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December 12 2013

07:21

Formel Eins: Rückblick 2013 – Force India

Die Saison ist um, Zeit sich mal anzuschauen, wie das Jahr für die Teams so war. Ein Rückblick und eine Analyse.

Motor Racing - Formula One World Championship - United States Grand Prix - Race Day - Austin, USADas kleine britisch-indische Team zeigte 2012 teilweise ganz erstaunliche Leistungen. Vor allem in der ersten Saisonhälfte gelang es Force India, zweimal in die Top 5 vorzudringen, was angesichts der Leistungsdichte an der Spitze schon überraschend war. Es ist insgesamt immer wieder erstaunlich, wie es dem Team gelingt, ohne allzu große Formschwankungen als “best of the rest” unterwegs zu sein. Zwar kann man davon ausgehen, dass das Budget der Inder größer ist als jenes von Sauber oder Toro Rosso, dennoch ist die Konstanz des Teams der Schlüssel zu den Erfolgen auch in diesem Jahr. Doch ganz unproblematisch lief die Saison auch nicht.

Die Änderung der Reifen durch Pirelli machte dem Team ab Ungarn zu schaffen, wie man deutlich an den eingefahrenen Punkten sehen kann. Von den 77 WM-Punkten, die Force India insgesamt erwirtschaftete, sammelte man 59 bis Ungarn. Danach ging für Force India nur noch wenig zusammen. Die neuen, haltbareren Reifen sorgten dafür, dass man die Pneus vor allem in der Qualifikation nicht mehr vernünftig auf Temperatur bekam. Die Folge war ein schwer einzuschätzendes Fahrverhalten. Sutil beklagte sich mehrfach über Über- und Untersteuern in verschiedenen Kurven, was zusätzlich die Reifen stärker belastete. Während es für Force India nach hinten ging, konnte Sauber von der Änderung profitieren.

Ein weiteres oft angesprochenes Problem ist die Entwicklung des Fahrzeugs. Auch Force India musste die Weiterentwicklung gegen Ende der Saison zurückstellen. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr viel an Positionen in der WM zu holen. Sauber lag weit zurück, McLaren hatte sich deutlich abgesetzt und konnte in den letzten Rennen weiter zulegen. Dennoch war es ein gutes Jahr für die Inder, die mit einem eher konservativen Wagen an den Start gegangen waren. Diese Herangehensweise zahlte sich aber aus, vor allem weil Williams und McLaren komplett daneben lagen.

Die Fahrerpaarung war in diesem Jahr durchaus interessant. Nach dem Weggang von Hülkenberg holte man, relativ spät im Winter, Adrian Sutil wieder an Bord, der ein Jahr ausgesetzt hatte. Sutil brachte dem Team auch Geld mit, namentlich durch Medion und Capri-Sonne. Überraschend war, wie stark Sutil zu Beginn der Saison war. In den ersten Rennen konnte er sich deutlich besser in Szene setzen als sein Teamkollege Paul di Resta. Das lag aber auch daran, dass das Team Sutil häufiger auf eine aggressive Strategie setze, wie zum Beispiel in Australien, als er lange in den Top 3 unterwegs war. Di Resta setze dagegen auf die konservative Variante, landete damit aber meist direkt hinter seinem Teamkollegen.

Das erstaunliche bei der Betrachtung beider Fahrer ist, dass man Sutil (vielleicht auch weil man die “deutsche” Brille auf hat) stärker einschätzt als den Schotten. Laut den Zahlen stimmt dies aber überhaupt nicht. In der WM hat di Resta 48 Punkte geholt, Sutil nur 29. Da stecken aber auch zwei Ausfälle zu Beginn der Saison hinter, als Force India noch locker in jedem Rennen in die Punkte fahren konnte. Aber auch im Quali-Duell hat di Resta mit 12:7 die Nase vorne. Und warum stehen die Aktien für di Resta dann bei Force India so schlecht?

Zum einen liegt es an seiner mangelnden Entwicklung. Er hatte ein gutes Jahr 2011, 2012 hatte er aber keine Chance gegen Hülkenberg, was seine Chancen auf ein Top-Cockpit schmelzen ließ. Auch in diesem Jahr tat er sich gegen Adrian Sutil sehr schwer. Zu keiner Zeit machte es den Eindruck, dass er den Deutschen nach Belieben schlagen konnte, eher hatte man den Eindruck, dass beide auf einem ähnlichen Niveau unterwegs waren und es manchmal eher Glückssache war, wer die Nase vorne hatte. Und dies, nachdem Sutil ein Jahr ausgesetzt hatte.

Für 2014 hat sich Force India mit Nico Hülkenberg verstärkt, vermutlich stößt Sergio Perez hinzu, der von McLaren mit warmen Worten und vermutlich einer Mitgift empfohlen wurde. Das ist eine sehr respektable Fahrerpaarung und damit hat Vijay Mallya zumindest auf der Fahrerseite alles getan, was ein Team in dieser Position machen kann.

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August 14 2013

14:57

Formel Eins: Halbzeitanalyse 2013 Force India & McLaren

Halbzeit in der Formel-Eins-Saison des Jahres 2013. Wie üblich gibt es eine kleine Analyse, wie die Form der einzelnen Teams und Fahrer aussieht.

Mit dem dritten Teil unserer Halbzeitanalyse (Teil 1, Teil 2) bewegen wir uns ins Mittelfeld. Es ist in diesem Jahr schon erstaunlich, wie stark das Gefälle zwischen den Topteams und jenen dahinter ist. Und dass McLaren dabei ist. Die Briten leisten sich dieses Jahr eine der schlechtesten Saisons aller Zeiten, und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem man 50 Jahre F1 feiert. Dagegen läuft es für Force India richtiggehend gut.

Force India

Motor Racing - Formula One Testing - Day 4 - Jerez, SpainDas Team ist sicher die Überraschung der ersten Saisonhälfte. Man landet konstant in den Punkten und mischt teilweise auch um die vorderen Plätze mit. Wie Vijay Mallya das mit seinem Budget schafft, ist ein kleines Rätsel, zumal seine Geschäfte in Indien auch nicht mehr so gut laufen (Kingfisher Airline usw.). Aber Force India hatte schon immer ein gutes Händchen, wenn es um die Akquirierung neuer Talente im technischen Bereich ging. James Key und Mark Smith sind nur zwei Beispiele, die durch die Force-India-Schule gegangen sind und nun bei anderen Teams arbeiten. Irgendwie gelingt Force India immer eine Überraschung, auch wenn es natürlich nicht möglich ist, um Siege zu fahren.

Wie die zweite Saisonhälfte laufen wird, muss man allerdings abwarten. Die veränderten Pirelli-Reifen sollen dem Wagen nicht gut tun, wie das Team schon vor Ungarn betont hat. In den letzten beiden Rennen der Saison konnte man erstmals keine Punkte holen, was ein deutliches Alarmzeichen ist. Ebenso fällt auf, dass die Fehleranfälligkeit auf der technischen Seite sehr hoch ist. Sutil musste seinen Wagen mehr als einmal in aussichtsreicher Position mit Problemen abstellen.

Auch bei Force India gibt es Gerüchte, dass das Budget nicht komplett gesichert ist. Meist fällt man gegen Ende der Saison etwas zurück, das wird vermutlich auch in diesem Jahr wieder der Fall sein.

Adrian Sutil ist fahrerisch sicher eine der positiven Überraschungen der Saison. Nach einem Jahr Pause kommt er zurück ins Team und fährt seinem Teamkollegen gleich um die Ohren. Wenn man sich seine Rennen und Ergebnisse so anschaut, dann ist es ein wenig schade, dass er nie die Chance in einem besseren Team hatte. Seine Chancen woanders zu landen, sind auch mehr als gering. Lotus wäre die einzige Option, aber da er vor zwei Jahren den Teambesitzer Eric Lux während einer Auseinandersetzung verletzt hat, dürfte diese Tür wohl zu sein. Und mit Force India hat er schon das Spitzenteam unterhalb der Top 4.

Paul di Resta läuft in diesem Jahr etwas unter dem Radar. Das liegt vor allem daran, dass Sutil ihn vor allem zu Beginn der Saison in der Quali oft geschlagen hat, was man so nicht erwarten konnte. Im Gegenteil, man rechnete eigentlich damit, dass di Resta 2013 endlich der Durchbruch gelingt. Und der scheint auf den ersten Blick zu gelingen, denn der Schotte hat mit 36 WM-Punkten gleich 13 mehr als Sutil gesammelt. Seine Rennen mögen unauffällig sein, erfolgreich sind sie aber in jedem Fall. Sein Problem ist und bleibt aber die Tatsache, dass er eben nicht deutlich schneller als Sutil ist. Das sagt dann entweder etwas über die Qualität von Sutil aus oder eben über seine.

McLaren

Jenson Button leads Romain Grosjean of Lotus F1Die Worte “katastrophal” oder “desaströs” beschreiben die Saison von McLaren nicht mal ansatzweise. Wie schlecht das Jahr 2013 ist, kann man allein daran sehen, dass man bisher nicht mal in die Nähe eines Podiums gekommen ist. Sollte sich das in diesem Jahr so fortsetzen, und die Chancen dafür stehen gut, dann wäre es die erste Saison ohne ein Podium seit 1980.

Der Grund für die schlechte Saison hat einen Namen: MP4/28. Das Auto ist der Konkurrenz in allen Belangen unterlegen. Etwas schwieriger ist die Frage zu beantworten, warum der McLaren so schlecht ist. Im letzten Jahr hatte man sich für ein ausgefallenes Design der Seitenkästen entschieden (L-Form) und war damit auch gut unterwegs. Offenbar ist man aber im Herbst letzten Jahres zu der Erkenntnis gekommen, dass man mit einer Evolution keine Fortschritte erzielen würde, und entschloss sich daher ein neues Chassis mit einer komplett neuen Aerodynamik zu bauen. Vor allem die Luftströmung über und durch die Seitenkästen sollte verbessert werden. Damit das gelingt, musste man aber auch die vordere Aufhängung verändern und genau dort beginnen dann auch die Probleme. Weil man sich für diese Aufhängung entschieden hatte, blieben McLaren wenig Optionen, die Seitenkästen nachträglich stark zu verändern. Oder anders gesagt: Man hatte eine schlechte Idee, die dann auch noch die gesamte Aerodynamik bestimmen sollte. Man hätte ein komplett neues Auto bauen müssen, was man vermutlich auch gemacht hätte, müsste man genau das nicht schon für das Jahr 2014 erledigen. Auch bei McLaren sind die Ressourcen endlich. Mittlerweile hat man die Weiterentwicklung des Wagens eingestellt und nutzt ihn als Versuchslabor für das nächste Jahr. Dennoch bleibt die Frage, wie man sich so sehr verhauen kann.

Jenson Button leidet sich durch die Saison, mehr kann er vermutlich auch nicht machen. Auffällig ist, dass er im Laufe der ersten Saisonhälfte auch in der Quali gegen Perez ab und an schlecht aussah. Im Rennen dreht er es zwar immer wieder um, aber die bekannte Quali-Schwäche des Briten ist immer wieder deutlich sichtbar.

Sergio Perez schien in den ersten Rennen mit dem McLaren etwas überfordert, was sicher auch am schlechten Auto lag. Nachdem Martin Whitmarsh ihm etwas Feuer gemacht hatte, lief es dann besser. In Bahrain lieferte er sich ein packendes Duell mit Button und auch sonst ist er nicht mehr so weit weg vom Ex-Weltmeister. Wie gut er tatsächlich ist, lässt sich aber angesichts der schlechten Saison nicht wirklich sagen. Ich denke mal, dass man Perez, der nur einen Vertrag bis zum Ende der Saison hat, im Team halten wird.

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June 30 2013

18:44

Formel Eins: Analyse GP Silverstone 2013

Im Zentrum der Aufmerksamkeit in Silverstone standen einmal mehr nicht die Fahrer, sondern die Reifen. Immerhin sorgten die Unterbrechungen für ein spannendes Rennen.

Silverstone 2013Nico Rosberg war nach dem Rennen in Silverstone richtig glücklich, und das nicht nur, weil er das Rennen gewonnen hatte. Wie er seinem Fahrerkollegen Mark Webber im Erholungsraum vor der Siegerzeremonie sagte, hatte sich sein Reifen genau in der Runde aufgelöst, als Vettel seinen Wagen mit einem Getriebeschaden abstellen musste. Weil das Safety-Car raus kam, konnte er langsamer an die Box fahren und den Reifen wechseln. Wäre die Unterbrechung nicht gekommen, wäre auch auch Rosberg sein linker Hinterreifen um die Ohren geflogen. Und er hatte noch mehr Glück, dass die Caution auch einen Stopp ermöglichte, ohne dass er die Führung verlor. Das Glück hörte nach dem Rennen auch nicht auf, denn die Rennkommissare bestraften ein Geschwindigkeitsvergehen unter gelber Flagge nur mit einer Verwarnung. Kein Wunder, dass er nach dem Rennen mehr als zufrieden war. Ganz im Gegensatz zu Hamilton, Massa, Vergne, Perez, der FIA und allen Zuschauern, die sich fragten, was genau da eigentlich mit den Reifen passiert ist. Rennleiter Charlie Whiting war jedenfalls kurz davor, das Rennen mit einer roten Flagge zu beenden.

Bevor man das Debakel auf Pirelli schiebt, sollte man vielleicht noch etwas warten. Der Reifenhersteller gibt vor jedem Rennen Infos an die Team, mit welchem Reifendruck und Sturzwerten man fahren sollte. Diese Angaben sind aber nicht verpflichtend. Interessanterweise gibt es einen Screenshot, der zeigt, dass man bei Red Bull nach den Reifenschäden bei Hamilton, Massa und Vergne den Reifendruck um 2 psi angehoben hat. Also sah es auch ein wenig danach aus, als seien die Teams mit einem Reifendruck unterwegs gewesen, der zu niedrig war und dafür sorgte, dass die innere Lauffläche zu sehr unter Druck geriet. Durch die hohen Sturzwerte ist die innere Schulter in Silverstone besonders belastet. Sind also die Teams an dem Desaster schuld, die sich nicht an die Vorgaben von Pirelli gehalten haben?
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Gegenüber sky UK meinte Christian Horner, dass man überrascht gewesen sei, denn man sei mit einem ähnlichen Reifendruck unterwegs gewesen wie in den letzten Jahren. Massa schimpfte, das sei alles inakzeptabel, weil es die Fahrer Gefahren aussetzen würde, Alonso betonte, dass er seit zwölf Jahren in Silverstone fahren würde und noch nie solche Probleme hatte. Bei Pirelli sagte man gar nichts, außer, dass man sich die Reifen würde anschauen müssen. Die FIA bestellte Pirelli derweil für Mittwoch nach Paris ein, wo man in der “Sporting Working Group” ein paar Fragen stellen will. In dieser Gruppe sitzen auch die Teams.

