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16:10

Vorschau: 24 Stunden von Le Mans – Die Gran Tourismos

Die Prototypen mögen heutzutage um den prestigeträchtigen Gesamtsieg fahren, aber auch in den GT-Klassen geht es gut zur Sache. Die GT1 hat nochmal einen letzten Energieschub bekommen, bevor sie engemottet wird, in die GT2 ist die Vielfalt zurückgekehrt. Und in beiden gibt es mehrere Sieganwärter. Außerdem gab der ACO heute die langerwarteten, teilweise schon vorher erahnten Reglement-Änderungen für 2010 bekannt.

Zuvor aber noch zur Rennstrecke: seit den 20er Jahren Rennen werden auf den öffentlichen Straßen südlich der Stadt Le Mans Rennen gefahren, vielfach wurde die Strecke modifiziert, es wurde permanente Sektionen hinzugefügt, ebenso gibt es seit 1965 den kurzen Circuit Bugatti im Infield, der für alle anderen Veranstaltungen außer dem 24h-Rennen genutzt wird. Der Circuit de la Sarthe – so heißt die 24h-Variante – ist in seiner heutigen Konfiguration 13,6 km lang. Die Abschnitte, die noch über Landstraßen führen, gehen überwiegend geradeaus, die permanenten Bereiche sind schnelle Kurven, hinzu kommen unterschiedlichste Schikanen, die nach und nach eingebaut wurden, weil die Geschwindigkeiten zu hoch wurden.

Aber Allan McNish kann das besser erklären:

GT1

Mit dem geplanten Ende des Corvette-Werks-Engagements war die größere Gran Tourismo-Klasse ja eigentlich schon nach den 24 Stunden von Le Mans 2009 für tot erklärt worden. In der ALMS existierte sie de facto nicht mehr, in der LMS waren oft nicht einmal genug Team dabei, um ein handelsübliches Siegertreppchen voll zu besetzen. Luc Alphand mit seinen Corvettes und die Larbre-Saleens gehörten zu den Gelegenheitsteilnehmern.

Aber dann wurde die neue GT1-Weltmeisterschaft von der FIA und Stephane Ratel aus der Taufe gehoben und plötzlich kam die GT1-Klasse wieder in Mode. Beim ACO ist man aber darüber nicht so ganz glücklich, weil man es lieber sehen würde, wenn die GT1-Fahrzeuge auch in den eigenen Serien, der LMS und der ALMS, fahren würden, nicht bei der SRO/FIA-Konkurrenz. Trotzdem lud man einige ein und hält so diese Klasse ein weiteres Jahr am Leben. Aber auch nur eins, denn heute verkündete der ACO auf der Pressekonferenz, dass es ab 2011 nur noch eine sogenannte “GT Endurance”-Klasse geben wird, die auf dem GT2-Reglement basiert. Aber diese wird in eine Profi- und eine Amateur-Klasse gesplittet, letztere ist mindestens ein Jahr alten Fahrzeugen vorbehalten, an deren Steuer mindestens zwei der drei Fahrer in die Kategorien Bronze oder Silber fallen – eine Gentleman Driver- und Privatiers-Klasse wie die LMP2 strebt der ACO hiermit an.

Wie das Rennen in der GT1 in diesem Jahr  ausgehen wird, ist sehr schwer vorherzusagen. Das Problem bei den GT1-WM-Teilnehmern ist, dass deren Rennen üblicherweise nur eine Stunde dauern, Fahrer und Autos sind demnach auf Sprints ausgerichtet, nicht auf eine 24h-Distanz. Ob also die Technik halten wird und wie die Piloten mit dieser neuen Herausforderung klarkommen, das bleibt offen. Außerdem gibt es Probleme mit der Einheits-Elektronik, die für diese Serie entwickelt wurde, beispielsweise funktionierten bei den Ford GT in Spa die Drehzahlbegrenzer für die Boxengasse nicht.

Schaffen sie es, gehören die drei Ford GT sowie der Aston Martin zu den Sieganwärtern in der Klasse. Schaffen sie es nicht, werden die für die Langstrecke ausgelegten Corvettes und Saleen den Sieg abräumen, eine Zielankunft natürlich auch hier vorausgesetzt. Der JLOC-Lamborghini ist eine nette Bereicherung, aber wird kaum eine Rolle spielen. Bei vielen Ausfällen ist natürlich trotzdem ein Podium drin.

Im Detail, angefangen mit dem Young Driver Aston Martin: der Name passt eigentlich schon nicht wirklich, denn nur Nygaard ist – 1986 geboren – noch als ein Nachwuchsfahrer zu zählen, er sammelte 2009 in der GT3 Erfahrung und stieg dieses Jahr in die GT1-WM auf. Tomás Enge dagegen hat sogar 2001 schon Formel 1-Luft geschnuppert und Peter Kox ist erfahrener Touren- und Sportwagenfahrer, für den 2010 die dreizehnte Teilnahme in Le Mans bedeutet. Der Aston Martin DBR9 ist schnell, bei den 1000km von Spa lag der Wagen auf Podestkurs, bis Nygaard ihn in Blanchimont in seine Einzelteile zerlegte.

Als willkommenes Comeback kann man den Einsatz des Ford GT bezeichnen. Der Vorgänger GT40 wurde damals von Ford für die 24 Stunden von Le Mans gebaut und siegte (in den Gulf-Farben, die heute Aston Martin trägt) von 1966-1969 vier mal hintereinander, wobei 1969 eines der denkwürdigsten und spannendsten 24h-Rennen der Geschichte war. Dieses Mal ist man ohne Werksunterstützung unterwegs, der in der Schweiz beheimatete Matech-Rennstall hat die GT1-Variante aufgebaut und setzt nun auch selbst zwei dieser Wagen in der GT1-WM (mit Erfolg) ein – und nun eben auch in Le Mans. Thomas Mutsch, Romain Grosjean und Jonathan Hirschi steuern die #60, die #61 ist mit dem Damentrio aus Rahel Frey, Cyndie Allemann und der nach ihrem Unfall in Abu Dhabi wieder genesenen Natacha Gachnang besetzt.

Ein Kundenteam, das diesen Matech-Ford GT einsetzt, ist MarcVDS Racing aus Belgien, die unter großem Jubel mit den belgischen Fahrern Eric de Doncker und Bas Leinders sowie dem Finnen Markus Palttala in Spa einen Heimsieg einfuhren. All diese GT1-Teams sind stark und erfolgreich ins das Jahr gestartet und hatten ein Hoffnung machendes Rennen in Spa, abgesehen von Nygaards angesprochenem Unfall. Wenn die Technik über 24 Stunden hält, wird es ein sehr spannendes Rennen in der GT1.

Und auch die Langstrecken-Konkurrenz wird in diesem Kampf ein Wörtchen mitreden wollen. Luc Alphand Aventures setzt zwei in schwarz-weiß gehaltene Corvette C6R ein, die als einzige in der Klasse auf Dunlop-Reifen unterwegs sein werden. Die Fahrerkombinantionen sind querbeet zusammengestellt, vom hoffnungsvollen Formelsport-Talent  Julien Jousse bis hin zum „alten Hasen“ Jerome Policand. Jousse teilt sich die #73 mit Xavier Maassen und Patrice Goueslard, Stéphane Grégoire und David Hart unterstützen Policand in der #72.

Ebenfalls traditioneller Gast in Le Mans ins Larbre Compétition, die in diesem Jahr einen Saleen S7R einsetzen, nachdem man sich in den vergangenen Jahrzehnten schon u.a. mit Ferraris, Porsches und Aston Martins versuchte, teils mit Klassensiegen. Roland Berville, Julien Canal und Gabriele Gardel steuern den US-Sportwagen mit dem wohl brachialsten Sound in der Klasse, auch für dieses Team ist ein Podest nicht außer Reichweite.

