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17:38

ALMS: Vorschau Petit Le Mans 2010

Am Saisonende steht wie immer ein weiteres Highlight der Prototypen an. Das 10 Stunden Rennen Road Atlanta wird noch einmal zum großen Schlagabstausch zwischen Audi und Peugeot.

Zunächst ein Wort zur Verfügbarkeit der Livebilder vom Rennen. Wie gestern schon geschrieben, hat Kabel Deutschland MotorsTV etwas überraschend aus dem Programm genommen. Auch die Franzosen waren verblüfft, wie man aus der Stellungnahme lesen kann. Kabel Deutschland Kunden haben leider keine Möglichkeit das Rennen zu sehen, es sei denn, sie begeben sich im Netz auf die Suche nach einem verfügbaren Stream. SpeedTV selber zeigt das Rennen leider nicht auf der Webseite, man wird also im trüben fischen müssen. Wir geben uns Mühe im Chat auf den ein oder anderen Stream hinzuweisen. Unity Media, Hansenet und T-Home Kunden sind von dem Problem nicht betroffen. Was mit Kabel BW ist, kann ich leider nicht sagen. Wir werden uns hier bemühen, ein Liveblog auf die Beine zu stellen. Ich bin allerdings bis Samstagmittag in Oschersleben, daher könnte es etwas knapp werden. Ansonsten empfehle ich die Kombination Radio Le Mans und Livetiming. Aber jetzt zum Rennen.


LMP1

Audi und Peugeot haben richtig groß aufgefahren. Die Ingolstädter haben zwei Wagen über den Atlantik geschifft und treten in Bestbesetzung an. Startnummer #7 wird von den “All-Stars” Kristensen, Capello und MacNish bewegt, in der #8 sitzen die nicht unerfahrenen Marcel Fässler, Andre Lotterer und Benoit Treluyer. Der Einsatz von Lotterer ist eine kleine Überraschung, aber der Deutsche verdient sein Geld ja höchsterfolgreich in der Japan GT und bringt viel Erfahrung mit. Die Besetzung deutet auch an, das sich bei Audi für 2011 eine Menge tun wird. Klar ist, dass Audi für den R18 in den USA zwei Partner sucht. Das Highcroft Team steht da wohl ganz oben auf der Wunschliste der Deutschen. Auch wird man werksseitig 2011 in der LMS antreten. Der Einsatz in beiden Serien bedeutet, dass man jede Menge Fahrer braucht, was auch erklärt, warum man so viele Audi-Piloten in anderen Wagen einsetzt. Der R15+ kommt mit jener leicht veränderten Aerodynamik, die man schon Silverstone auf den Wagen geschnallt hatte. Angeblich werkeln unter der Haube schon sehr viele Teile des R18. Man will nicht noch einmal den Fehler begehen, einen mehr oder weniger im Renneinsatz ungetesten Wagen nach Le Mans zu schleppen. Klar ist aber auch, dass man den Peugeot auch in den USA vermutlich unterlegen ist.

Die Franzosen setzten auch zwei Wagen ein. #07 ist mit Marc Gene, Alexander Wurz und Anthony Davidson besetzt, in der #08 wechseln sich Pedro Lamy, Franck Montagny und Stephane Sarrazin ab. Nominell gesehen hat Peugeot also das stärkere zweite Auto. Den Wagen hat Peugeot nicht verändert, beim Motor setzt man aber, wie schon in Silverstone, lieber wieder auf Stahlpleuel, statt auf die Titan-Variante, die in Le Mans so katastrophal versagt hat. Die beiden 908 erleben ihren letzten Einsatz und sind klare Favoriten. In den bisherigen Testsessions lagen sie aber nicht so deutlich vorne, wie man das vielleicht erwarten würde. Kann aber sein, dass die 908 bisher nur mit vollen Tanks auf die Reise geschickt wurden.

Die normalerweise in der ALMS startenden Teams werden sich wohl nur um den Platz “best of the rest” streiten können. Netterweise liegen die gemeldeten Teams in diesem Jahr aber schön eng zusammen, so dass man hier einen spannenden Kampf erwarten kann. Der sehr schnelle, leider aber auch etwas anfällige Intersport Lola zeigte in den ersten Sessions, dass er jede Menge Speed hat. John Fields hielt den Abstand auf die Werksteams immerhin bei rund 2 Sekunden. Auch der Porsche RS Spyder vom Muscle Milk Team ist mit Klaus Graf, Sascha Maasen und Lucas Luhr nicht nur erstklassig besetzt, sondern auch schnell unterwegs. Die Deutschen dürften die Fahrer sein, die es zu schlagen gilt, wenn man Platz 5 in der LMP1 erreichen möchte.

Das Team seiner Lordschaft Drayson ist natürlich auch dabei und wie üblich muss der erstaunlich schnelle Johnny Cocker die Kohlen aus dem Feuer holen. Der Lord hat sich für das Petit Le Mans allerdings mit dem Ex-Audi-Mann Emanuele Pirro verstärkt und wird seine eigene Einsatz wohl auf ein Minimum beschränken, was den Chancen des Teams sicher nicht abträglich ist.

Highcroft ist wie immer mit dem Ex-Acura am Start, doch in den letzten Rennen schien der Mannschaft etwas der Speed ausgegangen zu sein. Der Vorteil des ARX ist seine Standfestigkeit und sein etwas besserer Spirtverbrauch verglichen mit dem sehr durstigen Intersport und dem Porsche. Hier könnte man über die Distanz also eine Menge erreichen, auch wenn man nicht den Topspeed mitgehen kann. Chancenlos ist wohl die Familie Dyson mit dem Lola/Mazda. Der Motor geht gut, hat aber auch Verbrauchsprobleme. Auch der grell-orange Autcon Lola wird nur schwerlich die Zielflagge sehen.

