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May 20 2011

06:14

NASCAR: Vorschau All-Star Rennen XXVII 2011

Am Wochenende geht es zum zweiten und letzten Mal in diesem Jahr nicht um Punkte, sondern nur um ein sattes Preisgeld. Beim All-Star Rennen der NASCAR gibt es natürlich einige Dollar mehr zu gewinnen als noch beim Budweiser Shootout zu Saisonbeginn. Wer das Spektakel schauen möchte, wird allerdings wieder eine Nachtschicht einlegen müssen!

Das All-Star Rennen der NASCAR wird seit 1985 ausgetragen und geht in diesem Jahr schon in seine 27. Ausgabe. Bis auf eine Ausnahme (1986: Atlanta Motor Speedway) wurde dieses prestigeträchtige Preisgeldrennen immer auf dem a

March 31 2011

10:07

VLN: Vorschau und Saisonauftakt 58. ADAC Westfalenfahrt

Nachdem in den letzten Wochen und Monaten der Nürburgring ja bekanntlich nicht gerade durch die Leistungen der Teams und Piloten, welche hier ihre Runden drehen in die Schlagzeilen gekommen ist, wird es nun Zeit dies zu ändern, denn es beginnt endlich wieder die Motorsportsaison am Ring. Nachdem am letzten Samstag und auch inoffiziell am Freitag die offiziellen Test und Einstellfahrten stattgefunden haben nimmt die VLN nun endlich wieder die Nürburgring Nordschleife im Renntempo unter die Räder.

Wenn am Samstag um 12.00 Uhr deutscher Zeit die 1. Startgruppe zur 58. ADAC Westfalenfahrt auf die Reise geschickt wird, beginnt eine vielversprechende Saison mit einigen Neuerungen und sehr interessanten Wagen, Teams und Piloten. Nachdem das diesjährige 24H Rennen vom Nürburgring ja bekanntlich recht spät im Juni über die Bühne geht (23.06 – 26.06), bleibt das natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die VLN. Dies bedeutet im Klartext dass nun bereits 5 Rennen und somit die Hälfte der Saison bereits vor dem Saisonhöhepunkt Ende Juni über die Bühne geht, während die letzten 5 Rennen dann ab Ende Juli bis Ende Oktober gefahren werden. Außerdem gesellt sich neben dem Saisonhighlight der VLN, dem 6H ADAC Ruhr-Pokal Rennen nun ein 2. 6H Rennen in den Kalender, nachdem es ja in der Winterzeit ja sogar danach ausgesehen hat, als würde am 10. September ein 12H Rennen ausgetragen vom MSC Ruhrblitz stattfinden.

Leider ist es aufgrund von diversen Problemen wie angeblichen Ärgernissen mit den Anwohnern nicht dazu gekommen und man hat sich dazu entschieden am 27.08 das ADAC Ruhr Pokal Rennen auszutragen welches über 6 H geht und das 12H Rennen findet somit nicht statt. Der genaue Zeitplan sieht dann wie folgt aus:

02.04.2011 58. ADAC Westfalenfahrt
30.04.2011 36. DMV 4-Stunden-Rennen
14.05.2011 42. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy
28.05.2011 53. ADAC ACAS H&R-Cup
11.06.2011 51. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen
30.07.2011 34. RCM DMV Grenzlandrennen
27.08.2011 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen
24.09.2011 43. ADAC Barbarossapreis
15.10.2011 35. DMV 250-Meilen-Rennen
29.10.2011 36. DMV Münsterlandpokal

Beendet wird die Saison wie immer mit der Jahresabschlussfeier sowie Siegerehrung der Klassen am 10.12 im Dorinth Hotel.

Aber nicht nur im Kalender hat sich was getan, auch im technischen Reglement gab es Veränderungen. Nachdem ja das Thema downsizing immer mehr in Mode kommt wie etwa in der F1, hat man sich auch in der VLN entschieden diesem Thema Rechnung zu tragen indem man 2 neue Klassen eingeführt hat, nämlich die V1T und die V2T in der Divison der VLN Serienwagen für Straßennahe Wagen bis 1.600 ccm bzw. 2.000 ccm Tubomotoren.

Überhaupt erleben die kleinen Klassen wie die SP3T (Turbomotoren bis 2000ccm) in der sich viele Opel Astra, Seat Leon, Audi TT tummeln oder die SP3 (Sauger bis 2000ccm) einen starken Zuwachs und so gehen alleine in diesen Klassen am Samstag knappe 40 Wagen an den Start (Rechenfehler mal außen vor gelassen ;-)). Auch ist in die SP3 die Renault Clio Cup Klasse eingebettet welche sich regelmäßig über sehr viele Nennungen erfreut und somit wesentlich dazu beiträgt und auch ein Grund war, warum sich Bonk den Titel sichern konnten. Wenn sich die Klassenstärke einigermaßen auf diesen Niveau halten kann dann stehen die Chancen sehr gut dass der diesjährige Meister aus einer dieser Klassen kommen wird.
Dies wird natürlich die Titelverteidiger von Bonk Motorsport sicher sehr freuen, aber gleichzeitig bedeutet dies auch dass man selber kaum Fehler machen darf, denn sonst kann ein direkter Konkurrent wie etwa Raeder Motorsport oder Black Falcon oder ein Team welches in einer der sehr beliebten VLN Serienwagenklassen oft die Nase vorne hat ein gutes Wörtchen um die Meisterschaft mitreden.

Dies ist auch sicher ein Grund warum z.b Derscheid Motorsport, das beständigste Team in der V2 in der Vergangenheit sich nun dazu entschlossen hat mit den Fahrern Rolf Derscheid/Michael Flehmer/Ralph-Peter Moog einen BMW 325i in der deutlich stärker besetzten V4 an den Start zu bringen.
Es ist daher sehr schwierig Favoriten vorherzusagen, da zwar ein jedes 2 Streichresultate besitzt da die besten 8 Ergebnisse in die Jahresgesamtwertung einfließen, aber ein Unfall auf der Nordschleife sehr schnell passieren kann oder dass die Nennungen in der ein oder anderen Klasse nach dem 24H Rennen unter Umständen stark zurückgehen, was eben dazu führt dass man in seiner Klasse nicht mehr so viele Punkte holen kann.
Eine Erklärung über die Klassen sowie das Punktesystem kann man hier nachlesen: http://www.racingblog.de/2010/10/15/vln-vorschau-34-dmv-250-meilen-rennen/
Es fällt aufgrund dessen zwar schwer wirklich treffsichere Voraussagen zu möglichen Jahressiegern zu treffen, aber man darf die Favoriten aus den zahlenmäßig stärksten Klassen schon weiter vorne erwarten. Dies wären somit natürlich wieder Mario Merten/Wolf Sylvester mit der #1 von Bonk Motorsport aus der SP3 (mit Clio Cup). Aus der SP3T wird man daher auch sicher wieder das bekannte Trio von letztem Jahr mit der Startnummer #333 auf ihrem Audi TTS vorne sehen können. Dies wären Elmar Degeener/Christoph Breuer/Jürgen Wohlfarth, von dem Team welches im 1. Lauf leider keinen Audi TT RS aus der SP4T an den Start bringt was meiner Meinung nach sehr schade ist, denn ich wäre sehr gespannt gewesen in wie weit dieses Auto bei sehr wechselhaften regnerischen Bedingungen vorne mitmischen hätte können.
Aber auch das Team Black Falcon welches dieses Jahr mit einem Großaufgebot an den Start geht (dazu mehr dann weiter unten) wird man mit der Startnummer #376 aus der V6 mit dem Trio Volin Oleg/Leisen Phillip/ sowie Sean-Paul Breslin auf einem BMW M3 auf jeden Fall auf der Rechnung haben müssen, nachdem ja letztes Jahr das Trio Leisen/Phillip/Knechtges den Kampf um den Titel gegen Bonk verlor.
Um die Chancen auf einen Sieg aber möglichst hoch zu halten hat man bei Black Falcon neben dem Wagen in der V6 auch einen Wagen in der Serienklasse darunter, der V5 genannt. Auf der Startnummer #396, einem BMW Z4 werden sich Carsten Knechtges/Tim Scheerbarth und Manuel Metzger am Steuer abwechseln.
Mein persönliches Dark Horse wären aber Oliver Jannik und Elmar Jurek auf einem Renault Clio Cup mit der #678, denn haben die beiden doch letztes Jahr schon stark in der Renault Clio Cup Klasse aufgezeigt, dass man hier gewinnen kann und aufgrund der großen Starterzahlen würde das halt immer ordentlich Punkte bedeuten.

Überhaupt spielen die Klassen eigne ganz wichtige Rolle in der Meisterschaft und so gibt es auch zum neuen Jahr hin Teams, welche entweder die Klasse gewechselt haben oder neu in die Meisterschaft und somit in die dazu gehörige Klasse gekommen sind. Ein paar möchte ich davon nun vorstellen:

Das bisher bekannteste und sicher mit am meisten Aufsehen erregendste Projekt welches die VLN bereichert dürfte ohne Zweifel der Ferrari P4/5 von der Scuderia Cameron Glickenhaus sein welcher in der E1-XP genannt wurde. James Glickenhaus hat sich hierbei einen Traum erfüllt und sich einen Nachbau des originalen Ferrari P4/5 bauen lassen welcher hier noch ohne Lackierung im reinen Carbon-Stil antritt. Die Basis für dieses Auto bildet noch der alte Ferrari F430 GT2, wovon unter anderem der Motor übernommen wurde jedoch wird schon beim 1. Blick klar dass hier mächtig eigenentwickelt werden musste, denn dieses Auto ist ein weltweites Unikat ! Dass man damit aber nicht nur optisch auffallen will, zeigt alleine schon die Fahrerpaarung, denn hier werden sich Nicola Larini, Luca Cappellari, Mika Salo und den einigen aus der BTCC bekannten Frabrizio Giovanardi am Steuer abwechseln.

Ein weiteres Team welches nun endlich wieder in gewohnter Manier ist Scheid Motorsport mit seinem Eifelblitz. Nachdem man ja im letzten Jahr aus bekannten Gründen erst wieder am Saisonende mit einem Wagen dank Hilfe von BMW antreten konnte, steht man nun schon beim 1. Rennen in der Nennliste. Als Auto wird wie beim letzten Lauf der BMW M3 GT4 in der Klasse SP10 eingesetzt jedoch nun in seiner standesgemäßen Farbe: Blau. Als Fahrer wird unter anderem Duncan Huisman am Steuer sitzen. Man wird damit zwar sicher nicht um Gesamtsiege mitfahren können, jedoch stellt es doch die beste Wahl für das Team dar, denn der finanzielle Einsatz welche Topteams wie Manthey, Phoenix oder Schnitzer im Kampf um die Gesamtsiege bringen ist für das sympathische Team rund um Johannes Scheid einfach kaum machbar. Aber es erfreut sicher jeden dass dieses Traditionsteam wieder am Start ist und vll. ist man ja für die ein oder andere Überraschung gut wenn das Wetter wechselhaftig ist und Konkurrenten welche auf dem Papier zwar schneller sind, aber Fehler machen.

Ein weiteres sehr prominentes Team was man man in der Nennliste findet ist Kremer Motorsport. Eines der erfolgreichsten Deutschen Motorsport-Teams in den vergangen Jahre/Jahrzehnten tritt nun wieder in der VLN mit 2 Wagen an. Nachdem man jedoch die letzten 15 Jahre nicht ins Geschehen eingreifen konnte, hat man nun endlich wieder die Mittel um wieder anzugreifen. Dass man trotz 15 Jahren Pause aber immer noch das erfolgreichste Amateuer Team in der deutschen Motorsportgeschichte ist zeigt welch außergewöhnliche Leistungen dieses Team in der Vergangenheit abliefern konnte. Der am stärksten eingeschätzt Wagen dürfte der Porsche 911 Cup in der SP7 sein welcher von den sehr erfahrenen Michael Küke und dem Teaminhaber Eberhard A. Baunach um den Ring pilotiert wird. Ein 2. 911 Cup wird in der Cup-Klasse antreten welche auch dieses Jahr wieder hart umkämpft sein wird und auch sicher den ein oder anderen Wagen aus der SP9/7 ärgern wird. Gerade wenn es regnet kann so ein Cup-Porsche in guten Händen und mit guter Strategie für richtig Furore sorgen.

Dazu wird sich ein weiterer Porsche 911 gesellen und zwar einen welchen man auf den 1. Blick dort vll. nicht erwartet hätte, in Anbetracht der starken Werksteams samt Profifahrern aber doch verständnisvollen Schritt getan haben. Die Rede ist vom WTM-Porsche welcher letztes Jahr noch in der SP9 am Start war und nun in der SP7 genannt wird um die Chance auf Klassensiege zu haben. Nachdem Peter Paul-Pietsch nicht mehr ins Volant greifen wird, wird dieser Wagen nun von Oliver Kainz/Georg Weiß/ sowie Michael Jacobs gesteuert.
Dort bekommen sie aber auch von Frikadelli Gesellschaft welche heuer einen 2. Wagen, einen 911 Cup in der SP7 an den Start bringen werden welcher am Samstag von Klaus Abbelen und Florian Fricke über den Ring gesteuert wird, während sich Sabine Schmitz und Niclas Kentennich in der #30 einem Porsche 911 GT3 R in der SP9 abwechseln werden.

Somit sind wir nun in der Top besetzten Klasse, der SP9 angelangt. Hier tummeln sich al die Wagen welche nach FIA GT3 Reglement aufgebaut sind und aktuell am schnellsten sind. Gerade hier wird sich ein richtig schöner Zweikampf um die Gesamtsiege entwickeln, wobei man aber gerade im Vorfeld zu den 24H aber davon ausgehen muss dass hier zum teils massives Sandbagging betrieben wird um nicht vor den 24H noch zusätzliches Gewicht oder einen kleineren Air Restriktor verpasst zu bekommen. Man sollte daher diese Zeiten sowie der anderen Gesamtsiegfähigen wie dem BMW M3 GT2 (E1-XP) oder dem Farnbacher Ferrari F458 nicht für bare Münze nehmen, da man im letzten Jahr hier im Vergleich zu den Rennen nach dem Saisonhöhepunkt um gute 10-15 Sekunden langsamer war. Ähnliches erscheint auch hier möglich, auch wenn alle Wagen per Datalogger und vorgesehener Mindest-PS Zahlen reglementiert sind. In wie weit das aber funktionieren wird wird sich dann zeigen müssen. Beginnen möchte ich bei den Top-Wagen mit der Marke welche 2010 gesamte 9 von 10 Rennen gewinnen konnte:

Porsche 911 GT3 R

Auch heuer werden die Gesamtsiege sicher wieder über die Marke aus Zuffenhausen führen. Alleine Manthey wird wieder mehrere Wagen einsetzen, darunter die Top besetzen Wagen in der SP9 mit dem bekannten “Dicken” #11, wo sich am Samstag Lucas Luhr, Timo Bernhard und der Überaschungsmann des letzten Jahres, Arno Klasen abwechseln werden. Die #8 der Haribo Porsche wird indes hingegen von dem bekannten Christian Menzel sowie Neuzugang Mike Stusberg gesteuert, nachdem Lance David Arnold ja nun bei Heico einen Mercedes SLS AMG GT3 im GT Masters pilotieren wird. Auch auf dem Nadelstreifen(/Wodka)-Porsche bleibt nicht alles beim alten, nachdem Armin Hahne ebenfalls das Lager in Richtung Mercedes verlassen hat, wird die #10 nun vom schnellen Jochen Krumbach sowie Marc Gindorf und Philipp Wlazik gesteuert.
Dies sind aber nicht die einzigen Porsche 911 GT3 R mit Siegchancen, denn auch den Illbruck (welcher offiziel als Pinta Porsche) GT3 R mit der Startnummer #14 mit Michael Illbruck und Manuel Lauck wird man auf jeden Fall zum erweiterten Favoritenkreis zählen müssen, ebenso wie den Falken Porsche mit der #34 welcher von niemand geringerem als Peter Dumbreck und Jörg Bergmeister über den Ring pilotiert wird.
Leider fehlt auf der Liste Mühlner Motorsport nachdem Jörg Bergmeister im Mühlner-Porsche im letzten Rennen das Feld über die ersten Runden anführen konnte, dann aber aufgrund von technischen Problemen erst zurückgeworfen wurde, eher dann später der endgültige Ausfall feststand. Bis jetzt ist der Porsche 911 GT3 R mit 1250kg, 67,7mm Air Restriktor und 100 Liter Tank eingestuft und somit in etwa auf den Niveau des Vorjahres wobei natürlich der kleiner Air Restriktor schon Auswirkungen haben wird, aber wie stark wird abzuwarten sein.

Mercedes SLS AMG GT3

Ein wahres Großaufgebot an siegfähigen Wagen schickt Mercedes in das Rennen. Nicht weniger als 7 (!!!) Wagen wurden von ROWE, Mamerow, Horn und Black Falcon für das Rennen am Samstag genannt und man unterstreicht die Absicht alles zu tun damit beim 24. H Rennen 2011 ein Stern ganz oben auf dem Podest steht. Angeführt wird das Aufgebot des “Kundeneinsatzes” von Black Falcon welche in der Startnummer #2 die 4 Toppiloten Kenneth Heyer, Thomas Jäger, Jan Seyffarth sowie Jeroen Bleekemolen fahren lassen. Unterstützung im Kampf um den Gesamtsieg erhalten sie dabei von der #7 Mamerow Racing wo der Fahrer des Jahres 2009, Chris Mamerow und der vorher angesprochene Armin Hahne hinter dem Volant Platz nehmen werden.
ROWE Racing wird dabei auch unter anderem die #15 mit dem aus der GT1-WM bekannten Dominik Schware/Hubert Paupt sowie Klaus Rader einsetzen.
Als 4. Team komplettiert Horn Racing das Quartett und tritt dabei mit keinem geringeren als Sascha Bert sowie Teameigner David Horn an, man wird abwarten müssen wie sie die oben geannten Paarungen schlagen werden, denn bei den 24H von Dubai war teilweise zwischen den Zeilen zu hören dass man in Sachen Speed noch nicht ganz so zufrieden ist, aber sollte es Probleme geben/gegeben haben wird dem dort sicher mit Hochdruck nachgegangen. Es kann aber auch gut sein dass mögliche Performance Probleme über die Saison hinweg auf einmal um Punkt 15.00 Uhr am 25. Juni verflogen sind wenn die 24H starten ;-). Von daher sollte man die Performance der Wagen wie oben schon einmal angesprochen generell mit Vorsicht genießen. Als Einstufungsergebnisse liegen bis jetzt 1350 kg, 120 Liter und ein noch zu definierender Air Restriktor vor.

Audi R8 LMS

Relativ bescheiden wirkt dagegen das Aufgebot von Audi. Nur 2 R8 LMS sind in der Nennliste für Samstag zu finden, nachdem ja letztes Jahr am Anfang bis zu 4 Wagen direkt von Abt und Phoenix eingesetzt wurden. Auch sind die 2 R8 von Black Falcon nicht mehr am Start da man ja bekanntlich auf Mercedes umgestiegen ist. Dafür haben es die 2 Besatzungen aber def. in sich und man wird Fahrerseitig sicher Chancen auf einen Podestplatz haben. So steuern die #27 Andreas Simonson (bekannt vom Farnbacher Ferrari), Christopher Haase (Mercedes SLS AMG GT3 in der VLN letztes Jahr) sowie Marc Bronzel welche sicher eine starke aber eben komplett neue Paarung bilden. Das Schwesterauto, die #21 wird von Marc Brunstedt und Marc Hennerici pilotiert, vor allem Marc sollte so ziemlich jedem bekannt sein. Auch hier bleibt es abzuwarten wie sich die Audi schlagen werden da Audi dem R8 im Winter sicher wieder ein Upgrade spendiert hat, was sich auch in der Einstufung im Rahmen der BoP zeigt. So muss der R8 nur noch 1300 kg auf die Wage bringen was nochmals 25 kg weniger sind als beim letzten Rennen 2010, darf dafür aber auch nur mehr 110 Liter Tankvolumen besitzen.

Dies war nun eine Übersicht über die Topklasse SP9, jedoch existiert ja auch noch die E1-XP in welcher ja z.b der Ferrari P4/5 genannt wurde. In jeder besagten Klasse sind aber noch 2 andere Wagen gemeldet und da aller guten Dinge zwar 3 sind, aber 4 große Hersteller natürlich noch mehr Spannung versprechen hat auch BMW wieder 2 M3 GT2 für das Rennen am Samstag genannt.

BMW

Auch in diesem Jahr wird man mit dem Team aus München rechnen müssen, hat man sich doch schon frühzeitig in der vergangenen Saison entschieden auch heuer wieder in der VLN starten zu wollen. So hat man 2 überarbeitete BMW M3 nach GT2 Reglement genannt um ein Wörtchen um die Gesamtsiege mitreden zu können. Erkennbar sind die M3 an der leicht überarbeitenden Front wie z.b den geänderten Flaps über den Splitter. Pilotiert werden diese Wagen mit den gleichen Besatzungen wie im Vorjahr. So wird die #42 von Jörg Müller, Augustu Farfus und Nordschleifenverteran Uwe Alzen pilotiert, während das Schwesterauto von Dirk Werner, Dirk Müller und Andy Priaulx gesteuert wird. Es fehlen leider Dirk Adorf sowie Pedro Lamy.

Zum Abschluss möchte ich noch einen kleinen Überblick über die etwas älteren aber keinesfalls langsamen Gruppe H Wagen geben, denn hier tauchen echte Sehenswürdigkeiten auf.
Zum einen wäre hier der Porsche dp 935 vom MSC Osnabrück e.V mit den Piloten Michael und Wolfgang Schreyl und der Startnummer #568. Wer nicht weiß welcher Porsche das ist, der kann sich mal hier durch die Trefferliste von Google arbeiten um zu sehen welch historisches Fahrzeug hier an den Start gebracht worden ist.

Ein weiteres historisches und sehr schnelles Auto ist der Mercedes Benz E190 Evo der Gebrüder Schall. Nachdem sie im letzten Lauf zur VLN bereits auf diesem Auto angetreten sind haben sie sich dazu entschlossen mit Hilfe von Black Falcon und Michael Bäder dieses Auto auch heuer wieder einzusetzen. Wer mehr über die Geschichte dieses Autos wissen, will, soll bitte hier (Absatz 5) klicken, denn sonst wird meine Vorschau noch länger ;-)

Leider ist der BMW M1 nicht in der Liste zu finden, ebenso wenig wie Hans Joachim Stuck welcher sein Comeback auf der Nordschleife daher nicht am Samstag feiern wird, ebenso wenig wie seine Söhne Johannes und Ferdinand welche ja im GT Masters auf einem Lamborghini LP600 von Reiter starten.

Das Zeittraining zum Rennen startet am Samstag bereits um 8.30 Uhr und geht wie gewohnt über 90 Minuten bis 10.00 Uhr, ehe dann um 12.00 Uhr die grüne Flagge für die 1. von 3 Startgruppen fallen wird.
Leider gibt es keinen Internetstream, wer jedoch in der Nähe der Nordschleife wohnt kann das Rennen über DVB-T sehen, andere wie ich sind auf das Liveradio mit Lars Gutsch und dem Liveticker samt Livetiming von www.vln.de angewießen.

February 18 2011

20:29

NASCAR: Daytona Speedweeks Update II

Drei Tage vor dem Daytona 500 steht nun auch das Starterfeld zum Great American Race fest, dabei gab es in zwei interessanten Gatorade Duels ein paar Überraschungen: Zum einen was die Qualifikanten betraf und zum anderen bezüglich der Regeländerungen seitens NASCAR.

Letztere zeigten am Donnerstagabend nämlich so gut wie keine Auswirkungen auf das Drafting-Verhalten der Fahrer. Trotz Begrenzung des Kühlerquerschnitts und Verringerung des Maximaldrucks im Kühlwasserkreislauf änderte sich wider Erwarten wenig. Zwar verkleinerte NASCAR vor den Duels zusätzlich auch noch die restrictor plates um 1/64 inch, was ca. 15 PS weniger Leistung bedeutete, doch damit wurden die Autos lediglich langsamer. Immerhin hat man damit nun zumindest die Geschwindigkeiten wieder unter Kontrolle. Noch immer ist das Fahren in two-car trains viel zu effizient, um es nicht während der gesamten Renndistanz auszunutzen.

Durch die neuen Regelungen ist das Anschieben zwar nur noch für ca. vier Runden möglich, der Geschwindigkeitsvorteil beträgt aber nach wie vor mindestens 5 mph gegenüber dem Rest des Feldes. Die Silhouette des CoT scheint wie für diese Art des bump drafting entworfen worden zu sein und die nur leicht unterschiedlichen Bumper der Hersteller lassen sich perfekt miteinander verbinden. Meiner Meinung nach wird man die two-car trains wohl nicht mehr los, was jetzt aber nicht unbedingt schlecht sein muss. Ich selbst muss mich derzeit zwar auch noch sehr stark an diesen Anblick gewöhnen, wie das Ganze dann letztendlich bei einem 500-Meilen-Rennen aussieht, wird man aber abwarten müssen.

In dieser Hinsicht kann es also nur spannend werden, Series Director John Darby kündigte schon mal an, dass es vermutlich keinerlei weitere Änderungen seitens NASCAR vor dem Daytona 500 geben wird. In der Nationwide Series waren übrigens gleich mehrere Veränderungen an den bekannten Metallplatten mit vier Löchern notwendig. Dort sind die two-car trains allerdings nicht ganz so einfach möglich: Dies liegt zum einen daran, dass die Bumper der Hersteller wesentlich unterschiedlicher sind als die der Cup-Autos und zum anderen an der Form der Stoßstangen an sich. Die Nationwide Series setzt nämlich auf abgerundete Ausgaben, die sich nicht ganz so gut verbinden lassen. Was die Trucks am heutigen Abend betrifft, brauchen sich Traditionalisten keine Sorgen zu machen. Dort wird dem allgemeinen Tenor zur Folge wohl auch weiterhin im großen Paket gedraftet.

Gatorade Duels, endgültige Startaufstellung und Terminplan

Nun aber zu den Duels und der endgültigen Startaufstellung für das Daytona 500 am Sonntagabend. Im ersten Qualifikationsrennen hatte ich die Möglichkeit, den Boxenfunk von Juan Pablo Montoya mitzuhören, der während der Speedweeks im Rahmen des bekannten Scanners kostenlos auf NASCAR.com angeboten wird. Dabei war es interessant zu verfolgen, wie die Spotter auf dem Tribünendach die Kommunikation zwischen den beiden Drafting-Partnern übernahmen und die Wechsel ankündigten. Das erste Duel gewann Kurt Busch, der statistisch gesehen damit seine Siegchance im Hauptrennen gegen Null getrieben hat: Nie in der Geschichte der NASCAR gelang einem Fahrer ein Sieg im Budweiser Shootout, seinem Duel und dem Daytona 500 selbst. Bill Elliott und ein überraschender JJ Yeley fuhren sich direkt ins Rennen am Sonntag.

Da Elliott schnellster go or go-homer im Einzelzeitfahren war, eine Qualifikation per Duel aber höher in der Rangfolge steht, gab er diesen sicheren Platz aus dem Pole-Qualifying an den nächstschnellsten weiter. Damit stand vor dem Beginn des zweiten Duels plötzlich Michael Waltrip schon sicher im Feld. Zusätzlich musste Joe Nemechek nach dem ersten Rennen auf seine gute Qualifikationsrunde zurückgreifen. Außerdem konnte noch Dave Blaney hoffen, der im ersten Duel zwar nicht direkt den Einzug ins Hauptfeld geschafft hatte, nach Michael Waltrip aber den nächsten Nachrücker aus dem Einzelzeitfahren darstellte.

Diese Chance einer Qualifikation aus fremder Kraft konnte Blaney dann auch sozusagen nutzen, da Waltrip sich im zweiten, actionreicheren Duel dann noch einmal selbst ins Rennen fuhr. Ebenfalls auf seine Qualifikationszeit musste sich auch Travis Kvapil verlassen und da Terry Labonte ohnehin durch sein champion’s provisional qualifiziert war, verblieb noch ein letzter Platz im Daytona 500. Die Vergabe dieses Startplatzes sorgte dann für das Märchen des Abends, involviert waren die Gebrüder Keselowski und ihre zwei Dodges Baujahr 2011 und 2006(!). Brian, der ältere Bruder von Brad, hätte in seinem CoT der ersten Generation aus Altbeständen von Gillett-Evernham Motorsports auf sich selbst gestellt wohl keine Chancen gehabt. Mit der PS-starken Unterstützung von Bruder Brads Penske-Dodge konnte er aber durch Platz 5 in seinem Duel ins Daytona 500 einziehen. Der Vollständigkeit halber: Das zweite Qualifikationsrennen gewann Jeff Burton.

Damit steht die Startaufstellung für das Great American Race endgültig fest und kann hier noch einmal übersichtlich bei Jayski.com eingesehen werden. Dale Earnhardt Jr musste seine Pole-Position für das Daytona 500 aber leider aufgeben, nachdem er sein Einsatzauto im Practice vor den Duels gemeinsam mit Martin Truex Jr zerschossen hatte und ins Backup-Vehikel wechseln musste.

Zum Abschluss hier noch der Terminplan für die verbleibenden drei Tage der Speedweeks:

Freitag, 18. Februar 2011
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (NextEra Energy Resources 250), SPEED

Samstag, 19. Februar 2011
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
19:15 Uhr, Nationwide Series Rennen (DRIVE4COPD 300), ESPN2

Sonntag, 19. Februar 2011
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Daytona 500), FOX

February 14 2011

15:38

NASCAR: Daytona Speedweeks Update I

Wir befinden uns mitten in den Speedweeks und können bereits auf ein interessantes Budweiser Shootout sowie die ersten Qualifikationsergebnisse für das Daytona 500 zurückblicken. Dabei wird vor allem immer klarer, dass NASCAR sich hinter den Kulissen ausführlich mit der extremen Häufung der two-car breakaways beschäftigt und diese gerne zurückfahren würde.

Während der Reifentests im Januar und der beiden Trainingssessions für das Budweiser Shootout am Freitagabend kündigte sich der massive Gebrauch der two-car breakaways schon an. Mit der neuen Silhouette des CoT, welches 2007 eingeführt wurde, lassen sich die Stoßstangen der Fahrzeuge beim bump drafting wesentlich besser verbinden als dies beim alten Auto der Fall war. Sehen konnte man dies im direkten Vergleich zwischen Budweiser Shootout und dem ARCA-Rennen in dessen Vorfeld. Die ARCA nutzt weiterhin alte Cup-Chassis, die damals nach der Ausmusterung billig zu erwerben waren. Im Rennen am Samstagabend sah man dann auch das eigentlich übliche, große Drafting-Paket, sofern es denn das Talent des Starterfeldes zuließ, seinen Vordermann auch mal kräftig anzuschieben.

Das neue Chassis mit seinen nachträglichen Veränderungen an Spoiler und Splitter ist aber nicht alleine Schuld am Umstand der two-car breakaways, also dem schnelleren Vorankommen mit zwei exakt verbundenen Fahrzeugen. Zusätzliche Innovationen im Motorenbereich – wenn man denn in Bezug auf die antike Technik der NASCAR davon sprechen kann – tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Zu nennen sind als Beispiele u.a. der Einsatz druckresistenterer Ventile am Kühlwasserüberlauf sowie die Nutzung des Bremskühlsystems zur zusätzlichen Kühlung des Motors. Denn wenn ein Auto seinen Vordermann über mehrere Runden konsequent anschob, ging bisher schon nach ein bis zwei Umläufen die Temperatur des Wasserkreislaufs gen 300°F.

Letztere der angesprochenen Neuerungen hat die NASCAR bereits vor dem Budweiser Shootout verboten, obwohl sie gar nicht von allen Teams eingesetzt wurde. Der Clou dieser technischen Lösung war die Tatsache, dass man Bremsen auf einem Superspeedway einfach nicht kühlen muss und die entsprechende Kühlungsanlage direkt der Motorkühlung zur Unterstützung bereitstellen konnte. Gebracht hat das aber anscheinend nicht viel, denn das Resultat war ja im Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu begutachten. Die andere Möglichkeit, welche die Teams seit Anfang der Saison nutzten, wurde nun nach dem Shootout verboten: Hochdruck-Kühlsysteme. Zusätzlich beschränkte NASCAR die Kühlerfläche vorne am Auto noch ein weiteres Mal.

Durch einen neuen Aluminium-Rahmen hinter der Frontverkleidung stehen den Teams nur noch 322,58 cm² (50 square inch) Fläche zur Belüftung des Kühlergrills zur Verfügung. Außerdem wurde der Öffnungsdruck des Überlaufventils im Wasserkühlsystem auf 2,275 bar (33 psi) gesenkt. Damit soll es in Zukunft nicht mehr möglich sein, bei knapp 300°F Wassertemperatur und Motordrehzahlen von 9500 RPM einen Push für 30 oder 40 Runden zu geben. NASCAR erwartet dadurch wieder Temperaturen im normalen Rahmen von ca. 250°F und die Drehzahlen zurück unter 9000 RPM. Zusätzlich könnte diese Neuregelung auch ein weiteres Problem lösen:

Schon seit den Freitagstrainings schaute man besorgt auf die purzelnden Rekorde in Bezug auf die mittlerweile extrem hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten. 205 mph waren während des Budweiser Shootouts im two-car draft keine Seltenheit und sowas sieht NASCAR bekanntlich nicht gerne. Generell kann man sagen, dass bei Geschwindigkeiten jenseits von 200 mph die Autos bei einem Dreher zum Abheben neigen. Früher trat diese aerodynamische Tatsache bekanntlich schon eher auf, konnte mit den zusätzlichen Finnen auf Heckscheibe und –klappe jedoch so ziemlich gelöst werden.

