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March 26 2013

07:15

NASCAR: Analyse Fontana 2013

Was für ein Wochenende! In vielen Rennserien ging es gehörig durcheinander, die NASCAR machte da am Sonntag keine Ausnahme und das wohl spannendste Finale der Fontana-Geschichte war die Folge. Leider ging das nicht ohne blaue Flecken aus, da Tony Stewart nach der Auslaufrunde auf Joey Logano wartete. Zudem hatte Denny Hamlin einen heftigen Unfall.

auto club 400 kyle busch sunoco flag nascar 2013 300x183 NASCAR: Analyse Fontana 2013Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass ich an dieser Stelle wieder ausführlich über die Reifen von Goodyear schreiben würde, doch die haben sich am Sonntag erstaunlich gut gehalten. Dafür soll das Thema des Tages die letzte Runde des Rennens sein, welche man getrost in die Hall-of-Fame der besten NASCAR-Finishes aufnehmen kann. Ich erinnere mich auf die Schnelle nur an eine Handvoll gleichwertiger Zieleinläufe seit 2007: Watkins Glen 2012, Martinsville 2010 und ein paar Talladega-Rennen. Dass sich nun ausgerechnet Fontana in dieser Wertung einreiht, überrascht allerdings etwas. Das große Drama fing – wie vor Ort gewohnt – mehr oder weniger beim letzten Restart zehn Runden vor Schluss an. Kyle Busch lag in Führung und auf direktem Kurs zum Sieg, nachdem er den Nachmittag fast im Alleingang dominieren konnte. Hinter ihm startete Teamkollege Denny Hamlin und neben den beiden bildeten Joey Logano sowie Tony Stewart die zweite Linie.

Damit waren alle Zutaten für dieses NASCAR-Meisterwerk in den Topf geworfen, denn schon beim Schwenken der grünen Flagge zum letzten Run ging es los: Joey Logano hatte Schwierigkeiten, Leader Busch – wie vom Reglement verlangt – den Vortritt beim Überqueren der Ziellinie zu lassen und wurde stattdessen leicht langsamer. Dadurch schloss Tony Stewart recht schnell auf und wollte innen an Logano vorbei, welcher aber seinerseits einen Block zur Verteidigung setzte. Das gefiel Stewart ganz und gar nicht und deshalb passte er Logano nach der Auslaufrunde ab, indem er seinen Chevy direkt vor die #22 parkte. Ein kleines Handgemenge konnte recht schnell von den Mechanikern aufgelöst werden, aber der Rauch hatte sich sozusagen noch lange nicht verzogen. Smoke war völlig außer sich und erging sich in Schimpftiraden, welche nachträglich von FOX zensiert werden mussten.

Laut Stewart hätte Logano in keinster Weise das Recht gehabt, ihn zu blocken, da der Penske-Pilot sich selbst wegen solcher Situationen in der Vergangenheit des Öfteren aufregt habe. Logano habe ohnehin im Gegensatz zum Rest seiner Fahrerkollegen an keinem Tag in seinem Leben hart arbeiten müssen, um in den Sprint Cup zu gelangen und solle sich bei Konfrontationen außerdem nicht immer hinter seiner Crew verstecken. Der Rest waren ein paar harsche Ausdrücke und das Versprechen, Logano demnächst gehörig in den Allerwertesten zu treten.

Diese Meinung kann man verstehen und vielleicht sogar unterstützen, aber meines Erachtens hat Stewart eventuell ein wenig überreagiert, zumal er selbst kein Kind von Traurigkeit ist, was solche Fahrmanöver angeht. Als äußerst interessant empfand ich es, dass Kasey Kahne dem Hendrick-Partner zumindest verbal direkt zur Seite sprang und dessen Ansicht bezüglich Loganos Fahrweise verteidigte. Möglicherweise ist das aber auch nur Teamwork, denn natürlich machte sich im Gegenzug auch der „Captain“ Roger Penske aus dem fernen St. Petersburg wiederum für seinen Fahrer stark.

Die Quintessenz der ganzen Geschichte ist für mich persönlich: Das Logano-Manöver kann man machen, wenn es wie hier um den Sieg geht. Kommt sowas aber zu häufig vor oder beschwert man sich auch noch, wenn diese Taktik gegen einen selbst eingesetzt wird, dann ist das tatsächlich bescheuert. Natürlich kam die Situation mit Hamlin aus der Vorwoche bei Stewarts Beurteilung erschwerend dazu und ich vermute mal, dass Smoke sich beim Thema „jammern“ exakt auf die Logano-Reaktion aus Bristol berufen haben wird. Dann allerdings so einen Aufstand zu machen, dass man schon Angst haben muss, ist aber sicher auch nicht die feine englische Art. Na gut, wir sind halt in der NASCAR, da muss Logano wahrscheinlich mit sowas leben.

Aber nun zurück zum Finale, denn an der Spitze war zwischen Kyle Busch, Joey Logano und Denny Hamlin ja noch nicht ausgemacht, wer denn in die Victory-Lane fahren würde. Busch konnte sich auf diesem Shortrun nicht mehr so leicht in Führung halten wie noch zuvor und musste nach vier Runden die Spitzenposition an Logano abgeben und kurz darauf auch Hamlin ziehen lassen. Während sich ganz vorne die beiden Bristol-Streithähne gegenseitig keinen Millimeter schenkten, wurde Busch dahinter kurzzeitig sogar von Carl Edwards bedroht. Die letzten beiden Runden waren dann wirklich filmreif und hätten gut und gerne direkt aus einem NASCAR-Rennen der 70er-Jahre stammen können.

Während Logano und Hamlin einander das Leben schwer machten, zog der Gibbs-Toyota von Kyle Busch plötzlich wieder an. In der letzten Runde war er dann tatsächlich der lachende Dritte und holte sich nach dem Sieg vom Vortag in der Nationwide Series eine weitere Trophäe für den heimischen Wohnzimmerschrank ab. Nachdem Busch an den Streithähnen vorbei war und diese ihre Niederlage realisiert hatten, ging es quasi nur noch um die Ehre in Form einer ausstehenden Revanche. Es kam also wie es kommen musste und die beiden Fahrzeuge berührten sich, weil Joey Logano in der letzten Runde ausgangs von Turn 4 die obere Linie nicht aufgeben wollte und erneut eine Blockade versuchte. Denny Hamlin war allerdings schon neben der #22 und es krachte.