Und dann ist da noch das japanische JLOC-Team mit dem pechschwarzen Laborghini Murcielago, Yogo/Yamanishi/Iiri lautet die Fahrerkombo, die aber wohl deutlich am schwächsten einzuschätzen ist, zumal auch als einzige in der Klasse auf Yokohama-Reifen unterwegs.

GT2

Nachdem in den vergangenen Jahren fast nur Porsches und Ferraris um die Klassensiege kämpften, ist 2010 die Vielfalt zurückgekehrt, und zwar auch auf einem qualitativ hohen Standard. Zu verdanken ist das vor allem BMW und Corvette, die gegen die Sportwagen aus Zuffenhausen und Maranello in den Kampf ziehen. Spannend dabei ist vor allem auch, dass die Top-Teams aus der ALMS sich mit der Konkurrenz aus der europäischen Serie messen, auf die sie sonst nicht treffen. Auf jeden Fall wird diese Klasse aufgrund ihrer Leistungsdichte vermutlich die interessanteste und spannendste des diesjährigen 24 Stunden-Rennens. Jeder, der in diesem Frühjahr die 12 Stunden von Sebring oder die 6 Stunden von Laguna Seca verfolgt hat, wird das wohl ebenso sehen…

In den beiden letzten Jahren war es in Le Mans jeweils das US-amerikanische Ferrari-Team Risi Competizione, das am Ende die Nase vorn behielt. Wie im letzten Jahr treten Gianmaria Bruni, Mika Salo und Pierre Kaffer gemeinsam im Top-Auto des Teams an und auch 2010 gehören sie wieder zu den Favoriten. Der zweite Wagen mit Krohn/van de Poele/Jonsson ist schwächer besetzt, aber auch nicht zu unterschätzen.

Corvette Racing, die nach dem Ausstieg aus der GT1, wo man viele Erfolge einfuhr, nun in der GT2 antreten, dürfte zu den härtesten Konkurrenten gehören: die von Pratt&Miller eingesetzten C6R GT2 sind mit Magnussen/O’Connell/Garcia und Gavin/Collard/Beretta wie immer enorm stark besetzt und kämpfen in der ALMS regelmäßig um den Klassensieg.

Flying Lizard Motorsports ist das dritte ALMS-Topteam, das nach Le Mans herüberkommt, allerdings nur mit einem Porsche 997 GTR RSR, dessen starke Fahrerpaarung Bergmeister/Long man zudem auseinander gerissen hat: Patrick Long teilt sich den Wagen an der Sarthe stattdessen mit Seth Neiman und Darren Law, die sich in der Grand-Am Roley Sports Car Series einen Namen gemacht haben.

Unter den europäischen Teilnehmern sticht ganz klar Felbermayr-Proton mit seinem beiden in blau gehaltenen Porsche hervor, wobei die #77 mit Richard Lietz und Marc Lieb der stärkere Wagen ist. Diese beiden dominierten bisher die LMS-Saison, wie auch im letzten Jahr. Verstärkung erhalten sie von Wolf Henzler, der in der ALMS für das Falken-Porsche Team antritt. Es wird sehr spannend sein, zu sehen, wie sich das europäische GT2-Topauto gegen die US-Konkurrenz schlägt. Das zweite Fahrzeug ist die Felbermayr-Familienkutsche mit Horst Sr. Und Horst Jr. sowie dem tschechischen Unternehmer Miro Konopka, der aber auch einiges an Endurance-Erfahrung sowie FIA GT-Auftritte vorzuweisen hat.

Ein weiterer starker Porsche kommt aus dem Hause IMSA Performance Matmut, hier fährt der bereits erwähnte Werksfahrer Jörg Bergmeister an der Seite von Patrick Pilet und Raymond Narac. In den letzten vier Jahren schaffte die französische Equipe es dreimal nicht bis ins Ziel, aber 2007 gewann man die GT2-Klasse. Das Team kann man durchaus als Geheimfavorit einstufen.

