen und Fabio Fabiani werden in Monza zwei zusätzliche private BMW 320si pilotieren, Pierre-Yves Corthals in Zolder einen SEAT Léon Benziner.

// Eine Bestätigung des IRL-Straßenrennens in Baltimore rückt näher. Vergangene Woche haben die zuständigen Stellen der Stadtregierung Ausgaben in der Höhe von acht Millionen Dollar über die nächsten fünf Jahre für das Event bereitsgestellt. Nach Klärung der letzten Details könnte ein über diesen Zeitraum laufender Vertrag mit der IRL noch in diesem Monat bekannt gegeben werden. Das geplante Layout der Strecke folgt dem Stadtkurs-üblichem Schema – langen Geraden, zahlreiche 90-Grad Kurven und zwei enge Kehren – und soll unter anderem am pittoresken Inner Harbor und am M&T Bank Stadium vorbeiführen.

// Überhaupt scheinen die Überlegungen zum Indycar Kalender 2011 derzeit in einer kritischen Phase zu stecken. Die IRL ist nämlich ziemlich unzufriden mit der Vermarktung, die die Betreiberfirmer mehrerer Rennen am Indycar-Kalender, die ISC (International Speedway Corporation) für die Rennen betreibt. Der personell und strukturell eng mit der NASCAR verbundenen Firma gehören unter anderem die Ovale von Chicagoland, Homestead und Kansas sowie die Traditionsstrecke in Watkins Glen. Die Unstimmigkeiten scheinen so weit zu gehen, dass die Indycar angeblich sogar überlegen soll, alle der genannten Rennen 2011 aus ihrem Kalender zu streichen. Über möglichen Ersatz (New Hampshire? Atlanta? Charlotte? Road America?) wird bereits eifrig diskutiert.

// Beim Indy 500 in diesem Jahr könnten derweil erstmals fünf Frauen an den Start gehen. Neben Danica Patrick, Simona de Silvestro, Sarah Fischer und Milka Duno wird auch Ana Beatriz versuchen, sich für das Rennen am Brickyard zu qualifizieren.

// Gute Nachrichten aus Donington: Auf dem Traditionskurs in der Grafschaft Leicestershire sollen nach den glücklosen Umbauversuchen vom vergangenen Jahr bereits heuer wieder Rennen stattfinden. Schon im August sollen historische Motorräder unterwegs sein, das BTCC-Rennen Mitte September wird wohl auch wie geplant über die Bühne gehen können. Zunächst wird allerdings nur der “National Course” wieder in Stand gesetzt, der “Melbourne Loop” hinter den Boxen könnte später folgen. Die von Hermann Tilke geplante Verlängerung im Infield der Strecke wird dagegen wohl nicht gebaut.

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