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January 24 2014

10:40

USCC: 24H Daytona Vorschau 2014

Die Motorsportsaison 2014 startet traditionell mit dem 24-Stunden-Rennen in Daytona. In diesem Jahr ist vieles neu: die Serie, die Fahrzeuge und die Regeln.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie US-Protoypenserien ALMS und GrandAm gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist die USCC getreten, die United Sport Car Championship. Im Grunde hat man die beiden Serien einfach zusammengeworfen, denn man wird in diesem Jahr gleich mit fünf Klassen beglückt. Die LMP2, die GTLM und die PC aus der ALMS, die DP und die GTD aus der GrandAm. Da ist ein gewisses Regelchaos programmiert, auf der anderen Seite hat man ein riesiges Starterfeld. Allein in Daytona werden 67 Fahrzeuge an den Start gehen, was die Sache auf der Strecke auch nicht gerade einfacher machen wird.

DPs vs. LMP2

Spannend dürfte vor allem der Kampf um den Gesamtsieg zwischen den DP und den LMP2 werden. Die IMSA hat in den letzten Monaten lange getüftelt, damit die beiden sehr unterschiedlichen Prototypen im Rennen einigermaßen gleichauf liegen. Dabei hat man sich vor allem die DP und deren Abtriebswerte zur Brust genommen, die weit unter jenen der LMP2 lagen. Mittels eines neuen Hecks und eines Diffusors hat man die DP in den Kurven schneller gemacht, dazu kam eine kräftige Erhöhung der Motorleistung. Zusätzlich dürfen die DP jetzt auch mit Carbonbremsen ausgestattet werden. Die Überarbeitung war nicht problemlos, bei den ersten Tests in November verunfallten zwei Daytona Prototypen schwer, weil ein Reifen platzte. Diese Probleme hat man dank verstärkter Reifen wohl in den Griff bekommen, bei den letzten Tests vor wenigen Wochen konnten die DP problemlos ihre Stints absolvieren.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie LMP2 ist mit vier Chassis vertreten: HPD, Oreca (Morgan), Mazda und dem Delta-Wing. HPD und Oreca hat man in Sachen Motorleistung etwas eingebremst und das Gewicht wurde zunächst auf 960 kg angehoben. Mittlerweile hat man die 60kg wieder rausgenommen, die Fahrzeuge sind also mit ihrem Normalgewicht unterwegs. Mazda startet mit einem Diesel und ist damit ebenso etwas außer Konkurrenz unterwegs wie der Delta Wing.

Die vielen Änderungen haben zumindest dazu geführt, dass die DP in Daytona wieder die schnellsten Prototypen sind. Auf der Geraden wurden rund 193 mph gemessen, die LMP2 waren 5 bis 8 Meilen langsamer. Auch bei den Rundenzeiten haben die DP weiter die Nase vorne. Bei den Vortests in der ersten Januarwoche lagen auf den ersten sechs Plätzen die DP, der Abstand zum schnellsten LMP2 von Extreme Motorsport betrug rund eine Sekunde (1:38.630 vs. 1:39.750). Das waren allerdings Zeiten, die auf freier Strecke gefahren wurden – ein Luxus, den man im 24h-Rennen nur selten haben wird.

Dennoch werden die LMP2 in den ersten Stunden des Rennens vermutlich nicht vorne zu sehen sein. Im Verlauf des Rennens wird sich das allerdings wieder ändern, denn dann kommt die Strategie zum Tragen. Die DP werden wohl zwischen 21 und 23 Runden fahren können, die P2 zwischen 23 und 25 Runden. Am Ende könnte hier der Schlüssel zum Sieg liegen.

Ein Blick zu den Teilnehmern der beiden Klassen, aus Platzgründen beschränkt auf die wichtigsten Starter:

DP:

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingAction Express – Corvette DP
#5 Joao Barbosa – Christian Fittipaldi – Sebastien Bourdais – Burt Frisselle

Die übliche Besetzung bei Action Express, die waren bei fast allen Tests auch die schnellsten. Die Besetzung ist sehr stark, alle Fahrer verfügen über viel Erfahrung in 24h-Rennen. Friselle, Barbosa und Fittipaldi haben das Rennen schon gewinnen können.

Michael Shank Racing – Riley DP / Ford
#60 John Pew – Oswaldo Negri Jr. – AJ Allmendinger – Justin Wilson

Kein Underdogteam, aber bisher lief es bei den Tests noch nicht ganz so gut, wie man es sich erhofft hatte. Die Besetzung ist allerdings für einen Sieg gut. Ob man sich aber gegen Ganassi und Konsorten wird durchsetzen können?

Spirit of Dayona – Corvette DP
#90 Richard Westbrook – Michael Valiante – Mike Rockenfeller

Die waren bei allen Tests extrem schnell, hatten im November allerdings auch einen schweren Unfall, als Westbrook sich mehrfach überschlug. Ganz klare Favoriten in Daytona. Wie überhaupt die Corvette Chassis gegen über den alten Rileys im Vorteil sind.

Gainsco/Bob Stallings Racing – Corvette DP
#99 Alex Gurney – Jon Fogarty – Memo Gidley – Darren Law

In Daytona ist das Team meist vom Pech verfolgt, aber die Besetzung ist schon allererste Güte. Während andere Teams meist noch einen Fahrer an Bord haben, dem etwas die Erfahrung fehlt, ist diese Fahrerpaarung über alle Zweifel erhaben. Das kann sich bei einem engen Rennen durchaus auszahlen.

Chip Ganassi Racing – Riley DP / Ford
#01 Scott Pruett- Memo Rojas – Jamie McMurray – Sage Karam
#02 Scott Dixon – Tony Kanaan – Marino Franchitti – Kyle Larson

Die Dauersieger bei den 24h, dieses Jahr mal ohne Juan Pablo Montoya, dafür mit dem mir unbekannten Sage Karam. Der stammt aus der Indy Lights Series und ist gerade mal 18 Jahre alt. Da geht Ganassi ein ganz schönes Risiko ein. Der zweite Wagen sieht als Gaststarter Tony Kanaan. Beide Wagen sind mal wieder für einen Sieg gut.

Starworks Motorsport – Riley DP / Dinan
#78 Scott Mayer – Alex Popow – Brendon Hartley

Nicht ganz stark besetzt wie in den Jahren zuvor, auch wenn Brandon Hartley natürlich zu den schnellsten im Feld gehört. Starworks konzentriert sich in diesem Jahr aber etwas überraschend auf die LMPC-Klasse.

LMP2

Da gibt es vor allem alte Bekannte, die man trifft. Muscle Milk/Pikett haben sich ein Oreca-Chassis zugelegt und neben der Besetzung Luhr/Graf wird der sehr schnelle Alex Brundle in Daytona starten. Extreme Motorsport kommt mit zwei HPD, die sich bei den Tests als die schnellsten P2 vorgestellt haben. In einem Wagen werden Sharp/Dalziel/Brabham sitzen, im zweiten Pagenaud/van Overbeek/Brown/Lazzaro. Aus Europa kommt das aus ELMS und WEC bekannte OAK Racing, die auf Pla/Rusinov/Yacaman/Webb setzen. Starke Besetzung, bei den Tests fehlten allerdings 1,6 Sekunden auf den schnellsten DP.

Und dann wären da noch die beiden Mazda Diesel mit Tremblay/Hinchcliffe/Tom Long und Miller/Nunez/Vautier. Die werden aber im Rennen keine Rolle spielen, dafür sind sie zu langsam. Auch den Delta-Wing wird man vermutlich nicht allzu lange sehen. Wenn der Elan-Motor 24 Stunden durchhalten sollte, wäre das allein ja schon eine Sensation.

LMPC

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingAuch die Klasse gibt es noch in der USCC und sie hat sich erstaunlicherweise zu einem Sammelbecken von sehr guten Teams und Fahrern entwickelt. Man findet in der Entry-List (Link siehe unten) etliche Namen, die man aus der LMP2 kennt. Starworks und 8Star haben sich in diesem Jahr dazu entschlossen, in der PC-Klasse anzutreten.

Die LMPC haben der IMSA aber ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, denn die Wagen waren auf der Geraden schlichtweg zu langsam. Bei den ersten Tests waren die GTs deutlich schneller, ein Phänomen, dass man schon in der ALMS hier und da beobachten konnten. Daher hat man die GTs etwas einbremsen müssen, damit die PCs auf den Geraden auch vorbeikommen.

GTLM

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingIm Prinzip ist das die alte GT-Klasse aus der ALMS, in der auch die üblichen Verdächtigen antreten werden. Neu dabei in diesem Jahr: Porsche, die einen Werkseinsatz wagen. Die Autos werden von Porsche Nordamerika direkt eingesetzt und sind mit den Werksfahrern Tandy/Lietz/Pilet und Long/Bergmeister/Christensen besetzt. Der 991 hatte bei den Tests allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen, weil die Antriebswellen die Belastung in den Steilkurven nicht ausgehalten haben. Das soll aber mittlerweile behoben sein. Immerhin konnte man bei den Tests die schnellste Zeit in der GT-Klasse fahren.

General Motors schickt die komplett neue Corvette C7-R ins Rennen, die ebenfalls aus dem Stand sehr schnell scheint. Der neue Wagen war auch überfällig, nachdem man in den letzten zwei Jahren hinter die BMW und die Ferrari zurückgefallen war. Mit Magnussen/Garcia/Briscoe und Gavin/Millner/Lidell geht GM in Sachen Fahrer auch keine Risiken ein. Ob die C7 aber schon standfest genug ist, um 24 Stunden durchzuhalten? GM wird das Rennen auch als Test für das Rennen in Le Mans sehen.

BMW setzt in Zusammenarbeit mit RLL weiter auf den Z4. Bei der Fahrerbesetzung hat man alles an den Start gebracht, was gut und schnell ist. In einem Wagen sitzen Auberlen/Priaulx/Hand/Martine im anderen Dirk Müller/Edwards/Rahal/Werner. Besser kann man kaum unterwegs sein.

Mit leichten Sorgenfalten reisen die Ferrari nach Daytona. Den F458 hatte man in den letzten Jahren immer weiter eingebremst und so mehr oder weniger chancenlos gemacht. Kurz vor dem Rennen hat die IMSA allerdings die BoP etwas angepasst, sodass der Ferrari nun etwas mehr Luft und damit Leistung bekommt. Die Ferrari-US-Abteilung Risi setzt auf Fisichella/Bruni/Beretta/Malucelli, der zweite Wagen kommt von Krohn und ist mit Dumbreck/Bertolini/Jonsson/Krohn belegt.

Dann sind da noch die beiden Viper mit Farnbacher/Goosens/Hunter-Reay und Robert Bell/Bomarito/Wittmer. In Le Mans fuhr die Viper bekanntermaßen weit hinterher, in den USA ist die BoP-Einstellung allerdings anders. In der ALMS konnte die Viper ein paar Siege einholen, dementsprechend schnell ist man auch in Daytona, wie die Tests schon gezeigt haben.

Nicht neu, aber zumindest ungewohnt ist der Start eines Werks-Aston-Martin. Dave Richards setzt auf Mücke/Turner/Lamy/Stanaway/Della Lana und war bei den Tests gut dabei. Auf jeden Fall ein Wagen, der auf Sieg fahren kann.

GTD

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie GTD unterscheiden sich von den GTLM vor allem in Sachen Aerodynamik und Leistung. Im Grunde handelt es sich, grob gesagt, um die US-GT3-Variante. Die Klasse ist mit knapp 30 Fahrzeugen dann auch für die Hälfte des Feldes zuständig. Eine riesige Armada von Porsche ist am Start, aber auch fünf Audi R8 LMS, die teilweise mit Werksunterstützung unterwegs sind. Nachdem Flying Lizard Motorsports von Porsche zu Audi gewechselt ist, stellt das Team auch die Speerspitze der Ingolstädter dar. Mit Canache jr/Pumpelly/Pappas/Winkelhock hat man jedenfalls keine Amateurfahrer am Start.

Die Starterliste komplett durchzugehen, würde den Rahmen sprengen, aber es finden sich extrem gute Gaststarter wie Shane van Gisbergen, Marco Holzer, Marc Lieb, Nicki Thiim, Marc Basseng, Familie Bleekemolen, Filipe Albuquerque, Réné Rast, Toni Vilander, Timo Bernhard, Mika Salo, Kevin Estre, Augusto Farfus und Markus Palttala in der Startliste.