Die BMS Scuderia Italia ist von Ferrari auf Porsche gewechselt – ungewöhnlich für ein italienisches Team. Mit Richard Westbrook und Marco Holzer sowie dem amtierenden DTM-Champion Timo Scheider hat man  keine schlechte Kombination am Start, wobei sich Tourenwagen-Fahrer Scheider, der auch in der DTM aktuell schwächelt, erst einmal auf die neuen Anforderungen, die ein 24 Stunden-Rennen an ihn stellt, wird einschießen müssen. Der letzte Porsche im Felde, das belgische Prospeed Competition-Team, wird mit den Fahrern van Splunteren/Hommerson/Machiels wohl kaum eine Rolle spielen.

Und damit zu den europäischen Ferrari 430GT: zwei der drei Fahrzeuge werden von AF Corse eingesetzt, wobei es nicht klar ist, ob die #96 (Companc/Russo/Salo) nach einem schweren Crash im ersten Qualifying überhaupt zum Rennen wieder in eine fahrtüchtige Form gebracht werden kann. Bleibt also noch die #95 mit den beiden Ex-F1-Piloten Alesi und Fisichella, die sich, unterstützt von Toni Vilander, bei den beiden bisherigen LMS-Auftritten besser schlugen als von vielen vor der Saison vermutet. Immerhin reichte es sowohl in Le Castellet als auch in Spa zum dritten Rang. Wie die beiden mit 24 Stunden Renndistanz klarkommen, wird sich zeigen, die Erwartungen haben sie mit den Podestplatzierungen jedenfalls nach oben geschraubt.

Der letzte Ferrari im Bunde tritt nicht in Rot an, sondern in den Hankook-Farben Schwarz-Weiß-Braun, ist entsprechend auch mit den Reifen dieses Herstellers ausgerüstet. Dass das für die Farnbacher-Mannschaft um Dominik Farnbacher, Alan Simonsen und Leh Keen nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, zeigte der starke zweite Platz bei den 24h auf der Nordschleife vor weniger Wochen, die Fahrer, Auto und Reifen ohne Probleme durchstanden. In Le Mans ist allerdings die Konkurrenz noch einmal stärker, für eine Überraschung könnte das Team aber durchaus gut sein.

BMW mit seinen beiden M3 GT2 ist wie Corvette ein Neuzugang in der GT2-Klasse, seit dem Gesamtsieg mit dem V12 LMR 1999 und der nicht geglückten Titelverteidgung im Jahr darauf traten die Münchner nicht mehr in Le Mans in Erscheinung. Nun aber kehrt man zurück und hat den Sieg im Visier. In der ALMS läuft der Wagen seit anderthalb Jahren problemlos und hat bereits Klassensiege eingefahren, aber für die europäischen Rennen  kommt eine modifizierte Variante zum Einsatz, die dem ACO-Reglement entspricht. Mit dieser fuhr man nur die beiden 2010er LMS-Rennen und -Tests, war dort allerdings solide unterwegs. Dass man jetzt vom ACO kurzfristig einen kleineren Air Restrictor aufgebrummt bekam, der 10PS Motorleistung kostet, ärgert die Mannschaft um die Fahrer Jörg Müller/Farfus/Alzen (#78) und Priaulx/D. Müller/Werner (#79), ändern lässt sich aber nichts mehr daran. Auf dem Nürburgring reichte es mit einem modifizierten ALMS-Fahrzeug zwar kürzlich zum Sieg, aber nicht ohne technische Probleme: Getriebeschaden und ein Boxenfeuer hätten den Sieg beinahe zunichte gemacht. Insgesamt ist sind die Bayern mit starker Fahrerpaarung, aber mangelnder Le Mans-Erfahrung sowie den fehlenden PS eher als Dark Horse denn als echter Favorit zu betrachten.