Pirelli steht nach dem Rennen in Silverstone unter Druck, keine Frage. Dass es so schlimm werden musste, ist eine Mischung aus einem Fehler von Pirelli und den der Uneinigkeit der Teams. Pirelli hat sich mit der Konstruktion der Reifen in diesem Jahr vertan. Nachdem die FIA Pirelli in letzten Jahr gebeten hat, die Reifen weniger haltbar zu machen, hat man sich bekanntermaßen für eine neue Konstruktion entschieden. Das neue Stahlband unter der Lauffläche sollte dafür sorgen, dass die Reifen schneller abbauen, weil die Lauffläche heißer wird. Das funktioniert aber nur bedingt und sorgt eben auch für die erstaunlichen Delaminierungen, bei denen sich die gesamte Lauffläche löst. Dass die Reifen sich aber so spektakulär auflösen, ist neu und spricht dafür, dass Pirelli etwas beim Laminierungsprozess in den letzten Rennen verändert hat, was der Reifenhersteller nach dem Rennen aber verneinte.

Bekannt ist das Problem der Delamierung schon seit Bahrain, als sich bei Hamilton zum ersten Mal sichtbar die Lauffläche löste. In Spanien tauchte das Problem auch auf. Pirelli wollte eine neue Konstruktion einführen, in der man das Stahlband gegen ein Kevlarband austauschte, aber das scheiterte am Widerstand von Lotus und Force India. Die Frage ist nun, wie es weiter geht. Mit dem Nürburgring und Ungarn stehen zwei Rennen auf einem mittelschnellen und einem sehr langsamen Kurs an. Im Fahrerlager gibt es wohl Stimmen, die für eine Rückkehr zu den 2012er Reifen plädieren. Das wird aber für das Rennen am Ring nächste Woche nicht möglich sein.

Die Reifen bestimmten also das Rennen und kosteten Lewis Hamilton vermutlich den Sieg. Der hatte sich zu Beginn des Rennens von Vettel frei gefahren und schien den Abstand nach hinten zu kontrollieren. Schon nach wenigen Runden konnte man bei ihm eher konservative Sektorzeiten sehen, er richtete sich dabei nach den Red Bull. Nachdem Vettel die Führung übernommen hatte, handelte er ebenso. Er versuchte, den Abstand auf Rosberg immer bei mindestens drei Sekunden zu halten, was bis zu seinem Getriebeschaden ebenfalls klappte. Rosberg hatte nicht die Mittel, um den Weltmeister einzufangen oder gar unter Druck zu setzen.

Die beiden Safety-Car Phasen würfelten das Feld ordentlich durcheinander und waren ein Segen für Hamilton, Massa und Mark Webber, den Romain Grosjean am Start aus dem Weg gedrückt hatte, nachdem Webber nicht richtig vom Fleck kam. Das SC sorgte dafür, dass die Abstände nach vorne immer wieder eingedampft wurden und man teilweise mit neuen Reifen schnell unterwegs sein konnte. So gelangen den genannten Fahrern bemerkenswerte Aufholjagden, wobei vor allem Webber und Hamilton profitierten.

Hamilton kämpfte sich vom letzten Platz auf P4 vor, was schon allein bemerkenswert ist. Die Fahrt von Webber ist ähnlich sensationell. Er lag nach der ersten Runde auf P15, fuhr den ersten Stint mit einem kaputten Frontflügel, was ihn Zeit kostete. Der Wechsel des Flügelwerks an der Box kostete ebenfalls ein paar Sekunden. Wenn man sich anschaut, dass er in den letzten Runden rund 1,5 Sekunden hinter Rosberg lag, sieht man, wie knapp er an einem Sieg vorbei geschrammt ist. Vermutlich hätten ein oder zwei Runden mehr gereicht und Webber hätte sich Rosberg geschnappt, weil er auf den “Medium” unterwegs war.

Da das Rennen wegen der vielen und langen Unterbrechungen etwas unübersichtlich war, hier ein Blick auf die anderen Fahrer:

Fernando Alonso – Der Spanier hatte bis kurz vor Schluss ein unauffälliges Rennen, weil er hinter Räikkönen und Sutil steckte und sich abseits der Kameras nach vorne arbeitete. Die letzte SC-Phase erwischte ihn und seinen Stopp schlecht, da er auf P8 zurückfiel. Doch mit weichen Reifen gelang ihm ein gutes Comeback und er fuhr noch auf P3 vor. Das war besonders wichtig, weil er durch den Ausfall von Vettel wichtige Punkte aufholen konnte.

Kimi Räikkönen – Hatte ein gutes Rennen, lag auf P2, aber sein Team beging einen taktischen Fehler, als man ihn in der letzten SC-Phase draußen ließ. Der Finne wäre lieber reingekommen und bemerkte dies auch per Funk. Am Ende war er dann chancenlos und fiel auf P5 zurück. Wird Lotus nicht dabei geholfen haben, Räikkönen im Team zu halten.

Felippe Massa – Nach seinem Raketenstart (von P11 auf P5) platzte ihm dann auch ein Reifen und zerstörte sein Rennen. Im Gegensatz zu Webber und Hamilton gelang es ihm aber nicht, weit nach vorne zu fahren. P6 ist dennoch ein akzeptables Ergebnis.

Adrian Sutil – Der Deutsche lag lange auf P3 und hielt die Weltspitze relativ leicht hinter sich. Force India machte den gleichen Fehler wie Lotus und ließ Sutil draußen. Mit den alten harten Reifen hatte er am Ende keine Chance. P7 ist daher fast eine Enttäuschung für das Team.

Daniel Ricciardo – Der Australier stellte den Toro Rosso in der Quali auf P6 und rutschte nach der Disqualifikation von der di Resta auf P5 vor. Am Start hielt er sich zurück, fiel etwas zurück und lieferte sich schöne, saubere Zweikämpfe mit Alonso, Massa und Grosjean. Dürfte sich für das Cockpit bei Red Bull empfohlen haben.

Paul di Resta – Startete von P21 und kam doch auf P9 in die Punkte. Auch er profitierte massiv von den Unterbrechungen. Nebenbei lieferte er sich ein klasse Duell mit Lewis Hamilton.

Nico Hülkenberg – Holte für Sauber einen wichtigen Punkt. Beim Team sieht es gerade nicht gut aus. Monisha Kaltenborn bestätigte in der Schweizer Boulevardzeitung “Blick”, dass das Team finanzielle Probleme habe. Die Situation ist so schlimm, dass man den lahmen C32 nicht weiterentwickeln kann. Kaltenborn sagte zwar, dass man die Saison zu Ende fahren will, aber das muss man auch. Steigt man aus, muss man das TV-Geld der FOM zurückzahlen. Es gibt Berichte, dass Sauber im Moment mit einem russischen Sponsor im Gespräch ist. Die Rede ist von “Gazprom”. Man hatte wohl schon damit gerechnet, dass es zu einem Abschluss kommen würde, aber die Russen zieren sich wohl etwas. Mehr als “Aber wir sind auf gutem Weg” kann die Sauber-Chefin nicht verkünden.

McLaren – Das Team kann froh sein, dass sich die Aufmerksamkeit auf Pirelli konzentriert. Am Ende reichte es für Button nur für P13. Besser nicht lange drüber nachdenken.

Die Reifenprobleme überschatten ein wenig eine andere Erkenntnis des Rennens: Mercedes ist an Red Bull dran oder gar auf Augenhöhe. Viel Unterschied gibt es zwischen beiden Teams nicht mehr. In der Quali ist der Mercedes schneller, im Rennen hängt es davon ab, wer auf P1 liegen kann. Zwar hat Red Bull in Kanada das Rennen noch nach Belieben dominiert, aber eine solche “Stopp & Go” Strecke folgt nur noch mit Monza. Rosberg hat in Monaco gewonnen, also könnte dem Mercedes auch Ungarn liegen. Spa, Suzuka, Korea, Abu Dhabi, und Austin sollten dem Mercedes ebenfalls liegen. In Indien und Sao Paulo könnte es zu heiß sein.

In der Team-WM hat Mercedes P2 erobert und liegt 48 Punkte hinter Red Bull. In der Fahrer-WM sieht es so aus:

Vettel 132
Alonso 111
Räikkönen 98
Hamilton 89
Webber 87
Rosberg 82

In der Fahrer-WM scheint der Abstand von Rosberg und Hamilton schon etwas groß, aber unmöglich ist es nicht, dass beide noch in den Kampf um die Weltmeisterschaft eingreifen können.

Das nächste Rennen findet schon in einer Woche auf dem Nürburgring statt.

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May 22 2013

14:25

Formel Eins: Vorschau GP von Monaco 2013

Das traditionelle Leitplankenstreicheln in Monaco steht auf Programm. Die Formel Eins begibt sich also ins VIP-Ghetto und muss dort auch einige Probleme hinter den Kulissen aussortieren.

monNach dem etwas zerstückeltem Grand Prix von Spanien, stehen die Reifen weiter in der Kritik. Und das Chaos um die Pirellis ist noch größer geworden. Kurz vor Pfingsten hatte der italienischer Reifenhersteller angekündigt, dass man für das Rennen in Kanada neue Reifen mitbringen werde. Zwar werde man die Konstruktion der Reifen beibehalten, diese aber mit den Mischungen aus 2012 bestücken. Lotus und Ferrari waren nicht erfreut. Eric Boullier verglich den Schritt damit, dass man die Pause in einem Fußballspiel vorverlegen würde, weil die andere Mannschaft nicht mehr kann. Ferrari rechnete derweil akribisch vor, dass Vettel bei seinem Sieg im letzten Jahr in Spanien auch vier die Box besucht habe. Ohne dass sich Red Bull danach über die Reifen beschwert habe.

Die FIA mischte sich dann am Montag in die Diskussion ein, und wies darauf hin, dass man laut Regularien die Reifenmischungen innerhalb einer Saison nur dann ändern könnte, wenn alle Teams dem zustimmen würden. Was getrost vergessen kann. Pirelli kündigte daraufhin an, dass man die Mischungen “anpassen” würde. Dies vor allem, um Reifenschäden wie in Spanien zu vermeiden. Tatsächlich hatte sich zweimal die Lauffläche des Reifen gelöst, etwas, was man in Kanada nicht sehen will. Aus diesen Gründen will man die Mischungen aus dem letzten Jahr mit denen aus diesem Jahr aufpeppen. Klar ist, dass Pirelli in diesem Jahr etwas zu weit gegangen ist, was die Haltbarkeit der Reifen angeht. Zurecht weisen die Italiener aber darauf hin, dass man die Tests nur mit einem alten Renault aus dem Jahr 2010 fahren darf. Nicht mal einen HRT aus dem letzten Jahr durfte man kaufen. Doch die Aerodynamik hat sich bekanntermaßen massiv geändert, durch den Coanda-Auspuff ist der Abtrieb vor allem im Heck größer geworden. Dafür hat man durch die angehobene Nase Antrieb an der Vorderachse verloren. Zudem ist die Aufhängungsgeometrie bei den meisten Wagen eine völlig andere. Pirelli würde gerne einen neueren Wagen haben, dagegen sperren sich aber die Teams. Eine verkorkste Situation für alle, denn neue Mischungen lassen sich nur in den Trainings am Freitag testen, doch da ist die Zeit knapp. Man darf in diesem Zusammenhang auch gespannt sein, wie sich die Entscheidung für den Reifenlieferanten in der nächsten Saison entscheiden wird. Michelin hat schon abgewunken, aber es gibt vermutlich aus Fernost den ein oder anderen Hersteller, der viel Geld für ein Engagement zahlen würde.

Auch ansonsten war die Woche viel los in der Formel Eins. McLaren gab bekannt, dass man ab 2015 wieder mit Honda-Motoren antreten wird. Eine Rückkehr von Honda hatte sich über den Winter angekündigt, der Zeitpunkt ist aber interessant. Denn Mercedes wird McLaren 2014 noch mit dem neuen Motor ausstatten, also dürfte McLaren viele interessante Daten zu Honda mitnehmen. Wehren kann sich Mercedes da nur schwer, zu mal es für McLaren noch eine weitere Quelle in Form von Force India gibt, die 2014 wohl auch auf den Mercedes-Motor setzen werden. Mit den Indern verbindet McLaren seit Jahren eine technische Zusammenarbeit. Die Rückkehr von Honda ist sicher ein gutes Zeichen für die Formel Eins und könnte weitere Hersteller aus Asien anziehen.

Bei Mercedes gibt es auch Neuigkeiten. Das schlecht gehüteste Geheimnis seit Dezember ist endlich offiziell bestätigt. Paddy Lowe wird nach seinem Weggang von McLaren zum deutschen Formel Eins Team wechseln und die immer größer werdende Management-Riege erweitern. Er wird als “Executive Technical Director” eingestellt und neben Toto Wolff gestellt. Das ist insofern delikat, als dass Ross Brawn eigentlich der technische Direktor war/ist und die Entwicklung des Wagens unter seiner Kontrolle hat. Die Rede ist, dass Brawn schleichend entmachtet wird, wenn man es böse sehen möchte. Eine andere Lesart ist, dass man bei Mercedes ähnliche Strukturen wie bei Ferrari einführen möchte. Dort hat Pat Fry eine ähnliche Stellung inne, während Stefano Domenicalli gesamte Teamführung innehat. Was ja gut funktioniert, wie man in diesem Jahr sieht. Wie allerdings die hochrangige Riege von Designern (Aldo Costa, Geoff Willis, Bob Bell, John Owen und Jock Clear) damit klarkommen, dass Paddy Lowe nun das Sagen hat, ist wieder eine andere Frage. So “All-Star-Teams” können funktionieren, es kann aber auch schief gehen.

