Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

July 13 2013

04:00

Super Formula: Vorschau Round 3 Fuji

Die Regenzeit ist vorbei und der schwüle Hochsommer hat Japan fest im Griff. Mensch und Maschine werden somit beim dritten Saisonlauf der japanischen Super Formula auf dem Fuji Speedway gefordert werden. Bereits im Vorfeld hat der erste Shakedown des neuen SF14-Boliden für kommendes Jahr für Aufsehen gesorgt.

Super Formula Fuji 2011 Kazuki NakajimaDer japanische Hochsommer ist schwül, erstickend, erdrückend und einfach nur heiß. Temperaturen um die 30-39 Grad sind Alltag. So heiß und unerträglich es manchmal aber auch sein mag, der japanische Sommer bringt auch viele schöne Bilder. Beispielsweise die gern gesehenen Feuerwerke, oder aber die vielen größeren sowie kleineren Sommerfeste in den Städten, zu denen so manche Japanerin auch gerne einen modischen Yukata anzieht. Es hilft bei der Ablenkung und gleichzeitigen Abkühlung von der Hitze. Für die Räumlichkeiten, etwa bei der Arbeit oder gar zu Hause, zählt eine Klimaanlage aber noch immer zu den wichtigsten Überlebensutensilien des japanischen Sommers. Diese fehlt den Piloten der Super Formula selbstredend, wenn auch die Frischluftzufuhr bei einem Monoposti ohne dem fehlenden Dach immerhin ein bisschen gewährleistet ist.

Über 30 Grad waren es auch am MittSuper Formula SF14 Fuji Shakedownwoch, als die Super Formula erstmals den neuen Wagen von Dallara für nächstes Jahr vorstellte. Jeweils ein Modell des SF14 mit Toyota und Honda Motoren standen zum Premieren-Shakedown bereit. Die Ehre der beiden ersten Testfahrer erhielten der letztjährige Champion Kazuki Nakajima (Toyota) sowie Vizemeister Takuya Izawa (Honda). Der Shakedown war für die Fans öffentlich zugänglich, weshalb sich ein paar auf der Haupttribüne des Fuji Speedway versammelten, um die ersten Runden von Nakajima und Izawa im neuen SF14 zu bewundern. Der erste Eindruck war durchaus positiv, auch wenn sich beide erst an das Fahrverhalten des neuen Boliden gewöhnen mussten. Grund hierfür sind vor allem die neuen 2,0l 4-Zylinder Reihen-Turbo-Motoren, die ab der kommenden Saison zum Einsatz kommen werden. Das Beschleunigungsverhalten sei laut Takuya Izawa beispielsweise komplett anderes. Ganz frei von Problemen war der Shakedown nicht: Am Mittwochvormittag konnte zunächst nur Nakajima die ersten Runden drehen, bei denen er zweimal aufgrund von Elektronik- und Getriebeproblemen stehenblieb. Die ersten Kinderkrankheiten wurden allerdings zum Nachmittag hin ausgebessert, wodurch beide Fahrer genügend Runden abspulten. Zwar spielen Zeiten bei einem Shakedown keine große Rolle, dennoch bestätigte Kazuki Nakajima am Donnerstag mit 1:24.778 (Top-Speed 304.397 km/h), dass der neue Bolide von Dallara schneller als das Vorgängermodell von Swift Engineering ist. Zum Vergleich: 2012 fuhr Nakajima in Fuji im Qualifying mit 1:25.907 die schnellste Rundenzeit.

Es war der Wunsch der JRP (Japan Race Promotion) an Dallara, den Wagen flinker und schneller zu machen. Hierfür wurde unter anderem das Gewicht um ganze 60kg auf 650kg reduziert. Auffallend sind der aggressive Heckflügel sowie die kleine Finne. Interessantes Detail am Rande: Tsugio Matsuda, der die Testfahren am Donnerstag besucht hatte, fiel auf, dass ein paar Runden ohne den oberen Flap des Heckflügels getätigt wurden. Der SF14 besitzt eine Gesamtlänge von 5268mm sowie eine Breite von 1900mm respektive eine Höhe von 950mm. Der Radstand beträgt 3165mm. Die Bremsen sind wie auch beim aktuellen Wagen aus Carbon; das Getriebe ist ein 6-Gang-Schaltwhippen-System von Ricardo und Zytek. Der Motor für das eigens von Toyota und Honda entwickelte System-E, ein KERS-ähnliches Hybrid-System, welches in der Zukunft unter anderem den derzeitigen Overtake-Button ersetzen soll, beim Shakedown aber noch nicht montiert war, wird im übrigen ebenfalls von Zytek entwickelt. Auch 2014 werden die Einheitsreifen von Bridgestone verwendet werden. Dallara entwickelte den Wagen entsprechend der FIA-Sicherheitsrichtlinien aus dem Jahr 2010. Wie bereits erwähnt werden ab dem kommenden Jahr 2,0l 4-Zylinder Turbo-Reihen-Motoren von Toyota und Honda in der Super Formula zum Einsatz kommen. Dies entspricht dem gleichen Motorenreglement, welches auch die Super GT ab 2014 nutzen wird. Die Aggregate besitzen eine Direkteinspritzung und liefern eine Leistung von 550 PS und 2000cc. Das Gesamtgewicht beträgt 85kg. Offizielles Videomaterial gibt es seitens der JRP leider noch nicht. Die japanischen Kollegen von AutoSport Web haben jedoch ein kleines Video in der Boxengasse aufgenommen, in dem man auch einen ersten Eindruck vom Sound der neuen Turbo-Aggregate erhält.

Wie bereits häufiger erwähnt, ist der aktuelle Super-Formula-Bolide der nach meiner bescheidenen Meinung nach derzeit hübscheste Formel-Wagen. Einen Schönheitspreis wird der SF14 von Dallara sicherlich nicht bekommen. Hässlich ist das neue „Baby“ der Super Formula allerdings auch nicht geworden. Bereits während der Konzeptphase hatte Dallara ihre Erfahrungen in der GP2, Formel 3 oder IndyCar nicht verschwiegen. Entsprechend ist das Resultat: Eine Mischung aus GP2 sowie des derzeitigen Super-Formula-Wagens von Swift Engineering. So Einzigartig wie der FN09 ist der SF14 gewiss nicht. Doch das ist wohl auch das Einzige, was ich persönlich an Dallaras Kreation zu kritisieren habe. Sollte der Wagen allerdings das halten, was die Italiener versprechen, dann sind dies Kritikpunkte, mit denen ich mehr als gut leben kann. Um alle etwaigen Kinderkrankheiten und dergleichen zu beseitigen, wird die JRP und Dallara den Wagen in den kommenden Monaten weiterhin ausführlich testen. Die Termine hierfür sind: Twin Ring Motegi (31.07-01.08.13), Suzuka Circuit (11.09-12.09.13), Sportsland Sugo (30.09-01.10.13), Suzuka Circuit (07.11-08.11.13). Über Neuigkeiten von den Testfahrten werde ich selbstverständlich in den entsprechenden Artikeln berichten.

Bei all dem Wirbel um den neuen Wagen darf natürlich nicht vergessen werden, dass an diesem Wochenende der dritte Saisonlauf am Fuße des Fuji stattfindet. Wer meine Berichterstattung über die beiden wichtigsten und größten japanischen Rennserien Super GT sowie Super Formula verfolgt, dürfte mit der direkt am bekanntesten Wahrzeichen Nippons gelegenen Haus- und Teststrecke von Totoyta vertraut sein. Dennoch die an dieser Stelle obligatorische Streckenvorstellung.

Super Formula Fuji 2012 Loic DuvalDer Fuji Speedway ist durch die Formel 1 in den 70er Jahren, insbesondere aber durch die beiden Grand Prix in den Jahren 2007 und 2008, bekannt. Der Kurs wurde extra für die Rückkehr der Königsklasse von Herman Tielke umgebaut und an die Sicherheitsstandards angepasst. Im Gegensatz zu anderen Strecken, hat er die Strecke mit der längsten Geraden (1,5km) im kompletten Super-Formula-Kalender aber nicht „vertielkt“, wenn auch die Abstinenz einiger Kiesbetten sowie die nahezu fast vollständige Eliminierung des „Bankings“ in einigen Bereichen der Strecke sehr bedauerlich ist. Der Kurs selbst liegt in der Shizuoka-Präfektur, nahe des kleinen Städtchens Oyama und nicht weit von der Großstadt Fuji-chi (übersetzt einfach nur Fuji oder Fuji City) direkt am Fuße des Fuji-san, sprich man hat nicht nur von der Rennstrecke einen malerischen Blick auf das bekannteste Naturwahrzeichen des Landes. Doch wie artikuliert man eigentlich denn Ort des Geschehens? Ich habe im letzten Jahr, auch im Rahmen der WEC, auf einer deutschen Sportwagen-Seite häufiger vom Rennen „in Oyama […]“ gelesen. Dass kann verwirren, wie ich anhand von einigen Kommentaren sah, die sich verwundert darüber äußerten, lediglich Okayama zu kennen. Fährt man denn nun in Fuji, oder in Oyama? Oyama als Austragungsort respektive Austragungsstadt zu wählen ist irreführend, auch wenn das kleine Städtchen nur wenige Autominuten vom Fuji Speedway entfernt liegt. In Japan selbst spricht man lediglich vom Rennen „in Fuji“, was letztlich wohl auch die richtige Wortwahl ist. Oyama ist relativ unbekannt, weshalb von denen in der Umgebung liegenden Städten die Großstadt Fuji-shi, von der man ebenfalls einen wunderschönen Blick auf den Fuji-san hat, am ehesten nennt. Oyama selbst taucht bei einem Blick in die Wikipedia sowie in die Postanschrift des Fuji Speedway auf. Die Japaner lieben es zudem, Wörter abzukürzen, oder neue Komposita als Abkürzung zweier Wörter zu bilden. Der Fuji selbst gilt bei den Japanern als heiliger Ort. Und weil der Kurs direkt am Fuße dieses heiligen Ortes liegt, wird entweder vom Rennen auf dem Fuji Speedway, oder in der Abkürzung vom Rennen in Fuji gesprochen. Denn letztlich betrachtet man den Kurs als Teil eines Ganzen, als Teil von Fuji. Als Teil von Stadt (Fuji-shi), Land (Fuji-san, der heilige Berg, der gleichzeitig auch ein Vulkan ist, aber auch als Teil der über den Ortschaften stehenden Shizuoka-Präfektur) sowie Fluss (Fujikawa, der Fluss von der Präfektur Yamanashi bis nach Shizuoka fließt). Kompliziert? Vielleicht. Unnötig in der Erklärung? Bleibt jedem selbst überlassen. Wikipedia-Recherche/-Forschung/-Wissen ist halt schneller…

Die Strecke hat nach der Neueröffnung im Jahr 2005 eine Gesamtlänge von 4.563 km und insgesamt 16 Kurven. Nicht alle dieser Kurven tragen hingegen einen Namen. Nicht nur aufgrund der langen Start- und Zielgeraden, auf der Spitzengeschwindigkeiten von rund 300 km/h erreicht werden, gilt der Kurs als flink. Die Strecke beinhaltet zum Ende hin auch einige mittelschnelle und langsame Kurven. Die Super Formula fährt die auch von der Super GT genutzten Variante, sprich mit der S-Kurve nach der Dunlop-Kurve. Aufgrund fehelendem Super-Formula-Onboard-Material Im folgendem eine Onboard-Runde aus der Super GT mit André Lotterer aus dem Jahr 2009:

Die Höchstgeschwindigkeit ist einer der Schlüssel zum Erfolg in Fuji. Den Toyota-Aggregaten wird deshalb ein kleiner Vorteil gegenüber den Honda-Motoren nachgesagt. Tatsächlich waren seit 2010  lediglich Toyota-Maschinen siegreich. Der Dominator der letzten Jahre war dabei André Lotterer, der nach seinen Siegen in 2011 sowie 2012 in diesem Jahr nach dem Hattrick greift. Die Chancen des Duisburgers stehen gut. Seine gute Form bewies er unter anderem beim letzten Lauf in Autopolis Anfang Juni, als er bei schwierigen Bedingungen den mit einer besseren Strategie unterwegs gewesenen Loic Duval überrumpelte und sich nach der Pole-Position so auch den Rennsieg sicherte. Lotterers Stärke war deshalb überraschend, da er, wie auch Duval, den Saisonstart in Suzuka aufgrund des Audi-Engagements in der WEC auslassen musste. Im letzten Jahr war Lotterer zudem beim nicht zur Meisterschaft gehörenden JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup siegreich, wurde am Ende aber nachträglich aufgrund eines zu schmalen Unterbodens disqualifiziert. Den Sieg erbte damals Takuya Izawa, der auch den Auftakt zur diesjährigen Saison in Suzuka gewann.

Super Formula Suzuka 2013 Tsugio Matsuda 2In Autopolis lief es für den Dandelion-Fahrer hingegen nicht sonderlich gut. Mit den schwierigen halbnassen sowie nebeligen Bedingungen kämpfend, fand sein Rennen ein frühes Ende, als Titelverteidiger Kazuki Nakajima in einem etwas unüberlegten Manöver nicht nur ihn, sondern in einer Kettenreaktion auch sich selbst sowie unter anderem Takashi Kogure aus dem Rennen nahm. Der Unfall hatte einen direkten Einfluss auf die Meisterschaft, denn sowohl der zu diesem Zeitpunkt Tabellen-führende Takuya Izawa sowie der dritte der Meisterschaft, Takashi Kogure, gingen in Autopolis leer aus. Dadurch entstand das Kuriosum, dass derzeit Tsugio Matsuda (12 Punkte) mit seinem zweiten Platz in Suzuka sowie einem fünften Rang in Autopolis die Meisterschaft anführt. Einen Punkt dahinter befindet sich nach dem perfekten Autopolis-Wochenende bereits André Lotterer. Der Deutsche dürfte allerdings nur sehr unwahrscheinliche Chancen auf den Titel haben. Denn neben dem verpassten Saisonstart wird er, wie auch Loic Duval, den Saisonabschluss in Suzuka aufgrund ihres WEC-Engagements auslassen müssen. Da das Finale wie auch im letzten Jahr bekanntlich aus zwei Sprintrennen besteht, gehen beiden somit viele wertvolle Meisterschaftspunkte verloren. Punktgleich mit Lotterer auf Rang 3 und 4 befindet sich derzeit Takuya Izawa und Naoki Yamamoto. Letzterer ist mit dem vierten Platz in Suzuka sowie dem Bronzerang in Autopolis deutlich besser als noch letztes Jahr in die Saison gestartet. Einen etwas suboptimalen Saisonstart hatten hingegen Joao Paulo de Oliveira (Position 6 mit 6 Punkten) sowie Kazuki Nakajima (Platz 8 mit 3 Punkten). Insbesondere Nakjima hat einen Sieg auf dem Fuji Speedway bitter nötig, um nicht den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren. Sollte der ehemalige Formel-1-Pilot zu seiner alten Form zurückfinden, zählt er zusammen mit seinem Teamkollegen Lotterer, mit er sich im letzten Jahr auf Slick-Reifen ein sehenswertes und stets faires Duell auf dem halb-nassen, halb-trockenen Fuji Speedway lieferte, sowie Joao Paulo de Oliviera, Tsugio Matsuda, Takuya Izawa und Loic Duval zu den Hauptfavoriten auf den Sieg am Sonntag. Letzterer gewann auf Toyotas Haus- und Teststrecke übrigens zuletzt im Jahr 2009.Super Formula Fuji 2012 Yuji Kunimoto

Zu den schwarzen Schafen gehört unter anderem Takashi Kogure. Dem Nakajima-Racing-Piloten wäre ohne die technischen Probleme beim Saisonauftakt in Suzuka fast die Sensation geglückt, weshalb auf ihn ein besonderes Auge geworfen werden muss. Kogure wirkt in diesem Jahr wie ausgewechselt, weshalb er trotz des Nullers in Autopolis nach wie vor zu den Geheimfavoriten auf den Titel zählt. Für zumindest einen Podestplatz dürfte auch Naoki Yamamoto gut sein, der das Momentum aus dem vierten Platz aus Suzuka sowie dem dritten Rang in Autopolis nach Fuji mitnimmt. Ebenfalls im Auge behalten muss man Ryo Hirakawa. Der von den japanischen Medien schon als neues Supertalent gefeierte Rookie beendete die ersten beiden Rennen auf dem achten respektive siebten Platz. Er fiel nicht nur bei den offiziellen Testfahrten zu Beginn des Jahres positiv auf, sondern pilotiert auch jenen Wagen, mit dem Kazuya Oshima im vergangenen Jahr in Fuji Dritter wurde. Mit Mischbedingungen wie 2012 ist in diesem Jahr bei über sehr schwülen 32 Grad Außentemperatur hingegen nicht zu rechnen – laut aktueller Wetterprognose gibt es nur sehr minimale Chancen auf vereinzelte, kleinere Regenschauer. Insgesamt 55 Runden (250.965km) stehen auf dem Programm.

TV-Zeiten Fuji

An der aktuellen TV-Situation hat sich selbstredend nichts verändert. Wer das Rennen sehen möchte, muss erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative im Internet zurückgreifen. J Sports 3 überträgt am Sonntagmorgen ab 7 Uhr deutscher Zeit live. Der Rennstart erfolgt bereits 15 Minuten später um 7:15 Uhr.

86 total views, 56 views today

The post Super Formula: Vorschau Round 3 Fuji appeared first on Racingblog.

flattr this!

April 13 2013

19:00

Super Formula Saisonvorschau 2013

Die Formula Nippon heißt ab diesem Jahr Super Formula. Der Namenswechsel liegt der neuen Strategie zugrunde, in Asien zu expandieren. Der Saisonstart erfolgt dieses Wochenende in Suzuka. Oft kopiert, in der Qualität aber unerreicht, wird der Racingblog auch diesem Jahr wieder ausführlich über Japans wichtigste und höchste Formel-Serie berichten.

Super Formula Round 0 Suzuka 2013 Start 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Böse Zungen könnten behaupten, dass durch den Namenswechsel von Formula Nippon auf Super Formula Raider nun einfach Twix heißen würde. Betrachtet man auch lediglich dieses Jahr, so könnte man dieser Aussage auch fast schon zustimmen. Allerdings eben auch nur fast. Denn hinter dem neuen Namen steckt die komplett neue Strategie der Serie. Ähnlich der Super GT möchte die JRP (Japan Race Promotion) mit ihrer Formel-Serie auf dem asiatischen Markt expandieren. Hierfür benötigt man nicht nur einen etwas „neutraleren“ Namen, sondern als FIA-sanktionierte Serie auch den Segen des Motorsport-Weltverbandes. Und genauer dieser untersagt, dass eine nationale Rennserie als solche ein Championat austrägt, wenn sie in mehr als zwei Ländern unterwegs ist. Durch die Expandierung erhofft man sich, einen ähnlichen Stellenwert wie die Formel 1 oder IndyCar in Asien zu erhalten.

Vom ursprünglich kompletten Namen „All-Japan Championship Formula Nippon“ taufte man sich somit in „Japanese Championship Super Formula“ um. Manch europäischem Motorsport-Fan mag sicherlich eine gewisse Namensähnlichkeit zur Superleague Formula auffallen, tatsächlich ist der Name allerdings an die Super GT, die populärste Rennserie in Japan angelehnt. Auch diese nannte sich 2005 aus genau den gleichen Gründen in den heute bekannten Namen um. Mit dem Namenswechsel endet die Ära der Formula Nippon, die 1996 als komplett neue Rennserie und Nachfolgeserie der japanischen Formel 3000 (Japanese Formula 3000) gegründet wurde . Die Vergangenheit der Rennserie geht selbstredend viel weiter, bis ins Jahr 1973, zurück, als Motoharu Kurosawa erster All-Japan-Formula-2000-Meister wurde. Jene Statistiken aus der Vergangenheit werden inoffiziell miteingerechnet, offiziell beschränkt sich die JRP hingegen auf die Ergebnisse seit 1996. Würde man beispielsweise den Rekordmeister aller Jahre bestimmen wollen, so müsste man, unter Einberechnung der kompletten Vergangenheit, die japanische Rennfahrerlegende Kazuyoshi Hoshino nennen. Der heutige Impul-Teamchef gewann, abgesehen vom Formula-Nippon-Zeitalter, unter jedem Reglement insgesamt sieben Meisterschaften (1975, 1977, 1978, 1987, 1990, 1993). An zweiter Stelle müsste eine weitere Legende genannt werden: Satoru Nakajima war insgesamt fünfmal erfolgreich (1981, 1982, 1984, 1985, 1986). Dem Vater von Kazuki und Daisuke Nakajima gelang zudem als einziger drei Titel hintereinander zu gewinnen. Beschränkt man sich hingegen lediglich auf das Zeitalter der Formula Nippon, sprich ab 1996, so würde die Wahl des Rekord-Champions auf Satoshi Motoyama fallen, der insgesamt viermal siegreich war (1998, 2001, 2003, 2005). Das Kunststück mehrere Titel hintereinander zu gewinnen gelang in dieser Zeit hingegen lediglich Tsugio Matsuda (2007 und 2008).

Super Formula Logo 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Wie dem letztlich auch sei: Vom Wechsel von Formula Nippon auf Super Formula handelt es sich lediglich um einen Namenswechsel und nicht um eine komplette neue, respektive Nachfolgerserie! Das Ganze ist schon fast mit der der Namensänderung der Indy Racing League auf IndyCar Series zu vergleichen. Letzter Champion unter dem alten Namen wurde Kazuki Nakajima. Der Tom’s-Fahrer sicherte sich in seinem erst zweiten Jahr in der Serie in einem packenden wie auch unglaublich spannenden Finale den Titel. Der Sieger am Ende dieses Jahres darf sich hingegen nicht nur erster Super-Formula-Meister nennen, sondern auch der letzte Champion mit dem alten Wagen sein. Im nächsten Jahr wird die Super Formula nämlich den neuen Einheitswagen von Dallara einsetzen.

Die Wahl auf den italienischen Hersteller, der unter anderem auch die Chassis für die IZOD IndyCar Series und GP2 baut, wurde im letzten Jahr kurz vor dem Saisonfinale in Suzuka bekanntgegeben. Wie das japanische Magazin Auto Sport allerdings berichtete, fiel die Wahl des neuen Herstellers zunächst allerdings nicht auf die Italiener, sondern die JMIA (Japan Motor-Racing Industry Association), die unter anderem das Chassis für die Japanese Formula 4 herstellen. Nach Angaben des Magazins hat sich die JRP zunächst für die JMIA entschieden, da diese ein gutes Konzept, sogar ohne Anzahlung für die Entwicklungskosten, auf den Tisch legten. Ein sehr kritischer Kommentar, insbesondere gegenüber der Zukunft und Expandierungspläne der JRP, von Minoru Hayashi (Chairman der JMIA) im Juni 2012  auf der Webseite der JMIA, hat allerdings wiederum viele Mitglieder, die zuvor noch die JMIA unterstützen, verärgert. Zusammen mit den Team-Besitzern entschloss sich die JRP auf einer nicht-öffentlich zugänglichen Konferenz dann letztlich für Dallara. Super Formula Saisonvorschau 2013

Am 25. März 2013 präsentierte die Japan Race Promotion auf einer Pressekonferenz dann endlich die ersten Bilder des neuen Boliden. Auffallend ist, dass sich Dallara stark den Monoposti aus der Formel 1 oder GP2 orientiert. So besitzt der SF14 beispielsweise eine leicht gekrümmte Nase. Des Weiteren ist die Heckfinne auffallend, aber auch der aggressive Heckflügel. Zu gefallen wissen auch die geschwungenen Seitenkästen. Bereits im Vorfeld gab Dallara bekannt, dass man das Know-How aus den anderen Rennserien auf das klare Konzept der JRP übertragen möchte. Das Ergebnis wirkt, im Gegensatz zum FN09 – dem nach meiner bescheidenen Meinung nach derzeit hübschesten Formel-Wagen) von Swift Engineering (auch bekannt als Swift 017.n) nicht mehr ganz so einzigartig, aber dennoch hübsch. Genaue technische Details wollten Dallara und die JRP noch nicht verraten, außer das der Wagen 650kg schwer sein wird. Mit diesen sollte aber zum Shakedown des Wagens im Sommer zu rechnen sein. Nach den ersten Proberunden von Kazuki Nakajima und Takuya Izawa im Simulator in Italien soll der Wagen schneller als der aktuelle FN09 sein. Nakajima lobte zudem die Ansprechbarkeit des Boliden, dass er, zumindest im Simulator, sofort das Feedback spürte und seine Rundenzeiten systematisch verbessern konnte. Er könne es jedenfalls kaum noch erwarten, bis er endlich im fertigen Wagen sitzen kann.

 Super Formula Saisonvorschau 2013Durch die höhere Geschwindigkeit wird die Super Formula noch näher an den Speed der aktuellen Formel 1 heran. Zum Vergleich: 2012 betrug die 107%-Regel in der Qualifikation zum Großen Preis von Japan 1:38.471 Minuten. Im gleichen Jahr stellte die Formula Nippon in Suzuka einen neuen, Serien-internen Rundenrekord von 1:38.700 auf, der in diesem Jahr aufgrund neuer Einheitsreifen von Bridgestone von gleich sieben Fahrern in der Qualifikation gebrochen werden konnte. Den neuen Rundenrekord stellte Takuya Izawa mit einer 1:38.217 auf. Dadurch unterstreicht die Super Formula erneut, keine Nachwuchsserie, sondern etwas komplett Eigenständiges wie beispielsweise die IZOD IndyCar Series zu sein! Beim Motorenreglement wird die Super Formula erneut Hand in Hand mit der Super GT gehen. Die Aggregate von Toyota und Honda werden 2,0-Liter 4-Zylinder Turbo-Reihemotoren sein und insgesamt 550 PS sowie 700Nm-Drehmoment besitzen. 50 weitere PS werden durch das KERS-ähnliche „System E“ möglich sein, an dem Toyota und Honda seit einigen Jahren entwickeln. System E soll das derzeitige, fünfmal für jeweils fünf Sekunden aktivierbare Boost-System des aktuellen Wagens ersetzen.

All dies ist selbstredend Zukunftsmusik, von der wir in diesem Jahr aber sicherlich, spätestens zum Shakedown des neuen Wagens im Sommer, häufiger berichten werden.

 

Änderungen und der Rennkalender 2013

Eine große Änderung in diesem Jahr betrifft die Vereinheitlichung des Qualifikationssystems. 2012 wurde je nach Rennen zwischen einer Kombination aus regulärer Qualifikation sowie einem anschließenden Einzelzeitfahren der besten zehn Fahrer sowie  dem aus der Formel 1 bekannten Knock-Out-Format gewechselt. In diesem Jahr wird hingegen das Knock-Out-Format bei allen Rennen zum Einsatz kommen. Nach dem ersten, 20-minütigen Qualifikationssegment scheiden die Platzierungen von 15 bis 19 aus. Für das dritte Qualifikationssegment qualifizieren sich hingegen die acht besten Fahrer aus Q2. Beide Segmente sind jeweils sieben Minuten lang. Eine weitere Änderung betrifft den neuen Einheitsreifen von Bridgestone. Der japanische Hersteller hat für dieses Jahr eine neue Reifenmischung entwickelt, die mehr Grip besitzt und folglich schnellere Rundenzeiten zulässt. Die Folge: Bereits zur Qualifikation zum Saisonstart in Suzuka unterboten sieben Fahrer den erstSuper Formula 2013 Kazuki Nakajima 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013 im letzten Jahr aufgestellten Rundenrekord von 1:38.700. Am schnellsten auf den neuen Pneus war Takuya Izawa, der wie bereits erwähnt eine 1:38.217 auf den Asphalt brannte. Über die Lebensdauer der neuen Reifen steht hingegen noch ein großes Fragezeichen. Laut Angaben von Bridgestone sollen die Pneus nicht schneller als im letzten Jahr abbauen. Letztlich wird man aber wohl die ersten zwei Rennen abwarten müssen, um dies beurteilen zu können. Die Fahrer sind jedenfalls vom Grip-Gewinn begeistert.

Der diesjährige Rennkalender bietet ein ähnliches Bild wie im letzten Jahr. Passend zur neuen Strategie der Serie wird die Super Formula 2013 allerdings ihr Debüt in Südkorea feiern. Anders als die Super GT geht es allerdings nicht auf den Korea International Circuit in Yeongnam, sondern auf den komplett neuen Autopia Circuit in Inje. Die Veranstalter unterschrieben mit der JRP einen mehrjährigen Vertrag, welcher das Rennen zum festen Bestandteil des zukünftigen Super-Formula-Kalender werden lässt. Ziel der Veranstalter ist es, den Motorsport und dabei insbesondere Formel-Sport in Korea bekannter und populärer zu machen. Nach der Formel 1 wäre die Super Formula somit die zweite große Formel-Serie im Land. Für die Super Formula ist es nicht das erste Auslandsrennen: Bereits 2004 trug man einen Lauf auf dem Sepang Circuit in Malaysia aus. Damals gewann André Lotterer vor Naoki Hattori und Juichi Wakisaka.

Der Saisonstart erfolgt traditionell an diesem Wochenende in Suzuka. Anschließend begibt sich die Super Formula leider in eine fast zweimonatige Pause, wohl auch bedingt durch Terminkollisionen mit der Super GT. Erst am 2. Juni geht es in Autopolis (Kyushu) weiter. Es folgen der Fuji Speedway, der Twin Ring Motegi, der Autopia Circuit in Inje (Korea), ehe es am Ende der Saison ins Sportsland Sugo sowie zum erneuten Finale in Suzuka geht. Den großen, nicht zur Meisterschaft-gehörenden Saisonabschluss mit der Super GT wird beim JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup vom 15. bis 17. November auf dem Fuji Speedway zelebriert. Abgesehen von beiden Läufen in Suzuka beträgt die Renndistanz jeweils 250km. Zum Saisonstart wird man hingegen ganze 300km (oder 296,157km, wenn man es wirklich genau nimmt), sprich 51 Runden absolvieren – nur zwei Runden weniger als die Formel 1! Zum Saisonabschluss setzt man hingegen wieder auf das aus dem letzten Jahr bekannte „Zwei-Sprintrennen-Format“ über 20 respektive 28 Runden. Insbesondere das zweite Sprintrennen bot einiges an Spannung, da die Meisterschaftsführung mehrmals zwischen den fünf verbliebenen Titelkontrahenten wechselte.

Der Kalender für 2013:

13.04-14.04:   Suzuka Circuit
01.06-02.06:   Autopolis
13.07-14.07    Fuji Speedway
03.08-04.08:   Twin Ring Motegi
24.08-25.08:   Inje (Korea)
28.09-29.09:   Sportsland Sugo
09.11-10.11:   Suzuka Circuit
15.11-17.11:   JAF Grand Prix Fuji Speedway (gehört nicht zur Meisterschaft)

 

Teams und Fahrer 2013

 

Petronas Team Tom’s (Toyota)
#1 Kazuki Nakajima
#2 André Lotterer
#2* James Rossiter (ersetzt Lotterer beim ersten und letzten Rennen)

Super Formula 2012 Kazuki Nakajima 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Im letzten Jahr konnte sich in einem packenden wie auch spannenden Saisonfinale Kazuki Nakajima den Titel sichern. So überlegen wie sein Teamkollege André Lotterer im Jahr 2011 war der Ex-Williams-F1-Pilot hingegen nicht: 2011 gewann Lotterer sechs von sieben Läufen. Ausgerechnet das Rennen in Autopolis gewann letztlich Nakajima, weil Lotterer aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi nicht daran teilnehmen konnte. Von dieser Überlegenheit war 2012 nichts mehr zu spüren. Zwar war Nakajima beim Saisonauftakt in Suzuka siegreich. Es sollte allerdings bis zum allerletzten Lauf dauern, bis er sich erneut auf die Mitte des Podests stellen konnte. Grund hierfür war die schwindende Dominanz von Tom’s sowie die deutlich gestärkte Konkurrenz in Form von Tsukakoshi, Izawa sowie Joao Paulo de Oliveira. Lotterer selbst gewann im letzten Jahr immerhin zwei Läufe (Motegi im Frühjahr sowie Fuji), schrieb dafür aber auch zwei Nuller. Zwar gelang es Tom’s am Ende den Fahrermeister zu Stellen, die Team-Wertung musste man hingegen Docomo Team Dandelion Racing überlassen. Grund hierfür waren neben Fahrfehlern auch einige kleinere, technische Defekte. Auch die diesjährige Saison sollte für Petronas Team Tom’s nicht einfach werden: Bei beiden Testfahrten in Suzuka sowie auf dem Fuji Speedway bewegte man sich lediglich im Mittelfeld. Selbstredend gilt Kazuki Nakajima dennoch als heißer Titelanwärter. Sein Teamkollege André Lotterer sollte hingegen keine allzu realistischen Chancen auf den Titel haben. Aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi wird der Duisburger sowohl beim Saisonstart wie auch beim Saisonfinale in Suzuka fehlen. Es ist dennoch erfreulich, dass der 2-fache Le-Mans-Sieger doch noch eine weitere Saison in seiner Wahlheimat Japan fahren wird, nachdem er sich Ende letzten Jahres darüber noch nicht ganz sicher war. Lotterers große Fanbase im Land der aufgehenden Sonne wird sich darüber freuen. Bei beiden Suzuka-Rennen wird Lotterer vom 29-jährigen Briten James Rossiter ersetzt, der bereits Testfahrten für Force India in der Formel 1 absolvierte und Teamkollege von Kazuki Nakajima bei Tom’s in der Super GT ist.

 

Kondo Racing (Toyota)
#3 Hironobu Yasuda

Super Formula 2012 Hironobu Yasuda 2 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Team-Besitzer Masahiko Kondo (von mir auch gerne als „der Mann mit der besten Frisur im Fahrerlager” genannt) ist eine Art Multitalent. Der in Japan bekannte Sänger, Schauspieler und Komponist ging mit seinem Team erstmals im Jahr 2000 an den Start. Es sollte ganze acht Jahre dauern, bis Joao Paulo de Oliveria Masahiko Kondo in Fuji den bis dato einzigen Sieg des Teams spendierte. Mit insgesamt 44 Punkten in der Team-Wertung schob sich Kondo Racing 2008 vor namenhafte Mannschaften wie Impul. Kondo Racing ist ein stark antizipiertes Team, dessen Durchbruch seit der Saison 2008 vorausgesagt wird, nach dem Weggang von de Oliveira zu Impul aber dieser Erwartungshaltung etwas zurückblieb. Im letzten Jahr verpflichtete man den Rookie Hironobu Yasuda, der sich in Serien wie der japanischen Formel 3 bereits einen Namen machte und seit 2010 auch für Kondo Racing in der Super GT unterwegs ist. In diesem Jahr ist dort sein Teamkollege übrigens Michael Krumm. Yasuda blieb im letzten Jahr punktlos. Sein bestes Resultat war ein neunter Platz in Motegi sowie zum Saisonfinale in Suzuka, womit er nur knapp Meisterschaftspunkte verpasste. Während der Testfahrten in Suzuka machte der 29-jährige Japaner eine solide Figur.