BMW setzt außerdem mit der #79 (in Gedanken an den 1979 von Andy Warhol gestalteten M1) die Tradition der Art Cars fort: der amerikanischen Künstler Jeff Koons hat ein interessantes Design für den M3 GT2 entworfen, das im Prinzip aus vielen bunten Streifen auf schwarzem Grund besteht, insgesamt aber sehr dynamisch wirkt. Gerade bei Nacht dürfte der Wagen für spektakuläre Bilder sorgen.

Und – last, but not least – die „Exoten“ der GT2-Kategorie. Die niederländische Spyker Squadron mit ihrem Spyker C8 Laviolette wird von einem Audi V8-Aggregt angetrieben, die erfahrenen Peter Dumbreck, Tom Coronel und Jeroen Bleekemolen konnten damit in den vergangenen Jahren einige solide Resultate, wenn auch keine Siege herausfahren. Schön anzusehen und anzuhören ist der Wagen aber allemal und somit weiterhin eine Bereicherung für das ohnehin schon grandiose Feld.

Das gleiche gilt für den von JMW Motorsport eingesetzten Aston Martin V8 Vantage. Im letzten Jahr verpasste die britische Mannschaft mit einem Ferrari F430 nur knapp das Le Mans-Podium sowie den LMS-Gesamtsieg, für 2010 wechselte man den Hersteller und kämpft nun mit Entwicklungsproblemen beim V8 Vantage, die sowohl in Le Castellet als auch in Spa eine Wertung verhinderten. Schnell ist der Wagen aber allemal, ebenso wie die Fahrer Rob Bell, Tim Sugden sowie der aus den USA hinzugestoßene Bryce Miller. Leider ist es kaum wahrscheinlich, dass man ausgerechnet die anstehenden 24 Stunden ohne Probleme übersteht.

Ähnliches gilt für das letzte Fahrzeug im Bunde, den Jaguar XKRS, mit Werksunterstützung von RSR als Einsatzteam betreut. Die Rückkehr dieser großen Marke nach Le Mans ist aber im ersten Jahr kaum mehr als ein Entwicklungseinsatz, nachdem mal schon bei den bisherigen ALMS-Einsätzen mit vielen Problemen kämpfte, auch der Grundspeed liegt noch nicht ganz im Soll. Mit Ryan Dalziel (Champ Car), Paul Gentilozzi (Unternehmer und Gentleman Driver) und Marc Goossens (FIA GT, NASCAR, gelegentlich Langstreck) hat man sich hier auch eine Fahrerkombination zusammengesucht, mit der die Entwicklungsarbeit durchaus länger dauern könnte. Sollte man am Sonntag um 15 Uhr über die Ziellinie rollen können, wäre deren Mission wohl zur Genüge erfüllt, für 2011 wird sich Jaguar dann höhere Ziele stecken können.

Zukunft der 24 Stunden von Le Mans sowie der Le Mans-Serien

Neben dem schon genannten Umbau der GT-Kategorie wird es ab 2011 auch bei den Prototypen Änderungen geben, wie der ACO heute verlauten ließ. Die begrüßenswerten Prämissen sind dabei, dass das 24 Stunden-Rennen weiterhin eine Testgelegenheit für die neuesten Technologien sein sollen sowie dass ein stärkerer Fokus auf die Verringerung der CO2-Emissionen und des Spritverbrauchs gelegt werden muss.

Eine wichtige Maßnahme ist dabei – wie aber ja im Grunde schon vorher bekannt war – dass ab 2011 Hybrid-Antriebssysteme erlaubt sein werden. Es ist dabei frei wählbar, welche Achse des Wagens man mit solchen Systemen ausrüstet, der Energie-Output zwischen zwei Bremspunkten darf aber nicht bei über 500 kJ liegen, die aber nicht per Knopfdruck abgerufen werden dürfen, sondern über das Gaspedal. Im Gegenzug werden die Tanks sowohl für Benziner als auch für Diesel-Fahrzeuge um zwei Liter verkleinert. Man möchte hier also tatsächlich versuchen, eine insgesamt höhere Effizienz und ein Ersetzen von Kraftstoff durch zurückgewonnene Energie zu erreichen, keine “Zusatz-PS” wie etwa bei dem 2009er Formel 1-KERS. Neben Bremsenergie können auch etwa Auspuff-Abwärme oder Federenergie genutzt und in elektrischen oder mechanischen Systemen gespeichert werden.