Kommen wir aber mal zum Rennen am Wochenende, denn dort gilt Mercedes als Top-Favorit. Das liegt vor allem an der guten Quali-Performance der Silberpfeile und in Monaco steht man halt gerne in der ersten Reihe, wenn man gewinnen möchte. Überholen ist ja nicht so leicht rund um den Hafen.

Die Frage ist dann mal wieder, wie Mercedes mit den Reifen klarkommt. Pirelli bringt die Mischungen “Soft” und “Supersoft” an die Strecke. Was angesichts der Performance der Reifen mutig klingt. Aber Monaco ist jetzt auch nicht besonders hart zu den Reifen, schnelle Kurven fehlen ebenfalls. In Australien hielten die weichen Reifen rund 10 Runden, das dürfte in Monaco also deutlich länger gehen. Dazu aber im Strategie-Teil weiter unten noch etwas mehr.

Aerodynamik spielt in Monaco keine allzu große Rolle, eher die Frage, wie man aus den vielen engen Kurven raus kommt. Das spricht durchaus für die Red Bull, die in diesem Gebiet gut aufgestellt sind. Auf der anderen Seite sah man auf langsamen Streckenteilen nicht so gut aus, in diesem Jahr. Aber das ist schwer zu beurteilen, weil Red Bull ja den RB9 auch weiterentwickelt hat. Die Frage wird sein, wie sie mit den sehr weichen klar kommen, was bisher nicht ihre Stärke war.

Für Lotus und Ferrari wird es ebenfalls kein einfaches Rennen. In der Qualifikation fehlt beiden Zeit und in Monaco können beide Teams nicht mehr ihre Stärke über die Longruns ausspielen, weil man immer Verkehr steckt. Sich über die Strategie nach vorne zu arbeiten, ist vermutlich die einzige Lösung, aber das wird schwer.

Monaco war auch schon immer ein Rennen, in dem ein kleines Team überraschen konnte. Force India zeigte in diesem Jahr eine sehr gute Leistung, wenn man ein wenig mutig ist, könnte man ihnen zutrauen, dass sich Richtung Top 5 bewegen könnten. Dafür müsste aber auch mal die Pechsträhne von Adrian Sutil aufhören. Toro Rosso zeigte ebenso wie Sauber eine aufsteigende Tendenz, aber für Monaco und vor allem mit diesen Reifen braucht viel Erfahrung, was beiden Piloten noch etwas fehlt. Beide Teams rücken aber McLaren auf die Pelle, deren Form für das kommende Rennen nur schwer einzuschätzen ist. Der komplette Umbau des Wagens hat dem Team nur wenig geholfen, was auch daran liegen kann, dass man den mehr oder weniger neuen Wagen erst mal verstehen muss. Die Rennen sind im Grunde erweiterte Testläufe.

Der Rest wird sich um die letzten Plätze balgen.

Strategie

Kniffelig. Man verliert in Monaco viel Zeit beim Boxenstopp und vor allem fällt man bei einem frühen Stopp ins langsame Mittelfeld, in dem vermutlich einige auch mit der härteren Mischung unterwegs sein werden und dementsprechend spät stoppen. Will man in der Quali aber vorne sein, muss man die “Supersoft” aufziehen, die bei vorsichtiger Betrachtung vielleicht 20 Runden halten werden. Eine Ein-Stopp-Strategie ist auch schwer, da müsste man die “Supersoft” schon bis Runde 27 tragen und die “Soft” müssten dann 50 Runden halten, was noch keiner ausprobiert hat. Dazu kommt der Drop-Off, der bei beiden Mischungen sehr groß ist. Zwei Stopps scheinen also die Lösung zu sein, aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Das lässt sich in Monaco sehr schwer vorhersagen, zumal ein Safety Car, das schnell mal draußen ist, die gesamte Strategie wieder zunichte machen kann.

Lotus könnte ein Team sein, dass auf eine Ein-Stopp-Strategie setzen könnte. Die “Supersoft” müsste man dann aber mindestens 5 Runden länger fahren und darauf hoffen, dass man sich schnell an die Spitze setzt. Das ist möglich, wenn Räikkönen in den ersten beiden Reihen landet.

Interessant wird es hinter den ersten beide Reihen sein. Vorne wird man für den ersten Stint auf “Supersoft” setzen, dahinter könnten Teams wie Force India oder McLaren einen besseren Startplatz für die “Soft” eintauschen. Vielleicht überraschen aber auch alle Teams und verzichten genau aus diesem Grund auf die “Supersoft”, weil die Angst, dass der Reifen zu schnell eingeht und man dann im Mittelfeld steckt, einfach zu groß ist.

Der Schuss könnte aber auch nach hinten losgehen. In Australien hat man gesehen, dass die Teams, die in den letzten Runden auf die “Supersoft” gesetzt hatten, plötzlich Probleme bekamen, weil die Reifen Graining zeigten. Das resultierte wohl auch aus der gelegten Gummispur der “Soft”. Die Brösel, die man sich auf den Reifen fuhr, halfen dem Handling nicht wirklich.

Das Wetter soll gut sein, mit Regen ist in Monaco wegen der Lage am Meer aber immer mal zu rechnen.

Und nicht vergessen: Die Trainings sind in Monaco traditionell am Donnerstag, nicht am Freitag!

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May 13 2013

08:04

Formel Eins: Analyse GP Spanien 2013

Besonders spannend war das Rennen in Spanien ja nicht, dafür bot es aber einige Überraschungen. Und Pirelli zieht die Notbremse.

F1 Spa 13 00022 300x200 Formel Eins: Analyse GP Spanien 2013 Die Zahl des Tages lautet: 4. Denn viermal mussten die Topteams, abgesehen von Lotus, an die Box kommen, um neue Reifen aufzuziehen. Dabei gilt der Kurs in Barcelona nicht mal als reifenmordend, die Temperaturen hielten sich auch in Grenzen und Pirelli hatte die härtesten Mischungen an die Strecke gebracht, die man überhaupt im Programm hat. Doch auch diese lösten sich schneller auf, als man zuschauen konnte. Fast alle Teams beobachteten die Reifentemperaturen im Zehntelgradbereich und bremsten ihre Fahrer massiv ein. Hinter den Kulissen muss es gekracht haben, denn Paul Hembery, Motorsportchef von Pirelli, kündigte sofort nach dem Rennen an, dass man für Silverstone neue Reifenmischungen haben würde. Vermutlich werden es die aus dem Jahr 2012 sein. Aber nicht alle Teams werden mit den Änderungen zufrieden sein.

Vor allem Ferrari und Lotus haben sich auf die diesjährigen Reifen sehr gut eingestellt. Zwar musste auch der spätere Sieger Fernando Alonso viermal an die Box, aber seine Reifen sahen bei weiten nicht so zerfleddert aus, wie die der Konkurrenz. Es war schon erstaunlich anzusehen, wie Red Bull, Mercedes und der Rest des Feldes unter den zerbröselnden Reifen litt. Vettel war nur in den ersten Runden in der Lage, wirklich um den Sieg mitzufahren. Gegen Ende der Stints brachen seine Reifen so sehr ein, dass er teilweise 2 Sekunden langsamer als die direkte Konkurrenz war. Das ist dann doch etwas viel und entspricht nicht dem Kräfteverhältnis in der Formel Eins. Vettel verlor pro Runde im Schnitt 0,5 Sekunden auf den siegreichen Ferrari und sah nach dem Rennen auch etwas zerknirscht aus. Ob Red Bull noch das beste Auto im Feld hat, ist schwer zu sagen, auf jeden Fall hat Ferrari deutlich aufgeholt. Die Ferrari legten einen konstanten Speed hin, erstaunlich war, dass man sogar aggressiv unterwegs sein konnte. Massa musste sich mehrfach an der Konkurrenz vorbeiwühlen, konnte sich aber rundenlang erlauben sehr gute Zeiten zu fahren. Alonso beließ es bei seiner konstanten Fahrt und zermürbte so seine Gegner.

Kimi Räikkönen hätte durchaus eine Chance auf den Sieg haben können, hätte er im ersten Renndrittel nicht so lange hinter Rosberg und Massa gehangen. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass er aufgrund seiner Strategie am Ende des Rennens gegen Alonso auch wenig hätte ausrichten können, da dieser mit neuen Reifen unterwegs gewesen ist. Räikkönen hätte nach dem letzten Stopp des Ferrari mindestens 20 Sekunden Vorsprung haben müssen, um ernsthaft den Sieg anzupeilen. Davon war Lotus sehr weit entfernt, was nicht nur am Verkehr in den ersten Runden gelegen haben dürfte. Ferrari hat auf der anderen Seite mal wieder Massa geopfert, um Lotus unter Druck zu setzen. Statt den Brasilianer gegen Mitte des Rennens etwas früher reinzuholen, ließ man ihn mit schlechten Reifen draußen, wo er viel Zeit verlor. Gebracht hat es am Ende nichts, Lotus ließ sich in seiner Strategie nicht beirren. Rechnet man den zusätzlichen Stopp von Alonso zum Endergebnis, dann sieht man, wie dominant Alonso unterwegs war.

Mercedes hatte wie erwartet einen schweren Nachmittag. Rosberg konnte seine Pole immerhin ein paar Runden lang in eine Führung umsetzen, musste sich dann aber beiden Ferrari und Red Bull geschlagen geben. Vermutlich wäre auch Grosjean noch an ihm vorbei gekommen, wenn dessen linke Hinterradaufhängung nicht kollabiert wäre. Hamilton erging es noch schlechter. Er verlor 11 Plätze und landete am Ende auch noch hinter dem Sauber von Esteban Guiterrez. Im Paddock rätselt man darüber, was mit Mercedes passiert ist. Die Vermutung lautet, dass die Deutschen eine “Vorstands-Pole” gefahren sind, also auf ein aggressives Setup gesetzt haben. Immerhin war Daimler-Vorstand Dieter Zetsche anwesend. Dafür spricht auch die extrem langsame Einführungsrunde, die Rosberg hinlegte. Die Kombination aus aggressivem Quali-Setup und dem damit verbundenen hohen Luftdruck in den Reifen zwangen beide Mercedes dazu, die Einführungsrunde langsam anzugehen, um die Reifen nicht schon vor dem Start zu überhitzen. Vettel beschwerte sich per Funk über die langsame Herangehensweise, konnte er seine Reifen mit der Fahrweise nicht auf Temperatur bringen.

Niki Lauda behauptete nach dem Rennen, Mercedes habe das schnellste Auto, nur mit den Reifen käme man nicht so gut klar. Das ist ein Witz. Die Deutschen verlieren pro Runde rund eine Sekunde auf die Ferrari, was in etwas dem Abstand entspricht, den man seit Anfang des Jahres mit sich schleppt. Auch bei den schnellsten Rennrunden sieht das nicht anders aus. Alonso stoppte das letzte Mal in Runde 49 und fuhr in Runde 53 mit 1.26.681 min seine beste Runde, Rosberg hielt in Runde 47 und landete in Runde 56 mit 1.27.591 min seine schnellste Runde. Man war also ungefähr gleichwertig unterwegs aber selbst mit frischen Reifen gelang Rosberg keine schnellere Zeit. Die Frage ist, ob das nur an den Reifen liegt, oder ob die Setup-Möglichkeiten von Mercedes so begrenzt sind.

Hamilton beklagte sich während des Rennens, dass er von einem Williams überholt wurde und dass er nicht noch langsamer fahren könne, auch wenn man das von ihm verlange würde. Es ist schon ungewöhnlich, dass Mercedes keine Abstimmung wählt, die die Reifen weniger belastet. Das kann zwei Gründe haben: Entweder, es geht nicht anders, oder man glaubt, dass man besser klarkommt, wenn man versucht den Wagen möglichst lange aus Zweikämpfen heraus zu halten. Auffallend war schon, dass Rosberg, waren die Konkurrenz an ihm vorbei, durchaus ansprechende und konstante Rundenzeiten fahren konnte, solange er alleine unterwegs war. Ob sich das Problem ändert, wenn Pirelli wie versprochen härtere Mischungen mitbringt, bezweifel ich aber mal. Der erhöhte Reifenverschleiß ist ja grundsätzlich vorhanden. Warum Rosberg besser unterwegs war als Hamilton, ist schwer zu sagen. In Bahrain war es genau umgekehrt, was zusätzlich verwirrt. Mag sein, dass der Brite ein noch aggressiveres Setup gewählt hat, seine Rundenzeiten waren im Vergleich zu Rosberg deutlich schlechter. Es ist ja nett, dass Mercedes nun dreimal hintereinander die Pole holen konnte, wenn man aber bei zwei Rennen einen Wagen aus den Punkten verliert, ohne dass es einen sichtbaren technischen Defekt gegeben hätte, ist das schon etwas merkwürdig.

Zwar gilt die alte Regel: “Es ist leichter, ein schnelles Auto standfest zu bekommen, als ein langsames Auto schnell”, aber es ist über die bisherige Saison wie gesagt kein Fortschritt zu sehen. Der Reifenverschleiß ist weiterhin sehr hoch, selbst mit den “Hard/Medium”. Mit den “Soft” machte der W04 auch nicht den besten Eindruck, aber die Reifen lösen sich bei allen Teams ja zu schnell auf. Fernando Alonso hat nach dem Rennen allerdings gesagt, dass Mercedes das Team sein könnte, dass in Monaco siegen wird. Die Chancen dafür stehen in der Tat nicht schlecht, denn in Monaco kann man ja so wie nicht überholen und auch über die Strategie geht es nur schwer. Kann gut sein, dass man in 14 Tagen zwei Mercedes sehen wird, die den Rest des Feldes hinter sich herziehen.