Die Strecke

Der Rundkurs in Daytona ist bekannt. Man fährt alle Steilkurven, biegt aber nach Turn 4 zunächst ins teils enge, teils sehr schnelle Infield ab. Dann geht es raus in T1 und T2. Damit man nicht zu schnell wird, hat man vor T3 eine durchaus flüssige Schikane eingebaut.

Das Wetter dürfte in diesem Jahr keine große Rolle spielen. Die USCC fährt auch bei Regen, aber die Regenreifen wird Continental wohl im Schrank lassen können. Angesagt sind knapp 18 Grad am Tag und 8 Grad in der Nacht. Ein Problem verursachte in den letzten Jahren immer wieder der Nebel, der vom Meer aus kommen kann. Da es aber nicht so feucht sein soll, dürfte dieses Jahr auch das Problem nicht existieren.

Übertragungen
MotorsTV wird das Rennen relativ lange übertragen, dazu kommt ein Livestream der IMSA, der dann ansetzt, wenn die großen Sender aussteigen.

Motors TV: Sa. 19:45 – 01:45 Uhr // So. 11:45 Uhr – 20:45 Uhr
Fox: Sa. 20:00 Uhr – 22:00 Uhr
Fox Sports 2: Sa. 22:00 – 03.00 Uhr
IMSA Livestream: So. 03:00 – 13:00 Uhr
Fox Sports 1: So. 13:00 Uhr – 21:00 Uhr

Ein Livetiming sollte es bei der IMSA geben.

Die Entrylist ist hier zu finden.

Spotterguide ist hier. Allerdings ist der dieses Jahr in Sachen Format etwas unglücklich ausgefallen.

Zu guter Letzt: Ich werde dieses Jahr vor Ort in Daytona sein. US-SIM-Karte vorausgesetzt sollte ich Internet haben und damit auch jede Menge Bilder und Infos von vor Ort senden können. Die laufen dann über Twitter ein. Sollte das mit dem Internet nicht klappen, gibt es dann später jede Menge Bilder aus Daytona.

(Bilder: “Courtesy of IMSA”)

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October 22 2013

07:00

IndyCar: Analyse MAVTV 500 – Das große Finale

Will Power konnte die letzten 500 Meilen der IndyCar Series 2013 für sich entscheiden. Die großen Sieger waren aber Scott Dixon und Chip Ganassi.

Scott Dixon mit der Trophäe (C) IndyCar Media/Chris Jones

Scott Dixon mit der Trophäe
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Vollkommen verdient hat sich Scott Dixon seine dritte Meisterschaft gesichert. Bis er sie in den letzten Runden gemütlich nach Hause fahren konnte, durchlebte aber auch Dixon ein aufregendes Rennen. Er war nur von Platz 17 ins Rennen gegangen und konnte sich auch lange Zeit nicht deutlich verbessern. Sein einziger Konkurrent Helio Castroneves hingegen arbeitete sich in den ersten sieben Runden von Platz 12 auf 3 nach vorne. Zwischenzeitlich übernahm Castroneves so die virtuelle Führung in der Meisterschaft. Etwa ab Rennhalbzeit wurden aber alle drei Ganassi-Piloten schneller und die Aussichten für Castroneves wurden schlechter. Seine letzten Hoffnungen wurden durch einen gebrochen Fronflügel zerstört und da Dixons Honda-Motor durchhielt, war die Meisterschaft entschieden.

Neben dem spannenden Kampf um die Meisterschaft hatte das Rennen aber noch viel mehr zu bieten. Von Rennbeginn an bestimmten die Penske- und Andretti-Piloten das Tempo an der Spitze. Dazu gesellten sich Tony Kanaan und der wieder sehr gut aufgelegte Sebastien Bourdais. Zwischen den Fahrern ging es sehr eng zu und bis zur ersten Caution ab Runde 71 wechselte die Führung fünfmal zwischen Will Power, Sebastien Bourdais, Ryan Hunter-Reay und James Jakes, während der ersten Runde der Boxenstopps.

Die erste Gelbphase wurde durch einem Unfall von Sebastian Saavedra ausgelöst, der mit einem Schnitt im Hinterreifen in Kurve 3 die Kontrolle über seinen Dallara verlor. Pippa Mann rutschte beim Versuch, Saavedra auszuweichen, ebenfalls in die Mauer. Für beide war das Rennen auf den Plätzen 24 (Saavedra) und 25 (Mann) beendet. Nach dem Restart machte vor allem Carlos Munoz, der kurzfristig den erkranken EJ Viso bei Andretti Autosport ersetzte, Druck. Er konnte eine deutlich tiefere Linie fahren und trotzdem die Geschwindigkeit auf die Geraden mitnehmen. Dieses Risiko ging aber nur bis Runde 100 gut, als er in Kurve 2 hart in der Mauer einschlug. Trotzdem hat er sich wieder für ein Cockpit empfohlen.

Durch die Gelbphase war das Feld natürlich wieder ganz dicht beisammen und reihenweise fuhren drei oder vier Piloten nebeneinander durch die Kurven. Auf Platz 16 liegend verlor Justin Wilson seinen Dallara in Kurve 2, als er zu lange mit seinem Hinterrad auf dem Teerstreifen zwischen zwei Asphaltbahnen fuhr. Josef Newgarden konnte Wilson noch gerade so ausweichen, kollidierte aber mit Oriol Servia und beide schlugen in die Mauer ein. Tristan Vautier konnte nicht ausweichen und traf Wilson seitlich in Höhe der Vorderradaufhängung. James Jakes und Simona de Silvestro beschädigten sich auch noch die Wagen. Für Jakes war das Rennen auf Platz 16 beendet, de Silvestro konnte nach zwei Runden Reparaturstopp weiterfahren.

Justin Wilson zog sich Brüche an der Hüfte, die nicht operiert werden müssen, sowie eine Quetschung der Lunge zu. Alle anderen Piloten blieben bei diesem, wie auch bei allen anderen Unfällen am Wochenende, unverletzt. Trotz der Verletzungen von Dario Franchitti in Houston und jetzt Justin Wilson muss man den DW12 Dallara ausdrücklich loben. Die Sicherheit der Piloten wurde durch die Einführung 2012 deutlich verbessert und steht der anderer Monoposto-Fahrzeugen ins nichts nach.

Spätestens mit diesem Massenunfall wechselte das Rennen in den Last-Car-Driving-Modus. Die Strecke war ziemlich dreckig und vor allem größere Teile aus Kunststofffolie setzten sich in die Kühler der Wagen. Marco Andretti musste regelmäßig die Leistung seines Triebwerks aufgrund von Überhitzung reduzieren und verlor so zwei Runden auf die Spitze. Ryan Hunter-Reay überfuhr ein Carbonteil und beschädigte sich einen Reifen. Durch den unplanmäßigen Stopp verlor er eine Runde und hatte später auch mit Überhitzung zu kämpfen. In Runde 142 stellte er seinen Dallara in der Box ab. Auch Takuma Sato (Platz 17), Graham Rahal (Platz 15), Simon Pagenaud (Platz 13), JR Hildebrand (Platz 11) und Charlie Kimball (Platz 10) mussten mit Motorschäden und/oder Überhitzung das Rennen beenden. Scott Dixon fuhr in Runde 229 unplanmäßig zur Kühlerreinigung an die Box. Sein Honda-Triebwerk blieb aber zum Glück intakt. Es war das einzige von Honda, das die 500 Meilen überstand.

An der Spitze des Feldes änderte dies jedoch wenig. Will Power verlor in Runde 111 den Kontakt noch ganz vorne, weil sein Visier gewechselt werden musste. Durch den ganzen Dreck auf der Strecke war es so verkratzt, dass er kaum noch etwas sehen konnte. Auch bei Helio Castroneves bereitete man einen Wechsel vor, führte ihn aber nicht durch. Weitere Piloten klagten über mangelnde Sicht. In Runde 134 eroberte Power aber schon wieder die Führung. Zu dieser Zeit wurden auch Scott Dixon und Alex Tagliani deutlich schneller und schoben sich in die Spitzengruppe zu Power, Hinchcliffe und Carpenter. Im Verkehr hatte nun aber Helio Castroneves mit einem übersteuernden Wagen zu kämpfen und verlor einige Plätze. Das Pendel der Meisterschaft schlug also deutlich in Richtung von Scott Dixon.

Durch Fahrfehler dezimierte sich das Feld weiter. In Runde 189 rutschte AJ Allmendinger (Platz 16), der wie in Indianapolis ein sehr gutes Rennen bis dahin abgeliefert hatte, in Kurve 4 in die Mauer. Nur zwanzig Runden später drehte sich Alex Tagliani (Platz 14), der zu diesem Zeitpunkt um die Spitze kämpfte, in Kurve 2. Er touchierte zwar nur leicht die Mauer, konnte aber trotzdem das Rennen nicht fortsetzten. Bei der folgenden Gelbphase herrschte dann einige Verwirrung an der Box von Helio Castroneves. Roger Penske persönlich rief den Brasilianer an die Box, obwohl diese noch geschlossen war. Durch das langsame Durchfahren der Boxengasse verlor er natürlich einige Plätze.

Beim Restart oder bei den engen Kämpfen danach beschädigte sich Castroneves seinen Frontflügel. Durch den Reparaturstopp fiel er eine Runde zurück und die Meisterschaft war entschieden. Als letzter Fahrer verabschiedete sich dann Sebastien Bourdais in Runde 229 aus der Spitzengruppe. Beim Kampf mit James Hinchcliffe bog er recht seltsam, eventuell mit einem Reifenschaden, in die Mauer ab. Die letzte Gelbphase lösten die Motorenschäden von Kimball und Hildebrand in Runde 237 aus.

Podium in Fontana (C) IndyCar Media/Richard Dowdy

Podium in Fontana
(C) IndyCar Media/Richard Dowdy

Zum Restart in Runde 242 waren nur noch neun Wagen ünrig, davon fünf in der Führungsrunde. Vorne setzte sich Will Power ab und fuhr vor Ed Carpenter zu seinem dritten Sieg in den letzten fünf Saisonrennen. Es folgten Tony Kanaan und James Hinchcliffe. Fast gemütlich kam auf Platz 5 mit einigem Abstand Scott Dixon ins Ziel. Helio Castroneves auf Platz 6 hatte eine, Marco Andretti auf Platz 7 zwei Runden Rückstand. Einen erstaunlichen achten Platz sicherte sich Simona de Silvestro mit drei Runden Rückstand. Das ganze Wochenende war sie deutlich von den Zeiten der Top-10-Fahrer entfernt, aber am Ende saß sie in einem der letzten fahrenden Wagen. Platz 9 ging an Ryan Hunter-Reay, der acht Runden vor dem Ende seinen Dallara in der Box abstellte.

Das ganze Ergebnis findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Herzlichen Glückwunsch an Scott Dixon, der mit 27 Punkten Vorsprung die Meisterschaft gewonnen hat. Diesen Erfolg holte er sich vor allem auf den Stadt- und Straßenkursen, auf denen er 85 Punkte mehr einfuhr als Helio Castroneves. Der Brasilianer holte hingegen auf den Ovalen die meisten Punkte vor Ryan Hunter-Reay. Bei Penske Racing sollte man sich fragen, wie man es schon wieder geschafft hat, die Meisterschaft in den letzten beiden Rennen einer Saison zu vermasseln.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Trotz des kleinen Feldes am Ende und der schweren Unfälle, waren die 500 Meilen in Fontana ein fantastischer Abschluss einer guten IndyCar-Saison. Das Rennen hatte alles, was man sich als Fan nur wünschen kann. Es gab eine Vielzahl an engen Manövern und elf Führende im Rennen bei 28 Führungswechseln. Dazu wurde es teilweise nochmal richtig spannend in der Meisterschaft. Zum Abschluss wünschen wir den verletzten Justin Wilson und Dario Franchitti eine schnelle und vollständige Genesung und dass sie im nächsten wieder angreifen können.

Die IndyCar Series macht jetzt Winterpause, bis es Ende März in St. Petersburg wieder los geht.

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May 11 2013

12:00

IndyCar: Indianapolis 500 Trainings- und Qualifikationsvorschau

Nach dem Ausflug nach Brasilien steht der restliche Mai ganz im Zeichen des Indy 500. Das Rennen findet zwar erst am Ende des Monats statt, aber schon heute beginnen die umfangreichen Trainingssitzungen.

lat abbott indy512 08381 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

Indianapolis Motor Speedway 2012
(C) LAT USA/IndyCar Media

Bis zum Rennen am 26. Mai stehen insgesamt acht Trainings- und zwei Qualifikationstage auf dem Programm. Das ist zwar kein Vergleich mehr zu früher, als die Teams im Mai fast unbegrenzt Zeit zum Testen auf dem Indianapolis Motor Speedway hatten, aber trotzdem deutlich umfangreicher als bei jedem anderen Rennen. Die Qualifikation erstreckt sich mit dem Pole Day und dem folgenden Bumb Day über zwei Tage. Ob der Bump Day aber seinem Namen wieder gerecht wird, steht noch nicht fest. Bisher sind zwar 34 Teams gemeldet und damit müsste schon ein Team nach der Qualifikation die Heimreise antreten. Aber für den zweiten Wagen von Ed Carpenter sind bisher aber werder Fahrer noch Sponsoren bekannt. Ob uns also ein ähnlich dramatischer Bump Day wie 1995, als Penske Racing kein Auto qualifizieren konnte, bevor steht, ist noch fraglich. Ed Carpenter ließ schon verlauten, dass er sich ganz auf den Wagen mit der Nummer 20, den erst selbst pilotieren wird, konzentrieren will. Vielleicht gibt es ja auch noch kurzfristige Deals. Die Namen Buddy Rice und Sam Schmidt Motorsport sowie Brian Clauson und KV Racing machen die Runde.

Qualifikatiosmodus

Am Pole Day, der noch mal in zwei Segmente unterteilt ist, werden die ersten 24 Startplätze für das Indy 500 vergeben. In Segment 1 starten alle gemeldeten Autos zu mindestens einem Qualifikationsversuch. Die Reihenfolge, in der Wagen auf die Strecke gehen, wird am Freitag ausgelost. Ein Versuch besteht dabei aus vier fliegende Runden. Nachdem alle Autos ihren ersten Versuch abgeschlossen haben, stehen jedem Wagen-Fahrer-Gespann zwei weitere Versuche offen, sich zu verbessern. Startet man aber zu einem weiteren Versuch wird die bestehende Zeit gestrichen. Nach Ablauf von Segment 1 rücken die schnellsten neun Piloten in Segment 2 vor. Die Startplätze 10 bis 24 sind über die erreichten Zeiten in Segment 1 fest belegt.

Für Segment 2 bekommen die Teams für jeden Versuch einen frischen Satz Reifen. In umgekehrter Reihenfolge der Zeiten aus Segment 1 starten die Fahrer jeweils einen Qualifikationsversuch über vier fliegende Runden. Haben alle neun Fahrer ihren Versuch abgeschlossen, stehen jedem zwei weitere Versuche frei. Aber auch hier wird die vorher erzielte Zeit wieder gestrichen. Aus den Zeiten von Segment 2 ergibt sich die Startreihenfolge der Plätze 1 bis 9.

Nach dem Pole-Day sind 24 der maximal 33 Startplätze schon vergeben. Diese restlichen neun Plätze sind ausgehend von Segment 1 provisorisch gesetzt und können am Bump-Day noch verändert werden. Sollten mehr als 33 Autos gemeldet sein, können sich diese wiederum durch Versuche über vier fliegende Runden in das Feld der Qualifizierten fahren. Dabei stehen einem wieder drei Versuche zu und mit jedem gestarteten Versuch verliert man die gesetzte Zeit. Der Fahrer auf Qualifikationsplatz 33 sitzt auf der “Bubble” und kann von einem schnelleren Fahrer aus dem Indy 500 “gebumped” werden. Bei nur 33 gemeldeten Autos sind natürlich alle qualifiziert und am Bump Day wird nur die Startfolge ab Position 25 ausgefahren.

Rookie Orientation Program (ROP)

Rookies d.h. Fahrer ohne IndyCar-Erfahrung auf dem Indianapolis Motor Speedway, müssen das ROP durchlaufen. Zum einen werden sie langsam an die hohen Geschwindigkeiten gewöhnt, zum anderen müssen sie aber auch beweisen, dass sie keine Gefahr für sich und die anderen Piloten auf der Strecke darstellen. Für die Zulassung zur Qualifikation muss ein Rookie drei Stufen meistern: Zehn Runden mit einer Geschwindigkeit von 200 bis 205 mph, 15 Runden mit 105 bis 210 mph und 15 Runden mit Geschwindigkeiten konstant über 210 mph.

Im letzten Jahr hatte Jean Alesi Probleme mit der dritten Stufe, was aber vor allem dem schwachen Lotusmotor und dem unerfahrenen Team geschuldet war. Eigentlich stellt das ROP keine wirkliche Hürde für die Rookies dar.

Entry List

1 Ryan Hunter-Reay Andretti Autosport 2 AJ Allmendinger Team Penske 3 Helio Castroneves Team Penske 4 JR Hildebrand Panther Racing 5 EJ Viso Andretti Autosport 6 Sebastian Saavedra Dragon Racing 7 Sebastian Bourdais Dragon Racing 8 Ryan Briscoe* Chip Ganassi Racing 9 Scott Dixon Target Chip Ganassi Racing 10 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing 11 Tony Kanaan KV Racing Technologie 12 Will Power Team Penske 14 Takuma Sato AJ Foyt Enterprises 15 Graham Rahal Rahal Lettermann Lanigan Racing 16 James Jakes Rahal Lettermann Lanigan Racing 17 Michel Jourdain jr.* Rahal Lettermann Lanigan Racing 18 Ana Beatriz Dale Coyne Racing 19 Justin Wilson Dale Coyne Racing 20 Ed Carpenter Ed Carpenter Racing 21 Josef Newgarden Sarah Fisher Hartmann Racing 22 Oriol Servia Panther Dreyer & Reinbold Racing 25 Marco Andretti Andretti Autosport 26 Carloz Munoz(R)* Andretti Autosport 27 James Hinchcliffe Andretti Autosport 40 TBA Ed Carpenter Racing 41 Conor Daly(R)* AJ Foyt Enterprises 55 Tristan Vautier (R) Schmidt Peterson Motorsport 60 Townsend Bell* Panther Racing 77 Simon Pargenaud/td> Schmidt Hamilton HP Motorsport 78 Simona de Silvestro KV Racing Technologie 83 Charlie Kimball Novo Nordisk Chip Ganassi Racing 91 Buddy Lazier* Buddy Lazier 98 Alex Tagliani Barracuda Racing tba Pipa Mann* Dale Coyne Racing

(R)    Rookie
*     nicht Vollzeit

Zeitplan

11.05. Practice Day 1:      12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

12.05. Practice Day 2:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

13.05. Practice Day 3:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

14.05.Practice Day 4:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

15.05.Practice Day 5:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

16.05.Practice Day 6:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

17.05.Fast Friday:

12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

18.05. Pole Day:

8:00 am (14:00 MESZ) – 8:30 am freies Training Gruppe 1
8:30 am (14:30 MESZ) – 9:00 am freies Training Gruppe 2
9:00 am (15:00 MESZ) – 11:00 am freies Training
11:00 am (17:00 MESZ) – 4:00 pm Qualifikationssegment 1
4:30 pm (22:30 MESZ) – 6:00 pm Qualifikationssegment 2

19.05. Bump Day:

12.00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm Bump Day Qualification

24.05. Carb Day:

11:00 am (17:00 MESZ) – 12:00 pm Abschlusstraining
12:30 pm (18:30 MESZ) Firestone Freedom 100 Race Indy Lights

Am Fast Friday wird hauptsächlich an der Abstimmung für die Qualifikation gearbeitet. Deshalb sind dann höhere Geschwindigkeiten als während der sonstigen Trainingssitzungen, in denen an der Rennabstimmung gearbeitet wird, zu erwarten.Das Abschlusstraining am Carb Day diente früher zur Einstellung der Vergaser (caburator). Heutzutage werden die nach der Qualifikation überholten Wagen ein letztes Mal vor den 500 Meilen getestet.

 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

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April 10 2013

06:00

IndyCar: Analyse 2. Rennen im Barber Motorsport Park

Ryan Hunter-Reay konnte die Erfolgsserie von Andretti Autosport fortsetzen und beendete die Siegesserie von Penske Racing in Alabama. Scott Dixons Abfolge von zweiten Plätzen im Barber Motorsport Park hält dagegen weiter an.

Barber Winner IndyCar: Analyse 2. Rennen im Barber Motorsport Park

Der strahlende Sieger – Ryan Hunter-Reay
(C) Shawn Gritzmacher; IndyCar Media

Nur eine Gelbphase zu Rennbeginn, unterschiedliche Strategien hinsichtlich Reifenwahl und Zahl der Stopps sowie einige enge Duelle auf der Strecke bildeten die Grundlage für ein sehr schönes Rennen. Die maximale Stintlänge wurde vor dem Rennen mit 27 Runden angenommen, was bei 90 Rennrunden zu drei regulären Stopps führen sollte. Es zeigte sich aber, dass man auch mit zwei Stopps und gedrosseltem Tempo durchfahren konnte. Nach einem schwächeren Saisonstart und bisherigen Platzierungen außerhalb der Top 10 in Alabama konnte sich dabei Champion Ryan Hunter-Reay vor Scott Dixon durchsetzen. Mit einigem Abstand folgte der neue Meisterschaftsführende Helio Castroneves vor Charlie Kimball und Will Power. Insgesamt war es ein gutes Rennen, das weder ein Team noch ein Motorenhersteller zu dominieren vermochte.

Am Start konnte sich Ryan Hunter-Reay von der Pole Position kommend an die Spitze setzen. Hinter ihm fächerte das Feld auf und Will Power, von Startplatz 2 aus, musste in der ersten Kurve weit ausholen und verlor einige Plätze. Hinter Hunter-Reay schob sich derweil innen der wieder starke Rookie Tristan Vautier auf Position 2. Das Feld sortierte sich schnell und nur zwischen EJ Viso, James Hinchcliffe und Graham Rahal wurde es zu eng. Abgefahrene Carbonteile führten zur einzigen Gelbphase. Beim Restart in Runde 7 musste Will Power in Turn 1 wieder einen weiten Weg gehen und verlor weitere Positionen.

In Lap 19 eröffneten Helio Castroneves und Dario Franchitti die erste Runde der Boxenstopps. Durch die frühen Stopps versuchten beide, Positionen auf der Strecke zu gewinnen. Alle Toppiloten wechselten von den weicheren roten Reifen auf die haltbareren schwarzen. Will Power hingen blieb draußen und versuchte sich an einer 2-Stopp-Strategie. In Führung liegend, aber auf älteren roten Reifen, konnte er dem Feld um etwa 0,5 Sekunden pro Runde davon fahren.

In Runde 33 holte Will Power seinen Boxenstopp nach und nur ein weiterer in Runde 61 sollte ihm bis zum Rennende ausreichen. Ryan Hunter-Reay war somit wieder in Führung, gefolgt von Helio Castroneves, der durch den frühen Stopp einige Plätze gut machen konnte, sowie den beiden Chip-Ganassi-Piloten Charlie Kimball und Scott Dixon. Will Power sortierte sich auf Platz 5 ein.

Helio Castroneves war zu dieser Zeit der schnellste Fahrer im Feld und konnte seinen Rückstand deutlich verkürzen. Nach der nächsten Runde der Boxenstopps ab Lap 43 kam das Spitzenduo direkt hinter Will Power wieder auf die Strecke. Power musste Benzin sparen und konnte auch wegen der älteren Reifen nicht das Tempo der Verfolger gehen. Den leichten Stau nutzte Castroneves aus und ging außen an Ryan Hunter-Reay vorbei. Dieser rutschte leicht in den Penske Chevrolet hinein, was aber zu keinen Beschädigungen führte. Helio Castroneves konnte auch seinen Teamkollegen überholen und setzte sich fast 10 Sekunden von Will Power, der Hunter-Reay hinter sich halten konnte, ab.