Joey Logano schlug in die Außenmauer ein und rollte als Dritter hinter einem dankend abstaubenden Dale Earnhardt Jr über die Ziellinie. Denny Hamlin schoss dagegen in Richtung Infield und schlug frontal hart in die innere Streckenbegrenzung ein. Zu seinem Unglück befand sich an dieser Stelle allerdings keine SAFER-Barrier, was in einen unglaublichen Aufprall mündete; so einen schweren Unfall haben wir wohl seit Elliott Sadler in Pocono nicht mehr gesehen. Hamlin war zwar bei Bewusstsein und nahm das Window-Net herunter, allerdings musste er sich nach dem Ausstieg sofort auf den Boden legen, was zeigte, wie sehr ihn der Einschlag tatsächlich mitgenommen hatte.

Da Hamlin über Rückenschmerzen klagte, transportierten die Hilfskräfte ihn zur Sicherheit zunächst auf einer Trage ab. Anschließend brachte ihn ein Helikopter zur nächtlichen Beobachtung in das nächstgelegene Krankenhaus. Diesen Weg wählte man allerdings nur, um dem Rückreiseverkehr von der Strecke zu entgehen. Am Montag wurde dann bekanntgegeben, dass sich Hamlin einen Lendenwirbel gebrochen habe (L1 compression fracture). Das kann jetzt erstmal von einem Monat Pause bis Saisonende alles bedeuten, jedoch sollte man zu allererst an eine vollständige Genesung denken. An dieser Stelle möchte ich Denny Hamlin daher die besten Wünsche auf diesem (hoffentlich nicht zu langen) Weg ausrichten. Alles Gute!

Zur Verdeutlichung sollen hier dann zusätzlich noch die Videos des Fontana-Finales helfen:

Den Rest vom Schützenfest möchte ich nur noch kurz anreißen:

- Hinter Kyle Busch komplettierten wie erwähnt Dale Earnhardt, Jr. und Joey Logano die Top3, gefolgt von Carl Edwards und einem erneut sensationell aufgelegten Kurt Busch.

- Ein Top10-Resultat erreichten Greg Biffle, Matt Kenseth, Paul Menard, Kasey Kahne und Ryan Newman. Biffle musste das Rennen nach einem Motorenwechsel von ganz hinten aufnehmen. Kenseth hätte ich nach dem Verlauf des Nachmittags eigentlich weiter oben erwartet, er war zumindest lange Zeit schnell genug dafür.

- Jeff Gordon (11.) und Jimmie Johnson (12.) konnten noch ein paar wichtige Punkte für die Meisterschaft retten, nachdem sie zwischenzeitlich mit schlechtem Handling ziemlich weit zurückfielen.

- Danica Patrick verlor nur eine Runde auf die Führenden und beendete das Rennen auf Platz 26, was eine durchaus solide Leistung darstellt.

- Die drei Piloten von Michael Waltrip Racing waren in Fontana lange Zeit in der Top10-Region unterwegs, konnte am Ende allerdings keinen Blumentopf gewinnen: Clint Bowyer (35.) erlitt einen Motorschaden und Mark Martin (37.) drehte sich spät im Rennen in Turn 2 von der Piste. Warum Martin Truex Jr nur Platz 18 holte, konnte ich nicht nachvollziehen.

- Wer jetzt Tony Stewart (22.) vermisst, dem sei gesagt, dass er gemeinsam mit Brad Keselowski (23.) nur am Ende der Führungsrunde im Ziel eintreffen konnte. Das erklärt seine Wut auf Logano sicher noch ein wenig besser. Keselowski musste übrigens ebenfalls einen Motorenwechsel vornehmen lassen und war eigentlich auf Top10-Kurs. Beim letzten Restart verlor er allerdings massiv an Boden.

Nach dieser ganzen Aufregung können wir und alle direkt Beteiligten nur von Glück reden, dass sich am nächsten Wochenende erstmal eine kleine Verschnaufpause bietet. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn man Stewart an Ostern auf Logano loslassen würde. Weiter geht es dann eine Woche später mit dem Shorttrack-Klassiker in Martinsville und dort werden mit Sicherheit wieder einige „Freundschaften geschlossen“.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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March 29 2011

06:39

NASCAR: Analyse Fontana 2011

Wer am Sonntagabend seinen Stream in Erwartung eines Kyle Busch-Sieges frühzeitig ausgeschaltet hatte, dem entging der wohl spannendste Dreikampf seit einigen Jahren. An dessen Ende triumphierte Kevin Harvick, der wie aus dem Nichts erschien und den beiden Streithähnen Jimmie Johnson und dem dominierenden Busch-Bruder die Führung abluchste.

So unwahrscheinlich dürfte ein früher Ausschaltzeitpunkt bei manchem Fan gar nicht gewesen sein, denn das Rennen auf dem Auto Club Speedway in Fontana entpuppte sich zunächst wie erwartet als ganz übler Langweiler. Die 200 Runden wurden überwiegend in langen Grünphasen abgespult und nur durch vier Cautions unterbrochen, dabei zog sich das Feld wie immer sehr schnell sehr stark auseinander. Action gab es eigentlich immer nur während der ersten zehn Runden nach einem Restart, wo es auf den vielen unterschiedlichen Linien, die man auf dem 2-Meilen-Oval wählen kann, teilweise zu viert oder fünft nebeneinander zur Sache ging. Diese Tatsache sorgte dann für ein überraschend spannendes Finale, weil die letzte Gelbphase sehr spät im Rennen kam.

Zu Beginn des Wochenendes überraschte mich zunächst Juan Pablo Montoya, als er sich im Qualifying die sechste Pole-Position seiner Karriere holte. Die zuletzt stark schwankenden Leistungen setzte der Kolumbianer aber gleich fort, denn im Rennen war er seine Führung nach sechs Runden an Denny Hamlin los, konnte zum Schluss mit einem mäßigen Auto aber immerhin noch Platz 10 ins Ziel retten. In Runde 20 war dann Kyle Buschs Sturmlauf in Richtung Front beendet, nachdem er seinem Teamkollegen die Spitzenposition abjagen konnte.

Nun kam Fontana so richtig schön in seinen gewohnten Rhythmus und bescherte allen eine richtig lange Grünphase inkl. zweier Runden von green flag pitstops, die erst in Runde 75 ein Ende nahm, als unsichtbares debris die NASCAR-Offiziellen zum Handeln zwang. Vermutlich waren damit die ganzen überrundeten Fahrzeuge gemeint, die den etwas mehr als zehn in der Führungsrunde verbliebenen Fahrern zu sehr im Weg rumstanden. Tony Stewart gelangte in der Folge weiterer Boxenstopps an wertvolle track position, da er sich als einziger Fahrer im Vorderfeld gegen ein Nachfassen von Benzin und Reifen entschied. In Runde 80 führte er somit den Restart vor seinem Teamkollegen Ryan Newman an, der ebenfalls wieder ein starkes Rennen fuhr und am Ende mit einem Top5-Resultat den zweiten Platz in der Meisterschaftswertung erringen sollte.

In der folgenden Grünphase bekam Denny Hamlin erste ernsthafte Probleme mit seinem Motor und setzte damit die Leidensstrecke der Toyota-Aggregate bei Joe Gibbs Racing fort. Über mehrere Runden war die Crew per Funk mit dem Lokalisieren und Lösen des Problems beschäftigt, ehe man in Runde 124 endgültig die Segel streichen musste. An dieser Stelle hatte Kyle Busch nun quasi freie Fahrt, da sein – zu diesem Zeitpunkt einziger – ernsthafter Konkurrent das Feld verlassen hatte. Busch hatte unterdessen innerhalb von 13 Runden nach dem Restart die Führung von Tony Stewart zurückerobert. Für Stewart wurde es dann auch sehr bald recht eng mit dem Spritfenster, nachdem er ja zuvor auf einen Boxenstopp verzichtet hatte. David Gilliland erlöste Smoke schließlich in Runde 103, indem er seinen Ford in der Mauer abstellte und somit die ersehnte Gelbphase auslöste.

Nach dem Restart in Umlauf 108 führte Kyle Busch das Feld in eine weitere, sehr lange Grünphase mit ebenfalls wieder mehreren green flag pitstops über schlussendlich 64 Runden, bis Andy Lally mit einem Dreher in Runde 172 die finale Phase des Rennens einläutete. Beim Restart machte sich dann auch der Grund für die bisherige Dominanz von Busch in Fontana bemerkbar: Sein Team stellte ihm ein – in fast allen Hinsichten – perfektes Back-Up-Auto hin, nachdem Busch den Unterboden seines Einsatz-Toyotas zuvor im Freien Training bei einem Ausflug über den Rasen beschädigte. Nur eines ließ die #18-B vermissen: ausreichend Speed auf den short runs, welche es aber am Sonntag auch selten gab. Die Verfolger-Meute bestehend aus Tony Stewart, Jimmie Johnson, Kevin Harvick und Clint Bowyer konnte zunächst in den ersten zehn Runden nach dem Restart an Kyle Busch dranbleiben. Johnson gelangte sogar in Überholreichweite, musste Busch dann aber im Übergang zum long run wieder ziehen lassen.

Was Kyle Busch also nach seiner langen Führungsfahrt nun auf dem Weg zur schwarz-weiß-karierten Flagge nicht benötigte, war noch eine weitere Caution vor seinem großen Finale. Dieser Wunsch blieb ihm jedoch verwehrt, weil Bobby Labonte in Runde 186 ebenfalls ein Date mit der Mauer hatte. Labontes Wagen fing beim Zurückrollen in die Garage Feuer und musste eingangs der Boxengasse gelöscht und abtransportiert werden. Dadurch war es den Teams länger nicht möglich, einen finalen Pitstop zu absolvieren, der einige Strategiemöglichkeiten bezüglich der Anzahl der Reifen geboten hätte. Vier Runden später und damit zehn Umläufe vor dem Ende der regulären Renndistanz waren die Aufräumarbeiten dann endlich beendet, doch niemand aus der Spitzengruppe wollte nun für ein Finale über acht Runden seine track position opfern.

Jimmie Johnson startete direkt neben Kyle Busch und benötigte in einem extrem spannenden Kampf tatsächlich bis zur vorletzten Runde, um Busch die Führung während seiner short run-Schwäche abzunehmen. Wie aus dem Nichts tauchte dann aber plötzlich Kevin Harvick im Rückspiegel der beiden Kontrahenten auf, nachdem er sich getreu dem Motto „Wenn Zwei sich streiten, freut sich der Dritte!“ vom hinteren Ende der Top5 an Busch und Johnson herangepirscht hatte. Innerhalb von knapp zwei Runden überholte Harvick erst einen übersteuernden Busch und schließlich in der letzten Kurve auf der Außenbahn Johnson, der die hohe Linie wegen dortiger Handling-Probleme nicht blocken konnte. Dem Überholmanöver ging auf der Gegengerade eine eigentlich klassische Shorttrack-Action voraus, denn Harvick setzte sich letztendlich nach einem bump-and-run gegen Johnson durch.

Die letzten zehn Runden des Rennens haben für die zähen anderen 190 Umläufe absolut entschädigt und ich finde, dass wir da am Sonntag eines der besten Finishes sein einigen Jahren gesehen haben. Wann gab es das auf einem Nicht-Superspeedway zuletzt, dass gleich drei Fahrer bis in die letzte Kurve um Alles oder Nichts kämpfen. Absoluter Wahnsinn! Wer es verpasst haben sollte, der kann es sich im unten verlinkten Video noch einmal ansehen. Bis das Video startet, dauert es anscheinend ein wenig, aber die Wartezeit lohnt sich definitiv!

Mit seinem Sieg in Fontana drehte Kevin Harvick übrigens die Reihenfolge vom letzten Frühjahrsrennen um, denn 2010 musste er sich Jimmie Johnson geschlagen geben. Nun kehrt er mit seinem ersten Saison-Erfolg unter die Top12 in der Meisterschaft zurück, deren Führung nach einem soliden Top10-Resultat jetzt Carl Edwards vor Ryan Newman und Kurt Busch innehat.

Während Denny Hamlin nach seinen Motorproblemen wieder einen Rückschlag hinnehmen musste und in der Fahrer-Wertung jenseits der Top20 unterwegs ist, konnten wenigstens Clint Bowyer und Brian Vickers mit Top10-Resultaten einige Punkte in der Meisterschaft gutmachen. Auch Jeff Burton hielt sich auf Platz 15 mit Ausnahme einer Geschwindigkeitsübertretung in der Boxengasse einigermaßen schadlos und sammelte ebenso wie sein direkt dahinter platzierter Teamkollege Paul Menard wichtige Punkte. Besonders enttäuscht haben am Sonntag Kurt Busch (17.), Jeff Gordon (18.), David Reutimann (19.) und Mark Martin (20.) sowie erneut Jamie McMurray (23.) und Joey Logano (25.), bei denen immer noch nichts zusammenläuft.

