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16:24

Formelserien: GP2/GP3-Analyse & das kommende Wochenende

Naja. So richtig toll waren die F1-Rahmenrennen in Hockenheim ja nicht – auch, wenn es gelegentlich doch ein wenig Action gab. Am kommenden Wochenende könnte wieder mehr los sein: Das Programm verspricht jedenfalls ordentlich Action. Zum Teil leider auf Kosten der Sicherheit.

Die GP2 bot in Hockenheim ein eher maues erstes, und ein etwas spannenderes zweites Rennen. Am Ende waren aber in beiden Läufen doch wieder die beiden Meisterschaftsleader vorn: Pastor Maldonado konnte mit einem ungefährdeten Sieg am Sonntag seine Führung ausbauen. Sergio Pérez zeigte am Sonntag mit einem etwas kampfbetonterem Sieg, was in ihm steckt. Bei der GP3  trat dagegen wiedermal ein alter Bekannter in Erscheiung: Robert Wickens gewannt Lauf eins, bevor Tabellenführer Gutierrez am Sonntag wieder die gewohnte Hackordnung zementierte. Am Wochenende fahren beide Serien schon wieder im Rahmen der Formel 1 – und außerdem noch die F2 in Brünn, und die Superleague Formula auf dem GP-Kurs von Brands Hatch.

GP2

Eine interessante Mischung uns jungen und älteren Talenten konnte sich beim GP2 Lauf in Hockenheim in Szene setzen. Auf Seiten der Altstars: Pastor Maldonado, der den ersten Lauf fast nach Belieben dominierte, und seine Tabellenführung ausbauen konnte. Außerdem Romain Grosjean. Der Franzose konnte beim Gasteinsatz als Ersatz für Jerome D’Ambrosio zwar keine Punkte holen, nach einem durchwachsenen Samstag konnte er sich aber immerhin von Ende des Feldes bis auf Rang sieben vorfahren. Sehr sehenswert – bis er dann kurz vor Schluss in eine von beiden Fahrern vermeidbare Kollision mit Maldonado verwickelt wurde, die beider Rennen beendete. Dafür konnte ein weiterer “Alter” endlich wieder jubeln: Nach langer Durststrecke reichte es beim Deutschland-GP für Adrian Zaugg zu einem Podium.

Aus Seiten der Jungen ist zuallererst Sergio Pérez zu nennen: Rang zwei am Samstag und ein schön herausgefahrener Sieg am Sonntag sorgten in Summe dafür, dass der Mexikaner seinen Abstand auf Maldonado leicht verkürzen konnte. Außerdem noch Jules Bianchi, der endlich zwei passable – wenn auch noch nicht glühend schnelle – Läufe auf die Reihe brachte, und zweimal gute Punkte holen konnte.

Keine Zähler gab es zum Heimspiel wieder mal für Chrisian Vietoris. Schön langsam müssten in seiner Umgebung mal die Alarmglocken zu schrillen beginnen – denn von Talent her müsste der junge Deutsche deutlich weiter vorne mitfahren. Zu Beginn der Saison war er – zumindest in den Trainings – ja auch gut dabei. Seitdem scheint er aber leider ab- statt zugebaut zu haben.

In der Meisterschaft liegt nach Beginn der zweiten Saisonhälfte immer noch Pastor Maldonado recht deutlich in Front. Wobei: die 21 Punkte Führung mögen nach viel klingen – wenn er aber auch nur einmal einen ersten Lauf verhaut, während Pérez gewinnt, ist der Mexikaner wieder klar in Schlagdistanz. Dirket dahinter liegt Saisonüberraschung Dani Clos, für den in Sachen Schlagdistanz das gleiche gilt, wie für Pérez. Jules Bianchi hat es mittlerweile auf Rang 4 der Tabelle geschafft. Mit fast 30 Punkten Rückstand bräuchte er aber schon zwei schlechte Maldonado-Wochenenden, um aufzuschließen.

Diese Woche wurde übrigens das GP2-Auto für die kommende Saison wieder getestet – und zwar bereits mit den Pirelli Reifen, die 2011 nicht nur in der GP2, sondern auch in der Formel 1 zum Einsatz kommen sollen. Drei Bilder davon unten in der Gallerie.

GP3

Etwas chaotischer ging es – wie gewohnt – bei der GP3 zu. Zum Glück weniger gewohnt: Diesmal gab es zwei Verletzte. Fast untergegangen ist in der etwas uninformativen Eurosport-Übertragung der schwere Unfall von Simon Trummer. Der Schweizer hob über das Heck eines Konkurrenten – dem Vernehmen nach Roberto Mehri – ab, schlug in Folge hart ein, und zog sich dabei Wirbelbrüche zu. Nun wird er wohl das kommende Monat pausieren müssen, und somit zumindest in Ungarn nicht am Start sein können. Fast schon ein Glück, dass jetzt die lange Sommerpause folgt, in der er sich vielleicht ein wenig erholen kann.

Womöglich auch nicht in Ungarn dabei: James Jakes. Der Brite kollidierte so unglücklich mit dem US-Amerikaner Josf Newgarden, dass er sich dabei Bänder im rechten Arm verletzte. Ob er am kommenden Wochenende Rennen fahren darf, werde die Ärzte erst in den kommenden Tagen beschließen.

Zum Sportlichen: Am Samstag holte sich Robert Wickens, bekannt aus Film, Fernsehen, A1 GP und Formel 2 (vor allem, um nicht zu sagen “ausschließlich” aber den beiden letzteren), einen relativ ungefährdeten Sieg, der ihn in der Meitschaft wieder einigermaßen souverän auf den kurzfristig verlorenen zweiten Platz zurückholte. Am Sonntag siegte dann wieder Saisondominator Esteban Gutierrez – und zwar in fast noch souveränerer Weise.

Drei Runden vor Schluss der GP3-Premierensaison führt also der Mexikaner nun mit 64 Punkten vor dem zweitplatzierten Robert Wickens, der bereits einen veritablem Rückstand von 30 Punkten hat – und folglich die Hälfte aller noch ausstehenden Rennen bei gleichzeitigem Ausfall von Gutierrez gewinnen müsste, nur um auf die Tabellenführung aufzuschließen. Dahinter folgen Alexander Rossi (26) und der beste Deutschsprachige im Feld, der Schweizer Nico Müller (23).

Eurosport 2 bringt am Wochenende – wie mittlerweile gewohnt – Lauf eins As-Live am Sonntag um 9:00Uhr, eine halbe Stunde später folgt dann die Liveübertragung des zweiten Rennens.

Formel 2

Nachdem es in Brands Hatch noch reichlich Spannung der völlig falschen Art gegeben hatte, kehrt die Formel 2 nun wieder auf einen weniger gefährlichen Kurs zurück. Im Rahmen der WTCC begeht man am kommenden Wochenende im tschechischen Brünn den Beginn des letzten Saisondrittels.

Und überraschenderweise wird es in der Meitschaft jetzt doch nochmal spannend. Denn Jolyon Palmer hat fast den gesamten Vorsprung auf seinen britischen Landsmann Dean Stoneman eingebüßt. 186 zu 181 steht es in der Tabelle, bei der Menge an noch zu erreichenden Punkten also quasi eine Pattsituation.

An dritter Stelle liegt nach dem Sieg in Brands Hatch nun wieder der Salzburger Phillip Eng, der allerdings mit 114 Punkten schon ein veritables Wunder brauchen würde, um die beiden in der Meitschaft noch einzuholen.

Rennen eins gibts am Samstag um 13:00Uhr live auf Eurosport Intl., Lauf zwei am Sontag um 15:45 ebenfalls live auf ESP2.

Superleague Formula

Da ist man gerade froh, dass die Formel 2 Rennen in Brands Hatch diesmal problemlos absolviert sind, da macht sich schon eine noch schnellere Serie bereit, dieses gefährliche Abenteuer zu begehen. Die Superleague Formula fährt am kommenden Wochenende erstmals auf dem GP Kurs der Strecke in der englischen Grafschaft Kent.

Nach einem glücklosen Wochenende für Craig Dolby und Tottenham Hotspur im belgischen Zolder ist in der Meisterschaft wieder alles offen – der AC Milan (Yelmer Buurman) hat sogar erstmals die Führung übernommen. Mit je etwa 40 Punkten Rückstand haben dahinter auch der RSC Anderlecht (Davide Rigon) und FC Basel (Max Wissel) noch sehr solide Siegchancen. Immerhin sind ja erst sechs von vermutlich 12 Rennen absolviert.

Zumindest der zehnte Saisonlauf, jener im innermongloischen Ordos, wurde mittlerweile auch mittels Pressemitteilung der SLF offiziell bestätigt. Das elfte Rennen hat zwar bereits einen Termin (eine Woche nach Ordos) und ein Austragungsland (ebenfalls China) – eine Strecke steht aber noch nicht fest. Klar ist dagegen: Das Saisonfinale findet Ende Oktober auf der brandneuen Strecke im spanischen Navarra statt.

Ein paar Neuigkeiten von der Fahrerfront gibt es auch noch: Franck Montagny wird in Brands Hatch wieder ins Cockpit des Girodins de Bordeaux-Wagens zurückkehren. Jaap van Lagens Gastspiel in diesem Auto in Zolder war also eher eine einmalige Geglegenheit – auf die Resultate kann der 33-jährige Niederländer, der zuletzt 2007 im Formelauto gesessen ist dennoch stolz sein. Andy Soucek wird – wie schon in Zolder – wieder am Steuer des Wagens von Sporting Lissabon sitzen, wo zuvor der Spanier Borja Garica gewerkt hatte. Ein 18. Auto wird es in England auch wieder geben: Olympique Lyonnais kehrt nach einem Aussetzer in Zolder wieder in die SLF zurück – allerdings nicht mehr mit Sébastien Bourdais am Steuern, sondern mit dessen Landsmann Franck Perera.

Zu sehen gibt es das alles wieder exklusiv (will heißen: ohne TV-Vertrag) im offiziellen Stream auf superleagueformula.com.

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Schweinderl