Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.
10:00

DTM: BMW, keine Vorschau und eine Umfrage

BMW steigt also nun doch in die DTM ein. Voraus gegangen war eine monatelang andauernde Diskussion um die neuen Regeln.

Nun also doch. BMW hat ganz offiziell seinen Einstieg in die DTM bekannt gegeben. Ab 2012 will man gegen Audi und Mercedes mit einem Wagen auf Basis des M3 antreten. Die Münchner hatten schon früh klar gemacht, dass bei einem Engagement in der DTM entweder der Werkseinsatz in der ALMS oder in der WTCC über die Klinge springen muss. Welche Serie dran glauben muss, ist noch nicht bekannt. Auch hatte man einen Einsteig in die DTM von neuen Reglement abhängig gemacht. Und genau darüber gab es im Sommer wohl einen gepflegten Streit zwischen Mercedes und BMW. Für BMW ist es wichtig, dass der Einsatz sich monetär auszahlt. Sieht man mal von Einsatz in der Formel Eins ab, fährt BMW traditionell die Linie, dass man die in einer Serie eingesetzten Wagen auch an Kunden weiter verkaufen kann. So profitieren etliche Serien weltweit vom Engagement des Herstellers in der S2000 Klasse. Wie genau das neue Reglement aber aussehen wird, wurde bisher noch nicht verraten. Offenbar wird die DTM aber nicht die einzige Serie auf der Welt sein, die nach den neuen Regeln arbeiten wird.

Hans-Werner Aufrecht, ITR-Vorstand, hat schon im Sommer angedeutet, dass man mit der Super GT in Japan und der NASCAR über eine Serie spricht, die auf den jeweiligen Kontinenten eingesetzt werden kann. Die Idee, vor der Erstellung neuer Regeln mit anderen Veranstaltern über die Zukunft zu sprechen, ist sicher eine der besseren Ideen. Die DTM steht in ihrer momentanen Verfassung nicht zu letzt deswegen vor dem Aus, weil sich kein anderer Hersteller finden lässt, der sich auf die sehr speziellen und teuren Regeln der DTM einlassen will. Dazu kommt, dass der Vorsprung von Audi und Mercedes in der Serie so groß ist, dass ein neuer Hersteller in faktisch nicht mehr aufholen kann. Neue Regeln waren also unumgänglich.

Doch wie soll man die ausgestalten? Offenbar hält man bei der ITR wenig davon, einfach die Super2000/NGTC oder GT2/GT3 Regeln der FIA zu übernehmen. Das ist auf verschiedenen Ebenen nachvollziehbar. Zum einen braucht die Welt nun wirklich nicht noch eine GT-Serie, die per Balance of Performance zu einem Event zusammen geregelt wird. Zum anderen bietet eigene Regeln auch größere Freiheiten und die Möglichkeit, sich zu unterscheiden. Während die Freiheiten die Hersteller anlocken soll, ist das Untescheidungsmerkmal bei der Sponsorensuchen ja nicht ganz unwichtig.

Wie oben erwähnt besteht BMW aber darauf, dass man die Chassis aber auch in anderen Serien verwenden kann. Das würde die DTM bedeuten, dass man einen Wagen hat, der mehr oder weniger auf den FIA GT Regeln basiert. Ähnlich wie bei den leicht unterschiedlichen Regeln der FIA und des ACO, könnte man so die Wagen ohne großen Aufwand anpassen. Genau dies scheint aber nicht zu passieren. Stattdessen plant die Serie selber in andere Länder zu exportieren. In Japan soll, so die ITR, die Super GT (GT 500) zur Saison 2013 die Regeln der neuen DTM übernehmen. Das würde bedeuten, dass die drei deutschen Hersteller ihre Fahrzeuge auch dort starten lassen, im Umkehr dafür, könnten die japanischen (Semi-) Werksteams auch in Europa an den Start gehen. Das macht Sinn, denn bekommt man Toyota oder Honda dazu, ab 2013 in die DTM einzusteigen, dürften andere europäische Hersteller (Citroen, Fiat, Ford) ein erhöhtes Interesse bekunden.

Gleichzeitig ist man wohl mit der NASCAR im Gespräch. Angeblich würde man gerne bei sechs Rennen der GrandAm und bei weiteren sechs der NASCAR im Rahmenprogramm starten. Die Zusammenarbeit mit der auch nicht gerade extrem populären GrandAm macht ja Sinn, aber mit der NASCAR? Bisher ist allerdings nicht erwähnt, im Rahmenprogramm welcher NASCAR Serie man unterwegs sein will und die Amis haben ja einiges an Serien zu bieten. Überhaupt stellen sich beim US-Engagement etliche Frage. Will man Ovale fahren? Oder nur die Strassenkurse? Woher sollen die Teams kommen? Woher die Fahrer? Wer sollte sich in den USA dafür interessieren?

Sinn würde es ja machen, wenn die Grand Am ihre bisherigen Regeln in der GT-Klasse (Regeln, pdf), die eh schon in einigen Bereichen den GT3 Regeln nicht unähnlich sind, für die neuen Regeln der DTM opfern würde. Aber das scheint nicht der Fall zur sein. Stattdessen will man eine weitere Serie etablieren, was ich, grob gesagt, mutig finde. GT-Sport ist in den USA nicht gerade ein Highlight, schon in der ALMS, kommen die meisten Protagonisten aus Europa.

Wer die DTM Vorschau für das Rennen auf dem kastrierte Hockenheimring vermisst, bitte hier noch die Begründung lesen, warum wir die DTM für dieses Jahr aus dem Programm genommen haben.

Es macht aber auch keinen Sinn, eine Serie immer nur zu kritisieren. Daher meine Frage an die Leser: Wie würdet Ihr euch die “neue DTM” vorstellen? Was sind Eure Wünsche? Was gilt es zu verbessern?

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl