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06:30

Formula E: Vorschau Berlin ePrix / Rückblick Paris ePrix / News

Berlin ist die nächste Station der Formula E, an diesem Samstag wird wieder auf dem Gelände des Tempelhofer Flughafens Motorsport ausgetragen – und erstmals wird Das Erste live dabei sein.

Die neue Strecke, die die Organisatoren dort im letzten Jahr kreiert haben, sorgt für einige Vorfreude, denn die ersten beiden Läufe dort habe ich in guter Erinnerung. 2017 bekamen die Fans in Deutschland einen Doubleheader als Ersatz für das ausgefallene Event in Brüssel zu sehen, in diesem Jahr wird es nur ein einzelnes Rennen geben. Die „Schneckenkurve“ 1-3 lädt zum Ausrutschen von der Ideallinie ein, danach geht es mit Nebel und Feuerwerk durch das VIP-Zelt (etwas gimmicky, aber bei Weitem nicht das schlimmste, was sich die Formula E leistet) und danach folgen im Wesentlichen einige geknickte und gebogene Vollgasstücke, die durch Haarnadeln und Kehren mit unterschiedlichen Radien unterbrochen werden, sodass Überholen dort auf jeden Fall möglich ist. Der gestalterische Freiraum des Flughafen-Vorfeldes macht’s möglich.

Neue Städte, neue Gimmicks

Aber bevor wir zum Rennen kommen, gibt es einige Neuigkeiten zu verarbeiten. Zunächst mal die am Donnerstag verkündete Bestätigung, dass der Saisonauftakt 2018-19 und damit das erste Rennen mit den Autos der zweiten Generation in Riad, der Hauptstadt von Saudi-Arabien ausgetragen wird. Liberalisierungstendenzen mag es in der wahhabistischen Monarchie geben, aber glücklich stimmt mich dieser Schritt der Formula E nicht, denn auch hier lässt sich der Sport wieder vor den Karren der Politik spannen. Nichts neues, aber dadurch wird es nicht besser.  „For all fans, men, women, young and old, the dream of a hosting a ‘home race’ will now come true”, verkündete seine Königliche Hoheit Prinz Abdulaziz, aber ganz so weit ist es in der Praxis mit der Gleichberechtigung bekanntlich nicht her und ich fürchte, es gibt dort Frauen, die von anderen, grundsätzlicheren Dingen träumen als einem „Heim-ePrix“.

Besorgnis hat außerdem schon in den letzten paar Wochen die Ankündigung von Alejandro Agag bei einigen Fans ausgelöst, man prüfe Rennen im Stile von „Mario Kart“ – der Videospiel-Klassiker dürfte jedermann bekannt sein, mit Schildkrötenpanzern wird man aus den Gen2-Boliden wohl nicht um sich schießen können, aber , so Agag wörtlich: „It would be like Mario Bros when they get the little star and go faster.” Das kann erstmal vieles heißen, diese Beschreibung könnte auch auf den aktuellen FanBoost zutreffen, insofern sollte man sich zunächst keine allzu großen Sorgen machen, auch wenn die Videospiel-Referenz seltsam klingt.

Aber die Formula E versucht nun einmal, auch andere Zielgruppen anzusprechen und wenn die Fahrzeugwechsel-Stopps wegfallen, meinen Agag und Co., als Ersatz ein anderes Element einbauen zu müssen, was für Abwechslung und möglicherweise etwas Durcheinander sorgen kann. Ich habe nichts gegen eine experimentierfreudige Formula E, mir wäre nur wichtig, dass neue Elemente sportlich fair sind und nicht – wie der FanBoost – nur ausgewählten Fahrern einen Vorteil bringen. Derzeit ist es häufig so, dass die FE-Rennen in der ersten Halbzeit ruhiger sind, da die Fahrer Energie sparen, um dann möglichst spät zu stoppen und im zweiten Auto mehr Gas zu geben, sodass es dann häufig turbulenter wird.

Neue Fahrer, neue Teams

Sein Engagement in der Serie verstärken wird HWA, die schon in dieser Saison mit dem Venturi-Team kooperieren. Das Mercedes-Zulieferungs- und -Motorsport-Unternehmen wird als Team auftreten, die Antriebsstränge aber von Venturi bekommen. HWA bereitet sich damit auf den werksseitigen Einstieg von Mercedes in der Saison 2019-20 vor, denn dann sollen sie für die Muttergesellschaft als Einsatzteam fungieren und Mercedes will sich anscheinend keinen so trägen Start erlauben wie Jaguar ihn hatte. Außerdem soll es Unterstützung aus den F1-Schmieden in Brixworth und Brackley geben. Damit schüren die Stuttgarter allemal hohe Erwartungen.

Auch ein Fahrer für das HWA-Venturi-Team steht bereits fest: Felipe Massa wird sein Formel-Comeback geben und bei der deutsch-monegassischen Kooperative anheuern. Der Brasilianer hat einen Dreijahresvertrag abgeschlossen, allerdings heißt das nicht, dass er ab 2019-20 für Mercedes(-HWA) antreten wird, sondern ich gehe davon aus, dass er bei Venturi bleibt, die dann wieder ohne oder mit einem anderen Partner an den Start gehen dürften.

Alles beim Alten in Paris

Das Rennen in Paris war kein Kracher, abgesehen von André Lotterers Zieldurchfahrt: Dem Techeetah-Piloten ging weniger hundert Meter vor der Ziellinie bei der Verteidigung von Platz 2 gegen Lucas di Grassi die Energie aus, er verlangsamte stark. Di Grassi zog vorbei, doch im letzten Geschlängel hatte Lotterer kein glückliches Händchen bei der Linienwahl und Sam Bird, der mit normalen Speed um die Ecke geschossen kam, konnte nicht rechtzeitig reagieren und fuhr dem Duisburger ins Heck und anschließend mit drei Rädern über die Ziellinie. Lotterer wurde noch Sechster, kassierte für das unglückliche Verhalten allerdings eine Strafversetzung um zehn Plätze beim Heimrennen in Berlin.

Damit ging leider ein möglicher zweiter Doppelsieg für das Renault-Kundenteam Techeetah verloren, denn Jean-Eric Vergne siegte beim Heimrennen von der Pole aus mit einer starken Performance. Es gab durchaus einige Kämpfe im Vorderfeld, aber nur wenige Überholversuche glückten. Lucas di Grassi gelang es, mit einer Strategie, die auf einen späten Fahrzeugwechsel setzt, von Startplatz 6 aufs Podium nach vorn zu kommen. Auf einer ähnlichen Strategie war Sebastien Buemi unterwegs, aber er konnte Setup-bedingt das Mehr an Energie nicht in den nötigen Speed umsetzen und viel sogar noch zurück. Vor ihm wurde Maro Engel im Venturi starker Vierter. Ein spektakuläres Rennen hatte Daniel Abt gezeigt, der von Startplatz 14 bis auf die sechste Position nach vorn gekommen war, in der letzten Runde aber mit Buemi aneinander geriet und damit etwas zurückfiel – er wurde am Ende Siebter.

Trotz Lotterers Missgeschick konnte Techeetah seine Führung in der Teamwertung weiter ausbauen, mit 188 Zählern liegen die Gold-schwarzen nun 55 Punkte vor DS Virgin und 74 Punkte vor Audi Sport Abt Schaeffler, für die der dritte Platz nach dem zähen Saisonstart schon ein guter Zwischenstand ist. In der Fahrerwertung liegt Jean-Eric Vergne auch bereits mit 31 Punkten vorn, gefolgt von Sam Bird und Felix Rosenqvist. Der Schwede erwischte in Paris kein gutes Wochenende und sammelte nur vier Punkte, sein Rückstand beträgt nun bereits 61 Punkte.

Berlin: Vergne kann vom Titel träumen, will aber nicht

Jean-Eric Vergne kommt also als inzwischen klarer Titelfavorit nach Berlin und André Lotterer, der trotz zweier guter Resultate nur auf Rang 0 der Meisterschaftswertung liegt, hat bereits angekündigt, von nun an seinen französischen Teamkollegen im Kampf um die Krone zu unterstützen. Dass das nicht selbstverständlich ist, hatte er in Santiago gezeigt, als er den damals auch bereits besser platzierten Vergne eher bedrängte als unterstützte, aber dort ging es um den Rennsieg und es gab zu dem Zeitpunkt auch keine Stallordner bei Techeetah. Vergne selbst hat auch gesagt, er wolle die verbleibenden Rennen so angehen, als sei der der Jäger, nicht der Gejagte. Nach dem Berlin ePrix folgen nur noch drei Läufe, einer in Zürich und der Doubleheader in New York.

Im Vorjahr dominierte Mahindra die Rennen in Berlin, stellte sich allerdings selbst ein Bein, als sie sich in der Boxengasse in die Quere kamen. Felix Rosenqvist war auch in diesem Jahr einige Male stark und könnte das auch in Berlin wieder zeigen, auch wenn der Titel kaum noch eine realistische Aussicht ist. Auch für Heidfeld, der eine mäßige Saison erlebt, wäre ein Podium wieder einmal ein schönes Resultat – es wäre das erste seit dem Auftaktrennen in Hong Kong.

Neues gibt es bei der TV-Übertragung: Das Rennen in Berlin wird zum Einen – wie gewohnt – bei Eurosport live übertragen, Start ist um 18 Uhr, vorher gibt es Vorberichte und eine Quali-Zusammenfassung ab 17 Uhr. Die Quali wird auf Eurosport 2 ab 14 Uhr auch live gezeigt. Zum Anderen überträgt diesmal aber auch Das Erste: der öffentlich-rechtliche Sender wird ebenfalls den Heim-ePrix ab 17:50 Uhr live zeigen, zwischen den Fußball-Pokalfinalspielen der Damen und der Herren. Einen besseren TV-Platz zur Promotion der Serie kann man sich kaum wünschen.

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(Bilder: Formula E Media)

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