McLaren war in Spanien, trotz eines mehr oder weniger komplett neuen Autos, weiterhin nicht in der Lage, den Rückstand zu verkleinern. Perez und Button lagen am Ende rund eine Runde zurück, man verliert also weiter mehr als eine Sekunde pro Runde. Da die anderen Teams auch nicht langsamer werden, haben die Updates den Abstand nur minimal reduziert. Perez fuhr ein gutes Rennen, war teilweise recht aggressiv unterwegs, hatte aber auch mit den Reifen zu kämpfen. Button, der in Q2 hängen geblieben war, landete am Ende sogar noch vor Perez, weil er einen Stopp weniger einlegen konnte.

Die Force India waren in Spanien nicht ganz so stark, wie ich es erwartet hatte. Offenbar hatten auch die Inder mit mehr Reifenverschleiß zu kämpfen, als man erwartet hatte. Di Resta holte mit P7 ein gutes Ergebnis, doch Adrian Sutil war mal wieder der Pechvogel. Nach dem Start lag er auf P8, doch beim ersten Stopp hatte er ein, bisher nicht näher erklärtes, technisches Problem und verlor rund eine Minute and der Box. Danach war sein Rennen logischerweise gelaufen. Immerhin stimmte danach die Pace, denn er verlor gar nicht mehr so viel Zeit auf die Führenden. Da wäre bei einem normalen Rennverlauf deutlich mehr drin gewesen.

Toro Rosso und Williams taten sich schwer, etwas besser lief es für Sauber, die den Wagen ebenfalls stark umgebaut hatten. Hülkenberg lag auf Punktekurs, als er sich in einem dämlichen Manöver beim Boxenstopp den Frontflügel abfuhr. Das Team hatte ihn erst zu früh rausgelassen und der Deutsche rasierte sich den Flügel auch noch selbst verschuldet ab, weil er nicht vom Gas gehen wollte. Immerhin landete Guiterrez auf P11 und er fuhr die schnellste Runde des Rennens.

Es war kein besonders schöner Grand Prix, zumal die Sache an der Spitze nach rund der Hälfte des Rennens klar war. Pirelli steht nun ordentlich unter Druck. Das ist man teilweise aber auch selber schuld. Zwar hat man die Anweisung der FIA, die Reifen sollten nicht mehr als 20 Runden halten, umgesetzt, aber die Pneus bauen nicht linear ab, sondern haben einen fürchterlichen Drop-Off. Auch das Graining ist etwas, was man nicht sehen will. Dazu kommen zwei merkwürdige Reifenschäden in Spanien, wo sich die Lauffläche von der Karkasse gelöst hat. Ein Kollege schrieb mir gestern per Mail, unter den Teams gäbe es die Vermutung, dass die Konstruktion des Reifen misslungen sein. Das Graining sei unter anderem auf die extrem dünne Lauffläche zurückzuführen. Diese sei so dünn, dass sie die Hitze nicht ableiten könne. Ich bin kein Reifenexperte, daher kann ich das nicht beurteilen. Klar ist aber, dass das Graining in diesem Jahr auf fast allen Strecke und bei allen Temperaturen auftritt. Das hat man in den letzten Jahren nicht gesehen und Pirelli hat den Aufbau des Reifens in diesem Jahr verändert.

Das nächste Rennen wird in 14 Tagen in Monaco sein. Bisher hat Pirelli für dieses Rennen die Mischungen “Soft/Supersoft” angekündigt.
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Bilder: Ferrari, Lotus, Red Bull/Gepa, Daimler AG, Force India, McLaren, Toro Rosso/Gepa, Sauber, Williams, Caterham

 Formel Eins: Analyse GP Spanien 2013

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April 14 2013

14:34

Formel Eins: Analyse GP China 2013

Der GP von China brachte einige Überraschungen: Red Bull fehlte Pace, Ferrari war dagegen ultraschnell und Mercedes ist näher dran, als gedacht.

F1 CHI 13 00009 300x199 Formel Eins: Analyse GP China 2013 Das scheint mal wieder eine Saison zu werden, in der man nur schwer sagen kann, wer bei welchem Rennen die Nase vorne hat. In Malaysia schien Red Bull unschlagbar, in China sahen die Weltmeister dagegen schwach aus. Bei Ferrari war es genau umgedreht, das Rennen konnten sie scheinbar locker dominieren. Grund dafür war der gute Start von Alonso und eine hervorragende Strategie von Ferrari, die den ehemaligen Weltmeister immer zur richtigen Zeit an die Box holten, sodass dieser kaum im Verkehr steckte. Für Mercedes, für die Lewis Hamilton die Pole geholt hatte, lief es nicht ganz so gut, denn der W04 scheint immer noch ein Problem mit dem Reifenverschleiß zu haben. Red Bull hatte ein zähes Wochenende, aber Vettel hätte durchaus noch von Platz Neun auf das Podium fahren können. Doch man leistete sich einen strategischen Fehler am Schluss und zu Beginn des Rennens.

Hamilton konnte sich am Start durchsetzten, musste aber nach wenigen Runden beide Ferrari passieren lassen. Das kam nicht ganz unerwartet, denn es war abzusehen, dass die Ferrari mit den “Soft” etwas besser umgehen würden, als der Mercedes. Das Problem von Hamilton war dann, dass er wegen des früheren Stopps in die Kämpfe im Mittelfeld fiel, während die Ferrari sich etwas mehr Luft verschaffen konnten. Im Rennen war die Pace des Mercedes nicht schlecht. Massa, der ein merkwürdig schlechtes Rennen fuhr, konnte er hinter sich lassen, ebenso Button im McLaren, aber gegen Kimi Räikkönen sah es nicht gut aus. Der Finne startete von der “schmutzigen” Seite des Grid und hatte zudem mit durchdrehenden Reifen zu kämpfen. Er fiel schon vor der ersten Kurve weit zurück, kämpfte sich aber schnell auf P4 zurück. Weil Lotus bei der Strategie etwas mehr Spielraum hatte als Mercedes, schaffte der Finne den Undercut und konnte sich vor Hamilton setzen. Im Grunde hat Mercedes aber am Wochenende alles richtig gemacht. Der Speed des Wagens ist zu sehen, was fehlt, ist die Konstanz im Reifenverschleiß. Aber man ist auf jeden Fall deutlich näher an der Spitze (Ferrari, Red Bull) und unmöglich ist ein Sieg in diesem Jahr sicher nicht. Allerdings gibt es immer noch die Probleme mit der Haltbarkeit des Autos. Rosberg wurde mal wieder Opfer der komplizierten Aufhängungsmechanik, dazu kamen Hydraulikprobleme in der Quali.

Ferrari überzeugte in China, zumindest mit Fernando Alonso. Der F138 zeigt langsam genau die Eigenschaften, die man schon länger vermutet. Auf eine Runde ist er dem Red Bull unterlegen, aber im Renntrimm geht der Wagen extrem gut. Die Balance zwischen Reifenverschleiß und Speed stimmt beim Ferrari im Moment. Dazu kommt, dass sich das Team seit einiger Zeit schon keinerlei strategischer Fehler erlaubt. Bereits im letzten Jahr fiel auf, dass die Strategie meist passte und genau zwischen “aggressiv” und “konservativ” angesiedelt war. Der Wagen erlaubt Ferrari aber auch, das Boxenstoppfenster zu verschieben. In China war der Verschleiß bei den “Medium” deutlich geringer, als man erwartet hatte und das selbst im zweiten Stint, in dem Alonso sich teilweise durchs Feld kämpfen musste. Dazu kommt weiterhin ein Alonso in Topform, der genau zu richtigen Zeit pusht, aber auch Abstände konservieren kann, wenn es sein muss. So, wie Ferrari im Moment aufgestellt ist, sollte der Wagen auch nächste Woche in Bahrain richtig gut gehen.

Red Bull gibt mir dagegen Rätsel auf. Warum man in China in der Quali so langsam war, ist mir nicht klar. Der Topspeed des Wagens ist weiter nicht so gut, man verliert sicherlich Zeit auf den Geraden. Aber das alleine kann es in China nicht gewesen sein. Das Team hält sich über die Gründe sehr bedeckt, beide Fahrer sprachen nur davon, dass man zur Quali hin bemerkt habe, dass das Auto nicht schnell genug war. Erstaunlicherweise stimmte aber dann wieder die Rennpace. Sowohl Vettel als auch Webber zeigten sehr gute Rundenzeiten, der Verschleiß hielt sich bis zum Schluss auch in Grenzen. Vettel hätte sogar das Podium erreichen können, hätte sich Red Bull nicht zwei kleine Fehler erlaubt. Im ersten Stint hing man einfach zu lange hinter Hülkenberg fest. Statt zu pushen hielt man Vettel aus Angst um die Reifen wohl zurück, was gleichzeitig Alonso erlaubte, sehr viel Zeit gut zu machen. Man hätte Vettel etwas früher reinholen müssen, damit dieser freie Fahrt hat. Die Zeit, die man hinter dem Sauber verlor, fehlte am Ende. Der zweite Fehler war der verspätete Wechsel auf die “Soft” am Schluss. Allerdings: Im Training hatten die Reifen keine fünf Runden ausgehalten, daher war die Vorsicht beim Wechsel durchaus nachzuvollziehen. Über das Wochenende von Webber muss man nicht viel sagen. Erst der Fehler von Red Bull in der Quali, dann löst sich im Rennen der rechte Hinterreifen. Und zu allem Überfluss bekommt er in Bahrain auch noch drei Plätze aufgebrummt, weil er mit Jean-Eric Vergne kollidierte.

Dem Lotus wurden in China mal wieder die Grenzen gezeigt. Man ist schnell, aber es reicht nicht für ganz nach vorne. Gegen Alonso hatte Räikkönen nie eine Chance, den Mercedes konnte er aufgrund des besseren Reifenverschleißes hinter sich halten. Vielleicht hat der kleine Unfall mit Perez sein Rennen etwas negativ beeinflusst. Die Nase war beschädigt, ebenso der Frontflügel. Der Finne sprach nach dem Rennen von “Untersteuern”, was allerdings auf dem Kurs nicht ganz so viel ausmacht. Auch die Rundenzeiten waren ok. Lotus fehlt, ebenso wie Mercedes, nicht viel auf die Ferrari und auf einer anderen Strecke kann die Sache dann auch wieder anders aussehen.

Etwas überrascht haben die McLaren, die etwas besser unterwegs waren als gedacht. Für China hatte man einige Updates am Wagen, die scheinbar auf dieser Strecke funktioniert haben. Button zeigte in den ersten zwei Dritteln des Rennens eine gute Pace und führte das Rennen sogar zwischendurch an. Gegen Ende fiel er etwas ab und es fehlten dann doch mehr als 35 Sekunden auf Alonso im Ziel. Man ist weiterhin weit von der Form des letzten Jahres entfernt und es sieht auch nicht so aus, als könne man mit Riesenschritten aufholen. Mclaren abzuschreiben wäre noch zu früh, da wird man die Entwicklung bis zum Frühsommer abwarten müssen. Etwas enttäuscht hat mich Sergio Perez, der nicht mal in die Punkte kam und dabei hinter einem Toro Rosso landete, der sogar hinter ihm gestartet war. Perez zeigt im McLaren nicht den Speed, den er bei Sauber hatte, weder in der Quali noch im Rennen. Mag sein, dass auch sein Rennen wegen des Unfalls mit Räikkönen etwas kompromittiert war, aber dennoch hat Perez größere Probleme, als man erwartet hatte.

Im Mittelfeld ging wie erwartet bunt zu. Force India scheint im Moment immer noch den stärksten Wagen zu haben. Adrian Sutil wäre sicherlich “best of the rest” geworden, hätte der weiterhin leicht überfordert wirkende Esteban Guiterrez ihn nicht abgeschossen. Der Mexikaner bekommt dafür fünf Plätze in Bahrain aufgebrummt. Sauber zeigte aber zumindest mit Hülkenberg im ersten Renndrittel mal wieder Flagge, was erfreulich war. Die Idee, den Deutschen dann in der Mitte des Rennens auf die Soft zu setzen, war aber nicht gut. Zum einen musste Hülkenberg damit mehr Runden drehen, als die Reifen hergaben, zum anderen spülten ihn die zwei Stopps dann weit nach hinten. Immerhin rettete er einen WM-Punkt.

Wie schon in meiner Vorschau angekündigt, muss man im Rennen immer ein Auge auf die Toro Rosso haben. Ricciardo gelang ein guter Start, aber vor allem waren die Rundenzeiten im Rennen außerordentlich gut. Der Australier hielt sich fast die gesamte Zeit um P8 herum auf und fuhr ein fehlerloses Rennen. Dass er am Ende vor einem ebenfalls gut fahrenden di Resta landete, ist dessen letzten Stopp zu verdanken, da der Schotte kurz vor Schluss noch mal die “Soft” aufziehen musste. Toro Rosso mausert sich jedenfalls zu einem Team, das auf jeden Fall für Punkte gut ist.

Ein Wort noch zu Williams. Die hängen im Nirvana des hinteren Mittelfelds. Weder in der Quali noch im Rennen gelingt ihnen ein Schritt nach vorne, der Abstand ist mittlerweile auch so groß, dass man sich fragen muss, wie die Saison weiter gehen soll. Eine Überrundung konnte man zwar knapp vermeiden, aber im Grunde fährt man ein komplett eigenes Rennen. Man ist deutlich schneller als Marussia und Caterham, aber auch deutlich langsamer als Toro Rosso und Sauber. Im Ziel fehlten knapp 30 Sekunden auf die vor Williams liegenden Teams. Es scheint auch nicht so, als ob Williams den Abstand verkleinern kann, denn Mike Coughlan sagte nach dem Rennen, dass man das Maximum aus dem Wagen geholt habe.

Es war also ein abwechslungsreicher Grand Prix, dessen strategische Entscheidungen sehr interessant zu beobachten waren. Doch dazu gibt es die Woche noch die Analyse unseres Kolumnisten James Allen.

Nächste Woche geht es schon weiter, es folgt der GP von Bahrain.
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 Formel Eins: Analyse GP China 2013

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November 29 2011

09:27

Formel Eins: Analyse GP Brasilien 2011

Ein Klassiker war das nicht gerade, den man in Brasilien sehen konnte. Dafür gab es erstaunlich viel Überholmanöver und einen Überraschungssieger.