 

Kygnus Sunoco Team LeMans (Toyota)

#7 Ryo Hirakawa
#8 Loic Duval
#8* Andrea Caldarelli (ersetzt Duval beim ersten und letzten Rennen)

Super Formula 2013 Ryo Hirakawa 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Im letzten Jahr traten Team LeMans sowie deren Schwester-Team Kygnus Sonoco aufgrund vertraglicher Probleme noch getrennt an. In diesem Jahr ist das Team endlich vereint, was der Koordination sowie der Stärkung der Mannschaft sicherlich zu Gute kommen sollte. Nach einem Jahr Pause feierte im letzten Jahr der Champion von 2009, Loic Duval, seine Comeback bei Kygnus Sunoco. Bedingt durch seine Fähigkeiten sowie seinem Wissen gelang es dem Franzosen, genau die richtige und auch von mir prophezeite Entwicklungsarbeit zu leisten. Das Ergebnis: Ein dritter Platz in Autoplis sowie der zweite Rang beim Finale in Suzuka. Die Saison beendete Duval mit 25 Zählern auf Rang 6. Die Früchte dieser Aufbauarbeit sollte der Franzose auch in diesem Jahr ernten können. Wie auch Lotterer sind seine Meisterschaftschancen aber eher unrealistisch, denn auch er wird beim Auftakt sowie Finale aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi fehlen. Bei diesen zwei Rennen wird er deshalb vom Italiener Andrea Caldarelli ersetzt, der relativ erfolglos und ohne Punkte 2011 bei Kondo Racing fuhr. Caldrelli ist außerdem für KeePer Tom’s in der Super GT unterwegs. Die komplette Medienaufmerksamkeit wird hingegen der von den japanischen Medien schon als neuer Superstar gefeierte Ryo Hirakawa bekommen. Der erst 19-jährige Japaner ist nicht nur der jüngste Starter im Feld, sondern blickt auch auf eine sehr erfolgreiche, vergangene Saison zurück. Hirakawa gewann neben der japanischen Formel 3 auch den Porsche Carrera Cup Japan und sicherte sich den Vizetitel in der Formula Challenge Japan. Gleich bei seinem ersten Einsatz während der Testfahrten in Suzuka machte der in Hiroshima geborene Japaner mit Gesamtrang 2 auf sich aufmerksam, weshalb ich Podiumsplätze in seiner Rookie-Saison für nicht unwahrscheinlich halte. Hirakawa ersetzt Kazuya Oshima, der im letzten Jahr fast das Rennen auf dem Fuji Speedway gewann.

 

HP Real Racing (Honda)

#10 Koudai Tsukakoshi
#11 Yuhki Nakayama

Super Formula 2013 Koudai Tsukakoshi 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013HP Real Racing ist ebenfalls ein sehr junges Team. 2007 ging man erstmals mit Teams in der Super GT sowie der japanischen Formel 3 an den Start, ehe man 2009 zusammen mit der Einführung des FN09 auch in der Formula Nippon mit Koudai Tsukakoshi am Steuer startete. Die Ergebnisse waren für ein neues Team solide, 2011 war hingegen ein Katastrophenjahr. Nachdem Tsukakoshi von Docomo Team Dandelion Racing abgeworben wurde, pokerte HP Real Racing mit dem jungen Talent Takashi Kobayashi, der 2010 die Japanese Formula 3 mit sechs Siegen gewann. Kobayashi blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück und wurde mit null Meisterschaftspunkten noch mitten in der Saison durch Hideki Mutoh ersetzt, der allerdings ebenfalls keine Punkte für das Team einfahren konnte. Tuskakoshis Super-GT-Teamkollegen Toshihiro Kaneishi gelangen im letzten Jahr zwei Meisterschaftszähler. In diesem Jahr kehrt Koudai Tsukakoshi hingegen wieder zu seinem alten Team zurück. Der Vizemeister vom letzten Jahr bringt nicht nur neue Erfahrung sowie gewonnenes Wissen von Docomo Team Dandelion Racing, sondern auch eine ordentliche Ladung Motivation mit. Tsukakoshi gelang in Autopolis letztes Jahr sein erster Karrieresieg in Japans höchster Formel-Serie; am Ende fehlten lediglich drei Zähler zum Titelgewinn. Beachten muss man allerdings, dass HP Real Racing nicht Docomo Team Dandelion Racing ist, weshalb Top-5-Resultate für 26-jährigen Japaner machbar, aber nicht einfach werden. Persönlich kann ich den Wechsel von Tsukakoshi nicht ganz nachvollziehen. Allerdings ist er für Real Racing an der Seite von Toshihiro Kaneishi auch in der Super GT unterwegs, was das Ganze zumindest etwas sinniger erscheinen lässt. In diesem Jahr wird HP Real Racing zudem erstmals dauerhaft einen zweiten Wagen einsetzen. Yuhki Nakayama sammelte bereites bei zwei Gastspielen in Fuji sowie Motegi im letzten Jahr erste Erfahrungen im Team sowie mit dem Boliden.

 

Team Mugen (Honda)
#15* Takuma Sato (nur ausgewählte Rennen)
#15* Takashi Kobayashi (nur ausgewählte Rennen)
#16 Naoki Yamamoto

Super Formula 2013 Takuma Sato 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Mugen ist Honda-Fans ein Begriff. Tatsächlich gehört das seit 2010 in der Super Formula befindliche Team, bis auf den Namen und die Nähe zur Honda-Familie aber nicht Mugen selbst, wohl auch weil es den Namen Mugen in seiner ursprünglichen Form nicht mehr gibt. Nach einem Steuerskandal im Jahr 2003 ging Mugen Konkurs und trägt seit 2004 den Namen M-Tec. Im Debütjahr ging das damalige Team Motul Mugen mit Yuji Ide an den Start, der allerdings nur einen Punkt erzielte. 2011 Jahr warb man den Nakajima-Racing-Fahrer Naoki Yamamoto ab, der auch gleich in der ersten Qualfikation des Jahres in Suzuka mit einer Fabelzeit die Pole Position einstrich, im Rennen allerdings leer ausging. Der zweite Höhepunkt war Yamamotos fünfter Platz in Autopolis; das Jahr beendete man mit lediglich fünf Punkten auf dem Konto. Im letzten Jahr lief es für Yamamoto etwas schlechter: Zwar überzeugte er bei den Testfahrten in Suzuka, konnte am Ende der Saison allerdings nur zwei siebte Plätze in Suzuka sowie Motegi vorweisen. Insbesondere an seiner Konstanz muss Yamamoto arbeiten. Besonders erfreulich für die japanischen Fans: Auch in diesem Jahr wird Takuma Sato vereinzelte Gastspiele in der Super Formula geben, das erste gleich zum Saisonstart in Suzuka. Bereits im letzten Jahr nahm der IndyCar-Fahrer an den letzten beiden Rennen sowie beim JAF Grand Prix teil und kam nach eigener Aussage von Rennen zu Rennen immer besser mit dem Auto zurecht. Dass diesjährigen Einladungsrennen, offiziell als Round 0 bezeichnet, im Rahmen des Suzuka Fan Appreciation Day, gewann Sato nach Abbruch, nachdem sechs Fahrzeuge sich ausgangs der 130R verkeilten und eine Massenkarambolage auslösten. An wie vielen Rennen Sato in diesem Jahr letztlich teilnehmen wird ist noch nicht bekannt. Vergleicht man die Termine mit dem IndyCar-Kalender, wären Einsätze beim Finale in Suzuka sowie dem JAF Grand Prix möglich. Eine Terminüberschneidung zum Rennen im Sportsland Sugo gibt es zwar nicht, zu diesem Zeitpunkt befindet sich die IndyCar-Saison in den USA allerdings im Endspurt. Über die möglichen Einsätze von Takashi Kobayashi, der den zweiten Honda CR-Z von ARTA in der GT300 der Super GT pilotiert, hat sich Team Mugen hingegen noch nicht geäußert.

 

KCMG (Toyota)
#18 Richard Bradley

Super Formula 2012 KCMG 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013KCMG ist das einzige Team der Super Formula, welches nicht seinen Sitz in Japan, sondern in Hong Kong hat. 2008 zum Zweck der Teilnahme an verschiedenen, asiatischen Motorsportserien gegründet, fand KCMG den Weg in die damals noch Formula Nippon genannte Serie. Katsuyaka Hiranaka, erfahrener Formula-Nippon-Fahrer, erzielt für das Team allerdings lediglich zwei siebte Plätze in Autopolis und Motegi. Als  2011 der Schweizer Alexandre Imperatori Hiranaka ersetzt, dieser aber lediglich 2,5 Punkte einstrich, war davon auszugehen, dass KCMG sich wieder aus der Formula Nippon zurückziehen würde. Nach einem anfänglichen Rätselraten tauchte das Team aber dennoch auf der Entry-List mit Ryo Orime auf. Orime beendete die Saison mit null Punkten auf dem vorletzten Platz, was auch der Unterlegenheit des Teams geschuldet ist. In diesem Jahr hat man den Briten mit malaysischer Rennlizenz Richard Bradley verpflichtet. Bradley beendete unter anderem die japanische Formel 3 auf Gesamtrang 4 und nahm an zwei Läufen der europäischen Formel 3 teil. Auch in diesem Jahr sollte man von KCMG nicht allzu viel erwarten.

 

Lenovo Team Impul (Toyota)
#19 Joao Paulo Lima de Olivera
#20 Tsugio Matsuda

Super Formula 2013 Joao Paulo de Oliveira 300x187 Super Formula Saisonvorschau 2013Die auffälligste Änderung bei Team Impul ist der neue Hauptsponsor sowie das veränderte Paintscheme des Wagens. Ansonsten tritt das Team von der japanischen Rennfahrerlegende Kazuyoshi Hoshino unverändert an. Joao Paulo Oliveira, der die Meisterschaft 2010 gewann und im letzten Jahr trotz Pech und einigen technischen Defekten noch Chancen auf den Titel im letzten Rennen hatte, setzte bereits bei den Testfahrten auf dem Fuji Speedway ein erstes Ausrufezeichen. Damit unterstrich der Brasilianer seine Titelambitionen. Im letzten Jahr feierte Tsugio Matsuda sein Comeback in der Serie. Kurioserweise war es das erste Jahr des Doppelmeisters von 2007 und 2008 im FN09, weshalb er sich übers Jahr verteilt erst an diesen gewöhnen musste. Zum Ende der Saison hin kam Matsuda aber immer besser in Fahrt, verpasste im strömenden Regen von Sugo aufgrund eines technischen Defekts sogar nur knapp das Podium. Die Möglichkeit zum Titelgewinn sah ich aufgrund seiner zu langen Pause im letzten Jahr noch nicht. In diesem Jahr gilt Matsuda hingegen, wie auch sein Teamkollege, als heißer Anwärter auf die Meisterschaft.

 

Nakajima Racing (Honda)

#31 Daisuke Nakajima
#32 Takashi Kogure

Super Formula 2013 Takashi Kogure 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Nakajima Racing war neben Ryo Hirakawa die Überraschung bei den Tests in Suzuka. Zumindest in Form von Takashi Kogure. Der bei den japanischen Fans sehr beliebte Honda-Pilot mag zwar gerne über sein Ziel hinausschießen, wirkt in diesem Jahr aber wie ausgewechselt. Sein Sieg beim Saisonauftakt der Super GT am vergangenen Wochenende in Okayama unterstreicht dies. Kogure ist in Super Formula seit 2003 dabei, konnte trotz sieben Siegen und insgesamt 15 Pole Positions allerdings noch keinen Titel in ihr erringen. Zwar gilt das Team von Satoru Nakajima seit einigen Jahren nicht mehr zu den stärksten Mannschaften, Kogure könnte dieses Jahr dennoch für die eine kleine Überraschung sorgen. Eine etwaige Teilnahme am Titelkampf halte ich persönlich zwar für unwahrscheinlich, mögliche Podestplätze oder gar Siege hingegen für realistisch. Sein Teamkollege Daisuke Nakajima scheint, wenn man die Testergebnisse als Indikator herziehen möchte, genau dort weiterzumachen, wo er letztes Jahr aufgehört hat: im Mittelfeld. Im letzten Jahr war Kazukis jüngerer Brüder teilweise etwas schneller als Kogure. Sofern dieser aber seine bisherig gute Leistung konstant übers Jahr durchziehen kann, sollte das Team-interne Duell zu Gunsten von Takashi Kogure ausfallen.

 

P.MU/Cerumo Inging (Toyota)

#38 Kohei Hirate
#39 Yuji Kunimoto

Super Formula 2012 Yuji Kunimoto 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Hinter dem auf den ersten Blick unaussprechlichen Namen verbirgt sich ein Zusammenschluss der beiden Teams Cerumo Inging und Motorsport. Im Gegensatz zur Super GT, wo Cerumo ein relativ erfolgreiches Team ist, fährt man dem Erfolg in der Super Formula hinterher. 2008 fusionierte Cerumo aufgrund von Sponsorenschwund mit dem sich seit 2006 in der Super Formula befindlichen Team Motorsport, die aus der japanischen Formel 3 aufgestiegen sind. Mit zwei Teams und drei Autos war das Debütjahr für dieses Joint-Venture gleichzeitig auch das Erfolgreichste, anschließend fiel man aufgrund finanzieller Probleme und fehlenden Sponsoren ab, was ebenfalls im Einsatz von lediglich einem Auto resultiere. 2012 setzte man erstmals wieder mit Kohei Hirate (fährt ebenfalls für Cerumo in der Super GT) sowie Yuji Kunimoto zwei Fahrzeuge ein. Kunimoto debütierte vorletztes Jahr als amtierender japanischer F3-Champion und hatte dementsprechend den Rummel der Presse um sich. Aufgrund des nicht konkurrenzfähigen Wagens blieben mögliche Achtungserfolge allerdings aus. Das Engagement von Kohei Hirate im letzten Jahr machte sich bezahlt: Durch sein Know-How und Wissen half er bei der Entwicklung des Wagens und beendete das Jahr mit acht Zählern auf Rand 9. Kunimoto erreichte hingegen nur zwei Pünktchen und musste sich mit Platz 13 begnügen. Teamchef in der Super Formula ist im übrigen Yuji Tachikawa, der zusammen mit Kohei Hirate den Zent Cerumo SC430 in der Super GT pilotiert.

 

Docomo Team Dandelion Racing (Honda)

#40 Takuya Izawa
#41 Hideki Mutoh

Super Formula 2013 Takuya Izawa 2 300x168 Super Formula Saisonvorschau 2013Es klingt fast wie die Geschichte des Aschenputtels: Seit 1999 in der Super Formula, belegte Docomo Team Dandelion Racing meist nur die letzten Plätze des Starterfelds. Es sollte bis zum Jahr 2002 dauern, als man den Nordiren Richard Lyons unter Vertrag nahm, der dem Team noch im selben Jahr die ersten Punkte bescherte und dabei half, den Wagen in die richtige Richtung zu entwickeln. Das Ergebnis: 2004 gewann Lyons mit Dandelion die Meisterschaft. Seitdem ist das Team nicht nur eines der bekanntesten in der Super Formula, es verhalf auch dem Telekommunikationsgiganten Docomo an Popularität zu gewinnen. Seit dem Meisterschaftsgewinn mit Lyons fährt das Team dem nächsten, großen Erfolg allerdings etwas hinterher. Erst die Verpflichtung von Loic Duval im Jahr 2010 brachte etwas Besserung. 2012 hätte das nächste, erfolgreiche Jahr für die Dandelion-Truppe werden können. Zwar verpassten sowohl Koudai Tsukakoshi wie auch Takuya Izawa mit drei Saisonsiegen nur knapp den Fahrertitel. Am Ende jubelte die Mannschaft dennoch, da man die Team-Wertung gewann. Dem Team sowie beiden Fahrern fehlte es am Ende letztlich ein wenig an Konstanz. Izawa, der seit 2009 bei Dandelion ist, gilt auch in diesem Jahr als Titelkandidat und wird beim Saisonstart, wie auch im letzten Jahr, von der Pole Position ins Rennen gehen. Izawas Teamkollege in diesem Jahr ist Hideki Mutoh. Der ehemalige IndyCar-Pilot fuhr bereits in den Jahren 2006 und 2011 in der Super Formula, konnte allerdings lediglich in seinem Debütjahr einen einziges Pünktchen ergattern.

 

Tochigi Le Beausset Motorsports (Toyota)
#62 Koki Saga

Super Formula 2012 Koki Saga 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Le Beausset Motorsports ist ein sehr junges Team, das hauptsächlich in der japanischen Formel 3 unterwegs ist und erst 2011 mit einem Team in die Super Formula aufstieg. Dabei setzte man auf den bereits seit 2005 geförderten Koki Saga. Saga blieb 2011 punktlos und beendete sein Debütjahr auf dem 17. Platz. In seinen insgesamt sechs Jahren in der Japanese Formula 3 Series sowie einigen Ausflügen in die GT300 der Super GT, verbesserte er sich stets von Jahr zu Jahr, von anfangs Platz 13 bis zum Ende hin auf Position 4. Meisterschaftspunkte blieben allerdings auch im letzten Jahr aus, weshalb 2013 ebenfalls nicht sonderlich viel von ihm sowie Tochigi Le Beausset Motorsports, welches zusammen mit KCMG eher das Schlusslicht des Feldes bildet, erwarten sollte.

 

TV-Zeiten Suzuka

 
An der TV-Situation der Super Formula hat sich auch in diesem Jahr nichts geändert: Außerhalb Japans bleiben die Flachbildfernseher schwarz. In Japan überträgt der Pay-TV-Sender J Sports alle Rennen live; Zusammenfassungen sowie Highlights werden zusätzlich auf BS Fuji ausgestrahlt. Um an Live-Bilder zu kommen, muss sich daher wieder um die mehr oder weniger beliebte Graualternative bemüht werden. Bei der üblichen Quelle werden auch in diesem Jahr wieder alle Rennen live gezeigt. Los geht’s bereits am morgigen Sonntag. J Sports 1 überträgt ab 7 Uhr deutscher Zeit. Der Rennstart erfolgt eine halbe Stunde später um 7:30 Uhr — ideal  als Warm-up zum Großen Preis von China der Formel 1. Aufgrund der längeren Distanz wird sich das Rennende der Super Formula aber aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Start der Formel 1 überschneiden.

 Super Formula Saisonvorschau 2013

The post Super Formula Saisonvorschau 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

August 12 2012

15:03

Formula Nippon: Joao Paulo de Oliveira meldet sich mit Sieg in Motegi im Meisterschaftskampf zurück

In einem eher statischen Rennen setzte Joao Paulo de Oliviera auf dem Twin Ring Motegi genau den Pflichtsieg um, der vor dem vergangenen Wochenende von ihm verlangt wurde, während die Glanzfahrt seines Teamkollegen Tsugio Matsuda in einem dramatischen Finale hingegen nicht belohnt wurde. Der Meisterschaftskampf spitzt sich derweil weiter zu: In den zwei verbleibenden Rennen haben noch fünf Fahrer Chancen auf den Titel.

Fast schon spannender als das eigentliche Rennen war die langersehnte Ankündigung der JRP zum neuen Seriennamen, den die Formula Nippon ab 2013 tragen wird. Wie angekündigt ließ JRP-Präsident Hiroshi Shirai zusammen mit Fahrervertreter Tsugio Matsuda um 9:50 Uhr Ortszeit die Katze aus dem Sack: Ab 2013 heißt die Rennserie Japanese Championship Super Formula (offizielle Abkürzung SF), wobei das Japanese Championship lediglich zur Langfassung des Namens gehört, ähnlich dem alten Namen: All-Japan Championship Formula Nippon.

Während der geneigte Westler beim neuen Seriennamen sich womöglich an die Superleague Formula erinnert fühlt, ist die minder erfolgreiche Formel-Serie mit der „bahnbrechenden“ und offensichtlich wohlüberlegten Idee Fußball-Mannschaften als Sponsoren der Teams dienen zu lassen, im Land der aufgehenden Sonne selbstredend absolut unbekannt. Oder anders ausgedrückt: Während in Europa eventuell um die 1% der gesamten Bevölkerung den Namen schon mal gehört haben könnten, sind es in Japan vermutlich 0,1% der Bevölkerung. Stattdessen ist der neue Serienname natürlich eine Anlehnung an die Super GT, schließlich schlägt die Formula Nippon / Super Formula mit der Expandierung im asiatischen Raum einen ähnlichen Weg wie die japanische Sportwagen-Serie ein. Ziel ist es, so Hiroshi Shirai, auf Augenhöhe mit der Formel-1-Weltmeisterschaft und der IZOD IndyCar Series im asiatischen Raum zu gelangen, und neben der höchsten, japanischen Formel-Serie auch die höchste Formel-Serie Asiens zu werden. Während die Formel 1 eventuell etwas zu ambitioniert klingt, ist das Greifen nach der IndyCar durchaus realistischer. Natürlich heißt die Expandierung nicht, dass man die eigenen Wurzeln verlassen werde. Man ist und bleibt eine japanische Rennserie, die, ähnlich der Super GT, internationaler im asiatischen Raum agieren möchte, was letztlich auch der Hauptgrund für den Namenswechsel ist. Nach den Regularien des Weltmotorsport-Verbandes FIA darf eine Rennserie, die in mehr als drei Ländern unterwegs ist, nicht mehr als reine, nationale Meisterschaften gelten und muss von der FIA autorisiert werden. Aus diesem Grund hatte sich 2005 auch die JGTC in Super GT umbenannt.

Der Namenswechsel für ab dem 1. Januar 2013 bedeutet bislang allerdings noch, dass Raider nun Twix heißt, denn Änderungen im für das kommende Jahr bereits veröffentlichten, provisorischen Rennkalender – die Genehmigung durch die FIA steht noch aus – gibt es keine. Wie in diesem Jahr wird die Saison in Suzuka eröffnet. Im Anschluss geht es nach Motegi, Autopolis, Fuji, erneut Motegi, Sugo und zum großen Finale wieder nach Suzuka. 2013 kann deshalb wohl als Übergangsjahr bezeichnet werden, wohl auch damit sich die japanischen Fans an den neuen Namen gewöhnen und die JRP die Werbetrommel einmal kräftig umrühren kann. Die großen Änderungen sollen 2014 kommen. Zum einem in Form eines neuen Einheitswagens, der mit sehr großer Wahrscheinlichkeit vom italienischen Hersteller Dallara – entgegen der Angaben der Kollegen aus der schreibenden Zunft, die meine Aussagen paraphrasiert haben, steht eine offizielle Bestätigung seitens der JRP sowie Dallara noch aus! –, zum anderen mit dem (hoffentlich) ersten Auslandsrennen. Realistischster Kandidat hierfür ist die F1-Strecke in Südkorea, wo die Super GT im kommenden Jahr ein Einladungsrennen bestreiten wird. Der Erfolg des Events wird vermutlich ausschlaggebend für die weitere Planung seitens der Japan Race Promotion sein. Weitere Standorte für die Zukunft sind unter anderem Malaysia und China. Es ist ein ambitioniertes Vorhaben der Formula Nippon, die nach 12 Jahren einen weiteren Schritt in ihrer langen Historie seit 1973 (damals noch Japanese Formula 2) einleiten wird. Ein Schritt, den wir hoffentlich mit Genuss verfolgen dürfen.

Selbstverständlich stand am vergangenen Sonntag auch noch ein 53-Runden langes Rennen auf dem Twin Ring Motegi an. Ein Rennen, dass den Fahrern mit rund 35 Grad Außentemperatur alles abverlangte. Wer nach der Zieldurchfahrt in die verschwitzten und erschöpften Gesichter blickte, erkannte sofort, wie konditionell anstrengend Motorsport doch ist. Die ersten beiden Startreihen waren komplett in der Hand von Impul und Tom’s. Joao Paulo de Oliveira ging von der Pole Position ins Rennen, dahinter sein Teamkollege Tsugio Matsuda, gefolgt von Kazuki Nakajima und André Lotterer. Loic Duval komplettierte die Top 6, während Takuya Izawa mit P9 einen eher suboptimalen Startplatz hatte. Auch der Fast-Sensationssieger von Fuji, Kazuya Oshima, erwischte mit P10 eine eher schlechte Qualifikation, die nicht sein fahrerisches Können oder die Leistung von Team LeMans widerspiegelte. Am Start überholte der leicht besser wegkommende Tsugio Matsuda seinen Teamkollegen de Oliveira, musste sich aber bereits nach einer Kurve wegen leichten Übersteuerns dem Brasilianer aber wieder geschlagen geben. Ironischerweise war genau dieses Manöver der einzige Zeitpunkt im gesamten Rennen, an dem der Champion von 2010 in Bedrängnis geriet. Einen absoluten Raketenstart legte hingegen Koudai Tsukakoshi hin. Wohl wissend, dass ein Podiumsplatz für den immer enger werdenden Meisterschaftskampf essentiell ist, katapultierte sich der Docomo-Fahrer von Startplatz 5 noch vor der ersten Kurve auf P3 vor. Titelverteidiger André Lotterer hatte beim Start zwar mit durchdrehenden Hinterreifen zu kämpfen und verlor deshalb die Position an Tsukakoshi, krallte sich im Gegenzug aber seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima.

Bei Tsukakoshis Vorstoß riss sich der Japaner noch in der ersten Kurve einen kleinen Teil seines Frontflügels am hinteren, linken Ende des Wagens von Tsugio Matsuda ab. Trotz der spürbaren, fehlenden Downforce verteidigte er sich sehr intelligent und mit allen Mitteln bis zum ersten Boxenstopp gegenüber Lotterer (und später Nakajima), was ihm nicht nur viel Lob von der japanischen Presse, sondern auch den Fans einbrachte – zurecht! Ebenfalls noch in der ersten Runde, beim Anbremsen auf Kurve 2, verschätzte sich Koki Saga und krachte in das Heck von Ryo Orime. Beide Fahrer segelten ins Kies, und mussten das Rennen aufgeben. Vorne kontrollierte hingegen Joao Paulo de Oliviera das Rennen und setzte sich von seinen Verfolgern ab. Trotz schnellerer Rundenzeiten konnte der Brasilianer seine Reifen schonen und etwas Benzin sparen. Hinter seinem Teamkollegen Matsuda versuchte André Lotterer, erfolglos, an Koudai Tsukakoshi vorbeizukommen, hinter dem sich ein kleiner Zug mit Nakajima, Duval und den ebenfalls sehr gut gestarteten Takuya Izawa bildete. In der fünften Runde schlich Naoki Yamamoto mit Getriebeproblemen langsam um den Kurs, nachdem bereits kurz nach dem Start der Funk bei ihm ausfiel. Es war kein gutes Wochenende für den Mugen-Fahrer, der bereits in der Qualifikation sich über Probleme beklagte und seinen FN09 nur auf Position 13 qualifizierte. Nach einer längeren Reparaturphase kam Yamamoto mit 18 Runden Rückstand zwar wieder zurück auf die Strecke, wurde am Ende aber nicht mehr in die Liste der gewerteten Piloten (bis Runde 46) aufgenommen. Vielmehr ging es in den letzten Runden wohl darum, Daten zu sammeln und zu schauen, ob der Wagen wieder ordnungsgemäß läuft.

Vorne blieb es derweil hingegen ruhig. De Oliveira setzte sich mit Rundenzeiten zwischen 1:38 sowie 1:39 Minuten von der Konkurrenz ab, während der Abstand zwischen Tsukakoshi und Lotterer stets schwankte. Stellenweise wirkte es so, als ob Tsukakoshi etwas schneller könnte (oder Lotterer mit Absicht etwas langsamer machte), während der Deutsche kurz vor den Boxenstopps sich hingegen wieder bis an den Diffusor des Docomo-Piloten heranrobbte. Im hinteren Feld entwickelte sich hingegen ein Dreikampf um P12 zwischen Toshihiro Kaneishi, Daisuke Nakajima und Yuji Kunimoto. Trotz dass das Überholen mit Formel-Fahrzeugen auf dem Twin Ring Motegi eher zu den schwierigeren Disziplinen gehört, war dieser Dreikampf recht ansehnlich. Würde man anstatt Kampf allerdings „beschnuppern“ schreiben, so wäre dies sicherlich ebenfalls nicht falsch.

In Runde 19 eröffnete Kazuya Oshima die Reihe an Boxenstopps. Ärgerlich: Bei einer schnellen Stoppzeit von lediglich 15 Sekunden würgte Oshima beim losfahren seinen Wagen ab, wodurch er wertvolle Sekunden verlor und letztlich auch aus den Top 10 flog. Passend zu seinem eher schlechten Wochenende und dem Fehler beim Boxenstopp, versagten zehn Runden vor Schluss die Bremsen an seinem Wagen, weshalb er vor der Überführung (zwei Kurven vor Start und Ziel) ins Kies abflog. Glücklicherweise schlug er nirgendwo an und konnte den Wagen langsam gen Box retten. Zwar sind Brems- und Reifenverschleiß in Motegi immer ein besonderes Thema, am vergangenen Wochenende spielten sie bei 35 Außen- und über 52 Grad Asphalttemperatur aber nochmals eine größere Rolle. Alle Fahrer gingen deshalb auf Nummer sicher und wechselten beim Stopp alle vier Reifen. Nachdem in Runde 20 Yuji Kunimoto seine Crew ansteuerte, folgte im 21. Umlauf Takuya Izawa (16,6 Sekunden Stoppzeit). Direkt eine Runde nach ihm folgte Titelverteidiger André Lotterer, der zu diesem Zeitpunkt erneut im Diffusor von Tsukakoshi klebte und kein vorbeikommen sah. Zwar dauerte der Stopp des Duisburgers mit 17,1 Sekunden etwas länger, dennoch kam er vor Izawa wieder auf die Strecke zurück. Ein entscheidender Faktor, denn nun hatte Lotterer für kurze Zeit freie Bahn. Die Entscheidung von ihm und Team Petronas Tom’s war goldrichtig: Zwei Runden später bog Koudai Tsukakoshi zum Service ab. Trotz dass seine Standzeit mit 16,1 Sekunden genau eine Sekunde schneller als die des Deutschen war, überholte Lotterer ihn aufgrund einer deutlich schnelleren In- und Outlap am Boxenausgang. Wie zu erwarten setzte sich Lotterer im Anschluss direkt vom Japaner ab, der selbstredend noch immer mit der geringeren Downforce aufgrund seines beschädigten Frontflügels zu kämpfen hatte.

Erstaunlich schnell war die Standzeit des Franzosen Loic Duval, der im 24. Umlauf in die Box kam und nach nur 13,6 Sekunden wieder seine Crew verließ. Die schnelle Standzeit blieb allerdings unbelohnt, denn kurz vor der Ausfahrt wurde der Champion von 2009 von Takuya Izawa überholt, der ein starkes Rennen fuhr und seine Pace nach seinem Boxenstopp nochmals erhöhen konnte. Izawas Ziel war der Meisterschaftsführende Kazuki Nakajima, der eine Runde später zum Service abbog und insgesamt 15,8 Sekunden stand. Spannend wurde es dann am Boxenausgang, als Nakajima knapp vor Izawa blieb und sich trotz kalter Reifen gegenüber seinem Landsmann behaupten konnte. Für Nakajima war dies insbesondere deshalb wichtig, weil er sich nach nur wenigen Runden wieder etwas von Izawa absetzen und Druck auf Tsukakoshi ausüben konnte, der womöglich ein Déjà-vu erlebte. Anstatt Lotterer war es nun nämlich der zweite Tom’s-Wagen, der groß in seinem Rückspiegel auftauchte. Trotz aller Bemühungen seitens Nakajimas sollte es bis zum Rennende allerdings kein vorbeikommen des ehemaligen F1-Piloten an Tsukakoshi geben. In der 26. respektive der 27. Runde schlossen Matsuda und de Oliveira die Boxenstopps der Spitzenreiter ab. Auffallend war der längere Stopp von Matsuda, der das gesamte Rennen über langsamer als de Oliveira war, und trotzdem ein paar Liter mehr an Benzin nachfüllen musste.

In Runde 34 machte der Rookie Hironobu Yasuda mit der schnellsten Rennrunde von 1:38.168 auf sich aufmerksam. Es war sein Versuch, noch in die Punkteränge zu gelangen, nachdem er trotz der guten, achten Startposition im Rennen etwas zurückfiel und am Ende mit Kohei Hirate sich um den letzten Punkt stritt. Die Mühen des Kondo-Racing-Piloten blieben allerdings unverdient: Am Ende musste er sich mit weniger als einer Sekunde Abstand Hirate geschlagen geben. Abgesehen vom Kampf um Position 4 zwischen Tsukakoshi und Nakajima war dies das spannendste Duell in der Schlussphase. Zwar machte Lotterer pro Runde ein bisschen Zeit auf Matsuda gut, der Abstand war allerdings zu groß, um ihn unter normalen Umständen noch zu attackieren.

Drei Runden vor Schluss nahm dann das Drama um Tsugio Matsuda seinen Lauf, als er pro Runde mehrere Sekunden verlor und von André Lotterer spielend überholt wurde. Anfangs gingen die japanischen Kommentatoren aufgrund des seltsamen Klangs des Motors von einem Zündungsproblem aus. Wie im aLive-Ticker geschrieben, wirkte es in einer zweiten Theorie, nach erneuten, genaueren hinhören, auf mich allerdings so, als würde Matsuda die Gänge nicht mehr entsprechend einlegen können. Meine Theorie, die kurze Zeit auch später vom J-Sports-Boxenreporter eingeworfen wurde, stellte sich nach Bestätigung seitens Impuls letztlich als richtig heraus. Tsugio Matsuda litt kurz vor Schluss unter einem ähnlichem Getriebeproblem wie Naoki Yamamoto. Zwar versuchte der Japaner, der in diesem Jahr nach dreijähriger Abstinenz sein Comeback feierte, noch mit allen Mitteln (unter anderem mit Zuhilfenahme des Overtake-Buttons) den dritten Platz zu verteidigen, kämpfte letztlich aber mit stumpfen Waffen und musste sich der Konkurrenz geschlagen geben. Am Ende rutschte er sogar bis auf den siebten Platz herab. Sichtlich frustriert stellte er nach Rennende seinen Boliden im Notausgang ab. Es wäre Matsudas bestes Resultat nach seinem Comeback geworden, das am Ende leider unbelohnt blieb. Was bleibt ist aber die Gewissheit, dass er von Rennen zu Rennen immer besser in Schuss kommt.

Für Team Impul wurde es statt dem angepeilten Doppelerfolg somit „lediglich“ der Sieg von Joao Paulo de Oliveira. Team-Besitzer und Legende des japanischen Motorsports Kazuyoshi Hoshino konnte sich trotzdem glücklich schätzen, schließlich meldete sich sein Fahrer durch den dominanten Sieg wieder im Meisterschaftskampf zurück. Und welch Ironie, dass dies just in Motegi geschah, wo Joao Paulo de Oliveira im Jahr 2010 seinen bisher letzten Formula-Nippon-Sieg feierte. Lotterer und Tsukakoshi erbten den zweiten respektive den dritten Platz. Nakajima wurde Vierter; Takuya Izawa fuhr nach einem starken Rennen auf den fünften Platz.

Durch das Getriebeproblem von Tsugio Matsuda ist der zweimalige Champion endgültig aus dem Titelkampf ausgeschieden. Zwar hatte er vor dem Rennen auch nur noch mathematische Chancen, der zweite Platz hätte ihn aber in eine deutlich bessere Position für die letzten beiden Läufe in Sugo und Suzuka gespült. Zudem hätte er den Titelkampf noch ein bisschen mehr durchgewühlt. Aber auch so bleibt die diesjährige Saison eine der spannendsten der letzten Jahre. Kazuki Nakajima führt noch immer mit 34 Punkten die Tabelle an. Bereits einen Punkt hinter ihm ist sein Teamkollege und Titelverteidiger André Lotterer (33 Punkte), der wiederum vier Punkte Vorsprung von Koudai Tsukakoshi (29 Punkte) hat. Einen Punkt dahinter auf Position 4 ist bereits Joao Paulo de Oliveira (28 Punkte). Mit seinen 21 Punkten mag Takuya Izawa auf Position 5 zwar womöglich nur noch rein mathematische Chancen haben, die aber alles andere als fehlerfreie Saison der Konkurrenz hat allerdings bewiesen, dass dieses Jahr wohl alles möglich ist. Hierfür muss er beim nächsten Rennen am 23. September im Sportsland Sugo aber mindestens aufs Podium fahren.

Abschied nimmt das Fahrerlager von Yuhki Nakayama, der sein zweimaliges Gastspiel bei HP Real Racing in der Formula Nippon mit einem 15. Platz in Fuji und einem 14. Platz in Motegi relativ unbeachtet aber ordentlich beendete. Nakayama wird sich jetzt auf die verbleibenden Saisonrennen in der Super GT für Nakajima Racing konzentrieren. Das Fahrerfeld wird trotzdem nicht schrumpfen, denn bereits in Sugo wird der derzeit bei den Fans beliebteste, japanische Rennfahrer Takuma Sato seinen offiziellen Einstand in der Formula Nippon an der Seite von Naoki Yamamoto bei Team Mugen geben. Sato überzeugte mit schnellen Rundenzeiten bereits vor der Saison am ersten, offiziellen Testtag in Suzuka und kämpfte zusammen mit André Lotterer und JP de Oliveira um den Sieg beim verregneten Show-Rennen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Suzuka Circuits.

 

aaErgebnis Round 5 Twin Ring Motegi

aaAktueller Meisterschaftsstand

fn1205_005 fn1205_012 fn1205_014 fn1205_027 fn1205_028 fn1205_036 fn1205_053 fn1205_059 fn1205_070 fn1205_072 fn1205_084 fn1205_085 fn1205_088 fn1205_092 fn1205_095 fn1205_097 fn1205_098 fn1205_103 fn1205_113 fn1205_115 fn1205_140 fn1205_161 fn1205_176 fn1205_181 fn1205_196 fn1205_197 fn1205_203 fn1205_204 fn1205_205 fn1205_207 fn1205_213 fn1205_215 fn1205_219 fn1205_220

flattr this!

August 05 2012

04:30

RacingblogLIVE – Formula Nippon: Round 5 Motegi

Der Kampf um die Meisterschaft spitzt sich weiter zu: In der Vorschau noch darüber spekuliert, dass Joao Paulo de Oliveira mindestens das Podium, am besten einen Sieg in Motegi erzielen muss, um seine Meisterschaftschancen intakt zu halten, sicherte sich der Brasilianer mit 1:34.588 in der Qualifikation die Pole Position. Lediglich 0.004 Sekunden langsamer war überraschenderweise sein Teamkollege Tsugio Matsuda (1:34.592), der damit sein bisher bestes Quali-Resultat in diesem Jahr erzielte. Der aktuelle Tabellenführer Kazuki Nakajima fuhr mit 1:34.600 nicht unswesentlich langsamer auf Startposition 3; hinter ihm platzierte sich André Lotterer (1:34.712), der im ersten Freien Training noch die bislang schnellste Zeit des Wochenendes fuhr. Die Top 5 wurden von Koudai Tsukakoshi (1:34.722) komplettiert — dem einzigen Honda-Piloten, der es ins dritte Segment der Qualifikation schaffte. Insbesondere Lotterer und Tsukakoshi werden für das 51-Runden-Rennen wohl eine aggresivere Strategie wählen, um das Podium zu erreichen.

Wie angekündigt bieten wir auch zum fünften Saisonlauf der Formula Nippon unseren exklusiven, deutschen Live-Ticker an. Zum ersten Mal sogar mit unserem brandneuen, eigens für das Racingblog entwickelten Live-Ticker-System, das uns den nötigen Freiraum gibt, in aller Ausführlichkeit live zu berichten, ohne auf Zeichenbegrenzungen und Co. zu achten. Da das Einfügen des Tickers in einen bestehenden Artikel noch nicht ganz funktioniert, läuft der Live-Ticker derzeit noch ausschließlich über eine aUnterseite, die allerdings auch bequem von unterwegs mit dem Smartphone angesteuert werden kann sowie eine Übersicht aller bestehenden Live-Ticker inklusive Archiv bietet. Dies erlaubt uns eine deutlich höhere Flexibilität, insbesondere bei Großereignisen wie den 24 Stunden von Le Mans. Das Archiv des Live-Tickers werde aufgrund der noch fehlenden Einbettungs-Funktion noch per Hand ich nach dem Rennen in diesen Artikel einfügen; zum live lesen klickt ihr bitte auf den entsprechenden Link nach dem Sprung:

+++ Update: 9:15 Uhr — Der Live-Ticker ist nun zum nachlesen auch zusätzlich in diesem Artikel archiviert! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! +++

 

 

aQualifikations-Ergebnis 

aLive-Ticker

 

RacingblogLIVE
08:55

Das nächste und vorletzte Formula-Nippon-Rennen der Saison findet am 29. September im Sportsland Sugo statt. Ich hoffe euch auch dann wieder begrüßen zu dürfen. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit sowie einen schönen Sonntag!

RacingblogLIVE
08:53

Wir haben zwar ein relatives statisches Rennen gesehen, das trotzdem seine Geschichten und Dramen schrieb. JP de Oliveira gewann verdient, während der Meisterschaftskampf sich wie vermutet weiter verdichtete.

RacingblogLIVE
08:50

Nach einer dominierenden Saison von Andre Lotterer im letzten Jahr kann man sich heuer im Spannung in der Meisterschaft nicht beklagen. Die Entscheidung wird erst im letzten Rennen, in Suzuka fallen.

RacingblogLIVE
08:49

Der aktuelle Meisterschaftsstand: Nakajima 34 Punkte, Lotterer 33 Punkte, Tsukakoshi 29 Punkte, Oliveira 28 Punkte, Izawa 21 Punkte.

RacingblogLIVE
08:47

JP de Oliveira spricht von seinem guten Start, bei dem er besonders auf seinen Teamkollegen Tsugio Matsuda achten musste. Als er allerdings vorne blieb, konnte er sich auf seine Pace konzentrieren und Reifen schonen.

RacingblogLIVE
08:46

So, nun gibt’s das, was die Formel 1 sich aus der Formula Nippon abgeschaut hat: Das Sieger-Interview direkt vom Podium.

RacingblogLIVE
08:46

Im Hintergrund macht sich übrigens die Japanische Formel 3 bereit, die das letzte Rennen des Tages bestreiten werden. Im Rahmenprogramm fuhr außerdem der CR-Z Cup sowie die J GP-2 und J GP-3, die Teil der Japanese Superbikes sind.

RacingblogLIVE
08:44

Es ist windig auf dem Podium. Erkennt man nicht nur an den sich leicht hebenden Röcken der hübschen Damen, die die Pokale und Awards bringen, sondern auch den umkippten Preisgeld-Schildchen.

RacingblogLIVE
08:42

Den J Sports Award gibt’s für de Oliveira.

RacingblogLIVE
08:40

Okay, das war eine verkürzte Version der brasilianischen Hymne…

RacingblogLIVE
08:40

Nun aber erst einmal die Siegerehrung. Und die brasilianische Hymne. Für JP de Oliveira ist es übrigens der erste Sieg in dieser Saison und auch der erste Sieg seit seiner Meisterschaftssaison 2010!

RacingblogLIVE
08:39

Bei Matsuda wirkte es auch so, als hätte er die Gänge beim hochschalten nicht sofort reinbekommen. Näheres dazu, dann hoffentlich mit einer Aufklärung seitens Team Impul, in meiner Analyse des Rennens nächste Woche.

RacingblogLIVE
08:37

J Sports 3 zeigt nun die Highlights des Rennens, schön mit passender, instrumentaler Rockmusik unterlegt. So wie es sein soll. Von wegen “Weltuntergang und Co.” vom himmlischen Sender…

RacingblogLIVE
08:36

JP de Oliveira ist fix und fertig. Zeigt nur wie anstrengend das Rennen trotz der bequemen Führung für (Hitze und anstrengender Kurs) für ihn war.

RacingblogLIVE
08:34

Sichtlicht enttäuscht und gefrustet stellt Matsuda seinen Wagen im Notausgang ab. Sehr, sehr bitter. Aus dem Meisterschaftskampf ist er damit quasi raus, auch wenn es vor dem Rennen eigentlich nur noch rein mathematische Chancen waren. Eine so gute Fahrt aber unbelohnt zu beenden ist sehr bitter. Schade, schade.

RacingblogLIVE
08:32

Matsuda ist sogar auf P7 noch zurückgerutscht, noch hinter Loic Duval.

RacingblogLIVE
08:31

Puh, was für drei letzte, dramatische Runden…

RacingblogLIVE
08:31

Derweil geht JP de Oliveira über die ZIellinie und gewinnt!!! Lotterer wird zweiter, Tsukakoshi dritter, Nakajima vierter.

RacingblogLIVE
08:30

Aber keine Chance, beide gehen zwei Kurven später vorbei.

RacingblogLIVE
08:29

Tsukakoshi und Nakajima nun an Matsuda heran. Matsuda drückt den Overtake-Button und verteidigt sich mit allen Mitteln. Wow!!

RacingblogLIVE
08:28

Für mich klang es auch eher nach Fehlzündungen.

RacingblogLIVE
08:27

Fehlzündungen oder bekommt er die Gänge nicht richtig rein? Schwer zu sagen. Tsukakoshi und Nakajima kommen ebenfalls nun von hinten angeschossen. Gegen die wird er sich auch nicht wehren können.

RacingblogLIVE
08:26

Motorenprobleme bei Matsuda. Der japanische Kommentar vermeldet Fehlzündungen. Meine Güte, drei Runden vor Schluss. Man sollte wirklich nie den Tag vor dem Abend loben…

RacingblogLIVE
08:25

Ja was ist denn da passiert? Plötzlich ist Lotterer an Matsuda vorbei!!!

RacingblogLIVE
08:25

HUUUUUUCH!!!

RacingblogLIVE
08:25

Ein sehr kontrolliertes Rennen von Joao Paulo de Oliveira, der bis auf den Start eigentlich zu keiner Zeit in Bedrängnis geriet, seine Führung zu verlieren. Matsuda bestätigte auch im Rennen die sehr gute Pace aus der Qualifikation. Dies ist ebenfalls ein Indiz dafür, wie gut der Champion von 2007 sowie 2008 in seiner Comeback-Saison mit dem Wagen zurecht kommt.

RacingblogLIVE
08:20

Noch 5 Runden!

RacingblogLIVE
08:19

Ich bin ehrlich und möchte da auch keine künstliche Spannung herbeireden: Die Abstände beim besagten Dreikampf sind zwar nicht hoch, aber ich sehe da keinen Angriff von Hirate oder Yasuda. Realistischer ist da schon ein Angriff von Nakajima auf Tsukakoshi. Der Abstand bewegt sich weiterhin bei 0,9 Sekunden.

RacingblogLIVE
08:17

Oshima ist übrigens vor der zweiten Unterführung ins Kies gerutscht, sprich eine Kurve vor der Boxengasseneinfahrt.

RacingblogLIVE
08:16

Was ich vor dem Oshima-Zwischenfall eigentlich schreiben wollte: Das Duell Tsukakoshi-Nakajima ist derzeit das Spannendste auf der Strecke. Dahinter haben wir auf P7 noch einen kleinen Dreikampf zwischen Duval, Hirate und Yasuda. Letzterer hat sich mit einigen flotten Runden an die Beiden herangerobbt.

RacingblogLIVE
08:15

Der Boxenreporter (unser Funker vom Dienst) unterstützt die Bremsproblem-Theorie. Die Bremsen sind aufgrund des Stop-and-Go-Charakters des Twin Ring Motegi ein großes Thema, insbesondere bei solch heißen Temperaturen wie heute.

RacingblogLIVE
08:14

Oshima biegt nun vorwärts in die Box ein. Sehr bitter für ihn und Team LeMans. Vor einer Woche in Sugo noch einen emotionalen Super-GT-Sieg gefeiert und vor rund drei Wochen in Fuji fast den Sensationssieg geschafft.

RacingblogLIVE
08:13

Am baggern war Kazuya Oshima, der sich nun zehn Runden vor Schluss mit sehr langsamer Fahrt wieder in die Box bewegt. Die Kommentatoren tippen auf Bremsprobleme.

RacingblogLIVE
08:12

OOOOH da ist jemand im Kies unterwegs.

RacingblogLIVE
08:11

Kazuki Nakajima übt nun stärker Druck auf Koudai Tsukakoshi aus. Abstand der beiden 11 Runden vor Schluss: 0.766 Sekunden. Ich glaube Tsukakoshi erlebt gerade ein Deja-Vu….

RacingblogLIVE
08:10

Noch 12 Runden. De Oliveira ist derzeit der einzige Fahrer, der konstant hohe 1:38er Zeiten fahren kann, der Rest der Spitzengruppe bewegt sich um 1:39er-Bereich.

RacingblogLIVE
08:09

So spannend die Meisterschaft auch glücklicherweise weiterhin ist, so statisch ist leider das aktuelle Rennen, was allerdings abzusehen war.

RacingblogLIVE
08:08

Das derzeitige Ergebnis würde den Meisterschaftskampf übrigens weiterhin stark zuspitzen. JP de Oliveira macht genau das, von dem ich in meiner Vorschau sprach, während Matsuda mit P2 auch einige Punkte gut machen würde. Nakajima täte, aus seinem Interesse, gut daran, Tsukakoshi zu überholen, der sich wiederum über P4 (den beschädigten Frontflügel nicht vergessen) nicht sonderlich beklagen würde.

RacingblogLIVE
08:05

Runde 37: Naoki Yamamoto kommt nach seinem Antriebproblems zu Beginn des Rennens wieder zurück. Hier geht es wohl eher nur um Daten sammeln und zu testen, ob alles wieder funktioniert.

RacingblogLIVE
08:04

Tsukakoshi muss man an dieser Stelle mal loben: Trotz beschädigten Frontflügel hat er sich lange vor Lotterer gehalten und verteidigt sich nun, bislang erfolgreich, gegenüber Kazuki Nakajima.

RacingblogLIVE
08:03

Blicken wir mal wieder auf die Spitzengruppe: Lotterer holt in winzigen Schritten ein wenig auf Matsuda auf, während es zwischen Tsukakoshi und Nakajima Schwankungen im Abstand zwischen 0,9 bis 1,1 Sekunden gibt.

RacingblogLIVE
08:01

Runde 34: Kogure doch auf 14 zurückgefallen nach seiner Durchfahrtsstrafe, da hatte sich der japanische Kommentator vorhin leicht verrechnet. Kogure ist nun im Duell mit seinem Teamkollegen Daisuke Nakajima.

RacingblogLIVE
07:59

Runde 32: Hrionobu Yasuda denkt sich: Mal das Gaspedal durchdrücken. Neue schnellste Runde des Kondo Racing-Piloten: 1:38.168

RacingblogLIVE
07:58

Runde 32: Matsuda ist 7,5 Sekunden hinter de Oliveira zurück, Lotterer 14,759, Tsukakoshi und Nakajima 21,5 respektive 22,3, Izawa 25 Sekunden.

RacingblogLIVE
07:57

Kogure kommt nach seiner Durchfahrtsstrafe auf Position 11 wieder auf die Strecke zurück.

RacingblogLIVE
07:56

Oooooh, Durchfahrtsstrafe für Takashi Kogure. Er hat das Speed Limit in der Boxengasse überschritten. Bitter.

RacingblogLIVE
07:54

Daisuke Nakajima fällt hinter Kazuya Oshima zurück.

RacingblogLIVE
07:54

Runde 30: Yasuda steuert seine Crew an. Wow das dauert, 18,0 Sekunden beträgt die Standzeit. Und das obwohl er weniger Benzin als die Stopper vor ihm benötigt. Daisuke Nakajima war ebenfalls drinnen.

RacingblogLIVE
07:53

Hirate kommt auf P10 wieder heraus, vor Takashi Kogure. Yasuda und Daisuke Nakajima sollte er nach deren Stopps aber wieder automatisch überholen.

RacingblogLIVE
07:52

Runde 29: Hirate kommt zum Service. Die Kameras schwenken leider weg, sah aber nach 4 Reifen aus. Niemand ist wohl so verrückt und wechselt nur 2 Reifen bei dieser Hitze und dem hohen Verschleiß.

RacingblogLIVE
07:52

Kazuki Nakajima erhöht derweil den Druck auf Tsukakoshi.

RacingblogLIVE
07:51

Runde 28: Stopp unbereinigt führt derzeit Hirate vor Yasuka, de Oliveira, Daisuke Nakajima, Matsuda und Lotterer. Hirate, Yasuda und Nakajima der Jüngere müssen selbstverständlich in den kommenden Runden zum Service.

RacingblogLIVE
07:50

Auffallend war bei den Stopps die längere Standzeit von beiden Tom’s-Fahrern sowie Matsuda, im Vergleich zu etwa Duval oder Tsukakoshi. Ein Hinweis auf einen höheren Spritverbrauch respektive etwas mehr Benzinsparen bei Duval und Tsukakoshi? Im Falle von Duval hat es allerdings nichts gebracht: Er ist hinter Izawa auf P7 zurückgefallen.

RacingblogLIVE
07:49

De Oliveira kommt mit einer halben Geraden Vorsprung vor Matsuda wieder raus.

RacingblogLIVE
07:48

4 neue Reifen, Benzin. Standzeit: 15,6 Sekunden. Wow.

RacingblogLIVE
07:48

Runde 27: Nun kommt auch Oliveira in die Box.

RacingblogLIVE
07:47

Runde 26: Wie angekündigt kommt Tsugio Matsuda in die Box. 4 Reifen und Benzin, 16,4 Sekunden.

RacingblogLIVE
07:46

Izawa nun natürlich mit den wärmeren Reifen als Nakajima, sieht aber nicht danach aus, als ob er ihn angreifen könnte.

RacingblogLIVE
07:46

Nakajima steht 15,8 Sekunden, Benzin und 4 Reifen. Er kommt vor Izawa wieder raus! Das war wichtig für Nakajima!

RacingblogLIVE
07:45

Bei Impul macht man sich laut dem Boxenreporter auch bereit, nächste Runde kommt wohl Matsuda.

RacingblogLIVE
07:45

Runde 25: Kazuki Nakajima kommt zum Service.

RacingblogLIVE
07:44

Aiaiaiai, aber Duval fällt hinter Izawa zurück. Das ist nun überraschend. Izawa mit einer schnellen und konstanten Pace.

RacingblogLIVE
07:44

Für Duval geht es gegen Nakajima. Auch er bekommt Benzin und vier neue Reifen. 13,6 Sekunden… WOW! Das ist schnell!

RacingblogLIVE
07:43

Runde 24: Duval kommt in die Box.

RacingblogLIVE
07:43

Lotterer kommt von hinten angeschossen… UND ZIEHT VORBEI! Trotz langsameren Stopp hatte Lotterer eine deutlich schneller In- und Outlap als Tsukakoshi, was nicht sonderlich überraschend ist, war er in den letzten Runden doch deutlich schneller als der Docomo-Fahrer. Er sollte sich nun von Tsukakoshi deutlich absetzen können.

RacingblogLIVE
07:42

Benzin, 4 Pneus. 16,1 Sekunden, 1 Sekunde schneller als Lotterer.

RacingblogLIVE
07:42

Runde 23: Tsukakoshi kommt in die Box. Jetzt wird es spannend…

RacingblogLIVE
07:41

De Oliveira weiterhin stark: Bis auf wenige Ausnahmen fährt er konstant 1:39er Zeiten.

RacingblogLIVE
07:41

Langsamer Stopp: 17,1 Sekunden. Er kommt vor Izawa wieder raus.

RacingblogLIVE
07:40

Und Bingo! Lotterer kommt in der 22. Runde in die Box. Damit versuchen sie ihn wohl an Tsukakoshi vorbeizuschieben.

RacingblogLIVE
07:40

Bei Tom’s steht die Crew auch bereit. Kommt Lotterer oder Nakajima? Würde spontan auf den Deutschen tippen.

RacingblogLIVE
07:39

Deutlich schneller als der Stopp von Kunimoto: 16,6 Sekunden.

RacingblogLIVE
07:39

Auch für ihn gibt es neben Benzin vier frische Pneus.

RacingblogLIVE
07:38

Und da kommt Izawa auch schon (Runde 21).

RacingblogLIVE
07:38

Bei Dandelion steht man derzeit auch für Izawa bereit, vermeldet der Boxenreporter (der Mann mit der schnellen Stimme am Funk!)

RacingblogLIVE
07:37

Runde 20: Der nächste Stopper, Kunimoto. Wechselt alle 4 Reifen und wird natürlich aufgetankt. 19,6 Sekunden.

RacingblogLIVE
07:37

Oshima ist dieses Wochenende, im Gegensatz zum Fuji-Rennen, komplett von der Pace. Bleibt zu hoffen, dass es für ihn und das Team in Sugo wieder besser läuft.

RacingblogLIVE
07:36

Runde 19: Wir haben den ersten Stopper: Kazuya Oshima kommt in die Box… UND WÜRGT AB! Herje… Dabei wirkte der Boxenstopp so schnell mit knapp 15 Sekunden.

RacingblogLIVE
07:34

Lotterer klebt nun förmlich im Diffusor von Tsukakoshi.

RacingblogLIVE
07:34

Runde 18: Oliveira nun 4,4 Sekunden vor Matsuda, Tsukakoshi und Lotterer jeweils rund 14 Sekunden hinter dem Brasilianer.

RacingblogLIVE
07:32

Lap 17: Nun wird es richtig, richtig spannend zwischen Tsukakoshi und Lottere — Abstand auf 0,9 Sekunden geschrumpft. Lotterer hat derzeit deutlich mehr Downforce als Tsukakoshi.

RacingblogLIVE
07:29

Runde 15: Lotterer robbt sich ieder an Tsukakoshi heran. 1,360 Sekunden der Abstand nun.

RacingblogLIVE
07:27

Wenn die Sonne nicht eben zu stark geblendet hat, hat Kazuki Nakajima bereits zweimal seinen Overtake-Button gedrückt.

RacingblogLIVE
07:26

Kaum spricht man vom Teufel, findet Tsukakoshi wieder seine Pace: Abstand in Runde 13 wieder auf 2,1 Sekunden angewachsen. Waren wohl einfach zwei schlechte Runden von ihm.

RacingblogLIVE
07:24

Lotterer konnte sich nun auch ein wenig von Nakajima absetzen, der knapp 2 Sekunden hinter dem Titelverteidiger ist.

RacingblogLIVE
07:23

Tsukakoshis Pace steigt etwas an, scheint ihn der Frontflügel nun doch etwas zu stark zu behindern? Lotterer robbt sich Runde für Runde an ihn heran. Abstand in Runde 12 nur noch 1,792 Sekunden!

RacingblogLIVE
07:22

Runde 11: Tsukakoshi auf 3 knapp 8,5 Sekunden hinter de Oliveira, Lotterer auf 4 10,4 Sekunden.

RacingblogLIVE
07:21

Die Rundenzeiten von de Oliveira sind angestiegen. Bis Runde 6 fuhr er noch 1:38er Zeiten, mittlerweile sind diese aber auf 1:39 angestiegen. Das ist ungefähr genauso schnell wie Matsuda, sprich sein Vordrang ist etwas gestoppt. Abstand in Runde 11: 3.447 Sekunden.

RacingblogLIVE
07:20

Besagtes dreier Päärchen befindet sich aber dafür, jetzt in Runde 10, in einer Art Dreikampf. Wobei Kampf noch etwas nett ausgedrückt ist, sie beschnuppern sich eher.

RacingblogLIVE
07:19

Ich hatte mich übrigens vorhin verschaut (schlechte Augen in der Früh…): Hinter Kaneishi und dem jüngeren Nakajima war natürlich Kunimoto, Hirate ist derzeit auf 8 und verteidigt sich gegen Takashi Kogure.

RacingblogLIVE
07:17

Der leicht beschädigte Frontflügel scheint Tsukakoshi nicht allzu stark zu behindern. Er findet sich 6 Sekunden hinter de Oliveira.

RacingblogLIVE
07:15

Runde 7: Oliveira gibt weiterhin Gas: Abstand zu Matsuda mittlerweile auf 3 Sekunden angewachsen, Lotterer 10 Sekunden zurück.

RacingblogLIVE
07:15

Um Platz 12 entbrennt in Runde 6 derweil ein Kampf zwischen Toshihiro Kaneishi und Daisuke Nakajima. Dahinter ist gleich Kohei Hirate auf 14.

RacingblogLIVE
07:13

Die japanischen Kommentatoren hören ein Motorproblem heraus, nachdem es sich auch anhört.

RacingblogLIVE
07:12

Naoki Yamamoto ist langsam unterwegs.

RacingblogLIVE
07:12

Runde 5: Matsuda ist 2 Sekunden hinter de Oliveira, Tsukakoshi 4 und Lotterer 6. Hinter dem Duisurger staut es sich ein bisschen mit Nakajima, Duval und Izawa.

RacingblogLIVE
07:11

Es wirkt ein bisschen so als könnte Lotterer nicht die Pace von Tsukakoshi gehen, der wiederum etwas Zeit auf die beiden Impul-Fahrzeuge verliert.

RacingblogLIVE
07:10

Ahhh, kaum gemeckert, schon folgt die Aufklärung: Orime wurde von Saga beim Anbremsen auf die zweite Kurve am Heck getroffen.

RacingblogLIVE
07:09

Beide Fahrzeuge stehen auch noch immer im Aus und werden gerade abgeschleppt.

RacingblogLIVE
07:08

Leider wird bei der Wiederholung von J Sports 3 nicht der Unfall von Orime und Saga gezeigt, sah aber so aus, als hätte Orime seinen Dreher ins Kiesbett alleine verursacht. Saga wurde anschließend etwas blockiert.

RacingblogLIVE
07:07

Oh, Tsukakoshi hat eine leichte Beschädigung vom Frontflügel. Vorne rechts (von uns aus gesehen links) fehlt ein kleines Stück. Seine Pace scheint es derzeit aber nicht zu beeinflussen.

RacingblogLIVE
07:06

Die Top 6 nach der ersten Runde: Oliveira, Matsuda, Tsukakoshi, Lotterer, Nakajima, Duval.

RacingblogLIVE
07:05

Pardon, das mit Matsuda hatte ich falsch gesehen und mich auf den japanischen Kommentar verlassen, der Matsuda ebenfalls in Front gesehen hat. Oliveira konnte sich aber doch noch mal verteidigen und führt das Rennen an.

RacingblogLIVE
07:05

Was für ein Raketenstart von Koudai Tsukakoshi, von 5 auf 3. Lotterer hat zwar Nakajima überholt, bleibt allerdings auf 4.

RacingblogLIVE
07:04

Und Unfall im Hintergrund. Müsste Orime mit Saga gewesen sein.

RacingblogLIVE
07:03

Sehr guter Start von Tsukakosh!!!! ZIeht gleich auf 3 vor, Matsuda überholt JP de Oliveira.

RacingblogLIVE
07:03

START!!!!!!!!!

RacingblogLIVE
07:03

Fahrzeuge stellen sich nach der Einführungsrunde wieder auf. In wenigen Sekunden geht es los!

RacingblogLIVE
07:00

Insgesamt stehen übrigens 52 Runden auf dem Programm.

RacingblogLIVE
06:59

Die Motoren wurden angelassen

RacingblogLIVE
06:57

Die Nationalhymne wird jetzt von einem Orchester gespielt.

RacingblogLIVE
06:56

Und damit zum Rennen. JP de Oliveira steht auf Pole, Tsugio Matsuda komplettiert die erste Reihe. Dahinter Kazuki Nakajima, Andr� Lotterer, Koudai Tsukakoshi und Loic Duval. Tsukakoshi war der einzige von Honda belieferte Fahrer, der Q3 gestern erreichte. Das zweite Freie Training fand unter feuchten Bedingungen statt, jetzt scheint wie zu erwarten war die Sonne. Ich habe noch keine genauen Temperaturen, aber es sollten um die 35 Grad sein.

RacingblogLIVE
06:55

Ziel der Formula Nippon ist es, mit dem neuen Namen die Serie auf einen ähnlichen Level wie die Formel 1 (naja…) sowie die Izod IndyCar Series (schon realistischer) in Asien zu heben.

RacingblogLIVE
06:51

Die große News des Tages: Die JRP gab den neuen Namen der Formula Nippon bekannt, den die Serie ab 2013 tragen wird. Der neue Name lautet: Super Formula. Damit folgt die Formula Nippon der Super GT, die sich 2005 von der JGTC (Japanese GT Champonship) in Super GT umbenannte. Der komplette, japanische Titel der Formula Nippon ab 2013 lautet Japanese Championship Super Formula. Derzeit trägt sie den vollen Titel All-Japan Formula Nippon.

RacingblogLIVE
06:49

Einen wunderschönen Guten Morgen zum fünften Saisonlauf der Formula Nippon aus Motegi. Dieses Mal mit unserem schicken neuen Live-Ticker, der in kürzester Zeit von zwei flinken Programmieren respektive Designern für uns erstellt wurde. Er ist noch nicht ganz fertig, aber ich habe die Ehre, sozusagen den Shakedown durchzuführen. Der Ticker aktualisiert sich alle 30 Sekunden selbst.

 

flattr this!

August 04 2012

04:00

Formula Nippon: Vorschau Round 5 Motegi

Für manch einen kaum zu glauben, an diesem Wochenende bestreitet die Formula Nippon aber bereits ihr drittletztes Saisonrennen. Bevor es Ende September und Anfang November nach Sugo respektive Suzuka geht, ist Japans höchste Formel-Serie an diesem Wochenende bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr auf dem Twin Ring Motegi unterwegs. Neben der erwarteten Zuspitzung im Meisterschaftskampf wird am Sonntag außerdem der neue Name, den die Serie ab 2013 tragen wird, präsentiert.

Eigentlich schon zum dritten Saisonrennen in Autopolis geplant, hat sich die JRP (Japan Race Promotion) etwas mehr Zeit bei der Sichtung der Namensvorschläge gelassen. Wie bereits über die letzten Monate häufiger berichtet, schnürte man um den neuen Seriennamen ein Gewinnspiel, an dem alle mit einem gültigen Führerschein derzeit in Japan residierenden Bürger teilnehmen konnten. Neben VIP-Tickets für die kommende Saison gibt es als Sonderpreis zudem entweder einen Honda CR-Z type α oder einen Toyota 86 grade G zu gewinnen. Während der neue Serienname nach langer Anmeldeprozedur und weiteren, rechtlichen Abwicklungen diesen Sonntag auf einer Pressekonferenz um 9:50 Uhr Ortszeit präsentiert wird, sollen die Gewinner des Gewinnspiels im Rahmen des JAF Grand Prix (16. bis 18. November) verkündet werden.

Grund für die Namensänderung ist die zukünftige Ausrichtung der Serie. Ähnlich der Super GT will die Formula Nippon ebenfalls gen Asien expandieren. Über ein Rennen auf der F1-Strecke in Südkorea wurde bereits Ende 2011 spekuliert, vor dem diesjährigen Saisonbeginn bestätigte JRP-Präsident Hiroshi Shirai zwar diese Pläne, machte sie aber auch unter anderem von der wirtschaftlichen Lage abhängig. Rennen in Malaysia und China seien ebenfalls möglich, fallen selbstredend aber unter die gleichen Entscheidungskriterien. Sollte die Formula Nippon, was anbetracht des Vorhabens sowie den Visionen seitens der JRP wünschenswert wäre, in mindestens drei verschiedenen Ländern fahren, so kann sie laut FIA-Regularien nicht mehr als nationale Rennserie auftreten. Aus diesem Grund musste sich beispielsweise auch die JGTC 2005 in Super GT umbenennen. Für die Formula Nippon selbst bricht zwölf Jahre nach ihrer „Gründung“ (die eigentliche Geschichte geht bis zum ursprünglichen Namen, All-Japan Formula 2000, ins Jahr 1973 zurück) somit ein neues Zeitalter an. Ein Zeitalter, in dem man nicht mehr nur noch Japans höchste, sondern gleichzeitig auch Asiens höchste Formel-Serie werden möchte. Aus diesem Grund verabschiedet sich die Serie 2014 auch vom aktuellen FN09-Wagen.

Wie passend zum vorangegangenen Lauf in Fuji bekannt wurde, wird der neue Bolide von Dallara gebaut werden. Diesbezüglich hatten sich die Team-Chefs zusammen mit den JRP-Vorsitzenden in einem bislang noch nicht näher kommentieren Meeting zur Abstimmung kurz nach dem Rennen in Fuji getroffen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass dem Design-Vorschlag von Dallara zugestimmt wurde. Bleibt zu hoffen, dass Dallara einen ähnlichen hübschen Wagen wie den FN09 von Swift bauen wird. Bislang ist lediglich bekannt, dass es neben einem neuen Bremssystem auch selbstredend eine neue Aerodynamik geben wird. Bezüglich der Motorenfrage gibt es hingegen keine neuen Informationen. Ursprünglich waren 2,0l Motoren mit Hybrid-Antrieb mitsamt System E, einem KERS-ähnlichen System, das sich seit einiger Zeit in der Entwicklung befindet und nicht zur Konzeption des FN09 passt, angedacht. Die gleichen Motoren wollten Honda und Toyota ab 2014 auch in der Super GT einsetzen. Wegen den Unklarheiten zur DTM-Super-GT-Kooperation wird sich diese Entscheidung aber wohl so lange hinauszögern, bis diesbezüglich Klarheit besteht.

