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08:32

F1 Saisonrückblick: Die Fahrer

Wie in jedem Jahr gibt es auch 2010 einen zweiteiligen Saisonrückblick, den nach Fahrern und Teams aufgeteilt ist. Teil Eins: Die Fahrer.

Die Liste der Fahrer, denen zu Beginn der Saison Chancen auf den WM-Titel zugesprochen wurde, war eigentlich recht übersichtlich. Doch tatsächlich entwickelte sich die Saison auf einem viel höheren Niveau, als man das erwartet hatte. Weil viele WM-Aspiranten patzten, erweiterte sich der Kreis der Kandidaten zeitweise auf sechs Mann. Die Menge an Fahr- und Strategiefehlern war erstaunlich hoch. Manche sagen, dass das nicht gerade für das Niveau des im Grunde recht jungen Fahrerfeldes spricht. Ich bin eher der Meinung, dass der Druck dieses Jahr erstaunlich in den Top Teams sehr hoch war. Zum einen lag das an den Teamduellen (Red Bull, McLaren Mercedes) zum anderen lag das Feld sehr eng beieinander, was zu meist spannenden Rennen führte. Nicht schlecht für eine Saison, von der man nicht viel erwartet hatte. In diesem Jahr gab es einige Fahrer, die die Erwartungen erfüllten, aber auch etliche, die nicht überzeugen konnten. Die folgende Aufstellung richtet sich nach der WM-Wertung.

1. Sebastian Vettel
Wenn man am Ende einer Saison Weltmeister ist, dann hat man alles richtig gemacht. Aber ähnlich wie bei Lewis Hamilton 2008, ist beim Vettel noch deutlich Luft nach oben, was seine fahrerischen Qualitäten angeht. Und das allein sollte seinen Gegnern schlechte Laune machen. Ein bekanntes Problem bei Vettel ist seine oftmals zu stürmische Fahrweise. Seine Unfälle mit Webber in der Türkei und Button in Spa waren zwei deutliche Zeichen. Eigentlich hatte man erwartet, dass Vettel nach den Unfällen im Vorjahr (Kubica in Australien) etwas ruhiger sei, aber der Druck im Red Bull Team führte dann unter anderem auch wieder dazu, dass Vettel hier und da etwas hektisch wurde. Eine weitere Sache, die man Vettel vor allem in den britischen Medien ankreidet, ist der Umstand, dass er bisher auf der Strecke nicht wirklich gezeigt hat, dass er überholen kann. Tatsächlich ist das aber Quatsch, denn in Silverstone zeigte er sehr wohl, dass er keine Kompromisse macht. Seine Manöver gegen Adrian Sutil machte das mehr als deutlich. Seine Stärke liegt vor allem in der Quali, wo er meiner Meinung nach im Moment kaum zu schlagen ist. Bekannt ist, dass Webber ja nun auch nicht gerade einschläft, die Messlatte ist also gegeben.

2. Fernando Alonso
Dass der Spanier mit einem zeitweise völlig unterlegenen Ferrari bis zum letzten Rennen um die Meisterschaft fahren konnte, sagt eigentlich schon alles über ihn aus. Egal, in welchem Wagen er sitzt, man darf ihn nie abschreiben. Seine Stärken haben sich in den letzten Jahren, vielleicht auch durch die eher demotivierenden Jahre bei Renault, etwas abgeschliffen, aber sie sind immer noch da. Egal ob eine schnelle Runde, oder eine konsequente Hatz auf einen Sieg. Wenn Alonso eine Chance wittert, dann ist er da. Etwas überraschend waren dieses Jahr seine Aussetzer. Der Fehlstart in China mag technisch bedingt gewesen sein, seine Abflüge in Monaco und Spa waren es jedoch nicht. Diese Fehler haben mich überrascht, auf der anderen Seite zeigten sie auch, dass ein so scheinbar kontrollierter Alonso seine Nerven auch nicht immer im Griff hat. 2011 wird man ihn vermutlich noch stärker sehen. Massa hat er zum 1b abgekanzelt und Ferrari wird den Wagen und das Team weiter um Alonso herum bauen.

3. Mark Webber
So ein bisschen ist Webber 2010 ja “Meister der Herzen”. Nicht, weil er die bessere Performance hatte, aber dem seit 10 Jahren mehr oder weniger chronisch erfolglosen Australier hätte man den Titel ebenso gegönnt, wie man das im letzten Jahr bei Jenson Button getan hat. Im Gegensatz zu Vettel hat sich Webber durch die Hinterstube der Formel Eins arbeiten müssen, auch wenn er bei Williams dann einiges an Leistung vermissen ließ. Dass er in der ersten Saisonhälfte Vettel teilweise im Griff hatte, ist schon sehr bemerkenswert und ich hatte das so nicht erwartet. Webber fehlten am Ende aber zwei Dinge zum Titel. Zum waren seine Leistungen in der Quali vor allem am Saisonende zu schwankend, zum anderen machte er seinen Fehler zum schlechtesten Zeitpunkt. Jeder Fahrer hatte 2010 mal einen Aussetzer, doch im drittletzten Rennen sollte man ihn nicht haben. Ob er 2011 noch mal die Motivation aufbringen wird?

4. Lewis Hamilton
Seit dem der Brite in der Formel Eins ist, hat er in jeder Saison für Furore gesorgt. Seine meist ziemlich kompromisslose Fahrweise hat sich in den 4 Saisons, in denen er nun schon unterwegs ist, nicht geändert. Für ihn gilt, was ich auch über Alonso geschrieben habe. In diesem Jahr schien er mir aber nicht immer auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit zu sein. Er machte keinen großen Fehler, fiel aber in vielen Rennen nicht weiter auf. Eine seiner Schwächen scheint im Moment die Fähigkeit zu sein, im richtigen Moment die richtige strategische Entscheidung zu treffen. Jenson Button hat ihn da teilweise vorgeführt. Auch war sein Speed im Rennen nicht immer ganz so, wie man das erwarten würde. Mir fehlte da teilweise der richtige Biss, auch wenn er bis zum letzten Rennen um die WM fahren konnte.

5. Jenson Button
Für mich die Überraschung des Jahres. Jeder hatte damit gerechnet, dass Hamilton ihn demütigen würde, aber davon war wenig zu sehen. Zwar hat Button immer noch die schwächere Qualifikation, aber im Rennen sieht die Sache dann wieder völlig anders aus. Seine Konstanz über die Distanz ist bemerkenswert und so gut, dass er damit seinen Ingenieuren erlaubt, ein wenig mit der Strategie zu spielen. Während Hamilton meist einen Peak im Rennen hat, bleibt Button bis zum Schluss auf einem Niveau. Hamilton dürfte überrascht gewesen sein, ebenso wie der Rest der Welt, mich eingeschlossen. Neben seiner Quali-Schwäche ist im diesem Jahr aber auch wieder aufgefallen, dass es Rennen gibt, in denen er scheinbar lustlos unterwegs ist (Italien/Deutschland). Button wird sehen müssen, dass er die drei Zehntel, die Hamilton in der Quali vorne ist, 2011 aufholen kann. Mit den stabileren Vorderreifen von Pirelli stehen die Chancen dafür nicht schlecht.

6. Felippe Massa
Mal wieder die tragische Figur des Jahres, aber auch mal wieder eine typische Massa-Saison. So richtig in Schwung ist er nie gekommen, nachdem man ihm den Sieg in Hockenheim geklaut hat, hat seine Psyche vermutlich einen kleinen Knick bekommen. Viele meinen, dass er den Unfall aus dem letzten Jahr nicht gut verkraftet hat, aber vermutlich ist es so, dass er sein altes Niveau wieder erreicht hat, nur ist Alonso halt ein anderes Kaliber. Es gibt Strecken, da ist Massa dran, auf anderen hat er keine Chance. Das er in diesem Jahr nur auf Platz 6 gekommen ist, hat sicher etwas mit der Strategie von Ferrari zu tun, aber es ist ihm auch nicht gelungen sich in eine Position zu manövrieren, die Ferrari die Entscheidung schwerer gemacht hätte. Anders gesagt: Er ist zu langsam gewesen und das in allen Belangen. Das wird 2011 auch nicht anders sein.

7. Nico Rosberg
Neben Button vermutlich der Fahrer, den man am meisten unterschätzt. Die Häme (“Britney”) die er so kassieren muss, dazu seine, auf den ersten Blick, bescheidenden Ergebnisse, verführen dazu, dass man ihn nicht ernst nimmt. Ich bin da anderer Meinung. Er hat, trotz aller kleinen Psychospielchen, Schumacher in diesem Jahr locker im Griff gehabt, er hat kaum Fehler gemacht und ohne ihn wäre das Comeback von Mercedes in der Formel Eins desaströs gewesen. Intern gilt Rosberg als einer der besten Qualifier, manche setzten ihn auf das Podest von Vettel und Hamilton. Richtige Schwächen sind schwer zu finden, denn der Rennspeed des Mercedes war nun nicht gerade dafür geeignet, dass er sich auszeichnen konnte. Im direkten Duell mit Schumacher hat jedenfalls auch im Rennen nicht verloren. Bleibt hat die Frage: Ist Rosberg so gut, weil Schumacher so schlecht ist?

8. Robert Kubica
Auch in diesem Jahr bin ich aus dem Polen mal wieder nicht schlau geworden. Im Grunde ist er schnell, sein Quali-Speed ist mit dem eher lahmen Renault schon bemerkenswert gut. Auch seine Konstanz im Rennen ist auffallend hoch. Aber so richtig, so durch und durch, hat er mich bis heute nicht überzeugt. Irgendetwas fehlt mir bei ihm, ich kann es nicht genau benennen. Nun ist der Renault auch in diesem Jahr nicht der Wagen gewesen, mit dem man gut überholen konnte, aber auch in den Jahren zu vor fand ich seine Leistung im Rennen immer etwas blass. Vielleicht vertue ich mich, deswegen hätte ich es gern gesehen, wenn Kubica bei McLaren oder Ferrari angedockt hätte. 2011 bleibt er aber bei Renault, und vermutlich wird es dort so weiter gehen, wie in diesem Jahr.

9. Michael Schumacher
Dass Schumacher nicht ins Auto steigt und alles in Grund und Boden fährt, war schon vor der Saison klar. Zu lang war die Pause, zu schlecht war der Mercedes schon bei den Testfahrten. Erstaunlich war es aber, dass der Ex-Meister im Laufe der Saison seinen Rückstand auf Rosberg nicht verkürzen konnte. Mal waren es 5, mal waren es 3 Zehntel, aber in dem Bereich blieb bis fast zum Ende der Saison. Interessanterweise wurde er just ab dem Moment besser, an dem Mercedes den Wagen nicht mehr weiter entwickelte. Und da zeigte sich dann, was Schumacher braucht: Viel Zeit zum Testen, viel Zeit, um den Wagen auf sich einzustellen. Wenn ihm aber der Wagen eh schon nicht passt und wenn dann dazu jede Woche noch viele Updates kommen, schwimmt er offenbar ein wenig. Das ist einerseits etwas erstaunlich, denn seine Erfahrung sollte das ja ausgleichen, andererseits hat er bei Ferrari ja immer bis zum Umfallen testen können, was er jetzt nicht mehr darf. Ich bin extrem gespannt, wie das 2011 ausgehen wird.

10. Rubens Barrichello
Der alte Mann und die Formel Eins. Was soll man zu Barrichello noch sagen. Irgendwie würde etwas fehlen, wenn er nicht dabei wäre und seine Leistungen zeigen, dass er immer genug Speed für gute Ergebnisse hat. Hülkenberg hatte er während der gesamten Saison im Griff, sein technischer Input dürfte auch dazu beigetragen haben, dass das Team in diesem Jahr nicht wie üblich ab Saisonmitte im Nirwana verschwunden ist. Also noch mal 20 Rennen mehr für den Brasilianer.

11. Adrian Sutil
Sutil ist, wie viele F1 Piloten, sehr wechselhaft, was seine Leistungen angeht. Mal ist er sensationell unterwegs (Silverstone), mal nimmt er alles mit, was nicht rechtzeitig aus dem Weg fahren kann (Korea). Er wird immer mal wieder mit einem Top-Team in Zusammenhang gebracht, aber wirklich aufdrängen tut er sich nicht. Gleichzeitig ist sein Problem aber, dass er mittlerweile schon zu lange bei Force India und deren Vorgängern ist. Es wäre mal an der Zeit, dass er in einem anderen Team zeigt, was ihn auszeichnet, aber offenbar gibt es da für ihn keine lockenden Angebote. In diesem Jahr hat er sicher unter der fehlenden Entwicklung des Wagens gelitten, aber vor allem am Saisonende zeigte ihm Liuzzi hier und da sein Heck, was ja schon etwas überraschend ist. Die Rolle des Teamleaders steht Sutil zudem auch nicht so wirklich. Will er wirklich was erreichen, muss er sehen, dass er mehr zeigt, als das, was er 2010 abgeliefert hat.

12. Kamui Kobayashi
Der Mann, der von außen betrachtet, kaum über Lenkrad schauen kann, hat in diesem Jahr den meisten Spaß abgeliefert. Seine sensationellen und knochentrockenen Überholaktionen haben die Fans mehr als einmal vor Freude in die Hände klatschen lassen. Und das alles in einem Sauber, der nicht wirklich gerade auf der Höhe der Zeit war. Und seine beiden Teamkollegen, de la Rosa und Heidfeld, hat er relativ eindeutig übertrumpft. Kein Zweifel, Peter Sauber hat da den vermutlich besten japanischen F1 Piloten, den es jemals gegeben hat. Seine Schwächen sind bekannt: hier und da etwas optimistisch, mangelnde Erfahrung. Wenn es ihm gelingt, das abzustellen, ohne den Speed zu verlieren, dann werden wir noch viel Spaß mit ihm haben.