In Runde 61 ging Power zu seinem letzten Pitstop und gab den Weg frei für Ryan Hunter-Reay. Nur fünf Runden später kamen auch die 3-Stopper zum letzten Mal an die Box. Der Großteil der Fahrer setzte auf die haltbareren schwarzen Reifen, nur Hunter-Reay hatte sich einen Satz der weicheren Reifen aufgespart. Auf der Strecke führte Helio Castroneves vor Ryan Hunter-Rey, Will Power, Scott Dixon und Charlie Kimball, der sein bisher bestes IndyCar-Rennen überhaupt zeigte. Hunter-Reay konnte schnell die Lücke zu Castroneves schließen und dank der besseren Reifen auch zum Sieg überholen. Scott Dixon ging schon in Runde 70 an Power und in Runde 76 an Castroneves vorbei. Er konnte noch nah an Hunter-Reay heran fahren, ihn aber nicht mehr entscheidend unter Druck setzten. Charlie Kimball zog in derselben Runde in einem waghalsigen aber erfolgreichen Manöver an Will Power vorbei. Dieser konnte sich im Benzinsparmodus und mit alten Reifen nicht mehr ernsthaft wehren. Andretti Autosport, Chip Ganassi Racing und Penske Racing zeigten ihre ganze Stärke und teilten sich die Top 5 redlich untereinander auf.

Die drei Topteams hatten aber auch mit jeweils einem Auto große Probleme. Der Sieger des Saisonauftakts James Hinchcliffe konnte sich im Andretti Chevrolet nur auf Platz 20 qualifizieren und während der engen Startphase kollidierte er auch noch mit EJ Viso und Graham Rahal. Die beiden letzteren beschädigten sich stark ihre Autos und mussten zur Reparatur in die Box. Hinchcliffe konnte die Fahrt erst einmal fortsetzen, blieb dann aber in Runde 3 mit einem losen linken Hinterreifen liegen. Das Rennen war für ihn beendet, obwohl er weitere 70 Runden im Auto sitzen blieb. Bei Andretti Autosport hatte man wohl die Hoffnung, das Auto während einer Gelbphase wieder zur Box zu bekommen und dann das Rennen fortsetzen zu können. Eine weitere Gelbphase blieb aber aus und so sorgte der steif gesessene Hinchcliffe beim Aussteigen für die kuriosesten Bilder des Tages.

Dario Franchitti konnte seinen Chip Ganassi Honda nach seinem Unfall in St. Peterburg auch in Alabama nicht ins Ziel bringen. In Runde 44 musste er die Box mit Motorproblemen ansteuern. Der erst vermutete elektronische Fehler stellte sich als gebrochener Krümmer heraus. Aber schon in den Trainings konnte er nicht die Zeiten seiner Teamkollegen Dixon und Kimball fahren. Wie im letzten Jahr hat der Schotte einen sehr zähen Saisonstart. Immerhin steigen so seine Chancen auf den Sieg bei den Indianapolis 500.

Rückkehrer AJ Almendinger, der auch beim nächsten Rennen in Long Beach und eventuell auch beim Doubleheader in Detroit für Roger Penske fahren wird, konnte sich auf Platz 10 qualifizieren. Im Rennen konnte er sich zwischen Platz 8 und 11 halten und erfüllte so die Erwartungen. Beim seinem letzten Boxenstopp würgte er aber seinen Motor ab und verlor viele Plätze. Aus dem dichten Hinterfeld konnte er sich nicht mehr befreien und beendete das Rennen auf Platz 19. Damit landete er aber immerhin noch zwei Plätze vor Graham Rahal, der wiederum früh in kleinere Scharmützel verwickelt war und nie auf schnelle Zeiten kam. Sein Teamkollege bei Rahal Lettermann Lanigan Racing James Jakes war mit Platz 12 in den ersten Runden ganz gut unterwegs, wurde dann aber durch technische Probleme gebremst. Mit drei Runden Rückstand blieb am Ende nur Platz 23 übrig, immerhin konnte er aber die schnellste Rennrunde für sich verbuchen.

Ein ganz schlechtes Rennen erwischten auch die Piloten von KV Racing Technologie. Simona de Silvestro war im dritten freien Training noch schnellste, konnte diese Leistung später im Qualifying und Rennen aber nicht bestätigen. Auch ihr Teamkollege Tony Kanaan konnte nie wirklich schnelle Runden drehen. Nach den freien Trainings hatte man bei KV Racing in der Abstimmung der Autos die falsche Richtung eingeschlagen. Die Plätze 13 für Tony Kanaan und 18 für Simona de Silvestro waren die Folge.

Ein sehr unauffälliges Rennen zeigte JR Hildebrand und platzierte seinen Panther Racing Honda auf die 17, direkt hinter Sebastian Bourdais. Der Franzose blieb, trotz eines teilweise schönen Kampfes mit Tristan Vautier um Platz 10, wieder unter seinen Möglichkeiten. Ganz im Gegensatz dazu konnte Rookie Tristan Vautier seine bisherigen guten Leistungen mit Platz 10 am Ende bestätigen. Sein Teamkollegen Simon Pagenaud war auf Platz 6 sogar „Best-of-the-Rest“. Insgesamt war es wieder eine sehr gute Leistung von Sam Schmidt Motorsport. Hinter Pagenaud fuhr Marco Andretti einen soliden siebten Platz ein und belegt Platz 4 in der Meisterschaftswertung.

Die Top 10 komplettierten Justin Wilson für Dale Coyne Racing, der einen noch besseren Platz bei seinem zweiten Pitstop liegen ließ, und Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartmann Racing, der zum ersten Mal in die Top 10 fahren konnte. Für diese beiden kleinen Teams, sind das zwei herausragende Ergebnisse. Takuma Sato, der sich in St. Petersburg noch sehr gut aufgelegt gezeigt hatte, blieb an diesem Wochenende, abgesehen von einer Strafe wegen Blockierens im Qualifying, sehr blass. Mehr als Platz 14 sprang für den Fahrer von AJ Foyt Enteprises nicht heraus.

In der Meisterschaftswertung führt nun Helio Castroneves vor Scott Dixon und den drei Andretti-Piloten Ryan Hunter-Reay, Marco Andretti und James Hinchcliffe. Dahinter vollenden Tony Kanaan, Will Power, Justin Wilson und EJ Viso die Top 10.

Der Honda Indy Grand Prix of Alabama wird immer mehr zu einem Zuschauermagneten mitten im NASCAR-dominierten Süden der USA. Mit über 83.000 Zuschauern am Wochenende konnte wieder ein neuer Rekord aufgestellt werden. Entsprechend ist es auch keine Überraschung, dass der Vertrag zwischen der IndyCar und dem Baber Motorsport Park bis 2016 verlängert wurde. Wir können uns also weitere spannende Rennen in den Hügeln Alabamas freuen.

Ryan Briscoe, im letzten Jahr Stammpilot bei Penske Racing, wird wahrscheinlich das Indy 500 in einem Chip Ganassi Honda bestreiten können. Noch ist das Feld von 33 Startern nicht ganz gefüllt.

Das für Morgen angesetzte Rookie Orientation Programm auf dem Indianopolis Motor Speedway musste aufgrund von Regen und tiefen Temperaturen abgesagt werden. Wann AJ Allmendinger, Conor Daly, Carloz Munoz und Tristan Vautier das Programm nachholen, steht noch nicht fest. Rookies müssen, bevor sie zu den Trainings bzw. zum Qualifying für das Indy 500 antreten dürfen, ein dreiteiliges Trainingsprogramm durchlaufen.

Die Reifentests auf dem Pocono Raceway können dagegen stattfinden. Zum ersten Mal seit 1989 wird dort in diesem Juli wieder ein IndyCar-Rennen stattfinden. Dario Franchitti, Simon Pagenaud, Will Power und Marco Andretti werden für Firestone testen. Nutzen wird man dabei die Aero-Konfiguration für Indianapolis und Fontana und als Basis für die Datenerfassung werden die Reifen für das Indy 500 dienen.

Zum Abschluss der Link zur Statistikseite der IndyCar für das Rennergebniss und die Meisterschaftswertung und noch der Hinweis auf das nächste Rennen in Long Beach am 21.04.2013.

 

 IndyCar: Analyse 2. Rennen im Barber Motorsport Park

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April 03 2013

14:05

IndyCar: Vorschau 2. Rennen – Honda Indy Grand Prix of Alabama

Zwei Wochen nach dem Saisonauftakt besucht die IndyCar zum vierten Mal den Barber Motorsport Park in Alabama. Andretti Autosport wird versuchen, die Spitzenposition gegen die Angriffe von Penske und Chip Ganassi Racing zu verteidigen.

barber 26 IndyCar: Vorschau 2. Rennen   Honda Indy Grand Prix of Alabama

Vorjahressieger Will Power
(C) Firestone Racinf/Dennis Ashlock

Die Teams konnten vor der Saison ausführlich auf dem Barber Motorsport Park testen. Dabei wurde der Rundenrekord aus dem letzten Jahr von fast allen Fahrern unterboten. Schnellster Pilot war wenig überraschend Vorjahressieger Will Power im Penske Racing Chevrolet. Insgesamt war das Feld aber sehr dicht zusammen. Die ersten 16 Fahrer trennte nur eine Sekunde. Uns steht also hoffentlich ein spannendes Rennen auf der wunderschönen Strecke in Alabama bevor.

Aktuelles

Für AJ Allmendinger, der seine Rückkehr in die IndyCar feiern wird, setzt Penske Racing einen dritten, von IZOD gesponserten, Wagen ein. Bei den letzten Testfahrten im Barber Motorsport Park vor der Saison verlor Allmendinger pro Runde eine knappe Sekunde auf seinen Teamkollegen Will Power. Mit ein wenig mehr Eingewöhnung sollte aber eine Position im vorderen Mittelfeld für ihn möglich sein.

Mike Conway, der für Bobby Rahal den Grand Prix of Long Beach bestreiten wird, hat bei G-Drive/Delta-ADR einen Vertrag für die komplette WEC-Saison unterschrieben. Weitere Einsätze bei den IndyCar sind also unwahrscheinlich.

Beim Indy 500 wird es zu einem weiteren Debüt kommen: Conor Daly, Vollzeit in der GP2 unterwegs, wird Teamkollege von Takuma Sato bei AJ Foyt Enterprises. Am selben Wochenende fährt aber auch die GP2 in Monaco. Ob und wie er beides unter einen Hut bringen will, ist noch nicht bekannt.

Mit den zwei Rennen in Toronto im Juli bestreitet die IndyCar nach Wegfall der Veranstaltung in Edmonton nur noch ein Wochenende in Canada. Eine Gruppe von Geschäftsleuten um Ric Peterson, Teilhaber bei Sam Schmidt Motorsport, plant die IndyCar für einen weiteren Meisterschaftslauf 2015 nach Canada zu holen. Dafür soll nördlich von Calgary in Alberta eine neue Rennstrecke entstehen. Erste Gespräche fanden im Rahmen des Grand Prix St. Petersburg statt.

Im Rahmen des Saisonauftaktes gingen auch die Gespräche im Hintergrund zur Struktur der IndyCar und des Indianapolis Motor Speedway weiter. Nach der Entlassung von Randy Bernard als IndyCar-CEO im Oktober letzten Jahres sind einige Posten und auch die Machtverhältnisse im ganzen Hulman-George-Konstrukt unklar. Neuer starker Mann, der das jetzt alles zum Besseren wenden soll, ist Mark Miles, ehemaliger Präsident der ATP-Tour, als Aufsichtsratsvorsitzender des Hulman-Konzerns. Zum Indy 500 im Mai sollen die wichtigen Entscheidungen getroffen worden sein. Die mächtigen Teambesitzer Chip Ganssi und Roger Penske wünschen sich eine starke zentrale Führung, wie bei der NASCAR mit Brian France und seiner Familie. Leider wird das wohl, mit dem teilweise zerstrittenen Hulman-George-Clan im Hintergrund, nur ein Wunsch bleiben.

Strecke

Der Barber Motorsport Park liegt wunderbar eingebettet in die Hügel Alabamas in der Nähe von Birmingham. Der berühmte Talledega Speedway befindet sich etwa 50 km östlich der Rennstrecke. Auf eine Länge von 3,84 km verteilen sich insgesamt 17 Kurven. Nach Start-Ziel geht es in einer kleinen Senke 64° links hinauf und in einer langgezogenen Doppelrechts wieder bergab. Turn 4, eine blind anzufahrende Rechtskurve, führt auf eine kurze Gerade zur langsamsten Stelle der Strecke. Die Haarnadel lädt zu Überholmanövern ein. Es folgt ein Vollgasteil durch eine leichte Linkskurve zu einer langsamen Rechts-Links-Schikane, die in eine immer weiter werdende Rechtskurve mündet. Nach kurzer Beschleunigung führt eine schnelle S-Kurve auf die längste Gerade der Strecke, die von einer Links-Rechts-Passage beendet wird. Der folgende Rechtsknick muss wieder blind angefahren werden und führt bergauf zum Horseshoe, einer langen doppelten Rechtskurve. Eine 90°-Linkskurve bringt die Fahrer wieder zurück auf die Start-Ziel-Gerade. Insgesamt eine sehr schön flüssige und fahrerisch anspruchsvolle Strecke.

Favoriten

Penske Racing ist nach den Siegen von Will Power 2011 und 2012 sowie dem Premierensieg von Helio Castroneves 2010 im Barber Motorsport Park noch ungeschlagen. In St. Petersburg waren beide, auch wenn sie nicht gewinnen konnten, die Fahrer mit den meisten Führungsrunden und entsprechend geht auch diesmal der Sieg nur über sie. In St. Petersburg gewann James Hinchcliffe und auch seine Andretti-Autosport-Kollegen Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay waren, zumindest zeitweise, sehr gut unterwegs. Dritte Kraft war KV Racing mit Toni Kanaan und Simona de Silvestro. Beide sind auch in Alabama für ein Topresultat gut. Bei Chip Ganassi Racing muss sich hingegen zeigen, ob das enttäuschende Abschneiden in St. Petersburg einem eventuell etwas schwächerem Honda-Motor anzulasten  ist oder ob man sich nur bei der Abstimmung der Wagen etwas verhauen hat. Immerhin konnten ja Takuma Sato in seinem AJ Foyt Honda und Tristan Vautier im Honda von Sam Schmidt meist das Tempo der Chevrolets mitgehen; nach dem sehr guten Auftakt in St. Petersburg sollte man ein Auge auf den französischen Neuling haben.

Vor zwei Wochen sind Dario Franchitti und JR Hildebrand vor allem durch dumme Fehler aufgefallen. Hoffentlich glänzen sie diese Woche durch gute Leistungen. Insgesamt muss sich zeigen, ob zwischen den Aggregaten von Chevrolet und Honda ein deutlicher Leistungsunterschied besteht. Eine erneute Motorendiskussion, wie im letzten Jahr, kann sich die IndyCar nicht leisten.

Zeitplan

Am Freitag stehen um 1:45 pm ET (17:45 MESZ), 4:45 pm (20:45 MESZ) und Samstag 9:00 am (17:00 MESZ) drei einstündige Trainingssitzungen an, bevor um 11:25 am (18:25 MESZ) das Qualifying startet. Vor zwei Wochen gab es im Chat einige Fragen zum etwas komplizierten Modus des Qualifyings. Die möchte ich versuchen zu beantworten. Das Qualifying ist in drei beziehungsweise vier Abschnitte 1A, 1B, 2 und 3 unterteilt. Ausgehend von den gefahrenen Zeiten im Freitagstraining wird das gesamte Feld in zwei Gruppen geteilt. Die Piloten auf ungeraden Plätzen fahren in Gruppe A, die auf geraden Plätzen in Gruppe B. Der schnellste Pilot am Freitag fährt also in Gruppe A zusammen mit dem dritt-, fünft,- siebt- … -schnellsten. Das Ganze ist also vergleichbar mit den Duells vor dem Daytona 500. Die Abschnitte 1A und 1B dauern jeweils 10 Minuten und die sechs schnellsten Fahrer jeder Gruppe kommen in Abschnitt 2. Die Startplätze ab Position 13 werden nach den Zeiten aus Abschnitt 1 besetzt – Gruppe A auf den ungeraden Plätzen: 13, 15, 17 usw. und Gruppe B auf den geraden: 14, 16, 18 usw. Qualifying-Abschnitt 2 dauert 10 Minuten und wiederum die schnellsten sechs Piloten kommen eine Runde weiter. Die Zeiten aus Abschnitt 2 bilden die Reihenfolge für die Startplätze 7 bis 12. In den 10 Minuten von Abschnitt 3 werden dann die Pole und die Plätze bis 6 ausgefahren. Dieses Format wird bei allen Nicht-Oval-Rennen genutzt.

Für Freitag und Sonntag besteht die Möglichkeit von leichten Regenschauern bei sehr angenehmen 20°C. Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein sonniges beziehungsweise leicht bewölktes Wochenende wird, ist aber deutlich höher. Einem guten Rennwochenende steht somit nichts im Weg. Am Sonntag um 3:00 pm ET (19:00 MESZ) beginnt die Übertragung von NBC Sports. “Driver’s Start Your Engines” werden wir gegen 3:30 pm vernehmen, bevor dann um 3:40 pm der Rennstart erfolgt.

 IndyCar: Vorschau 2. Rennen   Honda Indy Grand Prix of Alabama

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August 16 2011

16:47

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2011

Einen Tag später als geplant konnte das zweite Rundkursrennen der Saison in Watkins Glen über die Bühne gebracht werden. Die Warterei war nicht vergeblich, denn die Fans wurden mit einem spannenden Rennen belohnt: Marcos Ambrose fuhr endlich seinen ersten Cup-Sieg, während nicht nur Boris Said und Greg Biffle für ordentlich Action sorgten.

Marcos Ambrose hat lange auf diesen ersten Cup-Sieg warten müssen, nachdem er 2008, 2009 und 2010 schon drei Mal in Folge das Nationwide-Rennen in Watkins Glen gewinnen konnte. Letztes Jahr verhagelte ihm der Spritsparmodus unter Gelb in Sonoma schon einen sichergeglaubten Erfolg, als der Motor in der steilen Bergaufpassage nach der Zielgeraden nicht wieder ansprang und Ambrose seine Führung an den späteren Sieger Jimmie Johnson abgeben musste. Etwas mehr als ein Jahr später steht nun der zweimalige, australische V8-Supercar-Champion endlich in der Victory-Lane und das auch äußerst verdient. Seinen Erfolg hat er sich ganz alleine herausgefahren und musste dieses Mal auch nicht am Benzin sparen, obwohl das Rennen durchaus auch zum Spritpoker hätte verkommen können.

Kyle Busch brachte das Feld zur grünen Flagge und behielt die Spitzenposition insgesamt über die Hälfte der Renndistanz bei. Beim Start musste er sich aber direkt dem Duo von Richard Petty Motorsports geschlagen geben, denn zunächst gaben AJ Allmendinger und Marcos Ambrose den Ton an. In den ersten Runden rutschte bereits Kurt Busch von der Strecke und musste sich an der Box den Kühlergrill reinigen lassen. Blöderweise kam er genau zwischen den beiden Petty-Fords wieder auf die Strecke zurück. Busch wehrte sich so vehement gegen seine Überrundung, dass er Allmendinger kurzerhand abschoss. Letzterer sann über den Funk sofort nicht gerade jugendfrei nach Rache, woraus jedoch nichts werden sollte – zumindest nicht in Watkins Glen, doch dazu später mehr.

Kyle Busch versuchte derweil, wie sein Bruder Kurt in Sonoma, mit einer Zweistopp-Strategie ins Ziel zu kommen. Marcos Ambrose und unter anderem auch Juan Pablo Montoya kamen allerdings recht früh zu ihrem ersten Pitstop, da hier zum Teil auch noch die Rechnung bis zur Halbzeit gemacht wurde, denn der Regen gefährdete zunächst ebenfalls den Montagstermin. Als Montoya und Ambrose in Runde 17 die Box ansteuerten, konnten sie sich sicher sein, zumindest an der Wertungsgrenze (50% des Rennens) in Führung zu liegen, falls es denn erneut regnen würde. Die neuen Reifen waren nämlich schnell genug, um in kürzester Zeit das gesamte Feld umzukrempeln, während vorne Kyle Busch einsam seine Runden abspulte.

Pünktlich zum Ende des Fuel-Windows in Runde 28 rollte dann Greg Biffle ohne Sprit aus, was auch zeigte, dass der Benzinverbrauch sich am Montag nicht gerade als zuverlässig bekannt bezeichnen ließ. Einige Fahrer wie z.B. Jeff Gordon und Jimmie Johnson waren daher ebenfalls schon vor der Caution zum Tanken gekommen. Während die meisten Piloten nun ihre leeren Tanks nachfüllen konnten, kamen Allmendinger und Johnson nur für zwei neue Reifen an die Box und Ambrose sowie Montoya verzichteten sogar gänzlich auf ein Nachfassen, was ihre unterschiedliche Strategie noch einmal unterstrich und die beiden Fahrer wieder in Führung spülte.

Um Runde 40 herum war dann allerdings auch deren Tank leer, was zuerst Ambrose (R38) und danach auch Montoya (R42) zum Pitstop zwang und Kyle Busch direkt zur Halbzeit (R45) wieder an die Spitze des Feldes brachte, da auch Jeff Gordon langsam aber sicher mit alten Reifen zurückfiel. Jimmie Johnson kam übrigens in Runde 43 zum Nachfassen.

Gelbphase #2 war dann wenig später der Grund, warum Kurt Busch keine Rache mehr von AJ Allmendinger fürchten musste, auch wenn das die Situation für ihn nicht besser machte: Ein Reifenplatzer im leicht überhöhten Turn 5 direkt nach dem Inner Loop (Busstop-Schikane) katapultierte Buschs Penske frontal mit einer Menge Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Der Onboard-Kamera konnte man dann ganz gut entnehmen, wie das HANS-System seine Arbeit verrichtete, sodass Busch dem Wrack gottseidank unverletzt entsteigen konnte.

Dies sollte allerdings nicht der letzte Unfall des Tages dieser Art bleiben, denn nur gut 15 Runden später ereilte Denny Hamlin derselbe Defekt beim Anbremsen auf den abschüssigen Turn 1. Auch hier folgte ein sehr harter Einschlag, zum Glück jedoch ebenfalls ohne schlimme Folgen. Die Ursache für die Reifenschäden müssen wohl bei den sehr heißen Temperaturen der Bremsen auf Rundstrecken gesucht werden. Obwohl die Bremsen wirklich massiv durch eigene Lüfter und den Fahrtwind gekühlt werden, lässt sich ein Überhitzen bei Überbremsen der Fahrzeuge leider nie ganz vermeiden. Die Hitze setzt dann den Reifen derartig zu, dass sie einfach irgendwann nachgeben. Schlimmer hätte es nur kommen können, wenn einem Fahrer womöglich gar eine ganze Bremsscheibe geplatzt wäre.

Zwischen diesen beiden Gelbphasen kamen dann die unterschiedlichen Strategien sehr schön zum Tragen, als zunächst Brad Keselowski die Führung auf der Rennstrecke von Kyle Busch übernahm, nur um kurze Zeit später den vorletzten Boxenstopp absolvieren zu müssen. Das brachte nun natürlich wieder Ambrose und Montoya in Führung, die bei normalem Rennverlauf nur noch einen finalen Pitstop vor sich haben würden. Diesen legten sie übrigens zwei Umläufe vor Hamlins Umfall in Runde 64 ein, wobei ihnen die anschließende Caution sogar wertvolle Spritspar-Runden für eine später auch eingetretene Green-White-Checkered-Verlängerung einbrachte.

Der Rest des Feldes absolvierte den letzten Boxenstopp während dieser Caution und damit waren dann auch wieder alle Fahrzeuge annähernd in derselben Sequenz unterwegs. Für Ambrose und Montoya kam die Gelbphase leider zwei Runden zu spät, denn sie verloren wertvolle Zeit an der Boxengasse, während die Konkurrenz unter Renntempo an ihnen vorbeidonnerte. Kyle Busch konnte dagegen unter Gelb ganz gemütlich zum Nachfassen erscheinen und die Führung verteidigen. Die Ausgangssituation für das Finale über 21 Runden war damit geschaffen:

Kyle Busch führte das Feld vor Brad Keselowski, Martin Truex Jr und Marcos Ambrose zum Restart, Juan Pablo Montoya war in diesem Moment meiner Erinnerung nach Fünfter. Das Problem von Ambrose und Montoya war nun, dass sie ihre Track-Position bis zum Führenden Busch auf der Strecke gutmachen mussten. Dem Australier gelang das wirklich vortrefflich, denn er war sechs Runden später bereits Zweiter hinter Busch, während Montoya eher zurückfiel und seinen fünften Rang zehn Umläufe nach dem Restart bereits an einen heranstürmenden Jimmie Johnson abgeben musste.

Zehn Runden vor Schluss begann dann die vermeintlich entscheidende Rennsituation, als Marcos Ambrose damit begann, sich Kyle Busch zurechtzulegen. Sechs Umläufe lang gelang es Ambrose allerdings nicht, die Führung zu übernehmen, auch wenn er Busch in den einen oder anderen Fehler zwingen konnte. Dann gab plötzlich auch bei Paul Menard ein Reifen nach, was einen Einschlag inkl. Ölfeuer unter der #27 ausgangs von Turn 5 zum Ergebnis hatte. Natürlich rief NASCAR die vierte Caution aus, weil die Strecke eingehend gesäubert werden musste. Diese längere Maßnahme führte dann dazu, dass der finale Restart direkt als erste Green-White-Checkered-Verlängerung ausgerufen wurde.

Diese begann Kyle Busch auf der Innenseite gegen Marcos Ambrose in Reihe 1, gefolgt von Brad Keselowski und Martin Truex Jr. Innerhalb von einer halben Runde war das Rennen dann entschieden und obwohl Ambrose zunächst mit durchdrehenden Reifen nicht von der Stelle kam, verließ er trotzdem den Inner Loop als neuer Führender. Das passierte, weil zunächst Kyle Busch zu schnell in die Kurve fuhr und innen vom lachenden Dritten Brad Keselowski überholt wurde. Alle drei Piloten waren dann three-wide unterwegs, wobei Busch außen auf dem Gras den Kürzeren zog. Für den neuen Führenden Keselowski war dann vor der Busstop-Schikane Schluss, als Marcos Ambrose auf der Bremse die Position an der Spitze eroberte.

Im Normalfall hätte der Australier jetzt noch mehr als eine Runde zittern müssen, doch nachdem die weiße Flagge draußen war, gab es im Mittelfeld einen massiven Unfall in den Esses (Turns 2, 3 und 4) unter Beteiligung von Boris Said, David Ragan und David Reutimann. Außerdem rodelte Tony Stewart im Inner Loop durchs Gras und räumte dabei noch Clint Bowyer ab. NASCAR machte das einzig Richtige und brach das Rennen mit Marcos Ambrose als verdientem Sieger direkt ab, um den schlimmen Crash am Anfang der Strecke auflösen zu können.

Said hatte auf der Außenseite keinen Platz mehr, ohne selber auf das Gras zu gehen. Daher drehte er in einem typischen Rennunfall stattdessen David Ragan mit der linken Frontpartie zuerst in die Leitplanke. Dabei verletzte sich Ragan nach eigener Aussage leicht am Fuß, da ihm die Fußstütze bzw. -ablage entgegen kam und auch die Pedale einen gehörigen Satz nach rechts machten. Anschließend schoss der Ford mit der #6 quer über die Strecke und traf blöderweise direkt David Reutimann, der dann mit der Fahrerseite zuerst direkt in die gegenüberliegende Leitplanke krachte und sich danach über die Fahrbahn zurück mehrfach überschlug. Kein schöner Anblick und der Unfall ging zum Glück sehr sehr glimpflich aus.

Später forderten beteiligte Fahrer auch an dieser Stelle die Errichtung einer SAFER-Barrier, nachdem zuletzt schon in Turn 10 und 11 eine solche installiert worden war. Grundsätzlich ist diese Forderung zu begrüßen und zu unterstützen, doch leider wird auch hier wieder klar, dass die – für ein solches Upgrade relevanten – Streckenteile vielmals erst nach einem schweren Unfall offenbar werden. Im Grunde genommen könnten viele Rundkurse und Ovale noch weitere Sicherheitsüberholungen vertragen, doch wer investiert schon gerne die Millionen an Umbaukosten.

Der ganz große Spaß brach dann nach dem Rennen los, als ESPN plötzlich hektisch in den Garagenbereich schaltete, wo sich Boris Said mit Greg Biffle ziemlich in der Wolle hatte. Offenbar ging es wohl um eine mir unbekannte Szene während des Rennens, als der Ford-Pilot laut Said trotz Rundenrückstand sehr unfair gefahren sein soll. Dabei wurden beide Piloten auch massiv handgreiflich und ein sehr aufgebrachter Boris Said kündigte an, Greg Biffle unter der Woche mal einen Besuch abzustatten. Die Szene möchte ich hier noch einmal in Bild und Wort wiedergeben, sicherlich schon sehr kurios die Nummer:

“He’s the most unprofessional little scaredy cat I’ve ever seen in my life,” Said fumed. “He wouldn’t even fight me like a man after. So, if someone texts me his address, I’ll go see him Wednesday at his house and show him what he really needs. He needs a whipping, and I’m going to give it to him. He was flipping me off, giving me the finger. Totally unprofessional, two laps down — I mean he is a chump.”

“I went over there to go talk to him. He wouldn’t even let me get out of the car. He comes over and throws a few little baby punches, and then when I get out, he runs away and hides behind some big guys. But he won’t hide from me long. I’ll find him. I won’t settle it out on the track. It’s not right to wreck cars, but he’ll show up at a race with a black eye one of these days. I’ll see him somewhere.”

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

July 20 2011

06:49

Newshappen-Sammlung für 20.07.

// In England gärt weiterhin der Abhör-Skandal um die News Corp. und Rupert Murdoch vor sich hin und es sieht auch nicht so aus, als würde die Sache schnell beruhigen. Die ganze Sache könnte gravierende Folgen für die lautstark angekündigte Kaufofferte des News Corp./Exmor Konsortium um die Mehrheitsanteile der Formel Eins haben. Man muss kein Prophet sein, nicht nur dass Sponsoren der Formel Eins die Sache gerade mit einer gewissen Skepsis betrachten. Viel schlimmer, zumindest aus Sicht von Murdoch, dürfte sein, dass die potentiellen Verkäufer die Sache auch nicht gerade erfreut. Die News Corp. ist eine einflussreiche Firma, aber gegen die Interessen der vielen, vielen Beteiligten in der Formel Eins (Hersteller, Sponsoren, arabische Teilhaber) wird man nicht argumentieren können. Das Kartenhaus scheint da gerade zumindest teilweise zusammen gebrochen zu sein, zu mal auch noch überhaupt nicht absehbar ist, welche finanziellen Konsequenzen der Skandal für die News Corp. haben wird. Bernie Eccelstone wird vermutlich wieder etwas ruhiger schlafen. Eine ähnliche Meinung vertritt auch Joe Saward.

// Bei HRT ist mal wieder Bewegung im Faherkader. Nach dem Red Bull das Nachwuchstalent Daniel Ricciardo im Team gegen Bares platziert hat, gibt es nun Gerüchte, dass der neue Mehrheitsbesitzer des Team, Thesan Capital, Liuzzi aus dem Team haben möchte. Thesan ist eine Investmentgruppe, die auf dem spanischen Markt unterwegs ist, ergo möchte man gerne auch einen spanischen Fahrer ins Cockpit setzen. Da Jamie Alguersuari bei Toro Rosso ist, hat man nicht mehr so die große Auswahl. Jüngstes Gerücht ist, dass man den WTCC-Piloten Javier Villa gerne im Team hätte. Das ist etwas überraschend, ist Villa in den letzten Jahren zwar als talentierter Tourenwagen-Mann, aber nicht als Monoposto-Pilot aufgefallen. Sein letzter Einsatz in einem Auto ohne Dach war Ende 2009 in der GP2 Asia, seine Karriere in der GP2 zwischen 2007 und 2009 war jetzt auch nicht zwingend von so vielen Erfolgen gekrönt, dass er sich für ein F1-Cockpit aufzwingen würde.

// Ferrari-Chef Luca di Monetezemolo hat klar gestellt, dass Felippe Massa auch 2012 für die Italiener fahren wird. Interessant ist daran der Zeitpunkt. In den letzten Wochen hat es immer wieder Gerüchte gegeben, dass Mark Webber hier und da in Maranello gesichtet wurde, aber das Gerücht kann man damit wohl ad acta legen (Quelle: Ferrari PR)

// Es gibt Gerüchte, dass die FIA versucht Cosworth in der Formel Eins zu halten. Die kleine Firma steht nach dem Verlust von Williams ab 2012 nur noch mit HRT und Virgin als Kunden da und das wird nicht reichen, um für 2014 einen komplett neuen Motor entwickeln zu können. Man Know-How wird es nicht scheitern, eher an den Investitionskosten. Die FIA hätte aber gerne wenigstens einen unabhängigen Hersteller in der Serie, sollte ein Hersteller mal abspringen.

// Paul Truswell hat sich ein paar Gedanken zur neuen FIA Endurance WM gemacht und meint: “Provided that things get nailed down before the end of October, then there is every prospect of a successful championship. It may sound a little harsh, but the ALMS and the LMS have no intrinsic right to exist.” Lesenswert!

// Juan Pablo Montoya bekommt mal wieder einen neuen Crewchief. Statt Brian Pettie übernimmt ab sofort Jim Pohlmann den Laden. Der ist ein altes “Earnhardt Ganassi” Gewächs und war auch schon mal Car Chief. Pettie hatte sich in den letzten Rennen durch einige unglückliche Calls ziemlich schlecht in Szene gesetzt.

// Greg Erwin, bei Greg Biffle und Rousch entlassener Crew Chief, hat schon eine neue Heimat gefunden. Er wird versuchen AJ Allmendinger weiter nach vorne zu bringen. Die Erfahrung, die Erwin mitbringt, kann das kleine Team von Richard Petty sicher gut gebrauchen. Immerhin liegt Allmendinger auf P16 und hat noch kleine Chancen auf den Chase.

// J.J. Yeley hat bei Front Row Motorsport angedockt und wird dort die restliche Saison 2011 fahren. Dabei ersetzt keinen Fahrer, sondern springt nur für die bei den Trucks fahrenden Kvapil und Bodine ein.

// Kehrt die IndyCar Series nach Europa zurück? CEO Randy Bernard hat kürzlich in einem Interview mit dem Indianapolis Business Journal erwähnt, dass er sich gut vorstellen kann, etwa wieder in Deutschland zu fahren – und angedeutet, dass womöglich auch ein deutscher Hersteller an einem Einsteig in die amerikanische Open Wheel Serie interessiert sein könnte. Dabei handelt es sich freilich in jedem Fall noch um Zukunftsmusik, Bernard stellt einen Zeithorizont etwa im Jahr 2016 in Aussicht. Schon im kommenden Jahr könnte allerdings ein neuer Lauf in Houston dazukommen – auf der Strecke, die auch die Champ Cars jahrelang befahren haben. Außerdem wird derzeit wohl auch über Auftritte in Mexiko und ein zweites Brasilien-Rennen verhandelt. (Vorsicht)

// Langsam aber sicher gibt es auch immer mehr aAutosport</a> berichtete gegen Ende der letzten Woche, man habe Informationen, dass <strong>Jaguar</strong> den werksseitigen <strong>Einstieg in die LMP1</strong> plane – die in Besitz der englischen Traditions-Sportwagenschmiede befindliche Tata Group aus Indien evaluiere dies, aber eigentlich sei, den Quellen des Magazins zufolge, die Entscheidung bereits gefallen. Die französischen Kollegen von a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Endurance-info.com kontaktierten daraufhin Tata Motors über den offiziellen Kanal. Die Antwort der Jaguar Kommunikationsabteilung: einen solchen Entschluss gebe es noch nicht, man beobachte die Entwicklungen und konzentriere sich bis auf weiteres auf das GTE-Programm in den USA. Jaguar dementiert also erstmal einen eventuell geplanten Angriff auf die Le Mans-Krone. Doch das heißt ja nicht, dass es wirklich nicht dazu kommt. Es bleibt also nur: abwarten! (Stefan) 

// Lotus dagegen wird sein Le Mans-Programm wie geplant aneuen Mission</a> verschrieben: <strong>gemeinsam mit Lola entwickelt man einen Elektro-Rennwagen</strong> unter dem Kürzel 12/69EV – die 12 steht für das Modelljahr, bei den hinteren zwei Ziffern steht Nummern in den 60ern bisher üblicherweise für Le Mans-Coupés. Von einer Rückkehr nach Le Mans ist jedoch bisher nicht die Rede, stattdessen möchte Drayson in der von der FIA angekündigten Elektro-Meisterschaft teilnehmen, deren Gründung Jean Todt mit der EU vereinbart hat. Was für ein Fahrzeug nun genau das Ergebnis sein wird, wurde bisher noch offen gelassen – es soll jedoch noch in diesem Jahr der Öffentlichkeit bei Testfahrten vorgestellt werden. Drayson versucht also damit an die letzten Jahre anzuknüpfen: neue Technologien forcieren und sie vor allem öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Denn das erste Projekt eines Elektro-Rennautos ist dieses nicht; aber es könnte das prominenteste werden. Der Start des neuen “a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">EV Cup“, dem sich Drayson Racing für die Zwischenzeit verschrieben hat, wurde übrigens auf den Winter und in die USA verlegt, erst 2012 könnte es Events in Europa geben. Draysons langjähriger Co-Pilot, der junge Jonny Cocker, arbeitet derweil daran, ein Cockpit für die letzten Rennen der ILMC-Saison zu bekommen. (Stefan) 

//Zak Brown, Teamchef und Fahrer des US-Sportagen-Teams United Autosports, a

September 28 2010

06:23

NASCAR: Analyse Dover September 2010

Dieses Mal hatte in Dover nicht Jimmie Johnson das Pech, sondern der lange führende AJ Allmendinger. Hätte ihn ein Reifenschaden nicht weit zurückgeworfen, wäre der erste Cup-Sieg möglich gewesen. Stattdessen erhielt Johnson eine späte Belohnung nach dem vergeigten Frühjahrsrennen auf dem Dover International Speedway.

In dieser Woche war Dauermeister Jimmie Johnson das Glück mal wieder hold, nachdem er in New Hampshire noch als Letzter der zwölf Chaser das Rennen beendete. Die #48 fuhr konstant in der Spitzengruppe mit und konnte vom Pech AJ Allmendingers profitieren, der lange wie der sichere Rennsieger aussah. Ein Reifenschaden kurz vor Rennhalbzeit kostete den Ford-Piloten eine ganze Runde und es gelang ihm im Anschluss nur noch, knapp in die Top10 zurückzufinden. Doch hübsch der Reihe nach, wobei das Dover-Rennen schnell zusammengefasst ist. Nur vier Cautions sorgten dafür, dass der zweite Chase-Lauf bereits nach 3 Stunden und 2 Minuten beendet war.

AJ Allmendinger holte sich schon in Runde 14 die Führung von Polesitter Jimmie Johnson und startete daraufhin seinen unwiderstehlichen Run in Front des Feldes. Der wurde vor seinem Reifenschaden nur zweimal unterbrochen: Zu einen entdeckte NASCAR in Runde 38, dass eine der Abdeckungen der Caution-Warnlampen am Fangzaun drohte, auf die Strecke zu fallen. Nach Behebung des Schadens und den ersten Boxenstopps führte Allmendinger die Meute zum Restart, gefolgt von Martin Truex Jr, der ebenfalls lange Zeit auf dem Weg zu einem Top-Resultat sein sollte. Greg Biffle, Juan Pablo Montoya und Jimmie Johnson komplettierten zu diesem Zeitpunkt die Top5.

Zum anderen löste David Reutimann recht bald darauf in Runde 50 eine zweite Gelbphase aus, weil er übersah, dass Ryan Newman auf der Innenbahn schon neben ihn gezogen war. Ein Einschlag in der Mauer war die Folge, was neben Reutimanns Auto auch sein Rennen zerstörte. Fast unverändert starteten die Top5 in Umlauf 55 erneut zum Kampf um die Spitzenposition von AJ Allmendinger, lediglich Denny Hamlin hatte sich bis dahin auf den fünften Rang vorgeschoben.

Danach kam das Dover-Rennen bis kurz vor Rennhalbzeit in einen Lauf und prägte wie soviele Meisterschaftsläufe in diesem Jahr seinen Langstreckencharakter aus. In Runde 112 unterbrachen die ersten Boxenstopps unter grüner Flagge die Rennaction und zogen sich bis Umlauf 122 hin, wobei Bobby Labonte aber etwas länger mit dem Nachtanken wartete. So kam es dazu, dass kurzzeitig nur noch weniger als zehn Fahrzeuge in der Führungsrunde unterwegs waren und eine plötzliche Caution das komplette Rennen durcheinander gewürfelt hätte. Bevor Allmendinger in Runde 127 wieder die Führung von Labonte übernahm, musste Tony Stewart noch eine Durchfahrtsstrafe über sich ergehen lassen. Das kostete den Meisterschaftskandidaten am Ende ein gutes Ergebnis, da er zwei Runden zurückfiel. Auch Clint Bowyer erwischte ein schlechtes Wochenende als er in Runde 158 mit einem übersteuernden Auto die Mauer touchierte und sich danach sofort eine Runde Rückstand einfing.

Bis kurz vor Ende der ersten Rennhälfte sah es so aus, als ob niemand AJ Allmendinger auf dem Weg zu seinem ersten Cup-Sieg aufhalten könnte. Im Prinzip kam es ja auch so, denn nur die Haltbarkeit der Goodyear-Reifen am Richard-Petty-Motorsports-Ford machte dem Team mit der #43 einen Strich durch die Rechnung. In Runde 170 gingen die Pneus soweit in den Keller, dass Allmendinger einen vorzeitigen Boxenstopp inklusive „track bar adjustment“ einlegen musste. Das Team diagnostizierte daraufhin einen Reifenschaden am ausgewechselten Gummi und „The Dinger“ fand sich nun mit einer Runde Rückstand auf Platz 27 außerhalb der Boxenstopp-Sequenz wieder.

Die Führung gab man an Jimmie Johnson ab, der bereits seit mehreren Runden hinter Allmendinger lauerte. Das Letzte, was die Mannschaft von RPM nun gebrauchen konnte, war eine weitere Gelbphase und ausgerechnet die kam nach dieser langen Caution-freien Periode in Runde 186 von 200, weil auch bei Matt Kenseth ein Reifen schlapp machte und damit einem weiteren Chaser wertvolle Punkte kostete. Besonders tragisch wurde diese Gelbphase, weil Allmendinger in dem Moment genau einen Platz hinter dem ersten Überrundeten lag und somit den „lucky dog“ nur knapp verpasste. Der aufgrund der anderen Pit-Sequenz ausgelassene Boxenstopp brachte ihn mittels „wave around“ aber wieder zurück in die Führungsrunde.

Der Restart erfolgte in Runde 193 und wurde von Jimmie Johnson angeführt, der dabei Martin Truex Jr und Kyle Busch direkt im Schlepptau hatte. Kurz darauf war auch der Nachmittag von Truex gelaufen, der sich hinter den jeweils Führenden immer in aussichtsreicher Position für ein Top-Resultat aufgehalten hatte. In Runde 208 musste er mit einem losen Reifen die Boxengasse ansteuern, wo nach dem Reifenwechsel beim Runterlassen des Autos vom Wagenheber die Achse brach. Nach 17 langen Runden Reparaturpause konnte der Toyota mit der #56 aber noch zur Schadensbegrenzung auf die Strecke zurückkehren.

Die entscheidende und spannendere Phase des Rennens begann in Dover nach dem Ausscheiden einiger Favoriten dann wie so oft in diesem Jahr erst spät – in diesem Fall mit einer Debris-Caution 110 Runden vor Schluss. Bei den folgenden Boxenstopps konnte die Crew von Kyle Busch am schnellsten arbeiten und den Toyota mit der #18 in Führung bringen. Jimmie Johnson, Joey Logano, Carl Edwards und Jeff Burton folgten Busch beim Restart in Runde 295 dann auf den Fersen. Johnson war für den finalen Kampf in Umlauf 337 wieder bei Kyle Busch angekommen, der zwischendrin als dritter Pilot ernsthafte Ansprüche auf den Sieg angemeldet hatte. Nach dem Führungswechsel standen zum Abschluss noch einmal weitere „green flag pit stops“ an, in deren Folge Johnson ungehindert seinen ersten Chase-Erfolg in diesem Jahr einfahren konnte.

Das Dover-Herbst-Rennen war in diesem Jahr nun nicht unbedingt der Reißer, das kann aber natürlich auch nicht immer der Fall sein. Alles in allem hat es gereicht bei drei oder vier entscheidenden Zwischenfällen seine Aufmerksamkeit auf den TV zu richten, um nichts Wichtiges zu verpassen. Zur Übersicht noch die Ergebnisse der Playoff-Piloten:

- Jeff Burton fuhr ziemlich unauffällig in die Top5 und konnte sich einen zweiten Rang hinter Jimmie Johnson sichern. Damit rückte er in der Meisterschaft zwei Plätze vor und rangiert nun als Siebter 80 Punkte hinter Denny Hamlin.

- Die beiden Busch-Brüder sicherten sich ebenfalls Top-Ergebnisse und sind auch in der Punktetabelle nicht mehr als 60 Punkte von der Spitze entfernt. Kyle Busch (4.) hielt sich schadlos und avancierte sogar kurzzeitig zu einem Sieg-Favoriten, während Kurt Busch (6.) mehr zu kämpfen hatte und sogar zu schnell in der Boxengasse erwischt wurde.

- Dazwischen schob sich Carl Edwards als unauffällig gefahrener Fünfter. Von Tabellenführer Denny Hamlin war ebenfalls wenig zu sehen, doch ein neunter Platz sicherte ihm wertvolle Punkte.

- Weitere Mitglieder dieser selten in Erscheinung getretenen Riege sind Jeff Gordon (11.) und Kevin Harvick (15.). Harvick büßte mit einem für ihn eher schlechteren Ergebnis ein paar Punkte ein und rangiert nun auf Platz fünf in der Meisterschaft mit 65 Punkten Rückstand auf Hamlin. In den „classic points“ – also ohne Chase-Rechnung – beträgt sein Vorsprung an der Spitze dagegen 208 Zähler vor Kyle Busch.

- Einen schlechten Nachmittag erwischten Matt Kenseth (18.), Greg Biffle (19.), Tony Stewart (21.) und Clint Bowyer (25.): Kenseth kann die Schuld bei seinem Reifenschaden suchen, während Teamkollege Biffle sein Auto nach einer guten Anfangsphase abstimmungstechnisch einfach nicht in den Griff bekam. Stewart musste nach seiner Durchfahrtsstrafe zwei Runden Rückstand hinnehmen, Bowyer nach dem Mauerkuss sogar deren drei. Auch er wurde zu schnell in der Boxengasse erwischt.

Jetzt noch die Nicht-Chaser im kurzen Überblick:

- Joey Logano sicherte sich hinter Jimmie Johnson und Jeff Burton einen sehr guten dritten Rang und auch Paul Menard tauchte plötzlich als Siebter in den Top10 auf. Ryan Newman wurde Achter.

- AJ Allmendinger gelang nach dem Reifenschaden eine tolle Aufholjagd, die leider bei Platz 10 endete.

- Mark Martin hatte wie so oft eine schwere Anfangsphase zu überstehen, in der nichts zusammenlief. Letztendlich konnte er sich aber von Rang 42 auf Platz 12 nach vorne arbeiten. Das darf den Routinier natürlich keineswegs zufriedenstellen, aber es ist schon eine Verbesserung im Vergleich zu den vorherigen Wochenenden.

- Jamie McMurray und Juan Pablo Montoya landeten geschlossen auf den Platzen 13 und 14, nachdem sich Montoya zuvor lange in den Top10 aufhalten konnte.

- Dale Earnhardt Jr musste nach seinem guten vierten Platz in New Hampshire wieder eine Niederlage einstecken und fing sich drei Runden Rückstand ein, die ihn auf Rang 23 zurückwarfen.

- Kasey Kahne (28.) konnte erneut nicht überzeugen und musste sich gar vier Mal überrunden lassen. Martin Truex Jr und David Reutimann beendeten das Rennen mit ihren ondulierten Autos auf den Plätzen 34 und 35.

Der sechste Saisonsieg bringt Jimmie Johnson damit auf Augenhöhe von Denny Hamlin, denn dessen Vorsprung in der Meisterschaft konnte Johnson auf 35 Punkte dezimieren. Interessant ist, außer dass Johnson und Hamlin jetzt beide dieselbe Anzahl an Siegen 2010 auf dem Konto haben, vielleicht noch folgendes Detail: Die #48 dominierte die letzten vier Rennen in Dover und mit Ausnahme von Mai 2010 konnte Johnson auch alle diese Meisterschaftsläufe für sich entscheiden. Früher in diesem Jahr war es bekanntlich Pech bei der Wahl der Boxengassengeschwindigkeit. Jimmie Johnson dürfte somit also letztlich wirklich bestätigt haben, dass die Entscheidung in der Meisterschaft nur über ihn gehen wird.

Der Kampf um die Top35 spitzt sich wieder zu, denn erneut saß Kevin Conway in der #7 von Robby Gordon Motorsports. Der Einsatz des Rookies war allerdings nach 129 Runden beendet und als angegebener Ausfallgrund erscheint ein Defekt der Benzinpumpe im Klassement. Sehr dubios, bedenkt man, dass nur drei Runden zuvor Landon Cassill im letzten „start & park“-Wagen mit der #71 das Rennen beendete. Zahlt ExtenZe jetzt Conways Einsätze oder nicht, was ist da los? Schon in Richmond war er nicht lange unterwegs. Da David Gilliland die #38 von Front Row Motorsports allerdings auf Platz 30 stellte, schrumpfte der Vorsprung der #7 nun auf 84 Zähler zusammen. Extrapoliert bedeutet das den Verlust eines garantierten Startplatzes für Robby Gordon Motorsports nach vier weiteren Rennen, falls Conway weiterhin am Steuer sitzen sollte. Da wird es noch ziemlich eng werden zwischen der #7 und der #38.

Für die #26 von Bill Jenkins sieht es derzeit schlecht aus: 166 Punkte lautet der Rückstand, nachdem Jeff Green nun zwei Mal in Folge die Qualifikation verpasst hat. Alle anderen Teams sind definitiv raus aus dem Kampf um die Top35 für 2010 und auch 2011. Dann gehen ja bekanntlich die letztjährigen Top35 der Owner-Wertung in den ersten fünf Saisonrennen garantiert an den Start, u.a. auch im so prestigeträchtigen Daytona 500.

Das dritte Chase-Rennen findet am kommenden Wochenende auf dem Kansas Speedway statt, zu normaler Sonntagabend-Zeit ab 19 Uhr. Zusätzlich ist dort auch noch die Nationwide Series unterwegs, während die Trucks pausieren.

214300 2010_Dover2_NSCS_prerace_Joey_Logano_Joe_Gibbs 214302 214301 214303 214316 214321 214322 2010_Dover2_NSCS_checkered_flag 214319 at Dover International Speedway on September 26, 2010 in Dover, Delaware. Web OnTheBubbleNSCS2010_28Dover

May 18 2010

16:57

NASCAR: Analyse Dover Mai 2010

Nach zuletzt einigen guten Rennen in dieser Saison bot Dover am Wochenende mal wieder einen Riesenlangweiler. Nur fünf Cautions zogen das Feld teilweise beträchtlich auseinander und am Ende gab Jimmie Johnson einen fast sicheren Sieg durch einen Fehler an Kyle Busch ab.

Das Rennen in Dover kam am Ende auf insgesamt nur fünf Cautions, was die Marken aus dem letzten Jahr in etwa halbiert – auch was die Anzahl der Runden unter Gelb angeht. Da die Gelbphasen in etwa gleich verteilt lagen, gab es mehrere „long runs“ in denen das Feld stark auseinandergezogen wurde und teilweise nur noch 15 Autos in der Führungsrunde unterwegs waren. Fünf Cautions auf 400 Runden gesehen brachten zwei Boxenstopp-Durchgänge unter grüner Flagge mit sich und die zweite Phase der „green flag stops“ sollte dann auch das Rennen entscheiden. Im Grunde genommen folgte der Rhythmus des Rennens die ganze Zeit demselben Muster:

Jimmie Johnson kam in den meisten Fällen unter gelb als erster wieder aus der Boxengasse, wurde aber innerhalb von 2-3 Runden durch Kyle Busch überholt. Der Toyota von Busch war über das ganze Rennen stark auf den „short runs“ unterwegs, doch nach maximal 25 Runden kassierte Johnson den späteren Sieger immer wieder ein. 45 Runden vor Schluss lieferten sich die beiden Fahrer einen letzten Zweikampf, bevor 10 Runden später der letzte Boxenstopp für alle anstand. Buschs einzige Hoffnung war zu diesem Zeitpunkt eine späte Caution, damit er seine Stärke auf den „short runs“ würde ausspielen können. Doch der viermalige Meister Johnson nahm sich ganz alleine aus dem Geschehen und zwar mit einem für ihn ungewöhnlichen Fehler: Speeding in der Pitlane!

Kyle Busch, der über das gesamte Rennen mit vorne bei der Musik dabei war, gingen damit die Konkurrenten aus. Niemand war in der Lage, den Vorsprung der #18 einzuschmelzen. Lediglich Jeff Burton konnte den Abstand auf den Führenden einigermaßen konstant halten und wurde dann auch mit einem zweiten Platz belohnt. Ein spannendes Finale mit einer späten Gelbphase oder „green white checkered“ wie bei den vorherigen Rennen blieb in Dover aus. Dafür gewann Kyle Busch das Rennen aber verdient, denn er hatte eines der beiden Autos, die es zu schlagen galt. Lange Zeit sah es eben danach aus, dass der Zeitpunkt der letzten Caution das Rennen entscheiden würde – dann kam es aber zu Johnsons Fehler. Wäre der nicht gewesen, hätte die #48 es wohl in die Victory Lane geschafft, da die späte Caution ausblieb.

Zwei andere Fahrer konnten in Dover kurz aufblitzen und die kamen überraschenderweise aus dem Ford-Lager: Kasey Kahne führte die ersten 24 Runden, verlor aber durch die Reparatur eines gebrochenen Schalthebels eine Runde und wurde am Schluss bis auf Platz 20 durchgereicht. Ähnlich schlecht erging es AJ Allmendinger, der über 150 Runden in den Top5 unterwegs war und in einigen „green flag runs“ als einziger Fahrer beständig an Jimmie Johnsons Hinterteil kleben konnte. Zeitweise qualifizierte er sich damit sogar als dritter Kandidat für einen Sieg, bis seine Pitcrew einen entscheidenden Fehler machte und danach auch noch Pech dazu kam. Eine nicht richtig angezogene Radmutter brachte Allmendinger kurz nach seinem „green flag stop“ erneut an die Box, doch genau in diesem Moment bog Marcos Ambrose in die Mauer ab. Durch die Gelbphase lag die #43 dann plötzlich aussichtlos zwei Runden zurück. Am Ende konnte Allmendinger noch einen 14. Platz rausholen und kam als erster überrundeter Fahrer ins Ziel.

Alle anderen Fahrer hatten mit dem Ausgang des Rennens so gut wie nichts zu tun. Insgesamt gab es acht verschiedene Führende, was aber vor allem aus den Positionsveränderungen während der Boxenstopps unter grüner Flagge herrührt. Der Polesitter Martin Truex Jr konnte nie ernsthaft Akzente setzen und verlor noch in der ersten Runde seine Führung an Kasey Kahne. Während der „green flag stops“ gelangen der #56 dann doch wenigstens noch zwei Führungsrunden, um die fünf Bonuspunkte zu kassieren. Die Teamkollegen Juan Pablo Montoya und Jamie McMurray fielen kurz nacheinander mit dem gleichen Aufhängungsschaden aus. Da wird es für Montoya nun wirklich schwer, die über 100 Punkte Rückstand auf den Chase aufzuholen, doch 14 Rennen bleiben ihm noch. Hier zur Übersicht noch die Top10, welche sich aus den drei Herstellern Toyota, Chevrolet und Ford recht ausgeglichen zusammensetzt; der erste Dodge ist erst auf Platz 18 vertreten:

1. Kyle Busch (Toyota)
2. Jeff Burton (Chevy)
3. Matt Kenseth (Ford)
4. Denny Hamlin (Toyota)
5. David Reutimann (Toyota)
6. Greg Biffle (Ford)
7. Kevin Harvick (Chevy)
8. Carl Edwards (Ford)
9. Tony Stewart (Chevy)
10. Joey Logano (Toyota)

Die Chevys von Richard Childress Racing haben sich in Dover wider meiner Erwartungen ganz annehmbar geschlagen, Tabellenführer Harvick und Burton stießen in die Top10 vor, während Clint Bowyer auf Platz 17 ins Ziel kam. Die Rückkehr der Fords war durchaus im Bereich des Möglichen, da muss man aber abwarten, wie Roush-Fenway Racing und Richard Petty Motorsports in Charlotte unterwegs sind – eigentlich eine der besseren Ford-Strecken. Klar erwartet und auch bestätigt worden ist dagegen die derzeitige Dominanz von Hendrick Motorsports und Joe Gibbs Racing:

Die Gibbs-Fahrer gewannen fünf der letzten sieben Rennen und das ausgerechnet seit der Einführung des neuen Heckspoilers, welche Jimmie Johnsons Siegesserie in Martinsville durchbrach. Einige Beobachter sehen da einen Zusammenhang zwischen Spoiler und Machtwechsel, doch da muss man vorerst noch abwarten. Hendrick sollte man zu keinem Zeitpunkt abschreiben, dafür haben die einfach ein zu großes Budget und eine zu gute Entwicklungsabteilung, um nicht innerhalb von ein paar Wochen wieder am Ball zu sein. Schwieriger wird es für Gibbs werden, wenn Hendrick erst einmal zurück ist. Auffällig ist aber momentan die abreißende Glücksträhne von Jimmie Johnson: Nicht selbst verschuldete Crashes in Talladega und Darlington, sowie „nur“ ein Zehnter Platz in Richmond. Anscheinend wird der Dauermeister langsam nervös und das könnte zu seinem Patzer in der Dover-Boxengasse durchaus beigetragen haben. „Is Jimmie Johnson losing his momentum?“

Merkwürdig auch, dass man von Jeff Gordon, Mark Martin und Dale Earnhardt Jr so wenig gesehen hat. Während Gordon die Wochen zuvor immer dicht an einem Sieg vorbeigeschrammt ist, landete er in Dover nur auf Platz 11. Martin wurde Fünfzehnter und Junior musste erneut ein komplett verkorkstes Rennen mit zehn Runden Rückstand auf Platz 30 beenden. Es geht ja seit längerem das Gerücht um, dass es zwischen Earnhardt und Lance McGrew kriselt, doch auch die Ergebnisse unter seinem ehemaligen Crew Chief Tony Eury Jr waren nicht wirklich besser. Da fragt man sich doch wirklich langsam, ob es nicht an Junior selbst liegt. Hat er nun sein Talent verloren oder macht ihm diese schwere Zeit einfach mental zu schaffen und verhindert somit gute Ergebnisse? Der Druck wird jedenfalls nicht weniger… Interessant wäre es zu sehen, was Chad Knaus aus dem Team machen könnte. Die engere Verbindung der Teams #5 und #88 hat sich jedenfalls für Junior nicht ausgezahlt.

Zum Schluss noch der obligatorische Blick in die Meisterschaftswertungen: Bei den Fahrern ist Dale Earnhardt Jr wieder aus dem Chase verschwunden, Martin Truex Jr aber dafür drin. Gordon und Johnson haben jeweils zwei Plätze verloren, neuer Zweiter ist Sieger Kyle Busch hinter Kevin Harvick, der 69 Punkte Vorsprung hat. Bei den Top35 der Owner-Wertung ist die Situation nun noch knapper geworden, denn Platz 34-36 liegen nur winzige zwei Punkte auseinander. Da Gilliland jetzt drin ist, muss Kevin Conway in Charlotte in die Qualifikation, und qualifiziert hat sich der Rookie bisher nie gut. Möglich wäre hier demnächst also wieder ein Tausch der Startnummern zwischen Gilliland und Conway, wie bereits zu Anfang der Saison. Nächste Woche kommt dann das All-Star-Rennen, bei dem keine Punkte vergeben werden. Da geht es „lediglich“ um eine Million US-Dollar für den Sieger. Da mit Kyle Busch ein bereits qualifizierter Pilot in Dover gewonnen hat, fahren nur 18 Piloten + 3 Qualifikanten (Showdown + Fan-Vote) beim Preisgeldrennen mit.

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