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16:00

Vorschau: LMS-Saisonfinale/ILMC-Auftakt in Silverstone

Die 1000km von Silverstone an diesem Wochenende sind gleichzeitig das Finale der 2010er-Saison der europäischen Le Mans Series wie auch der Auftakt zur ersten Ausgabe des Intercontinental Le Mans Cup – kurz ILMC – entsprechend groß sind die Erwartungen und das Teilnehmerfeld.

Die Vorschau fällt dieses Mal etwas kompakter aus, da ich selbst vor Ort sein werde und mitten in den Reisevorbereitungen stecke. Umso ausführlicher wird aber dafür die Nachberichterstattung ausfallen.

Silverstone ist nun zum dritten Mal in Folge Austragungsort des LMS-Finales und auch die richtige Wahl dafür. Gefahren wird auf der im Frühjahr eröffneten Arena-Variante, also mit der schnellen Abbey-Links gefolgt von der ebenso flotten Rechts Farm Curve, bevor die Arena selbst eine gute Überholmöglichkeit bietet. In den Rennen der F1 und der GT-Serien hat sich das neue Streckenlayout nicht schlecht geschlagen.

Die Entry List umfasst 46 Fahrzeuge, darunter sind sechs Werkseinsätze, die in der LMP1 und der GT2 in drei Läufen (Silverstone, Road Atlanta, Zhuhai) um den International Le Mans Cup kämpfen.

Sowohl Peugeot als auch Audi schicken jeweils zwei ihrer Diesel-Prototypen ins Rennen, wobei neben dem Oreca-Peugeot, der die ganze Saison bestritt, nur ein „echter“ Werkswagen eingesetzt wird und zwar mit Anthony Davidson und Nicolas Minassian am Steuer. Für den Oreca-908 mit Lapierre/Sarrazin (diesmal ohne Oliver Panis) geht es aber vor allem auch um den Meistertitel: nur zwei Punkte beträgt der Vorprung auf den Signature Plus-Aston Martin, weitere drei Punkte dahinter lauert trotz zweier ausgelassener Rennen der Kristensen/McNish-Audi.

Die beiden werden auch durch die gesamte kurze ILMC-Saison zusammen antreten, während die Besetzung des zweiten Fahrzeugs variiert. In Silverstone sind Rinaldo Capello und Le Mans-Sieger Timo Bernhard an der Reihe. Die Aerodynamik des R15plus wurde für die drei ILMC-Rennen modifiziert, um für die drei Strecken die nötige Downforce zu bekommen, die auf dem Circuit de la Sarthe nicht gebraucht wurde.

Dahinter hat sich vom Speed her Aston Martin bei seinen wenigen Auftritten als dritte Kraft und bester Benziner etabliert – aber auch bei den Briten schlug bei den 24h von Le Mans der Defektteufel zu, jedoch erst gegen Rennende, die sechs Stunden sollten zu überstehen sein.

Aber auch abseits dieser drei Werke bietet die LMP1-Klasse erfrischende Abwechslung: die zwei Rebellion-Lola sind wie immer dabei; die Mansells sind diesmal wieder vollzählig, nachdem Greg und Leo in Budapest bewiesen haben, dass man trotz mangelnden Speeds etwas reißen kann: ähnlich wie Audi in Le Mans, nämlich durch Zuverlässigkeit; das Team LNT (Mowlem/Burgess/McMurry) schickt einen weiteren Ginetta-Zytek ins Rennen, ebenso wie im Vorjahr, als Nigel Mansell in diesem Wagen sein Comeback gab und wieder Blut leckte.

Und dann kommt auch noch Drayson Racing zum Heimrennen über den Teich, nachdem man in den letzten Wochen Höhen und Tiefen durchmachte, von der ersten Pole in Mid-Ohio zum ersten Sieg auf der Road America, gefolgt von einem von Johnny Cocker (mit-)verursachten heftigen Crash beim Überrunden, der in Mosport zum Rennabbruch führte.

Sowohl der Kampf zwischen den Top-Autos als auch der zwischen den Benzinern dahinter dürfte einiges an Spannung bieten, auch wenn die Werks-Aston Martin hier einen Vorteil haben.

In der LMP2 kämpfen zwei nahe Silverstone beheimatete Teams um den Titel. Die Nase vorn hat dabei momentan um 13 Punkte die Mannschaft von Ray Mallock Ltd., da der schnellere Strakka-HPD bei zwei von vier Läufen das Ziel nicht erreichte.

Kruse Schiller-Motorsport ist endlich auch mal wieder bei einem Lauf dabei, neben Jean de Pourtales und Jonathan Kennard wird dieses Mal allerdings der Spanier Lucas Ordonez dritter Mann sein. Der hat seinen Weg in den echten Motorsport tatsächlich über Videospiele geschafft, er ist Sieger der Nissan/Playstation GT Academy 2008 und hat danach einige Rennen im GT4-Europacup bestritten. Es wird interessant sein, zu sehen, wie er sich in einem Prototypen schlägt.

In der GT1 tritt lediglich der Larbre-Saleen, seines Zeichens Le Mans-Sieger 2010, an, nachdem das Schwesterauto der österreichischen Atlas-Teams nach dem schweren Unfall in Budapest nicht wieder aufgebaut werden konnte. Die Meisterschaft war aber so oder so bereits entschieden.

Die GT2 hat wie immer ein grandioses Feld zu bieten, in dem sich vor allem Ferrari und Porsche um die ILMC-Krone streiten werden. In den Wettbewerb um letztere möchte aber auch BMW noch eingreifen und schickt einen M3 GT2 ins Rennen, pilotiert von Dirk Werner und Jörg Müller.

Der LMS-Titel dagegen ist Richard Lietz und Marc Lieb dagegen bei 15 Punkten Vorsprung kaum noch zu nehmen, die beiden waren in ihrem Felbermayr-Proton-Porsche einfach zu dominant und zu zuverlässig. Drei Rennen gewann man, in Portimao reichte es zu Platz 3. Ob in Silverstone jemand etwas gegen die beiden unternehmen kann, bleibt auch abzuwarten.

Die Wettervorhersage für das Wochenende ist ziemlich wechselhaft. Der momentane Stand ist: Sonne am Freitag, Regen am Samstag, erst Nebel, dann Sonne am Sonntag, alles bei Temperaturen zwischen 10 und 20°C.

Start ist um 13 Uhr deutscher Zeit (12 Uhr Ortszeit) und dieses mal ist auch Eurosport wieder ausführlicher dabei: Start- und Schlussphase werden im Hauptprogramm übertragen, der mittlere Rennabschnitt bis auf eine Stunde auf Eurosport2.

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Schweinderl