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07:00

IndyCar: Analyse Chevrolet Dual in Detroit, Vorschau Texas

Die beiden Rennen waren eine Machtdemonstration Hondas im Herzen der amerikanischen Automobilindustrie. Nur Will Power könnte mit Platz 2 am Sonntag eine vollständige Demütigung Chevrolets verhindern.

In Indianapolis konnten die Chevrolet-Motoren im Heck der Wagen von Penske, Carpenter und Foyt ihre Leistung noch komplett ausspielen. Aus den engen Ecken der Belle Isle spielte die Fahrbarkeit eine viel größere Rolle. Wenn dann auch die Abstimmung nicht ganz passt, verliert man so doppelt Zeit, weil man die Leistung der Motoren nicht auf den Asphalt bringt. In Summe belegten so die Hondas die ersten sieben Plätze, über beide Rennen gesehen. Ohne die Fahrfehler von Graham Rahal und Alexander Rossi wäre es noch deutlicher geworden.

Das i-Tüpfelchen auf das Chevrolet-Wochenende setzte übrigens Mark L. Reuss, Vize Präsident von General Motors unter anderem für den Bereich Produktentwicklung, der das Pace-Car vor Dual II fahren durfte. Er war wohl etwas überrascht über die Power „seiner“ Entwicklung, eine aktuelle Chevrolet Corvette, und drehte den Wagen Ausgangs von Kurve 2 in die Mauer. Zu seiner Ehrenrettung sei erwähnt, dass sich da eine ganz üble Bodenwelle über die Strecke zieht. Trotzdem war das kein positives Bild der Corvette und danach übernahm dann wieder Oriol Servia das Steuer einer neuen Corvette für den zweiten Versuch.

Dual I

Die Qualifikation endete mit einer großen Überraschung. Marco Andretti sicherte sich mit einem Vorsprung von fast einer halben Sekunde Startplatz 1. Es war seine erste Pole-Position auf einem Stadt- oder Rundkurs überhaupt und die erste in der IndyCar-Series seit Juli 2013 und dem Pocono Raceway. Das Rennen damals gewann übrigens ein gewisser Scott Dixon, der am Samstag von Startplatz 2 ins Rennen ging. Dahinter folgten mit Robert Wickens, Alexander Rossi und Ryan Hunter-Reay drei weitere Honda-Piloten. Will Power hielt auf Startplatz 6 die Chevrolet-Fahne ein wenig hoch, bevor geschlossen RLL Racing in Form von Takuma Sato und Graham Rahal folgte.

Direkt nach dem Start zog RLL Racing an Will Power vorbei und wir konnten eine achtfache Führung für Honda bewundern. An der Reihenfolge and er Spitze änderte sich in der Anfangsphase nichts. In Runde 7 wurde Robert Wickens aber deutlich langsamer und Ryan Hunter-Reay zog mühelos am Kanadier vorbei. Es zeigte sich, dass die weicheren Option-Tires an einigen Wagen schon komplett ihren Gripp verloren hatten. Abgesehen von Graham Rahal war aber das ganze Feld auf diesen Reifen gestartet. So waren einige Teams, neben Wickens auch Hunter-Reay und James Hinchcliffe, gezwungen mit einem sehr frühen ersten Stopp eine 3-Stopp-Strategie zu wählen. Andere wie Josef Newgarden, Startplatz 14, entschieden sich freiwillig dafür.

Auch die Spitze mit Marco Andretti, Scott Dixon und Alexander Rossi wurde langsamer. Deutlich wurde dies ab Runde 12, als Graham Rahal an Takuma Sato vorbeigehen konnte. Er war mit freier Fahrt und gebrauchten Prime-Tires etwa 2 Sekunden schneller als die Fahrer vor ihm. Schnell schloss Rahal die Lücke zu Rossi, konnte diesen dann aber, auch unter Einsatz des Push-to-Pass-Systems nicht überholen. Man hatte den Eindruck, dass der sechste Gang bei Rahal etwas zu kurz übersetzt war und er am Ende der langen Geraden so in den Begrenzer fuhr. Er konnte so den Vorteil der besseren Reifen nicht voll ausspielen.

In Runde 23 kam Marco Andretti als 2-Stopper an die Box. Eine Runde später folgte Scott Dixon und noch eine später dann auch Graham Rahal. Durch den frühen Stopp konnte Ryan Hunter-Reay die Führung erobern. Er musste noch zweimal zum Nachtanken an die Box kommen. Dahinter folgte Scott Dixon vor Graham Rahal und Marco Andretti. Dixon konnte mit In- und Out-Lap Andretti 3,5 Sekunden abnehmen und Rahal profitierte im Windschatten von Dixon. Auf den Option-Tires konnte Graham Rahal dann aber nicht lange das Tempo von Ryan Hunter-Reay und Scott Dixon mitgehen. Insgesamt waren die beiden Führenden über das ganze Rennen gesehen, die beiden schnellsten Fahrer im Feld.

Ryan Hunter-Reay absolvierte in Runde 32 seinen nächsten Boxenstopp und kam dann zwischen Graham Rahal und Marco Andretti wieder auf die Strecke. Gegenüber Andretti hatte er also schon mehr als diesen einen Stopp herausgefahren und auch die Lücke zu Rahal schloss er sehr schnell. Trotz besserer Reifen konnte er aber keinen Angriff starten.

In Runde 44 strandete Rene Binder im Notausgang von Kurve 3. Es bestand die Gefahr einer Caution und alle Teams holten entsprechend ihre Fahrer an die Box. Die Rennleitung beließ es aber bei einer lokalen Gelbphase. Auf neuen Prime-Tires übertrieb es dann aber Graham Rahal. Er fuhr zu hart innen über die Kerbs von Kurve 13, verlor dabei das Heck seines Wagens und schlug sehr hart in die Mauer am Ausgang ein. Er warf so einen sicheren Podestplatz weg. Den besten Restart erwischte Marco Andretti, konnte aber keinen Profit gegenüber seinen Teamkollegen Ryan Hunter-Reay daraus schlagen. Scott Dixon führte weiter unbedrängt das Rennen an.

Ab Platz 5 gab es einige schöne Duelle im Feld. Im Kampf um Platz 13 verpasste Charlie Kimball vor Kurve 7 seinen Bremspunkt und schoss Santino Ferrucci, der bis dahin ein blitzsauberes Rennen gezeigt hatte, ab. Der Ersatzmann für Pietro Fittipaldi lag zum Zeitpunkt des Unfalls zwei Plätze vor seinem Teamkollegen Sebastien Bourdais. Charlie Kimball musste in Runde 61 eine Stopp-and-Go-Penalty antreten.

Der letzte Restart änderte nichts an der Reihenfolge an der Spitze. Scott Dixon fuhr seinen 42. Sieg in der IndyCar-Series ein. Dahinter belegten Ryan Hunter-Reay, Marco Andretti und Alexander Rossi die Plätze 2 bis 4 für Andretti Autosport. Takuma Sato und Ed Jones auf den Plätzen 5 und 6 vervollständigten den Triumph für Honda. Nicht ganz den Speed der drei Honda-Topteams konnten diesmal die Fahrer von Schmidt Peterson Motorsport und Dale Coyne Racing mitgehen. Robert Wickens (Platz 8) Wagen war nur auf neuen Option-Tires wirklich schnell und James Hinchcliffe (Platz 11) musste eine Drive-Through-Penalty absolvieren, weil er bei der Boxenausfahrt die Begrenzungslinie komplett überfahren hatte. Sebastien Bourdais kam am Freitag und Samstag so überhaupt nicht zu recht mit seinem Wagen. Startplatz 17, nur knapp vor Santino Ferrucci, und Platz 13 im Ziel zeigten das deutlich.

