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14:26

DTM: Vorschau Saison 2010

Dieses Jahr wird ein Übergangsjahr in der DTM. Die großen Änderungen und ein neuer Hersteller werden erst 2011 kommen.

Die DTM macht ja in Sachen Motorsport eigentlich alles richtig. Zwei Hersteller, gute bis sehr gute Fahrernamen, bullige V8 Motoren, günstige Eintrittspreise, ganz okayes Rahmenprogramm. Das Problem ist halt der von oben gesteuerte, tot regulierte, glatt gebügelte PR-Serie, die irgendwie nicht so richtig zum Leben kommt. Allerdings muss man anerkennen, dass die Serie jährlich wirklich viele Fans anzieht. Zumindest in Deutschland, wenn die DTM die Heimat verlässt, sieht es ja meist, abgesehen von Zandvoort nicht rosig aus. Dieses Jahr wird dem Fan auch wenig Neues geboten.

Das liegt daran, dass die DTM seit dem letzten Sommer in Sachen Weiterentwicklung praktisch eingefroren ist. Dementsprechend gibt es in diesem Jahr auch keine Neuwagen, man fährt mit den 09er Modellen. Zugelassen sind auch noch die 08er Modelle, kann sein dass Kolles noch 07er Audis einsetzt, aber das versucht man zu vermeiden. Das bedeutet auch, dass die Unterschiede zwischen Audi und Mercedes mehr oder weniger gleich geblieben sind, wobei man abwarten muss, wie weit innerhalb der Graubereiche des Reglements Veränderungen an den Wagen unternommen werden. Wenn einer am Sonntagnachmittag heult, wissen wir es.

Bei den Fahrern gibt es einige Neuzugänge, wobei David Coulthard natürlich der bekannteste ist. Es hatte sich im letzten Jahr schon mehrfach angedeutet, dass der Schotte keine Lust auf seinen Ruhestand hat und nach einer Aufgabe suchte. Ob er in der DTM glücklich wird, ist dann noch die andere Frage. Ralf Schumacher sehen wir auch wieder. Dazu sind gekommen: Miguel Molina und Franky Cheng (Cheng Congfu). Bei Molina musste ich auch erst mal nachschauen, wer das ist. Offensichtlich war in der WsbR die letzten drei Jahre unterwegs, hat dort aber nicht so viel gerissen. Franky Cheng dockt bei Persson an und sollte den meisten aus der A1GP Serie bekannt sein. Viel gewonnen hat er nicht, allerdings wurde er bei den letztjährigen 24 H von Le Mans Dritter in der LMP2 Klasse.

Den Rest des Feldes kennt man ja. Leider ist Tom Kristensen ja nicht mehr dabei, was aber dazu geführt hat, dass Oliver Javris aufrücken konnte, der sich die Verpflichtung im Neuwagen schon lange verdient hat. Jarvis könnte einer sein, der um die Meisterschaft fahren kann. Zum einen hat er genug Erfahrung gesammelt, zum anderen hat er den Speed.

Timo Scheider dürfte also schon aus dem eigenen Team jede Menge Druck bekommen. Und das restliche Feld dürfte ebenfalls hinter ihm her sein. Bei Audi gibt es neben Jarvis dann noch Ekström und Tomczyk die Scheider nerven werden, bei Mercedes muss man mit Spengler, di Resta und Paffett drei weitere Fahrer nennen. Der Rest, inkl. Schumacher und Coulthard wird froh sein, wenn es mal für Punkte reicht.

Die Tests im Frühjahr waren wenig aussagekräftig. Die Zeiten lagen in Valencia aber sehr beieinander, was für eine gute Saison sprechen könnte. Überraschen konnte vor allem Molina, der auf Anhieb vorne war, allerdings nur knapp geschlagen von Schumacher. Favoriten wie Spengler sah man nie vorne, was wohl viel über die Interpretierbarkeit des Tests sagt.