Dies Alles ist aber natürlich noch Zukunftsmusik. Zwar wird der neue Serienname vor dem Rennen von Hiroshi Shirai und Tsugio Matsuda als Fahrervertreter der Presse präsentiert, das Hauptaugenmerk liegt aber selbstverständlich auf dem fünften Saisonlauf. Erneut geht es auf den Twin Ring Motegi, wo die Fahrer, anders als noch zum zweiten Saisonlauf im Mai, mit den heißen Sommertemperaturen um die 30-32 Grad (mitsamt relativ hoher Luftfeuchtigkeit) zu kämpfen haben werden. Vereinzelte, kleine Regengüsse sind zwar angekündigt, die Wahrscheinlichkeit ist aber geringer als noch vor knapp drei Wochen in Fuji. Die heißen Temperaturen erhöhen selbstredend auch den Materialverschleiß. Insbesondere die Bremsen müssen aufgrund der Stop-and-Go-Charakteristik der Strecke geschont werden, aber auch der Reifenverschleiß kann bei den hohen Asphalttemperaturen eine entscheidende Rolle spielen. Ein weiteres Schlüsselelement wird selbstredend auch die Qualifikation sein, da Überholen auf dem Twin Ring Motegi nicht zu den einfachsten Disziplinen gehört. Dies betrifft insbesondere André Lotterer, der in den letzten beiden Rennen jeweils keine guten Startplätze erzielte. Die Qualifikation wird wie bereits im Mai in der Special Stage, dem Einzelzeitfahren nach der regulären Qualifikation zur Festlegung Reihenfolge, ausgetragen.

Da ich bereits ausführlich über den Kurs und sein Umfeld in meiner Vorschau im Mai berichtet habe – und das Umschreiben der zwei Absätze folglich Irrsinnig und nicht dem Prinzip der „Nachhaltigkeit“ entsprechen würde – übernehme ich im folgendem besagte Beschreibung. Nach dem eingebetteten Video folgen noch ein paar Worte zum Rennen sowie der Ausstrahlungszeit.

Weltweit ist der Twin Ring Motegi eine einzigartige Rennstrecke, da er anders als die Strecken in den USA einen separaten Oval- sowie Straßenkurs enthält, ohne dabei Kompromisse bei der Streckenführung einzugehen. Gebaut wurde der gesamte Komplex 1997 von Honda, mit dem Ziel die CART  nach Japan zu holen und das eigene Wissen im Bereich des amerikanischen Open-Wheel-Sports zu erweitern. Trotz der zwei „Zwillingsstrecken“ ist es allerdings  nicht möglich, gleichzeitig zwei Rennen auszutragen, da sich der 4,8km lange Straßenkurs die Boxengasse wie auch Haupttribüne mit dem 2,493km langen Super Speedway teilt. Zusätzlich werden beide Kurse jeweils in einem jeweils anderem Uhrzeigersinn gefahren. Neben der CART und später der IndyCar fuhr 1998 auch der NASCAR Sprint Cup (damals noch Winston Cup) ein Einladungsrennen auf dem Oval. Das Coca-Cola 500 gewann damals Mike Skinner für Richard Childress Racing. In die NASCAR-Geschichte ging das Rennen allerdings aufgrund der Tatsache ein, dass es zum einen das erste (und einzige) Oval-Rennen der NASCAR in Japan war und zum anderen, weil Dale Earnhardt sr. sowie sein Sohn Dale Earnhardt jr. das erste Mal zusammen in einem Rennen fuhren. Das letzte Oval-Rennen der IndyCar fand 2010 statt. Nach dem Tohoku-Erdbeben vom 11. März 2011 wurde der Super Speedway leider sehr stark beschädigt. Da die IndyCar bereits davor beschlossen hatte, nach 2011 aus wirtschaftlichen Gründen vorerst keine Rennen mehr im Land der aufgehenden Sonne auszutragen, beschloss der Streckenbetreiber, das Oval nicht zu reparieren. Das letzte IndyCar-Rennen fand deshalb erstmals auf dem Straßenkurs statt, welches Scott Dixon für Chip Ganassi Racing gewann. In Europa ist der Kurs insbesondere durch den dort seit 2004 jährlich ausgetragenen Japan Grand Prix der MotoGP bekannt; die Super GT wird auch heuer ihr Saisonfinale in Motegi austragen. Kurze Randnotiz: Beim IndyCar-Auftritt 2011 auf dem Straßenkurs des Twin Ring Motegi erzielte Scott Dixon mit 1:38.391 die Pole Position. Zwar mag der Vergleich des alten Dallara-IndyCars mit dem FN09 der Formula Nippon unfair wirken, im gleichen Jahr erzielten bei beiden Auftritten im Juni und Oktober jeweils Joao Paulo de Oliveira sowie André Lotterer mit 1:35.012 respektive 1:32.989 die Pole Position.

Der Straßenkurs des Twin Ring Motegi fällt für japanische Verhältnisse aufgrund seines flachen Höhenprofils eher untypisch aus. Zudem besitzt die Strecke mit seinen 14 Kurven einen Stop-and-Go-Charakter mit lediglich einer leichten Erhöhung in der Haarnadelkurve. Interessant ist die Tatsache, dass der Straßenkurs zwei Unterführungen besitzt, mit der ersten auf der kleinen Geraden zwischen Kurve 4 und 5. An dieser Stelle verlassen die Fahrer quasi unter Turn 3 des Ovals den inneren Teil der Anlage; auf der Geraden nach Kurve 11 (zwischen Turn 1 und 2 des Ovals) gelangen sie durch die zweite Unterführung – das ganze wirkt wie die Unterführung nach der Degner vor der Haarnadel in Suzuka – wieder in den inneren Teil hinein. Dies ist nur aufgrund der Einzigartigkeit der kompletten Anlage möglich und stellt somit gleichzeitig die Besonderheit der Strecke dar. Im folgendem ein Onboard-Video von André Lotterer aus der Reihe „Driver’s Eye“ des japanischen Fernsehens:

Unglücklicherweise sorgt aber genau diese Einzigartigkeit der Strecke für einige Probleme für die Zuschauer vor Ort. Zum einen sitzen sie beispielsweise auf der Haupttribüne zu weit von der Start- und Zielgeraden entfernt, zudem blockiert das Oval die Sicht auf einige Kurven der Strecke, weshalb viele, größere Monitore zum Verfolgen des Geschehens benötigt werden. Abseits der Haupttribünen sind die Sitze auf wenige Stellen im inneren Teil des Ovals sowie der Gegengerade des Straßenkurses limitiert. Zu allem übel besitzt die Strecke keine besonders gute Infrastruktur. Motegi (Tochigi-Präfektur) selbst ist mit lediglich 16.403 Einwohnern (Stand 2005) und einer Gesamtfläche von 172,71km² eine relativ kleine Stadt. Zwar ist die Strecke mit dem Auto nur rund 6km von der Innenstadt entfernt, dennoch sind die Übernachtungsmöglichkeiten, abgesehen von einem Hotel direkt an der Strecke, quasi inexistent. Zu allem übel besitzt die Strecke lediglich zwei zweispurige Straßenzufahrten, was bei Großveranstaltungen mitunter für regelmäßige Verkehrsstaus sorgt. Die Anfahrt mit dem Zug gestaltet sich ebenfalls als schwierig, weil die zwei großen, regionalen Zuggesellschaften JR East sowie Tobu Railway den Bahnhof in Motegi nicht direkt anfahren. Pläne für eine Schnelltrasse für den Shinkansen gibt es ebenfalls nicht.

Nicht nur wegen seines beeindruckenden Rennens vor rund drei Wochen in Fuji ist André Lotterer der absolute Geheimfavorit auf den Sieg in Motegi. Der Duisburger gewann auch bereits im Mai den ersten Formula-Nippon-Auftritt in diesem Jahr in Motegi. Mit insgesamt vier Siegen ist Lotterer der Rekordhalter aller derzeitig amtierenden Formula-Nippon-Piloten auf der Strecke. Lotterer und der Twin Ring, das passt einfach, schließlich gewann er dort im Jahr 2004 auch sein erstes Super GT (damals noch JGTC) Rennen mit Nakajima Racing. Nach einem etwas holprigen Saisonstart in Suzuka und einem unglücklichen aber nichts desto trotz katastrophalen Wochenendes in Autopolis, hat sich der amtierende Champion auf vier Punkte an seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima (29 Punkte) herangepirscht. Der Japaner gab zwei Runden vor Schluss in Fuji die Führung an André Lotterer ab, verlor aufgrund des Bonus-Punktes für die Pole Position aber nur einen Zähler in der Meisterschaft auf ihn – fleißig ernährt sich das Eichhörnchen. Nach einem dritten Platz im Mai-Rennen wittert der Tom’s-Pilot nach Suzuka seinen zweiten Saisonsieg, weiß aber, dass auch ein zweiter Platz auf Lotterers Paradestrecke gewiss kein Beinbruch wäre, sofern er wie in Fuji sich die Pole Position sichert. Zwei Punkte hinter Lotterer ist Autopolis-Gewinner Koudai Tsukakoshi (23 Punkte). Der Docomo-Dandelion-Fahrer, der in Tochigi-Präfektur aufgewachsen ist und somit ein Heimrennen hat, hatte in Fuji einen Nuller geschrieben, nachdem er zum Rennstart wertvolle Positionen verlor und ein unglückliches Händchen beim Regenreifenpoker bewies. Er sowie sein Teamkollege Takuya Izawa (17 Punkte) sind die heißesten Anwärter für einen Honda-Sieg auf deren eigener Strecke. Hinter beiden Fahrern steht nach wie vor allerdings ein großes Fragezeichen, da es abseits des Autopolis-Rennens (und stellenweise zum Saisonauftakt in Suzuka) es dem Team nicht gelang, den guten Quali-Speed auch ins Rennen zu übertragen.

In diesem Jahr etwas unauffallend wirkt Joao Paulo Oliveira (17 Punkte), und das obwohl der Brasilianer, abgesehen von seinem Ausfall in Autopolis, gute bis sehr gute Rennen ablieferte. Bestes Resultat war just im Mai in Motegi, als er sich nur André Lotterer geschlagen geben musste. Für de Oliveira wird es allerdings wichtig sein, mindestens aufs Podium, wenn nicht sogar zum Sieg zu fahren, wenn er seine mathematischen Meisterschaftschancen intakt halten möchte. Gleiches gilt auch für de Oliveiras Teamkollegen Tsugio Matsuda (13 Punkte) sowie Kazuya Oshima (15 Punkte). Letzterer hatte in Fuji unter schwierigen Mischbedingungen, verursacht durch Platzregen, fast einen Überraschungssieg gelandet, musste sich am Ende aber doch beiden Tom’s-Fahrern geschlagen geben. Oshima sollte nach dem letzten Sonntag erzielten, beeindruckenden ersten Sieg für Team Eneos LeMans in der Super GT seit neun Jahren besonders motiviert sein, dennoch ist davon auszugehen, dass er wie auch Matsuda um die Meisterschaft kein Wörtchen mehr mitreden werden. Hierfür waren, trotz einiger guter Rennen, die restlichen Ergebnisse in diesem Jahr etwas zu schwankend. Dennoch ist ein Aufwärtstrend beim Traditionsteam LeMans zu erkennen. Ähnliches gilt für Tsugio Matsuda, der nach drei Jahren in diesem Jahr sein Comeback in der Serie gab.

 

TV-Zeiten Motegi

Wie gehabt muss erneut aufgrund fehlender, internationaler TV-Partner, auf die nicht beliebte Graualternative zurückgegriffen werden. Die Qualifikation findet kurze Zeit nach Erscheinen dieses Artikels am Samstag statt. J Sports 3 geht am Sonntag um 6:30 Uhr deutscher Zeit auf Sendung; das Rennen startet 30 Minuten später um 7 Uhr, dieses Mal sogar unverschlüsselt im japanischen Fernsehen. Wie zu jedem Formula-Nippon-Rennen werden wir auch dieses Mal, sofern die Technik hoffentlich nicht streikt, unseren exklusiven, deutschen Live-Ticker anbieten. Dieses Mal sogar zum allerersten Mal mit einem eigens für das Racingblog entwickelten Live-Ticker-System. Der Live-Ticker startet am Sonntag um 6:45 Uhr.

flattr this!

July 21 2012

18:29

Formula Nippon: Lotterer gewinnt im Regen von Fuji

Es war nicht nur das mit Abstand beste Formula-Nippon-Rennen der diesjährigen Saison, sondern auch eines der besten Rennen des amtierenden Meisters André Lotterer. Unter schwierigen Mischbedingungen gewann der Duisburger am vergangenen Sonntag von Startplatz 8 kommend sein zweites Saison- und damit sein insgesamt viertes Karriererennen auf dem Fuji International Speedway. Fast hätte es allerdings einen Überraschungssieger gegeben.

Vereinzelte Regenschauer waren für das Rennwochenende in Fuji in der Shizuoka-Präfektur angekündigt – und die japanische Regensaison hat erneut nicht enttäuscht. Passend zum ersten Qualifikations-Segment hatte sich erneut der Himmel über der Rennstrecke am Fuße des Fuji-san geöffnet. Die wenigen Tropfen sorgten dafür, dass Takuya Izawa sich Eingangs der Start- und Zielgeraden drehte und seinen Boliden abstellen musste. Das Ende vom Lied: Der 18. und letzte Startplatz. Ein Kuriosum in Q2: Auf Platz 9 schaffte André Lotterer nicht den Sprung ins dritte Segment.

Sichtlich frustriert und überrascht, rätselte der Deutsche über eine urplötzliche schlechte Balance des Wagens, obwohl er zuvor in Q1 wie auch im ersten Freien Training noch die beste respektive die zweitschnellste Zeit fuhr. Über Twitter munkelte er etwas deplatziert formuliert über einen schlechten Reifensatz, nahm diese Aussage im Anschluss aber wieder unkommentiert zurück. Nach dem mysteriösen Aufhängungsschaden in Sugo das zweite Mysterium, das bei den Tom’s-Mechanikern wohl für einige Stirnfalten sorgen dürfte. Lotterer startete dann letztlich doch noch von Position 8, weil Kohei Hirate aufgrund des irregulären Überfahrens der weißen Boxenausfahrtslinie um drei Plätze nach hinten versetzt wurde. Nachdem sich erneut die Regenwolken über dem Fuji Speedway zu Beginn des dritten Qualifikationssegments verdichtete, entschloss sich Kazuki Nakajima zum einzig richtigen: Sofort eine schnelle Runde setzen. Seine Einsatzbereitschaft ging auf, denn die Pole-Zeit von 1:36.694 konnte keiner der Konkurrenten bei einer immer nasser werdenden Strecke mehr schlagen. Mit ihm in Startreihe eins gesellte sich erfreulicherweise Kazuya Oshima (1:38.674); der zu diesem Zeitpunkt noch Meisterschaftsführende Koudai Tsukakoshi (1:40.034) sowie Yuji Kunimoto (1:40.252) und Tsugio Matsuda (1:40.495) rundeten die Top 5 ab. Matsuda war damit schneller als sein Impul-Kollege Joao Paulo de Oliveira, der auf P6 direkt hinter ihm ins Rennen ging.

Bereits am Sonntagmorgen begrüßte der Himmel über Fuji die Fahrer mit starken Winden und erneutem Regen. Unter diesen Bedingungen fuhr André Lotterer vor Tsugio Matsuda im zweiten Freien Training die schnellste Runde. Zum Rennstart um 14 Uhr Ortszeit war es zwar trocken, in den höheren Lagen der hügeligen Landschaft war allerdings eine kleine Nebelbildung zu beobachten. Und wie hätte es auch nicht anders sein sollen, fing es wenige Sekunden nach der Pre-Race-Zeremonie mitsamt Nationalhymne zu tröpfeln an, allerdings nicht so stark und vor allem auch nicht über die ganze Strecke verteilt, dass die Rennleitung das Rennen zum Wet Race hätte deklarieren müssen. Außerhalb der Top 10 auf P12 startend entschied sich lediglich Hironobu Yasuda zu einem gewagten Poker. In letzter Sekunde ließ der Kondo-Racing-Fahrer sich Regenreifen von seinen Mechanikern aufziehen, in der Hoffnung auf eine höhere Intensität des Regens. Bereits in der Einführungsrunde war aufgrund der noch sehr geringen Feuchte zu erkennen, dass diese gewagte Strategie nicht aufgehen sollte.

Bei schwülen 26 Grad Außen- sowie 33 Grad Asphalttemperatur wurde das Rennen gestartet. Kazuki Nakajima konnte seine Pole Position nicht bis in die erste Kurve retten, stattdessen wurde der Suzuka-Sieger, auch bedingt durch leicht durchdrehende Hinterreifen, von Kazuya Oshima kassiert. Im Hintergrund legte André Lotterer einen sagenhaften Raketenstart hin. Bereits nach der Coca-Cola-Kurve war der Titelverteidiger bis auf Position 4 hinter Yuji Kunimoto vorgefahren. Koudai Tsukakoshi wurde dabei von seinem dritten Startplatz auf Position 6 zurückgereicht; auch Matsuda wurde von Teamkollegen de Oliveira noch in der ersten Kurve überholt. In der ersten Runde besonders auffallend waren die teilweise rutschenden Autos. Einige Fahrer hatten aufgrund der noch kalten Slick-Reifen in Kombination mit der leicht feuchten Strecke in einigen Abschnitten sichtliche Mühe, ihren FN09 auf dem Kurs zu halten. Nach dem ersten Umlauf versuchte Kazuki Nakajima mit Hilfe des Zusatz-Boosts sowie des Windschattens an Oshima in Kurve 1 vorbeizugehen, verbremste sich allerdings, weshalb der Team-LeMans-Fahrer wieder vorbeischlüpfte. Im Hintergrund griff Lotterer erfolgreich auf der äußeren Linie nach Kunimoto, der im Anschluss auch noch vom Brasilianer Joao Paulo de Oliveira überholt wurde. Völlig von der Rolle war in der Anfangsphase Koudai Tsukakoshi, der nach dem Rennen sich über Balance-Probleme beklagte. Nach dem miserablen Start wurde er in Runde 5 auch noch von Tsugio Matsuda überholt und damit zwischenzeitlich auf P7 verwiesen. Zu diesem Zeitpunkt musste auch Hironobu Yasuda einsehen, dass der Poker mit den Regenreifen nicht aufging, als nach nur fünf Runden die Spitze des Feldes hinter ihm auftauchte und der Nieselregen fürs erste aufhörte. Während vorne Oshima das Feld kontrollierte und sogar Nakajima leicht abhängen konnte, der wiederum den zu diesem Zeitpunkt sichtlich schnelleren Lotterer aufhielt, gab es im mittleren sowie hinteren Feld einige nette Zweikämpfe zu beobachten.

Vom letzten Platz aus startete Takuya Izawa seine Aufholjagd. In Runde 6 übernahm der zweite Dandelion-Pilot bereits Position 12 von Daisuke Nakajima, der in der Qualifikation mit Startplatz 7 eigentlich noch eine gute Ausgangsposition hatte. Für Kazukis jüngeren Bruder im Team des Vaters sollte es erneut kein sonderlich erfolgreiches Rennen werden. Am Ende sprang lediglich Platz 11 heraus, womit er wenigstens seine bisherige Leistung seit Motegi (P10) und Autopolis (P11) bestätigte. Nach Startplatz 7 hatte er und das Team sich aber sicherlich etwas mehr erhofft, zudem wurde er von seinem am Ende auf Position 10 ins Ziel kommenden Teamkollegen Takashi Kogure überholt, der von Platz 13 ins Rennen ging. Lichtblick für Nakajima Racing ist allerdings, dass man nach dem katastrophalen Saisonstart in Suzuka eine gewisse Konstanz gefunden hat. Qualifikations-Ergebnisse wie der siebte Startplatz von Daisuke Nakajima in Fuji zeigen außerdem, dass Potential nach vorne vorhanden ist, was fehlt ist lediglich die Umsetzung des Speeds im Rennen. Ein Problem, mit dem auch weiterhin noch Docomo Dandelion Racing zu kämpfen hat. Während Izawa durch eigenes Verschulden zu Beginn des Rennens immerhin eine ansehnliche Aufholjagd hinlegte (bis auf P9), verlor in der zweiten Hälfte des Rennens dennoch wieder an Speed. Am Ende reichte es nur für P13. Teamkollege Tsukakoshi stellte seinen Boliden in der Qualifikation immerhin in die zweite Startreihe, fiel allerdings beim Rennstart zurück. Ähnliches war auch in Suzuka und Motegi passiert, lediglich in Autopolis hatten es beide Fahrer geschafft, ihren Quali-Speed auch ins Rennen zu übertragen.

In Runde 7 nahm der Regen erneut zu, was zu einem leichten Anstieg der Rundenzeiten um rund eine Sekunde sorgte. So fuhr Oshima beispielsweise noch in Runde 4 um die 1:29, während er drei Runden später die 4,563 km lange Strecke eine Sekunde langsamer umrundete. Ab diesem Zeitpunkt war besonders Sektor 3, hier vor allem die Dunlop-Kurve, sowie die Start- und Zielgerade vom Regen betroffen. Beim Anbremsen auf besagte Dunlop-Kurve hatte sich Yuji Kunimoto fast gedreht, konnte den Wagen aber noch abfangen. Kurz davor wurde er von Tsugio Matsuda in einem hübschen Slipstream-Manöver in Kurve 1 überholt. In den kommenden Runden nahm die Intensität des Regens weiter zu, weshalb einige Teams anfingen, über den Wechsel auf Regenreifen nachzudenken. Dagegen sprach allerdings, dass es sich bei diesem Niederschlag erneut um einen kurzen, kleinen Platzregenschauer um Sektor 3 herum handelte, von dem man nicht wusste, wie lange er anhalten würde. Besser mit den Bedingungen klarkommend griff in Runde 13 Matsuda seinen Teamkollegen de Oliveira an, während die Rundenzeiten im Feld zwischen 1:33 und 1:36 anstiegen. Zu diesem Zeitpunkt war auch Oshima deutlich schneller und konnte sich bis zu drei Sekunden von Kazuki Nakajima absetzen. Interessant zu beobachten waren die unterschiedlichen Stärken der beiden Tom’s-Piloten. Während Lotterer in Sektor 1 und 3 deutlich schneller als sein Teamkollege konnte, setzte sich dieser wiederum in Sektor 2 wieder leicht von ihm ab. Dennoch war zu erkennen, dass Lotterer spürbar schneller als Nakajima war.

Bedingt durch die stets wechselnden Bedingungen, waren es jene Rundenzeiten, die sich alle paar Runden veränderten. Als nach dem erneuten, kurzen Schauer es nur noch in der Dunlop-Kurve leicht feucht war, holte Nakajima wieder auf bis zu zwei Sekunden auf den führenden Oshima auf. Auch Joao Paulo de Oliveira konnte diese Phase nutzen, um seinen Teamkollegen abzuschütteln und sogar Zeit auf André Lotterer gewinnen. Aber wie hätte es auch anders sein sollen, entschieden die Regenwolken sich über der Strecke in Runde 26 endgültig zu entleeren, erneut allerdings mit einem fiesen Platzregen, der abermals insbesondere Sektor 3 sowie Teile des ersten Sektors unter Wasser setzte. Erstaunlicherweise entschloss sich niemand zum sofortigen Reifenwechsel, vermutlich weil alle Teams mit nur einem kurzen, dieses Mal aber heftigeren Platzschauer rechneten. Als zwei Runden später aber auch der komplette zweite Sektor an Nässe gewann, entschloss sich Naoki Yamamoto als erster des Feldes zum Wechsel auf die Regenreifen. In Runde 29 folgten ihm Kunimoto und Tsukakoshi. Letzterer hatte mit seinem Team wohl nach der katastrophalen ersten Rennhälfte auf einen längeren Schauer gehofft und damit alles auf eine Karte gesetzt, um doch noch einige Plätze wieder gut zumachen. Abseits der Kameras flog Joao Paulo de Oliveira von der Strecke, konnte aber nach dieser Schrecksekunde wieder weiterfahren, wurde dabei aber von seinem Teamkollegen Tsugio Matsuda überholt. Trotz der hohen Intensität des Regens entschlossen sich lediglich Yamamoto, Tsukakoshi und Kunimoto zum Reifenwechsel; der Rest des Feldes blieb auf den Slicks. Umso erstaunlicher, dass neben dem Dreher von de Oliveira und später auch noch Izawa in Runde 34, die Fahrer ihre Boliden auf der Strecke halten konnten. Auf Slicks wohlgemerkt. Ein Fakt, den man nicht häufig genug erwähnen kann. Ein Grund hierfür könnte laut der späteren Interview-Aussage Lotterers sein, dass die Asphalttemperatur trotz des Regens sich konstant zwischen 31-33 Grad befand und deshalb die Slick-Reifen, die zwar kein Wasser aufnehmen können, nie stark abkühlten. Der Ground-Effect des Boliden könnte ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Letztlich waren es aber die Fahrer, die filigran ihre Boliden über das Wasser steuerten. Zu diesem Zeitpunkt machten auch beide Tom’s-Piloten wieder weiter Boden auf Oshima gut.

Die Rechnung mit den Regenreifen der Wechsler schien anfangs aufzugehen – Tsukakoshi fuhr beispielsweise auf Anhieb rund vier Sekunden schneller als der führende Oshima. Das ausharren der Anderen machte sich allerdings dann doch bezahlt: Keine zehn Runden später schien auf Start/Ziel zum ersten Mal während des gesamten Rennens die Sonne leicht durch; der Regen wurde weniger und die einzelnen Sektoren trockneten langsam wieder ab, wobei der zweite Sektor und dritte Sektor, insbesondere die Passage ab der 300 R, weiterhin die trickreichsten darstellten. Mit dem langsamen abtrocknen der Strecke verlor Nakajima um die 1,8 Sekunden auf den kontrollierend fahrenden Oshima, während André Lotterer wiederum wertvolle Sekunden auf seinen Teamkollegen verlor. Mit dem Erreichen des 38. Umlaufs betrug dieser aufgrund eines temporären Antriebdefekts ganze 5,8 Sekunden. Der Duisburger erklärte auf der Pressekonferenz nach dem Rennen, dass das Problem ohne Vorwarnung auftrat und er deshalb besonders auf der Zielgeraden Zeit verlor. In der Hoffnung auf Besserung, versuchte er deshalb Benzin und Reifen zu sparen. Im Vorfeld wurde bereits darüber spekuliert, ob nach der diesjährigen Regeländerung (kleinerer Tank, Abschaffung der zwei Pflichtreifenwechsel) es aufgrund des geringeren Verbrauchs in Fuji eventuell möglich wäre, ohne Boxenstopp durchzufahren. Die Regenschauer hätten diese Theorie weiter unterstützen können, in der 40. von 55 Runden eröffnete Kazuki Nakajima aber dann doch mit dem zweimaligen Gaststarter Yuhki Nakayama, der ein sauberes aber bis auf ein gewonnenes Duell mit Ryo Orime, der später im Rennen durch einen Dreher ausfiel, unauffälliges Rennen fuhr und 15. wurde, die Reihe an Boxenstopps. Beide kamen lediglich zu einem wie die Japaner es nennen „Splash & Go“, sprich einem „Splash & Dash“ hinein – die Reifen wurden nicht gewechselt.

Eine Runde später tat es ihnen Kazuya Oshima gleich. Auch er ließ sich nur für den Schlusssprint betanken und verzichtete auf neue Pneus. Nach 11,5 Sekunden und damit 0,4 Sekunden schneller als Nakajima, verließ er wieder seine Mannschaft. Dennoch reichte es nicht, um vor dem ehemaligen F1-Piloten wieder auf die Strecke zu kommen. Nakajima zauberte, wohl wissend seiner Chance, zwei schnelle In- respektive Outlaps auf den Asphalt, was ihn letztlich die nötigen Zehntelsekunden für den Führungswechsel brachte. Noch eine Runde später steuerte Lotterer den Service an. Wenig überraschend entschied auch er sich lediglich zum Auftanken. Das jeweils eine Runde längere fahren als seine beiden, direkten Konkurrenten machte sich für den Titelverteidiger bezahlt: Er verkleinerte die ehemals 5,8 Sekunden Rückstand auf nicht ganze drei Sekunden. Ein weiterer, nennenswerter Stopper war Joao Paulo de Oliveira, der zwar nur 9 Sekunden bei seiner Mannschaft verbrachte, für den es nach seinem Dreher und einem wohl daraus resultierenden Pace-Verlustes am Ende nur für Position 6 reichte. Das Wochenende hatte sich der Brasilianer, der letzte Woche Freitag seinen 31. Geburtstag feierte, etwas anders vorgestellt. Schwacher Trost: Mit 1:29.031 fuhr er die schnellste Runde des Rennens.

Nach den Stopps der Anderen befanden sich Kunimoto und Tsukakoshi auf der nun nur noch im dritten Sektor leicht feuchten Strecke zwar auf den Plätzen 4 und 5, verloren aufgrund ihrer Regenreifen aber mehrere Sekunden pro Runde auf den Rest des Feldes. Von hinten rückten Matsuda und Duval an. Letzterer hatte ebenfalls keinen guten Start, konnte sich aber durch seinen Renn-Speed und eine intelligente Fahrweise, besonders während der vereinzelten Regenschauer, wieder nach vorne arbeiten. Die beiden Champions von 2007/08 und 2009 befanden sich im direkten Kampf, weshalb der Franzose in der Dunlop-Kurve das Zögern seitens Matsuda, der seinen Angriff auf den sich nicht wehrenden Tsukakoshi abbrach, zu überholen, was Matsuda aber zu verteidigen wusste. Beide gingen am Dandelion-Fahrer im nächsten Umlauf in Turn 1 vorbei; Kunimoto war anschließend in der gleichen Runde in der Dunlop-Kurve fällig. Das sehenswerte Duell zwischen dem Japaner und dem Franzosen war damit aber noch nicht zu Ende. Ohne Zusatz-Boost verteidigte sich Matsuda geschickt den Angriffen Duvals, indem er ihm in Kurve 1 lediglich die äußere Linie frei machte und ihn so beim Beschleunigen verhungern ließ. Unbeobachtet der Kameras krallte sich kurz vor Schluss Duval aber dann doch noch Matsuda. Beide beendeten ihre starken Rennen auf den Plätzen 4 und 5. Zuvor, in der 48. Runde, entfachte eder Kampf zwischen Oshima und Lotterer, dessen Antriebsprobleme sich nach eigener Aussage nach dem Boxenstopp wieder verschwanden.

In Suzuka fand der Duisburger keinen Weg am Japaner vorbei, in Fuji trieb er ihn hingegen zu Beginn der 50. Runde in Kurve 1 in einen Fehler. Mit Hilfe des Zusatz-Boosts zog er im Windschatten neben Oshima, der sich wiederum in Kurve 1 verbremste und so Lotterer Position 2 überließ. Vier Runden vor Schluss betrug der Abstand zwischen beiden Tom’s-Fahrern nur noch rund zwei Sekunden. Lotterer, der zu diesem Zeitpunkt schnellster Mann auf der Strecke war, schloss in nicht mal zwei Runden auf seinen Teamkollegen Nakajima auf. In einem packenden Duell begann Kazuki Nakajima in Kurve 13 einen kleinen Fehler, was Lotterer ermöglichte sich neben ihn zu setzen und außen in der darauffolgenden Haarnadelkurve in einem starken Manöver zu überholen – und das zwei Runden vor Schluss! Die Führung gab Lotterer dann in der letzten Runde, trotz sichtlicher Anstrengungen seitens Nakajimas, nicht mehr ab.

Nakajima nahm es nach dem Rennen gelassen und sportlich, letztlich musste er eingestehen, dass sein Teamkollege an diesem Wochenende schneller war, auch wenn er sich bis zwei Runden vor Schluss gut verteidigen konnte. Eine ähnliche Aussage traf auch Kazuya Oshima, der selbstredend etwas enttäusch darüber war, dass ihm der Überraschungserfolg nicht glückte. Ohne parteiisch zu werden, hätte ich mich persönlich ebenfalls sehr über einen Erfolg Oshimas und des Traditionsteams LeMans gefreut, gab es schließlich auch schon lange nicht mehr. Platz 3 ist aber eine mehr als tolle und vor allem verdiente Leistung, die auch den Aufwärtstrend des Teams unterstreicht. Für Lotterer war es nach Motegi der zweite Erfolg in dieser Saison und insgesamt der vierte Karrieresieg auf dem Fuji International Speedway. Damit ist er weiterhin Rekordhalter auf der nach Suzuka bekanntesten Strecke Japans aller derzeitig fahrender Formula-Nippon-Piloten. Saisonlauf 5 findet am 05. August 2012 auf dem Twin Ring Motegi statt, wo Lotterer ebenfalls Rekordhalter aller derzeitig aktiven Fahrer ist.

Bedingt durch die Nullrunde von Koudai Tsukakoshi – Punkte gibt es nur bis Position 8 – verlor der Dandelion-Fahrer seine Tabellenführung an Kazuki Nakajima, der nun mit 29 Zählern vor André Lotterer (25 Punkte) und Tsukakoshi (23 Punkte) die Meisterschaft anführt. Entschieden ist drei Rennen vor Schluss – es folgen nach Motegi noch Sugo und Suzuka – noch nichts, auch wenn Joao Paulo de Oliveira und Takuya Izawa mit jeweils 17 Punkten wohl nur noch mathematische Chancen auf die Meisterschaft haben dürften. So überraschend und ereignisreich die Saison allerdings ist, würde ein alles auf den Kopf stellendes Motegi-Rennen einen auch nicht mehr weiter verwundern. Der heiße und schwüle Sommer hält nämlich auch noch im August weiter an.

