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14:05

BTCC & DTM: Analyse Snetterton & Nürburgring

Während die BTCC drei ganz brauchbare Rennen hinlegte, herrschte am Ring leider mal wieder gähnende Langweile.

Eine lange Pause war das, die sich die BTCC genommen hat. Der Grund: man möchte die Saison in diesem Jahr etwas später beenden, statt wie in manchen Jahren Anfang September. Das führte dazu, dass man im Juli eine zweitägige Testsession in Snetterton einlegte, bei dem vor allem die Ford Focus und die Chevrolets richtig schnell waren. Vor dem Wochenende meinte Jason Plato noch, dass man kaum eine Chance gegen die Turbomotoren des Ford haben würde, aber im Rennen sah das alles auch doch etwas anders aus. Richtig mies lief es für Matt Neal, der bisher in der Meisterschaft gut unterwegs war, um so besser waren dafür die BMWs drauf.

Mit den BMW hatte ich in Snetterton nicht gerechnet. Wenn man sieht, wie groß die Probleme in der WTCC sind, kann man den nicht werksunterstützten Teams in England nicht gerade zutrauen, dass die Cruze unter Druck setzen können. Aber genau das gelang Mat Jackson im ersten Rennen fast das gesamte Rennen. Vom Start weg hing der Airwaves BMW im Heck von Plato, der sich nicht absetzen konnte. Weiter hinten ging das Hauen und Stechen los. Tom Chilton im Ford war nach dem Start zwei Plätze zurückgefallen, doch auf den Geraden war der Focus eine Klasse für sich. Er wühlte sich dann schnell auf Platz drei, und ließ die Civics hinter sich ohne allerdings in den Spitzenkampf eingreifen zu können. Dort tat sich bis zum Ende nichts mehr, obwohl man eigentlich damit gerechnet hatte, dass der BMW im Laufe des Rennens den besseren Reifenverschleiß haben würde. Aber Plato, der alte Fuchs, hatte das in sein Rennen mit eingeplant und war reifenschonend unterwegs. Am Ende gelang es ihm sogar, sich von Jackson abzusetzen. Richtig Pech hatte Matt Neal, der eine Runde vor Schluss vorne rechts einen Platten hatte und nicht mal klassifiziert wurde.

Rennen 2 sah dann wieder Jason Plato auf der Pole, der diese auch sofort umsetzte. Trotz der maximalen Gewichtszuladung von 5 Kilo fuhr wieder allen davon. Nicht so gut lief es für Jackson im BMW, der ebenfalls viel Gewicht in Rennen 2 mitnahm. Er verlor seinen zweiten Platz schnell und musste sich den beiden Ford und seinem Teamkollegen Steven Kane geschlagen geben. Mann des Rennens war aber Matt Neal. Der musste von ganz hinten starten, kämpfte sich aber auf Platz 9 vor, was ihm eine gute Ausgangsposition für das letzte Rennen bescherte, weil als Pole der 10. Platz ausgelost wurde.

Dort stand in Rennen 3 dann James Nash im Triple Eight Astra, der das Startduell auch gewinnen konnte. Doch nach wenigen Runden warf er seinen Wagen unbedrängt ins Maisfeld. Naturgemäß ist in der BTCC bei einem reverse Grid jede Menge los. Es wurde hart um jeden Platz gekämpft, die eigentlich als “No-Go-Area” deklarierten Auslaufzonen interessierten auch nicht so wirklich jemanden. Plato biss sich auf Platz 5, aber vorne bestimmten die Honda das Rennen. Erstaunlicherweise war es aber Gordon Shedden und nicht Matt Neal, der sich vorne absetzen konnte. Zwar wäre ein Platztausch angesichts der Meisterschaft möglich gewesen, aber zum einen ist das BTCC zum anderen beharkte sich Neal mit Rob Collard und Tom Chilton, so dass Shedden vorne weg fahren konnte. Collard sah sich den wild blockenden Neal lange an, bis er ihm in der letzten Runde leicht einen ins Heck gab, was der Civic mit einem kleinen Quersteher quittierte. Collard schlüpfte durch und Neal hatte in den letzten Kurven alle Hände voll zu tun, den fair drängelnden Chilton hinter sich zu halten.

Es waren drei gute Rennen der BTCC, auch wenn an der Spitze in allen Läufen vorne wenig passierte. Dafür ging es auf den Plätzen mächtig zur Sache und die Ergebnisse haben zu einem interessanten Meisterschaftsstand geführt.

1. Jason Plato – 151
2. Matt Neal – 131
3. Gordon Shedden – 127
4. Tom Onslow-Cole – 113
5. Steven Kane – 109
6. Mat Jackson – 101

Nach Lage der Dinge sollte sich die Meisterschaft zwischen Plato, Neal und Shedden entscheiden, aber auch Cole hat durchaus noch Chancen. Man kennt ja die BTCC und die verrückten Rennen.

DTM
Das verrückteste beim Rennen der DTM war dann nicht auf der Strecke zu finden. Frankie Cheng musste die größte Überraschung einstecken. Erst wurde er vor der NGK-Schikane abgeschossen, dann, als er die Schikane auf Grund des Rammstoss auslassen musste, bestrafte ihn die Rennleitung, weil die Schikane ausgelassen hatte. Vermutlich rätselt der Chinese immer noch über die Bestrafung. Selbst die beiden Kommentatoren Sohmer und Reuter fiel dazu außer einem gefühlten “WTF?” auch nicht viel ein. Aber man ist so lächerliche Entscheidungen ja gewohnt. Ebenso wie das “Blue Flag”, wenn man nach dem Boxenstopp raus kommt.

Das Rennen selber plätscherte dann leider wie erwartet vor sich hin. Ekström, der die Mercedes in der Quali noch schlagen konnte, versemmelte den Start und musste schon nach wenigen Metern Spengler passieren lassen. Die restliche Mercedes-Meute drängelte dann von hinten und der Schwede verbremste sich vor dem Castrol-S dann so heftig, dass er auf Platz sieben zurückfiel. Damit war das Rennen dann für Audi gelaufen. Einzig Timo Scheider rettet einen vierten Platz ins Ziel.

Überholmanöver waren leider Fehlanzeige, es wurde demzufolge auch wenig gegeneinander gekämpft. Die dauernd über der Strecke drohenden schwarzen Wolken hatten offenbar auch keine Lust, auch wenn die ARD in ihrer Verzweiflung alle 10 Minuten zum Wettermenschen schaltete, der aber auch nicht mehr sagen konnte, als das es bald regnen könnte. Tat es aber nicht. Also segelte Spengler völlig verdient zum Sieg. Paul di Resta und Gary Paffett rundet das gute Ergebnis für Mercedes ab.

Ein gutes, aber ruhiges Rennen hatte auch Ralf Schumacher. Der konnte zwar sein Quali-Ergebis vom Norisring nicht wiederholen, hatte aber einen guten Start und landete am Ende auf Platz sechs. Da ist definitiv ein Aufwärtstrend zu sehen. Richtig gut, aber leider abseits der Kameras, unterwegs, war David Coulthard. Der Schotte einen miserablen Start und kam nach der ersten Runde fast als letzter zurück, wurde am Ende aber zehnter. Das ist angesichts des miesen Starts ein gutes Rennen gewesen.
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