Wirklich vorentscheidend war in Fontana aber nur der Kampf um die nun zur Anwendung kommende 2011er-Version der Top35 in der Owner-Wertung und ein damit einhergehendes automatisches Startrecht in Martinsville: In der nächsten Woche müssen die #09 von Phoenix Racing, die #21 der Wood Brothers (war durch eine Übernahme alter Owner-Points zwar für die ersten fünf Rennen qualifiziert, hat aber mit Trevor Bayne einen Rookie am Steuer) und überraschenderweise die #32 von Frank Stoddard sowie die #13 von Germain Racing nicht durch die Qualifikationsmühle.

Ihre Plätze in den Top35 haben verloren oder sind erneut nicht dabei: #71 TRG Motorsports (Andy Lally), #36 Tommy Baldwin Racing und zwei der drei Autos von Front Row Motorsports mit der #37 und der #38, bei denen ich vermute, dass in ein paar Rennen das punktschlechteste Team zusperren wird. So ein Plan war immerhin schon vor Beginn der Saison diskutiert worden. Die Abstände sind aber nach wie vor knapp, so trennen Platz 35 und Rang 36 nur sechs Zähler und damit sechs Ränge in Martinsville.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können aPunkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung. In der nächsten Woche geht es auf den Shorttrack von Martinsville, wo seit einigen Jahren ausschließlich Jimmie Johnson sowie der Lokalmatador Denny Hamlin gewonnen haben.

2011_Auto_Club_Jimmie_Johnson_Fred_Savage_Christian_Slater 2011_Auto_Club_Jeff_Gordon_high_fives_fans 2011_Auto_Club_NSCS_Sugar_Ray_Leonard_green_flag 2011_Auto_Club_NSCS_race_start 2011_Auto_Club_NSCS_Denny_Hamlin_leads 2011_Auto_Club_NSCS_Kyle_Busch_races_Tony_Stewart 2011_Auto_Club_NSCS_Kyle_Busch_on_track 2011_Auto_Club_NSCS_Jimmie_Johnson_Kyle_Busch_Kevin_Harvick 2011_Auto_Club_NSCS_Kevin_Harvick_passes_Jimmie_Johnson 2011_Auto_Club_NSCS_Kevin_Harvick_beats_Jimmie_Johnson 2011_Auto_Club_NSCS_Kevin_Harvick_Victory_Lane 2011_Auto_Club_NSCS_Kevin_Harvick_Gil_Martin_champagne

March 25 2011

07:15

NASCAR: Vorschau Fontana 2011

An diesem Wochenende steht das fünfte Saisonrennen auf dem Auto Club Speedway in Fontana, Kalifornien auf dem Plan. Normalerweise ist das kein großer Grund zum Jubeln, doch am Sonntag entscheidet sich vorerst der Kampf um die sicheren Startplätze, denn eine Woche später in Martinsville greifen dann die aktuellen Top35 der Owner-Wertung.

Zu Fontana sei nur kurz etwas gesagt: Das 2-Meilen-Intermediate-Oval ist nicht gerade dafür bekannt, spannende Rennen zu generieren. Deshalb hat man bei der NASCAR kurzerhand (wenn man die sehr traditionellen Entscheidungswege dort denn so nennen kann) einen Saisonlauf aus dem Programm geschmissen und fährt nur noch einmal im Jahr auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Zu beachten ist dabei, dass bis einschließlich Samstag aufgrund der in den USA bereits erfolgten Sommerzeitumstellung nur fünf Stunden Zeitunterschied zu Deutschland besteht. In der Nacht von Samstag auf Sonntag stellen wir dann ebenfalls die Uhren um und erweitern diese Verzögerung wieder auf sechs Stunden. Konkret heißt das: Das Rennen am Sonntag beginnt wie gewohnt erst um 21 Uhr, alles andere eine Stunde früher als normal! Die Zeiten sind schon angepasst…

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 25.03.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED

Samstag, 26.03.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED (TV um 21 Uhr!)
22:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Royal Purple 300), ESPN

Sonntag, 27.03.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Auto Club 400), FOX

October 12 2010

06:34

NASCAR: Analyse Fontana Oktober 2010

Ausgerechnet Fontana entpuppte sich am Wochenende als eines der spannenderen Rennen der letzten Zeit und sorgte für richtungsweisende Veränderungen in der Punktetabelle. Im Rennen wechselte oft die Führung und bis zum Schluss kristallisierte sich kein Fahrzeug als dominant heraus. Das Feld der Meisterschaftsfavoriten verkleinerte sich zunehmend.

Eigentlich ist der Auto Club Speedway nicht als Kracher bezüglich großer Spannung bekannt, doch das 400-Meilen-Rennen am Sonntag zeigte, was das Oval bieten kann, wenn es mal richtig gut läuft: Neun Gelbphasen über 36 der 200 Runden sorgten dafür, dass sich das Feld nicht so stark auseinanderziehen konnte, wie zuletzt noch häufig zu beobachten war. 23 Führungswechsel zwischen insgesamt 14 Fahrern zeigten, dass kein Fahrzeug in einer Glanzvorstellung den Rest des Feldes in Grund und Boden fuhr. Mindestens fünf Fahrer waren während der gesamten Renndistanz als mögliche Sieger in Betracht zu ziehen, doch Tony Stewart fuhr letztlich seinen zweiten Saisonerfolg ein und brachte sich damit wieder in Reichweite der Tabellenspitze. Sein Sieg kam nicht zuletzt wegen günstig gefallenen Gelbphasen gegen Rennende zustande.

In Führung begann das Rennen zunächst Polesitter Jamie McMurray, der allerdings nach 14 Runden die Spitzenposition an Matt Kenseth abgeben musste. Dieser brachte die #17 erst an Juan Pablo Montoya vorbei, der bereits nach weniger als zehn Umläufen für den ersten Aufreger sorgte. Beim Versuch, die obere Linie früh im Rennen zu nutzen, brach die #42 auf der staubbedeckten Asphaltdecke aus und touchierte die Mauer. Dabei beschädigte Montoya sein Auto zwar nicht schwer, jedoch reichte es, um ihn in der Folge ausreichend zu verlangsamen. Aus der Rennentscheidung hatte er sich somit selbst verabschiedet, sollte aber später noch kurz in Erscheinung treten.

Das erste Fünftel des Rennens beschlossen Boxenstopps unter grüner Flagge, die vor allem Jimmie Johnson äußerst gelegen kamen. Der Kalifornier fing sich im Heimrennen ein Trümmerteil vor dem Kühlergrill ein, welches sich auch nach mehrmaligen Ansaugversuchen und Hilfestellung von Kollegen mittels Unterdruck nicht lösen wollte. Die Wassertemperatur befand sich dabei glücklicherweise knapp unter dem Grenzbereich und beim „pit stop“ konnte die Crew das Teil dann schließlich entfernen.

Direkt nach den „green flag stops“ begann dann das Roush-Fenway-Drama des Rennens: Fontana ist dafür bekannt, dass es eine wahre Tortur für die Motoren darstellt. Diese Tatsache habe ich in der Vorschau leider übersehen. Bereits im Frühjahrsrennen kam es zu einigen Motorschäden, unter anderem bei Juan Pablo Montoya. Als Erstes erwischte es am Sonntag dann Greg Biffle, der sich in einer massiven Rauchwolke aus dem Rennen verabschiedete. Dadurch verlor er 130 Punkte auf Jimmie Johnson, den Führenden in der Meisterschaft. Für Biffle ist der neue Rückstand von über 200 Punkten wohl gleichbedeutend mit dem Ende aller Titelchancen in diesem Jahr. Weitere Schwierigkeiten beim Team von Roush-Fenway Racing sollten dann noch folgen.

Beim Wechsel ins zweite Rennviertel setzten sich dann zum Restart Jeff Gordon und Jimmie Johnson zuerst an Matt Kenseth vorbei und schließlich nacheinander in Führung. In Runde 54 war der Sprint allerdings beendet, weil Marcos Ambrose mit einem übersteuernden Auto einen Dreher hinlegte und dabei zwei Reifen zerstörte. Beim Neustart führten mit Dale Earnhardt Jr, der keinen Boxenstopp einlegte, Jimmie Johnson und Mark Martin drei Fahrer von Hendrick Motorsports das Feld an. Alle vier Piloten von Rick Hendrick sollten am Ende des Tages auch halbwegs solide Ergebnisse einfahren.

An dieser Stelle setzte sich das Roush-Pech fort und traf direkt beim Restart Carl Edwards, dem einfach der Motor abstarb. Während einer etwas längeren Reparaturpause wurde das Problem behoben, welches sich als defekter Zündverteiler herausstellte. In der Meisterschaft wird es nun auch für Edwards eng, der nach Fontana mehr als 150 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze angesammelt hat.

Den folgenden Restart in Runde 62 führte Kyle Busch, gefolgt von Jimmie Johnson und Mark Martin an, musste seine Spitzenposition aber sofort an Johnson abgeben. Zehn Umläufe später zog dann Martin am Teamkollegen vorbei, Junior hatte sich zu diesem Zeitpunkt übrigens nach außerhalb der Top20 verabschiedet, weil er bekanntlich kurz davor auf einen Reifenwechsel verzichtete.

Bis zur Rennhälfte in Runde 100 kehrte dann allmählich wieder Ruhe ein, nur unterbrochen durch Boxenstopps unter grüner Flagge. Die Top5 danach lauteten Mark Martin, Jimmie Johnson, Jeff Gordon, Clint Bowyer und Tony Stewart. Damit hatten sich die wichtigen Fahrer für die Rennentscheidung an der Spitze sortiert.

In Runde 114 war es um Mark Martins 5,6-Sekunden-Führung geschehen, als NASCAR Trümmerteile auf der Strecke fand. Jeff Gordons Crew arbeitete in der Folge an der Box schneller als der Rest des Feldes, was die #24 wieder in Führung spülte. In Umlauf 126 setzte sich dann allerdings Clint Bowyer erstmals in Führung, der ab diesem Zeitpunkt seinen Anspruch auf den Sieg bedeutend untermauerte.

In Runde 137 war es mit der Entspannung jedoch vorbei, weil Marcos Ambrose seinen Toyota erneut umdrehte. Der Restart läutete vier Umläufe später eine turbulente Schlussphase ein, die Clint Bowyer anführen sollte. In den Top5 hatte sich zu diesem Zeitpunkt kaum etwas verändert, lediglich Denny Hamlin war von ganz hinten auf Platz 5 vorgerückt und verdrängte Jimmie Johnson auf den sechsten Rang; ein Getriebewechsel vor dem Rennen zwang Hamlin zur Aufgabe seines eigentlichen Startplatzes. Jeff Gordon, Mark Martin und Tony Stewart belegten vor der #11 die Plätze 2 bis 4.

Gelbphase Nummer 6 – erneut wegen „debris“ – folgte auf dem Fuße und brachte beim Neustart einen Wechsel an der Spitze: Tony Stewart, der spätere Sieger, setzte sich nun vor Bowyer in Führung. Zwischenzeitlich ging es im Kampf um wertvolle Positionen immer wieder drunter und drüber, teilweise fuhren die Piloten sogar zu fünft(!) nebeneinander durch die Turns. So ein actiongeladenes Fontana-Finale gab es selten zu sehen und der Grund dafür dürften die direkt aufeinanderfolgenden Gelbphasen gewesen sein. So war es keinem Fahrer möglich, sich allzu weit vom Rest des Feldes abzusetzen. Diese Tatsache wurde später auch Clint Bowyer zum Verhängnis.

Als nächster Chase-Pilot war Kyle Busch an der Reihe, seine Titelchancen zu begraben, als bei der #18 der Toyota-Motor seinen Geist aufgab. Mit fast 200 Punkten Rückstand auf Jimmie Johnson dürfte der jüngere Busch-Bruder in den verbleibenden sechs Playoff-Rennen nun wesentlich schlechtere Karten haben als noch zuletzt.

Das Benzinfenster konnte man bei noch 40 zu fahrenden Runden schließen, wobei Juan Pablo Montoya aber ziemlich hoch pokerte und nur zwei neue Reifen auf die ondulierte #42 ziehen ließ. Der Meute, bestehend aus Tony Stewart, Ryan Newman, Clint Bowyer und Mark Martin, war der Kolumbianer dann deshalb auch ein dankbares Opfer.

In Runde 168 folgte der große Moment von Clint Bowyer, denn er hatte das dominante Auto auf den „long runs“, das zeigte etwas früher ja auch die Übernahme der Führung von Jeff Gordon. An Tony Stewart vorbeigezogen, erkämpfte er sich einen mehrsekündigen Vorsprung, der ihm wohl den Rennsieg beschert hätte, doch NASCAR fand 17 Runden vor dem Ende „debris“ auf der Gegengerade. Clint Bowyer war im ersten Moment völlig außer sich und wetterte über den Bordfunk, was das denn nun sollte. Da die Trümmerteile allerdings nicht zu übersehen waren und zudem auch innerhalb des „grooves“ lagen, war Gelbphase Nummer 8 natürlich völlig berechtigt.

Der Großteil des Feldes zog nun an der Box noch einmal vier neue Reifen auf, da sich diese Kombination auf längere Sicht bewährt hatte. Lediglich Paul Menard und Regan Smith sorgten für Aufregung, indem sie nur deren zwei Pneus aufschnallen ließen.

12 Runden vor Schluss stand der Restart an, bei dem Tony Stewart und der Rest der Top10 den Taktik-Spielern keine Chance ließen. Zeit für Roush-Fenway-Drama, die Dritte: Auch Matt Kenseth kam nicht ungeschoren davon, denn so kurz vor dem Ende zollte auch sein Ford-Triebwerk der Motor-mordenden Strecke in Fontana Tribut. Er konnte das Rennen zwar noch beenden, jedoch musste er sich mit eindeutigen Rauchzeichen aus den Top10 verabschieden. Die neunte und letzte Gelbphase war daraufhin jedoch nicht Kenseth geschuldet, sondern Kurt Busch und David Ragan. Das macht die Probleme von Jack Roush natürlich nicht kleiner, kam somit doch kein einziges seiner vier Teams heil durch das Rennen. Ragan übersah Busch auf der äußeren Linie und wurde von diesem ausgangs von Turn 4 umgedreht, wodurch beide Fahrer in der Mauer landeten.

In den verbleibenden zwei Runden nach dem letzten Restart konnte Clint Bowyer den Stewart-Haas-Chevrolet von Tony Stewart allerdings nicht mehr abfangen. Stewart gelang somit der zweite Saisonsieg und ein dringend benötigter Sprung in der Fahrerwertung. Mit etwas mehr als 100 Punkten hinter Jimmie Johnson wahrt er vorerst alle Chancen auf die Meisterschaft. Clint Bowyer musste sich mit Platz 2 begnügen, einen Rang vor Jimmie Johnson, der Dritter wurde. Kasey Kahne und Ryan Newman komplettierten die Top5, wobei Kahne in einem unauffälligen Rennen endlich mal wieder ein solides Resultat einfuhr.

Mark Martin beendete seine maue Serie endlich als guter Sechter vor den drei Chasern Kevin Harvick, Denny Hamlin und Jeff Gordon. Gordon hatte dabei noch Glück, denn zwischenzeitlich verlor er wegen einer Geschwindigkeitsübertretung inklusiver anschließender Strafe viele Plätze. Auch Harvick wurde übrigens einmal zu schnell erwischt. David Reutimann schob sich als letzter Fahrer in die Top10.

Dahinter kamen Joey Logano und Regan Smith ins Ziel, wobei Smith von der taktischen Finesse mit den nur zwei neuen Reifen kurz vor Schluss profitierte. Elliott Sadler wurde 13. vor Juan Pablo Montoya, der sogar zwei Mal zu schnell in den Boxen erwischt wurde. Hinter Sam Hornish Jr kam Dale Earnhardt Jr auf Platz 16, nachdem er zuvor im Rennen weiter vorne unterwegs war. Die gesamte Hendrick-Flotte kam somit in den Top16 ins Ziel, wobei Earnhardts Leistungen trotz des recht guten Ergebnisses weiterhin Anlass zur Sorge bereiten. Polesitter Jamie McMurray musste sich am Ende mit Rang 17 zufrieden geben. Paul Menard brachte der taktische Kniff im Gegensatz zu Smith nicht viel, er wurde nur 22.

Die restlichen Chaser kamen außerhalb der Top20 ins Ziel und verloren dabei wichtige Punkte auf den Tabellenführer Jimmie Johnson: Mit Kurt Busch (21.), Jeff Burton (23.), Matt Kenseth (30.), Carl Edwards (34.), Kyle Busch (35.) und Greg Biffle (41.) betraf das sogar die Hälfte der zwölf Playoff-Piloten.

In der Meisterschaft bedeutet das Rennergebnis folgendes: Jimmie Johnson konnte seinen Vorsprung auf Denny Hamlin etwas ausbauen und hat nun 36 Punkte Vorsprung. Innerhalb von 100 Punkten hinter Johnson liegen Kevin Harvick (-54) und Jeff Gordon (-85). Der Sieg brachte Tony Stewart wieder etwas näher an die Spitze heran, allerdings beträgt sein Rückstand immer noch 107 Zähler. Eng wird es langsam für Kurt Busch (-140) und Carl Edwards (-162), die benötigen schon ein Top-Resultat in nächster Zeit, um ihre Chancen auf die Meisterschaft zu bewahren. Jeff Burton (-177) und Kyle Busch (-187) sind wohl bereits aus der Entscheidung heraus.

Ganz finster sieht es bei Greg Biffle (-215), Matt Kenseth (-241) und Clint Bowyer (-247) aus, da ist vermutlich alles gegessen. Besonders bitter ist die 150-Punkte-Strafe für Bowyer, da er ansonsten auf Rang 5 in der Meisterschaft stünde. Roush-Fenway Racing hat sich mit gleich drei technischen Defekten in Fontana auch keinen Gefallen getan und dadurch mindestens einen aussichtsreichen Fahrer mit Titelchancen verloren.

In der Owner-Wertung wird es zunehmend interessanter, da David Gilliland die #38 von Front Row Motorsports auf einen tollen 20. Platz bringen konnte. Kevin Conway im Auto von Robby Gordon Motorsports war dagegen auf Rang 31 der erste Fahrer mit Rundenrückstand, noch dazu gleich deren drei. Das sagt zum einen etwas über die Qualität des Fontana-Rennens aus, zum anderen über die Fahr- und Abstimmungskünste des Rookies. Der Kampf um die Top35 hat sich schließlich final zugespitzt: Nur noch 25 Pünktchen trennen die #38 und die #7, ein Platzierungswechsel und damit auch der Wechsel des garantierten Startrechts könnte schon in Charlotte oder Martinsville erfolgen. Vor den beiden Teams liegt die #71 von TRG Motorsports und auch hier tragen die „start & park“-Einsätze nicht viele Früchte, 43 Zähler Vorsprung auf Rang 36 sind die Folge. Weil Patrick Carpentier die #26 in Fontana nicht qualifizieren konnte, hat das Team von Bill Jenkins jetzt wieder 170 Punkte Rückstand.

In den nächsten beiden Wochen geht es nach Charlotte und Martinsville, welche verdammt gute Strecken für Jimmie Johnson darstellen. Alleine in Martinsville haben zum Beispiel Johnson und Denny Hamlin ganz alleine die Siegerlisten der letzten paar Jahre gestellt. Vor Fontana war der Chase weit offen, doch die Fehlschläge einiger Teams haben nun das Favoritenfeld verkleinert. Es bleibt spannend…

NASCAR war leider nicht wie gewohnt schnell mit den üblichen Grafiken, die folgen dann im Laufe des Tages noch! An dieser Stelle deshalb vorerst Links zu Jayski.com, dort gibt es die Übersichten zur Fahrerwertung und den Top35 der Owner-Points.

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October 08 2010

06:28

NASCAR: Vorschau Fontana Oktober 2010

Fontana im Bundesstaat Kalifornien beheimatet den Austragungsort des vierten Chase-Rennens 2010: den Auto Club Speedway. Die Strecke ist nicht unumstritten und hat für das nächste Jahr bereits einen Termin abgeben müssen. Jimmie Johnson gilt am Wochenende als Favorit.

Im Sommer dieses Jahres traf NASCAR eine Entscheidung bezüglich des Rennkalenders für 2011. Dabei verloren Atlanta sowie der Auto Club Speedway jeweils eines ihrer Saisonrennen zugunsten von Kentucky und Kansas. Das 2-Meilen-Oval trägt daher in diesem Jahr zum vorerst letzten Mal ein Chase-Rennen aus und rückt in der nächsten Saison hinter Bristol an die fünfte Stelle, nach der bekanntlich die neuen Owner-Points des jeweiligen Jahres gelten. Der Chase-Termin geht über eine Distanz von 400 Meilen und fällt weg, das neue Rennen im Frühjahr wird dann wie gewohnt über 500 Meilen gefahren. Ich frage mich, ob eine Kürzung nicht besser gewesen wäre.

Die Diskussion, welche mein Artikel bezüglich der Rennlänge auslöste, hatte grundsätzlich den Tenor, dass die Rennen nicht zu lang seien. Einige genannte Ausnahmen umfassten dabei allerdings Pocono und eben Fontana. Zum einen sollte man der Strecke vielleicht das Zugeständnis machen, bei nur noch einem Termin wenigstens über 500 Meilen fahren zu dürfen, zum anderen können 500 Meilen in Fontana auch schon mal langweilig werden: In den letzten drei Jahren ging keine der langen Ausgaben in weniger als dreieinhalb Stunden über die Bühne, was sich bei einem schnell auseinandergezogenen Feld als zähes Kaugummi entpuppte. Die Anzahl der Cautions variierte dabei zwischen 5 und 12, wobei es in diesem Jahr bisher vergleichsweise weniger Gelbphasen gab als noch 2009. Vor allem die ersten Rennhälften waren 2010 ziemlich ereignislos. Schauen wir also, was uns erwartet.

Sieht man sich die Statistiken der einzelnen Fahrer in den bisherigen Jahren an, dann dürfte der Sieg an diesem Wochenende nur über Jimmie Johnson gehen. Der Kalifornier verfügt bei seinem Heimrennen über eine unglaubliche Statistik: Von den letzten sechs Fontana-Ausgaben gewann er ganze vier. Dazu kommt, dass er seit 2006 nur zwei Mal nicht in die Top3(!) gefahren ist. Ein weiterer Chase-Erfolg erscheint nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich. Johnson hat immerhin in den letzten beiden Rennen in Dover (1.) und Kansas (2.) gezeigt, dass er derzeit dazu in der Lage ist, Top-Ergebnisse zu produzieren.

An zweiter Stelle sehe ich wie in Kansas Roush-Fenway Racing, die nun nach dem zweiten Saisonsieg von Greg Biffle wieder an der Spitze angekommen sind. Vor allem Fontana war bis vor zwei Jahren eine der erfolgreichsten Strecken für die Ford-Truppe von Jack Roush. Matt Kenseth zeigte in Kalifornien bisher die besten Leistungen, indem er zwischen 2006 und 2009 drei Rennsiege einfuhr. Seit Ende 2005 waren seine schlechteren Ergebnisse fünfte und siebte Plätze, mit Ausnahme des schwachen Jahresendes 2009, wo er nur 13. wurde. Im diesjährigen Frühling kam er ebenfalls als Siebter ins Ziel.

Auch Carl Edwards sollte noch ein wenig bessere Chancen auf den Sieg haben als Biffle, denn seine Bilanz zeigt in zehn von zwölf seiner bisherigen Fontana-Rennen Top7-Ergebnisse. Dabei gelang ihm ein Sieg im Frühjahr 2008, das Jahr in dem er gemeinsam mit Kyle Busch eine ernsthafte Gefahr für Jimmie Johnson gewesen ist, nur um danach im Ford-Tief der letzten Saison zu verschwinden. Teamkollege Greg Biffle gewann zwar schon zwei Rennen in diesem Jahr für Ford und Roush-Fenway Racing, kann jedoch seit 2006 als Top-Ergebnisse nur einen zweiten, vierten und zehnten Platz vorzeigen.

Die restlichen Chase-Fahrer liegen in Fontana ziemlich gleich auf, wobei aber Jeff Gordon in den letzten Jahren besonders viel Konstanz gezeigt hat – wenn auch kein Sieg für ihn drin war. Seit Ende 2006 fuhr er in acht Rennen fünf Top5-Ergebnisse ein, wobei drei davon undankbare zweite Plätze darstellen.

Tony Stewart konnte in den letzten fünf Fontana-Ausgaben immerhin vier Top10-Ergebnisse zusammentragen, dabei ist das beste Resultat aber lediglich ein fünfter Platz. Konstanz-Experte Kevin Harvick gelang dasselbe, er durfte sich aber ein Top5 mehr anrechnen lassen. Im Frühjahrsrennen kam er auf den zweiten Platz und sollte ähnliches zum Ende dieser Wahnsinnssaison auch wiederholen können. Ein Sieg erscheint insofern möglich, als dass er 2010 eine Ausgabe der Schwesterstrecke in Michigan gewann.

Die Busch-Brüder sind ebenfalls fleißige Top10-Sammler in Fontana: Kyle Busch startete Ende 2005 mit einem Sieg durch und schloss von den neun folgenden Ausgaben nur zwei nicht in den Top10 ab; drei davon waren sogar Top5s. Kurt Busch fuhr 2007, 2009 und 2010 Top10-Ergebnisse ein, 2008 war dagegen ein nicht so erfolgreiches Jahr für den Penske-Piloten. Ähnlich wie bei Tony Stewart hat auch Kurt in diesem Zeitraum nur ein Top5-Resultat eingefahren.

Schadensbegrenzung werden an diesem Wochenende wohl Denny Hamlin und Jeff Burton betreiben müssen. Hamlins Ergebnisse seit 2008 lauten 41/3/37/6/29. Burton kommt auf 17/12/32/30/3, hat aber aus 2007 zwei vierte Plätze zu Buche stehen. Mit etwas Glück erscheinen Top10-Resultate möglich, wenn sich beide schadlos halten. Für einen Top5-Ausreißer müsste aber schon einiges zu ihren Gunsten laufen.

Auch bei Clint Bowyer verheißt die Fontana-Statistik keinen Sieg, wobei sich seine Hoffnungen auf die Meisterschaft nach der nur halbwegs erfolgreichen Revision sowieso zerschlagen haben dürften. In der letztmöglichen Instanz wurden die Sperren von Crew- und Car Chief um zwei Rennen auf vier Events gekürzt und die Geldstrafe für Shane Wilson von 150.000 auf 100.000 US-Dollar herabgestuft. Die 150-Punkte-Abzüge in Fahrer- und Owner-Wertung bleiben jedoch bestehen. Interessant ist, dass der bestellte Experte für Unfallrekonstruktion nicht vor dem Berufungsausschuss aussagte und auch keinen Zugang zu Bowyers Auto unter NASCAR-Verschluss einforderte.

Außerhalb der Chase-Ränge muss man aufgrund von Fords-Fontana-Stärke wohl auch David Ragan für ein Top10-Resultat im Blick behalten. Wahrscheinlicher ist ein solches Ergebnis aber für die Ford-Konkurrenten AJ Allmendinger und Paul Menard bei Richard Petty Motorsports, die in den letzten Saisonrennen mit ebensolchen brillieren konnten. Joey Logano fuhr im Frühling in Fontana auf einen starken fünften Platz und kann aus den letzten vier Saisonläufen auch zwei Top5s vorweisen. Logano könnte somit das beste Ergebnis für Joe Gibbs Racing an diesem Wochenende holen, wenn es für ihn glattläuft.

Ryan Newman legte zuletzt ein paar gute Top11-Ergebnisse auf den Asphalt: Zu Beginn der verpassten Chase-Qualifikation begann die Serie, welche nun schon über sechs Rennen anhält. In Fontana steht für ihn seit 2006 allerdings nur ein Top10-Resultat in den Büchern. Mark Martin findet gerade zu seiner alten Form zurück und könnte Fontana nutzen, um endlich mal wieder in die Top5/10 zu fahren. Im Frühjahr war immerhin ein vierter Platz für den Routinier drin und auch die Jahre zuvor waren nicht unbedingt unerfolgreich: Seit 2004 ist Martin nur zwei Mal nicht in die Top12 gefahren. Juan Pablo Montoya könnte auch mal wieder ein gutes Resultat gebrauchen, nachdem er in den vergangenen drei Rennen etwas geschwächelt hat. Platz 11 und 3 im letzten Jahr waren seine besten Fontana-Resultate, im Frühjahr fiel er mit einem Motorschaden aus.

Insgesamt gesehen sollten an diesem Wochenende also Jimmie Johnson oder einer der drei besseren Ford-Piloten von Roush-Fenway Racing die Nase vorn behalten. Vorausgesetzt ist dabei natürlich, dass der Sieg von Greg Biffle keine Eintagsfliege war und sich die Aufholjagd von Ford auch konsequent fortsetzt. Denny Hamlin wird einige Probleme damit bekommen, in der Meisterschaft nicht den Anschluss zu verlieren, wobei er mit Martinsville ja noch ein Ass im Ärmel hat. Kevin Harvick kann durch einen guten Punktetag den Abstand zu Johnson halten oder sogar verkürzen. Alles in allem muss man aber die Ergebnisse der Freien Trainings abwarten, um die Situation noch besser einschätzen zu können.

In der Meisterschaft dürften nach vier Rennen dann neben Bowyer auch noch weitere Fahrer aus der Entscheidung fallen, so haben ja Tony Stewart (-127) und Matt Kenseth (-149) bereits weit mehr als 100 Zähler Rückstand auf die Spitze. Dass man in einem Rennen gut Punkte aufholen kann, zeigte bekanntlich Greg Biffle am vergangenen Wochenende in Kansas. Bei aller Herumrechnerei bleibt aber abschließend zu sagen, dass es nach jeweils einem Drittel der vergangenen Playoffs bisher noch nie so eng war.

Nach der Chase-Fahrer-Statistik für Fontana folgen noch die TV-Ausstrahlungsdaten für das gesamte NASCAR-Wochenende. In der nächsten Woche steht dann in Charlotte das letzte Nachtrennen des Jahres an, wobei Fontana als Westküstenrennen ja auch erst um 21 Uhr beginnt. In der Nationwide Series wird Danica Patrick nach dem Ende der IndyCar-Saison alle der letzten fünf verbleibenden Rennen bestreiten. Das Fontana-Rennen an diesem Wochenende ist dabei bereits ihr zweiter Auftritt auf dem Auto Club Speedway, im Frühling wurde sie 31.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 08.10.
20:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
00:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2

Samstag, 09.10.
17:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, nicht im TV
20:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, nicht im TV
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (CampingWorld.com 300), ESPN2

Sonntag, 10.10.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Pepsi Max 400), ESPN

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