Die Meisterschaft in der LMP-Klasse der ALMS ist aber so gut wie entscheiden. David Brabham und Simon Pagenaud führen mit 152 Punkten vor Klaus Graf mit 136 Zählern. Der kann eigentlich nur Meister werden, wenn der ARX einen Komplettausfall erlebt. Was aber natürlich in einem 10 Stundenrennen immer möglich ist.

GT-Klasse
Wie üblich dürfte der heftigste Kampf in der GT-Klasse ausgefochten werden. In der Meisterschaft führen Bergmeister/Long mit 139 Punkten vor Gianmarina Bruni, der 117 Punkte sammeln konnte. Auch hier ist die Meisterschaft dann entscheiden, wenn Bergmeister/Long das Rennen in den Punkten beenden können. Die beiden Risi-Ferrari waren bisher recht flott unterwegs und die Paarung Bruni/Vilander ist ja auch nicht die schlechteste. Aber beim den Konkurrenten vom Flying Lizard Team weiß man ja auch, wie man eine Meisterschaft gewinnt. Ein wenig überraschend ist der (mögliche) Gewinn für Porsche schon, denn von der reinen Geschwindigkeit müsste man den Ferrari und der Corvette unterlegen sein. Dass Porsche es immer wieder schafft, den 911er so schnell zu bekommen, ist auch eines dieser Wunder.

Allerdings hat man in diesem Jahr auch oft vom Pech der Konkurrenz profitiert. Und vermutlich davon, dass die Veranstalter die BMW M3 GTR schwer eingebremst haben. Zusätzlich kam der Umstand, das sich die Corvette in ihrem ersten Jahr in der GT2 mit dem neuen “kleinen” V8 schwerer getan haben, als man erwarten konnte. Trotz der bekannt zuverlässigen Crew mit Gavin/Magnussen und O’Connell/Beretta, sind die Chevys aus Detroit nicht so richtig in Schwung gekommen. Das würde man zum Saisonende natürlich gerne anders machen, aber bisher haben die Corvette nicht ein Eindruck gemacht, als könnten sie noch einen Sieg einfahren.

BMW hat zwei GTR am Start. Die sind mit Auberlen, Millner, Werner und Hand, Müller, Priaulx besetzt. Vor allem die zweite Besetzung mit der Startnummer #90 sollte man im Auge behalten, denn da sitzen die schnelleren Piloten am Steuer. BMW hat sich ja noch nicht entschieden, ob man den wunderschönen GTR auch 2011 wieder ins Rennen schickt, aber wenn sie das machen, würde ich gerne öfter eine solche Besetzung sehen. Nichts gegen Bill Auberlen und Millner, aber die allerschnellsten sind sie nicht.

Das “dark horse” in der GT-Klasse ist ohne Zweifel der Porsche 911 Hybrid, den die ALMS ohne jede Einbremsung an den Start gelassen hat. Bei den 24 Stunden vom Nürburgring hatte man dem Porsche aus Angst ja noch 30 Kilo ins Auto gepackt, was die Rundenzeiten auf der langen Strecke arg nach unten drückte. Nach dem Ausfall der meisten Favoriten stoppte allerdings erst ein ärgerlicher, kleiner Materialfehler im Getriebe die Siegesfahrt. In der ALMS muss sich der Hybrid allerdings nicht mit Fahrzeugen rumschlagen, die mehrheitlich dem GT3 Regelement entsprechen, sondern mit echten, lang erprobten GT2 Wagen. Da ist in der Klasse selbst nach 12 Stunden Rennen noch um Zehntel geht, wird es der Werksporsche nicht leicht haben. Das zusätzliche Gewicht, dass der Hybrid halt so mitbringt, drückt auf den Spritverbrauch und den Reifenverschleiss. Bisher humpelte der 911er aus Stuttgart auch dem Feld hinterher, aber das kann auch daran liegen, dass man aus Angst vor einer kurzfristigen Entscheidung in Sachen Gewichtserhöhung die Karten lieber nicht aufdeckt. Vermutlich wird man erst im Rennen sehen, was der Hybrid so drauf hat. Ich rechne nicht mit einem Sieg, aber schon damit, dass er für Wirbel sorgen wird.

Nicht unerwähnt sollten folgende Wagen bleiben

- Die Familie Robertson ist mit dem Ford GT natürlich auch wieder dabei und steht im Weg rum. Sie setzten sogar einen zweiten GT ein, der u.a. von Boris Said gefahren wird.

- Sein Debüt feiert der skurille Panoz Abruzi, der allerdings bisher noch keine Runde gedreht hat. Wird wohl ein kurzes Vergnügen.

- Der Jaguar hat sich in diesem Jahr vor allem damit ausgezeichnet, dass er nicht hinter her kam. Das hat Paul Gentilozzi nicht daran gehindert, für das Petit Le Mans einen zweiten Wagen anzumelden.

Die LMPC und Porsche Cup Gruppen schenke ich mir jetzt mal.

Das Rennen geht um 17.00 Uhr los und sollte so gegen 3.00 Uhr zu Ende sein. Wenn es nicht, wie im letzten Jahr, wieder aus Eimern schüttet und man das Rennen verkürzt.

Unbedingt ausdrucken sollte man sich den Spotterguide.
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