 

aErgebnis Round 4 Fuji Speedway

aMeisterschaftsstand nach Round 4

 

+++ Breaking News +++

Zwar gab es in Fuji, anders als gehofft, doch noch keine Informationen zum neuen Seriennamen, den die Formula Nippon ab 2013 tragen wird, dafür ist dem Cover der am 23. Juli 2012 in Japan erscheinenden Motorsport-Zeitschrift a„Racing News formula“ zu entnehmen, dass Dallara die Zusage bekommen hat, den ab 2014 zum Einsatz kommenden, neuen Einheitswagen zu bauen. Des Weiteren wird es nach Angaben des Covers ein neues Bremssystem, Getriebe sowie eine neue Aerodynamik geben.  Sobald es weitere Infos gibt, findet ihr diese nicht nur in der Motegi-Vorschau Anfang August, sondern auch über Twitter respektive in unseren Newshappen.

fn1204_003 fn1204_006 fn1204_008 fn1204_016 fn1204_018 fn1204_026 fn1204_054 fn1204_056 fn1204_061 fn1204_084 fn1204_098 fn1204_118 fn1204_171 fn1204_180 fn1204_188 fn1204_198 fn1204_210 fn1204_211 fn1204_214 fn1204_237 fn1204_240 fn1204_242 fn1204_245 fn1204_247 fn1204_249 fn1204_253

flattr this!

March 07 2012

06:26

Ferner liefen: Die Newshappen für 07.03.2012

// HRT hat als letztes Team den neuen Einsatzwagen vorgestellt. Der Wagen soll eine komplette Neukonstruktion sein, was angesichts des mittlerweile drei Jahre alten Dallara-Chassis auch sicher notwendig war. Neu ist auch die Lackierung, die noch jeden Sponsor vermissen lässt. HRT hat die gesamten Wintertests ausfallen lassen und ist gestern in Barcelona nur ein paar Installationsrunden gefahren. Man tritt in Melbourne also mit einem komplett ungetesteten Wagen an, was die Chancen nicht besser aussehen lässt. Immerhin hat HRT in diesem Jahr auch KERS an Bord. Man setzt das System von Williams ein. Dennoch dürfte HRT auch weiterhin die letzten Startplätze besetzen. Positiv zu vermerken ist allerdings, dass man mit Pedro de la Rosa einen sehr erfahrnen und bekanntermaßen guten Entwickler ins Team geholt hat. (Don)

// Bei Ferrari sind die Sorgenfalten nach dem Test sehr zahlreich. Der F2012 hat Potential, aber offenbar hat man nicht komplett verstanden, wie der Wagen eigentlich arbeitet. Fernando Alonso zeigt sich mittelmäßig beeindruckt, weiß aber laut GPupdate darauf hin, dass Red Bull jetzt auch nicht gerade problemlos unterwegs war. Hätte Ferrari so zwei schlechte letzte Testtage gehabt, würde man über das Team herfallen, so der Ex-Weltmeister. (Don)

// Ein möglicher Grund für die Probleme bei Ferrari dürfte die Vorderachse bzw. dessen Konstruktion sein, denn am letzten Montag, also dem 27.02 war Dr. Petter Schöggl, seines Zeichens leitender Ingenieur bzw. Simulationsexperte bei AVL zu Gast bei Servus TV und äußerte diese Vermutung (ab 55. bzw. 72. Minute). Hintergrund sind die sehr spitzen bzw. kleinen Winkel in den Querlenkern bzw. dem Pull Rod. Dies kann sehr schnell sein, allerdings ist der Aufwand hierfür sehr hoch und die Abstimmung sehr schwer. (Flo aus N)

// Laut Joe Saward steckt eh ungeliebte GP von Europa in Valencia in Schwierigkeiten. Angeblich hat man mal wieder die Sicherheitszahlungen an Eccelstone nicht geleistet, der nun damit droht, den GP ausfallen zu lassen. Laut Saward sucht der F1-Chef schon einen Ersatz. Da gibt es nicht so viele Möglichkeiten. Paul Ricard wäre eine, erfüllt aber (noch) nicht die Anforderungen in Sachen Anreise und Hotels der Formel Eins. Imola wäre eine andere Variante, hier fehlt aber vermutlich auch das Geld. Ähnliches gilt für den Nürburgring, wo es zudem einen Rechtsstreit zwischen dem Land und Pächter gibt. Da dieser offiziell gekündigt ist und das Land noch keinen Nachfolger benannt hat, gibt es eh keine Verhandlungen mit Eccelstone. Ein Rennen im euruopäischen Ausland fällt vermutlich aus logistischen Gründen flach. (Don)

// Laut Dr. Helmut Marko hat Mercedes ein F-Duct System, welches mittels DRS aktiviert wird. Dr. Helmut Marko war am Montag zu Gast in der Sendung Sport und Talk von Servus TV äußerte die Vermutung dass Mercedes massiv aufgeholt haben wird. Mitverantwortlich soll dabei ein Schacht System sein, welches mittels DRS aktiviert wird. Wie das ganze genau aussieht oder funktionieren soll wurde aber nicht verlautbart. (Flo aus N)

// Es gibt in diesem Jahr eine neuer Version der iPhone/iPad/Android/Blackberry Timing App der Formel Eins. Programmiert und verkauft wird diese über ein Unternehmen namens Soft Pauer. Dahinter verbirgt sich Otmar Szafnauer, der bei Force India momentan den Chief Operating Officer gibt und vorher bei Honda F1 angestellt war. Die App hat zwar einige interessante Feature wie ein Live-Tracking per GPS, Live-Timing, Reifenwahl usw. kostet aber auch stolze 25 Euro. Ich hatte sie im letzten Jahr auf meinem iPad und kann auf Grund meiner Erfahrungen keine Kaufempfehlung ausprechen. Das Live-Tracking ist nett, manchmal auch recht hilfreich, wenn es um sehr enge Boxenstopps geht und auch das Livetiming ist sehr schön, weil es ein wenig mehr Infos bietet (Letzte Rundenzeit z.B.) Allerdings habe ich bei bestimmt 40% aller Rennen einen Totalausfall des Feeds erlebt. Manchmal kam er wieder, manchmal auch nicht. Wenn man unterwegs ist und über eine stabile UMTS Verbindung verfügt, mag das eine nette Ergänzung sein, aber das Livetiming auf der offiziellen Seite geht auch auf dem Smartphone. (Don)

// Rahal Letterman Lanigan Racing hat es doch noch geschafft, ein zweites Auto für die IndyCar Series auszufinanzieren. Allerdings wird der Wagen, gesteuert vom Italiener Luca Filippi, erst mit dem Indy 500 in die laufende Saison einsteigen. Grund ist wohl, dass Honda erst dann wieder einen Motor liefern kann. Etwas merkwürdig ist die Sache trotzdem: RLL hatte bis vor kurzem nämlich einen zweiten Motor ab Saisonbeginn zur Verfügung – hat diesen aber an Sarah Fisher Racing abgegeben. (Vorsicht)

// Sebastian Saavedra wird 2012 das Indy 500 für Andretti Autosport bestreiten, und wird zudem “offizieller Ersatzfahrer” des Teams. Ansonsten nimmt der Kolumbianer allerdings einen Schritt zurück, und fährt die gesamte Saison der Indy Lights. Der gewöhnlich gut informierte Curt Cavin vom Indianapolis Star meldet allerdings, dass Saavedra ”vielleicht zwei bis drei weitere IndyCar-Rennen” für Andretti Autosport fahren darf. (Vorsicht)

// Währenddessen beginnen in Sebring die ersten “Open Tests” der neuen IndyCar-Saison. Am ersten Testtag hatte Ryan Hunter-Reay im Andretti-Chevy die Nase vorn, dicht gefolgt von Helio Castroneves im ebenfalls Chevrolet-befeuerten Penske. Honda war allerdings in Kombination mit Sam Schmidt Racing und Fahrer Simon Pagenaud ebenfalls nur eine Zehntelsekunde von der Bestzeit entfernt. Auch, wenn die Zeiten wohl noch nicht sehr viel wert sind – riesige Leitungsunterschiede zwischen den beiden großen Herstellern scheint es auf der Rundstrecke momentan nicht zu geben. Allerdings dürfte Chevrolet in Sachen Standfestigkeit und Entwicklungsfortschritt die Nase im Moment noch vorne haben. Mit zwei Sekunden Rückstand (auf einer knapp einminütigen Runde) und einigen technischen Problemen bildete Simona de Silvestro im einzigen Auto mit Lotus-Motor das Schlusslicht am ersten Testtag. Im Interview mit autosport.com zeigt sich die Schweizerin allerdings zuversichtlich, dass Lotus/Judd die Probleme bis zum Saisonstart in den Griff bekommt. (Vorsicht)

// Auch erste Details zur TV-Übertragung gibt es: In den neuen Autos werden neben den bekannte, drehbaren Kameras auf dem Überrollbügel auch drei neue Perspektiven zur Verfügung stehen. Geplant ist eine Kamera am Heckflügel, eine in den Rückspiegeln sowie eine weitere in Richtung der vorderen Aufhängung. Weiterhin werden aber nicht alle Autos mit einen Onboard-Videosystem ausgestattet, sondern bei “normalen” Rennen sechs, und beim Indy 500 zwölf Wagen. Der Rest bekommt der aerodynamischen Chancengleichheit halber Kameraatrappen. (Vorsicht)

// Die Formel Renault 3.5 hat via Twitter bekanntgegeben, dass der bisher noch fehlende Austragungsort für das August-Rennen Silverstone sein wird. Das ganze wird allerdings kein komplettes WSbR-Wochenende werden, sondern nur als Rahmenrennen der WEC dienen – ähnlich dem Auftritt gemeinsam mit der WTCC im vergangenen Frühjahr in Monza. Das Rennen in Brasilien, über das im vergangenen Sommer kurz spekuliert wurde, wird damit vorerst nicht stattfinden. (Vorsicht)

// “Lotus” (née Gravity Charouz Racing) hat derweil bekanntgegeben, dass man 2012 in der Formel Renault 3.5 mit dem Neuseeländer Richie Stanaway, Meister des deutschen F3 Cups, und dessen Vize, dem Dänen Marco Sørensen an den Start gehen wird. Sicher ein interessanter Referenzpunkt für die Fahrerqualität der deutschen Nachwuchsserie. (Vorsicht)

// Reiter Engineering wird 2012 zwei Gallardo LP600+ in der FIA GT1 einsetzen, die ja nun nach GT3 Regeln gefahren wird. Damit wächst das Starterfeld so langsam auf brauchbare Dimensionen an. (Don)

// In weniger als einem Monat (31. März / 01. April) startet die japanische Super GT auf dem Okayama International Circuit in ihre neue Saison. Über die letzten Wochen verteilt, haben einige der GT300-, insbesondere aber natürlich die GT500-Mannschaften, bereits ihre Fahrzeuge ausführlich über den Inselstaat verteilt getestet — ein direkter Vergleich war somit nur bedingt möglich. Im letzten Jahr aufgrund der tragischen Naturkatastrophe abgesagt, finden die offiziellen Testfahrten in diesem Jahr wieder in Okayama vom 17. bis 18. März 2012 statt. Für einige der GT300-Teams, die sich erst vor kurzem für die diesjährige Saison eingeschrieben haben, wird es die erste und einzige ausführliche Testfahrt vor dem Saisonstart sein, und gleichzeitig einen ersten Indikator für die Stärke, egal ob in der GT300- oder GT500-Klasse darstellen. Die Nennliste für die Testfahrten umfasst 40 von 45 für diese Saison gemeldeten Fahrzeugen. Interessante Nebenbemerkung: Für Petronas Team Tom’s ist lediglich Kazuki Nakajima für die Testfahrten gemeldet. (Yankee)

// Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Suzuka Circuits hat die Formel Nippon das offiziell als Round 0 bezeichnete Show-Rennen über 10 Runden bei Regen letzten Sonntag absolviert. Obwohl es lediglich als Unterhaltung für Fans gedacht war und es quasi “nur” um die Goldene Ananas (oder Prestige…) ging, entbrannte um den Sieg ein packender Dreikampf zwischen Joao Paulo de Oliveira, Takuma Sato und André Lotterer. Sato war von Beginn an konkurrenzfähig und erlangte kurz nach dem Start auch bereits die Führung. Erst kurz vor Schluss konnte de Oliveira den Japaner nach einem packenden Kampf vor der berühmten Löffelkurve überholen. Lotterer fiel bei dem Kampf ein wenig zurück, konnte sich allerdings kurz vor Schluss wieder auf knapp eine Sekunde an Sato herantasten, aber nicht mehr angreifen. Auf den Plätzen Vier und Fünf kamen Serienrückkehrer Loic Duval sowie Tsugio Matsuda ins Ziel. Das komplette Ergebnis sowie einige Bilder zum Rennen gibt es auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon, eine Amateur-Aufnahme vom Start hier. (Yankee)

// Im Anschluss an die Feierlichkeiten absolvierte die Formel Nippon am letzten Montag und Dienstag zwei offizielle Testtage auf dem Suzuka Circuit. Nach schönsten Sonnenschein am Samstag, hatte der Regen wie auch am Sonntag am Montag allerdings keine Einsicht mit den Teams und bewegte die Organisatoren dazu, alle Fahraktivitäten für den Vormittag abzusagen. Glücklicherweise nahm der Regen ein wenig ab, so dass die für 15 Uhr Ortszeit geplante Session gestartet werden konnte. Auf der noch immer sehr nassen Fahrbahn hatte Joao Paulo de Oliveira am meisten Pech und beendete nach nur einer Runde seinen Testtag unsanft im Kiesbett. Am Wagen von Loic Duval wurde der neue Diffusor getestet. Unter anderem soll dieser bei Regenrennen die Gischt für den Hintermann reduzieren, ein akutes Problem des FN09. Laut den ersten Stimmen des japanischen Magazins Autosport Web fielen die Ergebnisse allerdings nicht wie erhofft aus, wenn auch ein kleiner Erfolg zu verzeichnen war. Die Ergebnisse für den ersten, verkürzten Testtag sind auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon abrufbar. Am zweiten Testtag verschonte der Regen, abgesehen von der ersten Session am frühen Morgen, dann die Fahrer, während zur Mittagszeit der Himmel noch etwas verschlossen blieb, zum Nachmittag dann aber, passend zu den schnellsten Zeiten beider Tage, die Sonne zum Vorschein kam. Takuma Sato nahm wie bereits im Vorfeld verkündet lediglich am ersten der beiden Testtage teil, fuhr im Regen aber einen respektablen neunten Platz, mit lediglich knapp einer Sekunde (wohlgemerkt im Regen) Abstand auf den Tagesschnellsten Koudai Tsukakoshi von Docomo Team Dandelion Racing. Überhaupt waren beide Testtage fest in Honda-Hand. Beide Docomo-Piloten (Koudai Tsukakoshi & Takuya Izawa) könnten nicht nur aufgrund ihrer schnellen Zeiten eine entsprechende Rolle beim Saisonstart am 14. / 15. April, ebenfalls in Suzuka, spielen. Eine Zusammenfassung aller über beide Tage verteilten Testzeiten ist ebenfalls auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon abrufbar. Wer eine Auflistung der einzelnen Sessions von Tag 2 möchte, wird hier und hier, ebenfalls auf der offiziellen Webseite der Rennserie fündig. Zwei weitere, offizielle Testtage werden am 20. und 21. März in Fuji stattfinden. (Yankee)

// Die offizielle Präsentation der Formel Nippon wird am 26. März in Tokyo stattfinden. Entgegen einiger Gerüchte wird es 2012 (noch) keine Rückkehr des Freien Trainings am Freitag vor jedem Rennwochenende geben, auch die angedachte Änderung des Rennformats (längere Rennen, zwei Pflichtboxenstopps) wird es in diesem Jahr nicht geben. (Yankee)

// Im Rahmen der Feierlichkeiten in Suzuka hat die JRP (Japanese Race Promotion) einige interessante Informationen zur Zukunft der Formel Nippon bekanntgegeben. Zum einen wurde über die schon länger geplante Expansion der Serie in den asiatischen Raum gesprochen. Konkrete Pläne gäbe es zwar noch keine, möglich wäre allerdings ein Rennen auf der F1-Strecke in Süd-Korea, vielleicht zusammen mit der Super GT, die 2013 dort das erste mal gastieren wird. In wie fern die Verhandlungen mit den Streckenbetreibern und Organisatoren vor Ort verläuft, liegt allerdings auch an der Wirtschaftslage. Die lediglich in einer Skizze vorhandenen Ideen für ein Rennen in Singapur sind derzeit hingegen komplett auf Eis gelegt, da hinter dem Bau einer permanenten Rennstrecke in Changi (für internationale Rennserien abseits der Formel 1, zum Beispiel der MotoGP) ein großes Fragezeichen steht. Ursprünglich sollte der Bau für die kürzer als 3km lange Strecke spätestens Anfang 2011 beendet werden, aufgrund von unter anderem nicht zahlenden und abgesprungenen Investoren rechnet allerdings fast niemand mehr mit der Fertigstellung des Kurses.

// Des Weiteren wurde über System E, ein Energierückgewinnungssystem ähnlich KERS in der Formel 1, gesprochen. Nach derzeitigen Stand soll das System, nach einiger Verzögerungen, 2014 zusammen mit dem neuen Einheitswagen eingesetzt werden, da die beiden von Toyota und Honda entwickelten Systeme nicht sonderlich gut mit dem FN09 funktionieren. Erste Testfahrten, unter anderem in Fuji, ergaben deutlich langsamere Zeiten als mit dem aktuellen “Boost”-System. Mehr zu den Zukunftsplänen der Formel Nippon erfahrt ihr in unserer Saisonvorschau Anfang April. (Yankee)

 

Related posts:

  1. Ferner liefen: Die Newshappen für 29.02.2012
  2. Ferner liefen: Die Newshappen für 22.02.2012
  3. Ferner liefen: Die Newshappen

flattr this!

February 29 2012

07:38

Ferner liefen: Die Newshappen für 29.02.2012

// Rückschlag für Marussia: Das ehemalige Virgin-Team wird nun doch nicht bei den morgen startenden Testfahrten in Barcelona dabei sein. Das ohnehin spät fertiggestellte Auto hat einen der 18 von der FIA vorgeschriebenen Crashtests nicht bestanden. Dabei wird dem russischen Team eine Regeländerung der FIA für die laufende Saison zu Verhängnis, wonach die Autos alle Crashtests bestanden haben müssen, bevor sie für die Testfahrten zugelassen werden. Bisher hatten die Boliden die Crashtests nur bis zum ersten Rennen bestehen müssen. Der spanische Marussia-Konkurrent HRT hat dagegen nun auch den letzten Crashtest bestanden, und wird vermutlich im Laufe der Testfahrten in Barcelona erstmals das neue Auto zeigen. (Vorsicht)

// Doch schon ab Donnerstag wird man die Autos von Red Bull und Ferrari in Barcelona bewundern dürfen: Die FIA hat das Ansuchen der beiden Teams abgelehnt, statt von Donnerstag bis Sonntag von Freitag bis Montag testen zu dürfen. (Vorsicht)

// Erfreuliche Nachrichten gibt es aus der IndyCar-Serie: Sarah Fisher Hartman Racing hat doch noch einen Honda-Motor bekommen, und wird somit bereis ab Saisonbeginn in St. Petersburg in der Serie antreten können. Edler Spender ist Rahal Letterman Racing, die statt der bestellten zwei Motoren doch nur einen brauchen werden. Der Grund: Man hat es nicht geschafft, ein zweites Autos die gesamte Saison hindurch zu finanzieren. (Vorsicht)

// Auch EJ Viso wird in St. Petersburg an den Start gehen. Der Venezolaner hat das nötige Sponsorenpaket geschnürt, der lange erwartete Deal mit KV-Racing ist damit in trockenen Tüchern. Dort könnte er Teamkollege von Rubens Barrichello werden, dessen Engagement aber noch immer nicht fix ist. Bei den Testfahrten in Sonoma war er dabei, angeblich soll er knapp vor der Unterzeichnung eines Sponsorenvertrages stehen. (Vorsicht)

// Gleichzeitig waren andere Teams auf dem Texas Speedway unterwegs. Glaubt man den Aussagen, scheint das neue Auto nun auch auf dem Oval besser zu laufen. Gleich schnell wie der alte Dallara ist die neue Oval-Version aber immer noch nicht. (Vorsicht)

// Einige Fahrer-News gibt es auch aus der GP2: Der Vorjahresfünfte, Giedo van der Garde wird die Saison bei Caterham Racing in Angriff nehmen, der Brasilianer Luiz Razia bei Arden, und der indonesische GP3- und AutoGP-Pilot Rio Haryanto wird bei Carlin sein GP2-Debut geben. Dienstag fanden erste Testfahrten statt: Tagesschnellster war Davide Valsecchi (DAMS), konstant gut unterwegs waren außerdem die beiden Lotus-Junioren Esteban Gutierrez und James Calado. Auch iSport-Routinier Marcus Ericssion war in beiden Sessions vorne mit dabei. (Vorsicht)

// Verzichten muss die GP2 dagegen auf Sam Bird. Der Brite wechselt nämlich 2012 in die Formel Renault 3.5 (zu ISR), wo er auf Force India-Tester Jules Bianchi (Tech1) treffen wird. Auch Mikhail Aleshin (RFR), der 2010 den Meistertitel gewonnen hatte, ist im kommenden Jahr wieder dabei – was er sich davon erhofft, ist nicht ganz klar. (Vorsicht)

// Neuigkeiten gibt es auch aus der DTM. Die Kollegen von touringcartimes.com wollen Gerüchte gehört haben, wonach Formel Renault-Champion Robert Wickens und Euro-F3-Meister Roberto Merhi die verbleibenden Mercedes-Cockpits erhalten sollen. Wenn das stimmt, ist es eine löbliche Chance für zwei vielversprechende, aber vielleicht etwas unterfinanzierte Talente. (Vorsicht)

// Nissan hat am 24. Februar 2012 seinen GT500-Fahrerkader für die Super GT vorgestellt. Wenig überraschend wurde dabei Michael Krumm als Nachfolger von Benoît Tréluyer an der Seite von Satoshi Motoyama bei Nismo im Motul Autech GT-R bestätigt. Japan ist für Krumm keine fremde Welt, schließlich kehrte der Deutsche 1994 Europa erstmals den Rücken, um sich in der japanischen Formel-3-Meisterschaft zu beweisen, die er auch auf Anhieb gewann. Es folgten Jahre in der japanischen Tourenwagen-Meisterschaft sowie der japanischen F3000 (Vorgänger der Formel Nippon) sowie der JGTC (Vorgänger der heutigen Super GT). Die JGTC gewann er zusammen mit seinem Freund und gleichzeitigen Rivalen Satoshi Motoyama im Jahr 2003, ehe er das Land des Lächelns 2009 verließ und in der FIA GT respektive der GT1-WM unterwegs war. Nach drei Jahren Abstinenz kehrt Krumm nun wieder nach Japan zurück. Krumm stellt die Einzige Änderung im GT500-Fahrerkader von Nissan dar. Neu ist hingegen der Sponsorenzuwachs auf dem Meisterwagen von Quiantarelli und Yanagida — der Wagen heißt in diesem Jahr S Road Reito Mola GT-R.

Im nachfolgenden das GT500-Aufgebot von Nissan:

Mola
Ronnie Quintarelli / Masataka Yanagida

Team Impul
Joao Paulo de Oliveira / Tsugio Matsuda

Nismo
Satoshi Motoyama / Michael Krumm

Kondo Racing
Hironobu Yasuda / Björn Wirdheim
(Yankee)

// Nissan die Zweite: In die GT300 hält der Nismo GT-R GT3 dieses Jahr Einzug, der Anfang des Jahres von Michael Krumm beim 24-Stunden-Rennen in Dubai pilotiert wurde. Nissan setzt dabei auf  Katsumasa Chiyo und Yuhi Sekiguchi, zwei hoffnungsvolle Nachwugspiloten. Sekiguchi konnte letztes Jahr unter anderem die japanische Formel-3-Meisterschaft gewinnen und fuhr für JLOC bereits in der GT300 mit, während Chiyo aus dem Nachwuchsprogramm von Nissan stammt und ebenfalls in der japanischen F3 unterwegs war. (Yankee)

// Honda tat es schon vor ein paar Wochen, nun hat Toyota pünktlich zu den offiziellen Testfahrten der Formel Nippon endlichen seinen Fahrerkader vorgestellt. Wie bereits vor rund zwei Wochen berichtet, kehrt Loic Duval, Meister von 2009, in die Serie zurück — er steigt für Team Kygnus Sunoco ins Cockpit. Erfreulich ist der Verbleib letztjährigen Champions André Lotterer. Der Deutsche bleibt Toyota treu und wird mit neben seinem Teamkollegen Kazuki Nakajima für Petronas Team Tom’s zur etwaigen Titelverteidigung antreten. Noch ist allerdings nicht sicher, an wie vielen Rennen Lotterer am Ende teilnehmen wird, da er bei Terminüberschneidungen sein Engagement bei Audi in der WEC selbstredend vorrang hat.

Im nachfolgenden alle von Toyota und Honda ernannten Teams und Fahrer der diesjährigen Formel-Nippon-Saison. Bitte beachten, dass es sich hierbei noch um keine offizielle Nennliste handelt:

Petronas Team Tom’s (Toyota)
André Lotterer
Kazuki Nakajima

Kondo Racing (Toyota)
Hironobu Yasuda

Team Le Mans (Toyota)
Kazuya Oshima

Team Kygnus Sunoco (Toyota)
Loic Duval

HP Real Racing (Honda)
Toshihiro Kaneishi

Team Mugen (Honda)
Naoki Yamamoto

Team Impul (Toyota)
Joao Paulo de Oliveira
Tsugio Matsuda

Nakajima Racing (Honda)
Daisuke Nakajima
Takashi Kogure

Project μ/cerumo・INGING (Toyota)
Kohei Hirate
Yuji Kunimoto

Docomo Dandelion (Honda)
Takuya Izawa
Koudai Tsukakoshi

Le Beausset (Toyota)
Hiroki Saga

TBA (Honda)*
TBA

*Beim bisher noch unbenannten Honda-Boliden handelt es sich um aller Wahrscheinlichkeit um den Wagen für Takuma Sato. Die offizielle Nennung von Sato sowie das mögliche Team stehen allerdings noch aus. (Yankee)

 

flattr this!

February 22 2012

07:12

Ferner liefen: Die Newshappen für 22.02.2012

// Das lange Warten hat ein Ende: Die NASCAR wird wieder live im deutschen Fernsehen übertragen. Der exklusiv über das Basispaket von sky zu empfangende Spartensender Motorvision.TV wird nach Informationen von motorsport-total.de am kommenden Sonntag das Daytona 500 zeigen. Darüber hinaus plant man noch “mindestens 10 weitere” Rennen des NASCAR Sprint Cup live zu senden – welche Läufe das konkret sein werden, ist aktuell noch unklar. Zusätzlich zeigt der Sender zu jedem Rennen die schon bekannten einstündigen Zusammenfassungen. Der Deal dürfte eher kurzfristig zustande gekommen sein, denn in der Programmvorschau auf motorvision.tv ist das Daytona 500 zur Stunde noch nicht eingetragen – nähere Informationen zu möglichen Kommentatoren oder Experten gibt es ebenfalls noch nicht. Voraussichtliche Startzeit der Übertragung am kommenden Sonntag ist laut motorsport-total.de 19:00 Uhr MESZ. (Vorsicht)

// Sarah Fisher Racing könnte den Beginn der IndyCar Saison 2012 verpassen. Und zwar nicht wegen der üblichen finanziellen Probleme, sondern aus einem deutlich banaleren Grund: Das Team schafft es vermutlich nicht, rechtzeitig zum Saisonstart einen Motor von einem der drei Hersteller zu bekommen. Hintergrund: Der Preis, den die Teams für die Motoren zahlen, liegt deutlich unter den wahren Herstellungskosten. Daher hatte man sich in der vergangenen Saison geeinigt, dass keiner der Hersteller mehr als eine bestimmte Quote des Feldes beliefern muss. Honda und Chevrolet sind bereits “voll” – und bei Lotus schafft man es nicht alle übrigen Teams zu beliefern. Honda wäre nun zwar grundsätzlich bereit, einen weitere Motor zu verkaufen, kann aber wegen der vielen Motorschäden bei den Testfahrten erst frühestens zum Indy 500 liefern. Einziger Hoffnungsschimmer: Rahal Lanigan Racing hat bei Honda Motoren für mehr als nur ein Auto bestellt – aber bislang mit Takuma Sato nur einen Fahrer. Möglich also, dass SFR auf diesem Wege doch noch an ein Aggregat gelangt. (Vorsicht)

// Einige der übrigen Teams testen derweil in Alabama das neue Auto. Bei speedtv.com gibt es dazu ein paar hübsche Fotos. (Vorsicht)

// Zwar bereits ein paar Tage alt, waren die 140 Zeichen via Twitter nicht ausreichend, um das komplette GT500-Aufgebot von Lexus/Toyota niederzuschreiben. Wie bereits seit einigen Wochen bekannt, hat André Lotterer seinen vorzeitigen Abschied aus der japanischen Super GT verkündet, um dieses Jahr für Audi in der WEC und natürlich den 24 Stunden von Le Mans anzutreten. Über ein mögliches, weiteres Engagement für Team Petronas Tom’s in der Formel Nippon wurde hingegen noch kein Wort verloren. Gut möglich, dass Tom’s in diesem Jahr lediglich mit Vizemeister Kazuki Nakajima an den Start gehen wird. In der GT500 nimmt neben Nakajima der langzeitige Honda-Pilot und Meister von 2010, Loic Duval Platz.
Große Änderung auch bei bei Team Sard, die nicht nur mit Kobelco einen neuen Hauptsponsor haben, sondern anstelle von Takuto Iguchi mit der Fahrerpaarung Juici Wakisaka und Hiroaki Ishiura 2012 an den Start gehen werden. Wakisaka wechselt Marken-intern von Team Kraft, die mit Yuji Kunimoto und Andrea Caldarelli ihren Lexus SC430 besetzen. Caldarelli fuhr im letzten Jahr für Team Kondo in der Formel Nippon. Ex-Kraft-Pilot Andre Couto wechselt hingegen zu Wedsports Bandoh an die Seite von Seiji Ara.

Im nachfolgenden die diesjährigen GT500-Lexus-Piloten im Überblick:

Team LeMans Eneos
Daisuke Ito / Kazuya Oshima

Team Wedsports Bandoh
Seiji Ara / Andre Couto

Team KeePer Kraft
Yuji Kunimoto / Andrea Caldarelli

Team Petronas Tom’s
Kazuki Nakajima / Loic Duval

Team Cent Zerumo
Yuji Tachikawa / Kohei Hirate

Team Sard
Juichi Wakisaka / Hiroaki Ishiura
(Yankee)

// Nissan wird ihr GT500-Lineup hingegen am 26. Februar um 8 Uhr deutscher Zeit ausschließlich via Internet-Stream vorstellen. Michael Krumm, der bereits ein paar Testkilometer für Nissan abgespult hat, wird als 99,9%-sicherer Nachfolger von Benoit Treluyer gehandelt, der ebenfalls für Audi in diesem Jahr in der WEC und den 24 Stunden von Le Mans antritt.  (Yankee)

// Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Suzuka Circuits wird die Formel Nippon am 3. März ein 10-Runden-Show-Rennen mit allen Fahrern der kommenden Saison austragen. Interessant an diesem offiziell als Round 0 benannten Rennen, ist die Teilnahme von Takuma Sato, der nicht nur von Honda, sondern natürlich auch der Formel Nippon kräftig beworben wird. Sato wird neben seinem Engagement in der IndyCar heuer auch ein paar Formel-Nippon-Rennen bestreiten. Honda hat bislang allerdings noch nicht verkündet, um welche Rennen es sich hierbei handelt. Ein kleiner Abgleich der diesjährigen Kalender beider Serien zeigt aber, dass Sato an folgenden Rennen teilnehmen könnte: Fuji (14-15. Juli), Sugo (22-23.  September), Suzuka (3-4. November). Zusätzlich wäre auch ein Einsatz beim JAF GP Fuji Sprint Cup vom 16-18. November denkbar. An allen weiteren Terminen, insbesondere zum Start der Formel-Nippon-Saison, ist Sato bereits in der IndyCar unterwegs. (Yankee)

// Analog zu den Testfahrten am 5. und 6. März in Suzuka, hat die Formel Nippon sowie die Japan Race Promotion (JRP) zwei weitere, offizielle Testtage für den 20. sowie 21. März in Fuji angekündigt. Großen Wert legt man dabei auf den Hinweis, dass Takuma Sato lediglich am 5. März für Honda in die Testfahrten eingreifen wird. (Yankee)

// Fuji die Zweite: Eigentlich sollte vergangene Woche ein offizieller GT300-Test zum Vergleich der JAF- und FIA-GT3-Fahrzeuge in Fuji stattfinden. Der Testtag wurde allerdings aufgrund heftiger Schneefälle abgesagt. Da für die GTA der Vergleich sowie eine etwaige Einstufung der Fahrzeuge essentiell ist, sucht man bereits fieberhaft nach einem neuen Termin, möglicherweise auch auf einer anderen Strecke. Da Fuji aufgrund seiner Streckencharakteristik sowie der langen Start-/Zielgeraden allerdings prädestiniert für solch einen Test ist, wäre es nicht weiter verwunderlich, wenn der Test wie ursprünglich geplant schlußendlich auch dort stattfinden wird. (Yankee)

// Die ehemalige Porsche-Speerspitze Alex Job Racing steigt aus der GTC-Klasse der ALMS wieder in die “große” GT-Kategorie auf, und zwar mit einem Lotus Evora GTE und Unterstützung vom Werk in England sowie von Sponsor WilliamRast. Pilotieren werden den Wagen Stammpilot Bill Sweedler und IndyCar-Mann Townsend Bell, allerdings erst ab dem zweiten Lauf in Long Beach, Sebring lässt das Team aus unbekannten Gründen aus. Das im Sommer 2011 angekündigte “Lotus Sport USA”-Programm von Ian Dawson scheint sich dagegen nicht zu materialisieren, John Dagys mutmaßt allerdings, dass dessen zuletzt mehr oder weniger gescheitertes Projekt namens Libra Racing mit einem Ford-Motor in die ALMS-LMP2 einsteigen könnte. (Stefan)

flattr this!

October 01 2011

23:21

SUPER GT: Round 7 Kyushu 250 km (Live-Blog ab 6:30, Sonntag 02. Oktober 2011)

Nach einem Jahr Pause und dem starken verlangen der örtlichen Fans kehrt die SUPER GT nach Kyushu auf den Autopolis Circuit zurück. Die für Mensch und Maschine technisch anspruchsvolle Strecke nahe der Nachbarstadt Fukuoka ist gleichzeitig auch Austragungsort des vorletzten Saison-Rennens. Die Zusatzgewichte werden um die Hälfte reduziert — und noch immer haben mehrere Fahrer bzw. Teams Chancen auf den Titel.