Die Chevrolets waren am Freitag und Samstag komplett chancenlos. Will Power konnte Platz 7 einfahren, verlor in den letzten zehn Runden unter Grün aber 15 Sekunden auf Scott Dixon. Josef Newgarden erreichte mit einer 3-Stopp-Strategie knapp hinter Robert Wickens auf Platz 9 das Ziel und Simon Pagenaud landete am Ende auf Platz 17, zwischen Rookie Jordan King und Gabby Chaves. Ohne ein größeres Wunder ist die Meisterschaft noch vor Saisonhalbzeit für Pagenaud damit schon aus der Reichweite.

Das ganze Ergebnis von Dual I kann man als PDF auf der Seite der IndyCar Series nachlesen.

Dual II

Die Qualifikation für das zweite Rennen fand auf nasser Strecke statt. So kam auch etwas Abwechslung ins Feld. Mit Alexander Rossi und Robert Wickens waren zwar wieder zwei Honda-Piloten die schnellsten Fahrer ihrer Gruppe, aber immerhin konnte sich Will Power Startplatz 3 sichern. Dahinter folgten mit Ed Jones, Scott Dixon und James Hinchcliffe die üblichen Verdächtigen. Graham Rahal und Ryan Hunter-Reay qualifizierten sich hingegen nur auf den Startplätzen 9 und 10 für das Rennen.

Die beiden Fahrer von Schmidt Peterson Motorsport waren wie am Vortag durch den Reifenverschleiß gezwungen eine 3-Strategie zu nutzen. Ryan Hunter-Reay, Josef Newgarden und Simon Pagenaud setzten hingegen auf drei Stopps um ihre Position im Rennen zu verbessern. Hunter-Reay hatte es am Samstag ja schon vorgemacht und auch am Sonntag sollte sich die Strategie auszuzahlen. Nach seinem zweiten Stopp lag er schon auf Platz 5, während sein Teamkollege Alexander Rossi weiter die Spitze vor Will Power und Ed Jones halten konnte. Auf neueren Reifen war Hunter-Reay nun aber deutlich schneller als die vor ihm liegenden Fahrer und schnell schloss er die Lücke zu Scott Dixon und damit auch zu Jones und Power. Nur Rossi hatte einige Sekunden Vorsprung auf diese Gruppe.

Mit den Stopps der 2-Stopper in Runde 46 hatte Ryan Hunter-Reay dann freie Bahn und die nutzte er voll aus. In den sechs Runden bis zu seinem Stopp quetschte er eine Qualifikationsrunde nach der nächsten aus seinem Wagen. Nachdem alle Wagen zum letzten die Box verlassen hatten, lag der DHL-Honda auf Platz 2 mit 7,6 Sekunden Rückstand auf Alexander Rossi und 4,2 Sekunden Vorsprung auf Power. Eigentlich hätte Ryan Hunter-Reay nun gemütlich zu einem Doppelsieg für Andretti Autosport cruisen können. Das mit den Qualifikationsrunden hatte aber so gut funktioniert, dass er einfach weitermachte. Pro Runde nahm er seinem Teamkollegen etwa 1,5 Sekunden ab und Rossi hatte keine Antwort darauf.

Je näher Hunter-Reay kam, desto aggressiver fuhr Alexander Rossi und überstrapazierte damit seine Reifen. In Runde 62 verbremste er sich vor Kurve 3 und nur mit größter Mühe konnte er sich vor seinem Teamkollegen halten. Das Team ermahnte ihn, an die größere Sache zu denken. Er sollte also den Rennsieg zu Gunsten einer risikolosen Topplatzierung im Hinblick auf die Meisterschaft opfern. So tickt aber Alexander Rossi nicht und er versuchte alles um vorne zu bleiben. In Runde 63 verbremste er sich aber wieder vor Kurve 3, bekam dann aber nicht die Kurve und strandete im Notausgang. Zu allem Überfluss platzte bei dem Manöver auch noch der linke Vorderreifen. Er schleppte sich an die Box und am Ende erreichte er nur Platz 12 – immerhin noch drei Plätze vor dem amtieren Meister Josef Newgarden!

So holte sich Ryan Hunter-Reay seinen ersten Sieg in der IndyCar-Series seit 2015. Dahinter folgten Will Power und Ed Jones, der knapp seinen Teamkollegen Scott Dixon schlagen konnte. Mit Platz 5 konnte sich Graham Rahal nur wenig für seinen Crash am Samstag rehabilitieren. Mit einem Ersatzwagen, der erst am Sonntagmorgen fertig aufgebaut worden war, aber dennoch ein gutes Ergebnis. Bester Rookie war wieder einmal Robert Wickens auf Platz 6. Auch am Sonntag war die Belle Isle kein gutes Pflaster für die beiden schnellen Franzosen. Simon Pagenaud erreichte auf Platz 10 das Ziel, Sebastien Bourdais es gar nicht. Zuerst warf ein Reifen mit Luftverlust ihn ans Ende des Feldes und dann brach in Runde 38 ein Teil der Hinterradaufhängung.

Das ganze Ergebnis von Dual II kann man als PDF auf der Seite der IndyCar Series nachlesen.

Will Power (309 Punkte) führt weiterhin die Meisterschaft an. Erster Verfolger ist sein langjähriger Kontrahent Scott Dixon (304 Punkte). Auch Alexander Rossi (298 Punkte), Ryan Hunter-Reay (278 Punkte) und Josef Newgarden (270 Punkte) gehören zur Spitzengruppe. Robert Wickens (232 Punkte) auf Platz 6 hat schon einen größeren Rückstand.

Vorschau: DXC Technologie 600

Ohne Pause geht es im Kalender der IndyCar Series weiter. Schon am Samstagabend steht das Rennen auf dem Texas Motor Speedway an. Auf dem 1,5 Meilen Oval werden wieder die Speedway Aero-Kits zum Einsatz kommen. Im IMS waren die Chevrolets mit ihrer höheren maximalen Leistung nicht zu schlagen gewesen. Am nächsten Wochenende sollte es ähnlich sein. Topfavorit ist Will Power, der nicht nur aktueller Indy-500-Sieger ist, sondern im Vorjahr auch in Texas gewinnen konnte. Dicht dahinter folgt eine ganze Armada an Chevrolet-Piloten um Josef Newgarden, Ed Carpenter, Tony Kanaan, Spencer Pigot, Gabby Chaves und vielleicht auch Simon Pagenaud. Die Speerspitze von Honda werden wohl wieder Scott Dixon, Alexander Rossi und Ryan Hunter-Reay bilden.

Strecke

Der Texas Motor Speedway ist ein 1,5-Meilen-Oval mit einem Banking von 24 Grad in den Kurven. Die Start-und-Ziel-Gerade ist doppelt abgeknickt und so ist es ein Schwesteroval zu den beiden Ovalen in Charlotte und Atlanta. Mit den alten Dallara-Chassis und den Motoren vor 2012 konnte man den Kurs ohne Probleme Flat out durch alle Kurven bestreiten. Dies führte zum berühmt berüchtigten Pack-Racing. Nach dem tragischen Unfall in Las Vegas, auch einem stark überhöhtem 1,5-Meilen-Oval, zum Saisonende 2012, wollte man dies ändern. In den letzten Jahren mit den neuen DW12-Chassis sowie einer starken Anpassung der Aerodynamik war dies auch teilweise gelungen. Die Fahrer mussten lupfen und „richtig Auto fahren“, wie es Will Power ausdrückte. In diesem Jahr ist das, mit dem geringen Abtrieb des Universal-Speedway-Kits, noch viel nötiger

Zeitplan (local time, MEZ)

Freitag, 8. Juni

12:00 a.m. – 1:00 p.m. (19:00 – 20:00) – Verizon IndyCar Series practice #1
3:00 – 4:00 p.m. (22:00 – 21:00) – Qualifying for the Verizon P1 Award Race
6:15 – 7:15 p.m. (1:15 – 2:15) – Verizon IndyCar Series practice #2

Samstag, 10. Juni

7:00 p.m. (2:00) – Übertragungsbeginn NBCSN, Sport1 US und DAZN
7:30 p.m. (2:30) – DXC Technologie 600 at Texas Motor Speedway

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(c) Photos: IndyCar Media; Christopher Owens, Jack Black, Joe Skibinski, Chris Jones

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