13. Vitaly Petrov
Wenn in dieser Saison irgendwann mal in einem Sektor “Gelb” gezeigt wurde, lag man mit dem Tipp “Senna oder Petrov” nie schlecht. Der Russe zeigte in etwa das, was man von ihm schon aus der GP2 gewohnt war. Ein paar brauchbare Rennen, ein, zwei Highlights, den Rest der Zeit stand er neben der Strecke oder fiel nicht weiter auf. Eine echte Steigerung konnte man bei Petrov nicht sehen, auch wenn die letzten Rennen von ihm schon etwas besser liefen. Während man aber zum Beispiel bei Hülkenberg eine steile Lernkurve sehen konnte, fiel die beim Russen deutlich flacher aus. So richtig empfohlen hat er sich für eine weitere Saison bei Renault, die ja nun jeden Punkt brauchen, nicht wirklich. Auf der anderen Seite: Wenn er im nächsten Jahr etwas konstanter unterwegs sein sollte, ist er zumindest ein Kandidat für Punkte.

14. Nico Hülkenberg
Zäher Start, sensationelles Ende. Die Entwicklung, die zwischen beiden Polen liegt, konnte man beim Deutschen in diesem Jahr sehr gut beobachten. Zu Beginn ging gar nichts, weder in der Quali, noch im Rennen, doch im Laufe der Saison steigerte er sich in beiden Punkten. Seine Pole in Brasilien entstand mit etwas Glück, aber fahren muss man so was ja auch erst einmal. “The Hulk” ist ein mir als kluger Pilot aufgefallen. Wenig Fehler, allerdings manchmal etwas Probleme im Rennen. Er fährt vorausschauend und die Dinge, die ihm Barrichello beigebracht hat, dürften nicht geschadet haben. Umso bedauerlicher, dass Williams ihn mit Maldonado ersetzt, denn Hülkenberg bleibt dann nur die Rolle als Testfahrer bei Mercedes oder ein Platz bei Virgin, bestenfalls Force India.

15. Vitantonio Liuzzi
Meine Meinung über ihn hat sich seit seiner Zeit bei Toro Rosso eigentlich nie geändert. Er ist nicht sonderlich schnell, es fehlt ihm vor allem in der Qualifikation an Speed. Im Rennen fällt er selten auf, meist schwimmt er im Rennen nur so mit. Überholmanöver? Auffallende Rennen? Ich kann mich an keins erinnern. Sein sechster Platz in Korea war immerhin mal ein Lichtblick, den er aber der Ausfallorgie zu verdanken hatte. Kein Fahrer, den ich 2011 vermissen würde.

16. Sebastian Buemi
Es ist nicht leicht die Leistung des Schweizers zu beurteilen, da sein Team in diesem Jahr keinen guten Eindruck gemacht hat. Nominell war er besser als der Kollege Alguersuari, aber richtig aufgedrängt hat er sich in diesem Jahr auch nicht. Anders gesagt: Dafür, dass er schon seine zweite Saison gefahren hat, blieb er erstaunlich blass. Da wird 2011 deutlich mehr kommen müssen.

17. Pedro de la Rosa
Der Spanier war sicher gehandicapt durch den schlechten Wagen, den er zur Verfügung hatte. Auf der anderen Seite fand ich es doch erstaunlich, dass er nach seiner sehr langen Pause als Einsatzfahrer von Anfang an so gut unterwegs war. Zwar konnte er Kobayashi nicht übertrumpfen, aber fiel auch nicht ab. Die Performance im Rennen ließ aber zu wünschen übrig und auch als der C29 besser lief, steigerte sich de la Rosa nicht. Seine Auswechslung war vertretbar, aber es gab deutlich schlechtere Piloten in diesem Jahr.

18. Nick Heidfeld
Nach fast einem Jahr Pause wieder in einen Wagen zu steigen war sicher nicht leicht, zumal er bei Mercedes kaum gefahren ist. Dass er gleich auf das Niveau von Kobayashi kommen konnte musste man erwarten, leider war die Zeit bei Sauber zu kurz, um zu sehen, ob er hätte mehr leisten können. Für Heidfeld neigt sich die Zeit in der F1 dem Ende zu. Er hat die Ansprüche, die man an ihn gestellt hat, nie erfüllt, dazu drängen eine ganze Menge neuer Leute in die Serie. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass er in einem LMP eine gute Figur machen kann. Seine Stärken liegen im Rennen und in der Distanz, also eigentlich perfekt für Langstreckenrennen.

