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07:00

IndyCar: Vorschau Chevrolet Dual in Detroit

Es ist schon eine kleine Tradition, dass die IndyCar-Series direkt im Anschluss an das Indy 500 nach Detroit reist. Seit 2013 werden sogar zwei Rennen in Form der Duals an einem Wochenende ausgetragen.

Mit dem folgenden Rennwochenende geht Ära zu Ende. 1965 zeigte ABC zum ersten Mal Bilder von den 500 Meilen von Indianapolis, ab 1986 dann das ganze Rennen live. Über die Jahre übertrug die Senderfamilie aus ABC-Network und ESPN immer mehr Rennen der damaligen IndyCar/CART-Serie. Auch nach dem Split in IRL und CART 1996 blieb man beiden Serien treu. Nur in den Jahren 2002 bis 2006 hatte man keine Rechte an der ChampCar. In ihrem letzten Jahr des Bestehends kehrte die Serie aber noch einmal für einzelne Rennen zu ESPN zurück. Für 2009 verlor man die Kabel-Rechte und Versus (jetzt NBCSN) übertrug den Großteil der IndyCar-Rennen. ABC/ESPN beschränkten sich seither auf vier bis fünf Rennen zur Promotion der 500 Meilen von Indianapolis. Mit den Duals in Detroit endet aber auch dies und für die nächsten Jahre liegen die Rechte an allen Rennen bei NBC/NBCSN.

Häufig ernteten die Übertragungen von ESPN in den letzten Jahren Kritik. Gerade bei den kleineren Rennen hatte man als Zuschauer das Gefühl, dass es nur eine lästige Pflicht ist, die Rennen zu zeigen. Der diesjährige Saisonauftakt in St. Petersburg war wieder ein sehr treffendes Beispiel. Bei den Indy 500 zeigte man natürlich wieder größeres Engagement. Aber auch hier bestanden die Race-Reviews nur aus der Aneinanderreihung der Unfälle und die unterschiedlichen Strategien, besonders in der zweiten Rennhälfte, gingen zum größten Teil unter. Auch viele Überholmanöver waren im Fernsehen nicht zu sehen. Oder kann sich jemand an einen erfolgreichen Überholvorgang von Oriol Servia erinnern? Laut Live-Timing und Aussagen von Zuschauern im IMS muss es davon eine ganze Reihe geben haben. Insgesamt ist der Schritt zu NBC komplett richtig. Dort ist zwar auch nicht alles gut, aber immerhin versprühen Leigh Diffey, Paul Tracy und Townsend Bell immer eine gewisse Freude ein Rennen zu kommentieren. Am Wochenende nehmen wir aber erst einmal Abschied von Allen Bestwick, Scott Goodyear und Eddie Chever.

Strecke

Die IndyCar Series nutzt seit einigen Jahren wieder die alte Variante des Raceway at Belle Isle. Die kurze Start- und Zielgerade mündet in eine schnelle Rechts-Links-Passage. Die längste Gerade der Strecke endet in einer 90 Grad Rechtskurve. An dieser Stelle sind Überholmanöver möglich. Durch den Belagwechsel von Asphalt zu Beton ist die Kurve aber nicht einfach zu fahren. Insgesamt ist das der technisch anspruchsvollste Teil der Strecke. Eine schnelle Rechts- und etwas engere Linkskurve führen wieder auf die zwischenzeitlich genutzte Strecke. Eine weitere 90 Grad Rechtskurve mit ziemlich rutschigem Belag bringt die Fahrer auf die geschwungene Gegengerade direkt am Detroit River entlang. Die Gerade wird durch einen Bogen ins Inselinnere unterbrochen. Beim Anbremsen der Rechtskurve ergibt sich eine zweite Überholmöglichkeit. Die folgenden Linkskurven können für einen Konter genutzt werden. Eine langsame Rechtskurve bringt die Fahrer wieder auf die Gerade. An der Spitze der Insel beschreibt der Casino Way zwei mittelschnelle Rechtskurven, bevor eine längere Gerade mit einem schnellen Rechtsknick am Ende wieder auf die Start- und Ziel-Gerade mündet.