Mark Webber hatte man jetzt nicht ganz oben auf dem Podium erwartet, denn auch in Sao Paulo hatte ihn sein Teamkollege mal wieder locker im Griff. Wo Webber scheinbar auf der letzten Rille unterwegs war, nahm ihm Vettel immer noch ein paar Zehntel ab. Und auch im Rennen sah alles nach einem bequemen Sieg für den Weltmeister aus. Schnell hatte er sich paar Sekunden abgesetzt, Webber wiederum konnte Button, Alonso und Hamilton auf Distanz halten. Doch aus dem perfekten Saisonende für den Deutschen wurde nichts. Schon nach ein paar Runden meldete die Box, dass Vettel mit Getriebeproblemen zu kämpfen hatte. Vettel verlor Runde um Runde Zeit, ließ Webber passieren und verlor auch den Kontakt nach vorne. Seine Rundenzeiten waren aber immer noch so gut, dass er den Rest des Feldes locker distanzieren konnte. Hat Red Bull da etwas am Ende geschummelt und Webber den Sieg geschenkt?

Laut Christian Horner wusste man schon seit der fünften Runde, dass es ein Problem mit dem Getriebe von Vettel geben würde. Laut der Telemetriedaten verlor er Öl, das Getriebe erhitzte sich zu dem sehr stark. Man wies Vettel aber erst später an, mit dem Tempo etwas runter zu gehen, weil man abwarten wollte, wie das Getriebe sich machen würde. Gleichzeitig war man sich ziemlich sicher, dass das Getriebe nicht die volle Distanz durchhalten könnte. Webber informierte man zunächst nicht. Erst als der Ölstand neue Tiefstwerte erreichte, das Getriebe aber in Runde 30 immer noch hielt, besann man sich wohl darauf, es bis zum Ende zu versuchen. Also schob man Webber nach vorne, während Vettel versuchen sollte, den zweiten Platz zu halten, was bis zur letzten Runde wohl nicht sicher war. Soweit Red Bull.

Tatsache ist, dass Vettel nicht der einzige mit Getriebeproblemen war. Hamilton fiel mit einem zerbröselten Getriebe komplett aus, bei Paul di Resta verabschiedeten sich zwei Gänge. Am Ende einer langen Saison ist das Material ziemlich verbraucht, neue Teile können und werden nicht mehr eingebaut, weil man sonst eine Strafe riskiert. Ein neues Getriebe im letzten Rennen einzusetzen macht aus Kostengründen auch keinen Sinn. Es ist also sehr gut möglich, dass die Version von Red Bull der Wahrheit entspricht.

Es gibt natürlich viele, die der Meinung sind, dass man Webber den Sieg geschenkt habe. Doch da stellt sich die Frage: Wozu? Um Webber für seine Dienste im Jahr zu danken? Webber hatte in diesem Jahr keinen Sieg einfahren können, da Vettel ihm keine Chance ließ. Auch war und ist er sich bewusst, dass Vettel im RB7 nicht zu schlagen ist. Einem sehr kompetativen Fahrer wie Mark Webber einen Sieg zu schenken, ist eine größere Beleidigung. Und so fies ist dann Helmut Marko auch nicht.

Während Red Bull vorne ungefährdet unterwegs sein konnte, war es um Platz 3 doch etwas enger. Nachdem Ausfall von Hamilton, der ein zähes Wochenende hatte, kämpften Alonso und Button um den Trostpreis. Button machte auch am Renntag mal wieder eine gute Figur, an Alonso kam er aber nicht wirklich vorbei. Also entschloss man sich bei McLaren zu einer etwas ungewöhnliches Taktik, in dem man die “Medium” Reifen im vorletzten Stint einsetzte. Weil Ferrari mit dem “Medium” aber nicht klar kommt, diesen Satz Reifen für den letzten Stint zurück gehalten, war die Sache eher klar. Button musste zwar alles aus dem McLaren rausquetschen, aber als er an Alonso dran war, konnte der Spanier sich nicht wehren. Durch das Überholmanöver verlor er auch Platz 3 in der WM. Für den kann man sich aber eh nichts kaufen und außerdem spart er sich die weite Reise nach Indien zum FIA Bankett und der Preisverleihung in ein paar Wochen.

Von Massa sah man bei seinem Heim GP auch nichts. Er wirkte ziemlich müde, fuhr ein uninspiriertes Rennen und als sein Lieblingsgegner Hamilton weg war, passierte um ihn herum auch nichts mehr. Die Saison war mal wieder eine einzige Enttäuschung. Und wie schlecht sie war wird daran deutlich, dass Massa der erste Ferrari-Pilot seit 1981 (Didier Pironi) ist, der es in einer Saison nicht aufs Podium geschafft hat.

Weiter hinten gab es zumindest die Überraschung, dass Adrian Sutil Platz 6 holen konnte und damit Nico Rosberg schlagen konnte. Die beiden hatten etwas unterschiedliche Strategien, wobei Mercedes seit einigen Rennen mit Rosberg erstaunlich oft falsch liegt. Schumacher hatte den Rennunfall mit Senna, was beiden das Rennen zerstörte. Aber Force India zeigte mal wieder, dass man ganz klar zum fünfbesten Team geworden ist, was für einen so kleinen Rennstall eine sehr feine Leistung ist.

Sauber setzte sich, trotz einer miserablen Quali, gegen Toro Rosso in der Meisterschaft durch. Man kann sich allerdings bei Kobayahsi bedanken, der die nötigen Punkte holte, in dem er ein unauffälliges Rennen fuhr. Beide Toro Rosso liefen im Renntrimm nicht schlecht, aber auch nicht gut. Dass Petrov mit dem lahmen Renault noch vor beides Toro Rosso landete, mag dafür ein deutliches Zeichen sein.

Das vermutlich letzte Rennen von Barrichello verlief auch eher mau, mehr als Platz 14 war nicht drin. Immerhin hatte er mal seinen Teamkollegen im Griff. Das wird ihm bei Williams aber wohl auch nicht mehr helfen, denn so wie es aussieht, wird man wohl doch Adrian Sutil holen.

Ein gutes Rennen hatte mal wieder Kovalainen im Lotus. Er konnte immerhin Bruno Senna hinter sich halten, der nach der Kollison mit Schumacher eine Durchfahrtsstrafe kassierte. Aber dennoch – eine sehr gute Leistung. Tony Fernandes bekannte nach dem Rennen, dass ihm ein Stein vom Herzen gefallen sei. Der 10. Platz in diesem Jahr bedeuten, dass er endlich an der Gewinnausschüttung der Formel Eins teilhaben kann, da man im ersten Jahr ja nichts bekommt. Und die Ausschüttung ist deftig. Fernandes bestätigte 30 Millionen Dollar.

Damit ist die F1-Saison 2011 Geschichte. Es war eine lange Saison, man konnte allen Beteiligten am Ende die Müdigkeit ansehen. Und es wird ein sehr kurzer Winter. In knapp 10 Wochen geht die Testsaison schon wieder los.

(Bilder schiebe ich nach, wenn ich es schaffe)

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October 10 2011

05:58

Formel Eins: Analyse Suzuka 2011

Sebastian Vettel holte sich wie erwartet die WM-Krone, doch der Red Bull war überraschenderweise nicht das dominierende Auto am Wochenende.

Selten haben sämtliche Experten vor einem Wochenende so falsch gelegen. Und auch in unserer Vorschau lagen wir (besser gesagt ich) komplett daneben. Der Red Bull war in Suzuka nicht so stark, wie das alle vermutet hatten. Stattdessen waren Ferrari und McLaren auf Augenhöhe und konnten Vettel mächtig unter Druck setzen. Das änderte zwar nichts mehr an der WM, aber die Frage ist schon, warum der RB7 auf einer Strecke, die ihm eigentlich so gut liegen sollte, nicht dominieren konnte? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, James Allen, der uns ja auch immer die Strategie-Analyse liefert, ist sich auch noch nicht sicher. Vermutlich gibt es aber zwei Gründe, für die eher schwache Performance des Teams.

Der erste Grund könnte der Radsturz sein. Seit Monaten vermutet man, dass Red Bull in der Quali und im Rennen mit Sturzwerten an der Vorderachse unterwegs ist, die dem Wagen erlauben, die Reifen besonders schnell auf Temperatur zu bekommen. Das hat allerdings auch den Nachteil, dass der Reifenverschleiss besonders hoch ist, was auf dem eher aggressiven Asphalt in Suzuka keine gute Sache ist. Wie man hört, hatte Red Bull mit dem Verschleiß der “Soft” Reifen zu kämpfen, weswegen man sich für eine deutlich konservativere Herangehensweise in Japan entschloss. Womit auch der zweite Grund genannt wäre: Red Bull wollte Punkte, nicht den Sieg. Man ordnete einen Sieg dem WM-Titel unter. Die Frage ist allerdings, warum Red Bull so vorsichtig war. Ein Punkt in 5 Rennen sollte ja nun kein Problem sein.

Das McLaren und vor allem Jenson Button so stark waren, hat mich auch überrascht. Button gelang die schnellste Runde im Rennen, ohne die Spritspar-Aktion am Ende des Rennens, wäre der Vorsprung gegenüber Alonso und Vettel und noch größer ausgefallen. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass der McLaren ein neues DRS-System an Bord hatte, aber das allein kann nicht der Grund gewesen sein, warum Button gewonnen hat. Vielmehr war es mal wieder seine Eigenart, die Reifen besonders zu schonen, die es ihm erlaubte, den klassischen “Undercut” gegenüber Vettel zu schaffen. Da der Red Bull die Reifen schneller verbrauchte, verlor Vettel auf den Runden vor seinem Boxenstopp zu viel Zeit, und Button gelang es wiederum auf den letzte Runden das letzte aus seinen Pirelli rauszuholen. Dennoch ist es interessant, dass McLaren auf einem Red Bull Kurs so viel Zeit gefunden hat. Sollte die Briten da dauerhaft etwas gefunden haben, was die Performance des Wagens derartig verbessert, dürften dass noch interessante Rennen in diesem Jahr werden.

Button ließ sich auch durch das harte, fast etwas unfaire Manöver von Vettel am Start nicht beirren. Sein Glück war allerdings, dass sich Hamilton im ersten Stint einen schleichenden Plattfuss einfing, der er es ihm erlaubte, an seinem Kollegen vorbei zu gehen. Sonst wäre es schwer für ihn gewesen, das Rennen zu gewinnen. Hamilton seinerseits hatte mal wieder ein eher schwieriges Rennen. Durch den frühen Stopp fiel er weit zurück und verlor Zeit im Mittelfeld, besonders im Kampf gegen seinen Lieblingsgegner Felippe Massa. Die beiden werden auch keine Freunde mehr.

Ferrari sah am Wochenende nicht sonderlich stark aus, sondern lieferte nur eine solide Performance ab. Der zweite Platz von Alonso ist eher eine Überraschung und der konservativen Strategie von Red Bull zuzuschreiben. Der Abstand im Rennen zu McLaren war zwar nicht groß, es fehlten nur ein paar Zehntel, was angesichts der sonst so ausgeprägten Schwäche der Ferrari auf den Medium-Reifen, schon etwas überraschte.

Ein eher unauffälliges, aber gutes Rennen fuhr Michael Schumacher, dem das Kunststück gelang, mit einem ultra-langem Mittelstint Felippe Massa hinter sich zu lassen. Platz 6 ist eine nette Belohnung, mehr ist da im Moment nicht drin. Erstaunlich war da eher, wie lange Rosberg brauchte, um sich das aus dem hinteren Mittelfeld zu befreien. Die Idee, auf den “Medium” zu starten, war auf dem Papier gut, aber im Rennen hatte er Probleme an den Toro Rosso, den Williams und den Force India vorbei zu kommen. Es war ein hartes Rennen für den Deutschen, zumal die Zeitabstände im Mittelfeld immer knapp blieben und Suzuka jetzt nicht gerade für einen Überholmarathon bekannt ist.

Enttäuschend verlief das Rennen für beide Force India und Kamui Kobayashi. Dem Japaner fiel beim Start die Drehzahl in der Keller und statt eines guten Platz 7 kam er nach der ersten Runde nur auf P12 zurück. Teamkollege Sergio Perez schlug den Japaner mal wieder deutlich im Rennen, was mittlerweile fast schon zur Normalität geworden ist. Perez, auf den Ferrari ein Auge geworfen hat, ist entweder wirklich so gut, oder Kobayashi steckt seit Wochen in einem ziemlichen Tief. Das er am Ende auch hinter beiden Force India landete, war jedenfalls sehr enttäuschend. Bei den Indern konnte sich Adrian Sutil immerhin gegen Di Resta durchsetzen, aber beide hatten gegen Petrov im Renault keine Chance.

Völlig unter ging Bruno Senna, der das gesamte Wochenende nicht an die Leistungen der bisherigen Rennen anschließen konnte. Er versemmelte die Quali ebenso wie seinen Start und spielte absolut keine Rolle. Das war jetzt nicht gerade eine Bewerbungsfahrt für 2012 und Renault wird inständig hoffen, das Robert Kubica wieder komplett gesundet. Da man davon aber nicht ausgehen kann, sollte sich Renault vielleicht mal überlegen, Romain Grosjean ein, zwei Rennen zu geben. Der saß in Japan auch immerhin schon am Kommandostand.

Ein positives Zeichen gab es von Lotus zu vermelden. Man blieb, sicherlich auch dank der unnötig langen SC-Phase, in der Führungsrunde und hatte am Ende “nur” rund 1.20 Min Abstand zu Button. Man ist zwar noch immer ein gutes Stück vom Mittelfeld weg, aber Di Resta lag “nur” 30 Sekunden weiter vorne, was ungefähr einer halben Sekunde pro Runde im Renntrimm entspricht. Das sah schon mal schlechter aus. Man hört allerdings, das Mike Gasconye für 2012 unter Druck steht. Tony Fernandes will bessere Ergebnisse sehen und der Lotus (oder wie auch immer das Team 2012 heissen wird) soll zumindest mal in die Region um P12 vorstossen.