Uns steht nicht nur ein packendes Rennen bevor, bei dem man vor dem großen Finale in Motegi wertvolle Punkte sammeln möchte, sondern sich gleichzeitig auch am direkten Konkurrenten orientieren wird. Für Honda könnte diese Herangehensweise essentiell werden, denn mit dem HSV-010 hat man bislang noch keine Daten auf dem Kurs sammeln können.

Zwar behaupten einige der Honda-Fahrer, dass man auf die Daten des NSX von 2009 zurückgreifen könne, trotzdem stehe hinter der Performance des neuen “Super-Sportwagen” ein großes Fragezeichen. Gleichzeitig konnten einige andere Teams bereits in diesem Jahr kleine Reifentests in Autopolis durchführen, was insbesondere auf den Longruns sich als kleinen Vorteil herauskirstallisieren könnte. Unbeeindruckt von all den Theorien hat sich in der Qualifikation am Samstag aber der KEIHIN HSV-010 auf die dritte Startposition gestellt. Startfahrer Koudai Tsukakoshi fuhr in der SUPER LAP eine 1:40.419 und musste sich damit lediglich Ronnie Quintarelli im S Road MOLA GT-R sowie dem zum zweiten Mal in Folge auf der Pole Position stehenden Hiroaki Ishiura im DESO SARD SC430 geschlagen geben. “Lediglich” ist in diesem Falle sogar relativ harmlos ausgedrückt, denn sowohl Ishiura wie auch Quintarelli legten in der SUPER LAP ein wahres Feuerwerk hin.

Letzterer strapazierte etwas zu stark seine Reifen und verbremste sich, konnte im letzten Sektor der Strecke aber die verlorene Zeit wiedergutmachen, während Ishiura eine perfekte Runde auf die Strecke legte. Beide Fahrer lagen als einzige unter der 1:40-Marke (DENSO SARD SC430 1:39.901, S Road MOLA GT-R 1:39.902) — und trennten sich damit gerade mal 0.001 Sekunden. Verrückte Welt in Kyushu. Beide Fahrzeuge sind mit Michelin-Pneus unterwegs, die sich heuer als die durchweg beste Marke in der GT500 entpuppt haben. Für unseren deutschen Export-Schlager Andre Lotterer lief es hingegen nicht sonderlich gut. Mit 1:41.920 wird er von Position 11 ins 250-km-Rennen gehen. Die Qualitäten von ihm und seinem Teamkollegen Kazuki Nakajima lassen aber auf eine interessante Aufholgjagd hoffen, wobei man hoffen darf, dass Nakajima dieses Mal mit weniger Problemen zu kämpfen hat. Für beide war das letzte Fuji-Rennen nach einem Reifenschaden sowie einem schwächelnden Nakajima nach Halbzeit beendet gewesen. Der zweite, starke Titelaspirant, der Weider HSV-010 geht von Position 6 ins Rennen. Ähnlich Fuji kann man auf eine Aufholjagd schließen, als man eine schlechte Qualfikation in ein hervorragendes Rennresultat ummünzte. In wie fern die Lexus-Teams mithalten können, wird sich zeigen, da bereits die Trainingseinheiten zeigten, dass die Nissans und Hondas etwas schneller um die Kurven kommen.

In der GT300 hat die BMW-Mannschaft acht Punkte Vorsprung auf den JIMGAINER DIXCEL DUNLOP 458, der in diesem Jahr trotz der vielen Punkte noch immer keinen Sieg einfahren konnte. Während der Z4 auf den Geraden deutlich mehr Power hat, kommt der Ferrari etwas schneller um die Kurven, was insbesondere nach der Reduzierung der Zusatzgewichte für einen Vorteil in Autopolis sorgen könnte. Gefolgt werden die beiden vom #33 HANKOOK Porsche und dem besten japanischen Wagen, dem SG CHANGI IS350, der den vierten Lauf in Sugo für sich entscheiden konnte. Unbeeindruckt vom Titelkampf steht aber ein ganz anderer auf der Pole Position: der R&D SPORT LEGACY B4 mit1:50.447. Von Position 2 geht der JLOC Lamborghini RG-3 (1:51.329), von Position 3 der ZENT Porsche RSR (1:51.403) ins Rennen. Der erste japanische Wagen steht mit dem COROLLA Axio apr GT auf Position 5, die Titelaspiranten jeweils auf auf 6 (IMGAINER DIXCEL DUNLOP 458 (HATSUNEMIKU GOODSMILE BMW), 14 (SG CHANGI IS350) und 15 (#33 HANKOOK PORSCHE). Der Zweikampf Ferrari gegen BMW verspricht einiges an Zündstoff.

Wie gehabt sind wir erneut mit unserem Live-Blog vertreten und werden die kompletten 250 km mitkommentieren. Das Rennen wird dieses Mal auf J SPORTS 2 ausgestrahlt; in Deutschland wird man auf den berühmt-berüchtigten Stream zurückgreifen müssen. Unser exklusiver Live-Blog beginnt um 6:30 Uhr deutscher Zeit, die grüne Flagge wird gegen 7:00 Uhr fallen.

 

flattr this!

June 24 2011

05:39

Vorschau: 24H vom Nürburgring Teil 2

Nachdem der erste Teil der Vorschau über das Rennen an sich, BMW und Porsche handelte, handelt der 2. Teil nun über Audi, Mercedes, VW und die “Exoten”

Mercedes

Neben Porsche, welche in der Spitzengruppe zahlenmäßig am stärksten vertreten sind, schickt auch Mercedes eine ganze Armada an SLS GT3 ins Rennen. So werden sage und schreibe 9 Flügeltürer im ersten Einsatzjahr das Rennen um den Gesamtsieg aufnehmen.
Das stärkste Kontingent mit stellt hierbei Black Falcon Racing. Das Team welches letztes Jahr noch für den privaten Einsatz von 2 R8 LMS verantwortlich war, bringt heuer 3 SLS an den Start.
So wird die #20 von Ralf Schall, Maik Rosenberg, Hannes Plesse und Andrii Lebend gesteuert. Mit Maik Rosenberg und Ralf Schall hat man 2 zuverlässige und flotte Piloten, welche den Wagen zügig und routiniert über den Ring steuern können, aber bei den anderen 2 habe ich dort doch meine Bedenken.
Die #21 wird von den beiden Breslins, Sean Paul (welcher auch in Le Mans am Start war) und Sean-Patrick Breslin sowie Vimal Mehta und Stephan Rösler pilotiert. Hier dürfte ankommen und ohne Fehler durchkommen das Ziel sein – Wenn der Wagen hält, denn bisher hat der SLS nicht gerade den zuverlässigsten Eindruck gemacht.
Am stärksten wird man aber sicher das 3. Quartett nämlich Thomas Jäger, Kenneth Heyer, Jeroen Bleekemolen und Jan Seyfarth auf der #22 einschätzen dürfen. Von den Fahrern her, wäre man sicher ein Kadidat für die vorderen Plätze im Endklassement, aber dafür muss wie schon angesprochen die Technik erst einmal durchhalten, wobei es aber bei so vielen Startern durchaus möglich ist, dass 2 oder 3 Wagen ohne Probleme durchkommen werden. Von daher wird man hier abwarten müssen wie sich das Rennen entwickeln wird.

Ebenfalls stark besetzt ist die Nummer 25 von Horn Motorsport. Hier werden sich der sehr erfahrene aber auch sehr schnelle Sascha Bert sowie David Horn abwechseln. Eine faustdicke Überraschung gab es allerdings vor ein paar Monaten, als man ankündige sich bei den 24H vom Ring mit „Trommelwirbel“ Stephane Sarrazin http://www.sascha-bert.de/sascha-bert-startet-im-mercedes-sls-amg-gt3-mit-horn-motorsport-in-die-neue-saison/von Peugeot zu verstärken. In der VLN konnte man bisher überzeugen, wenn das Auto keine Mucken von sich gab, allerdings fuhr Stephane bisher nicht in der VLN, was sich vor allem in der Nacht bemerkbar machen sollte. Denn gerade hier braucht man viel Routine und Erfahrung um die Situationen richtig einzuschätzen.

Am stärksten schätze ich daher den SLS mit der Startnummer #30 ein. Hier werden sich Armin Hahne und keine geringeren als Pierre Kaffer sowie einer der schnellsten und besten Nordschleifenfahrer überhaupt und 2009 Fahrer das Jahres Chris Mamerow abwechseln. Dieses Auto von Mamerow Racing, welches vor der Saison von Porsche zu Mercedes gewechselt ist, konnte den 2. Lauf zur VLN von der Spitze weg kontrollieren und einen Sieg einfahren. Man wird diese Fahrer im Kampf um den Gesamtsieg sicher auf der Rechnung haben müssen, allerdings hatte man schon in der VLN über 4 bzw. 6 Stunden technische Probleme und dies kann man beim 24H Rennen natürlich gar nicht brauchen. Von der Zuverlässigkeit schätze ich halt z.b den GT3 RSR von Manthey oder die BMW M 3 GT durchaus ausgereifter ein als den Mercedes, aber wie schon angesprochen könnte es bei der schieren Anzahl an Starter auch gut möglich sein, dass 1 ein oder 2 Wagen ohne Probleme durchkommen können und wenn es ausgerechnet die #30 ist, dürfte einiges möglich sein.

Ein prominent besetzter SLS AMG GT3 wird mit der #32 von Heico Motorsport an den Start gehen. Hier hat man zwar mit Lance David Arnold einen absoluten Toppiloten verpflichten können und auch mit Christopher Brück einen mehr als soliden Mann, allerdings machte Christian Frankenhout in der VLN nicht so eine gute Figur wie seine 2 Kollegen. Ein Fragezeichen wird man wohl auch hinter Alex. Margaritis setzen dürfen. Der frühere DTM Pilot ist zwar im GT Masters mit Dino Lunardi im Alpina BMW sehr erfolgreich unterwegs, wie der Sieg in Zolder bewiesen hat, allerdings ist die Nordschleife doch noch eine andere Strecke als die im GT Masters. Viel wird also davon abhängen, wie gut sich die 2 im Verkehr und in der Nacht schlagen werden und ob eben die schon angesprochene Technik möglichst reibungslos mitspielt. Der Mercedes SLS ist aber wohl sehr angenehm und gutmütig zu fahren, was gerade bei einem 24H Stunden Rennen sehr von Vorteil ist, damit sich der Fahrer auf das fahren und den Verkehr konzentrieren muss, während er das Auto am absoluten Limit bewegt. Allerdings hat er die mit Abstand längste Nase im Feld und dies dürfte gerade beim Überrunden für die Piloten äußerst schwer sein, denn die Sicht nach vorne und zu den Radkästen wird dadurch sehr eingeschränkt sein. Auch dürfte das Thema Spritverbrauch wie bei allen anderen Teilnehmern wichtig sein. In der VLN schwankten die Anzahl der Runden zwischen 8 und vereinzelt 9 Runden. Jedoch ist der Tankinhalt per Reglement um 5 Liter auf 125 gestiegen und die 24H Variante ist um einen Kilometer länger. Wie massiv sich das auswirken kann, habe ich bereits in Teil1 dargestellt, nämlich bis zu gute 4 Sekunde die man pro Runde auf ein Auto mit 10 Runden rausfahren müsste. Sollte z.b die besser eingeschätzten SLS durch die Hatz somit nur 8 Runden fahren könnten, wäre dies aber großer Nachteil im Kampf um die vorderen Postionen.

2 weitere SLS mit den Startnummern #36 und #46 werden noch von Rowe Racing an den Start gebracht. So wird die #36 von den Piloten Marco Schelp, Roland Rehfeld sowie Hupert Haupt und Alexander Roloff pilotiert während hinter der #46 Dominik Schwager, Michael Zehe, Klaus Rader und der Amerikaner Mark Bullit Platz nehmen. Diese 2 Besatzungen sind normal nicht für eine vordere Platzierung im Gesamtklassement gut, was die Geschwindigkeit der Fahrer angeht, obwohl man mit Dominik Schwager einen sehr schnellen und zuverlässigen Piloten hat, schätze ich die #36 etwas ausgeglichener ein als das Schwesterauto. Ein Top 10 könnte möglich sein, denn Erfahrung hat man in diesem Auto sehr wohl, und man wird daher ein 24H Rennen nicht mit biegen und brechen angehen wollen um dann im Laufe des Rennen sich Stück für Stück nach vorne zu arbeiten. Allerdings kommt muss auch hier die Technik mitspielen und da schätze ich den SLS einfach noch als zu unausgereift ein, denn im ersten Jahr musste auch Audi Tribut zollen.
Audi

Im 3. Versuch will man mit wieder mit einem Großaufgebot versuchen die Phalanx von Porsche und BMW zu brechen, denn seit 2004 (!) haben nur diese beiden Marken gewonnen. Um dies zu erreichen, hat man den R8 LMS nochmals weiterentwickelt und bringt 4 hochkarätig besetzte Wagen an den Ring, welche alle für einen Gesamtsieg gut sind.
Die #14 von Phoenix Racing wird hierbei von Frank Stippler, Marc Basseng und Le Mans Sieger Marcel Fässler gesteuert. Fehlen wird hier leider Mike Rockenfeller, welcher ursprünglich für dieses Auto vorgesehen war, aber leider in Le Mans diesen fürchterlichen Abflug hatte und noch nicht in der Lage ist ins Cockpit zu steigen. Ersetzt wird er von Andrea Piccini, welcher ursprünglich für den TT RS mit der #126 genannt wurde. Das Schwesterauto wird derweil von Markus Winkelhock, welcher im Vorjahr völlig überraschend 3. wurde sowie Marc Hennerici und Christopher Hasse gesteuert. Auf diesem Wagen ist auch noch Frank Stippler genannt, allerdings wird dieser wohl seine meiste Zeit in der #14 verbringen, nachdem Rocky dort ja nicht starten kann und man mit 2 Fahrern ungern ein solches Rennen angeht.
In Sachen Speed wird man wohl ziemlich sicher mit den Ton angeben können, denn man hat beim 4. Lauf zur VLN die bisher schnellste Rennrunde in diesem Jahr absolvieren können und seitdem keine stärkeren Restriktionen in der BoP erfahren. Im Gegenteil, so darf man nun noch 5 Liter mehr im Tank haben, was dazu führen könnte, dass man im Rennen nicht mehr 9 Runden wie letztes Jahr, sondern womöglich 10 Runden gehen könnte, womit man dem Hybrid-Porsche oder den BMW sicher in nichts nachstehen wird. Und wie wichtig die Reichweite ist, habe ich oben in Teil 1 meiner Vorschau schon mal dargestellt.
Allerdings war Phoenix in der Vergangenheit immer recht erfolgreich darin, sich selbst ein Bein zu stellen wie falsche Reifenwahl, falsche Strategie oder Strafen wegen Überholen unter doppelt Gelb wie beim 10. Lauf 2010.
Sollte man aber keine solche Fehler machen, sind diese 2 Audis allesamt absolute Kandidaten für den Gesamtsieg, denn im 3. Jahr seines bestehen dürfte der R8 LMS mittlerweile auch technisch ausgereift sein um das Rennen durchzustehen.

Selbiges gilt auch für die 2 anderen Wagen von Abt Sportsline. Hier wechseln sich auf der #16 Matthias Ekström, der letztjährige Pole-Inhaber Marco Werner, Christian Abt sowie 2003 Gewinner Timo Scheider ab. Damit steht man den anderen 2 Wagen sicherlich in nichts nach und wird ein 24H Sprintrennen sicher nicht von der konservativen Seite aus angehen, sondern man wird sicher in der Lage sein voll an zugasen.
Das gleiche wird wohl auch das Schwesterauto versuchen mit den aus dem GT-Masters bekannten Fahrer Luca Ludwig, Christopher Mies, Christian Jöns sowie Christian Abt als Springer auf dem Wagen. Dass die 3 jungen sehr schnell sind, haben sie bewiesen, allerdings bleibt hier die Gefahr, dass einer aufgrund der noch eher geringen Erfahrung eventuell mal die Nerven verliert und das Auto in die Leitplanken setzt. Allerdings wird der sehr erfahrene Christian Abt schon dafür sorgen, dass dies nicht passiert und die jungen schnellen Fahrer den Wagen heile lassen.

Dies sind aber nicht die einzigen stark besetzten Audis, denn man hat sich wohl ein Hintertürchen offen gelassen, welches zum einen im trockenen sehr schnell ist, aber sicher gegen Regen nichts einzuwenden hätte.

Die Rede ist vom Audi TT-RS aus der SP4T. Jenes Auto, welches gegen Ende der letzten Saison in der VLN sein Debüt feiern konnte, verfügt über einen 2,5l Reihenfünfzylinder mit Turbolader und Frontantrieb im Gegensatz zu all den anderen heckgetriebenen Wagen. Dies dürfte sich vor allem bei nassen und wechselhaften Bedingungen als Vorteil gegenüber der Konkurrenz herausstellen, denn so war man letztes Jahr beim 9. VLN Lauf in der Lage mit diesem Konzept phasenweise die schnellsten Rundenzeiten zu fahren. Dass man diesen Einsatz sehr ernst nimmt, zeigen auch die Besatzungen, welche man für die 2 TT-RS ausgewählt hat und mit Raeder Motorsport an den Start gebracht werden.
So wird die #125 von Michael Ammermüller, Le Mans Sieger Frank Biela, Jens Klingmann und dem aus der DTM bekannten Martin Tomczyk gesteuert. Das 2. Auto die #126 wird hingegen von dem aus der GT1-WM bekannten Christian Hohenadel sowie Jimmy Johansson und dem DTM-Piloten Miguel Molina bewegt.
Viel wird daher darauf ankommen, wie zuverlässig das Auto ist und wie gut bzw. hier wie schlecht das Wetter während des Rennen ist denn man hat hier gute Fahrer und mit Raeder auch ein sehr gutes Team am Start. In der Klasse wird man sie normal nicht schlagen können, denn dafür dürften sie zu schnell sein, allerdings wird der Ford Focus der FH Köln sicher zur stelle sein, wenn es hier Probleme geben sollte. So war man in der Lage, dem TT-RS in der VLN schon das ein oder andere male zu schlagen, weil man selber keine Probleme hatte.

VW

Ein weiteres Auto welches sicher nichts gegen schlechtes Wetter haben dürfte, wird der VW Golf24H sein. Jener Golf, der von VW für das 24H Rennen aufgebaut wurde, konnte schon in der VLN von sich hören machen. Angetrieben wird das Auto von einem 2,51L Turbomotor und Allradantrieb, womit man in der SP8T start, vermutlich um sich in der SP4T nicht selber Konkurrenz zu machen. Wie schnell der Wagen ist, musste Wolfgang Kaufmann in der VLN erfahren, als er von dem Golf außen um Karussel überholt worden ist. Auch konnte der Wagen den Nadelstreifen Porsche GT3 R Ausgangs Hatzenbach ausbeschleunigen und auch noch Vorsprung herausfahren. Dies alles wohlgemerkt unter trockenen Bedingungen. So darf es nicht verwundern, dass man bei einer Bestzeit von 8:28.9 davon ausgeht, dass der Golf noch lange nicht sein wahres Potential gezeigt hat und dies vermutlich erst beim 24H Rennen tun wird. Auch kann ich die offizielle Leistungsangabe von 440 PS kaum glauben und es würde alles andere als verwundern, sollte da eine 5 vorne dran stehen.
Als Piloten werden auf der #135 Thomas Mutsch, Patrick Simon, Fredrik Ekblom und Edoardo Mortara genannt. Viel dürfte also davon abhängen, wie viel die ersten 2 Piloten fahren werden, denn Ekblom und Motora schätze ich deutlich schwächer als ihre Teamkollegen ein. Sollten Simon und Mutsch den Löwenanteil der Distanz fahren, was auch alles andere als einfach ist, dürfte der Golf doch noch etwas weiter nach vorne fahren können. Eine große Unbekannte stellt allerdings die Zuverlässigkeit des Wagens dar. Immerhin ist eine Leistung von knapp 200 PS pro Liter Hubraum auch sehr materialmordend und mit dem Allradantrieb hat man mehr Komponenten verbaut, welche halt auch kaputt gehen können.

Etwas ausgeglichener besetzt erscheint mir hier der VW Golf mit der #35 und der Besatzung Peter Terting, Nicki Thiim, sowie Rene Rast und Frank Mailleucx. Wichtig wäre für das Team, dass sich Nicki Thiim im Zaun hält und kein Kleinholz produziert, denn von der Geschwindigkeit her wäre nicht der schlechteste auf dem Auto.
Dies dürften auf jeden Fall die 2 VW Golf mit den meisten Chancen haben, denn den Golf mit den Leuten Johnny Herbert, Mark Blundell, Edoardo Mortara und Frank Mailleucx sehe ich nicht der Lage vorne mit zu mischen, da hier allen Piloten viele Kilometer auf der Nordschleife fehlen. Und das wird sich zum einen beim Überrunden, noch mehr in der Nacht bemerkbar machen und erst recht, wenn es zu regnen beginnt.

Die Exoten

Neben all diesen Marken und Wagen gibt es aber auch noch ein paar richtige Exoten für das Rennen, wie man schon alleine auf dem Bild links erkennen kann. Hierbei handelt es sich um den Glickenhaus Ferrari P4/5 Competizione, welchen es nur ein einziges mal auf der Welt gibt. Dieses Auto soll eine Hommage an den alten Ferrari 330 P4 sein, welcher seiner Zeit 1967 einen Doppelsieg für die Roten einfuhr. Der Multi-Milliardär James Glickenhaus wollte diesen Wagen wieder auf der Rennstrecke sehen und entschloss sich daher mit viel Liebe zum Detail und viel viel eigenem Geld diesen Prototyp bauen zu lassen. Die technische Basis, also Motor und Getriebe sowie ein Teil der Elektronik bildet der alte Ferrari F430 nach GT2-Regelement. Der Rest, also das Chassis welches komplett aus Carbon gefertigt ist, Cockpit, Aerodynamik, Fahrwerk, etc. musste alles selber entwickelt werden und dementsprechend groß war auch der Finanzielle und technische Aufwand. Nach dem 24H Rennen soll damit aber nicht Schluss sein, denn James Glickenhaus hat vor diesen Wagen später auch bei anderen Rennen wie den 24H von Le Mans starten zu lassen. Dass man hier allerdings nicht geizt, zeigt auch die Fahrerbesatzung die man angeheuert hat. So werden Mika Salo, Luca Capellari, Nicola Larini und Frabrizio Giovanardi den Wagen mit der #23 aus der E1-XP steuern. Dies sind zwar alles sehr namhafte Piloten, allerdings haben alle 4 bisher trotz der Testläufe kaum Kilometer auf der Nordschleife gesammelt und gerade Giovanardi ist aus der BTCC kommend nicht gerade dafür bekannt besonders schonend mit dem Material um zu gehen. Das Ziel bei diesem Projekt dürfte daher auch vollkommen richtig auf ankommen lauten und den schönen Wagen heile lassen.

Mehr Ambitionen wird man allerdings beim 2. Ferrari haben, nämlich den 2.platzierten des Vorjahres von Farnbacher Racing welche dieses Jahr einen neuen F458 GT2 Italia in der SP8 an den Start bringen. Damit konnte man auch gleich beim 3. Lauf zur VLN über 6 Stunden den Gesamtsieg knapp vor dem Manthey RSR erringen, wohl gleich dem Manthey RSR eine Runde abgezogen wurde, da er unter doppelt Gelb nicht genug vom Gas ging. Trotzdem konnte man mit einer 8:18 die schnellste Rennrunde erzielen, welche auch noch von AF-Corse Fahrer Jaime Melo bei seinem erst 2. Rennen auf der Nordschleife gefahren wurde. Der Ferrari scheint sehr viel Abtrieb zu erzeugen und geht auf sehr schnellen Kurven wie in Spa anscheinend sehr sehr flott, denn beim 6 Stunden Rennen waren die F458 kaum zu schlagen. Die große Schwachstelle dürfte aber vermutlich auch hier die Standfestigkeit sein. So hatte man in Le Mans technische Probleme und musste aufgrund dessen das Rennen vorzeitig beenden und auch die anderen Ferrari erwiesen sich bei diesem Dauerlauf nicht gerade als die Zuverlässigsten. Mit Dominik Farnbacher, Marco Seefried, Allan Simonsen sind 3 Fahrer von der letztjährigen Überschungsmannschaft an Board. Nur der 4. Mann ist nicht mehr Lehman Keen, sondern nun Jaime Melo welcher zwar sicher nochmals ne Ecke schneller ist, aber auch sehr unerfahren auf der Nordschleife und vor allem in der Nacht. Viel wird daher davon abhängen, wie sie ihr Rennen anlegen werden – wobei ich nicht glaube dass man die Hatz vorne mitgehen will, und ob sie die Probleme in den knapp 1,5 Wochen nach Le Mans aussortieren konnten.

Ein anderes Auto, wo Le Mans drin steckt, ist der Lexus LF-A von Gazzoo Racing aus der SP8 mit der #88. Dieses Auto konnte in der VL N bisher positiv überraschen, da man im Winter wohl mehrere Schritte in die richtig Richtung gemacht hat und nun in der Lage war teilweise in der Spitzengruppe mitzufahren bzw. hinten dran zu bleiben was früher nicht möglich war. Auf diesem Auto werden Takayuki Kinoshita, Juichi Wakisaka und der „Man of the race“ der 24H von Le Mans, Andre Lotterer fahren. Das Schwesterauto mit der #87 werden derweil von den 3 Japanern Akira Iida, Hiroaki Ishiura und Kazuya Oshima pilotiert, nachdem man im letzten Jahr mit dem LF-A den 18. Platz erreichen konnte. Sollte man ohne große technische Probleme und Unfälle durchfahren können, so dürfte es dieses Jahr noch ein paar Positionen weiter von vorne gehen. Vor allem Andre Lotterer wird extrem viel Selbstvertrauen und Momentum an den Ring bringen. Hoffentlich geht es für ihn heuer besser als letztes Jahr, als man in seinem Auto bereits nach nur 67 Runden zur Aufgabe gezwungen war.
Ein 3. Auto aus Japan wird der ISF mit der #86 und Akira Iida und Minoru Takaki sein.

Auch 2 bisher unbekannte Fahrzeuge sind die beiden Aston Martin Zagato, welche auch in der SP8 an den Start gehen werden. Dieses Fahrzeug mit der #3, welches erst beim 4. Lauf zur VLN sein Debüt feierte wird hier von Aston Martin Chef Dr. Ullrich Bez, Horst von Saurma und Matthey Marsch gesteuert wird, dürfte aufgrund der kurzen Vorbereitung aber keine Chance auf ein Durchkommen haben. Selbiges gilt für Richard Maedden, Peter Cate und Oliver Mathai im baugleichen Wagen mit der #5.

Auch Freunde der Australischen V8 dürften auf ihre Kosten kommen, denn Mai Rose wird zusammen mit Anthony Alford, Peter Leemhuis und Damien Flack einen Original Holden Commodore aus der Australischen V8 Meisterschaft an den Start bringen. Im Kampf um den Gesamt oder Klassensieg wird man damit zwar keine Chance haben, aber im Kampf um den besten Sound wird man sicher weit vorne sein.

Beenden möchte ich die Vorschau über die Teilnehmer mit einem weiteren Italienischen Auto, welches aber gar nicht so Italienisch ist. Es ist kein Ferrari, sondern der Lamborghini LP600+ von Reiter Engineering. Dies hat einen ganz einfachen Grund: Meine Vorschau zu den 24H habe ich mit Hans Joachim Stuck begonnen, wie er das erste Rennen gewinnen konnte. Daher möchte ich diese auch mit ihm beenden, denn auf diesem Lambo wird Striezel Stuck mit seinen beiden Söhnen Ferdinand und Johannes Stuck sein letztes Rennen überhaupt bestreiten. Das Team Stuck³, welches Unterstützung von Dennis Rostek erhält, makiert seinen Traum, einmal mit seinen Söhnen ein Rennen zu fahren und gleichzeitig das Ende seiner Karriere. Um den Sieg wird man damit wohl kaum fahren können, denn dafür hat das Auto bisher zu wenig Kilometer auf dem Buckel, aber das Auto wird sicher für viele Tränen sorgen. So oder so.

Der Zeitplan für die Trainings und das Rennen schaut wie folgt aus:

Freitag
16.55 – 18.55 Uhr 2. Zeittraining

Samstag
13.30 – 15.10 Uhr Startaufstellung
16.00 Uhr Start aller 3 Gruppen

flattr this!

June 22 2011

13:30

Vorschau: 24H vom Nürburgring Teil 1

2 Wochen nach den dramatischen 24H von Le Mans trifft sich die Elite der Sportwagen-, GT- und Langstreckenpiloten am Nürburgring erneut um die Distanz 2 mal gegen die Uhr zu absolvieren. Das Rennen welches 1970 zum ersten mal ausgetragen wurde und von Hans Joachim “Striezel” Stuck auf einem BMW 2002 TI gewonnen wurde hat sich mittlerweile zum wohl 2. wichtigsten 24H Rennen der Welt entwickelt.

Das Rennen, welches damals wirklich noch auf 20832 Meter langen Nordschleife stattfand und noch richtiger Breitensport war, hat sich in den letzten Jahren zu einem prestigeträchtigen Lauf entwickelt, bei dem sich mittlerweile Jahr für Jahr Werksteams um den Sieg streiten.
So treten dieses Jahr Teams von Audi, Porsche, BMW, VW, Mercedes und anderen namhaften Herstellern an um den Gesamtsieg und/oder einen Klassen oder Wertungsgruppensieg zu erringen. Eine solche Dichte an der Spitze hat es wohl bei diesem Rennen noch nicht gegeben.

Wie oben schon angesprochen, wird das Rennen auf dem Nürburgring ausgetragen, jedoch nicht mehr nur alleine auf der Nordschleife, sondern auf der Nordschleife samt GP-Kurs. Man nutzt hier im wesentlichen den Verlauf, welcher aus der F1 oder dem GT Masters bekannt ist, jedoch mit 2 Unterschieden: Zum einen fährt man nicht die Mercedes Arena, sondern nach der Start/Ziel Geraden eine rechts-links Schikane, da der Raum der Mercedes Arena für die etwa 220 Teams und ihr Material benötigt wird. Von dieser Schikane aus, führt eine Gerade hinunter zur bekannten Ford-Kurve, wo man allerdings nicht wie in der VLN gewohnt rechts über die Kurzanbindung fährt, sondern über die Ford-Kurve bis runter zur Dunlopkurve.
Der 2. Unterschied betrifft die Schikane, bevor es auf die Nordschleife geht. Hier fährt man nicht die langsamere Variante der F1, sondern die schnellere Variante bevor man dann auf die Nordschleife abbiegt. In Sachen Klassen orientiert man sich an denen der VLN, bzw. die VLN an den 24H. Allerdings werden hier keine SP und V Klassen unter 1600 ccm sowie die H-Klassen ausgeschrieben und die Cup2 sowie die Cup3 gehen in die SP7 und SP3 auf. Dies führt dazu, dass am Samstag knapp über 210 Wagen das Rennen aufnehmen werden, was heißt, dass bei gleichmäßiger Veteilung alle 120 Meter ein Auto kommt. In Le Mans sind es bei 56 Wagen (oder 54…) 242 Meter, aber ohne die langen Geraden, welche in Le Mans den Löwenanteil ausmachen. Daher ist gerade die Erfahrung sprich die Nordschleifenkilometer der Fahrer ein noch entscheidender Faktor als auf anderen Rennstrecken, wenn die schnellen Wagen durch den dichten Verkehr müssen. Eine Runde mit Sabine Schmitz in ihrem Porsche sieht dann wie folgt aus :

Im absoluten Mittelpunkt des Interesses stehen aber die zahlreichen Fahrer, Teams und ihre Wagen welche hier um den Gesamtsieg kämpfen wollen und diese möchte ich einmal vorstellen:

Die Titelverteidiger

Im letzten Jahr konnte BMW bei seiner Rückkehr an den Ring gleich im ersten Anlauf das 24H Rennen gewinnen. Man wird auch dieses Jahr 2 BMW M3 GT in unveränderten Besetzungen ins Rennen schicken. So wird die Startnummer #1 wie im Vorjahr von Pedro Lamy, Jörg Müller, Augusto Farfus und Uwe Alzen pilotiert, während das Schwesterauto die Nummer #7, welches nach dem Abflug und der 45 Minuten langen Reparaturpause mit Dirk Adorf, Dirk Müller, Dirk Werner und Andy Priaulx noch auf Platz 7 fahren konnte.
Allerdings wird Andy Priaulx nicht am Steuer der #7 sitzen, da er sich einer Operation unterziehen musste und somit für das Rennen ausfällt. Als Ersatz hat man Pedro Lamy auf dem Wagen genannt, welcher somit als Springer fungieren wird und bei einem Sieg von BMW mit 6 Siegen alleiniger Rekordhalter werden könnte.
Beide Besatzungen halte ich für sehr schnell und erfahren und sind vom Speed her sicher für ein Top 3 Ergebnis gut. Von der Ausgewogenheit, würde ich die #7 etwas besser einschätzen, allerdings hatte die #1 in der VLN die besseren Ergebnisse(1. und 3. Platz gegen einen 2. Platz), wodurch ich alle 2 Wagen auf dem gleichen Niveau sehen würde.
Viel wird davon abhängen, wie schnell der BMW M3 in seiner im Vergleich zum Vorjahr überarbeiteten Version ist. In der VLN schien es so, als hätte man die Karten noch nicht aufgedeckt, wobei das für alle Teams gelten dürfte. Es ist durch das Sandbagging und den überarbeiteten Einstufungen schwer zu voraussagen, wer nun das schnellste Auto hat, aber die M3 GT werden sich hier sicher nicht verstecken müssen. Zu Gute kommen dürfte dem M3 sicher der spätere Termin, denn dadurch sollte es nicht so kalt werden wie letztes Jahr, wo die Dunlop-Reifen nicht so recht auf Temperatur kommen wollten. Allerdings hatte man in Le Mans kleinere technische Probleme welche das Team immer wieder leicht zurückgeworfen haben.
Sollte das Auto aber halten, dann sind beide Wagen absolute Siegkandidaten. Wichtig dürfte auch noch die Reichweite des Wagens sein. Letztes Jahr konnte man mit 100 Liter 9 Runden am Stück fahren, jedoch hat man heuer 50 kg mehr, dafür aber auch 10 Liter mehr Tankvolumen. Dadurch könnte es möglich sein, dass die BMW 10 Runden gehen könnten.

Allerdings werden dies nicht die einzigen BMW sein, welche um eine Topplatzierung vorne mitmischen wollen. So setzen Dörr Motorsport einen und Schuberth gleich 4 weiterentwickelte Z4 GT3 in der SP9 ein.
In der GT3-EM konnte das Auto mit 2 Siegen schon einmal zeigen dass man hier definitiv in die richtige Richtung entwickelt hat. Die größte Frage dürfte hier allerdings die Zuverlässigkeit sein. Letztes Jahr konnte man dank der Beständigkeit die Plätze 4 und 9 holen, allerdings hatte man in der VLN bisher gerade in diesem Punkt massive Probleme. So mussten z.b beim 4. Lauf alle 3 Z4 GT3 von Schuberth vorzeitig die Segel streichen.
Man hat zwar auf der #4 mit Tom Coronel, Jörg Viebahn, Marko Hartung sowie Claudia Hürtgen 4 sehr flotte Piloten, allerdings hat man mit Tom Coronel und Jörg Viebahn zwar schnelle, aber auch sehr temperamentvolle Fahrer am Start und gerade Jörg Viebahn hat in der Vergangenheit den ein oder anderen Unfall verursacht. Daher blicke ich einem Top10 Ergebnis sehr skeptisch gegenüber, auch wenn eine Claudia Hürtgen über alle Zweifel erhaben ist.
Daher schätze ich auch das Auto mit der #76 und Tommy Milner, Fredrik Larsson, Edward Sandström sowie Claudia Hürtgen als stärksten Z4 ein, denn hier fehlen einfach die heißsporne wie ein Jörg Viebahn oder Tom Coronel. Von den Fahrern und vom Speed des Wagen ehr sollte man in der Lage sein in die Top10 fahren zu können, wenn wie schon angesprochen das Auto hält. Man wird zwar sicher fleißig getestet haben, jedoch darf man Zweifel haben ob das Auto die 24H durchhält.
Der 3. Z4 von Schurberth mit der #77 wird derweil von den 3 Norwegern Stian Sorlie, Anders Burchardt, Nils Tronrud sowie dem Amerikaner John Mayes pilotiert. Man ist hier fahrerisch sicher nicht schlecht aufgestellt, aber hier werden doch eingie Sekunden pro Runde auf das Schwesterauto mit der #76 fehlen.

Der 4. Z4 GT3 wird von Dörr Motorsport eingesetzt. Hier hat man sich zu Beginn positiv über die Fortschritte beim Auto geäußert und scheint wohl mit dem Wagen zufrieden sein, was den Speed anbelangt. Mit Rudi Adams und Arno Klasen hat man auf jeden Fall 2 starke Fahrer, der Knackpunkt dürfte allerdings Chris Godwin sein. Man hat mit ihm sicherlich keinen schlechten Fahrer, allerdings dürften sich die fehlenden Kilometer auf der Nordschleife gerade in der Nacht beim überrunden bemerkbar machen.

Bei den GT4 Wagen wird Johannes Scheid mit seinem Team seinen Eifelbliz mit der Besatzung Dennis Rostek, Andreas Simonsen Stefan Landmann und Marathonmann Duncan Huisman den Start bringen. Nachdem man im letzten Jahr kein Auto von Scheid bewundern konnte, bringt man heuer den M3 GT4 an den Start. Man hat zwar auch hier wieder eine sehr sehr schnelle Besatzung, wobei das bei einem 24H nicht alles ist und man zu erst einmal ins Ziel kommen muss. Allderings hat es Johannes Scheid schon immer verstanden wie man ein 24H Rennen richtig angehen muss.

In der Klasse wird man sich vermutlich hauptsächlich mit dem M3 GT4 von Bonk und den von mir als stärksten Wagen der Klasse eingeschätzten, Aston Martin von Mathol Racing (gewann die ersten 4 Läufe der VLN in seiner Klasse der SP10 GT4) duellieren. Dieser M3 GT4 von Bonk mit der #62 wird von Andreas Montmann, Tim Mullen, Adam Chrsitodolou und Phil Quaify gesteuert. So kannte man unter anderem den letzten Lauf in der VLN gewinnen und liegt auch mit Rundenzeiten von knapp über 9 Minuten (auf der etwa 1 km kürzeren VLN-Variante) fast gleichauf mit dem Auto von Scheid und dem Mathol Aston Martin.

Ein weiterer BMW, welcher für eine Position zwischen 15 und 25 gut sein dürfte – wenn der Wagen hält ist der in der SP6 eingesetzt Z4 von Dörr Motorsport. Mit Rundenzeiten von ~8:40 in der VLN und dem schnellen Stefan Aust, Hanspeter Strehler und Uwe Ebertz. Hier wird natürlich viel davon abhängen, ob viele schnellere Wagen ausfallen (wo von ich persöhnlich ausgehen) werden und ob man selber ohne Probleme durchkommt.

Porsche

Der vermutlich stärkste Herausforderer von BMW dürften die Sportwagen aus Weissach sein und dort vor allem die Truppe rund um Olaf Manthey. Immerhin konnte man von 2006 bis 2009 alle 24H Rennen abräumen und auch heuer wird man ein Großaufgebot an den Start bringen um für alles gerüstet zu sein. Dies beginnt beim Sieger des 3. Laufes zur VLN und den 22 Stunden und 15 Minuten Sieger von 2010, dem Hybrid-Porsche. Über den Winter hat man bei Porsche den GT3 R Hybrid deutlich weiterentwickelt. So wiegt er nun 75 kg weniger, hat einer bessere Aero und die Elektromotoren haben mehr Leistung. Dafür musste man aber den Tankinhalt von 120 Liter auf 110 Liter reduzieren und liegt damit auf dem gleichen Niveau wie BMW mit dem M3 GT oder einem GT3 RSR. Beim 4. Lauf zur VLN hat man mit dem Sieg schon mal angedeutet was dieser Wagen leisten kann. Allerdings wurde man vor dem 24H Rennen durch die BoP nochmals massiv ausgebremst. So hat man dem Hybriden nur noch eine max. Motorleistung von 466 PS auf dem Rollenprüfstand erlaubt, während der normale GT3 R bei gleichen Gewicht 525 PS haben darf.
Pilotiert wird der Porsche von Richard Lietz, Marco Holzer sowie dem ALMS Duo von Flying Lizard, nämlich Jörg Bergmeister und Patrick Long, welcher sein 24H Debut feiern wird. Dies dürfte auch eines der Probleme des Wagen sein. Sicher sind alle 4 Piloten sehr schnell, aber vor allem bei Patrick Long fehlen mir doch noch einige Runden auf der Nordschleife, denn hier ist Erfahrung so wichtig wie sonst nirgends, gerade wenn es ums Überrunden geht, gerade in der Nacht. Ein Knackpunkt dürfte auch die Zuverlässigkeit sein, denn letztes Jahr sind alle namhaften Porsche vorzeitig ausgeschieden, auch wenn der Hybride als letzter die Segel streichen musste.
Sollte man aber ohne Probleme durchkommen, sollte eine Topplatzierung möglich sein.

Als stärkste Besatzung von Porsche und im gesamten Felde würde ich allerdings Timo Bernhard, Romain Dumas, Marc Lieb und Lucas Luhr einschätzen. Die ersten 3 konnten mit Marcel Tiemann zwischen 2007 und 2009 3 mal hintereinander die 24H gewinnen und man wäre auch heuer wieder mit Marcel gefahren, wäre nicht der Unfall in Imola gewessen. An dieser Stelle möchte ich und das gesamte Blog Marcel alles Gute für die Zukunft und seinem weiteren Genesungsprozess wünschen, damit sein Traum wahr wird und er eines Tages wieder in einem Rennwagen sitzen kann.
Aber mit Lucas Luhr hat man sich einen weiteren Hochkaräter geholt. Man besitzt hier die 2 erfolgreichsten Langstreckenprofis der letzten Jahr mit Bernhard/Dumas, mit Luhr einen 24H Gewinner von 2005 und mit Marc Lieb den schnellsten Piloten aller Starter hier im Felde. Daher ist diese Besatzung mein Siegfavorit. Interesant wird allerdings sein, auf welchem Wagen man fahren wird. Nachdem der GT3 R in diesem Jahr in allen Serien noch nichts reisen konnte und man laut Christian Menzel kaum mehr Luft nach oben habe, während die anderen noch mauern hat man sich bei Manthey entschieden in die Trickkiste zu greifen und hat den guten alten GT3 RSR aus der SP7 hervorgeholt. Diesen hat man beim 6 Stunden-Rennen eingesetzt, wo man fast noch den Ferrari geschlagen hat und auch beim 4. Lauf konnte man damit einen 2. Platz erreichen. Dabei hat man sogar den GT3 R und den RSR gleichzeitig eingesetzt um Vergleiche anstellen zu können.
Offensichtlich ist man sich bei Manthey aber wohl immer noch nicht sicher bzw. will sich beide Optionen offen halten und so hat man sowohl den GT3 R (#11) als auch den RSR (#18) mit allen 4 Fahrern für das Rennen genannt. Immerhin ist der GT3 RSR ein sehr ausgereiftes Auto mit dem man die 3 letzten Siege bei den 24H einfahren konnte und man hat 2009 damit eindrucksvoll bewießen, dass man damit ein 24H Sprintrennen ohne Fehler durchfahren kann. Außerdem konnte man damit bei der VLN 10 Runden am Stück fahren, genauso wie der Hybride. Allerdings ist die Strecke bei den 24H einen Kilometer länger und Marc Lieb sagte nach dem Rennen bei Sport1, dass er etwas Sprit sparen musste. Allerdings könnte man mit einer Reichweite von 9 Runden vermutlich immer noch eine Runde länger fahren als der GT3 R.

Und um zu verdeutlichen, wie wichtig die Reichweite ist, habe ich mal eine folgende Rechnung aufgemacht, welche für alle Fahrzeuge gültig ist: Ausgehend von einer Gesamtdistanz von 155 Runden, welche die Distanz von vor 2 Jahren war, muss man bei einer Reichweite von 10 Runden genau 155- 10 (Startturn) / 10 = 14.5 mal also 15 Stoppen. Bei einem Spritfenster von 9 Runden müsste man hingegen 16 mal an die Box kommen und bei einer Reichweite von nur 8 Runden, wie sie z.b letztes Jahr die GT3 R hatten wären es sogar 18 Stopps. Ausgehend von einer Zeit von 190 Sekunden pro Boxenstopp (144 sek sind durch den Tank-Pilot fix plus An und Abfahrt ) muss also ein Wagen mit einer Reichweite von 9 Runden jede Runde 1,3 Sekunden auf einen 10-Runden Fahrer rausfahren. Bei einer Reichweite von nur 8 Runden, müsste man sogar 3,7 Sekunden jede Runde schneller fahren um den Nachteil wieder egalisieren zu können.

Mich würde es daher auch nicht wundern, wenn der alte Fuchs Olaf Manthey sogar beide Wagen starten lässt und erst dann während des Rennen entscheidet, mit welchen Wagen er das Rennen zu Ende fährt. Allerdings gehe ich davon aus, dass man sich dann für den RSR entscheiden wird.

Dies sind aber nicht die einzigen Porsche. So wird auch dieses Jahr der Haribo Porsche mit der Nummer #8 an den Start gehen. Hier werden die sehr schnellen und erfahrenen Piloten Richard Westbrook, Christian Menzel und Mike Stursberg fahren, allerdings auch der deutlich langsamere Hans Guido Riegel. Es wird daher viel davon abhängen, wie oft Hans-Guido Riegel fahren wird, denn in der Vergangenheit hat er doch immer etliche Sekunden pro Runde auf seine Mitstreiter verloren, und bei einem erwarteten Sprintrennen wird es wohl um jede Sekunde ankommen.

Ein weiterer Porsche von Manthey, welcher auch Aussichtsreich sein dürfte ist der Wochenspiegel Porsche mit der #12. Es wird zwar eher kaum für ganz nach vorne reichen, allerdings hat die Besatzung Jochen Krumbach, Oliver Kainz, Georg Weiß und Michael Jacobs sehr viel Erfahrung und Routine. Man hat zwar mit den ersten 2 auch Fahrer welche den Speed an der Spitze mitgehen könnten, allerdings wird man hier eher nicht gleich alles geben und sich im Laufe des Rennen stetig nach vorne arbeiten, wenn die Topfahrzeuge sich zu Tode hetzen werden. Dazu kommt auch, dass man nicht mit dem etwas anfälligeren GT3 R sondern mit dem SP7 Porsche startet.

Wie wichtig Konstanz, Disziplin und Besonnenheit sind, hat im letzten Jahr Farnbacher demonstriert, als man zwar nicht das schnellste Auto hatte aber man sich durch die Probleme der Konkurrenten immer weiter nach vorne bis auf Platz 2 arbeiten konnte. Eine ähnliche Devise traue ich nicht nur dem WTM-Porsche zu, sondern auch dem Alzen Porsche mit der #31. Mit Jürgen Alzen, Klaus Ludwig, Sascha Bert und Artur Deutgen wird man sicher nicht das Höllen-Tempo der Spitze mitgehen, aber man hat extrem viel Erfahrung und Rountine auf der Nordschleife. So wird man sich sicher in die Top10 fahren können, wenn das Auto hält, aber da wird Jürgen Alzen schon dafür sorgen, dass der Cup S keine Probleme macht.

Selbiges gilt vermutlich auch für das Team Frikadelli Racing von Sabine Schmitz und Klaus Abbelen. So wird man heuer einen GT3 R einsetzen, mit welchen man heuer im 1. Lauf zur VLN Platz 5 und beim letzten Lauf den 2. Gesamtplatz erreichen konnte. Die beiden werden sich das Steuer der #26 mit dem sehr schnellen Niclas Kenntenich sowie dem Bruder von Jörg Bergmeister, Tim Bergmeister teilen. Ich denke nicht, dass man hier ab dem 1. Meter volles Risiko fahren wird, was man mit Sabine Schmitz und Niclas machen könnte, allerdings wissen die 2 Teaminhaber nur zu gut, wie man ein 24H Rennen angehen muss, als man 2008 mit einem 911 Cup den 3. Gesamtrang holen konnte.

Ein weiterer GT3 R wird von Falken Tyres eingesetzt und hier kann durchaus mit einer prominenten Besatzung aufwarten. So werden sich Wolf Henzler, Martin Ragginger, Sebastian Asch und Peter Dumbreck am Steuer der #44 abwechseln. Sicher hat das Team, welches in der Vergangnheit u.a den berühmten Nissan Skyline einsetze eine sehr schnelle Besatzung, aber es gibt hier doch einige mögliche Fehlerquelle, welche ein problemloses durchfahren relativ unwahrscheinlich machen. Zum einen setzt man auch hier auf den GT3 R, welche wie schon angesprochen im letzten Jahr nicht duch Zuverlässigkeit glänzten. Dazu kommen die Falkren Reifen, wo man nicht weiß wie gut die Schluss endlich sind. Sie können sehr gut sein, wie z.b die Hankook Reifen, aber auch nicht so toll.

Erfreulich ist auch, dass das erfolgreichste Deutsche Rennteam der Geschichte, Kremer Racing wieder am Start ist. Nachdem man in dieser Saison wieder mit 2 Porsche 911 Cup am Ring antritt wird man zum 24H Rennen einen nagel neuen GT3 R mit den Fahrern Daniel Schrey, Dirk Leßmeister sowie Adam Osieka und Wolfgang Kaufmann. Man hat sicher schnelle Piloten, die Frage wird allerdings sein, ob man das Rennen ohne Unfall bzw. Defekt über die Bühne bringen kann. Wenn ja, sollte eine Top10 Ankunft im Bereich des möglichen sein.

Abrunden möchte ich die Porsche mit dem Überraschungsteam des bisherigen Saisonverlaufes in der VLN, nämlich Pinta Racing mit der #27 auf ihrem GT3 R. Man hat hier mit Jörg van Ommen, Altfried Heger, Michael Illbruck und dem jungen aber sau schnellen Manuel Lauck eine gute Besatzung, welche Routine und Speed gut vereinigt, allerdings war man bisher eher glücklos unterwegs und musste Aufgrund von Unfällen und Technischen Defekten die Segel immer vorzeitig streichen. Sollte sich das nicht ändern, dann dürfte es für das Team welches teilweiße vorne so erfrischend mitmischen konnte, sehr schwer werden.

Man sollte hier aber nicht vergessen, dass ein Porsche von Manthey in der Regel immer etwas schneller ist als andere Porsche, was unter anderem auch daran liegt, dass Manthey zu den 24H immer Entwicklungsreifen von Michelin bekommen, während die anderen Teams diese nicht haben.

flattr this!

May 16 2011

06:22

SUPER GT: Überblick & Analyse Round 2 Fuji GT 400km

Regen macht den Motorsport prinzipiell eigentlich immer unterhaltsamer. Es sei denn man heißt NASCAR oder Mark Webber. Beides ist bei der japanischen SUPER GT aber zum Glück nicht der Fall.

Dass überhaupt in Fuji gefahren werden konnte, war für manch einen vor rund zwei Monaten so nicht unbedingt absehbar. Das schwere Tohoku-Erdbeben sowie der Tsunami und die anschließende Atomnotlage im Atomkraftwerk der Stadt Fukushima haben das Land des Lächelns stark mitgenommen. Wie schnell kann ein Land zumindest teilweise (der Süden war von der Katastrophe so gut wie nicht betroffen) wieder zur Normalität, zum Alltag zurückkehren? Wie schnell gelingt der Wiederaufbau? Wie schnell kann man den Opfern helfen? Und was passiert im besagten Atomkraftwerk? Die Blicken gehen zwar noch immer kritisch Richtung Fukushima, doch man darf – hoffentlich! – davon ausgehen, dass sich die Situation zumindest nicht verschlimmern wird. Entsprechend der Lage in den letzten Wochen hat die GT Association (GTA) kurzerhand den einzigen offiziellen Testtermin der SUPER GT in Okayama abgesagt und gleichzeitig den Saisonauftakt verschoben bzw. verlegt. Denn obwohl am 1. Mai-Wochenende in Fuji gefahren wurde, so wurde das Rennen weiterhin als das zweite Rennen der Saison angesehen, während das ursprünglich erste Rennen in Okayama weiterhin die Bezeichnung Round 1 trägt – und am 22. Mai 2011 ausgetragen wird. Verwirrend? Sicherlich. Verständlich? Gewiss nicht. Mittlerweile plant man alle Rennen der Saison fest ein, unter anderem auch das letzte Rennen am 16. Oktober in Motegi, behält sich aber natürlich das Recht, die einzelnen Läufe kurzfristig abzusagen.

Entsprechend dem japanischen Sprichwort „gaman“ (eine schwierige Situation ausstehen) hat die GTA sowie weitere Partner der japanischen Motorsportindustrie ihre Hilfe den Opfern zugesagt. Ein Teil der SUPER GT-Einnahmen wird beispielsweise gespendet; bei den zahlreichen Aktivitäten neben der Strecke gibt es für die Besucher weitere Möglichkeiten zu spenden, beispielsweise beim Pitwalk. Um den Zusammenhalt zu stärken, wird der Spruch „Ganbarou, Nippon!“ (Bleib stark, Japan!) allgegenwärtig sein, u.a. auf Fahnen aber auch den Windschutzscheiben der Boliden. In Fuji trugen zudem alle Fahrer eine schwarze Armbinde, vor dem Rennen wurde eine Schweigeminute eingehalten. Zusätzlich haben die Organisatoren die Rennen verkürzt, um Kosten sowie Energie zu sparen. Der erste Lauf in Fuji wurde dementsprechend von 400km auf 300km verkürzt, das einstige Suzuka 1000km-Rennen, das in den letzten zwei Jahren bereits aus Kostengründen auf 700km verkürzt wurde, auf 500km reduziert. Alle weiteren Läufe wurden hingegen um 50km von 300km auf 250km verkürzt.

Überblick SUPER GT

Bevor wir zur Analyse des ersten Rennens kommen, möchte ich kurz einen Überblick über die SUPER GT sowie die Teams der beiden Klassen verschaffen, schließlich ist Berichterstattung im Racingblog ein neues Themengebiet.

Die SUPER GT ist eine der jüngeren Rennserien. Sie ging 2005 aus der JGTC (All-Japan Gran Touring Car Championship) hevor, die „erst“ von 1993 an die All Japanese Prototype Championship-Serie für Gruppe-C-Fahrzeuge (JSPC) sowie die japanische Tourenwagen-Meisterschaft quasi ersetzt hatte – unter anderem auch weil letztere auf die Supertouring-Klasse wechselte, und 1998 ihre vorerst letzte Saison austrug. Zwar gibt es das Vorhaben schon bereits 2012 die JTCC wieder auszutragen (mit Super-2000-Fahrzeugen ähnlich der WTCC), fraglich bleibt aber, wer in dieser Serie überhaupt teilnehmen soll. Die japanischen Hersteller haben, bis auf Nissan in der chinesischen Meisterschaft, jedenfalls keine passenden Tourenwagen in ihrem aktuellen Programm. Bereits zu JGTC-Zeiten haben die Organisatoren mit Gewichtsstrafen und starken Einschränkungen Durchmärsche von einzelnen Teams bzw. Marken verhindert und die Rennen somit spannend sowie die Meisterschaft grundsätzlich bis zum Saisonfinale offen gehalten. Die JGTC wurde wie auch die SUPER GT heute deshalb auch gerne als „die härteste GT-Serie der Welt“ bezeichnet. 3-wide-Überholmanöver, Michael-Schumacher-Ungarn-Gedächnisaktionen waren und sind keine Seltenheit. Und trotz wenn sich zwei Konkurrenten mal in die Kiste fahren, so bleiben die Rennen zwar hart aber immer stets fair.

Die Einstufung der Fahrzeuge in die beiden Kategorien GT500 und GT300 haben dafür gesorgt, dass die Serie in sich gewachsen ist und somit immer verschlossener wurde. Der Renn-Action tat dieser Schritt keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die Änderung erfolgte unter anderem aufgrund der Kostenexplosion der Fahrzeuge in der GT-Weltmeisterschaft. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Teams quasi freie Wahl, mit welchen Boliden man antreten wollte – bis 1994 waren sogar die dominierenden Gruppe-C-Fahrzeuge erlaubt. Nach all den Jahren des Erfolgs versuchte die Serie 2000 sich ein wenig zu internationalisieren, weshalb man nach Malaysia expandierte. Das Rennen auf der Grand-Prix-Strecke in Sepang wurde zum vollen Erfolg, weshalb es nicht nur ein fester Bestandteil des Rennkalenders wurde, sondern auch das derzeitig einzige Auslandsrennen der Serie darstellt. Im Rahmen der Drift-Asse der D1-Meisterschaft wurde 2004 zudem ein Einladungsrennen auf dem California Speedway in Fontana ausgetragen, dessen Erfolg ein wenig umstritten ist. Gewiss waren die Petrolheads in den USA begeistert, einen ähnlichen Erfolg wie in Malaysia erzielte man allerdings nicht, weshalb man das Land der unbegrenzten Möglichkeiten seitdem nicht mehr besuchte. Stattdessen plante man eine Expansion nach Zhuhai und Schanghai in China. Das Vorhaben wurde aber bereits 2005 wieder erst mal zu den Akten gelegt. Da eine Rennserie, die in mehr als drei Ländern ausgetragen wird, laut Regularien des Weltmotorsportverbandes FIA allerdings nicht mehr als nationale Rennserie definiert werden darf und somit direkt von der FIA autorisiert werden muss und damit nicht mehr als rein-japanische Meisterschaft angesehen werden kann. Da man sich vom japanischen Automobilverband JAF lösen musste, änderte man den Namen in SUPER GT um. Mit dem Motto: „Challenge from the world“, „Challenge to the world“, „Challenge to entertain“.

Wie bereits erwähnt sind die Fahrzeuge in die Klassen GT500 sowie GT300 unterteilt, sprich keines der Fahrzeuge darf in den jeweiligen Klassen mehr als 500 respektive 300 PS unter der Haube haben. Luftrestriktoren sowie das im Motorsport einmalige Gewichtsstrafensystem runden, vereinfacht ausgedrückt, die Einschränkungen ab. Im Falle der Gewichtsstrafen werden, anders als etwa in anderen Serien wie der GT1-Weltmeisterschaft, nicht nur die besten fünf Fahrzeuge eines Rennens belastet, sondern auch individuelle Gewichte auf Basis der Qualifikationszeit oder Rundenzeiten im Rennen verteilt. Für einen Außenstehenden wirkt die Ausführung des Systems ein wenig kompliziert, da man auf die Gewichttabelle seitens der SUPER GT warten muss und nicht bereits nach Qualifikation oder Rennen im Kopf sich die Zusatzgewichte durchrechnen kann. Der Renn-Action sowie der Meisterschaft, die bis auf 2007 durch das ARTA NSX Team, immer erst im letzten Saisonrennen entschieden wurde, hilft dies aber enorm. Eine besondere Ausnahme bei den Gewichten sind seit 2009 die letzten beiden Saisonrennen. Teams, die an allen Rennen teilgenommen haben, bekommen beim vorletzten Rennen ihren zusätzlichen Ballast halbiert, während er beim letzten Lauf komplett aus dem Auto genommen werden darf. Wurde nur ein Rennen verpasst, darf zum finalen Rennen das Zusatzgewicht ebenfalls halbiert werden. Die Änderungen wurde eingeführt, um den Teams weniger taktischen Spielraum mit den Gewichten zu geben, zum Beispiel extra langsamer fahren um weniger Gewicht als die Konkurrenz in den letzten Rennen zu haben. All diese Einschränkungen haben zwar einen gewissen künstlichen Touch, funktionieren im Endeffekt aber hervorragend. Nichts desto trotz herrscht in der SUPER GT kein Testverbot und zu fast jedem Rennen kommen die Teams mit neuen Teilen für die Aerodynamik oder die Aufhängungsgeometrie an die Strecke. Verbesserte Motoren sind ebenfalls keine Seltenheit. Oder wie André Lotterer es so schön in einer seiner Kolumnen ausgedrückt hatte: „In der SUPER GT herrscht ein ständiger Entwicklungs-Wettstreit. Da wird keine Technik eingefroren oder solche Scherze.“

In der GT500 werden 3,4 Liter V8 Motoren eingesetzt, dennoch haben die Teams, trotz der Einschränkungen seitens der Offiziellen, eine deutlich freiere Hand als in anderen GT-Serien, weshalb die SUPER GT nicht ohne Grund als die schnellste GT-Serie der Welt angesehen wird und damit auch im Vergleich schneller als die GT1-WM unterwegs ist. Tatsächlich nahm ein Maserati MC12 an einem Testtag der SUPER GT teil, konnte aber mit den Kurvengeschwindigkeiten der GT500-Konkurrenz nicht mithalten, und war somit deutlich unterlegen.

Die Chassis haben ein Kohlefaser-Monocoque und dürfen stark modifiziert werden, müssen ihrem Serien-Counterpart aber auf jeden Fall ähnlich sehen. Dies sorgt dafür, dass nicht extra homologierte Versionen der Straßenfahrzeuge für die Rennstrecke gebaut werden müssen, auch wenn Nissan und vor allem Honda dies bereits in der Vergangenheit getan haben. Insbesondere Honda bekam für den im letzten Jahr erstmals eingesetzten HSV-010 GT eine Sonderregelung spendiert, da er nicht auf einem Serienfahrzeug basiert, wobei nach aktuellen Stand und einer Aussage des Präsidenten von Honda eine Straßenversion angedacht ist. Er ersetzt den NSX SUPER GT und gewann mit Weider Honda Racing im letzten Jahr auch sofort die Meisterschaft. Da sich in der GT500 die „großen Drei“ (Nissan, Toyota/Lexus, Honda) werksseitig oder als Privatteams unterwegs sind, ist das Medien- sowie Fan-Interesse bei dieser Klasse natürlich am höchsten.

 

Fahrzeuge und Marken in der GT500:

Honda

Noch stärker als noch im letzten Jahr werden die Augen auf das Weider Honda Racing Team gerichtet sein, die selbstredend ihren Titel mit dem HSV-010 GT verteidigen wollen. Während der zahlreichen Testfahrten im Vorfeld der Saison wurde viel an der Achillesverse, der Höchstgeschwindigkeit, des Boliden experimentiert. Insbesondere auf einer Strecke mit einer langen Geraden wie Fuji ist der Top Speed essentiell. Wirklich gefunden hat Honda ihn aber scheinbar noch nicht: In der Super Lap, das Einzelzeitfahren für die Top 10 jeder Klasse nach der regulären Qualifikation, war der beste Honda erst auf Position 7 zu finden. Ansonsten setzt der Konzern auf altbewährtes. Das Meisterteam geht erneut mit der Fahrerpaarung Takashi Kogure und Loic Duval aus Frankreich an den Start. Letzterer setzt übrigens sein Formel Nippon-Engagement für diese Saison aus, da er den Oreca Peugeot 908 in der LMS pilotiert. Dabei befindet er sich in guter Gesellschaft, denn auch André Lotterer und Benoit Tréluyer sind zusätzlich in Europa unterwegs: als Werksfahrer im Audi R18. Die größte Änderung betrifft lediglich das ARTA Team, das beide Fahrer entlassen hat, um Platz für Hideki Mutoh und Takashi Kobayashi zu machen. Ärgerlich ist das insbesondere für Ralph Firman, der 2007 zusammen mit Daisuke Ito die Meisterschaft für sich entscheiden konnte, anschließend aber seine Form verlor und nach Itos Abgang zu Lexus eine etwas unglückliche Wahl mit seinen Teamkollegen hatte. Mit 36 ist er zudem nicht mehr der jüngste und musste seinen Platz dementsprechend räumen. Für Hideki Mutoh, dem neben Kazuki Nakajima (Lotteres neuer Teamkollege bei Lexus) wohl im Westen bekanntesten japanischen Piloten der Serie, wirkt der Rückgang in die Heimat wie die letzte Chance seitens Honda, nachdem seine drei Jahre in der IndyCar trotz vielversprechender, erster Rennen, eher schlecht als recht verliefen. An der Seite von Takashi Kobayashi wird er es jedenfalls nicht leicht haben, der sich das Cockpit bei seinen ersten Metern im HSV-010 GT in der Qualifikation zum Suzuka 700km-Rennen gesichert hatte, als er den Wagen auf die Pole stellte. Zwar durfte er am Rennen nicht selbst hinters Steuer greifen, gab mit seiner Fabelrunde aber mehr als nur eine gute Visitenkarte ab. Nettes Detail am Rande: Der EPSON HSV-010 GT von Nakajima Racing ist der einzige Honda mit Dunlop-Reifen – der Rest setzt auf Bridgestone-Gummi. Auch das ist eine Besonderheit der SUPER GT. Mit insgesamt fünf Reifenherstellern (Bridgestone, Yokohama, Michelin, Dunlop, Hankook) herrscht ein ironischerweise funktionierender Reifenkrieg.

Nachfolgend alle Honda-Teams im Überblick:

 

Weider Honda Racing
#1 Weider HSV-010 GT
Honda HSV-010 GT
Takashi Kogure, Loic Duval
Bridgestone

AUTOBACS RACING TEAM AGURI
#8 ARTA Honda HSV-010 GT
Honda HSV-010 GT
Hideki Mutoh, Takashi Kobayashi
Bridgestone

KEIHIN REAL RACING
#17 KEIHIN HSV-010 GT
Honda HSV-010 GT
Toshihiro Kaneishi, Koudai Tsukakoshi
Bridgestone

NAKAJIMA RACING EPSON
#17 EPSON HSV-010 GT
Honda HSV-010 GT
Ryo Michigami, Yuhki Nakayama
Dunlop

TEAM KUNIMITSU RAYBRIG
#100 RAYBRIG HSV-010 GT
Honda HSV-010 GT
Takuya Izawa, Naoki Yamamoto
Bridgestone

 

Lexus

Aus deutscher Sicht ist natürlich der PETRONAS TOM’S SC430 am interessanten, weil dort unser Export-Schlager André Lotterer zusammen mit seinem neuen Teamkollegen, Ex-F1-Fahrer Kazuki Nakajima, um die Meisterschaft fahren wird. Wie prophezeit war das Medienecho bei dieser Fahrerpaarung im Vorfeld der Saison sehr hoch, schließlich zählt Lotterer mit seinen zwei Meisterschaftserfolgen zu den besten und beliebtesten Fahrern der Serie. Dazu Nakajima, der nach langer Monoposto-Zeit nun mit Dach überm Kopf sich beweisen muss, aber aufgrund seiner Vergangenheit natürlich heiß gehandelt wird. Der aktuell eingesetzte Lexus SC430 ist bereits in seiner zweiten Generation und damit das zweitjüngste Auto hinter dem neuen Honda HSV-010 GT. Seinen ersten Einsatz hatte der Wagen mit Lotterer 2006, als er zusammen mit Juichi Wakisaka sofort die Meisterschaft für sich entscheiden konnte. Ein Jahr später ersetzte der Wagen den bis dahin eingesetzten Toyota Supra komplett.

Anders als Honda und Nissan ließ sich Lexus mit der restlichen Bekanntgabe der Teams ordentlich Zeit. Gerüchten zufolge soll dies an den letzten, klärenden Gesprächen für das sechste SC430-Team gelegen haben, was für die japanische Presse etwas überraschend kam, mit der Bekanntgabe des Team-Namens aber für großes Aufsehen sorgte. Denn mit Racing Project Project Bandoh wagt eines der ältesten und mit gleich mit mehreren Titeln erfolgreichsten SUPER GT-Team endlich den Schritt in Richtung GT500. Fast schon unerklärlich fuhr man in den letzten Jahren ausschließlich in der GT300, wo man in den letzten drei Jahren den IS350 einsetzte und nicht nur mit dem letzten Meisterschaftsgewinn 2009 die Partnerschaft mit Toyota stärkte. Der Name mag mit LEXUS TEAM WedsSport BANDOH vielleicht ein wenig anders klingen, zusammen mit der Fahrerpaarung bestehend aus Tatsuya Kataoka (fuhr bereits GT500 und war maßgeblich am Erfolg 2009 in der GT300 des Teams beteiligt) und Seiji Ara sollte man das Team aber auf jeden Fall auf der Liste haben. Seiji Ara ist in Europa ebenfalls kein komplett unbekannter, wenn auch seine Leistungen in der FIA GT für wenig Aufsehen sorgten und in keiner Relation zu seiner Leistung in der GT500 im Nissan GT-R standen. Von ihm verspricht man sich wohl vor allem wichtige Informationen über den Yokohama-Reifen. Ebenfalls als Titelaspirant gilt das LEXUS TEAM LeMans ENEOS mit Daisuke Ito und Kazuya Oshima im ENEOS SC430, das im letzten Jahr nur knapp den Titel verfehlte. Zwar mag Oshima neu im Team sein, demonstrierte im LEXUS TEAM KRAFT aber sein Können. Letzteres bekam derweil Zuwachs von Lotterers ehemaligen Teamkollegen Juichi Wakisaka, der letztes Jahr eigentlich seinen Rücktritt in Erwägung zog. Er fährt zusammen mit dem Portugiesen Andre Couto.