Dazu kommt, dass – trotz des topfebenen, neuen Streckenbelags in Daytona – bump drafting bei über 200 mph keine sichere Sache mehr ist. Gleich zwei Mal in wenigen Runden schoben sich dabei zuerst Mark Martin und Kyle Busch sowie später Tony Stewart und Michael Waltrip unabsichtlich gegenseitig von der Strecke, was auch daran liegt, dass die neue Drafting-Möglichkeit ungleich mehr Präzision erfordert als das Fahren im großen Draft. Anstatt nun einfach die restrictor plates erneut zu verkleinern und die two-car breakaways von der Ausnahme zur Regel zu befördern, hält sich NASCAR lieber am Status Quo fest und versucht diese interessante Draft-Form auf die Schlussphase zu beschränken.

Nachlesen kann man diese Hintergrundinformationen hier verlinkt bei ESPN und auf der offiziellen Homepage der NASCAR.

Es wird sich meiner Meinung nach schon Donnerstagabend in den beiden Gatorade Duels zeigen, ob diese Maßnahme als Erfolg gewertet werden kann. Generell finde ich NASCARs Vorgehen gut, weil mich der Anblick von 75 Runden Renngeschehen nur in Zweierpaketen etwas befremdet hat. Das Fahren im großen Pulk ist vielleicht für das Auge einfach gewohnter und folgendes Szenario finde ich weit besser als das, was wir im Budweiser Shootout gesehen haben: Zwei Fahrer hinten im Drafting-Feld tun sich spontan zusammen, um von Platz 30 und 31 innerhalb von zwei Runden (mehr Zeit hat man durch die neue Kühlungsregelung nicht mehr!) three-wide an den beiden Hauptkolonnen vorbei in Führung zu ziehen. Die Speeds (ca. 185 mph ohne Draft, ca. 195 mph im Hauptdraft sowie max. 205 mph in einem two-car breakaway) vom Wochenende zeigen, dass dieses Szenario in Zukunft das spannendere und erfolgversprechendere für die NASCAR sein dürfte. Auf eure Meinungen zu diesem Thema bin ich wie immer gespannt.

Noch ergänzend zum Budweiser Shootout: Das Einladungsrennen gewann Kurt Busch (unterstützt durch Jamie McMurray) am Ende gegen Denny Hamlin, der zuvor Ryan Newman pushte. Weil Hamlin aber unterhalb der doppelten gelben Linie an Newman vorbeizog, blieb ihm der Sieg natürlich verwehrt. Für Busch war es unterdessen der erste Superspeedway-Erfolg seiner Cup-Karriere in einem Rennen, welches erst im zweiten Segment über 50 Runden so richtig in Schwung kam. Die Favoriten von Richard Childress Racing waren zu Beginn noch weit vorne unterwegs, verpassten im Finale jedoch den Anschluss an die führenden beiden two-car breakaways.

Qualifying zum Daytona 500

Nach dem Einzelzeitfahren am Sonntagabend sind 39 der 43 Startplätze bereits vergeben, zwar nicht als feste Platzierungen, sondern bis auf zwei Ausnahmen lediglich durch die Tatsache in der Rechnung. Diese Ausnahmen sind natürlich Rang 1 und 2, welche sich Dale Earnhardt Jr. und Jeff Gordon gestern holen konnten. Für Junior ist es sicherlich ein guter Start in die Saison, auch wenn die Pole auf einem Superspeedway wie Daytona für die Rennentscheidung so wenig eine Rolle spielt wie nirgendwo anders. Da sich in diesem Jahr der Tod seines Vaters zum zehnten Mal jährt, kann man aber zumindest von einer emotionalen Situation in Runde 3 ausgehen, wenn alle Fans im Gedenken an Senior die drei Finger in den Himmel strecken und eventuell sein Sohn das Rennen zu diesem Zeitpunkt anführt.

Sportlich gesehen bedeutet die Doppelpole von Hendrick Motorsports natürlich, dass mit der Truppe in punkto Motorleistung und Aerodynamik im Daytona 500 zu rechnen ist. Die Überraschung des Abends stellte der dritte Platz von Rookie Trevor Bayne im Ford der Wood Brothers dar. Diese Platzierung ist aber im Endeffekt nur die Erfahrung wert, denn alle Positionen von 3-39 werden erst in den Gatorade Duels am Donnerstag ermittelt und da könnte dann erneut mit Bayne zu rechnen sein. Meine bisherigen Favoriten von Richard Childress Racing landeten in einer Dreiergruppe hinter dem Roush-Nachwuchsfahrer auf den Plätzen 4-6. Insgesamt fuhren acht Chevrolets in die Top10, nur Trevor Bayne sowie Greg Biffle auf Rang 10 bildeten für Ford eine Ausnahme. Vor allem Hendrick und RCR (inkl. Earnhardt-Ganassi Racing) sollte man also in den Duels und vermutlich auch im 500 auf dem Zettel haben, da diese beiden Teams alles in allem derzeit über das beste Motorenprogramm verfügen.

Zusätzlich zur ersten Startreihe machten aber auch vier der go or go-homer am Sonntag alles klar: #09-Bill Elliott (17.), #38-Travis Kvapil (20.) und #87-Joe Nemechek (21.) waren die schnellsten drei der nicht fest qualifizierten Fahrer. Zusätzlich kommt noch #32-Terry Labonte (42.) dazu, der zwar eine schlechte Performance im Qualifying bot, aber über das jüngste freie champion’s provisional verfügt. Sollte er sich bei den Duels am Donnerstag nicht aus eigener Kraft ins Rennen fahren können, bleibt ihm dieser Strohhalm.

Da diese vier Fahrer sich natürlich auch über die Gatorade Duels noch ins Rennen fahren können, was Priorität bei der Startplatzvergabe hat, besteht für vier Piloten im hinteren Teil der Qualifying-Ergebnisliste noch die Möglichkeit, sich mit Schützenhilfe zu qualifizieren. Dies betrifft #15-Michael Waltrip (25.), #36-Dave Blaney (26.), #60-Todd Bodine (35.) und #97-Kevin Conway (36.), welche im entsprechenden Fall einer doppelten Qualifikation von Elliott, Kvapil, Nemechek und/oder Labonte in dieser Reihenfolge nachrücken würden. Bei Kevin Conway erscheint mir diese Möglichkeit allerdings unwahrscheinlich, weil dann alle vier Fahrer im Duel unter die jeweils besten zwei go or go-homer fahren müssten, was bei Terry Labonte meiner Meinung nach am Material scheitern wird.

Damit steht für die restlichen Fahrer hinter Quali-Platz 36, welche sich außerhalb der Top35 der Owner-Wertung befinden, folgendes fest: Sie müssen sich über die Gatorade Duels am Donnerstag qualifizieren. Dies betrifft #13-Casey Mears, #66-Michael McDowell, #46-JJ Yeley, #64-Derrike Cope, #92-Brian Keselowski und #57-Norm Benning. Die letzten drei Piloten schließe ich mal kategorisch von dieser Fähigkeit aus, da sie im Qualifying nicht mal ansatzweise auf Speed kamen.

Diese Fahrer waren immerhin langsamer als Denny Hamlin, der gestern mit einer kuriosen Situation zu kämpfen hatte: Bei ihm löste sich nach der Ausfahrt aus der Boxengasse das Lenkrad und der Wagen schlug den Weg nach links in die Wiese ein. Per vorsichtiger Fahrt nach Behebung des Problems und ohne Schaden am Auto konnte er immerhin eine Installationsrunde drehen. Diese war nötig, da zuvor der Motor der #11 getauscht werden musste. Die Platzierung in der Qualifikation (44.) ist für Hamlin aber unerheblich: Zum einen ist er fest qualifiziert, zum anderen muss er sein Duel wegen des Motorenwechsels ohnehin von ganz hinten in Angriff nehmen.

Terminplan – die Zweite

Zum Ende des ersten Updates gibt es hier noch den Terminplan für den Rest der Woche. Ein weiteres Update kommt am Wochenende nach den Gatorade Duels. Der Trainingsbetrieb geht übrigens erst am Mittwoch weiter:

Mittwoch, 16. Februar 2011
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:10 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
22:30 Uhr, Truck Series Practice, SPEED

Donnerstag, 17. Februar 2011
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
16:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
18:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
20:00 Uhr, Gatorade Duels (2x 150 Meilen), SPEED
00:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED

Freitag, 18. Februar 2011
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (NextEra Energy Resources 250), SPEED

Samstag, 19. Februar 2011
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
19:15 Uhr, Nationwide Series Rennen (DRIVE4COPD 300), ESPN2

Sonntag, 19. Februar 2011
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Daytona 500), FOX

Alle Angaben ohne Gewähr! (Dieses Mal ist es eine Menge…)

December 31 2010

08:21

Best of 2010: Teil Zwei

Hier der zweite Teil unserer “Best of 2010″-Reihe zum Jahreswechsel. Ich habe dieses Jahr 3 Serien ausführlich verfolgt: Formel 1, NASCAR und die Indycars. Deswegen setzt sich mein Best of 2010 auch hauptsächlich aus Diesen zusammen:

Bestes Rennen:
Bei Der Formel 1 fällt es mir hier schwer mich zwischen Kanada und Türkei zu entscheiden. Türkei war einfach was Szenen anging (Unfall Vettel/Webber; Zweikampf Button/Hamilton) das Rennen, was mir im Gedächtnis geblieben ist und Kanada war einfach nen sehr gutes Rennen mit allem was dazu gehörte.
In der NASCAR war das erste Talladega-Rennen soweit ich mich erinnere sehr gut, allerdings waren alle Superspeedwayrennen dieses Jahr ziemliche Knaller. Auch wenn einige Fahrer diese Rennen nicht mögen und sie gefährlich sind, es sind nunmal für die Zuschauer die besten Rennen. Und unabhängig davon hat die neue Green-White-Checkeredregelung zwar zu viel Schrott geführt, aber insgesamt finde ich sie richtig gut, da nicht mehr so viele Rennen unter gelb beendet werden.
Bei den Indycars fallen mir spontan Texas und Chicagoland ein, was natürlich auch die “schnellen und gefährlíchen” Rennen sind. Bei den Rundkursen muss ich ganz an den Anfang der Saison zurückgehen nach Sao Paulo, ja das war trotz allen Problemen ein schön anzusehendes Rennen.

Bestes Finish:
Ganz klar die Trucks in Talladega, da gibt es keine Diskussion:

Bester Fahrer:
Ganz schwere Sache, wie ich finde. Von den Formel 1 Fahrern her hat sich dieses Jahr keiner so heraus getan, als dass er das verdient hätte. Da waren (viel) zu viele individuelle Fehler dabei, selbst bei einem Alonso. Deshalb teilen sich den Titel Dario Franchitti und Jimmie Johnson. 5-Mal in einer Serie mit 36 Rennen, davon 10 “Play-Off-Rennen”, am Ende den Titel zu holen ist einfach eine unglaubliche Leistung und Franchitti ist cool geblieben und hat auf seine Stärke, die Ovale, vertraut.

Bestes Team:
Sehr schwer ich kann mich irgendwie zwischen Chip Ganassi Racing und RedBull nicht entscheiden, deshalb sind sie für mich beide die besten Teams des Jahres. Chip Ganassi hat in den USA so ziemlich alles gewonnen, was man gewinnen kann, zumindest an einzelnen Rennen.

Überholmanöver des Jahres:
Zuerstmal geht ein Spezialpreis an Kamui Kobayashi für die vielen schönen Überholmanöver dieses Jahr.

Ein Manöver, was mir in Erinnerung geblieben ist, hat Tony Kanaan in der ersten halbe Runde des Indy 500 gezeigt: 8 Autos in 2 Kurven überholt

Es gab dieses Jahr unzählige schöne Überholmanöver, weswegen ich es unmöglich finde, eins herauszupicken. Aber das “Überholmanöver des Jahres muss ja nicht unbedingt das Schönste sein. Deshalb vergebe ich den Preis an Michael Schumacher und Rubens Barichello. Das Überholmanöver von Schumacher an Barichello gehört sicherlich zu den spektakulärsten und ja auch zu den gefährlichsten der Motorsportsaison 2010. Aber in gewissem Maße sollte man auch die Kirche im Dorf lassen , wie es so schön heißt. Es hat beispielsweise nicht Kobayashi Petrov so überholt. Dies war ein Zweikampf zwischen 2 Piloten die den Rennsport schon beide knapp 3 Jahrzehnte betreiben und im Formel 1-Feld über die meiste Erfahrung verfügen und sich zu dem noch sehr gut kennen, wenn auvh nicht unbedingt mögen. Wie gesagt ja es war gefährlich und darf von mir aus auch bestraft werden, auch wenn ich die Bestrafung der FIA ( + 10 Plätze in Spa ) zu hart fand, aber die Stigmatisierung Schumachers danach “als rücksichtloser Fahrer aller Zeiten” und das Wort “Mordversuch” was im Raum stand war einfach zu viel.

Freunde des Jahres:

Ob sie jetzt wirklich Freunde sind weiß ich nicht, aber ich fand es einfach eine extrem faire Geste, dass sich Bowyer und Harvick nachdem extrem knappen Finish in Talladega im Chase noch in den Autos die Hände geschüttelt haben:

Szene des Jahres:
Ganz klar für mich die Kollision zwischen Mark Webber und Sebastian Vettel in der Türkei. RedBull hatte sehr schnelle Autos und gute Chancen auf beide WMs, so viel war schon damals absehbar. Allerdings wusste man auch, dass man den unzuverlässigsten Wagen hatte, dass heißt man musste vorsichtig sein und versuchen, so viele Punkte wie möglich mit zu nehmen. Und dann schießt man sich gegenseitig im 7. , in Worten s-i-e-b-t-e-n Rennen der Saison im Kampf um die Führungsposition ab?! Sowas sollte eigentlich nichtmal Fahrern aus unterschiedlichen Rennställen passieren, wenn sie um die Führung kämpfen, aber Teamkollegen DARF das nicht passieren. Auf alle Fälle zeigt genau diese eine Szene wie ich finde die Intensität und Dramatik des WM-Kampfes in der Formel 1 dieses Jahr.

Kostenpunkt des Jahres:
Kameras, jetzt Mal im Ernst. Hat sich schon Mal jemand überlegt wie viele Kameras auf Rennstrecken jedes Jahr durch Kollisionen einen grausamen und qualvollen Tod sterben. Nein? Seht ihr, und jetzt überlegt euch Mal wie teuer das ist.

Schönster Moment des Jahres:
Beide WM-Siege von RedBull. Wie sagte ein Journalist auf Twitter so schön: “Ok, nun hat eine Getränkemarke also die großen Autohersteller Ferrari, McLaren und Mercedes geschlagen.”
Überraschung des Jahres:
Hier muss ich im Prinzip Abbitte leisten, denn für mich ist das Stattfinden und der ziemlich reibungslose Ablauf des Korea-Grandprixs die Überraschung des Jahres. Ich hätte speziell nach den Fotos die immer wieder kurz vorher auftauchten nicht gedacht, dass dies noch möglich wäre.

Enttäuschung des Jahres:
Einige würden hier sicherlich Michael Schumacher schreiben, aber darüber möchte ich erst nächstes Jahr urteilen. Die WTCC ist meine Enttäuschung des Jahres, da sie schön zeigt, wie man eine Rennserie mit unsinnigen Strafen- und Reglementsdiskussionen mit Anlauf gegen die Wand fahren kann. Auch wenn Chevrolet den Titel meiner Meinung nach verdient hat, ist es einfach falsch einen Titel am grünen Tisch zu gewinnen. Nächstes Jahr fährt dann Chevrolet allein um die WM, meinen Glückwunsch.

Langweiligstes Rennen:
Formel 1: Ähm Bahrain, Bahrain und öhm ach ja richtig Bahrain.
NASCAR: Öhm den Preis kriegen die Rennen in Phoenix, Homestead SCHNARCH!… und Pocono. Nicht unbedingt weil die Rennen da dieses Jahr so langweilig waren, außer in Pocono da waren sie wirklich grausam, sondern weil die Strecken allein schon wegen der Charakteristik wenig Möglichkeiten für spannende Rennen bieten und umgebaut gehören. Und warum Phoenix und Homestead unbedingt im Chase sein müssen… Dann lieber 8 Rennen und nicht ein Rumgefahre auf Strecken nur weil die Zahl 10 toll aussieht und es dort warm ist.

Racecontrol-Moment des Jahres:

Viele erwarten jetzt hier sicher irgendeine der diversen DTM-Racecontrolentscheidungen. Jedoch wiegen diese einzeln gesehen für mich nicht so schwer, wie das was sich die Indycarracecontrol in Edmonton geleistet hat. Deshalb geht dieser Preis vielleicht für einige etwas überraschenderweise an die Indycarraacecontrol für die Aberkennung des Sieges von Helio Castroneves in Edmonton. Was war passiert? Helio Castroneves lag wenige Runden vor Schluss in Führung. Dann kam es zu einer Caution. Beim darrauffolgenden Restart verteidigt Castroneves durch Fahren am Innenrand der Kurve seine Führungsposition gegenüber Will Power. Alles fair und gut. Allerdings gab es vor dem Rennen die übliche Fahrerbesprechung, in der gesagt wurde, dass man wie auf Ovalen Überholversuche nicht blockieren dürfte, wenn man dabei eine imaginäre Linie in der Kurvenmitte überfahren würde.

Auf Ovalen macht diese Regel ja sicherheitsmäßig Sinn. Aber auf dem quadratkilometergroßen Flugplatz von Edmonton mit seinen gefühllten 50 Meter breiten Landebahnen ist diese Regel einfach nur völlig Fehl am Platze. Am Ende fuhr Castroneves zwar als erster durchs Ziel , den Sieg bekam aber Dixon, der mittlerweile Power überholt hatte. Ich war selten so , man verzeihe mir die Wortwahl “angepisst” nach einem Rennen wie nach diesem. Dagegen war das was Ferrari am gleichen Wochenende in Hockenheim praktizierte ein Kindergeburtstag.

Ja die Regelauslegung war dem Regelwerk nach konform und ja das wurde auch vorher in der Fahrerbesprechung erläutert, aber in den letzten 3 Runden eines Rennens erwarte ich ein bisschen Feingefühl von der Indycarracecontrol, die ja öfters Sachen so und so auslegt ohne jetzt näher darauf eingehen zu wollen. Castroneves war nachdem Rennen natürlich richtig sauer, fühlte sich um seinen Sieg betrogen und ging dem Indycar Sicherheitschef buchstäblich an den Kragen der aber zum Glück cool blieb. Was bleibt ist die Erinnerung an die schlechteste Racecontrol Entscheidung des Jahres, ich gerate heute noch in Rage wenn ich nur daran denke.

Glückspilz des Jahres:
Herr Conway, Herr van der Drift und Herr Sadler sind die Glückspilze des Jahres. Bei diesen drei wirklich schweren Unfällen in Indianapolis, Brands Hatch und Pocono noch am Leben zu sein, dass ist zwar Einerseits der Verdienst der hochmodernen Sicherheitssysteme , aber Andererseits war da sicherlich bei allen Dreien auch eine gehörige Portion Glück dabei und eine Menge Schutzengel anwesend. Leider hatten andere Motorsportler in diesem Jahr weniger Glück.

Wünsche für 2011:

Wenig schwere Unfälle , viele schöne Rennen, spannende Meisterschaftsentscheidungen, mehr vernünftige legale Streamangebote und weniger strittige Racecontrole-Entscheidungen.

Feinde/Duell des Jahres:

Für mich der Kampf zwischen Audi und Peugeot in Le Mans. 2011 sind die Karten auf Grund der neuen Autos neu verteilt, aber die Materialschlacht auch dieses Jahr war mal wieder fantastisch anzusehen und man bewahrt sich trotz allem noch ein gesundes Maß an menschlicher und sportlicher Fairness.

Zum Schluss noch eine Danksagung an Don, für die Möglichkeit dieses Jahr hier mitzuwirken, an die anderen Autoren für die vielen Mailwechsel und selbstverständlich an die Leser des Blogs, egal ob eher still oder aktiv im Chat und in den Kommentaren! Auf ein gutes Jahr 2011!

December 30 2010

07:01

Best of 2010: Teil Eins

In diesem Jahr gibt es mal etwas Neues. Alle Mitglieder des Autorenteams haben eine Liste erstellt, in der sie die Saison und ihre persönlichen Highlights raustellen. Die fallen natürlich, je nach Schwerpunkt, etwas unterschiedlich aus.

Bestes Rennen
Das ist immer etwas schwer, denn es waren ja nicht gerade wenige Rennen, die man sehen konnte. Die F1 lieferte einige richtig gute Rennen ab, die ALMS oder die BTCC aber auch. Mein persönliches Highlight in diesem, wie auch in den vergangenen Jahren, waren die 24H von Le Mans, die vor allem in der GT2 bis weit in den Morgen extrem spannend war und wo Porsche, Corvette und Ferrari Stoßstange an Stoßstange um den Sieg kämpften. Vergessen sollte man auch nicht die 24H am Ring, wo es nach einer Ausfallorgie mit dem BMW einen überraschenden Sieger gab.

Auf der Kurzstrecke dürfte das F1 Rennen in Kanada das Beste gewesen sein.

Die BTCC bietet ja fast in jedem Rennen ziemliche Spannung, aber die letzte Runde des dritten Rennens in Croft war dann doch recht eindrucksvoll.



Bestes Finish
Dank der “GWC-Regel” in der NASCAR kommt das beste Finish eindeutig auch aus der Serie. Diesmal aber aus der Truckserie, wo Kyle Busch in irgendwie den Sieg holen konnte.

Bester Fahrer
Ich bin geneigt, Jimmie Johnson den Titel zu geben, denn fünfmal Meister in der NASCAR zu werden, ist schon eine Sache für sich. Wäre da nicht die Schwäche der NASCAR-Piloten mit den Rechtskurven und wenn ein Wagen mehr als vier Gänge hat. Aber in der F1 haben die Piloten zu viele individuelle Fehler gemacht, im Tourenwagenbereich ist mir keiner groß aufgefallen, Jason Plato hat zwar gute Rennen gezeigt, aber für den “Besten Fahrer” reicht es dann doch nicht. Daher bleibt es am Ende doch bei Jimmie Johnson, dessen Ruf schon jetzt langsam in Richtung “legendär” gehen dürfte.

Bestes Team
Es gab kein Team, dass in diesem Jahr nicht einen schwachen Moment hatte. Aber immerhin gab es eine Organisation, die zumindest in den USA fast alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gab: Chip Ganassi. Franchitti ist IRL-Champion, die GrandAm hat er auch gewonnen, dazu die Daytona 500 und das Indy 500. Mehr Erfolg kann man nicht haben.

Überholmanöver des Jahres
Hamilton vs. Button beim GPm Türkei. War auch einer der besten Zweikämpfe des Jahres in der F1.

Freunde des Jahres
Ob sie jetzt Freunde sind, kann ich nicht sagen, aber nachdem Simona di Silvestro in XXX ihrem brennenden Wagen nur leicht angekokelt entsteigen konnte, schrieb ihr Tony Kanaan per Twitter “Welcome to the torch club”. Wenn das mal nicht der Beginn einer wundervollen Freundschaft ist.

Feinde/Duell des Jahres
Der zähe Kampf zwischen Audi und Peugeot gehört sicher zu den besten Duellen, die man seit Jahren erlebt hat. Auch wenn die Franzosen in diesem Jahr deutlich schneller waren, am Ende scheiterten sie dramatisch an ihrer Technik. Selten so mit einem Team mitgelitten, wie in diesem Jahr.
Das schönste kurzzeitige Duell lieferten sich wohl Jeff Gordon und Jeff Burton in Texas.

Szene des Jahres
Die Szene des Jahres stammt aus der Türkei und ist die Kollision zwischen Webber und Vettel. Das sagt so ziemlich alles über die Saison 2011 aus.

Kostenpunkt des Jahres
Der F-Schacht. Grandiose Idee von McLaren, zwang aber alle Teams dazu, ihre Wagen aufwendig nachzurüsten. Das billigste wäre ein neues Chassis gewesen, aber dann hätte man den FIA-Chrashtest nachholen müssen, der Zeit in Anspruch nimmt. Also bastelten alle irgendwie darum herum, sägten Löcher ins Chassis und zwangen die Fahrer einhändig um den Kurs zu fahren. Überflüssig, gefährlich und teuer.

Knapp dahinter: Die Entscheidung von Peugeot statt der bewährten Stahlkolben für Le Mans welche aus Titan zu nehmen. Und zwar in allen eingesetzten Motoren.

Platz drei: Kimi Räikkönen in der WRC.

Schönster Moment des Jahres
Der heulende Sebastian Vettel nach der Zieldurchfahrt in Abu Dhabi.

Überraschung des Jahres
Der fünfte Titel Johnson, der sehr starke Danny Hamlin, ein auftrumpfender Jenson Button und Audi, denen der Sieg in Le Mans in die Schoss fiel.

Enttäuschung des Jahres
In Sachen Rennen waren das sicher die Rennen der DTM. Die Serie produziert meist Langweiler (Ausnahme Oschersleben, Zandvoort) und wenn es mal zur Sache gehen könnte, dann greift die Rennleitung mit vllig absurden Strafen ein (Oschersleben). Nicht weit dahinter liegt in diesem Jahr allerdings die WTCC, die mittels nicht mehr nachvollziehbaren Strafen und Gewichtssystemen fast jede Form von Motorsport unterbunden hat. Das der WM-Titel am grünen Tisch entschieden wurde, war da nur konsequent, auch wenn ich ihn Chevrolet gönne, weil sie ihn verdient haben.

Langweiligstes Rennen
Auch da gab es eine schöne Auswahl. Weit vorne stehen, wie jedes Jahr, die Rennen der NASCAR in Pocono, die dieses Jahr auch noch durch den Wahnsinns-Unfall von Reutimann auffielen. Danach folgt aber schon der Saisonauftakt der Formel Eins in Bahrain. Natürlich dürfen die meisten DTM-Rennen hier nicht fehlen, aber von beeindruckender Ödnis war dann das Rennen am Norisring.

Racecontrol-Moment des Jahres
Da bleibt ja nur die “Alonso is faster than you” Nummer von Ferrari aus Hockenheim. Dass die DTM Überholmanöver mit weniger als einem halben Meter Abstand per se nicht so gerne sieht, ist mittlerweile ja bekannt.

Glückspilz des Jahres
Chris van der Drift – Brand Hatch

Die Streckenposten bei Seat Rennen

Marcel Thiemann, dem es zwar deutlich besser geht, aber der immer schwer unter dem Unfall leidet, wie er in einem Blogpost geschrieben hat.

Spruch des Jahres
“Jedes Mal, wenn die denken, die hätten mich an den Eiern, stellen sie fest, dass ihre Hände dafür gar nicht groß genug sind.”
Bernie Ecclestone

Wünsche für 2011
Keine schweren Unfälle, viele schöne Rennen.

December 25 2010

09:40

F1 Saisonrückblick II: Die Teams

Nicht viele Teams habe sich dieses Jahr mit Ruhm bekleckert. Im Grunde hatten alle dieses Jahr den einen oder anderen Aussetzer. Mein Team des Jahres ist daher vielleicht für einige eine Überraschung.

Die Saison 2010 bot mangels großer Regeländerungen die Chance die bewährte Technik zu verbessern, oder aufbauend auf den Erfahrungen des Vorjahres ein Chassis zu bauen, dass den eigenen Erwartungen besser entsprechen würde. Das führte zu meist ähnlichen Ansätzen beim Design, wobei Red Bull klar vorgab, wohin die Reise geht. Erstaunlicherweise kopierte niemand das Design des Vorjahres Siegerwagens, dem Brawn. Selbst Ross Brawn verwarf das alte Chassis und ging mit neuen Ideen an den Start. Schwer hatten es die neuen Teams, die keinerlei Erfahrungen und kaum Geld zur Verfügung hatten. Das ihr Rückstand groß sein würde, war klar, aber es war dann doch etwas schockierend wie hoch er am Ende war.

Die Reihenfolge der Teams nach der WM-Wertung 2010

1. Red Bull
Klar, man hatte das beste Auto auf der Strecke, das man im Laufe der Saison auch noch weiter verbessern konnte. Eigentlich hatte der RB6 nur eine einzige Schwäche: Den Topspeed. Der lag weit unter allem, was die Konkurrenz schaffte, aber gegen Ende der Saison konnte Red Bull dieses Manko teilweise ausmerzen. Man wurde zwar nicht viel schneller, aber der Wagen beschleunigte vor allem aus engen Kurven heraus deutlich besser als der Rest der Welt. Wären nicht die technischen Probleme gewesen, die Saison wäre deutlicher für die Bullen ausgegangen. Der Renault-Motor war eine Schwäche, allerdings gab es auch immer wieder Probleme mit Bremsen (Vettel/Australien, Montreal usw.). Etwas chaotisch zeigte sich teilweise die Teamführung. Christian Horner schien die Kontrolle ab und an aus den Händen zu gleiten, vor allem, wenn sich Vettel und Webber ins Gehege kamen (England, Türkei) oder Helmut Marko als de-facto Teamchef im Hintergrund allzu deutlich wurde. Die, zumindest von außen, merkwürdig organisierte Teamführung ist sicher auch ein Grund, warum Red Bull noch nicht perfekt funktioniert. Man darf aber nicht vergessen, dass bisher niemand Erfahrung darin hatte, wie man einen WM-Titel gewinnt. Herzstück von Red Bull ist aber nicht alleine das Team, sondern Red Bull Technology, also Adrian Newey, der ebenfalls zu erweiterten Teamführung gehört. Ob diese Dreierspitze immer so reibungslos funktionieren wird?

2. McLaren
Nach der etwas schmerzhaften Trennung von Mercedes hat mich McLaren überrascht. In den letzten Jahren hieß es immer, dass Mercedes einiges an Entwicklungsarbeit mitleistet, von daher bin ich davon ausgegangen, dass McLaren einen schlechten Start erwischt, weil es Zeit braucht, bis neue Strukturen greifen. Tatsächlich lief es besser, aber gegen Ende der Saison merkte man doch, dass der große Partner fehlte. Man hatte sich wohl mit dem F-Schacht/Unterbodensystem verzockt, jedenfalls war der Speed plötzlich weg und er kam auch nicht wieder. Vielleicht wäre mit der Unterstützung von Mercedes da eher etwas gefunden worden. Ansonsten hat mir McLaren im Jahr 1 nach der Trennung gut gefallen. Saubere Arbeit, geniale Idee mit dem F-Schacht, ruhige und souveräne Teamführung, entspannt auch in engen Situationen. Das einzige Fragezeichen was ich habe, steht hinter der Entwicklungsfähigkeit. Hat McLaren die Power in den nächsten Jahren auch ohne Partner gegen Ferrari, Red Bull oder Mercedes anzukommen?

3. Ferrari
Miserabler Start, gutes Finish. Allerdings muss sich Ferrari zum wiederholten Mal die Frage gefallen lassen, warum man im Winter so tief schläft. 08/09 verpennte man den Doppeldiffusor, 09/10 den Blown Diffusor. Man baute gute Autos, aber ohne besonders einfallsreich zu sein. Mir fiel bei der Präsentation in diesem Winter schon auf, dass das Chassis auffällig unauffällig wirkte. Die Schwäche bei Ferrari liegt wohl in der Designabteilung, auch wenn die in einem Verzweiflungsakt mit der B-Variante einiges nachholen konnte. Wenn man bedenkt, dass Ferrari nach dem Massa-Unfall seit September 2009 neue Teile im Renntrimm ausprobiert hatte, war das Ergebnis kläglich. Problematisch soll bei Ferrari die Teamführung sein. Stefano Domenicali und Luca Baldisseri werden klar vom heimlichen Ferrari-Chef Luca di Montezemolo gedeckelt, dem technischen Direktor Aldo Costa und dem Chefaerodynamiker Marco de Luca werden Schwächen zugesprochen. Das alte “Ferrari-System” das vor der Ankunft von Jean Todt herrschte, soll wieder Einzug gehalten haben. Jeder sichert sich nach hinten ab, keiner traut sich was. Angesicht des mauen Designs und den oft schwach wirkenden Entscheidungen von Domenicali könnte da was dran sein. Es wurde darüber spekuliert, dass Montezemolo das Team umkrempelt, aber das hat er bisher dementiert.

4. Mercedes-Benz
Sicher etwas enttäuschend für die Stuttgarter, aber ehrlich gesagt nicht so verwunderlich. Mercedes hat sich im letzten Jahr extrem spät dazu entschieden, BrawnGP zu kaufen. Ross Brawn steckte bis zum vorletzten Rennen im WM-Kampf, hatte keine Sponsoren und keine andere, finanzielle Rückendeckung. Das Budget für die Entwicklung des 2010er Chassis war knapp, die Ressourcen dünn. Laut einer unbestätigten Aussage von Brawn hatte er schon geplant die Saison 2010 mit einer B-Variante des Vorjahres zu starten. Mercedes hat dann auch nicht so viel Geld reingestopft, wie es vielleicht nötig gewesen wäre. Man hat wohl auf eine gute Idee von Brawn und die Erfahrung von Schumacher gebaut, um vorne dabei sein zu können. Aber schon bei den Tests zeigte sich, dass der Wagen nicht besonders gut lief. So sehr ich die Probleme zu Saisonbeginn verstanden habe, so sehr war ich verwundert, dass Mercedes überhaupt nicht vom Fleck kam. Im Grunde holte man nur leicht auf um dann den Abstand zu halten. Mag sein, dass das Chassis schon im Mai, als man den Radstand verlängerte, schon am Ende war, doch ich habe mehr erwartet. Der vierte Platz ist angesichts der Schwierigkeiten fast eine Überraschung, alarmierend ist aber der Abstand nach vorne.