19. Jami Alguersuari
Für den Spanier gilt im Prinzip das, was auch für Buemi gilt: Schwer einzuschätzen. Vom Gefühl her halte ich Alguersuari für den schnelleren der beiden, aber wirklich unterstützt hat er mein Gefühl nicht. Auch hier gilt, dass man die Saison 2011 abwarten muss. Ich traue ihm aber mehr zu, als er bisher gezeigt hat. Das Toro Rosso mit Ricciardo einen schnellen Mann verpflichtet hat, der in allen Freitagssessions unterwegs sein wird, dürfte die Sache interessant machen.

20. Heikki Kovalainen
Nach dem Rauswurf bei McLaren, wo er Hamilton nur hinterher fahren konnte, war klar, dass er eben nicht zu den allerschnellsten im Feld gehört. Trulli, nun auch nicht mehr der Jüngste, schlug ihn 2010 regelmäßig in der Qualifikation, im Rennen lagen beide allerdings oft gleichauf. Das Kovalainen noch eine Saison bei Lotus dranhängen darf ist etwas überraschend, ich hatte damit gerechnet, dass Fernandes sich für jemanden der Kategorie Heidfeld entscheiden würde. Kovalainen bleibt ein guter Mittelklasse Pilot.

21. Jarno Trulli
Sein Problem ist weiterhin der Speed über eine gesamte Renndistanz. Im Training ist er weiter einer Besten, im Rennen fehlt ihm dann oft die Konstanz. Das fällt im Lotus nicht ganz so sehr auf wie noch bei Renault oder Toyota, aber auffallend ist es doch. Lotus hält an ihm fest, weil er in der Lage ist, den Wagen in der Quali wie eine Zitrone auszupressen, was ihn vielleicht mal in Q2 und mit viel Glück in Richtung Punkte bringen könnte.

22. Karun Chandok
Der vermutlich mit Abstand witzigste und charmanteste Pilot im Paddock. Leider auch einer langsamsten. Immerhin, dass sollte nicht untergehen, hatte er Bruno Senna so gut im Griff, dass er, obwohl seit dem GP von Deutschland nicht mehr im Einsatz, wegen der besseren Plätze noch vor Senna in der WM liegt. Er hätte schon eine weitere Saison verdient, vielleicht würde die wachsende Erfahrung auch dafür sorgen, dass sich seine Grundschnelligkeit verbessern würde.

23. Bruno Senna
Um es klar zu sagen: Senna ist nicht gleich Senna. Der Neffe hatte weder in der britischen F3 noch in der GP2 auch nur ansatzweise das Talent, das sein Onkel hatte. Und er wird in diesem Leben auch nicht mehr schneller werden.

24. Luca di Grassi
Der hat mich in diesem Jahr ehrlich gesagt enttäuscht. Ich habe ihn auf Grund seiner guten GP2 Ergebnisse für jemanden gehalten, der mehr drauf hat. Aber Timo Glock, dessen Speed man auch nur schwer einschätzen kann, hat ihm klar die Grenzen aufgezeigt. Weder im Rennen, noch in der Quali konnte di Grassi zeigen, dass er mehr drauf hat. Vermutlich wird er durch D’Ambrosio ersetzt.

25. Timo Glock
Sein rätselhafter Wechsel zu Virgin macht es schwer ihn einzuschätzen. Bekannt ist, dass er in der Quali Schwächen hat, seine Rennen aber immer sehr gut waren. In diesem Jahr hatte man den Eindruck, dass es genau umgekehrt war. In der Quali gut, im Rennen selten vor den Lotus. Er hat sich im Moment bei Virgin fest gefahren und wird dort zeigen müssen, was er kann.

26. Sakon Yamamoto
Immerhin war der Japaner, der aus dem Nichts bei HRT auftauchte, nicht so langsam, wie befürchtet. In der Quali machte er Senna sogar das Leben ein wenig schwer, im Rennen war die Sache dann klar. Positiv fiel mir nur auf, dass er, trotz mangelnder Erfahrung und einem bockigen HRT, selten von der Strecke flog.

27. Christian Klien
Wenn er im Auto saß, war er schneller als Senna, Chandok oder Yamamoto, was allerdings nicht wirklich ein Gradmesser ist. Dass er nicht langsam fährt, ist bekannt, nur wie gut er wirklich ist, kann man mangels Vergleich keiner sagen. Besser als Glock oder Kovalainen? Vielleicht. Besser als Kobayashi oder Hülkenberg? Wohl eher nicht.

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