Nachfolgend alle Lexus-Teams im Überblick:

 

LEXUS TEAM LeMans ENEOS
#6 ENEOS SC430
Lexus SC430
Daisuke Ito, Kazuya Oshima
Bridgestone

LEXUS TEAM WedsSport BANDOH
#19 WedsSport  SC430
Lexus SC430
Tatsuya Kataoka, Seiji Ara
Yokohama

LEXUS TEAM KRAFT D’STATION KeePer
#35 D’STATION KeePer SC430
Lexus SC430
Juichi Wakisaka, Andre Couto
Bridgestone

LEXUS TEAM PETRONAS TOM’S
#36 PETRONAS TOM’S SC430
Lexus SC430
André Lotterer, Kazuki Nakajima
Bridgestone

LEXUS TEAM ZENT CERUMO
#38 ZENT CERUMO SC430
Lexus SC430
Yuji Tachikawa, Kohei Hirate
Bridgestone

LEXUS TEAM SARD DENSO
#39 DENSO SARD SC430
Lexus SC430
Hiroaki Ishiura, Takuto Iguchi
Michelin

 

Nissan

Der Nissan GT-R ist in seiner jetzigen Konfiguration seit 2008 in der Meisterschaft unterwegs und somit der älteste Wagen im Feld. Im Gegensatz zum letzten Jahr setzt der Konzern wieder vier Fahrzeuge ein, nachdem 2010 aufgrund eines schweren Testunfalls von Satoshi Motoyama und dem stark beschnittenen Budgets der vierte Wagen zähneknirschend wieder von der Meldeliste genommen werden musste. Der vierte GT-R wird von MOLA eingesetzt, die letztes Jahr in der GT300 unterwegs waren. Verpflichten konnte man den letztjährigen GT300-Champion Masataka Yanagida. An seiner Seite sitzt der Italiener Ronnie Quintarelli, der von IMPUL kommt und somit in der Nissan-Familie bleibt. An seiner Stelle fährt der aus Brasilien stammende, letztjährige Formel Nippon Champion Joao Paolo de Oliveira. Mit ihm teilt sich Tsugio Matsuda das Cockpit. Die größte Änderung betrifft allerdings NISMO, die zwar erneut auf Satoshi Motoyama und Benoit Tréluyer setzen, allerdings nach einem schweren letzten Jahr mit den Michelin-Reifen in 2011 auf Bridgestone wechselten. Im Falle des Fuji-Rennens (gleich dazu mehr) war dies sicherlich keine falsche Wahl, doch wie sich der Reifen auf dem GT-R im trockenen verhalten wird, bleibt weiterhin ein großes Fragezeichen.

Überhaupt war das Jahr 2010 kein gutes Jahr für Nissan. Erst die Pleite mit dem vierten Wagen, dann ein schwieriger Saisonstart, als der neu entwickelte Motor nicht auf Touren kommen wollte und die Fahrzeuge Probleme mit den Reifen hatten. Abgerundet wird die überschaubare Anzahl an Nissan-Teams von KONDO RACING, die neben Routinier Hironobu Yasuda sowie den frisch von Lexus abgeworbenen Björn Wirdheim. Wirdheim? Da war doch mal was? Genau! Ein ähnlich dummer Fehler ist ihm auch zum Saisonabschluss 2010 in Motegi passiert, als er die rote Ampel bei der Boxenausfahrt nur wenige Minuten vor dem Start übersah, weshalb er eine 20 Sekunden Stop & Go Penalty aufgebrummt bekam und somit alle noch intakten Titelchancen für das LEXUS TEAM LeMans ENEOS vermasselte.

Nachfolgend alle Nissan-Teams im Überblick:

 

TEAM IMPUL CALSONIC
#12 CALSONIC IMPUL GT-R
Nissan GT-R R35
Tsugio Matsuda, Joao Paulo Lima de Oliveira
Bridgestone

NISMO MOTUL AUTECH
#23 MOTUL AUTECH GT-R
Nissan GT-R R35
Satoshi Motoyama, Benoit Tréluyer
Bridgestone

KONDO RACING ADVAN
#24 ADVAN KONDO GT-R
Nissan GT-R R35
Hironobu Yasuda, Björn Wirdheim
Yokohama

MOLA S Road
#46 S Road MOLA GT-R
Nissan GT-R R35
Masataka Yanagida, Ronnie Quintarelli
Michelin

 

Fahrzeuge und Marken in der GT300

Während die GT500 im Moment in komplett japanischer Hand ist, zeichnet sich in der GT300 ein anderes Bild ab: Japan gegen Europa. Und so sehr die westlichen Marken sich auch anstrengen, so hatten am Ende doch die Japaner die leichte Oberhand, selbst wenn es am so berühmten Speed in manchem Rennen gefehlt hatte. Die Variation in der unteren Klasse war schon immer eine der Besonderheiten der SUPER GT und unterstreicht das Serienmotto gleich mehrfach. Selbst wenn sich die GT500 in einem Rennen mal festgefahren haben sollte, so wird die GT300 nicht enttäuschen. Nicht wenige Fans sagen deshalb gerne: Man kommt um die GT500 zu sehen, bleibt aber für die GT300. Werksseitig unterstützte Teams (Werkseinsätze sind nicht erlaubt), Privatmannschaften, Gentleman-Fahrer aber natürlich auch junge Piloten und Teams auf der Jagd nach Sponsoren geben sich hier die Klinke. Zwar mag das Starterfeld in diesem Jahr ein wenig geschrumpft sein, u.a. weil MOLA S Road wie auch Racing Team Bandoh in die GT500 aufgestiegen und ein paar der japanischen Mannschaften aus finanziellen Gründen ihre Segel streichen mussten. Besonders traurig ist dabei der Rückzug der noch im letzten Jahr siegreichen Mannschaft von HASEMI SPORTS, die keinen Käufer fanden und mit dem betagten Nissan 350Z nicht mehr antreten konnten. Auch der Mazda RX7 von RE AMEMIYA wird in diesem Jahr schmerzlich vermisst werden. Dessen Fahrer Ryo Orime konnte aber bei SG CHANGI anheuern, die nach dem Aufstieg von Racing Team Bangoh den letzten verbliebenen Lexus I350 in der GT300 einsetzen. Sein Teamkollege ist der in China lebende Schweizer Alexandre Imperatori, der sich bei Honda in der japanischen Formel 3 einen Namen machte.

Ebenfalls erwähnenswert ist natürlich der Shiden MC/RT-16, ein etwas modifizierter Daytona Prototype von Riley und Mooncraft, der bereits seit 2006 in der Serie unterwegs ist und sogar 2007 gewann. Im letzten Jahr machte das Team apr durch das ungewöhnliche Sponsoring des alten aber noch immer sehr populären Anime Neon Genesis Evangelion auf sich aufmerksam, als man nicht nur den Wagen das Design eines der Roboter aus der Zeichentrickserie gab, sondern auch die Fahrer die Anzüge der Hauptcharaktere tragen ließ. Selbstverständlich rundeten die jederzeit umschwärmten Race Queens das optische Gesamtbild ab. Da man in diesem Jahr mit Haspero Magical Carbon einen neuen Sponsor hat, wanderte das Evangelion-Design kurzerhand zu Cars Tokai Dream 28. Zwar sind die Anzüge verschwunden, das Design des Wagens wie auch das Sponsoring sind allerdings nahezu unverändert geblieben. Und auch wenn man den Shiden MC/RT-16 einsetzt, so bekam der Wagen den fast schon unaussprechlichen Namen EVANGELION RT TEST TYPE-01 Apple Shiden verpasst. Großes Stühlerücken hingegen bei apr, die den Toyota Corolla Axio einsetzen und ursprünglich den Nachwuchs auf dem Toyota Young Drivers-Programm förderten. An der Seite von Yuji Kunimoto sitzt nun nämlich Morio Nitta, der nach einer gefühlten Ewigkeit seinen Teamkollegen Shinichi Takagi beim GT300-Team von ARTA zurücklässt. Letzterer bekommt hingegen von Ex-IndyCar-Pilot Kosuke Matsuura Unterstützung. Ein besonderes Auge sollte man außerdem auf den Subaru Legacy B4 von R&D SPORT werfen, der über den Winter quasi eine Generalüberholung bekam (vor allem in der Standfestigkeit!) und als mehr oder weniger getarnte Werksmannschaft unterwegs ist. Eigentlich verboten, aber der RS Spyder von Penske durfte in der ALMS ja auch ohne Probleme in der LMP2 umherkurven…

Der GT3-Boom macht sich auch in der SUPER GT bemerkbar, wenn auch die Fahrzeuge erst nach einer leichten Modifizierung teilnahmeberechtigt sind. Neu in diesem Jahr sind zwei Porsche 911 GT3Rs, ein BMW Z4, eine Callaway Corvette sowie die beiden Ferraris 458 GTC sowie F430. Sie runden den Kreis verschiedener Marken wie Lamborghini, Aston Martin oder Mosler ab, wobei Porsche mit nun fünf Fahrzeugen am häufigsten in der GT300 vertreten ist, zwei davon sogar mit Hankook-Reifen. Insbesondere der HANKOOK PORSCHE von HANKOOK KTR gilt als einer der heißesten Titelanwärter in diesem Jahr, genauso der 911 GT3 von DIRECTION RACING, der ebenfalls mit Evangelion-Sponsoring daherkommt. Ein weiterer Porsche mit Anime-Optik ist der zweite Wagen von HAKOOK KTR namens HARUHIRACING HANKOOK PORSCHE, der gleich von drei Fahrern (Hiroshi Takamori, Michael Kim, Naoya Gamou) pilotiert wird. Wie gut sich die drei schlagen werden ist schwer einzuschätzen, fürs Mittelfeld sollte es aber auf jeden Fall reichen.

Zu den stärksten Porsche-Konkurrenten dürften wohl die Ferraris gehören, allen voran JIMGAINER mit ihrem JIMGAINER DIXCEL DUNLOP 458, wohinter sich der für das Team neu erworbene F458 GTC verbirgt (niemand hat gesagt, dass das mit den Teams und ihren Fahrzeugnamen einfach werden würde…). Die beiden Fahrer Tetsuya Tanaka und Katsuyuki Hiranaka werden sich jedenfalls hervorragende Duelle mit Masami Kageyama und Tomonobu Fujii im HANKOOK PORSCHE liefern, davon ist schon jetzt auszugehen. Ebenfalls in Anime-Optik kommt F430 von LMP MOTORSPORT daher, auf dem ein mit Kulleraugen und blauen Haaren bestücktes Mädchen rennend sowie lachend den Betrachter anspringt. Das mag zwar ein Maranello-Renner sein, spätestens jetzt sollte der Westler aber merken, dass man hier in Japan unterwegs ist. Ungewöhnlich, aber ein fester Teil der hiesigen Popkultur. Abgerundet wird das Anime-Sponsoring vom interessantesten Neuzugang in diesem Jahr, dem HATSUNEMIKU BMW Z4 GT3 von GSR&Studie with TeamUKYO (die heißen wirklich so!). Hinter dem ungewöhnlichen Namen verbirgt sich GOODSMILE Racing zusammen mit den BMW-Spezialisten der Studie AG in Zusammenarbeit mit Team Ukyo, geleitet vom ehemaligen F1-Fahrer und alten JGTC-Veteran Ukyo Katayama. Ja, genau der. Zwar mag der Z4 durch das Hatsune Miku Design, die eigentlich das singende Maskottchen für eine Musiksoftware von Sega ist, mittlerweile aber auch als Hologramm die J-Pop-Charts erobert, der bunteste Bolide im Feld sein, wohl aber vor allem mit einem der schnellsten GT300-Piloten Nobuteru Taniguchi und Taku Bamba in diesem Jahr auf sich aufmerksam machen. Hoffentlich im positiven Sinne und nicht wie der Mosler MT900M von ThunderAsiaRacing, die im letzten Jahr quasi das HRT der SUPER GT bildeten. Auch der zweite Ex-HASAMI-Pilot Kazuki Hoshino bekam ein neues Cockpit. Er sitzt 2011 im Aston Martin V8 Vantage von A Speed. Als amtierender Meister wird er der Truppe sicherlich weiterhelfen können.

Nachfolgend alle Teams und Fahrzeuge in der GT300:

 

Cars Tokai Dream28
#2 EVANGELION RT TEST TYPE-01 Apple Shiden
Shiden MC/RT-16
Kazuho Takahashi, Hiroki Katoh
Yokohama

GSR&Studie with TeamUKYO
#4 HATSUNEMIKU GOODSMILE BMW
BMW Z4 GT3
Nobuteru Taniguchi, Taku Bamba
Yokohama

TEAM MACH
#5 MACH GOGOGO SYAKEN RD320R
VEMAC 320R
Tetsuji Tamanaka, Haruki Kurosawa
Yokohama

DIRECTION RACING
#7 EVANGELION RT PRODUCTION MODEL-02 DIRECTION
Porsche 911GT3 R MY2011
Carlo Van Dam, Akira Mizutani
Yokohama

JIMGAINER
#11 JIMGAINER DIXCEL DUNLOP 458
Ferrari 458 GTC
Tetsuya Tanaka – Katsuyuki Hiranaka
Dunlop

Team SG CHANGI
#14 SG CHANGI IS350
Lexus IS350
Ryo Orime, Alexandre Imperatori
Yokohama

R’Qs MOTORSPORTS
#22 R’Qs Vemac 350R
Vemac 350R
Hisashi Wada, Masaki Jyonai
Yokohama

SAMURAI Team TSUCHIYA
#25 ZENT Porsche RSR
Porsche 911GT3 RSR
Akihiro Tsuzuki, Takeshi Tsuchiya
Yokohama

Team TAISAN CINECITTA
#26 Verity TAISAN Porsche
Porsche 911GT3 RS
Hideshi Matsuda, Kyosuke Mineo, Junichiro Yamashita
Yokohama

LMP MOTORSPORT
#27 PACIFIC NAC IKAMUSUME Ferrari
Ferrari F430
Yutaka Yamagishi,  Hideki Yamauchi
Yokohama

apr
#31 HASEPRO MA IWASAKI apr COROLLA
Toyota Corolla Axio
Koki Saga, Yuki Iwasaki
Yokohama

HANKOOK KTR
#33 HANKOOK PORSCHE
Porsche 911GT3 R MY2010
Masami Kageyama, Tomonobu Fujii
Hankook

HANKOOK KTR
#34 HARUHIRACING HANKOOK PORSCHE
Porsche 911GT3 RSR
Hiroshi Takamori, Michael Kim, Naoya Gamou
Hankook

Team TAISAN CINECITTA
#41 NetMove TAISAN Ferrari
Ferrari F430 GT
Shinichi Yamaji,  Hiroshi Koizumi,  Shogo Mitsuyama
Yokohama

AUTOBACS RACING TEAM AGURI
#43 ARTA Garaiya
ARTA Garaiya
Shinichi Takagi, Kosuke Matsuura
Bridgestone

R&D SPORT
#62 R&D SPORT LEGACY B4
Subaru Legacy B4
Tetsuya Yamano, Kota Sasaki

A speed
#66 triple a Vantage GT2
Aston Martin V8 Vantage
Hiroki Yoshimoto, Kazuki Hoshino
Yokohama

ThunderAsia Racing
#69 ThunderAsia MT900M
Mosler MT900M
Melvin Choo, Hiroki Yoshida
Yokohama

apr
#74 COROLLA Axio apr GT
Toyota Corolla Axio
Morio Nitta, Yuji Kunimoto
Yokohama

JLOC
#86 JLOC Lamborghini RG-3
Gallardo RG-3
Yuya Sakamoto, Takayuki Aoki
Yokohama

JLOC
#87 RIRE Lamborghini RG-3
Gallardo RG-3
Atsushi Yogo, Manabu Orido
Yokohama

JLOC
#88 JLOC Lamborghini RG-3
Gallardo RG-3
Hiroyuki Iiri, Yuhi Sekiguchi
Yokohama

TOMEI SPORTS
#360 RUNNUP SPORTS CORVETTE
CALLAWAY CORVETTE
Atsushi Tanaka, Kazuyoshi Okamura
Yokohama

 

Insgesamt gehen somit 38 Fahrzeuge (15 in der GT500, 23 in der GT300) in der diesjährigen SUPER GT an den Start.

 

Analyse Round 2 Fuji GT 400km Race

 

Der Schritt zum Alltag ist nach der Katastrophe vom 11. März 2011 gewiss kein leichter. Der Versuch, sich abzulenken, ist deshalb nach meiner bescheidenen Meinung der richtige Weg. Entsprechend sahen das wohl auch die am Rennsonntag im Regen ausharrenden 36.000 Besucher, die ein unglaublich spannendes wie auch unterhaltsames Rennen geboten bekamen, dessen Sieger vor Saisonstart so auch nicht abzusehen war.

Dem Rennen vorausgegangen war eine spannende wenn auch für die Fahrer schwere Qualifikation inklusive der Super Lap, die wie bereits angesprochen ein Einzelzeitfahren für die Top 10 jeder Klasse darstellt. Sie besteht aus zwei Einlaufrunden sowie der anschließenden Runde auf Zeit. Oder wie die Japaner es so schön aus dem Englischen ableiten: Dem Time Attack. Kennt man so eigentlich auch nur aus einem Videospiel. Aufgrund der drastisch gesunkenen Temperaturen hatten viele Fahrer Probleme, ihre Reifen aufzuwärmen, was zu einigen Drehern führte. Unter anderem erwischte es Vorjahresmeister Loic Duval, der in die Coca-Cola-Kurve zu schnell einbog und den Wagen um die eigene Achse drehte. Bereits vor ihm hatte sich Markenkollege Toshihiro Kaneishi gleich in der ersten Kurve verabschiedet. Kein guter Einstand für die Honda-Autos in die neue Saison. Lediglich der RAYBRIG HSV-010 GT brachte seine Runde zu Ende. Mit 1:33.994 reichte es am Ende aber nur für Platz 7. Es sollte der Tag für die Nissan-Jungs werden, die sich auf Platz 2, 3, 4 und 6 breit machten. Lediglich der DENSO SARD SC430, gefahren von Hiroaki Ishiura, stellte sich mit einer Traumrunde von 1:32.738 auf die Pole Position,  228-Hundertstel schneller als GT500-Neuzugang MOLA S Road. Die Pole Position von Hiroaki Ishiura kam deshalb überraschend, weil es die erste Pole für das LEXUS TEAM SARD DENSO nach langer Zeit war. Die Michelin-Reifen haben hierbei sicherlich geholfen, die deutlich schneller auf Temperatur als ihre Bridgestone-Pendants kamen. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass lediglich die erste Startreihe unter 1:33 fahren konnte.

Die GT300 war hingegen fest in europäischer Hand. Lediglich der JLOC Lamborghini mit der Startnummer 88 spuckte den westlichen Marken in die Suppe, als Yuhi Sekiguchi mit 1:42.257 den Wagen deutlich auf die Pole Position stellte, nach der Qualifikation aber seine Zeit wegen akuten Gewichtmangels aberkannt bekam. Auf die Pole rückte deshalb Masami Kageyama im #33 HANKOOK PORSCHE, der mit fast einer Sekunde Vorsprung auf den PACIFIC NAC IKAMUSUME Ferrari die GT300-Konkurrenz deklassierte. Diese starke Kombination aus Hankook-Reifen und Porsche gilt es erst einmal zu schlagen. Auf den weiteren Plätzen folgten der triple a Vantage GT2 sowie der gute Einstand des HATSUNEMIKU GOODSMILE BMW, während erst auf Position 5 der erste japanisch befeuerte EVANGELION RT TEST TYPE-01 Apple Shiden eintrudelte.  Der zweite Evangelion-Wagen konnte hingegen wegen den schon im Freien Training vorausgegangenen Motorproblemen überhaupt nicht in die Qualifikation eingreifen und war am Rennsonntag deshalb zum zusehen verdammt.

All die Spekulation, welcher Reifen und welches Team am besten im Trockenen zurecht kommen, fanden allerdings am 01. Mai ein jähes Ende, als der Himmel über Fuji sich, mal wieder, öffnete und es zu Regnen begann – wie es so häufig in der Shizuoka-Präfektur der Fall ist. Und wenn es in der Gegend dann regnet, dann auch gleich richtig. Die Formel 1 hat 2007 Bekanntschaft mit dem Fuji-Wetter gemacht, als man mehrere Runden hinter dem Safety Car hinterher tuckerte und auf leicht bessere Konditionen hoffte. Getreu dem Stefan Heinrich-Motto „Da wird nicht herumgeschwuchtelt“ ließ die SUPER GT ihr Feld gerade Mal fünf Runden hinter dem Safety Car fahren, als es dann in der sechsten Runde mit einem gewissen Respektabstand bei manchen Fahrzeugen via Single File auf die 300km-Reise ging. Zugegeben, der Nebel war heuer nicht ganz so dicht wie anno 2007 beim F1 Grand Prix. Wie schwer die Bedingungen waren, bewies Katsuyuki Hiranaka, der seinen JIMGAINER DIXCEL DUNLOP Ferrari 458 GTC hinter dem Safety Car in die Wiese drehte. Er bekam anschließend eine 10-sekündige Stop & Go Penalty. Was folgte sollte war eine sehenswerte Aufholjagd, die trotz der vielen Zwischenfälle in der GT300 ihresgleichen suchte.

66 Runden standen auf dem Programm, und bereits in der ersten Kurve musste der Zweitplatzierte Ronnie Quintarelli eingestehen, dass die Intermediate-Reifen bei diesen Bedingungen mehr als nur optimistisch waren. Nach diesem Fahrfehler konnte sich das GT500-Aufsteiger-Team nicht mehr erholen und belegte lediglich den zehnten Platz. Aus dem Wochenende nimmt man aber die Gewissheit mit, dass man mit den „großen Jungs“ auf jeden Fall mithalten konnte. Ebenfalls „schlau“ gewesen war der von der Pole gestartete DENSO SARD SC430, der ebenfalls mit Intermediate-Reifen unterwegs war und innerhalb der ersten Runden gleich mehrere Positionen abgeben musste. Warum man hier nicht auf Nummer sicher ging ist mir noch immer ein Rätsel. Dass Takuya Izawa im RAYBRIG HSV-010 GT sowie Ryo Michigami im EPSON HSV-010 GT ebenso mit den Intermediate-Reifen pokerten ist hingegen weniger verwunderlich, schließlich musste man etwas riskieren, um die schlechte Qualifikations-Leistung wieder wett zu machen. Wie auch Hiroaki Ishiura und Ronnie Quintarelli steuerten die beiden Honda-Piloten nach nur wenigen Runden die Box an, um sich Vollregenreifen aufzuziehen. In den ersten Runden entwickelte sich deshalb ein spannender Nissan-Dreikampf, angeführt von Lexus-Abgänger Björn Wirdheim. Bereits in Runde 12 machten allerdings sowohl Joao Paulo Lima de Oliveira  (CALSONIC IMPUL GT-R) als auch Benoit Tréluyer (MOTUL AUTECH GT-R) kurzen Prozess mit dem Schweden. Dieser schien zu diesem Zeitpunkt komplett von der Rolle, da kurze Zeit später auch bereits der ENEOS SUSTINA SC430 an ihm vorbeiging. Vorne entbrannte hingegen ein packender Zweikampf zwischen den führenden Nissan-Boliden, die sich gegenseitig nichts schenkten und fast schon spielerisch an den Überrundungen vorbeigingen.

In der GT300 fuhr der von Masami Kageyama pilotierte #33 HANKOOK PORSCHE nahezu ungefährdet dem Rest des Feldes davon, während dahinter sich fast schon im Rundentakt die Positionen vertauschten. Wie bereits angesprochen legte der JIMGAINER Ferrari 458 GTC eine sehenswerte Aufholjagd hin. Ähnlich einem jungen Valentino Rossi ging der Renner aus Maranello über das Wasser und schob sich am Ende doch noch auf den zweiten Platz. Aquaplaning-Pech hingegen für den triple a Vantage GT2 auf der kurzen Gerade gleich nach Kurve 1. Kurz nach der Überrundung durch André Lotterer verlor Hiroki Yoshimoto die Kontrolle und schlug nahezu ungebremst in den Reifenstapel – und sorgte damit auch gleichzeitig für das Kuriosum des Rennens. Denn anstatt das Safety Car rauszuschicken, hat die SUPER GT zwei kleine Sicherheitsfahrzeuge unter grün auf die Strecke geschickt, an denen das restliche Feld mit voller Geschwindigkeit vorbeifuhr. Gefährlich und in meinen Augen absolut unverständlich. Besonders im Hinblick auf den schrecklichen Crash von Tetsuya Ota in Fuji 1998, als er bei starken Regen hinter dem Safety Car Aquaplaning bekam und in einen bereits in der Wiese stehenden Porsche knallte und als Feuerball zurück auf die Strecke flog. Ota war fast 90 Sekunden dem 800-Grad heißen Feuer ausgesetzt, bevor Shinchi Yamaji seinen RX-7 neben Otas brennenden Ferrari parkte, und versuchte die Flammen zu löschen. Erst danach trafen die ersten Sicherungskräfte ein. Ota musste seine Karriere nach dem Unfall beenden, erlitt Verbrennungen des dritten Grades und konnte seinen rechten Arm nicht mehr richtig bewegen. Er verklagte die Organisatoren und erhielt umgerechnet rund 800.000 Dollar Schadensersatz. Der Unfall entwickelte sich aus der Verzwickung unglücklicher Zustände, da das Safety Car unersichtlich auf der Start-/Ziel-Geraden bremste. Zwar zog die damalige JGTC aus dem Unfall Konsequenzen, wenn man aber zwei Sicherungsfahrzeuge unter grün bei starken Regen und schlechten Sichtverhältnissen auf die Strecke schickt, die dann auch noch von denn Rennboliden bei voller Fahrt überholt werden müssen (!), muss man sich fragen, ob aus dem Unfall von 1998 wirklich etwas gelernt wurde…

Joao Paulo Lima de Oliveira im IMPUL GT-R kollidierte ebenfalls, als er die Räder beim anbremsen auf die Schikane blockierte und den Ferrari von LMP MOTORSPORT traf. Mit einem Schaden hinten links sowie einer sich öffnenden Beifahrertür musste er einen Notstopp einlegen. Nach ein bisschen klopfen und kleben mit Tape ging die Fahrt aber wieder weiter. Pech ebenfalls für den EVANGELION RT TEST TYPE-01 Apple Shiden, der nach einem technischen Defekt schon frühzeitig ausrollte. Für André Lotterer verlief sein Stint eher ruhig. Er lieferte sich zwar ein sehenswertes Duell mit dem WedsSport ADVAN SC430, fiel ansonsten aber nicht weiter auf, obwohl er mit seinen Rundenzeiten den Grundstein für den Erfolg des Teams legte.

Zur Mitte des Rennens wurden die Bedingungen etwas besser. Der Regen ließ sichtbar nach und auch auf der Ideallinie konnte man eine kleine Fahrspur erkennen. Während in der GT300 der HANKOOK Porsche vorne weg düste, tobte auf den hinteren Plätzen packende Zweikämpfe, mitunter mit mehreren Positionsverschiebungen pro Runde. Quasi wie der Phoenix aus der Asche tauchte auf den vorderen Rängen der GT500 der ZENT CERUMO SC430 hervor. Yuji Tachikawa fuhr von Startposition 11 ein nahezu fehlerfreies wie auch intelligentes Rennen. Mehr Pech und Ärger hingegen für die Honda-Truppe, die während des gesamten Rennens einfach keinen Fuß fassen konnten. Zuerst die falsche Reifenwahl bei den beim RAYBRIG HSV-010 GT und EPSON HSV-010 GT, später erlitten sowohl der KEIHIN HSV-010 GT wie auch der WEIDER HSV-010 GT Belüftungsprobleme, weshalb bei beiden Fahrzeugen die Windschutzscheiben beschlugen und man Notstopps einlegen musste. Den Weider Honda Racing-Wagen hat es dabei sogar so schlimm getroffen, dass am Ende für die amtierenden Champions nur ein magerer 13. Platz übrig blieb, während der KEIHIN-Wagen wenigstens noch den achten Platz holte. Gefolgt übrigens vom ARTA HSV-010 GT mit Hideki Mutoh am Steuer.

Kurz vor der vom Reglement zugelassenen maximalen 2/3-Distanz pro Fahrer wechselten die meisten der GT500-Teams ihre Piloten. Da die Abstände mitunter sehr gering waren, verzichtete einige der Teams wie beispielsweise NISMO auf einen Reifenwechsel und schickten ihren zweiten Piloten mit den gebrauchten Gummis auf die noch immer nasse Piste. Etwas verpokert hatte man sich hierbei beim ZENT CERUMO SC430, der als einziger Wagen von der Spitzengruppe vier frische Reifen spendiert bekam, während der direkte Konkurrent WedsSport ADVAN SC430, nun mit Seiji Ara am Steuer, lediglich Benzin nachfüllte und so Kohei Hirate auf den vierten Platz verdrängte. Unter den ersten vier fuhr zu diesem Zeitpunkt Daisuke Ito im ENEOS SUSTINA SC430 die schnellsten Rundenzeiten und holte auf den führenden Satoshi Motoyama (MOTUL AUTECH GT-R) mit großen Schritten auf. Zwischenzeitlich betrug der Abstand nur noch 3 Sekunden, bevor der Regen 15 Runden vor Schluss wieder stärker wurde. Ito, der seine sichtliche Mühe auf den gebrauchten Reifen hatte, konnte anschließend die Geschwindigkeit von Motoyama nicht mehr mitgehen und musste abreißen.

Die nun noch schlimmeren Bedingungen als zum Rennstart ließen einige Fahrer ins Aus kullern. Den DENSO SARD SC430 traf es dabei am schlimmsten, der in bester Mark Webber-Manier an der Unfallstelle des triple a Vantage GT2 die Kontrolle verlor und querfeldein über die Strecke schoss. Ein GT300 konnte gerade noch so ausweichen und eine etwaige, heftige Kollision verhindern. Währenddessen rollte Kota Sasaki im R&D SPORT LEGACY B4 mit Scheibenwischer- sowie Elektrikproblemen aus. Besonders ärgerlich, weil gerade die Standfestigkeit eines der Hauptprobleme des Teams in der vergangenen Saison war. Ein unglückliches Ende somit für die Subaru-Truppe, die bis zum Schluss im Duell mit dem HASEPRO MA IWASAKI apr COROLLA um Position zwei sich befanden. Als dieser dann ebenfalls mit Elektrikproblemen ausrollte, war der Weg für den Aufholer des Rennens, den Ferrari 458 GTC von JIMGAINER, frei. Mit echten Eiern war allerdings Takeshi Tsuchiya im ZENT Porsche RSR ausgestattet, als er in Runde 49 mit einem unglaublichen Manöver von außen in der Dunlop-Kurve Tetsuya Tanaka im Ferrari überholte und nicht nur die drei Kommentatoren von J SPORTS aufschreien ließ. Tanaka ließ sich davon aber nicht weiter beeindrucken, und schnappte sich kurze Zeit später bereits wieder den Porsche. Dieser konnte zwar in Runde 56 erneut den Ferrari überholen, da die Offiziellen aber zum Ende der Runde aufgrund der absolut unfahrbaren Bedingungen das Rennen mit der roten Flagge abbrachen,  blieb der JIMGAINER-Wagen vor dem Porsche. Der Abbruch kam wenig überraschend und vollkommen zurecht, denn selbst beim langsamen Geradeausfahren setzten die Fahrzeuge auf und drohten auszubrechen. Fast unbeirrt davon schnappte sich kurz vor Schluss André Lotterers neuer Teamkollege Kazuki Nakajima seine beiden Markenkollegen und stellte den PETRONAS TOM’S SC430 auf die vierte Position. Ein starker Einstand für den Ex-Williams-Piloten, der bei diesen schwierigen Bedingungen einen kühlen Kopf behielt und die gute Vorarbeit von André Lotterer sogar noch verbessern konnte.

Am Ende hießen die siegreichen Piloten in beiden Klassen Satoshi Motoyama und Benoit Tréluyer (MOTUL AUTECH GT-R) sowie Masami Kageyama und Tomonobu Fujii  (HANKOOK PORSCHE). Insbesondere letztere haben ihre Grundstein des Erfolgs in der ersten Rennhälfte gelegt, als Kageyama dominierend übers Wasser ging und zeitweise sogar einen Vorsprung über eine Minute herausfuhr und sich damit selbst ein der schönes Geburtstagsgeschenk machte. Für das Team ist es der erste Erfolg seit dem letzten Sieg in Sugo 2009. Erwähnenswert ist auch der respektable fünfte Platz des neuen HATSUNEMIKU GOODSMILE BMW Z4, der eine gute Figur über das Wochenende machte.

In der GT500 hieß es hingegen Wiedergutmachung für Nissan, vor allem aber für die NISMO-Truppe, die 2010 keinen einzigen Sieg einfuhren und zu Beginn ein Katastrophenjahr erlebten. Der Wechsel zu Bridgestone hat zumindest im Regen stark geholfen. Während die Konkurrenz Fehler machte, blieben Motoyama sowie Tréluyer cool und trugen den MOTUL AUTECH GT-R sicher ins Ziel.

Für die Fahrer war es gewiss kein einfaches Rennen, für die Zuschauer dafür umso furioser. Der Saisonaufakt zeigte, trotz des Regens, die Qualitäten der SUPER GT: Knallharter aber stets fairer GT-Motorsport. Das nächste Rennen ist bereits am 22. Mai in Okayama, ehe es am 18./19. Juni nach Sepang, Malaysia zum einzigen Auslandsrennen geht. Viele Fragen um die neuen Autos oder Reifenkombinationen blieben wegen des Regens allerdings unbeantwortet, während gleichzeitig sich neue Fragen auftaten. Insbesondere die Honda-Teams müssen nach dem katastrophalen Fuji-Wochenende ihre Hausaufgaben machen, während die restlichen GT300-Mannschaften schauen müssen, ob der in Okayama mit 40kg Zusatzgewicht belastete #33 HANKOOK PORSCHE einholbar ist. Und gerade weil das System der SUPER GT so hervorragend funktioniert, kann die Welt in einer Woche schon wieder ganz anders aussehen.

 

Endergebnis Round 2 Fuji GT 400km Race

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HSV-010 Lexus Nissan Shiden HatsuneMikuBMW FujiResultGT300 FujiResultGT500 Fuji01 Fuji02 Fuji03 Fuji04 Fuji05 Fuji06 Fuji07 Fuji08 Fuji09 Fuji10 Fuji11 Fuji12 Fuji13 Fuji14 Fuji15 Fuji16 Fuji17 Fuji18

 

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl