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December 15 2011

10:43

BTCC: Die Saison 2011

Eigentlich war es schon vor der Saison klar, wer in diesem Jahr Meister wird. Aber etliche Regeländerungen sorgten dann doch für eine Entscheidung, die erst im letzten Rennen fiel.

Die Saison 2011 sah in der BTCC eine ziemlich weitreichende Änderung, die allerdings auch für einige Verwirrung sorgen sollte. Die TOCA, die hinter der BTCC steht, hatte in den letzten Jahren eine eigene Nachfolgeklasse für die Fahrzeuge geplant, die nach dem S2000-Reglement der FIA auch in England unterwegs waren. Die Übernahme der S2000 hatte den Vorteil, dass die Hersteller ihre Wagen weltweit einsetzen konnten. Zwar hatte die FIA auch an den Regeln geschraubt und den 1.6 Liter Turbo/Weltmotor eingeführt, aber das reichte der BTCC. Wegen der hohen Kosten der S2000, die oft für dünn besetzte Starterfelde sorgte, entschloss man sich, eine eigene Formel einzuführen. Die NGTC hat ein eigenes Chassis, dass von der TOCA entwickelt wurde, und zum größtenteil ein Einheitschassis für die gesamte Serie ist. Beim Motor entschloss man sich auf einen eigenen 2-Liter-Turbomotor zu setzen. Und genau das führt zu Ärger, nicht nur in der BTCC.

Warum sich die BTCC für einen eigenen Motor entschieden hat, anstatt auf die vorhandenen FIA 1.6 Liter Maschinen zu setzen, ist den meisten immer noch ein Rätsel. Die Entwicklung eines Motors ist so ziemlich das teuerste, was man machen kann, der Griff in die Hersteller-Schublade wäre leichter gewesen. Auf der anderen Seite bietet die TOCA selber den Motor auch kleinen Teams an, und dies wohl zu einem kleinen Preis. So macht man sich natürlich auch von den Herstellern unabhängig. Die BTCC hat da schlechte Erfahrungen gemacht, daher vielleicht auch die Vorsicht. Doch in diesemJahr führte die Umstellung der Regeln zu einigem Chaos. Es gab reine NGTC, Wagen mit S2000 Chassis, aber NGTC-Motor und reine S2000 Teams. Die TOCA versprach, dass man alle Teilnehmer mittels BoP einleveln würde, aber das Unterfangen war schwerer, als gedacht.

In den ersten drei Rennen flogen die S2000/NGTC wie Honda und Ford der Konkurrenz davon. Meister Jason Plato, dessen Chevy 2010 noch das dominierende Auto war, betete nach jedem Rennen mantramäßig runter, dass es so nicht weiter gehen können, das sei ein Witz, ein schlechter dazu, er habe keine Lust mehr. Diese Aussage wiederholte er in Thruxton, Donington, Silverstone und Croft. Was immerhin dafür sorgte, dass die TOCA schrittweise den Ladedruck der gemischten NGTC Fahrzeuge runterdrehte, während der, der reinen NGTC teilweise unangetastet blieb. Das führte dann ab Mitte der Saison zum wundersamen Aufstieg von Frank Wrathall im Dynojet Toyota. Der Rookie ärgerte die Stars vorne mehrfach kräftig, vermutlich auch, weil die TOCA zeigen wollte, dass man mit einem NGTC auch gegen Chevy ankommt.

Ein weiterer Fahrer, der in diesem Jahr für eine Überraschung sorgte, war Mat Jackson im Airwaves Ford Focus. Airwaves Racing hatte von Ford die letztjährigen Focus ST Chassis gekauft und mit einem eigenen NGTC-Motor ausgestattet. Die Kombination funktionierte dann sogar besser, als die es “Quasi-” Werksteams AON von Ford. Die waren mit Chilton als Nummer Eins auf dem Papier gut aufgestellt, aber es ging wenig zusammen. Man war sogar so verzweifelt, dass man Tom Onslow-Cole zurück holte, den man Ende 2010 entlassen hatte. Aber auch das brachte nur wenig. AON war sicher einer der Enttäuschungen in diesem Jahr. Jackson hamsterte dagegen fleissig Punkte und lag zwischenzeitlich sogar mal in Führung. Doch dann kam das Wochenende in Knockhill, wo Jackson ohne Punkte blieb. So kurz vor dem Saisonende war das dass Ende der Titelträume.

Aber schon vor der Saison war klar, dass der Titel ziemlich sicher über Honda zu holen sein müsste. Chevrolet musste schon früh in der Saison feststellen, das man keinen Chance hatte, da konnte Jason Plato noch so laut schimpfen. Es war schon erstaunlich, dass er den Titel-Kampf so lange offen halten konnte. Im Prinzip verlor er den Titel erst beim letzten Rennen in Silverstone, aber gegen die Turbos hatte er keine Chance.

Erstaunlicher war dann schon, wie lange Honda um den Titel bangen musste. Gordon Shedden war Matt Neal in fast allen Rennen ebenbürtig und teilweise sogar besser. Das führte dann zu so kuriosen Unfällen wie in Oulton Park, als Matt Neal seinen Teamkollegen einfach abschoss und beide ins Aus rodelten. Papa Neal, der zufälligerweise auch der Teambesitzer ist, war dementsprechend sauer, der Filius geknickt. Danach ließ er es ruhiger angehen, was aber nicht unbedingt langsamer war. Insgesamt gewann er sieben von 30 Rennen. Bei Shedden waren es sechs Siege, somit hatte Honda auch die meisten Siege in der Saison 2011 eingefahren. Spannenderweise gelangen Jason Plato acht Siege, aber ein paar Ausfälle, vor allem der in Donington, schmälerten seine Titelchancen.

Man muss aber auch sagen, dass Team Dynamics, die die Honda Civic bauen, den Titel auch verdient haben. Sie sind das Wagnis mit dem NGTC-Motor eingegangen und haben, mit Honda im Rücken, viel investiert. Chevrolet hat das nicht gemacht, allerdings hatte RML auch jede Menge mit dem FIA-Motor für die WTCC zu tun, da blieb nur wenig Zeit und Geld für einen NGTC-Motor. Bisher ist auch nicht klar, was Chevrolet in der kommenden Saison machen wird. Honda hatte es leichter und sie haben ihren Vorteil auch genutzt. Das Mat Jackson so lange vorne mit dabei war, dass Plato dennoch mehr Siege holte, war sicher so nicht geplant, aber für die Fans hat es sich gelohnt.

Es war kein schlechtes Jahr für die BTCC, auch wenn die Rangelei hinter den Kulissen und die unterschiedlichen Einstellungen der Fahrzeuge keinen richtig fairen Vergleich zu lassen. Es wäre schöner gewesen, die TOCA hätten allen noch ein Jahr Zeit gegeben, um dann komplett umzustellen. Für 2012 erwartet die Fans ein weiteres Übergangsjahr. Immerhin sollen aber die NGTC offiziell bevorzugt werden. Mehr dazu dann im nächsten März, das erste Rennen 2012 steigt am 1.04.2012 in Brands Hatch-

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December 06 2011

06:59

Formel Eins: Rückblick 2011 – Teams

Der erste Teil des Saisonrückblicks das Jahres 2011 dreht sich um die Teams. Was haben sie falsch, was richtig gemacht?

So eine Saison ist für die Teams mittlerweile recht lang geworden. Die in die Länge gezogene Saison bedeutet, dass man, abgesehen von der dreiwöchtigen Zwangspause im August, von Februar bis Ende November unterwegs ist. Dazu kommen die intensiven Arbeitswochen im Winter, in denen am neuen Wagen gearbeitet wird. Eine richtig lange Pause gibt es nicht mehr, durch die Kostenbeschränkung und Testverbote ist es nicht leicht, verlorenen Boden wieder gut zu machen. Das mussten 2011 gleich einige Team erleben, die einen miserablen Start in die Saison hatten. Aber es gab auch Überraschungen, vor allem im Mittelfeld, wo mir vor allem ein Rennstall aufgefallen ist. Schwer lief die Saison für die drei “neuen” Teams, die nicht wirklich vom Fleck kamen.

Red Bull

Was soll man sagen: Beide WM-Titel, Rekorde bei den Pole Postionen und den schnellsten Runden. Da hat man offenbar alles richtig gemacht. Das Konzept des RB7 ist nicht neu, aber Adrian Newey hat vor allem im Heck einiges zum Vorjahr verändert. Das führte zu Beginn der Saison allerdings zu Problemen, denn das KERS funktionierte nicht. Das enge Heck ließ das KERS überhitzen, so dass die Fahrer das System zunächst nur am Start nutzen konnten. Da aber gerade zum Start der Saison die Konkurrenz weit abgeschlagen war, konnte Red Bull den Fehler ungestraft begehen. Grosse Schwachpunkte gab es im Team nicht. Die Technik spielte, bis auf den mysteriösen Reifenplatzer in Abu Dhabi, immer mit, die Strategie funkionierte auch meist gut, zum Mal man bei Vettel eh kaum was falsch machen konnte. Größter Schwachpunkt bei Red Bull war ausgerechnet Mark Webber. Warum er in diesem Jahr nicht Schritt halten konnte, ist weiter unklar. Vielleicht lag es an den Pirelli-Reifen, vielleicht daran, dass der RB7 ganz auf den Stil von Vettel zugeschnitten war. Webber wird das Fahren nicht verlernt haben, man darf gespannt sein, wie es für ihn 2012 laufen wird. Aber auch mit den kleinen Problemen verdient sich Red Bull die Topwertung.

10 von 10 Punkten

McLaren

McLaren warete zu Beginn der Saison mit einer Überraschung auf, in dem sie L-förmige Seitenkästen an ihren Wagen geschraubt hatten. Mit dieser aerodynamischen Lösung standen sie exklusiv da, allerdings machte die auch massiv Probleme. Bei den Tests hatte der Wagen auf der Hinterachse keinen Grip, die Technik spielte auch nicht mit. Jenson Button erwähnte später in der Saison, dass man die erste volle Renndistanz in Australien fuhr, wo man einen völlig ungetesteten Unterboden einsezte. Es dauerte bis in den Mai, bis man die Probleme halbwegs im Griff hatte. Dazu kam ein Lewis Hamilton, der etwas von der Rolle war. Seine Verhalten auf der Strecke brachte ihm eine Dauerkarte bei den Kommissaren ein, dazu die Privatfehde mit Felippe Massa. Nur Jenson Button und das Entwicklungsteam schienen dann noch zu funktionieren. Immerhin gelang es den Briten, dass man den Abstand zu Red Bull bei einigen Rennen im Herbst auf “Null” setzen konnte, was auf zumindest für 2012 hoffen lässt. Auch der zweite Platz in der WM-Wertung ist nach dem schlechten Start ein respektables Ergebnis. Vermutlich wäre auch nicht mehr drin gewesen, wenn der Wagen ab Australien funktioniert hätte, dafür war Red Bull einfach zu stark. Aber die WM wäre sicher spannender gewesen.

7 von 10 Punkten

Ferrari

Schon bei der Präsentation des diesjährigen Ferrari dachte ich “Hmm, das sieht sehr konservativ aus. Ich hatte noch damit gerechnet, dass man zu den Tests die “echte” Aerodynamik zeigen würde, aber da passierte bekanntermaßen nicht mehr viel. Was sich auch über die gesamte Saison nicht ändern sollte. Der konservative Ansatz erlaubte wenig Verbesserungen, dazu kamen die Probleme mit dem Windkanal, der falsche Daten lieferte. Ferrari schmiss den Verantwortlichen Chef-Designer Aldo Costa dann im Sommer auch raus. Die Hauptprobleme des Ferrari lagen im Bereich des Unterbodens, der Luftführung und des Hecks. Nur in dem Rennen, in dem der heiß angeblasene Diffusor verboten wurde, konnte Ferrari einen Sieg erringen. Dazu kamen auch Probleme mit den Pirelli. Bei der Konstruktion der Aufhängung hatte man sich vertan, weil man wohl dachte, dass die Pirelli schneller abbauen würden. Zwar führte die Reifenschonung des F150 zu ein paar Vorteilen bei der Strategie, sobald die Medium oder harten Reifen auf dem Wagen waren, ging aber nichts mehr, weil die Temperatur der Reifen in den Keller fiel. Ferrari gelang es anders als McLaren nicht, die Probleme zu lösen. Dafür hätte man ein neues Chassis bauen müssen, samt neuen FIA-Chrashtest usw. Eine Seuchensaison, dazu ein Massa weit ab seiner Möglichkeiten. Nur Alonso schien wie immer die Konstante zu sein. 2012 wird man mehr bieten müssen. Ich schliesse mich der Bewertung von Luca di Montezemolo über sein Team an.

5 von 10 Punkten

Mercedes GP

Im Grunde hat sich Mercedes GP nicht vom Fleck bewegt. Im Gegenteil – rein Punktemäßig war 2011 ein Rückschritt. 2010 holte man 214 Punkte, 2011 nur 165. In der Quali und im Rennen war man weiterhin rund 1.5 Sekunden von Red Bull weg, gegen Ende der Saison war es teiweise etwas weniger. Der W02 funktionierte hinten und vorne nicht richtig, außer bei der Höchstgeschwindigkeit. Wie Ferrari hatte man Probleme, Temperatur in die Reifen zu bekommen, auch der Abtrieb am Heck stimmte nicht. Dass Ross Brawn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren so daneben lag, war schon eine Überraschung. Ein Grund für die mangelnde Performance und die Weiterentwicklung war wohl das knappe Budget, dass Mercedes zur Verfügung stellt. Erst ab Mitte der Saison schien man gewillt zu sein, den Geldhahn weiter aufzudrehen, allerdings nicht mehr für die 2011er Saison. Die Fahrer lieferten meist solide Ergebnisse ab und holten die Plätze 5 bis 8. Mehr war einfach nicht drin. Die Probleme von Mercedes sind nicht leicht zu identifizieren, immerhin hat man mit Aldo Costa jemanden an Bord geholt, der zusammen mit Ross Brawn bei Ferrari sehr erfolgreich war.

5 von 10 Punkten

Renault

Die Franzosen warteten zunächst mit einem interessanten Konzept auf. Der nach vorne verlegte Auspuff schien eine geradezu sensationelle Lösung zu sein, weil er erlaubte, dass man mit den Auspuffgasen den Unterboden zusätzlich anströmen konnte, um mehr Abtrieb zu erhalten. Zumindest in der Theorie klang das gut, in der Praxis führte es dazu, dass der Wagen vor allem auf langsamen Kursen nicht konkurrenzfähig war. Trotz eines deftigen “Mapping Overruns”, fehlte dem Chassis einfach der Abtrieb im Heck. Hinzu kam der Unfall von Kubica, der dem Team moralisch schwer geschadet hat. Aber auch mit Kubica wäre man wohl nicht weiter gekommen. Der Auspuff funktionierte nicht, ihn wieder nach hinten zu verlegen ging auch nicht, weil man dafür das Chassis hätte umbauen müssen. Weil man deswegen nicht weiter entwickeln konnte, fiel Renault immer weiter zurück. In der ersten Saisonhälfte, bis zum GP von Deutschland, holte man 66 WM Punkte, danach nur noch 7 Punkte. Die Entlassung von Heidfeld war ebenfalls keine gute Entscheidung. Auch wenn der Deutsche in der Quali die bekannten Schwächten zeigte, war im Rennen immer eine Bank. Senna konnte da nicht mithalten. 2012 ändert man den Namen in “Lotus” und hat Räikkönen an Bord. Es wird aber schwer für Renault/Lotus. Denn während die anderen Teams das Konzept der 2011er Wagen weiter entwickeln und über viele Daten verfügen, muss Lotus komplett von vorne anfangen.

3 von 10 Punkten

Force India

Die Inder sind für mich die Überraschung des Jahres. 2010 verlor man fast die gesamte Aero-Abteilung an Sauber und Team Lotus und man musste 2011 von vorne anfangen. Der Wagen war keine Sensation und tat sich vor allem in der Saisonhälfte sehr schwer. Doch ab dem GP in Deutschland ging es massiv aufwärts. Offenbar hatte neue Design-Team eine paar Lösungen gefunden und war in der Lage, verlorenen Boden gut zu machen. Auch die Formsteigerung von Adian Sutil spielte sicher eine Rolle. Am Ende war man in der Lage, Renault locker hinter sich zu lassen und Mercedes konnte man das ein oder andere Mal ärgern. Für ein Privatteam ist das eine erstaunliche Leistung und es ist fast ein wenig schade, dass Force India nicht schon zum Start der Saison so gut drauf war. Durch den Einsteig des Investors “Sahara” kommt auch viel Geld ins Team, man darf gespannt sein, was Force India 2012 leisten kann.

7 von 10 Punkten

Sauber

Im Gegensatz zu Force India, hat mich das Team von Peter Sauber in diesem Jahr enttäuscht. Der Entwurf vom hoch gehandelten Nachwuchsdesigner James Key war zu konservativ, dazu kam eine strategische Fehlentscheidung. Im Mai verließ sich Peter Sauber auf die Aussage der FIA, dass der “hot blown diffusor” verboten würde. Sauber entschied, den Wagen nicht umzubauen, am Ende entschied sich die FIA aber anders. Die Saison von Sauber war damit gelaufen, das Geld, später in der Saison den Wagen noch umzubauen, wollte man nicht einsetzen. James Key gelang es immerhin, den Wagen in den letzten Rennen so schnell zu bekommen, dass man in der WM-Wertung noch knapp vor Toro Rosso bleiben konnte, aber Force India musste man sich klar geschlagen geben. Kobayashi hatte zudem eine zähe Saison, während Sergio Perez mich eher positiv überrascht hat. Aber im Grunde ist Sauber weit hinter den Erwartungen geblieben.

4 von 10 Punkten

Toro Rosso

Der “arme Bruder” von Red Bull überraschte bei den Tests im Winter, mit einem eigenartig gestalteten, zweiteiligen Unterboden. Doch das Konzept funktionierte nicht sonderlich gut, da grundsätzlich nicht genug Abtrieb aufgebaut wurde. Das führte immerhin dazu, dass man auch die Reifen die schonte, was der Strategie half. Die meisten Punkte konnte man erringen, weil man einmal weniger Rennen stoppte und dennoch auf den Long Runs konkurrenzfähig war. Zur Mitte der Saison schien sich das Blatt zu wenden und vor allem Jamie Alguersuari konnte einige gute Ergebnisse einfahren. Es folgte ein kleines Tief, dann ein fast mysteriöser Aufschwung, bei viele gerüchteten, Red Bull habe die Daten-Tore aufgemacht. Weil man die letzten beiden Rennen versemmelte, reichte es dann nicht für Platz sieben in der WM. Verdient wäre es durchaus gewesen, Toro Rosso legte keine schlechtere Saison als Sauber hin. Vor allem, weil das Team kaum Erfahrung mit dem Bau eigener Chassis hat, war die Saison durchaus erfolgreich. Für 2012 hat man mehr Ingenieure eingestellt, vielleicht kommt ja dann der Schritt nach vorne.

5 von 10 Punkten

Williams

Was für eine schreckliche Saison. Noch nie hat das Williams-Team derartig schlecht abgeschnitten. Der 9 Platz in der WM ist für das Traditionsteam eine Katastrophe, nicht nur aus PR-Gründen. Die Gründe für das schlechte Anschneiden sind vielfältig. Klar, man hat sich bei der Konstruktion des neuen Wagen ebenso verhauen, wie Renault. Die Idee, dass Heck so flach wie möglich zu machen, damit es besonders gut angeströmt wird, funktionierte nur in der Theorie. Rubens Barrichello beschwerte sich schon bei den Tests, dass der Wagen unfahrbar sei. Dazu kamen die schweren Managementmängel. Sam Michael war nicht nur Chef-Entwickler, sondern leitete auch Teile der Firma und war defacto Teamchef. Die Überlastung konnte nicht gut gehen, der komplette Neuaufbau des Management folgte dann. Nicht wenige geben dem Williams Geschäftsführer Adam Parr eine große Mitschuld, da dieser sich angeblich zu wenig um die Team-Entwicklung kümmert und die Verantwortung wegschieben würde. Man hat mit Mike Coughlan zwar einen sehr talentierten Chef-Entwickler geholt, weil aber Sam Michael und Patrick Head nicht mehr im Team sind, fehlt ein erfahrener Team Chef. Das macht die Aussichten für 2012 nicht gerade besser. Was mich ebenfalls stört, und ein Zeichen für schlechtes Management ist: Die Fahrerfrage. Maldonado ist ein Pay-Driver, wenn auch einer der besseren Sorte. Das man Barrichello nicht mehr haben will, war spätestens dann klar, als der von Maldonado öfter geschlagen wurde. Dennoch ist es dem Team nicht gelungen schon Mitte 2011 einen Ersatz zu präsentieren. Jetzt wartet man wohl auf die Freigabe von Sutil, was für die Designer schlecht ist, weil die Sitzanpassung wichtig für die Weiterentwicklung ist.

0 von 10 Punkten

Team Lotus

Den neuen Wagen stellte man mit viel Pomp und Krach vor, aber am Ende war man doch wieder enttäuscht. Tony Fernandes hatte sich vorgenommen, sein Team 2011 zumindest regelmäßiger in Q2 zu bringen, aber davon war man weit, weit entfernt. Die Entwurf von Mike Gascoyne war ein Fehlschlag und obwohl man Renault statt Cosworth im Heck hatte, konnte man nicht auf Mittefeld aufschliessen. Das Team ist komplett neu aufgebaut und existiert gerade mal zwei Jahre, aber mit dem Geld, was man zur Verfügung hat, und dem Rahmenbedingen, die Tony Fernandes geschaffen hat, hätte mehr drin sein müssen. Dem Lotus fehlte es in allen Bereichen: Abtrieb, Topspeed, Reifen. Zwar gelang es Gascoyne gegen Saisonende etwas näher an hintere Mittelfeld zu rücken, was ein gutes Zeichen ist, aber richtig überzeugend war das noch nicht. Auch bei Lotus hat man Veränderungen in der Managementstruktur vorgenommen. So muss Dieter Gass, ein Vertrauter von Mike Gascoyne noch aus Toyota-Tagen, gehen. Angeblich hat Fernandes auch Gascoyne ein Ultimatum gestellt: Entweder, man ist 2012 im Mittelfeld, oder man sucht sich einen neuen Designer. Mit Mike Smith hat man da auch schon einen Mann in den eigenen Reihen. Eine weiterer Schwachpunkt bei Lotus ist Jarno Trulli. Warum Fernandes an ihm auch nach dieser schlechten Saison festhält, ist allen ein Rätsel. Kovalainen ist sicher kein schlechter Mann, könnte aber vielleicht noch besser werden, wenn er mehr Konkurrenz im Team hätte. Ein Romain Grosjean wäre meiner Meinung nach der genau der Richtige. Im Moment schaut es aber so aus, als ob Daniel Ricciardo von Red Bull bei Lotus/Caterham geparkt wird.

4 von 10 Punkten

HRT

Ach, was soll man über das kleine Team schon sagen. Mit wechselnden Besitzern, Fahrern und Sponsoren, ohne Geld und einem Chassis, dass von 2009 stammt und schon damals kein Geniestreich von Dallara war. Das erstaunliche ist, dass HRT trotz all dieser Beschränkungen nicht komplettes Schlusslicht ist. Colin Kolles, der gelernte Zahnarzt, führt das Team aus seiner Werkstatt nahe München und macht das wirklich gut. Das man bei derartig schwierigen Begleitumständen kaum in der Lage ist, einen Schritt nach vorne zu machen, ist kein Wunder. Eigentlich sollte der 2012 kommen. Man hatte Geoff Willis als Berater verpflichtet, der sprang dann aber im Herbst wieder ab. Ob und wie man ein neues Chassis entwickelt, ist nicht bekannt, aber eigentlich muss man, denn mit dem fünfmal umgebauten Dallara-Deriverat wird man wohl nicht mehr weit kommen. Zu den Fahrern kann man wenig sagen (dazu mehr im zweiten Teil), ausser, dass Liuzzi einen guten Job gemacht hat.

3 von 10 Punkten

Virgin

Am Gesichtsausdruck von Timo Glock konnte man immer schön sehen, wie es mit Virgin lief: Gar nicht. Der zweite, komplett per CFD entwickelte Wagen, war zu Beginn der Saison so langsam, dass man für einen Momant überlegte, das letztjährige Chassis einzusetzen. Schon nach den Tests war klar, dass man die Saison vergessen konnte und noch vor dem Start der Saison machte Gerüchte die Runde, dass man auf die Dienste von Nick Wirth verzichten würde. Im Mai folgte dann auch die Trennung, die CFD-Abteilung der Firma von Wirth kaufte man allerdings auf. Dazu kam, dass das Team zusätzlich mit massiven Technik-Problemen zu kämpfen hatte. So konnte das nichts werden. Bitter ist allerdings, dass man sich zum zweiten Mal hintereinander sogar HRT in der Teamwertung geschlagen geben musste. 2012 soll alles besser werden. Der merkwürdige russische Autohersteller Marussia pumpt, von woher auch immer, viel Geld ins Team, dazu kommt eine sehr weitgehende technische Partnerschaft mit McLaren. Wie auch immer: Es kann nur besser werden.

0 von 10 Punkten

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November 24 2011

17:30

Formel Eins: Vorschau GP 2011

Das letzte Rennen einer ungewöhnlich langen Saison steht auf dem Programm. In der WM geht es noch um zwei Entscheidungen.

Dass der Saisonabschluss wieder in Brasilien stattfindet, kann man nur begrüßen. So imposant die Anlange in Abu Dhabi auch sein mag, ein traditioneller Kurs, wie der von Sao Paulo macht doch dann irgendwie mehr Spaß. Interlagos ist etwas in die Jahre gekommen, besonders die Boxenanlage und Teile der Auslaufzonen, aber sie ist immer noch eine spektakuläre Strecke, die die meisten Fahrer auch mögen. Zudem ist der Kurs immer wieder für eine Überraschung gut, auch wenn es mal nicht um die Meisterschaft (2007/2008) geht. Im letzten Jahr stand, in einer etwas chaotischen Qualifikation, Nico Hülkenberg auf der Pole, und auch in diesem Jahr verspricht das Wetter eine große Rolle zu spielen, so dass das Rennen mehr oder weniger schwer vorherzusagen ist.

Klar ist – es geht mal wieder darum, die Red Bull zu schlagen. Vettel gewann hier im letzten Jahr vor Webber und Alonso, die beiden McLaren mit Hamilton und Button wurden auf die Plätze 4 und 5 verwiesen. Bei trockenen Bedingungen dürfte das Rennergebnis in diesem Jahr ähnlich aussehen, allerdings sind die McLaren deutlich stärker und vor allem Hamilton dürfte nach seinem Sieg in Abu Dhabi und seiner verkorksten Saison, noch auf einen weiteren Sieg scharf sein. Sollte das Wetter wieder wechselhaft sein, kann sein Geld vermutlich wieder auf Jenson Button setzen. Red Bull dürfte es schwerer haben, als ihnen lieb ist. Für Button ist das Rennen durchaus noch wichtig, der er kann Vize-Weltmeister werden. Er führt mit 10 Punkten vor Alonso, das sollte sich also, wenn es er keinen Unfall oder Defekt hat, für ihn ausgehen. Der “best of the rest” zu sein bringt McLaren und Button zwar auch nichts, ist aber ein ein halbwegs versöhnliches Ergebnis.

Mercedes wird sich dahinter einreihen, sollte Rosberg nicht ausfallen, wird er in der WM auch mal wieder vor Schumacher landen. Doch im Gegensatz zum letzten Jahr, ist die Sache in diesem Jahr etwas knapp. Rosberg hat 83, Schumacher 76 Punkte. Interessanterweise war die Saison von Mercedes 2011 noch schlechter, als 2010. Da konnte man in der 214 Punkte holen, dieses Jahr werden es selbst mit einem Doppelsieg in Brasilien maximal 202 Punkte. Im Moment steht man bei 159 Punkten. Dabei hatte ich eher den Eindruck, dass die Saison dieses gefühlt etwas besser lief.

Spannend wird es noch um Platz 6, 7 und 8 in der Team-WM. Stand ist dort folgender:

6. Force India 57
7. Sauber 42
8. Toro Rosso 41

Theoretisch kann man Force India noch abfangen, praktisch wird das schwer, da Sutil und di Resta in den letzten Rennen sehr gut unterwegs waren. Für Vijay Mallya wäre der 6. Platz ein tolles Ergebnis, immerhin ist man damit bestes Privatteam. Aber im Rennen sollte man Sauber und Toro Rosso im Auge behalten, für beide Teams geht es hier auch um sehr viel Geld, da die Team-Wertung auch festlegt, wie viel der Transportkosten übernommen werden und wie viel Anteil man an den TV-Geldern bekommt.

Vom Rennen darf man also durchaus etwas erwarten, zumal Pirelli mal wieder einen neuen Reifen mitbringt. Man setzt auf die Mischungen Soft/Medium, wobei die “Soft” Mischung neu ist. Sie soll etwas härter sein, was die thermische Langlebigkeit erhöht. Damit kann man dann länger draussen bleiben, der Abstand zu den Medium ist damit auch nicht mehr so groß. Wegen der kurzen Boxenein- und Ausfahrt wird man (bei Trockenheit) sicher um die drei Stopps sehen, aber Teams wie Force India und Sauber könnten auch auf nur einen Stopp setzen, da der Zeitverlust mit dem Medium vor allem in der letzten Hälfte des Rennens nicht mehr so groß sein wird.

Eine DRS-Zone(pdf) gibt es auch. Man hat sich für die zweite Gerade entschieden, nach den ersten beiden Kurven. Aktiviert wird sofort nach Turn 3, die Zone ist dann 600 Meter lang, was etwas knapp ist. Dennoch hat man vor allem Eingangs Turn 4 immer wieder gute Überholmanöver gesehen.

Ein paar Fakten:

- Topseed 323 km/h (mit DRS), 311 km/h (ohne)
- Vollgasanteil 60% (normal/hoch)
- Gesamtverbrauch 144 (normal/niedrig)
- Verbrauch pro Runde 2 Kilo (niedrig)
- Zeitverlust pro 10kg Sprit/Runde: 0,33 Sekunden (Normal)
- Bremsen pro Runde: 16% (niedrig)
- Zeitverlust beim Boxenstopp: ca. 20 Sekunden

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November 22 2011

19:33

NASCAR: Analyse Homestead Saisonfinale 2011

„WOW!“ Mehr braucht man im Prinzip nicht zu dieser knappen Entscheidung sagen, denn Tony Stewart und Carl Edwards standen nach den 36 Saisonrennen am Ende des Jahres wieder bei Null. Die fünf Siege im Chase brachten Stewart letztendlich als Tiebreaker den Gewinn des Cup-Titels 2011, doch dieser Triumph war mehrfach gefährdet.

Letztendlich ist es auf dem Homestead-Miami Speedway genau so gekommen, wie es die nahezu günstigsten Szenarien in puncto Spannung vorschlugen. Tony Stewart und Carl Edwards beendeten das Rennen auf den Plätzen 1 und 2, der direkte Kampf um den Sieg entschied die Meisterschaft. Besser hätte es nur werden können, wenn die beiden Fahrer in der letzten Runde Seite an Seite aus Turn 4 gekommen wären. Doch auch so barg das Resultat einige Brisanz, denn aufgrund der Einlaufreihenfolge waren Stewart und Edwards in den Punkten plötzlich gleichauf. Da fährt man 36 Rennen und kommt am Jahresende wieder nach Florida zurück, nur um erneut bei Null zu stehen. Tony Stewart gewann zwar durch den besseren Tiebreaker die Cup-Trophäe, doch seinem Erfolgsdrang wurden zuvor einige Getriebeteile in den Weg geworfen:

Nach vier Runden sah es bereits aus, als wäre das Rennen des späteren Meisters schon verloren. Ein faustgroßes Loch klaffte am Kühlergrill des Chevrolet mit der #14, vermutlich verursacht durch ein Trümmerteil, welches beim Getriebeschaden von Kurt Busch auf der Strecke zurückgeblieben war. Nun war es für die Crew von Tony Stewart an der Zeit, entsprechend zu handeln und den Einsatzwagen auf dem 1,5-Meilen-Intermediate-Oval aerodynamisch konkurrenzfähig zu belassen. Glücklicherweise kam weniger Runden später eine Caution wegen eines kurzen Schauers heraus, was Smoke eine Reparatur ohne Rundenverlust ermöglichte. Anstatt auf Platz 8, welchen er sich von seiner Startposition innerhalb der ersten 13 Umläufe erkämpft hatte, musste Stewart das Rennen nun von Rang 40 aufrollen und was dann geschah, war geradezu magisch.

In Erwartung des kommenden Spektakels war der US-Proxy für den RaceBuddy auch schneller installiert als dem NASCAR-Region-Coding-Verwalter lieb war. Ich verfolgte nun fast die komplette erste Rennhälfte bis zum erneuten und diesmal stärker einsetzenden Regen aus der Onboard-Kamera von Tony Stewart. Smoke legte eine Hammer-Vorstellung auf den Asphalt und überholte in den ersten sieben Runden nach der Grünen Flagge gleich mal 13 Autos. Three-Wide im Hinterfeld war keine Seltenheit und wenn die obere und untere Spur schon zeitgleich durch die Konkurrenz besetzt war, ging es halt in der Mitte an den Autos vorbei. Zeitweise hatte man echt den Eindruck, die anderen Wagen würden lediglich unter Caution-Tempo rollen.

Seine Aufholjagd wurde jedoch kurze Zeit später durch eine weitere Caution gebremst. In Runde 34 bekam die Crew von Stewart dabei aber noch einmal die Gelegenheit, die Reparaturarbeiten am Chevy zu überprüfen und das Grilltape entsprechend anzubringen. Auf Platz 27 nahm der Verfolger des jederzeit (Boxenstopp-bereinigt) Führenden Carl Edwards dann die Fahrt wieder auf. Zur dritten Gelbphase in Umlauf 83 hatte Smoke die Top10 geknackt und arbeitete sich bis zum Beginn von Caution #4 in Runde 108 noch in die Top5 vor. Dann kam jedoch der erwähnte Regen, welcher die Fahraktivitäten für etwas mehr als eine Stunde unterbrach und den Beteiligen eine Menge bezüglich der Wahnsinns-Fahrt von Tony Stewart zum Rätseln gab.

NASCAR bekam die Strecke zum Glück relativ problemlos wieder trocken, sodass es in Runde 117 nun unter Flutlicht wieder ans Eingemachte gehen konnte. Es folgte eine knapp 50 Umläufe lange Phase mit drei weiteren Cautions, in welcher sich Stewart und ein nur rechtsseitig neu bereifter Kevin Harvick um die Führung stritten. Die letzte dieser genannten Gelbphasen sah Jeff Burton und Dale Earnhardt Jr in Front des Feldes, welche sich den Boxenstopp gespart hatten. Währenddessen wechselten Smoke und Carl Edwards nur jeweils zwei Pneus, wobei Stewarts Crew ein wenig schlampte und aufgrund einer im Schlagschrauber feststeckenden Mutter acht Plätze für die #14 verlor. Ein Four-Wide während des Restarts später klebte Stewart aber wieder an Edwards Allerwertestem und machte sich direkt mit einem kleinen freundschaftlichen Schubser bemerkbar.

Nach einer Ermahnung seitens NASCAR ging das Rennen in die entscheidende Phase, denn es waren noch zwei Boxenstopps zu absolvieren und die lange Grünphase von Runde 161 bis 213 ließ zunächst vermuten, dass dies alles unter Grün passieren würde. Tony Stewarts Crew-Chief Darian Grubb heckte ein riskantes Pokerspiel aus und wollte damit wohl auf Nummer sicher gehen, um bei den Besuchen der eigenen Crew nicht noch mehr Zeit liegen zu lassen, als zuvor schon geschehen. Grubb schickte Smoke also außer Sequenz und wies seinen Schützling und Boss in Personalunion zum Sparen von Benzin an.

Unterdessen setzte Carl Edwards unbeirrt seine Fahrt an der – zwischenzeitlich in der langen Grünphase zurückgewonnenen – Spitze des Feldes fort und blieb bei der konservativen Strategie. Direkt nachdem Stewart den rettenden Pitstop absolviert hatte, welcher ihn bis zur karierten Flagge bringen sollte, kam die achte und letzte Caution des Abends heraus. Diese Gelbphase und ihr Zeitpunkt waren ein echter Glücksgriff für Tony Stewart, da er nun von Platz 15 direkt nach vorne gespült wurde, denn die erneute Regentropfen sorgten für eine längere Parade hinter dem Pacecar, welche die Fahrer in Sequenz zum allerletzten Nachfassen nutzen.

Damit war zum einen klar, dass Homestead kein Benzinkrimi mehr werden sollte und zum anderen lag Stewart wegen der geschickten Taktik plötzlich in „Führung“. Zwar hatte er noch Kyle Busch und Brad Keselowski vor sich, die verzichteten in Erwartung einer weiteren Caution aber zuvor auf einen Boxenstopp und somit noch einmal stoppen mussten. Keselowski schluckte Stewart beim Restart noch in der ersten Runde und führte daraufhin von Umlauf 232 bis einschließlich 267 den Rest des Rennens solo an. Carl Edwards versuchte über die letzten gut 30 Runden zwar noch, Stewart an der Spitze abzufangen, doch auf weniger als 0,8 Sekunden konnte er den Vorsprung zu keinem Zeitpunkt verringern.

Der anschließende Sieg brachte Tony Stewart die Führung in der Meisterschaft aufgrund des Tiebreakers und damit auch den Sprint-Cup-Titel des Jahres 2011 ein. Zwar kamen Carl Edwards und er mit Gleichstand in den Punkten über die Ziellinie, doch Smoke gewann in dieser Saison fünf Rennen, im Gegensatz zu Edwards einzigem Sieg zu Beginn in Las Vegas. Die knappste Meisterschaftsentscheidung in der NASCAR hat damit ihren Weg in die Rekordbücher gefunden. Ich denke, dass wir das realistisch betrachtet spannendst-mögliche Saisonfinale bekommen haben, welches möglich war. Dem 1992er Hooters 500 macht es jedenfalls ganz eindeutig Konkurrenz.

Tony Stewart hat sich den Titel in diesem Mega-Rennen geradezu wirklich und real erarbeitet, indem er den bis zur Halbzeit führenden Kontrahenten Carl Edwards am Ende ausstach und von Platz 40 aus die Spitzenposition eroberte. Ein Meisterschaftsgewinn von Edwards hätte dagegen immer diesen unangenehmen Nachgeschmack gehabt, dass Stewart vielleicht gerade wegen seines Kühlergrillschadens nicht mehr wirklich nach vorne hätte durchbrechen können, um den Ford mit der #99 noch abzufangen. Somit ist Tony Stewart, natürlich auch aufgrund seiner fünf Chase-Siege in zehn Playoff-Rennen ein absolut verdienter und unumstrittener Champion, der gemeinsam mit einem ebenso jederzeit fairen Carl Edwards diese Meisterschaft auskämpfen konnte.

Edwards hatte zwar zuvor lange Zeit die Führung inne, musste aber trotzdem auch mehrmals um den, nach Stewarts Grillschaden zunächst perfekt geglaubten, Titelgewinn fürchten: In der Ford-Armada von Roush-Fenway Racing und Richard Petty Motorsports verabschiedeten sich gleich drei Roush-Yates-Aggregate mit Schall und Rauch, denn neben David Ragan und Marcos Ambrose musste auch Greg Biffle vorzeitig die Segel streichen. Zumindest bei Ragen war aber im Vorfeld bereits klar, dass es sich um eine Testversion des Motors für das nächste Jahr handelte.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung.

Ansonsten verabschiede ich mich mit dieser Analyse bis zum Beginn der 2012er-Speedweeks in Daytona im Februar. Es wird in diesem Jahr vermutlich nur ein kurzes Best-Of analog zur letzten Saison geben, da ich über den Winter meine Diplomarbeit schreiben werde und die Zeit anderweitig sicher gut gebrauchen kann. Vielen Dank für das Interesse am Racingblog und meinen Artikeln, wir hören uns sicher das ein oder andere Mal im Podcast während der Motorsport-freien Zeit, in welchem ich auch das jeweils neueste zur Silly-Season ausbreiten werde!

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November 18 2011

09:10

NASCAR: Vorschau Homestead Saisonfinale 2011

Zum letzten Mal in dieser Saison röhren am Wochenende in der NASCAR die Motoren, bevor es in die knapp drei Monate lange Winterpause geht. Das Zentrum im finalen Kampf um den Titel bilden Carl Edwards und Tony Stewart, welche nur durch drei Punkte getrennt sind. Am Sonntag erwartet uns in Homestead also ein spannendes Rennen.

Das Saisonfinale findet 2011 zum zehnten Mal in Folge auf dem aHomestead-Miami Speedway statt, wo aber bereits seit 1999 Cup-Rennen stattfinden. Früher hatte die Strecke ein ähnliches Layout wie der Indianapolis Motor Speedway, war jedoch kürzer als das legendäre Oval. Ein späterer Umbau brachte dem Speedway das heutige Aussehen mit den charakteristischen zwei 180°-Kurven und einem progressiven Banking von maximal 20 Grad auf 1,5 Meilen Länge. Weitere Details können in unserer oben verlinkten Streckenbeschreibung nachgelesen werden. Homestead hat sich im Laufe der Jahre aber vor allem einen sehr bestimmten Ruf aufgebaut, welcher die Meisterschaftsentscheidung noch entscheidend beeinflussen könnte:

Der Homestead-Miami Speedway ist nämlich geradezu eine reine Ford-Domäne. Von den letzten neun Austragungen – und das sind alle bisherigen Saisonfinals auf der Strecke – konnten Piloten von Roush-Fenway Racing sage und schreibe sieben Rennen gewinnen. Dazwischen schlichen sich lediglich 2003 Bobby Labonte, noch in einem Chevrolet von Joe Gibbs Racing, sowie zuletzt 2009 Denny Hamlin in einem JGR-Toyota. Sowohl für Chevy als auch für den japanischen Motorenhersteller waren dies die einzigen beiden Fahrten in die Victory Lane von Homestead überhaupt. Das letzte Event der Saison trägt also nicht umsonst den Namen „Ford Championship Weekend“.

Zwischen 1999 und 2002 verfügte das Oval noch nicht über sein progressives Banking zwischen 18 und 20°, wodurch sich auch die Siegerlisten etwas anders lesen: Als der Homestead-Termin noch nicht das letzte Rennen im Kalender war, gewannen nämlich Tony Stewart (1999 in einem Gibbs-Pontiac) und Bill Elliott (2001 in einem Evernham-Dodge), während Kurt Busch die letzte Ausgabe auf dem alten Layout (2002 damals noch in einem Roush-Ford) siegreich beenden konnte. Die beste Serie in Homestead legte Greg Biffle zwischen 2004 und 2006 hin, als er drei Rennen in Folge für sich entscheiden konnte.

In diesem Jahr ist der Kampf um die Meisterschaft an Spannung kaum zu überbieten, denn nur drei winzige Punkte trennen Carl Edwards und seinen Verfolger Tony Stewart voneinander. Diese Konstellation besteht schon seit dem Sieg von Stewart vor zwei Wochen in Texas, denn das vorletzte Rennen der Saison in Phoenix konnte daran nichts mehr ändern. Der Lauf am vergangenen Wochenende sorgte im Prinzip lediglich dafür, dass nun alle anderen Chase-Teilnehmer auch rechnerisch vom möglichen Gewinn des Titels ausgeschlossen sind. Kevin Harvick kann seinen Rückstand von 51 Punkten nämlich nicht mehr aufholen, da pro Rennen maximal 48 Punkte vergeben werden.

Mit der aktuellen Punktedifferenz zwischen Carl Edwards und Tony Stewart (-3) lassen sich nun ein paar Rechenspiele anstellen: Zunächst einmal besteht für beide Fahrer die Möglichkeit, mit einem Rennsieg die Meisterschaft komplett aus eigener Kraft zu gewinnen. Für eine Fahrt in die Victory-Lane vergibt die NASCAR derzeit 43 Punkte plus 3 Bonuszähler für den Sieg an sich sowie noch einen weiteren Extrapunkt, weil man ja als Gewinner mindestens die letzte Runde in Führung gelegen haben muss. Summa summarum bekommt ein Rennsieger also mindestens 47 Punkte, wobei er sich noch einen weiteren Zähler für die meisten Führungsrunden anrechnen lassen kann.

Gewinnt nun Stewart (43+3+1 = 47) direkt vor Edwards, welcher jedoch die meisten Führungsrunden holt (42+1+1 = 44), dann haben wir die engst-mögliche Entscheidung im Titelkampf, nämlich einen Gleichstand zwischen beiden Fahrern, da Stewart exakt den Rückstand von drei Punkten aufholen konnte. Da er in diesem Fall aber über insgesamt fünf Rennsiege 2011 verfügt, im Gegensatz zu Edwards‘ einzigem Saisonerfolg in Las Vegas, macht ihn dieser Tie-Breaker zum neuen Meister.

Alle anderen Szenarien hängen von den Positionsunterschieden der beiden Fahrer im Rennen ab. Pro Platzierung abwärts vergibt die NASCAR einen Punkt weniger, womit Stewart also außer bei einem Sieg immer drei Plätze vor Edwards ankommen muss, um Meister zu werden. Die Bonuspunkte können diesen Abstand allerdings noch um +/-2 Positionen verändern. Einfaches Bespiel: Holt Tony Stewart Platz 4, dann kann Carl Edwards auf Platz 5 trotzdem den Titel verlieren, wenn er selber keine Runde anführen konnte, während Smoke aber die meisten Umläufe an der Spitze gedreht hat. Hier hätten wir dann wieder einen Gleichstand mit Vorteil Stewart.

Bleibt also nur noch die Frage zu beantworten, welcher der beiden Piloten sich auf dem Intermediate-Oval in Homestead die besten Chancen ausrechnen darf. Auf dem Papier schlägt die Statistik zunächst recht klar in Richtung von Carl Edwards aus, auch wenn die bisherigen Erfolge der zwei Titelkontrahenten nahezu identische Zahlen zu Tage befördern: Denn einerseits verfügen beide Fahrer jeweils über 2 Siege und 6 Top10s in Homestead, nur bei den Top5s hat Edwards mit 4 knapp die Nase vor Tony Stewart mit 3. Zusätzlich konnte Ersterer auch schon eine Pole-Position einfahren.

Andererseits muss man aber wiederum beachten, dass Carl Edwards seit seinem Cup-Debüt nur sieben Rennen dafür zur Verfügung hatte, während Tony Stewart schon seit Beginn im Jahr 1999 zwölf Ausgaben in Homestead gefahren ist. Zudem sind Edwards Erfolge wesentlich jüngeren Datums: Die Ausgabe in 2008 während seiner 8-Siege-Saison und das Chase-Rennen im letzten Jahr konnte der Meisterschaftsführende zuletzt einstreichen.

Auf Edwards Seite steht damit die Overall-Performance in Homestead, denn nur in seiner Debüt-Saison gelang ihm mit Platz 14 nicht der Sprung in die Top8. Stewart erreichte dagegen in den letzten sechs Jahren nur zwei Mal die Top10 und das waren dann auch nur die Ränge 8 sowie 9. Interessant ist in puncto Hersteller-Strecke auch noch die Tatsache, dass zuletzt sowohl Tony Stewart als auch Carl Edwards jeweils auf dem starken Oval des anderen Piloten sehr gut mithalten, bzw. sogar gewinnen konnten. Smokes Sieg auf dem Ford-Oval in Texas unterstützt diese Beobachtung ebenso wie der zweite Platz von Edwards auf der eigentlichen Chevy-Strecke in Phoenix.

Das Finale wird also eine ganz ganz enge Kiste, die an Spannung vermutlich kaum zu überbieten sein wird, sollte denn alles optimal bzw. normal ablaufen. Natürlich kann immer mal ein schlechter Startplatz für eine Verwicklung in Scharmützel im Mittelfeld mit Folgen sorgen. Auch der Ausfall einer der beiden Titelkontrahenten ist denkbar, wollen wir aber hoffen, dass Smoke und Cousin Carl bis zur letzten Runde fighten. In diesem Szenario natürlich am besten um den Sieg!

Wie gewohnt folgen an dieser Stelle noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und ein Zeitplan für das Wochenende:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 18.11.
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
16:30 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (um 17 Uhr)
18:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
22:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Ford 200), SPEED

Samstag, 19.11.
19:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Ford 300), ESPN2

Sonntag, 20.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Ford 400), ESPN

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November 17 2011

17:03

WTCC: Macao Vorschau 2011

Nach dem Rennen in Shanghai auf der etwas besseren Kartbahn vor gefühlten 50 Zuschauern fährt die WTCC ihr letztes Rennen schon fast traditionell auf der verrückten Strecke im Spielerparadies Macao.

Zur Strecke muss man nicht viele Worte verlieren. Selbst für einen Stadkurs ist Macao sehr eng und schnell. Es gibt zwei, sofern man sie so nennen mag, Überholstellen. Eine nach der langen Geraden und eine vor der Haarnadel, dafür muss man aber schon sehr mutig sein und darauf hoffen, dass der Gegner mitspielt, sonst findet man sich schnell in den zahlreichen Reifenstapeln wieder. Hier gibt es eine Onboardrunde zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=xSI292N3AUU .

Es kommt auf Grund der Streckencharakteristik immer wieder zu schweren Unfällen in Macao , leider auch mit Verletzten und Toten, 2005 verstarb ein französischer Motorradfahrer. Vorletztes Jahr brach sich Franz Engstler das Schlüsselbein und den Oberschenkelknochen. Es bleibt nur zu hoffen, dass wir dieses Wochenende von solch schlimmen Bildern und Nachrichten verschont bleiben. Deswegen gibt es auch immer wieder Diskussionen, ob Macao denn in der heutigen Zeit überhaupt noch zu verantworten sei.

Ach ja, wie man im Onboardvideo sieht, fahren natürlich auch Motorräder auf der Strecke, was in allen anderen Teilen dieser Welt auf Stadtkursen wohl strengstens verboten sein dürfte, nicht so in Macao. Desweiteren besitzt das Rennen ein supervolles Rahmenprogramm: einen GT3 Cup mit Lamborghinis, Audis, Ferraris, Porsches und Aston Martins. Desweiteren mehrere lokale Tourenwagenserien und eben die erwähnten Motorräder. Wer einen Stream findet, sollte auf alle Fälle mal reinschauen, außer es tut einem zu sehr weh, wenn die ganzen die schönen Autos auf der Strecke kaputt gefahren werden.

Die eigentlich Hauptattraktion sind die F3 Rennen, in denen Top-Nachwuchspiloten aus allen F3-Serien dieser Welt das Weltfinale ausfahren. Es ist ein sehr prestigeträchtiges Rennen, die Siegerliste liest sich sehr erlesen: Senna, Brabham, Michael und Ralf Schumacher, Coulthard, Jörg Müller und Sato. Eine vollständige Entrylist gibt es hier, das zweite Rennen wird live auf n-tv übertragen: http://www.formel3.de/ergebnisse/2011-11-20-s.pdf?PHPSESSID=8442ba2e5718bb673a6299f5b9ce5bb9 .

Zurück zur WTCC, die mal wieder mit ihren “berühmten” Gaststartern antritt. Damit das Safetycar auch schön viel Einsatzzeit bekommt und die europäischen Fans auch ja während der zahlreichen Runden unter gelb wieder dahin schlummern, sind es dieses Jahr gleich 9 Gaststarter: Kuo Io Keong, Felipe C. de Souza, Mak Ka Lok, André Couto, Joseph Rosa Merszei, Charles Kaki Ng, Gary Kwok, Philip Ma Ching Yeung und Lo Ka Chun. Jener Lo Ka Chun tritt in einem Peugeot 308 an. Woher er diesen Peugeot 308 hat, der vom Team 778 Autosport eingesetzt wird, ist indes nicht klar. Die WTCC-Peugeots, die mir bekannt sind, waren 407er in den Jahren 2005-2006. Falls jemand eine Erklärung für den Peugeot hat, damit gerne in die Kommentare. Die Gaststarter kommen bis auf den Kanadier Gary Kwok aus dem asiatischem Raum und fahren in den dortigen lokalen Serien, wie der CTCC ( Chinese Touring Car Championship ) und der SuperGT mal mehr und mal weniger erfolgreich.

Bei den Vollzeitfahrern gibt es derweil keine großen Überraschungen, außer dass Taniguchi von Bamboo-engineering nicht antreten wird. Das Auto wurde in Shanghai so schwer beschädigt, dass es dem Team aus logistischen Gründen nicht möglich war es zu reparieren, da die Teile aus Europa nicht schnell genug nach Asien kamen.

Spannend ist es zum Glück immer noch im Kampf um die Meisterschaft. Yvan Muller liegt 20 Punkte vor Rob Huff, doch wenn man so mag, ist Huff ein Macao-Spezialist. In den letzten 3 Jahren gewann er 3 von 6 Rennen, während Yvan Müller aber auch immerhin 3 Podestplätze zu Stande brachte. Allerdings ist in Macao auch immer ein Ausfall im Bereich des Möglichen, die Meisterschaft ist eigentlich trotz des doch etwas größeren Punkteabstandes dank der Lotteriequalität von Macao noch vollkommen offen.

Die Rennen finden dank der Zeitverschiebung zu sehr unfreundlichen Zeiten statt, nämlich um 4 und 5 Uhr morgens am Sonntag. Ob man wirklich aufstehen mag, um vermutlich viele Runden hinter dem Safetycar zu sehen, sei jetzt mal dahingestellt, aber Macao stellt eben auch eines der Highlightrennen im WTCC-Kalender dar und ist das letzte Mal, dass man die Autos in diesem Jahr auf der Strecke sieht.

 

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November 11 2011

07:11

NASCAR: Vorschau Phoenix November 2011

Noch zwei Fahrer haben in zwei verbleibenden Rennen eine realistische Chance auf den Titel, wenn nicht ein Wunder geschieht. Der vorletzte Saisonlauf steht für den Sprint Cup in Phoenix an, wo man die Rennbahn neu asphaltiert und konfiguriert hat. Es ist also die letzte Wildcard der Saison auf einer Strecke mit unbekannten Eigenschaften.

Mitte dieses Jahres wurde der Phoenix International Raceway im Zuge einer Neuasphaltierung auch etwas umkonfiguriert: Man tauschte nicht nur den gut 20 Jahre alten Streckenbelag des 1-Meilen-Ovals in der Wüste Arizonas aus, sondern führte außerdem ein variables Banking ein, um die obere Rennlinie gleichwertig gut befahrbar zu machen. Zusätzlich wurde der charakteristische und einzigartige Dog-Leg umgestaltet und etwas weiter aus dem Raceway herausgelegt, womit er jetzt einen engeren Kurvenradius aufweist. Aus diesem Grund musste dann natürlich auch etwas für das Banking getan werden:

Deshalb wurde Letzteres im Scheitelpunkt des Dog-Leg-Knicks der Gegengerade zusätzlich auf 10-11° erhöht, um angemessene Geschwindigkeiten an diesem Punkt der Strecke zu ermöglichen. Die anderen Turns sind bei ihrer maximalen Kurvenüberhöhung von 11 bzw. 9 Grad geblieben, allerdings klaute man der unteren Spur wegen des variablen Bankings jeweils 1° in allen vier Kurven. Weitere kleine Veränderungen wurden in der Boxengasse vorgenommen, so haben u.a. die Boxenplätze jetzt eine Betonfläche, wie man das auch von anderen Oval schon sehr gut kennt. Außerdem wurde die Start/Ziel-Gerade von 16 auf 19 Meter verbreitert.

Es gab zwar schon Reifentests von Goodyear auf dem neuen Layout, bei denen Tony Stewart auch nicht schlecht abschnitt, immerhin kennt er Phoenix ja zu Genüge aus seiner Vergangenheit bei den IndyCars. Doch zu dem Zeitpunkt der Testfahrten gelang es im Sommer nicht, eine wirklich befahrbare zweite Rennlinie auf der Außenseite zu generieren, da der neue glatte Asphalt kaum Gummi annahm. Als Maßnahme zur Vorbereitung auf das Rennen am Sonntag mussten deswegen die ausrangierten Boliden der Richard Petty Driving Experience unzählige Runden in den Belag brennen, damit für das Cup-Rennen genug schwarzes Gold auf der oberen Spur vorhanden ist. Sollte dieser Kniff nicht gelingen, dann wird Track-Position eine verdammt große Rolle spielen. Es gibt am Wochenende also mehr Variablen als Konstanten.

Damit ist Phoenix in diesem Chase also vor allem eines: Die letzte große Wildcard 2011, wo grundsätzlich alles passieren könnte. Im Grunde genommen bleiben uns hier also nur die Daten und Fakten aus den letzten Jahren seit Einführung des CoT, um wenigstens ansatzweise eine Prognose wagen zu können. Schaut man sich die Ergebnisse seit 2007 an, dann springt einem Hendrick Motorsports förmlich mit dem nackten Allerwertesten ins Gesicht. Von den vergangenen neun Rennen konnte das Meisterteam nämlich satte sieben Ausgaben gewinnen, alleine Jimmie Johnson entschied vier Rennen davon für sich.

Jimmie Johnson ist in Phoenix sowieso ein Wunderknabe, denn in bisher 16 Auftritte dort, fuhr er nur zwei Mal nicht in die Top7. Diese Ausritte waren dann jedoch zwei 15. Plätze, was seine Stärke in den letzten Jahren allerdings nur untermauert. In den letzten zehn Phoenix-Rennen kam Johnson erstaunlicherweise jedes Mal in den Top5 ins Ziel. 2011 stagniert seine Performance ja das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit so sehr, dass ihn das sehr wahrscheinlich sogar die Meisterschaft gekostet hat. Im Hause Jimmie Johnson / Chad Knaus hängt zurzeit der Haussegen also etwas schief, was für das Wochenende keine Top-Resultate vermuten lässt. Wer will bei einer solchen Traum-Statistik aber schon gegen den Dauermeister wetten?

Die übrigbleibenden beiden Phoenix-Rennen seit 2007 gewannen Ryan Newman (Frühjahr 2010) für Stewart-Haas Racing und ausgerechnet Carl Edwards (Chase 2010) in seinem Run zum Jahresende, wo er anschließend auch in Homestead siegte und sich selbst nach einer zunächst miesen Saison zu einem großen Favoriten auf den diesjährigen Playoff-Titel krönte. Gute Voraussetzungen also für Edwards am Wochenende, denn er weiß wie man in Phoenix siegt; das Problem ist nur die Rekonfiguration. Liegt die neue Strecke dem alten Fahrer immer noch?

Der letzte Ford-Sieg liegt übrigens schon etwas zurück, 2005 gewann Kurt Busch noch in einem Auto von Jack Roush für den Hersteller mit dem blauen Oval. Bis zu Edwards’ Sieg haben ausnahmslos Chevrolets in der Victory Lane gestanden, so gewann zum Beispiel Kevin Harvick 2006 beide Phoenix-Ausgaben. Im Vergleich der Marken ist Ford aber trotzdem gleich auf mit Chevy (15:13), weil man vor 2003 sage und schreibe 11 von 15 Rennen gewonnen hat! Die Zeiten sind aber längst vorbei, doch natürlich darf man niemals nie sagen.

Trotzdem sehe ich Tony Stewart am Wochenende im Vorteil, denn er fährt ein Hendrick-Kundenauto und ist in diesem Chase super aufgelegt. Ein Kracher wäre natürlich, wenn Edwards jetzt auf der Chevy-Strecke siegen würde, nachdem Smoke zuletzt die Ford-Dominanz in Texas geknackt hatte. Dann kann ich mir das ganze Geklüngel in der Homestead-Vorschau auch sparen, weil es einfach zu kompliziert wäre, im Vorfeld mehr als nur ansatzweise etwas zu erahnen. Da kann man auch gleich das Saisonfinale in Las Vegas austragen und vor dem Meisterbankett dort im Casino den Titel ausspielen.

Die nächste Möglichkeit wäre natürlich ein Totalausfall eines oder sogar beider großen Meisterschaftskandidaten. Schauen wir uns also abschließend noch mal ein wenig die Punktesituation an: Carl Edwards führt knapp mit 3 Punkten vor Tony Stewart, die beiden trennen im Prinzip also nur drei Plätze auf der Rennstrecke zum Gleichstand. Andersherum könnte Edwards den Sack zumachen, wenigstens was Smoke angeht. Dazu müsste Stewart beispielsweise schon früh im Rennen ausfallen und die Top40 bei einem gleichzeitigen Sieg des Führenden in der Punktewertung verfehlen. Ziemlich unwahrscheinlich, aber warum sollte nicht mal ein Hendrick-Chevy das zeitliche segnen.

Die nachfolgenden Fahrer Kevin Harvick (-33) und Matt Kenseth (-38) haben bei gleichbleibendem Rückstand auf Edwards auch in Homestead noch eine Außenseiter-Chance auf den Titel. Dann dürfen sie aber nicht mehr als 48 Punkte Differenz auf ihrem Konto haben, wenn sie aus Phoenix abreisen. Ein Abschneiden um mehr als 10 bzw. 15 Plätze hinter Carl Edwards wäre also das Ende ihrer verbliebenen schmalen Titelhoffnungen. Ein Harvick-Sieg wie 2006 brächte bei gleichzeitigem Ankommen der beiden großen Contender außerhalb der Top10 also noch einen weiteren Kandidaten zurück ins Boot nach Florida.

Anders sieht es dagegen bei Brad Keselowski (-49) und Jimmie Johnson (-55) aus, die erstmal unter die Marke von 48 Zählern kommen müssten. Dazu wäre ein Ankommen von einem bzw. sieben Plätzen vor Carl Edwards nötig. Bei allen Rechenspielen bezüglich Harvick, Kenseth, Keselowski und Johnson ist natürlich vorausgesetzt, dass nicht plötzlich Stewart vor Homestead die Tabelle anführt. Dann ändern sich alle Zahlen noch ein weiteres Mal. Die vier Piloten benötigen aber eh ohnehin ein Wunder, wenn sie noch den Titel holen wollen.

Und wenn diese beiden Fahrer schon höheren Beistand brauchen, dann müsste bei Dale Earnhardt Jr. (-79), Jeff Gordon (-81) und Kurt Busch (-87) schon der Herrgott persönlich aus den Wolken hinabsteigen und die Top2 persönlich in die SAFER-Barrier schicken. Aber das wäre natürlich unfair und würde von NASCAR sofort mit Abzug von Owner-Punkten und einer Geldstrafe geahndet. Gott dürfte das vermutlich wenig stören, genauso wie Kyle Busch seine Rambogebühr über wahnsinnige 50.000 US-Dollar.

Schlecht sieht es für Busch derzeit nur in Punkte restliche Saisonrennen und 2012 aus. Sein Sponsor Z-Line hat sich für Homestead schon jemand anderes im Nationwide-Rennen gewünscht, daher wird Denny Hamlin seinen Teamkollegen dort in der #18 vertreten. Auch geistert das Gerücht umher, Kyle Busch würde von M&Ms mal mindestens bis zum Ende des Jahres aus dem Cockpit geworfen. Möglicherweise steige man auch komplett bei Joe Gibbs Racing aus, sodass Busch für die nächste Saison vor ernsthafte Probleme gestellt würde. Ich habe so einen Move ja im Podcast noch für unwahrscheinlich gehalten, doch mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Aber das sind eben wie gesagt im Moment nur Gerüchte.

Hamlin, Busch und auch Ryan Newman sind mathematisch übrigens schon vor dem Rennen in Phoenix aus der Entscheidung draußen. Interessant werden könnte es dagegen aber noch in der Owner-Wertung, wo die #38 von Front Row Motorsports nur winzige elf Zähler vor der #71 von TRG Motorsports liegt. Hier geht es immerhin ja auch um eine feste Qualifikation für das nächstjährige Daytona 500 und ein Jahresende in den Top35 wäre für Andy Lally sicherlich wertvoller als der kampflose Gewinn des Titels Rookie-of-the-Year.

Wie gewohnt folgen an dieser Stelle noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende und jetzt ganz neu mit dabei die Entry-List:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 11.11.
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:40 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2

Samstag, 12.11.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Wypall 200), ESPN2

Sonntag, 13.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Kobalt Tools 500), ESPN

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October 19 2011

06:13

NASCAR: Analyse Charlotte / Vorschau Talladega Oktober 2011

Am letzten Wochenende ging die erste Chase-Hälfte zu Ende und brachte auf dem Charlotte Motor Speedway womöglich eine kleine Vorentscheidung in der Meisterschaft mit sich. Schon am Sonntag geht es aber in Talladega weiter, wo sich das Blatt in der Restrictor-Plate-Lotterie natürlich jederzeit wieder wenden könnte.

Die NASCAR-Berichterstattung vom vergangenen Wochenende kommt dieser Tage etwas später, da die emotionale Aufarbeitung der tragischen Geschehnisse vom Sonntag in Las Vegas erstmal Vorrang vor dem Tagesgeschehen haben sollte. Weil mir wie sicherlich vielen von euch in den letzten beiden Tagen nicht so wirklich nach Motorsport – geschweige denn Oval-Rennen – war, habe ich mich für eine Kompromisslösung entschieden: In dieser Woche gibt es ausnahmsweise einen Kombi-Artikel bestehend aus Analyse des Charlotte-Rennens und einer kleinen Vorschau auf Talladega am kommenden Sonntag. So steht uns der Rest der Woche noch für etwas mehr Besinnung zur Verfügung, anstatt groß die Freuden des Motorsports zu preisen. An dieser Stelle möchte ich mich, bevor wir zum eigentlichen Artikel kommen, noch den zahlreichen Kommentaren auch hier im Racingblog anschließen: Rest in Peace, Dan Wheldon! You will be missed! Als jahrelanger Beobachter des amerikanischen Motorsports kann ich das Ergebnis des traurigen Tages immer noch nicht richtig begreifen und erfassen…

Analyse Charlotte Oktober 2011

Da ist es zwar eher zweitrangig, dass Matt Kenseth am Wochenende in Charlotte sein drittes Saisonrennen gewinnen konnte und Jimmie Johnson sich nach einem Unfall möglicherweise schon aus dem Titelrennen verabschiedet hat, doch lasst uns ein wenig ablenken und zurückblicken: Die ersten knapp zwei Drittel des Rennens blieben auffällig ruhig und wurden nur durch zwei Gelbphasen unterbrochen. Diesen Teil des Tages konnten vor allem Tony Stewart und Greg Biffle für sich nutzen, wobei sie knapp die Hälfte der zu vergebenden Führungsrunden für sich beanspruchten. Vor allem Biffle konnte lange Zeit über das Rennen nach Belieben bestimmen, nachdem er Smoke kurz nach den ersten Green-Flag-Pitstops in Runde 50 die Spitzenposition abgenommen hatte.

Doch sein Tag sollte es nicht werden, denn nach weiteren Boxenstopps unter grüner Flagge in Umlauf 125 vergaß seine Mannschaft beim Reifenwechsel eine Radmutter aufzuziehen, was Biffle zu einem erneuten Besuch bei seiner Crew zwang. Glücklicherweise gab es schon kurz danach eine Caution, wodurch er direkt seinen Rundenrückstand per Lucky-Dog wieder aufholen konnte. Zwar konnte Biffle später wieder in die Top5 vordringen, jedoch beendete ein Feindkontakt mit Tony Stewart und Außenmauer knapp 35 Runden vor Schluss sämtliche Hoffnungen auf einen Sieg. Greg Biffle kam nur auf Platz 15 ins Ziel, was jedoch nicht so wichtig ist, da er ohnehin nicht am diesjährigen Chase teilnimmt.

Nachdem Biffle sich aus der Spitzengruppe verabschiedet hatte, nahm der spätere Rennsieger Matt Kenseth für knapp 20 Runden seinen Platz ein, bevor Tony Stewart ihm mit einem Two-Tire-Stop während Caution #2 in Umlauf 149 die Führung wieder abjagte. Der Chevrolet mit der #14 lief anschließend in der nachfolgenden Grünphase nicht langsamer als erwartet, da um ihn herum viele andere Fahrer ebenfalls mit nur zwei neuen Reifen pokerten. Chad Knaus und Jimmie Johnson setzten in dieser Gelbphase dagegen auf vier Pneus und verzockten sich gewaltig, denn ihre Restart-Position war anschließend nicht mehr die 3, sondern die 15! Das Gerangel im Mittelfeld sollte Johnson später auch noch das Rennen versauen.

An zweiter Stelle startete Kyle Busch nach besagter Gelbphase zurück ins Renntempo und benötigte einen kompletten Fuel-Run (50 Umläufe), bevor er seinerseits für etwas mehr als 100 Runden die Führung übernehmen konnte und die letzte Phase des Rennens einleitete. Ursache für den Positionsverlust bei Stewart war letztendlich die Leistung der eigenen Mannschaft, denn sein Team konnte ihn nach einem anstehenden Boxenstopp unter grüner Flagge lediglich als Dritten zurück auf die Strecke bringen. Die nächsten vier (teilweise direkt aufeinander folgenden) Cautions überstand Busch noch als Leader, da er sich bei jedem Restart gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte, doch in Runde 310 kam die Wende:

Nachdem Matt Kenseth bei fast allen Restarts zuvor die Räder durchdrehen ließ und mehrere Plätze verlor, erwischte er beim vorletzten Neustart einen Riesen-Lauf. Innerhalb von nur fünf Runden knackte er zunächst Carl Edwards und zog anschließend tatsächlich auch an Kyle Busch vorbei. Doch Kenseth hatte noch eine letzte Schwierigkeit zu überstehen, denn Jimmie Johnson verlor bei seiner Aufholjagd am Ende der Top10 liegend sein Auto im Positionskampf aus der Kontrolle und schlug sehr hart frontal in die SAFER-Barrier ein.

Der Unfallhergang erinnerte mich sehr an den fatalen Crash von Dale Earnhardt Sr. damals in Daytona, denn auch Johnson geriet beim Korrigieren auf den Apron und krachte anschließend fast im 90°-Winkel frontal in die Mauer. Schon beeindruckend zu sehen, wie in den letzten zehn Jahren der Sicherheit Rechnung getragen wurde. Auf einen Videolink verzichte ich an dieser Stelle, der geneigte Zuschauer wird sicherlich eigenständig bei YouTube fündig werden. Jedenfalls ließ sich in der Wiederholung sehr gut die Energie-absorbierende Wirkung der SAFER-Barrier erkennen. Johnson wurde zwar ordentlich durchgeschüttelt und sprach anschließend von einem „hard hit“, blieb jedoch zum Glück unverletzt.

Zurück zum Finale: Ausgerechnet beim letzten Restart gelang es Kyle Busch nicht, dagegen zu halten, womit Matt Kenseth anschließend ungefährdet seinen dritten Saisonsieg einfahren konnte. Busch hingegen musste sich noch in eine Auseinandersetzung mit Carl Edwards begeben, doch Kyle setzte sich schlussendlich gegen einen wieder sehr konstanten Ford-Piloten durch. Die Top5 komplettierten die temporär gut zu Recht kommenden Kasey Kahne und Marcos Ambrose. Alleine Kahne holte sich das dritte Top5-Ergebnis in Folge ab und unterstricht damit seine Vorfreude auf Hendrick Motorsports 2012.

Kevin Harvick, AJ Allmendinger, Tony Stewart, Denny Hamlin und Ryan Newman sicherten sich die Plätze 6-10, wobei vor allem Hamlin mal wieder mit einem recht guten Resultat aufwarten konnte. Vielleicht gibt ihm das den nötigen Schwung, die Saison würdevoll zu beenden, nachdem die Chancen auf den Titel ja schon maximal minimiert sind.

Die übrigen Chaser stammen allesamt aus den Teams von Penske Racing und Hendrick Motorsports, welche beide kein tolles Wochenende erwischten. Kurt Busch (13.) und Brad Keselowski (16.) konnten das gesamte Rennen über keine Akzente setzen und kamen trotz zwischenzeitlichem Rundenverlust sogar noch halbwegs gut ins Ziel. Für die Meisterschaft bedeutete dies aber einen gehörigen Rückschritt, vor allem da Keselowskis Momentum jetzt am Ende sein könnte.

Noch schlechter lief es für Dale Earnhardt Jr. (19.), Jeff Gordon (21.) und Jimmie Johnson (34.), wobei ich die Ursache von Johnsons Resultat ja schon erwähnt habe. Von Gordon war am gesamten Wochenende nichts zu sehen, nur ein kleines Scharmützel mit David Ragan und Kasey Kahne brachte ihn in der Nacht von Samstag auf Sonntag kurz ins Bild. Juniors kleiner Aufschwung scheint ebenfalls beendet, er konnte zu keinem Zeitpunkt in die Top10 vordringen und kann mit Platz 19 noch durchaus zufrieden sein.

Auf die Situation in der Punktetabelle gehe ich am Ende des zweiten Teils dieses Artikels ein:

Vorschau Talladega Oktober 2011

Am nächsten Wochenende geht es mit dem Restrictor-Plate-Klassiker auf dem ahier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

October 14 2011

06:06

NASCAR: Vorschau Charlotte Oktober 2011

Nach diesem Wochenende ist Halbzeit im Chase angesagt und bisher hat sich noch kein Pilot als herausragender Meisterschaftskandidat verkaufen können. Acht Fahrer haben weiterhin eine ziemlich realistische Chance auf den Titel und es kommt wieder einmal darauf an, das Rennen möglichst in den Top10 zu beenden.

Das fünfte von zehn Chase-Rennen wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Da der Sprint Cup in Charlotte ein Nachtrennen fährt, begann das Rahmenprogramm schon am gestrigen Donnerstag, womit knapp die Hälfte des Fahrprogramms bereits absolviert ist. Unter anderem sind die beiden Trainingssitzungen der Nationwide Series durch und auch der Pole-Sitter im Cup steht fest. Für den Freitagabend verbleiben dann noch Nationwide-Qualifying und -Nachtrennen sowie die beiden Practices des Sprint Cups.

Der Samstag bietet das Truck-Rennen aus Las Vegas, wo die dritte NASCAR-Liga als Vorprogramm des IndyCar-Finales auftritt und das sogar zu einer schaubaren Uhrzeit. Alle Chase-Fans müssen danach noch tapfer wach bleiben, denn das Cup-Rennen beginnt erst um 01:30 Uhr in der Nacht auf Sonntag. Als kleiner Trostpreis sind die Jungs von ServusTV noch einmal LIVE auf Sendung, was einem dann zumindest die Suche nach einem Stream erspart.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 14.10.
21:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
22:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300 Miles of Courage), ESPN2

Samstag, 15.10.
21:30 Uhr, Truck Series Rennen (Smith’s 350), SPEED
01:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Bank of America 500), ABC / ServusTV

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October 11 2011

06:09

NASCAR: Analyse Kansas Oktober 2011

Jimmie Johnson ist wieder da! Nachdem er sich in Dover Kurt Busch knapp geschlagen geben musste, dominierte der Dauermeister in Kansas fast nach Belieben. Nach langen Grünphasen hätte Johnson nur Kasey Kahne am Ende wirklich gefährlich werden können, doch auch den Red Bull ließ er beim letzten Restart einfach stehen.

197 von 272 Runden führte Jimmie Johnson am Sonntag auf dem Kansas Speedway an und holte sich damit nach Dover zum zweiten Mal in Folge die meisten Führungsmeilen ab. Dieses Mal reichte es am Ende sogar für eine Fahrt in die Victory-Lane, nachdem er sich am vergangenen Wochenende noch mit Platz 2 hinter Kurt Busch zufriedengeben musste. Dabei sah zunächst alles nach einem Triumpf der Ford-Mannschaft von Roush-Fenway Racing aus, denn im ersten Renndrittel zeigten vor allem Matt Kenseth (26) und Polesitter Greg Biffle (23) mit – im Vergleich zu Johnson – einigen Führungsrunden an, dass auch sie Anspruch auf die Trophäe hätten.

Doch der fünffache Titelträger war schnell zur Stelle und holte sich in der ersten Gelbphase mit nur zwei neuen Reifen die nötige Track-Position. Den Platz an der Spitze musste er wegen des alten Gummis zwar noch kurz wieder an Kenseth abtreten, aber nach den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge war dann Johnson-Time! Das Team der #48 zeigte damit auch gleich, was schon früh im Rennen strategisch so möglich war und brachte auch andere Mannschaften zum Pokern: So kopierte zum Beispiel Kyle Busch in Caution #2 den Meister, hielt sich wegen des in Kansas generell schlechten Handlings seines Toyotas aber nur acht Runden an der Spitze, bevor Johnson wieder übernahm und die zweite Phase des Rennens einläutete.

Von besagter Gelbphase in Runde 84 bis zur dritten und nächsten Caution dauerte es sage und schreibe 122 Umläufe, bevor NASCAR Einsehen mit den durstigen Fans hatte und Debris auf der Strecke fand. Das Schwenken der gelben Flagge hätte in Runde 206 von eigentlich 267 eigentlich nicht besser für die Spannung sein können, denn immerhin lag man bei einem Spritfenster von ca. 50 Runden in Reichweite eines Fuel-Runs. Schon ein merkwürdiger Zufall eigentlich… Den Restart führte übrigens wieder Jimmie Johnson an, gefolgt von Tony Stewart, Kyle Busch, Greg Biffle und Brad Keselowski. Nun kam eine alte Rennfahrerweisheit zum Tragen, denn plötzlich gebaren Cautions weitere Cautions und machten somit die Benzinsituation noch interessanter.

Nachdem sich Regan Smith etwas zu sehr in Landon Cassill verbissen hatte, kam die gesamte Meute zum nächsten Tankstopp, um das Spritfenster endgültig zu schließen – mit Ausnahme von Kurt Busch und Kevin Harvick, die sich mit einem gehörigen Gewinn von Track-Position wieder ins Rennen brachten. Allerdings mussten beide Piloten ja noch massiv an Benzin sparen, um am Ende nicht trockenzulaufen. Bei Richard Childress Racing führte das alsbald zur taktischen Finesse: Da sich hinter Harvick zufällig bis zum anstehenden Boxenstopp der überrundeten Fahrzeuge Einmal-Teamkollege, Childress-Enkel und Cup-Premier Austin Dillon befand, wurde dieser kurzerhand zum Anschieben beordert. Da ein solches VORgehen nur in der letzten Rennrunde zum VERgehen wird, hat Harvick sicherlich die eine oder andere Gallone sparen können.

Genützt hat es ihm allerdings kaum etwas, denn plötzlich wurde Kansas nach der langen Grünphase in der Mitte des Rennens noch zur Caution-Orgie und gab somit eher wieder die Spielwiese für weitere Reifenpoker frei! Es war schon wirklich schwierig, zum diesem Zeitpunkt den Überblick zu behalten, wer denn nun wie viele Pneus gewechselt hat und wann dies geschah. An dieser Stelle fallen mir lediglich zwei prominente Beispiele auf Anhieb ein:

Tony Stewart gab in Caution #5 ca. 30 Runden vor Schluss eine Top5-Platzierung auf und entschied sich für vier neue Reifen, was ihn sogar aus den Top10 herauskatapultierte. Zwar konnte er sich wieder in Reichweite der Top5 zurückkämpfen, verpasste aber in der sechsten und letzten Gelbphase seinen Pitstall und mähte fast die eigene Boxencrew um. Dieser letzte Fehler ließ ihn schließlich nur auf Platz 15 die Zielflagge sehen. Warum Smoke da nochmal kommen musste, hat sich mir nicht gänzlich erschlossen, immerhin kann es nicht wegen Benzin gewesen sein und seine neuen Pneus sollten unter normalen Umständen noch ausreichend Grip geboten haben.

Das zweite Beispiel ist Kasey Kahne, welcher sich zum selben Zeitpunkt wie Stewart für vier neue Reifen entschied, diese aber wesentlich besser nutzen konnte und plötzlich von hinten durchs Feld pflügte. Innerhalb von nicht mal 30 Runden hatte er sich von außerhalb der Top10 auf Platz 2 nach vorne gekämpft und hatte nur noch Jimmie Johnson vor sich. Leider war dieser schon außer Reichweite für seinen zukünftigen Teamkollegen und nur noch eine sehr späte Caution hätte Johnson stoppen können. Tatsächlich hatte der Dauermeister dann ungewöhnliches Pech und konnte sich prompt bei Jeff Gordon bedanken, dessen Motor nach längerer Ankündigung drei Runden vor Schluss noch sein Leben aushauchte.

Eine Verlängerung war angesagt, aber Kahne konnte Johnson leider nicht mehr gefährden. Beim letzten Restart – nach der erwähnten Caution #6 – ließ der noch Red-Bull-Pilot seine Reifen durchdrehen, während sein Konkurrent den schnelleren Gasfuß bewies. Brad Keselowski versuchte zwar noch, Kasey Kahne anzuschieben, da er selbst vor der Ziellinie nicht ausscheren und überholen durfte, aber genützt hat es nichts mehr. So fuhr Johnson dem sicheren Sieg entgegen und positionierte sich mit einer Menge Oberwasser noch einmal neu in der Stärkeverteilung des Chase.

Hinter Johnson, Kahne und Keselowski kamen die Fords von Roush-Fenway Racing mit Matt Kenseth und Carl Edwards am Steuer über die Linie. Edwards kann sich mit seinem Top5-Ergebnis noch glücklich schätzen, nachdem sein Team über die komplette Renndistanz mit dem Handling des Autos haderte und erst zum Schluss endlich bei der Musik dabei war. Lohn für ihn ist nun weiterhin die Spitzenplatzierung in der Meisterschaft, jedoch jetzt alleine und einen Punkt vor Kevin Harvick, welcher in Kansas eine Position hinter Edwards ins Ziel fuhr.

In der Meisterschaft reiht sich hinter den beiden Fahrern im Moment Jimmie Johnson mit winzigen vier Zählern Rückstand auf die Spitze ein. Nach dieser Dreiergruppe nimmt der Abstand schon ein wenig mehr zu, denn Brad Keselowski (-11), Matt Kenseth (-12), Kurt Busch (-16), Tony Stewart (-19) und Kyle Busch (-20) haben schon einige Punkte mehr auf Edwards aufzuholen, sind aber immer noch gut im Rennen.

Pech hatte Jeff Gordon (-47), der durch seinen Motorschaden in der Schlussphase nur auf Platz 34 gewertet wurde und somit mächtig Punkte auf alle anderen Chase-Teilnehmer verlor. Gemeinsam mit Dale Earnhardt Jr. (-43), Ryan Newman (-54) und Denny Hamlin (-79) scheint er schon aus der Meisterschaftsentscheidung herausgerutscht zu sein, da man an dieser Stelle nun mindestens einen Totalausfall aller Konkurrenten benötigt, um wieder zur Spitze vorzustoßen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

October 07 2011

06:08

NASCAR: Vorschau Kansas Oktober 2011

Noch sieben Rennen verbleiben im Chase und wenn man nach einem Favoriten auf den Titel sucht, scheint „Last Man Driving“ als Motto angemessen. In Kansas geht es an diesem Wochenende also primär darum, keine Punkte liegenzulassen und am besten einen Sieg einzufahren. Den Anschluss zu verlieren, wäre hingegen fatal!

Am Sonntag steht das (seit neuestem) zweite Saisonrennen auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 07.10.
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
20:00 Uhr, Nationwide Series Practice, ESPN2
21:45 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
23:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2

Samstag, 08.10.
16:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
19:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Kansas Lottery 300), ESPN2

Sonntag, 09.10.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Hollywood Casino 400), ESPN / RaceBuddy auf NASCAR.com (mit Geoblocking!)

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October 04 2011

06:03

NASCAR: Analyse Dover Oktober 2011

Drei Favoriten kristallisierten sich am Sonntag in Dover heraus und Kurt Busch holte schließlich den Sieg vor Jimmie Johnson und Carl Edwards. Das Endergebnis sorgt für eine relativ enge Top9-Gruppe in der Meisterschaftswertung und damit für einen Quasi-Reset des Chase nach nur drei Rennen.

Nur 19 Punkte trennen die Top9 in den Playoffs voneinander, wobei die Ränge 1 und 2 sowie 3 und 4 sogar jeweils punktgleich die Tabelle schmücken. Kevin Harvick und Carl Edwards luchsten Tony Stewart die Führung in der Meisterschaft ab, der nun gemeinsam mit Kurt Busch, dem Rennsieger von Dover, nur neun Zähler hinter dem Spitzenduo die Plätze belegt. Busch war allerdings nicht der einzige Kandidat für die Fahrt in die Victory-Lane, obwohl er sich schon von Runde 3 an bis zur Competition-Caution in Umlauf 40 in Front des Feldes in Szene setzen konnte. Auch Jimmie Johnson und Carl Edwards zeigten mit 157 bzw. 116 Führungsrunden, dass sie durchaus für einen Sieg in Frage kamen.

Johnson führte damit zum sechsten Mal in Folge bei einem Rennen auf dem Dover International Speedway die meisten Umläufe lang die Meute an und holte sich deshalb zusätzlich einen weiteren Bonuspunkt ab. Kurt Busch konnte zwar nur 90 Führungsrunden verbuchen, war aber im Gegensatz zur Konkurrenz zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle. Die übrigen 37 Lead-Laps verteilen sich übrigens nicht aussagekräftig auf zehn weitere Piloten, wobei unter ihnen lediglich Kevin Harvick (10) hervorstach. Das Rennen selbst bot in seinen 400 Runden eigentlich fast alles, was man sich für den Sonntag gewünscht hatte: Viele Führungswechsel, gleich drei Kontrahenten im Kampf um den Sieg, zehn Cautions, viel Drama und natürlich ein bissiges Monster namens Miles!

Leider blieb die Schlussphase vergleichsweise unspektakulär, weil Johnson und Edwards lediglich mit stumpfen Waffen zum Endspurt angereist waren. Niemand konnte Busch mehr stoppen, der wie erwähnt auch nicht nur das Finale, sondern zunächst auch den Beginn des Rennens bestimmte. Nach der Competition-Caution war dann die frühe dominante Phase des späteren Siegers vorerst vorbei und an dieser Stelle übernahm Carl Edwards das Zepter, welches er Boxenstopp-bereinigt auch fast bis zum Ende der ersten Rennhälfte nicht mehr aus der Hand gab. In Runde 174 sorgte Gelbphase #5 etwa gegen Mitte des Fuel-Runs für einige Strategiespielchen in der Boxengasse.

Edwards bzw. sein Crew-Chief entschied sich in Führung liegend logischerweise für die konservative Variante namens vier neue Reifen, während knapp zehn andere Teams pokerten. So konnten sich zum Beispiel die Chaser Jimmie Johnson, Kevin Harvick und Kyle Busch gute Track-Position sichern, welche sich auch am Sonntag wieder als wichtiger Faktor zu erkennen gab. Allerdings funktionierten die Reifen auf der zu Beginn grünen Strecke im Herbst besser als noch zuletzt im Frühling und ließen weniger Abrieb auf der Betonbahn zurück. Vier neue Reifen erwiesen sich also nicht unbedingt als großer Vorteil, wenngleich sie natürlich trotzdem mehr Grip boten.

Nun war es an Jimmie Johnson, die zweite Rennhälfte einzuleiten und die kurzen Gastspiele von AJ Allmendinger und Kevin Harvick in Führung nach gut 15 Runden zu beenden. Das dritte Rennviertel hatte Johnson Boxenstopp-bereinigt komplett in der Hand und schickte sich auch bis Runde 350 langsam an, das Rennen in so dominanter Manier zu gewinnen, um im Chase einen großen Sprung zurück in Richtung eines möglichen sechsten Titels in Folge zu unternehmen. Der Dauermeister ahnte allerdings nicht, dass sich unterdessen Kurt Busch wieder zurückmeldete. Das Team mit der #22 hatte plötzlich die so lange anhaltende Schwäche von Handling-Problemen spät im Rennen überwunden und konnte Busch nach einem überzeugenden Start auch ein Top-Auto für das Finale bereitstellen.

Der entscheidende Moment des Rennens passierte dann in der zehnten und letzten Caution des Nachmittags, welche in Runde 352 glücklicherweise auch das Benzinfenster schloss und damit einen dritten Benzinkrimi in Folge ausschloss. Die Crew von Kurt Busch arbeitete schneller als die Meistermannschaft bei Hendrick Motorsports, wodurch der ältere Busch-Brüder als Erster zum Restart antrat. Hier zeigte Johnson plötzlich Nerven und ließ die Räder durchdrehen, was seinem Kontrahenten zu einem De-Facto-Blitzstart verhalf. Den Vorsprung könnte Johnson nicht mehr aufholen und musste sich zum Schluss mit Platz 2 hinter Kurt Busch geschlagen geben.

Carl Edwards konnte sich in dieser Phase des Rennens leider nicht mehr für weitere Führungsrunden zurückmelden, da er sich während der ersten Green-Flag-Pitstops nach seinem Verlust der Spitzenposition in der Aufholjagd von Platz 9 eine Durchfahrtsstrafe wegen Speedings in der Boxengasse einhandelte! Die anschließende Anstrengung brachte ihm aber immerhin noch einen für die Meisterschaft wichtigen dritten Platz ein. Hätte das Rennen vielleicht noch 50 Runden länger gedauert, wäre Edwards vielleicht noch an Johnson herangekommen.

Die Top5 komplettierten ein – in Erwartung seines baldigen Wechsels zu Hendrick Motorsports – starker Kasey Kahne und Matt Kenseth, der sich schon früh am Tag eher unauffällig dort festgesetzt hatte und nicht mehr zu vertreiben war. In den Top10 liefen außerdem folgende Piloten ein:

- Kyle Busch hielt sich ebenso wie Kenseth das gesamte Rennen über im Dunstkreis der Top5 auf,
- AJ Allmendinger hatte zu Anfang eine brisante Situation zu überstehen, als er bei ca. 130 mph einen übersteuernden Wagen in einem atemberaubenden Drift von der Mauer fernhalten konnte,
- Clint Bowyer, der vermutlich am nächsten Wochenende in Kansas seinen Wechsel von Richard Childress Racing zu Michael Waltrip Racing bekanntgeben wird,
- sowie Marcos Ambrose in einem soliden Rennen und
- Kevin Harvick, welcher durch seinen zehnten Platz die Führung in der Meisterschaftswertung erobern konnte.

Die übrigen Chaser im Überblick:

- Jeff Gordon erreichte immerhin Platz 12, nachdem das Handling seines Chevrolets die gesamte Renndistanz über nicht vom Untersteuern zu befreien war. Denny Hamlin absolvierte ein ebenso unauffälliges Rennen auf einem 18. Rang, was seine Meisterschaftschancen nicht gerade bestärkt hat. Denn wenn ein relativ guter Tag schon so schlecht verläuft…

- Der in den letzten Wochen so konstante Brad Keselowski startete zunächst in den Top5 eine Fortsetzung seiner Super-Serie, handelte sich jedoch nach 115 Runden eine Durchfahrtsstrafe ein. Zwar konnte er den Anschluss an die Spitze wiederherstellen, bekam in der zweiten Rennhälfte aber das nächste Problem in Form einer defekten Servolenkung präsentiert. Unter normalen Umständen wäre also mehr als Platz 20 drin gewesen. Bleibt nur zu hoffen, dass sein Momentum nicht zu stark unter diesem plötzlichen Pech gelitten hat.

- Noch schlechter lief es nur für Ryan Newman, Dale Earnhardt Jr. und Tony Stewart, die geschlossen die Platzierungen 23-25 belegten. Für die Teamkollegen von Stewart-Hass Racing lief so gut wie nichts zusammen, nachdem Smoke über zwei Wochen in Folge die Cup-Szenerie nach Belieben bestimmt hatte. Unerwartete, größere Handling-Probleme verhagelten Stewart und Newman eine Fortführung des guten Starts in den Chase. Ich kann mir diese überraschende Schwäche absolut nicht erklären!

- Am schlimmsten erwischte es wohl Dale Earnhardt Jr., dem Materialermüdung einen Strich durch die Rechnung machte. Bereits kurz nach dem Start des Rennens brach an Juniors Auto die Sway-Bar, was eine Reparatur notwendig machte. Nachdem er seinen Rundenverlust mit Hilfe des Lucky-Dogs wieder rückgängig machen konnte und gegen Rennhälfte in Griffweite der Top10 angelangt war, brachte ihn ein loser Reifen erneut unter Grün an die Box. Den dabei erhaltenen Rückstand von zwei Umläufen konnte er in der zweiten Rennhälfte nicht wieder korrigieren.

Polesitter Martin Truex Jr. landete nur auf Rang 30, nachdem er vor Ablauf der ersten 100 Runden schon die Top20 verlassen hatte und zu Beginn des letzten Rennviertels durch einen Reifenplatzer und anschließendem Boxenstopp unter grüner Flagge eine Menge weitere Plätze verlor.

Der Meisterschaft brachte dieses Rennergebnis eine Menge Spannung, da die Top9 in der Fahrerwertung auf 19 Punkte Unterschied komprimiert wurden. Lediglich Dale Earnhardt Jr. (-34), Ryan Newman (-41) und Denny Hamlin (-68) benötigen bei ihrem Rückstand schon so einige gute Rennen bei gleichzeitigem Pech der Konkurrenz, um noch ein Wörtchen in der Meisterschaft mitzureden.

Dass ein Aufholen nicht so ohne weiteres möglich ist, zeigte Jimmie Johnson ganz gut, der seinen Abstand auf die Spitze von 29 Punkten in einem für ihn guten Rennen nur um 16 Zähler verkürzen konnte. Dabei profitierte er natürlich vom glücklosen Tony Stewart, woran man sieht, wie schwer ein solches Comeback ist.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

September 30 2011

06:05

NASCAR: Vorschau Dover Oktober 2011

Nach zwei Siegen in Folge ist Tony Stewart der unbestrittene Favorit im diesjährigen Meisterschaftskampf. Am Wochenende geht es wieder auf ein 1-Meilen-Oval, wenn in Dover das zweite von drei Chase-Rennen dieser Kategorie ansteht. Kann Stewart einen dritten Erfolg nachlegen, bevor es wieder auf die Intermediate-Speedways geht?

Der adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

In Dover ist die Nationwide Series gemeinsam mit dem Sprint Cup unterwegs, wobei sich ESPN2 am Freitag um die Practices kümmert und SPEED am Samstag die Qualifyings abdeckt, das erste Training des Cups wird leider nicht übertragen. Beide Rennen sind bei ESPN bzw. ESPN2 zu sehen und beginnen zu angenehmen Uhrzeiten. Unterdessen fahren die Trucks im Rahmen des vorletzten Saisonrennens der IndyCar Series in Kentucky ein Nachtrennen aus. Da der komplette Vorbetrieb der Trucks nicht im TV übertragen wird, habe ich wie gehabt nur das Rennen selbst aufgelistet. Viel Spaß am Wochenende beim NASCAR schauen!

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 30.09.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, nicht im TV
18:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2

Samstag, 01.10.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (OneMain Financial 200), ESPN2
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Kentucky 225), SPEED

Sonntag, 02.10.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (AAA 400), ESPN / RaceBuddy auf NASCAR.com (mit Geoblocking!)

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September 27 2011

10:22

NASCAR: Analyse New Hampshire September 2011

Tony Stewart gibt sich derzeit größte Mühe, meine Vorhersagen bezüglich des Chase von vor einer Woche zu unterminieren. In New Hampshire gewann Smoke auch das zweite Playoff-Rennen und mauserte sich damit innerhalb von zwei Wochen zum derzeit größten Favoriten auf den Titel. Die üblichen Verdächtigen blieben dagegen farblos.

Zwei Rennen ist der Chase nun alt und beide Saisonläufe entschied am Ende Tony Stewart für sich, womit er auch sofort an die Tabellenspitze vorrückte, um dort Kevin Harvick abzulösen. Zwar gilt zu beachten, dass sowohl der Playoff-Auftakt in Chicagoland als auch das Rennen vom Sonntag in New Hampshire aufgrund der wiederholten Spritpoker keine klassischen Fälle waren, Smoke aber auch ohne die Fuel-Mileage mindestens innerhalb der Top5 ins Ziel gefunden hätte. Seine Erfolge kann und darf die Benzinstrategie damit keinesfalls abwerten! Überraschend kamen sie trotzdem, denn Stewart betreffend, schrieb ich in der Vorschau für Chicagoland und den Chase folgende Worte nieder:

Newmans Teamchef Tony Stewart lieferte wirklich eine ungewöhnliche Regular-Season ab, denn für gewöhnlich gewinnt Smoke in der Sommerperiode normalerweise mindestens ein Rennen. In diesem Jahr hat es leider nicht ganz gereicht und auch die wenigen Top5-Ergebnisse (3) lassen eher für ein Übergangsjahr sprechen. Bei Stewart könnte ich mir vorstellen, dass er seinen NASCAR-Zenit bereits überschritten hat und sich fortan eher auf sein Dasein als Owner konzentrieren sollte, vielleicht liegt aber auch hier die störende Ablenkung. Ausschließen sollte man aber bekanntlich nichts…

Doch nicht nur mich traf dieser plötzliche Aufschwung unerwartet, auch die US-Kollegen konnten bisher keine vernünftige Erklärung dafür finden. Auch Stewart selbst hat wohl nicht mit einer solchen Performance gerechnet, jedenfalls betonte er dies im Siegerinterview. Letzteres brachte dann auch zusätzlichen Diskussionsstoff, da Smoke in einem Nebensatz erwähnte, dass die Leistung des Teams wieder stimmen würde, nachdem man Anfang der Woche überflüssigen Ballast („dropped some dead weight“) von Bord geworfen hätte. Was Tony Stewart damit meinte, blieb er auch in der anschließenden Pressekonferenz in gewohnt „liebenswürdiger“ Art den nachfragenden Journalisten schuldig. Immerhin konnte man ihm entlocken, dass niemand Stewart-Haas Racing verlassen hätte.

Keiner weiß nichts Genaues oder so, würde ich mal behaupten. Falls jemand über das ein oder andere spitze Ohr in den USA verfügt, wäre ich über eine Aufklärung sehr erfreut. Immerhin mutet es schon komisch an, wenn Stewart erst seinen sonst so erfolgreichen Sommer auslässt, nur um dann im Chase wie aus heiterem Himmel die Konkurrenz zu bügeln. Die Qualifikation war ja nun nicht unbedingt so sicher, da konnte man keinesfalls von trockenen Tüchern sprechen. Daher dürfte man an dieser Stelle eine taktische Spielerei ausschließen. Was ist/war dieses „dead weight“? Doch ganz sicher keine halbvolle Burger-King-Tüte im Cockpit der #14, die Smoke nach dem Frühstück dort vergessen hat…

Um nun noch mal kurz ins Reich der Spekulationen vorzudringen: Jeff Gordon monierte nach dem Rennen etwas den Benzinverbrauch, während die Leistung des Motors nach wie vor spitzenmäßig sei. Interessant ist an dieser Stelle, dass Stewart-Haas Racing seine Aggregate von Hendrick Motorsports least (und auch die Chassis dort vorproduziert werden), wobei ich nicht weiß, inwiefern da nun Änderungen und sonstige Tuning-Maßnahmen im Nachhinein möglich sind. Wer Stewart kennt, der weiß, dass der Teambesitzer solche Äußerungen nicht mal eben nebenbei macht und dann im Nachhinein bedächtig schweigt. Vermutlich hat man bei SHR etwas Entscheidendes gefunden, nur was, das bleibt zu beantworten!

Jedenfalls ging die Benzinrechnung von Tony Stewart mehr als auf und der Grundstein dafür wurde in der dritten und letzten (!) Gelbphase in Runde 173 von 300 (!) gelegt. Das Rennen blieb über weite Strecke relativ ruhig, was Unterbrechungen anging und so musste man die wenigen Cautions ganz klar dafür nutzen, wichtige Track-Position zu gewinnen. Wer dieses Mal unter Gelb vier Reifen aufziehen ließ, der war paradoxerweise klar im Nachteil. Zum einen verlor er viele Platzierungen und dann erwies sich das Renngeschehen als zu gedrängt, um ernsthaft Positionen unter Grün gut zu machen. Die perfekte Formel lautete somit, während der Cautions die Track-Positionen mit einer Zwei-Reifen-Strategie zu holen, um bei den Boxenstopps unter grüner Flagge auch die linke Fahrzeugseite neu zu bestücken.

Um zu verstehen, warum Jeff Gordon die Meute nach der letzten Gelbphase wieder auf Rennspeed führte, müssen wir zunächst eine Caution weiter in die Vergangenheit schauen und finden dabei folgende Ausgangsposition vor: Dreher von Landon Cassill gegen Ende der Green-Flag-Pitstops, einzig Gordon und David Ragan waren noch nicht zum Tanken gekommen und haben somit fast dem gesamten Rest des Feldes mehr als eine Runde Rückstand aufgebrummt. Der #24 war es nun möglich, vier neue Reifen und Benzin zu fassen, ohne eine Top3-Platzierung zu verlieren, während sich die anderen Fahrer per Wavearound zurückrundeten.

Gute 15 Runden später löste dann Carl Edwards (8.) die angesprochene letzte Caution aus, indem er ausgerechnet seinen Teamkollegen und ebenfalls Chase-Teilnehmer Matt Kenseth (6.) in einen Dreher schickte. Immerhin konnten die beiden Piloten von Roush-Fenway Racing am Ende noch Top10-Resultate verbuchen. An dieser Stelle verzichteten Jeff Gordon und acht andere Mitstreiter auf einen Tankstopp, wobei sich lediglich Gordon mit einem letzten Boxenaufenthalt sicher sein konnte, über die Distanz zu kommen. Zurück also zum Anfang der Analyse und dem Restart mit Jeff Gordon in Führung:

Während sich von außerhalb der Top10 die Piloten mit neueren Reifen langsam aber sicher in der folgenden langen Grünphase wieder nach vorne kämpften, hatte Gordon das Rennen im Prinzip in der Tasche. Ein weiterer Tankstopp sollte ihm eigentlich genügen, so war die einhellige Meinung. Die letzten Green-Flag-Pitstops folgten für einige Fahrer nur sehr knapp im Rahmen des Benzinfensters, was wieder für etliche Ausroller in den finalen Rennrunden sorgte. Ausgerechnet für Gordon ging der Boxenstopp aber mächtig schief, denn in der Anfahrt auf seine Pitcrew riss die Benzinversorgung ab. Der Chevy musste erst mächtig rödeln, bis er wieder in Gang kam und zu allem Überfluss stellte sich auch noch heraus, dass nicht genügend Benzin aus der Spritkanne in den Tank geflossen war. Gordon war damit früh zum Sparen verdammt und musste die Konkurrenz ziehen lassen. Immerhin rettete er noch einen halbwegs versöhnlichen vierten Rang ins Ziel.

Die Boxenstopp-Phase zog sich über gute 25 Runden hinweg und an deren Ende war plötzlich wieder Kasey Kahne in Führung, dicht gefolgt von Clint Bowyer, welcher wirklich gefühlt aus der tiefsten Versenkung auftauchte. Wo Bowyer die Zeit und Positionen gutgemacht hat, würde ich nur zu gerne wissen. Kahne war jedenfalls kein Gegner für den Überraschungsmann, der sich auf dem besten Weg zum Rennsieg befand, aber ebenso wie Jeff Gordon den kürzeren Halm zog. Im Gewusel der – mit leerem Tank ausrollenden – Gegner, geriet auch Vorjahressieger Bowyer ins Stocken und wurde prompt zwei Runden vor Schluss vom heraneilenden Tony Stewart geschnappt, welcher 2010 im Chase-Rennen von New Hampshire noch in der gleichen Situation das Nachsehen hinter Ersterem hatte.

Verkehrte Welt also, was man vor allem bei der Betrachtung der Ergebnisse der übrigen Chaser feststellen kann:

- Jimmie Johnson war so ein Beispiel des missglückten Versuchs, mit frischen Reifen Boden zu gewinnen. Der sonst so allmächtige Chad Knaus und sein Erfüllungsgehilfe am Steuer der #48 waren sich dabei auch ungewohnt uneinig, da wurde über den Boxenfunk schon mal etwas schärfer gepöbelt. Johnson war akustisch-ersichtlich derart angefressen, dass er Knaus in seinen eigenen Zuständigkeitsbereich verwies. Doch auch seine selbst angepriesenen Fahrkünste konnten das Rennen nicht mehr retten, denn nach der letzten Gelbphase (mit Four-Tire-Stop) ging er auf Position 19 wieder ins Rennen und konnte in den folgenden gut 100 Runden nur fünf Ränge zurückholen. Dann stieß er auf Kyle Busch!

Im Kampf um Platz 13 gingen die beiden eigentlichen Titelfavoriten sehr hart miteinander ins Gericht und drehten sich beinahe in die Mauer. Während Kyle Busch noch mit Glück davonkam und später Rang 11 sichern konnte, hatte Johnson härter zu knabbern. Der Dauermeister ruinierte sich das Handling seines Chevrolets und musste am Ende abgeschlagen mit Rang 18 Vorlieb nehmen. Die ungewohnt schlechte Leistung in den ersten beiden Chase-Rennen katapultierte ihn auf Platz 10 der Playoffs zurück. Busch ist immerhin Sechster, jedoch liegen beide Piloten nur drei Zähler auseinander und mehr dürfen es auf keinen Fall werden!

Bei Johnson fällt übrigens deutlich auf, dass die Stimmung im Team sofort ruiniert ist, falls mal die Leistung nicht stimmt. Da kann man ihm nur wünschen, dass er nicht noch in ein richtiges Tief absackt und sich dieser Effekt multipliziert. Das könnte auch so eine Situation sein, welche die so erfolgreiche Fahrer-Crew-Chief-Kombination Jimmie Johnson / Chad Knaus eines Tages sprengt.

- Noch mehr Pech hatten Dale Earnhardt Jr. (17.), Ryan Newman (25.) und Denny Hamlin (29.), welche eigentlich mit einem Top10-Resultat gerechnet hatten. Junior war, wie er später bestätigte, auf „Red-Bull-Kurs“ unterwegs und wurde vermutlich Opfer eines übertriebenen Radsturzes! Ein Reifenschaden folgte dem anderen, doch glücklicherweise traten beide zu halbwegs günstigen Zeitpunkten (knapp vor dem letzten Boxenstopp und in der finalen Rennrunde) auf, sodass Earnhardt nicht noch mehr wertvolle Plätze verlor.

Ryan Newman wurde übrigens ebenfalls von einem explodierenden Pneu überrascht, hatte aber weniger Glück mit dem Timing und verlor eine ganze Runde. Denny Hamlin konnte sich dieses Mal anders als in Chicagoland um einen Reifenplatzer drücken, lief jedoch trocken und kann seine Meisterschaftschancen mit 66 Punkten Rückstand nun wohl schon begraben…

- Mann des Rennens hinter Stewart war wieder einmal Brad Keselowski, der am Ende noch einen ausrollenden Greg Biffle (3.) einholen konnte, um sich Platz 2 in New Hampshire zu sichern. Damit verbesserte er sein Top5-Ergebnis aus der letzten Woche noch einmal und hielt seine Serie somit aufrecht. In der Meisterschaft rangiert der Überraschungspilot der Saison nun sogar schon auf Platz 3, mit nur 11 Punkten Rückstand auf Tony Stewart. Mal angenommen, Keselowski hätte sich über die Top10 in den Chase gefahren, dann wäre er dank der neun Bonuspunkte derzeit sogar Zweiter. Mal schauen, wie es in Dover weitergeht, vielleicht ist der große Triumph für ihn am Ende gar nicht so unwahrscheinlich bei dieser Performance.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

September 23 2011

06:14

NASCAR: Vorschau New Hampshire September 2011

An diesem Wochenende steht Chase-Rennen #2 in New Hampshire auf dem Programm, wo es im Juli schon etwas drunter und drüber ging. Der Quasi-Shorttrack ist in den Playoffs natürlich sehr kritisch, weil rustikale Manöver vorprogrammiert sind. Wer sich am Ende schadlos hält, könnte seine Position im Chase aber angemessen verbessern.

Die Juli-Ausgabe auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

In New Hampshire sind außer dem Sprint Cup noch die Trucks vor Ort, allerdings ist das TV-Programm etwas dürftig. So werden zum Beispiel keine Sessions der Truck-Series übertragen, nur das Rennen selbst ist wie gewohnt auf SPEED zu sehen und aus diesem Grund habe ich die entsprechenden Daten auch ausgelassen. Den Cup trifft es nicht besser, denn das erste Practice am Samstag fällt ebenfalls unten durch.

Das Wochenende steht allgemein unter keinem guten Stern, denn wieder einmal droht das Wetter zuzuschlagen. Nachdem bereits in den letzten zwei Monaten drei Rennen um mindestens einen Tag verschoben werden mussten, könnte auch New Hampshire dasselbe Schicksal erleiden. Die Regenwahrscheinlichkeit beträgt am gesamten Wochenende momentan im Mittel 50%, allerdings sind bis zum Sonntag ja noch einige Tage, an denen das korrigiert werden könnte. Für den Chase wäre eine weitere Verschiebung äußerst ungünstig, da man mittags an einem Montag sicherlich kaum Zuschauer vor die Bildschirme locken dürfte. Zwar ist das beim zweiten Chase-Rennen noch keine Katastrophe, dennoch verschwindet der Titelkampf so langsam aber sicher aus der öffentlichen Wahrnehmung.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 23.09.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2

Samstag, 24.09.
15:40 Uhr, Sprint Cup Series Practice, nicht im TV
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
21:00 Uhr, Truck Series Rennen (F.W. Webb 175), SPEED

Sonntag, 25.09.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Sylvania 300), ESPN / RaceBuddy auf NASCAR.com

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September 20 2011

19:45

NASCAR: Analyse Chicagoland 2011

Einen Tag später als geplant konnte der Chase in Chicagoland beginnen, nachdem am Sonntag Regen einen Start verhinderte. Tony Stewart gewann das erste Playoff-Rennen, indem er seine mangelhafte Form aus der Regular-Season in den ersten Sieg des Jahres umsetzte. Dabei musste Smoke jedoch mit dem Sprit haushalten, was anderen Playoff-Teilnehmern nicht gelang!

Ausgerechnet Tony Stewart möchte man sagen, hinkte er doch sogar in seinem sonst so starken Sommer ständig der gewohnten Form hinterher. In der Chase-Vorschau traute ich ihm den Titelgewinn eigentlich nicht zu und schien mich dabei geirrt zu haben. Dass ein Sieg im ersten Playoff-Rennen eine Bedeutung haben kann, zeigte 2004 Kurt Busch, als er zunächst den Auftakt in New Hampshire gewann, um anschließend die große Trophäe einzusacken. Allerdings gelang dieses Kunststück danach weder Stewart selbst (2005) noch Dauermeister Jimmie Johnson in den folgenden fünf Jahren.

Für Smoke war der erste Saisonsieg in diesem Jahr mit harter Arbeit verbunden, denn gegen Ende war klar, dass nur der Wagen mit dem besten Spritverbrauch in der Victory-Lane landen würde. Während andere Piloten patzten und in der letzten Runde ohne Benzin ausrollten, fuhr Stewart souverän zum Erfolg. Damit stellte er sich mit Anlauf und beiden Beinen in die noch recht weit offene Tür, hinter der möglicherweise sein dritter Cup-Titel auf ihn warten könnte.

Das Rennen war mit 2h47min Rennzeit eines der kürzeren in dieser Saison und außer der paar Debris-Gelbphasen und einer Competition-Caution nach 30 Umläufen gab es lediglich eine einzige Unterbrechung, die jemand greifbares auslöste: In Runde 204 von 267 schmiss JJ Yeley seinen Front-Row-Ford in die Mauer und löste die entscheidende Gelbphase des Rennens aus. Alle Fahrer der Spitzengruppe, die zu diesem Zeitpunkt fast ausschließlich mit Chase-Teilnehmern gefüllt war, kamen für vier neue Reifen und Benzin in die Boxengasse. Bei einem Spritfenster von 50-53 Runden konnte die Rechnung natürlich noch nicht aufgehen und so war klar, dass alle Piloten noch einmal würden kommen müssen.

Zwischenzeitlich zeigte sich übrigens auch, dass das übliche Spiel mit nur zwei neuen Reifen des Öfteren funktioniert hatte. Brad Keselowski, Ryan Newman und auch Kyle Busch konnten zwischenzeitlich einige Track-Position mit dieser Taktik gewinnen. Im vermutlich letzten Reifen-Stopp des Rennens machte ein solches Vorgehen natürlich keinen Sinn mehr, die Teams arbeiteten eher in Richtung eines Splash-&-Dash, um die nötige Fuel-Mileage mit einem letzten, extrem kurzen Tankstopp zu einem späteren Zeitpunkt zu bezwingen.

Als die Caution kam, befand sich Jimmie Johnson, der zwischen Runde 169 und 204 den Großteil seiner 39 Führungsrunden absolvieren konnte, in der Spitzenposition. An der Boxengasse arbeiteten jedoch die Crews von Matt Kenseth und Tony Stewart schneller als die Hendrick-Truppe der #48, sodass sich nach dem Schwenken der grünen Flagge zunächst diese beiden Piloten um den Platz an der Sonne balgten.

Besagter Zeitpunkt lies dann nicht lange auf sich warten, denn in Runde 213 fanden die NASCAR-Offiziellen zum insgesamt dritten Mal Trümmerteile auf der Strecke. Damit war der Top-Off zum großen Glück möglich, den auch alle Piloten in der Spitzengruppe mit Ausnahme von Martin Truex Jr. nutzten, um ihr Benzinfenster voraussichtlich zu schließen. Allerdings lehnte man sich vielerorts wirklich ziemlich weit aus selbigem heraus, was später einige Chase-Teilnehmer wertvolle Meisterschaftspunkte kosten sollte.

Truex ging nun als logischer Erster zum Restart über, gefolgt von Matt Kenseth, Tony Stewart, Jimmie Johnson sowie Ryan Newman und war von dort an auf einer anderen Strategie unterwegs. Um noch einigermaßen Chancen auf ein respektables Ergebnis zu haben, musste noch eine letzte Caution für Truex kommen, jedoch blieb diese schlussendlich aus. Damit kann man sein Kampf um die Führung gegen zunächst Kenseth und später auch kurz gegen Stewart eigentlich vernachlässigen, da Truex sich ca. 14 Runden vor Schluss eh zum Nachfassen in die Boxengasse verabschieden musste.

Der eigentliche Kampf um den Sieg spielte sich im letzten Fuel-Run zwischen Matt Kenseth, Tony Stewart, Kevin Harvick und mit Abstrichen auch Jimmie Johnson ab. Das rennentscheidende Manöver setzte Smoke dabei in Runde 237, nachdem er in Kenseths Windschatten genug Benzin gespart hatte, um das Rennen mit ausreichend Speed beenden zu können. Einmal in Führung gegangen, konnte Stewart nicht mehr eingeholt werden, obwohl er bis zur Checkered-Flag auch weiterhin Sprit sparte und in den Anfahrten auf die Turns sogar auskuppelte.

Dahinter schoss dann zwar noch Kevin Harvick ran, konnte aber das Ruder nicht mehr herumreißen. Dieser letzte Angriff war Harvick übrigens nur möglich, da er schon während der letzten Caution immer wieder den Motor abgeschaltet hatte, um die letzten Meilen sehr früh abzusichern.

Was Stewart und Harvick so passabel gelang, brachte anderen Chase-Teilnehmer den leisen Tod in der letzten Runde. Unter anderem liefen Kyle Busch, Jeff Gordon, Jimmie Johnson und Matt Kenseth ohne Benzin aus, wobei Kenseth sich noch vom Ford-Kollegen JJ Yeley in der #38 über die Ziellinie schieben ließ. Dieses Manöver zog aber aufgrund seiner Illegalität eine nachträgliche Rückversetzung ans Ende der Führungsrunde nach sich.

Der Kampf um die Meisterschaft wird in diesem Jahr vermutlich so eng wie noch nie und das zeigte auch das Klassement direkt nach dem Zieleinlauf, denn unter den Top10 befanden sich am Ende mit Clint Bowyer (7.) und Mark Martin (9.) nur zwei Nicht-Chaser. Im Mittelteil des Rennens war das Bild sogar noch krasser, als sich in den Top12 ganze zehn Playoff-Teilnehmer aufhielten.

Wo die Meisterschaftskandidaten im Einzelnen eingelaufen sind, liste ich in den folgenden Absätzen noch kurz auf.

- Tony Stewart (1.) und Kevin Harvick (2.) machten alles richtig und sicherten sich mit ihrer Zielankunft sogar die ersten beiden Ränge in der Meisterschaft, allerdings in umgekehrter Reihenfolge.

- Dale Earnhardt Jr. (3.) holte direkt im ersten Chase-Rennen ein Top-Resultat und konnte dieses wie so oft seiner spritsparenden Fahrweise anrechnen. Alles in allem profitierte er zwar von einigen „Trockenläufern“, doch die Top10 wären in Chicago ohne weiteres drin gewesen. Natürlich brachte ihn Platz 3 auch in der Meisterschaft weiter nach vorne, Junior belegt dort nun Rang 5.

- Carl Edwards (4.), Brad Keselowski (5.) und Kurt Busch (6.) hielten sich schadlos und konnten dem Benzinkrimi ohne größeres Drama entkommen. Gemeinsam komplettieren die sechs bisher genannten Fahrer jetzt natürlich auch die Top6 in der noch sehr jungen Meisterschaftsentscheidung. Kurt Busch konnte zwar die meisten Führungsrunden für sich verbuchen, bekam aber im späteren Teil des Rennens sein altbekanntes Problem: Ihm ging das Handling des Wagens verloren, was er über Funk auch ziemlich angefressen beklagte.

- Die Top10 konnten immerhin noch Clint Bowyer (8.) und Jimmie Johnson (10.) erreichen, wobei Letzterer am Ende wegen seines trockenen Tanks auf ein Top3-Ergebnis verzichten musste. Im Chase rangiert er nurmehr auf Platz 8 und muss bei 16 Punkten Rückstand auch schon 16 Positionen vor der Konkurrenz ankommen, um die Tabellenspitze innerhalb eines Rennens zu übernehmen.

- Die Benzin-Pechvögel lauteten Matt Kenseth (21.), Kyle Busch (22.) und Jeff Gordon (24.), welche herbe Rückschläge hinnehmen mussten und in der Punktetabelle nun schon nach einem Rennen teilweise gehörigen Rückstand aufweisen. Zumindest Kyle Busch wäre auch mit mehr Benzin nicht glücklicher geworden, denn seine Crew kostete ihn bei jedem Boxenstopp wichtige Track-Position. Mehr als Platz 10 wäre auch für Rowdy Busch nicht drin gewesen.

- Am schlimmsten erwischte es aber Denny Hamlin (31.), der so gar nicht ins Rennen fand. Eine Vibration zwang Hamlin früh zum Reifenwechsel unter grüner Flagge, was ihm Rundenrückstand einbrachte. Nach der letzten Caution platzte ihm dann auch noch ein Reifen, womit sein Rennen komplett ruiniert war. Insgesamt verlor er außer drei Runden auch noch gut 30 Punkte auf die Tabellenspitze. Dieses Jahr ist nicht jenes von Denny Hamlin…

Martin Truex landete nach seinem Splash-&-Dash übrigens nur auf Rang 18, doch der größte Unglücksrabe außerhalb des Chase war definitiv Jamie McMurray, welcher seinem Chevrolet-Motor nach 167 Runden „Auf Wiedersehen“ sagen musste. Teamkollege Juan-Pablo Montoya erreichte aufgrund der vielen trockenen Tanks noch Rang 14, direkt hinter den beiden Red-Bulls von Kasey Kahne (12.) und Brian Vickers (13.). Davor holte David Ragan einen ordentlichen elften Platz.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

September 16 2011

06:06

NASCAR: Vorschau Chicagoland 2011 / Chase

Nach 26 Saisonrennen beginnt an diesem Wochenende auf dem Chicagoland Speedway die Meisterschaftsentscheidung der obersten NASCAR-Liga. Im „Chase for the Sprint Cup“ wird über zehn Rennen unter zwölf Fahrern der Titel ausgefahren. In dieser Vorschau werfen wir mal einen genaueren Blick auf die Teilnehmer sowie das Format.

Der Beginn des diesjährigen „Chase for the Sprint Cup“ findet 2011, anders als noch in den vorherigen Saisons, auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Eine gute Nachricht gab es in dieser Woche zu vermelden, denn ab dieser Saison werden neun von zehn Chase-Rennen im bekannten Format des RaceBuddy als Internet-Stream angeboten – und zwar kostenlos! Acht Kanäle (vier Streckenkameras, vier Cockpit-Perspektiven) werden aufgeteilt auf zwei Mosaiks analog zum Sommer-Service von TNT zur Verfügung stehen. Alle Rennen, welche auf ESPN übertragen werden, können im sogenannten ChaseBuddy auf NASCAR.com angeschaut werden, lediglich auf das Rennen unter Flutlicht aus Charlotte muss verzichtet werden. ABC möchte seine regionalen Affiliates nicht mit einem Stream entblößen, beim Kabelsender ESPN ist dies hingegen kein Problem. Auf der anderen Seite hoffe ich aber noch auf einen Einsatz von ServusTV beim letzten Nachtrennen der Saison. Ob der TV-Kommentar auch mit in den RaceBuddy durchgeschleift wird, ist mir leider nicht bekannt, in der Summer-Series kam es ja öfters dazu.

Der ChaseBuddy ist übrigens kein einmaliger Service, sondern gilt bis zum Ende der aktuellen TV-Verträge nach der Saison 2014. Zusätzlich werden ab 2012 ALLE(!) ESPN-Rennen im RaceBuddy gezeigt, womit nun lediglich die drei ABC-Ausstrahlungen und die FOX-Übertragungen in der Liste fehlen. Da scheint sich auch bis Ende 2014 nichts zu bewegen…

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 16.09.
16:00 Uhr, Truck Series Practice, nicht im TV
17:30 Uhr, Truck Series Final Practice, nicht im TV
18:40 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Fast Five 225), SPEED

Samstag, 17.09.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2

Sonntag, 18.09.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Geico 400), ESPN / RaceBuddy auf NASCAR.com

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September 13 2011

06:07

NASCAR: Analyse Richmond September 2011

Vor Richmond = Nach Richmond, denn an der Liste der Chase-Teilnehmer hat sich am Wochenende nichts mehr geändert. Sowohl Tony Stewart als auch Dale Earnhardt Jr und Denny Hamlin schafften als letzte Fahrer den Cut für die Playoffs. Gewonnen hat unterdessen Kevin Harvick, obwohl kurz vor Schluss Jeff Gordon wie der sichere Sieger aussah!

Ein ganz simpler Faktor bestimmte in der Nacht von Samstag auf Sonntag das Renngeschehen maßgeblich und sorgte am Ende dafür, dass Kevin Harvick anstatt Jeff Gordon in die Victory-Lane fuhr: Cautions – und zwar ohne Ende! Für ganze 15 Gelbphasen reichte es in bester Shorttrack-Manier auf dem Richmond International Raceway, was sogar den bisherigen Rekord egalisierte. Doch während der Löwenanteil dieser Hausnummer kurioserweise in den ersten drei Vierteln des Rennens aufaddiert wurde, ging die Schlussphase relativ ruhig und unfallfrei über die Bühne. Lediglich zwei weitere Cautions in den letzten 100 Runden sorgten nicht zuletzt durch ihr Timing für eine Vorentscheidung im Rennen.

Drei Gelbphasen im 12-Runden-Takt leiteten das letzte Viertel der Nacht ein und zu diesem Zeitpunkt führte mit Carl Edwards der dritte Favorit auf den Sieg. Im Verlauf des Rennens kam der Ford-Pilot insgesamt auf 113 Führungsrunden und nur Harvick konnte mit seinen 202 Umläufen in Front am Ende dagegen anstinken. Caution #14 sah David Reutimann nach einem Kontakt mit Clint Bowyer in der Mauer und es waren noch knappe 90 Runden bis zur schwarz-weiß-karierten Flagge zu absolvieren, was die Teams das Benzinfenster – zumindest mit Ausnahme einer durchaus möglichen Verlängerung – schließen ließ. Etliche Fahrer kamen somit zum errechnet letzten Tankstopp in die Boxengasse, doch ausgerechnet Leader Edwards pokerte und blieb auf der Strecke.

Dieses Verhalten muss man schon als grandiose Fehlentscheidung bewerten, denn frische Reifen entpuppten sich trotz der häufigen Gelbphasen und Pitstops als überlebenswichtig! Zwar gewannen viele Piloten im Verlauf des Renngeschehens mit einem Two- oder No-Tire-Boxenbesuch eine gute Portion Track-Position, konnten diese aber auf alten Reifen nicht lange halten. Warum Edwards hier draußen blieb, war mir ein Rätsel, entweder hatte Crew-Chief Bob Osborne gepennt oder sich schlicht und ergreifend verzockt. Vielleicht spekulierte er auf zehn weitere Cautions in einem wilden Finish, doch trotzdem müsste er eigentlich um den Vorteil der neuen Pneus gewusst haben, immerhin wurde es dem Team mit der #99 den gesamten Abend über vorgelebt.

Nächster Auftritt Kevin Harvick: Mit frischen Reifen pflügte er innerhalb von nicht mal zehn Runden von außerhalb der Top5 an die Spitze vor, während Edwards in besagte Gefilde zurückfiel. Harvick konnte sich also zu einem Short-Run-Auto im Rennfinale beglückwünschen, welches für die zu erwartende, kurzatmige Caution-Schlacht top-gerüstet erschien. Zur selben Zeit allerdings machte Jeff Gordon nun massiv Druck und brachte sich in der immer länger werdenden Grünphase mit seinem Harvick-entgegengesetzten Long-Run-Wagen an die Verfolgung der Spitze. Gordon war auf Platz 5 in den Restart gegangen und benötigte gut 25 Runden, um Greg Biffle den zweiten Rang streitig zu machen. In Runde 378, gut 47 Umläufe später hatte der seit Atlanta alleinige Drittplatzierte in der Cup-Sieges-Historie den Führenden Harvick abgefangen und war auf dem Weg zu Erfolg #86.

Wohlgemerkt geschah dies alles in einer ungewöhnlich langen Grünphase, welche sich zu diesem Zeitpunkt bereits über 72 Runden erstreckte. Gordon trennten also nur noch 22 Umläufe bzw. knappe zehn Minuten von der Victory-Lane, denn sein Wagen war nun klar der schnellste Bolide auf dem Shorttrack. Dass er dort nicht als Erster ankam, hatte er dann der letzten Caution in Runde 384 zu verdanken, für die Paul Menard aufgrund eines Drehers verantwortlich war.

Natürlich war es nun an der Zeit, für den Endspurt noch ein letztes Mal neue Reifen abzuholen und hier arbeitete dann die Crew von Kevin Harvick am schnellsten. Carl Edwards und Jeff Gordon mussten sich beim Restart mit den Platzierungen begnügen und hatten zudem Harvicks Short-Run-Flitzer mit der #29 nicht viel entgegenzusetzen. Gordon fiel zunächst aus den Top5 heraus und schien komplett geschlagen, holte aber kurz vor dem Ende die Ränge zurück, da sein Chevrolet später im Run über zwölf Runden wieder auf Touren kam. Mehr als Platz 3 war am Ende für den Atlanta-Sieger aber nicht drin. Etwas besser kam Carl Edwards (2.) zurecht, welcher seinen Ford bis zur Zielflagge noch auf 0,2 Sekunden an den Sieger Kevin Harvick heranbringen konnte.

Die Top5 komplettierten ein unauffälliger und starker David Ragan sowie Kurt Busch. Dahinter liefen Kurts Bruder Kyle Busch, Tony Stewart, Ryan Newman, Denny Hamlin und Mark Martin ein. Alle diese Piloten haben sich während des Rennens aus nahezu allen Scharmützeln herausgehalten und konnten somit in einem hart umkämpften Saisonlauf weiter vorne die Ziellinie überqueren. Interessant sind vielleicht noch die Positionen 11-16, die AJ Allmendinger, Brad Keselowski, Greg Biffle, Jamie McMurray, Juan Pablo Montoya und Dale Earnhardt Jr belegten.

Stewart und Hamlin nutzten ihre Top10-Resultate, um den Chase aus eigener Kraft zu erreichen, selbiges gelang auch Junior mit seinem Top16-Ergebnis! Für alle drei Piloten ist diese Playoff-Teilnahme ein Muss und gerade Earnhardts Qualifikation könnte eine Besserung der diesjährigen TV-Quoten gegen die Playoffs der NFL bringen, denn ohne den Publikumsliebling in der Meisterschaftsendscheidung flaute das Interesse in den vergangenen Jahren stets ab. Somit ist dieser bestimmte Teilnehmer auch für die NASCAR an sich eine wichtige Größe im Hinblick auf die nächsten zehn Wochen.

Brad Keselowski kam teilweise dicht an eine reguläre Qualifikation innerhalb der Top10 der Meisterschaft heran, weil Earnhardt über weite Strecken außerhalb der Top20 im Rennen unterwegs war. Keselowski darf nun als erster Wildcard-Teilnehmer die Bonuspunkte für seine drei Saisonsiege nicht nutzen. Juan Pablo Montoya war längere Zeit gut unterwegs und bewegte sich in der Nähe der Top5, bis nachlassende Bremsen ihn zum Verlangsamen zwangen. Mehr als die Top15 waren somit am Ende nicht drin, in der Meisterschaft brachte ihn das wieder auf Platz 18 voran – sicherlich nicht das angestrebte Ziel in dieser Saison.

Aber auch andere Piloten gerieten in Probleme, sei es nun selbst verschuldet oder unschuldig. Die 15 Cautions lösten sich schließlich nicht von selbst aus:

- Bowyer und Reutimann waren sich nicht erst am Ende des Rennens alles andere als Grün, denn schon nach 8(!) Runden lösten die beiden eine Massenkarambolage aus, der unter anderem Denny Hamlin und Dale Earnhardt Jr zum Opfer fielen. Die Crew der #88 hatte dann einen verdammt langen Abend vor sich und brachte den Chevrolet von Junior am Ende nach Reparaturarbeiten trotz teils extremer Kaltverformungen in Position für den Chase. Dafür möchte ich an dieser Stelle meinen Respekt aussprechen, denn die Möhre war doch arg demoliert und das selbst noch am Schluss.

- Marcos Ambrose räumte nach 50 Runden in seiner zweiten ausgelösten Caution die beiden Red-Bull-Fahrer Kasey Kahne und Brian Vickers ab. Kahne landete allerdings schon zu Gelbphase #3 hart in der Mauer. Vickers revanchierte sich mit einigen Schubsern und einem unfairen Blockade-Manöver an Ambrose, wofür NASCAR die #83 lange Zeit zum Abkühlen in die Garage schickte.

- Außerdem kamen sich auch Jimmie Johnson und Kurt Busch ordentlich ins Gehege, denn zunächst drehte Busch den Dauermeister in Runde 185 um, weil er mit Untersteuern die Strecke hochrutschte. Johnson wollte dies natürlich nicht auf sich sitzen lassen und zeigte eine seiner eher seltenen Revanchen. Vermutlich kam es dazu nur, weil die #48 eh schon für den Chase qualifiziert war. In Umlauf 246 versagten dann plötzlich Johnsons Bremsen kurzzeitig, so dass er die #22 in einen Dreher bugsierte. Dieser kleine Rammstoß verlief allerdings auch für Johnson nicht vorteilhaft, denn seinen Chevy versenkte er dabei mit gehöriger Hitze unterm Helm selbst in der Mauer.

Ich hoffe, dass ich an dieser Stelle kein wichtiges Ereignis unter den Tisch fallen lassen habe, immerhin war ja in den ziemlich genau vier Stunden einige Action geboten. Das Rennen habe ich über den Internet-Stream von ServusTV angeschaut, der in puncto Bildqualität wie immer kaum Wünsche übrig ließ. Was mir allerdings nur mit Abstrichen gefiel, war der Kommentar: Walter Zipser stellte zwar stets die richtigen Fragen an den Experten (oder wie ServusTV es ausdrückte: ehem. NASCAR-Team-Besitzer) Christian Kuhn, doch wenn er ewig Fahrernamen falsch ausspricht, tut es irgendwann weh. „Paul Menar“ war da ein schönes bzw. unschönes Beispiel, wann die Ohren anfangen zu klingeln.

Kuhn litt teilweise an derselben „Krankheit“, denn trotz mehrmaligen Vorsprechens des richtigen Namens durch Zipser, kam der eigentlich gut informierte Experte nicht über „Travis Kvofil“ hinaus. Christian Kuhn glänzte dafür jedoch an einer anderen Stelle, denn er gab wie gewohnt etliche Anekdoten und viel Insiderwissen an die Zuschauer weiter. Ob das Gerücht von Kevin Harvicks potentieller Scheidung auf wahren Tatsachen beruht, kann ich nicht bestätigen. Die Einstellung seines Truck- und Nationwide-Programms zugunsten der Cup-Karriere kann durchaus in dem Wunsch zum Gewinn der Meisterschaft ohne Ablenkungen begründet liegen. Warum man dafür aber mindestens 70 Leute auf die Straße setzen muss, hat sich mir nicht erschlossen.

Kuhn, der ehemalige NASCAR-Team-Besitzer – wobei ich mich Frage, ob man die Verantwortung für fünf Einsätze von Klaus Graf (3x 2004, 2x 2007) denn so bezeichnen kann –, machte insgesamt aber eine gute Figur, auch wenn er sichtliche Mühe hatte, die Funktion einer Trackbar zu erklären. Was er stattdessen erzählte war eine gute Beschreibung der Wedge-Einstellung, einer Art Feder-Vorspannung. Letzterer Begriff war sicherlich auch derjenige, den Kuhn in der Live-Übertragung suchte. Die Trackbar dagegen ist ahier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

September 02 2011

06:03

NASCAR: Vorschau Atlanta 2011

Noch zwei Rennen verbleiben bis zum Beginn des Chase und für einige Piloten wird es Zeit, sich in Stellung zu bringen. In Atlanta steht zudem ein Rennen auf einem der in den Playoffs so zahlreich vertretenen Intermediate-Ovale an. Der einzige Nachteil ist die Sendezeit, denn gefahren wird in der NACHT von SONNTAG auf MONTAG!

Der Atlanta Motor Speedway</a> sieht sich in diesem Jahr einer ungewöhnlichen Neuerung entgegen, denn erstmals seit dem Beginn der Fahraktivitäten (1960) auf dem Intermediate-Oval findet ab 2011 nur noch ein Saisonrennen auf der Traditionsstrecke im Herzen von NASCAR-USA statt. Bruton Smith, der Besitzer von Speedway Motorsports Inc. (SMI), entschied sich zugunsten des Kentucky Speedway für eine firmeninterne Umstellung der zur Verfügung stehenden Sprint-Cup-Termine. Erwischt hat es dabei ausgerecht Atlanta, wo lange Zeit im finalen Rennen des Jahres die Meisterschaft entschieden wurde. Als besonders legendär gilt das a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Hooters 500 von 1992, in welchem nicht nur Richard Petty sein letztes NASCAR-Rennen bestritt, sondern mit Jeff Gordon auch gleich der Star einer neuen Generation im damaligen Winston Cup debütierte.

Der Kampf um die Meisterschaft wurde damals nicht minder verbissen geführt als heutzutage. Sechs Fahrer hatten am 15. November 1992 im letzten Rennen des Jahres noch eine Chance auf den Titel: Davey Allison, Alan Kulwicki, Bill Elliott, Harry Gant, Kyle Petty und Mark Martin. Zwar gewann Elliott das Rennen, jedoch wurde Kulwicki Zweiter. Letzterer lag zu Beginn des Rennens allerdings in den Punkten vor „Awesome Bill“ und konnte sich deshalb mit einem minimalen Vorsprung von nur zehn Zählern den Cup-Titel sichern – die engste Meisterschaftsentscheidung in der NASCAR-Geschichte vor Einführung des Chase. Kulwicki markierte mit seinem Erfolg sogar den letzten Meisterschaftsgewinn eines Fahrers in Personalunion mit einem Owner!

Der vor dem Rennen in der Tabelle führende Davey Allison musste nach einer Kollision mit Ernie Irvan ebenso die Segel streichen wie Mark Martin. Kyle Petty erlitt acht Runden vor Schluss einen Motorschaden. Besonders tragisch ist im Nachgang des Rennens, dass ein Jahr später sowohl Davey Allison (Helikopter-Unfall) als auch Alan Kulwicki (Flugzeugabsturz) bereits tot waren. Für alle Freunde des Mannes mit der größten goldenen Uhr der Welt aber hier wieder eine kleine Aufmunterung: Tim Brewer wurde nach dem Rennen als Crew Chief von Bill Elliott bei Junior Johnson Motorsports entlassen. ;o)

Für das nächste Rainout verlinke ich dann hier schon mal Teil 1 des kompletten Rennens, Anschauen lohnt sich! Die guten alten Tage sozusagen, wo sich auch mal 51 Wagen für einen Meisterschaftslauf zu qualifizieren versuchten…

Dass man nun ausgerechnet Atlanta zugunsten von Kentucky geopfert hat, stimmt mich ein wenig traurig, hätte ich doch lieber einen Tausch mit dem von mir eher ungeliebten New Hampshire Motor Speedway gesehen. Jedoch war die Quad-Oval-Kategorie, in welche das 1,5-Meilen-Oval in Georgia eingeordnet werden muss, durch Atlantas Schwestern in Charlotte und Texas schon übermäßig stark im Kalender vertreten. Für New Hampshire sprach wohl die ohnehin schwache Präsenz der NASCAR im Nordosten der Vereinigten Staaten, auch wenn die Zuschauerränge dort keineswegs besser gefüllt waren/sind als in Atlanta. Vermutlich haben die Besucherzahlen in Atlanta den Ausschlag gegeben.

Aber mal schauen, denn bei Darlington hat man ja auch eine halbwegs vernünftige Lösung gefunden und der Strecke nach etwas stiefmütterlicher Behandlung mit einer Rückkehr des Southern 500 als Nachtrennen wieder volle Tribünen beschert. Einen würdigen Termin hat das verbliebene Rennen auf dem Atlanta Motor Speedway ja erhalten, auch wenn es die Europäer eher nicht so freuen dürfte. Gefahren wird seit 2009 nämlich am Labor-Day-Wochenende und zwar in der Nacht von Sonntag auf Montag, weil die Amerikaner an ihrem Tag der Arbeit (erster Montag im September) natürlich frei haben. Diesen Termin erbte Atlanta übrigens, wenn auch über Umwege, vom berühmten Southern 500, welches 2003 seine letzte Ausgabe an besagtem Wochenende austrug.

Nach ein wenig Geschichte kommen wir nun wieder anno 2011 an, wo der Kampf um die letzten Chase-Plätze auf Hochtouren läuft. Weil durch die Wildcards die Situation ein wenig unübersichtlicher geworden ist, bediene ich mich mal bei Jayski für die aktuellen Clinch-Szenarien. In den vergangenen Jahren habe ich sowas ja immer selbst ausgerechnet, aber das neue Punktesystem in Verbindung mit den Wildcards macht mir das Leben derzeit noch ein wenig schwer!

Fünf Fahrer haben bisher schon einen Platz im Chase sicher: Kyle Busch, Jimmie Johnson, Matt Kenseth und Carl Edwards sind durch ihren Punktevorsprung auf Platz 11 über die Top10-Regel qualifiziert. Hinzu kommt der fünftplatzierte Kevin Harvick, welcher mit drei Saisonsiegen laut Jayski zumindest gefahrlos über die Wildcards drinnen wäre, sollte er aus den Top10 abrutschen. Meiner Meinung nach muss man nun noch Brad Keselowski mit einbeziehen, der durch seine überraschenden drei Saisonsiege sogar schon an den besagten Top10 klopft.

Das wäre sicherlich eine Sensation, sollte Keselowski nach all den Diskussionen um die Wildcards tatsächlich eine reguläre Chase-Teilnahme einfahren. Dann würden nämlich plötzlich wieder die Saisonsiege von Paul Menard, David Ragan und Marcos Ambrose auf Platz 20-22 interessant, wobei die teilweise natürlich erstmal in die Top20 vordringen müssten, ohne dass ein Fahrer vor ihnen seinen ersten Saisonsieg einfahrt.

Die magische Zahl für den Sonntag ist die 49: Wenn ein Fahrer Atlanta mit 49 Punkten (48 gibt es ja maximal in einem Rennen zu holen) Vorsprung auf Platz 11 verlässt, dann ist er im Chase dabei, was am Wochenende aus eigener Kraft Kevin Harvick und Jeff Gordon (beide +93 Punkte) gelingen könnte. Dafür müssten die beiden Piloten eigentlich nur ankommen, denn Platz 40 im Rennen reicht schon für eine Qualifikation aus. Dahinter müssen sich Ryan Newman (+73 Punkte, Minimum Platz 20) und Kurt Busch (+60 Punkte, Minimum Platz 7) schon ein wenig mehr Mühe geben. Dale Earnhardt Jr (+39) und Tony Stewart (+21) auf Platz 9 und 10 in der Meisterschaft müssen sich in Atlanta auf die Konkurrenz verlassen, wenn sie vorzeitig in den Chase einziehen möchten.

Besagte Konkurrenz umfasst in diesem Fall Clint Bowyer (-22), Denny Hamlin (-38, 1 Saisonsieg) und AJ Allmendinger (-46). Kasey Kahne (-54), Greg Biffle (-61) und alle weiteren Fahrer dahinter können sich wohl nur noch qualifizieren, wenn sie Atlanta UND Richmond gewinnen würden, um an Hamlins Wildcard vorbeizukommen. Das alles schließt natürlich mit ein, dass Brad Keselowski sich nicht über die Top10 in den Chase bringt, sondern sich auf seine Wildcard verlassen müsste. Das neue System bringt also wirklich eine Menge Unübersichtlichkeit in den Kampf um die Playoff-Plätze!

Ich persönlich gehe aber davon aus, dass Earnhardt und Stewart sich schon irgendwie über die Zeit retten werden und dass Clint Bowyer ohne Rennsieg definitiv den Einzug zugunsten von Denny Hamlin verpassen wird. Außerdem: So eine Strähne, wie Keselowski sie in den letzten Rennen hingelegt hat, muss man auch erstmal fortsetzen! Sollte er dies nicht können, muss die Wildcard her.

Weil das alles noch nicht genug Aufregung ist, haben NASCAR und Seriensponsor Sprint sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Über die letzten fünf Rennen konnten sich die jeweiligen Rennsieger für den „Sprint Summer Showdown“ qualifizieren, welcher nun schon in Atlanta in seine finale Phase geht, damit kommende Woche in Richmond der endgültige Kampf um die letzten Chase-Plätze im Vordergrund stehen kann.

Paul Menard (Indianapolis), Brad Keselowski (Pocono, Bristol), Marcos Ambrose (Watkins Glen) und Kyle Busch (Michigan) haben nun gemäß der Regularien die Möglichkeit, insgesamt drei Millionen US-Dollar abzustauben, sollten sie auch in Atlanta gewinnen. Davon geht dann ein Drittel an den Fahrer selbst, ein weiteres an die vom Fahrer nominierte wohltätige Stiftung und das letzte Drittel an einen glücklichen, zugelosten Fan. Die besten Chancen auf dieses zusätzliche Preisgeld haben wohl Kyle Busch und Brad Keselowski.

Auf einen Sieger wage ich es bei der momentanen Leistungsdichte nicht zu tippen, wenngleich sich Kurt Busch nach zuletzt zwei Siegen hintereinander in den Atlanta-Frühjahrsrennen bester Chancen erfreuen dürfte. Sein Teamkollege gab ja zuletzt deutlich an, wo das Team derzeit steht. Dazwischen könnte aber die Tatsache stehen, dass am Wochenende im Gegensatz zum bisherigen Rennen im Frühjahr unter Flutlicht gefahren wird und das bringt alte Bekannte in die Diskussion mit ein:

Jimmie Johnson und Chad Knaus galten in den letzten Jahren als die Experten zum Thema Anpassung an Streckentemperatur und Lichtverhältnisse, wobei sie 2011 aber nicht so gut klarzukommen scheinen. Nur ein Saisonsieg in 24 Rennen spricht schon eine deutliche Sprache, wobei man aber auch die Zahl der Top10s nicht vergessen darf, denn mit 16 davon holte Johnson mehr als die Konkurrenz, was ihn in der Meisterschaft immerhin auf Platz 2 gebracht hat. Im Chase ist Konstanz natürlich nicht zu unterschätzen und da zudem der Löwenanteil der Meisterschaftsentscheidung auf Intermediate-Ovalen stattfindet, könnte Atlanta ein wichtiger Gradmesser werden.

Außerdem muss man Johnson dringend mal wieder ins Gespräch bringen, wenn die Playoffs anstehen. Im Auge behalten würde ich wie immer auf den Intermediate-Ovalen auch noch die Fords von Roush-Fenway Racing.

Wie gewohnt folgen an dieser Stelle noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 02.09.
16:30 Uhr, Truck Series Practice, nicht im TV
18:00 Uhr, Truck Series Final Practice, nicht im TV
23:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Atlanta 200), SPEED

Samstag, 03.09.
14:30 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
15:45 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED (TV um 17:30 Uhr)
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
23:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Great Clips 300), ESPN2

Sonntag, 04.09.
01:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (AdvoCare 500), ESPN

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August 29 2011

15:51

NASCAR: Analyse Birstol Herbst 2011

Nach einem für Bristol Verhältnisse wieder verhältnismäßig schnellem Rennen gewann nicht der dominierende Mann des Rennens Jeff Gordon, sondern der dominierende Mann der letzten 3 Rennen. Auch in Bezug auf den Chase hat sich in Bristol einiges getan.

Das Rennen kam ohne größere Zwischenfälle gut in einen Rhythmus. In den ersten 150 Runden gab es zwar 3 Gelbphasen, die waren aber alle sehr kurz (2 Mal Debris, 1 Mal Motorsachaden bei Kvapil). In den Top 10 befanden sich nach 150 Runden Johnson, Gordon, Keselowski, Kenseth, Newman, Edwards, Kyle Busch, Smith, Hamlin, Truex Jr. Da sollte sich bis zum Rennende auch nicht mehr viel dran ändern, was die hohe Relevanz einer guten Startposition und eines von Anfang an gut fahrbaren Autos in Bristol unterstreicht.

Probleme mit den Reifen gab es diesmal übrigens keine, da Goodyear vorsorglich die aus dem Vorjahr an die Strecke gebracht hatte und nicht die aus dem Frühjahr. Nach der Gelbphase durch Kvapil folgte eine lange Grünphase, die über 150 Runden dauerte. In dieser Zeit zeigte sich das überlegene Auto von Jeff Gordon. Er fuhr in dieser Zeit konstant an der Spitze und sammelte Führungsrunde um Führungsrunde, insgesamt sollten es am Ende über 200 werden.

Stewart hingegen musste schon von weit hinten starten und kam nicht nach vorne, am Ende sollte es für ihn nur ein sehr enttäuschender 28. Platz werden. Das schnelle Rennen und die lange Grünphase in der Mitte führten dazu, dass in der Mitte des Rennens nur noch 20 Autos in der Führungsrunde waren. Auch Harvick und Boywer vielen mit schlecht liegenden Autos wenig später weit zurück und sollten sich davon nicht mehr wirklich erholen, Boywer wurde 26. und Harvick 22.

Die lange Grünphase wurde durch 2 unabhängige Situationen beendet, die aber beide zur selben Zeit stattfanden. Einerseits hatte Reutimann beim Überholen Stremme leicht berührt, der aus unerfindlichen Gründen meinte sich unbedingt dafür rächen zu müssen und Reutimann abschoss. Andererseits fuhr Menard, der einen Plattfuß durch schleifende Frontpartie zu erwarten hatte einfach Hamlin eingangs einer Kurve ins Heck.

In Runde 362 gab es dann die nächste Gelbphase, ausgelöst durch Mark Martin, der ausgangs einer Kurve etwas zu weit nach oben kam, Vickers leicht am Heck traf, sich dadurch in die Mauer drehte und hart einschlug, doch die Safer Wall verhinderte schlimmeres. In dieser Gelbphase kamen natürlich alle zum tanken, es hätte sogar mit Green-White-Checkered einen Spritpoker geben können, doch es kam anders. Nachdem Restart in Runde 369 sahen die Top 10 folgendermaßen aus: Gordon, Kenseth, Keselowski, McMurray, Johnson, Edwards, Logano, Kyle Busch, Hamlin, Truex Jr.

Auch nach diesem Restart zeigte Gordon, dass sein Auto weiterhin überlegen war und zog zunächst vorne weg. Kyle Busch hatte das ganze Rennen über ein gutes Auto, hielt sich aus allem raus, wäre folglich ein sicherer Top 5 Kandidat gewesen, zumal er in Bristol so gut wie kein anderer Fahrer in den letzten Jahren war. Doch dieses Mal sollte es nichts werden. Kyle kollidierte leicht mit Labonte und holte sich dadurch einen Platten, der ihn in die Mauer schickte. Dies löste die letzte Caution circa 85 Runden vor Schluss aus.

In dieser gab es auch die letzten Boxenstopps, wobei Newman und Truex Jr nur 2 Reifen nahmen. Für Beide sollte sich das am Ende trotz ausbleiben weiterer Gelbphasen auszahlen. Am schnellsten insgesamt arbeitete jedoch die Crew von Brad Keselowski, der das Feld beim Restart anführte. Gordon und Johnson lagen hinter Kenseth und Truex Jr auf Platz 4 und 5. Nach einige Runden und leichtem Mauerkontakt von Gordon schafften es schließlich Gordon und Johnson an einem mittlerweile wegen eines in der Schlussphase schlecht liegenden Autos frustrierten Kenseth vorbei zu ziehen.

Gordon schloss dann schnell auf Martin Truex Jr auf und die Frage war eigentlich nur, wann Gordon mit seinen 4 neuen Reifen an Truex Jr vorbei gehen würde und ob die Zeit dann noch reichen würde, um den vorne um mittlerweile 2 Sekunden enteilten Keselowski noch einzuholen. Doch was folgte war der beste Zweikampf des gesamten Rennens. Truex Jr fuhr mit alten Reifen die ganze Zeit die obere Linie, während Gordon ihn immer wieder auf der unteren Linie versuchte zu überholen. Immer fair erwehrte sich Truex Jr Gordon mit allem was er hatte und sollte es tatsächlich über 50 Runden lang bis zur Zielflagge schaffen Gordon hinter sich zu halten. Das war eine wirklich beeindruckende Leistung von Truex Jr.

Aber natürlich muss man auch über den Sieger,”Mister August”, Brad Keselowski sprechen. Seine Ergebnisse mit gebrochenem Knöchel in den letzten 4 Rennen: 1. (Pocono), 2. (Watkins Glen), 3. (Michigan), 1. (Bristol). Das ist schon sehr sehr stark, außerdem ist er jetzt mit 3 Siegen praktisch sicher im Chase, vielleicht hat sich da in den letzten 4 Rennen ein Meisterschaftskandidat gemausert…

Auf Platz 2 kam Martin Truex Jr ins Ziel, der zwar keine Chance mehr auf den Chase hat, aber so eine verdiente Belohnung für seinen Kampf gegen Gordon bekam. Dahinter folgten Gordon und Johnson. Johnson ist schon sicher im Chase, aber auch für Gordon besteht eigentlich nur noch eine rechnerische Chance rauszufallen. McMurray wurde 5., dahinter kam Kenseth ins Ziel, der sich somit auch sein Chase Ticket sicherte.

Hamlin wurde 7., hat im Moment die zweite Wild Card inne und sammelte wichtige Punkte um diese gegen Menard zu verteidigen, der nur 30. wurde. 8. wurde Ryan Newman, der 7. in der Meisterschaft ist und unter normalen Umständen ebenso wie Kurt Busch, der 17. wurde, den Chase erreichen sollte. Edwards sicherte sich sein Chaseticket mit einem 9. Platz auch rechnerisch. Einen starken 10. Platz holte sich Marcus Ambrose.

Ebenfalls sicher im Chase ist Kyle Busch nach seinem 14. Platz. Eng könnte es hingegen nochmal für Earnhardt Jr. (16. in Bristol) und Tony Stewart werden, wenn Boywer noch ein Rennen gewinnt, dann würde bei einem schlechten Ergebnis nämlich einer von ihnen aus dem Chase fallen. Weiter geht es nächste Woche in Atlanta. Das Rennergbnis könnt ihr hier einsehen: http://www.jayski.com/stats/2011/results/24bms2011results.htm, den aktuellen Meisterschaftsstand gibt es hier: http://www.jayski.com/stats/2011/points/24bms2011points.htm, und zum Schluss die Owner Points: http://www.jayski.com/stats/2011/owners/24bms2011owners.htm.

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