5. Renault
Alle Welt setzt auf ein langes, schmales Chassis, nur Renault baut einen Panzer. Umso erstaunlicher, dass der Wagen dann auch noch so schnell war. Bemerkenswert ist auch, dass sich das Team trotz aller finanziellen Beschränkungen im Laufe der Saison so gut halten konnte. Die geleistete Entwicklungsarbeit war bemerkenswert und wäre Petrov nicht so schlecht gewesen, hätte man mit Mercedes um Platz 4 gekämpft. Das entspricht zwar auch nicht dem Anspruch des Teams, aber nach den schweren Jahren und den Skandalen war das immerhin schon mal etwas. Der erzwungene Abgang von Flavio Briatore scheint dem Team gut getan zu haben, Teamchef Eric Boullier hat richtig gute Arbeit abgeliefert. Er musste das Team neuaufbauen, mit den neuen Besitzern klar kommen und sehen, dass der Laden einigermaßen erfolgreich läuft. Das ist ihm gelungen und vor allem konnte sich Renault bis zum letzten Rennen immer wieder in Szene setzen. Zwar ging ihnen, vermutlich wegen fehlender Entwicklung, am Ende der Saison in der Quali etwas die Luft aus, aber Kubica war immer für eine Überraschung gut. Das neue Geld aus Russland und Malaysia (Group Lotus) sollte helfen, wenn die Malayen Eric Boullier denn in Ruhe arbeiten lassen.

6. Williams
Ganz klar: Mein Team des Jahres. Williams ist, auch nach dem Verkauf etlicher Anteile an den österreichischen Geschäftsmann Toto Wolff, immer noch ein Familienunternehmen. Frank Williams leitet die Sache zusammen mit Patrick Head. Sam Michaels hat als technischer Direktor viel an Profil gewonnen und man hat ein solides Team im Bereich der Aerodynamik. Der FW32 war kein Glanzstück, im Gegensatz zu den Modellen der Jahre davor war er aber von Anfang an vernünftig. Erstaunlich auch, dass man trotz enger Finanzen im Jahr immer besser wurde. Das lag mit Sicherheit auch am Input von Rubens Barrichello, dem man nicht ohne Grund ein weiteres Jahr in der F1 geschenkt hat. Eigentlich sollte man auf diesem guten Jahr aufbauen können, aber man verliert mit RBS, Philips und Air Asia drei wichtige Sponsoren. Das man Hülkenberg hat gehen lassen müssen, weil Maldonado geschätzte 15 Millionen Dollar mitbringt, hilft der Sache auch nicht. Erstaunlich ist auch, dass Williams Cosworth treu bleibt und nicht zu Renault gewechselt ist. Aber man erhofft sich von Cosworth, weil man deren Zugpferd ist, wohl eine bessere Unterstützung. 2011 wird für Williams aber schwer, das kann man jetzt schon sagen.

7. Force India

Nur knapp von Williams um einen Punkt in der WM geschlagen, was eigentlich heißt, dass es nicht schlecht gelaufen ist. Aber für Force India ging es nach der erfolgreichen zweiten Saisonhälfte 2009, dann doch eher einen Schritt zurück. Schuld daran war auch das Chaos in der Designabteilung. James Key verließ den Laden Richtung Sauber, sein Nachfolger Mark Smith und etliche weitere Mitarbeiter wurden keinen Monat später von Lotus abgeworben. Die gesamte Abteilung stand praktisch führungslos da und musste komplett neu aufgebaut werden, was bis heute nicht abgeschlossen ist. Kein Wunder, dass der Force India im Laufe des Jahres immer weiter zurückfiel. Die Updates kamen nur spärlich und vor allem sehr spät. Man kann nur hoffen, dass man sich im Hintergrund schon früh für 2011 vorbereitet hat. Auch bei den Fahrern muss sich was tun. Luizzi ist keiner, der wirklich überzeugt, Sutils Formkurve ist zu wechselhaft. Der Deutsche bräuchte vielleicht auch mal einen Kollegen, der ihn richtig unter Druck setzt. Heidfeld oder Hülkenberg wären gute Lösungen. Ich bin mir aber sicher, dass Vijay Mallya was tun muss, damit sein Team weiter nach vorne kommt.

8. Sauber
Nach dem höchstpeinlichen Ausstieg von BMW blieb Peter Sauber nichts anderes mehr übrig, als aus den Scherbenhaufen wieder ein Team zu formen. Den C29, der von BMW und seinem langjährigen Partner Willy Rampf entwickelt wurde, bezeichnete er in aller Öffentlichkeit als “Krücke”. Rampf wurde dann auch bald durch James Key ersetzt, der dem Chassis dann noch ein paar Zehntel entlocken konnte. Dazu kam, dass Ferrari offenbar die gesamte “Montagsproduktion” an Motoren geliefert hatte, jedenfalls starben die schneller, als die Sauber-Leute sie wechseln konnten. Wäre Kobayashi nicht gewesen, der für jede Menge gute PR sorgte, das Jahr wäre schlecht gelaufen. Peter Sauber hat 2010 schnell abgehakt, seit dem Frühsommer hat man C29 kaum noch etwas gemacht. Für ihn wird es entscheidend sein, wie 2011 läuft. Auch er hat, wohl aus Kostengründen, mit Sergio Perez einen Mann ran geholt, der zwar viel Geld mitbringt (Telefonica) aber keine Erfahrung hat. Immerhin hat er in der GP2 einen guten Eindruck gemacht. Peter Sauber ist für mich aber ganz klar der Teamchef des Jahres in der Formel Eins, denn er hat aus einem zerrissenen, verkleinerten und demotivierten Team wieder eine schlagkräftige Truppe geformt.

9. Toro Rosso
Nach den guten Jahren 2008 und 2009 war die letzte Saison eine ziemliche Enttäuschung für das Team. Man darf aber nicht vergessen, dass STR 2010 zum ersten Mal mit einem eigenen Chassis an den Start gehen musste. Es war zwar “nur” eine Variante des RB5, die Updates musste man aber selber entwickeln. Da man keinerlei Erfahrung in den Bereich hat, war es klar, dass man nicht mehr an die alten Erfolge würde anknüpfen können. Wie groß die Probleme mit der Konstruktion waren, zeigte sich dann in China, als Buemi im Training beide Vorderradaufhängungen gleichzeitig kollabierten. So richtig gut sah das Team nie aus, einen Schritt nach vorne konnte man auch nicht erkennen. Es mehren sich auch die Gerüchte, dass Red Bull das Team verkaufen könnte, da man nicht mehr so recht weiß, was man mit STR anfangen soll. Man kann nur hoffen, dass sie den teilweise eklatant großen Rückstand zu Force India und Sauber wieder aufholen.

10. Lotus
Von allen neuen Teams kam Lotus in diesem Jahr am sympathischsten rüber. Tony Fernandes ist jemand, der den Motorsport offenbar liebt, jedenfalls habe ich in diesem Jahr kaum jemanden erlebt, der so offen und begeistert an die Sache ran gegangen ist. Zumindest von außen sieht es so aus, als ob er alles für sein Team in die Wege leitet, was in seiner Macht steht. Ob Mike Gascoyne als technischer Direktor allerdings in der Lage ist, das Team im Mittelfeld zu verankern, ist dann wieder eine andere Frage. Ich bin kein großer Fan seiner Arbeit, seine beste Zeit hatte er bei Renault in der Alonso-Zeit, bei Toyota sah er nicht gut aus. Gascoyne hat auf Grund der kurzen Vorbereitungszeit nach eigenen Aussagen ein sehr konservatives Auto gezeichnet, an dem sich aber offenbar einiges verbessern ließ. Man holte vor allem auf Toro Rosso auf und es gelang auch, den Rückstand nach ganz vorne von 6.5 auf rund 4.5 Sekunden zu verkürzen. Trotzdem sind das immer noch Welten und Virgin war auch nicht viel schlechter. Man darf gespannt sein, was Gascoyne mit dem neuen, sehr kompakten Renault-Antrieb anstellt. Würde mich nicht wundern, wenn der Lotus T128 wie ein RB6b aussehen wird.

11. HRT
Seit dem tragischen Dahinscheiden von Forti in den 90er Jahren, kann ich mich an kein Team erinnern, dass chaotischer daher kam. Dem Besitzer ging das Geld aus, man zerstritt sich mit dem Chassis-Lieferanten Dallara, die man für das miese Design verantwortlich machte, wobei man nicht erwähnte, dass Dallara die Entwicklung des Chassis zwischen Dezember und März eingestellt hatte, weil das Team kein Geld zahlte. Colin Kolles übernahm den Laden drei Wochen vor Saisonstart als Teamchef und schaffte es tatsächlich, dass das Team in Bahrain war. Teamklamotten hatte man auch zu Saisonmitte noch nicht und Updates sind mir am HRT nicht aufgefallen. Nach dem der Deal mit Toyota geplatzt ist, muss man jetzt auch noch ein Chassis selber bauen, was angeblich teilweise in Deutschland (wohl über Kolles) und teilweise in England passieren soll. Nur: die britischen Kollegen haben so ziemlich alle Zulieferer durchtelefoniert und da weiß keiner etwas von einem Auftrag aus Spanien. Lob gibt es von meiner Seite nur für Colin Kolles und seine Mannen vor Ort, die trotz des Chaos es geschafft haben, dass das Team vernünftig funktionierte.

12. Virgin
Ich glaube, bei Richard Branson funktioniert das so: Erst hat er die Idee für ein neues Spielzeug, dann will er es unbedingt, dann hat er es und dann hat er keine Lust mehr drauf. So kommt es mir zumindest bei Virgin vor und die Abgabe der ersten Anteile an den merkwürdigen Autobauer “Marussia” (die bisher noch kein Auto gebaut haben) ist ein deutliches Zeichen. Man merkte in diesem Jahr aber auch, dass dem ehemaligen Manor F3-Team um John Booth einfach die Erfahrung fehlte. Dazu kam der mutige Versuch komplett auf CFD-Design zu setzen und den Windkanal einfach zu ignorieren. Dafür gebührt ihnen Respekt und so schlecht lief der Virgin ja nun nicht. Immerhin war mit Lotus teilweise auf Augenhöhe und die Sache mit dem zu kleinen Tank, weil sich Wirth offensichtlich verrechnet hatte, war auch schnell vergessen. Trotzdem hat man das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre, wenn Branson denn auch mehr Geld reingesteckt hätte. Aber da hat ihn wohl halt die Lust verlassen. Schwer zu sagen, was aus Virgin wird, würde mich nicht wundern, wenn die Russen den Laden bald komplett übernehmen.

November 23 2010

07:20

NASCAR: Analyse Homestead Saisonfinale 2010

Jimmie Johnson holte in Homestead seine fünfte Meisterschaft in Folge und reiht sich damit hinter den absoluten Größen Richard Petty und Dale Earnhardt Sr. ein, die jeweils noch zwei Titel mehr errungen haben. Johnson profitierte dabei vom Pech Denny Hamlins während seiner Aufholjagd von Platz 38. Carl Edwards gewann unterdessen in dominanter Manier das Rennen

Am Ende war es im Sprint Cup wieder einmal Jimmie Johnson, der sich nun schon zum fünften Mal in Folge die Meisterschaft sicherte. Dabei war es eine Chase-Premiere, dass der Tabellenführer vor dem letzten Rennen (Hamlin) schlussendlich leer ausging. Johnson war zudem der einzige der drei verbliebenen Playoff-Piloten, welcher sich in Homestead keinen einzigen Fehler erlaubte. Außerdem brachte er mit seinem zweiten Platz hinter Carl Edwards ein ausreichend gutes Ergebnis nach Hause und hat damit seine Schuldigkeit getan, um den Titel aus eigener Kraft und verdient geholt zu haben.

Bei allem Unfrieden, den die Johnson-Dominanz in den letzten Jahren hervorgerufen hat, muss man doch anerkennen, dass das Team mit der #48 hart für den Erfolg arbeitet und deswegen auch zu Recht seit fünf Saisons dort an der Spitze der Tabelle steht. In der Geschichte der NASCAR ist eine derartige Leistung schon seit dem vierten Titel in Folge einmalig und wird vermutlich nie wieder erreicht werden. Johnson sortiert sich nach dem „Drive for Five“ unmittelbar hinter den absoluten NASCAR-Größen Richard Petty und Dale Earnhardt Sr. mit jeweils sieben Titeln ein und ist auf dem besten Weg, sich selbst ebenfalls unsterblich zu machen.

Während die Leistungen seines Mentors Jeff Gordon zu Beginn des Jahrtausends abrupt nach dem vierten Titel 2001 einbrachen, nahm der damalige Jungspund Johnson dagegen bei Hendrick Motorsports an Fahrt auf und überzeugt von Beginn seiner NASCAR-Karriere an die zunächst lauten Kritiker: Schon im ersten kompletten Jahr 2002 wurde er Fünfter in der Meisterschaft und holte sich in den beiden folgenden Saisons jeweils die Silbermedaille. 2004 unterlag Johnson dabei nur mit winzigen acht Pünktchen Kurt Busch. 2005 wiederholte er seinen fünften Platz aus dem Debütjahr, bevor er 2006 seine beachtliche Serie begann.

Während Johnson feierte, war Denny Hamlin nach einem guten Start in die zweite Chase-Hälfte der Unglücksrabe der letzten beiden Wochen: Fünf Platzierungen und 39 Punkte ihm am Ende gefehlt, um seine erste Meisterschaft zu gewinnen. Die Schuld für den Misserfolg kann man nun wahlweise auf den verlorenen Benzinkrimi in Phoenix vom vorherigen Wochenende schieben, oder auf den schlechten Startplatz am Sonntag in Homestead, der eine Aufholjagd von Platz 38 bedeutete. Dabei geriet Hamlin nach 23 Runden mit Greg Biffle aneinander und löste die zweite von zehn Gelbphasen aus, nachdem er in kurzer Zeit schon die Top20 knacken konnte. Ein Schaden am Splitter war die Folge, für dessen Beseitigung die Crew der #11 fast 150 Runden benötigte. Das Handling des Toyotas war allerdings trotzdem im Eimer, was einen späteren Vorstoß an die Spitze unmöglich machte.

Letztendlich sorgte dann noch eine Fehlentscheidung von Crew-Chief Mike Ford dafür, dass Hamlin bei der vorletzten Gelbphase auf einen Boxenstopp verzichtete und mit alten Reifen sukzessive zurückfiel. Nach der letzten Caution blieben Hamlin dann nur noch 17 Runden, um von Platz 18 am Ende der Führungsrunde neun Positionen aufzuholen, wovon mit dem ondulierten Auto jedoch nur noch knapp die Hälfte des Weges möglich war – zu wenig um Johnson auf Rang 2 in der Punktedifferenz noch gefährlich zu werden. An dem Zusammenstoß mit Greg Biffle trug Hamlin die alleinige Schuld, weil er ausgangs von Turn 2 bei seiner optimistischen Aufholjagd die Strecke hinauf rutschte und die vor ihm fahrende #16 touchierte, welche selbst auf der Innenbahn in einen Positionskampf verstrickt war. Für die schlechten Calls bezüglich der Boxenstopps in Phoenix und Homestead darf Hamlin sich bei seinem Crew-Chief bedanken.

Der dritte Meisterschaftskandidat im Bunde war Kevin Harvick, welcher trotz eines hervorragenden dritten Platzes in Homestead leider ebenfalls nichts mehr gegen Jimmie Johnson ausrichten konnte. Zwar gelang ihm wieder eines seiner bekannten, häufigen Top10-Ergebnisse und auch durchschnittlich zeigte Harvick mit Platz 5,8 im Chase mehr Konstanz als die Konkurrenz bestehend aus Johnson (Platz 6,2) und Hamlin (Platz 7,2). Dass er dennoch nicht den Titel holen konnte, leitet sich aus einem allgemeinen Problem von Richard Childress Racing ab: Zwar holte Harvick drei Saisonsiege vor den Playoffs, fuhr aber häufig trotz Top5- oder Top10-Resultaten nicht um den Sieg mit. Ähnlich ergeht es seinen RCR-Teamkollegen ebenfalls schon seit Jahren.

Jimmie Johnson leistete sich zu Beginn des Chase in New Hampshire mit Platz 25 zwar einen De-facto-Totalausfall, fuhr danach aber einen Sieg und insgesamt vier Top3-Ergebnisse in Folge ein. Das berühmte letzte Quäntchen entschied am Ende also gegen Harvick und für Johnson, sein Rückstand von 41 Punkten ist zu Saisonende jetzt ja auch wahrlich nicht astronomisch. Nach der alten Meisterschaftswertung ohne Chase hätte Harvick durch seine überragende Regular-Season übrigens auch den Titel gewonnen, Johnsons Abstand beträgt in dieser Tabelle 285 Zähler. Erwähnenswert ist bei Kevin Harvick bezüglich des Rennverlaufs noch eine Geschwindigkeitsübertretung in der Boxengasse, welche den Chevrolet mit der #29 zwischenzeitlich zurückwarf, für sein Endergebnis aber bedeutungslos war.

Denn um den Sieg hatte Harvick zu keiner Zeit mitzubestimmen, an Spitze stritten sich derweil ganz andere Fahrer: Carl Edwards dominierte das Rennen in Homestead förmlich und führte mit Ausnahme einiger Boxenstopp-Platzwechsel fast durchgehend das Feld an, 190 von 267 möglichen Führungsrunden kamen somit für Edwards zusammen. Interessant ist dabei, dass er wie von mir vorgerechnet, tatsächlich die letzten beiden Rennen gewinnen konnte und Homestead noch dazu mit den fünf Bonuspunkten für die meisten Runden in Front. Vor Phoenix rechnete ich dieses Szenario bekanntlich einmal durch und bescheinigte Edwards in diesem Falle sogar noch eine minimalste Restchance auf den Titel. Dies aber nur am Rande, denn schließlich schwächelten zum einen die anderen drei Contender wie erwartet keineswegs und zum anderen hätte er auch in Phoenix die fünf zusätzlichen Zähler holen müssen.

Als einziger ernsthafter Konkurrent für Edwards entpuppte sich nach dem ersten Rennviertel plötzlich Martin Truex Jr., der in den letzten vier Jahren in Homestead mit konstanten Top10-Ergebnissen auf sich aufmerksam machte. Besonders auf den Longruns jagte Truex dem bei den Restarts dominanteren Edwards die Führung immer wieder ab. Leider platzte ihm nur 67 Runden vor Schluss ein Reifen, was den Toyota mit der #56 zum Ende auf Rang 11, knapp außerhalb der Top10 zurückwarf. An dieser Stelle wäre sicher mehr für Truex drin gewesen, was schon ein wenig enttäuschend ist.

Abseits vom Titelkampf in Carl Edwards‘ Rückspiegel spielten sich am Sonntag dann auch noch einzelne Privatfehden ab, so gerieten zunächst Juan Pablo Montoya und Joey Logano aneinander: In Runde 140 räumte Montoya den Joe-Gibbs-Fahrer ab und schickte ihn frontal in die Mauer. Logano kündigte sofort an, die Rechnung später zu begleichen. Nach 40 Umläufen Reparaturpause war die #20 dann soweit wiederhergerichtet, um auf die Strecke zurückzukehren. Dort dauerte es 25 Runden, bis Logano in der nächstbesten Gelbphase zum Angriff blies und seinerseits den Earnhardt-Ganassi-Chevy mit der #42 abräumte.

Grundsätzlich finde ich die „Have at it, boys“-Direktive der NASCAR ja ganz nett, aber man sollte vielleicht in Zukunft doch darauf achten, dass sowas nicht zu sehr in Richtung Kindergarten abdriftet. Wenn Logano seine Absicht schon 65 Runden vorher am Funk ankündigt, sehe ich keinen Grund, warum man ihn auf die Strecke zurückkehren lassen sollte, um mutwillig sich und andere zu gefährden. Damit will ich nicht sagen, dass hier jeder Kontakt ähnlich wie in einer bekannten deutschen „Tourenwagen“-Rennserie hart bestraft werden sollte, aber offensichtliche Vergeltungsaktionen auf einer schnellen Strecke darf NASCAR doch bitteschön verhindern. Ich erinnere mich nämlich noch ganz genau an den Aufschrei nach „Keselowski vs. Edwards – Teil 2“ in Atlanta, was schon ziemlich gefährlich war. Immerhin hat Logano wenigstens bis zur Caution gewartet, um Montoya aus dem Rennen zu nehmen.

Die zweite Auseinandersetzung lieferten sich kurz vor Ende Kyle Busch und Kevin Harvick: Busch war den ganzen Nachmittag über gut unterwegs und steuerte geradewegs auf ein Top5-Resultat zu. Mit seiner aggressiven Fahrweise machte Kyle sich allerdings wieder einmal keine Freunde und stritt sich teilweise heftig mit den drei Chase-Piloten um Positionen. Harvick hatte dann letztendlich die Nase voll und räumte Busch aus dem Weg. Ausgangs Turn 2 befand sich der Toyota mit der #18 direkt vor dem Kühlergrill von Harvick, war jedoch langsamer. Anstatt zu Lupfen nahm er Busch jedoch auf die Hörner und drehte ihn in die innere Mauer. Bei der Rückfahrt in die Boxengasse fing Kyles Auto dann auch noch Feuer, was für einen spektakulären Anblick sorgte.

Meine Ansichten zu dieser Szene sind geteilt, denn zum einen fahren hier beide Piloten gleichberechtigt ein Rennen, zum anderen muss man in der besonderen Chase-Situation schon ein wenig mehr auf die Titelkontrahenten Acht geben. Wenn Busch niemals ernsthaft versucht hat, Harvicks Rennen zu gefährden, dann sollte Kevin auch so fair bleiben und Kyle nicht mutwillig abräumen, nur weil ihm sein Fahrstil nicht gefällt. Genau danach hörte es sich nämlich an, als Harvick nach dem Rennen aussagte, Busch wäre „den ganzen Tag wie ein Clown um ihn herum gefahren“. Kyle Busch blieb danach erstaunlich ruhig, das muss man nach den jüngsten Ereignissen aber auch mal anerkennen. Ob er sich nur wegen der Bewährungsstrafe nicht getraut hat, mehr zu unternehmen?

Noch ein paar ausgewählte Ergebnisse anderer Piloten:

- Mit Aric Almirola (4.) und AJ Allmendinger (5.) stießen zwei Fahrer des angeschlagenen Teams Richard Petty Motorsports in die Top5 vor. Wie man derzeit hört, übernimmt wohl eine Investorengruppe um Richard Petty selbst die ausgebrannten Reste des Teams von George Gillett, der sich unverschämterweise immer noch nicht zur Sachlage geäußert hat. Für 2011 plant man, mit zwei Wagen in einem Nachfolge-Unternehmen von RPM anzutreten, welches nur die „gesunden“ Teile des Teams übernimmt.

- Kasey Kahne (6.) holte außer einer Pole-Position auch sein erstes Top10-Resultat für Red Bull Racing, bevor er in der nächsten Saison voll durchzustarten plant. Seine Zukunftsaussichten sind sicherlich sehr gut, vor allem wenn er ab 2012 für Hendrick Motorsports ins Lenkrad greifen wird.

- Die Top10 komplettierten recht unauffällig Ryan Newman (7.), Tony Stewart (8.), Matt Kenseth (9.) und Greg Biffle (10.). Neben drei Roush-Fenway-Piloten bestätigte auch Bill Elliott im Auto der Wood Brothers die Ford-Stärke in Homestead mit einem für das Team hervorragenden 15. Platz.

- Jeff Burton (31.) fiel nach einem Reifenproblem eine Runde zurück und legte sich bei der Aufholjagd etwas zu sehr mit der Mauer an, was sein Rennen endgültig ruinierte. Noch schlimmer erwischte es Jeff Gordon (37.) der mit einem Motorschaden ausschied, nachdem er zuvor bereits länger auf nur noch sieben Zylindern unterwegs war.

- Dale Earnhardt Jr. (27.) beendete eine erneut schwache Saison mit wenigen Lichtblicken (nur zwei Top10s in der zweiten Saisonhälfte) am Ende der Führungsrunde. Hier wird Rick Hendrick im Winter eingreifen müssen, um Junior noch eine letzte Chance mit einem weiteren Crew-Chief zu geben. Gerüchte besagen, dass Ray Evernham nach seinem RPM-Ausstieg diese Aufgabe übernehmen könnte, doch der dementierte prompt.

Weil NASCAR-Media leider keine grafische Übersicht der abschließenden Meisterschaftstabellen anbietet, verlinke ich hier die endgültigen Stände in Fahrer- und Owner-Wertung bei Jayski.com. Dazu kommt hier noch das komplette Rennergebnis.

Ein Wort noch zum beendeten Kampf um die Top35 in besagter Owner-Wertung: Die #38 von Front Row Motorsports konnte nicht mehr auf einen sicheren Startplatz zurückgebracht werden, weil Dave Blaney in einen Unfall verwickelt wurde. Da das Starterfeld im nächsten Jahr aber vermutlich weiter schrumpfen wird (-2 Wagen bei RPM, -1 Auto bei Penske, dafür +1 Wagen bei RCR), könnte sich auch in Zusammenhang mit möglichen Punkteverkäufen noch viel ergeben, sodass ich hier zu diesem Zeitpunkt ziemlich ausschweifend spekulieren müsste. Da muss man wohl zumindest den Dezember abwarten.

Damit geht eine spannende und sehenswerte NASCAR-Saison 2010 zu Ende und mit der letzten Analyse für dieses Jahr verabschiedet sich die NASCAR-Berichterstattung von den Rennen quasi in die Winterpause. Es wird im Dezember allerdings noch einen ausführlichen Jahresrückblick geben, sowie eine Saison-Vorschau für 2011 im Januar. Die wöchentlichen Artikel kehren dann im Februar zurück. Ich bedanke mich für eure Treue, alle Kommentare und die tollen Unterhaltungen im Chat!

2010_Homestead_Nov_NSCS_prerace_Denny_Hamlin_Mike_Ford 2010_Homestead_Nov_NSCS_prerace_Hamlin_Johnson_Harvick_trophy 2010_Homestead_Nov_NSCS_green_flag 2010_Homestead_Nov_NSCS_Carl_Edwards_leads_field 2010_Homestead_Nov_NSCS_Kevin_Harvick_Kyle_Busch_incident 2010_Homestead_Nov_NSCS_Kevin_Harvick_pit_stop 2010_Homestead_Nov_NSCS_Carl_Edwards_wins_Jimmie_Johnson_champ 218224 2010_Homestead_Nov_NSCS_Chad_Knaus_congratulates_Jimmie_Johnson 2010_Homestead_Nov_NSCS_Jimmie_Johnson_trophy_family 218225

November 19 2010

07:36

NASCAR: Vorschau Homestead Saisonfinale 2010

In Homestead findet der bisher engste Chase der NASCAR-Geschichte sein Ende, wenn Denny Hamlin, Jimmie Johnson und Kevin Harvick unter sich den neuen Sprint-Cup-Champion ausmachen. Dabei stellt das Erfolgsteam Hendrick Motorsports auf dem Intermediate-Oval am Wochenende ausnahmsweise nicht den Favoriten für einen Rennsieg.

Seit 2002 findet das jährliche Championship-Weekend auf dem Homestead-Miami Speedway in Florida statt, gefahren wird auf dem 1,5-Meilen-Oval im Cup schon seit 1999. Ein Rückblick auf die bisher elf Ausgaben verspricht am Sonntag einen wahren Meisterschaftsknüller, denn bisher konnte kein Fahrer von Hendrick Motorsports in Homestead in die Victory-Lane fahren. Vielmehr ist die Strecke seit acht Jahren fast reines Ford-Territorium, wenn man die beiden Siege von Chevrolet (2003) und Toyota (2009) mal abzieht. Der Toyota-Erfolg im letzten Jahr gelang dabei ausgerechnet Denny Hamlin, der damit als einziger verbliebener Meisterschaftskandidat überhaupt schon in Homestead gewinnen konnte.

2010 setze ich dagegen wieder ganz auf den Hersteller Ford und vor allem auf Roush-Fenway Racing, immerhin haben die Top-Piloten Greg Biffle, Matt Kenseth und Carl Edwards zwischen 2004 und 2008 alle Homestead-Ausgaben für sich entscheiden können. Biffle gewann dabei sogar drei Rennen in Folge und bewies in diesem Jahr schon zwei Mal, dass das Team von Jack Roush wieder konkurrenzfähig ist. Edwards holte sich dazu einen Sieg in Phoenix und fährt damit optimal vorbereitet und mit viel Momentum zum Saisonfinale.

Dabei gibt es zwischen den Roush-Fahrern aber einige wenige Unterschiede: Während Carl Edwards in Homestead bisher eine Menge Konstanz gezeigt hat, die ihn in seinen sechs Teilnahmen fünf Mal in die Top8 und drei Mal in die Top5 gebracht haben, so lautete die Losung bei Greg Biffle und Matt Kenseth stets „Hop oder Top“. Das beste Resultat, welches Biffle außer seinen drei Siegen vorweisen kann, ist lediglich Platz 13, während Kenseth aus zehn Rennen sogar nur drei Top10s mitnehmen konnte. Diese Ergebnisse waren dann aber ähnlich wie bei Biffle wenigstens für die Top6 gut.

Auch wenn es so scheint, als wäre den Fords von Jack Roush der Rennsieg nicht zu nehmen, so müssen es die drei Meisterschaftsanwärter doch zumindest versuchen, denn gerade für Denny Hamlin und Jimmie Johnson gilt: Wer siegt, gewinnt den Titel. Möglich macht diese einfache Rechnung die geringe Führung von Hamlin in der Tabelle mit lediglich 15 Punkten vor Johnson. Allerdings sind dabei noch ein paar wenige Ausnahmen der Regel zu beachten, die ein Blick auf das Punktesystem der NASCAR offenbart:

185 Punkte gibt es für einen Sieg und 170 Zähler für den zweiten Platz, dazu kommen noch einmal jeweils 5 Bonuspunkte für eine Führungsrunde, sowie die meisten Führungsrunden in einem Rennen. Weil der Sieger zwangsläufig den letzten Umlauf in Front des Feldes gelegen haben muss, bekommt er also sicher 190 Punkte. Denny Hamlin hat 2010 bereits acht Erfolge auf dem Konto, während Jimmie Johnson nur deren sechs vorweisen kann. Weil bei Punktgleichheit wie allgemein üblich der Fahrer mit den meisten Saisonsiegen Meister wird, sollte Johnson bei einem Sieg verhindern, dass Hamlin eine einzige Runde führt oder einfach gleich selbst die meisten Umläufe in Führung liegen.

Etwas abgelegen hinter dem Favoriten-Duo befindet sich Kevin Harvick mit 46 Punkten Rückstand auf Hamlin, sowie 31 Zähler auf Johnson. Das bedeutet, sobald Harvick mit den meisten Führungsrunden gewinnt, darf Johnson nicht besser als auf Platz 4 ankommen und Hamlin sollte maximal Siebter werden. Führt Harvick nicht die meisten Umläufe an, muss zu den Platzierungen der Konkurrenz noch jeweils ein Rang addiert werden. Das gilt natürlich immer nur, falls Hamlin und Johnson keine einzige Runde anführen, denn dann verschieben sich die Szenarien logischerweise um weitere fünf Punkte. Alles klar soweit? Grundsätzlich gilt: Alles ist möglich, denn die bisher beste Homestead-Statistik der drei Titelkandidaten kann durchschnittlich Kevin Harvick aufweisen!

Ein gemitteltes Ergebnis von 8,4 steht gegen die Platzierungen 10,6 und 12,7 von Hamlin und Johnson. Harvick fuhr in neun Teilnahmen nur zwei Mal nicht in die Top10, in den vergangenen beiden Jahren wurde er Zweiter und Dritter. Für Hamlin stehen ein Sieg im Vorjahresrennen, sowie zwei dritte Plätze 2006 und 2007 in den Büchern. Die anderen beiden Ergebnisse waren mit Rang 13 und 33 eher nicht eines Meisters würdig und wenn Hamlin am Wochenende so ein Ausfall unterläuft, kann er den Titel vergessen.

Johnson ist bekanntlich der konstanteste Chase-Fahrer unter den drei Kandidaten, denn er und sein Team sind in den letzten zehn Rennen einer Saison immer besonders fit und aufmerksam. In neun Homestead-Rennen konnte Johnson mit drei Ausnahmen immer in die Top9 fahren, landete dabei aber meist am oberen Ende der Skala; soll heißen, dass in den letzten fünf Jahren nur ein Top5-Resultat für den vierfachen Meister herausgesprungen ist. Erklären könnte man die Homestead-Schwäche von Jimmie Johnson mit dem Umstand, dass er die letzten vier Jahre stets nur auf Ankommen fahren musste, um seinen Vorsprung in einen Titel umzumünzen. 2010 führt nun stattdessen Hamlin die Wertung an und Johnson muss schon ein Ergebnis ähnlich 2003 (3.) oder 2004 (2.) bringen.

Zum Vergleich liste ich einmal die Playoff-Ergebnisse dieses Jahres von Hamlin, Johnson und Harvick auf:

Hamlin: 2/9/12/8/4 – 1/9/1/12
Johnson: 25/1/2/3/3 – 5/7/9/5
Harvick: 5/15/3/7/8 – 3/2/6/6

Dabei fällt ins Auge, dass alle Piloten ihren „Joker“ schon genutzt haben und mehr als ein Resultat jenseits der Top15 darf man sich für gewöhnlich nicht erlauben. Ebenfalls interessant ist die Stärkeverteilung über die Zeit gesehen, denn während Johnson eher zu Beginn des Chase erfolgreich war, konnten Hamlin und Harvick in der zweiten Hälfte zulegen. Vor allem Denny Hamlin ist in den vergangenen vier Rennen extrem stark unterwegs gewesen und hätte ohne sein Benzinpech in Phoenix durchaus auch schon drei Siege in den Playoffs einfahren können. Der neunte Platz war übrigens Talladega und dafür ist das recht ordentlich.

Außer den drei Chase-Piloten, die bei derart geringen Abständen eigentlich konsequent auf Sieg fahren müssen und der Roush-Fenway-Armada, gibt es noch zwei weitere Fahrer mit größeren Erfolgschancen am Wochenende: Zum einen wäre da Jeff Gordon, der in den bisher elf Ausgaben nur zwei Mal nicht in den Top10 ankam. Die letzten drei Homestead-Rennen beendete Gordon sogar in den Top6. Zum anderen muss man auf Kurt Busch achten, der die blaue #2 vor seinem teaminternen Abschied noch einmal in die Victory-Lane entführen könnte. Seit 2002 brachte er in stetigem Wechsel immer einen Totalausfall und ein Top5-Resultat nacheinander. Wollen wir für ihn hoffen, dass der vierte Platz aus dem Vorjahr ihm kein Unglück bringt.

Für die Top10 habe ich noch Kyle Busch, Tony Stewart, Clint Bowyer, Jeff Burton, Mark Martin, Jamie McMurray, AJ Allmendinger, Kasey Kahne und Martin Truex Jr als potentielle Kandidaten auf der Liste stehen. Busch kam erst im letzten Jahr zu seinem ersten Homestead-Top10, während Stewart die ersten beiden Ausgaben auf dem Intermediate-Oval für sich entschied und danach in den letzten fünf Jahren nur ein Top10-Resultat folgen ließ. Die RCR-Fahrer sind immer für solche Ergebnisse gut und vor allem Bowyer bewies das in zwei der letzten drei Saisonrennen, sowie 2006 und 2008 in Homestead selbst. Burton wurde im letzten Jahr Zweiter, konnte in dieser Saison zuletzt aber nicht mehr so überzeugen.

Außerhalb des Chase lauern Martin und McMurray auf eine letzte Chance, beide konnten in den letzten fünf Jahren mindestens einmal die Top10 erreichen. Dasselbe gilt für Kahne, der sicherlich heiß auf sein erstes Top10-Ergebnis für Red Bull Racing sein dürfte. Konstant gut in Homestead waren bisher auch AJ Allmendinger und Martin Truex Jr: Allmendinger trat bisher zwei Mal auf den Plan und nahm dabei die Plätze 11 und 10 mit nach Hause, Truex kommt in fünf Ausgaben auf vier Top10-Resultate, wobei 2006 sogar ein zweiter Rang möglich war. Noch ein kleiner Ausblick auf Juan Pablo Montoya: In bisher fünf Homestead-Auftritten war maximal Platz 15 zu holen, die anderen Ergebnisse waren Rang 17 und zwei Ausfälle jenseits von Platz 30; einmal in seinem ersten Cup-Rennen überhaupt 2006 und noch dazu im vergangenen Jahr.

Die Meisterschaftsentscheidung beginnt am Sonntagabend zur besten Sendezeit um 19 Uhr und wird sicherlich für einige Dramatik und Spannung sorgen. Ebenfalls eng geht es noch beim Kampf um die Top35 zu, wobei aber ein Ausblick auf das nächste Jahr bereits für etwas Entspannung sorgt: 2011 tritt Richard Petty Motorsports wenn überhaupt nur mit zwei Wagen an und auch bei Penske Racing ist das Auto von Sam Hornish Jr nach dem Abgang von Mobil1 alles andere als sicher. Dazu kommt allerdings ein neuer Entry bei Richard Childress Racing für Paul Menard, der wahrscheinlich ohne feste Qualifikation in die Saison starten muss. Gewinnt Kevin Harvick die Meisterschaft, so könnte man die Owner-Points der #29 zur neuen #27 transferieren und Harvick mit dem Champions-Provisional antreten lassen.

Vielleicht rücken also die #38 von Front Row Motorsports, die #26 von Bill Jenkins/Latitude 43 und die #13 von Germain Racing noch nachträglich in die Top35 auf, wenn keines der ausscheidenden Teams ihre Punkte verkaufen sollte. Auch hier gibt es mehrere potentielle „Merger“, um an Owner-Punkte zu kommen. Das Ford-Team mit der #26 könnte beispielsweise bei RPM andocken oder der Whitney-Dodge mit der #46 die Punkte von Sam Hornishs #77 übernehmen. Die Off-Season wird sicherlich noch einiges an Bewegung bieten und es stellt sich die Frage, ob wir 2011 überhaupt ein volles Starterfeld erleben.

Nach den Statistiken zu Homestead, der Fahrerwertung und den Owner-Points folgen noch die Ausstrahlungsdaten für das Wochenende. In den anderen beiden nationalen Serien ist die Spannung dagegen größtenteils raus, denn Brad Keselowski und Todd Bodine stehen schon als Meister in Nationwide und Trucks Series fest. Interessant könnte es nur noch bei der Team-Wertung werden, wo die beiden #18s von Kyle Busch bzw. Joe Gibbs Racing noch die Owner-Titel holen können. Ich wünsche allen viel Spaß am Wochenende! Damit melden sich die wöchentlichen Vorschauen zunächst bis zum Budweiser Shootout im Februar 2011 ab, vielen Dank fürs regelmäßige Lesen!

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 19.11.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
19:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
23:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
00:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (Ford 200), SPEED

Samstag, 20.11.
17:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2 (TV um 21:00 Uhr)
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Ford 300), ESPN2

Sonntag, 21.11.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Ford 400), ESPN

November 16 2010

07:24

NASCAR: Analyse Phoenix November 2010

Das vorletzte Chase-Rennen in Phoenix entwickelte sich nach der gewöhnlichen Phase des Überlebenskampfes zu einem Benzinpoker, der am Ende gleich einige Opfer forderte. Für das letzte Saisonrennen in Homestead bedeutet dieses Ergebnis jedoch den engsten Punktabstand der ersten drei Piloten seit Einführung der Playoffs zum Finale.

Als Favorit des Rennens am Wochenende wurde im Vorfeld eindeutig Jimmie Johnson gehandelt, immerhin gewann er die letzten drei Phoenix-Ausgaben. Doch was dann letztendlich von Johnson folgte, war nicht die gewohnte Dominanz der vergangenen Jahre, was zeigt, dass der viermalige Meister in diesem Jahr definitiv härter um die Krone kämpfen muss. Zum ersten Mal liegt er nun außerdem vor dem Saisonfinale in Homestead nicht an der Spitze der Meisterschaftstabelle, sondern befindet sich in der ungewohnten Verfolger-Position hinter Denny Hamlin. Hamlin dominierte Phoenix in diesem Chase, musste sich letztendlich aber wegen Benzinmangels einem anderen Piloten geschlagen geben, der schon länger nicht mehr in der Victory Lane gesichtet wurde:

Carl Edwards legte an diesem Wochenende eine wahre Serie hin und überraschte mit Bestzeiten in allen(!) drei freien Trainings sowie einer Pole-Position im Cup. Zusätzlich dazu holte Edwards sich am Samstag bereits in der Nationwide Series den Sieg und unterstrich somit endgültig seine Favoritenrolle für den Sonntag. Im Cup-Rennen verlor er nach einer sehr frühen Caution, ausgelöst durch Nationwide-Pilot Brendan Gaughan, die Führung an Kurt Busch. Busch hielt sich allerdings nur 20 Runden vor Edwards und war einer der wenigen Piloten, die überhaupt in der Lage waren, sich an die Spitze des Feldes zu setzen. Außer Hamlin, Edwards und Kurt Busch gelang dies nur noch Bruder Kyle Busch (6 Runden), Bobby Labonte (2) und Matt Kenseth (1), was die spätere Dominanz von Denny Hamlin weiter unterstreicht. Doch hübsch der Reihe nach:

Nachdem Carl Edwards die Führung zurückerobert hatte, landete Brad Keselowski in Runde 59 in der Mauer, um Gelbphase #2 auszulösen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hamlin sich von seinem 17. Startplatz an die Spitze vorgearbeitet und schickte sich an, Edwards die Führung für eine lange Zeit dauerhaft abzuringen. Nach Caution #3 wegen Debris in Runde 101 folgte eine extrem lange Grünphase über mehr als 100 Umläufe, bevor nur 90 Runden vor Schluss die entscheidende Phase des Rennens begann. Zu diesem Zeitpunkt rechnete wohl jeder damit, dass Denny Hamlin seine Dominanz in einen Sieg ummünzen würde, doch dann kam alles ganz anders:

In Runde 222 drehte sich Robby Gordon von der Strecke und verursachte damit Gelbphase #4, die nach den Boxenstopps unter grüner Flagge zwischen Umlauf 166 und 173 wieder alle Fahrer zum Nachtanken und Reifenwechseln brachte. Kyle Busch konnte sich dabei kurzfristig in Führung setzen, hatte aber beim Restart keine Chance gegen seinen Teamkollegen. Noch unter Gelb in Runde 225 teilte Crew-Chief Mike Ford seinem Fahrer Denny Hamlin zwischenzeitlich mit, dass dem Toyota nach Berechnung des Verbrauchs Sprit für rund 12 bis 13 Runden fehlen würde. Diese Tatsache führte dann auch zur nächsten Entscheidung von Ford, die Hamlin im Gesamtbild gesehen das Rennen kostete.

Nur fünf Runden nach dem Neustart in Umlauf 233 löste Travis Kvapil mit einem Ausflug ins Gras die fünfte und letzte Gelbphase des Nachmittags aus. Weil nach den letzten Boxenstopps erst knappe zehn Runden vergangen waren, entschieden sich die Top8 des Rennens gegen ein Nachfassen. Sie setzten stattdessen auf eine weitere Caution, wohl auch weil trotz eines Auftankens immer noch Sprit für zwei bis drei Runden fehlen würde. Da diese hypothetische Gelbphase jedoch auf sich warten ließ, gerieten mehrere Piloten in eine äußerst missliche Lage, denn es war nicht klar, wer überhaupt würde durchfahren können.

Carl Edwards dagegen hatte offenbar einen besseren Benzinverbrauch, denn Crew-Chief Bob Osborne teilte seinem Fahrer 20 Runden nach dem Restart mit, dass der Ford mit der #99 wohl genug Sprit für den Rest des Rennens an Bord hätte. Diese Mitteilung ließ sich Edwards nicht zweimal überbringen und machte sofort Druck auf den Führenden Hamlin, neben dem er beim Neustart zurück ins Rennen gegangen war. Sieben Umläufe später in Runde 266 machte Edwards sich zu nutze, dass Hamlin wegen seines kleinen Benzinproblems nicht voll zurückschlagen konnte.

Völlig enttäuscht musste Hamlin die #11 dann in Runde 298 von 312 an die Box fahren, um Sprit für die letzten Meilen nachzufassen und fiel dadurch kurzzeitig bis auf Platz 19 mit Rundenrückstand zurück. Da er aber auch zwei neue Reifen mit auf den Weg nahm, konnte er den Schaden relativ gering halten, sich seine Runde zurückholen und das Rennen noch auf Rang 12 beendet. Die Entscheidung, den Boxenstopp dennoch durchzuführen war letztendlich die bessere, denn ein Totalausfall mit leerem Tank hätte Hamlin in der Meisterschaft wohl extrem weit zurückgeworfen.

An der Spitze ging Carl Edwards auf Nummer sicher und nahm etwas Pace heraus, was zeitweilig befürchten ließ, er könnte doch trockenlaufen. In diesem Falle wäre zwischenzeitlich Juan Pablo Montoya zur Stelle gewesen, der sich im Rennverlauf von jenseits der Top30 sukzessive in die Top5 vorgearbeitet hatte. In den Schlussrunden lag Montoya plötzlich auf Platz 2, bis auch ihm der Sprit ausging. Eine realistische Chance auf den ersten Ovalsieg gab also zumindest kurzzeitig, aber der ausrollende Chevy mit der #42 rettete sich nur auf Platz 16 über die Ziellinie.

Carl Edwards feierte damit nach knapp zwei Jahren (Homestead 2008) endlich einen weiteren Cup-Sieg und lieferte auch gleich den bekannten Rückwärtssalto ab. Danach begab er sich kurioserweise sogar durch den Fangzaun auf die Tribüne, um sich von den Zuschauern ausgiebig feiern zu lassen. Hierbei hatte die zur Stelle geeilten Sicherheitskräfte augenscheinlich eine Menge zu tun. Wenn man bedenkt, dass Edwards 2008 noch ganze neun Saisonrennen gewinnen konnte, kann man erahnen, was ihm dieser Erfolg bedeutete. Nach Greg Biffle (4.) kehrte also auch Edwards auf die Gewinnerstraße zurück, lediglich Matt Kenseth (7.) hat bei Roush-Fenway Racing noch aufzuholen, fuhr aber immerhin in die Top10.

Im Kampf um die Meisterschaft konnten Hamlins Konkurrenten Jimmie Johnson (5.) und Kevin Harvick (6.) ordentlich Boden auf die #11 gutmachen, weil sie sich früh in den Spritsparmodus begaben und so auf einen letzten Boxenstopp verzichten konnten. Harvick musste sich zwischenzeitlich sogar vom Ende des Feldes zurück nach vorne kämpfen, weil seine Pitcrew bei einem früheren Stopp vergessen hatte, eine Radmutter festzuziehen.

Das Kuriosum des Rennens lieferte aber eindeutig Kasey Kahne, der eine Benzinkanne nach den Boxenstopps unter grüner Flagge zu einer ungeplanten Ausfahrt mitnahm. Diese verhakte sich am Boxenausgang glücklicherweise am Heckspoiler anstatt abzufallen. Bei einer weiteren Anfahrt konnte die Crew das Anhängsel dann entfernen. Ein entsprechendes Bild dazu gibt es unten in der Galerie zu sehen. Weil Kahne dabei eine Runde verlor, blieb anschließend nur noch Platz 30 für den Red-Bull-Neuzugang übrig.

Platzierungen weiterer Piloten:
- Ryan Newman (2.) und Joey Logano (3.) liefen unmittelbar hinter Carl Edwards ein.
- Mark Martin (8.), Kurt Busch (9.) und Jamie McMurray (10.) komplettierten die Top10 vor Jeff Gordon (11.) und Kyle Busch (13.).
- Dale Earnhardt Jr (14.) lieferte unauffällig ein solides Ergebnis ab, nachdem er zuvor eine Runde in Rückstand geriet.
- Die drei letzten Chaser Tony Stewart (17.), Jeff Burton (19.) und Clint Bowyer (21.) kamen außerhalb der Top15 ins Ziel.

Das Pech von Denny Hamlin bei gleichzeitigen Top6-Ergebnissen von Jimmie Johnson und Kevin Harvick gestaltete die Meisterschaftswertung vor dem Saisonfinale in Homestead nun völlig offen. Hamlin liegt zwar weiterhin knapp vor Johnson (-15) und Harvick (-46), die Abstände sind jedoch mehr als gering. Damit liefert der diesjährige Chase die knappste Ausgangsbasis für ein finales Rennen seit seiner Einführung 2004. Betonen möchte ich allerdings noch einmal die Saisonleistung von Kevin Harvick, der in den Classic-Points weiterhin mit 195 Punkten führt und damit ohne Playoffs die Meisterschaft bereits sicher in der Tasche gehabt hätte. Auf die einzelnen Punkte-Szenarien für Homestead gehe ich dann in der entsprechenden Vorschau am Freitag ein.

In der Owner-Wertung liegen die Plätze 32-36 noch unter Druck. Da jedoch keines der entsprechenden Teams häufig besser als Platz 30 ins Ziel fährt, sind mehr als 50 Punkte Polster im letzten Rennen eigentlich sicher genug für den Verbleib in den Top35. Das finale Duell in Homestead lautet wohl #38-Dave Blaney für Front Row Motorsports vs. #71-Andy Lally für TRG Motorsports, wobei das Aufholen von 74 Punkten durch einen Rundkurs-Piloten auf einem Intermediate-Oval schon ein Wunder wäre.

Für FRM dürfte das Abschneiden außerhalb der Top35 allerdings kein Beinbruch bedeuten, hat man doch trotzdem noch zwei Autos fest für das Daytona 500 im nächsten Jahr qualifiziert. Für den dritten Wagen sind die Gelder des Teamchefs Bob Jenkins ohnehin knapp kalkuliert, mit einem Zwei-Wagen-Team können die wenigen vorhandenen Teile optimaler eingesetzt werden. Das bestätigte Fahrer Travis Kvapil in einem Interview, der Link dazu ist hier zu finden, erwies sich beim Einbinden jedoch zeitweise als tot. Ansonsten kann man bei Jayski.com in den News zur #34 die entsprechende Stelle unter der Überschrift „Front Row to 2 cars? Kvapil returns in 2011: from an interview with driver Travis Kvapil“ nachlesen.

Zum Abschluss noch was zum Thema NASCAR-Streams: Beim Phoenix-Rennen tauchte erneut der Link zu einem offiziellen Stream auf der Startseite von NASCAR.com auf. Dieses war derselbe wie zwei Wochen zuvor in Talladega: Gut schaubar, wegen der geringen Bildwiederholrate zwar noch immer nicht perfekt, im Gegensatz zu den bekannten Briefmarkenformaten aber schon ein ordentlicher Schritt. Das Texas-Rennen in der letzten Woche wurde übrigens nicht offiziell im Netz verbreitet. Zur aktuellen Situation und der Möglichkeit eines offiziellen NASCAR-Streams im nächsten Jahr bietet sich folgender Artikel bei The Daly Planet als Lektüre an.

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November 12 2010

11:19

NASCAR: Vorschau Phoenix November 2010

2 to go heißt es an diesem Wochenende in Phoenix, wenn Denny Hamlin, Jimmie Johnson und Kevin Harvick den Grundstein für das große Saisonfinale in Homestead legen. Zwar könnte Hamlin auch schon am Sonntag alles klar machen, doch dazu müsste Johnson jenseits der Top30 ankommen, was gerade in Phoenix ziemlich unwahrscheinlich ist.

In Texas übernahm Denny Hamlin durch seinen Sieg die Tabellenführung von Jimmie Johnson, der „nur“ ein Top10-Resultat einfahren konnte. Der viermalige Meister liegt nun zwei Rennen vor Schluss 33 Punkte hinter Hamlin. Kevin Harvick auf Platz 3 in der Meisterschaft hat mit 59 Zählern Rückstand ebenfalls noch eine realistische Chance auf den Titel. Falls die Top3 der Fahrerwertung auch in Phoenix und Homestead an den Start gehen, was natürlich mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit geschehen wird, haben alle Fahrer hinter dem viert platzierten Carl Edwards auch rechnerisch kein Wörtchen mehr um die Trophäe mitzureden. Im Folgenden liste ich kurz die Clinch-Szenarien auf, die an diesem Wochenende auf dem Phoenix International Raceway Denny Hamlin vorzeitig zum Meister machen könnten.

Carl Edwards kann man trotz der verbleibenden rechnerischen Chance aber auch schon aus der Entscheidung rauswerfen: Für einen Rennsieg gibt es in der NASCAR 185 Zähler und zusätzlich erhält man automatisch 5 Bonuspunkte für eine geführte Runde, denn zumindest den letzten Umlauf muss man bei einem Erfolg ja zwangsläufig in Front des Feldes gelegt haben. Sollte ein Fahrer auch noch die meisten Runden geführt haben, bekommt er weitere 5 Extrazähler, was eine maximale Punkteausbeute von 195 pro Wochenende bedeutet. Der 43. und letzte Pilot eines Rennen bekommt allerdings immerhin noch 34 Punkte auf seinem Konto gutgeschrieben und das bedeutet, dass – sollte der entsprechende Konkurrent in der Rechnung am Rennen teilnehmen – nur 161 Zähler Rückstand aufgeholt werden können bzw. ein Vorsprung nur um diese 161 Punkte ausgebaut werden kann.

In zwei Rennen ergibt sich so eine Differenz von 322 Punkten und Carl Edwards hat 317 Zähler aufzuholen. Im unwahrscheinlichen Fall, dass Hamlin zweimal Letzter würde, Johnson und Harvick stets ebenfalls ausfielen und Edwards beide Rennen mit den maximal möglichen Punkten gewänne, könnte er also noch Meister werden. Sobald er aber in Phoenix oder Homestead nicht die 5 Bonuszähler für die meisten Führungsrunden holen würde, wäre es bereits aus. Diese Variante sei nur der Vollständigkeit halber ausgelistet und weil ich gerne rechne. Zu erwarten ist das natürlich nicht mehr, da wird in diesem Jahr eher Lewis Hamilton noch Formel-1-Weltmeister.

Denny Hamlin könnte an diesem Wochenende den Titel bereits unter Dach und Fach bringen, dazu müsste er mit voller Punktzahl gewinnen, während Jimmie Johnson nicht besser als 32. wird. Kevin Harvick könnte sich maximal Platz 21 leisten, damit Hamlin vor Homestead mindestens 161 Zähler in Führung liegt. Dieses Szenario ist allerdings ebenfalls ziemlich unrealistisch und das merkt man spätestens, wenn man einen Blick auf Johnsons bisherige Phoenix-Statistik wirft:

Die hat es wahrlich in sich, denn von den bisher 14 Auftritten beendete Jimmie Johnson alle in den Top15, zwölf in den Top7 und nicht weniger als neun in den Top4. Die letzten drei Chase-Rennen in Phoenix gingen allesamt an Johnson und dazu noch die Frühjahrsausgabe von 2008. Seit Ende 2006 kam der Titelverteidiger auf dieser Strecke nie schlechter als auf Rang 4 ins Ziel. Damit ist Johnson an diesem Wochenende der Fahrer, den es zu schlagen gilt und man sollte ihn wohl unbedingt in seinen Top5-Tipp aufnehmen.

Allerdings gilt: Wenn jemand den Dauermeister und –gewinner in Phoenix schlagen kann, dann eben Denny Hamlin. Dem ärgsten Konkurrenten gelang auf dem 1-Meilen-Oval zwar noch kein Sieg, in zehn Rennen aber immerhin schon vier dritte Plätze. Falls Johnson mit den meisten Führungsrunden siegt und Hamlin erneut Dritter wird, dann schleppt der jetzige Tabellenführer einen winzigen Vorsprung von drei Zählern zum Finale nach Homestead. Kommt er in diesem Szenario schlechter als die erwähnte Platzierung an, ist er seinen Platz an der Spitze bereits nach nur einem Rennen wieder los. Hamlin hat in Phoenix bereits zweimal richtig Pech gehabt und fuhr schlechter als auf Platz 30 ins Ziel. Ansonsten sieht es bei ihm wie bei Johnson aus (rechnet man mal damit, dass Hamlin vier Rennen weniger auf dem Buckel hat): Acht von zehn Mal Top16, sechs Mal Top6.

Der Glücks- und Unglücksrabe 2010 gleichzeitig ist momentan der Dritte in der Meisterschaft: Kevin Harvick. Zwar blieb der Kalifornier in diesem Jahr bereits drei Mal siegreich und verglichen mit 2009 ist diese Saison ein Griff nach den Sternen, doch im Kampf um die Meisterschaft musste Harvick dem Chase-System gewaltigen Tribut zollen. Nach dem alten Ablauf ohne Rücksetzen der Punkte hätte der Meister der regular season das Heft derzeit deutlich in der Hand. 300 Zähler Vorsprung in der Tabelle wären nur 22 weniger, als er zwei Rennen vor dem Schluss bräuchte, um alles klar zu machen. Spätestens nach Phoenix hätte Harvick wohl als Meister festgestanden.

Ich finde, NASCAR sollte die Leistung des Ersten der Qualifikationsphase zum Chase mehr anerkennen und ihn mit einem größeren Bonuspunktepolster in die Playoffs schicken. Maximal 50 Zähler wären zum Beispiel denkbar, oder halt 50 Punkte vor dem Top-Gesetzten durch Rennsiege, sonst schmeißt man 26 Rennen Konstanz einfach so weg. Riesige Vorsprünge in der Tabelle, wie die über 200 Punkte von Harvick in diesem Jahr nach Richmond, verringert man mit meiner Idee trotzdem signifikant.

Kevin Harvicks Chancen in Phoenix dürften allerdings ziemlich begrenzt sein. Zwar ist er für seine regelmäßigen Top10-Ergebnisse bekannt, doch in bisher 15 Ausgaben gelangen ihm jene nur sechs Mal. Im Frühjahr sprang Platz 13 für den Meister der regular season heraus. 2006 gewann Harvick übrigens beide Saisonrennen in Phoenix. An diesem Wochenende sehe ich ihn mal ausnahmsweise nicht in den Top10 und wenn, dann nur sehr knapp. Selbst im besten Fall sollte sich sein Rückstand in der Meisterschaft vor Homestead auf gut und gerne 100 Punkte vergrößert haben. Das wäre dann vermutlich sein Abschied aus dem Titelrennen. So wirklich ausschließen darf man in der NASCAR aber natürlich nichts, dafür passieren gerne mal kleine Wunder.

Neben Johnson und Hamlin haben an diesem Wochenende vor allem die Chevrolet-Teams gute Karten, das zeigt die Vergangenheit ganz deutlich: Seit Ende 2005 standen nur Chevys in der Victory Lane von Phoenix, davor war die Strecke eher eine Ford-Domäne, Toyota und Dodge gingen bisher leer aus. Im Frühling setzten sich die kompletten Top5 des Rennens aus Fahrzeugen von Chevy zusammen. Hendrick Motorsports und dem assozierten Stewart-Haas Racing muss man hier wohl die besseren Karten zuordnen, immerhin gewann Ryan Newman im Frühjahr knapp vor Jeff Gordon. Mark Martin kam in vier der letzten fünf Phoenix-Rennen in die Top5.

Die verbleibenden Chase-Piloten haben auf jeden Fall die Stärke, in die Top10 zu fahren. Bewiesen haben alle auch schon, dass die Top5 ebenfalls möglich sind. Da jetzt aber genauere Vorhersagen zu machen, dürfte schwierig werden. Außerhalb des Chase sollte man außer Martin und Newman noch den dritten Toyota von Joe Gibbs Racing, sowie die beiden Piloten von Earnhardt-Ganassi Racing im Auge behalten. Joey Logano erreichte im Frühjahr immerhin die Top10, nachdem er zuvor an den Top20 kratzte. Jamie McMurray hält sich derzeit immer am Rand der Top10 auf und kann in jedem Moment plötzlich mal in der Spitzengruppe um den Rennsieg mitfahren. Sein Teamkollege Juan Pablo Montoya beendete die letzten beiden Phoenix-Ausgaben in den Top8, das beste Ergebnis ist ein fünfter Platz aus dem Frühjahrsrennen.

Eine etwas bessere Statistikübersicht bietet noch die – wie gewohnt unten folgende – Grafik zu den Phoenix-Leistungen der Chase-Fahrer. Die Meisterschaftstabelle ist ebenfalls in bildlicher Form eingebunden, zusätzlich zur Situation rund um den Kampf am Cut der Top35 der Owner-Wertung. Geschrieben hatte ich dazu ja schon was in der Texas-Analyse. Bevor die Grafiken zum Schmökern einladen und die Ausstrahlungsdaten für das Wochenende folgen, noch ein paar kleine News:

Kyle Busch wurde von NASCAR für seinen Stinkefinger mit einer Geldstrafe von 25.000 US-Dollar belegt und fährt zusätzlich bis Ende des Jahres auf Bewährung. Noch einmal sollte er sich sowas also nicht leisten. Derweil haben sich die beiden Jeffs (Gordon und Burton) nach einer Aussprache wieder vertragen, bei der angeblich sogar etwas gewitzelt wurde. Ich konnte mir ohnehin keinen Reim daraus machen, warum da nun Absicht im Spiel gewesen sein sollte und warum die Gemüter so überhitzten.

Wirklich ruhig wird es derzeit allerdings nicht um Richard Petty Motorsports: Das Team kämpft nach wie vor mit der sehr angeschlagenen finanziellen Situation, während man vom Mehrheitsbesitzer George Gillett leider kaum etwas hört. Es ist bisher nicht sicher, ob die vier Autos von RPM auch beim Saisonfinale in Homestead am Start sein werden, nachdem die Rechnungen für Phoenix erst in letzter Minute bezahlt wurden. Die entsprechenden Wagen wurden zum Texas Motor Speedway gebracht, verblieben aber bis zum Mittwochnachmittag in der Obhut von Technik-Partner Roush-Fenway Racing. Nach Klärung aller finanziellen Ungereimtheiten bezüglich der folgenden Woche durften die Rennwagen dann in die eigenen Trucks umgeladen werden und selbige in Richtung Phoenix aufbrechen. Genauer nachlesen kann man den erwähnten Ablauf im hier verlinkten Artikel.

Wie ernst es um die Zukunft des Teams steht, zeigt eigentlich schon diese Woche-für-Woche-Herangehensweise und die Tatsache, dass die RPM-Mitarbeiter die Autos mittlerweile in den Räumen von RFR vorbereiten müssen. Weil die Leasingkosten momentan sehr spät beglichen werden, gibt Roush die Wagen daher erst kurz vor Beginn der Rennwochenenden an RPM heraus.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 12.11.
18:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
22:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (Lucas Oil 150), SPEED

Samstag, 13.11.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2 (TV um 21:00 Uhr)
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (WYPALL 200), ESPN2

Sonntag, 14.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Kobalt Tools 500), ESPN

November 11 2010

11:56

Formel Eins: Vorschau Abu Dhabi GP 2010

…and the Winner is… Diese Frage wird man erst am Sonntagnachmittag wissen. Den Fan erwartet auf jeden Fall ein spannendes Finale auf der arabischen Halbinsel.

Die Konstellation für das Wochenende ist bekannt. Gleich vier Fahrer können noch Weltmeister werden, wenn man denn den schon leicht abgeschlagenen Lewis Hamilton noch mit zählt. Aber damit der McLaren gewinnen kann, müsste man dann doch etwas mehr passieren, denn die letzten Rennen haben gezeigt, dass die Briten nicht gerade ein Auto haben, dass im richtigen Moment konkurrenzfähig ist. Bleiben also Alonso, Vettel und Webber, die sich um den Titel streiten. Und von diesen hat wiederum Alonso die beste Ausgangsposition. Ihm reicht ein zweiter Platz zum Gewinn des Titels, was nicht nach einer unlösbaren Aufgabe klingt. Aber der F60 hat in diesem Jahr immer wieder gezeigt, dass er unberechenbar ist. Mal funktioniert er perfekt, mal ist er, wie letzte Woche in Brasilien, einfach nicht schnell genug. Die großen Favoriten heißen also Red Bull und die alles entscheidende Frage lautet, ob Vettel seinen Teamkollegen Webber im entscheidenden Moment vorbei lassen würde.

Es gibt viele Konstellationen, wer wann wie Weltmeister werden kann. Die einfachste ist der erwähnte zweite Platz von Alonso. Würde Webber gewinnen und Alonso zweiter werden, hätte Alonso den Titel mit einem Punkt Vorsprung gewonnen. Liegt Vettel vor Webber und Alonso auf Platz 3 wird er mit 5 Punkten vor Vettel Weltmeister. Lässt Vettel allerdings Webber vorbei, gewinnt Webber mit 2 Punkten Vorsprung vor Webber. Interessant wird es, wenn Alonso nur auf Platz 5 reinkommt, während Vettel vor Webber gewinnt. Dann wären alle drei Piloten punktgleich und Vettel hätte den Titel gewonnen, weil 2 vierte Plätze mehr als Alonso hat, in allen Plätzen liegen beide gleichauf. Webber wäre sogar nur auf Platz 3, weil er einen Sieg weniger als die beiden Kollegen aufweist. Eine solche Entscheidung hätte es in der F1 noch nie gegeben. Es gibt sogar die Variante, das Hamilton Meister wird. Dafür müsste Hamilton gewinnen, Vettel müsste dritter, Webber sechster werden und Alonso darf keine Punkte machen. Hamilton hätte die WM mit einem Punkt gewonnen, während die anderen mit 246 Punkten gleichauf liegen würden.

Die letzte Variante ist recht unwahrscheinlich, wenn man von den bisherigen Leistungen ausgeht, dürften sich Alonso, Vettel und Webber um die ersten drei Plätze streiten. Das die Red Bull in Abu Dhabi vor allem im letzten Streckenabschnitt große Vorteile haben werden, liegt auf der Hand. Sollte es am Ende so sein, dass Vettel vor Webber liegt, stellt sich die Frage, ob und vor allem wann der Deutsche seinen Teamkollegen vorbeiwinkt. Es könnte ja immerhin sein, dass Alonso in der letzten Runde Motor hoch geht, und dann wäre Vettel Weltmeister. Verzichtet er also freiwillig auf den Sieg und den Titel? Wie doof steht Vettel da, wenn Alonso in der letzten Runde ausfällt und er Webber gerade vorbei gelassen hat? Würde Webber dann wieder zurückstecken und seinerseits die Dominanz von Vettel anerkennen? Eigentlich bleibt Webber nichts anderes übrig, als zu siegen um dann zu sehen, was hinter ihm passiert, doch seine momentane Form spricht nicht gerade für ihn, vor allem nicht in der Qualifikation, wo ihm Vettel die nötigen Hunderstel abknöpft.

Red Bull hat zumindest im Vorfeld klar gestellt, dass es keine Teamorder (die sowieso verboten ist) geben wird. Beide Fahrer sollen ihr Rennen fahren, wenn man den Titel verlieren würde, wäre das halt so. Durch die Blume gesagt: “So, wie Ferrari, wollen wir den Titel nicht holen.” Das entspricht dem Markenverständnis von Red Bull, die zum einen darauf setzen, dass nur der Beste gewinnt, egal wen sie unterstützen, und zum anderen spiegelt es auch das gnadenlose Aussiebprogramm der Nachwuchsföderung wieder. Man bekommt nichts geschenkt, auch nicht, wenn es um einen Titel geht. Sollte Alonso Weltmeister werden, wird über diesem Titel immer die auch bestrafte Aktion von Hockenheim schweben. Allerdings: Wer erinnert sich daran schon in 10 oder mehr Jahren? Mike Hawthorne hat in den 50ern mal einen Titel an Fangio verschenkt. Fangio kennt heute noch jeder, Hawthorne nur noch echte Fans. Ferrari und die italienischen Medien werden jedenfalls keine Probleme haben und das Argument, dass es sich um einen “Teamsport” handelt, ist ja auch nicht ganz von der Hand zu weisen.

Weiter hinten geht es eigentlich nur darum, eine gute Figur zu machen. Williams und Force India streite sich noch um den sechsten Platz der WM-Wertung, der gerüchteweise bis zu 5 Millionen Dollar wert ist. Sollte es den Briten gelingen, diesen Platz zu sichern, spricht vieles dafür, dass Hülkenberg im Team bleiben kann. Force India wiederum ist in den letzten Rennen extrem schlecht aufgelegt, allerdings könnten sie in Abu Dhabi auf Grund der vielen und sehr langen Geraden besser drauf sein. Der Williams hat, wie man auch in Brasilien sehen konnte, keinen guten Topspeed, aber ich rechne nicht damit, dass den Indern noch ein Sprung nach vorne gelingt.

Mercedes sollte gut dabei sein, wenn alles passt, hat man sogar Chancen, sich mit den McLaren zu duellieren. Komischerweise geht der MGP besser, seit dem man die Entwicklung eingestellt hat und auch Michael Schumacher scheint seit dem weniger Probleme zu haben. Marc Surer vermutet, dass das Team eben auf Grund der fehlenden Neuerungen besser in der Lage ist, den Wagen zu verstehen. Das gilt auch für Schumacher, der die letzten Rennen als Testfahrten nutzen konnte. Statt sich weiter auf irgendwelche neue Bauteile einstellen zu müssen, konnte er das machen, was er am besten kann: Den Wagen suksessive so einstellen, dass er zu ihm passt. Der Abstand zu Rosberg ist in den letzten Rennen jedenfalls auf wenige Tausendstel geschrumpft.

Renault hat zwar in den letzte Rennen enttäuscht, ist aber immer ein Faktor für die Plätze 5 bis 10. Auch Sauber könnte in Abu Dhabi noch einmal Punkte sammeln. Der Rest wird wohl keine Rolle spielen.

Die Strecke selber hat durchaus ihre Reize. Man startet am Tag und fährt in die Nacht hinein, dazu kommen die beiden ellenlangen geraden, die den eh schon belasteten Motoren noch einmal alles abverlangen werden. Das könnte sich, vor allem bei der Hitze, zu einer Materialschlacht entwicklen, die auch die WM-Leader betrifft. Das letztjährige Rennen war allerdings ziemlich öde, allerdings war die WM da auch schon entschieden. Viel erwarte ich aber auch in diesem Jahr nicht.

Abschied nehmen heißt es von Bridgestone, die zum letzten Mal Reifen an die Strecke schleppen. Die Japaner werden 2011 bekanntermaßen von Pirelli ersetzt, deren Reifen nach dem letzten Rennen in Abu Dhabi auch zum ersten Mal getestet werden. Das die Japaner sich zurückziehen ist bedauerlich, haben sie doch in den letzten Jahren akribisch dafür gesorgt, dass die Reifen möglichst allen die gleichen Chancen geben. Reifenplatzer kamen so gut wie nie vor, die Performancce stimmte immer. Pirelli wird es schwer haben, diese Vorgaben zu erfüllen.

Zum Wetter muss man wohl kein Wort verlieren. Es wird mit über 30 Grad richtig heiß und Regen ist nicht angesagt. Die Übertragungzeiten sind wie in Europa.

Freitag:
9.55 Uhr 1. FT, 13.55 Uhr 2. FT
Samstag:
13:55 Uhr 3. FT, 13.55 Uhr Quali
Sonntag:
13:55 Uhr Rennen

November 09 2010

07:21

NASCAR: Analyse Texas November 2010

Bis zur Halbzeit schwappte das drittletzte Saisonrennen auf dem Texas Motor Speedway so dahin und drohte lediglich zu einem Rechenspiel der Top3 der Meisterschaft zu verkommen, während Greg Biffle an der Spitze einsam seine Runden drehte. Kyle Busch läutete dann mit einem Paukenschlag den Abend der überkochenden Emotionen ein.

Die erste Rennhälfte brachte mit Greg Biffle zunächst einen dominanten Fahrer hervor, der sich anschickte, im Alleingang das Rennen zu gewinnen. Ernsthafte Konkurrenz bekam er anfangs nur von Mark Martin und später durch Joey Logano, bevor ein defektes Getriebe 30 Runden vor Schluss schließlich seine Siegchancen pulverisierte. Biffle führte 224 der 334 Runden in Texas, bevor der zweite Gang bei einem Boxenstopp brach. Damit musste er während der folgenden, letzten beiden Restarts hilflos zusehen, wie die Meute an ihm vorbeizog. Glücklicherweise ließ sein Auto aber im vierten Gang keine Performance vermissen, sodass er immerhin einen fünften Platz retten konnte.

Zur Stelle war nach Biffle, Martin und Logano am Ende Denny Hamlin, der sich mit seinem Sieg sogar in der Fahrerwertung an Jimmie Johnson vorbeischieben konnte. Der Zweitplatzierte Matt Kenseth zog im Schlussspurt über drei Runden zwar noch kurzfristig an Hamlin vorbei, zerstörte sich seinen potentiellen Erfolg aber direkt darauf mit einem Mauerkontakt, der ihn die entscheidenden Meter kostete. Dieses durchaus spannende Finale, welches der plötzliche Chancentod von Biffle auslöste, war aber nicht die Hauptattraktion des Abends. Dafür sorgten andere Protagonisten, denen auf dem Texas Motor Speedway ordentlich die Nerven durchgingen. Kyle Busch und später Jeff Gordon sowie Jeff Burton nahmen die „Have at it, boys!“-Regelung der NASCAR wohl etwas zu wörtlich.

Kyle Busch löste zur Halbzeit mit einem Dreher die sechste von insgesamt neun Gelbphasen aus. Dabei konnte er sich zwar von der Mauer fernhalten, benötigte aber dringend neue Reifen, weil sich die alten natürlich fast komplett in Rauch aufgelöst hatten. Während seines Boxenstopps bog das Pace-Car bereits auf die Zielgerade des Intermediate-Ovals ein, was Crew und Fahrer in besondere Bedrängnis brachte. Der Videobeweis zeigte anschließend, dass Busch rechtzeitig die Boxengasse verlassen hatte, bevor ihn das Pace-Car überholen konnte, um keine Runde zu verlieren. Dabei drückte er wohl etwas zu heftig auf das Gaspedal der #18 und wurde von NASCAR beim Speeding erwischt. Die Offiziellen entschlossen sich dazu, Busch die eine Runde an der Box warten zu lassen, welche er sich zuvor quasi illegal zurückholte.

Dem als notorisch bekannten Nervenbündel brannten daraufhin die Sicherungen durch, was sich in einer unsportlichen Geste äußerte, die unglücklicherweise auch noch Live über den Äther ging: Kyle Busch hatte allen Ernstes die Nerven, dem NASCAR-Offiziellen einen (und meiner Meinung nach während dem Schnitt der Regie auch noch einen zweiten) Stinkefinger zu zeigen. Völlig zu Recht bekam er dann zwei weitere Runden Rückstand aufgebrummt, eine für jeden Finger sozusagen. Die „nette“ Geste rechtfertigte Busch über Funk mit freedom of speech, einem in den USA und auch hierzulande hoch gehaltenen Gut, aber natürlich auch nur, solange man niemanden persönlich mit seinen Worten oder Taten beleidigt. Der Offizielle war an der gesamten Aktion vollkommen unschuldig, ist er doch nur damit beauftragt gewesen, den Busch-Toyota eine Runde an der Box aufzuhalten.

Bereits einen Tag zuvor machte Kyle Busch nicht gerade positiv auf sich Aufmerksam, als er nach dem Nationwide-Rennen den letzten Restart von Carl Edwards als Frühstart betitelte und NASCARs Nichteingreifen rügte. Das klingt jetzt nicht sonderlich provokativ, doch auch hier ist es wieder der Ton, der die Musik macht: Busch entglitt in einem Radio-Interview zweimal das F-Wort und noch dazu einmal während der anschließenden Pressekonferenz. NASCAR ist bei sowas bekanntlich nicht zimperlich und so konnte Busch froh sein, dass seine Tirade zum einen nicht bei ESPN2 über den Sender ging und zum anderen, dass das Radio-Interview noch rechtzeitig zensiert wurde. Die Stinkefinger-Aktion im Cup-Rennen könnte allerdings eine weitere Bestrafung nach sich ziehen, welche in diesem Fall noch im Laufe des Tages bekanntgegeben würde.

J.D. Gibbs, der Sohn von „Coach“ Joe Gibbs und Owner der #11 von Denny Hamlin, äußerte sich bereits zu der Situation mit folgendem, sehr interessanten Zitat: „Ich denke, das ist ein Bereich im Allgemeinen und im Leben, dem er sich wird widmen müssen. Und ich denke, er weiß das und das ist nichts Neues. Wir müssen nur sicherstellen, dass dies eher früher als später passiert.“ Damit scheint Busch nun also endlich auch mal einen Warnschuss seines Arbeitgebers bekommen zu haben, der ihm sagt, dass es so nicht mehr lange weitergeht. So sehr wir die NASCAR für solche Aktionen lieben und sie deswegen auch als hemdsärmelig bezeichnen, so weniger ist sowas allerdings sportsman-like. Damit ist die Diskussion freigegeben, denke ich.

Weiter geht es direkt bei der Kontroverse #2: Nur eine Caution später drehte Jeff Burton seinen Namensvetter Jeff Gordon ausgangs von Turn 2 unter Gelb(!) in die Mauer. Gordons Sonntagnachmittags-Ausflug war sofort beendet, während Burton sich noch bis zum Ende der Gegengerade rettete, vorausahnend dem, was noch folgen sollte. Jeff Gordon verzichtete darauf, den für ihn bereitgestellten Krankenwagen in Anspruch zu nehmen und machte sich umgehend in Richtung Burton auf. Dieser sah den Stier, der dort auf ihn „zugerannt“ kam und scheute seinerseits nicht die Konfrontation. So bewegten sich die beiden Fahrer also aufeinander zu, begleitet von zwei übergewichtigen NASCAR-Offiziellen.

Unter lautem Gejohle des Publikums brachte Gordon sofort den ersten Schubser an, ohne dass er Burton ausreden ließ oder geschweige denn selbst etwas sagte. Ob nun auch die Fäuste flogen, konnte ich dem TV-Bild nicht entnehmen, ich vermutete Burton jedoch für einige Augenblicke im Schwitzkasten, bevor die etwas langsameren Offiziellen die beiden Streithähne schließlich trennen konnten. Pikanterweise setzten sich Gordon und Burton dann unter Begleitung des Streckenpersonals in denselben Krankenwagen. Dort entschuldigte Jeff Burton sich angeblich in einem wahren Redeschwall, während der Kollege überwiegend still geblieben sein soll.

Die Frage nach der Ursache der Kollision beantwortete Burton mit einem Kommunikationsproblem auf der Strecke. Nachdem man sich zuvor ausgangs eines Turns etwas näher kam, beantwortete Gordon die Aktion mit einer nicht überlieferten Geste. Burton veranlasste dies nach eigener Aussage dazu, die Caution dafür zu nutzen, „Gordons Ärger anzuerkennen“. Anstatt neben die #24 zu fahren und eine entsprechende Geste zu äußern, schob er Jeff Gordon jedoch direkt in die Mauer. Natürlich sei das alles nicht seine Absicht gewesen usw., doch da muss sich nun jeder seine eigene Meinung bilden. Ich für meinen Teil stimme Jeff Gordon zu und finde solch eine Aktion, gerade von einem erfahrenen und respektierten Fahrer wie Jeff Burton, ziemlich verdächtig, um es mal so zu sagen.

Nachzulesen sind die Aussagen beider Piloten in diesem Artikel auf NASCAR.com. Auch in diesem Fall könnte es zu einer nachträglichen Bestrafung der Fahrer kommen, aber natürlich nicht wegen der körperlichen Auseinandersetzung, denn solche Möglichkeiten gesteht man den Piloten seit Anfang des Jahres ja mehr oder weniger offiziell ein. Eher schon aufgrund des nachzuweisenden, absichtlichen „Wreckens“, welches ganz besonders während einer Gelbphase verunfallte Fahrer und vor allem das Hilfspersonal gefährdet. Auch wenn es in diesem frühen Moment der Gelbphase vielleicht harmloser wirkte, sollte NASCAR trotzdem eine entsprechende Klarheit schaffen und sei es mit einer Strafe.

Anschauen kann man sich die beiden Vorfälle, freundlicherweise in Eins zusammengeschnitten, in folgendem Video:


Die einzigen Anwesenden, welche von der Gordon-Burton-Konfrontation profitierten, waren ausgerechnet Jimmie Johnson und sein Crew-Chief Chad Knaus: Die Boxenmannschaft der #48 schlug sich in Texas nicht gerade bravourös und verlor bei fast jedem Stopp mindestens eine Sekunde auf die Konkurrenz. Das mag jetzt nicht nach viel klingen, doch unter Gelb bedeutet das möglicherweise schon eine Verbannung in die zweite Startreihe, wenn die Gegner eben schneller gearbeitet haben.

Dieser Teil der NASCAR ist gerade in der heutigen Zeit eine wahre Präzisionsangelegenheit geworden: Unter der Woche trainieren die Boxenmannschaften mit einem eigens angestellten Coach ihre Fähigkeiten. Dabei kommt außer dem wiederholten Einstudieren und Einüben der Abläufe auch noch Krafttraining zum Einsatz. Die Anforderungen sind bei den Top-Teams so hoch, dass überwiegend ehemalige Athleten aus anderen Sportarten zum Einsatz kommen. Der jackman ist meist ein wirklich kräftiger ehemaliger Footballer, der über genügend Kraft verfügt, das Auto mit 1-2 Mal „pumpen“ am fast handelsüblichen Wagenheber in die Höhe zu befördern. Die flinken tire changers sind meist vorherige Flügelläufer, ebenfalls aus dem professionellen Football-Sport.

Wenn da die Leistung des Teams nicht stimmt, dann wird eben wie beim Fußball gewechselt und genau dazu kam es am Sonntag bei Hendrick Motorsports. Nach dem Ausfall von Jeff Gordon war seine Boxencrew, die zuvor exzellente Arbeit geleistet hatte, akut unterbeschäftigt. Chad Knaus schaltete schnell und berief Gordons Mannschaft an das Auto mit der #48. Schnell sah man ungläubige Gesichter bei Johnsons Crew, welche schon wenige Runden zuvor eine Standpauke von Knaus erhalten hatte. Dafür war der Crew-Chief sogar eigenhändig von seinem Elfenbeinturm herabgestiegen, so schlecht standen also die Zeichen.

So ein Vorgehen festigt die Moral der Mannschaft nun wirklich nicht, zumindest nicht die der eigenen. Dazu muss man allerdings sagen, dass die Boxencrews der #24 und der #48 gemeinsam trainieren. Generell sind die beiden Teams unter dem Dach von Hendrick Motorsports ja ziemlich eng verschmolzen. Konsequenterweise hat das Team gestern in einer Pressemitteilung angekündigt, dass der Tausch der Mannschaften bis zum Ende der Saison bestehen bleibt. Sicherlich eine richtige Antwort auf Chad Knaus‘ Kurzschlussreaktion vom Sonntag, denn die Moral der eigenen Truppe dürfte nun im Keller sein und damit unbrauchbar für den Titelkampf. Es sei noch erwähnt, dass die Crew der #24 am neuen Arbeitsplatz keinesfalls enttäuschte. Die nächsten drei Boxenstopps verliefen absolut fehlerfrei und ohne den Verlust von wertvollen Sekunden.

Nachfolgend noch die Ergebnisse ausgewählter Piloten mit guten Leistungen:
- Hinter Denny Hamlin und Matt Kenseth kamen die beiden starken Mark Martin und Joey Logano ins Ziel, welche jeweils mehr als 30 Runden in Führung lagen.
- Kevin Harvick überzeugte als Sechster wieder mit einem soliden Top10-Resultat vor seinem Teamkollegen Clint Bowyer.
- Die erwartete Stärke der Ford-Truppe unterstrichen außer dem verhinderten Sieger Greg Biffle (5.) auch noch David Ragan (8.) und Paul Menard (10.).
- Jimmie Johnson rettete in einem durchwachsenen Texas-Rennen nach dem Crew-Wechsel wenigstens noch Platz 9, verlor aber durch den Hamlin-Sieg die Führung in der Meisterschaft.
- Marcos Ambrose (12.) wurde bester MWR-Pilot, vor Kasey Kahne (13.), der sich selbst und Red Bull Racing mal wieder in Top10-Nähe brachte.
- Das große Roush-Talent Trevor Bayne (17.) kam in seinem ersten Cup-Rennen in die Top20. Sicherlich eine sehr gute Leistung des Neulings, der im nächsten Jahr bis zu sieben ausgewählte Cup-Einsätze bestreiten soll, um 2012 laut Reglement noch eine Chance auf den Rookie-Titel zu besitzen.

Die schlechteren Geschichten des Wochenendes folgen hier:
- Kurt Busch (24.) konnte wieder nicht überzeugen und verlor nach einem frühen Mauerkontakt das Handling seines Wagens. Eine Geschwindigkeitsübertretung in der Boxengasse half der Sache auch nicht, wenigstens blieb er cooler als sein Bruder, auch wenn er sich später noch irgendwie eine Runde Rückstand einfing.
- Dale Earnhardt Jr (25.) versank nach zuletzt zwei guten Rennen wieder im Mittelfeld, der Lap-by-Lap-Ticker auf NASCAR.com erwähnte ihn nicht einmal.
- Juan Pablo Montoya (28.) hatte mit einem gebrochenen Splitter zu kämpfen, der ihm das Handling versaute.
- Martin Truex Jr (38.) hatte einen wahren Tag zum Vergessen, denn er löste nicht weniger als drei der insgesamt neun Gelbphasen aus. Einem Dreher ins Infield folgten ein Reifenplatzer, sowie das letztendliche Rennende nach einem Einschlag in die Mauer.

In der Meisterschaft ist die Situation nun ein wenig eindeutiger geworden, zumindest was das Ausscheiden einiger Chase-Teilnehmer angeht: Pro Rennen kann der Sieger maximal 195 Punkte holen, aber nur 161 Zähler auf die Konkurrenz gutmachen, denn der letzte Platz wird immerhin noch mit 34 Punkten belohnt. Die magischen Grenzen liegen zwei Rennen vor dem Ende also bei 390 bzw. 322 Zählern. Clint Bowyer, Kurt Busch und Jeff Burton haben damit also auch rechnerisch jegliche Chancen auf die Meisterschaft verloren. Gerade für Bowyer ist das ärgerlich, denn ohne die 150-Punkte-Strafe kürzlich läge er in der Chase-Tabelle auf Platz 4. Natürlich ist das bei dann noch 247 Punkten Rückstand auch nur Kosmetik, wäre aber um einiges hübscher anzusehen gewesen.

Die zweite Marke von 322 Zählern betrifft alle Fahrer ab Matt Kenseth auf Platz 5, womit diese Piloten keine Chance mehr auf den Titel besitzen, sobald die Top4 zu jedem der verbleibenden zwei Rennen antreten, was sie wohl auch tun werden. Carl Edwards Rückstand von 317 Punkten auf Rang 4 ist aber realistisch nicht mehr einzuholen. Die verbleibenden Meisterschafts-Kandidaten sind weiterhin Denny Hamlin, Jimmie Johnson und Kevin Harvick, die sich am Wochenende keine Punkte geschenkt haben. Durch den Sieg von Hamlin liegt dieser nun allerdings 33 Punkte vor Johnson, Harvick folgt mit 59 Zählern auf Hamlin. Alle drei Piloten fuhren in Texas in die Top10, was zeigt wie eng der Chase ist, wenn Hamlin trotzdem an Johnson vorbeiziehen kann. In diesem Jahr wird es für den Dauermeister nicht mehr ganz so einfach, auch wenn er mit Phoenix natürlich noch ein letztes Ass im Ärmel besitzt.

Eine Statistik in Grafikform wirft hinter dem schriftlichen Teil und vor den Meisterschaftstabellen einen ausführlichen Blick auf die Resultate der Chase-Fahrer auf den verbleibenden zwei Strecken von Phoenix und Homestead.

In der Owner-Wertung muss Robby Gordon zwar einen Rückschlag hinnehmen, weil ihm durch einen Motorschaden einige Punkte auf die #38 von Front Row Motorsports, sowie die #26 von Bill Jenkins entgingen, doch trotzdem rutschte er in den Top35 ein paar Positionen nach oben. Grund dafür sind die schlechten Leistungen der anderen beiden FRM-Teams, die entweder frühzeitig ausfielen oder nicht genug Sponsorengeld für ein volles Rennen hatte. Eigentlich komisch, weil Owner Bob Jenkins die Wagen aus eigener Tasche finanziert, um ein garantiertes Startrecht zum Daytona 500 zu retten. Wenn beide Autos nach nur 23 Runden im Abstand von zwei Umläufen mit „Überhitzung“ als Grund ausscheiden, riecht das aber nach einem start & park-Einsatz, wobei Dave Blaneys #37 deutliche Rauchzeichen von sich gab.

Auch Andy Lally überzeugte in der #71 von TRG Motorsports nicht sonderlich, was dem Team nun den Platz auf dem wackeligen Stuhl eingebracht hat. Insgesamt liegen Platz 32 bis 36 nur 112 Punkte auseinander, da könnte es in den verbleibenden beiden Rennen vielleicht doch nochmal spannend werden. Da sich die erwähnten Teams jedoch meist am Ende des Feldes aufhalten, sind größere Abstands-Sprünge als 50 Punkte eher selten. Der #26 fehlen 208 Zähler und das ist rechnerisch machbar, aber ziemlich unwahrscheinlich. In Phoenix sitzt Bill Elliott am Steuer, kann sein champion’s provisional allerdings nur nutzen, wenn Terry Labonte dies für die #81 von Whitney Motorsports nicht in Anspruch nimmt. Generell sieht die Entry-List für Phoenix sehr interessant aus, da tauchen einige Fahrer an unerwarteten Stellen auf. Den Link gibt es hier.

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November 08 2010

11:22

Formel Eins: Analyse Brasilien GP 2010

Ein erstaunlich ruhiges Rennen war das dieses Jahr in Brasilien. Zumindest an der Spitze. Die WM ist dadurch noch spannender geworden.

Das hatte sich Ferrari anders vorgestellt. Auch wenn man vor dem Rennen den Ball etwas flach gehalten hatte, war es doch offensichtlich, dass man sich in Interlagos eine Menge ausgerechnet hatte. Die Strecke sollte dem Wagen gut liegen, vor allem deutlich besser, als der Kurs in der nächsten Woche. Aber schon am Freitag wurde sichtbar, dass die Italiener gegen die Red Bull keine Chance haben würden. Die fast schon spielerische Dominanz mit der die Österreicher ab der ersten Minute des Rennwochenendes den Rest des Feldes dominierten, war schon beängstigend. Ich hatte das nicht in der Form erwartet, und offenbar auch nicht Ferrari, die allerdings mit dem schlechten Wetter am Samstag nicht klar gekommen sind. Dass Alonso nach dem Rennen meinte, dass die WM in Abu Dhabi komplett offen sei, deutet schon an, dass man sich für Abu Dhabi in keiner guten Position sieht. Die Ergebnis des Rennens macht die WM immerhin richtig spannend.

Klar ist, dass nur noch Alonso, Webber und Vettel Weltmeister werden können. Hamilton hat zwar noch rechnerisch Chancen auf den Titel, aber da müsste in der Yas Marina schon einiges Zusammenkommen, damit er das schafft. Aber seit 2007 sollte man ja vorsichtig sein, mit Vorhersagen. Aus eigener Kraft wird Hamilton es nicht schaffen, dafür hat McLaren auch zu sehr den Anschluss verloren. Zwar gelang dem Briten die schnellste Runde des Rennens, aber die McLaren haben seit Wochen Probleme mit ihrem Wagen. Offenbar funktioniert er mit vollen Tanks nicht sonderlich gut und neigt zu einem fiesen Untersteuern. Interessant ist, dass Button mit dem McLaren besser klar kommt, wenn das Rennen los geht, während Hamilton gegen Ende des Rennens zulegen kann, wenn das geringere Gewicht auch das Untersteuern beseitigt. Aber dieses Problem wird man innerhalb der nächsten 5 Tage wohl kaum lösen können.

Red Bull zeigte in Brasilien eine beeindruckende Leistung und sicherte sich zurecht den Konstrukteurstitel, der dem Team insgesamt wichtiger ist, als die Fahrer WM. Das ist nichts neues, McLaren und anderen Teams war und ist der Team-Titel schon immer wichtiger. Auch den Mechanikern geht es so, denn er reflektiert ihre Arbeit hinter den Kulissen. Verdient war der Titel in jedem Fall, denn Red Bull hatte das mit Abstand beste Auto innerhalb der fast abgelaufenen Saison. Es gab, abgesehen von Monza, kaum eine Strecke, auf der der RB6 nicht glänzen konnte, er hatte einfach kaum Schwächen. Das man die WM nicht schon längst gewonnen hat, lag eher am Renault Motor und den kleinen Aussetzer der Fahrer. Und natürlich auch daran, dass Red Bull seine Fahrer von der Leine gelassen hat. Das mag in der modernen Formel Eins selten geworden sein, aber im Grunde ist es genau das, was man sehen will. Aber wenn Alonso am Ende den Titel mit jenen Punkten gewinnen sollte, die er Massa in Hockenheim abnehmen durfte, muss man sich schon fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, Webber in Brasilien gewinnen zu lassen. Den Team-Titel hätte man so oder so gewonnen, dazu hätte man Webber auf einen Punkt an Alonso heran gebracht und angesichts der zu vermutenden Dominanz von Red Bull in Abu Dhabi wäre der Titel ein wenig näher gekommen.

Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass der Defektteufel bei Webber in diesem Jahr noch nicht zugeschlagen hat. Rein statistisch gesehen ist die Chance groß, dass genau das im letzten Rennen passieren könnte. Und dann hat man in dieser Konstellation wenigstens noch Vettel mit einer minimalen Chance im Rennen. 15 Punkte sind zwar viel Holz, aber es ist nicht unmöglich, dass er es machen kann. Wenn er gewinnt, Webber zweiter wird und Alonso nur auf Platz 6 landet, gewinnt Vettel den Titel trotz Punktgleichheit mit Webber, weil er einen Sieg mehr hat. Wird Alonso in der Konstallation fünfter, haben alle drei (!) Piloten 256 Punkte und Alonso holt den Titel, weil er einen vierten Platz (!) mehr als Vettel hat. Das sind alles Varianten, die nicht unwahrscheinlich sind. Ebenso wenig wie jene, in der Alonso auf Platz 2 ankommt und damit so oder so Meister ist.

Das Rennen selber plätscherte lange vor sich hin. Das der erstaunliche Hülkenberg die erste Runde nicht als Führender beenden würde, war vorher schon klar, Webber dürfte allerdings ein Stein vom Herzen gefallen sein, dass er den Deutschen schnell hinter sich lassen konnte. Der hielt dann ein paar Runden Alonso auf, was schon klar machte, wie gut die Red Bull und wie “schlecht” der Ferrari war. Alonso verlor rund 12 Sekunden hinter Hülkenberg, aber selbst ohne diesen Verlust hätte er die beiden vor ihm nicht halten können. Vettel und Webber reduzierten ihr Tempo, nachdem Alonso weiter hinten lag, offenbar hatten beide Anweisung nicht schneller zu fahren. Der Zeitunterschied vor dem ersten Reifenstopp war schon interessant, denn man war mit vollen Tanks zu Beginn des Rennens rund 7 Zehntel schneller unterwegs, als später im Rennen. Und das, ohne dass die Reifen nachließen. Das Webber seinem Teamkollegen nicht näher auf die Pelle rückte, lag wohl dann auch daran, dass man sich auf ein “Stillhalteabkommen” verständigt hatte. So viel auch zum Thema “Jeder darf voll fahren”.

Weiter hinten brillierte Jenson Button zu Beginn des Rennens, als er früh an die Box ging, mit den für ihn deutlich besseren “Medium” Reifen durchs Feld schnitt und um ein Haar auch noch Lewis Hamilton geschnappt hätte, der erst spät an die Box kam. Überhaupt schienen die “Medium” die bessere Wahl für einige Teams zu sein. Nicht nur der McLaren, auch der Mercedes ging mit der härteren Mischung besser. Michael Schumacher zeigte ein beherztes Rennen. Obwohl er beim Start von Kubica unsanft im Senna-S ins Gras gedrückt wurde und auf Platz 11 zurückfiel. Er kämpfte sich schnell wieder in die Top Ten, doch sein schlecht getimter Stopp klemmte ihn hinter Sutil ein, der auf einem sehr langem Stint unterwegs war. Deswegen konnte Rosberg, obwohl er viel später an die Box kam und weit hinter Schumacher lag, am Ende direkt hinter dem Ex-Weltmeister landen, der ihn dann passieren ließ. Kurios war der Stopp von Rosberg während der Safety Car Phase. Obwohl er zweimal kommen musste, blieb er doch hinter Schumacher.

Nachdem Liuzzi seinen Force India nachdrücklich im Senna-S verschrottet hatte, kam die erwähnte SC-Phase, die das Feld aber nicht weiter durcheinander würfelte, weil die Rennleitung auch darauf verzichtete, das Feld zu sortieren. Warum man das nicht gemacht hat, habe ich auch nicht verstanden, vermutlich aber auch deswegen, weil das Feld wirklich extrem durch gemischt war. Es hätte Ewigkeiten gedauert, bis man das sortiert hätte. Leider war damit auch die Spannung vorne raus, nur im Mittelfeld herrschte das komplette Chaos, weil Teile des Feldes eine Runde zurück waren, andere Teile wieder nicht und man irgendwie aber trotzdem gegen- und miteinander kämpfte. In dem ganzen Chaos war es schwer, die blauen Flaggen richtig einzusetzen und am Ende fing sich nur Heidfeld eine nachvollziehbare Strafe ein. Ein wenig gewundert habe ich allerdings schon, dass es nicht mehr Strafen gab, vermutlich hat die Rennleitung da beide Augen zugedrückt.

Nico Hülkenberg kam am Ende als achter ins Ziel. Wäre man etwas früher reingekommen, hätte man vielleicht noch Schumacher abfangen können, aber mehr wäre vermutlich nicht drin gewesen. Der “Hulk” zeigte ein gutes Rennen, auch wenn es am Anfang nicht gut aussah, wie die anderen über ihn herfielen. Er hat sein Talent mal wieder gezeigt, die Frage wird sein, was Williams mit ihm jetzt macht. Im Interview bei sky verriet der, dass weder er noch Barrichello einen Vertrag für 2011 haben, was mich etwas überrascht hat, weil Barrichello schon als “bestätigt” galt. Wenn Williams Maldonado nehmen muss dürfte die Entscheidung für Frank Williams nicht leicht sein. Barrichello ist ein sicherer Punktelieferant, Hülkenberg scheint zumindest gegen Ende der Saison der schnellere zu sein. Mit den neuen Pirelli Reifen braucht man aber wieder die Erfahrung von Barrichello, weil man sich das Risiko von zwei Rookies nicht aufladen möchte. Vielleicht ist der Besuch von Ecclestone bei Hülkenberg vor dem Rennen ja gutes Zeichen. Dazu kommt, dass sich hinter den Kulissen in Sachen Renault/Lotus usw. eine Menge bewegt. Vielleicht dürfen auch beide bleiben, wenn es ihnen gelingt Force India in der WM hinter sich zu lassen. Denn der Platz vor den Indern ist 5 Millionen Dollar wert. Das sollte auch möglich sein, denn Force India sieht in den letzten Rennen sehr unsortiert aus und hat eigentlich keine Chance gegen die deutlich schnelleren Williams.

Die WM-Entscheidung in Abu Dhabi steht schon in einer Woche an und dürfte wohl zu den spannenderen Momenten des Jahres gehören. Da alle Red Bull vorne erwarten, wird die Frage der Woche lauten: “Wird Vetttel Webber vorbei lassen, wenn es um die WM geht?”.
F1 Grand Prix of Brazil - Race F1_Brasilien_2010_1 F1_Brasilien_2010_2 Brazilian Grand Prix Brazilian Grand Prix Brazilian Grand Prix F1_Brasilien_2010_6 F1_Brasilien_2010_7 F1_Brasilien_2010_8 F1_Brasilien_2010_9 F1_Brasilien_2010_10 Formula One World Championship Formula One World Championship F1_Brasilien_2010_13 F1_Brasilien_2010_14 GP BRASILE F1_2010 GP BRASILE F1_2010 GP BRASILE F1_2010 F1 Grand Prix of Brazil - Race F1 Grand Prix of Brazil - Race F1 Grand Prix of Brazil - Race F1 Grand Prix of Brazil - Race F1 Grand Prix of Brazil - Race F1 Grand Prix of Brazil - Practice F1 Grand Prix of Brazil - Practice F1 Grand Prix of Brazil - Practice F1 Grand Prix of Brazil - Race
Bilder: Red Bull/Getty, Lotus, Virgin, Ferrari, MGP, Williams, Renault, Sauber, HRT

November 05 2010

07:19

NASCAR: Vorschau Texas November 2010

Three for three dürfte die Losung im Sprint Cup bis zum Saisonende lauten: Nach dem spannenden restrictor plate-Rennen von Talladega haben in den verbleibenden drei Meisterschaftsrennen nun noch drei Fahrer eine Chance auf den Titel. In Texas, Phoenix und Homestead streiten sich Jimmie Johnson, Denny Hamlin und Kevin Harvick um die Krone.

Der Schlusssprint über drei Rennen startet an diesem Wochenende auf dem Texas Motor Speedway in Fort Worth, einem Intermediate-Oval von 1,5 Meilen Länge mit 24° Banking. Im ersten Moment schießt einem natürlich bei dieser Streckencharakteristik der Name Jimmie Johnson durch den Kopf, doch auch Denny Hamlin konnte in den letzten beiden Texas-Rennen in die Top2 fahren. Lediglich Kevin Harvick dürfte am Wochenende „nur“ für eines seiner konstanten Top10-Ergebnisse zu haben sein. Der Stand in der Meisterschaft ist dabei durchaus eng, die drei Fahrer trennen nur 38 Punkte: hinter Johnson folgt Hamlin (-14) vor Harvick (38). Das ist gerade nach einem restrictor plate-Rennen ziemlich erstaunlich.

Dazu überlegt NASCAR derzeit, wie man den Chase spannender machen könnte, nachdem die letzten Playoffs nicht gerade überzeugt hatten. In diesem Jahr zeigte das System nun einmal, dass es auch Spannung generieren kann. Drei verbleibende Kandidaten bei noch drei zu fahrenden Rennen sprechen eigentlich schon gegen dieses geplante Ausscheidungsprinzip, welches NASCAR zurzeit evaluiert. Im Prinzip würde es also reichen, außer den Top12 der regular season noch alle weiteren Saisonsieger in den Chase aufzunehmen. Eine Ausnahme sollten dabei jedoch diejenigen Fahrer bilden, welche nicht versucht haben, sich für alle Rennen zu qualifizieren.

Die am meisten beeindruckende Texas-Statistik kann natürlich wieder Dauermeister Jimmie Johnson vorweisen: In seinen bisher 14 Auftritten auf dem Intermediate-Oval erreichte er nur aufgrund zweier Ausfälle nicht die Top15. Von den so verbleibenden 12 Rennen beendete er zehn in den Top9 und seit 2005 kam er sieben von elf Mal in den Top5 an. Damit kann und wird er vermutlich stark in den Endspurt starten. Johnsons Chase-Ergebnisse in diesem Jahr sind wie immer der Wahnsinn: In New Hampshire startete er schlecht mit Platz 25 in die Playoffs, doch dann legte er eine Top3-Serie über drei Rennen hin, bevor Martinsville (5.) und Talladega (7.) „wenigstens“ Top10s brachte.

Denny Hamlin braucht sich in Texas aber nicht zu verstecken und könnte zumindest weiterhin an Johnson dranbleiben. Hamlin ist der Sieger des Frühjahrsrennens und im letzten Chase kam er auf Platz 2 ins Ziel. In den anderen acht Texas-Rennen seiner NASCAR-Karriere konnte er fünf Mal in die Top10 fahren. Seine bisherige Chase-Performance ist ziemlich gut: Nur in Kansas kam Hamlin 2010 nicht in die Top10 und dieses Ausnahmeergebnis war immerhin Rang 12.

In direkter Verfolger-Position ist nach seinem zweiten Platz in Talladega nun Kevin Harvick, der Meister der regular season. Die alte, nunmehr theoretische Meisterschaftstabelle ohne Chase-Wertung würde Harvick übrigens souverän mit 288 Punkten anführen. Der Texas Motor Speedway scheint aber eher nicht so die Lieblingsstrecke von Harvick zu sein, denn sein bestes Ergebnis ist ein dritter Platz aus dem Jahr 2006. Insgesamt gelangen ihm sieben Top10-Resultate in 15 Rennen. Drei dieser sieben Top10s, waren gleichzeitig auch Top5-Ergebnisse. Damit muss Harvick sich schon mächtig anstrengen, um nicht nach dem ersten Rennen des Endspurts aus der Entscheidung draußen zu sein. Seine Konstanz in diesem Jahr könnte ihm helfen, in allen Chase-Rennen bis auf Dover kam er in die Top8. In Dover selbst wurde er immerhin 15.

Um ganz sicher die Meisterschaft zu holen, gilt für die drei verbleibenden Titelkandidaten, dass sie in jedem Rennen mindestens in die Top5 fahren müssen. Mehr Gewissheit bieten natürlich Top3s und selbstverständlich Siege. Ich vermute, dass der zukünftige Meister noch 1-2 Rennen gewinnen wird und somit die Latte ziemlich hoch legt. Ein weiteres Ergebnis außerhalb der Top10 eines Kandidaten dürfte dann dessen Ausscheiden aus dem Titelkampf bedeuten.

Außerhalb des Chase gibt es noch ein paar zusätzliche Fahrer, welche am Sonntag mit einem Auge auf den Sieg schielen. Für alle Piloten hinter den Top3 sind Rennsiege um jeden Preis ohnehin das letzte verbleibende Ziel. Gut 20 Fahrer haben nichts mehr zu verlieren und können in Texas, Phoenix und Homestead volles Risiko gehen, was für einige Spannung sorgen dürfte.

Ganz vorne stehen bei diesem Unternehmen auf dem Texas Motor Speedway grundsätzlich erstmal alle zusätzlichen Chase-Fahrer und außerdem noch Jamie McMurray und Mark Martin. Bei Juan Pablo Montoya muss man ja nun schon wöchentlich mit dem ersten Oval-Sieg rechnen. Dazu könnten an diesem Wochenende noch Joey Logano, Dale Earnhardt Jr und Martin Truex Jr für Aufregung sorgen.

Jeff Gordon ist in Texas seit 2007 nur einmal außerhalb der Top7 angekommen, wenn er nicht in einen Unfall verwickelt wurde – letzteres passierte ihm leider zwei Mal. Der erwähnte Ausreißer war Platz 13 im letzten Chase-Rennen, während er die Frühjahrsausgabe gewinnen konnte. Der Chase 2008 brachte einen zweiten Platz für Gordon.

Kyle Busch sammelte seit Ende 2007 vier Top6-Ergebnisse in sechs Rennen ein und wurde ansonsten 18. und 11. Ähnlich sieht es bei Tony Stewart aus, der aus dieser Periode drei Top7-Resultate, sowie Platz 11 und 16 mitnahm. Im Frühling schied er wegen eines Unfalls aus. Kyles Bruder Kurt Busch gewann das letzte Chase-Rennen in Texas und brachte in den letzten drei Ausgaben auch immer Top8-Resultate. 2008 verlief katastrophal für Kurt, während ein Jahr zuvor Platz 11 und 8 drin waren.

Für Roush-Fenway Racing zählte Texas wie die meisten Intermediate-Oval bis Ende 2008 zu den ganz großen Stärken. Dass das Team nach einer langen Krise endlich wieder zurück an der Spitze ist, zeigten die zwei Saisonsiege von Greg Biffle in diesem Jahr. Seit 2007 fuhr er fünf Mal in die Top10, dabei blieben Platz 3 und 5 aber seine besten Ergebnisse. Biffle gewann bisher einmal in Texas und zwar 2005. Carl Edwards gewann zwar beide Texas-Rennen 2008, geriet aber nach einem zehnten Platz im 2009er-Frühjahrsrennen in zwei Unfälle während der letzten beiden Ausgaben. Die überzeugendste Texas-Statistik bei RFR hat aber Matt Kenseth: In 16 Rennen erreichte er sechs Mal in die Top3, dazu kommen noch Rang 5 und 6, sowie zwei neunte Plätze als Top10-Ergebnisse.

Bei Richard Childress Racing liegt besonders Jeff Burton der Texas Motor Speedway, was sich in den Resultaten seit 2007 äußert: In den sieben Rennen kam er fünf Mal in den Top9 an und seine beiden schlechteren Ergebnisse waren Platz 13 Ende 2008, sowie Rang 12 in der diesjährigen Frühjahrsausgabe. Teamkollege Clint Bowyer wäre ohne seine 150-Punkte-Strafe derzeit Fünfter im Chase und hat immerhin auch zwei Playoff-Rennen gewonnen. Mit ein wenig mehr momentum wäre er sicherlich ein ernsthafter Titelkandidat gewesen, denn Bowyer liegt der Chase eigentlich. In Texas hat er seit 2007 aber nur drei Top10s zu Buche stehen.

Jamie McMurray profitierte vor seinem Wechsel zu Earnhardt-Ganassi Racing mit dem Jahr 2009 als Ausnahme von der Roush-Dominanz auf den Intermediate-Ovalen. 2007 und 2008 brachte er die Plätze 5, 9, 14 und 3 nach Hause, während er im neuen Team das Frühjahrsrennen mit einem Unfall vergeigte. Mark Martins Texas-Statistik ist durchaus sehr ähnlich, bloß in der letzten Zeit erfolgreicher als bei McMurray: Seit 2008 fuhr er in fünf Rennen vier Top10-Ergebnisse ein und davor schaffte er das mindestens einmal im Jahr.

McMurrays Teamkollege Juan Pablo Montoya hat auf den meisten Intermediate-Ovalen eher sehr kontrastreiche Ergebnisse in seiner Statistik stehen. Zwar konnte 2007 und 2009 jeweils einmal in die Top10 fahren, brachte die #42 abseits davon allerdings nur schlechter als Platz 19 ins Ziel. Drei seiner sieben Texas-Rennen endeten jenseits der Top30, weil er sich in Unfälle verstricken ließ.

Joey Logano könnte in Texas nach zuletzt drei Top7-Ergebnissen in Folge erneut zuschlagen, jedoch wäre das mit Abstand sein bisher bestes Resultat dort. Im Chase 2009 wurde er gerade einmal Neunter, hier kommt es also darauf an, ob genügend momentum vorhanden ist, um die Serie aufrecht zu erhalten.

Dale Earnhardt Jr holte in seinen früheren Texas-Jahren eine Menge Top10-Platzierungen, fiel danach aber bekanntlich nicht nur auf dieser Strecke tief. Nach zuletzt drei Jahren ohne Top10s in Texas, fuhr er im Frühjahr zumindest wieder auf Platz 8. Außerdem war Junior in den letzten beiden Rennen mehr als ordentlich unterwegs und wird nun erneut seinen Schwung prüfen.

Martin Truex Jr scheint den Texas Motor Speedway sehr zu mögen, denn immerhin kam er in seinen zehn Rennen dort acht Mal in die Top15. Fünf Ausgaben davon beendete er in den Top10, wovon ein dritter Rang 2007 sein bestes Ergebnis darstellt.

Damit sollte ich jetzt eigentlich alle aktiven Piloten erwischt haben, die in Texas bisher mehr als einmal die Top10 erreicht haben. Alles in allem dürften am Wochenende wohl Jimmie Johnson, Denny Hamlin und Matt Kenseth die besten Karten haben, was auch die grafische Übersicht zu den Chase-Fahrern zeigt. Darunter habe ich noch eine Statistik eingefügt, welche eine Stärkeübersicht der Playoff-Piloten für die letzten drei Strecken Texas, Phoenix und Homestead bereitstellt. Auf eine weitere Analyse der Owner-Points verzichte ich in dieser Woche mal, denn der Kampf um die Top35 scheint nach dem mehrwöchigen Schwächeln der #38 von Front Row Motorsports ausgefochten zu sein. Nach den Meisterschaftsständen folgen wie gewohnt die Ausstrahlungsdaten für das Wochenende.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 05.11.
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
16:40 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED (TV um 18:30 Uhr)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED (TV um 20 Uhr)
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
23:35 Uhr, Nationwide Series Qualifying, nicht im TV
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (WinStar World Casino 350K), SPEED

Samstag, 06.11.
14:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
16:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
17:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (O’Reilly Auto Parts Challenge), ESPN2

Sonntag, 07.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (AAA Texas 500), ESPN

November 02 2010

19:10

VLN: Analyse 35. DMV Münsterlandpokal

Als am Samstag der letzte Lauf zur VLN über 4 Stunden anstand, war die Meisterschaft zwar so gut wie entschieden. Das sogenannte Schinkenrennen versprach trotzdem einiges an Spannung, an der das Wetter nicht ganz unschuldig sein würde. Besondere Aufmerksamkeit verdienten natürlich die zahlreichen Comebacker – und die zukünftigen Meister von Bonk Motorsport.

Als das Zeittraining vorüber war, befürchtete man schon einen glatten Durchmarsch für die Porsche-Armada, denn unter den besten 7 befanden sich gleich 6 Porsche 911 GT3 R.
Die Pole hatte “der Dicke” mit der Startnummer #114 und der Besatzung Arno Klasen/Lucas Luhr/Marc Lieb mit einer Zeit von 8:11,149.  Dahinter der 1. Comebacker: Nämlich Mühlner Motorsport, wo Jörg Bergmeister aufzeigte, warum er den Titel in der ALMS geholt hat als er den Porsche nur 1 Sekunde hinter Marc Lieb auf den 2. Startplatz stellte. Auf P3 folgte dann der Wodka-Porsche vom Team Manthey mit der Besatzung Armin Hahne/Marc Gindof/Jochen Krumbach, bevor auf P4 der erste Nicht-Porsche folgte, nämlich der Audi R8 LMS von Phoenix mit der Startnummer #99 und der Besatzung Frank Stippler/Marc Basseng – Striezel Stuck hatte sich ja leider an der Hand verletzt, und muss sein Comeback daher auf das Jahr 2011 verschieben.

Auf den weiteren Plätzen folgte dann der WTM Porsche, gefolgt vom Haribo-Porsche (auf welchem Patrick Long sein Debüt auf der Nordschleife feierte) und dem Firkadelli Früh Kölsch-Porsche, pilotiert von Sabine Schmitz/Klaus Abbelen/Niclas Kentenich. Auf P8 folgte dann die MAOM-Corvette mit dem FIA GT3-EM Champion Christian Hohenadel und Lace David Arnold die sich damit noch knapp vor den beiden SLS AMG GT3 von Mamerow Racing und Black Falcon platzieren konnten. Auf P11 folgte dann der beste BMW Z4 GT3 von Schuberth Motorsport.
Scheid Motorsport landete auf den 46. Platz und war damit genau ein Platz hinter dem Aston Martin V8 Vantage von Mathol Racing in der SP10 Kategorie.

Die Schalls landeten auf den ersten Startplatz der H-Gruppe, und zeigten mit einer 9:10, dass man auch damit noch sehr flott unterwegs sein kann. Sie waren damit noch vor dem BMW M1 von den Heinrichs, die den 2. Startplatz und der H-Gruppe belegten.
Marc Lieb zeigte unterdessen noch auf, dass man auch mit einem SP7 Porsche noch vorne mitmischen kann, und stellte das Auto auf Gesamtstartplatz P19 für das Team Spanno, in welchem auch sein Vater am Steuer sitzt. Genau eine Position davor: Der 911 Cup vom Team Fanrbacher welcher von Dominik Farnbacher (2. Platz beim diesjährigen 24H-Rennen im Ferrari F430 GT2 !), Horst und Mario Farnbacher pilotiert wurde.

Als dann etwas verfrüht um kurz vor 13.00 Uhr die 1 Startgruppe ins Rennen geschickt wurde, entwickelte sich sofort ein sehenswerter Kampf um die Spitzenposition.
Arno Klasen hatte zwar den Start vor Jörg Bergmeister und Armin Hahne gewonnen, jedoch war ersichtlich dass Jörg Bergmeister heiß auf eine gute Platzierung war und drückte daher von der 1. Kurve weg. So ging es mehrmals Rad an Rad über die GP-Strecke wobei sich Arno Klasen noch vor Jörg Bergmeister behaupten konnte, während der Rest realtiv unverändert auch mit auf die Nordschleife abbog.

In der 2. Startgruppe gewann der Audi TT RS den Start erwartungsgemäß deutlich, nachdem er sich mit einer 8:36 auf Gesamtstartplatz 12 schieben konnte und noch im Verlauf des Rennens für Furore sorgen sollte.
In der letzten Startgruppe setzte sich sofort der BMW M1 an die Spitze, da er einfach mehr Leistung als der Rest hat und somit auch als erster auf die Nordschleife abbog während der Mercedes Benz 190 EVO II auf Platz 2 liegend dicht hinter ihm war.

Ein paar Minuten später kam dann auch schon die 1. Startgruppe wieder auf Start und Ziel zurück und es führte der Mühlner Porsche mit einem entfesselnd fahrenden Jörg Bergmeister knapp von dem “Dicken” und Armin Hahne, während der Wochenspiegel-Porsche mit Oliver Kainz den R8 von Frank Stippler überholen konnte.

Leider war das Comeback von Scheid Motorsport ganz und gar nicht vom Glück erfasst, denn der M3 GT4 musste schon nach 1. Runde mit Reifenschaden in die Box geschoben werden, wo er länger repariert werden musste da auch andere Teile in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Jedoch war er dabei nicht der einzige. Denn auch die MAON Corvette hatte Probleme, und Lance David Arnold kam ebenfalls nach 1 Runde an die Box, konnte aber nach einer guten Minute mit neuen Reifen wieder los fahren.

Währenddessen hatte nun auch Frank Stippler seine Reifen auf Temperatur gebracht und drückte massiv auf Oliver Kainz, welchen er zu Beginn der 3. Runde auch dann überholen konnte, und sofort nach dem zweiten Arno Klasen griff, der seine Position aber noch verteidigen konnte obwohl Frank Stippler alles versuchte, auch öfters mal auf dem Gras war und sein Auto nur mit Müh und Not abfangen konnte.
Mit gut 1 Sekunde Vorsprung führte Jörg Bergmeister das Feld an, während die anderen Wagen innerhalb von 1,5 sek um die Positionen kämpften.

Als das Feld dann nach Runde Nr. 4 von Jörg Bergmeister auf Start und Ziel zurück geführt worden ist, trennten den 1. und den 6. des Renen nur 3 Sekunden, wobei Frank Stippler Arno Klasen überholen konnte und beim anbremsen der 1. Kurve Jörg Bergmeister überholen wollte, welcher aber bis zur Nordschleife seine Position mit aller Kraft verteidigen konnte. Die beiden SLS AMG GT3 folgten mit gut 8. Sekunden Rückstand auf den Plätzen, während die MAOM Corvette nochmals an die Box musste und das Rennen gelaufen schien.
Unterdessen war der Audi TT RS welcher als SP4T Auto in der 2. Startgruppe starten musste und somit ein Handicap von guten 2 Minuten hatte auf Position 13 schon vorgefahren!

Generell sollte die 5. Runde eine sehr turbulente Runde werden, da der Scheid M3 endlich wieder auf die Strecke gehen konnte und somit wichtige Kilometer sammeln konnte. An einen Klassensieg und somit einen Schinken, welcher jeder Klassensieger erhält war somit aber nicht mehr zu denken, jedoch zählte von nun an der Olympische Gedanke wie bei so vielen in der VLN, welche das Herz dieser Serie bilden.
Ebenfalls in Runde Nr.5 hatten die führenden in der Meisterschaft, Mario Merten und Wolf Sylvester einen etwas heftigeren Abflug im Bereich Brünnchen, was den Ausfall bedeutete. Die Mannschaft konnte aber nun trotz des Ausfalles zweimal jubeln, denn zum einen war der Fahrer Mario Merten ok, zum anderen bedeutete der Ausfall dass ein Ausschluss aus der Meisterschaft nun unmöglich war und das Team nun der Meister der VLN Saison 2010 war. Hier nochmals Glückwunsch an das beste und beständigste Team dieser Saison.

Am Ende der 6. Runde versuchte es Frank Stippler immer noch irgendwie an Jörg Bergmeister vorbeizukommen, jedoch sollte es ihm auch diesmal nicht gelingen, obwohl beide im Abstand von nur 0,3 Sekunden über Start und Ziel flogen.
Währenddessen kommt der Haribo-Porsche mit Richard Westbrook bereits am Anfang der 6. Runde in die Box, nachdem man mit diesem Auto anscheinend keinen Grip finden konnte und beständig an Zeit verlor. Nach dem Stopp fand man sich auf P. 17 mit mehreren Minuten Abstand zur Spitze wieder, während der Farnbacher Cup 911 auf P11 im Gesamtklassement lag und somit 2. in der Cup-Klasse war, welche die Busch-Brüder anführten.
Nachdem die beiden SLS AMG GT3 in der 5. Runde nicht ganz den Speed der Spitze gehen konnten/wollten, konnte sich die #739 Bernd Schneider/Chris Mamerow wieder bis auf 8 Sekunden an die Spitze ranrobben, während Arno Klasen etwas Boden verlor und das Tempo vorne nicht ganz mitgehen konnte.

Nachdem Frank Stippler und Jörg Bergmeister rundenlang im Abstand von ein paar Zentimeter über den Ring flogen, konnte sich der Fahrer der #99 in der ersten Kurve dem Haug-Haken außen an dem Mühlner-Porsche vorbeipressen und er konnte diese Position auch bis zum Ende der Runde halten, wo dann die ersten planmäßigen Boxenstopps anstanden.

Somit kamen zu Beginn der 8. Runde alles Top-Fahrzeuge an die Box um die Fahrer zu wechseln und Sprit zu tanken. Hier kam die #99 mit Marc Basseng am schnellsten raus, da man weniger Sprit tankte und dafür beim planmäßigen 2. oder 3. Stop länger brauchen würde. Im Mühlner-Porsche welcher nun auf Platz 2 lag, übernahm Tim Bergmeister das Steuer und die #114 (Der Dicke) wurde nun von Lucas Luhr pilotiert, während in der MAOM Corvette nun Christian Hohenadel Platz nahm, während der Mercedes mit der #738 Haase/Jäger sehr lange in der Box blieb und sich somit aus dem Kampf um die Spitzenpositionen verabschiedete und es sollte nicht besser werden. Nachdem man nach dem langen Boxenstopp wieder auf die Strecke zurück konnte, fiel das Auto sofort mit einer sehr langsamen Fahrweiße auf und es war klar, dass man hier einen größeren technischen Defekt hatte, welcher das Aus für den Mercedes bedeutete.

Währenddessen hat sich in Runde 8 Marc Lieb im SP7 Porsche von Spanno nun schon auf P. 3 nach vorne gearbeitet, da der Wagen noch nicht an der Box war. Im nächsten Umlauf war es dann aber so weit: Marc Lieb musste das Steuer aus der Hand geben, worauf im Laufe des Rennens das Auto dann sukzessive nach hinten durchgereicht wurde, da die anderen beiden Fahrer natürlich seinen Speed bei weitem nicht gehen konnten.
Der Audi TT RS ist hingegen auf P.12 und überrascht weiter sehr starken Rundenzeiten von ~8:36, wofür man den Fahrer Christopher Mies, Marc Hennerici und Christopher Breuer echt ein Lob aussprechen muss.

Nachdem in der 9. Runde nur das Überholmanöver von Lucas Luhr gegen Tim Bergmeister war, worauf “der Dicke” nun auf P2, 35 sek. hinter dem R8 lag, sollte es in der 10. Runde doch deutlich turbulenter zu gehen.
Auf einmal kam die Meldung, dass ein Fahrer oder der Teamchef von den Autos mit den Startnummern #112 (Wodka 911 GT3R);#107(Frikadelli);#180;#88 (Haribo Porsche);110 (WTM);708 zur Rennleitung mussten.
Dies deutet normal auf eine Strafe hin und so kam es dann auch wenig später auch. Die #88; #112; #110 erhielten eine Stop & Go Strafe wegen Überholen unter gelber Flagge.

Dies ist absolut zu begrüßen, denn in dieser Saison hat es schon oft Berichte und Kommentare von Fahrer und Streckenposten gegeben, dass gelbe Flaggen und vor allem doppelt gelb geschwenkte Flaggen unzureichend beachtet wurden. Gelb doppelt geschwenkt bedeutet Gefahr, Überholverbot und der Fahrer muss zum anhalten bereit sein und nicht ausgangs der Fuchsröhre mit vollem Tempo im Parralelflug nur ein paar Meter an dem zu bergenden Auto vorbeidonnern.

Da dies oft nicht beachtet wurde, haben sich Fahrer (welche sich an die Flaggen halten und damit oft Zeit verlieren auf die Fahrer, welche sich nicht an die Flaggen hielten) und eben auch Streckenposten immer wieder dafür ausgesprochen dass hier härter durchgegriffen wird.
Die Rennleitung hat daher vor dem Start alle Fahrer informiert dass man nun genauer hinsehen und gegebenenfalls strafen würden. Und das tat man dann eben auch. Und so viel sei gesagt: Es sollten nicht die letzten Strafen sein…
Leider sickerte dann auch die Meldung durch, dass der Mühlner-Porsche, der vorhin noch so stark war, in langsamer Fahrt im Bereich Brünnchen gesichtet wurde, und im Bereich Schwalbenschwanz Flammen aus dem Auto schlugen. Dies war für das Team leider das Aus, nachdem man die Anfangsphase so mitbestimmen konnte.

Nach 13 gefahrenen Runden konnte Lucas Luhr den Abstand auf Marc Basseng etwas reduzieren und war nur noch 28 Sekunden hinter dem Audi, während sich der SLS AMG GT3 #739 langsam aber sich auf den 3. Platz nach vorne arbeiten konnte. Gleichzeitig hatten die anderen Autos (WTM, Wodka Porsche, Haribo Porsche) aufgrund der Strafen deutlich an Boden verloren, und mussten nun fast 3 Minuten Rückstand aufholen.
Zu Beginn der 15. Runde eröffnete dann Marc Basseng den Reigen der nächsten Boxenstopps, während die #114 eine Runde länger fahren konnte. Für Marc Basseng übernahm wieder Frank Stippler.
Jedoch entwickelte sich für #99 eine Hiobsbotschaft, denn auch hier wurde ein Mitglied des Teams zur Rennleitung beordert und man musste davon ausgehen dass bald eine Strafe fällig werden würde.
Eine Runde später kamen dann auch die anderen Autos an die Box und bei der #114 übernahm nun Marc Lieb das Steuer des 911 GT3 R und es war somit klar, dass der Audi R8 auf Marc Lieb Zeit verlieren würde, denn Marc gilt nicht umsonst als schnellster Mann der Nordschleife und diesen Ruf sollte er gerecht werden.
Auf Platz 3 lag immer noch der SLS AMG GT3, wo nun Chirs Mamerow das Steuer übernahm, während sich die MOAM Corvette wieder auf Platz 4 vorfahren konnte, nachdem man Rundenlang die schnellsten Rundenzeiten fahren konnte und nur noch gute 50 sek. hinter dem Mercedes lag.

In der SP10 war der BMW von Scheid derweil auf dem 6. Platz und man konnte nun mit Dirk Adorf nun ohne Probleme seine Runden abspulen, jedoch hatte man durch die lange Reparatur-Phase 2 Runden verloren, so dass ein Sieg in der Klasse natürlich nicht möglich war. Jedoch hat man gezeigt dass man die Zeiten der Spitze absolut gehen kann und man somit sicher weiter vorne landen hätte können.

In der H2 Klasse war der Schall Mercedes derweil auf Platz 2 mit 6:20 Minuten Rückstand auf den BMW M3 von Werner Breuer und Udo Förster. Jedoch war hatte der BMW bald einen Technischen Defekt und verlor fast 2 Runden und man konnte sich somit an die Spitze der Klasse setzen und diese dann auch mit 1 Runde Vorsprung für sich entscheiden.

Erwartungsgemäß konnte Marc Lieb nun auch auf den Audi aufholen, indem er eine 8:14er Zeit nach der anderen raushaute und bis zu 5 Sekunden pro Runde schneller war als der Audi und so überaschte es nicht, dass er gegen Ende der 21 Runde am Heck das Audi klebte.
Nur kam er nicht dazu den Audi zu überholen, da dieser in die Box abbog und seinen letzten Pflichtboxenstopp absolvierte und auf Platz 2 mit guten 2 Minuten Rückstand auf Marc Lieb auf die Strecke zurückkehrte, während der Mercedes SLS AMG GT3 ebenfalls in der Box war und 2 min hinter dem Audi war.
Nun begann aber das Unheil für die Audi Mannschaft. Just als man aus der Boxengasse raus fuhr, begann es auf Start und Ziel sowie in anderen Bereichen wie dem Hatzenbach zu regnen, nachdem die Wolken immer wieder mal dunkler, mal wieder heller wurden.
Für den führenden Porsche kam dies natürlich gelegen, da er in der nächsten Runde eh zum Boxenstopp musste und somit auf Regenreifen wechselte.
Es kam auch der Mercedes sofort zum Reifenwechseln herein, nur der Audi R8 blieb draussen da man auf ein bladiges Ende des Regen hoffte und man somit vll. noch eine Chance auf den Sieg haben würde.
Jedoch eierte Marc Basseng so sehr über den Kurs, dass er eine gute Minute auf die anderen Autos verlor und dann trotzdem an die Box kommen musste um auf Regenreifen zu wechseln, da der Regen stärker wurde.
Nachdem auch der Mercedes anfangs Probleme mit den wechselden Bedingungen hatte und auch Zeit verlor, war der Weg frei für den Porsche.
Jedoch kam sogleich das nächste Ungemach für den Audi R8, da nun die Meldung kam dass die #99 eine Stop & Go Strafe erhält, da auch dieses Auto die Flaggen missachtet hat und somit folgerichtig nochmals reinkommen darf.
Nachdem der Audi dann gegen Ende der 25. Runde die Strafe angetreten hat, war Marc Lieb über 4:40 vorne weg und fuhr einen ungefährdeten Sieg nach Hause, währenddessen Chris Mamerow von der Strafe profitierte und nur noch 6 Sekunden hinter dem Audi war und den 2. Platz erobern wollte und als wäre das nicht genug, fuhr die Corvette im der noch die schnellsten Rundenzeiten und war eine gute Minute hinter den beiden Wagen und man rechnete sich noch Chancen auf das Podest aus.
Mittlerweile haben aber alle Teams auf Regenreifen gewechselt, da es nun fast überall stärker regnet und sich auch die Rundenzeiten der Topautos in einem Bereich von 10 Minuten bewegt haben.

Natürlich lagen vor allem dem Audi TT RS diese Verhältnisse und kann konnte von Pos. 14 noch auf Pos. 12 nach vorne lagen, da man aufgrund des Forderradantriebes im Regen natürlich deutliche Vorteile gegenüber den heckgetriebenen Fahrzeugen der Spitzengruppe hat.

Zu Beginn der 26. und vorletzten machte es sich Marc Lieb vorne gemütlich und fuhr mittlere 10:00er Zeiten, da sein Vorsprung groß genug war, während Chris Mamerow alles versuchte den R8 noch zu kriegen es aber auch in der 27. und letzten Runde nicht schaffte. und auch die MOAM-Corvette konnte nicht mehr eingreifen.

Es gewann somit die #114 mit 4 min Vorsprung vor dem Audi R8 LMS welcher den SLS AMG GT3 mit Chris Mamerow auf Platz 3 verwies und 40 sek. dahinter erreichte die Corvette mit Christian Hohenadel das Ziel, welche mit Platz 4 nach einer tollen Aufholjagd durchaus zufrieden sein kann und einmal mehr zeigte, dass mit diesem Auto in Zukunft sehr wohl zu rechnen sein wird und man Olaf Manthey das Leben durchaus deutlich ungemütlicher machen kann, denn man konnte mehrere Runden (bis Marc Lieb im Porsche das Steuer übernahm) die schnellsten Zeiten fahren.
Platz 5 ging an den Haribo-Porsche, welche auch ein mehr als durchwachsenes Rennen mit 4 Stopps und einer Durchfahrtsstrafe erlebten und daher mit dem Rang auch zufrieden sein können.
In der V5 konnte sich Black Falcon mit Leisen/Böhm/Knechtges den 3. Platz sichern und somit wenigstens den Divisions-Titel in der VLN Serienwagen Klasse holen, nachdem man für das letzte Rennen in eben jene Klasse zurückgewechselt ist.
Der Scheid M3 erreichte schlussendlich mit 3 Runden Rückstand auf Platz 6 in der Klasse das Ziel, welche von Mathol Racing mit einen Doppelsieg und 1 Runde Vorsprung auf die Konkurrenz deutlich gewonnen wurde.
Vielleicht werden einige den Illbruck Porsche nicht wieder gefunden haben. Dies liegt daran, dass er im Training in einem heftigen Unfall mit 2 anderen Fahrzeugen verwickelt war. Dem Fahrer ist anscheinend nichts schlimmes passiert, jedoch ist das Auto ein einziger Totalschaden und ein Start war somit leider ausgeschlossen und das Training musste daher nach 2 Runden unterbrochen werden. Schade um das Team und man kann nur hoffen dass man dieses Team auch 2011 am Ring sehen wird.

Die VLN verabschiedet sich somit in die Winterpause, ist aber trotzdem noch zweimal aktiv. Zum einen wird es einen größeren Stand auf der Essen Motorshow geben. Zum anderen findet am 11.12.2010 im Dorinth Hotel die Siegerehrung der Jahressieger statt, bevor es im Frühjahr des nächsten Jahres wieder mit den Test und Einstellfahrten weitergeht.

VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal
07:25

NASCAR: Analyse Talladega Oktober 2010

Das restrictor plate-Rennen in Talladega bot bis auf eine vernünftige letzte Runde eigentlich alles, was ein Superspeedway so herzugeben hat: viele Führungswechsel, ein großes Fragezeichen am Ende und ordentlich Spannung! Die Chase-Tabelle schafft nach diesem Wochenende beste Voraussetzungen für einen engen Titelkampf in den verbleibenden drei Rennen.

In den knapp drei Stunden am Sonntagabend sorgte restrictor place racing für gehörige Action, auch wenn es leider nicht mehr zu einem Zieleinlauf unter grüner Flagge kam. Weil der Kampf um die Führung eingangs von Turn 1 im Moment des Auslösens der Gelbphase noch in vollem Gange war, mussten die NASCAR-Offiziellen zunächst die Videobänder befragen, um einen Sieger zu ermitteln. Zu diesem Zeitpunkt waren zwei two car trains auf dem Weg zur Ziellinie: Clint Bowyer wurde von Juan Pablo Montoya angeschoben und Kevin Harvick bekam einen Push von David Reutimann. Ich werde etwas anders als sonst üblich versuchen, den Weg hin zu diesem Szenario zu beschreiben.

Ein Superspeedway-Rennen kann man schließlich nicht Runde für Runde einzeln zusammenfassen. Wie lautete noch das Zitat aus dem Film Fear & Loathing in Las Vegas? Richtig: „Über dieses Rennen im konventionellen Stil zu berichten, war absurd.“ Denkt man alleine an die 87 Führungswechsel zwischen 26 Fahrern, dann wird einem ganz schwindelig und der Rekord von 88 lead changes aus dem Frühjahr konnte nur ganz knapp nicht geknackt werden. Statt einzelne Phasen genauer zu analysieren, beschränke ich mich deshalb auf die Protagonisten dieses Spektakels und ihre Leides- bzw. Erfolgsgeschichten:

Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass die two car trains mal wieder ausgezeichnet funktionierten. Jeff Burton outete sich früh als bester Pusher des Tages und zog mit Matt Kenseth vor der Kühlerhaube dem Feld davon. Burton schob außerdem noch seinen Teamkollegen Clint Bowyer, sowie Dale Earnhardt Jr in Führung, bevor ihn das restrictor plate-Schicksal erwischte. Als Folge einer Uneinigkeit bei der Linienwahl verabschiedete sich Burton in die Mauer und kollidierte dabei ausgerechnet mit Earnhardt, der zuvor seine Superspeedway-Fähigkeiten unter Beweis stellte und insgesamt 24 Runden führte. Für beide Fahrer war daraufhin das Rennen gelaufen, Junior kassierte immerhin noch die Bonuspunkte für die meisten Führungsrunden, da im verbleibenden Renndrittel niemand mehr seine Leistung überbieten konnte. Schade, denn nach Martinsville war Talladega erneut ein Rennen mit Siegchancen für Earnhardt.

Diese Caution war bereits die zweite am Nachmittag, nachdem zuvor AJ Allmendinger zur Rennhalbzeit einen Schubs von Brad Keselowski bekam. Einen Einschlag im Infield konnte der Kalifornier dieses Mal noch verhindern, am Ende des Rennens sah es dann leider ganz anders aus. Dort überschlug er sich im Gewimmel einer größeren Rauferei und krachte kopfüber frontal in die innere SAFER-Barrier, passiert ist Allmendinger dabei glücklicherweise nichts. Damit war er aber Urheber der letzten Gelbphase des Rennens und das ausgerechnet kurz nach dem Schwenken der weißen Flagge. Weil nun keine Verlängerung mehr möglich war, musste der Schlusssprint abgebrochen werden.

Ansonsten blieben die restlichen drei Gelbphasen mit einer Ausnahme unspektakulär: Bevor Caution #4 und #5 wegen Debris ausgerufen wurden, flog Marcos Ambrose nach einem Bump von Clint Bowyer ab und landete dabei unglücklich vor der Stoßstange von Kevin Harvick, der einige kosmetische Schäden an seiner Front erlitt. Um die Aerodynamik wieder zu kitten, kam NASCAR-üblich Blechstreifen und Klebefolie zum Einsatz. Dass sein Auto noch gut lief, konnte er mit der späteren Siegchance anschließend untermauern.

Da die Namen Burton, Harvick und Bowyer nun schon des Öfteren fielen, kann man erahnen, dass die Richard-Childress-Truppe sich in Talladega leistungsmäßig besonders gut geschlagen hat. Das lag nicht zuletzt an den Motoren aus der Schmiede von Earnhardt-Childress Technologies, welche auch das Team von Earnhardt-Ganassi Racing beliefert. Juan Pablo Montoya und Jamie McMurray zeigten sich als weitere Siegkandidaten und harmonierten besonders im teaminternen two car train exzellent. Montoya ließ sich nach einer Führungsrunde zu Beginn schnell ans Ende des Feldes zurückfallen, um einem möglichen big one zu entgehen. In Kooperation mit McMurray konnte er gegen Halbzeit wieder vorstoßen und weitere 17 Runden führen. Während sein Teamkollege sich die #1 später durch einige unvorteilhafte Kontakte beschädigte und die anfängliche Leistung nicht mehr abrufen konnte, war Montoya im unterbrochenen Finale mit Siegchancen hinter Clint Bowyer zu finden. McMurray verlor in der Folge fünf Runden wegen notwendiger Reparaturarbeiten.

An diesem Wochenende waren die Augen aber natürlich besonders auf die Top3 der Chase-Tabelle gerichtet: Während Kevin Harvick wie erwartet gut abschnitt und sogar um den Sieg kämpfte, musste Denny Hamlin einen temporären Rückschlag hinnehmen. Zur Halbzeit verlor er den Draft und fing sich eine Runde Rückstand ein. Während Rusty Wallace rätselte, warum denn kein Toyota-Mann zu Hamlins Unterstützung zurückbeordert wurde, wusste Dale Jarrett die logische Antwort: Zum einen wartete man zu lange, um etwaige Teamkollegen zurückfallen zu lassen. Hamlin verlor pro Runde drei Sekunden auf das Hauptfeld, womit er schnell außer Reichweite gelangt war. Zum anderen kann bei einem solchen Abstand nicht dauerhaft durch einen two car train Boden gutgemacht werden. Die Motoren überhitzen dabei mit wenig Frischluftzufuhr recht schnell, so dass nach 1-2 Runden die Positionen getauscht werden müssen und das kostet wiederum zusätzliche Zeit.

So blieb es Hamlin selbst überlassen, sich mit dem lucky dog seine Runde zurückzuholen, was ihm in Gelbphase #3 dann auch gelang. Am Ende reichte ihm ein neunter Platz, um den Rückstand hinter Jimmie Johnson nur weitere acht Pünktchen anwachsen zu lassen. Tabellenführer Johnson verfolgte eine ähnliche Taktik wie Montoya und ließ sich ebenfalls hinter das Hauptfeld zurückfallen. Knappe 20 Runden vor Schluss bekamen Johnson und sein Teamkollege Jeff Gordon dann das Zeichen von Crew Chief Chad Knaus, nach vorne durchzubrechen. Innerhalb weniger Umläufe kamen sie tatsächlich mit einer echten Meisterleistung in Top5-Nähe, doch der Öldruck der #24 drohte durch den two car train in astronomische Höhen zu entschwinden. Gordon ließ sich daraufhin zurückfallen und erreichte noch den achten Platz. Für Johnson war ebenfalls Schluss, er musste sich mit Rang 7 zufrieden geben, weil ihn unverwunderlicherweise niemand mehr anschieben wollte.

Um das große Fragezeichen vom Anfang dann doch noch aufzulösen: Clint Bowyer gewann schließlich das Talladega-Rennen, weil Montoya ihn eingangs von Turn 1 beim Auslösen der Gelbphase schon an Kevin Harvick vorbeigeschoben hatte. Minutenlang war der Ausgang des Rennens unklar und kuriose Szenen spielten sich auf dem Apron vor der Boxengasse ab: Zunächst fuhren die RCR-Teamkollegen Bowyer und Harvick Fahrerfenster-an-Fahrerfenster nebeneinander und gaben sich freundschaftlich die Hand. Als es Bowyer dann mit dem Warten zu blöd wurde, drehte er gleich mal provisorisch seine Siegerdonuts, nach denen NASCAR ihn dann endlich als Sieger bestätigte. So gab es zwar keinen nervenzerreißenden Schlusskampf in der letzten Runde, jedoch ein spannendes Warten auf die Verkündigung des Ergebnisses. Alles in allem hätte aber auch nur diese letzte Runde zu einem wirklich perfekten Rennen gefehlt. Das Talladega-Chase-Rennen war das bisher beste Rennen in den Playoffs, nachdem zuvor Martinsville schon die Latte recht hoch gelegt hatte.

Weitere Ergebnisse:
- David Reutimann und Joey Logano konnten in die Top5 fahren, Martin Truex Jr auf den sechsten Platz und Brad Keselowski komplettierte die Top10.
- Kyle Busch führte wenige Runden vor Schluss noch, fiel dann aber bis auf Platz 25 zurück. Damit sind seine Meisterschaftschancen nun wohl auch gleich Null.
- Schlechter erwischte es im Chase außer Jeff Burton (41.) nur Kurt Busch (30.) und Tony Stewart (31.). Kurt tauchte zwischenzeitlich mal in den Top5 auf, konnte sich zum Schluss aber nicht mehr nach vorne durchdrücken. Stewart lag zwischenzeitlich zwei Runden zurück, holte sich die Umläufe aber mittels wave around und lucky dog wieder zurück. Er beendete das Rennen am Ende der lead lap.
Die komplette Ergebnisliste habe ich hier bei Jayski.com verlinkt, denn die ist immer ganz übersichtlich.

Damit verbleiben noch drei Rennen im Chase 2010: Zunächst geht es nach Texas auf das 1,5-Meilen-Oval in Fort Worth, wo auch die IndyCars regelmäßig unterwegs sind. Die letzten beiden Meisterschaftsläufe finden in Phoenix und Homestead statt. Die ersten beiden Strecken gehören dabei definitiv zu den starken Ovalen von Jimmie Johnson, vor allem in Phoenix hat er im Chase nie schlechter als auf Platz 2 abgeschnitten, wenn er später Meister wurde. Die letzten drei Playoff-Rennen dort gingen an Johnson. In Texas kam er 2006 und 2007 auf Rang 1 und 2 an, danach schwächelte er etwas und erreichte 2008 nur Platz 15. Im letzten Jahr wurde er Opfer eines Unfalls und musste Platz 38 einstecken, was beinahe seine vierte Meisterschaft in Gefahr brachte. In Homestead fehlt Johnson noch ein Sieg und in seinen Meisterjahren wurde er dort bestenfalls Fünfter. Das mag aber damit zusammenhängen, dass ihm im letzten Rennen des Jahres jeweils ein solides Ergebnis reichte und er nicht auf Sieg fahren musste.

Die einzigen verbliebenen ernsthaften Verfolger von Johnson sind nun Denny Hamlin (-14) und Kevin Harvick (-38), noch dazu mit einem verschwindend geringen Rückstand. Alle anderen Piloten ab Jeff Gordon (-207) haben wohl nur noch rechnerische Titelchancen. Auch Hamlin und Harvick müssen sich auf den verbleibenden Strecken nicht verstecken, denn sie können ebenfalls so Fabeljahre inkl. einer guten Serie in Texas, Phoenix und Homestead vorweisen. Hamlin gelang dies im letzten Jahr (2/3/1) und auch 2006 (10/3/3) war er recht ordentlich unterwegs. Harvick legte 2006 (3/1/5) und 2008 (7/7/2) jeweils nur Top10s hin. Das wird in den nächsten drei Wochen also noch ziemlich interessant werden, zumal es auch zu diesem Zeitpunkt im Chase nie so eine enge Situation gab.

Ein Wort noch zu den Top35: Weil Travis Kvapil die Qualifikation verpasst hat, verlor die #38 von Front Row Motorsports wichtige Punkte in der Owner-Wertung. Gleichzeitig legte Robby Gordon einen guten Platz 18 in Talladega vor und überholte damit sogar die #71 von TRG Motorsports, welche Chad McCumbee am Wochenende auf Rang 22 ins Ziel brachte. Damit liegt die #38 jetzt 116 Punkte hinter der #71, was vermutlich in dieser Saison nicht mehr aufzuholen sein wird. Robby Gordon Motorsports und die anderen beiden Teams von FRM liegen innerhalb von 151 Punkten vor dem Cut. Das ist zwar eng, aber wahrscheinlich bereits genug.

217154 2010_Talladega_Oct_NSCS_prerace_Johnson_family_on_pit_road 2010_Talladega_Oct_NSCS_field_coming_to_green 2010_Talladega_Oct_NSCS_green_flag 2010_Talladega_Oct_NSCS_Jeff_Burton_kicks_car 217153 2010_Talladega_Oct_NSCS_racing_action 2010_Talladega_Oct_NSCS_on_track_Clint_Bowyer_Kevin_Harvick 2010_Talladega_Oct_NSCS_Clint_Bowyer_burnout 2010_Talladega_Oct_NSCS_Clint_Bowyer_Kevin_Harvick_handshake AMP Energy Juice 500 Web OnTheBubbleNSCS2010_33Talladega

October 29 2010

06:17

NASCAR: Vorschau Talladega Oktober 2010

An diesem Wochenende steht Chase-Rennen Nummer 7 in Talladega auf dem Plan. Der Superspeedway wird vermutlich die Vorentscheidung für den Endspurt über die drei Rennen in Texas, Phoenix und Homestead liefern. ACHTUNG: Start schon um ca. 18:15 Uhr.

Die sehr beliebten „restrictor plate“-Rennen auf den Superspeedways von Daytona und Talladega zählen jährlich zu den absoluten Highlights des NASCAR-Kalenders. Der Talladega Superspeedway ist mit 2,66 Meilen Länge und einem extremen Banking von 33° ein wahres Monster in der Landschaft. Diese Daten machen enorme Geschwindigkeiten möglich, die mit den erwähnten „restrictor plates“ eingebremst werden müssen. Im verlinkten Artikel zur Strecke selbst ist neben einer kleinen Beschreibung des Ovals auch zu finden, warum NASCAR seinerzeit diese Begrenzung einführte. Diese Art von Rennfahren zeichnet sich durch eine Besonderheit aus, das sogenannte „bump drafting“. Der folgende Abschnitt, in welchem diese Fahrtechnik erklärt wird, entstammt der Talladega-Vorschau vom Frühjahr – schließlich muss ich die Welt ja nicht neu erfinden:

Möglich wird das Windschattenfahren in großen Pulks durch die „restrictor plates“, die Luftmengenbegrenzer, welche die Motorleistung halbieren und die Geschwindigkeit aus Sicherheitsgründen unter der 200mph-Marke halten sollen. 430 statt 750 PS sorgen außerdem dafür, dass kein Fahrzeug sich vom Rest des Feldes absetzen kann und dass „bump drafting“ möglich wird. Wegen der geringen Motorleistung ist es effektiver, kollektiv den Luftwiderstand zu bezwingen und dadurch wieder an Geschwindigkeit zu gewinnen. Der vorausfahrende Wagen einer Kolonne reißt ein Loch in die Luft und ermöglicht es somit seinem Verfolger, ohne Widerstand noch schneller zu werden. Er „bumpt“ dann das vor ihm liegende Fahrzeug von hinten an und erhöht dessen Geschwindigkeit durch exzessives Anschieben. Ein volles Feld mit 43 Startern ist dann gut und gerne fast 10mph schneller als ein Einzelkämpfer, weshalb sogar mehrere Teams unter grün gemeinsam an die Box kommen, um den „Draft“ – also den Anschluss an das Hauptfeld – nicht gänzlich zu verlieren.

Dieses extrem enge Racing jenseits der 300km/h ist nicht ganz ungefährlich: Ein kleiner Fehler eines einzelnen Piloten im Pulk kann eine Kettenreaktion auslösen, welche das halbe Feld aus dem Rennen nimmt. Diese Massenkarambolagen sind auch als „big ones“ bekannt und für gewöhnlich kommt es pro Superspeedway-Rennen zu mindestens einem größeren Ereignis. Als viertletztes Saisonrennen ist Talladega natürlich eng in die Meisterschaftsentscheidung eingeflochten, was bei den unsicheren Bedingungen des „restrictor plate“-Racings die Punktetabelle schon einmal mächtig durcheinanderwirbeln kann. Aus diesem Grund werden die Chase-Rennen in Talladega meist etwas verhaltener ausgetragen. So kann es vorkommen, dass im Mittelteil des Events ca. 100 Runden „single file“ – also in einer Kolonne wie auf der Perlenschur aufgereiht – gefahren wird, um einen „big one“ zumindest vorzeitig zu vermeiden.

Trotzdem sind die Superspeedway-Rennen immer spektakulär und sei es auch mal nur wegen der rundenlangen Rad-an-Rad-Duelle auf gerne mal drei parallelen Linien nebeneinander. Auch die Schlussphasen zeichnen sich fast ausnahmslos durch große Turbulenz aus, alleine das Frühjahrsrennen in Talladega nutze zum ersten Mal seit deren Einführung alle drei „green-white-checkered“-Verlängerungen aus. Dazu gilt seit diesem Jahr auch das „bump“-Verbot in den Turns nicht mehr, was 2010 wieder mehr Action in die Rennen gebracht hat. Zudem veränderte auch die Wiedereinführung des Heckspoilers die Fahrgewohnheiten, was bedeutet, dass wir uns am Wochenende höchstwahrscheinlich wieder auf die „two-car tangos“ freuen dürfen. Die Beschreibung dazu aus einer diesjährigen Analyse:

[Der „two-car tango“ beschreibt] das Phänomen, dass zwei Wagen die exakt Stoßstange an Stoßstange fahren, einfach mal bis zu 10mph schneller unterwegs sein können als der Pulk mit weit mehr als 20 Autos. [...] Machbar ist so ein „two-car train“ allerdings nur ca. eine Runde lang, weil der Hintermann so gut wie keine Luft auf den Kühler bekommt und die Motortemperatur doch schlagartig in gefährliche Bereiche abdriftet. [...] Da der Pulk allerdings nicht so präzise hintereinander fahren kann wie eben zwei Wagen gemeinsam, tritt der Vorteil deutlich hervor.

Im letzten Jahr ließ sich diese Technik vor allem in den Schlussrunden immer wieder beobachten, aber seit dem Wechsel zum Spoiler wird auch während der Überlebensphase exzessiv davon Gebrauch gemacht. Oft kämpfen dann zwei konkurrierende „trains“ in den letzten beiden Runden um den Vorteil, nur damit sich der siegreiche Verbund auf den letzten Metern auflöst und selbst bekriegt. Wie man unschwer erahnen kann, bin ich total für das Rennen am Sonntag gehypt. Hoffentlich hält Talladega, was Superspeedway-Racing verspricht und wir erleben einen spannenden Abend – möglichst nicht auf Kosten der Sicherheit! Es ist doch immer noch so gefährlich, dass man das Beste hoffen muss. Ich erinnere mich da nur an den Abflug von Carl Edwards in den Fangzaun im letzten Jahr und sowas braucht keiner.

Weil wieder die „restrictor plates“ auf den Vergaser geschraubt werden, ist eine genauere Vorhersage der Siegkandidaten noch schwieriger als ohnehin schon. So spektakulär und spannend es doch ist, meistens ist es pures Glück, am Ende alle „big ones“ überstanden zu haben und mit einem guten Drafting-Partner im Vorderfeld unterwegs zu sein. Schauen wir uns also an, wer diese besondere Art von Racing besser beherrscht, als der Rest. Dazu krame ich mal die – in letzter Zeit eher seltener eingebrachte – Liste der bisherigen noch aktiven Sieger hervor:

1. Jeff Gordon (6)
2. Dale Earnhardt Jr (5)
3. Mark Martin (2)
4. Tony Stewart, Brian Vickers, Michael Waltrip, Brad Keselowski, Kyle Busch, Bobby Labonte, Jimmie Johnson, Jamie McMurray und Kevin Harvick (je 1)

Die letzten beiden Superspeedway-Rennen des Jahres gewann bekanntlich Kevin Harvick, der mit einem Sieg am Wochenende weiteren Schwung in die Meisterschaft bringen könnte. Das Daytona 500 2010 und das Talladega-Rennen vom letzten Herbst beendete Jamie McMurray siegreich, der in diesem Jahr eine Wahnsinns-Saison hingelegt hat; auch mit ihm muss man also rechnen. Dazu kommen die echten Spezialisten, wie Dale Earnhardt Jr und Tony Stewart, mit denen man bei jedem „restrictor plate“-Event rechnen muss.

Fahrer mit auffallend guter Talladega-Statistik sind Mark Martin, Clint Bowyer, Jeff Burton, Kurt Busch, Ryan Newman, Joey Logano, David Ragan und Brad Keselowski. Für alle diese Piloten gilt: Wenn sie in den letzten Jahren nicht durch einen Unfall aus dem Rennen genommen wurden, kamen sie mit großer Häufigkeit auch in den Top10 an. Vor allem bei David Ragan fällt mir ins Auge, wie gut er auf den Superspeedways unterwegs ist. In den 19 Starts in Talladega und Daytona fuhr er ein Drittel seiner Top10s und die Hälfte der Top5s heraus, obwohl diese beiden Strecken nur 13% seiner insgesamt gefahrenen 142 Rennen ausmachen. Auf diesem Roush-Fahrer sollte man am Wochenende also ein Auge behalten, schließlich kam er in Talladega nie schlechter als auf Platz 17 ins Ziel, wenn ihn kein „big one“ erwischte.

Bei den anderen drei Roush-Piloten sieht es dagegen nicht so rosig aus, sieht man mal von einigen Lichtblicken, wie dem Daytona-500-Gewinn von Matt Kenseth oder Carl Edwards‘ Fast-Sieg vom vergangenen Frühjahrsrennen in Talladega, ab. Edwards konnte aus zwölf Dega-Rennen nur insgesamt drei Top10-Ergebnisse mitbringen, Kenseth aus 21 Rennen nur deren sechs. Greg Biffle kommt erst seit dem letzten Jahr in Talladega in Schwung, wo ihm zwei Top10s gelangen. Das sind im Übrigen auch seine einzigen beiden derartigen Resultate auf dieser Strecke.

Wirklich interessant wird es jetzt bei den Top5 der Meisterschaftstabelle:

- Jeff Gordon (-203) hat knapp über 200 Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter Jimmie Johnson und müsste sich am Wochenende schon mit einem Sieg wieder zurück ins Geschehen bringen. Seine letzten beiden Erfolge stammen aus dem Jahr 2007, wo er beide Talladega-Rennen der Saison gewann. Danach reichte es für ihn nur noch zu zwei knappen Top20-Resultaten. Gewinnt Gordon am Sonntag nicht, ist der Titel für ihn gegessen.

- Kyle Busch (-172) beendete fünf seiner ersten sechs Talladega-Rennen überhaupt nicht, brachte danach aber nur Top15-Resultate (u.a. ein Sieg) nach Hause, wenn er in der Führungsrunde ins Ziel kam. Auch für ihn gilt: Ein Sieg am Wochenende ist Pflicht! Busch weiß wie es geht und wenn er nicht in einen „big one“ verwickelt wird, ist das auch möglich.

- Kevin Harvick (-62) gewann wie oben erwähnt die letzten beiden Superspeedway-Rennen im Kalender, ist in Talladega aber in den vergangenen Jahren recht unregelmäßig unterwegs gewesen. Selbst wenn er dem „big one“ fernblieb, war das keine automatische Top10-Garantie. Ihm könnte zwar auch ein Top5-Resultat reichen, um in der Meisterschaft dran zu bleiben, doch dieses Rennen stellt natürlich seinen letzten Trumpf dar.

- Denny Hamlin (-6) machte mit dem Sieg in Martinsville am vergangenen Wochenende eine Menge Punkte auf Jimmie Johnson gut. Hamlin fuhr in den letzten sechs Talladega-Rennen mit einer Ausnahme immer in die Top4, wenn er einen planmäßigen Nachmittag ohne Überraschungen erlebte. In den drei Rennen davor (seine ersten drei Dega-Auftritte) gelangen ihm jedoch keine Top20-Ergebnisse. Hamlin braucht am Sonntag einen guten Punktetag, wie man ihn von Jimmie Johnson kennt. Um auf Augenhöhe zu verbleiben, muss er also die Top5 anvisieren. Ein Sieg erscheint mir nicht so realistisch, dafür ist Hamlin einfach kein wirklicher „restrictor plate“-Fahrer. Die Superspeedways sind mit Abstand seine schwächsten Strecken, die Shorttracks seine besten.

- Jimmie Johnsons Führung vor Denny Hamlin ist denkbar knapp, so dass er sich in Talladega keinen Ausfall leisten kann. Für Johnson gilt: Wenn er nicht in einen „big one“ verwickelt wird, kommt er in den Top10 an. Seit 2006 schaffte er dies in fünf von sechs unfallfreien Rennen, drei Mal war sein Auftritt vorzeitig beendet. Von diesen fünf Top10s waren vier auch gleichzeitig Top6-Resultate. Johnson braucht „lediglich“ eines seiner guten Punktewochenenden, denn mit Phoenix und Texas folgen noch zwei seiner starken Strecken im Chase. Dass er dazu in der Lage ist, hat er in den letzten fünf Playoff-Rennen bewiesen, denn das waren allesamt Top5-Zielankünfte.

Alles in allem gilt also: Die drei Verfolger Jeff Gordon, Kyle Busch und mit Abstrichen Kevin Harvick brauchen am Wochenende einen Sieg, um weiter eine Chance auf den Titel zu behalten. Ihr Rückstand nach Talladega muss kleiner als 100 Punkte werden, um in den letzten drei Rennen noch etwas erreichen zu können. Für die beiden Fahrer an der Spitze, Jimmie Johnson und Denny Hamlin, genügt in Talladega ein guter Punktetag, um den Vorsprung nicht zu sehr einschmelzen zu lassen. Hier zählt nicht volles Risiko, sondern eher das Heraushalten aus allen Scharmützeln.

Zum Abschluss habe ich noch drei „dark horses“ für das Wochenende: Juan Pablo Montoya, Marcos Ambrose und Scott Speed. Allen drei NASCAR-Newcomern liegen die Superspeedways laut Statistik besser als die Intermediate-Ovale. Bei Speed sind die SSWs sogar die mit Abstand besten Strecken für ihn. Ambrose und Speed haben in ihren bisher drei Talladega-Rennen schon jeweils ein Top5-Ergebnis einfahren können. Montoya holte im Frühjahrsrennen einen dritten Platz und konnte sich 2008 sogar einmal auf Rang zwei schieben. Die anderen Ergebnisse waren leider weniger gut, aber wenn einer dieser drei Piloten einen guten Tag erwischt, dann sind auch Top-Platzierungen drin.

Nach der Talladega-Chase-Statistik und den derzeitigen Punkteständen in Playoff-Tabelle und Owner-Wertung kommen wie immer noch die Ausstrahlungsdaten fürs Wochenende. Vor allem der Freitagabend bietet ordentlich „restrictor plate“-Action in den Freien Trainings. Zur Unterstützung ist die Truck-Serie ebenfalls in Talladega unterwegs, die Nationwide Series macht hingegen eine Woche Pause. ACHTUNG, nicht vergessen: Aufgrund der Winterzeitumstellung sind wir ab Sonntag nur noch fünf Stunden vor den USA, deswegen beginnt das Rennen schon um ca. 18:15 Uhr. Dasselbe gilt für den Freitag und Samstag am nächsten Wochenende in Texas, während das Rennen wieder mit der normalen Differenz stattfindet.

Noch kurz zur aktuellen Situation von Richard Petty Motorsports: Mehrheitsbesitzer George Gillett hat seine Anteile an einigen Unternehmen veräußert, die ein Ski Resort in den USA betreiben. Dabei kamen 63 Millionen US-Dollar zusammen, weit weniger als Gillett erwartet hatte. Der Unternehmer schuldet der Wachovia Bank noch 70 Millionen US-Dollar, die er sich für die Übernahme von Evernham Motorsports vor einigen Jahren geliehen hatte. Dabei ist der Verkauf noch nicht einmal komplett abgewickelt, denn Ray Evernham bekommt nach wie vor Geld von Gillett. Die Zahlung der Raten soll laut dem ehemaligen Besitzer allerdings bisher regelmäßig erfolgt sein.

Gillett gehörte auch ein Teil des FC Liverpool, doch diese Beteiligung musste er auf Druck der Royal Bank of Scotland verkaufen, von der er sich ebenfalls Geld für das Investment in den Fußballverein geborgt hatte. Gerüchten zu Folge sind die Verbindlichkeiten seines NASCAR-Teams bereits so groß gewesen, dass ohne diese beiden Verkäufe schon vor dem Rennen in Talladega bei RPM die Lichter ausgegangen wären. Es ist noch nicht 100%ig sicher, ob das Team die Saison planmäßig beenden kann, momentan werden jedenfalls händeringend Investoren gesucht. Richard Petty selbst plant angeblich eine Übernahme des nach ihm benannten Teams. Paul Menard ist durch das garantierte und direkte Sponsorengeld seines Vaters jedoch von diesen Gefahren ausgenommen.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 29.10.
16:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
22:40 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED

Samstag, 30.10.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:00 Uhr, Truck Series Rennen (Mountain Dew 250), SPEED

Sonntag, 31.10.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Amp Energy Juice 500), ESPN

October 26 2010

06:08

NASCAR: Analyse Martinsville Oktober 2010

Denny Hamlin verlängerte die unheimliche Martinsville-Serie, welche er gemeinsam mit Jimmie Johnson Ende 2006 begann, um ein weiteres Rennen. Mit nur insgesamt 40 Führungsrunden konnte er sich seinen ersten Chase-Erfolg holen und den Rückstand in der Meisterschaft signifikant verkürzen. Kevin Harvick bleibt derweil dran, während der Rest so gut wie draußen ist.

Das Martinsville-Rennen am Sonntag war recht spannend, denn über den Verlauf der 500 Runden setzten sich insgesamt sieben verschiedene Fahrer für mehr als 30 Umläufe in Führung. Denny Hamlin begann den Tag in Front des Feldes und beendete ihn auch dort, zwischendrin tauschte das Feld auf dem kürzesten Shorttrack der Saison mitunter gehörig die Positionen. Zudem wurde während 15 Cautions eine Menge Schrott produziert und für ca. ein Fünftel des Rennens unter gelber Flagge gefahren. Am Ende blieben die Gelbphasen aber aus, was gerade Hamlin nützte. Denn während er vorne einsam seine Runden abspulte, drehte hinter ihm jemand noch einmal richtig auf, mit dem man schon nicht mehr gerechnet hatte:

Mark Martin trumpfte mit einem heftig ondulierten Auto richtig auf und fuhr plötzlich die schnellsten Runden im Feld. Eine letzte Gelbphase, die den Altstar direkt an Hamlin herangebracht hätte, ließ jedoch nach dem zuvor turbulenten Rennverlauf plötzlich auf sich warten. Martin hätte den Führenden vielleicht noch abfangen können, doch ihm gingen zum Schluss die Runden aus. Wie es zu diesem Szenario kam, ist aus der nachfolgenden Zusammenfassung des Renngeschehens ersichtlich.

DAS RENNEN IN DER ZUSAMMENFASSUNG:

Nachdem Denny Hamlin das Martinsville-Rennen von der Pole-Position in Angriff nahm, dauert es nicht lange, bis Marcos Ambrose von der „outside pole“ das Ruder übernehmen konnte. Der Australier qualifizierte sich am Freitag sensationell gut und schnupperte nun für 40 Runden Führungsluft. Nach einem guten Rennstart sollte der Tag aber schlecht für ihn enden. Eine umgedrehte Situation erlebte Kevin Harvick, der von Platz 36 aus ins Rennen ging und sich erst mühsam nach vorne kämpfen musste. Harvicks Aufgabe an diesem Wochenende war es, nicht zu viele Punkte auf Johnson und Hamlin zu verlieren, die in Martinsville über einen großen Stärkevorteil verfügen.

In Runde 47 löste Travis Kvapil die erste Gelbphase aus, weil ihm ein Reifen platzte. Damit begann ein unglücklicher Nachmittag für Front Row Motorsports, denn Kvapil fuhr in Martinsville ausgerechnet den Ford mit der #38. Dieses Auto stand in der Owner-Wertung vor dem Rennen nur fünf Punkte hinter der #7 von Robby Gordon Motorsports und verlor somit wieder etwas Boden im Kampf um die Top35, doch dazu später mehr. Zu diesem Zeitpunkt war Kevin Harvick bereits in die Top20 vorgedrungen.

Bei den ersten Boxenstopps war die Crew von Ryan Newman am schnellsten und brachte den Stewart-Haas-Piloten an die Spitze des Feldes. Polesitter Denny Hamlin hatte im Rennen lange mit dem Handling seines Gibbs-Toyotas zu kämpfen, was bereits nach spätestens 50 Runden ersichtlich war, denn außer einer Luftdruckveränderung wurde auch an „wedge“ UND „track bar“ gedreht. Die „pit stops“ brachten Harvick nun noch weiter nach vorne und so konnte er den Restart bereits auf Platz 8 angehen.

Newmans Führung hielt jedoch nicht lange, denn von hinten nahte Jeff Burton mit Riesenschritten, um sich an die Spitze zu setzen. Burton begann damit seine dominante Phase, welche etwa bis zur Hälfte des Rennens andauern sollte und sich als sehr hektisch, unfallträchtig und reich an Cautions darstellte. Zum Zeitpunkt des Führungswechsels hatten sich übrigens die Top3 der Meisterschaft unter den besten Zehn im Rennen eingefunden und kämpften um Platz 5. Nachfolgend liste ich die insgesamt sieben(!) Gelbphasen während der Burton-Dominanz auf, um nicht noch ausführlicher als eh schon zu werden:

- #2 (Runde 111): Elliott Sadler drehte sich in Turn 2 und bekam von NASCAR zwei Runden aufgebrummt, weil diese einen absichtlichen Dreher vermuteten.

- #3 (Runde 119): Marcos Ambrose traf mit dem Splitter die Curbs auf der Innenseite der Turns, was ihn direkt in einen Zweikampf mit dem aufschließenden Jimmie Johnson beförderte. Nach einem Kontakt platzte Ambrose ein Reifen, was ihn in einen Dreher zwang, der einen Einschlag in die Mauer nach sich zog. Damit war ein hoffnungsvolles Rennen für den Australier leider frühzeitig beendet.

- #4 (Runde 132): Ken Schrader drehte sich mit der #26 auf der Gegengerade, nachdem er einen Schubs von Casey Mears bekommen hatte.

- #5 (Runde 170): Martin Truex Jr blieb direkt vor der Einfahrt zur Boxengasse stehen und hatte allen Vortrieb verloren. Nachdem er die #56 nicht wieder anwerfen konnte, musste NASCAR eine Caution auslösen, um den Wagen zu bergen. Bei den nachfolgenden „pit stops“ wurden an Denny Hamlins Wagen erneut größere Abstimmungsarbeiten vorgenommen.

- #6 (Runde 185): Sam Hornish Jr und Scott Speed stritten sich um eine Position im Mittelfeld und kamen sich dabei ein wenig zu nah. Hornish traf den unbeteiligten Regan Smith und schickte ihn in einen Dreher inklusive Mauerkontakt.

- #7 (Runde 193): Clint Bowyer drehte sich in Turn 4 und schlug in die Mauer ein. Zum Restart sprach NASCAR eine Warnung an den Führenden Jeff Burton aus, der mit zögerlichem Neustarten immer wieder Auffahrkettenreaktionen im Verfolgerfeld auslöste. Dieses Mal gab Burton sich dann mehr Mühe dabei, seine Position fair zu verteidigen.

- #8 (Runde 209): Aric Almirola schob Paul Menard an, welcher sich daraufhin drehte. Menard konnte aber der Mauer fernbleiben.

Kurz nach dem Restart in Runde 214 konnte Harvick Harvick die dominante Phase seines Teamkollegen Jeff Burton beenden und diesen auf Platz 2 verweisen. Dort hielt sich Burton aber nur wenige Umläufe auf, bevor er in Runde 222 erneut die Führung übernehmen konnte. Allerdings hatte er nicht lange etwas von der wiedereroberten, sauberen Luft in Front des Feldes, denn ein Techtelmechtel zwischen Mark Martin und AJ Allmendinger sorgte für Gelbphase #9. Allmendinger schickte Martin nach einem Shorttrack-üblichen „bump“ in einen Dreher. Die #5 von Hendrick Motorsports kam jedoch auch in Kontakt mit der Mauer, was in einem total verbogenen Heck resultierte.

An dieser Stelle triumphierte Jeff Gordons Crew Chief Steve Letarte mit einem Strategie-Kniff, denn er ließ seinen Fahrer bei den Boxenstopps nicht antreten, um ihn so in Führung zu spülen. Mit Gordon blieben auch einige andere Piloten ihrer „pit crew“ fern, sodass sich das Feld zum Restart etwas durcheinandergewirbelt präsentierte: Gordon führte in Runde 232 Kyle Busch, Tony Stewart, Dale Earnhardt Jr und Carl Edwards zur grünen Flagge, während die Top3 der Meisterschaft plötzlich knapp außerhalb der Top10 abgetaucht waren.

Lange hielt der Rennspeed aber nicht an, weil Brad Keselowski schon nach einer Runde etwas optimistisch David Reutimann abräumte. Erneut war es nach dieser Gelbphase Jeff Gordon, der den Neustart anführte und diesmal entwickelte sich für knappe 40 Runden ein guter Fluss. Während dieser Zeitspanne war viel Bewegung im Feld, denn von weiter hinten stach Jeff Burton wieder nach vorne in die Top5 vor und wollte seine durch Taktikspielchen verlorene Führung wieder zurückgewinnen. Mark Martin hatte erneut Pech, als ihn ein Reifenschaden zum Boxenstopp zwang, wodurch er sich nun schon die zweite Runde Rückstand einfing. Umso mehr ist dadurch allerdings seine Aufholjagd gegen Rennende zu loben, denn wann konnte man zuletzt sehen, dass ein Fahrer mit zwei Runden Rückstand noch fast das Rennen gewonnen hätte.

Insgesamt gesehen lief es für Hendrick Motorsports eigentlich recht gut, denn Jeff Gordon führte zu diesem Zeitpunkt das Rennen an und Jimmie Johnson hielt sich den ganzen Nachmittag über in Reichweite der Top5 auf. Martins unglaubliche Fahrt sollte ja noch folgen und auch der ewig totgesagte Dale Earnhardt Jr fuhr nach langer Zeit endlich mal wieder ein tolles Rennen. Durch den ausgelassenen Boxenstopp konnte Junior in die Top3 vorstoßen und auch dort verbleiben. Nach vielen Meisterschaftsläufen, bei denen er chancenlos im Mittelmaß versank, war er in Martinsville sogar in der Lage, einige Führungsrunden zu absolvieren: Nach dem Restart in Runde 246 benötigte er zunächst zwölf Umläufe, um den zweitplatzierten Kyle Busch zu überholen. Weitere 27 Runden auf der halben Meile später nahm er Gordon unter lautem Gejubel seiner leidgeplagten Fans die Spitzenposition ab.

Direkt darauf folgte bereits Gelbphase #11, weil JJ Yeley auf der Gegengerade zum Stehen kam und dort aus eigener Kraft nicht mehr wegkam. Beim Restart folgten Earnhardt dann Tony Stewart, Jeff Gordon, Kyle Busch und der wieder zurückgekehrte Jeff Burton auf dem Fuße. In den Top5 ging es ordentlich zur Sache, denn Burton pflügte weiter durchs Feld und war in Runde 317 bereits wieder auf Platz 2 angekommen. Zwischenzeitlich stritten sich dahinter Jimmie Johnson und Kevin Harvick erbittert aber jederzeit fair um den siebten Rang. Bevor sich Burton um den zweitplatzierten Gordon kümmern konnte, musste NASCAR fast eine weitere Gelbphase auslösen: Marcos Ambrose drehte sich erneut und räumte dabei Sam Hornish Jr ab, was beide Autos in die Mauer schickte. Weil beide Fahrer es aber zügig von der Strecke schafften, konnte die Gelbe Flagge im Köcher der Offiziellen verbleiben.

Langsam nagte Burton nun am Vorsprung von Dale Earnhardt Jr und verkürzte ihn erst auf 1,3 und später auf 0,5 Sekunden, bevor Caution #12 seine Aufholjagd einbremste, denn Greg Biffle platzte ein Reifen und die #16 drehte sich auf der Strecke. Beim Restart in Runde 356 bekam Earnhardt dann wirklich massiven Druck vom Richard-Childress-Duo bestehend aus Jeff Burton und dem ebenfalls wieder in die Top5 zurückgekehrten Kevin Harvick. Auch Denny Hamlin war zu diesem Zeitpunkt wieder gemeinsam mit den besten Fünf unterwegs und legte langsam aber sicher den Grundstein für seinen späteren Sieg.

Nach gerade mal zwei Umläufen war Sam Hornish Jr bereits in den nächsten Zwischenfall verwickelt und musste sich nun endlich auch höflich bei der SAFER-Barrier vorstellen. Es war in Martinsville wirklich auffällig, wie oft der Ex-IndyCar-Pilot sich durch Kontakte oder Abflüge bemerkbar machte. In Anbetracht der Lage, dass er für 2011 noch keinen neuen Sponsor gefunden hat, dürfte dieser Fahrstil seine Chancen auf ein Cockpit im nächsten Jahr nicht gerade verbessern. Es sei denn, Roger Penske findet einen Geldgeber, der einfach nur möglichst oft im Fokus der TV-Kameras sein möchte. Mobil 1 wechselt ja bekanntlich zu Stewart-Haas Racing, weil Penske für 2011 einen Vertrag mit der Konkurrenz von Shell-Pennzoil abgeschlossen hat.

Bei ihrer Jagd auf Earnhardt kamen sich derweil Burton und Harvick immer wieder sehr nahe und beschwerten sich während der Gelbphase per Funk über den jeweils anderen. In Runde 363 führte Junior das Feld zum Restart und bot den RCR-Fahrern eine neue Möglichkeit, ihn abzufangen. Kevin Harvick nutzte dies und kassierte fünf Umläufe später zuerst seinen Teamkollegen und in Runde 378 schließlich Dale Earnhardt Jr. Letzterer fiel dann recht schnell auf Platz 4 zurück, nachdem ihn Burton und Jimmie Johnson ebenfalls überholten.

In Runde 384 war dann der gute Tag von Jeff Gordon vorbei, weil er sich mit einem nicht sehr kooperativen Kurt Busch anlegte. Gordon „bumpte“ Busch, welcher nicht sonderlich zufrieden sofort umfangreiche Vergeltungsmaßnahmen einleitete: Ausgangs Turn 4 nahm Busch die #24 aufs Korn, drehte sie um und schickte Gordon so in die innere Mauer der Zielgerade. Ob die Aktion nun sonderlich fair war, sei mal dahingestellt. Jeff schob die blaue #2 schließlich nur in bekannter Shorttrack-Manier an und bekam dafür im Gegenzug gleich sein Auto zerstört. Da ist die Rache sicherlich nicht verhältnismäßig ausgefallen.

An dieser Stelle nützte das Geschehen allerdings einem anderen Hendrick-Fahrer, denn Mark Martin bekam den „lucky dog“ und befand sich nun pünktlich zur finalen Phase des Rennens wieder in der Führungsrunde. Die nachfolgenden Boxenstopps sollten gleichzeitig auch die letzten des Nachmittags bleiben, denn bei noch ca. 115 zu fahrenden Runden betrug das Spritfenster noch einmal zehn bis zwanzig Umläufe mehr.

Ken Schrader entschied sich allerdings, nicht an die Box zu fahren und war somit plötzlich an der Spitze des Feldes zu finden. Das es eine schlechte Entscheidung war, den zwar äußerst erfahrenen Fahrer im unterlegenen Auto auf dem engen Shorttrack auch dann noch in Führung zu lassen, nachdem er sich die fünf Bonuspunkte abgeholt hatte, verstand sich von selbst: Harvick ging bereits eine Runde nach dem Restart in Umlauf 394 außen an Schrader vorbei, welcher mit einem „tire rub“ ziemlich schnell aus den Top10 herausfiel. Direkt danach löste Tony Raines die allerletzte Gelbphase des Rennens aus, weil er sich in Turn 4 beim Versuch drehte, die Boxengasse zu erreichen. Jeff Gordon bekam übrigens den „lucky dog“ und konnte seinen Rundenverlust durch den Reparaturstopp nach dem Crash mit Kurt Busch ausgleichen.

Den letzten Restart ca. 100 Runden vor dem Ende führte Kevin Harvick an, gefolgt von Jeff Burton und Denny Hamlin. Ziemlich spät im „run“ fand Hamlin in seinem Toyota dann doch noch das Gaspedal, welches er im gesamten Rennverlauf zuvor vermisst hatte. In Runde 456 überholte er zunächst Burton und kämpfte dann 15 Umläufe später über fünf Runden lang mit dem Führenden Harvick.

Unterdessen startete Mark Martin seine erwähnte Aufholjagd und verfügte plötzlich über das schnellste Auto im Feld, nachdem die #5 eigentlich schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen war. Rusty Wallace begründete diese Performance-Änderung in einem Anflug von großer Weisheit mit einer besseren Aerodynamik eben durch die Beschädigungen. Nun zum einen weiß man, dass die Aerodynamik auf einem Shorttrack so gut wie keine Rolle spielt, denn nur deswegen sind z.B. „bump & run“-Manöver ohne größere Auswirkungen möglich. Zum anderen bietet ein beschädigtes Chassis vor allem auf den Intermediate-Ovalen keine ausreichenden Aerodynamikeigenschaften mehr, um noch konkurrenzfähig mitzufahren. Das war wieder so eine geistreiche Bemerkung von Wallace, die man am liebsten überhört.

ÜBERSICHT DER PLATZIERUNGEN EINIGER FAHRER:

Weil in den letzten 100 Runden eine weitere Gelbphase ausblieb, ging Martin die Zeit aus, um Denny Hamlin an der Spitze noch abzufangen. Der Lokalmatador aus Virginia gewann deshalb zu Hause sein bereits drittes Martinsville-Rennen in Folge und hält damit die unheimliche Serie gemeinsam mit Jimmie Johnson aufrecht: Seit Ende 2006 haben nur diese beiden Piloten auf der Büroklammer von Martinsville in der „victory lane“ gestanden.

Hinter Mark Martin landete Kevin Harvick auf Position drei, gefolgt von Kyle Busch und Jimmie Johnson, was den Meisterschaftskampf an der Spitze vor Talladega noch einmal richtig eng macht. Die Top10 komplettierten Joey Logano, Dale Earnhardt Jr, Carl Edwards, Jeff Burton und Brad Keselowski. Vor allem die Gibbs-Fahrer Busch und Logano fuhren ein äußerst unauffälliges Rennen und zeigten gemeinsam mit ihrem Teamkollegen Hamlin ein großartiges Mannschaftsergebnis: Top6 für Joe Gibbs Racing! Für Earnhardt ist das Top10-Resultat ein großer Schritt nach vorne und nach der langen sehr erfolglosen Zeit mehr als zufriedenstellend. Immerhin führte die #88 in Martinsville mehr Runden als in allen vorangegangenen Rennen der Saison zusammengerechnet.

Auch Edwards hat sich schadlos gehalten und dabei sehr unauffällig agiert. Keselowski konnte in Martinsville das erste Top10-Ergebnis seiner Cup-Karriere einfahren und war nur kurz in einen Zwischenfall mit David Reutimann verwickelt. Außerdem wurde er nach dem ersten Rennviertel zu schnell in der Boxengasse erwischt, was ihn ans Ende der Führungsrunde zurückschickte.

Die andere Hälfte der Chaser erwischte einen schlechten Tag: Matt Kenseth (15.) war bis zu den letzten Boxenstopps in den Top10 unterwegs und musste dann genauso wie Keselowski seine Position zum Restart aufgeben. Kurt Busch (16.) fuhr bis auf die Konfrontation mit Jeff Gordon (20.) unauffällig, verfügte aber einfach nicht über ein schnelles Auto. Gordon verlor nach besagtem Zwischenfall noch zwei Runden und wegen der Überreaktion von Busch wohl auch die letzten, bis dahin verbliebenen Meisterschaftschancen. Tony Stewart (24.) lag ebenfalls auf Top10-Kurs, musste aber zehn Runden vor Schluss einen geplatzten Reifen hinnehmen.

Greg Biffle (33.) traf es noch schlimmer: Nachdem der Roush-Pilot im ersten Rennviertel noch gut unterwegs war, erwischte es ihn zunächst zwei Mal an der Box (zu viele Mechaniker am Auto, Radmutter vergessen) und später auf der Strecke, als auch ihm ein Reifen platzte. Clint Bowyer (38.) war nach seinem Mauerkuss und der anschließenden Reparaturpause mit Rundenrückstand unterwegs. Bis dahin war er wie so viele ebenfalls in den Top10 umhergefahren.

Kasey Kahne beendete sein erstes Rennen für Red Bull Racing sehr unauffällig auf Platz 14, während Aric Almirola in der #9 von Richard Petty Motorsports einen 21. Rang einfuhr. Juan Pablo Montoya war lange Zeit in den Top10 unterwegs, hatte aber im Endspurt kein konkurrenzfähiges Auto mehr. Das Resultat war nur Platz 19. Sein Teamkollege Jamie McMurray wurde Elfter.

ANALYSE DER PUNKTETABELLEN:

Der Kampf um die Meisterschaft ist mit dem Sieg von Denny Hamlin wieder etwas enger geworden: Nur winzige sechs Punkte trennen ihn jetzt noch von Jimmie Johnson. Weil auch Kevin Harvick vor dem Tabellenführer ins Ziel gekommen ist, beträgt sein Rückstand nur noch 62 Zähler. Der nächste Verfolger ist nach diesem Wochenende Kyle Busch, der hat allerdings schon 172 Punkte Rückstand. Ab Jeff Gordon benötigen alle Fahrer mit mehr als 200 Zählern Differenz in Talladega ein Wunder. Falls Johnson auf dem von ihm nicht sonderlich geliebten Superspeedway nach einem Unfall letzter der 43 Piloten würde, könnten maximal 161 Punkte von den anderen Chasern aufgeholt werden. Der Talladega Superspeedway wird dem Meisterschaftskampf sicherlich eine Menge Würze verleihen und die finalen Voraussetzungen für die letzten drei Rennen schaffen.

In der Owner-Wertung kann sich Robby Gordon wieder ein wenig entspannen, denn Travis Kvapil hatte mit der #38 von Front Row Motorsports in Martinsville etwas Pech und landete nur 13 Plätze hinter der #7 von RGM. Gordon versuchte sich am Wochenende übrigens auch mit der #07 selbst zu qualifizieren, scheiterte aber im Einzelzeitfahren an der Konkurrenz. Daraufhin ersetzte man teamintern Kevin Conway und der Teamchef griff selbst ins Lenkrad, um nicht erneut wichtige Punkte zu verlieren. Zwischen den beiden Teams kam Hermie Sadler im Auto mit der #71 von TRG Motorsports ins Ziel. Weil auch Tony Raines und David Gilliland für FRM kein gutes Rennen ablieferten, wird es im Kampf um die Top35 etwas kompakter. Der aktuelle Stand kann in der nachfolgenden Tabelle überblickt werden, natürlich ebenso die Fahrerwertung.

Talladega ist am nächsten Wochenende übrigens wegen der Zeitumstellung in Deutschland eine Stunde früher, das gilt allerdings nicht für das Truckrennen am Samstag. Die Amerikaner stellen ihre Uhren erst in der darauffolgenden Woche um, sodass die Nationwide Series und die Trucks in Texas bei uns ebenfalls eine Stunde eher über den Äther fließen, der Cup am Sonntag jedoch wieder mit den gewohnten sechs Stunden Verzögerung gesendet wird.

2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_stands_by_car 2010_Martinsville_Oct_NSCS_race_start at Martinsville Speedway on October 24, 2010 in Martinsville, Virginia. 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Marcos_Ambrose_leads 2010_Martinsville_Oct_NSCS_33_car_in_garage 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Dale_Earnhardt_Jr_leads 2010_Martinsville_Oct_NSCS_fans_cheer 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Jeff_Burton_leads 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Jimmie_Johnson_races_Kyle_Busch 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_Kevin_Harvick_side_by_side 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_crosses_finish_line 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_after_burnout 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_Victory_Lane Web OnTheBubbleNSCS2010_32Martinsville

October 22 2010

06:21

NASCAR: Vorschau Martinsville Oktober 2010

In Martinsville startet die zweite Chase-Hälfte und nur noch drei Piloten kämpfen innerhalb von 100 Punkten um die Meisterschaft. Die Verfolger Jeff Gordon, Kyle Busch und Tony Stewart benötigen dringend möglichst einen Sieg, um weiterhin dabei zu sein. Da trifft es sich schlecht, dass der Shorttrack ausgerechnet die stärkste Strecke der Top2 ist.

An diesem Wochenende beginnt der Endspurt zur Playoff-Trophäe und ausgerechnet die beiden bestplatzierten Piloten haben die Chance, auf dem Martinsville Speedway davonzuziehen. Tabellenführer Jimmie Johnson und sein Verfolger Denny Hamlin haben sich auf dem Shorttrack in Virginia praktisch in die „victory lane“ eingemietet: Seit Ende 2006 hat in Martinsville kein anderer Fahrer außer den beiden ein Rennen gewonnen. So eine Statistik wird den Verfolgern gar nicht passen, wobei aber zumindest Jeff Gordon ähnlich starke Resultate vorweisen kann. Kevin Harvick wird versuchen müssen, sich mit einem Top10-Ergebnis nach Talladega zu retten. Die anderen Chase-Piloten könnten nach einem schlechten Martinsville-Wochenende zumindest realistisch gesehen aus der Entscheidung draußen sein. Zu Beginn des Artikels möchte ich aber kurz auf die Hammermeldung der Woche eingehen, die gestern über die US-Seiten schwappte:

Richard Petty Motorsports hat Kasey Kahne mit sofortiger Wirkung aus seinem auslaufenden Vertrag entlassen. Damit ist sein Wechsel zu Red Bull Racing nun schon vor Beginn der neuen Saison möglich geworden. Reed Sorenson ersetzte bisher den erkrankten Brian Vickers in der #83, muss nun aber für Kahne seinen Platz räumen. Interessanterweise war Sorenson schon vor diesem Wechsel nicht für Martinsville gelistet gewesen: Die ESPN-Kommentatoren kündigten an, dass Reed an diesem Wochenende nicht für Red Bull fahren würde, wobei ein Ersatz zu dem Zeitpunkt noch nicht benannt war. Aric Almirola wurde daraufhin für die #83 verpflichtet und ersetzt nun im Zuge des „Wechsels“ Kahne in der #9. Bezüglich einer weiteren Zusammenarbeit zwischen RPM und Almirola nach Martinsville ist bisher nichts bekannt geworden.

Theoretisch könnte der Weggang von Kasey Kahne ein größere Rotation in der Sprint-Cup-Garage auslösen: Im nächsten Jahr soll bekanntlich Marcos Ambrose im RPM-Ford mit der #9 sitzen, doch nun erscheint auch in diesem Fall ein vorzeitiges Debüt möglich. Der freiwerdende Platz in der #47 von JTG-Daugherty Racing wäre daraufhin frei für Bobby Labonte, der 2011 ohnehin das Cockpit von Ambrose übernimmt. Da wird es am Wochenende sicher noch einige neue Informationen geben.

Gehen musste Kahne unterdessen, weil er sich in der Öffentlichkeit lautstark unzufrieden mit seinem Team zeigte. Das Verhältnis galt ja nun schon seit geraumer Zeit als zerrüttet und man sehnte das Ende der Saison beiderseits herbei. Die Kritik von Seiten des Fahrers scheint berechtigt: Drei Mal in diesem Jahr versagten am RPM-Ford von Kahne laut seiner Aussage die Bremsen, davon passierte dies zwei Mal in den letzten drei Rennen. Zwar nutzen natürlich alle vier Wagen von Richard Petty Motorsports dieselbe Technik und dieselben Produkte (Öl, Bremsflüssigkeit usw.), doch AJ Allmendinger und auch Paul Menard standen bei vielen Rennen deutlich besser da als Kahne.

Hier scheint wiederum die Sicht des Teams verständlicher zu sein: Angeblich plagten Kasey in Charlotte grippeähnliche Symptome, weswegen er sich nach dem vorzeitigen Ende seines Rennens auch habe übergeben müssen. Da zudem der erwähnte technische Defekt die Ursache für seinen Dreher inkl. Mauerkuss gewesen sein soll, wollte er nicht wieder in den Wagen einsteigen. JJ Yeley musste schließlich in der ondulierten #9 das Rennen zu Ende fahren. Trotz seiner körperlichen Beschwerden war es Kahne aber am folgenden Tag möglich, an einem 5-km-Lauf seiner Wohltätigkeitsstiftung teilzunehmen. Wie man hört, soll er dabei zwar mit einer langsameren Zeit als sonst üblich gestoppt worden sein, aber trotzdem warf die Teilnahme ein schlechtes Licht auf seine Motivation bezüglich seines – nun verlorenen – Cockpits bei Richard Petty Motorsports.

Die Sachlage ist klar: RPM ist nach den vielen Jahren unterschiedlicher Besitzverhältnisse völlig durchgeschüttelt! Durch die Absorption von zunächst Petty Enterprises (2008) und Yates Racing (2009) kam es zu keiner Stabilität im Arbeitsumfeld, die einem Mitarbeiter wirkliche Ruhe vermitteln konnte. In diesem Jahr wurde dann auch noch eine Technikpartnerschaft mit Roush-Fenway Racing eingegangen, die für das Vier-Wagen-Team Chassis und Motoren liefern. 2010 sollte nun also das Jahr sein, welches für Ruhe sorgt und die ersehnten Erfolge bringt. Passiert ist das Gegenteil: Der einzige konkurrenzfähige Fahrer kommt nicht nahe genug an einen Sieg heran und sieht sich häufiger technischen Defekten ausgesetzt. Zwei Wasserträger fahren an guten Tagen gerade mal in die Top10 und ein vierter Pilot dümpelt zwischen den Hinterbänklern rum und verliert beinahe sein Leben. Letzteres ist natürlich nicht die Schuld von Richard Petty Motorsports, aber der Unfall dürfte die Moral des Teams nicht gerade verbessert haben.

Richtig interessant wird es aber erst, wenn man sich die Besitzverhältnisse von RPM ansieht: Richard Petty gehört praktisch nichts vom Team, es wird nur sein prominenter Name genutzt. Petty steht vielmehr auf der Gehaltsliste von Boston Ventures, einer Investmentfirma, die 2008 sein Team Petty Enterprises aufkaufte. Schon zu dieser Zeit hatte der „King“ also alle Macht verloren. Der Hauptteil des Teams gehört jedoch dem amerikanischen Unternehmer George N. Gillett Jr, der 2007 mit einer Mehrheitsbeteiligung in das Team Evernham Motorsports einstieg, welches von Jeff Gordons ehemaligem Crew Chief Ray Evernham gegründete wurde. Daraus wurde dann Gillett Evernham Motorsports und nach den Übernahmen von Petty und Yates eben Richard Petty Motorsports.

RPM ist somit eigentlich ein Konglomerat und Flickwerk aus verschiedensten ehemaligen Teams, deren wirklich große Tradition in diesem „Investment“ aufging bzw. unterging. Gillett ist nebenbei übrigens in weiteren Sportarten beteiligt, so gehört ihm beispielsweise das NHL-Team der Montreal Canadiens und bis vor kurzem auch der FC Liverpool. Nach einem Beschluss des Liverpool-Vorstandes musste Gillett allerdings den Verkauf des Vereins an New England Sports Ventures über sich ergehen lassen, Gerichtsverfahren diesbezüglich sind noch anhängig. Der Clou an der Sache ist aber, – und nun kommt der wirkliche interessante Teil des Kahne-Wechsels – dass NESV niemand anderem als John W. Henry gehört, der mit seiner Fenway Sports Group unter anderem 50%iger Teilhaber an Roush-Fenway Racing ist.

Da Gillett bei dem Verkauf des FC angeblich eine Menge Geld verloren hat, ging die Sache nun vor Gericht. Das sind sicherlich nicht die besten Voraussetzungen für eine gute Partnerschaft in der NASCAR und prompt passierte auch etwas: FoxSports und SPEED berichtete am gestrigen Donnerstag, dass Roush-Fenway Racing als Lieferant von Chassis und Motoren an RPM den Stecker zog und die Talladega-Autos durch den Gerichtsvollzieher abholen ließ; angeblich wegen nicht bezahlter Rechnungen. Die Frage ist nun, wie ernst ist es mit Richard Petty Motorsports, wo sich einige Angestellten schon Sorgen machen, ob sie nach Martinsville überhaupt noch einen Job haben. Schlecht auch für Marcos Ambrose und AJ Allmendinger, die im Falle einer Pleite kein Cockpit mehr für das nächste Jahr hätten. Auf der anderen Seite könnte diese Aktion reine Schikane von John W. Henry sein, der sich lange gegen Gillett erwehren musste, um den FC Liverpool kaufen zu können.

Auch in diesem Fall gilt: Da könnte am Wochenende noch mehr ans Tageslicht kommen und es ist nicht ausgeschlossen, dass Richard Petty Motorsports nach diesem Wochenende die Pforten schließt. Allerdings ist noch zu sagen, dass Roush-Fenway Racing die Chassis mittlerweile wieder zurückgegeben hat, die Motoren und Getriebe fehlten dabei aber. Kasey Kahne kann sich jetzt ins Fäustchen lachen, er hat den Absprung zum richtigen Zeitpunkt geschafft und hat sehr gute Zukunftsaussichten bei Red Bull Racing und Hendrick Motorsports.

– Ende Exkurs Richard Petty Motorsports – (Anm: Ich bitte, die vielen Links zu Wikipedia zu entschuldigen, aber die relevanten Angaben sollten dort alle durch Quellen belegt sein! Falls etwas nicht stimmt, korrigiert mich bitte…)

Damit der Artikel nicht zu lang wird, gehe ich etwas kürzer auf die Siegchancen der einzelnen Fahrer in Martinsville ein, die wichtigsten Informationen werden aber nicht zu kurz kommen.

Als absolute Favoriten müssen an diesem Wochenende Jimmie Johnson und Denny Hamlin gelten: Sie sind im Doppelpack seit Ende 2006 in Martinsville ungeschlagen und zeigten auch in den letzten Saisonrennen, dass sie derzeit konkurrenzfähig sind. Ausgerechnet diese beiden Piloten stellen aber die Top2 der Meisterschaft und bei einem ähnlich guten Rennen für sie auf dem Shorttrack können die anderen Chaser eigentlich einpacken – wäre da nicht Talladega in einer Woche, wo bekanntlich alles passieren kann.

Um noch die beeindruckenden Zahlen von Johnson und Hamlin zu zeigen:
- Hamlin ist in Martinsville bereits zehn Mal angetreten und kam dabei nur ein einziges Mal nicht in die Top9. Sieben dieser Rennen beendete er sogar in den Top5 und vier der letzten fünf Rennen in den Top2.
- Johnson zeigte noch ein wenig mehr und jetzt kommt der Knüller: Bis auf sein erstes Rennen in Martinsville kam er auf dem Shorttrack nie schlechter als auf Platz 9 ins Ziel und das war immerhin 2002! Von den letzten acht Rennen hat er außerdem ganze fünf gewonnen.

Direkt dahinter sehe ich Jeff Gordon, der an diesem Wochenende wohl die besten Chancen aller Verfolger haben dürfte. Seine Martinsville-Statistik zeigt, dass er seit 2005 immer(!) in die Top5 gefahren ist. Gordon ist seit 1993 schon 35 Mal auf dem Shorttrack gefahren und kam dabei nur drei Mal nicht in die Top12 bzw. sechs Mal nicht in die Top9. Diese Ergebnisse sind ebenso beeindruckend wie jene von Hamlin und Johnson.

Dann kommt eigentlich schon der Rest vom Schützenfest mit gehörigem Respektabstand. Weil Hendrick Motorsports und Joe Gibbs Racing in Martinsville traditionell stark sind, ziehe ich die mal vor:

Tony Stewart konnte seit 2007 in vier von sieben Rennen in die Top10 fahren, wobei davon sogar zwei Ergebnisse Top5s waren. Eines der letzteren Resultate muss er dringend wiederholen, um in der Meisterschaft nicht noch mehr Boden zu verlieren. Auf Dale Earnhardt Jr trifft Statistik-technisch im Übrigen dasselbe wie bei Stewart zu, vielleicht kommt er am Sonntag mal wieder unter die Top10.

Kyle Busch erreichte in den letzten drei bis vier Jahren drei vierte Plätze, die gleichzeitig auch seine besten Martinsville-Resultate darstellen. Alle anderen Zielankünfte ab 2007 waren jenseits der Top20. Wenn er in der Meisterschaft dranbleiben will, ist ein Top5-Ergebnis Plicht. Joey Logano wurde im Frühjahr Zweiter, deswegen sollte man ihn am Wochenende auf jeden Fall im Auge behalten, vor allem weil er zuletzt vermehrt in die Top11 fahren konnte.

Mark Martin hat den Shorttrack in seinen beiden Teilzeitjahren 2007 und 2008 ausgelassen, nur um 2009 mit zwei Top10-Ergebnissen zurückzuschlagen. In diesem Jahr ist er bekanntlich etwas schlechter unterwegs, war aber zuletzt wieder in Reichweite der Top10. Stewarts Teamkollege Ryan Newman beendete die letzten drei Martinsville-Rennen mit Top10s und sollte auch am Wochenende wieder dazu in der Lage sein.

Bei Richard Childress Racing wird es schon enger, denn Kevin Harvick, Jeff Burton und Clint Bowyer sind jetzt nicht so die Martinsville-Experten. Am besten sieht es dabei noch für Bowyer aus, der bis auf das letzte Chase-Rennen immer in den Top11 angekommen ist, allerdings war nur ein Top5 dabei. Burton ist 2007 und 2008 nur je ein Mal in die Top5 gefahren, ansonsten waren das seit 2006 ausnahmslos Ergebnisse jenseits der Top12. Harvick dürfte insgeheim schon auf Talladega hoffen, denn immerhin gewann er in diesem Jahr zwei der bisher drei Superspeedway-Auftritte. Am Wochenende sollte er wie immer gut genug für die Top10 sein, denn das schaffte er mit Mühe und Not auch in drei der letzten sieben Martinsville-Rennen. Aber ob das auf Dauer reicht, nur Top10-Resultate einzufahren? Eher nicht, ein schlechtes Ergebnis von ihm und es sind nur noch Johnson und Hamlin im Titelkampf übrig.

Schlechter sieht es bei Dodge und Ford aus, Kurt Busch zum Beispiel ist seit 2006 nicht mehr in die Martinsville-Top-10 gefahren. Seine Meisterschaftschancen sind aber ohnehin nur noch rechnerisch. Die Roush-Ford-Chaser Matt Kenseth und Greg Biffle sind in den letzten Jahren mal so vereinzelt in den Top10 angekommen. Während Biffle allerdings nur zwei solcher Resultate in Martinsville überhaupt vorweisen kann, hat Kenseth wenigstens sechs aus 21 Rennen. Carl Edwards ist seit 2007 auch nur drei Mal in den Top10 angekommen, dabei steht als bestes Ergebnis ein dritter Platz in den Büchern. Wenn Martinsville eines ist, dann eben keine Ford-Strecke!

Der letztwöchige Sieger Jamie McMurray und sein Teamkollege bei Earnhardt-Ganassi Racing, Juan Pablo Montoya, haben Chancen auf die Top10. McMurray beendete die letzten sieben Martinsville-Rennen auf den Plätzen 9, 32, 8, 38, 10, 6 und 30. Montoyas Statistik sieht folgendermaßen aus: 16/8/13/14/12/3/36. Ein ähnliches Ergebnis wie in den letzten Saisonrennen sollte er also wiederholen können, der flache Shorttrack liegt ihm seit Beginn seiner NASCAR-Karriere vergleichsweise gut.

Martin Truex Jr wurde im Frühjahr Fünfter in Martinsville und David Reutimann hat sich in dieser Saison zu einem echten Top10-Fahrer entwickelt. Mit Michael Waltrip Racing muss man also auch weiterhin rechnen, es kann sein, dass beide Piloten in den Top10 auftauchen.

Nach der Chase-Fahrer-Statistik in Bildform kommen wie üblich noch Playoff-Punktetabelle, Owner-Wertung und die Ausstrahlungsdaten für das komplette Wochenende. Zu den Meisterschaftstabellen habe ich in der Charlotte-Analyse schon was geschrieben. Damit dieser Artikel nicht zu lang wird, bitte ich darum, dort nachzuschauen.

Sprint Cup und Trucks sind auf dem Martinsville Speedway unterwegs, während die Nationwide Series mit Danica Patrick im Schlepptau auf dem Gateway International Raceway fährt, einem 1,25-Meilen-Oval mit unterschiedlichen Turns in der Form von Darlington. Allerdings ist der Speedway langsamer, denn Turns 1 & 2 ähneln New Hampshire, während Turns 3 & 4 dem Phoenix International Raceway nachempfunden sind.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 22.10.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:00 Uhr, Truck Series Practice, nicht im TV
19:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
20:30 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
22:40 Uhr, Truck Series Qualifying, nicht im TV

Samstag, 23.10.
16:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
16:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
17:15 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2 (erst um 00:30 Uhr)
18:30 Uhr, Truck Series Rennen (Kroger 200), SPEED
21:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (5-Hour Energy 250), ESPN2

Sonntag, 24.10.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Tums Fast Relief 500), ESPN

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