In Sachen Regeln gibt es auch wenig neues. Allerdings fallen die Handicapgewichte weg. Eine Siegermarke wird also nicht mehr “bestraft” wenn sie gewinnt, sondern die Gewichte bleiben während der gesamten Saison gleich. Ob das so eine knallige Idee war, wird sich auch erst mal zeigen, denn die Platzierungsgewichten haben eben auch auf ausgleichende Gerechtigkeit gesorgt.

Ebenfalls neu ist die Quali. Zum einen sind die Segmente wohl verkürzt worden (konnte aber keine Angabe finden, wie viel) zum anderen wird Q4 nun in einem Einzelzeitfahren ausgefahren. Vermutlich wollte die ARD so was haben, denn es macht auch mehr Sinn alle Fahrzeuge auf einer Runde zu zeigen, als hektisch zwischen vier Wagen hin und her zu schneiden, die in einem 20 Sekunden Abstand unterwegs sind.

Dafür sorgte der Kalender schon im Vorfeld der Serie für Ärger. Zum einen hat man die einzige Strecke raus geworfen, auf der im letzten Jahr ein extrem spannendes Rennen stattgefunden hat: Dijon. Offenbar hat sich der Aufwand mangels Zuschauer aber nicht gelohnt. Rausgeworfen wurde auch endlich Barcelona, man fährt dafür in Valencia, was sich durchaus lohnen kann. Mehr Zuschauer werden aber wohl trotzdem nicht kommen.

Zum anderen verlegt man das Saisonfinale im November nach Shanghai. Das verstehe wer will und die Fans wird es freuen, wenn sie nun morgens gähnend vor der Fernseher sitzen dürfen um die DTM auf dem Strassenkurs von Shanghai zu sehen. Die ITR ist, mal wieder, von allen Seiten mächtig kritisiert worden, zieht die Sache aber durch. Man würde ja gerne in den asiatischen Bereich expandieren, weil man dort viele, viele Autos verkauft. Im Winter gab es Spekulationen, dass man mit der SuperGT an einem gemeinsamen Reglement arbeiten würde, aber das waren wohl nur lose Ideen.

Was mit der DTM 2011 passieren wird, ist noch völlig unklar. Seit dieser Woche scheint BWM wieder in der Serie zu sein, aber von denen war nur zu hören, dass man darüber nachdenkt. BMW hatte aber schon klar gemacht, dass man nur dann in die DTM kommen will, wenn man einen M3 auf Basis des GT2 Reglements kostengünstig umrüsten kann. Da liegt die Vermutung nahe, dass generell auf eine Variante der FIA GT Reglen einschwenken wird.

Für 2010 wird man also wieder das erwarten können, was man in den letzten Jahren gesehen. Was auch eher nach einer Drohung klingt.

Der ITR ist es nach dem letztjährigen Reinfall mit der Vermarktung der Rahmenrennen dann auch wieder gelungen, diese im TV unterzubringen. ntv zeigt beide F3 Euro Rennen, MotorvisionTV zeigt den Porsche und Seat Cup live. Den Polo Cup gibt es nicht mehr. Irgendjemand bei VW war der Meinung, dass man lieber mit Sciroccos fahren sollte. Warum man mit dem Seat Leon und dem VW Scirocco gleich zwei Wagen hat, die die gleiche Zielgruppe ansprechen und über eine ähnliche Leistung verfügen? Vermutlich hat irgendjemand in der VW Gruppe einen Genialitätsanfall gehabt. Der VW Polo Cup war ja nun deswegen interessant, weil sich hier 16jährige in die Kiste fahren konnten. Genauso wie der ehemalige R5 Cup, damals in den grauen 70ern, war es halt eine Spaßserie die zudem günstig war. Gut, letzteres bleibt, die Wagen werden ja von VW gewartet und gestellt. Der neue Cup läuft als Aufzeichung bei Sport1.

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