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February 15 2014

14:32

February 13 2014

16:57

WEC: Starterliste Le Mans und WEC 2014

Heute haben ACO und FIA die Starterliste für die WEC Saison 2014 und das Rennen in Le Mans bekannt gegeben. Grosse Überraschungen gibt es nicht.

24 HEURES DU MANS 2013Von der Saison 2014 versprichen sich FIA und ACO sehr viel, denn immerhin kommt mit Porsche eine legendäre Marke zurück nach Le Mans. Dies alleine sollte der Serie in diesem Jahr für deutlich mehr Schwung sorgen, denn während Toyota das Engagement in den letzten Jahren nicht mit dem Budget ausstatten konnte, wie das bei Audi der Fall ist, liegt die Messlatte bei Porsche deutlich höher. Die Entrylist in der LMP1 ist durchaus interessant, vor allem weil es einen Neueinsteiger gibt.

Ein Blick auf die Starterliste in der WEC (pdf) zeigt, dass die Hersteller paarweise antreten. Zwei Audi, zwei Porsche und Toyota geht im zwei Wagen in die Saison. Dazu kommen zwei der brandneuen Rebellion R-One und als kleine Überraschung Lotus T-129 von Kolles. Der Wagen fuhr im letzten Jahr unter den Regeln der LMP2, man hatte aber schon angekündigt, dass man eine Kategorie aufsteigen wird. Es dürfte also auch einen interessanten Kampf in der LMP1-L geben, der “Privat” Kategorie der WEC.

Für Le Mans gibt es nur einen weiteren Audi R18 e-tron zu vermelden. Porsche und Toyota belassen es bei zwei Prototypen. Ebenfalls in Le Mans: Der Delta-Wing von Nissan, der jetzt unter dem Namen Zeod RC antritt.

AUTO - WEC 6 HOURS OF AUSTIN 2013Die LMP2 ist in der WEC das Starterfeld etwas dünner. Strakka kehrt mit einem Dome Chassis zurück, aus Delta-ADR wird in diesem Jahr aus Sponsorgründen “Millenium Racing”, man verbleibt aber mit beiden Fahrzeugen in der LMP2 erhalten. Auch das im letzten Jahr so oft erfolgreiche G-Drive Racing Team wird wieder um Siege fahren. Interessant ist, dass das russische SMP Team gleich Oreca-Nissan einsetzt, dazu kommt noch der chinesische KCMG Oreca.

Nicht an den Start gehen in diesem Jahr Pecom und Greaves, letztere starten allerdings in der ELMS (Dazu weiter unten etwas mehr).

In Le Mans wird das Starterfeld in der LMP2 aber deutlich größer sein. Zu den genannten WEC Teilnehmern kommen noch folgende Nennenung:
Sebastian Loeb Racing (Oreca)
OAK Racing Asia (Ligier/Oak, Sieger Asia LMS)
Race Performance (Oreca)
Signatech Alpine (Alpine/Oak)
Jota (Zytek)
Greaves (Zytek)
Morand (Morgan)
Thieret TDS (Ligier)
Murphy Prototypes (Oreca)

Auf der Liste der Nachrücker finden sich der zweite Signatech, ein Labre Morgan-Judd, die Teams von Caterham (Zytek, mit Chris Dyson), Pegasus Racing und, etwas überraschend, das Boutsen Ginion Team.

AUTO - WEC 6 HOURS OF SAN PAULO 2013In der GTE-Pro gibt es keine Überraschungen. In der WEC und in Le Mans sind die üblichen Verdächtigen unterwegs. In der WEC wird man zwei Porsche, zwei Aston Martin, zwei Ferrari von AF Corse und einen weiteren F458 von RAM Racing sehen. In Le Mans wird das Starterfeld um die beiden neuen Corvette C7, die beiden Viper und einen weiteren Aston Martin erweitert. Also alles wie immer.

Auch in der GTE-AM gibt es wenig Neuigkeiten. Aston Martin geht wieder mit zwei Wagen an den Start, dazu zwei F458 von AF Corse, dazu jeweils einer von RAM Racing und einer von 8Star Motorsports. Abgerundet wird das Starterfeld von zwei Porsche RSR von Proton und Prospeed.

Deutlich größer wird das Starterfeld in Le Mans. Man hatte schon damit gerechnet, dass der ACO das Feld zugunsten der GTE-AM Kategorie ausweiten wird, was auch geschehen ist. Gleich acht Ferrari F458 (siehe Screenshots) gehen an den Start, allein drei von AF Corse. Dazu kommen vier Aston Martin, drei wie übliche von AMR, ein weiterer von Craft Racing aus der AsiaLMS. Die restlichen drei Porsche kommen von Proton, Matmut und Dempsey Racing.

In der AM-Klasse gibt es häufiger Nachrücker, die Liste besteht aus den Ferrari von JMW, Risi und Taisan. Dazu die zweiten Porsche von Proton und Matmut.

Etwas überraschend ist es schon, dass die LMP2 in der WEC etwas dünner besetzt ist. Eigentlich hatte ich mit mehr Nennungen in der WEC gerechnet. Aber die meisten bekannten P2 Teams haben sich für einen Start in der ELMS entschieden.

Bei europäischen Ableger der Serie wird es dieses Jahr richtig eng auf der Strecke, denn immerhin haben 41 Teams ihre Teilnahme angekündigt. Allein 13 LMP2 sollten für ordentlich Betrieb auf der Strecke sorgen. Hier kann man gesamte Entrylist der ELMS 2014 anschauen. Wir gehen die Listen noch vor dem ersten Rennen genauer durch.

Für die ELMS bedeutet dies eine massive Aufwertung, nach dem man ja in den letzten Jahren mit so kleinen Starterfeldern zu kämpfen hatte, dass man die Serie während der Saison abbrechen musste.

Kritik an der Ausweitung des GTE-Am Feldes in Le Mans gibt es aber auch schon. Ausgerechnet in einem Jahr noch mehr “Amateure” auf die Bahn zu lassen, wenn sieben Werksprototypen um den Sieg kämpfen, wird als riskant empfunden. Allerdings gehen in der AM-Kategorie mittlerweile auch nicht mehr reine “Gentleman” Fahrer an den Start, wie das noch vor Jahren der Fall war. Die Geschwindigkeitsunterschiede auf den langen Geraden sind nur zwischen den LMP1 und den GT-Fahrzeugen wirklich groß. Man muss zudem abwarten, wie sich das neue auf Verbrauch getrimmte Regelement auf die Rundenzeiten in Le Mans vor allem in der Nacht auswirken wird. Ein reines Sprintrennen wie in den letzten Jahren wird es vermutlich nicht geben.

Le Mans 2014 LMP1 Le Mans 2014 P2_1 LeMans 2014 P2_2 Le Mans 2014 GTE Pro Le Mans 2014 GTEAm_1 Le Mans 2014 GTEAm_2 Le Mans 2014 Reserve AM Le Mans 2014 Reserve P2

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February 05 2014

11:20

Newshappen: Ausgabe vom 05.02.2014

Mal wieder eine Runde News aus den letzten Wochen mit vielen Links

// Zunächst mal zu Michael Schumacher. Letzte Woche gab es die Meldung, dass die Ärzte damit beginnen, das induzierte Koma langsam aufzuheben. Bedeutet: Die Medikamente, die Schumacher in einem künstlichen Schlaf gehalten haben, werden langsam reduziert. Was darauf hinweist, dass die Blutungen und Häamtome im Gehirn abgeschwollen, bzw. verschwunden sind und die Schädeldecke geschlossen wurde. Schumacher soll auf die ersten Reizen positiv reagiert haben. Diese Reize werden sehr basal sein. Es geht um Schmerzreaktionen, also reagiert das vegetative Nervensystem auf Schlüsselreize, wie einen Stich mit einer Nadel. Der nächste Schritt wird sein, dass man die künstliche Beatmung abstellt, was ein echter Fortschritt wäre. Es geht um kleine Schritte, die sich über Wochen hinziehen können. Über Spätfolgen kann man zu diesem Zeitpunkt immer noch nichts sagen. Wir drücken Michael Schumacher weiter die Daumen!

// Bei Renault arbeitet man im Moment rund um die Uhr daran, die Probleme mit dem V6-Turbo abzustellen. Bisher klingt es eher so, als ob das allerdings keine leichte Aufgabe ist. Rob White, Deputy Managing Director von Renault, war immerhin so ehrlich, die Probleme klar zu benennen: “…we had problems with a sub-system within the Energy Store that did not directly concern either the battery nor the operation of the battery – it is an electronic part that was in the same housing as the Energy Store. We subsequently had problems with turbocharger and boost control systems with knock-on effects on the associated engine management systems, subsequently provoking mechanical failures.” Das klingt nicht wirklich gut. Elektrische Probleme wären zu verschmerzen und vermutlich per Software zu klären. Mechanische Probleme deuten auf ein viel größeres und tieferliegendes Problem hin. Ob das in den wenigen Tagen bis zum Bahrain-Test zu klären ist? Vermutlich nur, wenn man zunächst die Leistung reduziert. Die Testzeiten in Bahrain werden interessant sein.

// Ross Brawn hat McLaren und der Rest der Welt das “Gone Fishing” Schild gezeigt. Und zwar wortwörtlich. Er bereitet sich auf dieses Jahr auf seine Lieblingsbeschäftigung vor, dem Fischen. Eine Rückkehr hält er zunächst für ausgeschlossen. McLaren hat sich mittlerweile auch den von Lotus unverständlicherweise entlassenen Eric Boullier geschnappt und diesen als “Racing Director” eingestellt. Kann gut sein, dass er unter Ron Dennis, der nicht mehr zu allen Rennen reisen will, der verantwortliche Chef bei McLaren an der Strecke wird.

// Audi hat die Fahrerbesetzungen für die WEC bekannt gegeben. Für Alan McNish rutscht Lucas di Grassi ins Team. Die Chancen, dass Kristensen Sieg Nummer 9 in Le Mans einfahren kann, sind damit unserer Meinung nach erheblich gestiegen, denn mit Loic Duval hat man ja nun keinen schlechten Partner an Bord. In der #2 sitzen wie immer Fässler, Tréluyer, Lotterer. In der #3 werden Bonnanomi, Olli Jarvis und Albuquerque in Steuer greifen. Auch gut: Wir können schon jetzt die Ankündigung hier machen, dass wir auch 2014 wieder in Le Mans vor Ort sein werden um die Schlacht zwischen Porsche, Toyota und Audi live zu berichten.

// Auf der anderen Seite des Atlantik tut man sich in Sachen Prototypen noch etwas schwer, wie wir hier berichtet haben. Nicht völlig überraschend kommt die Ankündigung der IMSA, dass man die BoP zwischen den DP und den LMP2 für Sebring überarbeiten wird. Die DPs bekommen den vollen Diffusor (in Daytona fuhr man die letzte Spezifikation nicht), die LMP2 sollen mit dem “Low Downforce Kit” aus Le Mans an den Start gehen. Wir reden hier über rund 300 bis 400 Pfund mehr Abtrieb für die DPs und mindestens 200 Pfund weniger für die P2. Schon in Daytona lamentierten die DP-Teams, dass man in Sebring quasi chancenlos sei. Obwohl die DPs in Daytona 1.5 Sekunden schneller waren. Das Spiel geht also weiter, wobei das Problem ist, dass die “LMP2 Lobby” mit Greg Pickett (Muscle Milk), Extreme Sport und Oak relativ klein ist. Immerhin stemmt man sich gegen Ford, Chevrolet, Chip Ganassi, Michael Shank und andere.

// In der NASCAR geht es vor dem Start in die Saison auch zur Sache. Die Änderungen am Chase haben wir hier dokumentiert. Kurzgefasst: Es gibt ein Shootout von vier Fahrern im letzten Rennen, der Gewinner hat den Titel, egal wie oft er vorher gewonnen hat. Gleichzeitig hat die NASCAR den Strafenkatalog endlich mal transparent gemacht. Es gibt nun sieben Stufen im Strafensystem, wobei die erste nur eine Verwarnung ohne Konsequenzen is. Neu ist: Man verliert bei der höchsten Stufe der Strafe einen Sieg, was wichtig für den “Race for the Chase” sein kann.

// Geradezu sensationelle Neuigkeiten gibt es aus der BTCC zu berichten. Unsere allerliebste Tourenwagenserie erfährt eine massive Aufwertung durch die Rückkehr des Ex-Meisters Fabrizio Giovanardi, der einen Ford Focus für das Airwaves Team pilotieren wird. Von den allgemein bekannten wie beliebten “Hotshots, die gerne mal anklopfen” wären dann 2014 am Start: Jason Plato (MG), Matt Neal (Honda), Gordon Sheddon (Honda), Colin Turkington (BMW) [Alles Ex-Meister der BTCC], Andrew Jordan (Honda) [Meister 2013] und eben Giovanardi. Dazu kommen die ebenfalls nicht gerade zurückhaltenden Piloten wie Rob Austin (Audi), Tom Onslow-Cole (Ford), Dave Newsham (Toyota), Mat Jackson (Ford) oder Rob Collard (BMW). Man sollte seinen Popcorn-Vorrat frühzeitig anlegen.

// Und am Schluss: The return of Podcast. Ab dem 20.02. wird es wieder den Podcast geben. Zunächst mit kleineren Pausen, ab dem Start der F1-Saison dann in der üblichen Sequenz. Wir werden dieses Jahr ein paar Änderungen vornehmen. Es wird weniger um Rennberichte gehen, mehr um Hintergründe, Analysen und sonstige Auffälligkeiten. Wir versuchen uns auch auf 60 Minuten zu beschränken. Ehrlich. [Insert hier: Gelächter]

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January 29 2014

06:54

USCC: 24h Daytona Analyse 2014

Die 24 Stunden von Daytona waren in einigen Klassen eine Materialschlacht. Aber auch die BoP und Rennleitung haben ihr übriges zum Rennverlauf und Ergebnis dazu getan.
IMG_6895Mit den 24h von Daytona wurde die internationale Motorsport-Saison eröffnet, und es gab alle positiven und negativen Ereignisse, die bei einer Motorsportveranstaltung vorkommen können. Schon vor dem Rennen gab es viele Diskussionen, ob es möglich sei, die LMP2 und die DP auf ein Niveau zu bekommen, da die LMP2 bei Vergleichstests im letzten Jahr deutlich schneller waren. Dies hat man im Winter mit Updates bei den DP und Restriktoren für die LMP2 geschafft und damit ein spannendes Rennen in Daytona geschaffen. Überschattet wurde das Rennen dann trotzdem von einem schweren Unfall zwischen Memo Gidley im Gainsco Corvette DP und Matteo Malucelli im Risi Competizione Ferrari 458 GTE. Memo musste bereits am Bein und am Arm operiert werden und muss die Tage aufgrund eines Bruchs am Rücken nochmal in den Operationssaal. Auch Malucelli hat eine Gehirnerschütterung erlitten.

Schnell war klar, dass der Sonnenuntergang und die damit einhergehende schlechte Sicht auch Schuld am Unfall hatte. Es gab auch einige Fahrer, die vorgeschlagen hatten, dass man in diese Zeit eine 20-minütige Caution legen könnte. Die Offiziellen haben sich bisher noch nicht dazu geäußert. Auch wurde die Sicht durch einen der GTD Ferrari für Memo verdeckt, sodass er keine Chance zum Verzögern hatte und mit ca. 180 km/h Überschuss auf Malucelli auffuhr. All diese Faktoren kann man sich nochmal in dem folgenden Video genau anschauen.

Das folgende Video enthält einen schweren Unfall bei dem Memo Gidley und Matteo Malucelli verletzt wurden.

P-Klasse
Die DP zeigten schon während der Testfahrten und Trainings ihre Stärken gegenüber den LMP2, sodass allen klar war, dass die LMP2 höchstens über die Haltbarkeit eine Chance hatten. Die Dominanz der DP kommt durch die höhere Höchstgeschwindigkeit, die in Daytona der entscheidende Faktor ist und so auch für die knapp 1,5 Sekunden Abstand pro Runde zwischen DP und LMP2 sorgte. Folgerichtig sicherte sich also Alex Gurney im Gainsco Corvette DP die Pole Position für das 24-Stunden-Rennen. Doch auch war vielen klar, dass die Motoren der Daytona Prototypen nicht für die neue Leistung gebaut wurden und deswegen auch ein Ankommen ohne Probleme unwahrscheinlich war.

Doch im Rennen kam es dann ganz anders. Die DP waren diejenigen, die relativ problemlos durch das Rennen kamen und nicht die LMP2. Über das komplette Rennen gab es ein Vierkampf zwischen den beiden Action Express Corvette DP, dem Wayne Taylor Racing DP und dem Ganassi Riley DP Ford EcoBoost mit der Startnummer 2. Auch gab es mit dem Oreca Nissan von Pickett Racing noch einen LMP2, der in Schlagweite war, aber nie die Geschwindigkeit hatte, sich wirklich nach ganz vorne zu setzen. Zudem hatte man in der Anfangsphase mit Reifenproblemen bzw. Reifenschäden zu kämpfen. Am Ende sollte es für einen guten 5. Platz für Pickett Racing mit Lucas Luhr und Klaus Graf reichen.

Die #02 von Ganassi hatte wenige Stunden vor Rennende mit Motorproblemen zu kämpfen – es war das erste Rennen für Ganassi mit dem Ford Ecoboost Motor -, sodass man nicht mehr um den Gesamtsieg mitfahren konnte. Es lief also auf einen Dreikampf zwischen den Action Express Corvette DP und dem WTR DP hinaus, den schließlich die #5 von Action Express gewinnen sollte, u.a. mit Barbosa als Schlussfahrer.

Durch das Einsetzen von Joao Barbosa als Schlussfahrer lässt sich wohl auch der Sieg begründen, denn bei WTR hatte man als Schlussfahrer Max Angelelli gehabt, der nicht das Tempo mitgehen konnte. Man hätte wohl eine Chance gehabt, wenn Ricky Taylor den Schlussstint gefahren wäre, doch dieser hatte schon am frühen Morgen seine maximale Fahrzeit überschritten. Angelelli konnte zwar meist an Barbosa dran bleiben, ihm aber nie wirklich gefährlich werden. Ähnlich ging es der #9 von Action Express, die mit Brian Frisselle am Ende keinen Fahrer hatte, der nochmal angreifen konnte. Schließlich durften sich Sébastien Bourdais, Christian Fittipaldi und Joao Barbosa über eine neue Rolex Daytona freuen.

Einen Lichtblick für die LMP2 gab es noch teilweise von OAK Racing, die in den Morgenstunden sogar einige DP auf der Strecke überholen konnten. Eine kleine Überraschung gab es für das Deltawing Team, das sich immerhin relativ lange ohne (technische) Probleme halten konnte. Am Ende reicht es trotzdem nur für einen 61. Platz in der Gesamtwertung. Überraschend und enttäuschend zugleich war das Debüt des Speedsource Teams mit dem neuen Mazda LMP2. Die Rundenzeiten waren mehr als zehn Sekunden hinter den Zeiten der Spitze und auch konnte man kaum eine Stunde ohne Probleme fahren. Beide Wagen fielen dann schließlich sogar noch aus. Doch bei Mazda war man überrascht, dass es überhaupt so gut lief, da der Rekord für den Motor bisher bei sechs Stunden lag.

PC
Den ersten Aufreger in der (LM)PC gab es schon nach wenigen Metern. Denn Marc Goosen in der SRT Viper drehte den auf der Pole stehenden Colin Braun im LMPC. In der Anfangsphase konnte auch Renger van der Zande die Führung übernehmen, der sich mit dem deutschen Marco Schultis das Auto geteilt hatte. Man hatte allerdings konsequent mit technischen Problemen zu tun, wobei es immerhin für einen 5. Platz in der Klasse reichte. Diesen konnte man aber auch nur einfahren, da es auch in dieser Klasse für viele Teams Probleme gab.

Einige Wagen standen einfach spontan in Flammen wie der Starworks LMPC mit u.a. Pierre Kaffer am Steuer und bei anderen Fahrern scheiterte es einfach an der Fahrerpaarung. Schließlich blieben noch Core Autosport und 8Star, die sich das komplette Rennen um den Sieg duelliert hatten. Leider scheint man bei Fox kein großer Fan der Klasse zu sein, sodass es bis zum Ende nur ca. 30 Minuten Bilder aus der Klasse gab. Am Ende konnte sich Core Autosport mit Colin Braun im Schlussstint durchsetzen. Ähnlich wie in der P-Klasse war sein Speed am Schluss entscheidend für den Sieg über Tom Kimber-Smith im 8Star LMPC.

GTLM
In der GTLM war es über lange Zeit ein Rennen der Debütanten. Porsche, die zum ersten Mal ihren 991 GT3 RSR mit nach Amerika brachten, kämpfte bis wenige Stunden vor Schluss gegen die komplett neue Corvette C7.R. Doch zuerst einmal zu den großen Verlierern der Klasse: Ferrari. Der Risi Competizione Ferrari war nach dem Unfall aus dem Rennen und auch der Krohn Ferrari hatte dauerhaft mit Problemen zu kämpfen. Verwunderlich wenn man bedenkt, wie gut sonst der Wagen läuft.

Ähnlich enttäuschend lief es für Aston Martin Racing, die in Amerika nur am Endurance Cup teilnehmen. Insgesamt 69 Runden Abstand zum Klassensieger hatte man sich über 24 Stunden eingefangen und man musste auch einmal auf der Strecke parken und kam nicht aus eigener Kraft an die Box. Zufriedener dürfte man bei SRT sein, da das Rennen wesentlich erfolgreicher war als noch das in Le Mans. Platz 3 stand am Ende für das Team zu Buche und das trotz einiger Probleme mit der Motorsteuerung. Dass man inzwischen auf Augenhöhe mit den etablierten Größen wie Corvette und Porsche ist, hat auch das Qualifying gezeigt, da man dort die Pole geholt hat.

Für Chevrolet stand das erste 24-Stunden-Rennen an mit dem neuen Wagen an und man hätte sich wohl eher gewünscht, dass es ein 20-Stunden-Rennen gewesen wäre. Die meiste Zeit des Rennens war man in der Führungsrunde und konnte permanent gegen die anderen fighten, allerdings musste man im späten Rennverlauf mit Motor- und Überhitzungsproblemen kämpfen. Am Ende reichte es noch für Platz 5 und viele zufriedene Gesichter, da es die meiste Zeit gut lief mit dem neuen Wagen.

Der Sieger des Rennens wird dann aber doch von Porsche gestellt mit der Fahrerpaarung Richard Lietz, Nick Tandy und Patrick Pilet, die mit der Nummer 911 fahren durften. Probleme gab es beim Schwesterauto nach 18 Stunden mit Überhitzungsproblemen, deswegen war man auch permanent bei Porsche angespannt. Eine Premiere dürfte es übrigens sein, dass mit Core Autosport ein Team in zwei Klassen den Sieg holt. Core Autosport darf dieses Jahr die Werkseinsätze von Porsche in Amerika fahren und spätestens durch die 24h in Daytona haben gezeigt, dass es verdient ist.

Profiteur der vielen Ausfälle in der GTLM war übrigens BMW, die wie immer von RLM eingesetzt wurden. Beim ersten 24-Stunden-Rennen für den Wagen kam man fast problemlos durch und hatte durch die letzte Caution sogar noch Chancen auf den Klassensieg, obwohl der Wagen auf der Geraden 10 km/h langsamer war als die anderen GT-Wagen. In Sebring wird man sicherlich durch die starke Aerodynamik wieder eine gute Chance haben, auch durch den Speed die andere auszustechen.

Schwach hingegen war wieder, wie FOX die Klasse behandelt hat. Abgesehen von den eingekauften Werbezeiten innerhalb der Übertragung hat man kaum etwas von der Klasse gesehen und musste sich meistens per Live Timing auf dem neusten Stand halten. Doch wenn man mal was gezeigt hat, ging es ordentlich ab in der Klasse mit vielen Überholmanövern.

GTD
In der GTD gab es einen dauerhaften Kampf der Fabrikate. Porsche, Audi und Ferrari kämpften die kompletten 24 Stunden um den Sieg. Viel mehr kann man leider gar nicht sagen, da es kaum Bilder gab. Trotzdem sorgte man für eine der Rennszenen überhaupt, als Markus Winkelhock sich in der letzten Runde an Alessandro Pier Guidi außen vorbeschieben wollte und aufs Gras kam. Erst gab es für Guidi eine Strafe für den Kontakt, doch diese wurde wieder zurückgenommen, nachdem es einen Shitstorm gab. Gewonnen hat also der Level5 Ferrari 458 GT3 mit Scott Tucker, Bill Sweedler, Townsend Bell, Jeff Segal und Alessandro Pier Giuidi, die aus der LMP2 rübergewechselt sind. Die komplette Top 3 lagen übrigens innerhalb von 1,5 Sekunden.

Übertragung
Die Übertragung war grauenhaft. Teilweise bis zu dreimal Werbung in zehn Minuten und man ist dann nur für 20 Sekunden beim Rennen gewesen. Auch gab es keinen richtig offiziellen Stream für das Rennen, wie es ihn damals bei der ALMS gab. Die Kommentatoren von FOX und MRN waren auch eher schlecht als recht und nicht mit RLM vergleichbar. Vielleicht kommt es ja in diesem Bereich zu Verbesserung für die nächsten Rennen. Weiter geht es im März mit den 12 Stunden von Sebring.

Don hat viele Fotos mitgebracht aus Daytona. Ein paar davon haben wir auch hier…

Rennergebnis

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Alle Bilder: Racingblog/Dahlmann

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November 16 2013

19:29

Super Formula: Yamamoto gewinnt Titel im Suzuka-Thriller

Besser hätte es nicht einmal Hitchcock schreiben können: Das Finale der japanischen Super Formula in Suzuka bot alles an Dramatik, was sich der geneigte Motorsport-Fan nur hätte wünschen können: Regen, viele Zweikämpfe und eine Titelentscheidung, die bis zur letzten Sekunde spannend war. Am Ende gelang Naoki Yamamoto die Sensation: Er gewann die Meisterschaft in Japans höchster Formel-Serie.

Super Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto ChampionAnders als bei seinem Suzuka-Triumph in der Super GT im August dieses Jahres flossen Naoki Yamamoto vergangenen Sonntag nicht die Freudentränen unkontrolliert über die Wangen. Mussten sie aber auch nicht, denn auch so war sofort jedem klar, wie sehr er sich über den bislang größten Erfolg seiner noch jungen Karriere freute. Dem erst 25-jährigen Japaner gelang vergangenen Sonntag die Sensation: er ist der neue Super-Formula-Champion. Die Prämisse zum Showdown auf dem legendären Suzuka Circuit war spannend und ungewohnt zugleich: Weil Tabellenführer André Lotterer aufgrund einer Terminüberschneidung mit der WEC in China nicht in Suzuka starten konnte, kämpfte Naoki Yamamoto quasi in einer Art Fernduell gegen den 13 Punkte betragenen Vorsprung des Deutschen.

Hierfür hatte der Rookie des Jahres 2010 gleich zwei Sprintrennen über jeweils 20 sowie 28 Runden Zeit. Den ersten immens wichtigen Schritt ging Yamamoto allerdings bereits am Samstag. In der wichtigen Qualifikation sicherte er sich mit einem neuen Rundenrekord die Pole-Position für beide Läufe, was ihm jeweils einen Bonuspunkt einbrachte. Damit schrumpfte der Vorsprung Lotterers auf elf Zähler. Aufgrund des wie auch bereits in den vergangenen beiden Jahren veränderten Rennformats fürs Finale, wurden die erreichbaren Punkte selbstredend halbiert. Um den Sieg jedoch etwas stärker zu belohnen, gab es für jenen drei Bonuspunkte, womit der jeweilige Sieger ganze acht Zähler erhielt. Die beiden Pole-Positions im Sack musste Naoki Yamamoto in den beiden Läufen somit mindestens einmal gewinnen sowie den dritten Platz erreichen. Und genau dies tat der Mugen-Pilot auch: Im strömenden Regen gewann er Lauf Eins; im packenden Herzschlagfinale des zweiten Laufes erzielte er den Bronzerang. Damit zog er zwar Punktgleich (37 Zähler) mit André Lotterer, gewann gemäß des Reglements jedoch die Meisterschaft.

Super Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto Team MugenDer Hintergrund: Anders als in europäischen oder amerikanischen Rennserien wie beispielsweise der Formel Eins, IndyCar oder WTCC, zählt in der Super Formula bei Punktgleichstand nicht die Anzahl der errungenen Siege. Dies ist ein Punkt, den ich in meiner Vorschau zunächst unterschlagen hatte, mich im Laufe des Rennwochenendes jedoch wieder erinnerte. Stattdessen zählt in solch einer „Tie-Breaker-Situation“ die höchste Anzahl an errungenen Punkten an einem Rennwochenende. Dies umschließt selbstredend auch den Bonuspunkt für die Pole-Position. Weil das Finale, trotz der Aufteilung in zwei Sprintläufe, in der Akkumulation als ein einziges Rennen zählt (offiziell als Round 7), ist die maximale Punkteausbeutung für einen Fahrer (18 Punkte), im Vergleich zu den anderen Meisterschaftsläufen (maximal 11 Punkte inklusive Bonuspunkt für die Pole-Position), deutlich höher. Im Direktvergleich schlug Naoki Yamamoto mit seinen 13 erzielten Zählern somit André Lotterer, dessen Maximalausbeute vom dritten Saisonrennen auf dem Fuji Speedway lediglich elf Punkte betrug. Entsprechend enttäuscht dürfte der extra aus China angeflogene Lotterer (das WEC-Rennen fand bereits am Samstag statt) gewesen sein, schließlich verlor er bereits 2004 im Tie-Breaker gegen den Nordiren Richard Lyons die Meisterschaft. Damals allerdings noch unter einem anderen RegleSuper Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto Celebrationment.

André Lotterer fuhr mit gleich zwei Siegen in Autopolis sowie Fuji eine starke Saison. Konstant schnell und nahezu fehlerlos nagte lediglich die nicht ganz so starke Qualifying-Performance an seinem Gesamtbild. Ein Umstand, der sich durch das komplette Petronas Team Tom’s zog, schließlich musste auch Kazuki Nakajima in den Qualifikationen Federn lassen, was ihm im Sportsland Sugo auch letztlich aus dem Titelkampf eliminierte. Nichtsdestotrotz darf André Lotterer als der „kompletteste“ Fahrer der gesamten Saison bezeichnet werden. Dass es am Ende nicht ganz zum Titel reichte war wohl auch seiner zweimaligen Nichtteilnahme geschuldet. Denn bereits zum Saisonstart musste Ersatzmann (und Super-GT-Pilot an der Seite von Kazuki Nakajima) James Rossiter für den durch sein WEC-Engagement verhinderten Audi-Werksfahrer ins Cockpit steigen. Ähnlich erging es auch Loic Duval, der beide Male von Andrea Caldarelli ersetzt wurde, und mathematisch ebenfalls noch Chancen auf den Titel gehabt hätte. So aber blieb Naoki Yamamoto der einzig verbliebende Fahrer im Titelrennen. 13 Punkte Rückstand, zwei Sprintläufe und viel Drama. Das Super-Formula-Saisonfinale erinnerte an jenes der Formel Eins 2008, und übertraf an Spannung sogar jenes aus dem vergangenen Jahr sowie der Debütsaison der einst Formula Nippon genannten Rennserie im Jahr 1996. Damals eroberte Ralf Schumacher im strömenden Regen am Fuji Speedway die Krone des japanischen Formel-Sports, obwohl er aufgrund eines Unfalls ausfiel. Doch Schumacher behielt Glück im Unglück: Kazuyoshi Hoshino schied in Führung liegend aufgrund eines technischen Defekts aus; Schumachers Teamkollege Naoki Hattori erlaubte sich im Zweikampf einen immensen Fehler – und beendete seine Titelträume im Kies. Ein bisschen Glück hatte Naoki Yamamoto am vergangenen Wochenende ebenfalls. Doch auch dieses gewisse Quäntchen Fortüne zählt bekanntlich zum Sport dazu.

 

Rennen 1

Super Formula Suzuka 2013 Race 1 StartAus der vor dem Rennwochenende ausgesprochenen Wetterprognose von lediglich vereinzelt kleineren Regenschauern zum ersten Sprintrennen, wurde am Samstagabend eine 90%ige Wahrscheinlichkeit auf zumindest einen nassen Lauf. Und pünktlich wie der japanische Eisenbahnverkehr goss es fünf Minuten vor Rennbeginn strömend auf den Suzuka Circuit hinunter. Bei Bedingungen in denen die Formel Eins wohl den Start komplett verzögern würde, verzichtete die Super Formula sogar auf einen etwaigen Safety-Car-Start. Naoki Yamamoto kam am besten vom Fleck und holte einige Meter Vorsprung vor Takashi Kogure heraus, der seinen Teamkollegen Daisuke Nakajima überholte. Dahinter krachte es: Ausgehend einer kleinen Berührung mit Tsugio Matsuda rutschte Yuji Kunimoto auf das Gras an der Innenseite von Kurve Eins. Dort verlor er die Kontrolle über seinen Boliden und rutschte dabei kollidierend mit Kazuki Nakajima auf die Strecke zurück. Dies löste eine Kettenreaktion im hinteren Feld aus, wo Andrea Caldarelli mit Koudai Tsukakoshi zusammenprallte. Für alle vier Fahrer war das Rennen damit in der ersten Kurve beendet. Da die Streckenposten die Wracks schnell bargen, konnte das Rennen ohne eine Safety-Car-Unterbrechung fortgesetzt werden.Super Formula Suzuka 2013 Takuya Izawa Ryo Hirakawa

Noch in der ersten Runde fuhr Naoki Yamamoto einen kleinen Vorsprung auf Takashi Kogure heraus, verlor beim Anbremsen auf die letzte Schikane vor Start/Ziel jedoch die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Mugen-Pilot verhinderte zwar einen Dreher, musste allerdings Kogure ziehen lassen. Letzterer hatte aber erneut das Pech an seinen Sohlen kleben und steuerte bereits eine Runde später die Box aufgrund eines technischen Defekts an der Benzinversorgung an. Damit war der Weg für Naoki Yamamoto offen. Die Schrecksekunde aus der ersten Runde verdaut legte der junge Japaner ein Mordstempo vor. Mit einer schnellen Runde nach der anderen vergrößerte er seinen Vorsprung auf Daisuke Nakjima sowie Joao Paulo de Oliveira nach zehn Runden auf bereits 7,4 Sekunden. Derweil werkelten die Mechaniker bei Nakajima Racing am Boliden von Takashi Kogure, der im neunten Umlauf nicht nur das Rennen erneut aufnahm, drei Runden später sogar die bis dahin schnellste Runde in den Asphalt brannte. Ohne den technischen Defekt wäre es somit wohl zu einem hitzigen Duell zwischen ihm und Naoki Yamamoto gekommen. Während Yamamoto an der Spitze zur Halbzeit etwas an Fahrt herausnahm, kämpfte sich im Hintergrund dessen Teamkollege Takuma Sato durchs Feld. Etwas unbeobachtet von den Kameras büßte der IndyCar-Pilot am Start gleich mehrere Positionen ein, erkämpfte sich am Ende jedoch einen respektablen neunten Platz.

Super Formula Suzuka 2013 Ryo HirakawaEin wahres Feuerwerk feuerte Rookie Ryo Hirakawa ab. Von Startplatz Elf aus kommend schwamm das junge Talent mit seinem gelben Boliden über den Suzuka Circuit auf den sechsten Rang. Höhepunkt dieser Glanzfahrt dürfte unweigerlich das mehrere Runden andauernde Duell gegen Takuya Izawa gewesen sein. Der Vize-Champ von 2012 griff tief in die Trickkiste, um sich vor Hirakawa zu halten. In der zwölften Runde zog Ryo Hirakawa zwar mit Hilfe des Overtake-Buttons in der Löffelkuve an Izawa vorbei, überschoss jene jedoch. Da allerdings auch Izawa leicht ins Aus rutschte, nutzte Hirakawa die Gelegenheit und beschleunigte den Dandelion-Fahrer neben der Strecke aus. Die Rennleitung hatte nichts zu bemängeln, weshalb Hirakawa die Position behalten durfte. Er setzte sich nicht nur gleich mehrere Sekunden von seinem Kontrahenten ab, in Runde 17 fuhr er mit 1:54.078 zudem die schnellste Zeit des Rennens. Damit unterstrich Ryo Hirakawa erneut sein Talent. Für Takuya Izawa ging es hingegen weiter nach hinten. Profitierend von dem Zweikampf schlossen James Rossiter sowie Hironobu Yasuda auf, die ebenfalls am mit seinem Wagen sowie den Bedingungen kämpfenden Izawa vorbei gingen – am Ende wurde er enttäuschender Zehnter.Super Formula Suzuka 2013 Race 1 Podium

Nach 20 Runden gab es auf dem Podium gleich zwei Premieren zu feiern: Zum einen gewann Naoki Yamamoto sein allererstes Super-Formula-Rennen, zum anderen bejubelte Daisuke Nakajima mit Rang Zwei seine erste Podiumsplatzierung. Der Bronzerang ging an Joao Paulo de Oliveira, der hinterher von einem sehr instabilen Wagen sprach. Bereits vor der Ausfahrt aufs Grid ließ Naoki Yamamoto eine kleine Setup-Änderung vornehmen, die sich rückblickend betrachtend als goldrichtig herausstellte.

November 11 2013

07:13

WEC: Analyse 6H Shanghai 2013 – Toyota macht Druck

Toyota überraschte, Audi zitterte, es brannte bei Labre und in der GTE Pro gewann der Sieger mit weniger als eine Sekunde Vorsprung. Doch die größten Gewinner der WEC kamen nur auf Platz 3.

2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113012-232Audi hatte vor dem Start in Shanghai Zweifel, was den Sieg anging, denn die Strecke passt dem R18 nicht so gut. Zum einen hat sie etliche sehr langsame Ecken und da Audi sein Hybrid-System erst ab 120 km/h nutzen darf, hatte Toyota schon mal einen Vorsprung. Zum anderen machte man sich um die Reifen Sorgen. Der R18 verbraucht die Michelin-Reifen etwas schneller als der TS030, also muss man sie häufiger wechseln, was wiederum 25 Sekunden mehr Zeit an der Box kostet. Das es schwierig werden würde, war den Ingolstädtern also vorher klar, überrascht war man aber doch, wie schnell die Toyota waren.

Dabei hatte Toyota den Start in Shanghai gar nicht geplant. Aber weil das Rennen in Fuji buchstäblich ins Wasser gefallen war und man sehen wollte, wo man mit den Entwicklungen nun steht, entschloss man sich kurzfristig für den Einsatz in China und hat vorsichtshalber auch gleich Bahrain noch mit auf die Startliste geschrieben.

In der Quali zeigten die Japaner schon mal, dass sie in Sachen Speed den Audi Paroli bieten konnten. Die Startaufstellung war hübsch durchgemischt, mit der #7 (Wurz/Lapierre) vor dem Audi mit der #1 (Lotterer/Treluyer/Fässler), dem zweiten Toyota #8 (Davidson/Buemi/Sarrazin) und der #2 von Audi mit McNish/Duval/Kristensen. Für letztere war die Ausgangssituation im Rennen komplett anders. Sie mussten den vierten Platz belegen, um sich den Weltmeistertitel zu sichern.

Dementsprechend ging es vorne auch los. Die #2 hielt sich aus allem raus, während die #8 in Führung ging und sich relativ leicht vom Audi mit #2 absetzte. Der musste nach ein paar Runden auch noch den zweiten Toyota passieren lassen und verlor an Boden.

Wer gedacht hatte, das Toyota hier nur ein Feuerwerk abbrennt, sah sich im Verlauf des Rennens, das ohne Unterbrechung blieb, getäuscht. Es zeigte sich, dass die Toyota das Tempo halten konnten und konsequent schneller waren als die Audi. Tatsächlich nahm man nach knapp zwei Stunden sogar etwas Speed raus, denn zu diesem Zeitpunkt hatte man die Audi kurz vor einer Überrundung. Dabei konnten die Toyota auf zwei Ebenen überraschen. Zum einen war man auf der Strecke schneller, zum anderen blieb man in der gleichen Stoppsequenz wie die Audi und man hat es geschafft, den Stopp genauso lang zu gestalten wie die Audi. Der Vorteil der Toyota lag nicht mal darin, dass sie die Michelin nur bei jedem zweiten Stopp wechseln konnten. Das ging aufgrund des sehr rauen Asphalt in China nicht. Toyota fuhr den großen Vorsprung also nur raus, weil man tatsächlich schneller war.

Doch das Glück war Audi mal wieder hold. Nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens brach beim führenden Toyota mit #8 ein Teil der vorderen rechten Aufhängung, womit das Rennen beendet war. Die #7 stolperte über zwei schlechte Reifensätze. Nach vier Stunden musste Lapierre wegen eines schleichenden Plattfuss kurz nach seinem Stopp wieder an die Box. Beim letzten Stopp erwischte Alex Wurz einen nicht passenden Satz und er verlor sukzessive Zeit auf den drängelnden Fässler, der ihn dann 30 Minuten vor Schluss überholen konnte und dem Toyota auch noch 15 Sekunden in den letzten Runden abnahm. Die Enttäuschung bei Toyota war sichtlich groß, auf der anderen Seite hat man zum ersten Mal in diesem Jahr gezeigt, dass man schneller als der R18 war.

Am Ende jubelte also wieder Audi. Der Sieg war hart erkämpft und dementsprechend verdient. Noch ausgelassener feierten Alan McNish, Tom Kristensen und Loic Duval, die sich mit dem dritten Platz die Fahrer-WM sichern konnten. Es ist der erste WM-Titel für alle drei Fahrer und vor allem Kristensen und McNish haben sich diesen mehr als verdient. Schön, dass die „Alt-Herren-Riege“ gegen Ende ihrer Karriere noch mal einen solchen Titel holen konnte.

LMP2

In der kleinen Prototypklasse gab es eine erneute Auflage des Zweikampfes zwischen dem G-Drive Oreca und beiden OAK Wagen. Dieses Mal konnten sich die Dauersieger Rusinov/Martin/Conway aber nicht wie sonst mit ihrem G-Drive an die Spitze setzen und diese bis zum Ende halten. Der Oreca lief dieses Mal nicht so gut, stattdessen sah man sich durch den OAK mit Pla/Heinemeier-Hanson/Brundle an der Spitze unter Druck gesetzt. Immer in Schlagdistanz blieben Baguette/Gonzales/Plowman im zweiten OAK.

Es entwickelte sich ein zumindest auf dem Timingscreen spannendes Rennen, dass man allerdings in den TV-Bildern nur selten gezeigt bekam. Nach vier Stunden hatten sich Pla/Heinemeier-Hanson/Brundle gerade mal 17 Sekunden Vorsprung vor Rusinov/Martin/Conway herausgefahren. Die Entscheidung fiel dann im Verkehr und an der Box. Der G-Drive hatte am Ende etwas bessere Rundenzeiten und die etwas bessere Strategie, sodass man sich in der letzten Stunde dann absetzen und den Sieg für sich beanspruchen konnte. Auf P3 landete der zweite OAK mit Baguette/Gonzales/Plowman.

Der Rest des Feldes hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Die Pecom-Mannschaft fiel nach vier Stunden Rennzeit aus, was für lange Gesichter sorgte. Aber bei Pecom war die Stimmung am Wochenende eh nicht gut, nachdem das Team bekannt gegeben hatte, dass man 2014 auf die WEC verzichten muss. Zum einen sind es die Kosten, zum anderen hat Teambesitzer Luis Perez Companc die USCC als möglichen Ersatz im Auge.

Bei Greaves lief es mal wieder schleppend, während die Lotus doch etwas überraschend langsam waren. Hatte das Team zumindest in Austin noch eine ansteigende Form gezeigt, fiel man in China wieder weit zurück. Ein Wagen fiel nach der Hälfte des Rennens aus, der andere hatte am Schluss fünf Runden Rückstand.

In der Fahrer-WM sieht es nach einem Sieg für Baguette/Plowman/Gonzales aus, die 15 Punkte Vorsprung auf Pla/Heinermeier-Hanson/Brundle haben. Allerdings darf man sich beim letzten Rennen in Bahrain keinen Ausfall erlauben bzw. man muss auf P3 kommen, sollten die Teamkollegen das Rennen gewinnen. Die G-Drive Mannschaft Rusinov/Martin/Conway liegt 22,5 Punkte zurück. Da müssten beide OAK schon aufallen und sie das Rennen gewinnen, um die Meisterschaft noch zu holen. Schuld daran ist der Ausfall beim Rennen in Le Mans, der das Team viele Punkte gekostet hat.

GTE Pro

Und weiter ging es mit der Auseinandersetzung zwischen Ferrari und Aston Martin mit gelegentlicher Beteiligung von Porsche. Das Manthey-Team kämpfte in Shanghai mit dem Asphalt. Die Reifen des neuen 991 RSR waren so schnell hinüber, dass man nicht mal die geplante Stintlänge durchhalten konnte. Das warf die Manthey-Truppe zu Beginn dann etwas zurück, aber man hielt zumindest Kontakt zur Spitze.

Dort hatte sich zunächst der AF Corse Ferrari mit Kobayashi/Vilander die Spitze gesichert, aber denkbar knapp vor dem Aston Martin mit Turner/Mücke am Steuer. Dahinter folgten Fisichella/Bruni vor dem nächsten Aston mit Senna/Lamy/Stanaway. Erst danach folgten die Porsche mit den genannten Problemen.

Im Verlauf des Rennens änderte sich das Bild und die Aston schoben sich mehr und mehr nach vorne. Grund dafür war mal wieder auch der verkleinerte Tank der Ferrari, die in Sachen Stintlänge nicht so ganz mithalten konnten. Das spülte dann die Aston nach vorne, die sich im Verlauf der letzten Stunde ein packendes Duell um den Sieg lieferten. Im letzten Stint lagen Stefan Mücke und Bruno Senna innerhalb von einer Sekunde und dieser Abstand blieb auch bis zum Zieldurchlauf bestehen.

Schlechter lief es am Ende für beide AF Corse. Die Ferrari verloren bei kühler werdender Strecke immer mehr an Grip und sahen sich durch den Porsche mit Bergmeister/Pilet am Steuer unter Druck gesetzt. In einem sehenswerten Zweikampf bügelte die Porsche-Mannschaft dann die Ferrari nieder. Die kämpften allerdings wirklich mit stumpfen Waffen, da ihnen jeglicher Grip fehlte.

GTE Am

Der „Dänenbomber“ mit Nygaard/Poulsen/Thiim sah mal wieder wie der sichere Sieger aus, doch nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens war dann plötzlich Feierabend. Die Elektronik streikte und Thiim musste den Wagen mitten auf der Strecke abstellen. Damit rutschte der Porsche mit Narac/Vernay/Paltalla an die ersten Stelle, der sich allerdings nicht vom 8Star Ferrari mit Potolicchio/Agus/Rigon absetzen konnten. Im Gegensatz zu den AF Corse in der Pro-Kategorie wurde der 8Star Ferrari aber im Verlaufe des Rennen besser. Die IMSA-Mannschaft kämpfte zudem mit kleineren technischen Problemen, sodass sich der Ferrari am Ende den Sieg holen konnte.

Doch die Glückspilze des Rennen kamen aus dem Labre-Team. Beim letzten Boxenstopp, ca. 50 Minuten vor Ende des Rennens, entzündete sich plötzlich die gesamte (!) Tankanlage. Ein sehr dramatisches Bild zeugt davon, wie groß das Feuer war. Im Fernsehen sah man davon nur das Ende, da hatten alle benachbarten Teams (Lotus, Aston, Porsche und andere) schon die Feuerlöscher gezückt und das Feuer erstickt. Die im Bild zu sehenden Mechaniker sind alle ok, niemand hat Verbrennungen oder Rauchvergiftungen erlitten, laut der FIA konnten alle untersuchten Teammitglieder das Streckenhospital nach einem kurzen Check wieder verlassen. Das zeigt auch, wie gut die feuerfesten Anzüge geworden sind. Und wie wichtig es ist, dass in einer Boxengasse alle einen tragen müssen.

Es war jetzt kein wirklich umwerfendes Rennen der WEC, aber es war aus strategischer Sicht durchaus spannend zu betrachten. Das letzte Rennen der Saison und damit auch der „alten“ LMP1 findet am 30.11. in Bahrain statt.

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November 08 2013

22:48

Super Formula: Vorschau Round 7 Suzuka

Das Saisonfinale der Super Formula ist ein ungewöhnliches Fernduell: Während Tabellenführer André Lotterer für Audi in der WEC in Shanghai antritt, versucht der verbleibende Titelkandidat Naoki Yamamoto, ihm in Suzuka die Meisterschaft streitig zu machen.

Super Formula Suzuka 2013 GridSolch eine Ausgangslage hatte sich der zweifache Le-Mans-Sieger André Lotterer wohl zu Beginn des Jahres nicht ausgerechnet: Obwohl er aufgrund seines Engagements bei Audi in der Langstrecken-Weltmeisterschaft nicht am Saisonauftakt wie auch am Finale in Suzuka teilnehmen konnte, führt er mit insgesamt 37 Punkten unangefochten die Meisterschaft an. „Für mich heißt es einfach nur, viele Punkte zu sammeln“, erklärte er nach seinem Sieg Anfang Juni in Autopolis. Und dies tat der Duisburger auch: Neben dem Sieg in Kyūshū gewann er auch auf dem Fuji Speedway; in Motegi sowie im Sportsland Sugo eroberte er jeweils den zweiten Rang. Von den Patzern der direkten Konkurrenz profitierend ist Lotterer 2013 somit nicht nur der schnellste Pilot, sondern vor allem auch der konstanteste gewesen.

Zu viele Fehler erlaubten sich seine Rivalen. So gewann der letztjährige Vize-Champion Takuya Izawa zwar den Auftakt in Suzuka, schrieb im weiteren Saisonverlauf allerdings gleich drei Nullrunden – allesamt ausgelöst durch eigene Fehler oder unglückliche Kollisionen wie zuletzt in Sugo mit Takashi Kogure. Nicht besser verlief es für den Titelverteidiger Kazuki Nakajima, der lediglich in Motegi obsiegte und ansonsten mit zwei Nullrunden sowie einem fünften Platz zum Auftakt und einem schwachen achten Rang am Fuße des Fuji enttäuschte. Es war nicht unbedingt sein Jahr, auch wenn es mit gleich zwei Erfolgen in der Super GT deutlich besser für den ehemaligen Formel-1-Piloten lief. Ähnlich holprig war es für Joao Paulo de Oliveira. Der Champion von 2010 wurde vor der Saison zurecht als heißer Titelkandidat gehandelt, schaffte es in diesem Jahr bislang allerdings noch nicht aufs Podest. Ähnlich Nakajima wurden die Titelhoffnungen des Brasilianers endgültig begraben, als er aufgrund eines glücklicherweise glimpflich ausgegangenen Unfalls mit Rookie Ryo Hirakawa ausfiel.

Super Formula Sugo 2013 Loic Duval Andre LottererÜberhaupt dürfte das vergangene Rennen im Sportsland Sugo zu einem der besten, wenn nicht sogar zu dem besten in Japans höchster Formel-Serie gekürt werden. Zerfleddert durch vier Safety-Car-Phasen duellierten sich die beiden Audi-Kollegen André Lotterer und Loic Duval, der in diesem Jahr erstmals die 24 Stunden von Le Mans gewann, bis zur letzten Sekunde. Am Ende trennten die beiden lediglich 0,041 Sekunden – das knappste Finish der Super Formula. Für Duval (Champion 2009) war es der erste Sieg seit 2010, für Team LeMans sogar der Erste seit 2003. Wie auch Lotterer ist der Franzose an diesem Woche im Dienste von Audi in China unterwegs, weshalb er trotz sieben Punkten Rückstand nicht mehr in die Meisterschaft eingreifen kann. Ersetzt wird er wie schon zum Saisonauftakt vom Italiener Andrea Caldarelli; bei Petronas Tom’s steigt James Rossiter ins Cockpit. Der Brite ersetzte Lotterer bereits zum Saisonstart und ist ansonsten mit Kazuki Nakajima für Petronas Tom’s in der Super GT unterwegs. Rossiters Hauptaufgabe wird es sein, so viele Punkte wie möglich für die Team-Wertung zu ergattern. In dieser führt Petronas Tom’s (51 Punkte) nämlich mit 15 Zählern vor Kygnus Sunoco LeMans (36 Punkte). Entsprechend hoch dürfte demnach auch der Druck auf Ryo Hirakawa und Andrea Caldarelli sein.Super Formula Suzuka 2013 Takuya Izawa

Der Suzuka Circuit selbst benötigt keine große Einführung. Zusammen mit dem Fuji Speedway stellt die Strecke, die bereits im Frühjahr dieses Jahres ihren 50. Geburtstag feierte, den international bekanntesten Kurs Japans dar. Viele Fans und Fahrer bezeichnen die 5,807 km lange Strecke als eine der besten Rennstrecken der Welt. Die außergewöhnliche und einmalige Form einer Acht sowie die insgesamt 17 Kurven mit Namen wie Degner (benannt zu Ehren des 1983 verstorbenen Motorrad-Rennfahrer Ernst Degner, der just an dieser Stelle 1963 einen schlimmen Feuerunfall erlitt), Spoon, Dunlop aber auch Hairpin und natürlich die schnelle 130R entzücken Fans und Fahrer gleichermaßen. Jene 130R ist es allerdings auch, die nicht nur als schnelle und gefährliche (Mut-)Kurve gilt, sondern über die Jahre auch mehrmals aufgrund schwerer Unfälle aus

October 21 2013

06:25

DTM: Analyse Hockenheim II 2013 – Regenglück

Jede Menge Regen sorgte für ein interessantes Rennen, dass aber über die gesamte Zeit von BMW dominiert wurde. Nur ein Mercedes sorgte dafür, dass BMW das Podium nicht komplett belegen konnte.

Motorsports / DTM 10. race HockenheimSchon in der Qualifikation zeigte sich, dass der Sieg nur über einen BMW führen würde. Spengler, Werner, Priaulx und Glock machten Q4 in dieser Reihenfolge unter sich aus. Molina lag im besten Audi auf P5, der beste Mercedes war mit Robert Wickens gar erst auf P13 zu finden. Das sah also nach einer eindeutigen Sache für die Münchner aus, die ja immerhin noch die Möglichkeit hatten, den Markentitel zu verteidigen. Aber am Renntag schüttete es wie aus Eimern. Die Strecke stand teilweise unter Wasser, aber die Rennkommissare entschlossen sich dennoch für einen regulären Start.

Bruno Spengler konnte seine Pole nutzen und genoss die gischtfreie Sicht nach vorne. Dahinter wurde es dann erwartungsgemäß eng. Glock kam nur schleppend los und musste unter anderem Farfus passieren lassen, der von P10 kam. Auf der Anfahrt zu Kurve 2 wurde es dann eng und ausgerechnet zwei BMW gerieten aneinander. Glock hatte innen zu spät gebremst und schoss dabei dann Farfus ab, der wiederum fast Rockenfeller mit ins Verderben riss. Für Farfus war das Rennen dann mehr oder weniger gelaufen. Der Sieger des letzten Rennens konnte zwar weiterfahren, spielte im Rennen aber keine Rolle mehr. Auch für Rocky ging danach nicht mehr viel nach vorne, weil seine Spurstange einen Schlag bekommen hatte und der Wagen nur noch bedingt gut lief. Timo Glock hatte dagegen viel Glück. Zum einen blieb sein BMW unbeschädigt, zum anderen konnte er sich in dem Trubel wieder auf P4 schieben. Ein paar Runden später lag er dann hinter Spengler und Werner, den er im ersten Drittel des Rennens dann auch noch überholen konnte, auf P3.

Vorne tat sich nicht viel, dafür passierte im Mittelfeld umso mehr. Es gab jede Menge Positionsverschiebungen und Überholmanöver, die nicht immer ohne Materialaustausch vonstatten gingen. Die Rennleitung blieb aber, im Gegensatz zu früheren Jahren, entspannt und ließ die Fahrer gewähren. Nur wenn es zu arg wurde, wie in dem Fall, als Juncadella dem vor ihm liegenden Ekström abschoss, griff man ein.

Die heimlichen Hauptdarsteller des Rennens waren aber die Regenreifen. Offensichtlich hatten die Teams aufgrund der niedrigen Temperaturen unterschiedliche Ansichten, was den Reifendruck anging. Einige gingen mit einem etwas höheren Druck ins Rennen, was die Reifen zwar schnell auf Temperatur brachte, dafür aber die Stintlänge verkürzte. Andere, unter anderem auch das Team von Timo Glock, entschieden sich für etwas weniger Luft in den Reifen. So dauerte es ein paar Runden, bis Glock richtig in Schwung kam, dafür hielten seine Reifen dann erstaunlich lange.

Ein Verlierer des Luft-Pokers war Bruno Spengler, der wegen abbauender Reifen früher an die Box kommen musste. Gegen Ende seines Stints nahm ihm Glock richtig viel Zeit ab und reduzierte den Abstand von sechs auf zwei Sekunden. Spengler kam rein, fiel dadurch ins Mittelfeld zurück und verlor dort etwas Zeit. Gleichzeitig konnte Glock vorne weiter seine guten Rundenzeiten beibehalten und dementsprechend seinen Vorsprung ausbauen. Dabei war die Idee eines frühen Stopps gar nicht mal so schlecht, wenn man denn den richtigen Reifendruck finden konnte.

Ungemach drohte allerdings aus dem Mercedes-Lager. Die Stuttgarter waren im Regen teilweise etwas besser aufgestellt, auch wenn keiner der Toppiloten vorne eingreifen konnte. Dafür lieferte etwas überraschend Roberto Mehri ein sensationelles Rennen ab. Vom letzten Platz gestartet erwischte man ihn auch noch bei einem Frühstart. Weil aber in den ersten Runden noch viel Wasser auf der Piste stand und die Rundenzeiten dementsprechend schlecht waren, verlor Mehri bei seiner Durchfahrtsstrafe nicht allzu viel Zeit. Er startete dann eine furiose Aufholjagd, wobei die Strategie seines Teams vorsah, dass Mehri einfach alles aus den Regenreifen rausholen sollte. Zwei etwas frühere Stopps, eine grandiose Fahrt und einige sehenswerte Überholmanöver später fand sich Mehri in Reichweite der Podiumsplätze.

Dass es am Ende nicht für den Sieg reichte, lag an den etwas früheren Stopps und daran, dass der zweite kurze Stint vor dem letzten Reifenwechsel nicht gut lief. Auch hier war der Reifendruck Schuld. Zwar kam Glock bei seinem letzten Stopp hinter Mehri auf die Strecke, dafür hatte er aber nagelneue Regenreifen. Nachdem diese nach zwei Runden auf Temperatur waren, ging Timo Glock relativ einfach an Roberto Mehri vorbei und fuhr einen Vorsprung raus, der bis ins Ziel reichen sollte.

Dass Glock am Ende gewinnen konnte, war etwas überraschend, aber in den letzten Rennen konnte man den Aufwärtstrend des Deutschen schon beobachten. Interessant war seine Aussage nach dem Rennen, dass er mit seinem Ingenieur endlich mal was ausprobieren konnte. Da klingt durch, was in der DTM wegen der fehlenden Trainingszeit Normalität ist. Die Teams haben ein Grundsetup, an dem der Fahrer meist nicht mehr allzu viel verändern kann. Offenbar hat BMW für die letzten Rennen MTEK freie Hand gegeben, Glock bestätigte, dass er seit drei Rennen mit dem Wagen besser klarkommt.

Der Sieg von Glock bedeutete auch, dass BMW den Markentitel verteidigen konnte. Und das recht deutlich mit 369 zu 347 Punkten vor Audi. In der Teammeisterschaft konnte sich Phoenix durchsetzen, weil Miguel Molina sein bestes Resultat des Jahres holte und RBM mit Farfus und Hand keinen einzigen Punkt holen konnten.

Alle Meisterschaftsstände gibt es hier.

Das war es dann mit der DTM für 2013, die eine gute Saison abgeliefert hat. Sieht man mal von der Farce vom Norisring ab und vergisst man die teilweise unterirdischen Vorberichte der ARD, hat die DTM in diesem Jahr durchaus etwas an Profil gewonnen. Für Audi hat sich der Umstieg auf den RS5 gelohnt, BMW zeigte erneut eine starke Leistung. Mercedes wird froh sein, dass die Saison vorbei ist. In der Markenwertung fehlen Mercedes knapp 100 Punkte auf BMW, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass man nur mit sechs Wagen unterwegs war.

Wie üblich macht die DTM nun eine lange Pause. Erst am 04. Mai 2014 wird es mit dem ersten Rennen in Hockenheim weitergehen.

DTM_Finale_2013 00003 DTM_Finale_2013 00002 DTM_Finale_2013 00001
DTM-Start 22 Timo Glock (D), BMW Team MTEK, BMW M3 DTM 4 Roberto Merhi (E), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé 3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé

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October 20 2013

09:49

BTCC: Analyse Brands Hatch GP

Andrew Jordan ist der BTCC-Champion 2013. Am letzten Wochenende gingen die drei letzten BTCC-Rennen des Jahres über die regennasse Bühne des altehrwürdigen GP Circuits von Brands Hatch.

hi_10461_53ca34 bzw. 35 Punkte Vorsprung auf die Markenkollegen Neal und Shedden ließen die Sache vor dem Saisonfinale zunächst recht sicher für Jordan erscheinen. Ein bärenstark auftretender Jason Plato, der den von mir vor kurzem als „Schönwetterauto“ abgestempelten MG zu zwei souveränen Siegen im strömenden Regen navigierte und der erste Ausfall für Jordan in diesem Jahr, der ihn ausgerechnet im zweiten Rennen des Tages traf, in dem er den Sack eigentlich schon hätte zu machen können, ließen die ganze Situation dann doch noch mal äußerst spannend werden und die Meisterschaft bis zum letzten Rennen der Saison offen bleiben.

hi_10439_1ec1Doch gehen wir etwas chronologisch vor. Die Qualifying-Stärke, die die MG in den letzten Rennen gezeigt hatten, konnten Plato und Tordoff auch in Brands Hatch, das sich am Samstag noch in bestem sonnigen Herbstwetter zeigte, ausspielen und sich souverän Reihe eins sichern. Die weiteren Positionen der Meisterschaftsaspiranten: Andrew Jordan und Gordon Shedden qualifizierten sich direkt dahinter in Reihe zwei auf den Positionen drei und vier. Colin Turkington mit allerdings nur noch sehr theoretischen Meisterschaftschancen fuhr seinen BMW auf Startplatz sechs. Fehlte also nur noch Matt Neal. Aber für den Dynamics-Piloten lief so ziemlich alles schief. Ohnehin gehandicapt durch einen gebrochenen Finger (Karate-Training …), der zwei Operationen vor Brands Hatch erforderlich machte, zerstörte er seinen Honda bei einem heftigen Unfall im Qualifying ausgangs Paddock Hill Bend. Ergebnis: Ein kaputtes Fahrzeug, das den Mechanikern eine lange Nacht bereitete, und ein sichtlich durchgeschüttelter Matt Neal, der letztendlich nur von Startplatz 16 ins erste Rennen gehen konnte.

hi_10440_cd94Erwähnenswert ist abseits des Meisterschaftsgeschehens noch: Der fünfte Startplatz für den im Qualifying wieder einmal sehr starken Adam Morgan, Startplatz sieben für Tom Onslow-Cole als bester Ford und der großartige zehnte Platz für Jake Hill im zweiten Rob Austin-Audi, der hier in Brands Hatch zum ersten Mal in einem NGTC-Auto saß und zu seinem erst zweiten BTCC-Rennen antrat. Die Platzierung bedeutet nicht nur eine auf Anhieb bessere Leistung als sie Will Bratt als Full-Time-Kraft das ganze Jahr über im Audi gezeigt hatte, sondern auch einen Startplatz zwei Positionen besser als Teamchef Rob Austin.

hi_10459_cf4bTrotz des strömenden Regens, der über den gesamten Rennsontag anhalten sollte, ging Rennen eins relativ unspektakulär über die Bühne. Jason Plato setzte die Pole Position in einen Start-Ziel-Sieg um. Dahinter konnte sich Shedden an Tordoff vorbei arbeiten und sich den zweiten Platz sichern. Andrew Jordan ließ in einer eher defensiven Fahrt Tom Onslow-Cole passieren und kam auf Platz fünf ins Ziel. Punkte sichern ohne im Regen unnötiges Risiko einzugehen lautete seine Herangehensweise. Eine bärenstarke Fahrt zeigte dahinter Matt Neal, der sich mit gebrochenem Finger im gerade wieder aufgebauten Honda bis auf Platz sechs nach vorne arbeiten konnte. Für Colin Turkington waren die letzten Chancen auf die Meisterschaft dagegen bereits nach der ersten Kurve dahin. Ausgangs von Paddock Hill verabschiedete sich der Meister des Jahres 2009 in einen Dreher und wurde ausgerechnet von seinem Teamkollegen Nick Foster frontal auf die Hörner genommen. Turkingtons Ausfall bedeutete zugleich den zweiten Independent-Titel in Folge für Andrew Jordan. Angesichts des Kampfes um die Gesamtwertung war dieser Erfolg aber nur schmückendes Beiwerk für den Eurotech-Piloten.

hi_10452_c326Im zweiten Rennen kam dann das große Drama. Mit einer weiteren soliden Fahrt in die Punkteränge hätte Jordan schon alles klar machen können. Aber wie das meistens so ist, wenn man sich in der „danger zone“ (O-Ton Tim Harvey) im Mittelfeld aufhält und es auch noch in Strömen regnet, kommt ganz schnell alles ganz anders. Das Drama begann bereits am Start, als Jordan hinter Rob Collard auf Platz sieben zurückfiel. Zwischen dem vor ihm liegenden BMW und Verfolger Matt Neal dahinter eingeklemmt fand sich Jordan im dichten Verkehr wieder. In Runde zwei setzte dann Áron Smith hinter Matt Neal fahrend ausgangs Graham Hill Bend zu einem Doppelüberholmanöver der beiden Honda an. Jordan, der kein Risiko eingehen wollte, ließ den Ford von Smith passieren. Ungünstigerweise versuchte Smith dann vor Surtees auch noch den BMW von Collard zu überholen, was zu einer Kollison führte und den WSR-Piloten in einen Dreher brachte. Jordan versuchte dem unmittelbar vor ihm kreiselnden BMW auszuweichen, wurde dabei aber unglücklicherweise von Matt Neal am linken Hinterrad getroffen.

hi_10445_239fEine gebrochene Aufhängung und der erste Ausfall des Jahres waren die bittere Folge. Dass auch Matt Neal weit zurück fiel und letztendlich wegen eines Feuers im Motorraum die Zielflagge nicht sehen sollte, war sicherlich nur ein schwacher Trost, denn der Champion des Jahres 2011 war ohnehin aus dem Meisterschaftsrennen raus. Stattdessen brachte sich Jason Plato mit einem weiteren Sieg völlig überraschend zurück in den Kampf um die Meisterschaft. Damit hatte vor Brands Hatch sicherlich niemand gerechnet, aber der dreifache BTCC-Champion hatte mit nur noch 15 Punkten Rückstand auf einmal realistische Titelchancen (bestärkt dadurch, dass Jordan das dritte Rennen aus der letzten Startreihe in Angriff nehmen musste). Außerdem noch mit im Titelrennen war der amtierende Champion Gordon Shedden, der es nach einem brachialen Quersteher am Start im zweiten Rennen auf Platz sieben geschafft hatte. Der Schotte hatte vor Lauf drei 20 Punkte Rückstand und musste, um seinen Titel zu verteidigen, siegen, während Jordan keine Punkte holen durfte.

Und weil diese ganze Situation noch nicht spannend genug war, zog BTCC-Direktor Alan Gow ausgerechnet Shedden auf die Pole Position für das dritte Rennen. Die Ausgangslage bot somit folgendes Bild: Shedden mit 20 Punkten Rückstand auf der Pole Position und mit der Mission zum Siegen. Plato mit 15 Punkten Rückstand auf Startplatz sieben und mit dem bisher großartig gehenden MG ebenfalls zum Siegen oder mindestens Platz zwei verpflichtet. Und Tabellenführer Jordan in der letzten Startreihe mit der Aufgabe, im Regen möglichst rasch nach vorne zu kommen und so viele Punkte zu retten wie möglich. Shedden wäre Meister gewesen, wenn er siegt und Jordan gleichzeitig keine Punkte holt. Plato wäre Meister gewesen, wenn er siegt und Jordan nicht über Rang zwölf hinaus kommt.

hi_10448_95cbDie ersten Rennrunden waren folglich vor allem davon bestimmt, zu schauen, auf welcher Position Jordan mittlerweile liegt. Und eines Meisters würdig arbeitete sich Jordan sukzessive durchs Feld, machte Position um Position gut und profitierte dabei auch von einigen Ausfällen und Ausrutschern. Bereits nach fünf Runden lag er so weit in den Punkterängen, dass der Titel so gut wie sicher schien. Letztendlich konnte er bis auf Rang neun vorfahren und kam damit sogar noch einen Platz vor Jason Plato ins Ziel, für den es in diesem Rennen mit vollem Zusatzballast überhaupt nicht lief.

hi_10465_0f43 An der Spitze siegte Shedden, auch wenn er sich zeitweise des bärenstarken Jack Goff im Gilham-Vauxhall erwehren musste, der mit Rang zwei sein bestes Saisonresultat einfuhr und dem Team von Tony Gilham somit noch ein Podium zum Saisonabschluss bescherte. Immerhin brachte der Sieg dem amtierenden Champion Shedden noch die Vizemeisterschaft ein – nur sieben Punkte hinter Jordan. Platz drei in der Meisterschaft ging an Jason Plato mit 17 Punkten Rückstand. Für Matt Neal, der bis zu seinem katastrophalen Wochenende in Rockingham weite Teile der Saison geführt hatte, reichte es letztendlich – auch wegen eines mageren 14. Platzes im dritten Rennen – nur zu Meisterschaftsrang vier. Dahinter schaffte Colin Turkington in der Debutsaison des neuen NGTC-BMW einen insgesamt respektablen fünften Platz in der Meisterschaft.

hi_10468_7785aHier alle Endstände des Jahres (pdf).</a></p> <p>a<a href=" http:="" target="\">Und hier alle Gesamtergebnisse des Wochenendes.

Brands Hatch war meiner Meinung nach ein würdiges Saisonfinale einer sehr interessanten BTCC-Saison, bei der es bis zum letzten Rennen spannend blieb. Und Andrew Jordan ist ein mehr als verdienter Champion des Jahres 2013. Nicht nur, dass sich der Youngster ohnehin zu einem der schnellsten und besten Piloten im Feld entwickelt hat und eine tolle Konstanz über den gesamten Saisonverlauf gezeigt hat; der Erfolg zeigt auch, dass ein professionell geführtes Privatteam in der Lage ist, den Titel zu holen. Der Erfolg des Eurotech-Teams rund um den Teamboss und ehemaligen BTCC- und Sportwagenpiloten Mike Jordan erinnert ein wenig an die Zeit, als das Halfors-/Dynamics Team mit den privat eingesetzten Honda Integra die Werksteams ärgern konnte und mit Matt Neal zwei Meisterschaften in den 2000er-Jahren einfuhr.

Was sonst noch war

Einige Dinge, die im Kampf um die Meisterschaft etwas untergingen, sollen nicht unerwähnt bleiben:
hi_10446_840bShaun Hollamby brachte den guten alten Golf des AmD-Tuning Teams zu einer letzten Ausfahrt nach Brands Hatch. Eigentlich hatte man sich ja einen der ehemaligen S2000-Civics zugelegt, um James Kaye noch den Kampf um den Titel in der Jack-Sears-Trophy zu ermöglichen. Eine Verletzung Kayes zur Mitte der Saison und die dominante Siegesserie von Lea Wood machten dem Plan aber einen Strich durch die Rechnung. Und so klemmte sich Teamboss Shaun Hollamby für das Finale noch mal selbst hinter das Steuer des VW. Und auch wenn der Golf über das gesamte Wochenende zu den langsamsten Autos im Feld gehörte, konnte Hollamby sich im ersten Rennen am Sonntag begünstigt durch glückliche Umstände den Sieg in der mit nur noch drei Autos besetzten Jack Sears Trophy holen. Die Konkurrenten Wood und Griffin waren im strömenden Regen in Dreher verstrickt und so gab es zum Abschied noch mal einen Pokal für den Golf. Die weiteren Siege des Tages sicherte sich dann standesgemäß Lea Wood, der bereits seit Rockingham als Meister in der Jack Sears Trophy feststeht. Wie es im nächsten Jahr mit der Trophy weitergeht, bleibt abzuwarten. Wood wird sicherlich in ein NGTC-Auto wechseln wollen und ob sich überhaupt noch genügend S2000-Autos finden, darf als fraglich gelten.

hi_10467_f0e6Die Leistung der Fords war am Brands-Hatch-Wochenende konstant gut. Tom Onslow-Cole sicherte sich im ersten Rennen den vierten Platz und die Teamkollegen Mat Jackson und Áron Smith kamen sowohl im zweiten als auch im dritten Rennen auf die Plätze drei beziehungsweise fünf. Zwar bleibt die Performance der Ford in diesem Jahr unterm Strich klar enttäuschend und deutlich hinter den Erwartungen des Teams zurück, Brands Hatch bedeutete aber immerhin einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss. Hervorzuheben ist dabei außerdem Áron Smith, der sein Auto im freien Training – ähnlich wie Matt Neal im Qualifying – ausgangs Paddock Hill vehement in die Leitplanke warf und so heftig einschlug, dass es ihn aushebelte und auf die Seite warf. Auto kaputt und Fahrer ordentlich durchgeschüttelt waren neben einem Startplatz am Ende des Feldes die Ergebnisse. Gemessen daran war Smith‘ Leistung in den drei Rennen sehr respektabel.

Und 2014?

Zum Abschluss noch ein paar bestätigte Fahrer-Team-Fahrzeugkombinationen für die kommende Saison. Ein detaillierterer Bericht hierzu wird noch folgen:

- Team Dynamics hat kurz nach dem Saisonfinale bekannt gegeben, dass man für 2014 komplett neue Fahrzeuge entwickeln wird. Fest steht, dass es wieder Hondas sein werden und man weiterhin als Werksteam für die japanische Marke auftreten wird. Ein Modellwechsel ist allerdings gut möglich (Accord?). Im nächsten Monat will man konkretere Pläne vorstellen. Ob das neue Fahrzeug dann nur bei Dynamics zum Einsatz kommt oder man es auch dem Eurotech-Team zur Verfügung stellt, bleibt abzuwarten.

- Welch und Austin haben ihr Engagement in der BTCC 2014 bestätigt. Bei Welch wird man wohl außerdem einen komplett neuen Proton Persona aufbauen und will insgesamt zwei Wagen einsetzen. Austin hat bisher nur einen Audi A4 bestätigt, für den zweiten wird wohl wieder ein zahlungskräftiger Fahrer gesucht werden müssen.

- Neu im Feld sehen wir wahrscheinlich das Rotek-Team rund um US-Boy Rob Holland. Nachdem man die Ex-Arena Motorsport Ford Focus aus der WTCC gekauft hatte, diese aber dann doch nicht einsetzte, plant man für 2014 einen Einstieg in die BTCC mit zwei selbst entwickelten Audi A3. Unterstützung kommt hier von Tony Gilham, der ja irgendwie überall gerne mitmischt ;)

- Bereits beim letzten Mal erwähnt hatte ich, dass die Cicely-Mannschaft eine Mercedes A-Klasse für 2014 entwickelt. Bisher lauten die Pläne nur für ein Einwagen-Team mit Adam Morgan als Fahrer. Hier drücke ich sehr die Daumen, dass es mit der Fahrzeugentwicklung klappt, denn eine weitere Marke, noch dazu ein Mercedes, wäre eine tolle Bereicherung für die BTCC.

- Weitere Bereicherung werden wohl auch zwei Renault Megane bieten, die derzeit in der Entwicklung sind. Hier ist allerdings noch unklar, welches Team die Megane einsetzen wird. Das Projekt wurde vom Ingenieur Philip Morgan angestoßen, der die Autos bauen lassen möchte und sie einem Team für den Einsatz dann zur Verfügung stellt. Klingt alles noch etwas nebulös, aber wir werden sehen …

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October 11 2013

09:00

BTCC: Rückblick Rockingham und Silverstone und Vorschau auf das Finale in Brands Hatch

Die BTCC steht vor ihrem finalen Rennwochenende in Brands Hatch. Beste Chancen auf den Titel hat Honda-Pilot Andrew Jordan, der in der Meisterschaft recht komfortabel vor den Markenkollegen Matt Neal und Gordon Shedden führt.

hi_10325_a770Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass der Titel in diesem Jahr wieder an einen Honda-Piloten gehen wird. Die besten Nicht-Hondas in der Meisterschaft sind Colin Turkington auf Platz vier und Jason Plato auf Platz fünf, die aber mit 48 bzw. 49 Punkten Rückstand nur noch sehr theoretische Chancen haben dürften. Und auch für die Werkshonda von Neal und Shedden wird es schwer werden, ihren Markenkollegen im privat eingesetzten Honda des Pirtek-Teams noch abzufangen: 34 Punkte Vorsprung hat Jordan auf Neal und 35 auf Shedden. Mit einem Sieg im ersten Rennen, ohne dass Neal und Shedden das Podest erreichen, könnte Jordan schon alles klar machen. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass die beiden Dynamcis-Piloten als Meister der letzten beiden Jahre den Titel kampflos hergeben werden. Sie werden volle Attacke gehen, während Jordan wohl vor allem auf sicheres Ankommen und Punkte setzen wird. Und mit der Vorhersagbarkeit von BTCC-Rennen ist das ja ohnehin so eine Sache …

Die gute Ausgangslage vor dem Finale verdankt Jordan vor allem zwei überzeugenden Vorstellungen bei den beiden letzten Läufen in Rockingham und Silverstone. Gleichzeitig strauchelten die Konkurrenten und legten Nuller oder Platzierungen am Ende der Punkteränge hin – vor allem Matt Neal verlor in Rockingham so seine Führung in der Meisterschaft. Da die Analysen der beiden letzten Rennwochenenden aus Zeitgründen ausfallen mussten, starten wir also mal einen kleinen Rückblick:

Rückblick Rockingham

hi_10380_c154Vor Rockingham führte noch Matt Neal die Meisterschaft mit knappen sechs Punkten Vorsprung vor Andrew Jordan an. Dahinter lauerten mit einigem Abstand Shedden und Turkington. Jason Plato schien schon zu diesem Zeitpunkt nur noch theoretische Chancen zu haben. Gleichwohl sah das Qualifying in Rockingham zunächst ein Wiedererstarken der MG, die sich recht überlegen die erste Startreihe sichern konnten. Jordan kam auf Startplatz vier, gefolgt von Shedden auf Platz fünf. Neal konnte seinen mit vollem Ballast bepackten Honda dagegen nur für Startplatz sieben qualifizieren. Eine positive Überraschung war der dritte Startplatz von Rob Austin im Audi, der die gute Leistung aus Knockhill mit nach Rockingham nehmen konnte.

Alle Ambitionen der MG auf ein gutes Resultat hatten sich am Rennsonntag dann aber erledigt, als der Himmel seine Schleusen öffnete und sich die Strecke bei frischen 10 Grad Außentemperatur in bestem englischen Wetter präsentierte. Dass der MG ein „Schönwetterauto“ ist, das bei ungünstigen Streckenbedingungen schnell in Handlingprobleme gerät, hatte sich schon einige Male in der Saison gezeigt und sollte sich auch diesmal bestätigen. Jordan schnappte sich die drei vor ihm startenden Fahrzeuge (beide MG und Austins Audi) bereits am Start und kam als Führender aus der ersten Runde zurück.

hi_10323_0be3Ein Unfall im hinteren Teil des Feldes machte dann zunächst eine längere Safety-Car-Phase notwendig. Nach dem Restart in Runde sieben verabschiedete sich plötzlich Matt Neal auf der nassen Piste in einen Dreher und fiel ans Ende des Feldes zurück. Somit also der erste Vorteil für Jordan. Hinter dem Pirtek-Piloten konnte sich nach dem Restart Gordon Shedden zunächst an Jason Plato vorbei auf Rang zwei schieben, geriet gegen Ende des Rennens aber unter Druck von Mat Jackson und Rob Austin, die ihre Reifen auf optimale Betriebstemperaturen gebracht hatten und mit schellen Rundenzeiten von hinten kommend durch das Feld pflügten. Jackson war von Position zwölf gestartet, konnte sich in der ersten Runde bereits auf Rang sechs vorarbeiten und nach der Safety-Car-Phase weitere Positionen gutmachen. Austin hatte am Start mit Grip-Problemen zu kämpfen und fiel zunächst ans Ende der Top Ten; konnte dann aber Boden gutmachen und wurde im Laufe des Rennens immer schneller. Nachdem Jackson Shedden bereits in Runde 14 überholen konnte, schaffte der Audi-Pilot ein sehenswertes Manöver gegen den Schotten in der letzten Kurve der letzten Runde und sicherte sich somit den verbleibenden Platz auf dem Podium. Shedden blieb nur der vierte Rang, gefolgt von Plato und Turkington. Neal kam letztendlich nur auf Rang 14 ins Ziel und verlor somit erstmals die Führung in der Meisterschaft.

hi_10319_819fZum zweiten Rennen präsentierte sich Rockingham zwar nach wie vor kalt und windig, aber immerhin war es jetzt trocken. Rob Austin nutzte den nun vorhandenen Grip optimal und katapultierte sich beim Start dank Heckantrieb an die Spitze, wo er in der Folge ein mehr oder weniger einsames Rennen fuhr und völlig souverän seinen ersten BTCC-Sieg feiern konnte. Für den Publikumsliebling, der sein Auto in Eigenregie vorbereitet und einsetzt und immer mit viel Herzblut dabei ist, auf jeden Fall ein verdienter Erfolg und gleichzeitig der erste Audi-Sieg in der BTCC seit Frank Biela 1997.

hi_10334_c3d4Nicht so optimal lief es dagegen diesmal für Andrew Jordan, der sichtlich unter dem jetzt vollen Zusatzballast zu leiden hatte und im Laufe des Rennens bis auf Rang acht zurückfiel. Allerdings verabschiedete sich Matt Neal in Runde zehn in einem kuriosen – aber nicht zusammenhängenden – Doppelausritt mit Rob Collard aus dem Rennen und musste seinen Honda mit Fehlzündungen abstellen. Trotz eines mittelmäßigen achten Platzes bedeutete der Nuller von Neal den zweiten Vorteil für Andrew Jordan an diesem Wochenende. Gefährlicher wurden in diesem Rennen dagegen Shedden und Turkington, die das Podium hinter Rob Austin komplettierten und somit einige wichtige Zähler sammeln konnten. Shedden hatte in der ersten Rennhälfte noch mit sehr schnellen Rundenzeiten versucht, Jagd auf den führenden Audi zu machen, wurde dann aber wie fast alle frontangetriebenen Fahrzeuge zur Rennhalbzeit von stark abbauenden Reifen gebremst. Es zeigte sich, dass das Streckenlayout von Rockingham in Verbindung mit den niedrigen Außentemperaturen besonders reifenfressend für die Frontriebler ist.

hi_10332_8abbSehr erfreulich für Jordan war dann die Auslosung für die Startaufstellung des dritten Rennens, die ihn auf die Pole Position beförderte. Der erste Startplatz in Verbindung mit einem jetzt von Zusatzballast befreiten Auto bedeuteten somit den dritten Vorteil für den Pirtek-Piloten. Und diesen nutze er auch in bester Manier und sicherte sich seinen zweiten Sieg an diesem Tag. Spannend wurde die an sich souveräne Vorstellung Jordans nur noch mal gegen Rennende, als das Einbrechen der Fronttriebler auch vor ihm nicht Halt machte und er pro Runde eine ganze Sekunde auf den Zweitplatzierten Colin Turkington verlor. Letztendlich reichte es aber, auch dank eines Verbremsers, den Turkington in der letzten Runde hinlegte. Das Podium komplettierte diesmal Jason Plato, gefolgt vom erneut starken Mat Jackson und Gordon Shedden. Mat Neal schaffte es auf Rang sechs und fuhr damit seine einzige Top-Ten-Platzierung an diesem Wochenende ein.

In der Meisterschaft führte nach Rockingham also Andrew Jordan mit 30 Punkten Vorsprung vor Gordon Shedden und 33 Punkten vor Colin Turkington. Matt Neal war nach seinem katastrophalen Rennsonntag plötzlich nur noch vierter mit 34 Punkten Abstand zur Spitze. Gerade die Konstanz, die ihm im bisherigen Saisonverlauf die Meisterschaftsführung eingebracht hatte, war Neal diesmal abhanden gekommen und warf ihn in eine ungünstige Ausgangslage zurück.

hi_10340_a615Nicht vergessen werden darf übrigens noch, dass in Rockingham auch schon der erste Meister des Jahres gekürt werden konnte: Lea Wood sicherte sich mit drei weiteren Siegen an diesem Wochenende vorzeitig den Titel in der Jack Sears Trophy für die Fahrzeuge nach S2000-Reglement. Für den Vauxhall-Piloten sicherlich ein verdienter Erfolg und eine klare Empfehlung, sich nächstes Jahr in einem NGTC-Auto präsentieren zu dürfen.

Rückblick Silverstone

hi_10387_040eAn sich war Silverstone eine optimale Station, um noch mal mehr Spannung in die Meisterschaft zu bringen: Gewohntermaßen kommt die Traditionsstrecke mit ihren schnellen Kurven und langen Geraden den Honda nicht gerade entgegen. Im Qualifying sicherten sich dann auch erneut die MG wie schon in Rockingham die erste Startreihe. Die Honda dagegen strauchelten tatsächlich: Matt Neal, der zusätzlich von einem gebrochenen Finger gehandicapt war, kam als bester Honda nur auf Startplatz neun. Andrew Jordan qualifizierte sich dahinter auf Rang zehn und für Gordon Shedden reichte es nur zu einem enttäuschenden 15. Platz. Besser lief es für BMW-Pilot Colin Turkington, der seine letzten Meisterschaftschancen wahren wollte und sich hinter den MG und dem starken Dave Newsham auf Startplatz vier qualifizierte.

hi_10373_d597Anders als in Rockingham konnten die MG diesmal bei strahlendem Sonnenschein ihre gute Qualifying-Leistung ins Rennen mitnehmen und fuhren einen recht überlegenen Doppelsieg ein. Nur beim Start kamen sich Plato und der etwas besser startende Tordoff leicht in die Quere, was es Colin Turkington kurzzeitig erlaubte, sich auf Position zwei vorzuschieben. Eine beeindruckende Fahrt zeigte von weiter hinten kommend Matt Neal, der im Laufe des Rennens Position um Position gutmachte und sich am Ende den dritten Platz sichern konnte. Dahinter platzierten sich Turkington, Collard und Jordan. Shedden schaffte es dagegen nur auf Platz 11, einen Platz vor Rockingham-Sieger Rob Austin. Matt Neal dürfte nach einigen in diesem Rennen gutgemachten Zählern also erst mal wieder Morgenluft gewittert haben.

hi_10406_ba56Aber bereits im zweiten Rennen drehte sich das Blatt wieder. Sollte Andrew Jordan tatsächlich Meister werden, wird man wohl zwangsläufig an diese Vorstellung zurückdenken müssen, die er im zweiten Silverstone-Rennen gezeigt hat – auch wenn es letztendlich nur der zweite Platz hinter einem mit dem Messer zwischen den Zähnen fahrenden Jason Plato werden sollte. Etwas überraschend wählte Jordan vor dem Rennen nämlich die weichere Reifenmischung. Ein Poker, der sich jedoch auszahlen sollte

Beim Start gelang es Colin Turkington diesmal erfolgreich, die MG auseinanderzudrängen und sich auf Platz zwei zu schieben. Ein Unfall zwischen Wrathall, Austin, Onslow-Cole, Bratt und Scott verursachte dann eine längere Safety-Car-Phase. Nach dem Restart in Runde sieben begann Jordan dann seine Reise durch das Feld: Zunächst schnappte er sich Matt Neal und konnte drei Runden später auch an Colin Turkington, der zwischenzeitlich wieder hinter Tordoff zurückgefallen war, vorbeigehen. Eine weitere Runde später war in einem sehenswerten Manöver dann auch Tordoff fällig und Jordan war auf einmal Zweiter. Während er sich in den nächsten Runden immer weiter an den führenden Plato ranrobbte, musste sich Konkurrent Neal des heftigen Drucks der hinter ihm fahrenden Jackson, Newsham und Shedden erwehren.

hi_10405_70a8Ab Runde 17 war Jordan dann an Plato dran und konnte ihn nach einigen erfolglosen Versuchen in Runde 20 erstmals überholen. Plato konterte jedoch unter Inkaufnahme einigen Lackaustauschs erfolgreich und in der Folge entwickelte sich ein sehenswerter Kampf zwischen beiden, zu dem sich gegen Rennende auch noch Aron Smith im Motorbase-Ford gesellte. Er hatte die gleiche Reifenstrategie wie Jordan gewählt und war in ähnlicher Manier durch das Feld gepflügt wie der Honda-Pilot. In dieser Dreiergruppe musste Jordan nun darauf achten, nicht noch von Smith überholt zu werden, während er weiterhin Attacken auf Plato setzte. Letztendlich konnte Plato seine Führung erfolgreich verteidigen und sicherte sich seinen insgesamt 80. BTCC-Sieg. Jordan und Smith komplettierten das Podium gefolgt von Sam Tordoff auf Platz vier. Die weiteren Meisterschaftsaspiranten Turkington, Neal und Shedden folgten auf den Rängen fünf, sechs und sieben. Auch wenn Jordan dieses Rennen nicht gewonnen hat, war die Vorstellung, die er hier zeigte, eindrucksvoll und taktisch klug zugleich und sicherte ihm ein gutes Punktepolster auf seine Konkurrenten in der Meisterschaft.

Um das Drehbuch im Meisterschaftskampf perfekt zu machen, wurde für das dritte Rennen des Tages dann Matt Neal auf die Pole Position gelost. Der Dynamics-Pilot und der ebenfalls noch Meisterschaftschencen habende Colin Turkington bildeten somit die erste Startreihe für das letzte Rennen des Tages. Beim Start konnte Turkington zunächst die Führung übernehmen und sah eine Weile wie der sichere Sieger aus. Neal geriet dagegen in den ersten Runden unter erheblichen Druck von Tordoff und kollidierte schließlich unnötigerweise mit dem MG-Piloten, als beide sich gegenseitig keinen Platz ließen. Tordoff drehte es von der Strecke und Neal verlor zwei Positionen an den dahinter pushenden Aron Smith und Teamkollege Shedden, der nach dem Start Andrew Jordan überholt hatte.

hi_10411_6521Im weiteren Rennverlauf konnte Shedden sich an Mat Jackson vorbei auf Rang zwei schieben und den führenden Turkington unter Druck setzen. Nachdem zur Rennmitte eine herrenlose Stoßstange auf Start-Ziel eine Safety-Car-Phase notwendig gemacht hatte, kam Turkington beim Restart schlecht weg und musste Shedden und Smith in Copse ziehen lassen. Einige Runden später schaffte es auch Matt Neal am BMW vorbei. Doch damit nicht genug für Turkington: Kurze Zeit später geriet er mit Mat Jackson in Copse aneinander und musste das Rennen mit gebrochener Aufhängung beenden – wichtige Punkte und die letzten realistischen Chancen im Meisterschaftskampf waren somit futsch. Es gewann also etwas überraschend Gordon Shedden vor dem erneut starken Aron Smith und Teamkollege Matt Neal. Andrew Jordan, der sich zeitweise des stark pushenden Jason Plato erwehren musste, betrieb mit einem fünften Platz Schadenbegrenzung gegenüber den besser platzierten Markenkollegen und reiste – auch ohne Sieg – als Favorit auf den Titel aus Silverstone ab.

Somit ergab sich also die eingangs geschilderte Ausgangslage in der Meisterschaft bevor am kommenden Wochenende der Meister in Brands Hatch gekürt wird. Gefahren wird auf dem 3,908 Kilometer langen GP-Circuit. Da die Wettervorhersagen very british sind, spare ich mir jetzt das Auspicken von Favoriten für die Siege. Nur so viel: Wenn es regnet, gehen die MG wieder unter. Und ein Auge sollte man auf Rob Austin haben, dessen Audi das Streckenlayout entgegen kommen dürfte.

Ansonsten kann man davon ausgegehen, dass Neal und Shedden nichts unversucht lassen werden, Jordan den Titel streitig zu machen, während Jordan wohl vor allem auf Sicherheit fahren wird. So gut die Chancen für den Pirtek-Piloten auch sein mögen, so schnell kann ein einziger Ausfall die ganze Situation schmerzhaft spannend werden lassen.

Wir dürfen uns auf jeden Fall auf ein spannendes Finale freuen!

 

Notiz am Rande

merc

Das Bild stammt vom Facebookprofil von Cicey-Racing (https://www.facebook.com/ciceleyracing)

Adam Morgan uns sein Cicely-Team haben angekündigt, für die nächste Saison eine selbst entwickelte NGTC-Version der Mercedes-Benz A-Klasse an den Start zu bringen. Wenn das tatsächlich klappt, wäre das mit einer weiteren Marke im Feld nicht nur eine Bereicherung für die BTCC, sondern auch ein weiterer deutlicher Pluspunkt für das NGTC-Reglement und die damit verbundenen Ambitionen. Ich drücke jedenfall die Daumen.

September 29 2013

17:12

DTM: Analyse Zandvoort 2013 – Rocky rockt

Viel Spannung und viel Taktik bestimmten das vermutlich letzte Rennen der DTM in Zandvoort. Und am Ende sah man einen Sieger, der doch verloren hat.

Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, 9. race at ZandvoortAlles richtig gemacht, und doch verloren. Augusto Farfus und BMW waren in den holländischen Dünen nicht zu schlagen. Doch der Sieg half dem Brasilianer am Ende nicht, denn Mike Rockenfeller war ebenfalls gut unterwegs und konnte mit einem zweiten Platz seinen ersten DTM-Titel sichern. Dabei hatte das Rennen für Rocky auf den ersten Blick gar nicht mal so gut angefangen. Von P3 aus gestartet sah es für einen Moment so aus, als habe Rockenfeller einen Frühstart hingelegt. Er schoss als erster los, schien sogar für einen Moment noch mal auf die Bremse zu gehen um nicht los zu fahren bevor die Lichter ausgingen. Aber die Kameras lösten das Rätsel dann doch auf. Rockenfeller war einfach sensationell gut gestartet und praktisch perfekt losgefahren. Ob das allerdings so geplant war?

Die DTM-Piloten halten das Auto am Start unter Vorspannung. Das heißt, sie legen den ersten Gang ein, drehen den Motor auf ca. 6000 U/min hoch, lassen die Kupplung am Druckpunkt schleifen und stehen auf der Bremse. Es kann passieren, dass die Kupplung in dem Moment auch mal schneller nachgibt, als man das gewohnt ist. Das würde das kurze Zucken von Rockenfeller am Start erklären. Vielleicht war es aber auch einfach ein perfekter Start. Die Rennkommissare sahen jedenfalls kein Vergehen.

Vorne stürmte Farfus weg, Marco Wittmann, der die Pole geholt hatte, versuchte Rockefeller abzublocken. Doch der war auf den weichen Reifen unterwegs und ließ den Nachwuchspiloten schnell hinter sich. Danach holte der Audi-Mann Runde um Runde auf Farfus auf und hing ihm am Ende des ersten Stints im Getriebe. Vorbei kam Rocky aber nicht, er machte es sich hinter Farfus gemütlich und setzte den Brasilianer unter Druck. Mehr musste er auch nicht machen, der zweite Platz reichte für die Meisterschaft. BMW entschied sich, etwas überraschend, Farfus an die Box zu holen. Überraschend deswegen, weil Farfus ja vor Rockenfeller lag und ihn ein wenig aufhielt. Das gab Wittmann die Möglichkeit wieder etwas aufzuholen, was wiederum Rockenfeller unter Druck setzen konnte. Zudem war BMW klar, dass man gebrauchte harte Reifen aufziehen musste, da man den letzten neuen Satz für den letzten Wechsel aufsparen wollte. Farfus kam eine Runde vor Rocky an die Box, der wiederum versuchte eine schnelle Runde hinzulegen. Das reichte aber nicht, um Farfus unter Druck zu setzen.

Die Phoenix-Mannschaft hatte Farfus auch nicht im Blick, sondern Wittmann, der Rockenfeller den zweiten Platz hätte streitig machen können. Die dadurch etwas defensivere Strategie führte dazu, dass man Farfus ziehen ließ. Was auch daran lag, dass Rockenfeller im zweiten Stint nicht so gut mit seinen Reifen klar kam. BMW nutzte die Gelegenheit, und holte Wittmann wieder etwas näher ran, aber trotz der Reifenprobleme von Rockenfeller konnte Wittmann nicht profitieren. Im Gegenteil – er verlor Zeit und hatte plötzlich Timo Scheider im Kreuz.

Es hing also alles vom letzten Boxenstopp ab. Farfus war durch, sein Abstand war eh zu groß. Aber zwischen Rockenfeller, Wittmann und Scheider wurde es beim letzten Stopp sehr eng. Rockenfeller kam zuerst, dann Wittman, der aber hinter Rocky auf die Strecke kam. Als letzter kam Scheider an die Box und konnte etwas überraschend vor den beiden Kampfhähnen um P2 auf die Strecke kommen. Was dann dazu führte, dass sein Team ihm innerhalb einer Runde mehrfach mitteilte, dass da hinter ihm ein “schnellerer Audi” auf der Strecke sei. Die Nervosität war offenbar sehr groß bei Audi, sonst hätte man sich knapp 17 Runden vor Schluss sich mit dem “Überholmanöver” auch etwas Zeit lassen können. Denn Wittmann konnte Rockenfeller nicht unter Druck setzen. Scheider fügte sich dann, ließ Rocky vor und schirmte ihn nach hinten ab. Allerdings galt auch hier, dass Wittmann nicht die Mittel hatte, um beide Audi unter Druck zu setzen.

Eng wurde es dann noch einmal wenige Runden vor Schluss, als Jamie Green in einem merkwürdigen Manöver Dirk Werner abschoss. Der Audi stellte sich beim Anbremsen quer, was an den Bodenwellen in der Anbremszone gelegen haben könnte. Werner steckte im Kies fest und ein übereifriger Streckenposten löste von Außen auch noch den Feuerlöscher aus. Was die Bergung des Fahrzeugs verzögerte und man gleichzeitig den hustenden Werner auch noch abtransportieren wollte. In der letzten Runde ging es dann noch mal mit Renntempo los, vorne änderte sich nichts mehr. Nur Ekström schnitt auf weichen Reifen durchs Feld, kassierte zwei Audi-Kollegen und in der vorletzten Kurve auch noch Marco Wittmann. Aber da waren Rennen und Meisterschaft sowieso erledigt.

NAch dem Rennen kartete BMW Motorsportchef Jens Marquardt etwas unschön nach, als er meinte, dass man den Start und die Situation zwischen Green und Werner noch untersuchen würde. Mag ja sein, dass man noch berechtigte Bedenken wegen es Starts hatte, aber eine, wenn auch aus BMW-Sicht, vorläufige Gratulation wäre sicher auch eine faire Geste gewesen.

Mike Rockenfeller ist ein verdienter DTM-Meister, er hat sich den Titel redlich verdient. Nicht nur, weil er in jedem Rennen Punkte holen konnte, er war auch der einzige, der sich permanent vorne halten konnten. Während seine Konkurrenten mit technischen Problemen zu kämpfen hatten, oder mit unregelmäßigen Rennergebnissen haderten, blieben das Phoenix-Team und Rockenfeller besonnen, ruhig und vor allem an der Spitze. Selbst wenn es mal in der Quali nicht so gut lief, wie am Nürburgring, gelang dem Team über die Strategie und die sehr gute Rennperformance von Rockenfeller ein vordere Platzierung oder sogar einen Sieg.

Für Rockenfeller ist die Meisterschaft etwas ganz Besonderes. Nach seinem Horror-Crash 2011 in Le Mans, als er mit über 300 km/h in die Leitplanken einschlug und monatelang mit den Folgen zu kämpfen hatte, erholte er sich 2012 wieder und legte 2013 eine fanstastiche Saison hin. Egal ob Spengler, Farfus, Vietoris oder Paffett – er konnte sie mit seiner Konstanz in Schach halten und am Ende auch vor dem letzten Rennen schon die Meisterschaft für sich entscheiden.

Das letzte Rennen in Hockenheim ist allerdings kein Showlauf. In Sachen Team- und Herstellerwertung ist die Sache noch sehr offen. In der Teamwertung sieht es so aus:

Audi Sport Team Phoenix – 151 Punkte
BMW-Team-RBM – 148 Punkte
STIHL / AMG Mercedes – 141 Punkte

Hersteller
Audi – 325 Punkte
BMW – 317 Punkte
Mercedes 239 Punkte

Start 22 Timo Glock (D), BMW Team MTEK, BMW M3 DTM dtm_2013-09-29-023 dtm_2013-09-29-024 dtm_2013-09-29-027 dtm_2013-09-29-029 dtm_2013-09-29-030 dtm_2013-09-29-031 dtm_2013-09-29-032 19 Mike Rockenfeller (D), Audi Sport Team Phoenix, Audi RS 5 DTM

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September 28 2013

04:00

Super Formula: Vorschau Round 6 Sugo

Nach einer knapp zweimonatigen Zwangspause begibt sich die Super Formula an diesem Wochenende im Sportsland Sugo in ihre vorletzte Saisonstation. André Lotterer kann am Sonntag vorzeitig die Meisterschaft gewinnen; Takuma Sato steigt in das zweite Cockpit bei Mugen.

Super Formula Sugo 2012 StartDas Unmögliche möglich machen. Vor dem Saisonstart hatte eigentlich keiner so richtig daran geglaubt, dass André Lotterer zwei Rennen vor Saisonschluss der Hauptanwärter auf den Titel sein würde. Selbst Lotterer gab sich zu Beginn des Jahres eher vorsichtig, sprach lediglich davon so viele Punkte wie möglich sammeln zu wollen. Der Hintergrund: Wie auch Loic Duval konnte der deutsche Audi-Werksfahrer aufgrund seines WEC-Engagements nicht am Saisonstart teilnehmen. Da sich auch das Super-Formula-Finale in Suzuka mit dem China-Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft überschneidet, werden sowohl Lotterer wie auch Duval nicht in Suzuka antreten. Weil der Saisonabschluss in diesem Jahr erneut in zwei Sprintrennen aufgeteilt ist, entgehen ihnen somit 18 mögliche Punkte – jeweils 8 für den Rennsieg + jeweils ein weiterer Punkt für die Pole-Positionen.Super Formula Fuji 2013 Andre Lotterer Kazuki Nakajima

Der zweite Titelgewinn für Lotterer nach 2011 (damals noch unter dem Namen Formula Nippon) scheint somit denkbar schwer, gar unmöglich. Gleich zu seinem persönlichen Saisonstart beim zweiten Rennen in Autopolis bewies der Duisburger allerdings erneut seine Klasse, als er neben der Pole-Position auch den Rennsieg einfuhr. Das Unmögliche möglich machen. Dies erscheint nach der Absage des Rennens in Inje (Korea) für den zweifachen Le-Mans-Sieger in noch weitere Ferne gerückt zu sein, schließlich entgingen ihm so etwaige Punkte, mit denen er sich weiter von der direkten Konkurrenz hätte absetzen können. Diese stellte sich im bisherigen Saisonverlauf häufiger selbst das Bein, weshalb zum sowieso sehr konstanten Speed Lotterers auch noch das gewisse Quäntchen Glück hinzukam. Der Deutsche führt in der Meisterschaft derzeit mit 29 Punkten vor Loic Duval (20 Punkte), der aufgrund des Audi-Engagements chancenlos auf den Titel ist. Der erste direkte Konkurrent ist Naoki Yamamoto mit 18 Zählern. Zwar schaffte der Mugen-Pilot bislang noch nicht den Schritt in die Mitte des Podests, beendete dafür aber alle Rennen in den Punkten. Die erste Enttäuschung geschah zuletzt auf dem Twin Ring Motegi, als Yamamoto in eine Kollision mit Takuya Izawa verwickelt war und lediglich einen Zähler mit nach Hause nahm. Letzterer schien nach seinem Sieg beim Auftakt in Suzuka als einer der Hauptanwärter auf den Titel. So wirklich hold wollte das Glück mit dem letztjährigen Vize-Champion allerdings nicht sein. In Autopolis blieb er nach einer Kollision wie auch in Motegi punktlos; in Fuji erreichte er lediglich einen etwas enttäuschenden fünften Rang. Dementsprechend findet sich Izawa nur auf dem sechsten Tabellenplatz (15 Punkte) mit 14 Zählern Rückstand auf Lotterer wieder.

Ebenfalls enttäuschend verlief die bisherige Saison für den Titelverteidiger Kazuki Nakajima. In Suzuka kam er mit Platz Fünf nicht so wirklich in Schwung. In Autopolis blieb er nach der Kollision mit Takashi Kogure sowie Takuya Izawa punktlos; in Fuji staubte er lediglich ein mageres Pünktchen ab. Erst auf dem Twin Ring Motegi bewies Nakajima seine alten Qualitäten und sicherte sich neben der Pole-Position auch seinen ersten Saisonsieg. Dank dem Pech der direkten Konkurrenz (Ausfall Izawa, Joao Paulo de Oliveira kam nicht in Fahrt, Defekthexe schlug erneut bei Tsugio Matsuda zu) katapultierte dieser Triumph ihn auf den dritten Tabellenrang (16 Punkte), punktgleich mit dem Brasilianer Joao Paulo de Oliveira. Mathematisch gesehen haben noch ganze acht Fahrer eine Chance auf die Meisterschaft. Realistisch betrachtet darf vor Sugo aber wohl der „Cut“ nach Takuya Izawa, mitunter auch erst nach Tsugio Matsuda (Platz Sieben, 12 Punkte) gemacht werden. Letzterer müsste bei einem möglichen Sieg in Sugo auf das Pech der Anderen hoffen, um sich in eine entsprechende Position für das Saisonfinale zu manövrieren.

Super Formula Suzuka 2013 Takuya IzawaDas Sportsland Sugo liegt einer sehr gebirgigen Gegend in der Miyagi-Präfektur, keine 40 Kilometer von der Stadt Sendai entfernt, jene Gegend, die im März 2011 vom schrecklichen Erdbeben am schwersten getroffen wurde. Neben viel hübscher, grüner Landschaften schwirren in der Gegend auch viele Käfer umher. Das Besondere am Standort ist allerdings, dass das Wetter binnen Sekunden sprichwörtlich umschlagen kann. Sonne, Regen, teilweise sogar Nebel, anschließend wieder Sonne und Regen sind selbst im Sommer möglich. Dies stellt die Teams und Fahrer selbstredend vor eine besondere Herausforderung. International eher unbekannt, obwohl zwischen 1988 und 2003 die Superbike-Weltmeisterschaft in Sugo fuhr, ist der 3,737 km lange Kurs eine kleine Achterbahnfahrt – im wahrsten Sinne des Wortes. So ist die Start- und Zielgerade nicht eben, sondern führt zunächst bergauf. Die Steigung wird dabei, anders als bei anderen Strecken, gut von den TV-Kameras eingefangen. Die Gegengerade führt hingegen wieder bergab. Die spannendste der insgesamt zwölf Kurven stellt die langgezogene 110R dar, die direkt wieder auf Start/Ziel führt und gerne auch als Mutkurve bezeichnet werden darf. Side-by-Side-Duelle sind hier zwar möglich, erfordern aber höchste Konzentration beider Fahrer, damit der Wagen auf der äußeren Linie nicht in den Kies und die Reifenstapel rutscht. Die Charakteristik der Strecke gilt als besonders anspruchsvoll fürs Material, insbesondere der Motor sowie die Bremsen werden stark belastet. Das Sportsland Sugo lässt sich somit als eine „typisch japanische“ Rennstrecke bezeichnen. Wunderschön in die Natur eingebettet, mit vielen schwungvollen Kurven sowie Steigungen.

Im folgendem eine Onboard-Runde mit Daisuke Nakajima mit dem Mugen CR-Z GT aus der GT300-Klasse der Super GT vom letzten Jahr, da es leider kein entsprechendes Super-Formula-On-Board-Material gibt:

Im letzten Jahr reüssierte Takuya Izawa im strömenden Regen vor Koudai Tsukakoshi und Loic Duval. Tsukakoshi wechselte zu Beginn des Jahres zurück zu seinem alten Team HP Real Racing, für das er auch in der Super GT antritt. Seine Chancen auf eine Wiederholung des Podiums sind, zumindest im trockenen, deshalb eher gering. Zwar holt Tsukakoshi das Maximum aus dem Wagen heraus. Die Mittel von HP Real Racing sind jedoch deutlich limitierter als jene von Petronas Team Tom’s, Lenovo Team Impul oder Docomo Team Dandelion Racing, weshalb der 26-jährige Japaner maximal um die letzten Punkteränge kämpfen kann. Anders als im vergangenen Jahr soll sich die Region um Sendai laut der aktuellen Wetterberichte an diesem Wochenende für die Jahreszeit ungewöhnlich warm präsentieren. Bei rund 24 Grad besteht lediglich eine geringe Chance auf vereinzelte, isolierte Regenschauer. Dass dies nicht viel zu bedeuten hat, musste unter anderem die Super GT im Juli dieses Jahres erfahren, als sich die Wetterfront zum Rennende schlagartig änderte und füSuper Formula Autopolis 2013 Joao Paulo de Oliveirar ein wenig Chaos auf der Strecke sorgte.

Das Hauptaugenmerk wird selbstredend auf der Zuspitzung des Titelkampfes liegen. Wird André Lotterer das Unmögliche möglich machen und sich zum zweiten Mal vorzeitig die Super-Formula-Krone aufsetzen? Neben einem Sieg (am besten auch noch mit dem Bonuspunkt für Pole-Position) benötigt der Duisburger das entsprechende Quäntchen Glück und Patzer der Konkurrenz. Versimpelt ausgedrückt benötigt Lotterer mindestens 19 Punkte Vorsprung nach dem Rennen in Sugo auf seine Kontrahenten. Dann wäre er trotz Nicht-Teilnahme am Finale in Suzuka uneinholbar. An dieser Stelle könnten nun mehrere Szenarien durchgerechnet werden, was aber den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Selbst wenn Lotterer nicht die benötigen 19 Punkte herausfahren würde (bei 18 Punkten könnte es noch zum Punktgleichstand in Suzuka kommen, wodurch der Direktvergleich bei den Anzahl der Siegen, zweiten Plätzen usw. herangezogen würde), müssen die anderen Fahrer auf den entsprechenden Positionen beim Finale ins Ziel kommen. Mit anderen Worten: Trotz der Nicht-Teilnahme in Suzuka kann André Lotterer am 10. November zum neuen Super-Formula-Meister und somit dem ersten Champion unter dem neuen Seriennamen gekürt werden. Ob dies im Sinne der JRP ist, einen Champion zu küren der nicht vor Ort ist, sei mal dahingestellt. Subjektiv gesehen hätte es Lotterer auf jeden Fall verdient, schließlich ist er dieses Jahr der wohl kompletteste und vor allem auch konstanteste Pilot im Feld. Persönlich gesehen hoffe ich, dass die Meisterschaftsentscheidung nach Suzuka vertagt wird, einfach um die entsprechende Spannung beim Saisonfinale zu haben.