Nachdem auch 2010 die Rundenzeiten wieder unter die 3:20er Marke fielen, wird man zudem eine Verringerung der Motoren-Power für die LMP1-Maschinen vorsehen, um die Geschwindigkeiten zu verringern. 2010er Prototypen dürfen auch nächstes Jahr noch teilnehmen, müssen aber eine entsprechende Performance-Nivellierung des ACO über sich ergehen lassen, die – wie meist in solchen Fällen – für viel Streit sorgen könnte. Entsprechende 2010er-Chassis dürfen nach dem 31.12. nicht mehr weiterentwickelt werden.

In der Privatiers-Kategorie LMP2 sollen die Kosten weiter gedrückt werden, in dem nur noch Triebwerke aus Serienfahrzeugen zugelassen werden, deren Maximal-Preis und Minimal-Laufleistung zudem vorgeschrieben wird. 2010er LMP2-Fahrzeuge dürfen unter den gleichen Voraussetzungen wie in der LMP1 auch nächstes Jahr noch antreten.

Eine Zusammenfassung all der Regeländerungen ist hier einzusehen.

Außerdem wird die Intercontinental Le Mans Challenge, kurz ILMC, die in diesem Herbst erstmals in drei Läufen (Silverstone, Petit Le Mans, Zhuhai) ausgetragen wird, für 2011 auf sieben Rennen erweitert. Bereits die 12 Stunden von Sebring im März zählen dazu, der LMS-Lauf in Spa-Francorchamps sowie auch die 24 Stunden von Le Mans (Termin: 11./12. Juni 2011) selbst, für die es doppelte Punkte zu kassieren gibt. Nach dem LMS-Auftritt in Silverstone geht es wie in diesem Jahr mit dem Petit Le Mans (1000 Meilen) weiter, bevor in Asien die 1000km von Fuji sowie ein noch nicht näher benannter Lauf in China als Saisonfinale ausgetragen wird. LMS und ALMS laufen natürlich neben diesen Events wie gewohnt weiter, die ILMC-Einbindung wird den entsprechenden Läufen aber wohl eine höhere Teilnehmerzahl bescheren.

Teil 1 der Vorschau ist hier nachzulesen. Darin sind die Prototypen der LMP1-Klasse, die um den Gesamtsieg kämpfen, sowie die Privatierskategorie LMP2 vorgestellt.

Übertragen wird das Rennen auf Eurosport und Eurosport 2 sowie auf deren HD-Kanal. Der dürfte sich lohnen, allein schon wegen der winzigen Schrift der neuen Grafik-Einblendungen. Gestreamt wird das Rennen über den Eurosport Player!

Wer irgendwann keine Lust mehr auf die Eurosport-Truppe haben sollte, der kann das komplette Rennen auch bei Radio Le Mans verfolgen.

Zum Rundum-Sorglos-Paket gehört ansonsten noch der Spotter Guide sowie selbstverständlich das Live Timing.

Besser, aber eventuell nicht so zuverlässig ist das schon aus dem letzten Jahr bekannte Angebote von Thomas Beakdal. Alternativ kombiniert auch dieser Service eine Livetiming inklusive einer Twitter-Liste von Teams und Fahrern. Eine noch umfassendere gibt es von mir selbst, aktuell fasst sie 57 Accounts zusammen, einschließlich einiger Journalisten. Um diese zu nutzen, muss man auch nicht bei Twitter angemeldet sein.

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Tags: 24 H Le Mans

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