Favoriten

Die Belle Isle war in den letzten Jahren kein besonders gutes Pflaster für die Topfavoriten. So fuhren die Piloten von Andretti Autosport, auch wenn sie auf anderen Stadtkursen kaum in die Top-10 kamen, einige Topplatzierungen in Detroit heraus. Der Doppelsieg von Carlos Munoz und Marco Andretti in Dual 1 2015 war nur die Spitze einer Reihe guter Ergebnisse. Mit Alexander Rossi hat man nun aber sogar den aktuell heißesten Fahrer des Felds im Team. Auch das Indy 500 war wieder eine ganz starke Leistung und deshalb muss Rossi als Topfavorit für das Wochenende gelten. Aber auch die anderen Fahrer des Teams sollte man im Auge behalten. So waren im Vorjahr auch Takuma Sato und Ryan Hunter-Reay sehr schnell. Der dominierende Fahrer des Wochenendes war aber Graham Rahal, der ungefährdet beide Duals für sich entschied. Mal sehen was Sato und Rahal als Team am Wochenende erreichen können.

Das erste Dual 2017 hatte Team Penske komplett in den Sand gesetzt. Neben mangelnder Geschwindigkeit war es von einer schlechten Strategie für Will Power und Simon Pagenaud geprägt. Der Sonntag war dann mit den Plätzen 3 und 5 besser. Platz 2 von Josef Newgarden belegte dann auch, dass man hinter RLL mit Graham Rahal das zweitbeste Team war. Newgarden ist sowieso ein ziemlich sicherer Podiumskandidat und Power dürfte vor Selbstvertrauen aktuell kaum laufen können. Die Frage ist nur, wie sehr der Medienmarathon ihn geschlaucht hat. Nach den Ergebnissen dieser Saison würde ich von Simon Pagenaud kein Topergebnis erwarten. Mit den neuen Wagen kommt der sonst so schnelle Franzose noch nicht so zu Recht.

Zum Thema „schneller Franzose“ gehört natürlich auch Sebastien Bourdais. Auf dem IMS hat er wieder seine Extraklasse unter Beweis gestellt. Mit seiner Benzinspar-Strategie war er sehr gut unterwegs. Leider hat er aber auch wieder sein anderes Gesicht gezeigt und das Topergebnis in Kurve 4 verloren. Auf der Belle Isle hat Sebastien Bourdais aber immerhin schon zweimal gewonnen. Von den aktuellen Fahrern gelang dies nur Will Power und Graham Rahal.

Ganz interessant sollte auch der Blick auf Schmidt Peterson Motorsport am nächsten Wochenende sein. Nach dem Debakel mit James Hinchcliffes Indy-500-Qualifikation hat sich das Team einvernehmlich von Leena Gade getrennt. Erst seit dem Winter war sie Renningenieur an dem Wagen mit der Nummer 5. Aber schon vor dem Indy 500 gab es wohl interne Differenzen. Der Unterschied zwischen Audi in der WEC und SPM und der IndyCar-Series ist schon sehr groß. Bis zum Bump-Day war es aber eigentlich eine erfolgreiche Saison. Vor allem Rookie Robert Wickens überzeugte eigentlich jedes Wochenende. Die Frage ist nun, wie das Team die ganzen Interferenzen wegsteckt.

Zeitplan (local time, MEZ)

Freitag, 1. Juni

11:20 a.m. – 12:05 p.m. (17:20 – 18:05) – Verizon IndyCar Series practice #1
3:10 – 3:55 p.m. (21:10 -21:55) – Verizon IndyCar Series practice #2

Samstag, 2. Juni

10:55 – 11:25 a.m. (16:55 – 17:55) – Qualifying for the Verizon P1 Award Race #1
3:30 p.m. (21:30) – Übertragungsbeginn ABC, Sport1 US, DAZN
3:50 p.m. (21:50) – Chevrolet Dual in Detroit #1 (70 laps/164.5 miles)

Sonntag, 3. Juni

10:45 – 11:15 a.m. (16:45 – 17:15) – Qualifying for Verizon P1 Award Race #2 (Two groups/15 minutes each)
3:30 p.m. (21:30) – Übertragungsbeginn ABC, Sport1 US, DAZN
3:50 p.m. (21:50) – Chevrolet Dual in Detroit #2 (70 laps/164.5 miles)

(c) Photos: IndyCar Media; Chris Owens, Dana Garrett

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