Das Rennen in Suzuka war ein eher maues Rennen, sehr geprägt von taktischen Überlegungen und wenig Überholmanövern. Kein Klassiker, den man sich immer mal wieder anschauen muss, aber das wird Vettel egal sein. Er hat mit seinem zweiten WM-Titel in Folge etwas erreicht, was so große Namen wie Ascari, Fangio, Brabham, Prost, Senna, Schumacher, Häkkinen und Alonso geschafft haben. Und er ist der jüngste Doppel-Weltmeister aller Zeiten. Es ist jetzt schon abzusehen, dass Vettel die 10er Jahre ebenso dominieren kann, wie das Schumacher zur Jahrtausendwende gelungen ist. Auf jeden Fall gibt es an seinem WM-Titel in diesem Jahr nichts zu rütteln. Er hat keine Fehler macht, er war der schnellste Mann auf der Strecke und hatte den besten Wagen. Aber die Luft wird dünner vorne, vor allem, weil McLaren aufholt.

Das könnte schon in diesem Jahr zum tragen kommen, denn der Titel des Vize-Weltmeisters, auch wenn er nicht viel Wert ist, ist durchaus interessant. Im Moment hat Button mit 210 Punkten die Nase vorn, dahinter folgen Alonso (202), Webber (194) und schon etwas abgeschlagen Lewis Hamilton mit 178 Punkten. Immerhin etwas, auf das man sich in den nächsten Rennen freuen kann.

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July 31 2011

17:36

Formel Eins: Analyse Ungarn 2011

Ein paar Regenschauer sorgten für einen sehr abwechslungsreichen Grand Prix. Ein paar strategische Fehlentscheidungen kamen dann auch noch dazu.

Eigentlich kann Sebastian Vettel zufrieden sein. Die Kollegen haben sich mal wieder gegenseitig die Punkte weggenommen, er hat 84 Punkte Vorsprung und es gibt noch 200 Punkte, die man bei einer perfekten Siegesserie erlangen kann. Aber wie in den letzten Rennen gesehen hat, ist es eben nicht so leicht mit einem Sieg, weil Red Bull, Ferrari und McLaren doch relativ gleich auf sind. Dennoch kann sich Vettel nicht entspannen, denn in den letzten zwei Rennen wurde deutlich, dass man eben nicht mehr das beste Paket im Renn hat. Das wird Red Bull zu denken geben, denn Siege sollen den Titel ja möglichst weiter absichern. Was das Team auch erschrecken wird: Im Rennen war Vettel nicht der Lage an Button dran zu bleiben, dessen Reifen auch nicht mehr die jüngsten waren. Und dann war da noch Hamilton, der das Rennen nicht wegen der Fehlentscheidung zwischendurch auf Intermediates zu gehen, verloren hatte. Den Fehler machte man viel früher.

Es war nicht leicht für die Teams, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Regen hatte über Nacht die Strecke sauber gewaschen, zum Rennen nieselte es. Es war klar, dass man auf Intermediates starten musste und man einfach auf den richtigen Moment warten wollte, bis man die Supersoft aufziehen konnte. Und da sah eigentlich alles nach einem Sieg von Hamilton aus. Nachdem er mit seinem viel schnelleren McLaren Vettel in einen Fehler gezwungen hatte, stürmte vorne weg und hatte schnell 7 Sekunden Vorsprung. Button hatte sich, nach einem verhaltenen Start dank eines frühen Boxenstopps ebenfalls an Vettel vorbei geschoben und lag auf P2. Das Rennen lief dann seinen üblichen Gang und alles lief für Hamilton, denn der hatte einen Satz mehr frischer Supersofts auf Lager, weil er in der Quali einen gespart hatte.

Doch dann begann das Glück von Hamilton zu schwinden. Bei seinem dritten Stopp zog er erneut die Supersoft auf, und genau das sollte sich im Nachgang als der entscheidende Fehler herausstellen. Denn Webber, Vettel und Button wechselten kurz nach ihm auf die harte Mischung und meldeten klar, dass man durchfahren würde. Hamilton war zwar schneller, und er musste einen Vorsprung von rund 18 Sekunden rausfahren, um einen weiteren Stopp unterzubringen. Doch dann musste McLaren feststellen, dass die Supersoft offenbar keinen Vorteil mehr brachten. Auf der härteren Mischung konnte Button die Zeiten von Hamilton kontern und dran bleiben. Alonso erging es später noch schlechter, als er mit seinen, vermutlich angefahrenen Supersoft, zeitweise komplett unterging. Vermutlich kamen zwei Dinge zusammen: Die leichte Feuchtigkeit auf der Strecke ließ die Supersoft nicht in ihr ideales Temperaturfenster kommen und es hatte sich genug Gummi aufgebaut, was den härten “Soft” Reifen entgegen kam. Jedenfalls war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass Hamilton mit seinen knapp 7 Sekunden Vorsprung nach seinem letzten Stopp ca 10 Sekunden hinter Button landen würde. Interessant wäre es aber doch gewesen, weil Hamilton dann die deutlich frischeren Reifen gehabt hätten.

Nach seinem Dreher wusste Hamilton, dass es nicht nur gegen Button, sondern auch gegen Vettel, Alonso und Webber eng werden würde. Er musste die harten Reifen nehmen und verlor viel Zeit. Das man ihn sehr früh auf Intermediates setze, war dann eine klare Fehlentscheidung, die man schon im Ansatz sehen konnte. Es wurde nach dem Rennen nicht klar, ob das Team oder Hamilton die Entscheidung getroffen hatte, aber ich vermute mal schwer, dass es das Team war, denn der Brite fährt ja auch mit Slicks im Regen noch schneller als der Rest. Hamilton lag zu diesem Zeitpunkt weit zurück, das Risiko war es durchaus wert, aber die Entscheidung war deutlich zu früh. Mercedes hatte Rosberg zuvor schon auf Intermediates gesetzt, was bei dessen Position eine vertretbare Entscheidung war. McLaren hätte auch noch eine Runde warten können, um sich die Sektorenzeiten anzuschauen. Das gilt im übrigen auch für Webber, den Red Bull sicherheitshalber mal auf die Intermediates setzte und der nach einer Runde wieder rein kam. Der Stopp kostete Webber P4.

Es gab noch eine, sehr interessante Situation im Rennen, als nach dem Dreher von Hamilton plötzlich Button und Vettel innerhalb von einer Sekunde lagen. Im Grunde war das Rennen an diesem Punkt, zumindest zwischen dem Deutschen und Button auf “Null” gesetzt. Hamilton spielte da schon keine Rolle mehr, weil er noch mal an die Box musste. Aber Vettel konnte Button nicht folgen. Der Abstand vergrößerte sich ständig und als Vettel zwischendurch mal ein paar Sekunden wegfeilte, konterte Button die Attacke lässig. Vettel berichtete nach dem Rennen, er habe Probleme mit den Bremsen gehabt. In der Tat hatte ihm die Box schon sehr früh im Rennen gemeldet, er soll nicht Gas und Bremse zusammen nutzen. Die Fahrer, die mit links bremsen, machen das oft vor den Kurven, um die Bremsen anzuwärmen. Offenbar war da etwas nicht in Ordnung. Dennoch – McLaren scheint für den Moment den schnelleren Wagen zu haben.

Das Rennen vorne war sehr abwechslungsreich, leider fehlten die Ferrari, die anders als am Ring, in Ungarn Probleme hatten. Dabei sprach eigentlich alles für die Italiener, denn die Reifen sollten ihnen am besten liegen. Das stimmte auch für die “Soft” Mischung, nicht aber für die Supersoft. Dazu kam, dass wegen der niedrigen Temperaturen die Ferrari die Reifen erst nach ein oder zwei Runden in das richtige Temperaturfenster bekamen. Dennoch ist der Abstand nach vorne nicht allein damit zu erklären. Alonso fehlten am Ende 19 Sekunden, was allerdings auch zeigt, dass sie so weit nicht weg waren, denn der Spanier hatte, wie Hamilton, beim dritten Stint wieder auf die Supersoft gesetzt. Vielleicht wäre es auch hier besser gewesen, die harte Mischung zu nehmen, dann wäre es um P2 noch eng geworden. D

Mercedes hatte ein zähes Wochenende. Schumacher haderte das gesamte Wochenende mit seiner Abstimmung, im Rennen schien es zunächst besser zu laufen, als Rosberg und Schumacher nach der ersten Runde auf den Plätzen 4 und 5 lagen. Doch für beide ging es dann wieder zurück Richtung P7, bei Schumacher verabschiedete sich dann auch noch das Getriebe. Nachdem Rosberg zwischendrin mal die Intermediates aufgezogen hatte und auf P14 lag, konnte er dennoch mit P9 zwei Punkte abholen. Da kann er sich im übrigen bei Kobayashi bedanken, der einen ganzen Zug von Wagen rundenlang aufgehalten hatte. Sauber hatte eine 2-Stopp-Strategie gewählt und versuchte den Japaner auf den Supersoft 35 Runden fahren zu lassen, was am Ende dann schief ging.

Kurz ein Blick zu den anderen:

- Toro Rosso sammelte mal wieder wichtige Punkte Buemi fuhr von P23 auf P8, Alguersuari erreichte P10. Zwei sehr gute Ergebnisse und beide Piloten blieben bei den schwierigen Bedingungen auch auf der Strecke.

- Adrian Sutil sah schon bei den Bedingungen sicheren Punkten entgegen, versemmelte aber seinen Start durch eine falsche Linienwahl. Er versuchte es außen, aber da war kein Grip und er fiel, zusammen mit Perez, der von P10 gestartet war, weit zurück. Erstaunlicherweise konnte sich Sutil auch nicht mehr erholen und blieb im Mittelfeld hängen. Teamkollege Di Resta hatte mehr Glück und fuhr mehr oder weniger alleine hinter Rosberg her, von dem er dann P7 erbte.

- Barrichello tauchte zwischenzeitlich auf P10 auf, musste sich aber den ran stürmenden Toro Rosso beugen. Am Ende schlüpfte auch noch Petrov durch.

- Heidfeld hatte ebenfalls einen schlechten Start und war nach der ersten Runde auf P19. Es kam dann noch dicker für ihn. Bei der Abfahrt nach einem Stopp flogen aus seinem Renault schon Funken und der Wagen brannte mal wieder. Er stellte den Wagen ab und danach explodierte dann noch etwas im Heck. Jedenfalls flogen da mächtig viele Teile aus dem Wagen und rechte, hintere Seite sah ziemlich gerupft aus.

- Lotus hatte mal wieder ein Rennen zum Vergessen. Beide Wagen vielen mit technischen Problemen aus, was in diesem Jahr wieder sehr oft passiert. Zwar ist man schneller als Virgin und HRT und auch die Rennpace ist ok, aber den großen Schritt hat man in diesem Jahr nicht noch gemacht.

Die Formel Eins geht jetzt in die Sommerpause. Das bedeutet im übrigen auch, dass in den Werkstätten nicht gearbeitet werden darf und die meisten Angestellten im Urlaub sind. Es bedeutet aber nicht, dass man nicht zu Hause weiter arbeiten darf. Dennoch – beim Rennen in Spa Ende August wird sich in der Rangfolge vermutlich wenig verändern.

Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Hungary 110168377KR039_F1_Grand_Pri 110168377KR036_F1_Grand_Pri 110168377KR033_F1_Grand_Pri 110168356KR219_F1_Grand_Pri 110168356KR037_F1_Grand_Pri 110168377KR041_F1_Grand_Pri OLYMPUS DIGITAL CAMERA GP UNGHERIA F1/2011 F1_Ungarn_2011_3 F1_Ungarn_2011_4 Formula One World Championship, Rd 11, Hungarian Grand Prix, Race, Budapest, Hungary, Sunday 31 July 2011.. Formula One World Championship, Rd 11, Hungarian Grand Prix, Race, Budapest, Hungary, Sunday 31 July 2011.. Formula One World Championship, Rd 11, Hungarian Grand Prix, Race, Budapest, Hungary, Sunday 31 July 2011.. Formula One World Championship, Rd 11, Hungarian Grand Prix, Race, Budapest, Hungary, Sunday 31 July 2011.. F1_Ungarn_2011_9 F1_Ungarn_2011_10 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Hungary Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Hungary F1 Grand Prix of Hungary - Previews F1 Grand Prix of Hungary - Race F1_Ungarn_2011_16 F1_Ungarn_2011_17 F1_Ungarn_2011_18 F1_Ungarn_2011_19 2011 Hungarian Grand Prix 2011 Hungarian Grand Prix F1_Ungarn_2011_22 F1_Ungarn_2011_23

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July 27 2011

15:23

Formel Eins: James Allen Strategiereport – Nürburgring

Beim Rennen zum Grossen Preis auf dem Nürburgring konnte man drei Fahrer in drei verschiedenen Wagen sehen, die fast gleichschnell waren.

Wie der Sieger Lewis Hamilton festgestellt hat, ging es vor allem darum, perfekt zu sein und keine Fehler zu machen. Das galt für die Strategen ebenso, wie für die Boxenmannschaft und die Fahrer. Am Ende basierte der Sieg auf einer außergewöhnlichen Fahrerleistung und einer gut ausbalancierten Strategie. Aber weiter hinten im Feld konnte man einige unterschiedliche Strategien sehen, die das Rennergebnis bestimmten. Vor allem bei Adrian Sutil, der als sechster vor den deutlich schnelleren Mercedes ins Ziel kam.

Die wichtigste Frage für die Strategie in Deutschland war, wie sich die Performce der langsamen Medium Reifen entwicklen würde. Wenn die Differenz zwischen dem “Soft” und dem “Medium” Reifen bei rund 1.5 Sekunden lag, dann waren 2 Stopps angesagt. Wäre die Differenz größer, dann wären drei Stopps die richtige Wahl, wobei der letzte Stint auf den “Medium” Reifen sehr kurz sein würde.

Am Freitag stellte sich raus, dass die Langlebigkeit der Reifen besser war, als erwartet. Also sah die 2-Stopp-Strategie nach einer guten Option aus. Aber der heftige Regen am Samstagabend reinigte die Strecke, und das brachte einige Leute auf die Idee einer 3-Stopp-Strategie, weil man dachte, dass der Kurs wieder sehr “grün” war.

In den Zeiten von Bridgestone hätte dieser Umstand zum bekannten Graining geführt, aber in Deutschland passierte nicht bei den Pirelli-Reifen. Tatsächlich konnte man sehen, dass es weniger Grip gab und die Rundenzeiten langsamer waren, aber das führte auch dazu, dass die Pneus länger hielten und die “grüne” Strecke schadete ihnen nicht.

Der Dreikampf an der Spitze

Man sollte nicht vergessen, dass die selbst die 3-Stopper an der Spitze in Sachen Stintlänge eher ein 2-Stopp-Rennen fuhren. Webber absolvierte zum Beispiel 26 Runden auf seinem dritten Satz weicher Reifen. Man wollte die “Medium” Mischung vermeiden und stoppte so spät wie möglich. Zwei Fahrer gingen noch weiter: Vettel und Massa. Sie kamen erst in der letzten Runde an die Box.

Bei den Führenden gelang es Webber, der seine Pole am Start an Hamilton verloren hatte, bei seinem ersten Stopp in Runde 14 Hamilton per Undercut vom ersten Platz zu verdrängen. Webber lag vor seinem 0,5 Sek. hinter Hamilton, als er an die Box kam. Eine schneller Stopp von Red Bull und zwei sehr schnelle Out-Laps von Webber brachten wieder in Front. Er versuchte einen Vorsprung heraus zu fahren, aber Lewis war schneller in den Sektoren 1 und 3, also wusste Webber, dass es nicht sein Tag werden würde.

Weil er die Reifen zu Beginn des Stints sehr belastet hatte, war seine Pace am Ende des zweiten Stints nicht mehr gut. Er versuchte erneut den Undercut, aber das klappte nicht. Hamilton und Alonso hatten weiche Reifen, die Runden frischer waren, und konnten etwas zulegen, als Webber stoppte. Der Stopp des Australiers war 0,8 Sekunden langsamer als der erste Stop und am Ende war er nur noch auf Platz 3.

Hamilton und Alonso kamen zusammen zum ersten Stopp, aber bei Stopp Nummer 2 kam Hamilton eine Runde früher. Die In-Lap von Alonso war 0,7 Sekunden schneller, als die von Hamilton und seine Boxencrew war 0,4 Sekunden schneller. Interessant war, dass die Outlap von Hamilton auf frischen Reifen nicht schneller war, als die des Spaniers auf gebrauchten Reifen. Das zeigte, dass nicht immer der erste Stopper einen Vorteil haben muss.

Alonso kam nach seinem Stopp auf P1 auf die Strecke, aber der Ferrari bekommt die Reifen nur langsam auf Temperatur, so dass Hamilton den Konkurrenten in Turn 2 überholen konnte. Die Strategie von Ferrari stimmte auf dem Papier, funktioniere aber nicht in der Realität.

Webber hatte den Undercut beim ersten Stopp geschaff, aber ein früher Stopp half weder ihm noch Hamilton beim zweiten Boxenhalt. Das kann man teilweise damit erklären, dass das Gewicht des vollen Tanks im ersten Stint den Reifen schadet, dies aber beim zweiten Stopp nicht mehr der Fall ist und zudem die Pirelli Reifen relativ lang halten.

Als es um den letzten Stopp ging, bei dem man auf die Medium-Mischung wechseln musste, suchte man Hilfe und fand die in Form von Vitaly Petrov und Kamui Kobayashi. Maldonado hatte schon in Runde 35 auf die Medium gewechselt, aber seine Rundenzeiten waren zu wechselhaft. Als Petrov in Runde 46 an die Box kam und persönlich schnellste Sektorenzeiten hinlegt und Kobayahsi schneller als sein Teamkollege war, der noch auf der “Soft” Mischung unterwegs war, wurde es McLaren klar, dass man langsam auf die “Medium” Reifen wechseln sollte.

Webber war zu dem Zeitpunkt aus dem Rennen und lag mit 8 Sekunden Rückstand auf Platz 2 hinter Alonso. McLaren holte Hamilton in Runde 51 rein, aber Ferrari reagierte nicht. Man ließ Alonso zwei weitere Runden draussen, weil man über die eigene Pace auf den Mediums besorgt war. Der Speed von Hamilton war nach seinem letzten Stopp sofort gut, also hatte er den Rennsieg in der Tasche. Webber versuchte etwas länger draussen zu bleiben, aber er lag zu weit zurück und kam nicht mehr ran.

Sutil vs. Rosberg

Ein Highlight des Rennens war die Performance von Force India und Adrian Sutil. Ihm gelang ein perfektes Wochenende und am Ende kam er auf Platz 6, weit vor beiden Mercedes und dem Renault. Er hatte sich auf Platz 8 qualifiziert, 0,8 Sekunden hinter Rosberg. Ihn aus dieser Position zu schlagen, ist schon eine Leistung.

Das Duell Sutil gegen Rosberg war ein gutes Beispiel, wie zwei Boxenstopps besser funktionieren können, als drei. Force India war eines der Teams, bei dem die Simulationen zeigten, dass zwei Stopps besser als drei waren, weil man nicht im Verkehr stecken bleiben konnte und Fehler bei einem zuzsätzlichen Stopp wegfielen.

Sutil stoppte in den Runden 22 und 48, Rosberg kam in den Runden 14, 36 und 53 an die Box. Ihre Rundenzeiten waren im ersten Stint zunächst sehr ähnlich, aber danach hatte Sutil einen Vorteil. Der Mercedes geht mit den Reifen nicht so schonend um und Sutil fuhr eine Lücke von vier Sekunden zu und lag hinter Rosberg, als der zu seinem ersten Stopp kam. Der Mercedes ist, wie man in der Quali sehen konnte, der schnellere Wagen, aber gegen die Reifenabnutzung waren sie machtlos und dem Force India gelang es einen Vorsprung von 10 Sekunden heraus zu fahren.

Sutil überzeugte das gesamte Wochenende und es gelang ihm, die Medium Reifen in den Griff zu bekommen. Er konnte seine Pace auf der härteren Mischung halten und fuhr seine schnellste Rundenzeit neun Runden, nach dem er an der Box war. Anderen Teams fiel es schwerer, die Medium-Mischung in der kalten Umgebung auf Temperatur zu bekommen.

Die richtige Spritmenge

Die Regenwahrscheinlichkeit am Ring hatte einen großen Einfluss auf die Benzinstrategie im Rennen. Eine Menge Strategen füllten etwas weniger Sprit in den Wagen, weil man dachte, dass es regnen würde. Das führte dann wieder dazu, dass viele Fahrer gegen Ende des Rennens Benzin sparen müsste. Und das ist auch der Grund, warum Alonso am Ende um vier Sekunden zurück fiel und er nach der Zieldurchfahrt stehen blieb. Nachdem McLaren den gleichen Fehler bei Hamilton in Silverstone gemacht hatte, war die zumindst etwas klüger geworden.

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June 23 2011

15:35

Formel Eins: Vorschau Valencia 2011

Die Formel Eins macht zum zweiten Mal Halt in Spanien, dieses Mal in Valencia. Das Rennen dürfte dank der Pirelli auch etwas besser als sonst werden. Außerdem hat sich in den letzten Tag viel hinter den Kulissen getan.

Die FIA hatte es angedroht, nun hat sie es auch umgesetzt. Das “Engine Mapping” in der ECU ist verboten. Was genau hatten die Team gemacht? Die Standardelektronik (ECU) bietet allen Hersteller einen gewissen Spielraum für ihre Programmierung. Das muss ja auch so sein, da die Motoren unterschiedliche “Mapping” fahren. Das sind die Programme, mit denen man zum Beispiel den Verbrauch oder den Zündzeitpunkt verändern kann. Innerhalb dieses Mappings kann man auch mit dem elektronischen Gaspedal spielen. Renault und Red Bull waren die ersten, die die bei hohen Drehzahlen mit einigem Wumms ausgestoßenen Abgase nutzten, um den Diffusor auch dann anzublasen, wenn der Fahrer in einer Kurve vom Gas gehen muss. Der Fahrer bremst vielleicht, die Motordrehzahl bleibt aber oben und so bekommt man mehr Abtrieb. Und genau das ist schon ab Valencia verboten.

Im nächsten Schritt werden dann ab dem Rennen in Silverstone die sogenannten “heiß” angeblasenen Diffusor verboten. Die Abgase dürfen also nicht mehr durch den Diffusor oder den Unterboden in Richtung Diffusor geleitet werden, was vor allem Red Bull und Renault treffen sollte. Aber auch Ferrari, McLaren, Mercedes, Sauber und Williams hatten in den letzten Monaten das System adaptiert. Für alle Teams bedeutet dies, dass sie ihre Abgasführung und ihre Unterböden zumindest ab England komplett neu gestalten müssen. Ein ziemlicher Aufwand und vor allem hinterlässt es einige Fragen, was die Performance der Teams ab dem britischen GP angeht.

In Valencia sollte die alte Hackordung noch gelten, zumal der Kurs wenig schnelle Kurve bietet, die einen angeblasenen Diffusor bevorteilen. Dennoch hilft das Verbot des Mapping vor allem den kleinen Teams, darunter Williams, denn Cosworth hat das bisher nicht im Angebot gehabt.

Weiter vorne wird Red Bull weiter dominieren, aber McLaren ist nicht mehr weit weg. Das Rennen in Kanada und vor allem die Quali, verzerrte wegen des Wetters den Stand der Dinge ein wenig, von daher ist es schwer zu sagen, wie nahe McLaren wirklich dran ist. Da wird man abwarten müssen. McLaren machte jedenfalls einen starken Eindruck, das gilt auch für die letzten Rennen in Valencia.

Bei Ferrari bin ich mir weiterhin nicht sicher, wo die eigentlich genau stehen. In Kanada hat man mit Pech ein besseres Ergebnis verpasst, aber auch hier gilt, dass das Wetter einiges verzerrt hat. In Valencia könnte den Italienern entgegen kommen, dass es sehr heiss werden soll, am Renntag bis zu und gar mehr als 30 Grad. Dem Ferrari scheinen höhere Temperaturen zu besser zu liegen, dazu kommt, dass Pirelli am Wochenende die Mischungen Medium/Soft anrollt. Medium klingt spannend und eigentlich gut für Ferrari, aber beim “neuen” Reifen handelt es sich um die alte “hart” Komponente von Pirelli. Und die lag dem F150 nun mal überhauüt nicht.

Von Mercedes erwarte ich eigentlich nicht sonderlich viel. Bisher zeigte man eine durchwachsene Leistung und man kann froh sein, wenn man mit Ferrari mithalten kann. Großer Gegener in der WM ist aber nicht Ferrari, Red Bull oder McLaren, sondern Renault, die punktemäßig mit den Stuttgartern auf Augenhöhe liegen. Das ist dann schon etwas ernüchternd, liegt das Budget von Renault doch wohl deutlich unter dem von Mercedes. Die Augen werden sich vermutlich in Valencia wieder auf Michael Schumacher richten. Dessen Rennen in Montreal zeigte mal wieder einen Schumacher in guter Form, aber ob das ein “one off” war, oder Schumacher auch ohne Regen seine alte Form gefunden hat, wird sich noch erweisen müssen.

Bei Renault hängt der Haussegen immer noch schief. Es gibt erstaunlich viele Umbesetzungen in der Führungsspitze und Nick Heidfeld steht deutlich in der Kritik. In Kanada zeigte er erst ein gutes Rennen, dass er dann aber durch den Felher hinter Kobayasgi wegwarf. Da hätte ein Podium drin sein können. Gleichzeitig verstärken sich die Gerüchte, dass das Team mit dem Geld etwas knapp ist. Angeblich wartet Motorenlieferant Renault auf eine zweistellige Summe und bei der Group Lotus weiß man nicht so recht, was man machen soll. Die Woche tauchten schon Gerüchte auf, dass Bruno Senna mit seinem Sponsorgeldern Nick Heidfeld ersetzen könnte, die aber vermutlich doch etwas aus der Luft gegriffen sind.

Immerhin scheint es so, dass Renault sich nun auch etwas vom Mittelfeld abgesetzt hat. Sauber machte in den letzten Rennen nicht den Eindruck, als könne man bei der Entwicklungsgeschwindigkeit der “Großen” mithalten. Die Schweizer sind aber immer noch schneller als Force India, deren jungen Designerteam sich aber offenbar so langsam findet. Der Wagen ist besser geworden, die Ergebnisse sind allerdings noch nicht da. Vor allem nicht bei Adrian Sutil, der in diesem Jahr sogar ein wenig im Schatten von Newcomer Paul di Resta steht. Hinzu kommt, dass es jetzt wohl doch einen Anzeige gegen Sutil wegen der Prügelei in Shanghai geben wird. Vijay Mallya hat sich bisher nicht klar dazu geäußert, was er im Falle eine Anklageerhebung machen möchte. Sutil weiterfahren lassen? Oder doch lieber Hülkenberg mal ranlassen und Sutil so lange parken, wie er rechtliche Probleme hat?

Weiter hinten gibt es wenig Neuigkeiten, von daher lassen ich die mal weg. Deutlich interessanter ist dagegen, was sich hinter den Kulissen tut. Denn offenbar rebellieren die Teams gegen die von Max Mosley und Jean Todt angestrebte Lösung, einen Vierzylinder-Turbo ab 2013 in der F1 einzusetzen. Das Datum hat man schon mal auf 2014 verschoben und offenbar haben die Teams zusammen mit der Technischen Arbeitsgruppe der FIA beschlossen, dass man lieber auf einen V6-Turbo mit 1.6 Liter Hubraum setzen möchte. Das ist auch eine “Lex Ferrari” die mit dem Vier-Zylinder einfach nicht glücklich werden, weil der sich nicht verkaufen lässt. Man darf davon ausgehen, das die V6-Lösung kommen wird.

DRS gibt es auch wieder in Valencia und zwar wieder in zwei Zonen mit einem Messpunkt. Der Messpunkt ist vor T8. Die erste DRS-Zone reicht von Mitte T11 bis zum ersten Anbremspunkt, dann wieder nach T14 bis zum nächsten Anbremspunkt.

Zum Schluss noch ein sehr kurze Einschätzung von Cara Tredget, Shell Technology Manager bei Ferrari, zum Thema Sprit in Valencia. Eine längere Audio-Einschätzung folgt vielleicht noch, da warte ich auf die Freigabe.


Cara Tredget looks ahead to the European GP</a> <i>von aa<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">racingblog_tv

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May 30 2011

06:18

Formel Eins: Analyse GP Monaco 2011

Ein wirklich sehr gutes Rennen lieferte die Formel Eins in Monaco ab. Es hatte wirklich alles: Strategie, Dramen und Spannend, aber leider auch eine unschöne Schrecksekunde.

Sebastian Vettel ist ein Glückspilz und jemand, der seit Fernando Alonso der erste Fahrer sein könnte, der seinen Titel verteidigen könnte. Denn wer fünf von sechs Rennen gewinnt und in dem anderen Rennen zweiter wird, der hat hält alle Trümpfe in der Hand. Dabei hatte man nach den freien Session, in denen Red Bull nicht gut aussah, schon gehofft, dass der aerodynamisch anspruchsvolle RB7 vielleicht auf der langsamen Strecke in Monaco etwas schwächeln könnte, da er seine guten Abtriebswerte nicht umsetzen kann. Aber in der Quali sah es dann doch wieder anders aus, als Vettel der Konkurrenz eine Zeit um die Ohren haute, die niemand schlagen konnte. Das hatte auch mit dem, glücklicherweise, glimpflich ausgegangenen Chrash von Sergio Perez zu tun, weil McLaren bei Hamilton auf eine falsche Quali-Strategie gesetzt hatte, aber ehrlicherweise muss man sagen, dass niemand die Zeit hätte schlagen können. Zum Können von Vettel gesellte sich im Rennen dann auch noch jede Menge Glück, denn beim Boxenstopp machte sein Team einen großen Fehler und doch das Richtige.

Das Rennen war teilweise regelrecht chaotisch, weil sich erst spät die Strategien heraus kristallisierten, die dann aber wegen der Unterbrechungen über den Haufen geworfen wurden. Schon vor dem Start war klar, dass vor allem einige Hinterbänkler auf eine riskante Ein-Stopp-Strategie setzen würden. Die logische Alternative hieß eigentlich 3 Stopps, weil die Supersoft bis zu 1.5 Sekunden pro Runde mehr brachten, wenn man denn freie Fahrt hatte. Gleichzeitig konnte man aber nicht riskieren, die harten Reifen (Medium) zu lange drauf zu lassen, auch wenn Ferrari und Red Bull mit einem 30 Runden Stint experimentiert hatten.

Der Start lief erstaunlich reibungslos, sieht man mal von Michael Schumacher ab, dessen Wagen laut seiner Aussage beim Start plötzlich in den “Anti-Stall” geriet. Damit die ausgelöst wird, muss die Drehzahl in den Keller fallen, also hat Schumacher entweder die Kupplung zu schnell kommen lassen, oder mit der Startkupplung stimmte generell etwas nicht. Ich vermute eher letzteres, denn die Starts von Schumacher waren in diesem Jahr immer gut. Der Ex-Weltmeister fiel auf P10 zurück, schnappte sich aber in einem sehenswerten Manöver vor der Loews Lewis Hamilton, der einfach nicht aufgepasst hatte. Schumacher machte sich auf, Petrov zu überholen, doch dann brachen plötzlich seine Hinterreifen ein. Er meldete Graining und konnte rundenlang nur mit Mühe Hamilton hinter sich halten, der dabei viel Zeit verlor. Als der Brite endlich vorbei ging kam Schumacher dann an die Box und versank im Hinterfeld. Nicht viel besser erging es Rosberg, der ebenfalls Richtung P18 verschwand und sich im Rennen nie mehr in Szene setzen konnte. Schumacher hatte zudem einen Kabelbrand in der Airbox, was seinen Renntag dann endgültig versaute. Ich war über die miserable Pace der Mercedes ehrlich überrascht, denn deren kurzer Radstand sollte eigentlich in Monaco ein Vorteil sein. Statt dessen zeigte sich mal wieder, dass der MGP02 im Renntrimm ca. 1 bis 1.5 Sekunden langsamer als Red Bull, McLaren und Ferrari ist.

Vorne konnte sich Vettel zunächst absetzen, aber dann gingen auch bei ihm die Reifen ein und sein Vorsprung blieb bei rund 4 Sekunden auf Button, der wiederum Alonso vor sich hatte. Derweil wütete Hamilton weiter durchs Feld und legte sich mit Massa an, der eindeutig langsamer war.

Mit den ersten Boxenstopps kam Bewegung in die Spitze. Alonso kam früh, schaffte aber den Undercut nicht, Vettel kam in Runde 19 und hier ereignete sich dann ein Fehler. Geplant war, dass Vettel mit den Supersoft einen weitern 20 Runden Stint fahren sollte, damit seinen Vorsprung evtl. noch etwas ausbauen kann. Durch einen Fehler in der Boxenkommunikation entschied man sich aber die Medium-Reifen zu nehmen und schraubte sie drauf. Die Entscheidung war so knapp, dass die Reifen noch nicht mal komplett fertig waren, als Vettel stand. Doch der Fehler sollte sich am Ende als Glücksgriff erweisen.

In Runde 34 räumte Hamilton Massa zunächst in der Loews ab, als er ein sehr optimistisches Überholmanöver startete. Die Teile flogen, beide fuhren weiter und nebeneinander in den Tunnel. Dort kam Massa auf die schmutzige Spur und legte den Ferrari in die Wand. Das Safety Car kam raus. Jetzt wäre die ideale Gelegenheit gewesen, Vettel wieder rein zu holen, man entschied sich aber dagegen, während der Rest hinter ihm wechselte. Red Bull hatte genug Zeit zu reagieren, keine Ahnung, warum man ihm zu dem Zeitpunkt nicht rein geholt hat, um ihm zumindest neue Medium zu geben. Auf der anderen Seite waren die Medium ja noch frisch, vermutlich spekulierte man auf eine weitere SC-Phase.

Nach dem Restart blieb dann vorn alles beim Alten. Vettel führte, konnte sich aber nicht richtig von Alonso lösen. Button war auf einer Dreistopp-Strategie, klemmte aber hinter Alonso und wartete ab. Richtig bunt wurde es dahinter, denn durch das Wechselchaos lag plötzlich Adrian Sutil auf P4, gefolgt von Kobayahsi und Webber, bei dem der ersten Stopp nicht funktioniert hatte. Dahinter sammelte sich dann eine bunte Truppe mit Petrov, dem sehr erstaunlichen Maldonado und Hamilton, dessen Halskrause auf doppelte Größe angeschwollen war, nachdem die Rennleitung sein Manöver gegen Massa mit einer Durchfahrtsstrafe belegt hatte. Der Brite feuerte seinen McLaren dann wieder durchs Feld, lag aber auf P8.

Das Rennen blieb aber auch in der sonst eher ruhigen mittleren Phase sehr spannend, weil sich ab P4 zwischen Sutil, Kobayashi und Webber ein schöner Dreikampf entwickelte, dahinter lauerte Maldonado mit etwas Abstand.

Klar war aber, dass die durch den Boxenfehler von Red Bull erzwungene Strategie in die Hose zu gehen drohte. Die Reifen von Alonso waren jetzt auch nicht die frischesten, aber 15 Runden jünger als die von Vettel. Und von hinten raste Button auf ganz frischen Reifen ran, der einen 15 Sekunden Rückstand in wenigen Runden pulverisierte und Alonso im Genick hing. 10 Runden vor Schluss sah alles nach einem großartigen Finish aus. Vettel war auf seinen alten Reifen ein “sitting duck”, Alonso hatte aber Probleme beim rausbeschleunigen und kam nicht nah genug an Vettel ran. Dahinter wartete Button, der locker hätte eine Sekunde schneller fahren können, und schaute sich an, was die beiden da vor ihm machten. Intelligent wie Button ist, griff er Alonso nicht sofort an, denn das hätte wiederum Zeit gekostet und Vettel wäre weg gewesen. Als er dann 7 Runden vor Schluss mehr Druck machte, liefen die Drei auf eine riesige Kampfgruppe auf.

Zuvor hatte Kobayashi endlich Sutil geschnappt, in dem er ihn allerdings etwas unsanft vor der Loews zur Seite gedrückt hatte, wo für der Japaner nach dem Rennen noch verwarnt wurde. Sutil hatte daraufhin einen Reifenschaden und hielt den Betrieb auf, der aus Maldonado, Hamilton, Petrov, Alguersuari und den drei Führenden bestand. Nach der Tabac-Kurve rutschte Sutil in die Leitplanken und rodelte über die Strecke. Maldonado kam noch vorbei, Hamilton bremste vorsichtshalber, was zu einer Kettenreaktion führte. Alguersuari fuhr Hamilton ins Heck, Petrov erwischte den Toro Rosso und er knallte im stumpfen Winkel in die Leitplanken. Der Unfall sah gar nicht heftig aus, aber Petrov blieb sitzen und beklagte sich über Schmerzen in den Beinen. Er musste geborgen werden und das Rennen wurde unterbrochen. Am Ende stellte sich raus, dass Petrovs Beine zwar eingeklemmt waren, es gebrochen hatte er sich glücklicherweise nichts.

Die rote Flagge war die Rettung für Vettel, dessen Reifen sieben Runden vor Schluss komplett fertig waren. Ob Alonso vorbei gekommen wäre, ist eine andere Frage, auch was Button gemacht hätte. Aber ein kleiner Rutscher von Vettel, und die Sache wäre für Alonso ausgegangen.

So konnte man in der Unterbrechung die Reifen wechseln, was laut Regeln erlaubt ist. Ein wenig unverständlich ist das schon, in anderen Serien darf man erst wieder an den Wagen arbeiten, wenn “Rot” aufgehoben ist. Auf der anderen Seite: Auf kalten, abgefahrenen Reifen zu starten ist auch ein Sicherheitsrisiko, gerade in Monaco. Damit konnte aber Vettel bequem die Reifen wechseln und auf Supersoft gehen, womit die Sache dann klar war. Immerhin konnte Alonso mit P2 das beste Ergebnis für Ferrari in diesem Jahr einfahren.

Hamilton war allerdings noch nicht so ganz fertig mit sich, dem Rennen und der Konkurrenz. Er hing nach dem sehr ruhigen Restart, als noch fünf Runden zu fahren waren, hinter dem wirklich sehr gut fahrenden Maldonado fest, der P5 inne hatte. Aber der McLaren Pilot räumte den Williams vor St.Devote einfach ab. Er war nicht mal auf gleicher Höhe und zog innen rein. Schade für Maldonado und Williams, die immerhin noch Barrichello auf P10 brachten. Hamilton bekam für die Aktion nach dem Rennen noch eine 20 Sekunden Strafe aufgebrummt, die aber nichts mehr am Ergebnis änderte.

Doch der Weltmeister von 2008 war immer noch nicht fertig mit sich und der Welt und in einem bemerkenswerten Interview bei der BBC nannte er die Fahrer, die ihm, seiner Meinung nach, im Weg gestanden hatte, “stupid” und meinte, wohl im Scherz, dass man ihn vielleich wegen seiner Hautfarbe so oft zu den Kommissaren bitten würde. Ein Transskrip des Interviews hat Adam Cooper. Hamilton entschuldigte sich später bei der FIA für seine Aussagen. Aber irgendeiner sollte ihm vielleicht mal einen Klaps auf den Hinterkopf geben. Nicht wegen des schlechten Witzes, sondern wegen seiner unsportlichen Aussagen gegenüber den Kollegen.

Schnell ein Blick auf die anderen Teams

- Renault hatte ein desaströses Wochenende, denn dem Wagen lag die Strecke überhaupt nicht. Warum man mal gut, dann wieder unterirdisch schlecht ist, kann man auch nicht sagen, aber der R31 ist mal wieder so eine Wundertüte. Petrov schaffte es bis zu seinem Unfall in die Punkte, Heifeld kam immerhin auf P8.

- Force India hatte eine fantastische Strategie die Sutil auf P4 brachte, bis von Kobayashi mit Bande überholt wurde. Trotz Reifenschadens kam Sutil auf P7 nach Hause, was wichtige Punkte sind. Di Resta hatte Sutil in der Quali zwar mal wieder geschlagen, erlaubte sich dann aber viele Fehler im Rennen.

- Toro Rosso blieb unauffällig und langsam. Buemi holte sich dann noch P9.

- Lotus war nicht schlecht unterwegs, warum man allerdings nicht wie Sauber auf eine Ein-Stopp-Strategie gesetzt hatte, war etwas rätselhaft.

- HRT schaffte es nicht allzu sehr im Weg zu stehen und brachte beide Wagen ins Ziel

- Bei Virgin fiel Glock aus, und D’Ambrosio schaffte es vor den HRT zu bleiben.

Red Bull schwimmt im Moment nicht nur auf einer Erfolgswelle, sondern hat auch unverschämtes Glück. Hätte man nicht Fehler beim Stopp gemacht, Vettel hätte gegen Alonso verloren. Fragt sich halt, wann das Glück aufgebraucht ist und der Fehlerteufel mal zuschlägt. Aber selbst wenn – Vettel hat 58 Punkte Vorsprung auf Hamilton, auf Alonso sind es schon 74 Punkte. Aber es sind noch 13 (mit Bahrain evtl. 14) Rennen zu fahren, da kann noch viel passieren.

Das nächste Rennen ist in Kanada. Die Strecke in Montreal ist der von Adelaide Melbourne nicht unähnlich und dort gewann Vettel überlegen. Allerdings war McLaren im März noch mit einem halbfertigen Auto unterwegs, dessen Aerodynamik nicht fertig war. Das könnte dann in 14 Tagen anders aussehen, zumal KERS in Montreal eine sehr große Rolle spielen wird, was bisher der Schwachpunkt von Red Bull ist.

Monaco F1 Grand Prix - Race GP MONACO F1/2011 GP MONACO F1/2011 F1_Monaco_2011_3 F1_Monaco_2011_4 F1_Monaco_2011_5 F1_Monaco_2011_6