Super Formula Sugo 2012 Takuma SatoWeitere mediale Aufmerksamkeit wird Takuma Sato erhalten, der nach seinem Gaststart beim Saisonstart erneut ins zweite Cockpit an der Seite von Naoki Yamamoto bei Mugen klettern wird. Sato gewann dieses Jahr als erster Japaner überhaupt ein Rennen der amerikanischen IndyCar Series beim Prestige-Rennen in Long Beach und feierte just in Sugo letztes Jahr sein Super-Formula-Debüt. Sato wird außerdem am Finale in Suzuka sowie am JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup Mitte November teilnehmen.

TV-Zeiten Sugo

An der derzeitigen TV-Situation hat sich nichts geändert, womit erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative zurückgegriffen werden muss. Der japanische Sender J Sports 3 überträgt ab 7:30 Uhr deutscher Zeit live. Der Start zum 68-Runden-Rennen erfolgt eine halbe Stunde später um 8:00 Uhr.

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September 18 2013

06:50

ADAC GT Masters: Rennbericht Slowakiaring 2013

Erst verloren, dann doch gewonnen, und umgekehrt. Das Wochenende war für alle Titelaspiranten ein Wechselbad der Gefühle. Die Meisterschaft entscheidet sich in Hockenheim.

_T8R2587Die Meisterschaft in der GT Masters entwickelt sich mal wieder zu einem echten Krimi. Gleich drei Teams werden in Hockenheim noch um den Titel fahren können und wie die Rennen am Slowakiaring gezeigt haben, kann sich keiner wirklich sicher sein. Am Beispiel der Callaway Corvette mit Alessi/Keilwitz konnte man am Wochenende gut sehen, wie nahe Frust und Glück zusammenliegen können. In der Qualifikation zum ersten Rennen schmiss Diego Alessi die Corvette in eines der zahlreichen Kiesbetten am Slowakiaring. Damit war dann klar, dass sie am Samstag von der letzten Position starten mussten.

Zum ersten Rennen am Samstag regnete es derartig stark, dass die Rennleitung sich dazu entschloss, das Feld hinter dem Safety Car starten zu lassen. Eine verständliche Entscheidung, denn auf der breiten Strecke war die Gefahr einer Kollision in der ersten Kurve tatsächlich ziemlich groß. Vorne setzten sich zunächst Dominik Schwager und Frank Kechele im Ford GT an die Spitze, aber hinter ihnen macht der Z4 von DB Motorsport mit Simon Knap und Jeroen de Boer jede Menge Druck. Nach ein paar Runden konnte der BMW sich dann die Spitzenposition sichern, vor allem weil er aus den Kurven heraus mehr Traktion hatte. Für Kechele und Schwager sollte das gute Rennen aber an der Box vorbei sein. Beim obligatorischen Stopp leistete man sich einen Fehler und fuhr acht Sekunden zu früh über die Linie am Ende der Boxengasse. Man dachte, dass bei einem Regenrennen die minimale Stoppzeit zehn Sekunden kürzer sein würde. Was die Rennleitung nach einem Blick aber verneinte und den Ford GT zurück an die Box beorderte.

Vorne setzte sich der Z4 langsam aber sicher ab, dahinter hatte es sich der R8 von Jöns/Winkelhock eingerichtet, der aber knapp neun Sekunden Abstand hatte. Richtig rund ging es um Platz 3. Der SLS der beiden Maxi (Buhk/Götz) kämpfte rundenlang mit dem Schubert Z4 von Baumann/Hürtgen. Baumann schien etwas schneller fahren zu können, Buhk konterte mit einer guten Linienwahl. In der letzten Runde schienen sich beiden auf die Positionen geeinigt zu haben, denn einen Abflug wollte sich keiner leisten. Da Alessi/Keilwitz chancenlos im hinteren Mittelfeld unterwegs waren und keine Punkte sammeln konnten, würden beide Teams massiv profitieren.

Aber in der vorletzten Kurve machte Buhk einen kleinen Fehler und verlor die Linie etwas. Baumann setzte sich außen daneben und die beiden fuhren nebeneinander auf die breite Zielgerade. Ein schönes “Drag-Race” zum Zielstrich, das Baumann mit 26 Tausendstel für sich entscheiden konnte.

In der Meisterschaft profitierten also alle vom punktelosen Rennen der Callaway Corvette. Vor allem Porsche-Pilot Robert Renauer, der mit seinem sechsten Platz die Führung in der Meisterschaft übernehmen konnte.

Rennen 2

Am Sonntag bot sich den Fahrern ein komplett anderes Bild am Slowakiaring. Sonnenschein und eine trockene Strecke sorgten für beste Bedingungen für alle Teams. Vorne hatte das Abt-Team eine gute Aussicht auf die Strecke, denn die drei R8 okkupierten die ersten Startplätze. Die Fahrer, die um die Meisterschaft kämpfen, starteten wie folgt: Baumann/Hürtgen P4, Alessi/Keilwitz P10, Renauer/Ragginger P15.

Der Start war dann sehr kurios. Die drei R8 vorne warteten auf die Freigabe, kamen aber nicht so richtig vom Fleck. Es hatte fast den Eindruck, dass das gesamte Feld hinter dem Abt-Team einen Frühstart hinlegte, jedenfalls flogen die Konkurrenten nur so am Audi-Trio vorbei. Die Onboard-Aufnahmen vom Start zeigten deutlich, was für ein Chaos auf der Strecke war. Ein Wunder, dass es keinen Unfall gegeben hat. Davon völlig unbeeindruckt war Diego Alessi, der die Corvette einfach auf der äußeren Linie positionierte und an allen vorbei flog. Schon am Eingang der ersten Kurve lagen Alessi/Keilwitz auf dem ersten Platz flogen dem kämpfenden Rest des Feldes einfach davon.

Besser hätte es für das Corvette-Team, die nach dem ersten Rennen noch so enttäuscht waren, nicht laufen können. Und es sollte noch besser kommen. Dominik Baumann leistete sich einen seiner sehr seltenen Fehler und schaufelte ein paar Kilo Kies auf die Strecke, was den Z4 zunächst aus den Punkten warf. Auch der Porsche von Robert Renauer kam nur langsam voran. Nach dem Start fand man sich um Platz 10 wieder und kämpfte mit mehr oder weniger stumpfen Waffen.

Vorne hatte sich die Abt-Mannschaft nach dem ersten Schreck wieder sortiert, vor allem die noch mit minimalen Meisterschaftschancen ausgestattete Kombo Mies/Rast arbeitete sich mit sehr guten Rundenzeiten wieder nach vorne. Sie hätten das Rennen auch gewinnen können, aber dann ereilte das Abt-Team wieder das Pech. Nach dem Stop wollte der Motor zunächst nicht anspringen und es dauerte sechs lange Sekunden, bis das Aggregat wieder laufen wollte. Und genau diese Sekunden fehlten Mies/Rast dann beim Herausbeschleunigen aus der Boxengasse, sodass Alessi/Keilwitz die Führung übernehmen konnten.

Daran sollte sich bis zum Ende des Rennens auch nichts mehr ändern. Für die Callaway-Truppe konnte das Rennen gar nicht besser laufen. Am Ende kam der Schubert Z4 nur auf P10, während Robert Renauer im Porsche von Herberth Motorsport nur auf P7 landete.

Im Endeffekt drehte sich die Meisterschaft dann wieder komplett und vor dem letzten Rennen sieht es nun so aus:

Alessi/Keilwitz 161 Punkte
Götz/Buhk 147
Renauer 147
Baumann/Hürtgen 136

Bei den letzten beiden Rennen in Hockenheim gibt es noch 50 Punkte zu holen. Die Strecke sollte der Corvette gut liegen, aber Alessi/Keilwitz starten das erste Rennen mit der vollen Gewichtszuladung durch den Sieg am Slowakiaring. Es dürfte richtig spannend werden.

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September 17 2013

13:00

DTM – Oschersleben 2013

Spengler verliert an diesem Wochenende die letzte Chance auf die Titelverteidigung und Farfus setzt alles daran Rockenfeller noch ein paar Steine auf den weg zur Meisterschaft zu werfen.

P90133495_highResIm Qualifying war für den Titelfavoriten Rockenfeller nur Platz 3 machbar und sein neuerdings ärgster Herausforderer Farfus startet nicht nur auf Platz 2, sondern kann sich auch direkt am Start auf den ersten Platz vorkämpfen. In der ersten Kurve geht der Brasilianer an Green vorbei. Spengler, der wegen falscher Reifenwahl im Qualifying um 5 Plätze zurückversetzt wurde (eigentlich hatte er die Pole), schnappt sich bereits in der ersten Runde Rockenfeller und damit Platz 3. Währenddessen muss Tomzcyk wegen Frühstarts die Box ansteuern. Ihm verhagelt das kräftig das Rennen, er spielt heute praktisch keine Rolle und wird letztlich auf P20 gewertet, eine Saison zum Abschreiben für den Champ von 2011 dieses Jahr das Pech gepachtet hat und im Gesamtklassement nur auf Platz 15 geführt wird.

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Wie schon das ganze Jahr gibt es erneut eine Gruppe von Fahrern, die so früh wie möglich zum ersten Pflichtstopp antritt. Fast ein Drittel des Feldes, unter Ihnen Rockenfeller, Paffett und Glock. Glock kommt sogar schon zwei Runden später zum zweiten Pflichtstopp und versucht das Rennen ohne weiteren Besuch in der Box zu beenden.Mutig, denn prognostiziert ist die Haltbarkeit der Reifen mit rund 35 Runden.

Bei Runde 17 hat das ganze Feld bis auf die Top 7 den ersten Stopp hinter sich und an der Spitze können sich Farfus und Green langsam etwas absetzen. Relativ unauffällig fuhr Molina in den letzten Runden auf Platz 3 vor. Dominiert wird dieses Rennen deutlich von BMW und vor allem Audi. Der schnellste Mercedes, gesteuert von Gary Paffett, liegt gerade mal auf Platz 10. Die Taktik sich dieses Jahr auf nur 6 Einsatzfahrzeuge zu konzentrieren zahlt sich für Mercedes nicht aus. Anders als BMW die letztes Jahr die Markenwertung mit nur 6 Fahrzeugen für sich zu entscheiden, liegt Mercedes abgeschlagen auf dem 3. Platz der Gesamtwertung

Nach 21 Runden kommt Farfus zu seinem ersten Stopp und Green übernimmt vorerst die Führung. Farfus kommt knapp vor Rockenfeller wieder auf die Strecke, dieses Wochenende hat die Taktik der Frühstopper also nicht so ganz funktioniert. Nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens stopp Green zum ersten Mal. Obwohl sein Team einen der schnellsten Stopps hinlegt, (der Stopp von Farfus war eher mittelprächtig) geht Farfus an Green vorbei und auch Albuquerque kann vorerst vor Green bleiben. Albuquerque sammelt heute seine ersten Punkte in dieser Saison und derer gleich 12, da er auf Platz 4 in Ziel kommen wird.

Eine Runde nach Green kommt Farfus bereits zum zweiten Mal, wodurch er zwar die Führung erneut abgeben muss, doch alles in allem scheint er auf der besseren Taktik zu sein. In Runde 33. gelingt es Timo Scheider, auch er hat eine bisher enttäuschende Saison hinter sich, kurzzeitig auf Platz 2 vorzufahren, er kommt am Ende auf P5 ins Ziel, was leider auch sein bisher bester Zieleinlauf in diesem Jahr ist, ihm ergeht es dies Jahr ähnlich wie Tomzcyk.

Um Runde 38 geraten die beiden Canadier im Feld aneinander. Wickens versucht mit einem harten Manöver Spengler zu überholen, was ihm zuerst nicht gelingt, klappt aber eine Runde Später. Wickens drückt sich nicht, ohne beulen zu hinterlassen an Spengler vorbei. Mit einer gehörigen Ladung Wut im Bauch schießt Spengler wenige Runden später den Mercedes von Wickens ins Kiesbett. Beide Wagen werden bei dieser unnötigen Aktion stark beschädigt. Wickens schleppt seinen Mercedes in die Box, währen Spengler spektakulär seine Motorhaube verliert. Für beide bedeutet es das Ende des Rennens, für Spengler gleichzeitig das Ende der Titelverteidigung. Die Rennleitung versetzt ihn zugleich für das nächste Rennen um zwei Plätze zurück.

An der Spitze führt mittlerweile wieder Farfus, diesmal jedoch vor Rockenfeller auf Platz 2 und Green auf P3. Alle Fahrer haben mittlerweile ihre Stopps hinter sich gebracht. Bemerkenswert an dieser Stelle, alle 8 Audi befinden sich in der Top 10, durchbrochen wird die Audifront nur von Farfus an der Spitze und Paffett auf P6.

Zum Ende hin entwickelt sich noch ein kurzer Fight zwischen Wittmann, Wehrlein und Werner. Den harten aber fairen Kampf, kann Newcomer Wehrlein für sich entscheiden. An der Spitze tut sich nichts mehr, Farfus siegt vor Rockenfeller und Green.

Rennergebnis
1. Farfus
2. Rockenfeller
3. Green
4. Albuquerque
5. Scheider
6. Paffett
7. Ekström
8. Molina
9. Tambay
10. Mortara
11. Wehrlein
12. Wittmann
13. Werner
14. Merhi
15. Glock
16. Hand
17. Juncadella
18. Vietoris
19. Priaulx
20. Tomczyk
DNF Spengler
DNF Wickens

Gesamtwertungen nach 8/10 Rennen
1. Rockenfeller 124 Punkte
2. Farfus 91
3. Vietoris 71
4. Wickens 70
5. Spengler 67
6. Paffett 65
7. Ekström 44
8. Wittmann 39
9. Green 35
10. Werner 26
11. Hand 26
11. Tambay 22
13. Scheider 22
14. Juncadella 20
15. Glock 15
16. Albuquerque 12
17. Tomczyk 10
18. Merhi 8
19. Molina 8
20. Mortara 3
21. Wehrlein 3
22. Priaulx 2

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September 12 2013

09:05

ADAC GT Masters: Vorschau Slovakiaring

Die ADAC GT Masters macht dieses Wochenende ein Ausflug in die Slowakei an den Slovakiaring. Insgesamt ist es schon das dritte Wochenende im Ausland für die GT Masters und die vorletzten Saisonläufe der Saison 2013.
Motorsports / ADAC GT Masters Lausitzring Die einzige Rennstrecke in der Slowakei dürfte dabei für einige Teams schon zum do or die Erlebniss werden, da man aus rein realistischer Sicht nicht mehr als 20 Punkte hinter den Tabellenführern liegen sollte zum Saisonfinale in Hockenheim. Aber nicht nur Entscheidungen im Titelkampf werden schon dieses Wochenende gefällt, sondern auch der Camaro GT3 von SaReNi-United gibt sein zweites Gastspiel in der GT Masters. Ob allerdings der Slovakiaring mit seiner unverwechselbaren Reifenschikane und den schnellen Kurven eine gute Wahl ist, wird sich erst noch herausstellen. Am Steuer in diesem Fahrzeug sitzen Albert von Thurn und Taxis und Stefan Rosina. Beides Fahrer die eigentlich gut für die Top10 wären, wenn der Wagen passt.

Die Streckenvorschau stammt aus dem Jahr 2011, als die GT3-EM ihr Debüt am Slovakiaring gegeben hat. Geschrieben wurde sie von Flo aus N

Der Slovakiaring wurde von 2008 bis 2009 erbaut und war bisher nicht in bekannten GT oder Formel-Serien vertreten, dies kann sich aber unter Umständen in den nächsten Jahren ändern, obwohl die Kapazitäten mit bis 10.000 Zusehern etwas dürftig ausfallen, aber für GT3-EM und Superleague Formula dürfte es wohl (leider locker) reichen, obwohl beide gute Rennen liefern, welche auf bis zu 6 verschiedenen Varianten ausgetragen werden können.

Die GT3-EM geht hierbei gleich in die vollen und fährt nicht eine der kürzeren Varianten, sondern mit fast 6 km gleich die längste Möglichkeit. Eine Runde beginnt auf der knapp 900m langen Start-Ziel Geraden, welche in einer mittelschnellen 90 Grad rechts mündet und wohl eine gute Überholmöglichkeit bieten dürfte. Dann geht es wieder auf eine Gerade und eine sehr schnelle Rechts, welche nochmals von einer 180 Grad Rechtskurve gefolgt wird, welche aber wieder langsamer zu durchfahren sein dürfte. Nun beginnt das Infield der Strecke mit zwei leichten schnelleren Knicken nach links und rechts, welche kurz darauf vor einer weiteren mittelschnellen 180 Grad Rechtskurve gefolgt wird. Nun folgen 4 Linkskurven, wobei die erste wieder ein Knick ist und direkt in eine sehr enge Haarnadel mündet. Von dort geht es nach einer kurzen Geraden durch eine schnellere Links auf eine weitere langsame Haarnadel zu.

Diese Stelle dürfte wohl für Ausbremsmanöver ideal geeignet sein, aber man muss aufpassen, denn direkt nach der Haarnadel folgt eine weitere sehr enge Rechtskurve, welche den Gegnern Möglichkeiten zum kontern geben kann, wenn man mehr Schwung aus der Kurve mitnehmen kann, denn nun geht es auf die 2. längste Gerade, nämlich der Gegengeraden. Diese mündet dann in eine mittelschnelle Rechtskurve, welche aber auf dem ersten Blick wohl 2 Scheitelpunkte haben dürfte, denn sie bis zum Scheitel enger wird und dann sich immer mehr öffnet. Somit dürften hier mehrere Linien möglich sein um entweder direkt den vor einem fahrenden zu überholen, oder sich in Position zu bringen um den Gegner dann am Ende der dann folgenden Start-Ziel Geraden überholen zu können. Einen schönen Überblick über die Rennstrecke findet man hier: http://www.slovakiaring.sk/parametre-okruhu-de-DE/

Die dies natürlich eine komplett neue Strecke ist und Vergleiche somit fehlen, macht es dass einem natürlich schwer irgendwelche Favoriten herauszufinden, aber ich werde es mal versuchen.
Da der Kurs über einige schnelle und mittelschnelle Kurven und weniger über sehr lange Geraden mit größeren Höhenunterschieden, dürfte dies vor allem den Wagen mit mehr Downforce zu gute kommen.

Im engere Feld der Titelkandidaten sind noch die Duos Diego Alessi/Daniel Keilwitz (Callaway Competition Corvette C6 GT3), Robert Renauer (Tonino powered by Herberth Motorsport Porsche GT3 R), Dominik Baumann/Claudia Hürtgen (PIXUM Team Schubert BMW Z4 GT3) und Maximilian Götz/Maximilian Buhk (Polarweiss Racing Mercedes-Benz SLS AMG GT3). Das macht also noch 3 1/2 Duos die Chancen auf einen Gesamtsieg. Positiv zu vermerken ist dabei, dass alle auf anderen Fahrzeugen fahren, sodass die BoP doch nicht so schlecht war.

Doch wenn man den Ergebnissen der FIA GT trauen darf, dann sind wohl die Audi R8 LMS ultra die großen Favoriten. Mit mehr als einer halben Sekunde Abstand konnte man die schnellste Rundenzeit fahren und zudem im Hauptlauf drei Autos in die Top4 bringen. Allerdings hat man das auf Pirelle Bereifung geschafft und nicht auf den Yokohamas. Trotzdem bin ich positiv das nach dem relativ erfolgreichen Wochenende am Lausitzring auch dieses Wochenene Rene Rast und Christopher Mies wieder gute Siegchancen haben.

Starterliste
Punktestand

Beide Rennen laufen am Wochenende auf Kabel Eins. Rennstart ist um 12:15 und die Übertragungen beginnen an beiden Tagen schon um 12 Uhr.

Aufgrund der relativ geringen Freizeit des Autors dieser Zeilen halte ich die Vorschau diese Woche sehr kurz. Zum großen Saisonfinale in Hockenheim wird dafür eine umso umfangreichere Vorschau erscheinen.

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August 12 2013

06:36

ADAC GT Masters: Analyse Red Bull Ring 2013

Leistung war gefragt am Red Bull Ring bei den zwei Läufen der ADAC GT Masters. Die langen Geraden verlangten nach viel Hubraum, den die Corvette mitbringt.

ADAC GT Master Red Bull RingVor dem Rennen auf der Strecke in Österreich hatte man eigentlich die Porsche auf dem Schirm, denn die konnten im letzten Jahr, etwas überraschend, gewinnen. Aber Porsche hat in diesem Jahr ein Upgrade für den 997 bereitgestellt, das deutlich mehr Abtrieb liefert als noch im letzten Jahr. Das geht zu Lasten der Höchstgeschwindigkeit und natürlich muss der Luftwiderstand auch bei der Beschleunigung überwunden werden. In den Trainings- und Qualisessions stellte sich dann auch schnell raus, dass die US-Autos am Red Bull Ring die Nase vorne haben würden. Es entwickelte sich aber in beiden Läufen ein überaus spannendes Rennen mit sehenswerten Zweikämpfen.

Für das erste Rennen knallten Diego Alessi und Daniel Keilwitz die Roller-Corvette auf die Pole-Position. Wirth und Hohenadel machten dann mit P2 die reine Corvette-Reihe komplett. Auf P3 lauerte der immer stärker werdende Ford GT mit Frank Kechele/Dominik Schwager, dahinter positionierte sich der SLS mit den beiden Maxilimians (Götz/Buhk) vor dem ersten BMW Z4 von DB Motorsport.

Der Start in die enge erste Kurve ging halbwegs gut. Irgendwie erwischte es im Getümmel den Z4 von Claudia Hürtgen und den nigelnagelneuen Camaro von Thurn und Taxis und Peter Kox. Beide hatten dann zumindest keinen weiten Weg zu Fuß zurück zur Box. Die Roller-Corvette blies zunächst vorne weg, sah sich aber vom Porsche mit Mario Farnbacher schwer unter Druck gesetzt. Die beiden setzten sich etwas vom Rest des Feldes ab und fuhren bis zum ersten Boxenstopp ein starkes Duell aus.

Der Porsche war auf der Bremse und in den wenigen engen Kurven des Kurses klar besser, aber die Corvette bollerte mit ihrem Hubraumvorteil auf den Geraden immer wieder weg. Alessi durfte sich dabei aber nicht den kleinsten Fehler erlauben. Schon ein kleiner Quersteher hätte Farnbacher in seinem Porsche den kleinen Vorteil gebracht, den er suchte. Immerhin entwickelte sich so ein sehenswertes Duell der beiden Spitzenpiloten.

Dahinter balgten sich der Ford, der SLS, ein BWM und die zweite Corvette, wobei Andreas Wirth allerdings ein kleiner Fehler passierte, der in einen Dreher mündete, der das Team etwas zurückwarf. Nach und nach konnte sich der Ford GT durchsetzen, bevor es zu den obligatorischen Stopps ging.

Das Spitzenduo kam geschlossen an die Box, die Mannschaft von Farnbacher Racing arbeitete aber einen Tick schneller als die Jungs von Callaway und konnte sich an der Boxenausfahrt knapp vor der Corvette halten. Doch die Freude über den ersten Platz währte nicht allzu lange. Ein paar Runden später hatte Daniel Keilwitz genug vom Porsche Heck und beschleunigte den Konkurrenten auf der langen Bergaufgeraden einfach aus. Zwar konnte sich Patrick Frommenwiler noch einigermaßen im Windschatten halten, aber an ein Vorbeikommen war nicht mehr zu denken.

Von hinten nahte zudem der Ford GT mit mächtigen Schritten und lange hielt sich Dominik Schwager mit dem Porsche nicht auf. In einem sehenswerten Manöver fuhr der GT in der schwierigen Doppellinks nach der Remuskurve einfach außen am Porsche vorbei. Danach machte man sich auf die Hatz nach der Corvette, aber Keilwitz kontrollierte den Abstand nach hinten einfach und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein.

Alle weiteren Ergebnisse gibt es hier (pdf)

Rennen Zwei

Für das zweite Rennen stand der Ford GT auf der Pole, erst dahinter folgte die Callaway Corvette mit Alessi/Keilwitz. Es folgten der Z4 von DB Motorsport mit Knap/den Boer und der SLS mit Buhk/Gütz. Diese vier Fahrzeuge sollten dann auch das Rennen unter sich ausmachen.

Der Start am Sonntag blieb für alle Fahrer folgenlos, allerdings erlaubte sich Frank Kechele einen kleinen Fehler und bremste in der zweiten Kurve etwas sehr spät. Er kam weit raus und musste vier Wagen passieren lassen. Vorne hatte sich Alessi mal wieder in Führung gesetzt, dahinter lag aber schon der SLS mit Maxi Buhk am Steuer. Wie im ersten Rennen gaben es sich beide Fahrer richtig. Der SLS war in Sachen Topspeed nicht ganz so unterlegen wie noch am Tag zuvor der Porsche und blieb teilweise im Millimeterabstand an der Stoßstange der Corvette. Ein sehr schönes Duell, das auch die Fahrkunst beider Piloten zeigte. Rundenlang unter Druck mit den schweren Autos jeden Bremspunkt auf den Zentimeter genau zu treffen, ist schon eine sehr hohe Kunst.

Die Situation änderte sich nach dem Reifenwechsel nur wenig. Die Corvette lag vorne, der SLS machte mächtig Druck. In der Runde nach den Stopps wäre es dem Mercedes fast gelungen, in Front zu gehen, aber die Corvette konnte den Angriff gerade so abwehren. Mit etwas Abstand folgten der Z4 von DB Motorsport und der Ford GT. Beide konnten sich langsam an das Führungsduo ranrobben, wobei Schwager im Ford klug genug war, seinerseits den Z4 erst einmal in Ruhe zu lassen, damit man näher an die Führenden kommen konnte, die durch ihren Kampf an der Spitze nicht die besten Rundenzeiten fuhren.

Knapp acht Minuten vor Schluss war es dann auch soweit, man konnte die ersten vier mit einem Handtuch abdecken. Es entwickelte sich aber kein “Hauen und Stechen”. Da alle vier auf der letzten Rille unterwegs waren, gab es keinen Spielraum mehr für die “Ich brems jetzt mal zwei Meter später”-Idee. Aber dennoch war es schön anzusehen, wie vier Marken und Teams um den Sieg kämpften.

Am Ende siegten Alessi/Keilwitz erneut, dieses mal vor dem SLS. Der Z4 rettete sich vor dem Ford GT ins Ziel.

Alle Ergebnisse gibt es hier (pdf)

Stand in der Meisterschaft.

Es waren zwei sehr gute Rennen, die die Serie, vor leider spärlichem Publikum, ablieferte. Etwas überraschend war, dass die BMW in dieser Woche weit weg von der Musik waren. Nur im zweiten Rennen konnte der Z4 von DB Motorsport mithalten. Ebenfalls ohne Chance waren die Audi R8, die aber in diesem Jahr, zumindest im Masters, von der BoP nicht gerade begünstig werden. Es wäre schön, wenn die Kommissare das Feld noch etwas enger zusammen bekommen würden.

Weiter geht es Ende August am Lausitzring.

ADAC_GT_2013 00002 ADAC_GT_2013 00001 ADAC_GT_2013 00003 ADAC GT Master ADAC_GT_2013 00007 ADAC GT Master Red Bull Ring ADAC_GT_2013 00005 ADAC_GT_2013 00004 ADAC_GT_2013 00010 ADAC_GT_2013 00013 ADAC_GT_2013 00011 ADAC_GT_2013 00012 ADAC_GT_2013 00006 ADAC_GT_2013 00009 ADAC_GT_2013 00008

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August 10 2013

11:37

BTCC: Analyse Snetterton

Die Rennen der BTCC in Snetterton boten einen unterhaltsamen Sonntagnachmittag mit viel Lackaustausch und drei verschiedenen Siegern in den drei Rennen. Angesichts der Dominanz der MG im Qualifying war das so nicht unbedingt zu erwarten.

hi_10172_a009Bereits in den freien Trainigssessions bestätigen die MG mit Bestzeiten die gute Form, die sie bereits Mitte Juli bei den Reifentests in Snetterton gezeigt hatten. Im Qualifying sicherte sich dann Sam Tordoff die erste Pole Position seiner Karriere vor Teamkollege Jason Plato. Dass Tordoffs Pole-Zeit dabei gut eine Sekunde schneller war, als die beste Qualifying-Zeit des letzten Jahres unterstrich nicht nur die gute Form der MG in Snetterton, sondern zeigt auch den Sprung, den die NGTC-Fahrzeuge in Sachen Leistung in den letzten Monaten gemacht haben. Insbesondere bei den Top Teams wurde viel entwickelt, was es mittlerweile kleineren Teams, wie Rob Austin Racing oder Frank Wrathalls Dynojet-Team schwer macht, mit der Spitze mitzuhalten – letztes Jahr gehörten beide genannten noch zu den Siegkandidaten, während in diesem Jahr nur wenig nach vorne zu gehen scheint.

hi_10153_dd2aZurück zum Qualifying: Hinter den MG platzierten sich die Honda von Shedden und Jordan, gefolgt von Colin Turkington im BMW. Alle Verfolger in der Meisterschaft (siehe Vorschau zur zweiten Saisonhälfte) waren damit auf den vorderen Rängen platziert. Der Meisterschaftsführende Matt Neal patze dagegen im Qualifying. Beeinträchtigt durch volles Zusatzgewicht, mangelnden Turbo-Boost und einem nicht näher beschriebenen technischen Problem langte es für den Dynamics-Fahrer nur zu Startplatz elf. Neal zeigte sich anschließend angefressen und wetterte gegen die Beschneidung der Honda durch deutlich geringeren Ladedruck als die Konkurrenten.

Tatsächlich ist es so, dass die BTCC vor allem über die Anpassung des Ladedrucks bei den NGTC-Autos eine BoP vornimmt. Und es ist ja kein Geheimnis, dass der Civic mutmaßlich das schnellste Auto im Feld ist und folglich am meisten unter einer solchen Begrenzung leidet. Neal beklagte vor allem, dass ihm auf den Geraden bis zu sechs mph Höchstgeschwindigkeit fehlten und er damit gegen andere Autos schlicht machtlos sei. Im Rennen hab ich versucht das zu verfolgen und tatsächlich kämpfte Neal auf den Gerade oft mit stumpfen Waffen; vor ihm fahrende Fahrzeuge konnten sich mühelos mehrere Wagenlängen absetzen. Gleichwohl waren diese Unterschiede in der Geschwindigkeit bei den Honda von Shedden und Jordan nicht so eklatant. Auch deren Civics gehörten zwar nicht zu den schnellsten Fahrzeugen wenn es geradeaus ging, aber Shedden konnte nichtdestotrotz auf den Geraden sogar Angriffe aus dem Windschatten setzen. Die Diskussion ist spannend und es bleibt abzuwarten in welche Richtung sie führt.

hi_10146_dc18Eine gute Leistung im Qualifying zeigten übrigens Áron Smith, Adam Morgan, Jack Goff, Dave Newsham und Dan Welch, die sich hinter den genannten Meisterschaftsanwärtern die Startplätze sechs bis zehn sichern konnten. Insbesondere Áron Smith sechster Platz ist dabei erwähnenswert, da er diesen mit nur einer gezeiteten Runde zustande brachte und im nächsten Versuch seinen Ford ausgangs der ersten Kurve nachhaltig verschrottete. Glücklicherweise blieb Smith trotz des recht starken Impacts, der das Auto sogar kurz in die Luft beförderte, unverletzte und auch sein Fahrzeug konnte bis zum Rennstart repariert werden.

Hervorzuheben ist außerdem noch die gute Leistung von Jack Goff im Vauxhall Insigina, der mit Platz acht sein bislang bestes Qualifying-Ergebnis herausfuhr und damit auch schneller war, als Tom Onslow-Cole im (mutmaßlich schnelleren) VW CC des Teams (14.). Schnellster S2000-Pilot war Lea Wood auf Position 22. Die gesamten Qualifying-Ergebnisse können

August 07 2013

07:30

DTM – Moskau 2013 – Rennbericht

P90130878_720Nach dem turbulenten Rennen am Norisring liefert die DTM einmal mehr ein eher ruhiges Rennen auf dem neuen Kurs „nahe“ Moskau (circa 80 km) ab.

Doch noch einmal kurz zurück zum Norisring. Bekanntlich wurde Ekström nach der recht eindeutigen Situation nach dem Rennen, als er von seinem Vater und einem Teammitglied Wasser in den Anzug gegossen bekam, disqualifiziert. Nach dem Einspruch von Audi wurde die Geschichte vor dem Berufungsgericht neu verhandelt und weitgehend bestätigt. Ekström wurde der Sieg aberkannt und der erste Platz bleibt einfach leer. Wieso die anderen Fahrer nicht nachrücken, bleibt unverständlich.

Nach einem recht übersichtlichen Start gerät Spengler direkt unter Druck, nach nur einer Runde hat er bereits zwei Plätze verloren. An der Spitze führt Rockenfeller vor Ekström und Farfus. In Runde drei – Spengler wurde mittlerweile von Platz 4 auf Platz 9 durchgereicht – wird Spengler von Molina gedreht, als dieser ebenfalls versucht, den „lahmenden“ Spengler zu schnappen. Beide Fahrzeuge werden dabei beschädigt, Spengler landet vorerst auf dem  20. Platz, für Molina ist das Rennen hier allerdings schon beendet. Doch auch für Spengler war es das heute, er wird mit Rundenrückstand nur auf Platz 19 einlaufen.

Einmal mehr bildet sich durch frühe Stopps eine „Verfolgergruppe“, eine beliebte Taktik dieses Jahr. Man stoppt so früh wie möglich, um den ersten Pflichtstopp hinter sich zu haben (diesmal in Runde 4) und hat dann eine leere Strecke vor sich. Diesmal im Spiel sind unter anderem Green, Paffett, Glock, Tomczyk und Scheider. Auch Ekström schließt sich den Verfolgern an, allerdings erst in der achten Runde und kommt dadurch knapp vor Paffett wieder auf die Strecke.

In Runde 28 kommt der bis dahin zweitplatzierte Farfus an die Box, landet hinter Ekström auf P5 und vor Green und Paffett und damit mitten in der Verfolgergruppe. An der Spitze führt weiterhin Rockenfeller. In Runde 30 kommt Paffett bereits zum zweiten und letzten Stopp, während Rockenfeller noch nicht mal seinen ersten Stopp eingelegt hat.

Farfus kommt nach seinem zweiten Stopp direkt vor Paffett (P11) und Rockenfeller (P1) raus. Einmal mehr kommt es zu einer eigenartigen Flaggensituation. Paffett fährt auf der Strecke direkt vor Rockenfeller, Rockenfeller müsste ihn nun eigentlich überrunden. Doch da Paffett bereits zweimal gestoppt hat und Rockenfeller weiterhin noch gar nicht, entscheidet man, keine blauen Flaggen zu schwenken, was Rockenfeller aufhält. Als Rockenfeller in Runde 45 schließlich in die Box geht, kommt er dadurch erst hinter Ekström wieder auf die Strecke.

Dadurch entsteht nun allerdings ein Fernduell zwischen Rockenfeller und Ekström. Nach seinem zweiten Stopp kann Rockenfeller den Rückstand auf Ekström so weit zusammenschrumpfen, dass er nach Ekströms zweitem Stopp wieder vorn liegt und schließlich das Rennen als Sieger beenden kann.

In den letzten Runden entwickelt sich noch ein guter Fight zwischen Tambey und Farfus um P3, den Farfus für sich entscheiden kann. Trotz der vielversprechenden Strecke war das eher ein ruhiges, taktisches Rennen, eher geprägt von Boxenstopps als von Überholmanövern.

Fahrerwertung nach 6 von 10 Rennen
1. Mike Rockenfeller (94 Punkte)
2. Bruno Spengler (67)
3. Gary Paffett (57)
4. Christian Vietoris (56)
5. Augusto Farfus (48)
6. Robert Wickens (45)
7. Mattias Ekström (38)
8. Marco Wittmann (33)
9. Dirk Werner (26)
10. Joey Hand (26)
11. Daniel Juncadella (20)
12. Jamie Green (18)
13. Timo Glock (15)
14. Adrien Tambay (12)
15. Timo Scheider (12)
16. Roberto Merhi (8)
17. Edoardo Mortara (2)
18. Andy Priaulx (2)
19. Pascal Wehrlein (2)

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July 27 2013

03:30

Super GT: Vorschau Round 4 Sugo GT 300km

Hitzeschlacht die Zweite? Der japanische Hochsommer hat die Super GT zu dieser Jahreszeit mit Temperaturen über 30 Grad normalerweise fest im Griff. Für das diesjährige Wochenende im Sportsland Sugo sind allerdings Regen- und Gewitterschauer vorhergesagt. 

Super GT Sugo 2012 Eneos Sustina SC430Über die von den deutschen Medien so hochgejubelte Hitzeschlacht beim DTM-Rennen am Norisring (schlappe 27 Grad) konnte die japanische Delegation um GTA-Vorstand Masaaki Bandoh vor zwei Wochen wohl nur lächeln, als man sich mit Vertretern der ITR und Grand-Am zu weiteren Zukunftsgesprächen sowie einer Pressekonferenz – außer der Gründung eines sich halbjährig treffenden „Steering Commitee“ gab es keine nennenswerten Neuigkeiten – traf. Letztlich kam Bandoh direkt aus Japan, wo der Hochsommer zu den Paradedisziplinen im bald sicherlich auch schon olympischen Sport des „kühl bleiben“ gehört. Ein paar Worte darüber habe ich bereits in meiner Super-Formula-Vorschau zum Rennen auf dem Fuji Speedway verloren. Zusätzlich hatte die Super GT erst im Juni ihre erste Hitzeschlacht des Jahres überstanden: Bei über 34 Grad und extremer Schwüle in Sepang, Malaysia. Ganz so extrem wird es mit bis zu rund 30 schwülen Grad im Sportsland Sugo an diesem Wochenende glücklicherweise nicht werden. Für eine große Unbekannte könnten allerdings die von den Meteorologen vorausgesagten Regen und Gewitter sorgen. Der Freitag, an dem alle Teams mit dem Aufbau beschäftigt sind, fiel jedenfalls schon teilweise ins Wasser. Und auch für Samstag und Sonntag sehen die Vorhersagen nicht besser aus.

Super GT Sugo 2012 GT500 StartDas Sportsland Sugo liegt einer sehr gebirgigen Gegend in der Miyagi-Präfektur, keine 40 Kilometer von der Stadt Sendai entfernt, jene Gegend, die im März 2011 vom schrecklichen Erdbeben am schwersten getroffen wurde. Neben viel hübscher, grüner Landschaften schwirren in der Gegend auch viele Käfer umher. Das Besondere am Standort ist allerdings, dass das Wetter binnen von Sekunden sprichwörtlich umschlagen kann. Sonne, Regen, teilweise sogar Nebel, anschließend wieder Sonne und Regen sind selbst im Sommer möglich. Dies stellt die Teams und Fahrer selbstredend vor eine besondere Herausforderung. Blieb es letztes Jahr komplett sonnig und sehr heiß, könnte das Wetter laut der Vorhersage an diesem Wochenende sich stets verändern, was für zusätzliche Würze auf der sowieso schon anspruchsvollen Strecke sorgen würde. International eher unbekannt, obwohl zwischen 1988 und 2003 die Superbike-Weltmeisterschaft in Sugo fuhr, ist der 3,737km lange Kurs eine kleine Achterbahnfahrt – im wahrsten Sinne des Wortes. So ist die Start- und Zielgerade nicht eben, sondern führt zunächst bergauf. Die Steigung wird dabei, anders als bei anderen Strecken, gut von den TV-Kameras eingefangen. Die Gegengerade führt hingegen wieder bergab. Die spannendste der insgesamt 12 Kurven stellt die langgezogene 110R dar, die direkt wieder auf Start/Ziel führt und gerne auch als Mutkurve bezeichnet werden darf. Side-by-Side-Duelle sind hier zwar möglich, erfordern aber höchste Konzentration beider Fahrer, damit der Wagen auf der äußeren Linie nicht ins Kies und die Reifenstapel rutscht. Die Charakteristik der Strecke gilt als besonders anspruchvoll fürs Material, insbesondere der Motor sowie die Bremsen werden stark belastet.

Einige der geschichtsträchtigsten Manöver in der gesamten Super-GT-Geschichte geschahen im Sportsland Sugo. Beispielsweise das legendäre 3-Wide-Duell auf der Zielgeraden zwischen Juichi Wakisaka, Ryo Michigami und Daisuke Ito im Jahr 2007. Oder aber auch das Foto-Finish zwischen Koudai Tsukakoshi und Takashi Kogure in der Debüt-Saison des Honda HSV-010 GT 2010, als Tsukakoshi auf den letzten Metern noch an Kogure vorbeizog. Mit einem Abstand von 0,025 Sekunden war dies auch gleichzeitig das engste Super-GT-Finish aller Zeiten.

Im folgendem, als Streckenvorstellung, noch eine Onboard-Runde mit Daisuke Nakajima im Honda CR-Z GT, der just auf dieser Strecke im vergangenen Jahr in der Super GT sein GT300-Debüt feierte:

 

GT500

Super GT Fuji 2013 Zent Cerumo SC430Einen echten Favoriten auf den Rennsieg auszumachen ist schwierig, zumal die vorausgesagten, unterschiedlichen Witterungsbedingungen das gesamte Klassement auf den Kopf stellen können. Sollte es regnen, würden insbesondere die Yokohama-, Dunlop- aber auch Michelin-bereiften Wagen im Vorteil sein. Darunter würde unter anderem auch Michel Krumm / Hironobu Yasuda (D’station Advan GT-R) fallen, die mit den Pneus von Yokohama unterwegs sind. Selbst bei trockenen Bedingungen ist die Favoritenrolle allerdings nur schwer zu vergeben. Ein Blick in die Geschichtsbücher verrät, dass Toyota / Lexus mit neun Siegen in den vergangenen 19 Sugo-Rennen die erfolgreichste Marke ist. Die meisten Erfolge führen allerdings auf den Toyota Supra zurück. Seit der Einführung des Lexus SC430 im Jahr 2006 war man lediglich zweimal, darunter im vergangenen Jahr der Eneos Sustina SC430, siegreich. Grund hierfür dürfte die Streckencharakteristik sein, die mit ihren mittelschnellen sowie schnellen Kurven nicht ganz dem Wagen von Toyotas Luxusmarke entgegen kommt. Erhöhte Aufmerksamkeit werden neben dem Vorjahressieger Eneos Sustina SC430 (Kazuya Oshima / Yuji Kunimoto) insbesondere der Zent Cerumo SC430 (Yuji Tachikawa / Kohei Hirate) erhalten. Bereits vor der Saison als wohl das stärkste Lexus-Team gehandelt, erlebte das Duo in Malaysia einen Rückschlag, als man mit guten Chancen auf den Sieg in einen Unfall verwickelt war und am Ende wieder punktlos nach Japan zurückkehrte. Mit lediglich 46kg Zusatzballast im Wagen zählt der Zent Cerumo SC430 zudem zu den leichtesten der Top-Autos. Trotz der Pleite in Malaysia befinden sich Tachikawa / Hirate mit 12 Punkte Rückstand auf die derzeitigen Tabellenführer Takuya Izawa / Takashi Kogure (Raybrig HSV-010) zudem noch in sehr guter Schlagdistanz.

Eine Podiumsplatzierung ist für die Fuji-Sieger Kazuki Nakajima / James Rossiter (Petronas Tom’s SC430) absolute Pflicht, um die Meisterschaftschancen, die man mit dem Sieg beim 500km-Rennen auf dem Fuji Speedway erlangte, noch intakt zu halten. Mit 40kg Gewichts-Handicap gelten zumindest die Chancen auf dem Papier gut, allerdings fehlte es dem Duo sowohl in Okayama wie auch Malaysia schlichtweg am berühmt berüchtigten Speed. Mit einem achten Platz zum Saisonauftakt sowie einem sechsten und letztlich zweiten Rang in Fuji respektive Malaysia lässt sich hingegen ein Aufwärtstrend des auch bereits im letzten Jahr zweistärksten Lexus-Duos Juichi Wakisaka / Hiroaki Ishiura (Denso Kobelco SC430) feststellen. Mit gerade mal neun Punkten Rückstand auf die Tabellenführer ist man derzeit auch das bestplatzierte Lexus-Team im Klassement. Fraglich ist allerdings, ob dem Denso Kobelco SC430 der Sprung auf die Mitte des Podests in Sugo gelingt. Denn das Gewicht scheint auf der Berg- und Talfahrt eine größere Rolle als auf anderen Strecken des Kalenders zu spielen. Dass schwarze Lexus-Schaf könnten hingegen Daisuke Ito / Andrea Caldarelli (KeePer Tom’s SC430) sein, nachdem sie in Malaysia nach einer tollen Fahrt ihre Top-5-Platzierung aufgrund einer unverschuldeten Kollision mit dem Ghost-in-the-Shell-Porsche in der allerletzten Runde aufgeben mussten. Bei regnerischen Bedingungen könnte dank der Yokohama-Reifen hingegen der WedsSport Advan SC430 (Seiji Ara / Andre Couto) auf den vorderen Platzierungen auftauchen.

Super GT Malaysia 2013 Calsonic Impul GT-RFür Nissan ist das Sportsland Sugo der Nemesis in Streckenform. Es sollte bis 2009 dauern, bis die Marke aus Yokohama zum allerersten Mal in der JGTC- / Super-GT-Geschichte auf dem rund 200km von Tokyo entfernten Kurs siegreich war. Und trotz dass die Streckencharakteristik dem GT-R mit seinen schnittigen Bremsen entgegenkommt, folgte 2011 lediglich ein weiterer Sieg. Der damalige Sieg von Masataka Yanagida / Ronnie Quintarelli leitete den Weg zur späteren Titelgewinn im gleichen Jahr für das Duo im S Road Mola GT-R ein. Auch im vergangenen Jahr initiierten sie mit dem dritten Rang in Sugo ihr Comeback in der Titelverteidigung nach einem eher schwachen Saisonstart ein. Eine Wiederholung des Erfolgs von 2011 der nun Werkspiloten im Motul Autech GT-R wäre nötig, um den suboptimalen Saisonstart (22 Punkte Rückstand auf Izawa / Kogure) wettzumachen. Andernfalls würde die Chance auf den Titelhattrick in weite Ferne rücken. Mit 26kg Gewichts-Handicap gehört der rote Motul Autech GT-R zudem zu den leichtesten Fahrzeugen im Feld. Eine Podiumsplatzierung haben auch Satoshi Motoyama / Yuhi Sekiguchi (Reito Mola GT-R) dringend nötig. In wie fern die Mola-Truppe trotz der lediglich 16-Zusatzkilos eine Rolle spielen wird, ist allerdings schwer zu prognostizieren. In Malaysia war jedenfalls ein Aufwärtstrend zu erkennen. Zwei vermeidbare Kollisionen von Yuhi Sekiguchi zerstörten allerdings eine mögliche Top-5-Platzierung. Durch das Pech des KeePer Tom’s SC430 in der allerletzten Runde reichte es am Ende allerdings immerhin noch zu einem ordentlichen sechsten Rang. Die Sepang-Sieger Tsugio Matsuda / Joao Paulo de Oliveira (Calsonic Impul GT-R) werden es am Wochenende mit 62kg Zusatzballast hingegen schwer haben. Mit Tabellenrang Zwei heißt die Devise für die Impul-Truppe so viele Punkte wie möglich zum Saisonhighlight, dem Pokka Sapporo 1000km in Suzuka nächsten Monat, mitzunehmen. Wie bereits erwähnt wird das Duo Michael Krumm / Hironobu Yasuda (D’station Advan GT-R) hingegen auf ein verregnetes Rennen hoffen müssen, um den Vorteil der Yokohama-Regenreifen auszuspielen.Super GT Malaysia 2013 Raybrig HSV-010

Ein ähnliches schweres Los wie Matsuda / de Oliveira werden auch Takuya Izawa / Takashi Kogure (Raybrig HSV-010) haben. Zwar beträgt der Abstand des Duos auf die Fahrer des Calsonic-Nissan geraden mal vier Pünktchen, mit 70kg Gewichts-Handicap sollte eine Podestplatzierung am Sonntag aus eigener Kraft allerdings nur schwer zu erreichen sein. Die Hauptfavoriten im Honda-Lager sind somit der Keihin HSV-010 (Koudai Tsukakoshi / Toshihiro Kaneishi) sowie der Weider Modulo HSV-010 (Naoki Yamaoto / Frédéric Makowiecki). Erstere gewannen im Debütjahr des HSV-010 GT 2010 und errangen heuer den Silberrang in Okayama. Letztere warfen den aussichtsreichen Sieg beim letzten Rennen in Malaysia beim Boxenstopp weg, als der Motor nicht mehr ansprang. Unklar ist, ob Weider Modulo Dome Racing ihren Wagen mit dem am vergangenen Wochenende bei den offiziellen Testfahrten in Suzuka (mehr zu den Testfahrten in der Vorschau zum Pokka Sapporo 1000km nächsten Monat) erprobten, seitlichen Auspuff ausstatten wird. Nahezu alle Honda-Boliden sind mit unterschiedlichen Auspuffausstattungen unterwegs. Bislang setzte man beim Weider Modulo HSV-010 auf die hintere Konfiguration am Heck. Neu, wenn auch bislang nur auf den Top-Autos montiert, sind außerdem die erstmals bei den Tests in Suzuka eingesetzten, aerodynamischeren Außenspiegel, die Nissan und Lexus bereits seit dem vergangenen Jahr nutzen. Sollte es regnen, könnte der Epson HSV-010 (Ryo Michigami / Daisuke Nakajima) dank der guten Regenreifen von Dunlop für eine Überraschung sorgen.

GT300

Super GT Fuji 2013 Mugen CR-ZDie Suche nach den Favoriten gestaltet sich in der GT300 sogar noch schwieriger als in der GT500. Vielmehr müsste die Frage lauten: Wie schnell werden die JAF-GT300-Autos (Mugen CR-Z GT, ARTA CR-Z GT, Panasonic apr Prius GT sowie der Subaru BRZ R&D Sport) sein. Nach der Dominanz der „Hybrid-Gang“ in den vergangenen zwei Rennen, hat die GTA eingeschritten und die Air Restrictors aller vier genannten Boliden verkleinert. In wie fern dies die Performance der Fahrzeuge verändert, wird sich am Wochenende herausstellen. Das Eingreifen könnte allerdings für eine bessere Chancen-Gleichheit sorgen, nachdem insbesondere die beiden Honda CR-Z im vergangenen Rennen in einer eigenen Liga fuhren. Aufgrund der Streckencharakteristik sollten die Hybrid-Boliden aber auch auf der Berg- und Talfahrt des Sportsland Sugo im Vorteil sein – sofern die Defekthexe nicht wieder zuschlägt. Besonders anfällig scheint hierbei der Panasonic apr Prius GT (Morio Nitta / Koki Saga) zu sein, nachdem der Wagen ohne Vortrieb bereits relativ früh in Okayama wie auch Sepang ausfiel. Mit 40kg hat der Toyota Prius allerdings die gleiche Menge an Zusatzgewicht wie der ARTA CR-Z GT (Shinichi Takagi / Takashi Kobayashi) an Bord. Das direkte Duell zwischen den Gewinnern der letzten beiden Rennen sollte somit sehr interessant werden.

Im Nachteil könnte hingegen der dritte, bislang sieglose aber mit zwei zweiten Plätzen in Folge auf Tabellenrang Zwei in der Meisterschaft liegende Mugen CR-Z GT (Hideki Mutoh / Yuhki Nakayama) sein. Mit lediglich zwei Punkten Rückstand auf die Tabellenführer Katsuyuki Hiranaka / Björn Wirdheim (Gainder Dixcel SLS) schleppen sie ganze 68kg Zusatzballast mit sich herum, die sich trotz Hybrid-Power als Nachteil auswirken sollten. Nach zwei Pole-Positions in den ersten beiden Rennen fehlte es dem Subaru BRZ R&D Sport (Tetsuya Yamano / Kota Sasaki) am entscheidenden Schritt in den eigentlichen Rennen. In Malaysia hätte das Duo beinahe den Bronzerang erreicht, wurde aber am Ende, auch bedingt durch einen Dreher, noch auf den vierten Platz verdrängt. Die flüssige Berg- und Talfahrt von Sugo liegt dem wendigen Subaru BRZ, weshalb man den Wagen, trotz der leichten Einbremsung durch den kleineren Air Restrictor, auch im Rennen aufSuper GT Sugo 2012 S Road NDDP GT-R der Rechnung haben sollte.

Zuwachs gibt es bei den GT3-Maschinen. Ursprünglich setzte apr als Zweitwagen einen Audi R8 LMS ultra ein. Wohl auch aufgrund der ungünstigen FIA-Balance-of-Performance-Einstufung des Wagens (die GT3-Boliden werden in der Super GT auf Basis der FIA-BoP eingestuft. Ist keine vorhanden, stuft die GTA nach eigenem Ermessen ein), erwarb das Team den Nissan Nismo GT-R GT3 von Bonds Racing, die bereits in Malaysia nicht mehr teilnahmen und aller Wahrscheinlichkeit auch den Rest der Saison aussetzen werden. Zur Erinnerung: Bonds Racing ist das ehemalige Team Kraft, die Anfang des Jahres aus finanziellen Gründen aus der GT500 in die GT300-Klasse wechselten. Mit dem Auto kommt gleichzeitig auch der Hauptsponsor „OGT!“, womit der Wagen offiziell Iwasaki OGT Racing GT-R heißt. Die Fahrerpaarung setzt sich aus dem Yuki Iwasaki, der auch bereits den Iwasaki apr R8 LMS pilotierte, sowie dem Igor Sushko zusammen. Letzterer saß bereits bei Bonds Racing am Steuer des Nissan Nismo GT-R GT3, ersetzte aber bereits in Malaysia den ursprünglich zweiten Fahrer des Iwasaki apr R8 LMS, Fairuz Fauzy. Dass Interessante am Chassis-Wechsel und Sponsoring ist das verbaute ADAS-System. Seit 2012 von „OGT!“ und Freescale entwickelt, zeichnet ADAS Daten wie die Fahrzeuggeschwindigkeit, Drehzahl oder den Lenkwinkel auf. Zusätzlich sammelt ADAS Daten über den Puls und die Anstrengung des Fahrers wie beispielsweise die nötige Muskelkraft oder gar wie stark er schwitzt. Zudem sind zwei kleine 360°-Kameras auf beiden Seiten des Fahrzeuges montiert. Die gesammelten Daten werden für Forschungszwecke für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sowie der Medizin verwendet. Das ganze System besitzt ein Totalgewicht von 8kg. Des Weiteren verkündete apr, dass man beim 1000-km-Rennen in Suzuka Kenji Kobayashi als dritten Fahrer einsetzen wird.

Im letzten Jahr gewann in Sugo erstmals der S Road NDDP GT-R. Mit viel Pech sowie lediglich einem zehnten Platz lief es für die neue Fahrerpaarung Kazuki Hoshino / Daiki Sasaki in dieser Saison hingegen noch nicht sonderlich gut. Da 2012 in Sugo aber insbesondere die Autos mit dem geringsten Zusatzballast im Vorteil waren, und die Strecke dem Wagen eigentlich liegen sollte, könnte das Wochenende zu einer Art Befreiungsschlag für Nissans Nachwuchsteam werden. Ähnliches gilt für die Porsche-Fraktion, insbesondere die Titelverteidiger Kyosuke Mineo / Naoki Yokomizo (Endless Taisan 911), die lediglich ein mageres Püntkchen aus den ersten drei Rennen nahmen. Ähnlich NDDP Racing kam zum nicht ganz überzeugenden Speed auch noch viel Pech bei der Taisan-Mannschaft hinzu. Mit gerade mal zwei Zählern in der Meisterschaftswertung lief es für die Vize-Champions Masami Kageyama / Tomonobu Fujii im Hankook Porsche nicht viel besser.

Super GT Okayama 2013 Gainer Dixcel SLSTrotz dass der flüssige Streckenverlauf dem Mercedes-Benz SLS GT3 sehr zu Gute kommt, sollte es für die aktuellen Tabellenführer Katsuyuki Hiranaka / Björn Wirdheim (Gainer Dixcel SLS) mit ihren 72kg Zusatzballast schwierig werden, den dritten Rang vom vergangenen Rennen zu wiederholen. Stattdessen könnten die anderen Silberpfeile, etwa das Schwesterauto Gainer Rn-Sports Dixcel SLS (Tetsuya Tanaka / Masayuki Ueda) oder aber der Greentec SLS AMG GT3 (Hisashi Wada / Masaki Jyonai) sowie der Okinawa-IMP SLS (Hironori Takeuchi / Takeshi Tsuchiya) in die vorderen Positionen rasen. Ebenfalls schnell sollten erneut der MonePa Lamborghini GT3 (Manabu Orido / Takayuki Aoki) sowie der La Seine Lamborghini GT3 (Hideki Yamauchi / Hiroki Yoshimoto) sein. Letzterer warf in Sepang aufgrund eines nicht festgezogenen Reifens nach dem Boxenstopp ein gutes Punkteergebnis weg. Selbstredend gehört zu den Autos, die man immer auf der Rechnung für die vorderen Positionen haben muss, auch der GSR Hatsunemiku BMW (Nobuteru Taniguchi / Tatsuya Kataoka). Nicht in Sugo am Start ist der Mach GoGoGo Syaken Ferrari 458 GT3 (Tetsuji Tamanaka / Junichiro Yamashita). Team Mach hatte sich aufgrund der chancenlosen FIA-BoP-Einstufung des Ferrari 458 GT3 dazu entschlossen, den vierten Saisonlauf auszulassen und ab Suzuka ebenfalls einen Nissan Nismo GT-R GT3 einzusetzen. Gerüchten zufolge wird Team Mach mit weißen Ferrari im „Speed-Racer-Design“ jedoch beim Saisonstart der Asia Le Mans Series in Inje, Südkorea Anfang August antreten.

TV-Zeiten Sugo

An der derzeitigen TV-Situation hat sich wenig überraschend nichts geändert. Wer das vierte Saisonrennen der Super GT sehen möchte, muss erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative im Internet zurückgreifen. Der japanische TV-Sender J Sports 3 überträgt am Samstag ab 6:50 Uhr deutscher Zeit die Qualifikation live. Am Sonntag beginnt J Sports 4 die Übertragung ab 6:30 Uhr. Der Start zum 300-km-Rennen erfolgt eine halbe Stunde später um 7:00 Uhr deutscher Zeit.

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July 17 2013

07:59

DTM – Norisring – Rennbericht

Motorsports / DTM 2013, 5. Rennen NorisringMercedes kann den Schwung des letzten Rennens mitnehmen und stellt Robert Wickens auf die Pole, Spengler sichert sich P2 vor dem zweiten Mercedes mit Gary Paffett am Steuer. Der Start geht verhältnismäßig gesittet vonstatten, Wickens und Spengler bleiben vorn, nur Paffett verliert ein paar Plätze. Wie sich in den Startwiederholungen zeigt, legt der Brite einen Frühstart hin sein Versuch dies zu korrigieren führt zu seinem Platzverlust, doch wie nicht anders zu erwarten kassiert er wenige Runden später eine Durchfahrtstrafe.

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Schlimmer erwischt es Timo Scheider, sein Audi kommt beim Start nicht vom Fleck, er rollt zwar noch an, aber weiter als bis zum Ende der Boxengasse kommt er nicht. Dieser erneute Ausfall durch einen technischen Defekt führt zu einem emotionalen Ausbruch von Scheider, als er schließlich zu Fuß in seiner Box ankommt.

Einmal mehr sehen wir sehr frühe erste Stopps, schon um Runde 5 (von 83 Runden) kommen die ersten Fahrzeuge zu Pflichtstopp Nummer Eins. Unter Ihnen Jungstar Pascal Wehrlein, der nach einem super Start bis auf Platz 3 vorfahren konnte. Sein Team hat Probleme beim Wechsel des rechten Vorderrads, als Konsequenz kommt, er direkt hinter zwei Fahrzeugen wieder auf die Strecke und kann dadurch den Vorteil der freien Strecke nicht nutze. Er fällt schließlich, soweit zurück das Er in der 65. Runde schließlich sogar ganz aufgibt.

Während Spengler langsam Wickens unter druck setzen kann fährt Tomczyk in die Wand und bekommt gleich noch eine von Juncadella mit, dies bedeutet das Aus für Tomczyk und eine Gelbphase für den Rest des Feldes. Viele Fahrer nutzen diese Gelbphase bereits für ihren zweiten Stopp, einige der Teams sind darauf aber so spontan nicht vorbereitet, was zu ziemlichen Chaos in der Boxengasse führt. Aufgrund der frühen ersten Stopps (um Runde 5-6) und der ebenfalls recht führen zweiten Stopps rund 10 Runden später, haben einige Fahrer nun bereits nach 15 Runden ihre beiden Pflichtstopps hinter sich. Unter Ihnen Jamie Green, Mike Rockenfeller und Gary Paffett. Um diese Fahrer bildet sich das Verfolgerfeld und mit Ihnen das Zünglein an der Waage, wie sich später zeigt.

Beim Restart führt nun Eduardo Mortara vor Wickens, Spengler und Ekström das Feld. Ekström sieht seine Chance und drückt sich in einem harten aber grad noch als fair zu bezeichnendem Manöver an Spengler vorbei und schnappt sich wenig später in einem sehr sauberen Manöver auch Wickens.

Nach rund 30 Runden führt Rockenfeller nun die Verfolgergruppe an. Rockenfeller ist mit den weicheren Optionreifen unterwegs, Paffett hinter ihm hat die Harten drauf. Insgesamt müssen die Fahrer, wenn die Taktik aufgehen soll, fast 70 Runden mit einem Satz auskommen. Hier ist also Paffett deutlich im Vorteil, zumal seine harten Reifen nicht merklich langsamer zu seien scheinen als Rockenfellers Options.

Nun beginnt die Aufholjagd der Verfolgergruppe und die Rennleitung zückt einmal mehr ihr vermutlich umstrittenstes Mittel, um den Verfolgern zu helfen, die blauen Flaggen. Hier wird den Verfolgern also gnadenlos das Feld freigeräumt, damit sie auf die Spitzengruppe aufholen können. Meine Meinung zu dem Thema ist eigentlich ganz einfach, wenn der Vordermann zu schnell ist um ihn aus eigener Kraft oder gar mit Hilfe von DRS überholen zu können, dann ist er wohl zurecht mein Vordermann … Ein Renneingriff mit Blauen Flaggen für direkt hintereinander platzierte Fahrzeuge finde ich nicht richtig, ich will Überholmanöver sehen und keine blauen Flaggen. Dieses Vorgehen führt dann sogar zu solch absurden Funksprüchen wie von Paffett, der mehrmals per Funk fordert das blaue Flaggen geschwenkt werden anstatt, dass er seine Gegner selbst angreift. Auch im weiteren Verlauf des Rennens sieht man immer wieder die Einblendung „Blue Flagg..“ Das ist mir so extrem in dieser Saison bisher nicht aufgefallen, gefühlt jede Runde sieht man diese Einblendung.

In Runde 65 kann schließlich Ekström die Führung übernehmen, um sie bis zum Ende behalten zu können, braucht er für seinen noch ausstehenden zweiten Pflichtstopp mindestens 30 Sekunden Vorsprung auf die Verfolgergruppe, mittlerweile angeführt von Gary Paffet. Weiter hinten geben Green und Wehrlein ihr Rennen auf. Eine interessante Teamtaktik fährt nun Audi auf. Um Ekström zu helfen seinen Vorsprung auszubauen, lässt sich der bereits überrundete Miguel Molina so weit zurückfallen, dass Ekström bis auf 2 Sekunden an ihn herankommt und damit im DRS Fenster landet.

In Runde 77 geht der zweitplatzierte Eduardo Mortara an die Box, mit einem perfekten Stopp könnte auch er seinen zweiten Platz vor dem heraneilenden Paffett halten. Doch sein Team verpatz den Stopp und braucht rund 1,5 Sekunden zu lang. Er kommt somit direkt neben Paffett wieder auf die Strecke. Paffett kann Platz zwei übernehmen, wird aber nun seinerseits von Mortara attackiert. Paffetts Reifen haben nun schon ca. 60 Runden auf dem Buckel, Mortaras sind frisch. Als Nächstes geht Ekström in die Box, bei ihm klappt der Stopp perfekt, gefahrlos kann er Platz 1 vor Paffett halten.

Zwei Runden vor Rennende kommt es zum Showdown zwischen Paffett und Mortara. Mortara fährt Paffett in der Anbremszone zur Spitzkehre ins Heck. In einem späteren Interview mit Ekström erfährt man, dass Mortara wohl schon das ganze Rennen Probleme mit den Bremsen hatte. Mortara kann sogar trotz seiner zerstörten Front den Platz auf Paffett gutmachen, Paffett jedoch muss an der Spitzkehre die Strecke verlassen und Vietoris schlüpft als unbeteiligter Dritter durch. Sofort setzt Paffett zur Attacke auf Mortara an. In einem offensichtlich unüberlegten und emotionsgeladenem Manöver zeig Paffett dann auch tatsächlich neben Mortara und ist eigentlich schon vorbei, als Paffett statt weiter geradeaus zu fahren die Strecke für Mortara zumacht und ihn gegen die Wand drückt. Dieser unnötige Racheakt führt jedoch dazu, dass sich der Mercedes von Paffett vor Mortara querstellt, das Aus für beide Fahrer.

Ekström fährt nun seinem ungefährdetem ersten Sieg auf den Norisring entgegen, ein schönes Geburtstagsgeschenk für Ekström und bis zu diesem Moment wohl verdient.

Obwohl das Rennen nun beendet war, kam die Aktion die Ekström das Rennen kosten sollte, wenige Minuten Später im Park Ferme:

Ich denke ich bin nicht der Einzige, der kaum glauben konnte, was er da sah, für mich sieht das nicht nach einer Aktion ala „dem armen Kerl ist warm, schütten wir ihm etwas Wasser über den Kopf“ aus. Ich weiß nicht, wie sich Audi da rausargumentieren will, dennoch hat man erst mal Widerspruch gegen die Disqualifikation eingelegt. Ich bin wirklich gespant auf die Argumentation…

 

Motorsports / DTM 2013, 5. Rennen Norisring P90128226_highRes Motorsports / DTM 2013, 5. Rennen Norisring Motorsports / DTM 2013, 5. Rennen Norisring Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, 5. Race at Nuernberg, Norisring Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, 5. Race at Nuernberg, Norisring Motorsports / DTM 2013, 5. Rennen Norisring Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, 5. Race at Nuernberg, Norisring Motorsports / DTM 2013, 5. Rennen Norisring Motorsports / DTM 2013, 5. Rennen Norisring P90128215_highRes Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, 5. Race at Nuernberg, Norisring Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, 5. Race at Nuernberg, Norisring P90128292_highRes Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, 5. Race at Nuernberg, Norisring

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